Mandari Insight

3169/2023

Mitteilung zur Bürgereingabe nach § 24 GO NRW - "Deklaration des ehemaligen Barackenlagers und NS-Gedenkortes im Gremberger Wäld-chen als Bodendenkmal“, Aktenzeichen 164/23 B

Mitteilung BV 05.10.2023

KI-Zusammenfassung

Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.

KI-Analyse läuft...

vergangen

Was passiert gerade?

  • 📄 Dokumente werden analysiert...
  • 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
  • ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
  • ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...

Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.

Nächste Beratung: Ausschuss für Bürgerbeteiligung, Anregungen und Beschwerden, Sitzung am 04.12.2023, TOP 7.2.1

Anlage 1.1 Fotos

· application/pdf

Ansehen

Anlage 2 Antwortschreiben

· application/pdf

Ansehen

Mitteilung BV

· application/pdf

Ansehen

Anlage 1 Eingabe

· application/pdf

Ansehen

Anlage 1.1 Fotos

3133 Zeichen

GEDENKSTÄTTE FÜR OPFER
DES NS-REGIMES

74,80W)}
BURGER BEGRABEN. DIE
IHRERIGEFANGENSC EN SR
Em Farctpi ML ARHEr WURDEN,
Ä Je

ER

Die Gedenkstätte erinnert an 74 osteuropäische Zwangsarbeiter *in-
nen, die unter der NS-Herrschaft ermordet und in diesem Massengrab
beerdigt wurden. Ihre’Identitäten sind unbekannt. Am 8. April 1945
wurde das Barackenlager von den Volkssturmgruppen Deutz, Hum-
boldt und Poll vor den heranrückenden amerikanischen Soldaten ge-
räumt. Es fielen Schüsse, die Baracken wurden in Brand gesetzt. Bei der
Lagerräumung wurden ungefähr 30 Zwangsarbeiter*innen ermordet,
sieben Schwerkranke unter ihnen ließ man am lebendigen Leib in den
Baracken verbrennen. Die Täter wurden nie zur Rechenschaft gezogen.

_ ORMPSLLA
Die hier beigesetzten Menschen verstarben kurz vor oder bei der Lager-

räumung. Es ist unbekannt, von wem der Gedenkstein mit russischer
Inschrift stammt, der als Erstes aufgestellt wurde.

Der Gedenkstein mit deutscher Inschrift folgte 1985 auf Initiative
der Vereinigung der Verfolgten des Nazire
Bronze-Statue
gestohlen und 2021 durch ein Relief aus K
der Trauernden ersetzt. Auch das ne
hat Klaus Balke entworfen und

gimes zusammen mit der
des Kölner Künstlers Klaus Balke. Diese wurde 2020

eramik mit der gleichen Figur
ue Kunstwerk

ausgeführt.

Stadt Köln

I

Luftaufnahmen des Gremberger Wäldchens mit d

vom 21. März 1945 ist gut zu erkennen, dass inner! eine Barack
Gebäude mit dem hellen Dach - zerstört ist, Die rı Aprilz
Baracken in der linken Lagerhälfte verschwunden sin« Quelle: Rechtsrheinisches K 3991, 5.1

Nahe der Gedenkstätte befand sich ab 1942 ein Barackenlager, das bis
1945 als „Krankensammellager“ für meist an Tuberkulose erkrankte,

nte

sowie schwangere Zwangsarbeiterinnen d

Die Insass*innen stammten aus der Sowjetunion und Polen. Im Lager
herrschten sehr schlechte Lebensbedingungen. Hier sollte niemand für
die Ausweisung in das Heimatland gesund gepflegt werden. Die Nah
rungs- und medizinische Versorgung war schlechter als in anderen La
gern. Zwischen 1943 - 45 wurden 77 Geburten verzeichnet von denen
18 Kinder verstarben - die Mehrheit ist verhungert

Familie Gubenko

Die Familie Gubenko stammte aus Charkiw, Ukraine. 1943 wurde die vierköpfige
Familie nach Deutschland verschleppt. Der älteste Sohn, Wasil, war damals 3 Jahre
alt, der zweite Sohn, Andrei, 1 Jahr. Am 4.11.1943 verstarb Wasil an einer „Verdau
ungsstörung“ in Gremberg, am 3.1.1944 erlag Andrei ebenfalls einer „Verdauungs
störung". Die beiden Eltern Maria und Gregori, waren zeitgleich im Lager, da Maria
ihren dritten Sohn, Iwan, erwartete. Er wurde am 1.5.1944 in Gremberg geboren
Das weitere Schicksal der Gubenkos ist unbekannt

Lager-Geschichte der Familie Gubenko

Das Lager hatte 1942 eine Belegungsstärke von 150 Menschen, wurde
aber schon 1943 erweitert. Es wird angenommen, dass über 800 Men-

schen das Lager durchliefen und weit über 350 Zwangsarbeiter” innen
hier verstarben.

Reste dieser dunklen Vergangenheit sind heute nicht mehr zu
erkennen.

ve

Grün. und Erholungsflächen besonders in rschwachen Gebieten
0 sin struktur hen Gebien
strikt achen Ca

+

leur

Lie

Anlage 2 Antwortschreiben

3214 Zeichen

Stadt Köln

Die Oberbürgermeisterin
Bürgeramt Innenstadt
Anregungen und Beschwerden an Rat und
Bezirksvertretungen
Bezirksrathaus Innenstadt
Stadt Köln, 02:1-4,50805 köln Ludwigstraße 8, 50667 Köln
www.stadt.koeln

Pr‘ Auskunft
Frau ‚ Zimmer
T: 0221 221- F: 0221 221-6569933
geschaeftsstelle-anregungen-beschwerden @stadt-
koeln.de

Sprechzeiten
Montag bis Freitag : 08.00 bis 12.00 Uhr
und nach Vereinbarung

Ihr Schreiben Mein Zeichen Datum
02-1-4 Pe 26.09.2023

Bürgereingabe nach $ 24 GO- „Deklaration des ehemaligen Barackenlagers und
NS-Gedenkortes im Gremberger Wäldchen als Bodendenkmal“, Aktenzeichen
164/23 B

Sehr geehrter Herr
vielen Dank für Ihre Eingabe vom 17.09.2023.

Das Römisch-Germanische Museum / Archäologische Bodendenkmalpflege (4512)
hat Ihr Anliegen geprüft und teilt in seiner Stellungnahme Folgendes mit:

„Die Sachlage konnten wir zwischenzeitlich hinsichtlich der Belange des Bodendenk-
malschutzes prüfen.

Die Zuständigkeit liegt bei 4512, da von dem ehemaligen Lager der Deutschen Ar-
beitsfront (DAF) bzw. des Reichsarbeitsdienstes (RAD) heute zwar keine oberirdi-
schen Baustrukturen mehr erhalten sind, im Bereich des Lagerareals auf der Nord-
seite Autobahn (A4) jedoch unterirdisch erhaltene Reste der ehemaligen Bebauung
insbesondere Fundamente von Baracken, Zaunanlagen sowie weitere zugehörige
Einrichtungen zu erwarten sind.

Die aufgrund fehlender späterer Überprägung der Fläche voraussichtlich im Unter-
grund erhaltenen, archäologisch nachweisbaren Relikte des Lagers erfüllen als wich-
tige Zeugnisse der jüngeren Geschichte die Voraussetzungen nach $ 2 Abs. 1, 5
Denkmalschutzgesetz (DSchG) NRW für die Denkmaleigenschaft.

Die Eintragung der Fläche des ehemaligen Lagers als Bodendenkmal in die Denkmal-
liste der Stadt Köln wurde von 4512 bereits eingeleitet. Den gesetzlichen Schutzbe-
stimmungen des DSchG NRW unterliegt das Bodendenkmal mit Feststellung der
Denkmaleigenschaft durch 4512 bereits zum aktuellen Zeitpunkt umfassend und un-
abhängig von dem zeitnah erfolgenden Abschluss des Eintragungsvorgangs.“

Die Ämter und Dienststellen der Stadtverwaltung finden Sie unter www.stadt-koeln.de. Fragen zu den
Dienstleistungen der Stadt Köln beantwortet Ihnen montags - freitags von 7 = 18 Uhr das Bürgertelefon unter der
einheitlichen Behördenrufnummer 115 oder 0221/221-0

12

Stadt Köln

Die Oberbürgermeisterin

Ihre Eingabe sowie dieses Antwortschreiben erhält der Ausschuss für Bürgerbeteili-
gung, Anregungen und Beschwerden zur Kenntnis.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Informationen weitergeholfen zu haben. Sollten Sie noch
fachliche Fragen haben, können Sie sich direkt wenden an das
Römisch-Germanische Museum - Archäologische Bodendenkmalpflege, Herr

‚ Rufnummer 0221-221 ‚ Belgisches Haus, Cäcilienstraße 46, 50667
Köln, E-Mail: ram @stadt-koeln.de
Sollten Sie eine Beratung der Angelegenheit im Ausschuss für Bürgerbeteiligung, An-
regungen und Beschwerden wünschen, teilen Sie dies bitte der Geschäftsstelle für
Anregungen und Beschwerden an Rat und Bezirksvertretung, geschaeftsstelle-anre-
gungen-beschwerden @stadt-koeln.de mit.

Für Ihr bürgerschaftliches Engagement danke ich Ihnen.

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag

Gez. Dr. Ulrich Höver

Mitteilung BV

1139 Zeichen

Dezernat, Dienststelle  
I/02/02-1 
 
Vorlagen-Nummer 
 3169/2023 
Mitteilung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Bezirksvertretung 7 (Porz) 19.10.2023 
Bezirksvertretung 8 (Kalk) 23.11.2023 
Ausschuss für Bürgerbeteiligung, Anregungen und Beschwerden 04.12.2023 
 
Mitteilung zur Bürgereingabe nach § 24 GO NRW - "Deklaration des ehemaligen 
Barackenlagers und NS-Gedenkortes im Gremberger Wäld-chen als Bodendenkmal„, 
Aktenzeichen 164/23 B 
Die Bürgereingabe und das Antwortschreiben werden den Bezirksvertretungen Porz und Kalk, 
sowie dem Ausschuss für Bürgerbeteiligung, Anregungen und Beschwerden hiermit zur 
Kenntnis gegeben. 
Hinweis:  
 
Sofern eine Beschlussvorlage gewünscht wird, kann diese über die Geschäftsführung der Be-
zirksvertretungen mit einem entsprechenden Auszug aus der Niederschrift bei der Geschäfts-
stelle für Anregungen und Beschwerden angefordert werden.  
 
Darüber hinaus steht es den Bezirksvertretungen selbstverständlich frei - auch ohne Vorliegen 
einer Beschlussvorlage – die Petenten oder die Fachverwaltung zur Sitzung einzuladen und 
einen politischen Beschluss zu fassen. 
 
gez. Dr. Ulrich Höver

Anlage 1 Eingabe

2183 Zeichen

Von:   
Gesendet:  Sonntag, 17. September 2023 14:31 
An:  01 Poststelle Oberbürgermeisterin <01PoststelleOberbuergermeisterin@STADT-KOELN.DE>; 02-
1/4 Geschäftsstelle Anregungen und Beschwerden geschaeftsstelle-anregungen-
beschwerden@stadt-koeln.de ......... 
Cc:  …. 
Betreff:  Antrag nach § 24 Gemeindeordnung zur Deklaration des ehemaligen Barackenlagers und NS-
Gedenkortes im Gremberger Wäldchen als Bodendenkmal bzw. Denkmal 
An den Rat der Stadt Köln,  
an die Bezirskvertretung Kalk,  
an die Bezirksvertretung Porz,  
Sehr geehrte Damen und Herren,  
in Köln gibt es im Gremberger Wäldchen eine Gedenkstätte für Opfer der Nazi-
Diktatur, die an das Schicksal polnischer und sowjetischer Zwangsarbeiter erinnert, 
die Ende des Krieges von deutschen Volkssturm-Einheiten aus Köln ermordert 
wurden (ich habe einige Fotos beigefügt). Das Barackenlager beherbergte von 1942 
bis 1945 als Krankenlager polnische und sowjetische Zwangsarbeiter, von denen 
hier über 350 zu Tode kamen.  Gegen Ende des Krieges  wurde das Krankenlager 
von Einheiten des Volkssturms aus den angrenzenden Stadtteilen niedergebrannt, 
die eingeschlossenen Patienten kamen in den Flammen um, sofern sie nicht vorher 
erschossen worden waren. Dieses grauenvolle Kriegsverbrechen ist kaum 
aufgearbeitet und nie gesühnt worden, die Täter wurden nie zur Rechenschaft 
gezogen. Ein Gedenkstein erinnert in kyrillischer Schrift an die 74 sowjetischen 
Opfer.  
Im Rahmen der Erweiterung der angrenzenden Autobahn droht nun diese 
Gedenkstätte dem Bagger anheim zu fallen. Ich möchte Sie bitten, sich für den 
Erhalt dieser Gedenkstätte einzusetzen und hier das Gräberfeld und das ehemalige 
Barackenlager als Bodendenkmal auszuweisen. Versteht man die deutsche 
Geschichte auch als Auftrag, faschistische Tendenzen zu erkennen und zu 
verhindern, dann ist es nötig, dass man die Erinnerung an Verbrechen wach hält, 
die von Deutschen und in deutschem Namen begangen wurden. Mit dem Abriss des 
Gedenkortes droht ein wichtiger Erinnerungsort für immer verloren zu gehen.  
Für weitere Rückfragen stehe ich Ihnen natürlich gerne zur Verfügung.  
Sollten Sie weitere Angaben für den  
Mit freundlichen Grüßen

Beratungsverlauf (3)

19.10.2023 Bezirksvertretung 7 (Porz)
TOP 10.2.9 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
23.11.2023 Bezirksvertretung 8 (Kalk)
TOP 10.2.6 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
04.12.2023 Ausschuss für Bürgerbeteiligung, Anregungen und Beschwerden
TOP 7.2.1 Kenntnisnahme (Mitteilung)
Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
3169/2023
Typ
Mitteilung BV
Datum
05.10.2023
Erstellt
05.10.2023 11:47