2021/0036
Benennung einer Straße im Bereich der ehemaligen Kelley-Barracks nach Rosa Parks
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2021/0036
4840 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
05.03.2021
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat III an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Amt: Vermessungsamt
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2021/0036
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.: 511070
Kostenstelle: Investitionsnummer:
Kostenträger: Sachkonto:
Betreff: Benennung einer Straße im Bereich der ehemaligen Kelley -Barracks nach Rosa
Parks
Vorlage vom: 02.03.2021
Beschlussvorschlag :
Der Magistrat beschließt, die im Bebauungsplanentwurf W 46 vorgesehene Verbindungsstraße
zwischen Kleyer - und Riedstraße, nördlich der Nelson -Mandela-Straße, unter Abänderung des
Magistratsbeschlusses Nr. 206 vom 12.08.2020 (Vorlage-Nr. 2020/0211) , nach der
amerikanischen Bürgerrechtlerin Rosa Parks zu benennen. Die Straße erhält die Bezeichnung
„Rosa-Parks-Straße“.
Anlagen: Kartenausschnitt Rosa -Parks-Straße
Datenschutzrelevante Anlage:
- 2 -
Folgekosten: Ja Nein
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 02.03.2021
Mit Magistratsvorlage Nr. 2020/0211 hat der Magistrat auf Vorschlag des Beirats für
Straßenbenennung mehrere Straßennamen und den Namen für einen Platz im Bereich der
ehemaligen Kelley -Barracks/Nathan-Hale-Depot am 12.08.2020 beschlossen.
Dabei wurde auch die Benennung einer Straße nach der schwedischen
Friedensnobelpreisträgerin Alva Myrdal (1902 – 1986) beschlossen. Dieser Vorschlag wurd e
in der Vergangenheit von mehreren Unterstützer*innen getragen und hatte sogar einen
gewissen, indirekten örtlichen Bezug, da die Tochter von Frau Myrdal in den 1980er Jahren
die erste hauptamtliche Frauenbeauftragte der Darmstädter Stadtverwaltung war.
Bevor die Benennung vollzogen werden konnte, gab es Hinweise, dass Frau Myrdal in den
1930er Jahren in Schweden im Zusammenhang mit Zwang ssterilisation von psychisch
erkrankten Frauen eine umstrittene Rolle in der schwedischen Sozialpolitik spielte. Darauf hin
wurde der Benennungsprozess vorläufig gestoppt und der Leiter des Stadtarchivs Dr. Peter
Engels beauftragt, den Vorwürfen gegen Alva Myrdal nachzugehen.
Dr. Engels kam in seiner Expertise zum eindeutigen Ergebnis, dass eine Straßenbenennung
nach Frau Myrdal im Hinblick auf die aktuellen Erkenntnisse nicht mehr vertretbar ist. In
ihrem gemeinsamen Buch „Die Krise in der Bevölkerungsfrage“ von 1934 entwickelten Alva
und ihr Mann Gunnar Myrdal ein bevölkerungspolitisches Konzept, wonach die
„Konstruktion“ einer neuen Gesellschaft in erster Linie der dauerhaften Sicherung des
Bevölkerungsbestandes bedurfte. Sinkende Geburtenraten durch Einwanderung zu
kompensieren, fanden in diesem Konzept keinen Platz; billige ausländische Arbeitskräfte, so
die Befürchtung , würden die Preise verderben. Auch handle es sich bei den Immigranten im
„Vergleich zu schwedischen Arbeitern um minderwertiges Volksmaterial“. Bereits hier wurde
deutlich, dass Bevölkerungspolitik in den Augen der Myrdals nicht allein eine Frage der
Bevölkerungsquantität war, sondern der „Bevölkerungsqualität“.
Die sich aus Myrdals Buch ergebenden Schlussfolgerungen wurden in Schweden 1934 und
1941 durch entsprechende Gesetze umgesetzt mit dem Ergebnis, dass Schweden 1946 bei
der Zwangssterilisation welt weit führend war. Von den 60.000 Schweden, die zwischen 1935
und 1975 sterilisiert wurden, waren über 90 Prozent Frauen.
Der Beirat für Straßenbenennung empfiehlt daher dem Magistrat, die Namensgebung nach
Alva Myrdal nicht zu vollziehen und die betreffen de Straße nach der amerikanischen
Bürgerrechtlerin Rosa Parks (1913 – 2005) zu benennen.
Rosa Parks wurde 1955, in der Zeit der amerikanischen „Rassen“trennung, durch ihre
Weigerung bekannt, als farbige Amerikanerin ihren Sitzplatz im Bus für einen weiße n
Mitfahrer freizumachen und ihre Verhaftung und Verurteilung in Kauf zu nehmen. Durch ihre
Zivilcourage ist sie ein besonderes Beispiel für das unerschrockene, gewaltfreie Eintreten für
Bürgerrechte und Gleichstellung. Die durch ihre Verhaftung ausgelöste n Proteste führten in
der Folge mit zur Bürgerrechtsbewegung unter Martin Luther King.
- 4 -
Die Straßenbenennung nach Rosa Parks fügt sich thematisch passend in die Nachbarschaft
der Nelson-Mandela-Straße und des Wangari -Maathai-Wegs ein.
Rosa-Parks-Straße
Rosa Parks
1913 – 2005
Amerikanische Bürgerrechtlerin
Dezernat III
Dr. Barbara Boczek
Stadträtin
anlage 1
102 Zeichen
Anlage 1 zur Magistratsvorlage 2021/0036 Gemarkung Darmstadt Maßstab 1:5.000Vermessungsamt, Feb. 2021
Beratungsverlauf (1)
Orte (2)
- Riedstraße
- Rosa-Parks-Straße
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Details
- Vorlagen-Nr.
- 2021/0036
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 02.03.2021
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00