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V/0173/2009

Verlegung einer Gedenktafel zur Erinnerung an die Bücherverbrennung der Nationalsozialis-ten 1933 in Münster

Vorlagen 10.03.2009

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Nächste Beratung: Hauptausschuss, Sitzung am 25.03.2009, TOP 3.1

Anlage Buecherverbrennung_Plakette_Domplatz_Plan

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Ergänzungsvorlage V/0173/2009/1 mit Anlage

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Beschlussvorlage

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Anlage Inschrift_Gedenktafel_Stand_10_03_2009

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Anlage Buecherverbrennung_Plakette_Domplatz_Plan

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Ergänzungsvorlage V/0173/2009/1 mit Anlage

2152 Zeichen

DER OBERBÜRGERMEISTER 
Stadtarchiv 
 Vorlagen-Nr.: 
 
V/0173/2009/1  
Öffentliche Beschlussvorlage Auskunft erteilt: 
Frau Gussek-Revermann 
Ruf: 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Verlegung einer Gedenktafel zur Erinnerung an die Bücherverbrennung der Nationalsozialisten 
1933 in Münster 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
25.03.2009 Hauptausschuss Entscheidung
 
 
Beschlussvorschlag: 
I. Sachentscheidung: 
1. Zur Erinnerung an die Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 wird am Domplatz (siehe Anlage: 
Lageplan) eine Gedenktafel verlegt. 
Die Verwaltung wird mit der Ausführung beauftragt. 
 
Neu
 
2. Dem nach Beratung im Kulturausschuss am 19.03.2009 geänderten Text der Gedenktafel 
wird zugestimmt (siehe Anlage Neuer Inschriftentext der Gedenktafel).  
 
II. Kosten/Folgekosten 
Die Kosten der Gedenktafel (Größe ca. 60 x 80 cm) von etwa 2.800 € werden aus laufenden Mit-
teln im Dezernat IV mit Unterstützung des Tiefbauamtes gemeinsam getragen. Folgekosten ent-
stehen nicht. 
 
 
 
Begründung: 
Zu 2. 
Die Mitglieder des Kulturausschusses haben den ursprünglichen Inschriftentext nach intensiver 
Diskussion an zwei Stellen geändert.  
 
 
i. V. 
 
 
gez. 
Dr. Andrea Hanke 
Stadträtin 
 
Anlagen 
492 47 02 
 
E-Mail: 
Gussek@stadt-muenster.de  
Datum: 
20.03.2009 
V/0173/2009/1

- 2 - 
V/0173/2009/1 
Neuer Inschriftentext der Gedenktafel

…Erich Kästner…Ernst Bloch…Jack London… Sigmund Freud…A lbert Einstein… Bertolt Brecht… Vicki Baum… 
 
„Wir sind alle, was wir gelesen“  (Golo Mann) 
 
Am 06. Mai 1933 wurde in Münster ein „Schandpfahl“ aufgestellt, an den die 
Bürgerschaft der Stadt und Studierende Bücher hefte ten, die als „undeutsch“ 
galten. Wenige Tage später zogen am 10. Mai 1933 Stu dierende und 
Bürgerinnen und Bürger vom Domplatz durch die Innen stadt, um auf dem 
Hindenburgplatz Bücher zu verbrennen. Die Bücherver brennung bildete den 
Beginn der Verfolgung und Vernichtung von Menschen aus rassistischen und 
politischen Motiven.  
 
Die Bürgerschaft Münsters erinnert hier an diesen A kt kultureller Barbarei in 
ihrer Stadt.  
 
6. Mai 2009 
… Erich Maria Remarque … Anna Seghers… Bertha von Sutt ner…Kurt Tucholsky … Heinrich Mann …

Beschlussvorlage

3865 Zeichen

V/0173/2009 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Stadtarchiv 
 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Verlegung einer Gedenktafel zur Erinnerung an die Bücherverbrennung der Nationalsozialisten 
1933 in Münster 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
17.03.2009 Bezirksvertretung Münster-Mitte Anhörung 
19.03.2009 Kulturausschuss Vorberatung 
25.03.2009 Hauptausschuss Entscheidung
 
 
Beschlussvorschlag: 
I. Sachentscheidung: 
Zur Erinnerung an die Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 wird am Domplatz (siehe Anlage: La-
geplan) eine Gedenktafel verlegt. 
Die Verwaltung wird mit der Ausführung beauftragt. 
 
II. Kosten/Folgekosten 
Die Kosten der Gedenktafel (Größe ca. 60 x 80 cm) von etwa 2.800 € werden aus laufenden Mit-
teln im Dezernat IV mit Unterstützung des Tiefbauamtes gemeinsam getragen. Folgekosten ent-
stehen nicht. 
 
 
 
Begründung: 
Aufgrund einer Bürgeranregung nach § 24 GO und der anerkannten Verantwortung von Rat, Bür-
gerschaft und Stadtverwaltung soll an das historische Ereignis der Bücherverbrennung erinnert 
werden. Über den „Senatsausschuss für Kunst und Kultur“ ist die Westfälische Wilhelms-
Universität informiert und um Beteiligung gebeten worden. Eine Entscheidung ist von dieser Seite 
noch nicht erfolgt. 
 
Am 10. Mai 1933 fand in Münster – wie in ander en Universitätsstädten des nationalsozialistischen 
Deutschlands -  im Zuge der schon ab März 1933 von der Deutschen Studentenschaft geplanten 
und durchgeführten „Aktion wider den undeutschen Geist“ die Verbrennung von Büchern namhaf-
ter Literaten wie Bertolt Brecht, Heinrich Mann, Kurt Tucholsky und Wissenschaftler wie Sigmund 
Freund oder Magnus Hirschfeld statt.  
 
Zur Vorbereitung hatten Studenten auf dem Gehweg am Rand des Domplatzes, Ecke Pferdegasse 
gegenüber dem Fürstenberghaus am 6. Mai 1933 einen so genannten „Schandpfahl“ aufgestellt, 
Vorlagen-Nr.: 
V/0173/2009 
Auskunft erteilt: 
Frau Gussek-Revermann 
Ruf: 
492 47 02 
E-Mail: 
Gussek@stadt-muenster.de  
Datum: 
11.03.2009 
Öffentliche Beschlussvorlage

- 2 - 
V/0173/2009 
an den die Einbände als „undeutsch“ diffamierter Bücher genagelt wurden. Die Aktion diente ihrer 
rituellen Verächtlichmachung und war Ausdruck eines deutlichen politischen und die Freiheit der 
Wissenschaft verachtenden Verfolgungs- und Kontrollanspruchs der Nationalsozialisten (zitiert 
nach Prof. Dr. Hans-Ulrich Thamer). 
 
Mit einem Sammelwagen wurden die dem NS-Regi me unliebsamen Werke jüdischer, marxisti-
scher und pazifistischer Autoren aus Bibliotheken, Buchhandlungen und Privathaushalten abgeholt 
und zum Hindenburgplatz gebracht. Dort veranstalteten die Vertreter der Studentenschaft, von NS-
Parteiorganisationen und Hochschulangehörige im Anschluss an einen Demonstrationszug durch 
die Stadt am Abend des 10. Mai 1933 eine große Kundgebung, deren zweifelhafter Höhepunkt die 
Verbrennung der Bücher darstellte. Begleitet von so genannten Feuersprüchen wurden die be-
schlagnahmten Bücher in die Flammen geworfen. Sämtliche Veranstaltungen fanden laut Presse-
mitteilungen reges Interesse der münsterischen Bürgerschaft. 
 
Die Bücherverbrennung bildete den Auftakt zu Verfolgung, Rechtlosigkeit, Willkür und  „Ausmer-
zung“ durch das nationalsozialistische Regime, von der bald auch Menschen betroffen waren.  
 
Zum mahnenden Gedenken an diese Ereignisse soll die Erinnerungstafel am Domplatz verlegt 
werden. Der durch Fotos lokalisierbare Standort des „Schandpfahls“ wird als angemessener Ver-
legungsort angesehen, da eine breitere Wahrnehmung durch die Bürgerschaft eher gegeben ist 
als am Hindenburgplatz. 
 
Die Gedenktafel (Textentwurf siehe Anlage) soll am 6. Mai 2009 in einer würdigen und eventuell 
vom Historischen Seminar der Westfälischen Wilhel ms-Universität unterstützten öffentlichen Ver-
anstaltung enthüllt werden. 
 
 
 
i. V. 
 
 
gez. 
Dr. Andrea Hanke 
Stadträtin 
 
Anlagen 
Plan Domplatz 
Inschrift Gedenktafel

Anlage Inschrift_Gedenktafel_Stand_10_03_2009

793 Zeichen

…Erich Kästner…Ernst Bloch…Jack London… Sigmund Freud…A lbert Einstein… Bertolt Brecht… Vicki Baum… 
 
„Wir sind alle, was wir gelesen“  (Golo Mann) 
 
Am 6. Mai 1933 wurde in Münster ein „Schandpfahl“ a ufgestellt, an den Bürger  
der Stadt und Studierende Bücher hefteten, die als „undeutsch“ galten. 
Wenige Tage später zogen am 10. Mai 1933 Studierende  und Bürger vom 
Domplatz durch die Innenstadt, um auf dem Hindenbur gplatz Bücher zu 
verbrennen. Die Bücherverbrennung bildete den Begin n der Verfolgung und 
Vernichtung von Menschen aus rassistischen und politischen Gründen.  
 
Die Bürgerschaft Münsters erinnert hier an diese öf fentliche Vernichtung 
kultureller Werte. 
 
6. Mai 2009 
 
… Erich Maria Remarque … Anna Seghers… Bertha von Sutt ner…Kurt Tucholsky … Heinrich Mann …

Beratungsverlauf (3)

17.03.2009 Bezirksvertretung Münster-Mitte
TOP 6.7 Anhörung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
19.03.2009 Kulturausschuss
TOP 5 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig geändert beschlossen

Zur Sitzung
25.03.2009 Hauptausschuss
TOP 3.1 Entscheidung
Zur Sitzung

Orte (2)

  • Pferdegasse
  • Domplatz

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Details

Vorlagen-Nr.
V/0173/2009
Typ
Vorlagen
Datum
10.03.2009
Erstellt
06.10.2020 14:37