2015/0262
Stellungnahme des Landes Hessen an das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur zur Studie 'Entwicklung einer verkehrlichen Konzeption für den gesamten Eisenbahnkorridor Mittelrheinachse - Rhein/Main - Rhein/Neckar - Karlsruhe' (Korridorstudie)
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2015/0262
4670 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
21.07.2015
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat I an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Amt: Amt für Wirtschaft
und Stadtentwicklung OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2015/0262
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.:
Kostenstelle: Investitionsnummer:
Kostenträger: Sachkonto:
Betreff: Stellungnahme des Landes Hessen an das Bundesministerium für Verkehr und
digitale Infrastruktur z ur Studie "Entwicklung einer verkehrlichen Konzeption für den
gesamten Eisenbahnkorridor Mittelrheinachse - Rhein/Main - Rhein/Neckar -
Karlsruhe" (Korridorstudie)
Vorlage vom: 13.07.2015
Beschlussvorschlag :
Die Stellungnahme des Landes Hessen zur Korridorstudie vom 19. Juni 2015 wird zur Kenntnis
genommen.
Anlagen: Stellungnahme des Landes Hessen
Datenschutzrelevante Anlage:
- 2 -
Folgekosten: Ja Nein
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 13. Juli 2015
Am 27. März 2015 hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMWI)
den Abschlussbericht der Studie „Entwicklung einer verkehrlichen Konzeption für den
Eisenbahnkorridor Mittelrheinachse – Rhein/Main – Rhein/Neckar – Karlsruhe (Korridorstudie)
veröffentlicht. Ziel dieser Studie ist die Entwicklung eines neuen Zielkonzeptes für den Ausbau
der Verkehrsinfrastruktur zur Vorbereitung des Bundesverkehrswegeplans (BVWP) 2015.
Mit der Veröffentlichung der Studie begann eine Konsultationsphase, in der Anmerkungen und
Stellungnahmen beim BMWI eingereicht werden konnten.
Dem Land Hessen, durch dessen Territorium eines der wichtigsten Bahnprojekte Deutschlands,
die Neubaustrecke Rhein/Main – Rhein/Neckar führt, war daran gelegen, einen größtmöglichen
politischen Konsens zu erreichen und mit einer gemeinsamen Positionierung dem Bund
gegenüber Stellung zu nehmen.
Auf Einladung von Staatsminister Al-Wazir haben sich Vertreter südhessischer Kommunen und
Landkreise sowie der Wirtschaft am 3. Juni 2015 auf eine gemeinsame Stellungnahme zur
Korridorstudie „Entwicklung einer verkehrlichen Konzeption für den Eisenbahnkorridor
Mittelrheinachse – Rhein/Main – Rhein/Neckar – Karlsruhe“ verständigt.
Die Stellungnahme des Landes Hessen wurde mit Schreiben vom 25. Juni 2015 durch
Staatsminister Al-Wazir dem BMWI übersandt.
Ein wichtiger Aspekt in der Stellungnahme ist die Anbindung Darmstadts an die
Neubaustrecke, die zwischen Frankfurt und Mannheim gebaut werden soll. Neben der
Nordanbindung, über die bereits Einigung erzielt wurde, wird das Land Hessen dem Bund zur
südlichen Anbindung des Hauptbahnhofes eine Verbindung zwischen der Main-Neckar-Bahn
und der Neubaustrecke an der A 67 möglichst noch auf Darmstädter Stadtgebiet zur Prüfung
vorlegen.
Das Land stellt sich in seiner Begründung hinter die drei Ziele, die die Region für die
Neubaustrecke definiert hat:
1. Schaffung von freien Kapazitäten für den ÖPNV
2. Verlagerung des Güterverkehrs auf die Neubaustrecke vor allem nachts
3. Anbindung des Darmstädter Hauptbahnhofes an die Neubaustrecke
Die Stadt Darmstadt würde damit die Anbindung an das europäische
Hochgeschwindigkeitsnetz erhalten. Die bestehenden Bahnstrecken können für möglichst viel
ÖPNV freigehalten werden und Stadt und Region können vor der Zunahme des Güterverkehrs
und des damit einhergehenden Lärms geschützt werden.
Hinsichtlich der Aufstellung des Bundesverkehrswegeplans 2015 bis 2030 befindet man sich
noch in einer sehr frühen Planungsphase. Die gemeinsame Stellungnahme des Landes Hessen
und der Region eröffnet jedenfalls einen realistischen Ansatz für die Direktanbindung des
Darmstädter Hauptbahnhofes an die Neubaustrecke.
- 4 -
Im anstehenden Verfahren werden alle Möglichkeiten der Streckenführung zu erörtern sein.
Die Lage im Siedlungskörper wird die unterschiedlichen Belange zu berücksichtigen haben, wie
z.B. die Vorgaben des Regionalplanes, bestehende Gewerbeflächen und techn ische
Infrastruktur. Auch technische Möglichkeiten der Streckenführung, wie z. B. Tunnelbauten
werden im weiteren Verfahren zu erörtern sein.
Darmstadt, den 13. Juli 2015
Dezernat I Dezernat III
Jochen Partsch Cornelia Zuschke
Oberbürgermeister Stadträtin
anlage 1
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Tarek Al-Wazir Staatsminister Hesslsches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung H ESSEN -==:r(Ei Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, Postfach 31 29, 65021 Wiesbaden Wiesbaden, den 25. Juni2015 Stellungnahme des Landes Hessen an das Bundesministerium für Verkehr und digitale Inf- rastruktur zur Studie ,,Entwicklung einer verkehrlichen Konzeption für den gesamten Ei- senbahnkorridor Mittelrheinachse - Rhein/Main - Rhein/Neckar - Karlsruhe" (Korridorstudie) Sehr geehrte Damen und Herren, am 27 . Mäz 2015 hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) den Abschlussbericht der Studie "Entwicklung einer verkehrlichen Konzeption für den Eisenbahnkorri- dor Mittelrheinachse - Rhein/Main - Rhein/Neckar - Karlsruhe" (Korridorstudie) veröffentlicht. Ziel dieser Studie ist die Entwicklung eines neuen Zielkonzeptes für den Ausbau der Verkehrsinfra- struktur zur Vorbereitung des Bundesverkehrswegeplans (B\A /P) 2015. Die Korridorstudie des Bundes stellt somit eine zentrale Grundlage für das Bewertungsverfahren des sich in der Aufstel- lung befindlichen B\A /P 2015 dar. Für Hessen geht es dabei zuvorderst um eines der wichtigsten Bahnprojekte Deutschlands, namentlich die Neubaustrecke Rhein/Main - Rhein/Neckar und damit die Verbindung von Frankfurt Flughafen-Fernbahnhof, Wiesbaden, Darmstadt und Mannheim durch den Bau einer neuen |CE-Strecke. M1 der Veröffentlichung der Studie hat das BMVI eine Konsultationsphase eröffnet, in der alle Gemeinden, Städte und Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit haben, beim Bund Anmerkungen und Stellungnahmen einzureichen. Dies habe ich zum Anlass genommen, um am 3. Juni2015 mit den Vertreterinnen und Vertretern der Region das Gespräch zu den Ergebnissen der Korridorstu- die zu führen. Das Ergebnis dieses Gesprächs wurde Herrn Bundesminister Dobrindt mit beigefüg- ter Stellungnahme am 19. Juni 2015 übersandt. 65185 Wiesbaden . Kaiser-Friedrich-Ring 75 (Landeshaus, Nähe Hauptbahnhof) Telefon: 061 1. 815 2000 Telefax: 061 1 . 815 2235 E-Mail: minister@wirtschaft.hessen.de -2- lch möchte die Gelegenheit nutzen, allen an diesem Prozess Beteiligten für ihre engagierte und konstruktive Zusammenarbeit zu danken. Es war von höchster Bedeutung, die vielen bisweilen sehr unterschiedlichen lnteressen zusammenzuführen, um künftig gemeinsam als Region unsere lnteressen gegenüber dem Bund vertreten zu können. Die Einigung der Region sieht vor, dass Darmstadt an das neue Hochgeschwindigkeitsnetz der Bahn angebunden werden kann, auf den bestehenden Strecken durch die Verlagerung der Fern- verkehrsverbindungen mehr Platz für eine bessere Taktung des Nahverkehrs geschaffen wird und zugleich die Menschen entlastet werden, indem der Güterverkehr nachts von den Bestandsstre- cken heruntergenommen wird. Dies verdeutlicht das große Potential dieser Neubaustrecke. Mehr kann man mit einem einzelnen Projekt eigentlich nicht erreichen. Zudem würde der Anschluss des Darmstädter Hauptbahnhofs von der Neubaustrecke über eine Querspange auf Darmstädter Stadtgebiet mit der Main-Neckar Bahn erfolgen. Auf Vorschlag der Region soll außerdem die Möglichkeit der zusätzlichen Anbindung der Strecke Mainz - Bischofs- heim - Darmstadt an die Neubaustrecke über eine enge, nördlich von Weiterstadt geftihrte Kurve oder eine Tunnellösung geprüft werden. Mir ist bewusst, dass noch ein langerWeg vor uns liegt, bis dieser größte Engpass im deutschen Bahn-Fernverkehrsnetz aufgelöst wird. lch bin mir auch darüber im Klaren, dass es vor Ort teilwei- se auch Befürchtungen über eventuelle negative Auswirkungen im Einzelfall gibt. Trotzdem sind wir in den vergangenen Monaten so weit gekommen wie in den letzten Jahren und Jahrzehnten nicht und jetzt darauf angewiesen, offen zu kommunizieren, transparent zu handeln und gemein- sam dem Bund gegenüber unser gemeinsames lnteresse durchzusetzen' lch setze dabei auf Sie alle. Mit freundlichen Grüßen 4M ktU.r Wiesbaden, den 19. Juna 2015 Stellungnahme des Landes Hessen an das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur zur Studie ,,Entwicklung einer verkehrlichen Konzeption für den gesamten Eisenbahnkorridor Mittelrheinachse - Rhein/Main - Rhein/Neckar - Karlsruhe" (Korridorstudie) Das Land Hessen hat in einem Gespräch mit der Region am 3. Juni2015 die Ergebnisse der o.g. Korridorstudie beraten. Die zentralen Punkte werden in der folgenden Stellungnahme zusammengefasst, die in der anstehen- den Bewertung der Schienenprojekte und der Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplanes20l5 einbezogen werden sollen. l. Nordkorridor Für den Nordkorridor spricht sich das Land Hessen gemeinsam mit der Region dafür aus, dass die Realisierung einer Güterverkehrstrasse im Rahmen des BMA/P 2015 für zwingend erforderlich angesehen wird. Es wird vorgeschlagen eine Expertengruppe einzurichten, in der Rahmenbedingungen für die Realisierung einer Güterneubaustrecke unter Einbeziehung aller Varianten erarbeitet wird. ll. Zentral und Strdkorridor Für den Zentral- und Stldkorridor spricht sich das Land Hessen gemeinsam mit der Region für ein auf dem Planfall 1c beruhendes Zielnetz aus, das die folgenden Maßnahmen enthält: L NBS Rhein/Main-Rhein/Neckar als Mischverkehrsstrecke (Planfall 1c). 2. Nordanbindung von Darmstadt Hbf und Wallauer Spange (Planfall 1f). Ergänzend wird um Prüfung und Einbeziehung folgender Punkte in das Bewertungsverfahren des BMA/P 2015 gebeten: 3. Anbindung der Strecke Mainz - Darmstadt an die NBS, über eine enge nördlich von Weiterstadt geftJhrte Kurve (Anlage Karte Variante 5a oder 5b). 4. Entmischung der Verkehrsarten auf der Main - Neckar Bahn und Ftlhrung des be- stehenden - insbesondere des an der Bergstraße durchfahrenden - Fernverkehrs auf der NBS unter Anbindung des Darmstädter Hbf. ilber eine Südanbindung (Va- riante 3). lnsgesamt können mit der Schieneninfrastruktur des o.g. Zielnetzes die Beseitigung der be- stehenden Engpässe und der Ausbau eines zukunftsfähigen Nahverkehrs im Zentral- und Slrdkorridor am besten erreicht werden. lll. Diese Stellungnahme basiert auf folgenden Zielsetzungen und Grttnden: 1 Kapazitäts- und Angebotserweiterung, Fahrzeitverkiizung und Erhöhung der Pünktlichkeit im Nahverkehr. 2 Ein positives Prtifergebnis im BMA/P-Verfahren vorausgesetzt, werden die Vo- raussetzungen geschaffen, die Nahverkehrsanbindungen des Kreises Bergstraße zu verbessern und gleichzeitig die auf der Neubaustrecke verlagerten Fernver- kehrsverbindungen über eine S[rdanbindung an das Obezentrum Darmstadt an- zubinden. 3 Kapazitäts- und Angebotsausweitung, Fahrzeitverkürzung und Erhöhung der Pünktlichkeit im ICE-Premiumsegment. 4 Entlastung der Bestandsstrecken vom nächtlichen Schienengüterlärm. 5 Verbesserung der Anbindung von Wiesbaden und Darmstadt an den Frankfurter Fernbahnhof und den Flughafen FrankfurUMain. lV. Folgende Maßgaben sind im weiteren BVWP Verfahren zu beachten: 1 Gewährleistung der umseEbarkeit der verkehrslenkung (Verlagerung der Gü- terverkehre nachts auf die NBS). 2 Zeitlich vorlaufend zu realisierender Lärmschutz an den Bestandsstrecken, an denen der Güterverkehr zunehmen wird (2.B. Riedbahn (tagsüber) oder Köln/Hafen - Siegen - Gießen - Hanau). 3 Keine Neuverlärmung von Siedlungsbereichen (ggf. Vermeidung durch Tun- nel oder Einschnittslagen). 4 Transparenz in den weiteren Verfahrensschritten, Dialogforum vgl. Planungs- prozess ABS/N BS Hanau-Wüzburg/Fulda.
Beratungsverlauf (1)
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2015/0262
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 13.07.2015
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00