V/0770/2022
Umgestaltung Wolbecker Straße - Umsetzungsbausteine und weiterer Planungsprozess
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Berichtsvorlage
23707 Zeichen
V/0770/2022
V/0770/2022
Öffentliche Berichtsvorlage
Betrifft
Umgestaltung Wolbecker Straße - Umsetzungsbausteine und weiterer Planungsprozess
Beratungsfolge
24.01.2023 Bezirksvertretung Münster-Mitte Bericht
08.02.2023 Ausschuss für Verkehr und Mobilität Bericht
Bericht:
Mit den Vorlagen „V/0062/2020 Stadtverträgliche Mobilität: Moderiertes Dialogverfahren zur Neuauf-
teilung des Verkehrsraums an der Wolbecker Straße“ und „V/1081/2020/1 Stadtverträgliche Mobilität:
Moderiertes Dialogverfahren zur Neugestaltung des Straßenraums“ ist ein umfassendes Dialogver-
fahren zur Umgestaltung der Wolbecker Straße im Abschnitt zwischen Hansaring und Servatiiplatz in
die Wege geleitet worden. Die Ergebnisse des Dialogverfahrens, dessen Kernelement ein 10-tägiges
Reallabor im September 2021 im öffentlichen Straßenraum war, wurden der der Bezirksvertretung
Mitte, dem Betriebsausschuss Münster Marketing und dem Ausschuss für Verkehr und Mobilität Poli-
tik mit der Beschlussvorlage „V/0115/2022 Dialogverfahren Wolbecker Straße – Ergebnisse und wei-
teres Verfahren“ im Mai 2022 vorgestellt. Die Verwaltung wurde auf Basis der Ergebnisse beauftragt,
das Verfahren zur dauerhaften Umgestaltung der Wolbecker Straße unter Berücksichtigung ange-
messener Beteiligungsformate für die weitere Beschlussfassung auszuarbeiten.
Zur Einordnung der Ergebnisse des Dialogverfahrens und des Rahmenplans wurde im Juni 2022 eine
öffentliche Werkstatt wiederum vor Ort an der Wolbecker Straße durchgeführt. Im Rahmen dieser
Werkstatt wurden von den Teilnehmenden konkrete Vorschläge zur Umsetzung erarbeitet. Diese bil-
den eine zusätzliche Grundlage für die Umsetzung der 1. Stufe und das weitere Verfahren.
Amt für Mobilität und Tiefbau
28.11.2022
Ihr/e Ansprechpartner/in:
Herr Bentler
Telefon: 492-6504
Bentler@stadt-
muenster.de
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Öffentliche Werkstatt auf der Wolbecker Straße am 27. Juni 2022; Fotos: Urban Catalyst
Der Sachstandsbericht beschreibt bereits umgesetzte und geplante Maßnahmen sowie die folgenden
Verfahrensschritte und ordnet diese zeitlich ein. Darüber hinaus berücksichtigt die Vorlage einen Be-
schluss der Unfallkommission.
Der Rahmenplan Wolbecker Straße als Ergebnis des Dialogverfahrens
Der als Ergebnis des Dialogverfahrens entwickelte Rahmenplan bildet zusammen mit den Leitlinien
und den gutachterlichen Handlungsempfehlungen die strategische Grundlage für die weiteren Pla-
nungen. Im Rahmenplan werden zentrale Gedanken des Dialogverfahrens zusammengefasst und
Maßnahmen zur Umgestaltung und Verkehrsberuhigung zwischen Servatiiplatz und Hansaring skiz-
ziert.
Rahmenplan Wolbecker Straße
Stadträumlich verbindet die Wolbecker Straße im Bereich zwischen Servatiiplatz und Hansaring die
Innenstadt mit dem äußeren Ring. Als direkte Einfallstraße zur Innenstadt übernimmt die Wolbecker
Straße dabei eine wichtige verkehrliche Funktion für sämtliche Verkehrsarten, mit ihren jeweiligen,
teilweise sich überlagernden Ansprüchen an den öffentlichen Verkehrsraum. Die funktionale Vielfalt
spiegelt sich in den angrenzenden Nutzungen wieder. Als innenstadtnaher Transformationsraum ist
dieser Bereich gekennzeichnet durch eine vielfältige Nutzungsmischung aus Einzelhandel, Gastrono-
mie, Dienstleistungen und Wohnen. Auch öffentliche und soziale Einrichtungen wie Schulen, Kinder-
tagesstätten, Ärzte und eine Bibliothek befinden sich in diesem Abschnitt.
Kleinräumig unterteilt sich die Wolbecker Straße im benannten Bereich in drei dem Rahmenplan zu
entnehmende Abschnitte. Während der östliche Abschnitt zwischen Hansaring und Dortmunder
Straße/Sophienstraße durch die angrenzende Grünanlage am Hansaplatz und die begleitende Wohn-
bebauung geprägt wird, befindet sich im mittleren Abschnitt zwischen Dortmunder Straße/Sophien-
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straße und Bremer Straße der zentrale Geschäftsbereich. Der westliche, unmittelbar an den Haupt-
bahnhof angrenzende, Bereich bildet den Übergang zur Innenstadt. Weil im westlichen Bereich
aktuell weiterreichende Planungen für eine bauliche Umgestaltung des Umfeldes (Veloroute Evers-
winkel – Münster, Neuplanung des Parkhauses Bremer Platz zu einer richtungsweisenden Mobil-
station, Überplanung des Parkplatzes am Servatiiplatz) bestehen, richtet sich der Fokus im Weiteren
insbesondere auf den Abschnitt zwischen Bremer Platz und Hansaring.
Gutachterliche Handlungsempfehlung zur zeitlichen Abstufung
Im Sinne der eingangs angeführten Dreistufigkeit schlagen die Handlungsempfehlungen zum Rah-
menplan eine Unterscheidung nach
Adhoc-Maßnahmen,
Zwischenlösungen sowie
Entwurfsplanungen zur dauerhaften Umgestaltung
vor. Während als Adhoc-Maßnahmen in der Regel temporäre Eingriffe, die zeitnah sowie mit relativ
geringem baulichen oder finanziellen Aufwand umzusetzen sind, vorgeschlagen werden, gestalten
sich die Zwischenlösungen bereits aufwändiger. Auch bei baulichen Eingriffen werden dabei die Ziele
des Rahmenplans, die die Ausgangsbasis für die Entwurfsplanung zur dauerhaften Umgestaltung bil-
den, nicht aus den Augen verloren. Mit Blick auf die praktische Umsetzung sind dabei die Stufen nicht
in jedem Fall „scharf“ voneinander zu trennen. Grundsätzlich wird im Folgenden nach konkreten Maß-
nahmen zur Umsetzung und den weiteren Verfahrensschritten unterschieden.
Maßnahmen zur Umsetzung
Als Ergebnis des Dialogverfahrens Wolbecker Straße werden dabei in der Dokumentation als Bei-
spiele für Adhoc-Maßnahmen
der Bau von Sitzgelegenheiten in den Seitenräumen,
die Umnutzung von Kfz-Stellplätzen in Radabstellanlagen, Ladezonen, Sitzgelegenheiten und
Außensitze für Gastronomie sowie
mobiles Grün
benannt.
Im Rahmen der öffentlichen Werkstatt im Juni 2022 entwickelten Bürger*innen hierauf aufbauend ei-
gene Projektideen wie etwa den Bau von Parklets oder ein Bewässerungskonzept für Stadtbäume. In
der öffentlichen Werkstatt wurde zugleich abgefragt, inwieweit Teilnehmende bereit sind, sich im
Sinne ihres bürgerschaftlichen Engagements persönlich einzubringen.
Die Verwaltung hat die im Rahmen des Dialogverfahrens sowie der Ergebniswerkstatt vorgeschlage-
nen Maßnahmen zusammengestellt und ämterübergreifend im Hinblick auf ihre Umsetzung und eine
sich daraus ergebende zeitliche Perspektive geprüft. Dabei zeigte sich, dass einige Maßnahmen, wie
etwa die Anpassung von Ladezonen mit Blick auf die unterschiedlichen Ansprüche und Bedarfe, so
ohne weiteres nicht möglich ist, sondern zunächst weiterer Abstimmungen vor allem hinsichtlich der
Radverkehrssicherheit bedarf und daher eher mittelfristig umsetzbar ist. Auch die Maßnahmen auf
Grundlage von bürgerschaftlichem Engagement bedürfen gesonderter Betrachtung, weil es sich zum
Teil um Pilotprojekte (an privaten Fallrohren angeschlossene Regenwasserspeicher im öffentlichen
Raum, Parklets im Eigenbau unter Einhaltung von Sicherheitsstandards) handelt, die noch im Detail
bspw. im Hinblick auf Haftungsfragen geprüft werden müssen.
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Im Zuge der bisherigen Umsetzung wurden im Herbst 2022 auf der Wolbecker Straße und in den un-
mittelbar angrenzenden Kreuzungsbereichen bereits zusätzliche Fahrradstellplätze eingerichtet. Wei-
tere Adhoc-Maßnahmen sind unmittelbar in Vorbereitung.
Im Einzelnen sind folgende Maßnahmen geplant oder bereits umgesetzt (Stand 12/2022):
Maßnahme Kategorie Status
1 Zusätzliche Fahrradstellplätze
(53 umgesetzt plus 30 in Planung)
Adhoc-Maß-
nahme
In Teilen umgesetzt,
weitere Standorte
folgen*
2 Partieller Schutzstreifen für Radfahrende auf
der Fahrbahn (Maßnahme der Unfallkommis-
sion)
Adhoc-Maß-
nahme/
mittelfristige
Maßnahme
Umsetzung auf Be-
schluss der Unfallkom-
mission im
Anschluss an die
Veröffentlichung ab
Februar 2023*
3 Außensitze für Gastronomie
(Fläche für Außengastronomie auf Höhe
Hausnr. 50/52)
Adhoc-Maß-
nahme
Standort identifiziert
und abgestimmt, Um-
setzung zur Freiluftsai-
son 2023
4 Mobiles Grün Adhoc-Maß-
nahme
Umsetzung in der
Pflanzperiode Frühjahr
2023
5 Herausnahme von PKW-Stellplätzen
(22 PKW-Stellplätze entfallen)
Adhoc-Maß-
nahme
Durch die vorher ge-
nannten Maßnahmen
werden zukünftig 22
bisher als PKW-Stell-
platz genutzte Flächen
anders genutzt. Wei-
tere Standorte folgen,
wenn an entsprechen-
der Stelle Bedarfe für
andere Nutzungen
(bspw. Fahrradabstell-
plätze, Grün) angemel-
det werden.*
6 Anpassung von Lieferzonen und Lieferzeiten
(Abstimmung von Rahmenbedingungen und
Bedarfen)
mittelfristige
Maßnahme
Abstimmung des ver-
waltungsinternen Vor-
gehens
7 Qualifizierung des Stadteingangs Hansaplatz mittelfristige
Maßnahme/
langfristige Maß-
nahme
Regelmäßige Abstim-
mung der Planungen
Wolbecker Straße,
Hansaplatz und Fahr-
radstraße Schiller-
straße zwischen den
Ämtern 66 und 67
Durch bürgerschaftliches Engagement gestützte Maßnahmen aus der öffentlichen
Werkstatt
8 Standortvorschläge für neue Fahrradstellplätze Adhoc-Maß-
nahme
Bereits umgesetzt, wei-
tere Standorte in Prü-
fung*
9 Grünpflege Adhoc-Maß-
nahme
Umsetzung im An-
schluss an die Aufstel-
lung des Mobilen
Grüns
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10 Parklet/Viertelplätzchen Adhoc-Maß-
nahme
Umsetzung in Prüfung
11 Regenwasserspeicher/Wassertanke Adhoc-Maß-
nahme
Umsetzung in Prüfung
Im Folgenden werden die aufgelisteten Maßnahmen im Detail beschrieben:
Zusätzliche Fahrradstellplätze (1 und 8)
Bis Oktober 2022 wurden insgesamt 53 zusätzliche Fahrradstellplätze eingerichtet. Diese zusätzli-
chen Fahrradstellplätze sind Teil des „3.000-Fahrradstellplätze-Programm“ und wurden an von Bür-
ger*innen vorgeschlagenen Standorten eingerichtet. Zusätzlich sind weitere Fahrradstellplätze als Ab-
grenzung des Fahrradschutzstreifens im mittleren Bereich stadtauswärts sowie als Abgrenzung zum
mobilen Grün vorgesehen. Hierzu werden im Frühjahr 2023, im Rahmen der Baumaßnahme „Partiel-
ler Schutzstreifen“ und des Aufbaus des mobilen Grüns rund 30 weitere Fahrradstellplätze eingerich-
tet. Im Zuge dieser Maßnahmen entfallen 8 PKW-Stellplätze.
Fahrradstellplätze und mobiles Grün: geplante und umgesetzte Standorte
Partieller Schutzstreifen für Radfahrende auf der Fahrbahn (2)
(stadtauswärts von Hausnummer 42 bis 54)
In den vergangenen Jahren ist es auf der Wolbecker Straße auf Höhe des REWE Marktes (Hausnum-
mer 44 – 48) vermehrt zu Unfällen gekommen. Daher wurde diese Stelle wiederholt in der Unfallkom-
mission angesprochen und mit dem Ziel diskutiert, eine Lösung in Abgleich mit dem aktuell stattfin-
denden Dialogverfahren Wolbecker Straße zu finden. Auf Beschluss der Unfallkommission wird zur
Entschärfung der Unfallhäufungsstelle vor dem Eingang REWE der Radweg von der Nebenanlage
auf die Fahrbahn verlegt.
Die Unfallkommission hatte sich bereits im Jahr 2020 mit den Unfallhäufungsstellen auf der
Wolbecker Straße befasst und entschieden, dass die Radwegebenutzungspflicht im Abschnitt
zwischen Servatiiplatz und Hansaring aufgehoben wird. Darüber hinaus sollte zunächst das geplante
“Dialogverfahren Wolbecker Straße“ abgewartet werden, um dann unter Berücksichtigung der
Ergebnisse abgestimmte Maßnahmen durchzuführen. Auch nach Aufhebung der Radwegebenut-
zungspflicht Anfang 2020 und der zusätzlichen Platzierung entsprechender Hinweistafeln im April
2021 liegt im Bereich vor dem REWE Markt aktuell sowohl ein dreijähriger als auch eine einjährige
Unfallhäufungsstelle. Insbesondere besteht hier auf der Nebenanlage ein Konflikt zwischen Rad- und
Fußverkehr. Auf Grundlage der Empfehlungen des Dialogverfahrens wurden als Ergebnis einer
ämterübergreifenden Abstimmung neben der Einrichtung des Schutzstreifens u.a. Standorte für neue
Fahrradabstellanlagen im Plan berücksichtigt. Auch die Schaffung zusätzlicher Flächen für
Außengastronomie ist in den verkehrstechnischen Entwurf eingeflossen. In Abstimmung zwischen
den beteiligten Ämtern wurde ein Entwurf (Anlage 1) erarbeitet, der sowohl die aus Gründen der Ver-
kehrssicherheit notwendigen Maßnahmen auf Empfehlung der Unfallkommission als auch die im Rah-
men des Dialogverfahrens erarbeiteten verkehrlichen und stadtgestalterischen Ziele berücksichtigt.
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Der gemeinsam abgestimmte Entwurf wurde der Unfallkommisson im November 2022 zur
Entscheidung vorgelegt.
Die Planung sieht den Rückbau des Radweges zwischen Haus Nr. 42 und 52 vor. Die vorhandene
Rotpflasterung des derzeit bestehenden Radwegs auf der Nebenanlage wird durch graue Gehweg-
platten ersetzt, so dass sich der Gehweg vor dem REWE auf 3,80 Meter verbreitert. Auf der Fahrbahn
wird zwischen den Hausnummern 42 und 54 stadtauswärts auf einer Länge von ca. 140 Metern ein
2,00 Meter breiter Schutzstreifen eingerichtet. Der Schutzstreifen wird rot eingefärbt und mit Fahr-
radpiktogrammen ausgestattet. Durch die Einrichtung eines Schutzstreifens soll so einerseits gewähr-
leistet werden, dass Radfahrenden eigener Straßenraum zur Verfügung steht. Andererseits wird
durch den Verzicht auf einen Radfahrstreifen sichergestellt, dass die im Frühjahr 2020 umgesetzte
Aufhebung der Radwegbenutzungspflicht erhalten bleibt und von Radfahrenden weiterhin die kom-
plette Fahrbahn genutzt werden kann. Um die Befahrbarkeit des Gehweges zusätzlich zu unterbin-
den, ist eine schraffierte Sperre in Höhe Haus Nr. 42 geplant. Der gepl. Schutzstreifen endet in Höhe
Haus Nr. 52. Über die vorh. Absenkung vor Haus Nr. 54 hat der Radfahrer wieder die Möglichkeit den
Radweg zu erreichen. Durch die Maßnahme entfallen 14 PKW-Stellplätze am Rand der stadtauswärts
liegenden Fahrbahn.
Die in diesem Abschnitt heute vorhandenen Fahrradabstellanlagen werden an die jeweiligen Enden
des Schutzstreifens zur zusätzlichen Absicherung des Verknüpfungsbereichs versetzt.
Für die zuvor beschriebenen Einzelmaßnahmen ist mit Kosten in Höhe von ca. 25.000 € zu rechnen.
Vergabe und Umsetzung sind unmittelbar nach der Veröffentlichung ab Februar 2023 vorgesehen.
Zusätzliche Außensitze für Gastronomie (3)
Im Zuge der Verlagerung des Radverkehrs auf den Gehweg werden auf Höhe der Hausnummern
50/52 auf der dem Haus zugewandten Seite Außensitze für die Gastronomie eingerichtet. Die Einrich-
tung der Außensitze ist im Anschluss an den Rückbau des Fahrradweges auf der Nebenanlage zum
Saisonstart im Frühjahr 2023 geplant und wird gemeinsam mit den anliegenden Gastronomen unter
abschnittsweiser Mitnutzung der Nebenanlage als Sondernutzungsfläche umgesetzt (s. Visualisie-
rung).
Visualisierung: Mike Gottlob Grafik Design
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Mobiles Grün (4 und 9)
In der Pflanzperiode Frühjahr 2023 soll unter Berücksichtigung des bestehenden Baumbestandes
(beidseitig zwischen Hansaring und dem Kreuzungsbereich Sophienstraße/Dortmunder, des Schutz-
streifens für Radfahrende (stadtauswärts zwischen Sternstraße und Dortmunder Straße) und der Lie-
ferzone (zwischen Dorotheenstraße und Sternstraße) „Mobiles Grün“ aufgestellt werden.
Als Standort für „Mobiles Grün“ ist der stadteinwärts führende Bereich zwischen Sophienstraße und
Dorotheenstraße vorgesehen. Hier sollen zunächst vier mobile Pflanzgefäße aufgestellt werden. Im
Anschluss an die Pflanzkübel sind jeweils Fahrradabstellanlagen vorgesehen.
Darüber hinaus sind zwei weitere Standorte für mobiles Grün auf der gegenüberliegenden Seite
stadtauswärts an der Zu- und Abfahrt des Schutzstreifens auf der Nebenanlage vorgesehen.
Die versetzbaren Pflanzgefäße sollen regelmäßig mit neuen Bäumen bepflanzt werden. Die „alten“
Bäume werden ausgewildert und an dauerhafte Standorte versetzt. Die Pflege soll gemeinsam mit
Anlieger*innen, die sich Rahmen der Ergebniswerkstatt hierfür gemeldet haben, umgesetzt werden.
Beispielfotos: Stadt Münster
Herausnahme von 22 PKW-Stellplätzen (5)
Durch die zuvor beschriebenen Maßnahmen (Schutzstreifen, Fahrradabstellplätze, mobile Grün) ent-
fallen an der Wolbecker Straße sowie in den unmittelbar angrenzenden Einmündungsbereichen ins-
gesamt 22 Stellplätze. Von diesen PKW-Stellplätzen befinden sich 18 auf der Wolbecker Straße und
vier in den Einmündungsbereichen - sämtlich im mittleren Abschnitt zwischen Sternstraße und So-
phienstraße/Dortmunder Straße. Diese Stellplätze sind aktuell bewirtschaftet oder mit einem zeitlich
begrenzten Halteverbot versehen.
Lieferzonen und Lieferzeiten (6)
Um eine Neuordnung der Lieferverkehre vorzunehmen stimmt die Verwaltung aktuell das weitere Vor-
gehen ab. Zentrale Fragestellung ist dabei, wie notwendige Lieferverkehre so abgewickelt werden
können, dass die Verkehrssicherheit gewährleistet ist und die eingerichteten Bereiche und Lieferzei-
ten sowohl von den Anliefernden als auch von den übrigen Verkehrsteilnehmenden respektiert wer-
den.
Hintergrund ist, die im Rahmenplan vorgeschlagene verpflichtende Führung des Radverkehrs auf der
Straße mittelfristig komfortabel und verkehrssicher zu ermöglichen. Derzeit werden Radfahrende häu-
fig durch parkende Lieferfahrzeuge gezwungen, zur Fahrbahnmitte auszuweichen. Dies ist ein
Hemmnis für die verpflichtende Führung des Radverkehrs auf der Straße.
Zur Abstimmung der zentralen Frage, wo im genannten Abschnitt der Wolbecker Straße geeignete
Flächen für Lieferzonen vorgehalten werden können, wurde eine verwaltungsinterne Arbeitsgruppe
unter Beteiligung der Ordnungsbehörden und der Polizei eingerichtet. Diese Ergebnisse bilden die
Grundlage, um mit den anliegenden Einzelhändlern, Gastronomen und Dienstleistern verbindliche
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Rahmenbedingungen für Lieferverkehre abzustimmen. Dies ist für Februar/März 2023 vorgesehen.
Im Anschluss werden die entsprechenden Lieferzonen und Lieferzeiten ausgewiesen.
Qualifizierung des Stadteingangs Hansaplatz (7)
Der Bereich Hansaplatz/Kreuzung Hansaring nimmt in der Rahmenplanung eine Sonderstellung ein.
Der Rahmenplan schlägt hier die Qualifizierung des Stadteingangs vor. Aktuell gibt es im Bereich
Hansaplatz Planungen des Amtes 67 zur Neuordnung des eigentlichen Platzbereiches. Hierzu hat
das Amt 67 einen Wettbewerbsantrag mit dem Schwerpunkt einer nachhaltigen Platzgestaltung beim
Land eingereicht, über den Anfang 2023 entschieden wird. Zudem soll im südlichen Bereich des Han-
saplatzes die Fahrradstraße Schillerstraße im Jahr 2023 im Hinblick auf die Anpassung an die aktuel-
len Qualitätsstandards der Stadt Münster für Fahrradstraßen überplant werden (vgl. hierzu Vorlage
V/0769/2022). Die Planungen werden aufeinander abgestimmt.
Rahmenplan Ausschnitt
Parklets (10)
Als Ergebnis der öffentlichen Werkstatt hat das Hansaforum angefragt, ob das sog. „Viertelplätzchen“
einen Standort auf der Wolbecker Straße finden kann. Das Viertelplätzchen ist als sog. „Parklet“ so
konzeptioniert, dass es der Größe eines Stellplatzes entspricht und flexibel eingesetzt werden kann.
Aktuell ist die Verwaltung hier in Abstimmungsgesprächen, die insbesondere den Standort des „Vier-
telplätzchens“ sowie die Themen Verkehrssicherheit und Haftung aufgreifen. Um ein Parklet im öf-
fentlichen Straßenraum zu platzieren, muss beispielsweise eine hinreichende Sicherung zur Fahr-
bahn gewährleistet sein.
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Sämtliche Maßnahmen, die im Rahmen des bürgerschaftlichen Engagements vorgeschlagen wurden,
werden, so sie nicht unmittelbar an der Wolbecker Straße umgesetzt werden können, auch dahinge-
hend geprüft, ob sie an anderer Stelle im Stadtraum umsetzbar sind.
Viertelplätzchen, Foto: Dominik Paul
Regenwasserspeicher/„Wassertanken“ (11)
Der Idee der „Wassertanken“ liegt der Gedanke zugrunde, die Dachentwässerung dahingehend zu
nutzen, dass anfallendes Regenwasser für die Bewässerung von Straßenbäumen im unmittelbaren
Umfeld genutzt werden. Hierzu wird ein entsprechend konzipierter Wasserspeicher unmittelbar an
das Fallrohr angeschlossen. Über einen Wasserhahn kann dann entsprechendes Gießwasser ent-
nommen werden. Anspruch der Projektidee ist es, einen direkten Beitrag zur Klimaresilienz in der
Nachbarschaft zu leisten.
Im Rahmen dieser Projektidee soll einerseits öffentlicher Raum genutzt werden, in dem die „Wasser-
tanken“ aufgestellt werden. Andererseits muss eine Genehmigung von Hauseigentümer*innen einge-
holt werden, um die Regenwasserspeicher an die privaten Fallrohre anzuschließen. Die Verwaltung
prüft gemeinsam mit den Ideengeber*innen inwieweit fallbezogene Lösungen ggf. auch an anderer
Stelle im Stadtraum umgesetzt werden können.
Ausblick: Aktueller Stand und weitere Verfahrensschritte
Wie bereits oben erwähnt wurde mit der Vorlage V/0115/2022 ein dreistufiges Verfahren für die wei-
tere Planung und Umsetzung beschlossen. Dabei soll genügend Platz für den Dialog mit den Nutzen-
den und Anliegenden eingeplant werden.
Die einzelnen Phasen unterscheiden sich nach:
Ad-hoc-Maßnahmen – wie in dieser Vorlage ausführlich beschrieben.
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Zwischenlösungen auf Basis der weiterführen Planung im Anschluss an einen konkreten an-
ordnungsreifen verkehrstechnischen Entwurfs, die ab 2023 Maßnahmen in die Wege leiten, die
inhaltlich bereits auf die dauerhafte Umgestaltung einzahlen
bspw.
- Verlegung des Radverkehrs auf die Straße (Mischverkehr)
- Erleichterung der Querung zwischen dm und REWE-Markt für Fußgänger*innen
- Testen eines Logistik/Mobilitäts-Hubs auf dem REWE-Parkplatz in Abstimmung mit
dem Eigentümer
- Qualifizierung Stadteingang Hansaplatz in Abstimmung mit der aktuellen Umgestaltung
- Umgestaltung des Kreuzungsbereichs und Stadteingangs Bremer Platz
- Angleichung der Geschwindigkeit von Radfahrenden und MIV
Entwurfs und Ausführungsplanungen zur dauerhaften Umgestaltung des gesamten Be-
reichs zwischen Hansaring und Servatiiplatz von Hauswand zu Hauswand
Im Hinblick auf das weitere Verfahren bereitet die Verwaltung aktuell das auf den Beteiligungsprozess
aufbauende Planungsverfahren für die Leistungsphasen der Honorarordnung für Architekten und In-
genieure (HOAI) bis zur Entwurfsplanung (LPh 3) vor.
Die Entwurfsplanung bildet die Grundlage für den Planungsbeschluss und bezieht sich auf die Neuge-
staltung der Wolbecker Straße zwischen Bremer Straße und Hansaring. Der Bereich Servatiiplatz bis
Bremer Platz wird zunächst zurückgestellt, weil die Planungen in diesem Bereich in Abhängigkeit zu
den weiteren Planungen der Veloroute Everswinkel - Münster sowie Projekten am Bremer Platz und
am Servatiiplatz stehen. Die Fertigstellung der Entwurfsplanung und somit wichtiger Meilenstein für
die weitere Beteiligung ist für das 2. Halbjahr 2023 vorgesehen. Die Leistungsphasen für die bautech-
nische Ausführungsplanung, die Erstellung der Ausschreibungsunterlagen für die Bauausführung und
die Durchführung der Maßnahme schließen sich an den für Ende 2023/ Anfang 2024 vorgesehenen
Planungsbeschluss an. Die Dauer dieser Leistungsphasen ist ebenso wie der Beginn und die Dauer
der baulichen Umsetzung sehr stark vom Umfang des Umbaus (Ergebnis der Entwurfsplanung) ab-
hängig. Daher kann zum heutigen Zeitpunkt noch keine präzise Zeitkette bis zur Fertigstellung der
Maßnahmen aufgebaut werden.
In der Zeit bis zur baulichen Umsetzung der Planung werden verkehrliche Lösungen, die auf das Pla-
nungsziel einzahlen, soweit möglich interimsweise umgesetzt (siehe o. g. Zwischenlösungen).
Mögliche Zeitkette:
2023 2024 ab 2025
I II III IV I II III IV
Vor- und Entwurfspla-
nung
Ausführungs-
planung
Bauvor-berei-
tung, Aus-
schreibung
und Vergabe
bauliche Um-
setzungen
inkl. Dialog mit den
Nutzenden und Anlie-
genden
Planungs-
beschluss
Einzelne Zwischenlösungen
In Vertretung
gez. Robin Denstorff
Stadtbaurat
Anlage 1
493 Zeichen
VZ 314-10+ 2 ZEN ZZ 1053-31 VZ 283-30+ - ZZ 1040-30 s „2224 - VZ 274-53+ . 7Z 1040-31 VZ 314-10+ at hl) (®@) @&H ZZ 1012-36 ‘ R Z 286-30+ u ZZ 1053-31 BEN: °e ot, = R 77 1040-30 N IT ® —— VZ 286-20+ Gehweg - N - ZZ 1042-31 Vz 274-53*\ z en 22 1012-36 Projekt-Nr Blatt-Nr 111) Maßstab: 1:500 Anlage-Nr. Name Amt für Mobilität bearbeitet | Nov. 2022 Kuhn und Tiefbau gezeichnet | Nov. 2022 Revermann Wolbecker Straße Planung Schutzstreifen Verkehrstechnischer Entwurf Plot 24.112022
Anlage A
2445 Zeichen
Anlage A zur V/0770/2022 Kurzüberblick Mit dem „Dialogverfahren Wolbecker Straße“ wurde der erste Schritt in einer umfassenden Um- gestaltung der Wolbecker Straße im Abschnitt zwischen Servatiiplatz und Hansaring in die Wege geleitet. Anschließend wurden die Ergebnisse in einer öffentlichen Werkstatt vorgestellt und wei- terentwickelt. Die Berichtsvorlage benennt den aktuellen Stand der Planungen, bereits umgesetz- te Einzelmaßnahmen und die nächsten Verfahrensschritte. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Inhaltlich ordnet sich das Dialogverfahren in weitere Stadtentwicklungsprozesse der Stadt Müns- ter ein. Das Dialogverfahren hat sowohl eine Schnittmenge zum Masterplan Mobilität Münster 2035+ als auch zum Integrierten Innenstadtentwicklungskonzept (InSEK). Finanzierung Produktgruppe: Bezeichnung der PG Auswirkungen auf den Ergebnisplan Ja X Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja X Nein Im beschlossenen Haushaltsplan 2023 enthalten? Ja X Nein teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? Ja x Nein Bereits veranschlagt? Ja x Nein Die Berichtsvorlage zum Dialogverfahren Wolbecker Straße hat zum jetzigen Zeitpunkt keine fi- nanziellen Auswirkungen. Die Kosten für die jeweils notwendigen Maßnahmen werden in geson- derten Beschlussvorlagen mitgeteilt. Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig X überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig vollständig freiwillig Das Maß der Beteiligung geht über das gesetzlich verpflichtende Maß hinaus hinaus. Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Der Umbau der Wolbecker Straße im Abschnitt zwischen Servatiiplatz und Hansaring verfolgt die Ziele einer nachhaltigen und resilienten Stadtentwicklung. Im Rahmen des Verfahrens werden Teilziele wie eine gerechtere Flächenverteilung des öffentlichen Straßenraums zu Gunsten des Umweltverbundes und emissionsarmer Mobilität, mehr Aufenthaltsqualität sowie ein hö- herer Anteil von Grünbereichen und Pufferkapazitäten für die Aufnahmen von Oberflächen- wasser („Schwammstadt“) werden im Rahmenplan als Vorgaben für die Entwurfsplanung be- nannt. Die im Rahmen des Dialogverfahrens eingeleitet umfassende Beteiligung von Bürger*innen ist beispielhaft für zeitgemäße Beteiligungsformate, die weit über das nach Baugesetzbuch vor- geschriebene Maß an Beteiligung hinausgehen.
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (11)
- Wolbecker Straße
- Dortmunder Straße
- Bremer Straße
- Sophienstraße
- Dorotheenstraße
- Sternstraße
- Hansaring
- Hansaplatz
- Servatiiplatz
- Bremer Platz
- Schillerstraße
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Details
- Aktenzeichen
- V/0770/2022
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 21.12.2022
- Erstellt
- 28.11.2022 16:51