2060/2023
Nachhaltige Urbane Mobilitätsplanung (Sustainable Urban Mobility Plan - SUMP) hier: Beschluss Leitbild
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Anlage 1 Öffentlichkeitsbeteiligung
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Anlage Öffentlichkeitsbeteiligung Die Anlage Öffentlichkeitsbeteiligung ist allen Beschlussvorlagen der Verwaltung für Gremien, auf die die Leitlinien Öffentlichkeitsbeteiligung Anwendung finden, beizufügen. Kreuzen Sie bitte eine der folgenden drei Varianten an und machen Sie entsprechende Angaben dazu. Eine freiwillige Öffentlichkeitsbeteiligung wird nicht vorgeschlagen. Warum wird keine Öffentlichkeitsbeteiligung vorgeschlagen? - Eine Öffentlichkeitsbeteiligung hat bereits stattgefunden. Bitte begründen Sie Ihre Entscheidung (Begründung zwingend erforderlich): Für den laufenden Prozess von Stufe 1 des nachhaltigen Mobilitätsplans ist bereits ein umfassendes Öffentlichkeitsbeteiligungsverfahren erarbeitet worden, das Schritt für Schritt umgesetzt wurde und wird. Kontakt OB/2 Referat für Strategische Steuerung Büro für Öffentlichkeitsbeteiligung Brückenstraße 5-11 50667 Köln Telefon: 0221 – 221 25044 E-M ail: oeffentlichkeitsbeteiligung@stadt-koeln.de Intranetauftritt: Systematische Öffentlichkeitsbeteiligung
Beschlussvorlage Rat
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Dezernat, Dienststelle III/68/681/1 Vorlagen-Nummer 2060/2023 Freigabedatum 11.08.2023 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Nachhaltige Urbane Mobilitätsplanung (Sustainable Urban Mobility Plan - SUMP) hier: Beschluss Leitbild Beschlussorgan Rat Gremium Datum Beschluss: Der Rat nimmt den Zwischenbericht „Besser durch Köln – ein Leitbild für den nachhaltigen Mobilitätsplan“ (siehe Anlage 2) zur Kenntnis und beschließt das darin enthaltene Leitbild in- klusive der fünf Zielbilder als Grundlage für den weiteren Erarbeitungsprozess. Verkehrsausschuss 22.08.2023 Rat 07.09.2023 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Auswirkungen auf den Klimaschutz Nein Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung) Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung) Begründung: 1. Ausgangslage Der Rat hat in seiner Sitzung am 04.04.2019 die Verwaltung beauftragt, einen „Nachhaltigen Urbanen Mobilitätsplan“ (Sustainable Urban Mobility Plan - SUMP) zu erstellen (Antrags-Nr. AN/0414/2019). Der Plan soll sich an dem von der EU erstellten Leitfaden zur Erstellung und Umsetzung von SUMPs orientieren. Vom Rat der Stadt Köln wurden im Beschluss folgende Punkte vorgegeben, die bei der Erstel- lung berücksichtigt werden sollen: - Zielsetzung dieses Planwerks ist eine verbesserte Erreichbarkeit der Stadt durch eine hochqualitative und nachhaltige Mobilität, die eine ausgewogene und integrierte Ent- wicklung aller Verkehrsmittel beinhaltet. Zudem soll die regionale Zusammenarbeit da- bei besondere Beachtung finden. - Bestehende Planungen und langfristige Konzepte werden sinnvoll verknüpft und an die Anforderungen einer klimafreundlichen wachsenden Stadt angepasst. Kurzfristig um- setzbare Maßnahmen werden in einem transparenten Zeitplan gebündelt. - Erstellung von Strukturen, die ein hohes Maß an Kooperation, Koordination und Bera- tung zwischen den relevanten Behörden und Ämtern auf kommunaler- und Landes- ebene möglich machen. - Umfassende Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern, Vertreterinnen und Vertretern der Zivilgesellschaft und der Wirtschaft während des gesamten Prozesses. - Ein fortlaufendes Berichtswesen soll das Erreichen der Ziele mit vertretbarem Aufwand dokumentieren. - Fördermöglichkeiten sind auszuschöpfen; soweit möglich sollen externe Büros einge- bunden werden. Die darüber hinaus benötigten finanziellen Mittel werden in der Haus- haltsplanung 2020/2021 berücksichtigt. Der nachhaltige Mobilitätsplan soll das Gesamtverkehrskonzept (GVK) aus dem Jahr 1992 ablösen und die Ziele des Strategiepapiers „Köln Mobil 2025“ fortschreiben. Des Weiteren ist er ein zentrales Werkzeug der Kölner Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“. Laut dieser Strategie verfolgt Köln „eine konsequente Verkehrswende weg vom motorisierten Individual- verkehr hin zu nachhaltigen Mobilitätsangeboten.“ Der nachhaltige Mobilitätsplan ist „für kon- krete Maßnahmen und deren Umsetzung von zentraler Bedeutung.“ Nachfolgend sind die bisherigen, für den nachhaltigen Mobilitätsplan relevanten Beschlüsse chronologisch aufgeführt: Datum Vorlage Beschluss- organ Inhalt 04.04.2019 AN/0414/2019 Rat Nachhaltige Urbane Mobilitätsplanung 06.02.2020 2609/2019 Rat Nachhaltige Urbane Mobilitätsplanung (Sustainable Urban Mobility Plan - SUMP) hier: Personal-, Finanz- und Zeitaufwand zur Erstellung eines SUMP 3 20.04.2021 0313/2021 VA Nachhaltige Urbane Mobilitätsplanung (Sustainable Urban Mobility Plan - SUMP): Bedarfsfeststellung für die ex- terne Beauftragung von Stufe 1 20.04.2021 0036/2021 VA Nachhaltige Urbane Mobilitätsplanung (Sustainable Urban Mobility Plan - SUMP): Bedarfsfeststellung für eine Modal Split-Erhebung 24.06.2021 AN/0566/2021 Rat Ein neu definiertes Grundnetz für den Motorisierten Individualverkehr 23.08.2022 2262/2022 VA Nachhaltige Urbane Mobilitätsplanung (Sustainable Urban Mobility Plan - SUMP): Einrichtung eines Mobilitätsbei- rats Im Sommer 2020 wurden drei neu geschaffene Stellen besetzt, um die Projektbearbeitung zu starten. Erster wesentlicher Arbeitsschritt war die Definition des extern zu beauftragenden Leistungsumfangs, die Bedarfsfeststellung sowie anschließend die Ausschreibung und die Vergabe zur Erstellung des Mobilitätsplans. Dabei erfolgte eine Aufteilung in zwei Lose. Die Beauftragung erfolgte im Oktober 2022 an zwei Konsortien: Konsortium 1: Mobilitätsplanung Konsortium 2: Kommunikation, Beteiligung und Pro- jektmanagement - Mobility Institute Berlin (mib) - Orange edge - Mobycon - Rupprecht Consult GmbH (PM) - DialogWerke (Beteiligung) - Tippingpoints (Kommunikation) Im Juli 2022 wurde eine Haushaltsbefragung zum Mobilitätsverhalten vergeben, um für den SUMP aktuelle Mobilitätsdaten (die letzten stammten von der MiD 2017) als Eingangsgrößen zu erhalten. Die Erhebung wurde im Oktober und November 2022 durchgeführt. Die ersten Ergebnisse liegen bereits vor und wurden veröffentlicht (Vorlage 1456/2023). Aktuell erfolgt eine Detailauswertung zu verschiedenen verkehrsplanerischen Fragestellungen, welche im Herbst 2023 vorliegen werden. Diese Daten werden dann direkt im weiteren SUMP-Prozess für die Analyse und Strategieentwicklung, aber auch für weitere verkehrsplanerische Zwecke genutzt. 2. Erstellung des nachhaltigen Mobilitätsplans „Besser durch Köln“ Anstelle des sperrigen Namens „SUMP“ wurde – auch für die Kommunikation nach außen – der Titel „Besser durch Köln. Der nachhaltige Mobilitätsplan“ gewählt. Der Plan wird in einem zweistufigen Verfahren entwickelt. In der ersten Stufe (Beginn im Herbst 2022) werden die Ar- beitspakete „Grundlagenanalyse“, „Leitbildprozess“, „Chancen- & Mängelanalyse“ und „Strate- gieentwicklung“ bearbeitet. Diese Stufe soll Ende 2024 abgeschlossen sein. Daran wird sich die zweite Stufe des Prozesses anschließen, in der unter anderem konkrete Maßnahmen defi- niert werden, die für eine nachhaltige Mobilität bis zum Jahr 2035 notwendig sind. Diese – noch auszuschreibende – Stufe 2 gliedert sich in folgende Arbeitspakete: „Handlungskon- zept“, Umsetzungsstrategie“ und „Erstellung eines Evaluationskonzepts“. Die Erarbeitung von Stufe 2 ist mit einer Dauer von ca. anderthalb Jahren angesetzt. Die Erstellung des Mobilitäts- plans wird in beiden Stufen durch breit angelegte Beteiligungsformate begleitet (siehe Ab- schnitt 3.1). 3. Das Leitbild „Besser durch Köln“ Nachdem im Winter 2022 / 2023 die Grundlagenanalyse abgeschlossen wurde, wurde mit der Entwicklung des Leitbildes begonnen. Das Leitbild bildet eine wichtige strategische Grundlage für künftige Planungen im Bereich Mobilität sowie weiterer sektoraler Planungen mit Mobili- tätsbezug. 4 3.1. Beteiligungsformate Für das gesamte Projekt wurde ein breit aufgestellter Beteiligungsprozess eingerichtet. Neben einer umfassenden Verwaltungsbeteiligung (dezernatsinterne und dezernatsübergreifende Projektgruppensitzungen, Lenkungskreis auf Beigeordneten-Ebene) wurden sowohl Fachak- teur*innen als auch die breite Öffentlichkeit beteiligt. Dabei wurden folgende Beteiligungsfor- mate durchgeführt: Beteiligungsformat Beteiligungszeitraum Mobilitätsbeirat (vgl. Vorlagen-Nr. 2262/2022) – ca. alle 3 Monate 1. Sitzung: 06.12.2022 2. Sitzung: 28.03.2023 3. Sitzung: 13.06.2023 Onlinebefragung 01.-14.02.2023 Kinder- und Jugendbeteiligung 23.02.–17.03.2023 Forum zum MIV-Grundnetz und Kfz-Verkehr 1. Sitzung: 09.03.2023 2. Sitzung: 05.06.2023 Runder Tisch Mobilität und Gesellschaft 1. Sitzung: 13.03.2023 polisMOBILITY Camp 2023 26.-28.05.2023 Regionalforum 1. Sitzung: 12.06.2023 Die Diskussionen und Ergebnisse all dieser Beteiligungsformate sind in die Entwicklung des Leitbildes mit eingeflossen. Im Rahmen der weiteren Erarbeitung des nachhaltigen Mobilitäts- plans „Besser durch Köln“ werden diese Formate fortgeführt und durch weitere ergänzt. So sind z.B. im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche eine aufsuchende Beteiligung (14.- 22.09.2023) und ein Mobilitätsforum im Historischen Rathaus am 23.09.2023 geplant. 3.2. Aufbau des Leitbildtextes – Zusammenfassung Der als Anlage angehängte Zwischenbericht „Besser durch Köln – ein Leitbild für den nach- haltigen Mobilitätsplan“ stellt das Leitbild für den Mobilitätsplan und dessen Genese vor und zeichnet ein Bild davon, wie Mobilität in Köln im Jahr 2035 aussehen soll. In Kapitel 1 wird erläutert, welche Rolle das Leitbild für die Menschen in Köln und für die städ- tische Mobilitätsplanung spielt. Es soll in einer einfachen und zugänglichen Weise darstellen, wie wir uns im Jahr 2035 „besser durch Köln“ bewegen. Das Leitbild hat drei Funktionen: - Es soll für alle Menschen eine Vorstellung entwickeln, wie die Mobilität in Köln zukünf- tig aussehen wird. - Es bietet einen Orientierungsrahmen für die Einordnung und Weiterentwicklung beste- hender sowie für die Ausgestaltung zukünftiger Konzepte und Beschlüsse. - Es gibt die Richtung für die weiteren Bearbeitungsphasen (z.B. Maßnahmenplanung) des nachhaltigen Mobilitätsplans vor. In Kapitel 2 wird beschrieben, wie das Leitbild unter Einbeziehung der Verwaltung, vielfältigen Akteur*innen und der breiten Öffentlichkeit entstanden ist. In Kapitel 3 wird das Leitbild „Bes- ser durch Köln“ vorgestellt. Was bedeutet es, besser durch Köln zu kommen? Das Leitbild soll dies erklären. Dazu bricht es den Anspruch des Mobilitätsplans in fünf Zielbilder für die Kölner Mobilität im Jahr 2035 herunter. Diese Zielbilder sind aus der „Ich“-Perspektive formuliert und beschreiben so das Mobilitätserlebnis in Köln im Jahr 2035 aus der Nutzer*innenperspektive. „Besser durch Köln“ bedeutet demnach: - Ich komme gut durch Stadt und Umland: Mobilität ist schnell, zuverlässig und gut vernetzt - Ich erledige vieles direkt im Veedel: Veedel ermöglichen kurze Wege, laden zum Verweilen ein und stellen Erreichbarkeit sicher. - Ich kann am gesellschaftlichen Leben teilhaben: Mobilität ist barrierefrei, bezahlbar und eröffnet Chancen. - Ich fühle mich wohl, wenn ich unterwegs bin: Mobilität ist sicher, sauber und Men- schen nehmen Rücksicht aufeinander. - Ich bewege mich aktiv und tue etwas für Umwelt und Klima: Mobilität trägt zu ei- nem gesünderen Stadtleben bei und fördert Klimaneutralität sowie die Anpassung an Klimafolgen 5 Für jedes dieser fünf Zielbilder ist eine umfassende Zielbildvertiefung erarbeitet worden. Diese ist im Leitbildtext (siehe Anlage 2) enthalten. Im Bericht werden zudem wichtige Rahmenbe- dingungen für die Erreichung des Leitbildes erläutert. 3.3. Notwendigkeit für die Erstellung des Leitbildes Um dem entwickelten Leitbild eine bindende Wirkung als Grundlage für die weitere strategi- sche Gestaltung des nachhaltigen Mobilitätsplans „Besser durch Köln“ zu verleihen, soll hier- mit eine Beschlussfassung über diesen wichtigen Arbeitsschritt erfolgen. Die nachfolgenden Arbeitspakete, die noch zu erarbeiten sind, bauen auf diesem Leitbild auf. Sowohl die Chan- cen- und Mängelanalyse als auch die Strategieentwicklung analysieren die jetzige bzw. die zukünftige Mobilität anhand der aufgestellten Systematik. Auch die noch auszuschreibende Stufe 2 wird sich auf das Leitbild als Grundlage und Zielbild beziehen. Zudem bietet das Leitbild auch Planungssicherheit für kurzfristig anstehende Projekte der Mo- bilitätsplanung sowie weiterer sektoraler Planungen, die sich am neuen Leitbild sowie den da- mit zusammenhängenden neuen Zielen der zukünftigen städtischen Mobilität orientieren sol- len. 3.4. Visualisierung des Leitbilds Aktuell werden für die fünf Zielbilder Visualisierungen erstellt. Diese sollen das aktuell textba- sierte Leitbild durch Bilder greifbarer und nahbarer machen und dienen der besseren Vermit- telbarkeit gegenüber der Bürgerschaft. Diese Visualisierungen sollen in den folgenden Beteili- gungsformaten verwendet werden. 3.5. Erarbeitung von Indikatoren zur Messung der Zielerreichung Die im nachhaltigen Mobilitätsplan verankerten Maßnahmen sollen gemäß den Kriterien, wel- che die Europäische Union an einen SUMP stellt, regelmäßig evaluiert werden. Die Bewer- tung soll entlang der Zielbilder erfolgen. Hierfür werden im nächsten Schritt geeignete Indika- toren festgelegt. Für jedes Zielbild wurden jeweils drei Attribute erarbeitet, die in den Erläuterungssätzen zu den jeweiligen Zielbildern festgehalten sind (siehe 3.2). Für jedes Attribut werden ein oder mehrere geeignete Indikatoren festgelegt, die dieses messbar machen. Damit wird eine Eva- luation der Maßnahmen hinsichtlich ihrer Zielerreichung möglich. 4. Beteiligung der politischen Gremien Die hier vorliegende Beschlussvorlage zum nachhaltigen Mobilitätsplan „Besser durch Köln – ein Leitbild für den nachhaltigen Mobilitätsplan“ soll nach Vorberatung durch den Verkehrs- ausschuss vom Rat der Stadt Köln beschlossen werden. Im Anschluss an den Beschluss wer- den alle Bezirksvertretungen per Mitteilung über den Beschluss informiert. Eine vorberatende Beteiligung der Bezirksvertretungen ist aus Sicht der Verwaltung nicht notwendig, da es sich ausschließlich um die gesamtstädtische strategische Ausrichtung der Mobilität ohne direkten Bezug zu bezirklichen Planungen oder Maßnahmen handelt. Im weiteren Verlauf der Erstellung und inhaltlichen Konkretisierung des nachhaltigen Mobili- tätsplans ist eine Beteiligung der Bezirksvertretungen im Rahmen der Beratungen weiterer Beschlussvorlagen selbstverständlich vorgesehen. 5. Auswirkungen auf den Klimaschutz Die Verwaltung verfolgt das Ziel, die sektorspezifischen Beiträge zum Klimaschutz zu erfüllen. Mit dem nachhaltigen Mobilitätsplan „Besser durch Köln“ werden die strategischen Grundla- gen dafür entwickelt, den Umweltverbund weiter zu stärken und den Bürger*innen adäquate Mobilitätsmöglichkeiten im Vergleich zur Nutzung des privaten PKW zu bieten. Auch im Wirt- schaftsverkehr werden aufgrund des ganzheitlichen Ansatzes positive Auswirkungen zum Kli- maschutz erwartet. Somit trägt dies alles u. a. zu einer möglichen Reduktion des Treibhaus- gasausstoßes bei. Das Leitbild kann daher als positiver Beitrag zum Klimaschutz bewertet werden. Anlagen Öffentlichkeitsbeteiligung Besser durch Köln – ein Leitbild für den nachhaltigen Mobilitätsplan
Anlage 2 Leitbild_Besser durch Köln
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Besser durch Köln – ein Leitbild für den nachhaltigen Mobilitätsplan Fassung vom 08.08.2023 2 3 Einleitung Mobilität befindet sich im Wandel. Das Mobilitätsverhalten der Menschen ver- ändert sich. Die Anforderungen des Handels und der Wirtschaft befinden sich in Transformation. Technologische Innovationen bieten neue Möglichkeiten, Mobilität angenehmer zu machen und dabei gesellschaftliche Teilhabe zu steigern. Gleichzeitig steigt der Druck, die negativen Auswirkungen der motorisierten Mobilität auf die lokale Umwelt und das globale Klima deutlich zu reduzieren und so ein gesün- deres Leben in der Stadt zu ermöglichen – auch für zukünftige Generationen. Für die Mobilität in Köln ergeben sich hie- raus große Herausforderungen, aber auch die Chance, Köln zu einer zukunftsfähigeren und lebenswerteren Stadt zu machen. Mit dem nachhaltigen Mobilitätsplan „Besser durch Köln“ sollen diese Herausforderun- gen angegangen, die Chancen genutzt und die zukünftige Mobilität gestaltet werden. Grundlage dafür ist der Ratsbeschluss vom 4. April 2019. Demnach ist das Ziel des nachhaltigen Mobilitätsplans, „eine verbes- serte Erreichbarkeit der Stadt durch eine hochqualitative und nachhaltige Mobilität, die eine ausgewogene und integrierte Ent- wicklung aller Verkehrsmittel beinhaltet“ zu erreichen. Die regionale Zusammenarbeit soll dabei besondere Beachtung finden. Der nachhaltige Mobilitätsplan soll das Gesamtverkehrskonzept (GVK) aus dem Jahr 1992 ablösen und die Ziele des Strate- giepapiers „Köln Mobil 2025“ fortschreiben. Des Weiteren ist er ein zentrales Werkzeug der Kölner Stadtstrategie „Kölner Perspek- tiven 2030+“ . Laut dieser Strategie verfolgt Köln „eine konsequente Verkehrswende weg vom motorisierten Individualverkehr hin zu nachhaltigen Mobilitätsangeboten. “ Der nachhaltige Mobilitätsplan ist „für kon- krete Maßnahmen und deren Umsetzung von zentraler Bedeutung. “ Der vorliegende Zwischenbericht stellt das Leitbild für den Mobilitätsplan vor und zeichnet ein Bild davon, wie Mobilität in Köln im Jahr 2035 aussehen soll. In Kapitel 1 wird erläutert, welche Rolle das Leitbild für die Menschen in Köln und für die städ- tische Mobilitätsplanung spielt. In Kapitel 2 wird beschrieben, wie das Leitbild unter Einbeziehung der Verwaltung, vielfältigen Akteur*innen und der breiten Öffentlichkeit entstanden ist. In Kapitel 3 wird das Leitbild vorgestellt. Hier werden zudem wichtige Rahmenbedingungen für die Erreichung des Leitbildes erläutert. Weiterhin wird dar- gestellt, wie die Zielindikatoren entwickelt werden, die das Leitbild messbar machen sollen. Nur so kann die erfolgreiche Umset- zung des Leitbildes und der abgeleiteten Maßnahmen nachgehalten werden. Im Schlussteil erfolgt eine Zusammenfassung und die nächsten Schritte im Prozess wer- den erläutert. 1. Die Rolle des Leitbildes Das Leitbild soll in einer einfachen und zugänglichen Weise darstellen, wie wir uns im Jahr 2035 „besser durch Köln“ bewegen. Das Leitbild hat drei Funktionen: › Es soll für alle Menschen eine Vorstellung entwickeln, wie die Mobilität in Köln zukünftig aussehen wird. › Es bietet einen Orientierungsrahmen für die Einordnung und Weiterentwicklung bestehender sowie für die Ausgestaltung zukünftiger Konzepte und Beschlüsse. › Es gibt die Richtung für die weiteren Bear- beitungsphasen (z. B. Maßnahmenplanung) des nachhaltigen Mobilitätsplans vor. Das Leitbild beschreibt, wie sich die Mobilität in Köln zukünftig entwickeln wird Diskussionen über die Belange der Mobilitätsplanung haben nicht selten einen abstrakten oder sehr technischen Charakter. Bei konkreten Projekten oder Planungsvorhaben, wie beispielsweise der Kapazitätserweiterung der Stadtbahn auf der Ost-West-Achse oder der Umwandlung einer Kfz-Spur in einen Radfahrstreifen auf den Ringen, ist nicht immer klar, wie diese Projekte das Gesamtbild der Mobilität in Köln prägen werden. Dies soll der nachhaltige Mobilitätsplan ändern. Durch das Leitbild soll aufgezeigt werden, wie Mobilität in Köln in Zukunft aussehen könnte. So soll die Mobilitäts- planung zugänglicher gemacht werden und bei Einzelmaßnahmen soll deutlicher werden, auf welche Mobilitätszukunft diese hinwirken. Um diesen Effekt zu verstärken, sind die Ziele des Leitbildes bewusst aus der Ich-Perspektive formuliert. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass sie nicht zu planerisch-abstrakt definiert sind, sondern für Menschen in Köln tatsächlich greifbar werden. Ein Beispiel hierfür: „Ich komme gut durch Stadt und Umland: Mobilität ist schnell, flexibel und gut vernetzt. “ Die hier verwendete Ich-Perspektive soll ganz verschiedene Personengruppen ein- schließen: Bewohner*innen der Stadt Köln verschiedenen Alters, in unterschiedlichen Lebenslagen, mit vielfältigen Herkunftsge- schichten und aller Geschlechter. Arbeitnehmer*innen, Pendler*innen und Gäste werden dabei ebenso mitgedacht wie Gewerbetreibende, Lieferant*innen und Einsatzkräfte wie Feuerwehr und Rettungsdienste. Die Formulierung eines Leitbildes aus der Perspektive der Menschen hat sich in vielen Städten als Erfolgsgarant erwiesen. London folgt zum Beispiel in der städtischen Ver- kehrsplanung dem „Healthy Streets“-Ansatz. Dieser zeigt auf oberster Ebene, wie sich gesunde Straßen zukünftig anfühlen werden – beispielsweise „nicht zu laut“ und „einfach zu überqueren“ . Paris wiederum hat sich die „15-Minuten-Stadt“ zum Ziel gesetzt, in der alle wichtigen Alltagsbesorgungen mit nur 15 Minuten Wegezeit vom eigenen Wohnort erledigt werden können. Hamburg verspricht mit dem Hamburg-Takt, dass 2030 für jede*n von morgens bis abends 4 5 ihre Ambitionen anhand der Leitbildziele überprüft und, wo nötig, weiterführende Maßnahmen vorgeschlagen (vgl. auch den nächsten Abschnitt). Auch für zukünftige Konzepte und Beschlussvorlagen soll das Leitbild als Orientierungsrahmen dienen. Das Thema Logistik nimmt dabei eine Sonderposition ein. Der entstehende nach- haltige Mobilitätsplan beschäftigt sich vor- wiegend mit der Mobilität von Menschen. Zwar werden auch Wirtschaftsverkehre betrachtet, beispielsweise innerstädtische Lieferverkehre, dennoch stehen Güterver- kehre beim nachhaltigen Mobilitätsplan nicht im Vordergrund. Diese werden statt- dessen im zeitnah zu erstellenden Logistik- konzept der Stadt Köln abgebildet. Eine enge Verzahnung dieses Logistikkonzeptes mit dem nachhaltigen Mobilitätsplan ist jedoch vorgesehen. binnen fünf Minuten ein gutes öffentliches Mobilitätsangebot erreichbar sein wird. Inhaltlich-planerisch lassen sich diese Ideen nicht ohne Weiteres auf Köln übertragen (vgl. den Abschnitt „Die gezielte Einbindung von Verwaltung, Fachakteur*innen und Köl- ner*innen für ein Leitbild aus Köln für Köln“). Was ihnen allen jedoch gemein ist, ist die Logik, das Mobilitätserlebnis der Menschen in den Vordergrund zu stellen. Dies tut auch unser nachhaltiger Mobilitätsplan und das hier vorgestellte Leitbild. Das Leitbild bietet einen Orien- tierungsrahmen für die beste- hende und zukünftige Mobili- tätsplanung Eine wichtige Aufgabe des nachhaltigen Mobilitätsplans ist es, dass „bestehende Planungen und langfristige Konzepte sinnvoll verknüpft und an die Anforderungen einer klimafreundlichen, wachsenden Stadt ange- passt werden“ . Das Leitbild spielt hier eine entscheidende Rolle, denn es liefert den Rah- men, in den bestehende Konzepte eingeord- net werden. Fünf Konzepte bzw. Beschlüsse sind hierbei von besonderer Bedeutung: › Das Strategiepapier Köln Mobil 2025 von 2014 als bisheriges Zieldokument der Kölner Mobilitätsplanung: Es definiert 10 Leitziele für die Entwicklung der Mobilität bis 2025 und formuliert den Anspruch, den Anteil des Umweltverbundes am Modal Split bis 2025/ 2030 auf zwei Drittel zu steigern. › Das Stadtentwicklungskonzept Kölner Perspektiven 2030+: Dieses Konzept bildet den stadtentwicklungs- politischen Rahmen für die zukünftige Mobilitätsplanung. › Die klimapolitischen Zielsetzungen in der Mobilitätsplanung werden durch die Beschlüsse des Stadtrats von 2019 und 2021 vorgegeben, den Klimanotstand auszurufen und die Klimaneutralität bis 2035 sicherzustellen. Das Strategiepapier Köln Klimaneutral 2035 bietet für meh- rere Bereiche einen Leitfaden zur Umset- zung dieses Ziels, unter anderem auch für die Mobilität. › Für weitere Umweltfragen der Mobilität ist der Green City Masterplan maßgeblich, der die Einhaltung der EU-Grenzwerte für NOx-Emissionen zum Ziel hat. › Für die regionale Zusammenarbeit ist das Agglomerationskonzept Region Köln / Bonn ein wichtiger Orientierungspunkt. Darüber hinaus gibt es viele weitere sek- torale Konzepte der Kölner Mobilitäts- und Stadtplanung – zum Beispiel den Nah- verkehrsplan, Radverkehrskonzepte für alle Bezirke oder das Einzelhandels- und Zentrenkonzept. Zudem liegen politische Beschlüsse vor, die für die weitere Planung relevant sind – zum Beispiel den Beschluss zur Bearbeitung des MIV-Grundnetzes oder den Beschluss zum „Masterplan Parken“ . Im bisherigen Erarbeitungsprozess wurden rund 50 Konzepte und Beschlüsse aus- gewertet. Auch Planwerke und Beschlüsse, die sich noch in der Entstehung befinden, wurden – soweit zu diesem Zeitpunkt bekannt – berücksichtigt. Dazu gehö- ren zum Beispiel die Ausgestaltung des MIV-Grundnetzes, das Raumbuch Mobilstationen und der zweite Teil des Logistikkonzepts. Nach dem Beschluss des Leitbildes werden die bestehenden und laufenden Konzepte in das Leitbild aufgenommen, Abbildung 1. Stimmungsbild zur zukünftigen Kölner Mobilität 6 7 2. Wie ist das Leitbild entstanden? Ideen wie die „15-Minuten-Stadt“ oder „Healthy Streets“ haben Bekanntheit weit über die Grenzen der Städte hinaus erlangt, in denen sie zuerst angewendet wurden. Auch für die Mobilitätsplanung in Köln geben sie wichtige Impulse. Dennoch ist es nicht ratsam, diese Konzepte ohne Weiteres als Leitbild für die Kölner Mobilitätsplanung 1:1 zu übernehmen. Vielmehr geht es darum, ein auf Köln zugeschnittenes eigenständiges Leitbild zu entwickeln, das zu der Stadt und ihren Menschen passt und mit dem sich Köln identifiziert. Deshalb stellt das Leitbild das Mobilitätserlebnis der Menschen in den Vor- dergrund. Das allein reicht jedoch nicht aus. Für die Entwicklung des Leitbildes bedarf es einer klaren Struktur, die integrierte Planung ebenso ermöglicht wie einfache, zielgerichtete Kommunikation. Schließlich sollte sich das Leitbild aus der städtischen Diskussion selbst entwickeln und dafür braucht es eine rege Beteiligung am Leitbildprozess. Dieses Kapitel stellt die grundlegende Struktur des Leitbildes vor und beschreibt, wie diese Struktur im Laufe des bisherigen Beteiligungsverfahrens mit Leben gefüllt wurde. Grundlage ist eine klare Struktur Städtische Mobilität ist ein hochkomplexes Themenfeld. Verschiedenste Einzelthemen, unterschiedliche Verkehrsmittel und oft konträre inhaltliche Schwerpunktsetzun- gen machen Mobilitäts-Diskussionen oft unübersichtlich. Auch bei den bereits erwähnten rund 50 relevanten Konzepten und Beschlüssen stellen sich ab einem bestimmten Punkt Fragen: Wie hängen diese Konzepte eigentlich zusammen? Überschneiden sie sich? Folgen sie noch einem übergeordneten Ziel? Das Leitbild schafft Orientierung im Hin- blick auf diese Fragen. Hierfür muss es aber selbst klar strukturiert sein. Zu diesem Zweck wurde bei dem Erstellungsprozess des Leitbildes die folgende, grundlegende Struktur gewählt (vgl. auch Abbildung 3): Auf oberster Ebene steht der Titel des nach- haltigen Mobilitätsplans: Besser durch Köln. Der mit diesem Titel definierte Anspruch wird anschließend in fünf konkretere Ziele heruntergebrochen. Jedes Ziel beschreibt einen Teilbereich der Erfahrung, 2035 besser durch Köln zu kommen. Jedes Ziel besteht wiederum aus vier Komponenten: › Das Zielbild beschreibt aus der erläuter- ten „Ich-Perspektive“ , wie Mobilität sich im Jahr 2035 anfühlen soll. › Eine Zielbildvertiefung beschreibt die jeweiligen Inhalte genauer. Das Leitbild gibt die Richtung für die weitere Erstellung des nach- haltigen Mobilitätsplans vor Auch für die weitere Erstellung des nach- haltigen Mobilitätsplans gibt das Leitbild eine klare Ausrichtung vor. Insgesamt ist der weitere Erstellungsprozess in zwei Stufen aufgeteilt. Abbildung 2 zeigt die Arbeitspakete (AP) der ersten, momentan laufenden Stufe. Nach der Entwicklung des Leitbildes (AP 2) umfasst der nächste Schritt die Analyse von Chancen und Män- geln im heutigen Mobilitätssystem (AP 3). Das Leitbild bietet eine inhaltliche Klammer dafür, die Chancen- und Mängelanalyse durchzuführen. In AP 4 werden auf Basis der Chancen- und Mängel-Analyse anschließend strategische Maßnahmen herausgearbeitet, um Mängel zu beheben und Chancen zu nutzen. Beste- hende Konzepte und Beschlüsse werden dabei berücksichtigt. Diese Maßnahmen werden in Strategieszenarien zusammen- gefügt. Die Strategieszenarien werden miteinander verglichen und bewertet. Zum Abschluss der ersten Stufe wird ein Ziel- szenario der Mobilitätsentwicklung für den Zeithorizont bis 2035 festgelegt. In der dar- auffolgenden zweiten Stufe wird es darum gehen, das Zielszenario mit konkreteren Maßnahmen inklusive deren Budgetierung, Priorisierung, Zeitplanung, Ressourcen- bedarf und Zuständigkeiten zu hinterlegen und ein Evaluationskonzept aufzustellen. Abbildung 2. Arbeitsschritte der 1. Stufe zur Erstellung des nachhaltigen Mobilitätsplans 8 9 Im Prozess wurden insgesamt neun Betei- ligungsgruppen, teils mehrmals, mit ein- gebunden (vgl. auch Abbildung 5). Diese waren: Stadtverwaltung: › Lenkungskreis bestehend aus Dezer- nent*innen und Führungskräften der Fachämter zur Abstimmung von Themen auf der strategischen Ebene. › Dezernatsübergreifende Projektgruppe bestehend aus Mitarbeiter*innen rele- vanter Fachämter anderer Dezernate zur Abstimmung von Themen auf der Arbeitsebene. › Dezernatsinterne Projektgruppe beste- hend aus Mitarbeiter*innen der Fachämter des Dezernats für Mobilität zur Abstim- mung von Themen auf der Arbeitsebene. › Zusätzliche Fachgespräche innerhalb der Verwaltung, um einen näheren Einblick in die Fachplanungsebene der verschiedenen mobilitätsrelevanten Bereiche zu erhalten. Fachakteur*innen und Öffentlichkeit: › Mobilitätsbeirat als beratendes Gremium bestehend aus ca. 30 Vertreter*innen aus Politik, Verwaltung, Verkehrsbranche, Wirtschaft und Wissenschaft. › Forum MIV-Grundnetz und Kfz- Mobilität zur Begleitung der Gestaltung des MIV-Grundnetzes bestehend aus ca. 30 Fachakteur*innen aus den Bereichen Wirtschaft und Wissenschaft. › Runder Tisch für Mobilität und Gesell- schaft zur Kommentierung der Ergebnisse aus dem Blickwinkel „sozialverträgliche Mobilität“ bestehend aus Fachakteur*in- nen und ca. 20 zufällig ausgewählten Einwohner*innen. › Online-Öffentlichkeitsbeteiligung als nicht-repräsentative Umfrage über das Beteiligungsportal der Stadt mit über 9.000 Teilnehmenden. › Kinder- und Jugendbeteiligung zur Auf- arbeitung der Wünsche und Perspektiven von Kindern und Jugendlichen, durchge- führt in Zusammenarbeit mit 25 Schulen sowie Kinder- und Jugendeinrichtungen in allen Stadtbezirken. Es wurden damit rund 600 Kinder und Jugendliche erreicht. Die Einbindung erfolgte in vier Schritten (vgl. Abbildung 4): Zuerst wurden entlang der Frage „Wie soll die Mobilität in Köln im Jahr 2035 aussehen?“ Beschreibun- gen gesammelt, das heißt Begriffe und Attribute, die ein positives Zukunftsbild der Mobilität beschreiben, beispielsweise „verständlich“ , „einfach“ , „sicher“ , „vernetzt“ › Eine Visualisierung stellt darüber hinaus einen visuellen Eindruck der zukünftigen Mobilität dar. › Schließlich werden für jedes Ziel messbare Indikatoren definiert. Eine weitere Dimension sind konkrete Ziel- werte je Indikator. Ein Beispiel verdeutlicht den Unterschied zwischen Zielindikator und Zielwert: Ein Zielindikator könnte beispielsweise der Ausstoß an Treibhaus- gasen (gemessen in CO₂-Äquivalent) sein. Der Zielwert gibt hingegen an, wieviel CO₂-Äquivalent reduziert werden soll. Das Leitbild selbst wird jedoch nur Zielindikato- ren beinhalten. Konkrete Zielwerte werden erst im Laufe des weiteren Prozesses festgelegt (vgl. oben „Das Leitbild gibt die Richtung für die weitere Erstellung des nachhaltigen Mobilitätsplans vor“). Während die Ebene der Ziele das Mobili- tätserlebnis im Jahr 2035 widerspiegelt, werden im Prozess horizontal dazu liegende Handlungsfelder erarbeitet. Die Hand- lungsfelder bündeln konkrete planerische Maßnahmen entlang von Verkehrsmitteln (z. B. dem ÖPNV) bzw. planerischen The- menfeldern (z. B. der Stadtplanung). Die gezielte Einbindung von Ver- waltung, Fachakteur*innen und Kölner*innen für ein Leitbild aus Köln für Köln Mobilität wird politisch und gesellschaft- lich intensiv diskutiert. Nicht selten treffen dabei Positionen aufeinander, die auf den ersten Blick unvereinbar scheinen. Das Ziel des nachhaltigen Mobilitätsplans ist es, Maßnahmen zu erarbeiten und Lösungen zu finden, die die Mobilitätswende befördern und gleichzeitig für möglichst viele Betei- ligte einen Mehrwert schaffen. Aus diesem Grund wird auch im Verlauf des Prozesses intensiv auf Beteiligungsformate gesetzt. In diesem Zusammenhang wurden Akteur*in- nen aus der Stadtverwaltung sowie Fach- akteur*innen, beispielsweise Verbände und Initiativen, und die Menschen in Köln in die Formulierung des Leitbildes eingebunden. Abbildung 3. Struktur des Leitbildes Abbildung 4. Methode der Leitbild-Entwicklung 10 11 3. Das Leitbild: Was bedeu- tet es, 2035 besser durch Köln zu kommen? Im Folgenden wird das Leitbild vorgestellt. Dabei werden zuerst die Rahmenbedingun- gen beschrieben, die bei der Realisierung des Leitbildes mitzudenken sind. Der zweite Abschnitt geht auf das Leitbild mit seinen fünf Zielbildern und Zielbildvertiefungen ein. Im dritten Abschnitt werden die Zielindika- toren für die einzelnen Zielbilder vorgestellt. Rahmenbedingungen für die Mobilität im Jahr 2035 Das Leitbild beschreibt die Mobilität in Köln, wie sie im Jahr 2035 aussehen könnte. Die Umsetzbarkeit dieses Leitbildes hängt von Rahmenbedingungen ab, die bei der weite- ren Erstellung des nachhaltigen Mobilitäts- plans berücksichtigt werden und an dieser Stelle benannt werden sollen: › Das Leitbild wird Schritt für Schritt rea- lisiert. Das Leitbild soll zur Priorisierung und Beschleunigung verkehrsplanerischer Maßnahmen beitragen. Dennoch brauchen insbesondere große Infrastrukturprojekte Zeit. Die Mobilität in Köln wird sich daher nicht schlagartig ändern. Vielmehr soll das Leitbild für die kommenden Jahre ein Fahrplan für einen zielgerichteten und kontinuierlichen Wandlungsprozess sein. › Köln wird auf die Unterstützung anderer politischer Ebenen und Akteur*innen angewiesen sein. In der weiteren Ausar- beitung und Konkretisierung des nachhal- tigen Mobilitätsplans wird die Umsetzung des Leitbildes auch Hebel und Maß- nahmen bedürfen, bei denen die Stadt Köln auf die Kooperation mit anderen Akteur*innen und administrativen Ebenen angewiesen ist. Hierzu zählen neben der Landes- und Bundesgesetzgebung auch die umliegenden Kommunen. › Das Leitbild muss auf technologische, gesellschaftliche, demografische und ökonomische Entwicklungen reagieren. Ungewissheit herrscht beispielsweise in Bezug auf die Weiterentwicklung des autonomen Fahrens sowie hinsichtlich der Bevölkerungsentwicklung in Stadt und Umland, des Mobilitätsverhaltens und der wirtschaftlichen Entwicklung. Solche externen Faktoren werden im folgenden Prozess durch die Erstellung von Umfeld- szenarien aufgearbeitet und bei der weite- ren Planung berücksichtigt. › Die Maßnahmen zur Realisierung des Leitbildes müssen finanzierbar sein. Finanzierbarkeit ist eine Grundvoraus- setzung für eine gelungene Mobilitätspla- nung und wird daher im weiteren Prozess berücksichtigt. Zum Beispiel werden bei der Bewertung verschiedener Szenarien in AP 4 nicht nur die verkehrlichen Wir- kungen und die Umsetzungswahrschein- lichkeit der strategischen Maßnahmen berücksichtigt. Es werden auch erste Kostenschätzungen vorgenommen, die es in der zweiten Phase des nachhaltigen Mobilitätsplans zu vertiefen gilt. und „bedarfsgerecht“ . Auch die wichtigsten bestehenden Konzepte, beispielsweise Köln Mobil 2025, wurden in diesem Schritt betrachtet. Beschreibungen aus den dort formulierten Zielen wurden ebenfalls in die Sammlung von Beschreibungen mit aufgenommen. Anschließend wurden aus der Sammlung diverser Attribute und Ideen fünf Zielbilder für das Leitbild herausgearbeitet. Dies erfolgte durch einen Workshop mit der Verwaltung im Dezember 2022, in dem die Beschreibungen von den Teilnehmenden priorisiert wurden. Zudem wurde in einer Onlinebeteiligung für die breite Öffentlich- keit im Februar 2023 die Wichtigkeit der gesammelten Attribute auf einer Skala von 1 bis 5 bewertet (z. B. „Ich kann mich ent- spannt in meinem Veedel bewegen“). Bei der Formulierung der Zielbilder für den ersten Leitbildentwurf wurde anschließend auf den priorisierten Attributen aufgebaut. Parallel zu diesem Prozess wurden die Zielbilder mit bestehenden Konzepten und auch deutschlandweiten und internatio- nalen „Best Practices“ verglichen (für eine genaue Zuordnung unterschiedlicher For- mate zu den vier Schritten vgl. Abbildung 5.) Im dritten Arbeitsschritt wurde das Leitbild vertieft. Dies erfolgte durch die Entwicklung von Zielbildvertiefungen, die im nächsten Kapitel vorgestellt werden. In verschiede- nen Beteiligungsformaten wurde gefragt „Was muss Köln bei dem Ziel besonders beachten?“ und „Welche Lücken sehen Sie?“ . Im weiteren Verlauf wurde mit den Teilnehmenden des Lenkungskreises und Mobilitätsbeirats gemeinsam am Text des Leitbildes gearbeitet. Die Finalisierung des Leitbildes ist das Ergebnis eines umfassen- den und vielfältigen Beteiligungsprozesses. Abbildung 5. Nutzung von Formaten im Leitbild-Entwicklungsprozess 12 13 Bei der Weiterentwicklung der Infra- struktur wurden technische Innovationen berücksichtigt. Mobilitätsangebote sind darüber hinaus gut vernetzt. Digitale Angebote und Mobil- stationen ermöglichen den nahtlosen Übergang zwischen Sharing-Angeboten und öffentlichem Verkehr. Ein Netz an Bike & Ride - sowie Park & Ride-Anlagen erleich- tert intermodales Reisen, insbesondere auch auf Pendelstrecken. Ich erledige vieles direkt im Veedel: Veedel ermöglichen kurze Wege, laden zum Verweilen ein und stellen Erreichbar- keit sicher. Die Kölner Veedel sind lebens- und liebens- werte Orte, die zur aktiven Fortbewegung einladen. Viele Orte des täglichen Lebens sind auf kurzem Wege zu Fuß oder mit dem Rad zu erreichen. Hierzu tragen kompakte, durch- mischte und vielfältige Stadtteile bei. Die Nahversorgung und das nächste Bezirks- zentrum sind gut zu erreichen. Die Veedel laden zum Verweilen ein. Die Neuverteilung des Straßenraums hat Platz für spielende Kinder, Begegnungen zwi- schen Menschen und Stadtgrün geschaf- fen. Es fahren spürbar weniger Autos und sie bewegen sich langsamer durch die Straßen. Die Erreichbarkeit wird dabei sichergestellt. Einsatzkräfte, Handwerker*innen, Liefe- rant*innen und andere Gewerbetreibende kommen ans Ziel. Mobilitätseingeschränkte Menschen haben Zugang zu angemessener Mobilität und auch Patient*innen und Kund*innen erreichen ihre Ziele. Ich kann am gesellschaftlichen Leben teil- haben: Mobilität ist barrierefrei, bezahlbar und eröffnet Chancen. Mobilität ermöglicht es Menschen, selbst- bestimmt und unabhängig von Alter, Geschlecht, Gesundheit, familiärer Situa- tion, Vermögen oder Herkunft am gesell- schaftlichen Leben teilzuhaben. Die Angebote des ÖPNV sind durchweg barrierefrei und auch im Straßenraum wurde dieses Ziel umfangreich berücksich- tigt, so dass beispielsweise Senior*innen gut mobil sein können. Sollten relevante Verkehrsmittel oder Infrastrukturen, zum Beispiel Aufzüge, einmal ausfallen, so wer- den Menschen, die Bedarf haben, schnell über digitale Angebote informiert. Mobilität ist bezahlbar. Jeder Mensch in Köln kann sich Fahrten mit dem ÖPNV leis- ten. Dort wo Leistungen, die die Mobilität betreffen, zukünftig mehr kosten, wie zum Beispiel beim Bewohnerparken, werden diese sozial gerecht gestaltet. Schließlich eröffnet Mobilität Chancen. Insbesondere Kölner Sozialraumgebiete sind gut angebunden und das Angebot ist nicht nur auf klassische Pendelverkehre ausgelegt. Komplexere Wegeketten aus Erledigungen und dem Holen und Bringen von Kindern sind gut ohne eigenes Auto zurückzulegen. Auch Menschen, die bei- spielsweise noch nicht lange in Deutsch- land leben oder Köln als Tourist*innen besuchen, finden sich zurecht, denn Mobili- tät ist verständlich. › Das Leitbild bezieht sich vorwiegend auf die Mobilität, muss aber ggf. mit anderen Politikfeldern in Einklang gebracht wer- den. Mobilität ist ein wichtiger, aber nicht der einzige Aspekt städtischen Lebens. So ist sie zum Beispiel eng mit der räum- lichen Stadtentwicklung, der Wirtschafts- förderung, der Quartiersplanung und der Klimapolitik verbunden. Da Mobilität integriert und ganzheitlich betrachtet werden muss, gibt das Leitbild nicht nur Orientierung für die Verkehrsplanung. Es berührt auch angrenzende Themenfelder und stellt so wichtige Schnittstellen sowie Handlungsimpulse für diese dar. Dort, wo bereits Konzepte für diese angrenzenden Felder existieren, wurden sie bei der Erstellung des Leitbildes mitgedacht. Den- noch kann es in Zukunft zur Weiterent- wicklung angrenzender Themenfelder und damit durchaus zu Zielkonflikten kommen. Diese sollten entsprechend frühzeitig adressiert und moderiert werden. Das Leitbild: Besser durch Köln Der nachhaltige Mobilitätsplan der Stadt Köln formuliert einen klaren Anspruch: „Besser durch Köln“ . Aber was bedeutet es, besser durch Köln zu kommen? Das folgende Leitbild, in enger Zusammenarbeit mit Verwaltung, Fachakteur*innen und der breiten Öffentlichkeit erstellt (vgl. Kapitel 2), soll dies verdeutlichen. Dazu bricht es den Anspruch des Mobilitätsplans in fünf Ziel- bilder für die Kölner Mobilität im Jahr 2035 herunter. Diese Zielbilder sind aus der „Ich“- Perspektive formuliert und beschreiben so das Mobilitätserlebnis in Köln im Jahr 2035. Besser durch Köln bedeutet: › Ich komme gut durch Stadt und Umland. › Ich erledige vieles direkt im Veedel. › Ich kann am gesellschaftlichen Leben teilhaben. › Ich fühle mich wohl, wenn ich unterwegs bin. › Ich bewege mich aktiv und tue etwas für Umwelt und Klima. Im Folgenden werden diese Zielbilder durch Zielbildvertiefungen detaillierter beschrieben. Die dabei genutzten Bei- spiele erheben jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und sind nicht als ver- kehrspolitische Maßnahmen zu verstehen. Konkrete Maßnahmen werden erst im Laufe des Folgeprozesses erarbeitet, abgestimmt und bewertet. Ich komme gut durch Stadt und Umland: Mobilität ist schnell, zuverlässig und gut vernetzt. Mobilität stärkt Kölns Attraktivität als Wohn ort, Arbeits ort und Wirt schafts stand ort. Auf dem Weg durch Köln, nach Köln hinein und in das Umland kommen Bewoh- ner*innen, Gäste, Arbeitnehmer*innen und Gewerbetreibende angemessen schnell voran. Gut erhaltene Infrastruktur sowie intelligente Verkehrsführung und - steuerung tragen zu einem optimierten Verkehrsfluss auf den Kfz-Hauptrouten bei. Ein leistungsstarker ÖPNV und gut aus- gebaute, schnelle Radverbindungen bieten wirkliche Alternativen zum Pkw. Mobilität ist zuverlässig. Die nächste ÖPNV-Station und geteilte Mobilitäts- angebote sind gut erreichbar. Busse und Bahnen sind pünktlich und verkehren in attraktiven, gut abgestimmten Takten und auch zu Tagesrandzeiten. Autonome Fahr- zeuge tragen, je nach Geschwindigkeit der technologischen Entwicklung, zu einem flexibleren Angebot bei. 14 15 Das Leitbild messbar machen: Die Zielindikatoren Die Zielbilder beschreiben, wie Mobilität zukünftig aussehen soll. Aber wie wissen wir, ob wir auf dem richtigen Weg sind, diese Zielbilder auch zu erreichen? Um diese Frage beantworten zu können, ist es nötig, den Fortschritt auf dem Weg zum Leitbild messbar zu machen. Dafür werden aus den fünf Zielbildern als nächstes Zielin- dikatoren abgeleitet. Maßgeblich sind dabei die jeweiligen für das Zielbild erarbeiteten Attribute. Für das Zielbild „Ich fühle mich wohl, wenn ich unterwegs bin“ sind dies zum Beispiel die Attribute „sicher“ , „sauber“ und „Rücksichtnahme“ . Bei der Auswahl der Indikatoren sind drei Kriterien wichtig: › Bereits bestehende Festlegungen: Zu Beginn des Auswahlprozesses wird herausgearbeitet, welche Indikatoren bereits durch bestehende Beschlüsse bzw. Konzepte der Stadt Köln festgelegt oder etabliert sind (z. B. CO₂e). Darüber hinaus werden gesetzliche Vorgaben (z. B. zu Luftschadstoffe) und die Sustainable Urban Mobility Indicators (SUMI) der EU und deren laufende Überarbeitung berücksichtigt. › Relevanz für die Messung der definierten Ziele: Bereits während der Erarbeitung der Leitbildvertiefungen wurden die Vertiefun- gen mit möglichen Indikatoren abgeglichen. Nach der Fertigstellung der Leitbildver- tiefungen werden jene Indikatoren für das Leitbild ausgewählt, die die dargestellte Mobilitätserfahrung am direktesten messen. Aus diesem Grund sollen neben objektiv messbaren Indikatoren auch umfrageba- sierte Indikatoren für den Bereich der Wahr- nehmung vorgeschlagen werden. › Gute Messbarkeit: Schließlich wird geprüft, ob die Stadt Köln bereits über Daten zur Messung des jeweiligen Indikators verfügt oder ob eine unrealistische Menge an neuen Daten erfasst werden müsste. So wird sichergestellt, dass die definierten Indikatoren auch tatsächlich zum weiteren Prozess und zur längerfristigen strategi- schen Steuerung beitragen können. Das Leitbild ist das Ergebnis einer ersten, intensiven Phase in der Erstellung des nachhaltigen Mobilitätsplans. Bereits jetzt sind viele Gedanken und Diskussionen mit Kölner*innen, mit der Verwaltung und Ver- tretern der Wirtschaft und Zivilgesellschaft in die Erstellung eingeflossen. Für den über- geordneten Prozess ist das Leitbild aber nur der erste Schritt. In den folgenden Monaten wird es darum gehen, zu erarbeiten, was zur Erreichung des Leitbildes notwendig ist. Dies wird mit weiteren und zunehmend konkreten Diskussionen einhergehen. Die Aufgabe des Leitbildes wird es sein, diese Diskussionen immer wieder zur Frage zurückzuführen: Wie kommen wir zukünftig „besser durch Köln“? Ich fühle mich wohl, wenn ich unterwegs bin: Mobilität ist sicher, sauber und Men- schen nehmen Rücksicht aufeinander. Köln ist ein lebendiger Ort und Menschen fühlen sich wohl, wenn sie unterwegs sind. Mobilität ist sicher. Kinder können sich im Umfeld ihres Wohnortes und auf dem Schulweg sicher bewegen und Jugendliche autonom in der Stadt unterwegs sein. Angst- räume wurden konsequent reduziert und ihrer Entstehung wurde bei neuen Ange- boten von Beginn an vorgebeugt. Schwere Unfälle sind die absolute Ausnahme. Öffentliche Verkehrsmittel und Straßen sind sauber. Auch ein übersichtlicher und geordneter öffentlicher Straßenraum trägt zum Wohlbefinden bei, denn so stehen Ver- kehrsmittel nicht im Weg. Menschen nehmen aufeinander Rücksicht. Die Gestaltung der Verkehrsinfrastruktur, Kontrollen und die Sensibilisierung für die Perspektiven aller Verkehrsteilnehmer*in- nen fördern mehr Miteinander auf den Straßen unserer Stadt. Ich bewege mich aktiv und tue etwas für Umwelt und Klima: Mobilität trägt zu einem gesünderen Stadtleben bei und fördert Klimaneutralität sowie die Anpassung an Klimafolgen. Durchmischte Stadtteile vermeiden längere Wege durch die Stadt. Attraktive Mobilitätsangebote, eine ÖPNV-orientierte Siedlungsentwicklung und mehr Sicherheit auf den Straßen motivieren die Menschen in Köln, ihre Fortbewegung zunehmend auf das Zufußgehen, das Rad sowie öffentliche und Sharing-Angebote zu verlagern. Bei den verbleibenden Kfz-Verkehren sind alternative, nachhaltige Antriebsformen wie die Elektromobilität weit verbreitet. Die notwendige Ladeinfrastruktur ist vor- handen. Auch andere Technologien wie Wasserstoffantriebe leisten, dort wo sie effizient und ökologisch sinnvoll sind, einen Beitrag zur Antriebswende. So trägt Mobilität zu einem gesünderen Leben für die in Köln wohnenden Menschen bei, denn einerseits haben aktive Mobili- tätsformen an Beliebtheit gewonnen und andererseits gibt es weniger Lärm und Luftschadstoffe. Auch die Treibhausgasemissionen des Verkehrssektors wurden aufgrund dieser Maßnahmen stark reduziert und Mobilität in Köln leistet einen wichtigen und den erfor- derlichen Beitrag zur Klimaneutralität. Schließlich trägt der Mobilitätssektor auch zur Anpassung an die Folgen des Klima- wandels bei. Entsiegelung und Begrünung von Flächen bieten Abkühlung bei Hitze und erlauben Versickerung bei Starkregen. Infra- struktur und Angebote im Mobilitätsbereich wurden so angepasst, dass sie den negativen Folgen des Klimawandels trotzen können. 16 17 › Stadtentwicklungsprojekte: › Deutzer Hafen › Parkstadt Süd › Kreuzfeld › Rondorf-Nordwest › Mülheim-Süd › Max-Becker-Areal › Fortschreibung städtebaulicher Master- plan Innenstadt Köln (dabei insbesondere Qualifizierung Innerer Grüngürtel und Ost-West-Achse) › Grundlagenuntersuchung Mobilität im Rahmen des Agglomerationskonzeptes des Region Köln/ Bonn e. V. › Verbandsweites Konzept für die Errich- tung von Mobilstationen (go.Rheinland) › Maßnahmenkonzept Bahnknoten Köln, insbesondere S-Bahn-Zielnetz › Agglomerationskonzept des Region Köln/ Bonn e. V. › Regionalplan Köln › NVR-Nahverkehrsplan SPNV › Anmeldungen zum ÖPNV-Bedarfsplan › Bundesverkehrswegeplan 2030 › Park-and-Ride Konzept für die Stadt Köln › Bike-and-Ride Konzept für die Stadt Köln › KVB – Fahrradverleihsystem Beschlüsse › 14.02.2019: „Gesamtnetzbetrachtung“ (Antrag 0171/2019) › 27.06.2019: „Klimanotstand“ (Beschluss- vorlage 2081/2019) › 10.09.2019: „Preise der KVB senken“ (Bürgereingabe Az. B 09/19) (Mitteilung 2685/2019) › 06.02.2020: „Nachhaltige Urbane Mobilitätsplanung (Sustainable Urban Mobility Plan - SUMP)“ (Beschlussvorlage 2609/2019) › 20.04.2021: „Nachhaltige Urbane Mobili- tätsplanung (Sustainable Urban Mobility Plan - SUMP)” › „Bedarfsfeststellung für die externe Beauftragung von Stufe 1“ (Beschlussvor- lage 0313/2021) › 24.06.2021: „Ein neu definiertes Grund- netz für den Motorisierten Individualver- kehr“ (Antrag 0566/2021) › 24.06.2021: „Verankerung des Ziels der gesamtstädtischen Klimaneutralität in Köln bis 2035“ (Antrag 1377/2021) Anhang: Berücksichtigte Konzepte und Beschlüsse Konzepte › Gesamtverkehrskonzept Köln von 1992 › Köln mobil 2025 › Kölner Perspektiven 2030+ › Ladeinfrastruktur im öffentlichen Straßen- raum (2. Ausbaustufe) › Masterplan Parken › Erstellung eines Raumbuchs Mobilstatio- nen (Köln) › Machbarkeitsstudie Rheinpendel › Carsharing-Konzept › 3. Nahverkehrsplan Köln › ÖPNV-Netzentwicklung › Flächennutzungsplan Köln › Einzelhandels- und Zentrenkonzept › Stadtentwicklungskonzept Wirtschaft – Büroflächenerhebung › Stadtentwicklungskonzept Wirtschaft – Gewerbe- und Industrieflächengutachten › Stadtentwicklungskonzept Wohnen › Wasserbuskonzept › Green City Masterplan › Lärmaktionsplanung nach EU-Umgebungslärmrichtlinie › Luftreinhalteplan › Köln Klimaneutral 2035 › LKW-Führungskonzept 2012 › MIV-Grundnetz › Stadtentwicklungskonzept Logistik – Teil 1: Analyse, Trends, Handlungsempfehlungen › Radverkehrskonzept Lindenthal/Sülz/ Klettenberg › Radverkehrskonzept Innenstadt › Radverkehrskonzept Ehrenfeld › Radverkehrskonzepte für die Stadtbezirke Mülheim, Kalk, Porz, Rodenkirchen, Lin- denthal-West, Chorweiler und Nippes › Rad-Hauptroutennetz (Radschnellverbin- dungen und Vorrangrouten) › Radhauptnetze für alle Stadtbezirke › Rechtsrheinische Pendlerrouten › Radschnellweg Köln-Frechen Die Oberbürgermeisterin Amt für nachhaltige Mobilitätsentwicklung Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Gestaltung Tippingpoints GmbH Bildnachweis Jan Buckard 13-ST/68/07.2023
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: ungeändert empfohlen
Zur SitzungOrte (1)
- Brückenstraße 5
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Details
- Aktenzeichen
- 2060/2023
- Typ
- Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss
- Datum
- 11.08.2023
- Erstellt
- 23.06.2023 16:33