A-R/0083/2019
Beschleunigungsprogramm für den ÖPNV auf Münsters Straßen
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a-r-0083-2019-Beschleunigungsprogramm für ÖPNV
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Antrag an den Rat Nr.: A-R/0083/2019 Münster, 03.12.2019 Antrag Beschleunigungsprogramm für den ÖPNV auf Münsters Straßen Der Rat möge beschließen: 1. Die Verwaltung erarbeitet gemeinsam mit den Stadtwerken Münster ein Programm zur baulichen und technischen Maßnahmen mit dem Ziel, den ÖPNV auf Münsters Straßen erheblich zu beschleunigen. 2. Zum beantragten Maßnahmenprogramm gehören: Identifizierung und Analyse der Behinderungen, Hotspotanalyse, nachhaltige Verbesserung und Qualitätssicherung der LSA-Anlagen durch mehr Digitalisierung, Betriebsablauf in Bezug auf die Qualität – Pünktlichkeit (Fahrplantreue), Schnelligkeit, Zuverlässigkeit (Anschlusssicherung), Erreichbarkeit oder Störungsbewältigung, bedarfsgerechte Bevorrechtigung des ÖPNV, Schaffung von Korridoren durch Einrichtung von Busspuren, neue Haltestellen, Anbindung an P+R-Plätze. 3. Im Fachausschuss erfolgt ein regelmäßiger Bericht zum Umsetzungsstand des Programms. Begründung : Die Beschleunigung des ÖPNV ist eine der wichtigsten Maßnahmen zur Sicherung der Attraktivität des Busverkehrs. Sie verkürzt die Fahrzeit und minimiert dadurch die Verlustzeiten, erhöht die Pünktlichkeit und sorgt für ein angenehmeres Fahrgefühl, da viele Abbrems- und Anfahrvorgänge entfallen. Die Zufriedenheit der Kunden wird erhöht, was zur intensivere Nutzung führt. Zudem können oftmals - dank der kürzeren Fahrzeiten - auch weniger Busse auf einer Linie eingesetzt werden, was die Finanzierbarkeit des ÖPNV erhöht und sinnvolle Verbesserungen des MVG Angebotes ermöglicht. Die Attraktivität des ÖPNV für die Fahrgäste kann durch eine stabilere Reisezeit gesteigert und die Wirtschaftlichkeit für die SWMS verbessert werden. Behinderungen öffentlicher Verkehrsmittel, wie sie häufig an Lichtsignalanlagen, Knotenpunkten oder Haltestellen auftreten, sollten gerade in Zeiten knapper Finanzmittel nicht hingenommen werden. Jedes öffentliche Verkehrsmittel, welches steht, ist unproduktiv. Es werden Personal, Fahrzeuge und Energie gebunden, ohne Fahrgäste zu befördern. Aus diesem Grund sind Maßnahmen zur Beseitigung vorhersehbarer systematischer Störungen im ÖPNV, sogenannte Beschleunigungsmaßnahmen erforderlich. Hierzu müssen Behinderungen zunächst identifiziert und deren Potenzial zum Verkürzen der Beförderungszeit abgeschätzt werden. Die Beförderungszeit setzt sich aus Fahr- und Haltezeit zusammen, die Fahrzeit wiederum aus der Behinderungs- und Regelfahrzeit, die Haltezeit ebenfalls aus der Behinderungs- sowie Regelhaltezeit. Behinderungszeiten auf nicht beschleunigten ÖPNV-Strecken können zwischen 10 und 40 Prozent der Beförderungszeit ausmachen. Werden Störungen im Linienverlauf vermindert, können die Reisegeschwindigkeit und die Zuverlässigkeit des Fahrplans erhöht werden. In vielen Fällen ist mit der Reduzierung der Umlaufzeit eine Einsparung von Fahrzeugen möglich, wodurch eine Verbesserung der Wirtschaftlichkeit erzielt werden kann. Eine Beschleunigung des ÖPNV ist angesichts der angestrebten Verkehrswende sinnvoll. Angesichts der Umweltaspekte in der Stadt wächst die Bedeutung des städtischen ÖPNV. ÖPNV-Beschleunigung ist eine wichtige Möglichkeit, den ÖPNV zu stärken und durch verstärkten Umstieg auf die Öffentlichen Verkehrsmittel negative Umweltauswirkungen des Stadtverkehrs zu reduzieren. Es gibt mehrere Instrumente, um eine Buslinie zu beschleunigen. Sowohl bauliche als auch technische Maßnahmen wie Straßenaufweitungen an Kreuzungen, Busschleusen, Bussonderfahrstreifen, sollen ihre Berücksichtigung finden. Vorrangschaltung an den Ampeln, Einrichtung von separaten ÖPNV-Trassen, zum Beispiel Busspuren, um Nutzungskonflikte mit anderen Verkehrsteilnehmern zu minimieren, Haltestellenplanung, moderne ÖPNV-Fahrzeuge, Qualitätssicherung durch Qualitätsmanagement, hier insbesondere eine hochmoderne Steuerungstechnik. Im Rahmen der Verbesserung und Qualitätssicherung der LSA-Anlagen sollen die Signalprogramme kurzfristig optimiert werden. Ein umfassender Handlungsbedarf wird in der Beschleunigung der bisherigen Strecken und Knotenpunkte gesehen. Darüber hinaus müssen neue Strecken konzipiert werden. Verlässlicher ÖPNV heißt nämlich auch Anbindung an die Park&Ride-Plätze, um einen nahtlosen Umstieg vom Auto auf Bus bereitzustellen. Diesbezüglich wird auf den Antrag der CDU und Grüne „Parken, umsteigen und losfahren – P+R in Münster ausbauen“ verwiesen. Sinnvoll wird dieses Konzept nur dann, wenn das ÖPNV-Netz eine nahtlose Ergänzung zum P+R-Angebot darstellt. Gez. Stefan Weber Otto Reiners und Fraktion und Fraktion
Beratungsverlauf (1)
Details
- Aktenzeichen
- A-R/0083/2019
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 03.12.2019
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37