V/0313/2025
Datenreport zum Übergangsgeschehen an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen
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Anlage 1_Bericht_Allgemeinbildende Schulen_23_24_final
105047 Zeichen
Bildungsteilnahme: Schüler*innen in Abschlussjahrgängen – SEITE 01
Amt für Schule und Weiterbildung
Daten zum Übergangsgeschehen
an allgemeinbildenden Schulen
in Münster 2023/2024
Abschlüsse berichten,
Anschlüsse darstellen,
Übergänge gestalten
Inhaltsverzeichnis – SEITE 03 SEITE 02 – Inhaltsverzeichnis
INHALTSVERZEICHNIS
I. VORWORT ---------------------------------------------------------------------------------------------------- 4
II. EINLEITUNG ----------------------------------------------------------------------------------------------- 6
III. ERGEBNISSE IN KURZFORM UND
HANDLUNGSBEDARFE -------------------------------------------------------------------------- 8
IV . DATENREPORT -------------------------------------------------------------------------------------- 16
SEITE 04 – Datenreport Bildungsteilnahme: Schüler*innen in Abschlussjahrgängen – SEITE 05
I. VORWORT
Wo sehen Sie zukünftig die Schwerpunkte und Notwendigkeiten für das Arbeitsfeld Übergang
Schule-Beruf?
Ich denke, die Dringlichkeit der Thematik spüren die Menschen mittlerweile auch im Alltag. Neulich
stand ich vor einer Bäckerei, zu der ich häufiger gehe – doch die Tür war zu. Veränderte Öffnungs-
zeiten wegen Personalmangels. Der Fachkräftemangel ist längst keine abstrakte Herausforderung
mehr, sondern fordert konkretes Handeln ein. Genau deshalb ist der Übergang von der Schule in
den Beruf so ein zentrales Thema. Junge Menschen brauchen Orientierung, um ihre Chancen zu
erkennen und die für sie richtigen Wege einzuschlagen. Gleichzeitig müssen wir Unternehmen dabei
unterstützen, die Fachkräfte von morgen zu finden. Nur wenn wir hier gezielt ansetzen, können wir
verhindern, dass aus zeitweise geschlossenen Ladentüren und verkürzten Öffnungszeiten dauerhafte
Lücken in unserer Gesellschaft entstehen.
Mit Blick auf den vorliegenden Bericht: Welches Ziel verfolgen Sie mit der Erstellung und
was erhoffen Sie sich von den Ergebnissen, z.B. für die zukünftige Gestaltung des Übergangs-
geschehens in Münster?
Um gute Entscheidungen zum Wohle aller Jugendlichen und der münsterschen Unternehmen
zu treffen, brauchen wir Wissen über die konkrete Situation. Ein gut ausgeleuchtetes Übergangs-
geschehen in Münster muss dabei das Ziel sein. Der Blick in die Daten zum Übergangsgeschehen
der allgemeinbildenden Schulen ist ja mittlerweile in Münster ein fester Bestandteil unserer Arbeit.
Mit einem datengestützten Bericht möchten wir eine weitere Grundlage für die Zusammenarbeit
am Übergang Schule-Beruf schaffen. Das hat sich als enorm hilfreich bewährt. Wir möchten mit den
Beteiligten im Gespräch bleiben und verstehen den vorliegenden Bericht auch als einen Gesprächs -
anlass und einen Baustein einer aktiven Zusammenarbeit. Davon ausgehend möchten wir, immer
in Abstimmung mit unseren Partnern, Maßnahmen ableiten, die eine Qualitätssicherung und
-entwicklung im Übergang von der Schule in den Beruf in den Fokus rücken.
Ein erfolgreicher Übergang von der Schule in den Beruf stellt für die Stadt Münster ein zentrales
Handlungsfeld dar, welches auch zukünftig in Zeiten von Fachkräftemangel und -sicherung von
hoher Bedeutung ist. In einem Gespräch erläutert Thomas Paal, Stadtdirektor und Dezernent
für Bildung, Jugend Familie und Sport der Stadt Münster, die Relevanz von Beruflicher Orientierung
und der Gestaltung eines gelingenden Übergangs von der Schule in den Beruf sowie der Notwen-
digkeit eines datengestützten Berichts zum Übergangsgeschehen in Münster.
Herr Paal, Sie sind Stadtdirektor und Dezernent für Bildung, Jugend, Familie und Sport in der Stadt
Münster. Welche Relevanz hat aus Ihrer Perspektive das Thema Berufliche Orientierung und der
Übergang von der Schule in den Beruf?
Der Übergang von der Schule in den Beruf ist ein Schlüsselprozess im Leben junger Menschen. Er
legt den Grundstein für ihre berufliche Zukunft und ihre gesellschaftliche Integration. Gleichzeitig
ist dieser Prozess auch für die Stadtgesellschaft von enormer Bedeutung, da er die Fachkräfte von
morgen hervorbringt und langfristig die wirtschaftliche und soziale Stabilität sichert. Dabei lassen
sich aus meiner Sicht drei Ebenen unterscheiden – eine wirtschaftliche, eine soziale und eine
bildungspolitische. Zunächst sind eine gute Berufliche Orientierung und ein gelingender Übergang
von der Schule in Ausbildung oder Studium maßgeblich für die wirtschaftliche Zukunft unserer
Stadt. Ein guter Übergang verschafft den hier ansässigen Unternehmen die Perspektive auf die
benötigten Fachkräfte. Unter einem sozialen Aspekt ist eine passgenaue Unterstützung von jungen
Menschen elementar, um die Chancen auf eine stabile berufliche Laufbahn mit sozialer und ge -
sellschaftlicher Teilhabe zu gewährleisten. Umfangreiche Kenntnisse über die eigenen Fähigkeiten
und Interessen, gute Schulabschlüsse und ein Plan für die Zeit nach der Schule – all das sind Dinge,
die perspektivisch zu einer sozialen Integration beitragen und somit eine Grundbedingung darstel -
len, um die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu sichern. Zuletzt ist die Thematik unter einer
bildungspolitischen Perspektive von hoher Bedeutung. Die Berufliche Orientierung beginnt in
der Schule und somit gehört Schule zu einem der wichtigsten Partner für Jugendliche und junge
Menschen im Übergang. Notwendige Fähigkeiten und Wissen müssen nicht nur vermittelt werden,
sondern es bedarf auch einer gelungenen Kooperation zwischen Schulen und Unternehmen, wie
auch zwischen allen weiteren relevanten Beteiligten am Übergang wie z.B. Wirtschaftskammern und
Agentur für Arbeit. Diese Vielzahl an Perspektiven und Beteiligten zu koordinieren und somit den
jungen Menschen in Münster gute Rahmenbedingungen für den ersten Schritt in das Berufsleben zu
bieten, sehe ich als bedeutende Kernaufgabe des Amtes für Schule und Weiterbildung und des dort
verorteten Sachgebiets „Übergang Schule-Beruf“.
Foto: Stadt Münster / Angelika Klauser
SEITE 06 – Datenreport Bildungsteilnahme: Schüler*innen in Abschlussjahrgängen – SEITE 07
Ein individuell erfolgreich gestalteter Übergang von der Schule in eine Ausbildung oder ein Studium
ist sowohl für junge Menschen als auch für die Gesellschaft im Ganzen von großer Bedeutung. In Nord-
rhein-Westfalen nimmt das landesweite Übergangssystem „Kein Abschluss ohne Anschluss (KAoA)“
eine Schlüsselrolle bei der (schulischen) Berufs- und Studienorientierung ein, um Jugendliche und
junge Erwachsene an dieser entscheidenden Schwelle zu unterstützen.
Für die Qualitätssicherung und -entwicklung von wirksamer beruflicher Orientierung sind neben
konkreten Berufsorientierungsmaßnahmen wie den KAoA-Standardelementen 1 und der aktiven
Begleitung durch Schule und Berufsberatung, auch die Struktur und Organisation des regionalen
Übergangsmanagements in den Blick zu nehmen. Transparenz in diesen Bereichen zu schaffen,
stellt eine wesentliche Grundlage für eine solche Qualitätssicherung und -entwicklung dar 2. Der vor-
liegende Bericht zum Übergang Schule-Beruf dient als ein Instrument einer derartigen Situations-
analyse. Ziel ist es, eine Grundlage für Analysen und Diskussionen über mögliche Optimierungen und
Maßnahmen im Übergang von der Schule in den Beruf bereitzustellen. Zu diesem Zweck umfasst
der Bericht sowohl einen Datenreport zum Übergangsgeschehen an allgemeinbildenden Schulen
als auch erste Analysen zu den daraus resultierenden Handlungsbedarfen. Diese Handlungsbedarfe
sind dabei als erste Impulse und nicht als hinreichend zu verstehen. Sie bedürfen einer tiefergehenden
Analyse sowie den Dialog und Austausch mit relevanten Partner*innen und Aktiven vor Ort. Nur
gemeinsam mit Schulen, Unternehmen, Wirtschaftsvertreter*innen und Beratungsinstitutionen sowie
freien Trägern der Jugendberufshilfe lassen sich Ansätze entwickeln, die weiterhin den Kern der hete-
rogenen Unterstützungsbedarfe junger Menschen im Übergang adressieren. Die Ergebnisse sollen
daher nicht nur informieren, sondern auch als Ausgangspunkt für eine weiterführende Auseinander -
setzung und Arbeit dienen.
Der Bericht wurde von der Kommunalen Koordinierungsstelle des Landesprogramms „KAoA“ in der
Abteilung Bildungsmanagement des Amtes für Schule und Weiterbildung der Stadt Münster erstellt.
Er knüpft an die in den Jahren 2018, 2019 und 2020 veröffentlichten Berichte zu den Übergängen der
allgemeinbildenden Schulen in Münster an. Auf Grundlage des Anwendungsleitfadens zum Aufbau
eines kommunalen Bildungsmonitorings 3 wurde der vorliegende Bericht konzeptionell und inhalt -
lich überarbeitet. Zugleich wurde das Übergangsgeschehen der beruflichen Schulen erstmalig in
einem ergänzenden Bericht 4 dezidiert dargestellt. Aus diesem Grund ist der in den vorherigen
Veröffentlichungen enthaltene Themenbereich rund um die duale Berufsausbildung konzeptionell in
den Bericht zu den beruflichen Schulen übergegangen.
II. EINLEITUNG
1 Siehe Website des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen
https://www.mags.nrw/uebergang-schule-beruf-startseite
2 Siehe hierzu: Brüggemann, T., Driesel-Lange, K. & Weyer, C. (2017): Evidenzbasierte Instrumente zur
Berufsorientierung, in: Brüggemann, T., Driesel-Lange, K. & Weyer, C. (Hrsg.), Instrumente zur Berufsorientierung.
Pädagogische Praxis im wissenschaftlichen Diskurs; Münster: Waxmann.
3 Siehe hierzu: Konsortium Bildungsmonitoring (2020): Anwendungsleitfaden für den Aufbau eines kommunalen
Bildungsmonitorings; Wiesbaden, Stuttgart und Bonn.
4 Siehe Website des Amtes für Schule und Weiterbildung der Stadt Münster, https://www.stadt-muenster.de/schulamt/
uebergang-schule-beruf
Ergebnisse in Kurzform und Handlungsbedarfe – SEITE 09
1. Abgangsschüler*innen
• Im Schuljahr 2023/2024 sind in den Abgangsklassen an allgemeinbildenden Schulen 2769 Schüler*innen.
Die Hälfte davon sind in Abgangsklassen an Gymnasien, wobei mehr Schülerinnen als Schüler dokumen-
tiert sind. Im betrachteten Zeitverlauf nimmt der Anteil sowohl der Schülerinnen als auch der Schüler in
Abgangsklassen an Gesamtschulen zu. (Abbildung 1/Abbildung 2)
• Die Hauptschulen in Münster haben in ihren Abgangsklassen den höchsten Anteil an Schüler*innen mit
ausländischer Nationalität. Im Schuljahr 2023/2024 werden 32 % der in Abgangsklassen befindenden
Schüler*innen mit ausländischer Nationalität an einem Gymnasium beschult. (Abbildung 3/Abbildung 4)
• Die Gruppe der sonstigen Sekundarstufe I-Schulen (PRIMUS, Sekundarschule und Waldorfschule) und
die Schulform Hauptschule haben in ihren Abgangsjahrgängen den höchsten Anteil an Schüler*innen mit
einem Förderschwerpunkt. Während im Schuljahr 2023/2024 29 % aller in Abgangsklassen befindlichen
Schüler*innen mit Förderschwerpunkt an einer Realschule beschult werden, sind 10 % in einer Abgangs -
klasse an einem Gymnasium. (Abbildung 5/Abbildung 6)
2. Übergänge der Abgangsschüler*innen der Sekundarstufe I 5
• Unter den Abgangsschüler*innen gehen im betrachteten Zeitraum die meisten Personen in den Sektor IV
„Erwerb Allgemeine Hochschulreife“ über. (Abbildung 7/Abbildung 8)
• Hauptschule: Die Schüler*innen gehen vermehrt in den Sektor I „Ausbildung“ über. (Abbildung 12/
Abbildung 13)
• Realschule: Immer weniger Schüler*innen der Realschulen, aber vor allem weniger Schülerinnen, gehen
in den Sektor I „Ausbildung“ über. (Abbildung 16/Abbildung 17)
• Gesamtschule: Die Schüler*innen und dabei insbesondere die Schülerinnen von Gesamtschulen finden
ihren Anschluss überwiegend im Sektor IV „Erwerb Allgemeine Hochschulreife“ und immer weniger im
Sektor I „Ausbildung“. (Abbildung 20/Abbildung 21)
• Sonstige Sekundarstufe I-Schulen: In der Tendenz münden immer mehr Schüler*innen im Sektor I
„Ausbildung“ ein. Zugleich sind im Jahr 2023 7 % der Schüler*innen ohne einen konkreten Übergang.
(Abbildung 24/Abbildung 25)
• Gymnasium: Für nahezu alle Schüler*innen an Gymnasien führt der Abschluss in der Sekundarstufe I zum
Erwerb der Allgemeinen Hochschulreife in der Sek. II. (Abbildung 28/Abbildung 29)
• Förderschule: Ohne große geschlechtsspezifische Unterschiede nimmt der Anteil derer, die ohne Über -
gang die Sekundarstufe I verlassen, zu. Im Vergleich der Schulformen verzeichnen die Förderschüler*innen
im Jahr 2023 anteilig den höchsten Wert an Schüler*innen ohne Übergang (41 %). Dabei ist festzu -
halten, dass die Ergebnisse der Förderschulen auf Grund der variierenden Datenlage im Zeitvergleich
nur eingeschränkt interpretierbar sind (siehe Limitationen zu Beginn des Abschnitts Datenreport).
(Abbildung 32/Abbildung 33)
III. ERGEBNISSE IN
KURZFORM UND
HANDLUNGSBEDARFE
3. Übergänge in die Sektoren von SchülerOnline
• Sektor I „Ausbildung“: Sowohl im Hauptsektor I „Ausbildung“ als auch in den beiden Untersektoren I.1
„Duale Berufsausbildung“ und I.2 „Vollzeitschulische Ausbildung“ stammen im Zeitverlauf die meisten
Schüler*innen von Realschulen. Allerdings ist der Anteil der Realschüler*innen über die Jahre hinweg ab -
nehmend, während der Anteil der Hauptschüler*innen im Sektor I „Ausbildung“ steigt. (Abbildung 36/
Abbildung 37/Abbildung 38)
• Sektor II „Berufsvorbereitung“: Die meisten Schüler*innen im Sektor II „Berufsvorbereitung“ kommen
von Hauptschulen. Die „Berufsfachschule“ (Untersektor II.1) besuchen größtenteils Hauptschüler*innen,
da diese potenziell einen höherwertigen Schulabschluss anstreben. Der zweite Untersektor II.2 „Ausbil -
dungsvorbereitung“ wird überwiegend von Förderschüler*innen angewählt. (Abbildung 39/Abbildung 40/
Abbildung 41)
• Sektor III „Erwerb Fachhochschulreife“: Im Sektor „Fachhochschulreife“ münden zumeist Realschüler*innen
ein. (Abbildung 42)
• Sektor IV „Erwerb Allgemeine Hochschulreife“: Den Erwerb der Allgemeinen Hochschulreife streben
größtenteils Schüler*innen von Gymnasien an (2022: ca. 75 %). Im Jahr 2022 kamen ungefähr 24 % der
Schüler*innen von Gesamt- und Realschulen. (Abbildung 43)
• Sektor V „Sonstige Übergänge“: In diesen Sektor fallen verschiedene Anschlussmöglichkeiten wie etwa ein
Freiwilliges Soziales Jahr, ein Auslandsaufenthalt oder ein Besuch eines Berufskollegs, ohne dass der kon -
krete Bildungsgang in SchülerOnline dokumentiert und somit bekannt ist. Vor allem Schüler*innen von
Realschulen sind in diesem Sektor dokumentiert. (Abbildung 44)
• Sektor VI „Schüler*innen ohne Übergang“: Im Jahr 2022 kommen ca. 60 % der in diesem Sektor dokumen -
tierten Schüler*innen von Förder- und Realschulen. (Abbildung 45)
4. Schulabschlüsse der Abgangsschüler*innen der Sekundarstufe I
• In Zusammenhang mit dem Befund, dass rund 50 % der Abgangsschüler*innen an den Gymnasien ver-
ortet sind und die meisten der Abgangsschüler*innen in den Sektor IV „Erwerb Allgemeine Hochschul -
reife“ übergehen, schließen auch die meisten Schüler*innen aller Abgangsklassen mit einem gymnasialen
Versetzungszeugnis der Klasse 9 an Gymnasien ab. Anteilig zum jeweiligen Geschlecht erreichen mehr
Abgangsschülerinnen als -schüler einen solchen Schulabschluss. (Abbildung 9/Abbildung 10)
• Abgangsschüler*innen aller Schulformen ohne einen Schulabschluss, mit einem Förderschulabschluss
und mit einem Ersten Schulabschluss haben das größte Risiko für einen nicht erfolgreichen Übergang.
(Abbildung 11)
• Hauptschule: Die Abgangsschüler*innen erreichen im Zeitverlauf zumeist den Ersten Erweiterten Schul-
abschluss (43 % – 60 %). (Abbildung 14/Abbildung 15)
• Realschule: Im betrachteten Zeitverlauf gehen ca. 85 – 95 % der Schüler*innen der Abgangsklassen mit der
Fachoberschulreife ab. Die meisten davon, insbesondere die Schülerinnen, erreichen dabei die Fachober -
schulreife mit Qualifikation. (Abbildung 18/Abbildung 19)
• Gesamtschule: Korrespondierend mit der hohen Zahl an Übergängen in den Sektor IV „Erwerb Allgemeine
Hochschulreife“ schließt ein Großteil der Schüler*innen die Sekundarstufe I mit der Fachoberschulreife mit
Qualifikation ab. Dabei erreichen anteilig mehr Schülerinnen als Schüler die Fachoberschulreife mit Quali -
fikation. (Abbildung 22/Abbildung 23)
• Sonstige Sekundarstufe I-Schulen: Die erreichten Schulabschlüsse der Abgangsschüler*innen der Gruppe
„Sonstige Sekundarstufe I-Schulen“ unterliegen jährlichen Schwankungen, sodass im Zeitverlauf keine
eindeutige Tendenz identifizierbar ist. (Abbildung 26/Abbildung 27)
• Gymnasium: Auf Grund des Befundes, dass die Abgangsschüler*innen der Gymnasien nahezu vollständig in
den Sektor IV „Erwerb Allgemeine Hochschulreife“ übergehen, schließen auch nahezu alle Schüler*innen
5 Die Daten zu den Übergängen entspringen dem Tool SchülerOnline. Weitere Informationen über SchülerOnline und die Sektoren
finden sich zu Beginn des Datenreports.
SEITE 08 – Ergebnisse in Kurzform und Handlungsbedarfe
Ergebnisse in Kurzform und Handlungsbedarfe – SEITE 11 SEITE 10 – Ergebnisse in Kurzform und Handlungsbedarfe
mit dem Versetzungszeugnis der Klasse 9 am Gymnasium ab, das die Berechtigung zum Besuch der gymna-
sialen Oberstufe verleiht. (Abbildung 30/Abbildung 31)
• Förderschule: Immer mehr Schüler*innen der Förderschulen verlassen die Sekundarstufe I, anteilig zu allen
erreichten Schulabschlüssen und im betrachteten Zeitverlauf, mit einem Förderschulabschluss. Zugleich
gehen vor allem weniger Förderschülerinnen mit einem Ersten Schulabschluss ab. Allerdings ist festzuhal -
ten, dass die Ergebnisse im Zeitvergleich auf Grund der Datenlage in SchülerOnline nur eingeschränkt inter-
pretierbar sind (siehe Limitationen zu Beginn des Abschnitts Datenreport). (Abbildung 34/Abbildung 35)
Handlungsbedarfe:
Die vorliegende, datengestützte Darstellung des Übergangsgeschehen in Münster macht erneut nachdrücklich
deutlich, dass es einen ganzheitlichen Ansatz zur Gestaltung des Übergangs von der Schule in den Beruf und hier-
für eine zentrale Koordinierung braucht. Zwar eint alle handelnden Personen und Institutionen am Übergang
Schule-Beruf – von den abgebenden Schulen und Berufskollegs, über die beteiligten Ämter und öffentlichen
Einrichtungen wie das Jobcenter und die Bundesagentur für Arbeit, bis hin zu freien Trägern der Jugend- und
Jugendberufshilfe oder ausbildenden Betriebe – das Ziel, gelingende Übergänge zu gestalten. Die Vielzahl der
mitwirkenden Institutionen und Partner*innen, die diversen Angebote im Übergang, die Vielfalt der möglichen
Wege und Perspektiven für die Schüler*innen sowie die immer drängendere Anforderung, einen geschlech -
ter-, diversitäts- und migrationssensiblen und den spezifischen Förderbedarfen gerechten Übergang zu ge -
stalten und dabei sowohl die individuelle als auch die gesamtgesellschaftliche Bedeutung des Übergangs nach
der Schule in den Blick zu nehmen, begründet die seit dem Schuljahr 2012/2013 landesweite Einrichtung von
Kommunalen Koordinierungsstellen im NRW-Übergangssystem „Kein Abschluss ohne Anschluss“. Eine Auf -
gabe der Koordinierungsstellen ist die transparente Berichterstattung und die Analyse von lokalen Erfordernis-
sen für gelingende Übergänge. Um eine solche datengestützte Situationsanalyse zum Übergang Schule-Beruf
nachhaltig strukturell zu verankern und die Nutzung durch Partner*innen im Übergangsbereich und damit den
Nutzen dieser Erkenntnisse zu erhöhen, wird die Entwicklung eines Dashboards angestrebt, um die diversen
Interessenslagen und Informationsbedarfe passgenau adressieren zu können.
Der vorliegende Bericht zeigt münsterspezifische Ansatzpunkte auf, die für die Weiterentwicklung der gemein-
samen Ziele und die Arbeit der Verantwortungsgemeinschaft im Übergang Schule-Beruf relevant sind.
Der Bericht liefert hierfür:
• konkrete Ansatzpunkte für das aktive Handeln der Verantwortungsgemeinschaft
• eine Grundlage für die rechtskreisübergreifende Zusammenarbeit am Übergang Schule-Beruf
• eine Orientierung für die (Weiter-)Entwicklung von Angeboten, Einrichtungen und Beratungsstrukturen
• einen Überblick über aktuelle Entwicklungen und Trends
• erste Hinweise auf blinde Flecken und eventuelle Angebotslücken.
In einer ersten Analyse werden im Folgenden ausgehend vom Datenreport erste Handlungsbedarfe abgeleitet
und darauf aufbauende Schritte skizziert.
Ein wesentlicher Baustein eines ganzheitlichen Ansatzes ist die kontinuierliche Zusammenarbeit mit
abgebenden Schulen . Eine Aufgabe der Schulen im Übergangsgeschehen ist, die Schulpflicht nachzuhalten
und die Anschlussperspektiven nach dem Besuch der Sekundarstufe I zu dokumentieren. Die Stadt Müns -
ter stellt dafür seit mehreren Jahren das Tool SchülerOnline zur Verfügung. Die Auswertung der hieraus re -
sultierenden Daten zeigt allerdings, dass dieses Tool von den Schulen unterschiedlich intensiv genutzt wird.
Einige Schulen bzw. Schulformen nutzen dieses Instrument aktiv für die operative Arbeit vor Ort. Demgegen -
über sind für manche Schulen Unterschiede und Lücken in der Nutzung erkennbar. Zudem unterscheiden sich
auch die getätigten Dokumentationen hinsichtlich ihrer Aussagekraft. Anmeldungen für die Ausbildungs-
vorbereitung an einem Berufskolleg oder für eine duale Berufsausbildung sind hinreichend konkret, es gibt aber
auch Angaben zu sogenannten „sonstigen Übergängen“ oder „ohne Übergang“. Diese lassen keinen direkten
Rückschluss auf den konkreten Übergang zu.
Aus Sicht der Kommunalen Koordinierungsstelle bietet sich zur Optimierung der Übergangsdokumentation
die Etablierung eines jährlichen Austauschformats mit Vertreter*innen der Einzelschulen an. Ein für jede
Schule erstellter Schulreport mit Übergangs- und Abschlussdaten aus SchülerOnline könnte als ein Ausgangs -
punkt für die Zusammenarbeit fungieren. Hierauf aufbauend würden die spezifischen Herausforderungen
beim Übergang der Abgangsschüler*innen identifiziert. Eine solche individuelle Betrachtung der Schulen
unter Federführung der Kommunalen Koordinierungsstelle ermöglicht nicht nur die Analyse der quantitativen
Datenlage aus SchülerOnline. Sie eröffnet auch die Möglichkeit, qualitative Erkenntnisse zu den dokumen-
tierten Übergängen der jeweiligen Abgangsjahrgänge zu gewinnen und die auf den Übergang vorbereitende
Arbeit vor Ort weiterzuentwickeln. Auf Grund der vorliegenden Daten bietet sich an, den Schwerpunkt zunächst
SEITE 12 – Ergebnisse in Kurzform und Handlungsbedarfe
auf die Realschulen, die PRIMUS- sowie die Förderschulen zu legen. Bei diesen Übergängen zeigen sich vor allem
in den Sektoren I „Ausbildung“, V „Sonstige Übergänge“ und VI „Schüler*innen ohne Übergang“ Entwicklungen,
die einer tiefergehenden Betrachtung bedürfen.
• Der Großteil der Schüler*innen im Sektor I „Ausbildung“ stammt weiterhin von den Realschulen, ob -
wohl ihr Anteil im betrachteten Zeitverlauf in diesem Sektor sinkt. Mit Blick auf die Übergangsdaten von
Realschulen fallen insbesondere Schülerinnen auf, die immer weniger einen Anschluss in einer dualen oder
vollzeitschulischen Ausbildung finden.
• Im Sektor V „Sonstige Übergänge“, der die konkreten Übergänge nicht eindeutig nachvollziehen lässt,
werden im Zeitverlauf überwiegend Abgangsschüler*innen der Realschulen dokumentiert. Zugleich ist
in diesem Sektor im Jahr 2022 ein Anstieg von Förderschüler*innen erkennbar, ohne dass aus den Daten
eindeutig hervorgeht, welche Anschlüsse tatsächlich erfolgen. Inwiefern es sich hierbei um qualitativ
gute Anschlüsse handelt, ist weitergehend zu eruieren.
• Auch im Sektor VI „Schüler*innen ohne Übergang“ stellen im Jahr 2022 Schüler*innen von Förder- und
Realschulen nominell den größten Anteil dar. Zwar sind in diesem Sektor die Schüler*innen der sonstigen
Sek. I-Schulen nominell und prozentual nur im geringen Maße vertreten, betrachtet man jedoch dezidiert
die Übergangsdaten dieser Schulen, geht im Jahr 2022 mit 8 % ein vergleichsweise hoher Anteil ohne einen
konkreten Übergang ab.
Aufbauend auf diesen Erkenntnissen und mithilfe eines jährlichen Austauschformats können gemeinsam mit
den abgebenden Schulen und ggf. weiteren Partner*innen Maßnahmen abgeleitet werden, die sowohl die
Rahmenbedingungen für die Schüler*innen an den abgebenden Schulen verbessern (z.B. durch die Anpassung
der Anmeldezeiträume in SchülerOnline) als auch die Vorbereitungen auf den anstehenden Übergang weiter -
entwickeln, indem beispielsweise durch Beratungsfachkräfte bedarfsgerechte Informationen zur Verfügung
gestellt oder zielgruppenspezifische Formate entwickelt werden können. Zugleich verbessert sich durch dieses
Vorgehen laufend die Datengrundlage für eine noch zielgenauere, bedarfsorientierte Steuerung in der Zukunft.
Die Zusammenarbeit mit den abgebenden Schulen ist aber nur ein Zugang. Im nächsten Schritt gilt es, die
Zusammenarbeit zwischen den abgebenden und den aufnehmenden Schulen zu vertiefen. Den Grundstein
dafür hat die Kommunale Koordinierungsstelle im Jahr 2023 mit dem Projekt „Gemeinsam.Stark.VorOrt“6
(GSVO) bereits gelegt. Ziel des Projekts ist die Zusammenarbeit zwischen abgebenden und aufnehmenden
Schulen im Übergang von der Sekundarstufe I zur Sekundarstufe II, insbesondere zu Berufskollegs, anzuregen
und zu unterstützen sowie die Beratungs- und Unterstützungsangebote im Übergang zu optimieren. In diesem
Zuge wurden bereits mehrere Austauschtreffen zwischen den verschiedenen Schulformen organisiert. Eine
Fortsetzung ist auch im Jahr 2025 geplant und soll, auch bedingt durch den vorliegenden Bericht, einen Fokus
auf das Übergangsgeschehen an Förderschulen setzen. Der im Jahr 2023 und im Vergleich zu den
weiteren Schulformen hohe Anteil von Förderschüler*innen ohne Übergang zeigt die Notwendigkeit einer
näheren Analyse der Situation und der resultierenden Handlungsbedarfe auf. In diesem Zusammenhang
ist auch die für 2025 geplante Durchführung eines Fachtags zum Thema inklusive Berufsorientierung und
Übergangsgestaltung unter der Federführung der Kommunalen Koordinierungsstelle und der Beteiligung aller
in Münster involvierten Partner*innen und Institutionen zu sehen, der u.a. Transparenz über Herausforderungen
im Übergang von Förderschüler*innen und inklusiv beschulten Schüler*innen schaffen soll und die Notwendig-
keit einer Neujustierung von inklusiven Übergangsmöglichkeiten in den Blick nimmt.
Weitere besondere Ausgangslagen, Hemmnisse und Perspektiven können nur mit größerer Transparenz und
Wissen über die jeweiligen Herausforderungen sichtbar werden. Denn so eindeutig wie für Schüler*innen
mit Förderbedarfen leitet sich der Handlungsbedarf für spezifische Zielgruppen, Problemlagen oder
besondere Situationen nicht immer aus den vorliegenden Daten ab. Dass ein erfolgreicher Schul-
abschluss stets im Zusammenhang mit gesellschaftlicher Teilhabe und sozialer Absicherung zu betrach -
ten ist, zeigen ferner die Ergebnisse der bundesweiten Shell-Jugendstudie 2024. 32 % der Befragten ohne
Schulabschluss sind von Arbeitslosigkeit betroffen. Der Zugang zum Arbeitsmarkt ist für diese Personen -
gruppe trotz des Fachkräftemangels erschwert. Ein Großteil der befragten Schüler*innen ist sich zwar (sehr)
sicher, dass sie ihren Wunschabschluss erreichen, doch ist dieser Befund stark abhängig von der sozialen
Herkunft. Die Zuversicht nimmt anhand dieser Dimension ab.7 Diese Befunde unterstreichen die Notwendigkeit
für eine zielgruppenspezifische Betrachtung der Situation am Übergang Schule-Beruf.
Weitere vulnerable Zielgruppen können Schüler*innen mit familiärer oder persönlicher Migrationsvor-
geschichte sein, wenn Herausforderungen wie etwa fehlende oder nicht ausreichende (Schrift-)Sprachkennt -
nisse bestehen. Jugendliche mit einem Fluchtkontext stehen nicht selten vor den Herausforderungen eines
ihnen nicht bekannten Schul- und Ausbildungssystems. Solche Bedarfe gilt es weiterhin offenzulegen, um
entsprechende Angebote weiterzuentwickeln, die bei der Bewältigung solcher Zugangshürden unterstützen.
Eine weitere Zielgruppe im Übergang Schule-Beruf mit besonderen Herausforderungen sind Jugendliche mit
schulabsentem Verhalten. Neben der psychosozialen Belastung ist in dieser Personengruppe das Risiko, die
Schule ohne Abschluss zu verlassen, deutlich erhöht. Damit gehen auch eingeschränkte Ausbildungs- und
Berufschancen einher. In diesem Kontext ist auch die Gruppe der sogenannten „NEETs“ zu benennen. Das
Akronym steht für „Not in Education, Employment or Training“, also weder in Schule, Beschäftigung oder
Ausbildung und beschreibt dabei durchaus heterogene Teilgruppierungen. Jugendliche mit niedrigem oder
keinem Schulabschluss sind in Deutschland am häufigsten unter der Gruppe der NEETs vertreten 8. Im Kon -
text von Schulabsentismus und dem damit verbundenen Übergangsgeschehen ist die Werkstattschule des
Amtes für Schule und Weiterbildung zu benennen, die mit Blick auf die sich verändernden Bedarfe zum Schul -
jahr 2023/2024 zu einem Angebot für schulabsente Jugendliche weiterentwickelt wurde. Sie bietet schul-
müden Schüler*innen im 9. und 10. Schulbesuchsjahr sowohl die Möglichkeit auf einen schulischen Abschluss
als auch eine praxisnahe Vorbereitung auf einen späteren Übergang in den Beruf und gliedert sich in ein
Gesamtkonzept Schulabsentismus der Stadt Münster 9 ein. Die in dem Angebot identifizierten Problemlagen
von Schüler*innen mit schulabsentem Verhalten können Hinweise liefern, mit welchen spezifischen Heraus -
forderungen sich diese Zielgruppe am Übergang Schule-Beruf in Münster konfrontiert sieht. Ein Blick auf
diese Erkenntnisse vor Ort kann für eine Weiterentwicklung von Unterstützungsmaßnahmen zielführend
sein. Das 2022 initiierte Gesamtkonzept Schulabsentismus gilt es zeitnah hinsichtlich des weiterentwickelten
Angebots, aber auch mit Blick auf weitere Lücken und Bedarfe – insbesondere für das Übergangsgeschehen – zu
überprüfen. Ein erster Auftakt in Form eines Evaluationstermins mit der Schulaufsicht und weiteren Partner -
ämtern ist bereits erfolgt. Die vertiefenden Analysen zu den hier skizzierten Personengruppen, z.B. in Form von
zielgruppenspezifischen Berichtsformaten , müssen stets in Zusammenarbeit mit Expert*innen zuständiger
Fachämter der Stadt Münster, der Wissenschaft und weiteren Institutionen wie z.B. dem LWL, der Agentur
für Arbeit und dem Jobcenter sowie freien Trägern der Jugendberufshilfe erfolgen. Nur so lassen sich bei der
Erhebung der Zielgruppenbedarfe und der Konzeption von entsprechenden Angeboten alle relevanten
Perspektiven einbeziehen.
Neben der Zusammenarbeit mit abgebenden und aufnehmenden Schulen erlaubt eine vertiefende
Betrachtung aber auch die Weiterentwicklung des Angebots außerhalb des Kontextes Schule . Ange -
sichts der Herausforderungen, denen junge Menschen im Übergang Schule-Beruf gegenüberstehen, ist eine
rechtskreisübergreifende Zusammenarbeit im Sinne einer Jugendberufsagentur als Kooperationsbündnis
zwischen dem Amt für Schule und Weiterbildung (SGB VIII), der Agentur für Arbeit (SGB II, IX) und dem Job -
center (SGB III) erforderlich. Ziel dieser Zusammenarbeit ist der bedarfsorientierte und passgenaue Einsatz der
vielfältigen Instrumente und Angebote der Sozialleistungsträger sowie die Vermeidung von Parallelstrukturen.
Ein solcher ganzheitlicher Ansatz zur effektiven Unterstützung von jungen Menschen am Übergang Schule-
Beruf bezieht sich dabei nicht nur auf die erste Schwelle in das Berufsleben, sondern fokussiert auch einen gu -
ten Übergang in ein selbstbestimmtes Erwachsenenleben. Die Kommunale Koordinierungsstelle nimmt hierbei
7 Siehe hierzu: Zusammenfassung Jugend 2024 – 19. Shell Jugendstudie, S.27
8 Siehe hierzu: Schnelle, C. & Wieland, C. (2024): Abgehängt oder nur am Abhängen? Faktencheck NEETs 2024 „Not in Education,
Employment or Training“; Gütersloh: Bertelsmann Stiftung. Online verfügbar unter www.chance-ausbildung.de/Faktencheck-
NEETS-2024
9 Siehe hierzu: Öffentliche Beschlussvorlage der Stadt Münster V/0798/20226 Siehe hierzu: www.stadt-muenster.de/schulamt/uebergang-schule-beruf/projekt-gemeinsamstarkvorort
Ergebnisse in Kurzform und Handlungsbedarfe – SEITE 13
SEITE 14 – Ergebnisse in Kurzform und Handlungsbedarfe
eine zentrale Funktion ein. Im bereits bestehenden Lenkungskreis „Rechtskreisübergreifende Zusammenarbeit“
lassen sich u. a. mithilfe ausgewählter Ergebnisse gemeinsam mit den Partner*innen von Jobcenter, Bundes -
agentur für Arbeit und dem Amt für Kinder, Jugendliche und Familien die zukünftigen strategischen Ziele einer
rechtskreisübergreifenden Arbeit abstimmen. Zugleich ermöglicht eine Diskussion der Ergebnisse mit den ope-
rativ Tätigen eine detailliertere Einordnung und Schärfung von möglichen Rückschlüssen aus den Daten.
Es wird darüber hinaus deutlich, dass es einer stetigen Abstimmung mit den freien Trägern der Jugendbe -
rufshilfe und ihren jeweiligen Angeboten bedarf, um auf die identifizierten Tendenzen am Übergang Schule-
Beruf reagieren zu können. Ein bereits bestehendes Instrument, welches in diesem Zusammenhang verortet
ist und bereits rechtskreisübergreifend entwickelt und abgestimmt wird, ist die Kommunale Projektförde -
rung im Übergang Schule-Beruf des Amtes für Schule und Weiterbildung. Die Kommunale Projektförderung
stellt eine Ergänzung zu den bestehenden Instrumenten aus dem Landesprogramm „Kein Abschluss ohne An -
schluss“ dar und finanziert Maßnahmen und Unterstützungsangebote, wenn im Einzelfall keine Zuständigkeit
nach dem SGB II oder III vorliegt und/oder einzelne Projekte ohne diese anteilige Förderung nicht durchgeführt
werden könnten. Das Instrument fördert Angebote von freien Trägern der Jugendberufshilfe für schulpflichtige
Schüler*innen ab Klasse 8 und Jugendliche im Übergang Schule-Beruf ohne vorrangige Fördermöglichkeiten
nach anderen Rechtskreisen des SGBs, die
- einen Förderbedarf haben,
- sozial benachteiligt sind,
- die Schule nicht regelmäßig besuchen,
- abschlussgefährdet sind,
- eine Migrationsvorgeschichte besitzen,
- keine schulische oder berufliche Anschlussperspektive haben oder
- aktuell noch nicht ausbildungsfähig sind.
Im Hinblick auf sich verändernde Bedarfslagen von Teilnehmenden in Unterstützungsangeboten und einer
hieraus resultierenden Neujustierung solcher Angebote wird auf zwei Ebenen ein Austauschformat mit
freien Trägern der Jugendberufshilfe etabliert. Zum einen soll auf Ebene der Entscheidungsträger*innen die
strategische Entwicklung von neuen Angeboten im Rahmen der Kommunalen Projektförderung angestrebt
werden, zum anderen soll ein Gremium mit operativ tätigen von freien Trägern der Jugendberufshilfe auf die
Erhebung von Bedarfen und die Identifizierung von Angebotslücken abzielen. Die Erkenntnisse aus einem
solchen Abstimmungsprozess sind auch für die rechtskreisübergreifende Zusammenarbeit und die dortige
Weiterentwicklung der gesamten Angebotsstruktur von Bedeutung. Für eine kooperativ abgestimmte und
qualitative Weiterentwicklung der Kommunalen Projektförderung bedarf es auch der bereits beschriebenen
zielgruppenspezifischen Situationsanalyse und einer detaillierten Darstellung der jeweiligen Bedarfslage.
Zu einer Weiterentwicklung der Angebote nach der Schule tragen auch die Erkenntnisse aus den skizzierten
Abstimmungsformaten mit den abgebenden und aufnehmenden Schulen bei. Darüber hinaus wird ein
verstärkter Fokus auf eine Evaluation der geförderten Projekte, beispielsweise zu den Eingangsvoraussetzungen
der Teilnehmenden und zur Wirksamkeit der verschiedenen Angebote der Kommunalen Projektförderung,
Erkenntnisse liefern, um bewährte Konzepte und wirksame Projektelemente zu stärken und hieran anknüpfend
neue Angebote und Maßnahmen zu entwickeln.
Ergebnisse in Kurzform und Handlungsbedarfe – SEITE 15
SEITE 16 – Datenreport Datenreport – SEITE 17
In Anlehnung an den Anwendungsleitfadens zum Aufbau eines kommunalen Bildungsmonitorings 10 dienen
die Themenbereiche Bildungsteilnahme, Übergänge und Abschlüsse als strukturierendes Element. Wie in den
Berichten der Vorjahre wird der Übergang abgehend von der Sekundarstufe I beschrieben. Die im Datenreport
dargestellten Daten zum Übergang Schule-Beruf werden mithilfe inhaltlicher Leitfragen kontextualisiert. Die
Daten werden nicht isoliert betrachtet, sondern stets in relevante Fragestellungen eingebettet.
Im vorliegendem Bericht wurde soweit wie möglich eine gendersensible und inklusive Sprache berücksichtigt.
Es ist anzumerken, dass Abbildungen, die das Merkmal Geschlecht darstellen, auf Grund der statistischen Kate-
gorien und Gegebenheiten ausschließlich eine binäre Einteilung berücksichtigen. An allen Stellen, die nicht
explizit Schülerinnen oder Schüler beschreiben, wird die gendersensible Schreibweise des Gendersterns nach
Maßgabe der Stadt Münster angewendet. Zudem wird im Datenreport das Merkmal Nationalität anstelle von
Migrationshintergrund verwendet. Die Nationalität stellt ein eindeutiges Merkmal dar, das den Vergleich mit
anderen überregionalen Statistiken erleichtert. Die Datenerfassung erfolgt standardisiert auf Basis offizieller
Dokumente. Dabei wird die Nationalität als Merkmal nicht zugeschrieben (wie ggf. ein Migrationshintergrund),
sondern auf Basis von Staatsangehörigkeit erfasst. Zugleich besteht ein umfassender Zugang zu nationalitäts -
bezogenen Daten. Aus diesen Gründen bietet das Merkmal Nationalität eine gute Grundlage für die vorliegen -
den statistischen Analysen.
Datenquellen, Erklärungen und Limitationen:
Folgende Datenquellen werden im vorliegenden Datenreport verwendet:
• Amtliche Schulstatistik, Schuldatensatz
Es wird keine Datenschutzregel angewendet.
• SchülerOnline
Um Rückschlüsse auf Einzelfälle zu vermeiden, werden alle Daten von SchülerOnline mit einer Datenschutz-
regel belegt. Alle Daten sind auf ein Vielfaches von 3 auf- oder abgerundet und haben somit eine maximale
Abweichung von +/- 1. Die Berechnungen (Summe und Anteile) sind mit Originaldaten vorgenommen.
Danach sind die Summen auf ein Vielfaches von 3 auf- oder abgerundet und die berechneten Anteile auf
ganze Prozentzahlen gerundet. Um rechnerische Rückschlüsse zu vermeiden, werden alle Daten mit einem
gerundeten absoluten Wert von <=3 ohne absoluten Wert dargestellt.
Die Anwendung der Datenschutzregel ist der Beschriftung der jeweiligen Abbildung zu entnehmen.
Die im Folgenden dargestellte Kategorie „Sonstige Sekundarstufe (Sek.) I-Schulen“ besteht grundsätzlich aus
der PRIMUS- und Sekundarschule, wobei die im Zeitverlauf variierende Teilnahme an SchülerOnline zu beachten
ist. Es sind Unterschiede in der Zusammensetzung der Datenkategorie je nach Datenquelle zu beachten:
• Amtliche Schulstatistik: mit Waldorfschule
• SchülerOnline: ohne Waldorfschule
SchülerOnline ist eine webbasierte Anwendung, über die sich Schüler*innen für die gymnasiale Oberstufe an
Gesamtschulen und Gymnasien sowie für Bildungsgänge an beruflichen Schulen digital anmelden können. Das
Portal unterstützt bei der Organisation von Schulübergängen und den damit einhergehenden Verwaltungs -
vorgängen. Die Vollständigkeit und Verlässlichkeit der Daten ist abhängig von der Dokumentationspraxis der
teilnehmenden Schulen.
10 Siehe hierzu: Konsortium Bildungsmonitoring (2020): Anwendungsleitfaden für den Aufbau eines kommunalen Bildungsmonito-
rings; Wiesbaden, Stuttgart und Bonn.
IV . DATENREPORT
Aufbau des Datenreports:
1. Bildungsteilnahme: Schüler*innen
in Abschlussjahrgängen --------------------------------------------------------------------- 20
2. Übergänge und Schulabschlüsse der Abgangsklassen
der Sekundarstufe I allgemeinbildender Schulen ---------------------- 28
a. Alle Schulformen ------------------------------------------------------------------------------------- 28
b. Schulform Hauptschule -------------------------------------------------------------------------- 34
c. Schulform Realschule ------------------------------------------------------------------------------ 38
d. Schulform Gesamtschule ------------------------------------------------------------------------ 42
e. Schulform Sonstige Sekundarstufe I-Schulen -------------------------------------- 46
f. Schulform Gymnasium ---------------------------------------------------------------------------- 50
g. Schulform Förderschule -------------------------------------------------------------------------- 54
h. Übergangssektoren nach Schulformen ------------------------------------------------- 58
SEITE 18 – Datenreport Datenreport – SEITE 19
I. Berufsausbildung Die Daten stammen überwiegend aus Anmeldungen
für die entsprechenden Bildungsgänge an beruflichen
Schulen über SchülerOnline. Nur wenige Fälle im Sektor
I.1 werden über die Schulpflichtüberwachung von abge-
benden Schulen dokumentiert.
I.1 Ausbildung im
Dualen System
I.2 Vollzeitschulische
Ausbildung
II. Berufsvorbereitung Die Bildungsgänge in diesem Sektor vermitteln beruf -
liche Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie
ermöglichen zudem einen allgemeinbildenden Schul -
abschluss. Die Daten stammen überwiegend aus An-
meldungen für entsprechende Bildungsgänge an beruf -
lichen Schulen über SchülerOnline. Nur wenige Fälle im
Sektor II.2 werden über die Schulpflichtüberwachung
von abgebenden Schulen dokumentiert.
II.1 Berufsfachschule
I und II
II.2 Ausbildungs-
vorbereitung
III. Erwerb der Fachhochschulreife Die Daten stammen ausschließlich aus Anmeldungen für
entsprechende Bildungsgänge an beruflichen Schulen
über SchülerOnline.
IV. Erwerb der Allgemeinen Hochschulreife Die Daten stammen sowohl aus Anmeldungen für ent -
sprechende Bildungsgänge an allgemeinbildenden und
beruflichen Schulen über SchülerOnline als auch aus
der Schulpflichtüberwachung der abgebenden Schulen
(z.B. Schüler*in bleibt an der Schule und wechselt in die
Oberstufe; Schüler*in wechselt zu einer Schule, die nicht
an SchülerOnline teilnimmt).
Für SchülerOnline sind weitere Erklärungen zu den bestehenden Limitationen erforderlich:
• Im Hinblick auf die dargestellten Übergänge wird der Sektor VII „Schüler*innen, die in der Sekundarstufe I
verbleiben“ auf Grund geringer Fallzahlen nur im Kapitel „Alle Schulformen“ dargestellt. Es können daher
Abweichungen in der Gesamtsumme zwischen den Abbildungen für alle Schulformen und für die jeweilige
Schulform auftreten.
• Für das Schuljahr 2022/2023 können die Daten der Gymnasien nicht dargestellt werden, da durch den
Wechsel von G8/G9 keine vollständig dokumentierten Übergänge in SchülerOnline vorliegen. Dieser
Umstand würde im Zeitvergleich in den Kapiteln 2.a und 2.h zu Verzerrungen führen.
• SchülerOnline verwendet die Begrifflichkeiten „Zuwanderungsgeschichte“ und „Migrationshintergrund“
synonym. Auf Grund der teilweise unvollständigen und schwierig nachzuvollziehenden Dateneintragung
sowie der hiermit zu erwartenden Verzerrungen im Zeitverlauf wird das Merkmal Zuwanderungsgeschichte
bzw. Migrationshintergrund nicht dargestellt.
• Die Teilnahme der Schulen an SchülerOnline variiert von Jahr zu Jahr. Dabei dokumentieren Schulen die
jeweiligen Übergänge und Schulabschlüsse teilweise gar nicht oder unvollständig. Eine Dokumentation
über SchülerOnline ist nicht verpflichtend. Dies führt dazu, dass die Entwicklungen in der Zeitspanne teil -
weise nur bedingt interpretierbar sind. Zur Übersicht und Einordnung der Datenlage wird im Folgenden
die Anzahl der Schüler*innen in Abgangsklassen lt. Amtlicher Schulstatistik der dokumentierten Anzahl in
SchülerOnline (ohne Schüler*innen, die in der Sekundarstufe I verbleiben) gegenübergestellt.
Schulform Schuljahr SchülerOnline (Rundung
auf Vielfaches von 3)
Amtliche Schulstatistik
(Klassendaten)
alle Schulformen 2019/2020 2205 2632
2020/2021 2130 2707
2021/2022 2394 2755
2022/2023 - -
Hauptschule 2019/2020 150 158
2020/2021 174 178
2021/2022 186 187
2022/2023 171 183
Realschule 2019/2020 507 506
2020/2021 546 545
2021/2022 513 518
2022/2023 471 479
Gesamtschule 2019/2020 309 311
2020/2021 321 321
2021/2022 321 424
2022/2023 447 440
Sonstige Sek. I-Schu-
len (Sekundar- und
PRIMUS-Schule)
2019/2020 78 135
2020/2021 81 123
2021/2022 105 108
2022/2023 132 130
Gymnasium 2019/2020 1083 1374
2020/2021 945 1405
2021/2022 1146 1357
2022/2023 - -
Förderschule 2019/2020 81 148
2020/2021 66 135
2021/2022 120 161
2022/2023 102 127
Die Daten in SchülerOnline werden nach Sektoren ausgewertet, die sich am Bundesbildungsbericht anlehnen.
Dabei stammen die Daten aus der Schulpflichtüberwachung der abgebenden Schulen sowie aus den Anmelde-
datensätzen der aufnehmenden Schulen. Die Sektoren I-IV basieren vor allem auf Anmeldedatensätzen und
sind daher in ihrer Aussagekraft stabiler. Im Folgenden werden die Sektoren kurz erläutert:
V. Sonstige Übergänge Die Daten stammen ausschließlich aus der Schulpflicht -
überwachung der abgebenden Schulen. In diesem
Sektor werden Übergänge in z. B. ein Freiwilliges Soziales
Jahr oder Auslandsjahr dokumentiert. Auch Übergänge,
bei denen lediglich bekannt ist, dass ein Übergang ans
Berufskolleg, aber keine aktive Bewerbung über
SchülerOnline erfolgt und/oder der konkrete Bildungs -
gang unbekannt ist, werden in diesem Sektor abgebil -
det, da eine genauere Zuordnung nicht möglich ist.
Übergänge in diesen Sektor lassen daher eine eindeuti -
ge Nachvollziehbarkeit und Zuordnung nicht immer zu.
VI. Schüler*innen ohne Übergang Hier werden alle Schüler*innen dokumentiert, die zum
Zeitpunkt des Übergangs am 01.08. nicht versorgt sind
bzw. nicht in einem der anderen Sektoren dokumentiert
sind.
VII. Schüler*innen, die in der Sek. I verbleiben Es werden alle Schüler*innen dokumentiert, die in der
Sekundarstufe I verbleiben.
Bildungsteilnahme: Schüler*innen in Abschlussjahrgängen – SEITE 21 SEITE 20 – Datenreport1. BILDUNGSTEILNAHME:
SCHÜLER*INNEN
IN ABSCHLUSSJAHRGÄNGEN
SEITE 22 – Datenreport Bildungsteilnahme: Schüler*innen in Abschlussjahrgängen – SEITE 23
Wie viele Schüler*innen sind in den Abschlussjahrgängen
der allgemeinbildenden Schulformen?
Die Anzahl von Schüler*innen aller Jahrgänge einer Schule oder Schulform können dem Jahresbericht
„Schulstatistik“11 des Amtes für Schule und Weiterbildung entnommen werden.
148; 6%
135; 5%
161; 6% 127; 5%
169; 6%
1379; 50%
143; 5%
430; 16%
497; 18%
151; 5%
1433; 51%
158; 6%
440; 16%
479; 17%
183; 6%
1357; 49%
142; 5%
424; 15%
518; 19%
187; 7%
1405; 51%
148; 5%
321; 12%
545; 20%
178; 7%
1374; 51%
171; 6%
311; 12%
506; 19%
158; 6%
2668 2732 2789 2820 2769
2019/20 2020/21 2021/22 2022/23 2023/24
Schuljahr Schuljahr Schuljahr Schuljahr Schuljahr
11 Siehe Website: www.stadt-muenster.de/schulamt/service/statistiken-und-berichte
92; 7%
56; 4%
88; 6%
47; 3%
100; 7%
61; 4%
79; 5%
48; 3%
100; 7%
69; 5%
699; 52%
60; 4%
222; 17%
218; 16%
66; 5%
680; 47%
83; 6%
208; 14%
279; 19%
85; 6%
722; 53%
71; 5%
212; 15%
237; 17%
83; 6%
711; 49%
87; 6%
228; 16%
242; 17%
100; 7%
716; 52%
60; 4%
210; 15%
235; 17%
86; 6%
641; 45%
82; 6%
214; 15%
283; 20%
101; 7%
732; 54%
59; 4%
149; 11%
277; 21%
83; 6%
673; 49%
89; 6%
172; 12%
268; 19%
95; 7%
691; 54%
71; 6%
168; 13%
235; 18%
69; 5%
683; 50%
100; 7%
143; 10%
271; 20%
89; 6%
52%
1378
48%
1290
51%
1385
49%
1347
51%
1421
49%
1368
51%
1447
49%
1373
52%
1435
48%
1334
2019/20 2020/21 2021/22 2022/23 2023/24
männl. männl. männl. männl. männl.weibl. weibl. weibl. weibl. weibl.
ABB. 1: Anzahl und Anteil Schüler* innen in Abgangsklassen im Zeitverlauf
ABB. 2: Anzahl und Verteilung Schüler*innen in Abgangsklassen nach Geschlecht im Zeitverlauf
Hauptschulen Realschulen Gesamtschulen Sonstige Sek.I-Schulen Gymnasien Förderschulen
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Schuldatensatz
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Schuldatensatz
Die Zahl an Schüler*innen in den Abgangsjahrgängen bleibt über die betrachteten Schuljahre hinweg auf einem
ähnlichen Niveau. Während sich die jeweiligen Anteile der allermeisten Schulformen im Zeitverlauf nur gering-
fügig verändern, nimmt der Anteil der Schüler*innen, die von einer Gesamtschule abgehen, zu (+ca. 4 %). Diese
Entwicklung erklärt sich durch das Anwachsen einer weiteren Gesamtschule, die ab dem Schuljahr 2021/2022
einen Abgangsjahrgang führt.
SEITE 24 – Datenreport Bildungsteilnahme: Schüler*innen in Abschlussjahrgängen – SEITE 25
Zum Erhalt eines vollständigen Überblicks stellt die Abbildung die Verteilung aller Schüler*innen mit aus-
ländischerNationalität auf die Abgangsklassen der Schulformen dar. Während die Gymnasien neben den Ge -
samtschulen in ihren Abgangsklassen den niedrigsten Anteil an Schüler*innen mit ausländischer Nationalität
haben (Abbildung 3), werden im Schuljahr 2023/2024 32 % aller in Abgangsklassen befindlichen Schüler*innen
mit ausländischer Nationalität an einem Gymnasium beschult. 5% aller Schüler*innen mit ausländischer Natio -
nalität, die eine Abgangsklasse besuchen, befinden sich im selben Schuljahr an den Gesamtschulen.
Schuljahr 23/24
Schuljahr 22/23
Schuljahr 21/22
Schuljahr 20/21
Schuljahr 19/20
19%
23%
23%
26%
9%
26%
23%
24%
29%
18%
5%
12%
8%
5%
13%
12%
10%
10%
11%
14%
32%
27%
27%
22%
38%
6%
5%
7%
7%
8%
ABB. 4: Verteilung Schüler*innen mit ausländischer Nationalität auf Abgangsklassen nach Schulformen im Zeitverlauf
Im Schulformvergleich haben die Abgangsklassen der Hauptschulen den höchsten Anteil von Schüler*innen
mit ausländischer Nationalität (bis zu 46 %). Den niedrigsten Anteil haben die Gesamtschulen und Gymnasien
(<10 %).
Hauptschulen Realschulen Gesamtschulen Gymnasien Förderschulen insgesamt
50%
40%
30%
20%
10%
0%
9% (15)
37% (65)
33% (62)
46% (84)
41% (62)
6% (28)
13% (73)
13% (66)
17% (81)
17% (86)
6% (20)
4% (13)
5% (22)
10% (44)
3% (15)
13% (22)
18% (27)
20% (28)
23% (36)
28% (40)
4% (61)
4% (56)
5% (72)
7% (97)
8% (104)
9% (13)
13% (18)
12% (20)
13% (17)
11% (19)
6% (159)
9% (252)
10% (270)
13% (359)
12% (326)
ABB. 3: Anteil Schüler* innen mit ausländischer Nationalität in Abgangsklassen nach Schulformen im Zeitverlauf
Sonstige
Sek.I-Schulen
Schuljahr 19/20 Schuljahr 20/21 Schuljahr 21/22 Schuljahr 22/23 Schuljahr 23/24
Hauptschulen Realschulen Gesamtschulen Sonstige Sek.I-Schulen Gymnasien Förderschulen
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Schuldatensatz
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Schuldatensatz
SEITE 26 – Datenreport Bildungsteilnahme: Schüler*innen in Abschlussjahrgängen – SEITE 27
Der Anteil von Schüler*innen mit einem Förderschwerpunkt ist in den Abgangsklassen von Hauptschulen und
den sonstigen Sek. I-Schulen am höchsten (2023/2024: >10 %). In den Abgangsklassen aller anderen Schul-
formen liegt der Anteil unter 10 %, an den Gymnasien ab dem Schuljahr 2021/2022 unter 1 %.
Ergänzend zum Anteil von Schüler*innen mit Förderschwerpunkt in den Abgangsklassen einer Schulform (siehe
vorherige Abbildung), stellt diese Abbildung die Verteilung aller in Abgangsklassen befindenden Schüler*innen
mit Förderschwerpunkt auf die Schulformen dar. Während 29 % dieser Schüler*innen sich in einer Abgangs -
klasse an einer Realschule befinden, werden 10 % der in Abgangsklassen befindlichen Schüler*innen mit Förder-
schwerpunkt an den Gymnasien beschult.
EXKURS:
Entwicklung eines münsterspezifischen Schulsozialindex
Hintergrund zum Schulsozialindex
Der Schulsozialindex dient der Erfassung und Beschreibung der sozialen Zusammensetzung der Schüler*innen-
schaft einer Schule. Ziel ist es, schulische Bedarfe präzise zu identifizieren und adäquat zu berücksichtigen, in -
dem indikatorbasiert eine zielgenaue Verteilung von bestehenden Ressourcen vorgenommen wird. In Nord -
rhein-Westfalen liegt seit 2020 ein landesweiter, schulscharfer Schulsozialindex vor. Im Dezember 2023 und im
Jahr 2024 wurde dieser Schulsozialindex in einer aktualisierten Version veröffentlicht. Dabei wurde sowohl die
Datenbasis verbessert, die Berechnungsmethode optimiert und im Jahr 2024 die Datenlage aktualisiert.
Zur Erstellung des Landesindex NRW werden unverändert folgende Indikatoren einbezogen:
• SGB II-Dichte im Einzugsgebiet anhand einer sozialräumlichen Näherung
• Anteil von Schüler*innen mit vorwiegend nicht-deutscher Familiensprache
• Anteil von Schüler*innen mit einem diagnostizierten Förderschwerpunkt Lernen, emotionale und soziale
Entwicklung und Sprache
• Anteil von Schüler*innen mit eigenem Zuzug aus dem Ausland
Schulsozialindex in Münster
Im Jahr 2016 wurde in der Stadt Münster die Neukonzeption der Schulsozialarbeit beschlossen. Eine erste
eigene indexbasierte Verteilung der bestehenden Ressourcen wurde erstmalig zum Schuljahr 2017/2018
vorgenommen. Von einer Aktualisierung und Neuverteilung wurde für die Jahre 2020-2023 auf Grund der
COVID-19-Pandemie und den damit einhergehenden besonderen Herausforderungen in Schulen abgesehen.
Mit der Veröffentlichung des aktualisierten Landesindex NRW im Jahr 2023 wurde geprüft, ob dieser für die Neu-
verteilung der Schulsozialarbeit an münsterschen Schulen herangezogen werden kann. Da der Landesindex
NRW u.a. auf Grund der sozialräumlichen Näherung die schulische Segregation ausblendet, wurde sich gegen
die Verwendung des Landesindex entschieden und weiterhin ein eigener münsterspezifischer Schulsozialindex
in einer Neuauflage befürwortet.12 Der Schulsozialindex soll nach wie vor für Grundschulen und weiterführende
Schulen angewandt werden. Die Berechnung nähert sich nicht sozialräumlich, sondern erfasst die tatsächliche
Zusammensetzung der Schüler*innen einer Schule. Dabei werden je nach Schulform unterschiedliche Indika -
toren berücksichtigt:
Primarbereich:
• Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchung
• sozioökonomischer Hintergrund des Elternhauses
• Migrationsvorgeschichte in schwieriger sozialer Lage
Allgemeinbildender Sekundarbereich I und II:
• festgestellte Förderbedarfe (AO-SF)
• sozioökonomischer Hintergrund des Elternhauses
• Migrationsvorgeschichte in schwieriger sozialer Lage
Hauptschulen Realschulen Gesamtschulen Sonstige
Sek.I-Schulen
Gymnasien insgesamt
18%
16%
14%
12%
10%
8%
6%
4%
2%
0%
7% (11)
2% (11)
5% (14)
2% (22)
3% (81)
13% (23)
8% (14)
4% (21)
4% (14)
1% (19)
3% (81)
9% (13)
9% (16)
4% (21)
5% (20)
1% (10)
3% (90)
16% (23)
9% (16)
5% (25)
7% (31)
1% (11)
4% (108)
16% (25)
13% (20)
5% (27)
4% (19)
1% (9)
4% (92)
12% (17)
Schuljahr 23/24
Schuljahr 22/23
Schuljahr 21/22
Schuljahr 20/21
Schuljahr 19/20
22%
15%
18%
17%
14%
29%
23%
23%
26%
14%
21%
29%
22%
17%
17%
18%
23%
26%
16%
28%
10%
10%
11%
23%
27%
12 Siehe die Öffentliche Beschlussvorlage V/0007/2025 im Ratsinformationssystem der Stadt Münster
ABB. 6: Verteilung Schüler*innen mit Förderschwerpunkt auf Abgangsklassen nach Schulformen im Zeitverlauf
ABB. 5: Anteil Schüler*innen mit Förderschwerpunkt in Abgangsklassen nach Schulformen im Zeitverlauf
Schuljahr 19/20 Schuljahr 20/21 Schuljahr 21/22 Schuljahr 22/23 Schuljahr 23/24
Hauptschulen Realschulen Gesamtschulen Sonstige Sek.I-Schulen Gymnasien Förderschulen
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Schuldatensatz
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Schuldatensatz
SEITE 28 – Datenreport Bildungsteilnahme: Schüler*innen in Abschlussjahrgängen – SEITE 29
Zusammenhang von Schulsozialindex und Übergang Schule-Beruf
Mit einer herausfordernden sozialen Lage und der vielfach beschriebenen Auswirkung auf den Bildungserfolg
der betreffenden Schüler*innen gehen auch erschwerte Bedingungen im Übergang von der Schule in Ausbil -
dung oder Studium einher. Mithilfe des Schulsozialindex werden ungleiche Bedingungen am Übergang sichtbar
und ihnen kann entgegengewirkt werden. Ressourcen für Unterstützungsformen, die auf einen gelingenden
Übergang Schule-Beruf abzielen, lassen sich präziser zielgruppenspezifisch steuern. Dabei nimmt die Schul-
sozialarbeit bereits eine wichtige Rolle in der schulischen Berufsorientierung ein, doch gehen bestehende und
perspektivisch mögliche Unterstützungsstrukturen darüber hinaus. Beispielsweise lässt sich das Angebot von
Berufsberatung bedarfsorientierter anpassen. Kommunale Projekte, die ergänzend zum Landesprogramm
„Kein Abschluss ohne Anschluss“ aufgelegt werden und auf eine individuelle Unterstützung in der Beruflichen
Orientierung von Schüler*innen abzielen, können sich passgenau auf die Zielgruppe ausrichten und hinsicht -
lich der Notwendigkeit für bestimmte Schulen und Schulformen priorisiert werden. Es lassen sich weiterhin
spezifische Kooperationen zwischen Schule, Wirtschaft und Jugendberufshilfe schließen, die die potenziellen
Bedarfe der Schüler*innen einer Schule berücksichtigen und diesen gerecht werden (z.B. Praktikumsformate).
Neben der Nutzung des Index als ein Instrument der Priorisierung, gilt es zu prüfen, inwieweit sich der Index
direkt in die Analysen des Übergangsgeschehens integrieren lässt. Die Übergangsprozesse unter Hinzunahme
des münsterspezifischen Sozialindex zu betrachten, erweitert die Perspektive um eine Facette, die viel stärker als
bisher die familiären Hintergründe der Schüler*innen einbezieht. Dies ist nur eine Auswahl an Möglichkeiten und
Chancen, die sich aus einem Schulsozialindex für den Bereich Übergang Schule-Beruf ergeben. Die Potenziale
gilt es zu heben und fortlaufend an einer chancengerechten Beruflichen Orientierung in Münster zu arbeiten.
13 Die Friedensreich-Hundertwasser-Schule läuft mit dem Schuljahr 2024/2025 aus.
14 Die Gesamtschule Münster-West befindet sich im Aufbau und führt seit dem Schuljahr 2024/2025 erstmalig einen 5. Jahrgang.
Gesamtschule
Gymnasium
Hauptschule
PRIMUS-Schule
Realschule
Sekundarschule
West
Nord
Mitte
Ost
Hiltrup
Südost
Mathilde-Anneke-Gesamtschule 1,78
Waldschule Kinderhaus 8,10Geschwister-Scholl-Gymnasium 2,62
Geschwister-Scholl-Realschule 6,59 Hauptschule Coerde 9,60
Pascal-Gymnasium 1,48Realschule im Kreuzviertel 6,69
Schillergymnasium 1,32
Ratsgymnasium 1,11Freiherr-vom-Stein-
Gymnasium 1,73Gesamtschule
Münster-West 3,46
Friedensreich-
Hundertwasser-
Schule
9,76
Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium 0,78
Erich-Klausener-Schule 3,23
Wilhelm-Hittorf-Gymnasium 0,91
PRIMUS-Schule
(Stufe der Lernorte) 8,23
Erna-de-Vries-
Realschule 7,82
Realschule Wolbeck 4,57
Gymnasium Wolbeck 1,23
Hauptschule Hiltrup 9,13Johannes-Gutenberg-Realschule Hiltrup 5,54
Immanuel-Kant-Gymnasium Hiltrup 1,15
Gesamtschule
Münster-Mitte 2,41
Gynasium Paulinum 1,32
Im Folgenden werden die ermittelten Indexwerte der allgemeinbildenden Schulen der Sekundarstufe I darge -
stellt. Die Indexwerte sind relativ aufgebaut und reichen von 10 bis 0 mit je zwei Nachkommastellen. Der Wert
10 stellt stets den höchsten Ausprägungsgrad dar, alle weiteren Werte werden hierzu in Relation gesetzt. Dabei
werden die Förderschulen auf Grund der spezifischen Zusammensetzung ihrer Schüler*innenschaft von der Zu-
teilung eines Indexwertes ausgeklammert.
SEITE 30 – Datenreport2. ÜBERGÄNGE UND
SCHULABSCHLÜSSE DER
ABGANGSKLASSEN
DER SEKUNDARSTUFE I
ALLGEMEINBILDENDER SCHULEN
Übergänge und Schulabschlüsse der Abgangsklassen der Sekundarstufe I allgemeinbildender Schulen – SEITE 31
SEITE 32 – Datenreport Übergänge und Schulabschlüsse der Abgangsklassen der Sekundarstufe I allgemeinbildender Schulen – SEITE 33
Wie gestalten sich die Übergänge der Schüler*innen
aller Abgangsklassen?
Fast 70 % aller Abgangsschüler*innen gehen im Zeitverlauf konstant in die Sektoren III „Fachhochschulreife“ oder
IV „Allgemeine Hochschulreife“ über. Auf Grund der zu Beginn des Datenreports dargestellten Limitationen
zur Datenlage in SchülerOnline wird das Jahr 2023 im Schulformvergleich nicht dargestellt.
2. a. Alle Schulformen
Sektor I: Ausbildung
Sektor II: Berufsvorbereitung
Sektor III: Erwerb Fachholschulreife
Sektor IV: Erwerb Allg. Hochschulreife
2020 2021 2022
weibl.weibl.weibl. männl.männl.männl.
51%
1131
50%
1071
51%
1224
49%
1080
50%
1062
49%
1176
0%
0% 0%
6; 0%
0%
39; 4%
42; 4%
24; 2% 36; 3%
60; 5%
57; 5%
90; 8%
666; 63%
99; 9%
69; 6%
102; 10%
54; 5%
90; 8% 57; 5%
54; 4%
87; 7%
786; 67%
66; 6%
75; 6%
102; 9%
714; 58%
111; 9%
102; 8%
177; 14%
597; 56%
111; 10%
99; 9%
168; 16%
708; 66%
57; 5%
126; 12%
72; 7%
666; 59%
108; 10%
87; 8%
174; 15%
2020 2021 2022
gesamt gesamt gesamt
2211
2133
2400
0%
0%
6; 0%
66; 3%
72; 3%
117; 5%
147; 7%
141; 6%
1500; 62%
180; 7%
180; 7%
279; 12%
1263; 59%
210; 10%
168; 8%
267; 13%
144; 6%
1374; 62%
180; 8%
144; 6%
300; 14%
ABB. 7: Übergänge der Abgangsklassen aller Schulformen nach Sektoren im Zeitverlauf ABB. 8: Übergänge der Abgangsklassen aller Schulformen nach Sektoren und Geschlecht im Zeitverlauf
Eine Übersicht
und Erläuterung zu
den Sektoren in
SchülerOnline findet
sich zu Beginn des
Datenreports.
Sektor V: Sonstige Übergänge
Sektor VI: Schüler*innen ohne Übergang
Sektor VII: Schüler*innen,
die in der Sek. I verbleiben
Quelle: SchülerOnline, Stichtag 30.11. (Rundung auf Vielfaches von 3)
Quelle: SchülerOnline, Stichtag 30.11. (Rundung auf Vielfaches von 3)
Anteilig zum jeweiligen Geschlecht entscheiden sich im Zeitverlauf konstant mehr Schülerinnen als Schüler
für den Erwerb der Allgemeinen Hochschulreife. Zugleich gehen anteilig mehr Schüler als Schülerinnen in eine
duale oder vollzeitschulische Berufsausbildung über. Der prozentuale Anteil der Personen ohne einen Über -
gang unterscheidet sich zwischen den Geschlechtern in der Gesamtbetrachtung aller Schulformen, vor allem
für die Jahre 2021 und 2022, nur wenig.
SEITE 34 – Datenreport Übergänge und Schulabschlüsse der Abgangsklassen der Sekundarstufe I allgemeinbildender Schulen – SEITE 35
Mit welchen Schulabschlüssen verlassen die Schüler*innen
aller Abgangsklassen die Sekundarstufe I?
Sowohl unter den Schülerinnen als auch unter den Schülern ist im Jahr 2022 ein Anstieg der Abgänge mit
Förderschulabschluss zu verzeichnen (Schülerinnen ca. 3 %, Schüler ca. 5 %). Es gehen für beide Geschlechter
die meisten Personen mit einem Versetzungszeugnis für die gymnasiale Oberstufe ab. Im Zeitverlauf sind es
47-51 % der Schülerinnen und 43-47 % der Schüler.
ohne Abschluss
Föderschulabschluss LB / GE
Hauptschulabschluss Klasse 9 / ESA
Hauptschulabschluss Klasse 10 / EESA
2020 20202021 20212022 2022
gesamt gesamt gesamt weibl.weibl.weibl. männl.männl.männl.
2211
2133
2400
1131
1071
1224
1080 1062
1176
ABB. 9: Schulabschlüsse der Abgangsklassen aller Schulformen im Zeitverlauf
ABB. 10: Schulabschlüsse der Abgangsklassen aller Schulformen nach Geschlecht im Zeitverlauf
Fachoberschulreife
Fachoberschulreife mit Qualifikation
Versetzungszeugnis Klasse 9 / Gymnasium
Sonstige Abschlüsse / fehlende Angaben
Quelle: SchülerOnline, Stichtag 30.11. (Rundung auf Vielfaches von 3)
Quelle: SchülerOnline, Stichtag 30.11. (Rundung auf Vielfaches von 3)
insgesamt
2020 2021 2022
ohne Abschluss 12 (1 %) 15 (1 %) 18 (1 %)
Förderschulabschluss LB / GE 51 (2 %) 48 (2 %) 102 (4 %)
Hauptschulabschluss Klasse 9 / ESA 30 (1 %) 45 (2 %) 57 (2 %)
Hauptschulabschluss Klasse 10 / EESA 150 (7 %) 171 (8 %) 171 (7 %)
Fachoberschulreife 315 (14 %) 333 (16 %) 315 (13 %)
Fachoberschulreife mit Qualifikation 531 (24 %) 543 (25 %) 579 (24 %)
Versetzungszeugnis Klasse 9 / Gymnasium 1080 (49 %) 930 (44 %) 1122 (47 %)
Sonstige Abschlüsse / fehlende Angaben 42 (2 %) 48 (2 %) 36 (2 %)
männl. weibl. männl. weibl. männl. weibl.
ohne Abschluss 9 (1 %) 6 (0 %) 6 (1 %) 6 (1 %) 15 (1 %) 6 (0 %)
Förderschulabschluss LB / GE 36 (3 %) 15 (1 %) 30 (3 %) 18 (2 %) 63 (5 %) 39 (3 %)
Hauptschulabschluss Klasse 9 / ESA 12 (1 %) 15 (1 %) 24 (2 %) 21 (2 %) 33 (3 %) 21 (2 %)
Hauptschulabschluss Klasse 10 / EESA 87 (8 %) 60 (6 %) 105 (10 %) 66 (6 %) 96 (8 %) 75 (6 %)
Fachoberschulreife 186 (16 %) 132 (12 %) 192 (18 %) 141 (13 %) 171 (14 %) 144 (12 %)
Fachoberschulreife mit Qualifikation 252 (22 %) 279 (26 %) 255 (24 %) 288 (27 %) 297 (24 %) 282 (24 %)
Versetzungszeugnis Klasse 9 / Gymnasium 531 (47 %) 549 (51 %) 435 (41 %) 495 (47 %) 528 (43 %) 594 (50 %)
Sonstige Abschlüsse / fehlende Angaben 21 (2 %) 21 (2 %) 21 (2 %) 24 (2 %) 18 (1 %) 18 (2 %)
2020 2021 2022
SEITE 36 – Datenreport Übergänge und Schulabschlüsse der Abgangsklassen der Sekundarstufe I allgemeinbildender Schulen – SEITE 37
Welche Übergänge werden mit welchen Schulabschlüssen
von Schüler*innen aller Abgangsklassen gewählt?
Ohne Schulabschluss:
Zum größten Teil geht diese Personengruppe in den Sektor II „Berufsvorbereitung“ über (ca. 46-64 %), der den
Erwerb allgemeinbildender Schulabschlüsse ermöglicht. 21-46 % der Personen ohne Abschluss sind im Zeit-
verlauf auch ohne konkreten Übergang dokumentiert.
Mit Förderschulabschluss:
Die Personengruppe mündet im Zeitverlauf überwiegend in den Sektor II „Berufsvorbereitung“ ein (ca. 37-63 %),
wobei 6-29 % der Personen mit Förderschulabschluss ohne konkreten Übergang (Sektor VI) und 14-34 % mit
sonstigen Übergängen wie z.B. einem Freiwilligen Sozialen Jahr (Sektor V) verzeichnet sind. Damit ist für einen
erheblichen Teil dieser Personengruppe der Übergang nicht eindeutig nachvollziehbar.
Mit Erstem (Erweiterten) Schulabschluss:
Die Schüler*innen mit einem Ersten Schulabschluss gehen im Zeitverlauf mit abnehmender Tendenz in den
Sektor II „Berufsvorbereitung“ über (2020: 72 %; 2022: 48 %). Eine zunehmende Anzahl von Schüler*innen mündet
in eine duale oder vollzeitschulische Ausbildung ein (Sektor I, 2020: 7 %; 2022: 14 %). Mit 10-23 % geht auch ein
erheblicher Anteil ohne konkreten Übergang von der Schule ab (Sektor VI). Der Anteil der Schüler*innen mit
dem Ersten Erweiterten Schulabschluss, die in die Berufsvorbereitung übergeht, liegt bei ca. 51-55 % (Sektor II).
Allerdings gehen deutlich mehr Personen mit einem Ersten Erweiterten Schulabschluss (Sektor I, ca. 28-38 %)
als Abgänger*innen mit einem Ersten Schulabschluss (Sektor I, ca. 7-14 %) in eine duale oder vollzeitschulische
Ausbildung über. Der Anteil derer, die mit einem Ersten Erweiterten Schulabschluss ohne adäquaten Übergang
die Schule verlassen (Sektor VI), liegt mit 8-9 % niedriger als bei der Personengruppe mit dem Ersten Schulab -
schluss.
Mit Fachoberschulreife (mit Qualifikation):
Die Schülerschaft, die die Sekundarstufe I mit der Fachoberschulreife verlässt, strebt entweder eine duale bzw.
vollzeitschulische Ausbildung (Sektor I, ca. 37-43 %) oder den Erwerb der Fachhochschulreife an einer beruf -
lichen Schule (Sektor III, ca. 36-39 %) an. Wenn die Fachoberschulreife mit Qualifikation vorliegt, ist der vor -
zugsweise gewählte Anschluss der Erwerb der Allgemeinen Hochschulreife (Sektor IV, ca. 56-66 %). Nur noch
12-19 % wählen eine duale oder vollzeitschulische Ausbildung (Sektor I) und 12-14 % den Erwerb der Fachhoch-
schulreife (Sektor III).
Versetzungszeugnis Klasse 9 Gymnasium
Sonstige Abschlüsse / fehlende Angaben
Fachoberschulreife mit Qualifikation
Fachoberschulreife
Hauptschulabschluss Klasse 10/EESA
Hauptschulabschluss Klasse 9/EESA
Förderschulabschluss LB / GE
ohne Abschluss
Sektor I: Ausbildung
Sektor II: Berufsvorbereitung
Sektor III: Erwerb Fachholschulreife
Sektor IV: Erwerb Allg. Hochschulreife
Sektor V: Sonstige Übergänge
Sektor VI: Schüler*innen ohne Übergang
Sektor VII: Schüler*innen,
die in der Sek. I verbleiben
2022
2021
2020
2022
2021
2020
2022
2021
2020
2022
2021
2020
2022
2021
2020
2022
2021
2020
2022
2021
2020
2022
2021
2020
0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100%
100%<1%
<1%
<1%
100%
100%
24%
13%
2%
14%
12%
19%
37%
42%
43%
35%
28%
38%
14%
11%
7%
4%
6%
60%
11%
7%
46% 8% 46%
64% 7% 21%
47% 42%
34% 6%
63% 14% 14% 2%
37% 29% 29% 2%
72% 3% 10% 7%
50% 14% 23% 2%
48% 18% 14% 5%
51% 1% 2% 8%
54% 1% 6% 9% 1%
55% 2% 8% 1%
2% 36% 15% 4%
4% 39% 13% 3%
3% 38% 15% 9%
12% 56% 10% 2%
14% 62% 10% 3%
10% 66% 7% 3%
7% 45% 40% 5%
4% 55% 28%
11% 30% 32% 3%
Quelle: SchülerOnline, Stichtag 30.11.
<1%
<1%
<1%
ABB. 11: Übergänge der Abgangsklassen aller Schulformen nach Schulabschlüssen im Zeitverlauf
SEITE 38 – Datenreport Übergänge und Schulabschlüsse der Abgangsklassen der Sekundarstufe I allgemeinbildender Schulen – SEITE 39
2. b. Schulform Hauptschule
Wie gestalten sich die Übergänge der Schüler*innen
der Abgangsklassen der Schulform Hauptschule?
Im Zeitverlauf münden immer mehr Abgänger*innen von Hauptschulen in eine duale oder vollzeitschulische
Ausbildung ein (2020: ca. 34 %, 2023: ca. 42 %).
150
174
186
171
15; 10%
60; 41%
51; 34%
2%
9; 5%
24; 14%
60; 35%
51; 29%
63; 35%
72; 39%
21; 12%
6; 3%
72; 42%
60; 35%
21; 13%
9; 6%
12; 6%
9; 4%
12; 7%
6; 3%
12; 8%
12; 7%
18; 10%
2020 2021 2022 2023
gesamt gesamt gesamt gesamt
2020
2023
34%
42%
Anteil der Abgänger*innen von
Hauptschulen in eine duale oder
vollzeitschulische Ausbildung
56%
84
52%
90
53%
99
55%
93
44%
66
48%
84
47%
87
45%
78
27; 31%
33; 38%
9; 9%
6; 7%
15; 19%
4%
27; 33%
24; 28%
42; 43%
33; 33%
12; 12%
3%
21; 25%
33; 35%
39; 43%
12; 12%
39; 51%
18; 25%
12; 14%
42; 47%
9; 11%
2% 9; 10%
3%
39; 45%
6; 11%
24; 35%
21; 32%
30; 36%
2%
6; 8%
6; 8%
4% 6; 7%
6; 7%
6; 7%
4%
1%
6; 6%
6; 9%
1%
9; 14%
6; 8%
6%
2020 2021 2022 2023
männl. weibl. männl. weibl. männl. weibl. männl. weibl.
Während im Gesamtbild vermehrt Schüler*innen von Hauptschulen in eine duale bzw. vollzeitschulische
Ausbildung übergehen, lässt sich keine eindeutige geschlechtsspezifische Tendenz für den Übergang in Sektor I
„Ausbildung“ ableiten. Die Übergänge in die SchülerOnline-Sektoren sind im Zeitverlauf sehr variabel.
Sektor I: Ausbildung
Sektor II: Berufsvorbereitung
Sektor III: Erwerb Fachholschulreife
Sektor IV: Erwerb Allg. Hochschulreife
Sektor V: Sonstige Übergänge
Sektor VI: Schüler*innen ohne Übergang
ABB. 12: Übergänge der Abgangsklassen nach Sektoren der Schulform Hauptschule im Zeitverlauf
ABB. 13: Übergänge der Abgangsklassen nach Sektoren und Geschlecht der Schulform Hauptschule im Zeitverlauf
Quelle: SchülerOnline, Stichtag 30.11. (Rundung auf Vielfaches von 3)
Quelle: SchülerOnline, Stichtag 30.11. (Rundung auf Vielfaches von 3)
9; 11%
SEITE 40 – Datenreport Übergänge und Schulabschlüsse der Abgangsklassen der Sekundarstufe I allgemeinbildender Schulen – SEITE 41
Mit welchen Schulabschlüssen verlassen die
Abgangsschüler*innen die Schulform Hauptschule?
Die meisten Personen gehen mit dem Ersten Erweiterten Schulabschluss ab (ca. 43-60 %). Ungefähr 25-35 %
verlassen die Hauptschule mit der Fachoberschulreife, dabei erlangen ca. 9-15 % die Fachoberschulreife mit
Qualifikation.
2020 20202021 20212022 20222023 2023
gesamt gesamt gesamt gesamt weibl.weibl.weibl.weibl. männl.männl.männl.männl.
84
90
99
93
66
84
87
78153
174
186
171
12; 7%
2%
9; 13%
3%
6; 5%
6; 5%
6; 6%
2%
2%
3%
6; 6%
9; 10%
6; 8%
6; 7%
12; 6%
6; 7%
3%1%
4%
9; 11%
12; 14%
54; 64%
36; 55%
12; 18%
6%
12; 13%
15; 16%
45; 51%
4%
1% 1%6; 6% 12; 6%
36; 45%
18; 20%
15; 17%
15; 14%
21; 21%
6; 7%
24; 26%
42; 49%
9; 10%
18; 19%
54; 56%
9; 13%
15; 21%
42; 56%
36; 37%
4%
12; 11%
2%
5% 4% 3%
12; 9%
24; 16%
90; 60%
6; 3%
12; 6%
84; 48%
30; 18%
27; 15%
21; 11%
45; 24%
78; 43%
15; 8%
6; 3%
6; 3%
12; 7%
1%
18; 11%
33; 20%
96; 56%
15; 8%
2%
2%
6; 4%
9; 5%
6; 5%
9; 6%
ohne Abschluss
Föderschulabschluss LB / GE
Hauptschulabschluss Klasse 9 / ESA
Hauptschulabschluss Klasse 10 / EESA
Fachoberschulreife
Fachoberschulreife mit Qualifikation
Sonstige Abschlüsse / fehlende Angaben
Quelle: SchülerOnline, Stichtag 30.11. (Rundung auf Vielfaches von 3)
ABB. 14: Schulabschlüsse der Abgangsklassen Schulform Hauptschule im Zeitverlauf
ABB. 15: Schulabschlüsse der Abgangsklassen Schulform Hauptschule nach Geschlecht im Zeitverlauf
Quelle: SchülerOnline, Stichtag 30.11. (Rundung auf Vielfaches von 3)
1%
SEITE 42 – Datenreport Übergänge und Schulabschlüsse der Abgangsklassen der Sekundarstufe I allgemeinbildender Schulen – SEITE 43
2. c. Schulform Realschule
Wie gestalten sich die Übergänge der Schüler*innen
der Abgangsklassen der Schulform Realschule?
Immer weniger Abgänger*innen von Realschulen münden im Sektor I „Ausbildung“ ein (2020: ca. 34 %, 2023:
ca. 22 %).
507
546
513
471
2020 2021 2022 2023
gesamt gesamt gesamt gesamt
Der in der Gesamttendenz erkennbare und abnehmende Anteil derer, die im Sektor I „Ausbildung“ einmünden,
ist insbesondere bei den Abgangsschülerinnen zu beobachten (2020: ca. 29 %, 2023: ca. 13 %).
2020 2021 2022 2023
weibl.weibl.weibl.weibl. männl.männl.männl.männl.
53%
270
49%
267
55%
282
50%
240
47%
237
51%
279
45%
231
50%
234
15; 3%
21; 4%
33; 6%
24; 5%
9; 3%
6; 3%
12; 4%
12; 4% 15; 5%
18; 8%
9; 3%
15; 7% 18; 8%
54; 23% 48; 21%
27; 10% 57; 21%
57; 24%
36; 13%
36; 13%
54; 20%
66; 24% 54; 23%
54; 20%
69; 24%
84; 30%
75; 32%
45; 18%
72; 30%
48; 21%
12; 6%
30; 13%
72; 31%
21; 9%
72; 31%
36; 16%
9; 3%
45; 19%
72; 26%
9; 3%
75; 27%
69; 24%
12; 5%
60; 22%
75; 28%
1%
87; 33%
42; 18%
9; 3%
69; 29%
6; 2%
102; 37%
93; 17%
75; 15%
72; 15%
108; 21%
123; 22%
114; 24%
123; 26%
36; 7%
105; 22%
111; 21%
159; 31%
18; 3%
120; 23%
144; 26%
18; 3%
147; 27%
108; 21%
12; 3%
171; 34%
Sektor I: Ausbildung
Sektor II: Berufsvorbereitung
Sektor III: Erwerb Fachholschulreife
Sektor IV: Erwerb Allg. Hochschulreife
Sektor V: Sonstige Übergänge
Sektor VI: Schüler*innen ohne Übergang
ABB. 16: Übergänge der Abgangsklassen nach Sektoren der Schulform Realschule im Zeitverlauf
ABB. 17: Übergänge der Abgangsklassen nach Sektoren und Geschlecht der Schulform Realschule im Zeitverlauf
Quelle: SchülerOnline, Stichtag 30.11. (Rundung auf Vielfaches von 3)
Quelle: SchülerOnline, Stichtag 30.11. (Rundung auf Vielfaches von 3)
2023
2020 13%
29%
Schülerinnen
in Sektor I Ausbildung
93; 18%
SEITE 44 – Datenreport Übergänge und Schulabschlüsse der Abgangsklassen der Sekundarstufe I allgemeinbildender Schulen – SEITE 45
Mit welchen Schulabschlüssen verlassen die
Abgangsschüler*innen die Schulform Realschule?
Im Zeitverlauf verlassen ungefähr 86-94 % der Abgangsschüler*innen die Realschule mit der Fachoberschul -
reife ohne oder mit Qualifikation. Dabei erreichen stets mehr Personen die Fachoberschulreife mit als ohne
2020 2021 2022 2023
gesamt gesamt gesamt gesamt
2020 2021 2022 2023
weibl.weibl.weibl.weibl. männl.männl.männl.männl.
270 267
285
243
237
279
231
240
507
546
519
483
ohne Abschluss
Föderschulabschluss LB / GE
Hauptschulabschluss Klasse 9 / ESA
Hauptschulabschluss Klasse 10 / EESA
Fachoberschulreife
Fachoberschulreife mit Qualifikation
Sonstige Abschlüsse / fehlende Angaben
ABB. 18: Schulabschlüsse der Abgangsklassen Schulform Realschule im Zeitverlauf
ABB. 19: Schulabschlüsse der Abgangsklassen Schulform Realschule nach Geschlecht im Zeitverlauf
Quelle: SchülerOnline, Stichtag 30.11. (Rundung auf Vielfaches von 3)
Quelle: SchülerOnline, Stichtag 30.11. (Rundung auf Vielfaches von 3)
insgesamt
2020 2021 2022 2023
ohne Abschluss (0 %) - (0 %) 6 (1 %)
Förderschulabschluss LB / GE (0 %) 9 (1 %) 6 (1 %) 15 (3 %)
Hauptschulabschluss Klasse 9 / ESA 6 (1 %) 12 (2 %) 15 (3 %) 12 (3 %)
Hauptschulabschluss Klasse 10 / EESA 6 (1 %) 12 (2 %) 12 (2 %) 21 (4 %)
Fachoberschulreife 204 (40 %) 222 (40 %) 198 (38 %) 204 (42 %)
Fachoberschulreife mit Qualifikation 273 (54 %) 270 (49 %) 279 (54 %) 213 (44 %)
Sonstige Abschlüsse / fehlende Angaben 15 (3 %) 24 (4 %) 6 (1 %) 15 (3 %)
männl. weibl. männl. weibl. männl. weibl. männl. weibl.
ohne Abschluss - (0 %) - - (0 %) - (1 %) (1 %)
Förderschulabschluss LB / GE (0 %) (0 %) (1 %) (1 %) (1 %) (1 %) 9 (4 %) 6 (2 %)
Hauptschulabschluss Klasse 9 / ESA (1 %) (2 %) 6 (3 %) 6 (2 %) 9 (3 %) 6 (3 %) 6 (3 %) 6 (3 %)
Hauptschulabschluss Klasse 10 / EESA (1 %) (2 %) (1 %) 6 (3 %) 6 (2 %) 6 (2 %) 12 (5 %) 9 (4 %)
Fachoberschulreife 117 (43 %) 87 (36 %) 123 (46 %) 99 (36 %) 111 (39 %) 87 (38 %) 111 (46 %) 90 (38 %)
Fachoberschulreife mit Qualifikation 141 (52 %) 132 (56 %) 120 (44 %) 150 (54 %) 150 (53 %) 126 (55 %) 96 (39 %) 117 (49 %)
Sonstige Abschlüsse / fehlende Angaben 6 (3 %) 9 (3 %) 12 (4 %) 12 (4 %) (1 %) (2 %) 6 (2 %) 9 (3 %)
2020 2021 2022 2023
Qualifikation. Die Abgangsschülerinnen von Realschulen erlangen im Zeitverlauf konstant mehrheitlich die
Fachoberschulreife mit Qualifikation (ca.49-56 %). Bei den Abgangsschülern variiert die Verteilung jährlich.
Übergänge und Schulabschlüsse der Abgangsklassen der Sekundarstufe I allgemeinbildender Schulen – SEITE 47 SEITE 46 – Datenreport
SEITE 48 – Datenreport Übergänge und Schulabschlüsse der Abgangsklassen der Sekundarstufe I allgemeinbildender Schulen – SEITE 49
2. d. Schulform Gesamtschule
Wie gestalten sich die Übergänge der Schüler*innen
der Abgangsklassen der Schulform Gesamtschule?
Die meisten Schüler*innen der Gesamtschulen gehen in die gymnasiale Oberstufe über, um die Allgemeine
Hochschulreife zu erwerben (2023: ca. 63 %). Der Anteil der Abgänger*innen von Gesamtschulen, die in eine
duale oder vollzeitschulische Ausbildung übergehen, nimmt dabei im Zeitverlauf ab (2020: ca. 17 %, 2023:
ca. 12 %). Der Anstieg der gesamten Schüler*innenzahl im Jahr 2023 ist mit der jährlich variierenden Teilnahme
von Schulen an SchülerOnline zu erklären (siehe allgemeine Limitationen zu Beginn des Datenreports).
309
321 321
447
2020 2021 2022 2023
gesamt gesamt gesamt gesamt
2020 2021 2022 2023
weibl.weibl.weibl.weibl. männl.männl.männl.männl.
Anteilig zum Geschlecht gehen stets mehr Gesamtschülerinnen als Gesamtschüler in den Sektor IV „Erwerb
Allgemeine Hochschulreife“ über. Dabei nimmt der Anteil unter den Gesamtschülerinnen im Zeitverlauf zu
(2020: ca. 59 %, 2023: ca. 71 %). Der in der Gesamtbetrachtung rückläufige Trend, nach der Sekundarstufe I in
den Sektor I „Ausbildung“ einzumünden, lässt sich vor allem bei den Abgangsschülerinnen erkennen (2020:
ca. 14 %, 2023: ca. 8 %).
46%
144
54%
171
48%
156
51%
228
54%
165
46%
150
52%
165
48%
216
12; 4%
12; 4% 15; 5%
9; 2%
27; 9% 15; 5%
27; 6%
279; 63%
48; 11%
27; 6%
54; 12%
201; 62%
27; 8%
18; 6%
45; 14%
198; 62%
27; 8%
12; 3%
45; 14%
24; 8%
177; 57%
33; 11%
9; 3%
54; 17%
1%
9; 5%
1%
12; 6%
9; 7%
9; 5%
9; 5%
1%
12; 5%
6; 3%
15; 7%
153; 71%
15; 7%
9; 4%
18; 8%
126; 55%
30; 14%
18; 8%
39; 17%
12; 7%
114; 68%
12; 8%
6; 4%
15; 8%
3%
87; 56%
12; 8%
12; 8%
30; 19%
18; 11%
96; 65%
12; 9%
12; 8%
102; 59%
15; 8%
12; 6%
33; 19%
18; 11%
99; 59%
12; 8%
2%
24; 14%
6; 5%
78; 55%
21; 15%
30; 20%
6; 4%
Sektor I: Ausbildung
Sektor II: Berufsvorbereitung
Sektor III: Erwerb Fachholschulreife
Sektor IV: Erwerb Allg. Hochschulreife
Sektor V: Sonstige Übergänge
Sektor VI: Schüler*innen ohne Übergang
ABB. 20: Übergänge der Abgangsklassen nach Sektoren der Schulform Gesamtschule im Zeitverlauf
ABB. 21: Übergänge der Abgangsklassen nach Sektoren und Geschlecht der Schulform Gesamtschule im Zeitverlauf
Quelle: SchülerOnline, Stichtag 30.11. (Rundung auf Vielfaches von 3)
Quelle: SchülerOnline, Stichtag 30.11. (Rundung auf Vielfaches von 3)
SEITE 50 – Datenreport Übergänge und Schulabschlüsse der Abgangsklassen der Sekundarstufe I allgemeinbildender Schulen – SEITE 51
Mit welchen Schulabschlüssen verlassen die
Abgangsschüler*innen die Schulform Gesamtschule?
Da die meisten Schüler*innen der Gesamtschulen nach der Sekundarstufe I in die gymnasiale Oberstufe
wechseln, verlässt auch der überwiegende Teil der Abgangsklassen die Sekundarstufe I mit der Fachoberschul -
reife mit Qualifikation (ca. 70-75 %).
309
321 321
447
2020 2021 2022 2023
gesamt gesamt gesamt gesamt
2020 2021 2022 2023
weibl.weibl.weibl.weibl. männl.männl.männl.männl.
144
174
156
228
165
150
165
216
6; 2%
1%
1%
312; 70%
78; 18%
42; 13%
9; 3%
225; 73%
60; 19% 60; 18%
234; 73%
15; 5% 15; 5%
6; 4%
1% 12; 3%
27; 9% 30; 7%
0% 1%
1%
1% 9; 2% 1% 0%
1%
0% 0%
93; 66%
2%
2%
2%
6; 4%
1%
1%
0%
1%
144; 63%
168; 77%
27; 12%
9; 4%
6; 3%
2%
0%
51; 23%
21; 9%
6; 3%
2%
108; 70%
135; 81%
18; 11%
24; 16%
18; 12%
1%
120; 80%
21; 14%
1% 1%
9; 5%
1% 1%
114; 66%
39; 22%
15; 9%
1%
132; 80%
21; 13%
36; 26%
6; 5%
1%
Im Geschlechtervergleich fällt, ähnlich zu den Realschüler*innen, die unterschiedliche Verteilung der Fachober-
schulreife mit und ohne Qualifikation auf. Während rund 63-70 % der Schüler die Sekundarstufe I der Gesamt -
schulen mit der Fachoberschulreife mit Qualifikation und ca. 16-26 % ohne Qualifikation verlassen, erreichen
unter den Schülerinnen ca. 77-81 % die Fachoberschulreife mit Qualifikation und 11-14 % die Fachoberschulreife
ohne Qualifikation.
ohne Abschluss
Föderschulabschluss LB / GE
Hauptschulabschluss Klasse 9 / ESA
Hauptschulabschluss Klasse 10 / EESA
Fachoberschulreife
Fachoberschulreife mit Qualifikation
Sonstige Abschlüsse / fehlende Angaben
ABB. 22: Schulabschlüsse der Abgangsklassen Schulform Gesamtschule im Zeitverlauf
ABB. 23: Schulabschlüsse der Abgangsklassen Schulform Gesamtschule nach Geschlecht im Zeitverlauf
Quelle: SchülerOnline, Stichtag 30.11. (Rundung auf Vielfaches von 3)
Quelle: SchülerOnline, Stichtag 30.11. (Rundung auf Vielfaches von 3)
243; 75%
SEITE 52 – Datenreport Übergänge und Schulabschlüsse der Abgangsklassen der Sekundarstufe I allgemeinbildender Schulen – SEITE 53
2. e. Schulform sonstige
Sekundarstufe I-Schulen
Wie gestalten sich die Übergänge der Schüler*innen der
Abgangsklassen der sonstigen Sekundarstufe I-Schulen?
Der Anteil der Schüler*innen, die die sonstigen Sekundarschule (Sek.) I-Schulen verlassen und eine duale oder
vollzeitschulische Ausbildung anstreben, nimmt im Zeitverlauf zu (2020: ca. 23 %, 2023: ca. 34 %). Rund 7 % der
Schüler*innen verlassen im Sommer 2023 die Sek. I ohne einen definierten Übergang. Das ist im Schulformver-
gleich anteilig zur gesamten Schüler*innenschaft nach den Förderschulen der zweithöchste Wert. Der im Jahr
2022 erkennbare Anstieg der gesamten Schüler*innenzahl ist mit der variierenden Teilnahme an SchülerOnline
zu erklären (siehe allgemeine Limitationen zu Beginn des Datenreports).
78 81
105
132
2020 2021 2022 2023
gesamt gesamt gesamt gesamt
2020 2021 2022 2023
weibl.weibl.weibl.weibl. männl.männl.männl.männl.
58%
45
64%
51
56%
60
58%
75
42%
33
36%
30
44%
48
42%
57
12; 15%
6; 6%
9; 8%
9; 7%
9; 8%
9; 7%
21; 16%
39; 29%
45; 34%
2%
18; 17%
18; 17%
27; 26%
30; 29%
6; 8%
4%
12; 14%
39; 49%
15; 20%
9; 12%
18; 24%
21; 26%
18; 23%
9; 20%
9%
4%
10%
5%
12; 19%
6; 13%
4%
6; 11%
6; 9%
5%
9; 18%
15; 29%
15; 29%
6; 7%
6; 8%
12; 14%
21; 29%
30; 38%
4%
6; 15%
6; 13%
12; 26%
15; 30%
12; 20%
15; 27%
18; 29%
14%
3%
10%
15; 48%
14%
4%
4%
9; 16%
24; 49%
12; 24%
6; 18%
9; 27%
6; 18%
9; 27%
7%
9; 22%
15; 31%
9; 20%
Sektor I: Ausbildung
Sektor II: Berufsvorbereitung
Sektor III: Erwerb Fachholschulreife
Sektor IV: Erwerb Allg. Hochschulreife
Sektor V: Sonstige Übergänge
Sektor VI: Schüler*innen ohne Übergang
ABB. 24: Übergänge der Abgangsklassen nach Sektoren
der Schulform sonstige Sekundarstufe I-Schulen
im Zeitverlauf
ABB. 25: Übergänge der Abgangsklassen nach Sektoren und Geschlecht Schulform
sonstige Sekundarstufe I-Schulen im Zeitverlauf
Quelle: SchülerOnline, Stichtag 30.11. (Rundung auf Vielfaches von 3)
Quelle: SchülerOnline, Stichtag 30.11. (Rundung auf Vielfaches von 3)
SEITE 54 – Datenreport Übergänge und Schulabschlüsse der Abgangsklassen der Sekundarstufe I allgemeinbildender Schulen – SEITE 55
Mit welchen Schulabschlüssen verlassen die
Abgangsschüler*innen die sonstigen Sekundarstufe I-Schulen?
Es lassen sich keine spezifischen Trends identifizieren, da die Teilnahme der entsprechenden Schulen an
SchülerOnline (siehe allgemeine Limitationen zu Beginn des Datenreports) und die erreichten Schulabschlüsse
im Zeitverlauf variieren. Im Jahr 2023 sticht die Zahl der Abgangsschüler*innen ohne Schulabschluss hervor
(ca. 11 %).
2020 2021 2022 2023
gesamt gesamt gesamt gesamt
2020 2021 2022 2023
weibl.weibl.weibl.weibl. männl.männl.männl.männl.
45
51
60
78
33
30
68
57
78
81
108
132
5%
6; 6%
24; 19%
36; 28%
36; 28%
9; 8%
6; 4%
15; 11%
3%
21; 19%
33; 31%
6; 6%
15; 13%
15; 21%
9; 10%
18; 21%
48; 59%
3%
1% 1%
27; 33%
24; 31%
6; 6%
4%
7%
9; 30%
12; 33%
9; 27%
3%
3%
8%
3%
1%
5%
3%
3%
6; 10%
12; 25%
27; 55%
10%
21; 37%
12; 23%
12; 16%
24; 32%
12; 23%
12; 21%
12; 21%
6; 11%
9; 16%
2%
24; 32%
6; 8%
5%
12; 26%
12; 23%
9; 19%
5%
6%
2%
9; 13%
21; 37%
5%
6; 8%
14%
18; 66%
2%3%
6; 13%
15; 33%
15; 33%
9%
4%
ohne Abschluss
Föderschulabschluss LB / GE
Hauptschulabschluss Klasse 9 / ESA
Hauptschulabschluss Klasse 10 / EESA
Fachoberschulreife
Fachoberschulreife mit Qualifikation
Sonstige Abschlüsse / fehlende Angaben
ABB. 26: Schulabschlüsse der Abgangsklassen Schulform sonstige Sekundarstufe I-Schulen im Zeitverlauf
ABB. 27: Schulabschlüsse der Abgangsklassen Schulform sonstige Sekundarstufe I-Schulen nach Geschlecht im Zeitverlauf
Quelle: SchülerOnline, Stichtag 30.11. (Rundung auf Vielfaches von 3)
Quelle: SchülerOnline, Stichtag 30.11. (Rundung auf Vielfaches von 3)
33; 31%
SEITE 56 – Datenreport Übergänge und Schulabschlüsse der Abgangsklassen der Sekundarstufe I allgemeinbildender Schulen – SEITE 57
2. f. Schulform Gymnasium
Wie gestalten sich die Übergänge der Schüler*innen der
Abgangsklassen der Schulform Gymnasium?
Nahezu alle Schüler*innen der Gymnasien gehen nach der Sekundarstufe I in die gymnasiale Oberstufe über (ca.
97-100 %). Das Jahr 2023 wird für Gymnasien auf Grund der Datenlage in SchülerOnline nicht dargestellt (siehe
allgemeine Limitationen zu Beginn des Datenreports).
1083
945
1146
2020 2021 2022
gesamt gesamt gesamt
2020 2021 2022
weibl.weibl.weibl. männl.männl.männl.
49%
531
47%
441
47%
543
51%
49
53%
504
53%
606
Sektor I: Ausbildung
Sektor II: Berufsvorbereitung
Sektor III: Erwerb Fachholschulreife
Sektor IV: Erwerb Allg. Hochschulreife
Sektor V: Sonstige Übergänge
Sektor VI: Schüler*innen ohne Übergang
ABB. 28: Übergänge der Abgangsklassen nach Sektoren der Schulform Gymnasium im Zeitverlauf
ABB. 29: Übergänge der Abgangsklassen nach Sektoren und Geschlecht der Schulform Gymnasium im Zeitverlauf
Quelle: SchülerOnline, Stichtag 30.11. (Rundung auf Vielfaches von 3)
Quelle: SchülerOnline, Stichtag 30.11. (Rundung auf Vielfaches von 3)
insgesamt
2020 2021 2022
Sektor I: Ausbildung (0 %) (0 %) 6 (1 %)
Sektor II: Berufsvorbereitung (0 %) 6 (1 %) 6 (1 %)
Sektor III: Erwerb Fachhochschulreife (0 %) (0 %) -
Sektor IV: Erwerb Allg. Hochschulreife 1077 (100%) 927 (98 %) 1116 (97 %)
Sektor V: Sonstige Übergänge - (0 %) 9 (1 %)
Sektor VI: Schüler*innen ohne Übergang - (0 %) 9 (1 %)
männl. weibl. männl. weibl. männl. weibl.
Sektor I: Ausbildung (0 %) (0 %) (0 %) (0 %) (0 %) (1 %)
Sektor II: Berufsvorbereitung (0 %) - (1 %) (1 %) 6 (1 %) -
Sektor III: Erwerb Fachhochschulreife (0 %) (0 %) (1 %) - - -
Sektor IV: Erwerb Allg. Hochschulreife 528 (99 %) 549 (100 %) 432 (98 %) 495 (98 %) 528 (97 %) 591 (98 %)
Sektor V: Sonstige Übergänge - - (0 %) (0 %) (1 %) 6 (1 %)
Sektor VI: Schüler*innen ohne Übergang - - - (0 %) (0 %) 6 (1 %)
2020 2021 2022
SEITE 58 – Datenreport Übergänge und Schulabschlüsse der Abgangsklassen der Sekundarstufe I allgemeinbildender Schulen – SEITE 59
Mit welchen Schulabschlüssen verlassen die
Abgangsschüler*innen die Schulform Gymnasium?
Da nahezu alle Schüler*innen von Gymnasien in die gymnasiale Oberstufe übergehen, erreichen auch annä -
hernd alle Schüler*innen das Versetzungszeugnis der Klasse 9 für die gymnasiale Oberstufe (ca. 98-100 %).
2020 2021 2022
gesamt gesamt gesamt
2020 2021 2022
weibl.weibl.weibl. männl.männl.männl.
1083
945
1149
531
441
543552
504
606
ohne Abschluss
Föderschulabschluss LB / GE
Hauptschulabschluss Klasse 9 / ESA
Hauptschulabschluss Klasse 10 / EESA
Fachoberschulreife
Fachoberschulreife mit Qualifikation
Versetzungszeugnis Klasse 9 / Gymnasium
Sonstige Abschlüsse / fehlende Angaben
ABB. 30: Schulabschlüsse der Abgangsklassen Schulform Gymnasium im Zeitverlauf ABB. 31: Schulabschlüsse der Abgangsklassen Schulform Gymnasium nach Geschlecht im Zeitverlauf
Quelle: SchülerOnline, Stichtag 30.11. (Rundung auf Vielfaches von 3)
Quelle: SchülerOnline, Stichtag 30.11. (Rundung auf Vielfaches von 3)
insgesamt
2020 2021 2022
ohne Abschluss - (0 %) (0 %)
Förderschulabschluss LB / GE - (0 %) (0 %)
Hauptschulabschluss Klasse 9 / ESA - (0 %) 6 (1 %)
Hauptschulabschluss Klasse 10 / EESA - (0 %) -
Fachoberschulreife - (0 %) (0 %)
Fachoberschulreife mit Qualifikation - (0 %) (0 %)
Versetzungszeugnis Klasse 9 / Gymnasium 1080 (100%) 930 (99 %) 1122 (98 %)
Sonstige Abschlüsse / fehlende Angaben (0 %) (0 %) 9 (1 %)
männl. weibl. männl. weibl. männl. weibl.
ohne Abschluss - - (0 %) - (0 %) (0 %)
Förderschulabschluss LB / GE - - (0 %) (0 %) (0 %) (0 %)
Hauptschulabschluss Klasse 9 / ESA - - - (0 %) 6 (1 %) -
Hauptschulabschluss Klasse 10 / EESA - - (0 %) (0 %) - -
Fachoberschulreife - - - (0 %) - (0 %)
Fachoberschulreife mit Qualifikation - - (0 %) (0 %) (0 %) (0 %)
Versetzungszeugnis Klasse 9 / Gymnasium 531 (100 %) 549 (100 %) 435 (99 %) 495 (98 %) 528 (97 %) 594 (98 %)
Sonstige Abschlüsse / fehlende Angaben (0 %) (0 %) - (1 %) (1 %) 6 (1 %)
2020 2021 2022
SEITE 60 – Datenreport Übergänge und Schulabschlüsse der Abgangsklassen der Sekundarstufe I allgemeinbildender Schulen – SEITE 61
4%
2. g. Schulform Förderschule
Wie gestalten sich die Übergänge der Schüler*innen
der Abgangsklassen der Schulform Förderschule?
Im Jahr 2023 geht ungefähr 1/3 der Abgänger*innen von Förderschulen in den Sektor II „Berufsvorbereitung“
über. Mit rund 41 % verzeichnen die Förderschulen unter allen Schulformen den höchsten Anteil an Personen
ohne Übergang. Die Varianz der insgesamt dokumentierten Schüler*innenzahl ist mit der im Zeitverlauf unter-
schiedlichen Teilnahme von Schulen an SchülerOnline zu erklären und kann im Zeitvergleich zu einer Ver-
zerrung führen (siehe allgemeine Limitationen zu Beginn des Datenreports).
81
66
120
102
2020 2021 2022 2023
gesamt gesamt gesamt gesamt
Insgesamt verzeichnen die Abgangsklassen der Förderschulen deutlich mehr Schüler als Schülerinnen. Dabei
sind auch auf Grund der teilweise niedrigen Fallzahlen keine geschlechtsspezifischen Tendenzen ableitbar.
2020 2021 2022 2023
weibl.weibl.weibl.weibl. männl.männl.männl.männl.
69%
54
72%
48
67%
81
64%
66
31%
24
29%
18
33%
39
36%
36
18; 23%
15; 23%
39; 32%
42; 41%
15; 27%
12%
9; 21%
27; 33%
15; 20%
3%
27; 33%
12; 31%
27; 41%
15; 21%
15; 41%
9; 22%
12; 35%
3%
15; 24%
6; 11%
15; 36%
9; 23%
8%
9; 13%
6; 26%
11%
5%
12; 58%
6; 11%
24; 49%
6; 13%
6; 20%
15; 60%
8%
12; 20%
5%
24; 42%
5%
21; 21%
2%
5%
30; 28%
9; 8%
30; 25%
3%
36; 29%
12; 11%
6; 11%
2%
33; 52%
6; 9%
15; 20%
4%
39; 48%
6; 6%
3%
Sektor I: Ausbildung
Sektor II: Berufsvorbereitung
Sektor III: Erwerb Fachholschulreife
Sektor IV: Erwerb Allg. Hochschulreife
Sektor V: Sonstige Übergänge
Sektor VI: Schüler*innen ohne Übergang
ABB. 32: Übergänge der Abgangsklassen nach Sektoren der Schulform Förderschule im Zeitverlauf
ABB. 33: Schulabschlüsse der Abgangsklassen Schulform Gymnasium nach Geschlecht im Zeitverlauf
Quelle: SchülerOnline, Stichtag 30.11. (Rundung auf Vielfaches von 3)
Quelle: SchülerOnline, Stichtag 30.11. (Rundung auf Vielfaches von 3)
3%
2%
SEITE 62 – Datenreport Übergänge und Schulabschlüsse der Abgangsklassen der Sekundarstufe I allgemeinbildender Schulen – SEITE 63
Mit welchen Schulabschlüssen verlassen die Abgangsschüler*innen
die Schulform Förderschule?
Wie bei der Darstellung der Übergänge von Förderschulen ist auch bei der Betrachtung von Schulabschlüssen
an Förderschulen die variierende Teilnahme von Schulen an SchülerOnline zu beachten (siehe allgemeine Limi-
tationen zu Beginn des Datenreports). Im Jahr 2023 verlassen ca. 34 % aller Abgangsschüler*innen die Förder -
schulen mit einem höherwertigen Schulabschluss als einem Förderschulabschluss.
2020 2021 2022 2023
gesamt gesamt gesamt gesamt
2020 2021 2022 2023
weibl.weibl.weibl.weibl. männl.männl.männl.männl.
54 48
81
66
24
18
39
36
81
66
120
105
1%
4%
9; 8%
1%
2%
1%
1%
18; 18%
15; 13%
63; 62%
3%1%
9; 7%
18; 16%
12; 9%
72; 60%
6; 7%
12; 19%
12; 18%
33; 49%
5%
5%
12; 16%
12; 15%
42; 51%
6; 6%
7%
4%
5%
6; 8%
8%
1%
3%
1%
15; 21%
9; 13%
6; 14%
6; 14%
27; 70%
39; 57%
3%
3%
5%
6; 15%
6; 15%
21; 55%
6; 8%
12; 16%
6; 6%
51; 63%
11%
21%
12; 63%
6; 10%
12; 23%
9; 17%
21; 44%
2%
7%
9; 16%
7%
30; 54%
16%
9; 32%
12; 48%
4% 2%7% 3%
ohne Abschluss
Föderschulabschluss LB / GE
Hauptschulabschluss Klasse 9 / ESA
Hauptschulabschluss Klasse 10 / EESA
Fachoberschulreife
Fachoberschulreife mit Qualifikation
Sonstige Abschlüsse / fehlende Angaben
ABB. 34: Schulabschlüsse der Abgangsklassen Schulform Förderschule im Zeitverlauf
ABB. 35: Schulabschlüsse der Abgangsklassen Schulform Förderschule nach Geschlecht im Zeitverlauf
Quelle: SchülerOnline, Stichtag 30.11. (Rundung auf Vielfaches von 3)
Quelle: SchülerOnline, Stichtag 30.11. (Rundung auf Vielfaches von 3)
Im Jahr 2023 schließen anteilig zum Geschlecht mehr als zwei von drei Schülerinnen und mehr als jeder zweite Schü-
ler die Förderschule mit einem Förderschulabschluss ab.
SEITE 64 – Datenreport Übergänge und Schulabschlüsse der Abgangsklassen der Sekundarstufe I allgemeinbildender Schulen – SEITE 65
2. h. Übergangssektoren nach Schulformen
Wie viele Schüler*innen der Abgangsklassen welcher
Schulformen münden in den Sektor I: „Ausbildung“ ein?
Der größte Anteil der Abgangsschüler*innen, die in den Sektor I: „Ausbildung“ einmünden, kommt von den
Realschulen, auch wenn der Anteil im Zeitverlauf abnimmt (2020: ca. 57 %, 2022: ca. 43 %). Während der An -
teil der Schüler*innen von Gesamtschulen leicht rückläufig ist, stammen immer mehr Schüler*innen von den
weiteren Schulformen.
2022
2021
2020
2022
2021
2020
2022
2021
2020
Der Großteil der Schüler*innen, die als Anschluss an die Sekundarstufe I eine duale Berufsausbildung wählen,
stammt von Realschulen, auch wenn der Anteil im Zeitverlauf deutlich abnimmt (2020: ca. 53 %, 2022: ca. 37 %).
Im Gegensatz zum Gesamtsektor I: „Ausbildung“ nimmt der Anteil der Schüler*innen, die in den Unter-
sektor I.1: „Duale Berufsausbildung“ wechseln und von einer Gesamtschule kommen, anteilig leicht zu (2020:
ca. 14 %, 24; 2022: 17 %, 27). Die Abgangsschüler*innen von Hauptschulen machen einen zunehmend größeren
Anteil in diesem Untersektor aus (2020: ca. 22 %, 2022: 28 %).
Auch in der Personengruppe im Untersektor I.2: „Vollzeitschulische Ausbildung“ stammt der größte Anteil trotz
abnehmender Tendenz nach wie vor von einer Realschule (2020: 62 %, 2022: ca. 51 %). Der für den Gesamtsektor I:
„Ausbildung“ erkennbar abnehmende Anteil der Abgangsschüler*innen von Gesamtschulen ist in der Entwick -
lung des Untersektors I.2: begründet (2020: ca. 22 %, 2022: ca. 15 %). Zugleich nimmt der Anteil der Schüler*innen
von Sekundarschule und PRIMUS-Schule (Sonstige Sek. I-Schulen) sowie Förderschule leicht zu. Diese Ent-
wicklung kann möglicherweise auf die jährlich variierende Teilnahme dieser Schulen an SchülerOnline zurück -
geführt werden (siehe allgemeine Limitationen zu Beginn des Datenreports).
Hauptschulen Realschulen Gesamtschulen Sonstige Sek.I-Schulen Gymnasien Förderschulen
ABB. 37: Übergänge in den Sektor I.1: „Duale Berufsausbildung“ nach Schulformen im Zeitverlauf
ABB. 36: Übergänge in den Sektor I: „Ausbildung“ nach Schulformen im Zeitverlauf
ABB. 38: Übergänge in den Sektor I.2: „Vollzeitschulische Ausbildung“ nach Schulformen im Zeitverlauf
63
23%
51
19%
51
17%
120
43%
147
55%
171
57%
45
16%
45
17%
54
18%
30
11%
15
6%
18
6%
6
2%
1%
1%
12
5%
6
2%
6
2%
45
28%
42
26%
36
22%
60
37%
81
49%
84
53%
27
17%
27
16%
24
14%
18
11%
12
7%
15
9%
2%
6
4%
6
3%
2%
18
16%
9
8%
15
11%
60
51%
66
66%
84
62%
18
15%
12
11%
6
5%
3%
2%
2%
1%
6
5%
1%
1%
18
18%
30
22%
Quelle: SchülerOnline, Stichtag 30.11. (Rundung auf Vielfaches von 3)Quelle: SchülerOnline, Stichtag 30.11. (Rundung auf Vielfaches von 3)
Quelle: SchülerOnline, Stichtag 30.11. (Rundung auf Vielfaches von 3)
SEITE 66 – Datenreport
Wie viele Schüler*innen der Abgangsklassen welcher Schulformen
münden in den Sektor II: „Berufsvorbereitung“ ein?
Die nominelle Anzahl von Schüler*innen, die nach der Sekundarstufe I in den Sektor II: „Berufsvorbereitung“
wechseln, nimmt im Zeitverlauf nominell zu. Die meisten Schüler*innen stammen aus den Abgangsjahrgängen
der Hauptschulen (2022: ca. 41 %). Zudem machen die Schüler*innen von Förderschulen (2022: ca. 20 %) sowie
der Sekundarschule und PRIMUS-Schule (2022: ca. 16 %) einen erheblichen Anteil aus.
2022
2021
2020
ABB. 39: Übergänge in den Sektor II: „Berufsvorbereitung“ nach Schulformen im Zeitverlauf
72
41%
60
36%
60
43%
18
9%
18
10%
12
9%
18
11%
27
16%
6
4%
36
20%
12
7%
39
23%
6
4%
33
20%
9
7%
21
14% 1%
39
27%
Quelle: SchülerOnline, Stichtag 30.11. (Rundung auf Vielfaches von 3)
Die Bildungsgänge des Untersektors II.1: „Berufsfachschule 1 und 2“ führen zu einem Ersten Erweiterten
Schulabschluss oder zur Fachoberschulreife und vermitteln dabei berufliche Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertig-
keiten. In diesem Untersektor stammen, ähnlich zum Gesamtsektor II: „Berufsvorbereitung“, die meisten
Schüler*innen von einer Hauptschule (2022: ca. 49 %).
2022
2021
2020
60
49%
12
9%
9
8%
15
12%
9
8%
18
16%
39
32%
6
4%
3%
12
10%
9
8%
48
40%
48
52%
6
8%
9
9%
18
18%
12
14%
ABB. 40: Übergänge in den Sektor II.1: „Berufsfachschule 1 und 2“ nach Schulformen im Zeitverlauf
Quelle: SchülerOnline, Stichtag 30.11. (Rundung auf Vielfaches von 3)
Die Ausbildungsvorbereitung ermöglicht an beruflichen Schulen den Erwerb des Ersten Schulabschlusses
und vermittelt berufliche Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie berufliche Orientierung. Von den
Schüler*innen, die in die Ausbildungsvorbereitung einmünden, stammt der Großteil von einer Förderschule
(2022: ca. 40 %). Die Schüler*innen von Hauptschulen, die im Gesamtsektor II: „Berufsvorbereitung“ und im Unter-
sektor II.1: „Berufsfachschule 1 und 2“ einen großen Anteil ausmachen, sind im Untersektor II.2: „Ausbildungs -
vorbereitung“ weniger vertreten (2022: ca. 23 %).
2022
2021
2020
12
23%
15
27%
12
26%
6
11%
6
14%
6
12% 4% 6% 2%
24
50%
2% 2% 8%
24
47%
7%
9
16% 4%
24
40%
ABB. 41: Übergänge in den Sektor II.2: „Ausbildungsvorbereitung“ nach Schulformen im Zeitverlauf
Quelle: SchülerOnline, Stichtag 30.11. (Rundung auf Vielfaches von 3)
Hauptschulen Realschulen Gesamtschulen Sonstige Sek.I-Schulen Gymnasien Förderschulen
Übergänge und Schulabschlüsse der Abgangsklassen der Sekundarstufe I allgemeinbildender Schulen – SEITE 67
Übergänge und Schulabschlüsse der Abgangsklassen der Sekundarstufe I allgemeinbildender Schulen – SEITE 69 SEITE 68 – Datenreport
Wie viele Schüler*innen der Abgangsklassen welcher Schulformen
münden in den Sektor III: „Erwerb Fachhochschulreife“ ein?
Wie viele Schüler*innen der Abgangsklassen welcher Schulformen
münden in den Sektor IV: „Erwerb Allgemeine Hochschulreife“ ein?
Die Schüler*innen, die die Sekundarstufe I der Realschulen verlassen, machen den Großteil der Personen aus,
der in den Sektor III: „Erwerb Fachhochschulreife“ einmündet (2022: ca. 61 %).
Die allermeisten Personen, die die Allgemeine Hochschulreife anstreben und daher im Sektor IV: „Erwerb
Allgemeine Hochschulreife“ dokumentiert sind, stammen aus den Abgangsjahrgängen der Gymnasien
(ca. 73-78 %). Zudem kommen ungefähr 8-11 % der Schüler*innen von Realschulen und rund 13-16 % von einer
Gesamtschule.
2022
2021
2020
2022
2021
2020
159
11% 6
0%
9
1%
0%
123
10%
108
8%
198
16%
177
13%
0% 0%
9
1%
201
13%
18
1%
21
12%
24
11%
15
8%
111
61%
144
69%
108
60%
33
19%
18
10%
27
13%
12
5%
1%
1%
0%
2%
27
15%
18
10% 2%
ABB. 43: Übergänge in den Sektor IV: „Erwerb Allgemeine Hochschulreife“ nach Schulformen im ZeitverlaufABB. 42: Übergänge in den Sektor III: „Erwerb Fachhochschulreife“ nach Schulformen im Zeitverlauf
Quelle: SchülerOnline, Stichtag 30.11. (Rundung auf Vielfaches von 3)
Quelle: SchülerOnline, Stichtag 30.11. (Rundung auf Vielfaches von 3)
1077
78%
927
73%
1116
75%
Hauptschulen Realschulen Gesamtschulen Sonstige Sek.I-Schulen Gymnasien Förderschulen
SEITE 70 – Datenreport Übergänge und Schulabschlüsse der Abgangsklassen der Sekundarstufe I allgemeinbildender Schulen – SEITE 71
Wie viele Schüler*innen der Abgangsklassen welcher Schulformen
münden in den Sektor V: „Sonstige Übergänge“ ein?
Personen, die im Sektor V: „Sonstige Übergänge“ dokumentiert sind, haben verschiedene Anschlussperspek -
tiven, die teilweise nicht eindeutig nachvollziehbar sind. Mögliche Anschlüsse, die in diesen Sektor fallen, sind
etwa ein Freiwilliges Soziales Jahr, ein Auslandsaufenthalt oder ein Wechsel an ein Berufskolleg, ohne dass hier-
bei der konkrete Bildungsgang bekannt und dokumentiert ist. Auch ein Wechsel an eine Schule, die nicht an
SchülerOnline teilnimmt, wird über diesen Sektor nachgehalten. Somit ergeben sich eine Vielzahl an Anschluss-
möglichkeiten, die in diesem Sektor dokumentiert werden.
Die größte Schüler*innengruppe, die in diesen Sektor einmündet, kommt von den Realschulen (2020: ca. 65 %,
2022: ca. 54 %). Im Jahr 2022 sticht der vergleichsweise hohe Anteil der Abgangsschüler*innen von Förder -
schulen heraus (ca. 21 %). Dabei muss indes die jährlich variierende Teilnahme von Förderschulen an Schüler-
Online beachtet werden (siehe allgemeine Limitationen zu Beginn des Datenreports). Wird von dieser Perso -
nengruppe als Anschlussoption ein Bildungsangebot an einem Berufskolleg mit einem spezifischen Förder-
angebot außerhalb von Münster gewählt, so wird dieser Übergang in dem Sektor V: „Sonstige Übergänge“
dokumentiert.
Wie viele Schüler*innen der Abgangsklassen welcher Schulformen
münden in den Sektor VI: „Schüler*innen ohne Übergang“ ein?
Im Sektor VI: „Schüler*innen ohne Übergang“ sind die Anteile der jeweiligen Schulformen im Zeitverlauf durch-
aus variabel, was unter anderem in der unterschiedlichen Teilnahme der Schulen an SchülerOnline über die
Zeitspanne hinweg begründet ist (siehe allgemeine Limitationen zu Beginn des Datenreports). Die Abgangs -
schüler*innen von Realschulen (ca. 28 %) und Förderschulen (ca. 32 %) machen im Jahr 2022 den größten An -
teil der ohne Übergang dokumentierten Schüler*innen aus. Bei der Interpretation der Daten sollte stets das
Verhältnis zur Größe eines Abgangsjahrgangs beachtet werden (siehe Darstellungen zu den einzelnen Schul -
formen). Mit einem solchen Blick fällt auch die zunächst niedrig erscheinende Anzahl der sonstigen Sek. I-
Schulen (PRIMUS-Schule und Sekundarschule) ins Gewicht (2022: ca. 8 %). Diese Schulen weisen im Jahr
2022 den kleinsten in SchülerOnline dokumentierten Abgangsjahrgang auf (105 Schüler*innen). Grund -
sätzlich bleibt festzuhalten, dass ein Risiko, die Sekundarstufe I ohne Anschlussperspektive zu verlassen, bei
Schüler*innen aller Schulformen gegeben ist.
2022
2021
2020
2022
2021
2020
12
11%
18
23%
12
16%
15
22%
12
16%
12
18%
18
27%
33
28%
21
30%
12
16%
6 7%
3%
15
21%
15
14%
9
8%
9
7%
39
32%
9
6%
12
7%
9
6%
93
63%
93
65%
24
17%
15
11%
27
19%
6
4%
2% 6
5%
75
54% 1%
9
6%
30
21%
15
11%
Hauptschulen Realschulen Gesamtschulen Sonstige Sek.I-Schulen Gymnasien Förderschulen
ABB. 44: Übergänge in den Sektor V: „Sonstige Übergänge“ nach Schulformen im Zeitverlauf ABB. 45: Übergänge in den Sektor VI: „Schüler*innen ohne Übergang“ nach Schulformen im Zeitverlauf
Quelle: SchülerOnline, Stichtag 30.11. (Rundung auf Vielfaches von 3)
Quelle: SchülerOnline, Stichtag 30.11. (Rundung auf Vielfaches von 3)
IMPRESSUM
Herausgebend:
Stadt Münster
Amt für Schule und Weiterbildung
Abteilung Bildungsmanagement
Fachstelle Bildungsbüro
Sachgebiet Übergang Schule-Beruf /
Kommunale Koordinierungsstelle KAoA
Ausarbeitung und Ansprechpartner:
Eike Klausing
klausing@stadt-muenster.de
Unter Mitwirkung der Mitarbeitenden
der Kommunalen Koordinierungsstelle
Design: HEIDER DESIGN, Münster
Druck: Stadt Münster
1. Auflage, Stückzahl 200
Veröffentlichung: Mai 2025
Anlage 2_Bericht _Berufliche Schulen_23_24_final
240507 Zeichen
Rahmenbedingungen und Grundinformationen – SEITE 01
Abschlüsse berichten,
Anschlüsse darstellen,
Übergänge gestalten
Amt für Schule und Weiterbildung
Daten zum Übergangsgeschehen
an beruflichen Schulen
in Münster 2023/2024
SEITE 02 – Inhaltzsverzeichnis Inhaltsverzeichnis – SEITE 03
INHALTSVERZEICHNIS
I. VORWORT ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––– 4
II. EINLEITUNG –––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––– 6
III. ERGEBNISSE IN KURZFORM UND
HANDLUNGSBEDARFE –––––––––––––––––––––––––––––––––––––––– 8
IV . DATENREPORT –––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––– 18
Vorwort – SEITE 05 SEITE 04 – Vorwort
Das Amt für Schule und Weiterbildung der Stadt Münster verantwortet den Bereich Übergang
Schule-Beruf und gestaltet aktiv in Form der Kommunalen Koordinierungsstelle und in Zusammen -
arbeit mit Partner*innen das Übergangsgeschehen und den Übergangsbereich in Münster. Wir haben
mit Klaus Ehling, dem Leiter des Amtes für Schule und Weiterbildung der Stadt Münster über den
vorliegenden Bericht gesprochen, der erstmalig einen datengestützten Blick auf das Übergangs-
geschehen an beruflichen Schulen wirft.
Herr Ehling, als Leiter des Amtes für Schule und Weiterbildung verantworten Sie u. a. auch den
Bereich Übergang Schule-Beruf und die dortige Kommunale Koordinierungsstelle im NRW-
Landesprogramm „Kein Abschluss ohne Anschluss“ (KAoA). Welche Bedeutung hat für Sie das
Thema Berufliche Orientierung und der Übergang von der Schule in den Beruf?
Als wir im Jahr 2012 mit dem Landesprogramm „Kein Abschluss ohne Anschluss“ (KAoA) und der
Einrichtung einer Kommunalen Koordinierungsstelle im Übergang Schule-Beruf gestartet sind, be -
schäftigte uns das Thema schon seit vielen Jahren. Die Herausforderungen sind teilweise nach wie vor
die gleichen – noch immer verlassen Schülerinnen und Schüler die Schule ohne einen Schulabschluss
oder ohne einen konkreten Übergang. Andere Aspekte hingegen haben sich weiterentwickelt. Das
Landesprogramm KAoA gilt mittlerweile als etabliert, alle Schülerinnen und Schüler ab Klasse 8
durchlaufen die sogenannten Standardelemente wie eine Potenzialanalyse oder Praxisphasen in Be -
trieben. Doch bedarf es an manchen Stellen immer noch einer Nachjustierung und Anpassung. So
setzen auch die Landesregierung und das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales mit der
kürzlich aufgelegten „Fachkräfteoffensive NRW“ verstärkt den Fokus auf die berufliche Bildung an
Berufskollegs und entsprechende Praxisphasen in beruflichen Bildungsgängen. Das Thema wird uns
in den nächsten Jahren noch verstärkter beschäftigten, als es das die letzten Jahre bereits getan hat.
Dabei engagieren wir uns als Schulamt mit der Kommunalen Koordinierungsstelle in der sogenann -
ten KAoA-Verantwortungsgemeinschaft für eine gute Kooperation zwischen wirtschaftlichen Akteu -
ren wie den Wirtschaftskammern, der Bezirksregierung, der Bundesagentur für Arbeit und weiteren
Partnerämtern wie dem Jobcenter. Wir sind überzeugt davon, dass wir nur in gemeinsamer Verant -
wortung und unter Beteiligung aller Expertisen gute Rahmenbedingungen schaffen können, die den
jungen Menschen einen guten Übergang von der Schule in den Beruf ermöglichen.
Sie haben es schon angesprochen, es bestehen nach wie vor Herausforderungen, die bereits seit
einigen Jahren vorherrschen. Welche Aspekte werden denn aus Ihrer Sicht darüber hinaus für die
zukünftige Gestaltung des Übergangsgeschehens in Münster relevant?
Ich glaube, wir müssen den Fokus auf eine praxisnähere Berufliche Orientierung legen und dabei die
sich rasant entwickelnde Arbeitswelt im Blick behalten. Die digitalen und technologischen Entwicklun-
gen, die viele Berufe mittlerweile betreffen, müssen sich auch in der Beruflichen Orientierung sowohl
in der Schule als auch nach der Schule wiederfinden. Zudem liegt ein weiterer wichtiger Schwerpunkt
auf der individuellen Förderung. Die heterogenen Bildungsbiografien und Voraussetzungen, mit denen
junge Menschen in den Bildungsinstitutionen aufschlagen, erfordern individuell passende Unterstüt -
zungskonzepte, um allen den bestmöglichen Übergang zu ermöglichen – sei es in eine Ausbildung,
ein Studium oder alternative Qualifizierungswege. Schließlich wird auch die enge Begleitung von Ju -
gendlichen mit erhöhtem Unterstützungsbedarf ein zentraler Punkt bleiben. Hier Klarheit über die
verschiedenen Bedarfslagen und sich verändernde Zielgruppen zu erlangen, muss weiterhin das Ziel
sein. Durch gezielte Maßnahmen und enge Begleitung kann verhindert werden, dass sie den Anschluss
verlieren. Denn eins ist ja klar: Wir können es uns nicht leisten, dass ein Talent ungenutzt bleibt.
Mit dem vorliegenden Bericht blicken Sie erstmalig auch ganzheitlich auf den Bereich der beruf -
lichen Schulen. Was erhoffen Sie sich von einer solchen Betrachtung und welche Aspekte sind für
Sie besonders auffallend?
Noch immer suchen Jugendliche ohne Erfolg einen Ausbildungsplatz, obwohl das Angebot in Münster
rein rechnerisch als gut bewertet werden kann. Wir wollen aber eben nicht nur beispielsweise die reine
Anzahl an Ausbildungsabschlüssen erhöhen, sondern haben dabei auch die Qualität und Passgenau -
igkeit im Blick, um nachhaltig sicherzustellen, dass die Jugendlichen nicht nur einen Ausbildungsplatz
finden, sondern auch langfristig erfolgreich in ihrem Berufsfeld Fuß fassen können. Wir brauchen als
Amt für Schule und Weiterbildung, aber auch die zahlreichen weiteren Akteure am Übergang Schule-
Beruf, das Wissen über den Ist-Zustand. Dieses Wissen können wir dann gemeinsam mit unseren Part-
nern vor Ort in konkretes Handeln ummünzen – sei es zum Beispiel in eine noch stärkere Zusammen -
arbeit zwischen Schulen und Unternehmen, in eine passgenaue individuelle Orientierung oder in eine
noch besser abgestimmte Angebotslandschaft zur Unterstützung der jungen Menschen bei ihrem
Übergang. Wir haben in Münster mit fast 17.500 Schülerinnen und Schülern, die einen Bildungsgang
an einer beruflichen Schule besuchen, einen enorm großen Bildungsbereich. Zugleich nehmen Berufs-
kollegs und Berufsschulen eine wichtige Rolle beim Übergang von der Schule in den Beruf ein. Hier
werden sowohl allgemeinbildende Schulabschlüsse als auch berufliche Kenntnisse und Fertigkeiten
vermittelt. Wir wollen auf diesen so großen und wichtigen Bereich einen datengestützten Blick wagen,
um der guten Zusammenarbeit mit den Schulen eine weitere Facette hinzuzufügen. Nur wenn wir
die aktuellen Herausforderungen und Bedarfe genau kennen, können wir wirksame Maßnahmen ab -
leiten und sicherstellen, dass alle Jugendlichen die bestmöglichen Chancen für ihren beruflichen Start
erhalten.
I. VORWORT
SEITE 06 – xx xxx – SEITE 07
SEITE 06 – Einleitung Einleitung – SEITE 07
Die Notwendigkeit und Relevanz einer fortlaufenden und umfassenden Unterstützung im Übergang
Schule-Beruf unterstreichen nicht zuletzt die aktuellen Ergebnisse der Sinus-Studie 2024. Jugendliche
im Alter von 14 bis 17 Jahren blicken zwar mehrheitlich durchaus optimistisch in die Zukunft, doch
bereiten ihnen die kurz- und mittelfristigen Weichenstellungen wie der Schulabschluss, die berufliche
Beschäftigung und die Entscheidung für ein Studium oder eine Ausbildung die größten Sorgen. Dies
gilt unabhängig von den in der Studie identifizierten jeweiligen Lebenswelten.1 Was ist also zu tun, da-
mit junge Menschen in dieser Phase Orientierung und Unterstützung erhalten? Die notwendigen und
geeigneten strukturellen Rahmenbedingungen vor Ort zu schaffen, gehört dabei sicherlich zu einer
Kernaufgabe der kommunalen Bildungslandschaft. Die Ausgestaltung und Wirksamkeit von Unterstüt-
zungssystemen hängen dabei von zahlreichen Faktoren ab, die regional und je nach Berufssektor unter-
schiedlich gelagert sein können. Ein Beispiel hierfür sind regional unterschiedliche Herausforderungen
im Ausbildungsmarkt: Während in einigen Regionen von Nordrhein-Westfalen ein Überangebot an Be-
werbenden im Bereich der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik besteht, sind andere Regionen mit
einer Besetzungsproblematik konfrontiert.2 Um solche ortsspezifischen Herausforderungen gezielt an-
zugehen, bedarf es (Er-)Kenntnisse über die jeweilige Situation und die Entwicklungen vor Ort.
Bereits im Jahr 2015 wurde durch die Kommunale Koordinierungsstelle im Landesprogramm „Kein
Abschluss ohne Anschluss (KAoA)“ ein erster datengestützter Bericht zum Übergangsgeschehen an
allgemeinbildenden Schulen in Münster erstellt. Auch die Berichte aus den Jahren 2018, 2019 und
2020 stellten jeweils die Übergänge von der Sekundarstufe I allgemeinbildender Schulen dar. Hinzu
kam seit dem Bericht 2018 ein datengestützter Überblick zur dualen Berufsausbildung in Münster. Die
neben diesem vorliegenden Bericht zeitgleich veröffentlichte Neuauflage des Berichts zu Übergängen
allgemeinbildender Schulen ist in dieser Linie zu betrachten. 3 Unter dem Blickwinkel eines verstärkt
in den Fokus rückenden Fachkräftemangels, wie es auch etwa die vom Ministeriums für Arbeit, Ge -
sundheit und Soziales des Landes NRW aufgelegte Initiative „Fachkräfteoffensive NRW 4 unterstreicht,
stehen das Handlungsfeld und das Übergangsgeschehen rund um berufliche Schulen vermehrt im
Vordergrund. Aus diesem Grund nimmt dieser Bericht erstmalig dezidiert das Übergangsgeschehen
an beruflichen Schulen in Münster in den Blick. Als Grundlage zur konzeptionellen Gestaltung dient
der Anwendungsleitfaden zum Aufbau eines kommunalen Bildungsmonitorings.5 Für eine nachhaltige
(über-)regionale Berichterstattung und für weitere Themen eines kommunalen Bildungsmonitorings
ist der Bericht somit anschlussfähig. Dabei umfasst er, ähnlich zum Bericht zu den allgemeinbildenden
Schulen, sowohl einen Datenreport als auch erste Analysen zu den resultierenden Handlungsbedarfen.
Beide Datenberichte dienen somit als Instrument einer Situationsanalyse im Sinne von Qualitätssiche-
rung und -entwicklung.
II. EINLEITUNG
1 Calmbach, M., Flaig, B., Gaber, R., Gensheimer, T., Möller-Slawinski, H., Schleer, C. & Wisniewski, N. (2024):
Wie ticken Jugendliche? 2024. Lebenswelten von Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren in Deutschland; Bonn: bpb.
2 „Ausbildungsatlas NRW 2024“ der Bundesagentur für Arbeit
3 Weitere Informationen zu dem Bericht zum Übergang Schule-Beruf der allgemeinbildenden Schulen in Münster finden
sich auf der Website des Amtes für Schule und Weiterbildung der Stadt Münster
4 Siehe hierzu: www.mags.nrw/fachkraefteoffensive
5 Siehe Konsortium Bildungsmonitoring (2020): Anwendungsleitfaden für den Aufbau eines kommunalen
Bildungsmonitorings; Wiesbaden, Stuttgart und Bonn.
SEITE 08 – Ergebnisse in Kurzform und Handlungsbedarfe Ergebnisse in Kurzform und Handlungsbedarfe – SEITE 09
Demographische Entwicklungen
• Mehr als ¼ der wohnberechtigten Bevölkerung in Münster ist unter 25 Jahre alt. 60 % der wohnberechtigten
U25-Bevölkerung wohnt in Münster-Mitte und Münster-West. (Abbildung 1)
• Im Vergleich zu NRW ist im Jahr 2022 der Anteil der Altersgruppe 19-U25 an der Gesamtbevölkerung am Ort
der Hauptwohnung fast doppelt so hoch. (Abbildung 5)
• In Münster wohnen im Jahr 2023 je 100 Personen im erwerbsfähigen Alter ähnlich viele unter 20-Jährige
und über 64-Jährige. (Jugendquotient: 26,4; Altenquotient: 27,7) Beide Quotienten bleiben im Zeitverlauf
stets deutlich unterhalb des NRW-Niveaus. (Abbildung 6/Abbildung 7)
Schul- und Berufsabschlüsse
• Im Jahr 2022 leben in Münster deutlich mehr Personen mit einer Fachhochschulreife und einer Allgemeinen
Hochschulreife und weniger Personen ohne Schulabschluss als in NRW. (Abbildung 8)
• Im Jahr 2022 haben die Münsteraner*innen zu gleichen Teilen entweder eine duale Berufsausbildung oder
keinerlei beruflichen Bildungsabschluss (28 %). Im NRW-Vergleich fällt in Münster der hohe Anteil von aka -
demischen Berufsabschlüssen auf. (Abbildung 9)
Beschäftigten- und Wirtschaftsstruktur
• Die Beschäftigungsquote in Münster, insbesondere die der Männer, bleibt im betrachteten Zeitraum unter-
halb des NRW-Niveaus. (Abbildung 10)
• Unter den Münsteraner*innen nimmt die Tendenz zur sozialversicherungspflichtigen Teilzeitbeschäftigung
zu. Dabei arbeitet in Münster jede zweite Frau und jeder fünfte Mann in Teilzeit. (Abbildung 11)
• Es sind in Münster ungefähr gleich viele Frauen wie Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Dabei
geht die Tendenz zum akademischen Berufsabschluss und zu weniger Personen mit einer abgeschlossenen
Berufsausbildung. (Abbildung 12/Abbildung 13)
• Die Anzahl und der Anteil von sozialversicherungspflichtig U25-Beschäftigten nimmt in Münster im be -
trachteten Zeitverlauf seit 2017 zu. Dieser Anstieg bildet sich überwiegend in Münster-Mitte ab, wo auch
die meisten U25-Personen wohnen und hiermit einhergehend auch der größte Anteil der sozialversiche -
rungspflichtig U25-Beschäftigten verortet ist. (Abbildung 14/Abbildung 15)
• Der Wirtschaftsabschnitt „Gesundheits- und Sozialwesen“ ist im Jahr 2023 der Wirtschaftsabschnitt mit den
meisten sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (auch bei U25). Im Vergleich zu den zehn Wirtschafts -
abteilungen mit den meisten sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aller Altersgruppen sind in den TOP
10 der U25-Beschäftigten die Wirtschaftsabteilungen „Gastronomie“, „Vorbereitende Baustellenarbeiten,
Bauinstallationen und sonstige Ausbaugewerbe“ und „Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften“ zu
finden. (Abbildung 16/Abbildung 17/Abbildung 18)
• Die meisten Niederlassungen in Münster verzeichnet der Wirtschaftsabschnitt „Erbringung von freiberuf -
lichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen“, worunter beispielsweise Rechts- und Steuer-
beratungen, Architektur- und Ingenieurbüros oder Werbeagenturen gefasst werden. (Abbildung 19)
• Die Handwerksunternehmen in den Gewerbegruppen „Ausbaugewerbe“ (z.B. „Maler*in und Lackierer*in“)
und „Handwerke für den privaten Bedarf“ (z.B. Friseur*in) machen über die Hälfte aller Handwerksunter -
nehmen in Münster aus. (Abbildung 20/Abbildung 21)
A. RAHMENBEDINGUNGEN
III. ERGEBNISSE IN
KURZFORM UND
HANDLUNGSBEDARFE
B. BERUFLICHE SCHULEN
Bildungseinrichtungen
Die Bildungsmöglichkeiten an beruflichen Schulen lassen sich in die fünf Teilbereiche des Berufsbil -
dungssystems aufgliedern, denen jeweils unterschiedliche berufliche Bildungsgänge zugeordnet sind.
(Abbildung 22)
• Schulberufssystem: Vollzeitschulische Bildungsgänge, die zu einer gesetzlich anerkannten Berufsaus-
bildung führen.
• Übergangssektor: Bildungsgänge, die bei der beruflichen Orientierung unterstützen und zu einem allge -
meinbildenden Schulabschluss führen.
• Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung: Bildungsgänge, die zum Erwerb einer Hochschulzugangs-
berechtigung führen.
• Berufliche Weiterbildung: Bildungsgänge, die sowohl Weiterbildungsabschlüsse als auch allgemein-
bildende Schulabschlüsse ermöglichen.
• Duale Berufsausbildung: Bildungsgänge im Dualen System, die zu einer gesetzlich anerkannten Berufsaus-
bildung führen.
– Im Jahr 2022 liegt die Ausbildungsbetriebsquote in Münster bei 23,4 %. Das bedeutet, dass in etwa je-
der vierte Betrieb in Münster eine Ausbildung anbietet. Das „Baugewerbe“ ist der Wirtschaftsabschnitt
mit der höchsten Ausbildungsbetriebsquote (39 %). (Abbildung 59)
– Im Vergleich ist die Ausbildungsbetriebsquote in Münster höher als in NRW und niedriger als im Müns-
terland. (Abbildung 60)
Bildungsteilnahme insgesamt
• Die Gesamtzahl der Schüler*innen an den beruflichen Schulen nimmt im betrachteten Zeitverlauf seit dem
Schuljahr 2019/2020 ab. Dabei sind ca. 70 % aller Schüler*innen im Teilbereich „Duale Berufsausbildung“
verortet. Grundsätzlich besuchen mehr Männer als Frauen die Bildungsgänge der beruflichen Schulen. In
den Teilbereichen „Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung“ und „Schulberufssystem“ werden anteilig
zur gesamten weiblichen und männlichen Schülerschaft mehr Frauen als Männer und im Teilbereich „Duale
Berufsausbildung“ mehr Männer als Frauen beschult. (Abbildung 23/Abbildung 24)
• 12 % aller im Schuljahr 2023/2024 beschulten Schüler*innen haben eine ausländische Nationalität. Im Schul-
jahr 2019/2020 waren es 10 % der Schüler*innen. Der Anstieg ist hauptsächlich im Teilbereich „Übergangs -
sektor“ und dort im Anwachsen der „Internationalen Förderklassen“ und „Fit für Mehr“-Klassen6 begründet.
Dabei sind im Schuljahr 2023/2024 20 % aller im Berufsbildungssystem befindlichen Schüler*innen mit aus-
ländischer Nationalität im Teilbereich „Übergangssektor“. (Abbildung 25/Abbildung 26)
• Während die Schüler*innen im „Übergangssektor“ überwiegend in Münster wohnen, verzeichnen die
weiteren Teilbereiche einen großen Teil an Einpendler*innen aus den umliegenden Kreisen. (Abbildung 27)
Bildungsteilnahme nach Teilbereichen des Berufsbildungssystems
• Schulberufssystem:
Die Gesamtzahl an Schüler*innen nimmt im betrachteten Zeitverlauf ab. (Abbildung 39)
• Übergangssektor:
Im betrachteten Zeitverlauf steigt die Zahl der Schüler*innen auf Grund des Anstiegs der Schüler*innenzahl
in den „Internationalen Förderklassen“ und „Fit für Mehr“-Klassen an. (Abbildung 44)
• Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung:
Der Bereich ist gemessen an der Anzahl der Schüler*innen der zweitgrößte Teilbereich an den beruf -
lichen Schulen in Münster. Die Zahl der Schüler*innen bleibt im betrachteten Zeitverlauf recht konstant.
(Abbildung 49)
• Berufliche Weiterbildung:
Die Anzahl der Schüler*innen in Bildungsgängen zur beruflichen Weiterbildung nimmt im Zeitverlauf bis
2022/2023 ab. Im Schuljahr 2023/2024 stabilisiert sich die Zahl im Vergleich zum Vorjahr. (Abbildung 54)
6 Weiterführende Informationen zu den „Internationalen Förderklassen“ und „Fit für Mehr“-Klassen finden sich im Kapitel B.3.a.
SEITE 10 – Ergebnisse in Kurzform und Handlungsbedarfe Ergebnisse in Kurzform und Handlungsbedarfe – SEITE 11
Übergänge in alle Teilbereiche des Berufsbildungssystems
• Mit 62 % beginnt ein Großteil der neu eintretenden Schüler*innen im Schuljahr 2023/2024 einen Bildungs -
gang im Teilbereich „Duale Berufsausbildung“, wobei der Anteil im betrachteten Zeitverlauf leicht abnimmt.
Dabei ist keine besondere geschlechtsspezifische Entwicklung erkennbar. (Abbildung 28/Abbildung 29)
• Während im Schuljahr 2019/2020 noch 12 % der neu eintretenden Schüler*innen eine ausländische Natio -
nalität besaßen, liegt ihr Anteil im Schuljahr 2023/2024 bei 16 %. Korrespondierend mit der Entwicklung der
gesamten Bildungsteilnahme ist die Entwicklung bei den neu eintretenden Schüler*innen mit dem Anstieg
in den „Internationalen Förderklassen“ und „Fit für Mehr“-Klassen begründet. Dabei werden im Schuljahr
2023/2024 36 % aller neu eintretenden Schüler*innen mit ausländischer Nationalität im Teilbereich „Über -
gangssektor“ beschult. (Abbildung 30/Abbildung 31)
• Auf Grund der unterschiedlichen Bildungsziele und den damit einhergehenden Zugangsvoraussetzungen
der Bildungsgänge treten die Schüler*innen auch mit unterschiedlichen Schulabschlüssen in die jeweiligen
Teilbereiche ein. Insgesamt haben im Schuljahr 2023/2024 mit 41 % die meisten neuen Schüler*innen die
Fachoberschulreife. Während in das „Schulberufssystem“ und in den Teilbereich „Erwerb der Hochschul -
zugangsberechtigung“ hauptsächlich Personen mit Fachoberschulreife einmünden, besitzen die neu eintre-
tenden Schüler*innen im Übergangssektor zunehmend keinen Schulabschluss. In die Fachklassen des Dua -
len Systems treten hauptsächlich Schüler*innen mit einer Fachoberschulreife oder einer Fachgebundenen/
Allgemeinen Hochschulreife ein. Im Teilbereich „Berufliche Weiterbildung“ sind die Eingangsqualifikationen
durchaus heterogen. (Abbildung 32)
• Bei der Frage, welche Schulformen oder welche Bildungsgänge zuvor von den neu eintretenden Schüler*in-
nen besucht wurden, sind zwischen den Teilbereichen erhebliche Unterschiede identifizierbar. Im Über -
gangssektor stammt nach wie vor ein Großteil von einer allgemeinbildenden Schule, zugleich wächst der
Anteil von Personen, die bereits zuvor in einem Teilbereich, vor allem in einem Bildungsgang des Übergangs-
sektors, beschult wurden. Im Teilbereich „Berufliche Weiterbildung“ waren die allermeisten Personen zuvor
berufstätig. Die Schüler*innen, die neu in den Teilbereich „Duale Berufsausbildung“ eintreten, waren zuvor
ca. zu einem Drittel an einer allgemeinbildenden Schule, in einem Teilbereich der beruflichen Schulen oder
sind mit einer sonstigen Herkunft wie Berufstätigkeit, Hochschule oder Zuzug aus dem Ausland dokumen -
tiert. Personen, die neu in die Bildungsgänge des Schulberufssystems eintreten, waren zu mehr als 50 %
bereits in einem Bildungsgang der beruflichen Schulen und hier vor allem im Teilbereich „Übergangssektor“.
(Abbildung 33/Abbildung 34/Abbildung 35/Abbildung 36)
Übergänge nach Teilbereichen des Berufsbildungssystems
• Schulberufssystem:
– Es treten im betrachteten Zeitraum immer weniger Personen in das Schulberufssystem ein. Die meisten
der neu eintretenden Schüler*innen beginnen den Bildungsgang C01 an der Berufsfachschule, der zu ei -
nem Berufsabschluss (z.B. „Kaufmännische/r Assistent/-in – Betriebswirtschaft) und zu der Fachhochschul-
reife führt. (Abbildung 40)
– Die meisten Schüler*innen starten einen Bildungsgang im Schulberufssystem mit der Fachoberschulreife.
(Abbildung 41)
• Übergangssektor:
– Im Zusammenhang mit dem Anstieg der gesamten Schüler*innenzahl ist auch eine Zunahme bei den neu
eintretenden Schüler*innen zu beobachten. Dieser ist auf die steigende Zahl neu neuer Schüler*innen
in die „Internationalen Förderklassen“ und „Fit für Mehr“-Klassen zurückzuführen. Ohne diese beiden
Klassen ist nur ein marginaler Anstieg identifizierbar. (Abbildung 45)
– Im Schuljahr 2023/2024 beginnen die meisten Schüler*innen einen Bildungsgang ohne einen Schulab -
schluss – insbesondere in den Bildungsgang Ausbildungsvorbereitung (AV). In die Berufsfachschule 1 und
2 (BFS 1/BFS 2) münden überwiegend Personen mit dem Ersten Schulabschluss oder Erweiterten Ersten
Schulabschluss ein. (Abbildung 46)
• Duale Berufsausbildung:
– Die Anzahl der Schüler*innen in Fachklassen des Dualen Systems nimmt seit 2019/2020 ab.
(Abbildung 61)
– Die Gesamtzahl der Auszubildenden mit Ausbildungsort Münster nimmt im Zeitverlauf ab, obwohl seit
2022 wieder ein Anstieg in den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen zu verzeichnen ist (siehe
Abbildung 83). Bei der Verteilung der Auszubildenden nach Berufssektoren sind geschlechtsspezifische
Unterschiede erkennbar. Männliche Auszubildende lernen vor allem im Berufssektor „Produktionsberufe“,
die meisten weiblichen Auszubildenden im Berufssektor „Kaufmännische und unternehmensbezogene
Dienstleistungsberufe“. (Abbildung 62/Abbildung 63)
– Die Ausbildungsquote in Münster ist leicht oberhalb des NRW-Niveaus. Sie variiert dabei aber je nach Be -
rufssektor deutlich. Insbesondere die Ausbildungsquote im Berufssektor „Produktionsberufe“ nimmt im
Zeitverlauf ab. Hierbei ist zu beachten, dass im Jahr 2019 die Ausbildungsquote deutlich über dem NRW-
Niveau lag und sich die Quote im Zeitverlauf dem NRW-Niveau angleicht. Im Jahr 2023 verzeichnet dieser
Berufssektor auch die zweitmeisten Vertragslösungen (siehe Abbildung 96/Abbildung 97). (Abbildung 64)
– Bewerbende für eine duale Berufsausbildung:
› Es lässt sich im betrachteten Zeitraum ein Rückgang der über die Bundesagentur für Arbeit gemeldeten
Bewerbenden verzeichnen. In dem betrachteten Zeitraum sind davon stets über 90 % der Bewerbenden
versorgt. (Abbildung 65)
› Der Anteil der Bewerbenden, die eine Alternative zu einem Ausbildungsplatz in der Berufstätigkeit fin -
den, nimmt ab. Immer mehr der gemeldeten Bewerbenden streben alternativ eine weitere Schulbildung
an. (Abbildung 66)
› Die bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten Bewerbenden werden im Zeitverlauf jünger und stam-
men vermehrt von einer allgemeinbildenden Schule. (Abbildung 67/Abbildung 68)
› Im Zeitverlauf sind weniger Bewerbende mit hohen Schulabschlüssen wie Fach- bzw. Hochschulreife so-
wie ohne Schulabschluss und mehr Bewerbende mit einem Mittlerem Schulabschluss gemeldet. Dabei
ist eine Tendenz für beide Geschlechter erkennbar. Grundsätzlich bewerben sich mehr Männer als Frauen
um einen Ausbildungsplatz. (Abbildung 69/Abbildung 70)
› Für die bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten Ausbildungsstellen werden im Jahr 2023 für ca. 81 %
Schulabschlüsse unterhalb der (Fach-)Hochschulreife erwartet. (Abbildung 71)
› Von den unversorgten Bewerbenden hat im Jahr 2023 fast jede zweite Person die Fachhochschulreife
oder die Allgemeine Hochschulreife. (Abbildung 72)
› Die Erwartung von Betrieben zu erforderlichen Schulabschlüssen für unbesetzte Ausbildungsstellen ist
im Jahr 2023 vergleichbar zu den Erwartungen für alle gemeldeten Ausbildungsstellen. (Abbildung 73)
› Während unter männlichen Bewerbenden handwerklich geprägte Ausbildungsberufe beliebt sind, sind
in den TOP 10 der gemeldeten Ausbildungsstellen keinerlei handwerklich geprägte Ausbildungsberufe
vorzufinden. Im Gegensatz zu den männlichen Bewerbenden sind unter den weiblichen Bewerbenden
auch medizinisch geprägte Ausbildungsberufe zu finden. (Abbildung 74/Abbildung 75/Abbildung 76/
Abbildung 77)
› Zum 30.09.2023 stehen rechnerisch je unversorgte*n Bewerber*in vier unbesetzte Ausbildungsstellen
zur Verfügung. Die Relation der gemeldeten Bewerbenden zu den gemeldeten betrieblichen Ausbil -
dungsstellen liegt im Jahr 2023 bei 1,9 Ausbildungsstellen je Bewerber*in. (Abbildung 78)
» Im Regionalvergleich zu NRW, Deutschland und anderen Großstädten in NRW schneidet Münster
deutlich besser ab. Die Grundbedingungen sind für Bewerbende recht gut, variieren dabei aber in
den verschiedenen Berufsfeldern. (Abbildung 79)
» Der im Jahr 2023 recht hohe Wert von vier unbesetzten Ausbildungsstellen je unversorgte*n Be -
werber*in ist nicht nur für die Stadt Münster beobachtbar. Beispielsweise verzeichnet auch die
Stadt Dortmund eine ähnliche Entwicklung. (Abbildung 80)
SEITE 12 – Ergebnisse in Kurzform und Handlungsbedarfe Ergebnisse in Kurzform und Handlungsbedarfe – SEITE 13
• Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung:
– Die Zahl der in die Bildungsgänge zum Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung neu eintretenden
Schüler*innen bleibt wie die der gesamten Schüler*innenzahl im Zeitverlauf nahezu konstant.
(Abbildung 45)
– Beinahe alle Schüler*innen, die neu in den Teilbereich eintreten, haben einen Mittleren Schulabschluss.
(Abbildung 46)
• Berufliche Weiterbildung:
– In diesem Teilbereich sind im Zeitverlauf schwankende Zugangszahlen zu verzeichnen. Die Gründe
könnten in der variierenden Angebotsstruktur der Bildungsgänge und möglicherweise in der COVID-19-
Pandemie liegen, die weniger Personen zu dem Beginn einer Weiterbildung verleitet haben könnte.
(Abbildung 55)
– Die neu eintretenden Schüler*innen bringen diverse allgemeinbildende Schulabschlüsse mit. Es mün -
den sowohl Personen mit einem Erweiterten Ersten Schulabschluss als auch mit einer Fachgebundenen/
Allgemeinen Hochschulreife ein. (Abbildung 56)
• Duale Berufsausbildung:
– Seit dem Schuljahr 2020/2021 ist in Münster die Anzahl an Neuzugängen in den Fachklassen des Dualen
Systems konstant, obwohl die Gesamtschüler*innenzahl (siehe Abbildung 61) abnimmt. (Abbildung 81)
– Die neu eintretenden Schüler*innen bringen in der Regel entweder die Fachoberschulreife oder die Hoch-
schulreife mit. Es tritt im Schuljahr 2023/2024 aber auch eine relevante Anzahl ohne einen Schulabschluss
ein (ca. 6 %). Für diese Personengruppe ist der Teilbereich „Duale Berufsausbildung“ nach dem „Über -
gangssektor“ der Bereich mit dem zweithöchsten Wert. (Abbildung 82)
– Die Zahl der in Münster neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge nimmt seit 2022 wieder zu. Der vor-
herige Rückgang steht möglicherweise im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie. Es schließen
dabei mehr Männer als Frauen neue Ausbildungsverträge ab. In der Gesamtschau aller Auszubildenden
(siehe Abbildung 63) wie auch bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen sind geschlechts-
spezifische Tendenzen hinsichtlich der verschiedenen Berufssektoren erkennbar. Die Gesamtzahl der
Auszubildenden (siehe Abbildung 62) nimmt trotz der seit 2022 wieder steigenden Zahl von neu ge -
schlossenen Ausbildungsverträgen stetig ab. (Abbildung 83/Abbildung 84)
– Insgesamt schließen in Münster im Zeitverlauf immer weniger Personen mit einer Hoch- oder Fachhoch -
schulreife einen neuen Ausbildungsvertrag ab. Dennoch besitzt nach wie vor mehr als jede zweite Person
mit neu abgeschlossenem Ausbildungsvertrag einen hohen Schulabschluss. Dabei lassen sich Unterschie-
de je nach Berufssektor identifizieren. (Abbildung 85 - Abbildung 90)
– Bei der Wahl von Ausbildungsberufen sind nach wie vor potenzielle Geschlechterklischees erkennbar.
Frauen wählen eher medizinische Beruf oder Berufe mit Büro- und Verwaltungstätigkeiten. Hingegen su -
chen sich Männer eher einen (informations-)technischen oder handwerklich geprägten Ausbildungsplatz.
(Abbildung 91/Abbildung 92/Abbildung 93)
(Schul-)Abschlüsse in allen Teilbereichen des Berufsbildungssystems
• 87 % aller Schüler*innen an beruflichen Schulen in Münster schließen im Schuljahr 2022/2023 ihren Bil -
dungsgang erfolgreich ab. (Abbildung 37)
• Im Schuljahr 2022/2023 verlassen ca. 21 % aller Schulabgänger*innen ihren Bildungsgang mit einem (höher-
wertigen) allgemeinbildenden Schulabschluss. Dabei variiert die Quote je nach Teilbereich teils deutlich,
was auch mit den unterschiedlichen Bildungszielen der jeweiligen Bildungsgänge in den Teilbereichen zu -
sammenhängt. (Abbildung 38)
(Schul-)Abschlüsse nach Teilbereichen des Berufsbildungssystems
• Schulberufssystem:
– Im Schuljahr 2022/2023 schließen 77 % der Schüler*innen im Schulberufssystem ihren Bildungsgang er -
folgreich ab, wobei die Quote je nach Bildungsgang zwischen 70 % und 90 % variiert. (Abbildung 42)
– 80 % aller Abgänger*innen des Schulberufssystems verlassen ihren Bildungsgang mit einem allgemeinbil -
denden Schulabschluss. Die meisten erreichen die Fachhochschulreife. (Abbildung 43)
• Übergangssektor:
– Im Schuljahr 2022/2023 schließen 50 % der Schüler*innen ihren Bildungsgang erfolgreich ab und errei -
chen somit einen allgemeinbildenden Schulabschluss. Während im Schuljahr 2022/2023 die Teilnehmen-
den der Berufsfachschule 1 und 2 (BFS 1/BFS 2) mit 60 % bzw. 78 % für den Teilbereich überdurchschnitt -
liche Erfolgsquoten aufweisen, schließen in der Vollzeit-Ausbildungsvorbereitung (ohne „Internationale
Förderklassen“ und „Fit für Mehr“-Klassen) nur 30 % und in der Teilzeit-Ausbildungsvorbereitung nur 25 %
ihren Bildungsgang erfolgreich ab. In den Internationalen Förderklassen beenden 37 % der Schüler*innen
ihren Bildungsgang erfolgreich. (Abbildung 47)
– Fast jede zweite Person, die im Schuljahr 2022/2023 in einem Bildungsgang des Übergangssektors einen
allgemeinbildenden Schulabschluss erwirbt, erreicht den Mittleren Schulabschluss. (Abbildung 49)
• Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung:
– 81 % der Schüler*innen schließen im Schuljahr 2022/2023 ihren Bildungsgang zum Erwerb der Hochschul-
zugangsberechtigung erfolgreich ab. (Abbildung 52)
– Im Vergleich zu den anderen Teilbereichen schließen im Schuljahr 2022/2023 die meisten Abgangsschü -
ler*innen (84 %) den Teilbereich „Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung“ mit einem allgemeinbil -
denden Schulabschluss ab. Dies liegt darin begründet, dass das Erreichen eines allgemeinbildenden Schul-
abschlusses explizit Ziel der Bildungsgänge in diesem Teilbereich ist. (Abbildung 53)
• Berufliche Weiterbildung:
– Der Teilbereich weist im Schuljahr 2022/2023 mit 89 % die höchste Erfolgsquote aller Teilbereiche auf.
(Abbildung 57)
– Das Erlangen von allgemeinbildenden Schulabschlüssen steht bei der beruflichen Weiterbildung weniger
im Fokus, da das Augenmerk eher auf der beruflichen Qualifikation liegt. Im Schuljahr 2022/2023 verlas -
sen 12 % der Abgangsschüler*innen die Bildungsgänge der beruflichen Weiterbildung mit einem allge -
meinbildenden Schulabschluss. Davon erlangen in diesem Schuljahr alle Personen die Fachhochschulreife.
(Abbildung 58)
• Duale Berufsausbildung:
– Von den Schüler*innen in den Fachklassen des Dualen Systems schließen 80 % ihren Bildungsgang erfolg -
reich ab. (Abbildung 94)
– Nur 2 % aller Abgänger*innen erlangen einen allgemeinbildenden Schulabschluss. Damit liegt der Fo -
kus der Schüler*innen im Dualen System eher auf der beruflichen Qualifikation und weniger auf dem
Erreichen eines (höherwertigen) Schulabschlusses. Zudem tritt in den Teilbereich eine Vielzahl der
Schüler*innen bereits mit der Fachhochschulreife oder der Fachgebundenen bzw. Allgemeinen Hoch -
schulreife ein. (siehe Abbildung 82) (Abbildung 95)
– Die Anzahl der Vertragslösungen nimmt seit 2021 wieder zu, nachdem sie im Jahr 2020 auf einem Tiefst -
stand war. Dies ist möglicherweise auf das erste Jahr der COVID-19-Pandemie zurückzuführen, da die da -
mit verbundenen Unsicherheiten zu weniger Vertragslösungen geführt haben könnten. Da in Münster
mehr Männer als Frauen eine Ausbildung absolvieren, lösen auch mehr Männer als Frauen ihren Ausbil -
dungsvertrag. (Abbildung 96/Abbildung 97)
› Fast 60 % der gelösten Verträge werden im Laufe des 1. Ausbildungsjahres gelöst. (Abbildung 98)
› Für das Jahr 2023 beträgt der rechnerische Anteil der vorzeitig gelösten Ausbildungsverträge an allen
begonnenen Ausbildungsverträgen 29,1 %. Damit bewegt sich die Vertragslösungsquote in Münster
auf einem ähnlichen Niveau wie in NRW. Auf der Ebene der einzelnen Ausbildungsbereiche finden sich
hingegen deutlichere Unterschiede. Dabei fällt die hohe Vertragslösungsquote im Ausbildungsbereich
„Handwerk“ besonders ins Auge. (Abbildung 99)
SEITE 14 – Ergebnisse in Kurzform und Handlungsbedarfe Ergebnisse in Kurzform und Handlungsbedarfe – SEITE 15
› Unter den weiblichen Auszubildenden verzeichnet der Ausbildungsbereich „Handwerk“, ähnlich wie
in NRW, eine hohe Vertragslösungsquote. Die Ausbildungsbereiche „Öffentlicher Dienst“ und „Land -
wirtschaft“ unterliegen in Münster im Vergleich zu NRW für beide Geschlechter teilweise sprunghaften
Schwankungen. Auch hierbei könnten die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie eine Rolle spielen, da
die Bereitschaft zur Lösung von Ausbildungsverträgen vermeintlich abnahm. (Abbildung 105/Abbildung
101)
– Über 90 % der Auszubildenden schließen die Abschlussprüfung der dualen Berufsausbildung erfolg -
reich ab. Weibliche Auszubildende haben dabei im Zeitverlauf stets eine leicht höhere Erfolgsquote.
(Abbildung 102/Abbildung 103)
› Die höchste Erfolgsquote haben Personen mit einer Hoch-/Fachhochschulreife, gefolgt von Personen mit
Fachoberschulreife. (Abbildung 104)
Handlungsbedarfe:
Der vorliegende Bericht wirft erstmalig einen dezidierten Blick auf die Daten der beruflichen Schulen. Es lassen
sich, vergleichbar zum „Bericht der allgemeinbildenden Schulen“ 7, Entwicklungen ablesen, Trends erkennen
und mögliche Zielgruppen benennen, die es eingehender zu betrachten lohnt. Es werden dabei im Folgenden,
wenn möglich, Bezüge zwischen den analysierten Handlungsbedarfen der allgemeinbildenden und beruflichen
Schulen deutlich gemacht.
Ähnlich wie in den analysierten Handlungsbedarfen der allgemeinbildenden Schulen wird deutlich, dass es
auch für das Übergangsgeschehen an beruflichen Schulen eines zielgruppenspezifischen Blicks bedarf. Die
steigende Zahl von Schüler*innen in der Ausbildungsvorbereitung bzw. im gesamten Übergangssektor er -
klärt sich migrationsbedingt über den steigenden Anteil in den „Internationalen Förderklassen“ und „Fit für
Mehr“-Klassen (siehe Kapitel B.3.a). Doch wie setzt sich die Schüler*innenschaft in diesen Angeboten genau
zusammen? Mit welchen Voraussetzungen münden die Schüler*innen in das Angebot ein? Welche Abschlüsse,
Kompetenzen und Fähigkeiten bringen sie mit und welche erwerben sie? Welche Übergänge eröffnen sich
danach? Wie gelingt ein Übergang in den Beruf auch für Schüler*innen, die erst kurz in Deutschland leben, das
deutsche Schulsystem besuchen und eine neue Sprache lernen? Dies sind nur ausschnittweise Fragen, die mit-
hilfe eines gesonderten Berichtsformats aufgegriffen und zur Diskussion gebracht werden können. Eine weitere
Personengruppe, die sowohl im Übergang von den allgemeinbildenden Schulen als auch im Kontext der beruf-
lichen Bildung eine besondere Betrachtung benötigt, sind Schüler*innen mit Förderbedarf.
Die Daten zu Eingangsqualifikationen der in den Übergangssektor neu eintretenden Schüler*innen legen nahe,
dass viele Schüler*innen mit einem Förderschulabschluss, neben Personen ohne Schulabschluss, in den Bil -
dungsgang Ausbildungsvorbereitung in Voll- oder Teilzeit einmünden. Zudem zeigt die Datenlage der Förder -
schulen im Datenreport zu den allgemeinbildenden Schulen, dass ein zunehmend großer Anteil ohne einen
Übergang die Schule verlässt oder in die Ausbildungsvorbereitung übergeht. Ob grundsätzlich ein ausreichen -
des Angebot für Schüler*innen mit Förderbedarf zur beruflichen Bildung besteht, die Bildungsgänge des Über -
gangssektors, in die Personen mit einem Förderschulabschluss einmünden, adäquate Angebote vorhalten und
damit für diese Zielgruppe passende und qualitative Anschlussperspektiven darstellen, ist weitergehend zu
eruieren.
Die Gesamtzahl der Schüler*innen an beruflichen Schulen nimmt im betrachteten Zeitverlauf ab. Betrachtet
man jedoch die einzelnen Teilbereiche, so lassen sich unterschiedliche Entwicklungen konstatieren. Während
die Anzahl von Schüler*innen in Bildungsgängen der Teilbereiche „Schulberufssystem“, „Berufliche Weiterbil -
dung“ und „Duale Berufsausbildung“ rückläufig ist, bleibt die Schüler*innenzahl im Bereich „Erwerb der Hoch -
schulzugangsberechtigung“ konstant und steigt sogar im „Übergangssektor“. Die Gründe und Auswirkungen
dieser Entwicklungen, insbesondere auch im Zusammenhang mit den Daten der in die Teilbereiche neu ein -
tretenden Schüler*innen sowie im Zusammenhang mit den Erfolgsquoten beim Erreichen der jeweiligen Bil -
dungsziele, bedürfen einer Einordnung durch die vor Ort operativ Tätigen. Hierfür erscheint es sinnvoll, die
Bildungsgänge auch tiefergehend auf Ebene der einzelnen Fachbereiche/-richtungen und Berufsfelder zu
analysieren, um die ursächlichen Entwicklungen identifizieren und eine differenzierte Analyse für die einzelnen
Teilbereiche vornehmen zu können. Der bereits skizzierte Zusammenhang zwischen dem Anstieg der Schü -
ler*innenzahl in „Internationalen Förderklassen“ und „Fit für Mehr“-Klassen und der Zunahme im gesamten
Übergangssektor ist hierfür ein prägendes Beispiel. Ohne diese beiden Formate ist kein beträchtlicher Anstieg
der Schüler*innenzahl im Übergangssektor erkennbar. Nur mit einem Blick auf die tiefere Datenebene lassen
sich solche Zusammenhänge erkennen. Ein weiteres Beispiel ist die rückläufige Entwicklung der Schüler*innen-
zahl im Teilbereich „Schulberufssystem“. Zwar nimmt die Zahl der in die Bildungsgänge des Teilbereichs ein -
tretenden Schüler*innen ab, doch sind hiervon nicht alle Berufsfelder der Bildungsgänge im Schulberufssystem
betroffen. Während der Bildungsgang C01 am Beruflichen Gymnasium, der zu einem Berufsabschluss und zur
Fachhochschulreife führt, insbesondere das Berufsfeld „Kaufmännische*r Assistent*in – Betriebswirtschaft“
rückläufige Zugangszahlen verzeichnet, wird das Berufsfeld „Kaufmännische*r Assistent*in – Fremdsprache“ im
betrachteten Zeitraum nicht weiter angeboten. Wiederum andere Berufsfelder wie „Chemisch-technische*r
Assistent*in“ und „Gestaltungstechnische*r Assistent*in – Grafikdesign und Objektdesign“ verzeichnen nur
geringfügige oder jährlich schwankende Veränderungen. Auch die Daten zu den Eingangsqualifikationen der
Schüler*innen, beispielsweise der Berufsfachschule 1 und 2, weisen auf den Bedarf einer differenzierten Analyse
hin. Denn in manche Fachrichtungen treten Personen ohne bzw. mit einem niedrigeren Schulabschluss ein als
es die formalen Zugangsvoraussetzungen vorsehen. Hieraus resultiert die Frage, warum und welche Fachrich -
tungen der Berufsfachschule 1 und 2 hiervon besonders betroffen sind, mit welchem Ziel diese Personengruppe
eintritt und ob das Angebot des Bildungsgangs – in diesem Fall der Erwerb des Ersten Erweiterten Schulab -
schlusses oder des Mittleren Schulabschlusses – dennoch als passgenau und zielführend zu bewerten ist. Ein
weiterer Befund, den es fortführend zu analysieren gilt, ist die seit dem Schuljahr 2020/2021 nahezu konstante
Zahl der in die Fachklassen des Dualen Systems neu eintretenden Schüler*innen an berufliche Schulen, wäh -
rend hingegen die Gesamtschüler*innenzahl in den Fachklassen jährlich abnimmt. Dies legt den Schluss nahe,
dass die Fachklassen der dualen Berufsausbildung unterjährige Abgänger*innen verzeichnen und/oder die Zahl
der Neueintritte unter dem Niveau der Vorjahre außerhalb des hier berichteten Zeitraums liegt.
Anhand der Datenlage zur dualen Berufsausbildung wird zunächst grundsätzlich deutlich, dass sich junge Men-
schen in Münster nach wie vor für eine Ausbildung im Dualen System interessieren. Diesen Befund unterstreicht
auch eine bundesweite Studie der Bertelsmann-Stiftung zu Ausbildungsperspektiven unter jungen Menschen,
bei der 45 % der Befragten angeben, nach der Schule eine Ausbildung machen zu wollen und 33 % die Berufsaus-
bildung als eine mögliche Perspektive nach der Schule beschreiben. Trotz eines vermeintlichen Überangebots
von Ausbildungsplätzen, welches auch für Münster im vorliegenden Datenreport durch die Relation von Aus -
bildungsplätzen und Bewerbenden ersichtlich wird, sind laut Bertelsmann-Studie rund 25 % der Befragten der
Meinung, dass es zu wenig Ausbildungsplätze gibt.8 In Münster nimmt die Gesamtzahl der sozialversicherungs-
pflichtig (U25-)Beschäftigten stetig zu. Zwar steigt dabei auch nominell die Zahl der sozialversicherungspflich-
tig Beschäftigten mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung, doch nimmt ihr Anteil im Vergleich zu allen an -
deren Berufsabschlüssen ab. Hingegen steigt der Anteil der Frauen und Männer, die mit einem akademischen
Berufsabschluss sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind. In Münsters Bevölkerung besitzen im Jahr 2022
rund 28 % eine abgeschlossene Berufsausbildung, zugleich leben in Münster aber auch ca. 28 % ohne einen
beruflichen Bildungsabschluss. Die Bundesagentur für Arbeit verzeichnet im betrachteten Zeitraum weniger
Bewerbende für eine duale Berufsausbildung, obwohl die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge
seit 2022 wieder leicht zunimmt. Dabei kann die Grundbedingung für die Aufnahme einer dualen Berufsaus -
bildung in Münster mit Blick auf die Datenlage als gut bewertet werden. Die Ausbildungsbetriebsquote, die den
Anteil von Ausbildungsbetrieben an allen ansässigen Betrieben angibt, liegt stets über dem NRW-Niveau, auch
wenn erhebliche Unterschiede zwischen den Wirtschaftsabschnitten zu verzeichnen sind. Die Ausbildungsquo-
te, also der Anteil von Auszubildenden an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, ist leicht höher als
7 Siehe den Bericht zum Übergang Schule-Beruf der allgemeinbildenden Schule auf der Website des Amtes für Schule und Weiter-
bildung
SEITE 16 – Ergebnisse in Kurzform und Handlungsbedarfe Ergebnisse in Kurzform und Handlungsbedarfe – SEITE 17
in NRW, wobei Unterschiede je nach Berufssektor erkennbar werden. Vor allem im Berufssektor „Produktions -
berufe“ nimmt die Ausbildungsquote stärker als in den anderen Berufssektoren ab. Die Relation von den bei der
Bundesagentur für Arbeit gemeldeten Bewerbenden und den gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen
liegt im Jahr 2023 bei 1,9 Stellen je Bewerber*in. Im Regionalvergleich schneidet Münster damit deutlich besser
als andere Großstädte in NRW ab. Auch für unversorgte Bewerbende scheinen nominell gute Chancen auf einen
noch unbesetzten Ausbildungsplatz zu bestehen. Mit Ausnahme des Jahres 2022 lag die Relation stets bei mehr
als einer unbesetzten Stelle je unversorgte*n Bewerber*in, im Jahr 2023 gar bei vier unbesetzten Ausbildungs -
stellen je unversorgte*n Bewerber*in. Im Datenreport fallen insbesondere die hohe Zahl an Vertragslösungen
mancher Berufssektoren und die teilweise großen Schwankungen der Vertragslösungsquoten in bestimmten
Ausbildungsbereichen auf. Der Berufssektor „Produktionsberufe“, der ebenfalls einen Rückgang in der Ausbil -
dungsquote verzeichnet, hat im Jahr 2023 von allen Berufssektoren die zweitmeisten Vertragslösungen. Zudem
finden rund 60 % der Vertragslösungen im ersten Ausbildungsjahr statt. Dabei stellt sich die Frage, welche Grün-
de für die Lösung eines Ausbildungsvertrages und welche Möglichkeiten der Prävention bestehen. Eine Ver-
tragslösung kommt zwar nicht in jedem Fall einem Abbruch der Berufsausbildung gleich und kann sowohl sei -
tens des Betriebs als auch durch Auszubildende erfolgen. Es lässt aber dennoch auf potenzielle Schwierigkeiten
in der Ausbildung oder auf eine individuell falsche Wahl des Ausbildungsberufs/-betriebs schließen. Ein Blick auf
die jeweiligen Rahmenbedingungen von dualen Berufsausbildungen scheint nicht nur deshalb lohnenswert,
zieht man ergänzend die Ergebnisse des DGB-Ausbildungsreports 2024 hinzu. Demnach sind ca. 70 % der be -
fragten Auszubildenden grundsätzlich mit ihrer Ausbildung „zufrieden“ oder gar „sehr zufrieden“. Zugleich be-
richtet im aktuellen Ausbildungsreport aber mehr als ein Drittel der Befragten von regelmäßigen Überstunden
oder immer häufiger vom Ausführen ausbildungsfremder Tätigkeiten. Dies kann auch ein möglicher Erklärungs-
ansatz dafür sein, dass laut DGB-Ausbildungsreport jede*r sechste Auszubildende*r die Ausbildung im eigenen
Betrieb nicht weiterempfehlen würde. Dabei ist zu beachten, dass hier große Unterschiede je nach Branche und
Ausbildungsberuf zu verzeichnen sind. Dennoch können dies erste Hinweise für Gründe einer Vertragslösung
sein.9 Mit Blick auf die dargelegten Erfolgsquoten bei Abschlussprüfungen der dualen Berufsausbildung haben
Personen ohne Schulabschluss, mit Hauptschulabschluss und mit einem nicht zuzuordnenden oder im Ausland
erworbenen Schulabschluss eine niedrigere Chance auf ein erfolgreiches Bestehen der Abschlussprüfung. Auch
hier stellt sich die Frage nach möglichen Ursachen und nach Möglichkeiten der Prävention sowie Unterstüt-
zung, da ein Bestehen der Abschlussprüfungen nach mehrjähriger Ausbildungszeit sowohl für die Auszubilden-
den als auch für die Ausbildungsbetriebe essenziell ist.
Im Hinblick auf die Vorbildung von Bewerbenden und neuen Auszubildenden ist eine leichte Tendenz zu
einer niedrigeren schulischen Vorbildung als die (Fach-)Hochschulreife erkennbar. So verzeichnet die Bundes -
agentur für Arbeit weniger Bewerbende mit (Fach-)Hochschulreife und es schließen auch weniger Personen mit
der Fach- und Hochschulreife einen neuen Ausbildungsvertrag ab. Dennoch besitzt etwa jede zweite Person,
die im Jahr 2023 einen Ausbildungsvertrag neu abschließt, nach wie vor die Hoch- oder Fachhochschulreife.
Zudem werden die bei der Bundesagentur für Arbeit verzeichneten Bewerbenden im Zeitverlauf jünger und be-
werben sich anteilig zu den weiteren Herkunftsformen vermehrt direkt von einer allgemeinbildenden Schule.
Welche Konsequenzen sich hieraus für die Betriebe und Unternehmen ergeben, insbesondere auch mit Blick
auf die unterschiedlichen Erfolgsquoten bei der Teilnahme an Abschlussprüfungen je nach Schulabschluss, ist
für eine weitere Betrachtung lohnenswert. Ebenso weisen die geschlechtsspezifischen Daten zur dualen Berufs-
ausbildung daraufhin, dass nach wie vor Unterschiede zwischen den Geschlechtern bei der Wahl einer dua -
len Berufsausbildung bestehen. Nicht nur schließen mehr Männer als Frauen einen neuen Ausbildungsvertrag
ab, sondern es bewerben sich laut den Daten der Bundesagentur für Arbeit auch mehr Männer als Frauen um
einen Ausbildungsplatz. Zudem sind bei der Wahl von Ausbildungsberufen weiterhin gewisse Geschlechter-
klischees erkennbar. Es finden sich beispielsweise nur unter den TOP 10-Ausbildungsberufen der weiblichen Be-
werbenden medizinisch geprägte Ausbildungsberufe wie „Medizinische*r Fachangestellte*r“ oder „Zahnmedi-
zinische*r Fachangestellte*r“. Hingegen finden sich nur unter den TOP 10-Ausbildungsberufen der männlichen
Bewerbenden Ausbildungsberufe wie „Kfz-Mechatroniker*in“ oder „Elektroniker*in“. Ebenso werden bei den
neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen große Unterschiede zwischen den Geschlechtern je nach Berufs -
gruppe ersichtlich. Während Frauen eine Berufsausbildung in medizinischen Berufen oder in Berufen mit Büro-
und Verwaltungstätigkeit beginnen, wählen Männer vor allem (informations-)technische Berufe oder hand -
werklich geprägte Ausbildungsberufe. Um diesen Entwicklungen gegenzusteuern und das wahrgenommene
Spektrum an Wahlmöglichkeiten zu erweitern, bedarf es weiterführender Maßnahmen im Sinne des „Girls‘ und
Boys‘ Days“10 oder des Angebots der „Ausbildungsbotschafter*innen“, um Wege in vermeintlich geschlechte -
runtypischen Ausbildungsbereiche aufzuzeigen.
Ähnlich zu gewissen Handlungsbedarfen, die in der Analyse des Datenreports zu den allgemeinbildenden Schu-
len herausgearbeitet wurden (z. B. Fokus auf das Übergangsgeschehen an Förderschulen), bietet auch für die
im vorliegenden Bericht identifizierten Bedarfe das im Jahr 2023 initiierte Kooperationsprojekt „Gemeinsam.
Stark.VorOrt“ (GSVO)11 einen wichtigen Anknüpfungspunkt. Unter der Federführung der Kommunalen Koordi-
nierungsstelle KAoA fokussiert das Projekt eine Unterstützung bei der Zusammenarbeit zwischen abgebenden
und aufnehmenden Schulen im Übergangsmanagement von der Sekundarstufe I zur Sekundarstufe II. Die Zu -
sammenarbeit erfolgt in erster Linie mit den Studien- und Berufswahlkoordinator*innen verschiedener Schul -
formen und bietet eine adäquate Grundlage, um die Bedarfe und weiterführenden Fragestellungen mit Vertre-
ter*innen der beruflichen Schulen zu diskutieren und zu bearbeiten. Hinsichtlich der analysierten Aspekte zur
dualen Berufsausbildung bedarf es erweitert auch eines Austauschs mit Vertreter*innen von Kammern und
Ausbildungsbetrieben, um die rein quantitativen Erkenntnisse der konkreten Situation vor Ort gegenüberzu -
stellen und hieraus Bedarfe und Instrumente zur Unterstützung der Betriebe, der Bewerbenden und der Auszu-
bildenden abzuleiten. Auch dies ist ein wichtiger Bestandteil des GSVO-Projekts. Denn nur wenn es gelingt, die
vor Ort operativ Tätigen mit ihrer Expertise und Erfahrung einzubeziehen, lassen sich im Sinne einer Qualitäts -
sicherung und -entwicklung nachhaltig Veränderungen verankern, die eine passgenaue und wirksame Unter -
stützungsstruktur für junge Menschen im Übergang Schule-Beruf zum Ziel hat.
8 Barlovic, I., Ullrich, D. & Wieland, C. (2024): Ausbildungsperspektiven 2024. Eine repräsentative Befragung von jungen Menschen.
Bertelsmann Stiftung (Hrsg.); Gütersloh.
9 DGB-Bundesvorstand, Abteilung Jugend und Jugendpolitik (2024): Ausbildungsreport 2024
10 Siehe hierzu: www.girls-day.de und www.boys-day.de
11 Siehe hierzu: www.stadt-muenster.de/schulamt/uebergang-schule-beruf/projekt-gemeinsamstarkvorort
SEITE 18 – xx xxx – SEITE 19
SEITE 18 – Datenreport
Der Datenreport gliedert sich in zwei Teile (A. und B.) und wird
in Anlehnung an den Anwendungsleitfaden zum Aufbau eines
kommunalen Bildungsmonitorings 12 strukturiert. Das Kapitel A.
Rahmenbedingungen und Grundinformationen stellt Daten über
die Altersstruktur der Bevölkerung sowie die Beschäftigten- und
Wirtschaftsstruktur in Münster zusammen. In B. Berufliche Schu-
len werden jeweils die Themenbereiche Bildungseinrichtungen,
Bildungsteilnahme, Übergänge und Abschlüsse beschrieben. Die
im Datenreport dargestellten Daten zum Übergang Schule-Beruf
werden mithilfe inhaltlicher Leitfragen kontextualisiert. Die Da -
ten werden somit nicht isoliert betrachtet, sondern stets in Be -
zug auf relevante Fragestellungen eingebettet. In den beiden Ka-
piteln werden verschiedene Datenquellen verwendet, die jeweils
mit unterschiedlichen Limitationen einhergehen. Zu Beginn der
Kapitel werden die allgemeinen Limitationen, die angewendeten
Datenschutzregeln und der Aufbau näher erläutert. Limitationen,
die einer Datenquelle nicht grundsätzlich zu Grunde liegen, son-
dern lediglich für die jeweilige Abbildung gelten, werden direkt
in der entsprechenden Abbildung kenntlich gemacht.
Im vorliegendem Bericht wird soweit wie möglich eine gender -
sensible und inklusive Sprache berücksichtigt. Es ist anzumer -
ken, dass Abbildungen, die das Merkmal Geschlecht darstellen,
auf Grund der statistischen Kategorien und Gegebenheiten aus -
schließlich eine binäre Einteilung berücksichtigen. An allen Stel -
len, die nicht explizit Schülerinnen oder Schüler beschreiben,
wird die gendersensible Schreibweise des Gendersterns nach
Maßgabe der Stadt Münster angewendet.
Zudem wird im Datenreport das Merkmal Nationalität anstelle
von Migrationshintergrund verwendet. Die Nationalität stellt ein
eindeutiges Merkmal dar, das den Vergleich mit anderen über -
regionalen Statistiken erleichtert. Die Datenerfassung erfolgt
standardisiert auf Basis offizieller Dokumente. Dabei wird die
Nationalität als Merkmal nicht zugeschrieben (wie ggf. ein Mig -
rationshintergrund), sondern auf Basis von Staatsangehörigkeit
erfasst. Zugleich besteht ein umfassender Zugang zu nationali -
tätsbezogenen Daten. Aus diesen Gründen bietet das Merkmal
Nationalität eine gute Grundlage für die vorliegenden statisti -
schen Analysen.
IV . DATENREPORT
Aufbau des Datenreports:
A. Rahmenbedingungen und
Grundinformationen ---------------------------- 20
B. Berufliche Schulen -------------------------------- 46
Datenreport – SEITE 19
12 Siehe hierzu: Konsortium Bildungsmonitoring (2020): Anwendungsleitfaden für den Aufbau eines kommunalen Bildungsmonitorings; Wiesbaden, Stuttgart und Bonn.
Rahmenbedingungen und Grundinformationen – SEITE 21 SEITE 20 – Datenreport
A. RAHMENBEDINGUNGEN UND
GRUNDINFORMATIONEN
Aufbau des Kapitels:
1. Demographische Entwicklung der Bevölkerung in Münster ------------- 22
2. Schul- und Berufsabschlüsse der Bevölkerung in Münster ---------------- 30
3. Beschäftigten- und Wirtschaftsstruktur in Münster -------------------------- 32
Datenquellen, Erklärungen und Limitationen:
Im Kapitel „Rahmenbedingungen und Grundinformationen“ werden folgende Datenquellen verwendet:
• Stadtplanungsamts / Informationsmanagement und Statistikdienststelle der Stadt Münster
• IT.NRW
– Zensus 2022
– Fortschreibung Bevölkerungsstand
– Unternehmensregister-System
Auswertungen aus dem Unternehmensregister weisen nur Ergebnisse für die Wirtschaftsabschnitte B-N
und P-S der WZ2008 aus. Aus datenschutztechnischen Gründen wird der Wirtschaftsabschnitt B „Berg-
bau und Gewinnung Steinen und Erden“ nicht dargestellt. Im Zeitverlauf unterscheiden sich die Kriterien
zum Einbezug von Niederlassungen in die Statistik.
– Handwerkszählung
Durch Änderungen der HWO2020 und HWO2021 ergeben sich Veränderungen in den Gewerbezweigen/-
gruppen. Daher werden nur Ergebnisse ab 2021 berichtet. Die Daten zum Jahr 2021 waren bei Berichts-
erstellung die aktuellsten verfügbaren Daten.
• Statistik der Bundesagentur für Arbeit
Es wird im folgenden Kapitel keine Datenschutzregel angewandt, da keine Rückschlüsse auf Einzelfälle möglich
sind. Weitere Limitationen, die nur die jeweilige Abbildung betreffen, sind dort kenntlich gemacht.
SEITE 22 – Datenreport Rahmenbedingungen und Grundinformationen – SEITE 23
1. Demographische Entwicklung
der Bevölkerung in Münster
Wie entwickelt sich die U25-Altersstruktur in Münster und
in den münsteraner Stadtbezirken?
Quelle: Stadt Münster – Stadtplanungsamt / Informationsmanagement und Statistikdienststelle, Stichtag 31.12.
Quelle: Stadt Münster – Stadtplanungsamt / Informationsmanagement und
Statistikdienststelle, Stichtag 31.12.
Der Anteil der in Münster wohnberechtigten U25-Altersgruppe an der gesamten wohnberechtigten Bevölke -
rung bleibt im Zeitvergleich nahezu konstant, auch wenn die nominelle Anzahl steigt. Einzig die Gruppen U3
und 18-U20 werden nominell und anteilig kleiner.
11%
10%
9%
8%
7%
6%
5%
4%
3%
2%
1%
0%
U3 2,9%
2,5%
2,5%
3,3%
4,0%
2,5%
2,6%
10,1%
2,6%
3,5%
4,1%
2,5%
2,3%
10,0%
3-U6 6-U10 10-U15 15-U18 18-U20 20-U25
20202017 20212018 20222019 2023
Mit rund 10 % macht die Altersgruppe 20-U25 unter allen U25-Altersgruppen den größten Anteil an der wohn -
berechtigten Gesamtbevölkerung aus. Diese Altersgruppe umfasst allerdings auch, neben der Gruppe 10-U15,
die größte Altersspanne. Den niedrigsten Anteil aller dargestellten U25-Altersgruppen haben die Altersgruppen
15-U18 und 18-U20.
ABB. 1: Anteil der Altersgruppen der wohnberechtigten U25-Bevölkerung
an der wohnberechtigten Gesamtbevölkerung im Jahresvergleich 2017-2023
ABB. 2: %-Anteil der Altersgruppen der wohnberechtigten U25-Bevölkerung an der
wohnberechtigten Gesamtbevölkerung in Münster im Zeitverlauf
31.128; 10,1%
7937; 2,6%
12.292; 4,0%
26.628; 16%
7686; 2,5%
7821; 2,5%
10.208; 3,3%
8875; 2,9%
32.285; 10,0%
7347; 2,3%
13.142; 4,1%
26.628; 16%
7984; 2,5%
8375; 2,6%
11.212; 3,5%
7886; 2,5%
2017 2023
85.947
27,8%
88.231
27,5%
U3
3-U6
6-U10
10-U15
15-U18
18-U20
20-U25
SEITE 24 – Datenreport Rahmenbedingungen und Grundinformationen – SEITE 25
MÜNSTER-SÜDOST
Den größten Anteil aller U25-Altersgruppen an
der Gesamtbevölkerung haben die Altersgruppen
10-U15 und 20-U25, wobei der Anteil der 20-U25-
Jährigen deutlich niedriger als in Münster-Mitte und
Münster-West ist und im Zeitvergleich abnimmt. Den
niedrigsten und ebenfalls abnehmenden Anteil hat
die Altersgruppe 18-U20.
MÜNSTER-WEST MÜNSTER-MITTE
Den größten Anteil an der Gesamtbevölkerung hat
die Altersgruppe 20-U25. Den niedrigsten Anteil
hat mit ca. 2,2 % die Altersgruppe U3. Der Anteil der
20-U25-Altersgruppe ist im Vergleich zu den weite -
ren Stadtbezirken (außer Münster-Mitte) hoch.
MÜNSTER-NORD
Den größten Anteil an der Gesamtbevölkerung hat
die Altersgruppe 20-U25, wobei dieser deutlich nied-
riger als in Münster-Mitte und Münster-West ist. Den
geringsten Anteil hat die Altersgruppe 18-U20.
MÜNSTER-OST
Den größten Anteil an der Gesamtbevölkerung ha -
ben die Altersgruppen 10-U15 und 20-U25, wobei
der Anteil der 20-U25-Jährigen deutlich niedriger als
in Münster-Mitte und Münster-West ist. Den niedrigs-
ten Anteil hat die Altersgruppe 18-U20. Damit zeigt
sich eine ähnliche Entwicklung wie in Münster-Nord.
MÜNSTER-HILTRUP
Den größten Anteil aller U25-Altersgruppen an der
Gesamtbevölkerung hat die Altersgruppe 20-U25,
wobei der Anteil der 20-U25-Jährigen deutlich nied -
riger als in Münster-Mitte und Münster-West ist. Den
niedrigsten Anteil hat die Altersgruppe 18-U20.
Quelle: Stadt Münster – Stadtplanungsamt / Informationsmanagement und Statistikdienststelle, Stichtag 31.12.
ABB. 3: %-Anteile der Altersgruppen der wohnberechtigten U25-Bevölkerung an der
wohnberechtigten Gesamtbevölkerung nach Stadtbezirken in 2023 (im Vergleich zu 2017)
Den größten Anteil an der Gesamtbevölkerung hat
die Altersgruppe 20-U25, den niedrigsten mit ca. 1,6
% die Altersgruppe 15-U18. Während der Anteil der
20-U25 im Vergleich zu den anderen Stadtbezirken
(außer Münster-West) hoch ist, ist der Anteil der Al -
tersgruppen 3-U18-Jährigen vergleichsweise eher
niedrig.
West
Nord
Mitte
Ost
Südost
Hiltrup
U3
3-U6
6-U10
10-U15
15-U18
18-U20
20-U25
U3
3-U6
6-U10
10-U15
15-U18
18-U20
20-U25
U3
3-U6
6-U10
10-U15
15-U18
18-U20
20-U25
U3
3-U6
6-U10
10-U15
15-U18
18-U20
20-U25
U3
3-U6
6-U10
U3
3-U6
6-U10
10-U15
15-U18
18-U20
20-U25
2,9% (-0,8%)
3,5% (+0,0%)
5,0% (+0,3%)
5,7% (+0,3%)
3,2% (+0,1%)
2,3% (-0,3%)
6,3% (+0,0%)
2,2% (-0,6%)
2,6% (+0,2%)
3,7% (-0,1%)
4,7% (-0,2%)
3,0% (+0,1%)
3,3% (+0,0%)
12,9% (+0,5%)
2,3% (-0,3%)
1,9% (+0,1%)
2,3% (+0,1%)
2,7% (+0,2%)
1,6% (+0,0%)
2,0% (-0,4%)
13,0% (+0,0%)
2,6% (-0,3%)
3,1% (-0,1%)
4,4% (+0,1%)
5,5% (+0,8%)
3,3% (+0,1%)
2,0% (-0,1%)
5,0% (-0,1%)
3,0% (-0,3%)
3,8% (+0,6%)
4,7% (+0,5%)
2,5% (-0,6%)
2,9% (+0,1%)
4,2% (+0,5%)
4,8% (-0,1%)
3,0% (-0,1%)
1,9% (-0,5%)
5,3% (-0,2%)
10-U15
15-U18
18-U20
20-U25
5,1% (+0,1%)
3,1% (+0,1%)
2,1% (-0,3%)
5,4% (-0,8%)
Rahmenbedingungen und Grundinformationen – SEITE 27
West
Nord
Mitte
Ost
Südost
Hiltrup
24%
20641
10%
8997
7%
6165
10%
8990
11%
9568
38%
33870
SEITE 26 – Datenreport
U3
NRW: 2,8%
MS: 2,7%
3-U6
NRW: 2,9%
MS: 2,7%
10-U16
NRW: 5,5%
MS: 4,9%
16-U19
NRW: 2,9%
MS: 2,5%
ABB. 4: Verteilung der gesamten wohnberechtigten
U25-Altersgruppe auf die Stadtbezirke im Jahr 2023
ABB. 5: Anteil U25-Altersgruppen an
Gesamtbevölkerung am Ort der Haupt-
wohnung im Vergleich zum Land NRW
im Jahr 2022
Die meisten der wohnberechtigten U25-Jährigen (>60 %) wohnen
in Münster-Mitte (38 %) und Münster-West (24 %). Nur wenige der
U25-Jährigen wohnen in Münster-Ost (7 %).
Wie verhält sich die U25-Altersstruktur
im Vergleich zum Land NRW?
In Münster leben anteilig zur Gesamtbevölkerung am Ort der Hauptwohnung
in allen Altersgruppen unter 19 Jahren weniger Personen als in NRW. Hingegen
ist der Anteil der 19- bis 24-Jährigen in Münster fast doppelt so hoch wie der
Landeswert.
19-U25
NRW: 6,5%
MS: 11,4%
NRW Münster
6-U10
NRW: 3,7%
MS: 3,4%
Quelle: Stadt Münster – Stadtplanungsamt / Informationsmanagement und Statistikdienststelle, Stichtag 31.12.
Quelle: IT.NRW, Zensus 2022, Stichtag 15.05.2022
SEITE 28 – Datenreport Rahmenbedingungen und Grundinformationen – SEITE 29
Wie entwickelt sich das Verhältnis der unter 20-Jährigen
bezogen auf die erwerbsfähigen Personen im Alter von Ü20
bis 64 Jahren im Vergleich zum Land NRW?
Erklärungen/Limitationen Die Vergleiche zum Land NRW basieren auf Daten der Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung.
Im Jahr 2023 liegt die Stadt Münster mit rund 28 Personen über 64 Jahren je 100 Personen im Alter von 20-64
deutlich unter dem Landeswert für NRW. In Münster ist der Altenquotient auf einem ähnlichen Niveau wie der
Jugendquotient. Es wohnen in Münster also je 100 Personen im erwerbsfähigen Alter von 20-64 Jahren ungefähr
gleich viele unter 20-Jährige und über 64-Jährige.
JUGEND - UND ALTENQUOTIENT
Der Jugendquotient beschreibt das Verhältnis
der noch nicht Erwerbsfähigen und der Alten-
quotient das der nicht mehr Erwerbsfähigen anteilig
zur Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter. Die beiden
Kennzahlen werden zur Beschreibung der Altersstruktur hin-
sichtlich der demographischen Entwicklung herangezogen.
Sie geben Aufschluss über das Verhältnis von abhängigen
Altersgruppen zu der potenziell wirtschaftlich aktiven
Bevölkerungsgruppierung.
Wie entwickelt sich das Verhältnis der Personen
im Alter von 65 und älter bezogen auf die
erwerbsfähigen Personen im Alter von
20 bis 64 Jahren im Vergleich zum Land NRW?
NRW Jugendquotient
ABB. 6: Jugendquotient im Vergleich zum Land NRW
Quelle: IT.NRW, Fortschreibung Bevölkerungsstand, Stichtag 31.12., eigene Berechnungen
Münster Jugendquotient
38,0%
37,0%
36,0%
35,0%
34,0%
33,0%
32,0%
31,0%
30,0%
29,0%
28,0%
27,0%
26,0%
25,0%
24,0%
23,0%
34,6
35,3
36,2
36,8
32,5
31,831,431,3
26,7
25,8
2017
26,5
2019
27,2
26,4
2021
26,4
2023
27,7
NRW Altenquotient Münster Altenquotient
ABB. 7: Altenquotient im Vergleich zum Land NRW
In Münster leben im Jahr 2023 rund 26 unter 20-Jährige je 100 Personen im erwerbsfähigen Alter von 20-64
Jahren. Damit liegt Münster im Zeitverlauf unter dem Jugendquotienten für NRW und bleibt im Gegensatz zum
leicht steigendem NRW-Trend nahezu konstant.
SEITE 28 – Datenreport
SEITE 30 – Datenreport Rahmenbedingungen und Grundinformationen – SEITE 31
2. Schul- und Berufsabschlüsse
der Bevölkerung in Münster
Wie verteilen sich in der Bevölkerung die höchsten allgemeinbildenden
und beruflichen Abschlüsse im Vergleich zum Land NRW?
ABB. 8: Verteilung des
höchsten Schulabschlusses
in der Bevölkerung
ab 15 Jahren im Jahr 2022
(Innen: NRW, Außen: Münster)
Münster 5%
NRW 9%
Münster 0,44%
NRW 1%
Münster 4%
NRW 4%
Münster 61%
NRW 38%
Münster 16%
NRW 22%
OHNE ALLGEMEINEN SCHULABSCHLUSS
ABSCHLUSS DER POLY-
TECHNISCHEN OBERSCHULENOCH IN SCHULISCHER AUSBILDUNG
FACHHOCHSCHULREIFE
ODER HOCHSCHULREIFE
HAUPT-(VOLKS)
SCHULABSCHLUSS
REALSCHULE ODER
GLEICHWERTIGER
ABSCHLUSS
Quelle: IT.NRW, Zensus 2022, Stichtag 15.05.2022
Quelle: IT.NRW, Zensus 2022, Stichtag 15.05.2022
Die meisten Personen in Münster besitzen den Schulabschluss „Fachhochschulreife oder Hochschulreife“ (ca.
61 %). In NRW sind es lediglich 38 %. Gleichzeitig haben 14 % der Münsteraner*innen einen Hauptschulabschluss
(NRW: ca. 26 %) und 5 % keinen allgemeinbildenden Schulabschluss (NRW: ca. 9 %).
ABB. 9: Verteilung des höchsten Ausbildungsabschlusses
in der Bevölkerung ab 15 Jahren im Jahr 2022
(Innen: NRW, Außen: Münster)
Im Vergleich zum Land NRW fällt in Münster der hohe Anteil von Personen mit akademischem Berufsabschluss
auf (ca. 34 %, NRW ca. 20 %). Zugleich haben in Münster gleich viele Personen entweder eine abgeschlossene
Berufsausbildung oder keinerlei beruflichen Bildungsabschluss (ca. 28 %). Damit liegen für Münster beide Wer-
te unterhalb der NRW-Werte.
Münster 28 %
NRW 31%
Münster 28 %
NRW 38 %
Münster 4%
NRW 2%
Münster 8%
NRW 4%
Münster 5%
NRW 3%
Münster 17%
NRW 11%
Münster 10 %
NRW 11%
Münster 0,21%
NRW 0,37%
OHNE BERUFLICHEN
SCHULABSCHLUSS
LEHRE/DUALE
BERUFSAUSBILDUNG
PROMOTION
BACHELOR
MASTER
DIPLOM
FACHSCHULABSCHLUSS
FACHHOCHSCHUL-
ABSCHLUSS IN DER
EHEMALIGEN DDR
Münster 14%
NRW 26%
Ohne allgemeinen Schulabschluss
Abschluss der Polytechnischen Oberschule
Haupt-(Volks-)schulabschluss
Ohne allgemeinen Schulabschluss
Lehre/Duale Berufsausbildung
Fachschulabschluss
Fachhochschulabschluss in der ehe. DDR
Realschule oder gleichwertiger Abschluss
Fachhochschulreife/Hochschulreife
Noch in schulischer Ausbildung
Bachelor
Master
Diplom
Promotion
SEITE 32 – Datenreport Rahmenbedingungen und Grundinformationen – SEITE 33
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Stichtag 30.06.
65
63
61
59
57
55
53
51
49
2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023
Münster, insgesamt
Münster - Männer
Münster - Frauen
Bonn, insgesamt
Bonn - Männer
Bonn - Frauen
NRW, insgesamt
NRW - Männer
NRW - Frauen
3. Beschäftigten- und
Wirtschaftsstruktur in Münster
Die Beschäftigungsquote beschreibt den Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (15 Jahre – Regel-
altersgrenze) an der gleichaltrigen Bevölkerung. In Münster liegt die Beschäftigungsquote im Zeitverlauf stets
unter dem NRW-Niveau und sinkt im betrachteten Zeitverlauf erstmalig im Jahr 2023 sowohl in Münster als
auch in NRW. Stellt man die Entwicklungen in Münster der Beschäftigungsquote in der Universitäts- und Ver -
waltungsstadt Bonn gegenüber, lässt sich ein ähnlicher Verlauf konstatieren. Im Zeitverlauf liegen sowohl für die
Stadt Münster als auch für NRW die Quoten der Männer beständig über dem Niveau der Frauen. Die Beschäf -
tigungsquote der männlichen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten liegt in Münster unterhalb der Quote
der männlichen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in NRW.
Erklärungen/Limitationen: Die Beschäftigungsquote bezieht sich auf die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Wohnort.
Es sind keine (ausschließlich) geringfügig Beschäftigten enthalten.
Wie hoch ist die Beschäftigungsquote in Münster
im Vergleich zum Land NRW?
ABB. 10: Beschäftigungsquote der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten
in Münster und NRW nach Geschlecht im Zeitverlauf
Wie hoch ist die Teil- und Vollzeitquote der sozialversicherungs-
pflichtig Beschäftigten in Münster?
Insgesamt steigt die Zahl der sozialversicherungspflichtig Teilzeitbeschäftigten in Münster. Die Zunahme ist für
beide Geschlechter zu beobachten, wobei fast jede zweite Frau (2023: ca. 49 %) und nur ungefähr jeder fünfte
Mann (2023: ca. 19 %) in Teilzeit arbeiten. Im Jahr 2023 bleibt die Voll- bzw. Teilzeitquote der Männer im Ver -
gleich zum Vorjahr erstmalig auf gleichem Niveau.
ABB. 11: Teil (TZ)- und Vollzeitquote (VZ) der sozialversicherungspflichtig
Beschäftigten mit dem Arbeitsort Münster nach Geschlecht im Zeitverlauf
100%
90%
80%
70%
60%
50%
40%
30%
20%
10%
0%
84,6%
68,9%
52,8%
47,2%
31,1%
15,4% 15,7% 16,7% 17,5% 18,2% 19,4% 19,4%
31,4% 31,9% 32,5% 33,0% 33,8% 34,1%
47,5% 47,5% 47,8% 48,1% 48,6% 49,0%
52,5% 52,5% 52,2% 51,9% 51,4% 51,0%
68,6% 68,1% 67,5% 67,0% 66,2% 65,9%
84,3% 83,3% 82,5% 81,8% 80,6% 80,6%
Frauen TZ
insgesamt TZinsgesamt VZ
Frauen VZ
Männer VZ Männer TZ
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Stichtag 30.06.
2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023
51,9%
51,1%
52,4%
53,5%
53,9%
55,1%
56,2% 55,8%
52,6%
53,7%
53,7%
54,7%
55,8%
55,2%
55,5%
56,7%
57,7% 57,8%
59,1%
60,4% 60,2%
SEITE 34 – Datenreport Rahmenbedingungen und Grundinformationen – SEITE 35
Mit welchen Berufsabschlüssen sind die Münsteraner*innen
sozialversicherungspflichtig beschäftigt?
ohne berufliche Ausbildungsabschluss
anerkannte Berufsausbildung
Meister-/Techn./gleichw. Fachschulabschluss
Bachelor
Diplom/Magster/Master/Staatsexamen
Promotion
Ausbildung unbekannt
13.307; 8%
13.091; 8%
12.668; 7%
13.171; 7%
4689; 3%
32.389; 17%
12.592; 7%
7001; 4%
92.216; 49%
25.164; 13%
4193; 2%
30.274; 17%
10.091; 6%
6514; 4%
92.000; 51%
23.931; 13%
3291; 2%
26.628; 16%
5286; 3%
3718; 2%
5433; 3%
28.260; 16%
89.927; 55%
7412; 4%
6002; 4%
91.053; 53%
20.835; 13%
22.826; 13%
2017 2019 2021 2023
164.707
172.362
179.671
187.222
ABB. 12: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort Münster nach Berufsabschlüssen
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Stichtag 30.06.
Die absolute Zahl der in Münster sozialversicherungspflichtig Beschäftigten nimmt im Zeitverlauf stetig zu.
Der Anteil derer, die mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind,
nimmt anteilig ab (-ca. 5 %), auch wenn die Gesamtzahl nominell steigt. Somit ist fast jede zweite Person mit
einer abgeschlossenen Berufsausbildung sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Gleichzeitig erhöht sich der
Anteil derer, die ohne einen beruflichen Ausbildungsabschluss (+ca. 1 %) oder mit einem akademischen Ab -
schluss beschäftigt sind (+ca. 5 %). Dabei steigt insbesondere der Anteil der mit einem Bachelor-Abschluss Be -
schäftigten (ca. 3 %).
Rahmenbedingungen und Grundinformationen – SEITE 37 SEITE 36 – Datenreport
2017 2019 2021 2023
7598; 9%
5709; 7%
7652; 9%
5439; 6%
7339; 8%
5329; 6%
7743; 8%
5428; 6%
1870; 2%
1421; 2%
2110; 2% 1608; 2%
2275; 3% 1918; 2%
2500; 3% 2189; 2%
14.148; 17%
12.480; 15%
14.788; 17% 13.472; 16%
15.559; 17%
14.715; 17%
16.447; 17% 15.942; 17%
2635; 3%
2651; 3%
3614; 4%
3798; 5%
4436; 5%
5258; 6%
6128; 7%
6464; 7%
3794; 5%
1639; 2%
4149; 5%
1853; 2%
4833; 5%
2078; 2%
4760; 5%
2241; 2%
41.985; 50% 47.942; 59% 42.218; 48%
48.835; 57%
42.629; 47%
49.371; 55%
42.760; 45%
49.456; 53%
11.376; 14%
9459; 12%
12.681; 15%
10.145; 12%
13.377; 15%
10.554; 12%
13.953; 15%
11.211; 12%
weibl. weibl. weibl. weibl.männl. männl. männl. männl.
ABB. 13: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort
Münster nach Geschlecht und Berufsabschlüssen
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Stichtag 30.06.
51%
83.406
51%
87.212
50%
90.448
50%
94.291
49%
81.301
49%
85.150
50%
89.223
50%
92.931
ohne berufliche Ausbildungsabschluss
anerkannte Berufsausbildung
Meister-/Techn./gleichw. Fachschulabschluss
Bachelor
Diplom/Magster/Master/Staatsexamen
Promotion
Ausbildung unbekannt
Der Anteil derer, die ohne beruflichen Ausbildungsabschluss sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind, nimmt
bei den männlichen Beschäftigten (+ca. 1,2 %) stärker als bei den weiblichen Beschäftigten (+ca. 0,5 %) zu. Für
beide Geschlechter ist ein ähnlicher Rückgang beim Anteil der Beschäftigung mit anerkannter Berufsausbildung
erkennbar (männlich: -ca. 5 %, weiblich: -ca. 6 %). Eine Zunahme verzeichnen die sozialversicherungspflichtig Be-
schäftigten mit einem Bachelorabschluss (+ca. 4 %). Während unter den männlichen Beschäftigten der Anteil
derer mit dem Berufsabschluss „Diplom/Magister/Master“ nur geringfügig zunimmt, gleicht sich im Jahr 2023 der
Anteil der weiblichen Beschäftigten mit einem solchen Berufsabschluss an das Niveau der Männer an (+ca. 2 %).
SEITE 38 – Datenreport Rahmenbedingungen und Grundinformationen – SEITE 39
ABB. 15: Anteil der sozialversicherungspflichtig
U25-Beschäftigten an allen sozialversicherungspflichtig
Beschäftigten nach Stadtbezirken
im Zeitvergleich 2017, 2022 und 2023
Wie viele U25-Personen sind in den Stadtbezirken Münsters
sozialversicherungspflichtig beschäftigt?
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit über Stadt Münster – Stadtplanungsamt / Informationsmanagement und Statistikdienststelle, Stichtag 30.06.
Seit 2017 steigt die Zahl der sozialversicherungspflichtig U25-Beschäftigten stetig
an, bis sie im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr erstmalig auf 13.581 leicht fällt.
Die meisten der U25-Beschäftigten leben im Stadtbezirk Münster-Mitte (2023:
ca. 47 %), in dem auch die meisten U25-Personen wohnen (2023: ca. 38 %, siehe
Abbildung 4 zur Bevölkerung). In Münster-Ost leben die wenigsten U25-
Beschäftigten (2023: ca. 5 %), wobei hier im Jahr 2023 auch nur 7 % aller U25-Per -
sonen wohnen (siehe Abbildung 4).
In Münster liegt im Jahr 2023 der Anteil der sozialversicherungspflichtig U25-Be -
schäftigten an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten bei 10,6 % und fällt
im betrachteten Zeitverlauf erstmalig leicht ab. Außer im Stadtbezirk Münster-
West, der im Jahr 2023 mit 12,2 % den höchsten Anteil an sozialversicherungs -
pflichtig Beschäftigten unter 25 Jahren an allen sozialversicherungspflichtig Be -
schäftigten aufweist, sinkt im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr der Anteil der
U25-Beschäftigten in den übrigen Stadtbezirken.
Erklärungen/Limitationen:
Die Daten beziehen sich auf die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Wohnort.
West
Münster
insgesamt
Nord
Mitte
Ost
Südost
Hiltrup
´17 - 20,3% (2163) 10,2%
´22 - 20,2% (2778) 11,9%
´23 - 21,3% (2892) 12,2%
´17 - 100 % (10.640) 9,4 %
´22 - 100 % (13.748) 10,8 %
´23 - 100 % (13.581) 10,6 %
´17 - 12,4% (1318) 9,3%
´22 - 10,4% (1431) 9,6%
´23 - 10,4% (1409) 9,4%
Jahreszahl: ´00
Verteilung U25-Beschäftigten auf Stadtbezirke: 0,0% (0)
Anteil U25-Beschäftigten im Stadtbezirk: 0,0%
´17 - 43,0% (4574) 9,2%
´22 - 46,6% (6410) 11,3%
´23 - 47,0% (6385) 11,2%
´17 - 9,4% (998) 9,4%
´22 - 7,8% (1076) 8,9%
´23 - 7,7% (1049) 8,5%
´17 - 8,9% (945) 9,5%
´22 - 8,8% (1208 11,1%
´23 - 8,4% (1137) 10,4%
ABB. 14: Verteilung aller sozialversicherungspflichtig
U25-Beschäftigten auf Stadtbezirken im Zeitverlauf
im Zeitvergleich 2017, 2022 und 2023
´17 - 5,7% (607) 7,9%
´22 - 5,7% (785) 9,1%
´23 - 5,2% (709) 8,2%
SEITE 40 – Datenreport
Rahmenbedingungen und Grundinformationen – SEITE 41
Q Gesundheits- und Sozialwesen
G Handel; Instandhaltung, Reperatur von Kfz
M Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen
und technischen Dienstleistungen
O Öffentliche Verwaltung, Verteidigung;
Sozialversicherung
J Information und Kommunikation
C Verarbeitendes Gewerbe
K Erbringung von Finanz- und
Versicherungsdienstleistungen
N Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen
Dienstleistungen
P Erziehung und Unterricht
S Erbringung von sonstigen Dienstleistungen
F Baugewerbe
I Gastgewerbe
H Verkehr und Lagerei
R Kunst, Unterhaltung und Erholung
D Energieversorgung
L Grundstücks- und Wohnungswesen
A Land-, Forstwirtschaft und Fischerei
E Wasserversorgung; Abwasser- und Abfallentsorgung
und Beseitigung von Umweltverschmutzungen
Wie verteilen sich in Münster die sozialversicherungspflichtig
(U25-)Beschäftigten auf die jeweiligen Wirtschaftsabschnitte?
Erklärungen/Limitationen: Die Daten zu sozialversicherungspflichtig U25-Beschäftigten in den Wirtschaftsabschnitten A, T und U
sind aus datenschutztechnischen Gründen nicht darstellbar.
In den beiden größten Wirtschaftsabschnitten „Q – Gesundheits- und Sozialwesen“ und „G – Handel; Instand -
haltung und Reparatur von Kfz“ sind insgesamt ca. 34 % aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (SvB)
und rund 43 % der U25-Beschäftigten tätig. Die größten Differenzen zwischen allen sozialversicherungspflich -
tig Beschäftigten und den U25-Beschäftigten finden sich im Wirtschaftsabschnitt „O – Öffentliche Verwaltung,
Verteidigung; Sozialversicherung“ (8,7 % aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und nur 4,8 % aller U25-
Beschäftigten) und im Wirtschaftsabschnitt „G – Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kfz“, in dem nur
13,8 % aller Beschäftigten und 20,7 % aller U25-Beschäftigten tätig sind.
36; 0,2%
70; 0,4%
167; 0,9%
261; 1,3%
267; 1,4%
1.016; 5,2%
808; 4,2%
554; 2,8%
884; 4,5%
1.116; 5,7%
1.092; 5,6%
1.106; 5,7%
1.160; 6,0%
933; 4,8%
1.519; 7,8%
4.024; 20,7%
4.344; 22,3%
685; 0,4%
1.120; 0,6%
1.897; 1,0%
2.095; 1,1%
4.345; 2,3%
5.574; 3,0%
5.848; 3,1%
8.172; 4,4%
10.049; 5,4%
11.493; 6,1%
12.220; 6,5%
12.955; 6,9%
13.364; 7,1%
16.317; 8.7%
16.355; 8,7%
25.752; 13,8%
37.703; 20,1%
677; 0,4%
2023 - U25-SvB
2023 - alle SvB
Welche Wirtschaftsabteilungen sind im Jahr
2023 am größten?
Q
Gesundheits- und Sozial-
wesen 86 Gesundheitswesen 25.208; 13,5%
G
Handel; Instandhaltung,
Reperatur von Kfz 46 Großhandel (ohne Handel mit Kfz) 12.129; 6,5%
G
Handel; Instandhaltung,
Reperatur von Kfz 47 Einzelhandel (ohne Handel mit Kfz) 11.483; 6,1%
J
Information und
Kommunikation
62 Erbringung von Dienstleistungen
der Informationstechnologie 10.598; 5.7%
Q
Gesundheits- und
Sozialwesen 88 Sozialwesen (ohne Heime) 7.970; 4,3%
K
Erbringung von
Finanz- und Versicherungs-
dienstleistungen
65 Versicherungen, Rückversicherungen
und Pensionskassen (ohne Sozialver-
sicherungen)
6.872; 3,7%
S
Erbringung von sonstigen
Dienstleistungen
94 Interessensvertretungen sowie
kirchloche und sonstige religöse
Vereinigungen (ohne Sozialwesen
und Sport)
6.196; 3,3%
M
Erbringung von sonstigen
wirtschaftlichen
Dienstleistungen
70 Verwaltung und Führung von
Unternehmen und Betrieben, Unter-
nehmensberatung
6.087; 3,3%
C Verarbeitendes Gewerbe 20 Herstellung von chemischen
Erzeugnissen 4.831; 2,6%
N
Erbringung von sonstigen
wirtschaftlichen
Dienstleistungen
81 Gebäudebetreuung:
Garten- und Landschaftsbau 4.625; 2,5%
WIRTSCHAFTSABSCHNITTE
UND -ABTEILUNGEN
Wirtschaftsabschnitte und -abteilungen sind Begriffe,
die im Rahmen der Wirtschaftszweigklassifikation nach
dem WZ 2008 verwendet werden. Diese Klassifikation dient
der systematischen Gliederung der Wirtschaft in verschiedene
Sektoren und Branchen. Die oberste Gliederungsebene teilt
sich in 21 Wirtschaftsabschnitte (A-U). Die nachfolgende Ebene
fächert sich in insgesamt 88 Wirtschaftsabteilungen (01-99) auf,
die jeweils einem Wirtschaftsabschnitt zugeordnet sind.
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Stichtag 30.06.
ABB. 16: Anzahl und Anteil von sozialversicherungspflichtig (U25-)Beschäftigten (SvB) am Arbeitsort Münster
nach Größe der Wirtschaftsabschnitte im Jahr 2023
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Stichtag 30.06.
ABB. 17: TOP 10 der Wirtschaftsabteilungen mit den meisten sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Jahr 2023
Rahmenbedingungen und Grundinformationen – SEITE 43 SEITE 42 – Datenreport
Die Wirtschaftsabteilungen „Gastronomie“, „Vorbereitende Baustellenarbeiten, Bauinstallationen und sonsti -
ge Ausbaugewerbe“ und „Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften“ finden sich nur in den TOP 10 der
U25-Beschäftigten und nicht in den TOP 10 aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.
Q
Gesundheits- und Sozial-
wesen 86 Gesundheitswesen 3.177; 16.3%
G
Handel, Instandhaltung,
Reperatur von Kfz 46 Großhandel (ohne Handel mit Kfz) 1.929; 9,9%
G
Handel, Instandhaltung,
Reperatur von Kfz 47 Einzelhandel (ohne Handel mit Kfz) 1.675; 8,6%
J
Information und Kommu-
nikation
62 Erbringung von Dienstleistungen der
Informationstechnologie 922; 4,7%
I Gastgewerbe 56 Gastronomie 787; 4,0%
Q
Gesundheits- und Sozial-
wesen 88 Sozialwesen (ohne Heime) 760; 3,9%
K
Erbringung von Finanz-
und
Versicherungsdienstleis-
tungen
65 Versicherungen, Rückversicherungen
und Pernsionskassen (ohne Sozialver-
sicherungen)
616; 3,2%
F Baugewerbe
43 Vorbereitende Baustellenarbeiterin,
Bauinstallation und sonstige Ausbau-
gewerbe
603; 3,1%
M
Erbringung von freiberuf-
lichen, wissenschaftlichen
und technischen Dienst-
leistungen
70 Verwaltung und Führung von Unter-
nehmen und Betrieben, Unternehmens-
beratung
476; 2,4%
N
Erbringung von sonstigen
wirtschaftlichen
Dienstleistungen
78 Vermittlung und Überlassung von
Arbeitskräften 455; 2,3%
Wie verteilen sich in Münster die Niederlassungen
nach Wirtschaftsabschnitten?
ABB. 19: Anzahl und Anteil der Niederlassungen nach ausgewählten Wirtschaftsabschnitten,
aufsteigend nach Größe im Jahr 2022 und im Zeitvergleich zum Jahr 2019
Die drei Wirtschaftsabschnitte mit den meisten Niederlassungen im Jahr 2022 sind im Jahr 2023 auch die
drei Wirtschaftsabschnitte mit den meisten sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (siehe vorherige Ab-
bildungen). Der Wirtschaftsabschnitt „M – Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen
Dienstleistungen“ ist dabei im Jahr 2022 mit 19,6 % der Wirtschaftsabschnitt mit den meisten Niederlassungen,
obwohl hier im Jahr 2023 nur 8,7 % aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten arbeiten. Unter diesen Wirt-
schaftsabschnitt fallen beispielsweise Rechts- und Steuerberatungen, Architektur- und Ingenieurbüros oder
Werbeagenturen.
NIEDERLASSUNG
Eine Niederlassung ist eine örtlich abgegrenzte
Einheit, die einer Rechtlichen Einheit zugeordnet
ist. Sie ist rechtlich unselbstständig. (Weitere Infor-
mationen finden sich in den methodischen Hinweisen zum
Unternehmensregister-System)
ABB. 18: TOP 10 der Wirtschaftsabteilungen mit den meisten sozialversicherungspflichtig U25-Beschäftigten im Jahr 2023
Quelle: IT.NRW, Unternehmensregister-System, Stichtag 31.12.
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Stichtag 30.06.
2788; 19,6%
M Erbringung von freiberuflichen, wissenschaft-
lichen und technischen Dienstleistungen
G Handel; Instandhaltung und Reparatur
von Kraftfahrzeugen
Q Gesundheits- und Sozialwesen
L Grundstücks- und Wohnungswesen
N Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen
Dienstleistungen
S Erbringung von sonstigen Dienstleistungen
I Gastgewerbe
J Information und Kommunikation
F Baugewerbe
C Verarbeitendes Gewerbe
P Erziehung und Unterricht
R Kunst, Unterhaltung und Erholung
K Erbringung von Finanz- und
Versicherungsdienstleistungen
H Verkehr und Lagerei
D Energieversorgung
E Wasserversorgung; Abwasser- und
Abfallentsorgung und Beseitigung
von Umweltverschmutzungen
- 0,3 %
- 0,4 %
1,3 %
0,7 %
- 0,1 %
- 0,2 %
- 0,1 %
0,2 %
0,0 %
0,0 %
- 0,3 %
- 0,1 %
0,0 %
- 0,1 %
- 0,1 %
- 0,6 %
14.207
(-137)
2293; 16,1%
1566; 11,0%
1005; 7,1%
880; 6,2%
875; 6,2%
838; 5,9%
793; 5,6%
768; 5,4%
512; 3,6%
485; 3,4%
481; 3,4%
413; 2,9%
295; 2,1%
193; 1,4%
21; 0,1%
Rahmenbedingungen und Grundinformationen – SEITE 43
Rahmenbedingungen und Grundinformationen – SEITE 45 SEITE 44 – Datenreport
25%
6%
3%
8% 16%
9%
33%
VII
HANDWERKE FÜR DEN
PRIVATEN BEDARF
VI
GESUND-
HEITS-
GEWERBE
V
LEBENSMITTEL-
GEWERBE
IV
KRAFTFAHRZEUG-
GEWERBE
III
HANDWERK FÜR DEN
GEWERBLICHEN BEDARF
I
BAUHAUPTGEWERBE
II
AUSBAU-
GEWERBE
Quelle: IT.NRW, Handwerkszählung, Stichtag 31.12.
Quelle: IT.NRW, Handwerkszählung, Stichtag 31.12.
Wie verteilen sich die Handwerksunternehmen nach
Gewerbegruppen und welche Gewerbezweige sind in
Münster besonders stark vertreten?
ABB. 20: Anzahl und Verteilung der Handwerksunternehmen nach Gewerbegruppen im Jahr 2021
Das „Ausbaugewerbe“ mit Gewerbezweigen wie „Installateur*in und Heizungsbauer*in“ sowie „Maler*in“ und
Lackierer*in“ ist mit 33 % im Jahr 2021 die größte Gewerbegruppe. Der Gewerbezweig „Friseur*in“ ist mit 11,68 %
der Zweig mit den meisten Niederlassungen in Münster.
I Bauhauptgewerbe
Maurer*in und Betonbauer*in
Dachdecker*in
Holz- und Bautenschützer*in
II Ausbaugewerbe
Installateur*in und
Heizungsbauer*in
Elektrotechniker*in
Maler*in und Lackierer*in
III
Handwerk für den
gewerblichen Bedarf
Gebäudereiniger*in
Metallbauer*in
Informationstechniker*in
Feinwerkmechaniker*in
IV
Kraftfahrzeug-
gewerbe
Kraftfahrzeugtechniker*in
Zweiradmechaniker*in
Karosserie- und Fahrzeugbau*in
V
Lebensmittel-
gewerbe
Bäcker*in
Fleischer*in
Konditoren*in
VI
Gesundheits-
gewerbe
Zahntechniker*in
Augenoptiker*in
Orthopädietechniker*in
VII
Handwerke für den
privaten Bedarf
Friseur*in
Kosmetiker*in
Fotograf*in
48; 3,0%
32; 2,0%
23; 1,5%
112; 7,1%
93; 5,9%
89; 5,7%
125; 7,9%
48; 3,0%
18; 1,1%
18; 1,1%
91; 5,8%
23; 1,5%
9; 0,6%
15; 1,0%
12; 0,8%
11; 0,7%
36; 2,3%
25; 1,6%
17; 1,1%
184; 11,7%
73; 4,6%
37; 2,3%
GEWERBEGRUPPEN UND -ZWEIGE
Die Ergebnisse der Handwerkszählung werden nach der Gewerbezweigglie-
derung der Handwerksordnung klassifiziert. Dabei erfolgt eine Zuordnung von
Handwerksunternehmen zu Gewerbezweigen gemäß ihrer ausgeübten Tätigkeit.
Die Gewerbezweige können sieben Gewerbegruppen zugeordnet.
(Weitere Informationen finden sich im Qualitätsbericht zur Handwerkszählung des Statis-
tischen Bundesamtes)
ABB. 21: Anzahl und Anteil der Handwerksunternehmen nach Gewerbegruppe und TOP 3-Gewerbezweigen im Jahr 2021
Rahmenbedingungen und Grundinformationen – SEITE 45
SEITE 46 – Datenreport Berufliche Schulen – SEITE 47
AUFBAU DES KAPITELS:
1. Alle Teilbereiche des Berufsbildungssystems ---------------------------------------- 50
a. Bildungseinrichtungen – Teilbereiche und Bildungsgänge in Münster ------------------------------------------- 50
b. Bildungsteilnahme – Schüler*innen in beruflichen Bildungsgängen --------------------------------------------- 52
c. Übergänge in Bildungsgänge der beruflichen Schulen -------------------------------------------------------------- 56
d. (Schul-)Abschlüsse an beruflichen Schulen --------------------------------------------------------------------------- 70
2. Schulberufssystem ----------------------------------------------------------------------------------------- 72
a. Bildungsteilnahme – Schüler*innen im Schulberufssystem -------------------------------------------------------- 72
b. Übergänge in das Schulberufssystem ---------------------------------------------------------------------------------- 73
c. (Schul-)Abschlüsse im Schulberufssystem ---------------------------------------------------------------------------- 75
3. Übergangssektor --------------------------------------------------------------------------------------------- 79
a. Bildungsteilnahme – Schüler*innen im Übergangssektor ---------------------------------------------------------- 79
b. Übergänge in den Übergangssektor ------------------------------------------------------------------------------------ 80
c. (Schul-)Abschlüsse im Übergangssektor ------------------------------------------------------------------------------- 82
4. Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung ------------------------------------------ 84
a. Bildungsteilnahme – Schüler*innen im Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung ------------------------ 84
b. Übergänge zum Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung ----------------------------------------------------- 85
c. (Schul-)Abschlüsse zum Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung ------------------------------------------- 88
5. Berufliche Weiterbildung ----------------------------------------------------------------------------- 90
a. Bildungsteilnahme – Schüler*innen in der beruflichen Weiterbildung ------------------------------------------ 90
b. Übergänge in die berufliche Weiterbildung -------------------------------------------------------------------------- 91
c. (Schul-)Abschlüsse in der beruflichen Weiterbildung --------------------------------------------------------------- 93
6. Duale Berufsausbildung -------------------------------------------------------------------------------- 97
a. Bildungseinrichtungen – Betriebliche Ausbildungsstätten in Münster ------------------------------------------ 97
b. Bildungsteilnahme – Schüler*innen, Auszubildende,
Bewerbende und Berufsausbildungsstellen in der dualen Berufsausbildung ----------------------------------- 99
c. Übergänge in die duale Berufsausbildung ---------------------------------------------------------------------------- 114
d. (Schul-)Abschlüsse der Auszubildenden bzw. Schüler*innen im Dualen System ----------------------------- 127
B. BERUFLICHE SCHULEN
SEITE 48 – Datenreport
Berufliche Schulen – SEITE 49
DATENQUELLEN, ERKLÄRUNGEN UND LIMITATIONEN:
Im Kapitel „Berufliche Schulen“ werden folgende Datenquellen verwendet:
• Amtliche Schulstatistik, Schuldatensatz
Es wird die Datenschutzregel (Rundung auf Vielfaches von 3) nur angewendet, wenn Rückschlüsse auf Ein -
zelfälle möglich sind. Dies wird in der Beschriftung der jeweiligen Abbildung kenntlich gemacht. Die Be -
rechnungen (Summe und Anteile) sind mit Originaldaten vorgenommen. Danach sind die Summen auf ein
Vielfaches von 3 auf- oder abgerundet und die berechneten Anteile auf ganze Prozentzahlen gerundet. Um
rechnerische Rückschlüsse zu vermeiden, werden alle Daten einem gerundeten absoluten Wert von <=3
ohne absoluten Wert dargestellt.
• Statistik der Bundesagentur für Arbeit
Es wird die Datenschutzregel (Rundung auf Vielfaches von 3) nur angewendet, wenn Rückschlüsse auf Ein -
zelfälle möglich sind. Teilweise unterliegen die verwendeten Daten bereits einer eigenen Datenschutzregel.
Beides wird in der Beschriftung der jeweiligen Abbildung kenntlich gemacht. Eigene Berechnungen (Summe
und Anteile) sind im Falle einer notwendigen Datenschutzregel mit Originaldaten vorgenommen. Sollte die
Anwendung der Datenschutzregel notwendig sein, sind nach Berechnung die Summen auf ein Vielfaches
von 3 auf- oder abgerundet und die berechneten Anteile auf ganze Prozentzahlen gerundet.
• Berufsbildungsstatistik
Die Daten aus der Berufsbildungsstatistik liegen mit einer bereits angewendeten Datenschutzregel vor (Run-
dung auf Vielfaches von 3). Die dargestellten Berechnungen (Summe und Anteile) sind somit mit gerunde -
ten Daten vorgenommen. Daher können die berechneten Daten (siehe z.B. die Darstellungen nach Berufs -
sektoren) von den Daten, die der Berufsbildungsstatistik direkt entnommen werden, abweichen.
Die Anwendung der Datenschutzregel ist der Beschriftung der jeweiligen Abbildung zu entnehmen. Die in
gewissen Abbildungen auftretenden Differenzen zwischen Teil- und Gesamtsummen entstehen durch die An -
wendung der Datenschutzregel. Weitere Limitationen, die nicht allgemein gelten, sondern nur die jeweilige
Abbildung betreffen, sind dort kenntlich gemacht.
Für das Kapitel „Berufliche Schulen“ sind folgende Erklärungen erforderlich:
• Die neu eintretenden Schüler*innen in den Kapiteln „Übergänge“ können in alle Jahrgänge eines Bildungs -
ganges und nicht nur in den ersten Jahrgang eingetreten sein.
• Die Bildungsgänge der beruflichen Schulen sind einzel- wie auch doppelqualifizierend und können dabei zu
berufsqualifizierenden Abschlüssen oder beruflichen Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie teil -
weise (zusätzlich) zu allgemeinbildenden Schulabschlüssen der Sekundarstufe I und II führen. So kann es vor-
kommen, dass Schüler*innen zwar das Bildungsziel eines Bildungsganges nicht erreichen, den Bildungsgang
aber mit einem (höherwertigen) allgemeinbildenden Schulabschluss beenden. Die gewählte Darstellung mit
zwei Abbildungen, die jeweils das (Nicht-)Erreichen von Bildungsziele und das Erreichen von allgemeinbil -
denden Schulabschlüsse beleuchten, bildet diese Doppelfunktion der beruflichen Schulen ab. In den Abbil -
dungen zu den (höherwertigen) allgemeinbildenden Schulabschlüssen sind Schüler*innen, die die berufli -
chen Schulen ohne höheren allgemeinbildenden Abschluss, aber ggf. mit beruflicher Qualifikation verlassen,
nicht enthalten.
• Die im Kapitel B.1. dargestellte Datenkategorie „Sonstige Sekundarstufe I (Sek. I)-Schulen“ besteht aus den
Schulformen PRIMUS-Schule, Sekundarschule und Gemeinschaftsschule. Die Waldorfschule wird in einer se-
paraten Datenkategorie ausgewiesen.
B. BERUFLICHE SCHULEN
SEITE 50 – Datenreport Berufliche Schulen – SEITE 51
Fachschule
Fachoberschule
1. Alle Teilbereiche
des Berufsbildungssystems
1. a. Bildungseinrichtungen –
Teilbereiche und Bildungsgänge in Münster
Welche beruflichen Bildungsmöglichkeiten bestehen
an den beruflichen Schulen in Münster?
Die Anzahl der beruflichen Schulen können dem Jahresbericht „Schulstatistik“ 13 des Amtes für Schule und
Weiterbildung entnommen werden.
Das „Schulberufssystem“ umfasst Bildungsgänge, die zu einer gesetzlich anerkannten Berufsausbildung füh -
ren, die im schulischen Kontext in Kombination mit außerschulischen Praxisphasen erlernt wird.
Der „Übergangssektor“ vermittelt erste berufliche Kenntnisse und Fertigkeiten, unterstützt die Schülerinnen
und Schüler bei der beruflichen Orientierung und führt zum Erwerb allgemeinbildender Schulabschlüsse.
Die Bildungsgänge im Teilbereich „Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung“ ermöglichen den Zugang
zu Hochschulen und vermitteln teilweise auch berufliche Kenntnisse und Fertigkeiten.
Im Teilbereich „Berufliche Weiterbildung“ werden Weiterbildungsabschlüsse (z.B. Staatlich geprüfte*r Tech-
niker*in) und teilweise auch allgemeinbildende Schulabschlüsse vermittelt.
Die „Duale Berufsausbildung“ führt zum Abschluss einer Berufsausbildung, wobei der praktische Teil in einem
Betrieb absolviert wird. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit zum Erwerb eines allgemeinbildenden Schulab -
schlusses.
13 Link zur Website: www.stadt-muenster.de/schulamt/service/statistiken-und-berichte
Schulberufssystem
Übergangssektor
Erwerb der HZB
Berufliche Weiterbildung
Duale Berufsausbildung
Berufsschule
Berufsfachschule Berufliches Gymnasium
Berufsfachschule
B08 C01
A13
D01
B06
C05 C08
B07
C06 D05 D02
A12
C03
E01 E02 E03 E04 E05 E13
A01 A02 A03
Berufsabschluss / EES oder
mittlerer Schulabschluss
(2-jährig, Vollzeit)
Berufsabschluss / Fach-
hochschulreife (ohne
Berufspraktikum)
(3-jährig, Vollzeit)
Ausbildungsvorbereitung
(1-jährig, Teilzeit)
Berufsabschluss /
Allg. Hochschulreife
(mit Berufspraktikum)
(4-jährig, Vollzeit)
Berufliche Kenntnisse,
Fähigkeiten und Fertigkei-
ten / EES (1-jährig, Vollzeit)
Fachoberschule
Kl. 11 (1-jährig, Teilzeit)
Fachoberschule
Kl. 12B (1-jährig, Vollzeit)
Berufliche Kenntnisse,
Fähigkeiten und Fertig-
keiten / mittlerer Schulab-
schluss (1-jährig, Vollzeit)
Fachoberschule
Kl. 12S (1-jährig, Vollzeit)
AHR/Fachoberschule
Kl. 13 (1-jährig, Vollzeit)
Berufliche Kenntnisse,
Fähigkeiten und Fertigkei-
ten / Allg. Hochschulreife
Ausbildungsvorbereitung
(1-jährig, Vollzeit)
Berufliche Kenntnisse,
Fähigkeiten und Fertigkei-
ten / Fachhochschulreife
(2-jährig, Vollzeit)
Fachschule
(Vollzeit)
Fachschule
(Teilzeit)
Fachschule
(verkürzt/Vollzeit/Teilzeit)
Fachschule
(Verkürzt/Teilzeit)
Fachschule für Sozialwe-
sen (mit Berufspraktikum/
Vollzeit)
Fachschule
(3-jährig, Teilzeit)
Fachklassen
(Teilzeit)
Fachklassen/Fachhoch-
schulreife (Teilzeit)
Fachklassen/erweiterte
Zusatzqualifikation
(Teilzeit)
Berufliches Gymnasium
Berufsschule Berufsfachschule
ABB. 22: Übersicht zu Teilbereichen und Bildungsgängen
des Berufsbildungssystems
SEITE 52 – Datenreport Berufliche Schulen – SEITE 53
1. b. Bildungsteilnahme – Schüler*innen
in beruflichen Bildungsgängen
Wie viele Schüler*innen sind an den beruflichen Schulen in den
jeweiligen Teilbereichen des Berufsbildungssystems?
Die Anzahl von Schüler*innen in den Bildungsgängen und Fachklassen nach beruflichen Schulen können dem
Jahresbericht „Schulstatistik“14 des Amtes für Schule und Weiterbildung entnommen werden.
14 Link zur Website: www.stadt-muenster.de/schulamt/service/statistiken-und-berichte
Im Schuljahr 2023/2024 besuchen 12.365 Schüler*innen (71 %) eine Fachklasse im Dualen System. Der Anteil
von Schüler*innen im Übergangssektor nimmt im Zeitverlauf zu (+2 %), während weniger Schüler*innen im
Teilbereich „Schulberufssystem“ beschult werden (-2 %). In den Teilbereichen „Erwerb der Hochschulzugangs -
berechtigung (HZB)“ und „Berufliche Weiterbildung“ bleibt die Schüler*innenzahl konstant.
An den beruflichen Schulen in Münster werden mehr Männer als Frauen beschult (57 %/43 %). Während an -
teilig zum Geschlecht konstant mehr Männer als Frauen den Teilbereich „Duale Berufsausbildung“ besuchen
(2023/2024: 74 % aller Männer, 66 % aller Frauen), nehmen mehr Frauen als Männer die Bildungsgänge der voll-
zeitschulischen Ausbildung wahr (2023/2024: 4 % aller Männer, 8 % aller Frauen). Auch die Bildungsgänge, die zu
einer Hochschulzugangsberechtigung führen, absolvieren anteilig häufiger Frauen als Männer (2023/2024: 11 %
aller Männer, 14 % aller Frauen).
7795; 74%
5365; 66%
7692; 75%
5213; 66%
7643; 75%
5105; 66%
7548; 76%
5027; 66%
7386; 74%
4979; 66%
580; 8%
1067; 14%
577; 8%
631; 6%
1062; 11%
378; 4%
594; 8%
1045; 14%
619; 8%
605; 6%
1023; 10%
436; 4%
645; 8%
1049; 14%
692; 9%
655; 6%
1027; 10%
461; 5%
697; 9%
1069; 13%
745; 9%
734; 7%
1024; 10%
518; 5%
694; 9%
1062; 13%
756; 9%
772; 7%
1090; 10%
536; 5%
2019/20 2020/21 2021/22 2022/23
weibl. weibl. weibl. weibl.männl. männl. männl. männl.
2023/24
weibl.männl.
13.160; 70%
12.905; 71%
12.748; 71%
12.575; 72% 12.365; 71%
1211; 7%
2129; 12%
805; 5%
955; 5%
1199; 7%
2068; 12%
664; 4%
1055; 6%
1300; 7%
2076; 12%
619; 3%
1153; 6%
1431; 8%
2093; 11%
570; 3%
1263; 7%
1466; 8%
2152; 12%
610; 3%
1292; 7%
2019/20 2020/21 2021/22 2022/23 2023/24
18.680 18.262 17.896 17.561 17.465
Schulberufssystem
Übergangssektor
Erwerb der HZB
Berufliche Weiterbildung
Duale Berufsausbildung
ABB. 23: Anzahl und Anteil der Schüler*innen nach Teilbereichen des Berufsbildungssystems im Zeitverlauf
ABB. 24: Anzahl und Verteilung der Schüler*innen nach Geschlecht
in Teilbereichen des Berufsbildungssystems im Zeitverlauf
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Schuldatensatz
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Schuldatensatz
57%
10.559
56%
10.312
43%
8121
44%
7950
57%
10.159
43%
7737
57%
9991
43%
7570
57%
9921
43%
7544
341; 5% 464; 5% 285; 4% 379; 4% 246; 3% 373; 4% 226; 3% 344; 3% 244; 3% 366; 3%
Berufliche Schulen – SEITE 55 SEITE 54 – Datenreport
Die beruflichen Schulen verzeichnen einen Anstieg im Anteil von Schüler*innen mit ausländischer Nationali -
tät (+2 %). In Bildungsgängen zum Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung (HZB) (+4 %), des Schulberufs -
systems (+3 %) und der beruflichen Weiterbildung (+2 %) nimmt seit dem Schuljahr 2019/2020 ihr Anteil zu.
Der Anstieg von Schüler*innen mit ausländischer Nationalität im Teilbereich „Übergangssektor“ (+13 %) lässt
sich mit dem Anwachsen der diesem Teilbereich zugeordneten „Internationalen Förderklassen“ (IFK) und seit
2022/2023 „Fit für Mehr“-Klassen (FFM) erklären (siehe hierzu Kapitel B.3 Übergangssektor). Im Teilbereich „Du-
ale Berufsausbildung“ hingegen bleibt die Zahl der Schüler*innen mit einer ausländischen Nationalität nahezu
konstant.
Der Teilbereich „Übergangssektor“ weist den höchsten Anteil von Schüler*innen mit ausländischer Nationalität
aus (siehe vorherige Abbildung). In diesem Teilbereich werden im Schuljahr 2023/2024 20 % aller im Berufs -
bildungssystem befindenden Schüler*innen mit ausländischer Nationalität beschult. Die Mehrheit der Schü -
ler*innen mit ausländischer Nationalität befindet sich in abnehmender Tendenz im Teilbereich „Duale Berufs -
ausbildung“ (2023/2024: 60 %).
Wo wohnen die Schüler*innen der beruflichen Schulen und
wie groß ist der Anteil an Schüler*innen, die aus den umliegenden
und sonstigen Kreisen stammen?
50%
40%
30%
20%
10%
0%
Schulberufs-
system
Übergangs-
sektor
Erwerb der
HZB
Berufliche
Weiterbildung
Duale Berufs-
ausbildung
insgesamt
2020/21 2021/22 2022/232019/20 2023/24
9% (117)
40% (244)
8% (178)
3% (49)
10% (1284)
10% (1872)
11% (133)
39% (223)
8% (175)
3% (50)
10% (1245)
10% (1826)
10% (116)
41% (254)
9% (187)
4% (57)
10% (1242)
10% (1856)
12% (128)
50% (331)
11% (224)
5% (55)
10% (1212)
11% (1950)
12% (116)
53% (429)
12% (251)
5% (65)
10% (1288)
12% (2149)
2023/24
2022/23
2021/22
2020/21
2019/20
5%
7%
6%
7%
6%
20%
17%
14%
12%
13%
12%
11%
10%
10%
10%
3%
3%
3%
3%
3%
60%
62%
67%
68%
69%
Die Schüler*innen, die eine Fachklasse im Dualen System an münsterschen Berufsschulen besuchen, wohnen
im Vergleich zu den anderen Teilbereichen seltener in Münster. Im Gegensatz dazu verzeichnet der Teilbereich
„Übergangssektor“ den höchsten Anteil an Schüler*innen mit Wohnort Münster (84 %).
Schulberufssystem Übergangssektor Erwerb HZB Berufliche
Weiterbildung
Duale
Berufsausbildung
2%; 24
13%; 126
13%; 123
12%; 111
1% ; 12
58%; 558
84%; 675
5%; 39
5%; 39
10%; 210
14%; 291
1%; 30
56%; 1197
6%; 48
17%; 366
0% 2%; 36
9%; 108
17%; 2121
15%; 1866
19%; 2388
12%; 1494
7%; 915
29%; 3582
14%; 168
18%; 216
10%; 117
4%; 51
46%; 555
Münster
Borken (Kreis)
Coesfeld (Kreis)
Steinfurt (Kreis)
Warendorf (Kreis)
Sonstige Kreise
Schulberufssystem
Übergangssektor
Erwerb der HZB
Berufliche Weiterbildung
Duale Berufsausbildung
ABB. 26: Verteilung Schüler*innen mit ausländischer Nationalität
auf Teilbereiche des Berufsbildungssystems im Zeitverlauf
ABB. 25: Anteil Schüler*innen mit ausländischer Nationalität
in Teilbereichen des Berufsbildungssystems im Zeitverlauf ABB. 27: Wohnorte der Schüler*innen nach Teilbereichen des Berufsbildungssystems im Schuljahr 2023/2024
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Schuldatensatz Quelle: Amtliche Schulstatistik, Schuldatensatz
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Schuldatensatz (Rundung auf Vielfaches von 3)
100%
90%
80%
70%
60%
50%
40%
30%
20%
10%
0%
SEITE 56 – Datenreport Berufliche Schulen – SEITE 57
1. c. Übergänge in Bildungsgänge
der beruflichen Schulen
Wie viele Schüler*innen münden neu in
einen Bildungsgang an beruflichen Schulen ein?
Die Entwicklung der neu eintretenden Schüler*innen korrespondiert mit den Daten zu der gesamten Bildungs-
teilnahme an beruflichen Schulen. So treten mehr Frauen als Männer in die Bildungsgänge des Schulberufssys -
tems ein (2023/2024: 3 % aller Männer, 7 % aller Frauen). Die Anteile der neu in die Teilbereiche eintretenden
Schüler*innen zum jeweiligen Geschlecht schwanken im Zeitverlauf. Eine lineare und ansteigende Tendenz,
sowohl unter den Schülerinnen als auch den Schülern, weist lediglich der Teilbereich „Übergangssektor“ auf.
Der in der Bildungsteilnahme zu beobachtende Anstieg von Schüler*innen im Übergangssektor spiegelt sich
auch bei den neu eintretenden Schüler*innen wider (2019/2020: 562, 7 %; 2023/2024: 789, 11 %). Dieser An -
stieg ist auf die steigenden Teilnehmendenzahl der „Internationalen Förderklassen“ (IFK) und „Fit Für Mehr“-
Klassen (FFM) zurückzuführen (siehe Kapitel B.3 Übergangssektor). Hingegen nimmt der Anteil derer, die neu
in eine Fachklasse des Dualen Systems eintreten, im Zeitverlauf ab (2019/2020: 4899, 65 %; 2023/2024: 4505,
62 %). Auch die Anzahl der neu in das Schulberufssystem eintretenden Schüler*innen sinkt über die betrachtete
Zeitspanne. Hier ist insbesondere im Schuljahr 2023/2024 ein Rückgang zu verzeichnen (2019/2020: 480, 6 %;
2023/2024 354, 5 %).
458; 11%
287; 9% 193; 4%
333; 8%
556; 13%
346; 8%
2910; 67%
1989; 61%
2602; 68%
1812; 59%
2666; 68%
1852; 60%
2684; 68%
1852; 61%
2657; 65%
1848; 58%
244; 8%
527; 17%
331; 10%
219; 7%
301; 7%
535; 13%
135; 3%
178; 6%
496; 16%
261; 9%
257; 8%
188; 5%
548; 14%
362; 9%
178; 4%
230; 7%
515; 17%
230; 7%
257; 8%
244; 6%
511; 13%
351; 9%
158; 4%
218; 7%
528; 17%
212; 7%
294; 10%
206; 5%
479; 13%
331; 9%
193; 5%
250; 8%
495; 15%
229; 7%
2019/20 2020/21 2021/22 2022/23
weibl. weibl. weibl. weibl.männl. männl. männl. männl.
2023/24
weibl.männl.
Schulberufssystem
Übergangssektor
Erwerb der HZB
Berufliche Weiterbildung
Duale Berufsausbildung
ABB. 28: Anzahl und Anteil der neu eintretenden Schüler*innen nach
Teilbereichen des Berufsbildungssystems im Zeitverlauf
ABB. 29: Anzahl und Anteil der neu eingetretenden Schüler*innen nach Geschlecht
und Teilbereichen des Berufsbildungssystems im Zeitverlauf
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Schuldatensatz
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Schuldatensatz
57%
4338
43%
3250
55%
3811
45%
3064
56%
3930
44%
3084
57%
3960
43%
3044
56%
4086
44%
3169
4899; 65%
596; 8%
1051; 14%
562; 7%
480; 6%
4414; 64%
424; 6%
1007; 15%
543; 8%
487; 7%
4518; 64%
474; 7%
1026; 15%
581; 8%
415; 6%
4536; 65%
366; 5%
1044; 15%
623; 9%
435; 5%
4505; 62%
545; 8%
1062; 15%
789; 11%
354; 5%
2019/20 2020/21 2021/22 2022/23 2023/24
7588
6875 7014 7004
7255
SEITE 58 – Datenreport Berufliche Schulen – SEITE 59
Ergänzend zum Anteil von Schüler*innen mit ausländischer Nationalität in den Teilbereichen (siehe vorherige
Abbildung), stellt diese Abbildung die Verteilung aller neu in die Teilbereiche eintretenden Schüler*innen mit
ausländischer Nationalität dar. Mit absteigender Tendenz mündet die Mehrheit der Schüler*innen mit auslän -
discher Nationalität in den Teilbereich „Duale Berufsausbildung“ ein (2023/2024: 46 %). Zugleich treten unter
den Schüler*innen mit ausländischer Nationalität vermehrt Personen in den Teilbereich „Übergangssektor“ ein
(2023/2024: 36 %).
2023/24
2022/23
2021/22
2020/21
2019/20
4%
8%
5%
8%
7%
36%
30%
27%
26%
23%
12%
14%
12%
12%
11%
3%
2%
3%
2%
2%
46%
47%
53%
52%
57%
Schulberufssystem
Übergangssektor
Erwerb der HZB
Berufliche Weiterbildung
Duale Berufsausbildung
50%
40%
30%
20%
10%
0%
Schulberufs-
system
Übergangs-
sektor
Erwerb der
HZB
Berufliche
Weiterbildung
Duale Berufs-
ausbildung
insgesamt
2020/21 2021/22 2022/232019/20 2023/24
13% (61)
36% (203)
9% (97)
4% (22)
10% (514)
12% (897)
12% (60)
37% (203)
9% (95)
4% (17)
9% (412)
11% (787)
10% (41)
40% (231)
10% (98)
5% (26)
10% (446)
12% (842)
18% (77)
48% (296)
13% (138)
5% (17)
10% (474)
14% (1002)
12% (42)
53% (421)
13% (142)
6% (30)
12% (534)
16% (1169)
Im Schuljahr 2023/2024 haben 16 % der in Münster in das Berufsbildungssystem neu eintretenden Schüler*in -
nen eine ausländische Nationalität. Der Anstieg des Anteils von Schüler*innen mit ausländischer Nationalität
im Teilbereich „Übergangssektor“ lässt sich mit den anwachsenden „Internationalen Förderklassen“ (IFK) und
„Fit für Mehr“-Klassen (FFM) begründen (siehe Kapitel B.3 Übergangssektor). In Bildungsgängen der beruflichen
Weiterbildung ist der Anteil von Personen mit ausländischer Nationalität gering (2023/2024: 6 %).
ABB. 30: Anteil der neu eintretenden Schüler*innen mit
ausländischer Nationalität in Teilbereichen des Berufsbildungs-
systems im Zeitverlauf
ABB. 31: Verteilung der neu eintretenden Schüler*innen mit ausländischer Nationalität
auf Teilbereiche des Berufsbildungssystems im Zeitverlauf
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Schuldatensatz
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Schuldatensatz
SEITE 60 – Datenreport Berufliche Schulen – SEITE 61
Welche Eingangsqualifikation weisen die neu
eintretenden Schüler*innen nach Teilbereichen
des Berufsbildungssystems auf?
Die meisten Schüler*innen, die einen Bildungsgang an einer beruflichen Schule in Münster beginnen, besit -
zen die Fachoberschulreife (2023/2024: ca. 41 %). Zudem treten mehr Schüler*innen ohne Schulabschluss
(2023/2024: ca. 8 %) als mit einem Ersten Schulabschluss (2023/2024: ca. 5 %) in das Berufsbildungssystem ein.
ohne Abschluss
Förderschulabschluss GE/LE
Erster Schulabschluss
Erweiterter Erster Schulabschluss
Mittlerer Schulabschluss
Fachhochschulreife
Fachgebundene und Allgemeine Hochschulreife
Sonstige Qualifikation, wenn aus Ausland zugezogen
Noch unbekannt
2023/24
2019/20
insgesamt/ alle
Teilbereiche
Duale Berufs-
ausbildung
Berufliche
Weiterbildung
Erwerb der
HZB
Übergangs-
sektor
Schulberufs-
system
2023/24
2019/20
2023/24
2019/20
2023/24
2019/20
2023/24
2019/20
2023/24
2019/20
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Schuldatensatz (Rundung auf Vielfaches von 3)
ABB. 32: Eingangsqualifikation der neu eintretenden Schüler*innen nach
Teilbereichen im Zeitvergleich Schuljahr 2019/2020 - 2023/2024
Schulberufssystem (siehe detailliert Kapitel B.2):
Die neuen Schüler*innen im Schulberufssystem haben zumeist die Fachoberschul-
reife (2023/2024: ca. 79 %). Der Großteil der übrigen Personen beginnt eine voll -
zeitschulische Ausbildung mit einem Ersten Schulabschluss (2023/2024: ca. 6 %)
oder Erweiterten Ersten Schulabschluss (2023/2024: ca. 12 %).
Übergangssektor (siehe detailliert Kapitel B.3):
Im Zeitvergleich der Schuljahre 2019/2020 – 2023/2024 nimmt die Anzahl und der
Anteil der Personen, die ohne einen Schulabschluss in den Übergangssektor ein -
münden, deutlich zu (ca. 26 %-37 %).
Erwerb der HZB (siehe detailliert Kapitel B.4):
Schüler*innen mit der Fachoberschulreife machen ca. 95 % der Schüler*innen im
Teilbereich aus. Nur ein geringer Teil beginnt mit der Fachhochschulreife einen
Bildungsgang zum Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung (ca. 4-5 %), um die
Allgemeine Hochschulreife zu erlangen.
Berufliche Weiterbildung (siehe detailliert Kapitel B.5):
Die Personen, die einen Bildungsgang zur beruflichen Weiterbildung beginnen, ha-
ben meist mindestens den Erweiterten Ersten Schulabschluss. Den größten Anteil
machen Personen mit der Fachoberschulreife (ca. 32 %) und der Fachhochschulreife
(ca. 31-32 %) aus.
Duale Berufsausbildung (siehe detailliert Kapitel B.6):
Die neu in das Duale System eintretenden Schüler*innen besitzen zumeist die Fach-
oberschulreife (2023/2024: ca. 32 %) sowie die Fachgebundene oder Allgemeine
Hochschulreife (2023/2024: ca. 29 %). Zudem starten im Schuljahr 2023/2024 mehr
Personen ohne Abschluss (ca. 6 %) als mit einem Ersten Schulabschluss (ca. 4 %)
in eine duale Berufsausbildung.
8%
5%
5%
1%
1%
1%
5%
5%
5%
10%
12%
10%
41%
38%
26%
15%
17%
21%
20%
22%
32%
<1% 1%
<1%
6% 1% 4% 9% 32% 19% 29% <1%
<1% 10% 32% 32% 25%
<1%
1%
37%
6%
5% 17% 74%
12% 3%
2%
1%
2%
26% 7% 20% 41% 7% 1%
1%
95%
6% 17% 29% 4% 1%<1% 5%
94%
4%
5%
32%17% 31% 21%
79%
0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100%
SEITE 62 – Datenreport Berufliche Schulen – SEITE 63
Welche Teilbereiche/Schulformen haben die neu
eintretenden Schüler*innen zuvor besucht?
Die meisten der im Schuljahr 2023/2024 in einen Bildungsgang neu eintretenden Schüler*innen stammen von
einer allgemeinbildenden Schule (42 %). Der Anteil derer, die entweder bereits zuvor in einem Teilbereich des
Berufsbildungssystems waren (29 %) oder die in die Kategorie „Sonstige Herkunft“ fallen (29 %), weil sie z.B. vor-
her berufstätig waren, ist auf einem ähnlichen Niveau.
2023/24
2019/20
insgesamt/ alle
Teilbereiche
Duale Berufs-
ausbildung
Berufliche
Weiterbildung
Erwerb der
HZB
Übergangs-
sektor
Schulberufs-
system
2023/24
2019/20
2023/24
2019/20
2023/24
2019/20
2023/24
2019/20
2023/24
2019/20
Herkunft: Teilbereiche des Berufsbildungssystems
Herkunft: Allgemeinbildende Schulen
Herkunft: Sonstige Herkunft
29%; 2069
28%; 2099
29%; 1302
30%; 1454
38%; 207
26%; 156
25%; 267
24%; 249
31%; 241
28%; 158
15%; 52
17%; 82
42%; 3063
41%; 3149
36%; 1642
34%; 1687
3%; 19
5%; 27
70%; 744
69%; 724
56%; 440
65%; 368
62%; 218
71%; 343
29%; 2123
31%; 2340
35%; 1561
36%; 1758
59%; 319
69%; 413
5%; 51
7%; 78
14%; 108
6%; 36
24%; 84
11%; 55
ABB. 33: Herkunft der aus Teilbereichen des Berufsbildungssystems, von allgemeinbildenden Schulen oder mit sonstiger
Herkunft neu eintretenden Schüler*innen nach Teilbereichen im Zeitvergleich Schuljahr 2019/2020-2023/2024
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Schuldatensatz
Schulberufssystem:
Die meisten Personen, die einen Bildungsgang im Schulberufssystem beginnen,
kommen im Schuljahr 2023/2024 von einer allgemeinbildenden Schule (62 %). Ihr
Anteil sinkt im Zeitvergleich (-9 %). Der Anteil derer, die mit einer sonstigen Her -
kunft eintreten, nimmt hingegen zu (+13 %).
Übergangssektor:
Die neu eintretenden Personen im Übergangssektor haben zuvor überwiegend
eine allgemeinbildende Schule besucht (2023/2024: 56 %). Dabei steigt die nomi -
nelle Anzahl (+72), während ihr Anteil an allen neu eintretenden Schüler*innen im
Zeitvergleich sinkt (-9 %). Hingegen sind immer mehr Personen vorher bereits in ei-
nem Teilbereich (+3 %) oder in der Kategorie „Sonstige Herkunft“ vermerkt (+8 %).
Erwerb der HZB:
Im Schuljahr 2023/2024 haben 70 % der neu eintretenden Schüler*innen zuvor
eine allgemeinbildende Schule besucht. Lediglich 25 % kommen aus einem Teil -
bereich im Berufsbildungssystem.
Berufliche Weiterbildung:
Nur ein geringer Anteil der Personen, die in diesen Teilbereich neu eintreten, war
zuvor an einer allgemeinbildenden Schule (2023/2024: 3 %). Der Anteil derjenigen,
die zuvor in einem Bildungsgang an einer beruflichen Schule waren, liegt im Schul-
jahr 2023/2024 bei 41 % und wächst damit im Zeitvergleich an (+10 %). Nach wie
vor ist ein Großteil der neu eintretenden Schüler*innen mit einer sonstigen Her -
kunft verzeichnet (2023/2024: 59 %). In der Regel waren diese zuvor berufstätig.
Duale Berufsausbildung:
Die Herkunft der Schüler*innen im Dualen System teilt sich jeweils in Drittel auf. Im
Jahr 2023/2024 stammen 29 % aus einem Bildungsgang an einer beruflichen Schu-
le, 36 % von einer allgemeinbildenden Schule und 35 % sind der Kategorie „Sonsti -
ge Herkunft“ zugeordnet. Somit ist diese Schüler*innenschaft in ihrer Herkunftsart
heterogen.
0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100%
SEITE 64 – Datenreport Berufliche Schulen – SEITE 65
40%
30%
20%
10%
0%
Von den Personen, die neu in einem der Teilbereiche des Berufsbildungssystems einmünden und zuvor be -
reits in einem Teilbereich verortet waren (2023/2024: 29 % aller neu eintretenden Schüler*innen), stammen die
meisten aus der dualen Berufsausbildung (2023/2024: ca. 12 % aller neu eintretenden Schüler*innen). Nur we -
nige Personen waren zuvor in der Beruflichen Weiterbildung (2023/2024: ca. 1 % aller neu eintretenden Schü -
ler*innen) und im Schulberufssystem (2023/2024: ca. 2 % aller neu eintretenden Schüler*innen).
19/20 19/20 19/20 19/20 19/20 19/2023/24 23/24 23/24 23/24 23/24 23/24
Schulberufs-
system
Übergangssektor Erwerb der HZB Berufliche
Weiterbildung
Duale
Berufsausbildung
insgesamt /
alle Teilbereiche
Herkunft: Schulberufssystem
Herkunft: Übergangssektor
Herkunft: Erwerb der HZB
Herkunft: Berufliche Weiterbildung
Herkunft: Duale Berufsausbildung
2%; 12
3%;12
6%; 33
2%; 18
1%; 9
26%;210 9%; 93
6%; 66
13%; 75
19%;
102
15%;
744
15%;
669 13%;
957
12%;
864
7%; 522
7%; 498
2%; 144
6%; 438
6%; 462
3%; 219
8%; 375
4%;165
2%; 81
7%; 342
4%; 189
3%; 162
10%; 54
5%; 24
9%;54
3%; 21
7%; 78
9%; 90
3%; 33
3%; 30
10%; 102
2%; 24 <1%
21%;120
1%
1%; 6
9%; 33
1%
3%; 12
11%; 51
2%; 9
17%
81 15%
51
28%
159
31%
240
24%
249
25%
267
26%
156
38%
207
30%
1455
29%
1302 28%
2100
29%
2070
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Schuldatensatz (Rundung auf Vielfaches von 3)
ABB. 34: Herkunft der aus Teilbereichen des Berufsbildungssystems in Teilbereiche des Berufsbildungs-
systems neu eintretenden Schüler*innen im Zeitvergleich Schuljahr 2019/2020-2023/2024
Schulberufssystem:
Rund 15 % der Schüler*innen, die im Schuljahr 2023/2024 einen Bildungsgang zur
vollzeitschulischen Ausbildung beginnen, waren bereits zuvor in einem Teilbereich
an einer beruflichen Schule. Der Großteil kommt aus dem Teilbereich „Übergangs-
sektor“ (ca. 9 %).
Übergangssektor:
Die Personen, die in den Übergangssektor einmünden und zuvor in einem der Teil-
bereiche beschult wurden (2023/2024: ca. 31 %), waren schon vorher größtenteils
im Übergangssektor (2023/2024: ca. 26 %). Eine Erklärung ist, dass diese Personen
von einem in einen anderen Bildungsgang wechseln. Beispielsweise kann die Be -
rufsfachschule 1 und 2 als Anschluss an die Ausbildungsvorbereitung gewählt wer-
den, sodass sich die Personen weiterhin im Übergangssektor befinden. Auch Schü-
ler*innen, die in den „Internationalen Förderklassen“ verbleiben, werden hierunter
verzeichnet, da diese Personengruppe nicht als Wiederholende gelten.
Erwerb der HZB:
Im Schuljahr 2023/2024 waren ca. 25 % der in den Teilbereich „Erwerb der Hoch -
schulzugangsberechtigung (HZB)“ neu eintretenden Schüler*innen auch zuvor
im Berufsbildungssystem. Im Zeitvergleich münden dabei weniger Personen aus
dem Übergangssektor (ca. -1 %) und der dualen Berufsausbildung (ca. -3 %) ein.
Dafür stammen vermehrt Personen aus dem Teilbereich „Erwerb der HZB“ (ca. +4
%), sprich Wechsler*innen innerhalb des Teilbereichs, und aus dem Schulberufs -
system (ca. +1 %).
Berufliche Weiterbildung:
Der Anteil von Personen, die aus einem Teilbereich des Berufsbildungssystems neu
in den Teilbereich „Berufliche Weiterbildung“ eintreten, nimmt im betrachteten
Zeitverlauf zu (ca.+12 % auf ca. 38 %). Der Großteil war vorher in einem Bildungs -
gang der dualen Berufsausbildung (2023/2024: ca. 19 %).
Duale Berufsausbildung:
Die Personen, die schon in einem Bildungsgang an einer beruflichen Schule waren
und neu in den Bereich der dualen Berufsausbildung eintreten (2023/2024: ca. 29 %),
wechseln zumeist innerhalb des Teilbereichs „Duale Berufsausbildung“ (ca. 15 %).
Im Schuljahr 2023/2024 stammen auch rund 8 % aus Bildungsgängen, die zum Er -
werb einer Hochschulzugangsberechtigung führen.
<1%
1%; 39 <1%; 21 <1%; 12 <1%;18
5%; 24
1%; 6 <1%
SEITE 66 – Datenreport Berufliche Schulen – SEITE 67
Insgesamt besuchten 42 % aller im Schuljahr 2023/2024 neu eintretenden Schüler*innen zuvor eine allgemein-
bildende Schule. Die meisten Personen stammen von einer Realschule (ca. 11 %), einem Gymnasium (ca. 10 %)
oder einer Gesamtschule (ca. 9 %). Nur ca. 5 % der neu eintretenden Schüler*innen kommen von einer Haupt -
schule. Rund 1 % war vorher an einer Förderschule.
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Schuldatensatz (Rundung auf Vielfaches von 3)
Schulberufssystem:
Im Zeitvergleich nimmt der Anteil der Personen, die von einer allgemeinbildenden
Schule in eine vollzeitschulische Ausbildung wechseln, ab (ca. -9 % auf ca. 62 %).
Der Großteil kommt von einer Realschule (ca. 19 %) oder einer Gesamtschule (ca.
18 %). Dabei sinkt im Zeitvergleich insbesondere der Anteil derer, die von einer
Hauptschule (ca. -6 %) oder Realschule (ca. -10 %) einmünden.
Übergangssektor:
Die nominelle Zahl der Personen, die von einer allgemeinbildenden Schule in
den Übergangssektor wechseln, wächst im Zeitvergleich zwar an. Jedoch nimmt
ihr Anteil an allen in den Übergangssektor neu eintretenden Schüler*innen ab
(2023/2024: ca. -9 % auf ca. 56 %). Dies ist auf den Anstieg der Schüler*innen mit
der Herkunftsform „Sonstige Herkunft“ zurückzuführen. Die Personengruppe war
zuvor größtenteils, aber im Zeitvergleich anteilig abnehmend, an einer Haupt -
schule (2023/2024: ca. -10 % auf ca. 19 %) oder an einer sonstigen Sek. I-Schule wie
der Sekundar-, PRIMUS- oder Gemeinschaftsschule (2023/2024: ca. 13 %). Zusätz -
lich scheint der Übergangssektor im Vergleich zu den weiteren Teilbereichen für
Personen mit einem Förderschulabschluss als Anschlussoption zu fungieren, auch
wenn der Anteil im Zeitvergleich abnimmt (2023/2024: ca. -3 % auf ca. 4 %).
Erwerb der HZB:
Die meisten neuen Schüler*innen in Bildungsgängen zum Erwerb der Hochschul -
zugangsberechtigung, die zuvor an einer allgemeinbildenden Schule waren, kom -
men im Zeitvergleich unverändert von einer Realschule (2023/2024: ca. 32 %).
Diese Personengruppe nutzt die Bildungsgänge zur Erlangung eines höherwerti -
gen Schulabschlusses. Zudem sind unter den Neuzugängen vermehrt ehemalige
Schüler*innen einer Gesamtschule (2023/2024: ca. +3 % auf ca. 15 %) und weniger
Schüler*innen von Gymnasien (2023/2024: ca. -2 % auf ca. 7 %).
Berufliche Weiterbildung:
In der Regel ist eine Zugangsvoraussetzung für diese Bildungsgänge eine entspre -
chende Berufserfahrung. Daher hat ein sehr geringer Teil der in diesen Teilbereich
neu eintretenden Schüler*innen zuvor eine allgemeinbildende Schule besucht
(Schuljahr 2023/2024: ca. 3 %). Mehrheitlich münden die benannten 3 % in den
Bildungsgang „E05 – Fachschule für Sozialwesen“ ein, worunter die Berufsfelder
„Heilerziehungspflege“ und „Sozialpädagogik“ fallen.
Duale Berufsausbildung:
Der Großteil der Personen, der zuvor an einer allgemeinbildenden Schule war und
neu in eine Fachklasse des Dualen Systems eintritt (2023/2024: ca. 36 %), stammt
von einem Gymnasium (2023/2024: ca. 13 %), gefolgt mit steigender Tendenz von
Schüler*innen einer Gesamtschule (2023/2024: +ca. 3 % auf ca. 9 %).
ABB. 35: Herkunft der aus allgemeinbildenden Schulformen in alle Teilbereiche des Berufsbildungssystems
neu eintretenden Schüler*innen im Zeitvergleich Schuljahr 2019/2020-2023/2024
80%
70%
60%
50%
40%
30%
20%
10%
0%
19/20 19/20 19/20 19/20 19/20 19/2023/24 23/24 23/24 23/24 23/24 23/24
Schulberufs-
system
Übergangssektor Erwerb der HZB Berufliche
Weiterbildung
Duale
Berufsausbildung
insgesamt /
alle Teilbereiche
Herkunft: Hauptschule
Herkunft: Realschule
Herkunft: Gesamtschule
Herkunft: Sonstige Sek.I-Schulen
34%
1686
69%
723
71%
342
36%
1641
70%
744
62%
219
41%
3150
5%
27
65%
369
42%
3063
3%
18
56%
441
Herkunft: Gymnasium
Herkunft: Förderschule oder Schule für Kranke
Herkunft: Freie Waldorfschule oder Hiberniaschule
7%; 42
2%; 9
12%; 66
<1%
9%; 93
7%;78
11%;
114
10%;
111
12%;
120
32%
339
15%;
153
32%;
339
5%;
514%; 42
4%; 24
<1%
<1% 1%
1%; 6
4%; 186
7%; 327
6%; 279
3%; 171
3%; 156
14%;
690
13%;
588
11%;
846
10%;
735
6%; 417
9%; 687
11%;
762
5%; 381
5%; 384
7%; 507
11%;
861
6%; 447
4%; 174
9%; 405
6%; 288
2%; 9
<1%
4%; 33
3%; 27
13%;
102
7%; 57
8%; 66
19%;
153
5%; 30
10%; 54
29%,
165
<1%
9%; 30
8%; 27
18%; 66
19%; 69
5%; 18
7%; 33
7%; 36
16%; 75
29%;
138
11%; 54
1%; 6
2%, 6
<1%
<1%
1%; 12 1%; 9
1%; 60
1%; 27
1%; 75
1%; 24
<1%; 9
<1%
<1%;27
<1%; 18
1%
SEITE 68 – Datenreport Berufliche Schulen – SEITE 69
Rund 29 % der im Schuljahr 2023/2024 in alle Teilbereiche neu eintretenden Schüler*innen sind mit einer sons-
tigen Herkunft vermerkt. Mit ca. 15 % waren die meisten Personen dieser Kategorie zuvor berufstätig. Rund 6 %
aller neu eintretenden Schüler*innen waren zuvor entweder an einer Universität oder Hochschule eingeschrie-
ben oder sind mit keiner Schule bzw. als aus dem Ausland zugezogen dokumentiert.
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Schuldatensatz (Rundung auf Vielfaches von 3)
Schulberufssystem:
Rund 24 % der im Schuljahr 2023/2024 in das Schulberufssystem neu eintretenden
Schüler*innen sind vermerkt mit einer sonstigen Herkunft. Ein im Zeitvergleich an-
steigender Teil war zuvor berufstätig (ca. +6 % auf ca. 9 %) oder in der Kategorie
„Sonstige Schule/keine Schule, auch aus dem Ausland zugezogene deutsche Schü-
ler*innen“ dokumentiert (ca. +4 % auf ca. 10 %).
Übergangssektor:
Der Anstieg der in den Übergangssektor neu eintretenden Schüler*innen, die mit
einer unbekannten Herkunft dokumentiert sind (ca.+4 % auf ca. 5 %), ist mit der
Zunahme von Schüler*innen in den „Internationalen Förderklassen“ und „Fit für
Mehr“-Klassen zu begründen (siehe Kapitel B.3 Übergangssektor).
Erwerb der HZB:
Der Anteil derer, die aus einer Berufstätigkeit in einen Bildungsgang zum Erwerb
der Hochschulzugangsberechtigung einmünden, nimmt im Zeitvergleich ab (ca.
-3 % auf ca. 2 %). Insgesamt wechseln nur wenige Schüler*innen mit einer doku -
mentierten sonstigen Herkunft in den Teilbereich „Erwerb der Hochschulzugangs-
berechtigung“ (2023/2024: ca. 5 %).
Berufliche Weiterbildung:
Zu rund 59 % sind die im Schuljahr 2023/2024 zur beruflichen Weiterbildung neu
eintretenden Schüler*innen mit einer sonstigen Herkunft vermerkt (ca. -10 %). Der
Großteil dieser Schüler*innen war vorher berufstätig (2023/2024: ca. 47 %) und
nutzt die Bildungsgänge zum Erwerb eines Weiterbildungsabschlusses.
Duale Berufsausbildung:
Die Personengruppe, die neu in die duale Berufsausbildung eintritt und mit einer
sonstigen Herkunft vermerkt ist, macht ungefähr 35 % der in die duale Berufs -
ausbildung neu eintretenden Schüler*innen aus. Rund 24 % waren zuvor entwe -
der an einer Hochschule bzw. Universität (2023/2024: ca. 8 %) oder berufstätig
(2023/2024: ca. 16 %).
ABB. 36: Herkunft der aus sonstigen Bereichen in alle Teilbereiche des Berufsbildungssystems
neu eintretenden Schüler*innen im Zeitvergleich Schuljahr 2019/2020-2023/2024
80%
70%
60%
50%
40%
30%
20%
1 0%
0%
19/20 19/20 19/20 19/20 19/20 19/2023/24 23/24 23/24 23/24 23/24 23/24
Schulberufs-
system
Übergangssektor Erwerb der HZB Berufliche
Weiterbildung
Duale
Berufsausbildung
insgesamt /
alle Teilbereiche
Herkunft: Hochschule, Universität
Herkunft: Weiterbildungskolleg
Herkunft: Wehr-, Zivil- oder Bundesfreiwilligendienst
Herkunft: Berufstätigkeit
Herkunft: Sonstige Schule / keine Schule, auch aus
dem Ausland zugezogene deutsche Schüler*innen
Herkunft: Ausländische Schüler*innen, die seit der
letzten ASD aus dem Ausland zugezogen sind
Herkunft: noch unbekannt
11%
54
24%
84
6%
36
14%
108
7%
78
5%
51
69%
414
59%
318
36%
1758 35%
1560 31%
2340
29%
2124
6%; 30
10%; 36
9%; 33
3%; 9
3%; 12
2%; 9
1% 1%; 6 <1%<1% 1%; 6 1%; 6
1%; 12
1%; 12
2%; 27
5%; 48
2%; 18
4%; 24
<1%
5%; 42
1%
6%; 51
<1% 1% <1% <1% <1% <1%
5%; 30
5%; 27
56%;
336
3%; 18
4%; 21
11%;
519
15%;
735
7%; 366
8%; 366
2%; 120
<1%; 18 <1%; 18
<1%; 27
5%; 399
2%; 171
15%;
1131
8%; 609
<1%; 9
<1% 1%; 42
<1%; 12
6%; 441
2%; 135
<1%; 33
6%; 399
15%;
1062
2%; 105
16%;
741
7%;
324
6%; 30
1%
1%; 9
1% <1%
1%
SEITE 70 – Datenreport Berufliche Schulen – SEITE 71
19/20 19/20 19/20 19/20 19/20 19/2022/23 22/23 22/23 22/23 22/23 22/23
Schulberufs-
system
Übergangssektor Erwerb der HZB Berufliche
Weiterbildung
Duale
Berufsausbildung
insgesamt / alle
Teilbereiche
8000
7000
6000
5000
4000
3000
2000
1000
0
100%
90%
80%
70%
60%
50%
40%
30%
20%
10%
0%
1. d. (Schul-)Abschlüsse an beruflichen Schulen
Wie viele Schüler*innen an beruflichen Schulen haben das
Bildungsziel des jeweiligen Bildungsganges (nicht) erreicht?
Welche allgemeinbildenden Schulabschlüsse erwerben
die Schüler*innen an beruflichen Schulen?
Im Schuljahr 2022/2023 schließen 78 % aller Schüler*innen ihren Bildungsgang erfolgreich ab. Allerdings
zeigen sich deutliche Unterschiede: Während Schüler*innen im Teilbereich „Berufliche Weiterbildung“
bis zu 89 % erfolgreich sind, erreichen 50 % der Schüler*innen im Übergangssektor ihr Bildungsziel. Wei-
tere und detaillierte Informationen zu den einzelnen Teilbereichen befinden sich im jeweiligen Unter -
kapiteln (siehe Kapitel B.2. - 6.).
Im Schuljahr 2022/2023 verlassen ca. 21 % aller Schulabgänger*innen ihren Bildungsgang mit einem allge -
meinbildenden Schulabschluss. Von dieser Personengruppe erreicht ungefähr jede zweite Person die Fach-
hochschulreife (ca. 51 %). Vor allem in den Teilbereichen „Schulberufssystem“ (ca. 80 %) und „Erwerb der
Hochschulzugangsberechtigung“ (84 %) erlangt eine Vielzahl der Schüler*innen einen allgemeinbildenden
Schulabschluss. Hingegen verlassen nur ca. 2 % der Abgangsschüler*innen im Dualen System ihren Bildungs-
gang mit einem allgemeinbildenden Schulabschluss. Hierfür sind die höheren Eingangsqualifikationen der
Schüler*innen sowie die Ausrichtung des Bildungsgangziels auf einen berufsqualifizierenden Abschluss ent-
sprechende Erklärungsansätze. Weitere und detaillierte Informationen zu den einzelnen Teilbereichen be -
finden sich im jeweiligen Unterkapitel (siehe Kapitel B.2. - 6.).
452 345
563 585
989 830
466
4676
7146
77%
83%
81%
85%
89%
81% 80% 80%
78%
6770
504
450657%
50%
1470
1437
5709
883
871
68
158169
292243
8086 57
398
672820
293320
265366 447
3805
3623
5300
Absolvierende (Bildungsziel erreicht) Abgehende (Bildungsziel nicht erreicht) Erfolgsquote
ABB. 37: Erreichte Bildungsziele beruflicher Bildungsgänge und Erfolgsquote nach Teilbereichen
des Berufsbildungssystems im Zeitvergleich Schuljahr 2019/2020-2022/2023
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Schuldatensatz
Erster Schulabschluss
Erweiterter Erster Schulabschluss
Mittlerer Schulabschluss
81%
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Schuldatensatz (Rundung auf Vielfaches von 3)
19/20 19/20 19/20 19/20 19/20 19/2022/23 22/23 22/23 22/23 22/23 22/23
Schulberufs-
system
Übergangssektor Erwerb der HZB Berufliche
Weiterbildung
Duale
Berufsausbildung
insgesamt / alle
Teilbereiche
2000
1800
1600
1400
1200
1000
800
600
400
200
0
100%
90%
80%
70%
60%
50%
40%
30%
20%
10%
0%
ABB. 38: Schulabgänger*innen mit (höherwertigem) allgemeinbildendem Schulabschluss in beruflichen Bildungs-
gängen nach Teilbereichen des Berufsbildungssystems im Zeitvergleich Schuljahr 2019/2020-2022/2023
276 303
840
699
111 60
108 81
1755
1407
390
86%
54%
80%
50%
24%
12% 2% 2%
25%
21%
85% 84%
Fachhochschulreife
Allgemeine Hochschulreife
Anteil mit (höherwertigem)
allg. Schulabschluss an allen
Schulabgänger*innen
291
63; 23%
99; 33% 84; 29%
606; 72%
489; 70%
57; 52%
117; 30%
159; 57%
81; 26% 63; 22%
186; 48%
54; 20% 123; 41% 144; 49%
234; 28%
207; 30%
54; 48%
60; 100% 48; 44%
2% 5%
45; 56% 102; 6% 87; 6%
45; 40% 21; 24%
129; 7%
108; 8%
345; 20%
225; 16%
861; 49%
720; 51%
318; 18%
264; 19%
15; 14%
12; 15%
84; 22%
SEITE 72 – Datenreport Berufliche Schulen – SEITE 73
2. Schulberufssystem
2. a. Bildungsteilnahme –
Schüler*innen im Schulberufssystem
Wie viele Schüler*innen sind an beruflichen Schulen
im Schulberufssystem?
In allen Bildungsgängen des Schulberufssystems sinkt im Zeitverlauf die Anzahl der Schüler*innen. Mit 58 %
befinden sich im Schuljahr 2023/2024 die meisten Schüler*innen im Bildungsgang C01 der Berufsfachschule,
der zu einem Berufsabschluss und zur Fachhochschulreife führt. Hierunter fallen beispielsweise das Berufsfeld
„Gestaltungstechnische*r Assistent*in“ oder „Kaufmännische*r Assistent*in“. Die Anzahl der Schüler*innen im
Bildungsgang D01 des Beruflichen Gymnasiums, der u.a. zum Abschluss „Erzieher*in“ oder „Gestaltungstechni-
sche*r Assistent*in“ in Kombination mit der Allgemeinen Hochschulreife führt, nimmt vor allem im Schuljahr
2023/2024 ab.
2. b. Übergänge in das Schulberufssystem
Im Zusammenhang mit der Entwicklung der gesamten Bildungsteilnahme im Teilbereich „Schulberufssystem“
treten auch im Zeitverlauf weniger Schüler*innen neu in die jeweiligen Bildungsgänge ein. Im Bildungsgang
C01 der Berufsfachschule, in den die meisten Schüler*innen neu eintreten (2023/2024: 55 %), ist der Rück -
gang vor allem in dem Berufsfeld „Kaufmännische*r Assistent*in – Betriebswirtschaft“ begründet. Auch wird in
diesem Bildungsgang ab dem Schuljahr 2021/2022 das Berufsfeld „Kaufmännische*r Assistent*in – Fremdspra-
che“ nicht mehr angeboten. Im Bildungsgang B08, der neben einem Berufsabschluss zum Ersten Erweiterten
Schulabschluss oder zur Fachoberschulreife führt, erklärt sich die rückläufige Entwicklung der neu eintreten -
den Schüler*innen z.B. mit dem Berufsfeld „Sozialassistent*in“, das im Zeitvergleich 2019/2020 - 2023/2024 51
Schüler*innen weniger verzeichnet. Deutlich wird, dass für eine detaillierte Ursachenanalyse ein gesonderter
Blick auf die Ebene der Berufsfelder erforderlich ist.
Berufliches Gymnasium - D01 - Berufsabschluss / Allg. Hochschulreife
Berufsfachschule - C01 - Berufsabschluss / Fachhochschulreife
Berufsfachschule - B08 - Berufsabschluss / EES oder mittlerer Schulabschluss
2019/20 2020/21 2021/22 2022/23 2023/24
480 487
415
435
354
59; 12% 73; 15%
251; 52% 268; 55%
170; 35%
146; 30%
124; 30%
205; 49%
86; 21%
68; 16%
247; 57%
120; 28% 115; 32%
193; 55%
46; 13%
2019/20 2020/21 2021/22 2022/23 2023/24
1292 1263
1153
1055
955
277; 21%
253; 20%
248; 22%
223; 21%
167; 17%
556; 58%
232; 24%
617; 58%
215; 20%
652; 57%
253; 22%
706; 55% 711; 56%
309; 24% 299; 24%
ABB. 39: Anzahl und Anteil der Schüler*innen nach Bildungsgängen des Schulberufssystems im Zeitverlauf
Wie viele Schüler*innen münden neu in einen
Bildungsgang im Schulberufssystem ein?
ABB. 40: Anzahl und Anteil der neu eintretenden Schüler*innen nach Bildungsgängen im Schulberufssystem im Zeitverlauf
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Schuldatensatz
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Schuldatensatz
SEITE 74 – Datenreport Berufliche Schulen – SEITE 75
Welche Eingangsqualifikation weisen die neu eintretenden
Schüler*innen im Schulberufssystem auf?
Die meisten Schüler*innen treten mit der Fachhochschulreife neu in das Schulberufssystem ein (2023/2024: ca.
79 %). Lediglich in den Bildungsgang B08, der zu einem Berufsabschluss und zu einem Ersten Erweiterten Schul-
abschluss oder zur Fachoberschulreife führt, münden auch Schüler*innen mit einem Ersten Schulabschluss
(2023/2024: ca. 17 %) und mit einem Erweiterten Ersten Schulabschluss (2023/2024: ca. 36 %) ein. Im Bildungs-
gang B08 können beispielsweise Abschlüsse als „Kinderpfleger*in“ oder „Sozialassistent*in“ erlangt werden.
Erster Schulabschluss
Erweiterter Erster Schulabschluss
Mittlerer Schulabschluss
Fachhochschulreife
2023/24Schulberufs-
system,
insgesamt
Berufsfach-
schule - C01
- Berufsab-
schluss / Fach-
hochschulreife
Berufliches
Gymnasium -
D01 - Berufs-
abschluss /
Allg. Hoch-
schulreife
Berufsfach-
schule - B08
- Berufsab-
schluss / EES
oder Mittlerer
Schulabschluss
2023/24
2023/24
2019/20
2019/20
2019/20
2019/20
2023/24
6%;
21
5%;
24
100%;
45
1%
1%
17%;
18
14%;
24
36%;
42
49%;
84
44%;
51
35%;
60
95%;
57
94%;
180
94%;
237
12%;
42
17%;
84
79%;
279
74%;
354
3%;
12
2%; 9
3%
5%; 9
2%; 6
3%
2%
2%
2%; 9
2%
1%
3%; 6
1%
1%
Fachgebundene und
Allgemeine Hochschulreife
ABB. 41: Eingangsqualifikation der neu eintretenden Schüler*innen nach Bildungsgängen
im Schulberufssystem im Zeitvergleich Schuljahr 2019/2020-2023/2024
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Schuldatensatz (Rundung auf Vielfaches von 3)
2. c. (Schul-)Abschlüsse im Schulberufssystem
Wie viele Schüler*innen im Schulberufssystem
haben das Bildungsziel (nicht) erreicht?
Absolvierende (Bildungsziel erreicht) Abgehende (Bildungsziel nicht erreicht) Erfolgsquote
Im Schuljahr 2022/2023 erreichen 77 % (im Vergleich zu 2019/2020: -4 %) aller Abgangsschüler*innen im Schul-
berufssystem das Bildungsziel ihres Bildungsgangs. Sie erreichen sowohl den berufsqualifizierenden Abschluss
als auch, wenn möglich, einen (höherwertigen) allgemeinbildenden Schulabschluss. Im Zeitvergleich sticht der
Bildungsgang B08 hervor, der neben einem Berufsabschluss zu einem Ersten Erweiterten Schulabschluss (EES)
oder der Fachoberschulreife führt. Im Schuljahr 2022/2023 beenden 70 % der Abgangsschüler*innen diesen
Bildungsgang erfolgreich. Das sind 21 % weniger als noch im Schuljahr 2019/2020. Unter den Bildungsgang B08
fallen Berufsabschlüsse als „Kinderpfleger*in“ und „Sozialassistent*in“.
Schulberufssystem,
insgesamt
Berufsfachschule
- C01 - Berufsabschluss /
Fachhochschulreife
Berufliches Gymnasium
- D01 - Berufsabschluss /
Allg. Hochschulreife
Berufsfachschule
- B08 - Berufsabschluss /
EES oder Mittlerer
Schulabschluss
2019/20 2019/20 2019/20 2019/202022/23 2022/23 2022/23 2022/23
115
65
167
145
84
55
366
265
12
28
67
46
7
6
86
80
127
93
234
191
91
61
452
345
100%
90%
80%
70%
60%
50%
40%
30%
20%
10%
0%
91%
70% 71%
76%
92%
90%
81%
77%
ABB. 42: Erreichte Bildungsziele und Erfolgsquote in Bildungsgängen des
Schulberufssystems im Zeitvergleich Schuljahr 2019/2020-2022/2023
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Schuldatensatz
500
450
400
350
300
250
200
150
100
50
00% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100%
SEITE 76 – Datenreport Berufliche Schulen – SEITE 77
Welche allgemeinbildenden Schulabschlüsse erwerben
die Schüler*innen im Schulberufssystem?
Im Schuljahr 2022/2023 verlassen ca. 80 % (im Vergleich zu 2019/2020: ca. -6 %) aller Schulabgänger*innen
des Schulberufssystems ihren Bildungsgang mit einem allgemeinbildenden Schulabschluss. Dies gilt, unabhän-
gig ob sie das jeweilige Bildungsziel – im Falle des Schulberufssystems einen berufsqualifizierenden Abschluss
und einen allgemeinbildenden Schulabschluss – erreicht haben. Insgesamt erlangen ca. 23 % einen Mittleren
Schulabschluss, ca. 57 % die Fachhochschulreife und ca. 20 % die Allgemeine Hochschulreife. Diese Verteilung
erschließt sich mit Blick auf die einzelnen Bildungsgänge. Im Bildungsgang B08 der Berufsfachschule wird im
Jahr 2022/2023 ausschließlich der Mittlere Schulabschluss erlangt. Dabei nimmt der Anteil unter den Abgän -
ger*innen, die den Bildungsgang B08 mit einem allgemeinbildenden Schulabschluss verlassen, im Zeitvergleich
stark ab (ca. -27 %). Das hängt möglicherweise mit der Zunahme des Anteils von Personen zusammen, die die -
sen Bildungsgang bereits mit einem Mittlerem Schulabschluss beginnen (siehe Kapitel B.2.b. „Eingangsquali -
fikation“). Während rund 82 % der Abgangsschüler*innen, die im Bildungsgang C01 der Berufsfachschule einen
Erweiterter Erster Schulabschluss
Mittlerer Schulabschluss
Schulberufssystem,
insgesamt
Berufsfachschule
- C01 - Berufsabschluss /
Fachhochschulreife
Berufliches Gymnasium
- D01 - Berufsabschluss /
Allg. Hochschulreife
Berufsfachschule
- B08 - Berufsabschluss /
EES oder Mittlerer
Schulabschluss
2019/20 2019/20 2019/20 2019/202022/23 2022/23 2022/23 2022/23
100%
90%
80%
70%
60%
50%
40%
30%
20%
10%
0%
117; 99%
63; 100%
183; 100%
156; 100%
54; 95%
5% 4%
54; 96%
<1%
117; 30%
186; 48%
84; 22%
54; 20%
159; 57%
63; 23%
1%
120
63
183
156
87
57
390
276
94%
67%
78%
82%
97%
93%
86%
80%
ABB. 43: Schulabgänger*innen mit (höherwertigem) allgemeinbildendem Schulabschluss in
Bildungsgängen des Schulberufssystems im Zeitvergleich Schuljahr 2019/2020-2022/2023
Fachhochschulreife
Allgemeine Hochschulreife
Anteil mit (höherwertigem) allg. Schulabschluss
an allen Schulabgänger*innen
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Schuldatensatz (Rundung auf Vielfaches von 3)
400
350
300
250
200
150
100
50
0
allgemeinbildenden Schulabschluss erwerben, entsprechend des Bildungsziels vollständig mit der Fachhoch -
schulreife abgehen, verlässt der Großteil der Personen, der im Bildungsgang D01 der Beruflichen Gymnasien
einen allgemeinbildenden Schulabschluss erwirbt (2022/2023: ca. 93 % der Abgangsschüler*innen), diesen mit
der Allgemeinen Hochschulreife (2022/2023: ca. 96 %).
Berufliche Schulen – SEITE 79
SEITE 78 – Datenreport
„INTERNATIONALE FÖRDERKLASSE“(IFK) /
„FIT FÜR MEHR“-KLASSEN (FFM)
Zugewanderte junge Menschen, die der Schulpflicht
in der Sekundarstufe II unterliegen und nicht über die
erforderlichen deutschen Sprachkenntnisse für eine
erfolgreiche Teilnahme am Unterricht verfügen, werden in
Internationale Förderklassen aufgenommen. Neben sprachlichen
Kompetenzen werden auch berufliche Kenntnisse, Fähigkeiten und
Fertigkeiten sowie eine berufliche Orientierung vermittelt. Zugleich be-
steht die Möglichkeit auf den Erwerb eines Ersten Schulabschlusses.
Seit 2017 gibt es mit den „Fit für Mehr“-Klassen ein unterjähriges Ange-
bot für zugewanderte Menschen im Alter von 16 bis 25 Jahren, unab-
hängig der jeweiligen Schulpflicht. In einem einjährigen Bildungsgang
sollen fundierte Grundkenntnisse im sprachlichen, mathematischen,
kulturellen und politisch-gesellschaftlichen Bereich vermittelt werden.
Das Angebot ist den sonstigen Bildungsangeboten des Berufskollegs
vorgelagert und führt zu keinerlei schulischen Abschluss. Zum Schul-
jahreswechsel kann ein Wechsel in eine Internationale Förderklasse
erfolgen.
Beide Bildungsgänge werden dem Teilbereich „Übergangssektor“ und
hier der „A12 – Ausbildungsvorbereitung“ zugeordnet.
3. Übergangssektor
3. a. Bildungsteilnahme –
Schüler*innen im Übergangssektor
Wie viele Schüler*innen sind an beruflichen
Schulen im Übergangssektor?
Die Anzahl von Schüler*innen der Ausbildungsvorbereitung nach Berufsschulen können dem Jahresbericht
„Schulstatistik“15 des Amtes für Schule und Weiterbildung entnommen werden.
Der zu beobachtenden Anstieg der gesamten Schüler*innenzahl im Übergangssektor, mit Ausnahme des Schul-
jahres 2020/2021, lässt sich auf Ebene der Bildungsgänge differenzierter nachvollziehen. Dabei wird deutlich,
dass die Zahl von Schüler*innen der Berufsfachschule im Zeitvergleich der Schuljahre 2019/2020-2023/2024
zwar gestiegen ist, größere Veränderungen aber insbesondere in den Bildungsgängen der Ausbildungsvorberei-
tung zu verzeichnen sind. Zum besseren Verständnis sind die Schüler*innen der „Internationalen Förderklassen“
(IFK) und der „Fit für Mehr“-Klassen (FFM), die systemisch dem Bildungsgang Ausbildungsvorbereitung (A12)
zugeordnet sind, in der Darstellung separat ausgewiesen. Ziel dieser Bildungsgänge ist es, den Teilnehmenden
u.a. mithilfe von Sprachförderung auf einen erfolgreichen Einstieg in das deutsche Schulsystem vorzubereiten
(siehe Infokasten). Dabei werden die „FFM“-Klassen unterjährig angewählt und belegt. Da die Amtliche Schul -
statistik stets im Oktober eines Jahres erhoben wird, können nicht alle Schüler*innen der „FFM“-Klassen erfasst
werden. Während sich die Schüler*innenzahl in dem Bildungsgang Ausbildungsvorbereitung in Vollzeit (A12)
ohne „IFK“ und „FFM“-Klassen im Zeitverlauf kaum verändert (2023/2024: 102 Schüler*innen, 13 %), nimmt
die Zahl in der Ausbildungsvorbereitung in Teilzeit (A13) ab (2023/2024: 98 Schüler*innen, 12 %). Für den An -
stieg der Schüler*innenzahl im Übergangssektor sind somit die „IFK“ (2023/2024: 26 %) und „FFM“-Klassen
(2023/2024: 2 %) ursächlich. Ohne die „IFK“ und „FFM“-Klassen sind im Teilbereich „Übergangssektor“ lediglich
moderate Veränderungen zu verzeichnen.
2019/20 2020/21 2021/22 2022/23 2023/24
610
570
619
664
805
201; 33%
150; 26%
246; 40%
229; 34%
241; 30%
173; 30%
99; 17% 101; 16%
103; 17% 103; 16%
83; 13%
98; 12%
18; 2%
102; 13% 91; 16%
117; 19%
120; 18%
136; 17%
112; 18%
130; 21%
103; 17%
ABB. 44: Anzahl und Anteil der Schüler*innen nach Bildungsgängen des Übergangssektors im Zeitverlauf
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Schuldatensatz
15 Siehe www.stadt-muenster.de/schulamt/service/statistiken-und-berichte
Berufsschule - A12 -
Ausbildungsvorbereitung
(VZ) - ohne IFK/FFM
Berufsschule - A12 -
Ausbildungsvorbereitung
(VZ) - IFK
Berufsschule - A12 -
Ausbildungsvorbereitung
(VZ) - FFM
Berufsschule - A13 -
Ausbildungsvorbereitung
(TZ)
Berufsfachschule - B06 -
Berufliche Kenntnisse,
Fähigk. & Fertigk. / EES
Berufsfachschule - B06 -
Berufliche Kenntnisse,
Fähigk. & Fertigk. / Mittlerer
Schulabschluss
52; 8%
129; 19%
210; 26%
57; 10% 64; 10%
Berufliche Schulen – SEITE 79
SEITE 80 – Datenreport Berufliche Schulen – SEITE 81
3. b) Übergänge in den Übergangssektor
Wie viele Schüler*innen münden neu in einen
Bildungsgang im Übergangssektor ein?
Die Bildungsgänge im Teilbereich „Übergangssektor“ sind einjährig angelegt. Daher lässt sich die Zunahme der
Bildungsteilnahme im Übergangssektor, also die Schüler*innen, die sich insgesamt in dem Teilbereich befinden
(siehe vorherige Abbildung), auch unmittelbar an den neu eintretenden Schüler*innen ablesen. Die Differenz
zwischen der Gesamtzahl und den neu eintretenden Schüler*innen erklärt sich mutmaßlich durch Wiederho -
ler*innen. So ist auch bei den neu eintretenden Schüler*innen erkennbar, dass der Anstieg der Schüler*innen -
zahl im Übergangssektor auf Grund des Anstiegs in den „IFK“ und „FFM“-Klassen erfolgt.
Berufsschule - A12 - Ausbildungsvorbereitung (VZ) - ohne IFK/FFM
Berufsschule - A12 - Ausbildungsvorbereitung (VZ) - IFK
Berufsschule - A12 - Ausbildungsvorbereitung (VZ) - FFM
Berufsschule - A13 - Ausbildungsvorbereitung (TZ)
Berufsfachschule - B06 - Berufliche Kenntnisse, Fähigk. & Fertigk. / EES
Berufsfachschule - B06 - Berufliche Kenntnisse, Fähigk. & Fertigk. / Mittlerer Schulabschluss
2019/20 2020/21 2021/22 2022/23 2023/24
562 543
581
623
789
230; 29%
98; 12%
113; 18% 170; 31%
106; 19%
110; 19%
149; 27%
197; 35%
236; 41%
18; 2%
83; 13%
99; 18%
128; 23%
101; 17%
101; 13% 99; 16% 84; 15% 100; 18% 93; 16%
132; 17%
221; 35%
Welche Eingangsqualifikation weisen die neu
eintretenden Schüler*innen im Übergangssektor auf?
In den gesamten Übergangssektor münden im Zeitvergleich mehr Schüler*innen ohne Schulabschluss ein (+ca.
11 %). Dieser Anstieg steht hauptsächlich mit dem Bildungsgang Ausbildungsvorbereitung (A12) und den dort
verorteten „Internationalen Förderklassen“ (IFK) und „Fit für Mehr“-Klassen“ (FFM) im Zusammenhang. Mit dem
Anstieg der Schüler*innenzahl in den „IFK“ und „FFM“-Klassen ist auch der für den gesamten Teilbereich er -
kennbare Anstieg von Schüler*innen mit unbekanntem Schulabschluss begründet. Zugleich sticht sowohl in
der Vollzeit- als auch Teilzeit-Ausbildungsvorbereitung (A12 ohne „IFK“/„FFM“-Klasse und A13) der Anteil von
Schüler*innen mit einem Förderschulabschluss hervor. In den Bildungsgängen der Berufsfachschule (B06/B07)
fallen die teilweise unzureichenden oder auch übererfüllten Eingangsqualifikationen auf. So treten im Schul -
jahr 2023/2024 in den Bildungsgang Berufsfachschule 1 (B06), der den Ersten Schulabschluss voraussetzt und
auf den Erweiterten Ersten Schulabschluss zielt, sowohl Personen ohne einen Schulabschluss (ca. 8 %) als auch
Personen, die bereits einen Erweiterten Ersten Schulabschluss besitzen (ca. 13 %), ein. Auch im Bildungsgang
Berufsfachschule 2 (B07), der die Fachoberschulreife vermittelt und mindestens den Erweiterten Ersten Schul -
abschluss voraussetzt, befinden sich Schüler*innen mit einem Ersten Schulabschluss oder mit der Fachober -
schulreife.
ohne Abschluss
Förderschulabschluss GE/LE
Erster Schulabschluss
Erweiterter Erster Schulabschluss
Mittlerer Schulabschluss
Fachgebundene und Allgemeine Hochschulreife
Sonstige Qualifikation, wenn aus Ausland zugezogen
Noch unbekannt
2023/24
2023/24
2023/24
2023/24
2023/24
2023/24
2023/24
Übergangssektor,
insgesamt
Berufsfachschule
- B07 - Berufliche
Kenntnisse, Fähigk.
& Fertigk. / Mittlerer
Schulabschluss
Berufsfachschule
- B06 - Berufliche
Kenntnisse, Fähigk.
& Fertigk. / EES
Berufsschule - A13 -
Ausbildungsvorberei-
tung (TZ)
Berufsschule - A12 -
Ausbildungsvorberei-
tung (VZ) - FFM
Berufsschule - A12 -
Ausbildungsvorberei-
tung (VZ) - IFK
Berufsschule - A12
- Ausbildungsvorbe-
reitung (VZ) -
ohne IFK/FFM
2019/20
2019/20
2019/20
2019/20
2019/20
2019/20
2019/20
37%; 294
26%; 144
5%;
12
5%;
9
8%, 12 1% 77%, 102 13%; 18
25%; 2770%; 75
23%; 24 15%; 15 13%; 12 15%; 15
19%; 2420%; 2417%; 2111%; 1534%; 42
100%; 18
86%; 180 2% 11%; 24
10%; 390%; 27
70%; 72
70%; 69 24%; 24 6%; 6
23%; 24 7%; 6
4%
32%; 30
6%,
48
7%;
39
88%; 201 7%;
18
6%;
1290%; 177
17%, 135
20%;
111
29%, 231
41%;
228
7%;
36
4%;
33
<1%
1%
5%;
42
1%
1%
1%
2%
<1%
ABB. 46: Eingangsqualifikation der neu eintretenden Schüler*innen nach Bildungsgängen
im Übergangssektor im Zeitvergleich Schuljahr 2019/2020-2023/2024
ABB. 45: Anzahl und Anteil der neu eintretenden Schüler*innen
nach Bildungsgängen im Übergangssektor im Zeitverlauf
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Schuldatensatz
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Schuldatensatz (Rundung auf Vielfaches von 3)
210; 27%
107; 17%
41; 8% 31; 6% 41; 7%
0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100%
SEITE 82 – Datenreport Berufliche Schulen – SEITE 83
700
650
600
550
500
450
400
350
300
250
200
150
100
50
0
400
350
300
250
200
150
100
50
0
3. c. (Schul-)Abschlüsse im Übergangssektor
Wie viele Schüler*innen im Übergangssektor
haben das Bildungsziel (nicht) erreicht?
Im Schuljahr 2022/2023 haben 50 % der Schüler*innen im Übergangssektor ihren Bildungsgang erfolgreich ab-
geschlossen. Die Analyse der einzelnen Bildungsgänge ermöglicht dabei ein differenzierteres Bild. Während im
Schuljahr 2022/2023 die Bildungsgänge Berufsfachschule 1 und 2 (B06/B07) zwar im Zeitvergleich sinkende, aber
noch im Vergleich zum Gesamtschnitt überdurchschnittliche Erfolgsquoten aufweisen (B06: 60 %, B07: 78 %),
schließen in der Vollzeit-Ausbildungsvorbereitung (A12 ohne „IFK“/„FFM-Klasse“) 30 % der Schüler*innen und
in der Teilzeit-Ausbildungsvorbereitung (A13) 25 % der Schüler*innen ihren Bildungsgang erfolgreich ab. Die Er-
folgsquote der „IFK“ liegt im Schuljahr 2022/2023 mit 37 % über der Erfolgsquote des Bildungsgangs A12 (30 %).
Die Abgangsschüler*innen der „FFM“-Klassen werden an dieser Stelle nicht separat ausgewiesen, da das Bil -
dungsangebot der Vorbereitung auf die „IFK“ dient und kein schulischer Abschluss erworben werden kann.
Berufsschule
- A13 - Ausbil-
dungsvorberei-
tung (TZ)
Berufsschule
- A12 - Ausbil-
dungsvorberei-
tung (VZ) - IFK
Berufsschule
- A12 - Ausbil-
dungsvorberei-
tung (VZ) -
ohne IFK/FFM
100%
90%
80%
70%
60%
50%
40%
30%
20%
10%
0%
Absolvierende (Bildungsziel erreicht) Abgehende (Bildungsziel nicht erreicht) Erfolgsquote
585
563
189174
10199 109120
7858
100102
43%
30%
34%
37%
81%
29%
78%
25%
73%
60%
57%
50%
58 70
30 20 29 35 25
74 29
80
61
40
33
141 148
320
243
292
293
41
85
38
49
44
19/20 19/20 19/20 19/20 19/20 19/2022/23 22/23 22/23 22/23 22/23 22/23
Übergangssektor,
insgesamt
Berufsfachschule
- B07 - Beruf-
liche Kenntnisse,
Fähigk. & Fertigk.
/ Mittlerer Schul-
abschluss
Berufsfachschule
- B06 - Berufliche
Kenntnisse, Fä-
higk. & Fertigk.
/ EES
Welche allgemeinbildenden Schulabschlüsse erwerben
die Schüler*innen im Übergangssektor?
In der Regel ist der Erwerb eines allgemeinbildenden Abschlusses in den Bildungsgängen des Übergangssek -
tors im Vergleich zu den weiteren Teilbereichen fester Bestandteil des Bildungsziels. Daher ähneln sich die hier
dargestellten Anteile der Abgänger*innen mit allgemeinbildendem Schulabschluss mit der zuvor dargestellten
Erfolgsquote. Lediglich die Daten zum Bildungsgang Berufsfachschule (B07) weichen geringfügig voneinan -
der ab. Ein Erklärungsansatz hierfür ist, dass Schüler*innen den Bildungsgang ohne einen allgemeinbildenden
Schulabschluss, hier die Fachoberschulreife, verlassen, da sie diesen Schulabschluss bereits zuvor erlangt hatten
(siehe Kapitel B.3.b Eingangsqualifikation). Das Bildungsziel des Bildungsgangs, also das Erlangen von beruf -
lichen Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten, wurde dennoch erreicht. Insgesamt erreichen im Schuljahr
2022/2023 von den Personen, die in ihrem Bildungsgang einen allgemeinbildenden Schulabschluss erlangen,
etwa 49 % einen Mittleren Schulabschluss, 22 % einen Erweiterten Ersten Schulabschluss und 29 % einen Ersten
Schulabschluss. Die Abgangsschüler*innen der „FFM-Klassen“ werden an dieser Stelle nicht separat ausgewie -
sen, da das Bildungsangebot der Vorbereitung auf die „IFK“ dient und kein schulischer Abschluss erworben wer-
den kann.
Berufsschule - A13
- Ausbildungs-
vorbereitung (TZ)
Berufsschule - A12
- Ausbildungs-
vorbereitung (VZ)
- IFK
Berufsschule - A12
- Ausbildungs-
vorbereitung (VZ)
- ohne IFK/FFM
100%
90%
80%
70%
60%
50%
40%
30%
20%
10%
0%
Erster Schulabschluss
Erweiterter Erster Schulabschluss
Mittlerer Schulabschluss
291
303
144
123
60
21 30 24
81
3630
45
43%
30%
34%
37%
71%
29%
77%
25%
73%
60%
54%
50%
19/20 19/20 19/20 19/20 19/20 19/2022/23 22/23 22/23 22/23 22/23 22/23
Übergangssektor,
insgesamt
Berufsfachschule
- B07 - Beruf-
liche Kenntnisse,
Fähigk. & Fertigk.
/ Mittlerer Schul-
abschluss
Berufsfachschule
- B06 - Berufliche
Kenntnisse,
Fähigk. &
Fertigk. / EES
45
100% 30
100% 21
100%
30
100%
36
100% 24
100%
81
100%
60
100%
123
100%
144
100%
123
41%
81
26%
99
33% 84
29%
63
22%
144
49%
1%
Anteil mit (höherwertigem) allg.
Schulabschluss an allen Schulab -
gänger*innen
ABB. 47: Erreichte Bildungsziele und Erfolgsquote in Bildungsgängen des
Übergangssektors im Zeitvergleich Schuljahr 2019/2020-2022/2023 ABB. 48: Schulabgänger*innen mit (höherwertigem) allgemeinbildendem Schulabschluss
in Bildungsgängen des Übergangssektors im Zeitvergleich Schuljahr 2019/2020-2022/2023
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Schuldatensatz
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Schuldatensatz (Rundung auf Vielfaches von 3)
Berufliche Schulen – SEITE 85 SEITE 84 – Datenreport
4. Erwerb der Hochschul-
zugangsberechtigung
4. a. Bildungsteilnahme – Schüler*innen im
Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung
Wie viele Schüler*innen sind an beruflichen Schulen
zum Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung?
Der Teilbereich „Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung“ ist nach dem Teilbereich „Duale Berufsausbil -
dung“ gemessen an der Schüler*innenzahl der zweitgrößte Bereich in Münster. Die Gesamtschüler*innenzahl
bleibt im Zeitverlauf recht konstant. Während die Anzahl und der Anteil der Schüler*innen in den Bildungs -
gängen C05 Fachoberschule Kl. 11 (z.B. „Gesundheit und Soziales“) und D02, der am Beruflichen Gymnasium
zur Allgemeinen Hochschulreife in Kombination mit beruflichen Kenntnissen führt (z.B. „Allg. Hochschulreife/
Betriebswirtschaftslehre“), steigt, sinkt im Zeitverlauf die Anzahl und der Anteil der Schüler*innen in den wei -
teren Bildungsgängen.
2152 2093 2076 2068 2129
Berufsfachschule - C03 - Berufliche Kenntnisse,
Fähigk. & Fertigk. / Fachhochschulreife
Fachoberschule - C05 - Fachoberschule Kl. 11
Fachoberschule - C06 - Fachoberschule Kl. 12S
Fachoberschule - C08 - Fachoberschule Kl. 12B
Berufliches Gymnasium - D02 - Berufliche Kenntnisse, Fähigk. &
Fertigk. / Allg. Hochschulreife
Fachoberschule - D05 - Allg. Hochschulreife / Fachoberschule Kl. 13
29; 1%
52; 2% 26; 1% 22; 1%
32; 2%
712; 33%
694; 33% 725; 35% 763; 37%
769; 36%
185; 9% 167; 8% 157; 8% 169; 8%
148; 7%
180; 8% 186; 9% 192; 9%
220; 11%
280; 13%
927; 43% 923; 44% 911; 44%
823; 40% 840; 39%
2019/20 2020/21 2021/22 2022/23 2023/24
4. b. Übergänge zum Erwerb der
Hochschulzugangsberechtigung
Wie viele Schüler*innen münden neu in einen
Bildungsgang zum Erwerb der Hochschulzugangs-
berechtigung ein?
Im Schuljahr 2023/2024 sind 1062 Schüler*innen in Bildungsgänge zum Erwerb der Hochschulzugangsberech-
tigung eingetreten. Korrespondierend zur Gesamtschüler*innenzahl ist auch die Zahl der neu eintretenden
Schüler*innen im Zeitverlauf vergleichsweise konstant. Die meisten Schüler*innen beginnen den Bildungsgang
C03 der Berufsfachschule (2023/2024: ca. 41 %), wobei hier der Fachbereich „Wirtschaft und Verwaltung (Höhe-
re Handelsschule)“ den größten Anteil ausmacht (2023/2024: 251 neu eintretende Schüler*innen).
2019/20 2020/21 2021/22 2022/23 2023/24
ABB. 49: Anzahl und Anteil der Schüler*innen nach
Bildungsgängen zum Erwerb der HZB im Zeitverlauf
ABB. 50: Anzahl und Anteil der neu eintretenden Schüler*innen
nach Bildungsgängen zum Erwerb der HZB im Zeitverlauf
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Schuldatensatz
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Schuldatensatz (Rundung auf Vielfaches von 3)
119; 6%
71; 3% 65; 3% 71; 3% 60; 3%
1050
1008 1026 1044 1062
30; 3% 21; 2%
51; 5%
24; 2%
30; 3%
240; 23% 303; 29%
252; 25%
291; 28%
264; 25%
114; 11%
69; 7% 69; 7% 63; 6%
57; 5%
<1% <1%
177; 17%
216; 21%
183; 18% 189; 18%
273; 26%
489; 46%
429; 41% 450; 45% 456; 45% 435; 41%
SEITE 86 – Datenreport
0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100%
Berufliche Schulen – SEITE 87
Welche Eingangsqualifikation weisen die
neu eintretenden Schüler*innen zum Erwerb
der Hochschulzugangsberechtigung auf?
Nahezu alle Schüler*innen, die neu in den Teilbereich „Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung“ eintreten,
besitzen die Fachoberschulreife. Nur im Bildungsgang D05, der für berufserfahrene Schüler*innen (z.B. mit Be -
rufsausbildung) zur Allgemeinen Hochschulreife führt, haben die neu eintretenden Schüler*innen ausschließ -
lich die Fachhochschulreife. Dabei lässt sich die Einheitlichkeit der Eingangsqualifikationen mit den Zugangs -
voraussetzungen der jeweiligen Bildungsgänge erklären.
Limitation/Erklärung: Die Daten zum Bildungsgang „Fachoberschule – C06 – Fachoberschule Kl.12S“ können aus daten-
schutztechnischen Gründen nicht dargestellt werden.
Erster Schulabschluss Mittlerer Schulabschluss Fachhochschulreife
2023/24
2023/24
2023/24
2023/24
2023/24
2023/24
Erwerb
der HZB,
insgesamt
Fachoberschule -
D05 - Allg. Hoch-
schulreife / Fach-
oberschule Kl. 13
Berufliches Gym-
nasium - D02 -
Berufliche Kennt-
nisse, Fähigk. &
Fertigk. / Allg.
Hochschulreife
Fachoberschule
- C08 - Fachober-
schule Kl. 12B
Fachoberschule
- C05 - Fachober-
schule Kl. 11
Fachoberschule -
C03 - Berufliche
Kenntnisse, Fä-
higk. & Fertigk./
Fachhochschul-
reife
2019/20
2019/20
2019/20
2019/20
2019/20
2019/20
1%; 9
1%; 15
2%
5%; 15
1%
1%
<1%
<1%
95%; 1005
94%; 987
93%; 246
100%; 30
100%; 30
91%; 219
98%; 174
99%; 429
99%; 483
100%; 273
98%; 57
97%; 111
4%; 48
5%; 48
5% ; 15
4%; 9
1%
<1%
1%
2%
3%
ABB. 51: Eingangsqualifikation der neu eintretenden Schüler*innen nach Bildungsgängen
zum Erwerb der HZB im Zeitvergleich 2019/2020-2023/2024
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Schuldatensatz (Rundung auf Vielfaches von 3)
SEITE 86 – Datenreport
SEITE 88 – Datenreport Berufliche Schulen – SEITE 89
4. c. (Schul-)Abschlüsse zum Erwerb
der Hochschulzugangsberechtigung
Wie viele Schüler*innen zum Erwerb der Hochschulzugangs-
berechtigung haben das Bildungsziel (nicht) erreicht?
Im Schuljahr 2022/2023 schließen 81 % aller Schüler*innen im Teilbereich ihren Bildungsgang zum Erwerb der
Hochschulzugangsberechtigung erfolgreich ab. Im Bildungsgang C05, dem ersten Jahr der zweijährigen Fach -
oberschule, schließt keine Person gelungen ab. Hier ist eine mögliche Erklärung, dass nur die Personen doku -
mentiert sind, die nicht in das zweite Jahr der Fachoberschule (C06) wechseln. Das zweite Jahr der Fachober -
schule, das zum Erwerb der Fachhochschulreife führt, absolvieren hingegen 97 % der Schüler*innen mit Erfolg.
Welche allgemeinbildenden Schulabschlüsse erwerben die
Schüler*innen zum Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung?
Insgesamt verlassen im Schuljahr 2022/2023 84 % der Abgangsschüler*innen den Teilbereich mit einer Hoch -
schulzugangsberechtigung. Ungefähr 2/3 der Schüler*innen erlangen dabei die Fachhochschulreife (ca. 70 %),
das andere Drittel schließt mit der Allgemeinen Hochschulreife ab (ca. 30 %). Die Bildungsgänge im Teilbereich
„Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung“ haben hauptsächlich das Ziel, die Fachhochschulreife oder All -
gemeine Hochschulreife zu vermitteln. Daher ähneln sich die Daten zur Erfolgsquote und zum Anteil der Schul-
abgänger*innen mit allgemeinbildenden Schulabschluss. Im Vergleich fällt lediglich der Bildungsgang D02 des
Beruflichen Gymnasiums auf, der im Schuljahr 2022/2023 einen höheren Anteil an Abgänger*innen (ca. 93 %)
als die Erfolgsquote zum Erreichen des Bildungsziels (ca. 82 %) aufweist. Dies ist mutmaßlich darin begründet,
dass zwar einige Schüler*innen das Bildungsziel der Allgemeinen Hochschulreife nicht erreichen, allerdings
ihren Bildungsgang mit einem höherwertigen allgemeinbildenden Schulabschluss in Form der Fachhochschul-
reife oder vereinzelt auch mit einem Mittlerem Schulabschluss verlassen.
Mittlerer Schulabschluss Erfolgsquote Fachhochschulreife
Fachoberschule
- C06 - Fach-
oberschule Kl.
12S
Fachoberschule
- C05 - Fach-
oberschule Kl.
11
Berufsschule -
C03 - Beruf-
liche Kennt-
nisse, Fähigk.
& Fertigk. /
Fachhoch-
schulreife
110%
100%
90%
80%
70%
60%
50%
40%
30%
20%
10%
0%
100%
90%
80%
70%
60%
50%
40%
30%
20%
10%
0%
19/20 19/20 19/20 19/20 19/20 19/20 19/2022/23 22/23 22/23 22/23 22/23 22/23 22/23
Erwerb der
HZB, insge-
samt
Fachoberschule -
D05 - Allg.
Hochschulreife /
Fachoberschule
Kl. 13
Berufliches
Gymnasium
- D02 - Beruf-
liche Kennt-
nisse, Fähigk. &
Fertigk. / Allg.
Hochschulreife
Fachoberschule
- C08 - Fach-
oberschule Kl.
12B
416
337
12 14
178 163
100
61
256 239
27 16
989
830
90
84
6
172
5
13
8
42 43
169
158
672
214
21
196
820
12
158
87
53
253
12
6
14
4
326
78%
75%
Berufsschule -
C03 - Beruf-
liche Kennt-
nisse, Fähigk.
& Fertigk. /
Fachhoch-
schulreife
19/20 22/23
327
252327
100%
252
100%
78%
75%
97% 97%
Fachoberschule
- C06 - Fach-
oberschule Kl.
12S
19/20 22/23
171 159
171
100% 159
100%
97% 97%83%
87%
81%
87%
19/20 22/23
Fachoberschule
- C08 - Fach-
oberschule Kl.
12B
87
54
87
100% 54
100%
87% 87%
84% 82%
19/20 22/23
Berufliches
Gymnasium
- D02 - Beruf-
liche Kennt-
nisse, Fähigk. &
Fertigk. / Allg.
Hochschulreife
234 222
21
9%
213
91%
195
88%
24
11%
<1%
92% 93%
75%
78%
19/20 22/23
Fachoberschu-
le - D05 - Allg.
Hochschulreife
/ Fachober-
schule Kl. 13
21 12
21
100%
12
100%
75%
78%
19/20 22/23
Erwerb der
HZB, insge-
samt
840
699
207
30%
234
28%
606
72%
85%
84%
489
70%
ABB. 52: Erreichte Bildungsziele und Erfolgsquote in Bildungsgängen
zum Erwerb der HZB im Zeitvergleich Schuljahr 2019/2020-2022/2023
ABB. 53: Schulabgänger*innen mit (höherwertigem) allgemeinbildendem Schulabschluss
in Bildungsgängen zum Erwerb der HZB im Zeitvergleich Schuljahr 2019/2020-2022/2023
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Schuldatensatz
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Schuldatensatz (Rundung auf Vielfaches von 3)
0% 0%
Limitation/Erklärung: Für die „Fachoberschule - C05 - Fachoberschule Kl.11“ sind keine Daten vorhanden.
Absolvierende (Bildungsziel erreicht) Abgehende (Bildungsziel nicht erreicht) Erfolgsquote
900
800
700
600
500
400
300
200
100
0
1000
900
800
700
600
500
400
300
200
100
0
Allgemeine Hochschulreife
<1%
SEITE 90 – Datenreport Berufliche Schulen – SEITE 91
5. Berufliche Weiterbildung
5. a. Bildungsteilnahme – Schüler*innen
in der beruflichen Weiterbildung
Wie viele Schüler*innen sind an beruflichen Schulen
zur beruflichen Weiterbildung?
Die Bildungsgänge der Fachschulen dienen der beruflichen Weiterbildung und bauen auf der beruflichen Erst -
ausbildung und den Berufserfahrungen der teilnehmenden Schüler*innen auf. Gleichzeitig besteht die Möglich-
keit für den Erwerb der Fachoberschulreife oder der Fachhochschulreife. Im Zeitverlauf nimmt die Schüler*innen-
zahl in den Bildungsgängen bis zum Schuljahr 2022/2023 ab. Sie stabilisiert sich im Schuljahr 2023/2024. Dabei
sind die Bildungsgänge Fachschule Vollzeit (E01) und Fachschule 3-jährig in Teilzeit (E13) besonders auffällig. Ein
möglicher Erklärungsansatz ist die COVID-19-Pandemie. Die Annahme liegt nahe, dass zu dieser Zeit weniger
Personen eine berufliche Weitebildung begonnen haben (siehe hierzu Zahl der neu eintretenden Schüler*in -
nen). Ein weiterer Grund kann das sich im Zeitverlauf veränderte Angebot einzelner Fachrichtungen sein. So fällt
beispielsweise seit dem Schuljahr 2020/2021 im Bildungsgang E13 die Fachrichtung „Betriebswirtschaft/Han -
delsmanagement“ weg. Gleichzeitig wird im Bildungsgang E03 seit dem Schuljahr 2023/2024 der Fachbereich
„Digitale Produktionstechnik“ neu angeboten.
5. b. Übergänge in die berufliche Weiterbildung
Wie viele Schüler*innen münden neu in einen
Bildungsgang zur beruflichen Weiterbildung ein?
Wie für die Gesamtentwicklung der Schüler*innenzahl und mit Blick auf die schwankenden Zahlen an Neu -
zugängen ist die COVID-19-Pandemie ein möglicher Erklärungsansatz, denn insbesondere in den Schuljahren
2020/2021 bis 2022/2023 sind weniger Schüler*innen verzeichnet. Die Schwankungen lassen sich aber auch
mit einem tiefergehenden Blick auf die Fachrichtungen der Bildungsgänge näher identifizieren. Im Bildungsgang
Fachschule in Teilzeit (E02) werden in den Fachrichtungen „Bautechnik“ und „Chemietechnik“ nur alle zwei Jahre
neue Schüler*innen aufgenommen. Zugleich fallen wie bei der gesamten Bildungsteilnahme insbesondere die
Bildungsgänge E01 und E13 mit rückläufigen Zugangszahlen auf. Für den Bildungsgang E01 sind hierfür vor allem
die Zugangszahlen der Fachrichtungen „Landwirtschaft“, „Farb- und Lacktechnik“ sowie „Heilpädagogik“ ursäch-
lich, wobei „Heilpädagogik“ ab dem Schuljahr 2020/2021 nicht mehr angeboten wird. Im Bildungsgang E13 gibt
es drei Fachrichtungen der Betriebswirtschaft mit unterschiedlichen Schwerpunkten (Absatzwirtschaft, Han -
delsmanagement und Personalwirtschaft). Während die Fachrichtung Betriebswirtschaft mit dem Schwerpunkt
„Handelsmanagement“ seit dem Schuljahr 2020/2021 nicht mehr angeboten wird, sind die Zugangszahlen der
zwei anderen Schwerpunkte in der Fachrichtung Betriebswirtschaft rückläufig.
2019/20 2019/202020/21 2020/212021/22 2021/222022/23 2022/232023/24 2023/24
1466 1431
1300
1199 1211
194; 14%
637; 45%
374; 26%
208; 15%
104; 8%
98; 8%
594; 50%
333; 28%
157; 13%
601; 50%
32; 3%
355; 29%
138; 11%
644; 50%
359; 28%
177; 14%
628; 43%
389; 27%
217; 15%
Fachschule - E01 - Fachschule (VZ)
Fachschule - E02 - Fachschule (TZ)
Fachschule - E03 - Fachschule (verkürzt, VZ/TZ)
Fachschule - E04 - Fachschule (verkürzt TZ)
Fachschule - E05 - Fachschule für Sozialwesen (VZ)
Fachschule - E13 - Fachschule (3 jährig, TZ)
ABB. 54: Anzahl und Anteil der Schüler*innen
nach Bildungsgängen der beruflichen Weiterbildung im Zeitverlauf
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Schuldatensatz
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Schuldatensatz
189; 13%
18; 1%
19; 2% 16; 1%
43; 3%
17; 1%
66; 5%
596
424
474
366
545
66; 16%
215; 51%
5; 1%
56; 13%
82; 19% 93; 20%
8; 2%
230; 49%
195; 53%
7; 2%
72; 20%
58; 16%
81; 15%
172; 32%
19; 3%
23; 4%
228; 42%
116; 24%
211; 35%
6; 1%
162; 27%
143; 24%
Abb. 55: Anzahl und Anteil der neu eintretenden Schüler*innen
nach Bildungsgängen der beruflichen Weiterbildung im Zeitverlauf
74; 12%
27; 6%
34; 9%
22; 4%
SEITE 92 – Datenreport Berufliche Schulen – SEITE 93
Welche Eingangsqualifikation weisen die neu eintretenden
Schüler*innen zur beruflichen Weiterbildung auf?
Im Zeitvergleich verändern sich die Eingangsqualifikationen der Schüler*innen, die eine berufliche Weiterbildung an-
streben, nur geringfügig. Die meisten beginnen im Schuljahr 2023/2024 einen Bildungsgang mit der Fachoberschulrei-
fe (ca. 32 %) oder der Fachhochschulreife (ca. 32 %), gefolgt von Personen mit einer Fachgebundenen oder Allgemeinen
Hochschulreife (ca. 25 %). Der im Zeitvergleich rückläufige Anteil der neu eintretenden Personen mit einem Erweiter-
ten Ersten Schulabschluss (2023/2024: ca. 10 %) ist hauptsächlich auf den Bildungsgang Fachschule in Vollzeit (E01)
mit den Fachrichtungen „Landwirtschaft“, „Heilpädagogik“, „Hochbau“ und „Farb- und Lacktechnik“ zurückzuführen.
Limitation/Erklärung: Für den Bildungsgang „Fachschule – E03 – Fachschule (verkürzt, VZ/TZ)“ sind im Schuljahr 2019/2020 keine Daten vorhanden.
Limitation/Erklärung: Für den Bildungsgang „Fachschule – E03 – Fachschule (verkürzt, VZ/TZ)“ sind für die Schuljahre
2019/2020 und 2022/2023 keine Daten vorhanden.
5. c. (Schul-)Abschlüsse in der
beruflichen Weiterbildung
Wie viele Schüler*innen der beruflichen Weiterbildung
haben das Bildungsziel (nicht) erreicht?
Im Schuljahr 2022/2023 schließen 89 % aller Schüler*innen im Teilbereich „Berufliche Weiterbildung“ ihren
Bildungsgang erfolgreich ab. Im Vergleich zu den weiteren Teilbereichen verzeichnen die Bildungsgänge der
beruflichen Weiterbildung damit die höchste Erfolgsquote. Im Zeitvergleich sind wesentliche Unterschiede
der Erfolgsquoten in den Bildungsgängen der Fachschule in Teilzeit/E02 (+ca. 26 %) und der Fachschule ver-
kürzt in Teilzeit/E04 (-ca. 33 %) zu verzeichnen, wobei die geringe Fallzahl im Bildungsgang E04 im Schuljahr
2022/2023 keine fundierte Aussage zur Tendenz zulässt.
Erster Schulabschluss
Erweiterter Erster Schulabschluss
Mittlerer Schulabschluss
Fachhochschulreife
Fachgebundene und Allgemeine Hochschulreife
Berufliche
Weiterbildung,
insgesamt
Fachschule
- E13 -
Fachschule
(3-jährig, TZ)
Fachschule
- E05 -
Fachschule für
Sozialwesen (VZ)
Fachschule
- E04 -
Fachschule
(verkürzt, TZ)
Fachschule
- E03 -
Fachschule
(verkürzt,
VZ/TZ)
Fachschule
- E02 -
Fachschule
(TZ)
Fachschule
- E01 -
Fachschule
(VZ)
2023/24
2023/24
2023/24
2023/24
2023/24
2023/24
2023/24
2019/20
2019/20
2019/20
2019/20
2019/20
2019/20
2019/20
<1%
<1%
5%
<1%
5%; 9
8%; 12
1%
1%
10%; 57
17%; 102
27%; 6
25%; 57
37%; 63
52%; 84
58%; 48
62%; 87
32%; 174
32%; 189
32%; 174
31%; 183
41%; 9
42%; 3022%; 15
41%; 93 33%; 75
35%; 7238%; 8127%; 57
100%; 24
67% 33%
32%; 6
31%; 54 27%; 48
12%; 1828%; 45
30%; 24
19%; 27 16%; 24 3%
4%
7%; 6
68%; 12
25%; 138
21%; 123
27%; 6
36%; 27
Absolvierende (Bildungsziel erreicht) Abgehende (Bildungsziel nicht erreicht) Erfolgsquote
Fachschule - E04 -
Fachschule
(verkürzt, TZ)
Fachschule - E02 -
Fachschule (TZ)
Fachschule - E01 -
Fachschule (VZ)
100%
90%
80%
70%
60%
50%
40%
30%
20%
10%
0%
95%
97%
66%
92%
62%
100%
69%67%
93%
89%
85%
89%
19/20 19/20 19/20 19/20 19/20 19/2022/23 22/23 22/23 22/23 22/23 22/23
Berufliche
Weiterbildung,
insgesamt
Fachschule - E13 -
Fachschule
(3-jährig, TZ)
Fachschule - E05 -
Fachschule für
Sozialwesen (VZ)
504
465
5760
210
78
132
6
210
36
99
78
3
3
27
9
15 24
24 18
69
57
75
96
51
120
198 186
39 39
399
447
36
3
3
ABB. 56: Eingangsqualifikation der neu eintretenden Schüler*innen nach Bildungsgängen
der beruflichen Weiterbildung im Zeitvergleich Schuljahr 2019/2020-2023/2024
ABB. 57: Erreichte Bildungsziele und Erfolgsquote in Bildungsgängen der
beruflichen Weiterbildung im Zeitvergleich Schuljahr 2019/2020-2022/2023
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Schuldatensatz (Rundung auf Vielfaches von 3)
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Schuldatensatz (Rundung auf Vielfaches von 3)
500
400
300
200
100
0
0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100%
SEITE 94 – Datenreport Berufliche Schulen – SEITE 95
100%
Welche allgemeinbildenden Schulabschlüsse erwerben
die Schüler*innen der beruflichen Weiterbildung?
Im Schuljahr 2022/2023 schließen 12 % aller Abgänger*innen des Teilbereichs mit einem allgemeinbildenden
Schulabschluss ab. Von dieser Personengruppe erlangen im Schuljahr 2022/2023 alle die Fachhochschulreife.
Im Schuljahr 2019/2020 erreichen noch 24 % aller Abgänger*innen einen allgemeinbildenden Schulabschluss,
wobei mehr als jede zweite Person einen Mittleren Schulabschluss erlangt (ca. 52 %). Es lässt sich festhalten,
dass die allermeisten Schüler*innen des Teilbereichs einen Bildungsgang zur Erlangung einer beruflichen Quali-
fikation besuchen und das Erreichen eines (höherwertigen) allgemeinbildenden Schulabschlusses weniger im
Fokus steht.
Limitation/Erklärung: Für die Bildungsgänge „Fachschule – E03 – Fachschule (verkürzt, VZ/TZ)“ und „Fachschule - E04 - Fachschule
(verkürzt, TZ) sind für die Schuljahre 2019/2020 und 2022/2023 keine Daten vorhanden.
Mittlerer Schulabschluss
Fachhochschulreife
Anteil mit (höherwertigem) allg. Schulabschluss an
allen Schulabgänger*innen
80%
70%
60%
50%
40%
30%
20%
10%
0%0%
19/20 22/23
Fachschule - E13 -
Fachschule
(3-jährig, TZ)
00
2%
Fachschule - E01 -
Fachschule (VZ)
73%
7%
19/20 22/23
6
57
57;
100%
6;
100%
Fachschule - E02 -
Fachschule (TZ)
29%
14%
19/20 22/23
24
1824;
100%
18;
100%
24%
12%
19/20 22/23
Berufliche
Weiterbildung,
insgesamt
60
111
57
54;
48%
57;
52%
60;
100%
14%
17%
19/20 22/23
Fachschule - E05 -
Fachschule für
Sozialwesen (VZ)
3630
30;
97%
36;
100%
3%
ABB. 58: Schulabgänger*innen mit (höherwertigem) allgemeinbildendem Schulabschluss in Bildungs-
gängen der beruflichen Weiterbildung im Zeitvergleich Schuljahr 2019/2020-2022/2023
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Schuldatensatz (Rundung auf Vielfaches von 3)
120
100
80
60
40
20
0
Allgemeine Hochschulreife
SEITE 96 – Datenreport Berufliche Schulen – SEITE 97
6. a. Bildungseinrichtungen – Betriebliche
Ausbildungsstätten in Münster
Wie viele Betriebe nach Wirtschaftsabschnitten bilden in Münster
aus? (Ausbildungsbetriebsquote)
Insgesamt bilden im Jahr 2022 in Münster 1942 von 8315 Betrieben aus (Ausbildungsbetriebsquote 23,4 %). Die
höchste Ausbildungsbetriebsquote verzeichnet der Wirtschaftsabschnitt „F – Baugewerbe“ (39 %), obgleich das
Baugewerbe gemessen an der Anzahl der Betriebe nur der sechsgrößte Wirtschaftsabschnitt ist.
Limitation/Erklärung: Die Daten des Wirtschaftsabschnitts „E – Wasserversorgung; Abwasser- und Abfallentsorgung und Beseitigung
von Umweltverschmutzungen“ können aus datenschutztechnischen Gründen nicht dargestellt werden.
ABB. 59: (Ausbildungs-)Betriebe nach Wirtschaftsabschnitten zum 31.12.2022, sortiert nach Anzahl der Betriebe
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Stichtag 31.12.
G Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kfz
M Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen
und technischen Dienstleistungen
Q Gesundheits- und Sozialwesen
I Gastgewerbe
S Erbringung von sonstigen Dienstleistungen
F Baugewerbe
N Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen
J Information und Kommunikation
C Verarbeitendes Gewerbe
K Erbringung von Finanz- und Verischerungsdienstleistungen
L Grundstücks- und Wohnungwesen
P Erziehung und Unterricht
T Private Haushalte mit Hauspersonal; Herstellung von
Waren und Erbringung von Dienstleistungen durch
private Haushalte für den Eigenbedarf
ohne ausgeprägten Schwerpunkt
H Verkehr und Lagerei
R Kunst, Unterhaltung und Erholung
O Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung
A Land-, Forstwirtschaft und Fischerei
D Energieversorgung
360; 25%
345; 31%
1060; 75%
896; 77%
779; 69%
496; 84%;
467; 86%
307; 61%
401; 83%
314; 74%
248; 70%
246; 79%
250; 92%
209; 78%
156; 85%
142; 82%
75; 69%
73; 69%
19; 83%
230; 100%
269; 23%
96;16%
78; 14%
200; 39%
82; 17%
109; 26%
107; 30%
64; 21%
23; 8%
58; 22%
27; 15%
31; 18%
34; 31%
33; 31%
4; 17%
Ausbildungsbetriebe Keine Ausbildungsbetriebe
6. Duale Berufsausbildung
Ausbildungsbetriebsquote:
Die Ausbildungsbetriebsquote zeigt, wie hoch der Anteil der aus-
bildenden Betriebe an allen Betrieben mit sozialversicherungspflich-
tig Beschäftigten ist. Es erfolgt keine Unterscheidung, ob die Betriebe
ausbildungsberechtigt sind oder nicht. Diese Quote ist stets in Zusammen-
hang mit der Ausbildungsquote zu betrachten (siehe Kapitel B.6.b).
SEITE 98 – Datenreport Berufliche Schulen – SEITE 99
Die Ausbildungsbetriebsquote in Münster liegt im Zeitverlauf stets oberhalb des NRW-Niveaus und unterhalb
der Quote im gesamten Münsterland. Im Baugewerbe ist die Ausbildungsbetriebsquote im NRW-Vergleich be-
sonders hoch (2022: Münster 39,4; NRW 30,1 %). Weiterhin auffallend sind die Entwicklungen der Wirtschafts-
abschnitte „Verarbeitende Gewerbe“, „Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung“ und „Erzie -
hung und Unterricht“. Während in Münster die Ausbildungsbetriebsquote von Unternehmen und Betrieben
im „Verarbeitenden Gewerbe“ im Zeitverlauf abnimmt (2019: 37,6 %; 2022: 30,1 %), nimmt die Quote bei Ein -
richtungen wie Kindergärten im Abschnitt „Erziehung und Unterricht“ zu (2019: 17,4 %;, 2022: 21,7 %). Der An-
stieg bleibt dabei unterhalb des Niveaus des Münsterlands und von NRW. Im Wirtschaftsabschnitt „Öffentliche
Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung“ sticht die hohe Ausbildungsbetriebsquote im Münsterland bei
gleichzeitig bis 2021 abnehmender Tendenz in Münster hervor (2022: Münsterland: 44,1 %; Münster: 31,2 %).
ABB. 60: Zehn Wirtschaftsabschnitte mit der höchsten Ausbildungsbetriebsquote (2022)
im Vergleich zum Münsterland und zu NRW im Zeitverlauf
Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen
Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und
technischen Dienstleistungen
Erziehung und Unterricht
Gesundheits- und Sozialwesen
insgesamt
Information und Kommunikation
Öffentliche Verwaltung, Verteidiung;
Sozialversicherung
Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kfz
Land-, Forstwirtschaft und Fischerei
Verarbeitendes Gewerbe
Baugewerbe
50
45
40
35
30
25
20
15
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Stichtag 31.12.
2019 2020
Münster Münsterland NRW
2021 2022 2019 2020 2021 2022 2019 2020 2021 2022
6. b. Bildungsteilnahme – Schüler*innen,
Auszubildende, Bewerbende und
Berufsausbildungsstellen in der dualen
Berufsausbildung
Wie viele Schüler*innen sind in den Bildungsgängen
an münsterschen Berufsschulen?
Die Anzahl von Schüler*innen in den Berufsfeldern und der Wohn- und Ausbildungsort nach Berufsschulen
können dem Jahresbericht „Schulstatistik“16 des Amtes für Schule und Weiterbildung entnommen werden. Die
„Duale Berufsausbildung“ ist in Münster der Teilbereich mit den meisten Schüler*innen. Im Schuljahr 2023/2024
befinden sich 12.365 Schüler*innen in einer Fachklasse des Dualen Systems. Das sind 795 Schüler*innen weni -
ger als noch im Schuljahr 2019/2020.
13.160 12.905 12.748 12.575 12.365
2019/20 2020/21 2021/22 2022/23 2023/24
ABB. 61: Anzahl der Schüler*innen der dualen Berufsausbildung im Zeitverlauf
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Schuldatensatz
16 Siehe www.stadt-muenster.de/schulamt/service/statistiken-und-berichte
SEITE 100 – Datenreport Berufliche Schulen – SEITE 101
Wie viele Auszubildende sind in welchen
Berufssektoren in Münster?
Die Zahl der Auszubildenden, die eine duale Berufsausbildung mit dem Ausbildungsort Münster absolvieren,
nimmt im Zeitverlauf ab. Bis auf die Berufssektoren „IT- und naturwissenschaftliche Dienstleistungsberufe“ und
seit 2021 „Personenbezogene Dienstleistungsberufe“ sind alle Berufssektoren vom Rückgang betroffen. Die
meisten Auszubildenden sind im Berufssektor „Kaufmännische und unternehmensbezogene Dienstleistungs -
berufe“ verortet.
Siehe hierzu www.stadt-muenster.de/schulamt/service/statistiken-und-berichte
Der zu beobachtende Rückgang der Anzahl von Auszubildenden in Münster lässt sich für beide Geschlechter
feststellen, wobei sich stets mehr Männer als Frauen in einer dualen Berufsausbildung befinden. Während die
Männer überwiegend im Sektor „Produktionsberufe“ eine Ausbildung absolvieren, befinden sich die Frauen
überwiegend im Berufssektor „Kaufmännische und unternehmensbezogene Dienstleistungsberufe“.
S1 - Produktionsberufe
S2 - Personenbezogene Dienstleistungsberufe
S3 - Kaufmännische und unternehmensbezogene
Dienstleistungsberufe
S4 - IT- und naturwissenschaftliche Dienstleistungsberufe
S5 - Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungsberufe
2019 2020 2021 2022 2023
7296 7188 6840 6696 6549
693; 9%
2847; 39%
1569; 22%
1959; 27% 1977; 28%
1422; 20%
2841; 40%
711; 10%
687; 10%
2649; 39%
1320; 19%
1929; 28% 1833; 27%
1344; 20%
2583; 39%
735; 11% 747; 11%
2478; 38%
1398; 21%
1752; 27%
ABB. 62: Anzahl und Anteil von Auszubildenden nach Berufssektoren im Zeitverlauf
ABB. 63: Anzahl und Anteil von Auszubildenden nach Berufssektoren und Geschlecht im Zeitverlauf
Quelle: Berufsbildungsstatistik, Stichtag 31.12. (Rundung auf Vielfaches von 3, eigene Berechnungen)
Quelle: Berufsbildungsstatistik, Stichtag 31.12. (Rundung auf Vielfaches von 3, eigene Berechnungen)
2019 2020 2021 2022
weibl. weibl. weibl. weibl.männl. männl. männl. männl.
2023
weibl.männl.
198; 5%
96; 3%
213; 5%
603;
15%
102; 3%
600; 15%
90; 3%
291; 10% 276; 10% 267; 10%
333; 9%
147; 4%
87; 3% 90; 3%
657;
17%
1269;
47%
1395;
50%
171; 4%
642;
16%
354; 9%
1653;
52%
1206;
29%
1638;
54%
999;
33%
273; 9%
1623;
41%
378; 9%
1182;
30%
1470;
52%
942;
33%
1188;
30%
1560;
40% 990;
36%
1455;
38%
1206;
32%
1056;
39%
417;
10%
1671;
41% 1122;
35%
267; 8%
30; 1%
594; 14%
1197;
29%
447;
11%
1686;
41%
24; 1%
222; 6%
36; 1% 33; 1% 24; 1%
56%
4122
43%
3168
57%
4110
42%
3036
59%
4005
41%
2829
58%
3915
42%
2784
58%
3798
41%
2703
BERUFSSEKTOREN:
Die Berufssektoren stehen im Zusammenhang mit der Klassifikation der Berufe 2010
(KldB 2010), die eine systematische Gruppierung von Berufen vornimmt. Die KldB
2010 hat fünf Gliederungsebenen, die sich jeweils in eine Vielzahl von Klassifikations-
einheiten aufgliedern. Um für statistische Berichterstattung ein Klassifikationssystem
vorzuhalten, welches einerseits auf berufsfachlichen Kriterien beruht, andererseits eine
Grundlage für gut lesbare statistischen Darstellungen bildet, wurde die Gliederungseinheit der Be-
rufssektoren entwickelt. Die Berufssektoren gliedern sich dabei wie folgt:
S1 Produktionsberufe (Land-, Forst- und Gartenbauberufe, Fertigungsberufe, Fertigungstechnische
Berufe und Bau- und Ausbauberufe)
S2 Personenbezogene Dienstleistungsberufe (Lebensmittel- und Gastgewerbeberufe, medizinische
und nicht-medizinische Gesundheitsberufe sowie soziale und kulturelle Dienstleistungsberufe)
S3 Kaufmännische und unternehmensbezogene Dienstleistungsberufe (Handelsberufe, Berufe in
Unternehmensführung und -organisation und unternehmensbezogene Dienstleistungsberufe)
S4 IT- und naturwissenschaftliche Dienstleistungsberufe
S5 Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungsberufe (Sicherheitsberufe, Verkehrs- und Logistikberufe
und Reinigungsberufe)
Weitere Informationen zur KldB 2010 und den Berufssektoren finden sich auf den Seiten der Bun-
desagentur für Arbeit – Statistik.
228; 3% 237; 3%
255; 4% 201; 3% 174; 3%
SEITE 102 – Datenreport Berufliche Schulen – SEITE 103
ABB. 64: Ausbildungsquote in Münster im Vergleich zu NRW im Zeitverlauf
9,0%
8,0%
7,0%
6,0%
5,0%
3,0%
3,0%
2,0%
1,0%
0,0%
7,8
6,5
6,2
5,6
5,2
1,2
7,6
6,4
6,0
5,5
5,1
1,2
7,5
6,4
5,5
5,4
4,9
1,2
7,2
6,4
5,5
5,2
4,6
1,1
6,9 6,7 6,7 6,6 6,4 6,46,5 6,3 6,4
6,4 6,3 6,3
5,6 6,2 6,1 5,9
5,7 5,7
5,05,0
5,15,25,2 5,3
4,5
4,8 4,7 4,5 4,3 4,2
1,0
1,8 1,7 1,6 1,6 1,6
2019 20192020 20202021
Münster NRW
20212022 20222023 2023
Wie hoch ist in den Berufssektoren der Anteil der
Auszubildenden an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten?
Die Ausbildungsquote gibt den Anteil der Auszubildenden an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten
an. Sie steht im Zusammenhang mit der Ausbildungsbetriebsquote (siehe hierzu Abbildung zur Ausbildungs -
betriebsquote im Kapitel B.6.c.). Im Vergleich zum gesamten Bundesland NRW fällt auf, dass sich die Ausbil -
dungsquote insgesamt auf einem vergleichbaren Niveau befindet und sich die Entwicklungen in den jeweiligen
Berufssektoren im Zeitverlauf ähneln. In Münster nimmt insbesondere die Ausbildungsquote des Berufssektors
„Produktionsberufe“ ab, wobei sie zuvor auch auf einem höheren Niveau als in NRW lag. Ein Erklärungsansatz
ergibt sich, wenn man die Abnahme der Ausbildungsbetriebsquote der Wirtschaftsabschnitte „Verarbeitendes
Gewerbe“ und „Baugewerbe“ hinzuzieht, die dem Berufssektor „Produktionsberufe“ zugeordnet werden kön -
nen. Dies bedeutet einen Rückgang an ausbildenden Betrieben und Unternehmen in diesen Bereichen. Eben -
falls verzeichnet der Berufssektor „Kaufmännische und unternehmensbezogene Dienstleistungsberufe“ eine
abnehmende Ausbildungsquote. Auch hierbei lässt sich ein Zusammenhang mit der Ausbildungsbetriebsquote
nach Wirtschaftsabschnitten herstellen. So weisen die Wirtschaftsabschnitte „Öffentliche Verwaltung, Vertei -
digung; Sozialversicherung“ und „Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen“, die dem Berufs-
sektor „Kaufmännische und unternehmensbezogene Dienstleistungsberufe“ zugeordnet werden können, eine
rückläufige Ausbildungsbetriebsquote aus.
Wie viele Bewerbende für eine duale Berufsausbildung
sind zum Stichtag 30.09. versorgt?
Die Zahl der Bewerbenden, die bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet sind, nimmt im Zeitverlauf ab. Zum
30.09.2023 sind 95 % der Bewerbenden mit einer dualen Berufsausbildung (45 %), mit einer Alternative wie
beispielsweise einer weiteren Schulbildung oder einer Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (9 %) versorgt
oder fragen bei der Bundesagentur für Arbeit aus unbekannten Gründen keine weitere Hilfe zur Ausbildungs -
suche nach (41 %).
Bewerbende, einmündend
Bewerbende, noch suchend und unversorgt
Bewerbende, noch suchend, aber mit Alternative
Bewerbende, nicht mehr suchend/andere ehemalige
Bewerbende, insgesamt versorgt
2019 2020 2021 2022 2023
1384
1268 1205 1237
1150
100%
90%
80%
70%
60%
50%
40%
30%
20%
10%
0%
95%
91%
95% 94% 95%
554; 40%
495; 39%
117; 9%
108; 9%
548; 43%
524; 43%
544; 44%
513; 45%
490; 41%
131; 11%
60; 5%
79; 6%
129; 10%
485; 39%
62; 5%
105; 9%
470; 41%
120; 9%
66; 5%
644; 47%
STATUSGRUPPEN DER BEWERBENDEN:
Einmündende Bewerbende finden im Laufe des Berichtsjahres eine duale
Berufsausbildung. Andere ehemalige Bewerbende bzw. nicht mehr suchen-
de Bewerbende fragen keine weitere aktive Hilfe bei der Ausbildungssuche
nach, ohne dass der Grund hierfür explizit bekannt ist.
Bewerbende mit Alternative setzen ihre Ausbildungssuche fort, haben aber zum 30.09.
eine Alternative wie z.B. eine weitere Schulbildung, eine Einstiegsqualifizierung oder ein
Freiwilliges Soziales Jahr gefunden. Unversorgte Bewerbende sind weder in eine duale Be-
rufsausbildung eingemündet, noch wurde eine Alternative gefunden, sodass die Agentur
für Arbeit ihre Vermittlungsbemühungen fortsetzt.
Als nachrichtlich versorgt gelten lt. Bundesagentur für Arbeit die Personengruppen „Einmün-
dende Bewerbende“, „Andere ehemalige Bewerbende“ und „Bewerbende mit Alternative“.
ABB. 65: Status der Bewerbenden zum Stichtag 30.09. im Zeitverlauf
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Stichtag 31.12., (Rundung auf Vielfaches von 10, eigene Berechnungen)
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Stichtag 30.09.S1 - Produktionsberufe
S2 - Personenbezogene Dienstleistungsberufe
S3 - Kaufmännische und unternehmensbezogene
Dienstleistungen
S4 - IT und naturwissenschaftliche Dienstleistungsberufe
S5 - Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungsberufe
insgesamt
1500
1250
1000
750
500
250
0
SEITE 104 – Datenreport Berufliche Schulen – SEITE 105
2019 2020 2021 2022 2023
100%
90%
80%
70%
60%
50%
40%
30%
20%
10%
0%
2019
2019
2020
2020
2021
2021
2022
2022
2023
2023
100%
90%
80%
70%
60%
50%
40%
30%
20%
10%
0%
Wo verbleiben die Bewerbenden für eine
duale Berufsausbildung?
Wie alt sind die Bewerbenden für eine duale Berufsausbildung?
Die Bewerbenden nehmen im Zeitverlauf als Alternative zur Berufsausbildung vermehrt eine weitere Schul -
bildung bzw. ein Studium auf (+7 %). Der Anteil derer, die alternativ den Eingang in die Berufstätigkeit finden,
ist hingegen rückläufig (-5 %). Seit 2022 führt die Bundesagentur für Arbeit die Kategorie „verbleibend in Aus -
bildung“. Diese Personen haben sich aus einer bestehenden Ausbildung heraus beworben und verbleiben in
der vor dem Berichtsjahr begonnenen Berufsausbildung. Dies ist der Grund, weshalb die Daten zum Verbleib
„Berufsausbildung“ vor 2022 nicht mit Daten der vorherigen Abbildung zur Statusgruppe „Bewerbende, ein -
mündend“ übereinstimmen.
Die Bewerbenden für eine duale Berufsausbildung, die bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet sind, werden im Zeitver-
lauf jünger. Im September 2023 sind 56 % der Bewerbenden unter 20 Jahre alt, 34 % aller Bewerbenden sind zwischen 20 und
24 Jahre alt und 10 % der Bewerbenden sind 25 Jahre alt oder älter.
Welche Schulform besuchen die Bewerbenden für eine duale Berufsausbildung?
Altersgruppe U 20 Altersgruppe 20 - U25 Altersgruppe 25+
16%; 228 15%; 194 17%; 199 14%; 168 10%; 111
40%; 549 38%; 482 36%; 431 38%; 469
34%; 394
44%; 607
6%; 83
5%; 76 9%; 11 4%; 53 2%; 24
3%; 39
14%; 175
1%; 16
2%; 24
13%; 157
44%; 544
14%; 179
6%; 79
1%; 16
4%; 46
16%; 182
1%; 16
2%; 22
7%; 86
45%; 513
18%; 207
5%; 62
14%; 197
10%; 129
12%; 150
2%; 24
3%; 35
2%; 23
2%; 31
2%; 21
2%; 21
12%; 163
11%; 145
13%; 156
48%; 666
44%; 564
46%; 557
11%; 157
12%; 157 16%; 187
5%; 66
9%; 108
5%; 60
5%; 61 4%; 45 3%; 37 2%; 24
11%; 152 11%; 134 10%; 116 9%; 106 9%; 104
45%; 622 45%; 576 46%; 560 45%; 560 46%; 530
35%; 484 37%; 470 38%; 455 41%; 501 41%; 474
47%; 592 48%; 575 49%; 600 56%; 645
Allgemeinbildende Schulen
Berufsbildende Schulen
Hochschulen und Akademien
Sonstige Schulen
unversorgt
Schule/Studium/Praktikum
Berufsausbildung
Erwerbstätigkeit
Gemeinnützige/Soziale Dienste
Fördermaßnahmen (z. B. BvB)
100%
90%
80%
70%
60%
50%
40%
30%
20%
10%
0%
ohne Angabe/unbekannt
arbeitslos
verbleibend in Ausbildung Keine Angabe
ABB. 66: Verbleib der Bewerbenden im Zeitverlauf
ABB. 67: Alter der Bewerbenden nach Altersgruppen im Zeitverlauf
ABB. 68: Besuchte Schulform / Herkunft der Bewerbenden im Zeitverlauf
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Stichtag 30.09.
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Stichtag 30.09.Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Stichtag 30.09.
3%; 43 2%; 27 2%; 29 3%; 33 2%; 18
Die meisten bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten Bewerbenden besuchen zum Zeitpunkt der Bewerbung eine
berufsbildende Schule (2023: 46 %). Ein im Zeitverlauf anwachsender Teil der Bewerbenden ist zum Zeitpunkt der Bewer-
bung an einer allgemeinbildenden Schulform (2023: 41 %). Der Anteil derer, die zum Zeitpunkt der Bewerbung an einer
Hochschule sind, sinkt im Zeitverlauf leicht und stellt im Ausbildungsjahr 2022/2023 mit 9 % nur einen geringen Anteil dar.
SEITE 106 – Datenreport Berufliche Schulen – SEITE 107
38; 4%
412; 45%
216; 24%
184; 20%
57; 6% 20; 4% 32; 4%
78; 16%
171; 22% 129; 27%
215; 27%
22; 5%
42; 6%
326; 43%
209; 27%
31; 7%
40; 5%
327; 41%
222; 28% 22; 5%
31; 4%
272; 38%
26; 6%
176; 40%
140; 32%
90; 20%
8; 2%
238; 34%
19; 3%
150; 21%
198; 44%
140; 31%
77; 17%
9; 2%
173; 22%
29; 4%
192; 43%
138; 31%
72; 16%
9; 2%
152; 20%
34; 4%
214; 45%
131; 28%
93; 20%
14; 3%
328; 41%
48; 6%
18; 4%
233; 49%
2019/20 2020/21 2021/22 2022/23
weibl. weibl. weibl. weibl.männl. männl. männl. männl.
2023/24
weibl.männl.
Welchen Schulabschluss haben die Bewerbenden für eine
duale Berufsausbildung und welche Schulabschlüsse werden
für betriebliche Ausbildungsstellen erwartet?
Während anteilig vermehrt Bewerbende mit der Fachoberschulreife gezählt werden, nimmt der Anteil und die An-
zahl der Bewerbenden mit der Fachhochschulreife bzw. mit der Allgemeinen Hochschulreife, die bei der Bundes-
agentur für Arbeit gemeldet sind, im Zeitverlauf ab. Es bewerben sich auch immer weniger Personen ohne einen
Schulabschluss.
Insgesamt sind bei der Bundesagentur für Arbeit mehr männliche als weibliche Bewerbende für eine duale
Berufsausbildung gemeldet. Die Gesamtentwicklung hinsichtlich der Schulabschlüsse lässt sich auch in der
geschlechtsspezifischen Darstellung erkennen. Die meisten Bewerberinnen und Bewerber besitzen zwar die
Fachhochschulreife bzw. Allgemeine Hochschulreife, allerdings in abnehmender Tendenz. Zugleich steigt der
Anteil von Bewerberinnen und Bewerbern mit Fachoberschulreife. Der Anteil von Bewerberinnen und Bewer -
bern ohne Schulabschluss nimmt für beide Geschlechter ab.
2019 2020 2021 2022 2023
55; 4%
70; 6%
73; 6% 62; 5%
448; 39%
57; 5%
378; 33%
240; 21%
27; 2%
525; 42%
362; 29%
250; 20%
38; 3%
518; 43%
347; 29%
224; 19%
43; 4%
645; 47%
542; 43%
346; 27%
264; 21%
46; 4%
345; 25%
262; 19%
77; 6%
1384
1268
1205 1237
1150
ABB. 70: Bewerbende nach Schulabschlüssen und Geschlecht im Zeitverlauf
ABB. 69: Bewerbende nach Schulabschlüssen im Zeitverlauf
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Stichtag 30.09.
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Stichtag 30.09.
ohne Abschluss
(Erweiterter) Erster Schulabschluss
Fachoberschulreife
(Fach-) Hochschulreife
keine Angabe
65%
906
35%
478
63%
794
37%
474
63%
763
37%
442
64%
791
36%
446
62%
710
38%
440
Berufliche Schulen – SEITE 109 SEITE 108 – Datenreport
Während zum 30.09.2022 nur 23 der gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen unbesetzt waren, sind es
im Folgejahr 248 unbesetzte Ausbildungsstellen. Dabei werden im Jahr 2023 für 47 % ein (Erweiterter) Erster
Schulabschluss und für 38 % der unbesetzten Ausbildungsstellen die Fachoberschulreife erwartet. Damit ist das
Verhältnis der für unbesetzte Ausbildungsstellen erwarteten Schulabschlüssen ähnlich zu den Erwartungen für
alle gemeldeten Berufsausbildungsstellen.
2022 2023
5; 22%
18; 7%
17; 7%
93; 38%
117; 47%
1%
2; 9%
9; 39%
7; 30%
23
248
ABB. 73: Erwartete Schulabschlüsse
für die unbesetzten, gemeldeten
betrieblichen Ausbildungs-
stellen im Zeitverlauf seit 2022
Von den zum 30.09.2023 unversorgten Bewerbenden besitzen 48 % die Fachhochschulreife bzw. Allgemeine
Hochschulreife. Ein höherwertiger Schulabschluss führt somit nicht zwangsläufig zu einer erfolgreichen Bewer-
bung um eine betriebliche Ausbildungsstelle.
ohne Abschluss
(Erweiterter) Erster Schulabschluss
Fachoberschulreife
(Fach-)Hochschulreife
ABB. 72: Schulabschlüsse der
unversorgten Bewerbenden
im Zeitverlauf seit 2022
keine Angabe
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Stichtag 30.09. (Rundung auf Vielfaches von 3)
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Stichtag 30.09.
Seit 2022 erhebt die Bundesagentur für Arbeit die für die gemeldeten Berufsausbildungsstellen erwarteten
Schulabschlüsse. Im Jahr 2023 erwarten die Betriebe und Unternehmen zu 43 % einen (Erweiterten) Ersten
Schulabschluss und zu 38 % einen Mittleren Schulabschluss. Nur 13 % der gemeldeten Stellen sind mit der Er -
wartung nach einer Fachhochschulreife bzw. Allgemeinen Hochschulreife verbunden.
2022 2023
151; 6%
329; 14%
980; 40%
825; 38%
276; 13%
143; 7%
972; 40% 927; 43%
<1% 10; <1%
2435
2181
ABB. 71: Erwartete Schulabschlüsse für die gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen im Zeitverlauf seit 2022
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Stichtag 30.09.
2022 2023
33; 42%
18; 23%
30; 48%
15; 23%
12; 19%
3%
18; 24%
5%
78
63
6; 6%
3; 6%
SEITE 110 – Datenreport Berufliche Schulen – SEITE 111
Welche Ausbildungsberufe werden in Münster
am häufigsten angeboten und nachgefragt?
Die TOP 10 der gemeldeten (außer-)betrieblichen Ausbildungsstellen machen in Münster 45 % aller gemelde -
ten Ausbildungsstellen aus. Dabei liegen die meisten Ausbildungsberufe in der Zuständigkeit der Industrie- und
Handelskammer. Die Ausbildungsberufe „Medizinische*r Fachangestellte*r“ (Platz 3) und „Zahnmedizinische*r
Fachangestellte*r“ (Platz 4) fallen in die Zuständigkeit der Ärztekammer bzw. Zahnärztekammer. Von den Aus-
bildungsberufen, die in der Zuständigkeit der Handwerkskammer liegen, sind keine in den TOP 10 vertreten.
Die TOP 10-Ausbildungsberufe der gemeldeten Bewerber machen in Münster 45 % aller gemeldeten
Bewerber aus. Unter den TOP 10 der unter den Bewerbern beliebten Ausbildungsberufe ist die Hälfte
handwerklich (Zuständigkeit Handwerkskammer) und die andere Hälfte kaufmännisch geprägt (Zu -
ständigkeit Industrie- und Handelskammer.
Die TOP 10-Ausbildungsberufe der gemeldeten Bewerbenden machen in Münster 40 % aller gemeldeten Bewer-
benden aus. Während unter den TOP 10 der gemeldeten Ausbildungsstellen keine handwerklich geprägten Berufe
sind, sind unter den TOP 10 der gemeldeten Bewerbenden mit „Elektroniker*in Energie-/Gebäudetechnik“ (Platz 5),
„Tischler*in“ (Platz 7), „Maler*in/Lackierer*in Gestaltung/Instandhaltung“ (Platz 9) sowie „Anlagenmechaniker*in Sa-
nitär-/Heizungs-/Klimatechnik“ (Platz 10) vier Ausbildungsberufe in der Zuständigkeit der Handwerkskammer.
Die TOP 10-Ausbildungsberufe der gemeldeten Bewerberinnen machen in Münster 53 % aller gemeldeten Be -
werberinnen aus. Alleine 17 % bewerben sich um einen Ausbildungsplatz zur „Medizinischen Fachangestellten“.
Unter den TOP 10 der Bewerberinnen befinden sich drei medizinisch geprägte Ausbildungsberufe (Zuständig -
keit Tier-, Zahn-, Ärztekammer) und ein handwerklich geprägter Ausbildungsberuf („Friseur*in“ mit Zuständig-
keit Handwerkskammer). Die weiteren sechs Ausbildungsberufe liegen in der Zuständigkeit der Industrie- und
Handelskammer.
1. Kaufmann/-frau im Einzelhandel
142 (6%)
2. Kaufmann/-frau - Büromanagement
134 (6%)
3. Medizinische*r Fachangestellte*r
126 (6%)
4. Zahnmedizinische*r Fachangestellte*r
103 (5%)
5. Kaufmann/-frau -
Versicherung / Finanzlagen
98 (4%)
1. Kfz-Mechatroniker*in - PKW- Technik
49 (7%)
2. Elektroniker*in -
Energie-/Gebäudetechnik
45 (6%)
3. Fachinformatiker*in -
Anwendungsentwicklung
39 (5%)
4. Kaufmann/-frau - Einzelhandel
36 (5%)
5. Kaufmann/-frau - Büromanagement
28 (4%)
1. Medizinische*r Fachangestellter*r
76 (7%)
2. Kaufmann/-frau - Büromanagement
69 (6%)
3. Kaufmann/-frau im Einzelhandel
62 (5%)
4. Kfz-Mechatroniker*in - PKW-Technik
50 (4%)
5. Elektroniker*in -
Energie-/Gebäudetechnik
45 (4%)
6. Kaufmann/-frau -
Groß-/Außenhandelsmanagement
86 (4%)
7. Verkäufer*in
84 (4%)
8. Fachinformatiker*in -
Anwendungsentwicklung
80 (4%)
9. Fachinformatiker*in -
Systemintegration
77 (3%)
10. Industriekaufmann/ -frau
69 (3%)
6. Maler*in/Lackierer*in -
Gestaltung/Instandhaltung
26 (4%)
7. Anlagenmechaniker*in -
Sanitär-/Heit.-Klimatechnik
25 (4%)
8. Tischler*in
24 (3%)
9. Fachinformatiker*in -
Systemintegration
20 (3%)
10. Automobilkaufmann/-frau
19 (3%)
ABB. 74: TOP 10 Anzahl der gemeldeten außer-/betrieblichen Ausbildungsstellen im Jahr 2023
ABB. 75: TOP 10 Anzahl der gemeldeten Bewerbenden für Ausbildungsstellen im Jahr 2023
ABB. 76: TOP 10 Anzahl der Bewerber für Ausbildungsstellen im Jahr 2023
ABB. 77: TOP 10 Anzahl der Bewerberinnen für Ausbildungsstellen im Jahr 2023
1. Medizinische*r Fachangestellte*r
73 (17%)
2. Kaufmann/-frau - Büromanagement
41 (9% )
3. Kaufmann/-frau - Einzelhandel
26 (6%)
4. Zahnmedizinische*r Fachangestellte*r
21 (5% )
5. Hotelfachmann/-frau
14 (3%)
6. Fachinformatiker*in -
Anwendungsentwicklung
43 (4%)
7. Tischler*in
32 (3%)
8. Verkäufer*in
30 (3%)
9. Maler*in/Lackierer*in - Gestaltung/
Instandhaltung
29 (3%)
10. Anlagenmechaniker*in - Sanitär-/
Heiz.-Klimatechnik
25( 2%)
6. Verkäufer*in
14 (3%)
7. Tiermedizinische*r Fachangestellte*r
13 (3%)
8. Mediengestalter*in Digital und Print -
Gest. u. Techn.
11 (3%)
9. Friseur*in
9 (2%)
10. Drogist*in
9 (2%)
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Stichtag 30.09.Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Stichtag 30.09.
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Stichtag 30.09.Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Stichtag 30.09.
SEITE 112 – Datenreport Berufliche Schulen – SEITE 113
2181
Deutschland
Nordrhein Westfalen
Stadt Bonn
Stadt Dortmund
Stadt BielefeldMünsterland
Stadt Münster
3000
2500
2000
1500
1000
500
0
10
9
8
7
6
5
4
3
2
1
0
2428; 97%
2512
169; 8%
1924; 92%
2093
69; 3%
2151; 97%
2220 23; 1%
2412; 99%
2435
1933; 89%
5,0%
4,5%
4,0%
3,5%
3,0%
2,5%
2,0%
1,5%
1,0%
0,5%
0,0%
Wie ist das Verhältnis von (unbesetzten) betrieblichen
Ausbildungsstellen zu (unversorgten) Bewerbenden im
regionalen Vergleich?
Im Ausbildungsjahr 2022/2023 sind im Zeitverlauf erstmalig weniger als 90 % der gemeldeten betrieblichen
Ausbildungsstellen besetzt. Dies führt dazu, dass rechnerisch einem*r unversorgten Bewerbenden vier unbe -
setzte Ausbildungsstellen gegenüberstehen und sich für diese Personengruppe die Chance erhöht, noch einen
Ausbildungsplatz zu finden. Setzt man alle gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen in das Verhältnis zu
allen gemeldeten Bewerbenden, stehen zum 30.09.2023 1,9 betriebliche Ausbildungsstellen je Bewerber*in
zur Verfügung.
Die Abbildung setzt die Relation der unbesetzten (außer-)betrieblichen Ausbildungsstellen je unversorgte*n
Bewerber*in in einen Regionalvergleich. Dabei wird ersichtlich, dass im Jahr 2023 die Stadt Dortmund eine
noch höhere Relation von unbesetzten Ausbildungsstellen je unversorgte*n Bewerber*in verzeichnet. Zugleich
zeigt sich, dass der für Münster im Vorjahr niedrige Wert von 0,29 unbesetzte Ausbildungsstelle je unversorg -
te*n Bewerber*in auch im Regionalvergleich als besonders niedrig zu bewerten ist.
Limitation/Erklärung:
Das Jahr 2021 wird auf Grund einer Datenabweichung nach einer Datenrevision der Bundesagentur für Arbeit bezüglich gemeldeter
Ausbildungsstellen nicht dargestellt, da die Daten nicht vollständig in revidierter Form vorliegen.
ABB. 78: Anzahl und Anteil von (un-)besetzten betrieblichen Ausbildungsstellen
sowie Relation von (unbesetzten) gemeldeten Ausbildungsstellen je (unversorgte*n)
Bewerber*in in Münster im Zeitverlauf
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Stichtag 30.09.
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Stichtag 30.09.Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Stichtag 30.09.
Die Abbildung stellt die Relation der (außer-)betrieblichen Ausbildungsstellen je Bewerber*in in Münster in
den Regionalvergleich zu Deutschland und NRW sowie zu anderen Großstädten in NRW. Die Stadt Münster
verzeichnet dabei im Jahr 2023 mit 1,91 Ausbildungsstellen je Bewerber*in mit Abstand den höchsten Wert,
was auf eine gute Ausgangssituation für die Bewerbenden hindeutet. Auch im Münsterland ist aus Sicht der Be-
werbenden die Relation von Bewerber*in und Ausbildungsstellen positiv (1,44). Im Vergleich dazu kommen in
der Stadt Bielefeld je Bewerber*in 0,93 (außer-)betriebliche Ausbildungsstellen.
0,59
3,51
1,81
0,77 1,46
2,02
1,27
1,56
0,29
1,37
1,23
1,52
1,40 2,04
1,06
2,17 2,04
3,042,94
2,73
1,91
2019
2019 2020 2021 2022 2023
2019
2020
2020
2022
2022
2023
2023
4,80
1,20
4,00
1,52
1,67
2,78
3,79
ABB.80: Relation unbesetzte außer-/betriebliche Ausbildungsstellen
je unversorgte*n Bewerber*in im Regionalvergleich und Zeitverlauf
ABB. 79: Relation außer-/betriebliche Ausbildungsstellen je Bewerber*in im
Regionalvergleich und Zeitverlauf
2,1
1,9
1,7
1,5
1,3
1,1
0,9
0,7
0,5
0,94
1,01
1,06
1,21
0,87 0,79 0,89 0,93
1,82
1,67
1,98 1,91
0,94 0,97
1,09
1,08
1,69
1,34 1,42
1,30
1,13
1,13 1,29 1,291,18
1,24
1,53
1,44
besetzte Ausbildungsstellen
noch unbesetzte Ausbildungsstellen
Ausbildungsstelle je Bewerber*in
unbesetzte Ausbildungsstelle je unversorgte*n
Bewerber*in
248; 11%
1,82 1,84 1,97
4,0
1,90
1,2 1,5 1,1
0,2
84; 3%
1,65
SEITE 114 – Datenreport Berufliche Schulen – SEITE 115
6. c. Übergänge in die duale Berufsausbildung
Wie viele Schüler*innen münden neu in einen
Bildungsgang der dualen Berufsausbildung ein?
Im Schuljahr 2023/2024 treten 4505 Schüler*innen in die Fachklassen der münsterschen Berufsschulen neu ein.
Obwohl die Gesamtschüler*innenzahl im Teilbereich „Duale Berufsausbildung“ im Zeitverlauf jährlich abnimmt
(siehe Kapitel B.6.b.), bleibt die Zahl der neu eintretenden Schüler*innen seit dem Schuljahr 2020/2021 recht
konstant. Ein Vergleich zur Zahl der Abgänger*innen (siehe Kapitel B.6.d.) zeigt, dass im Schuljahr 2019/2020
mehr Personen ein- als ausgetreten sind. Im Schuljahr 2022/2023 halten sich die Ein- und Austritte annähernd
die Waage. Dies lässt den Rückschluss zu, dass der Rückgang der Gesamtschüler*innenzahl auf Grund unter -
jähriger Abgänge aus den Fachklassen des Dualen Systems zu erklären ist. Der Ausbildungsort der Schüler*in -
nen, die den schulischen Teil ihrer dualen Berufsausbildung an den Berufsschulen absolvieren, liegt nicht nur
in Münster, sondern auch im Umland von Münster. Die tatsächlich neuen Auszubildenden mit Ausbildungsort
Münster können auf Grundlage der Berufsbildungsstatistik den folgenden Abbildungen entnommen werden.
Welche Eingangsqualifikation weisen die neu
eintretenden Schüler*innen in Bildungsgänge
der dualen Berufsausbildung auf?
Während im Zeitvergleich immer mehr Schüler*innen ohne Abschluss und mit einem Mittleren Schulabschluss
in die Fachklassen der Berufsschulen eintreten, nimmt die Zahl und der Anteil von Schüler*innen mit einer Fach-
hochschulreife und einer Fachgebundenen/Allgemeinen Hochschulreife ab. Der Rückgang von Auszubildenden
mit Hochschulzugangsberechtigung ist sowohl bei den gemeldeten Bewerbenden (siehe Kapitel B.6.b) als auch
bei der Vorbildung der Auszubildenden mit neu abgeschlossenem Ausbildungsvertrag (siehe „Schulische Vor -
bildung“ in folgenden Abbildungen) zu erkennen.
4.899 4.414 4.518 4.536 4.505
2019/20 2020/21 2021/22 2022/23 2023/24
ohne Abschluss
Förderschulabschluss GE/LE
Erster Schulabschluss
Erweiterter Erster Schulabschluss
Mittlerer Schulabschluss
Fachhochschulreife
Fachgebundene und Allgemeine Hochschulreife
Sonstige Qualifikation, wenn aus Ausland zugezogen
Duale Berufsausbildung, insgesamt
2023/2024
0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100%
2019/20
6%; 273
4%; 195
9%; 405
32%; 145826%; 1296
5%; 228
5%; 252
19%; 834
21%; 1050
29%; 1305
32%; 1569
<1%; 12
10%; 471
ABB. 81: Anzahl der neu eintretenden Schüler*innen
der dualen Berufsausbildung im Zeitverlauf
ABB. 82: Eingangsqualifikation der neu eintretenden Schüler*innen
der dualen Berufsausbildung im Zeitvergleich Schuljahr 2019/2020-2023/2024
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Schuldatensatz
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Schuldatensatz (Rundung auf Vielfaches von 3)
1%; 241%; 33
SEITE 116 – Datenreport Berufliche Schulen – SEITE 117
Wie viele Ausbildungsverträge werden in
Münster neu abgeschlossen?
Bis zum Jahr 2021 nimmt die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge in Münster ab, wofür mutmaß-
lich die COVID-19-Pandemie ein Erklärungsansatz ist. Ab dem Jahr 2022 nimmt die Zahl der Auszubildenden in
den meisten Berufssektoren wieder zu. Allerdings setzt sich der Rückgang von neuen Auszubildenden in den Be-
rufssektoren „S1-Produktionsberufe“ und „S5-Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungsberufe“ auch nach 2022
weiter fort. Zur Erklärung kann hier auch die rückläufige Ausbildungsbetriebsquote der Wirtschaftsabschnitte
„Verarbeitendes Gewerbe“ und „Baugewerbe“ beitragen (siehe Kapitel B.6.a.). Die meisten neuen Auszubilden-
den beginnen im Jahr 2023 im Berufssektor „Kaufmännische und unternehmensbezogene Dienstleistungsbe -
rufe“ (ca. 39 %). Zu beachten ist die zu Beginn des Kapitels B. „Berufliche Schulen“ beschriebene Limitation auf
Grund von eigenen Berechnungen mit den Daten der Berufsbildungsstatistik. Die hier dargestellten Summen
können daher von weiteren Darstellungen mit Daten der Berufsbildungsstatistik abweichen.
Jährlich schließen in Münster mehr Männer als Frauen einen Ausbildungsvertrag ab. Die meisten neuen männli-
chen Auszubildenden befinden sich im Berufssektor „Produktionsberufe“, wobei, ähnlich zu allen Auszubilden-
den (siehe Kapitel B.6.b), eine abnehmende Tendenz zu verzeichnen ist. Von den weiblichen Auszubildenden
mit neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen treten die meisten in den Berufssektor „Kaufmännische und
unternehmensbezogene Dienstleistungsberufe“ ein. Auch hier, korrespondierend mit der Entwicklung für alle
weiblichen Auszubildenden, ist eine abnehmende Tendenz erkennbar.
2019 2020 2021 2022 2023
S1 – Produktionsberufe
S2 – Personenbezogene Dienstleistungsberufe
S3 – Kaufmännische und unternehmensbezogene
Dienstleistungsberufe
S4 – IT- und naturwissenschaftliche
Dienstleistungsberufe
S5 – Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungsberufe
59%
1494
41%
1044
2023
weibl.männl.
59%
1497
41%
1026
2022
weibl.männl.
59%
1434
40%
990
2021
weibl.männl.
57%
1473
43%
1110
2020
weibl.männl.
43%
1179
2019
weibl.männl.
ABB. 83: Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge nach Berufssektoren im Zeitverlauf
ABB. 84: Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge aller Auszubildenden
nach Berufssektoren und Geschlecht im Zeitverlauf
Quelle: Berufsbildungsstatistik, Stichtag 31.12. (Rundung auf Vielfaches von 3, eigene Berechnungen)
Quelle: Berufsbildungsstatistik, Stichtag 31.12. (Rundung auf
Vielfaches von 3, eigene Berechnungen)
87; 5%
15; 1%
102; 7%
12; 1%
93; 6%
18; 2%
27; 3%
477; 48%
348; 35%
120; 12%
558; 37%
93; 9%
381; 37%
510; 50%
30; 3%
12; 1%
72; 5%
9; 1%
36; 3%
483; 46%
408; 39%
108; 10%
243; 16%
492; 33%
156; 10%
531; 36%
144; 10%
468; 31%
258; 17%
69; 5%
210; 15%
432; 30%
141; 10%
558; 39%
39; 4%
618; 56%
327; 29%
114; 10%
204; 14%
447; 30%
150; 10%
570; 39%
39; 3%
603; 51%
420; 36%
102; 9%
243; 15%
465; 29%
186; 12%
609; 38%
58%
1590
99; 4%
117; 4%
114; 5%
84; 3% 84; 3%
285; 11% 285; 11%
975; 39% 975; 39%
531; 21% 555; 22%
657; 26% 639; 25%
240; 10%
921; 38%
486; 20%
690; 28%
246; 9%
1071; 41%
480; 18%
687; 26%
282; 10%
1065; 39%
600; 22%
711; 26%
2757
2601
2451 2532 2532
SEITE 118 – Datenreport Berufliche Schulen – SEITE 119
Zu dem Berufssektor „Personenbezogene Dienstleistungsberufe“ zählen sowohl Lebensmittel- und Gastgewer-
beberufe und (nicht-)medizinische Gesundheitsberufe als auch soziale und kulturelle Dienstleistungsberufe.
Die Anzahl an neuen Ausbildungsverträgen nimmt im Zeitverlauf seit 2022 wieder zu. Dabei haben die meisten
neuen Auszubildenden die Fachhochschulreife oder Allgemeine Hochschulreife (2023: ca. 40 %), auch wenn
ihr Anteil seit 2021 leicht abnimmt. Neue Auszubildende mit einem Mittleren Schulabschluss stellen die zweit-
größte Personengruppe dar (2023: ca. 33 %).
Welche schulische Vorbildung haben die Auszubildenden
mit neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen?
Betrachtet man die Auszubildenden mit neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen unabhängig ihres Berufs -
sektors, so beginnen im Zeitverlauf mit abnehmender Tendenz die meisten Personen eine duale Berufsaus -
bildung mit der Fachhochschulreife bzw. Allgemeinen Hochschulreife. Zugleich starten im Jahr 2023 ca. 2 %
der Auszubildenden eine Berufsausbildung ohne einen Schulabschluss. Dabei sind je nach Berufssektor unter -
schiedliche Entwicklungen identifizierbar (siehe nachfolgende Abbildungen).
Erklärungen/Limitationen: Die Daten sind direkt aus der Berufsbildungsstatistik (mit Rundung auf Vielfaches von 3) entnommen und
wurden nicht weitergehend berechnet. Die hier dargestellten Summen können daher von den Summen in den folgenden Abbil-
dungen nach den Berufssektoren abweichen, da die Darstellung nach Berufssektoren mit den bereits gerundeten Daten berechnet
wurden, was zu einer geringeren Genauigkeit führt. Die hier dargestellten Summen sind somit näher an den Echtdaten.
2019 2020 2021 2022 2023
15; 2%
225; 43% 222; 40%
177; 34% 186; 33%
81; 15% 96; 17%
15; 3% 15; 3%
225; 47%
144; 30%
81; 17%
12; 3%
240; 40%
225; 47%
147; 31%
66; 14%
15; 3%
201; 33%
114; 19%
33; 5%
603
480 480
528 558
Unter dem Berufssektor „Produktionsberufe“ werden u.a. fertigungstechnische Berufe und Bau- und Ausbau -
berufe gefasst. Im Zeitverlauf sinkt die Zahl der neuen Auszubildenden in diesem Berufssektor. Die meisten Aus-
zubildenden besitzen in diesem Sektor die Fachhochschulreife bzw. Allgemeine Hochschulreife (2023: ca. 40 %).
Zudem verfügt ein hoher Anteil der neuen Auszubildenden einen Mittleren Schulabschluss (2023: ca. 36 %).
2019 2020 2021 2022 2023
27; 4%
15; 2% 18; 3%
12; 2% 15; 2%
249; 40%
225; 36%
126; 20%
12; 2%
288; 43%
270; 42%
207; 32%
144; 23%
6; 1%
240; 36%
108; 16%
15; 2%
297; 43%
255; 37%
105; 15%
18; 3%
276; 38%
261; 36%
138; 19%
18; 3%
720 690 669 639 627
ABB. 86: Auszubildende mit neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen im Berufssektor
„S1 - Produktionsberufe“ nach schulischer Vorbildung im Zeitverlauf
2019 2020 2021 2022 2023
87; 3%
363; 13%
711; 26%
1566; 56%
48; 2%
54; 2%
675; 26%
1545; 59%
279; 11%
54; 2% 60; 2%
297; 12%
615; 25%
57; 2%
1419; 58%
63; 2%
1431; 57%
660; 26%
327; 13%
45; 2% 51; 2%
348; 14%
699; 28%
1356; 53%
87; 3%
2775
2607
2448 2526 2541
ABB. 85: Auszubildende mit neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen
nach schulischer Vorbildung im Zeitverlauf
ABB. 87: Auszubildende mit neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen im Berufssektor
„S2 - Personenbezogene Dienstleistungsberufe“ nach schulischer Vorbildung im Zeitverlauf
Quelle: Berufsbildungsstatistik, Stichtag 31.12. (Rundung auf Vielfaches von 3)
Quelle: Berufsbildungsstatistik, Stichtag 31.12. (Rundung auf
Vielfaches von 3, eigene Berechnungen)
Quelle: Berufsbildungsstatistik, Stichtag 31.12. (Rundung auf Vielfaches von 3,
eigene Berechnungen)
ohne Hauptschulabschluss
Hauptschulabschluss
Fachoberschulreife
Hoch-/Fachhochschulreife
im Ausland erworbener Abschluss,
nicht zuzuordnen
27; 6% 18; 4%
30; 6% 39; 7%
SEITE 120 – Datenreport Berufliche Schulen – SEITE 121
Unter den Berufssektor „Kaufmännische und unternehmensbezogene Dienstleistungsberufe“ subsumieren
sich Handelsberufe, Berufe in Unternehmensführung und -organisation sowie unternehmensbezogene Dienst-
leistungsberufe wie Steuerberatungen. Der Berufssektor verzeichnet im Vergleich zu den weiteren Berufssekto-
ren den zweithöchsten Anteil an neuen Auszubildenden mit einer Fachhochschulreife bzw. Allgemeinen Hoch-
schulreife (2023: ca. 67 %), obgleich ihr Anteil im Zeitverlauf sinkt.
2019 2020 2021 2022 2023
6; 1% <1%
<1%
9; 1% 21; 2% 798; 76%
687; 76%
696; 71% 660; 67%
204; 21% 192; 20%
150; 17%
177; 17%
798; 75%
177; 17%
ohne Hauptschulabschluss
Hauptschulabschluss
Fachoberschulreife
Hoch-/Fachhochschulreife
im Ausland erworbener Abschluss, nicht zuzuordnen
ABB. 88: Auszubildende mit neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen im Berufssektor „S3 - Kaufmännische
und unternehmensbezogene Dienstleistungsberufe“ nach schulischer Vorbildung im Zeitverlauf
Quelle: Berufsbildungsstatistik, Stichtag 31.12. (Rundung auf
Vielfaches von 3, eigene Berechnungen)
Quelle: Berufsbildungsstatistik, Stichtag 31.12. (Rundung auf
Vielfaches von 3, eigene Berechnungen)
Quelle: Berufsbildungsstatistik, Stichtag 31.12. (Rundung auf
Vielfaches von 3, eigene Berechnungen)
Der Berufssektor „IT- und naturwissenschaftliche Dienstleistungsberufe“ verzeichnet unter allen Berufssektoren
in eher abnehmender Tendenz den höchsten Anteil an neuen Auszubildenden mit der Fachhochschulreife bzw.
Allgemeinen Hochschulreife (2023: ca. 75 %). Zugleich steigt der Anteil von Personen, die mit der Fachober -
schulreife einen neuen Ausbildungsvertrag unterzeichnen (2023: ca. 18 %).
2019 2020 2021 2022 2023
1%
1% 1%
6; 2%
234; 84%
198; 84% 189; 80%
222; 80% 210; 75%
51; 18% 42; 15% 39; 16%
36; 15% 36; 13%
ABB. 89: Auszubildende mit neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen im Berufssektor „S4 - IT- und
naturwissenschaftliche Dienstleistungsberufe“ nach schulischer Vorbildung im Zeitverlauf
Zu dem Berufssektor „Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungsberufe“ zählen Sicherheitsberufe, Verkehrs- und
Logistikberufe sowie Reinigungsberufe. Abweichend von der Gesamtentwicklung nimmt die Zahl der neu ge -
schlossenen Ausbildungsverträge im Berufssektor „Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungsberufe“ seit 2022
weiter ab. Der Berufssektor verzeichnet im Vergleich zu den weiteren Berufssektoren den geringsten Anteil an
Auszubildenden mit einer Fachhochschulreife bzw. Allgemeinen Hochschulreife (2023: ca. 16 %) und die höchs-
ten Anteile von Personen mit einem Hauptschulabschluss (2023: ca. 32 %) und einer Fachoberschulreife (2023:
ca. 40 %).
2019 2020 2021 2022 2023
18; 24%
12; 16%
30; 40%
24; 32%
6; 8%
33; 44%
21; 28%
4%
30; 26%
27; 25%
36; 33%
36; 33%
6; 6%
45; 39%
30; 26%
6; 5%
18; 17%
36; 34%
39; 37%
6; 6%
ABB. 90: Auszubildende mit neu
abgeschlossenen Ausbildungsverträgen
im Berufssektor „S5 - Sonstige
wirtschaftliche Dienstleistungsberufe“ nach
schulischer Vorbildung im Zeitverlauf
69; 6% 69; 7% 51; 6% 69; 7% 81; 8%
15; 1% 6; 1% 18; 2% 9; 1% 12; 1%
1065 1053
909
975 978
12; 4%
279
237 237
279 279
6; 6%
3%
3%
4%
105
114 108
108 108
6; 2%
6; 2%
1%6; 3% 6; 2%
SEITE 122 – Datenreport Berufliche Schulen – SEITE 123
Die meisten Ausbildungsverträge werden in den
Berufsgruppen „Arzt- und Praxishilfen“ und
„ Versicherungs- und Finanzdienstleistungen“
abgeschlossen.
SEITE 124 – Datenreport Berufliche Schulen – SEITE 125
BERUFSGRUPPEN:
Um in Erhebungen und Statistiken Angaben über Berufe einheitlich erfas-
sen und tätigen zu können, wurde die „Klassifikation der Berufe 2010“ (KldB
2010) entwickelt. Die KldB 2010 hat fünf Gliederungsebenen, die sich jeweils in
eine Vielzahl von Klassifikationseinheiten aufgliedern.
1. Berufsbereiche (1-Steller, 10 Einheiten)
2. Berufshauptgruppen (2-Steller, 37 Einheiten)
3. Berufsgruppen (3-Steller, 144 Einheiten)
4. Berufsuntergruppen (4-Steller, 702 Einheiten)
5. Berufsgattungen (5-Steller, 1300 Einheiten)
Da die Daten der Berufsbildungsstatistik auf der Ebene der Berufsgruppen vorliegen,
wird diese Gliederungsebene in den nachfolgenden Abbildungen angewandt.
Weitere Informationen zu den Gliederungseinheiten der „KldB 2010“ befinden sich auf
den Seiten der Bundesagentur für Arbeit – Statistik.
Die meisten Ausbildungsverträge wurden im Jahr 2023 in der Berufsgruppe „811 Arzt- und Praxishilfe“ abge -
schlossen. Dahinter verbergen sich Berufe wie „Medizinische*r Fachangestellte*r“, „Zahnmedizinische*r Fach -
angestellte*r“ oder „Tiermedizinische*r Fachangestellte*r“. Auffallend dabei ist der hohe Anteil von weiblichen
Auszubildenden. Die Ausbildungsberufe „Bankkaufmann/-frau“ oder „Versicherungskaufmann/-frau“ fallen u.a.
in die Berufsgruppe „721 Versicherungs- und Finanzdienstleistungen“. Diese verbucht die zweitmeisten neu
abgeschlossenen Ausbildungsverträge.
In welchen Berufsgruppen werden im Jahr 2023
die meisten Ausbildungsverträge neu geschlossen?
Welche Berufsgruppen weisen die
höchste Geschlechtersegregation auf?
Die Berufsgruppe „811 Arzt- und Praxishilfe“, die insgesamt die Berufsgruppe mit den meisten neu abgeschlos-
senen Ausbildungsverträgen ist, weist auch die höchste Geschlechtersegregation mit hauptsächlich weiblichen
Auszubildenden auf. Zudem werden die Berufsgruppen „714 Büro und Sekretariat“ mit Büro- und Sekretariats-
kräften oder Dolmetscher*innen sowie „732 Verwaltung“, in der Berufe in der öffentlichen Verwaltung oder im
Zolldienst gefasst sind, überwiegend von weiblichen Auszubildenden gewählt.
ABB. 91: TOP 20 der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge aller Auszubildenden
nach Berufsgruppen und Geschlecht zum 31.12.2023
ABB. 92: TOP 10 der neu abgeschlossen Ausbildungsverträge mit hoher Geschlechtersegregation
(überwiegend weiblich) nach Berufsgruppen und Geschlecht zum 31.12.2023
Quelle: Berufsbildungsstatistik, Stichtag 31.12. (Rundung auf Vielfaches von 3)
Quelle: Berufsbildungsstatistik, Stichtag 31.12. (Rundung auf Vielfaches von 3)
332 Maler- und Lackierer-, Stuckateurarbeiten,
Bauwerksabdichtung, Holz- und Bautenschutz
272 Technisches Zeichnen, Konstruktion und Modellbau
633 Gastronomie
823 Körperpflege
825 Medizin-, Orthopädie- und Rehatechnik
293 Speisenzubereitung
723 Steuerberatung
513 Lagerwirtschaft, Post und Zustellung, Güterumschlag
342 Klempnerei, Sanitär, Heizungs- und Klimatechnik
713 Unternehmensorganisation und -strategie
252 Fahrzeug-, Luft-, Raumfahrt- und Schiffbautechnik
262 Energietechnik
434 Softwareentwicklung und Programmierung
732 Verwaltung
612 Handel
431 Informatik
714 Büro und Sekretariat
621 Verkauf (ohne Produktspezialisierung)
721 Versicherungs- und Finanzdienstleistungen
811 Arzt- und Praxishilfe
113 Pferdewirtschaft
731 Rechtsberatung, -sprechung und -ordnung
921 Werbung und Marketing
634 Veranstaltungsservice und -management
624 Verkauf von drogerie- und apothekenüblichen
Waren, Sanitäts- und Medizinbedarf
632 Hotellerie
823 Körpferpflege
732 Verwaltung
714 Büro und Seketariat
811 Arzt- und Praxishilfe
3933
27
9
45
45
48
48
51
51
54
69
78
96
96
99
117
135
147
165
189
240
69
24 21
18
36
24
15
27
3
30
6
3
12
96
36
9
96
66
72
234
0
15
24
36
24
51
39
72
93
84
33
81
123
48
99
117
69
6
männlich weiblich insgesamt
15123
15123
1293
332412
33279
483615
15150
6933 99
9648 147
2346 240
SEITE 126 – Datenreport Berufliche Schulen – SEITE 127
6. d. (Schul-)Abschlüsse der Auszubildenden
bzw. Schüler*innen im Dualen System
Wie viele Schüler*innen im Dualen System der Berufs-
ausbildung haben das Bildungsziel (nicht) erreicht?
Welche allgemeinbildenden Schulabschlüsse erwerben die
Schüler*innen im Dualen System der Berufsausbildung?
Nur ein geringer Anteil aller Abgangsschüler*innen erlangt in den Fachklassen des Dualen Systems einen
(höherwertigen) Schulabschluss (ca. 2 %). Die meisten Schüler*innen, die während der dualen Berufs -
ausbildung einen Schulabschluss erzielen, schließen mit einem Erweiterten Ersten Schulabschluss ab
(2022/2023: 56 %).
2019 / 2020 2022 / 2023
4677 4506
81% 80%
870 882
3804 3624
Absolvierende (Bildungsziel erreicht) Abgehende (Bildungsziel nicht erreicht) Erfolgsquote
Erster Schulabschluss
Erweiterter Erster Schulabschluss
Mittlerer Schulabschluss
Fachhochschulreife
Allgemeine Hochschulreife
Anteil mit (höherwertigem)
allg. Schulabschluss an allen
Schulabgänger*innen
2019 / 2020 2022 / 2023
108
81
15; 14%
45; 40%
45; 40%
21; 24%
12; 15%
48; 44%
45; 56%
2% 5%
2%2%
ABB. 93: TOP 10 der neu abgeschlossen Ausbildungsverträge mit hoher Geschlechtersegregation
(überwiegend männlich) nach Berufsgruppen und Geschlecht zum 31.12.2023
Unter den TOP 10-Berufsgruppen mit überwiegend männlichen Auszubildenden finden sich unter den ersten
Plätzen vor allem technisch geprägte Ausbildungen. Dabei weist die Berufsgruppe „431 Informatik“ mit Berufen
z.B. in der Wirtschafts- oder Medieninformatik den höchsten Anteil an männlichen Auszubildenden aus.
Quelle: Berufsbildungsstatistik, Stichtag 31.12. (Rundung auf Vielfaches von 3)
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Schuldatensatz
(Rundung auf Vielfaches von 3)
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Schuldatensatz (Rundung auf Vielfaches von 3)
ABB. 94: Erreichte
Bildungsziele und
Erfolgsquote in der
dualen Berufsausbil-
dung im Zeitvergleich
Schuljahr 2019/2020-
2022/2023
ABB. 95: Schulabgän-
ger*innen mit (höherwer-
tigem) allgemeinbildende
Schulabschluss in der
dualen Berufsausbildung
im Zeitvergleich Schuljahr
2019/2020-2022/2023
322 Tiefbau
621 Verkauf
(ohne Produkt-
spezialisierung)
612 Handel
721 Versicherungs-
und Finanz-
dienstleistungen
513 Lagerwirtschaft,
Post und Zustellung,
Güterumschlag
252 Fahrzeug-, Luft-,
Raumfahrt- und
Schiffbautechnik
342 Klempnerei,
Sanitär, Heizungs-
und Klimatechnik
434 Software-
entwicklung
und Programmierung
262 Energietechnik
431 Informatik
männlich weiblich insgesamt
Erläuterungen/Limitation:
Auf Grund der mit Rundungen belegten Daten aus der Berufsbildungsstatistik können die Summen der nach Geschlecht dargestell-
ten neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge von den dargestellten Gesamtsummen abweichen.
24
165
117
189
54
78
69
96
9v
135
0
66
36
72
3
6
0
12
3
9
24
99
81
117
51
72
69
84
93
123
90%
80%
70%
60%
50%
40%
30%
20%
10%
0%
5000
4000
3000
2000
1000
0
90%
80%
70%
60%
50%
40%
30%
20%
10%
0%
110
100
90
80
70
60
50
40
30
20
10
0
SEITE 128 – Datenreport Berufliche Schulen – SEITE 129
Wie viele Ausbildungsverträge werden vorzeitig gelöst?
Seit dem Jahr 2020, das einen Tiefststand an gelösten Ausbildungsverträgen verzeichnet, steigt die Anzahl der
gelösten Ausbildungsverträge ab 2021 an. Ein Erklärungsansatz für den niedrigen Stand von vorzeitig gelösten
Ausbildungsverträgen ist mutmaßlich die im Jahr 2020 begonnene COVID-19-Pandemie. Im Jahr 2023 werden
die meisten Verträge in den Berufssektoren „Kaufmännische und unternehmensbezogene Dienstleistungsbe -
rufe“ (ca. 32 %) und „Produktionsberufe“ (ca. 29 %) gelöst. Der ebenfalls recht hohe Anteil von Vertragslösungen
im Berufssektor „Personenbezogene Dienstleistungsberufe“ ist im Zeitverlauf leicht abnehmend (2023: ca. 27
%). Dabei sei an dieser Stelle angemerkt, dass eine Lösung des Ausbildungsvertrages nicht gleichbedeutend mit
einem Abbruch der Ausbildung ist. Zum Beispiel kann hiermit ein Betriebs- oder Berufswechsel einhergehen.
Zudem kann der Ausbildungsvertrag sowohl vom Betrieb als auch durch die auszubildende Person gelöst wer -
den.
Da in Münster mehr Männer als Frauen eine duale Berufsausbildung absolvieren, lösen auch mehr Männer als
Frauen ihre Ausbildungsverträge. Die männlichen Auszubildenden, die am meisten und deutlich häufiger als
Frauen im Berufssektor „Produktionsberufe“ vertreten sind, lösen hauptsächlich in diesem Sektor ihre Ausbil -
dungsverträge (2023: ca. 41 % der männlichen Auszubildenden). Ein solcher Zusammenhang besteht auch hin-
sichtlich der Vertragslösungen von Frauen. Sie lösen ihre Ausbildungsverträge am meisten in den Berufssektoren
„Personenbezogene Dienstleistungsberufe“ (2023: ca. 44 %) und „Kaufmännische und unternehmensbezogene
Dienstleistungsberufe“ (2023: ca. 43 %), in denen auch die meisten Frauen ihre Berufsausbildung absolvieren.
S1 - Produktionsberufe
S2 - Personenbezogene Dienstleistungsberufe
S3 - Kaufmännische und unternehmensbezogene
Dienstleistungsberufe
61%
396
39%
252
59%
444
40%
303
59%
468
40%
321
61%
495
39%
318
S4 - IT- und naturwissenschaftliche Dienstleistungsberufe
ABB. 96: Anzahl und Anteil der vorzeitig gelösten
Ausbildungsverträge nach Berufssektoren im Zeitverlauf
ABB. 97: Anzahl und Anteil der vorzeitig gelösten Ausbildungsverträge nach
Berufssektoren und Geschlecht im Zeitverlauf
Quelle: Berufsbildungsstatistik, Stichtag 31.12. (Rundung auf Vielfaches von 3, eigene Berechnungen)
Quelle: Berufsbildungsstatistik, Stichtag 31.12. (Rundung auf Vielfaches von 3, eigene Berechnungen)
57%
450
43%
342
2019 2020 2021 2022 2023
27; 3%
39; 6%
48; 6%
45; 6%
39; 5%
60; 7%
264; 32%
216; 27%
234; 29%
42; 5%
258; 32%
222; 28%
231; 29%
33; 4%
240; 32%
219; 29%
210; 28%
30; 5%
189; 29%
195; 30%
198; 30%
51; 6%
252; 32%
246; 31%
219; 28%
795
651
750
798 813
21; 5%
39; 9%
123; 27%
<1%
36; 9%
<1%
48; 11%
27; 6%
111; 25%
6; 2%
6; 2% <1%
36; 7%
48; 10%
126; 25%
81; 16%
204; 41%
6; 2% 9; 3%
138; 43%
141; 44%
27; 8%
147; 46%
147; 46%
15; 5%
<1%
42; 9%
36; 8%
108; 23%
75; 16%
207; 44%
129; 43%
144; 48%
21; 7%
72; 16%
186; 42%
99; 39%
123; 49%
27; 11%
30; 8%
90; 23%
72; 18%
168; 42%
<1%
135; 39%
171; 50%
30; 9%
75; 17%
192; 43%
2019 2020 2021 2022
weibl. weibl. weibl. weibl.männl. männl. männl. männl.
2023
weibl.männl.
Erklärung/Limitation: Auf Grund der Berechnung mit gerundeten Daten ergeben die Anteile nicht immer 100%.
Weitere Informationen finden sich zu Beginn des Kapitels "Berufliche Schulen".
S5 - Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungsberufe
SEITE 130 – Datenreport Berufliche Schulen – SEITE 131
In welchem Ausbildungsjahr werden die
Ausbildungsverträge vorzeitig gelöst?
Rund 60 % der Vertragslösungen finden im Zeitverlauf konstant im 1. Ausbildungsjahr statt. Dabei nimmt der
Anteil der Ausbildungsverhältnisse, die noch in der Probezeit gelöst werden, leicht ab, verbleibt aber insgesamt
auf einem hohen Niveau (2023: ca. 34 %). Zugleich steigt der Anteil der Verträge, die nach der Probezeit aber
noch im 1. Ausbildungsjahr gelöst werden (2023: ca. 27 %). Im Jahr 2023 finden rund 11 % der Vertragslösungen
im 3. Ausbildungsjahr statt.
Wie hoch ist die Vertragslösungsquote im
Vergleich zu NRW?
Die Vertragslösungsquote nimmt in Münster einen ähnlichen Verlauf wie in NRW, auch wenn im Jahr 2020 der
Tiefststand der Vertragslösungsquote niedriger als in NRW ist (Münster: 21,9 %; NRW: 25,4 %) und sie im Jahr
2023 im Gegensatz zu NRW weiter steigt (Münster: 29,1 %; NRW: 29,7 %). Sowohl in Münster als auch in NRW
ist im Zeitverlauf die Vertragslösungsquote im Ausbildungsbereich „Handwerk“ am höchsten (Münster: 38,6 %;
NRW: 38,5 %). Das bedeutet, dass im Jahr 2023 in Münster 38,6 % der begonnenen Ausbildungsverträge im Aus-
bildungsbereich „Handwerk“ vorzeitig gelöst wurden oder näherungsweise noch gelöst werden. Weiterhin auf-
fällig sind die Ausbildungsbereiche „Öffentlicher Dienst“ und „Landwirtschaft“. Zwar ist in Münster ähnlich zu
NRW der „Öffentliche Dienst“ der Bereich mit der geringsten Vertragslösungsquote, allerdings steigt die Quote
hier seit 2021 besonders stark an, sodass im Jahr 2023 die größte Differenz zwischen Münster und NRW zu ver-
zeichnen ist (+13,1 %). Der Bereich „Landwirtschaft“ unterliegt in Münster starken Schwankungen. Während die
Vertragslösungsquote von 2019 bis 2022 fällt, sprich immer weniger Personen anteilig zu den neu begonnenen
Ausbildungsverhältnissen ihren Ausbildungsvertrag vorzeitig lösen, steigt die Quote im Jahr 2023 sprungartig
auf 32,8 % an. Diese Entwicklung ist für NRW nicht erkennbar.
1. Jahr (in Probezeit)
1. Jahr (nach Probezeit)
2. Jahr
3. Jahr
4. Jahr
2019 2020 2021 2022 2023
294; 37%
192; 24%
225; 28%
6; 1%
84; 10%
<1%
<1%
<1%
<1%
75; 11%
78; 10%
225; 30%
150; 20%
285; 38% 276; 35%
183; 23%
228; 29%
108; 14%
93; 11%
228; 28%
222; 27%
276; 34%
189; 29%
153; 23%
237; 36%
801
657
744
822798
ABB. 98: Zeitpunkt der vorzeitigen Lösung von
Ausbildungsverträgen nach Ausbildungsjahren im Zeitverlauf
Quelle: Berufsbildungsstatistik, Stichtag 31.12. (Rundung auf Vielfaches von 3)
45
40
35
30
25
20
15
10
5
0
Quelle: IT.NRW, Berufsbildungsstatistik, Stichtag 31.12.
ABB. 99: Vertragslösungsquote aller Auszubildenden nach Ausbildungsbereichen
im Vergleich Münster - NRW im Zeitverlauf
Freie Berufe (z.B. Steuerberater*in, Wirtschaftsprüfer*in, Apotheker*in)
Industrie, Handel (z.B. Banken, Versicherungen, Gast- und Verkehrs-
gewerbe)
Handwerk
Öffentlicher Dienst
Landwirtschaft
Insgesamt
2019
Münster NRW
20192020 20202021 20212022 20222023 2023
26,1
21,9
26
28,3
29,1
26,8
25,4
26,8
30,3
29,7
16
8,8
17,2
23,2
5,2 7
6,5 9
10,1
31,5
23,9
33,4
31,2
28,8 28,5 28,2
29,2
32,2
29,2
21,7
18,2
22,4
24,8
26
22,6
21,7
23,1
26,3
26,6
35,8
29,7
24,6
32,8
25,1
26,6
26,3
25,3
26,8
7,7
37,8
31,3
34,4
38,9
38,6 37,8
34,2
35,6
40,3
38,5
VERTRAGSLÖSUNGSQUOTE:
Die Vertragslösungsquote gibt an, wie hoch der Anteil der im Berichtsjahr vor-
zeitig gelösten Ausbildungsverträge an den neu abgeschlossenen Verträgen ist.
Sie wird nach dem BIBB-„Schichtenmodell“ berechnet. Es werden hierbei Teilquoten
berechnet, bei denen die Anzahl der vorzeitig gelösten Ausbildungsverträge jeweils auf
die entsprechende Anzahl der begonnenen Verträge des jeweiligen Beginnjahres bezogen
werden. Man kann die Lösungsquote als einen Näherungswert für den Anteil der im Berichts-
jahr begonnenen Verträge interpretieren, die im Berichtsjahr oder später gelöst werden. Sie
lässt also einen Rückschluss zu, wie viele abgeschlossene Ausbildungsverträge, bezogen auf
die gesamte Ausbildungszeit, vorzeitig gelöst wurden/werden. Dabei ist eine Vertragslösung
nicht gleichzeitig ein endgültiger Abbruch der dualen Berufsausbildung und kann sowohl
seitens des Betriebs als auch durch Auszubildende erfolgen. Eine Vertragslösung kann zudem
im Zusammenhang mit einem Wechsel des Ausbildungsberufs oder –betriebs stehen.
SEITE 132 – Datenreport Berufliche Schulen – SEITE 133
Auf den ersten Blick ist auch unter den weiblichen Auszubildenden im Jahr 2020 ein Rückgang der Vertrags -
lösungsquote zu verzeichnen, was möglicherweise auf den Beginn der COVID-19-Pandemie zurückzuführen
ist. Die für Münster in der Gesamtbetrachtung auffallenden Ausbildungsbereiche „Handwerk“, „Öffentlicher
Dienst“ und „Landwirtschaft“ sind auch unter den weiblichen Auszubildenden die Ausbildungsbereiche mit den
größten Schwankungen in der Vertragslösungsquote.
Im Jahr 2021 werden im Bereich „Handwerk“ rechnerisch 45,2 % der von Frauen begonnenen Ausbildungsver -
träge vorzeitig gelöst bzw. werden näherungsweise noch gelöst. In den Folgejahren fällt die Quote im Bereich
„Handwerk“ zwar wieder unterhalb des NRW-Niveaus, bleibt aber weiterhin unter den weiblichen Auszubilden-
den der Ausbildungsbereich mit einer der höchsten Vertragslösungsquote.
Die Entwicklung im Ausbildungsbereich „Landwirtschaft“ unterscheidet sich hinsichtlich der Gesamtbetrach -
tung dahingehend, dass unter den weiblichen Auszubildenden bereits das Jahr 2021 (nicht erst 2022) den
Tiefststand der Vertragslösungsquote verzeichnet, der Anstieg im Jahr 2023 dafür noch höher ausfällt (38,1 %
statt 32,8 %). Im Jahr 2023 ist unter den weiblichen Auszubildenden der Bereich „Landwirtschaft“ damit der
Ausbildungsbereich mit der höchsten Vertragslösungsquote.
Die in der Gesamtbetrachtung erkennbare Schwankung im Ausbildungsbereich „Öffentlicher Dienst“ ist auch
bei den weiblichen Auszubildenden identifizierbar. Allerdings fällt im Jahr 2023 die Vertragslösungsquote der
weiblichen Auszubildenden im Vergleich zur gesamten Vertragslösungsquote wieder auf 13,8 % ab, während sie
in der Gesamtbetrachtung auf 23,2 % ansteigt.
Erläuterungen/Limitationen:
Der Ausbildungsbereich „Sonstige“ wird aus datenschutztechnischen Gründen nicht dargestellt.
Abb. 100: Vertragslösungsquote weiblicher Auszubildenden
nach Ausbildungsbereichen im Vergleich Münster - NRW im Zeitverlauf
Quelle: IT.NRW, Berufsbildungsstatistik, Stichtag 31.12.
Quelle: IT.NRW, Berufsbildungsstatistik, Stichtag 31.12.
45
40
35
30
25
20
15
10
5
0
Bei den männlichen Auszubildenden sind die Entwicklungen in den Ausbildungsbereichen „Freie Berufe“, „Land-
wirtschaft“ und „Öffentlicher Dienst“ auffällig. Während im Bereich „Freie Berufe“ im Jahr 2020 – gemessen an
den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen – nur wenige Personen ihren Ausbildungsvertrag lösen (15,2 %),
steigt der Anteil im Jahr 2021 sprunghaft auf 50,2 % an. Im Jahr 2023 liegt die Vertragslösungsquote dann wieder
unterhalb der Quote für ganz NRW. Der Ausbildungsbereich „Landwirtschaft“ fällt hinsichtlich der Vertragslö -
sungsquote der männlichen Auszubildenden insbesondere im Jahr 2022 auf. Hier fällt die Quote ab und liegt
unterhalb der NRW-Quote (Münster: 19,5 %; NRW: 24 %). Die Vertragslösungsquote der männlichen Auszubil -
denden im Ausbildungsbereich „Öffentlicher Dienst“ unterscheidet sich von den weiblichen Auszubildenden
in Münster sowie von den männlichen NRW-Auszubildenden. Seit 2021 steigt die Vertragslösungsquote unter
den männlichen Auszubildenden bis im Jahr 2023 auf 35,1 % an und liegt damit deutlich über der Quote der
weiblichen Auszubildenden in Münster (13,8 %) sowie der männlichen Auszubildenden in NRW (11,8 %). Somit
ist der Anstieg unter den männlichen Auszubildenden ursächlich für den Anstieg in der Gesamtdarstellung.
2019 20192020 20202021 20212022 20222023 2023
25,7
20,2
25,5
27,8 28
26,1
25,3
26,5 29,7
13,2
10
18,6
13,8
4,5
6,4 6,2 8,1 9
31,5
24,8
31,7
30,1 29,8
28,3 28,2 29
31,6
29
22
15,9
20,9
26,6 26,8
22,9
22,5
23,9
27,3 27,2
36,6
23
11
12,1
38,1
24,4
31,2 31,4 30,3
29,5
9,4
38 35,7
45,2
36,2
36,6
41,1
36,9
38
42,3
41,8
28,9
Abb. 101: Vertragslösungsquote männlicher Auszubildenden
nach Ausbildungsbereichen im Vergleich Münster - NRW im Zeitverlauf
45
40
35
30
25
20
15
10
5
0
2019 20192020 20202021 20212022 20222023 2023
2,9
6,3 8
7
10,3
11,815
35,1
20,5
6,6
21,5
19,8
23,4
23,6 25,6
22,5 21,3
22,7
25,8 26,326,5
23,2
26,4 28,6
29,8
27,3
25,4
26,9
30,7
30,1
29,7
15,2
50,2
42,7
30,5
28,7
31,4
38,3
31,1
20,8
35,3
32,6
31,6
19,5
30,1
25,3
25,5
25
24
26
37,9
30,1
31,5
39,7
39,1 37,2
33,6
35,1
39,9
37,7
Münster
Münster
NRW
NRW
Freie Berufe (z.B. Steuerberater*in, Wirtschaftsprüfer*in, Apotheker*in)
Industrie, Handel (z.B. Banken, Versicherungen, Gast- und Verkehrs-
gewerbe)
Handwerk
Öffentlicher Dienst
Landwirtschaft
Insgesamt
SEITE 134 – Datenreport Berufliche Schulen – SEITE 135
Wie hoch ist die Erfolgsquote bei der Teilnahme an
Abschlussprüfungen der dualen Berufsausbildung?
Die Zahl an Abschlussprüfungen bleibt im Zeitverlauf recht konstant, auch wenn das Jahr 2023 die im betrach-
teten Zeitraum geringste Anzahl verzeichnet (2283 Abschlussprüfungen). Dabei bleibt die Erfolgsquote der
Auszubildenden an Abschlussprüfungen der dualen Berufsausbildung stets über 90 %.
Da sich in Münster mehr Männer als Frauen in einer dualen Berufsausbildung befinden (siehe Kapitel B.6.b.)
und auch mehr Männer als Frauen eine duale Berufsausbildung beginnen (siehe Kapitel B.6.c), nehmen auch
mehr Männer als Frauen an Abschlussprüfungen teil. Weibliche Auszubildende haben bei der Teilnahme an Ab-
schlussprüfungen der dualen Berufsausbildung im betrachteten Zeitverlauf stets eine höhere Erfolgsquote als
männliche Auszubildende.
2019 2020 2021 2022 2023
2370 2433 2445 2436
2283
Teilnahmen an bestandenen Abschlussprüfungen
Teilnahmen an nicht bestandenen Abschlussprüfungen
Erfolgsquote
186 210
2184 2223 2205
240 225
2211
207
2076
1236
1134
1344
1089
1371
1071
1392
1041
1332
951
2019 2020 2021 2022
weibl. weibl. weibl. weibl.männl. männl. männl. männl.
2023
weibl.männl.
99
87
138
1137
1047
1206
72
1017
153
1218
84
987
150
1242
72
969
141
1191
66
885
100%
90%
80%
70%
60%
50%
40%
30%
20%
10%
0%
93,1%
89,4%
93,1%
89,2%
92,2%
88,8%
93,4%
89,7%92,3%92%92,2% 91,4% 90,2% 90,8% 90,9%
ABB. 102: Anzahl und Erfolgsquote von Abschlussprüfungen im Zeitverlauf ABB. 103: Anzahl und Erfolgsquote von Abschlussprüfungen nach Geschlecht im Zeitverlauf
3000
2500
2000
1500
1000
500
0
1600
1400
1200
1000
800
600
400
200
0
100%
90%
80%
70%
60%
50%
40%
30%
20%
10%
0%
Quelle: Berufsbildungsstatistik, Stichtag 31.12. (Rundung auf Vielfaches von 3)
Quelle: Berufsbildungsstatistik, Stichtag 31.12. (Rundung auf Vielfaches von 3)
SEITE 136 – Datenreport Berufliche Schulen – SEITE 137
Mit Blick auf die Erfolgsquoten hinsichtlich der schulischen Vorbildung scheinen die Auszubildenden ohne
Schulabschluss, mit einem Hauptschulabschluss und mit einem im Ausland erworbenen Abschluss einem er -
höhten Risiko ausgesetzt, die Abschlussprüfungen der dualen Berufsausbildung nicht erfolgreich zu bestehen.
Dabei nimmt die Erfolgsquote von Personen ohne Schulabschluss im Zeitverlauf stark ab, sodass im Jahr 2023
etwas mehr als jede zweite Person ohne Schulabschluss ihre Abschlussprüfung besteht.
ABB. 104: Erfolgsquoten von Abschlussprüfungen nach schulischer Vorbildung im Zeitverlauf
Quelle: Berufsbildungsstatistik, Stichtag 31.12. (Rundung auf Vielfaches von 3)
100
95
90
85
80
75
70
65
60
55
50
100%
96,5%
96,3% 96,1% 96,1%
96,8%
83,3%
72,0% 69,0%
70,0%
56,3%
88,3% 88,7% 89,0% 88,5% 88,7%
77,5% 77,1%
68,8% 70,2%
71,6%
2019 2020 2021 2022 2023
im Ausland erworbener Abschluss,
nicht zuzuordnen
Fachoberschulreife
Hoch-/Fachhochschulreife
ohne Hauptschulabschluss
Hauptschulabschluss
72,7%
66,7%
81,8%
69,2%
IMPRESSUM
Herausgebend:
Stadt Münster
Amt für Schule und Weiterbildung
Abteilung Bildungsmanagement
Fachstelle Bildungsbüro
Sachgebiet Übergang Schule-Beruf /
Kommunale Koordinierungsstelle KAoA
Ausarbeitung und Ansprechpartner:
Eike Klausing
klausing@stadt-muenster.de
Unter Mitwirkung der Mitarbeitenden
der Kommunalen Koordinierungsstelle
Fotohinweise:
Seiten 01, 03, 06, 18, 20, 29, 35, 36, 46, 49, 61, 63, 65, 67,
69, 76, 78, 87, 95, 96, 109, 122, 12, Fotos: Envato Elements
Seite 04, Foto: Presseamt Münster / Angelika Klauser,
Seite 137, Foto: Presseamt Münster / Patrick Schulte
Design: HEIDER DESIGN, Münster
Druck: Stadt Münster
1. Auflage, Stückzahl 200
Veröffentlichung: Mai 2025
Berichtsvorlage
21642 Zeichen
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V/0313/2025
Öffentliche Berichtsvorlage
Betrifft
Datenreport zum Übergangsgeschehen an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen in
Münster
Beratungsfolge
03.06.2025 Ausschuss für Gleichstellung Bericht
11.06.2025 Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Verbraucherschutz und Ar-
beitsförderung
Bericht
17.06.2025 Ausschuss für Schule und Weiterbildung Bericht
17.06.2025 Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Be-
hinderungen
Bericht
25.06.2025 Integrationsrat Bericht
26.06.2025 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Bericht
Bericht:
Einführung
Der Übergang von der Schule in den Beruf stellt für junge Menschen die zentrale Weiche für ihren
weiteren Lebensweg. Interessen und Kompetenzen entwickeln sich bereits im frühen Kindesalter und
werden durch Umwelt und Bildungseinrichtungen stetig ausgebaut. In der Schule haben die Jugendli-
chen ab Klasse 8 die Möglichkeit, ihre Potenziale zu reflektieren und passende Berufsfelder kennen-
zulernen. Im besten Fall geht der Berufsorientierungsprozess in eine klare Entscheidungsfindung
über – verbunden mit einer Offenheit für neue Anforderungen der Arbeitswelt und die Motivation zum
lebenslangen Lernen. Tatsächlich verlassen indes zu viele Schüler*innen die Schule ohne Abschluss
und ohne greifbare Anschlussperspektive. Und auch interessant: Je höher der angestrebte Schulab-
schluss, desto schwerer fällt den Heranwachsenden die Entscheidung für eine Ausbildung oder ein
Studium.
Ein in Zahlen messbarer, erfolgreicher – meint in eine sichere Anschlussperspektive mündender –
Übergang von der Schule in den Beruf ist ein Indikator für eine synergetisch abgestimmte kommunale
Bildungslandschaft. Sie beschreibt die Gesamtheit aller formalen, non -formalen und informellen Bil-
dungsangebote innerhalb einer Kommune, die durch eine enge Zusammenarbeit der beteiligten Insti-
tutionen und Agierenden gestaltet wird. Kommunen stehen vor der Herausforderung, einen zeitge-
mäßen Bildungs- und Lebensort rechtskreisübergreifend zu organisieren, um Lösungen für derzeitige
und zukünftige Herausforderungen im Bildungswesen und insbesondere für den Übergang Schule -
Beruf zu finden.
Amt für Schule und
Weiterbildung
22.05.2025
Ihr/e Ansprechpartner/in:
Herr Klausing
Telefon: 492-4003
Klausing@stadt-muenster.de
- 2 -
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Dabei kommt dem Übergangsmanagement in Zeiten des Fach - und Arbeitskräftemangels eine be-
sondere Relevanz zu. Nach wie vor verlassen Schüler*innen die Schule ohne Abschluss und/oder
ohne konkreten Anschluss. Hiermit geht nicht nur ein erhöhtes Risiko für einen misslungenen Über-
gang und für ein zukünftig prekäres Beschäftigungsverhältnis einher, auch steht dem Arbeitsmarkt
diese Personengruppe als dringend benötigte Fachkräfte nicht zur Verfügung.
Ein Monitoring des Übergangsgeschehens bildet die Grundlage für die Steuerung der zahlreichen
Angebote und relevanten Prozesse. Es hilft dabei, die notwendigen Erkenntnisse zu gewinnen und
entsprechende Handlungsbedarfe zu identifizieren. Ein münsterspezifischer Blick auf die Daten zu
Ab- und Übergängen von der Sekundarstufe I gilt seit der ersten Veröffentlichung eines datenbasier-
ten Berichts zum Übergang Schule-Beruf im Jahr 2015 als etabliert. Weiterführend sind die Berufskol-
legs und -schulen als System mit großer Nähe zur Berufs - und Arbeitswelt ein zentraler Ort für die
berufliche Qualifizierung und das Erlangen von allgemeinbildenden Schulabschlüssen. Ein datenge-
stützter Blick in diese wichtigen Bildungsbereiche ist für eine Gestaltung von förderlichen Rahmenbe-
dingungen, sowohl im schulisch en als auch nachschulischen Bereich, richtungsweisend und hand-
lungsleitend.
Ausgangslage
Für die Stadt Münster verantwortet das Sachgebiet „Übergang Schule -Beruf“ in der Abteilung Bil-
dungsmanagement des Amtes für Schule und Weiterbildung die Themenfelder rund um die Berufliche
Orientierung und Übergangsgestaltung. Seit 2013 ist hier die Kommunale Koordinierungsstelle des
NRW-Übergangssystems „Kein Abschluss ohne Anschluss“ (KAoA) angesiedelt. Zudem ist die Koor-
dinierungsstelle verantwortlich für die Organisation und Begleitung von schulischen und außerschuli-
schen Projekten sowie die Werkstattschule (ehemals Stadtteilwerkstatt Nord). Das schließt seither
auch die Aufgaben der Jugendberufshilfe nach §13 SGB VIII ein.
Das Landesprogramm KAoA ist mittlerweile landesweit fest verankert. Alle Schüler*innen ab Klasse 8
durchlaufen unabhängig von der besuchten Schulform verschiedene aufeinander aufbauende Stan-
dardelemente zur Berufsorientierung. Die Zusammenarbeit der Verantwortungsgemeinschaft zwi-
schen Kammern, Bundesagentur für Arbeit, Jobcenter, Schulen und Schulaufsicht ist etabliert. Die
von allen Partnerinnen und Partnern befürwortete stärkere individuelle, rechtskreisübergreifende Be-
ratung und Begleitung durch eine Jugendberufsagentur wurde indes bislang nicht umgesetzt.
Die Verwaltung hat zuletzt im Jahr 2021 mit der Vorlage V/0548/2021 über Strategien und Maßnah-
men im Übergang Schule-Beruf berichtet. Die Ausrichtung des dort eingebrachten Berichts und die
Handlungsempfehlungen standen wesentlich unter dem Eindruck der COVID-19-Pandemie und deren
Auswirkungen auf die Schüler*innen. Seither ist auf Grund einer Stellenvakanz und der erfolgten
Neukonzeption kein neuer Datenbericht erstellt und veröffentlicht worden.
Aktueller Stand im Sachgebiet „Übergang Schule-Beruf“
KAoA stellt die Systematisierung der schulischen Berufsorientierung sowie der (kommunalen) Über-
gangsgestaltung sicher. Das NRW -Übergangssystem ist leitend für alle weiteren Aktivitäten der Ver-
antwortungsgemeinschaft. Seit Einführung von KAoA hat sich die Ausgangssituation bei vielen Ju-
gendlichen als auch die von Schulen und Unternehmen gewandelt. Diese gilt es fortlaufend zu identi-
fizieren und die kommunale Bildungslandschaft um passgenaue Angebote und Strukturen zu erwei-
tern.
Vermehrt richten zusätzliche Initiativen des Landes wie die Fachkräfteoffensive NRW den Blick auf
das Übergangsgeschehen und erfolgte Übergänge an den zahlreichen Schnittstellen der Bildungsket-
te. Die Notwendigkeit, allen Schüler*innen eine passende und qualitativ hochw ertige Anschlussper-
spektive zu ermöglichen und Unterstützungsnotwendigkeiten zu eruieren, ist mit Blick auf das virulen-
te Thema des Fachkräftemangels mehr denn je angezeigt. Die Kommunale Koordinierungsstelle im
Sachgebiet „Übergang Schule-Beruf“ übernimmt hier eine aktive Rolle.
- 3 -
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„Gemeinsam.Stark.VorOrt“ (GSVO)
Im Jahr 2023 startete die Kommunale Koordinierungsstelle das Kooperationsprojekt „Gemein-
sam.Stark.VorOrt“ (GSVO) mit dem Fokus auf das Übergangsgeschehen von der Sekundarstufe I in
die Sekundarstufe II der Berufskollegs und Berufsschulen. Am 09.04.2024 wurde hierzu im Aus-
schuss für Schule und Weiterbildung in einer mündlichen Mitteilung berichtet (siehe auch die Nieder-
schrift zu dieser Sitzung nebst zugehöriger Anlage). Gemeinsames Ziel ist es, Koope rationen und
Absprachen zwischen den Beteiligten im Übergangsprozess auszubauen, um Schüler*innen frühzei-
tig mit einem optimierten Beratungs- und Unterstützungsangebot zu erreichen. Ein Ergebnis des Pro-
zesses ist ein zeitgleich stattfindender Informations- und Beratungstag an allen städtischen Berufskol-
legs in Münster.
Werkstattschule
Eine spezifische Zielgruppe, schulabsente Jugendliche im 9. und 10. Schulbesuchsjahr, adressiert die
Werkstattschule Münster, die ein weiterer Bestandteil des Sachgebiets „Übergang Schule-Beruf“ ist.
Mit einer Kombination aus Werkstattarbeit in den Bereichen Metall, Friseur und Gastronomie, praxis-
orientiertem Unterricht und sozialpädagogischer Begleitung werden die Schüler*innen auf einen schu-
lischen Abschluss und einen später en Übergang in den Beruf vorbereitet. Die sozialpädagogische
und schulpsychologische Begleitung unterstützt und fördert die Teilnehmenden individuell bei ihrem
Verhalten in sozialen Bezügen, der Krisenbewältigung, persönlicher Lebensplanung und Berufsorien-
tierung.
Kommunale Projektförderung
Ein weiteres Handlungsfeld im Sachgebiet „Übergang Schule-Beruf“ ist die kommunale Projektförde-
rung, die nach der Jugendberufshilfe gemäß §13 SGB VIII eine Ergänzung zu den bestehenden An-
geboten und Instrumenten in KAoA darstellt. Das Instrument fördert Angebote für schulpflichtige Ju-
gendliche ab Klasse 8 und im Übergang Schule-Beruf ohne vorrangige Fördermöglichkeiten nach den
SGB-Rechtskreisen II und III, die
einen Förderbedarf haben
sozialbenachteiligt sind
die Schule nicht regelmäßig besuchen
abschlussgefährdet sind
eine Migrationsvorgeschichte besitzen
keine schulische oder berufliche Anschlussperspektive haben oder
aktuell noch nicht ausbildungsfähig sind.
Es wird deutlich, dass der kommunale Auftrag, den Übergang Schule-Beruf zu gestalten, nicht Aufga-
be eines Amtes ist und sein kann. Wie in kaum einem anderen Bereich gilt es ämter-, dezernats- und
institutionsübergreifend zu agieren. Neben der Stadt Münster und den Schulen sind insbesondere die
Schulaufsicht, die Bundesagentur für Arbeit, die Wirtschaft und die Kammern sowie die Hochschulen
und viele weitere Beteiligte notwendig und in den Prozess eingebunden. Das Ziel dabei ist die Ent-
wicklung von passgenauen Angebotsstrukturen. Auf Grund der Vielzahl an beteiligten Institutionen,
Zuständigkeiten und Schnittstellen bedarf es hierbei der zentralen Koordination, die bei der Kommu-
nalen Koordinierungsstelle im Amt für Schule und Weiterbildung liegt.
Mithilfe einer datenbasierten Situationsanalyse werden für die gemeinsa me Arbeit am Übergang
Schule-Beruf Spezifika sichtbar und Handlungsfelder definiert. Neben der Quantität von Übergängen
in bestimmte Sektoren oder Bildungsbereiche ist perspektivisch die Qualität von erfolgten und zukünf-
tigen Übergängen verstärkt in den Fokus zu rücken. So lassen sich kommunale Rahmenbedingungen
für nachhaltige und erfolgreiche Übergänge junger Menschen gestalten und sichern. Die Verwaltung
verfolgt daher in der nächsten Förderperiode 2026-2027 neben den Regelaufgaben folgende Ziele:
Sicherung und Weiterentwicklung der Kooperationsstrukturen mit Partnerinstitutionen in KAoA
(Operatives Netzwerk KAoA, Lenkungskreis Übergang Schule-Beruf)
Weiterentwicklung des Kooperationsprojekts GSVO zwischen abgebenden und aufnehmen-
den Schulen in Münster
- 4 -
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verstärkte Berücksichtigung des Aufgabenfelds der Fachkräftesicherung
Einbindung der kommunalen Projektförderung nach §13 SGB VIII in eine mit den Rechtskrei-
sen SGB II und SGB III abgestimmte modulare Angebots- und Förderkette
Ausbau der bestehenden rechtskreisübergreifenden Zusammenarbeit zu einer Jugendberufs-
agentur
Weiterentwicklung von Formaten der datenbasierten Berichterstattung (z.B. Dashboard, The-
men-Kurzberichte) und Datenquellen/-qualität
Überführung des Anmeldesystems für weiterführende Schulen SchülerOnline in das Onlinezu-
gangsgesetz-konforme System „schulbewerbung.de“.
Zielsetzung der Berichte zum Übergangsgeschehen in Münster
Die vorliegenden Datenberichte sind im Rahmen eines systematischen Bildungsmonitorings einzu-
ordnen und dienen als Instru ment einer Situationsanalyse des Übergangsgeschehens und dessen
Entwicklung in Münster. Dabei ist Bildungsmonitoring als „[…] ein kontinuierlicher, überwiegend da-
tengestützter Beobachtungs- und Analyseprozess des Bildungssystems insgesamt sowie einzelner
seiner Bereiche bzw. Teile zum Zweck der Information von Bildungspolitik und Öffentlichkeit über
Rahmenbedingungen, Verlaufsmerkmale, Ergebnisse und Erträge von Bildungsprozessen […]“ 1 zu
verstehen. Die Berichterstattung ist ein Produkt eines solchen Bildungsmonitorings. Ein kommunaler
Bildungsbericht soll „[…] eine bildungsbereichsübergreifende, indikatorgestützte, problemorientierte
und auf Entwicklungen im Zeitverlauf angelegte (Gesamt-)Darstellung über die Situation von Bildung
auf kommunaler Ebene und i n den einzelnen Gemeinden bzw. Stadtteilen […]“ 2 liefern. Dabei bein-
haltet eine Bildungsberichterstattung nicht per se politische Handlungsempfehlungen, sondern liefert
zuvorderst eine datengestützte Situationsanalyse. Das Ableiten von Maßnahmen zur Qualit ätsent-
wicklung und -sicherung aus den Daten und Befunden des Monitorings ist Aufgabe des Bildungsma-
nagements.3
Die Berichte zum Übergangsgeschehen in Münster sind somit Teil eines datenbasierten Übergangs-
managements. Ziel ist es, für die Beteiligten eine Grundlage für Analysen und Diskussionen bereitzu-
stellen, um weiterführende Handlungsbedarfe und Maßnahmen der Übergangsgestaltung abzuleiten.
Dabei wurden die Berichte konzeptionell auf Grundlage des Anwendungsleitfadens für den Aufbau
eines kommunalen Bildungsmonitorings4 und des dortigen Indikatormodells überarbeitet. Dies sichert
eine nachhaltige Berichterstattung, die sodann für weitere Themenbereiche eines kommunalen Bil-
dungsmonitorings anschlussfähig ist.
Aufbau der Berichte zum Übergangsgeschehen
Bei der Berichterstellung wurde eine thematische Zweiteilung vorgenommen. Der eine Teil befasst
sich mit den Übergängen und Abschlüssen von den allgemeinbildenden Schulen und dockt damit
inhaltlich an die Berichte der Vorjahre an. Die Datengrundlage lief ert wie in der Vergangenheit das
digitale Schulanmeldetool SchülerOnline. Der andere Teil – und diese Perspektive liegt zum ersten
Mal in dieser Qualität und Vollständigkeit vor – stellt das Übergangsgeschehen an den beruflichen
Schulen in Münster, gemeinsam mit Grundinformationen zu u.a. Bildungsabschlüssen und sozialver-
sicherungspflichtig Beschäftigten, dar. Die beruflichen Schulen in Münster sind mit über 17.000 Schü-
lerinnen und Schülern (Schuljahr 2024/2025) ein nominell großer Bildungsbereich. Bedenkt man zu-
sätzlich ihre wichtige Funktion sowohl für die berufliche Qualifizierung als auch für den Erwerb von
(höherwertigen) Schulabschlüssen, ist ein dezidierter Blick auf diesen Bildungsbereich lohnenswert.
1 Projektteam „Kommunales Bildungsmonitoring“ des Deutschen Institut für Internationale Pädagogische For-
schung (2011): Wie erstellt man einen kommunalen Bildungsbericht. Handreichung; Bonn, S.7.
2 ebd.
3 Vgl. ebd., S.7ff.
4 Konsortium Bildungsmonitoring (20 20): Anwendungsleitfaden für den Aufbau eines kommunalen Bildungsmo-
nitorings; Wiesbaden, Stuttgart und Bonn.
- 5 -
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Beide Berichte beinhalten zu Beginn jeweils die Ergebnisse in Kurzform und erste Handlungsbedarfe.
Die Grundstruktur des Datenreports lehnt sich an das Prozess -Kontext-Modell des Anwendungsleit-
fadens für kommunales Bildungsmonitoring und den dort zugeordneten Themenbereichen Bildungs-
beteiligung/-teilnahme, Übergänge und Abschlüsse an. Die Berichte sollen durch die Aufteilung und
Struktur zielgruppenschärfer und schlanker sein sowie im Ergebnis eine praktische Hilfe darstellen,
um auf dieser Grundlage gemeinsam mit den Schulen und weiteren Beteiligten relevante Handlungs-
bedarfe im Sinne einer Qualitätssicherung und -entwicklung zu diskutieren.
Handlungsbedarfe
Im Folgenden die Handlungsbedarfe in Kurzform aus dem Bericht zum Übergangsgeschehen
an allgemeinbildenden Schulen
1. Der Aufbau und die Entwicklung eines nutzerspezifischen Datenberichtsformats für das Über-
gangsgeschehen in Münster in Form eines Dashboards.
2. Das Nachhalten der Schulpflicht mit einer flächendeckenden und vollständigen Nutzung von
SchülerOnline durch die abgebenden Schulen. Mithilfe ein es jährlichen Austauschformats
zwischen Einzelschule und Schulverwaltung auf Grundlage eines datengestützten Schulre-
ports können qualitative Erkenntnisse gewonnen und Maßnahmen entwickelt werden, die die
Rahmenbedingungen für die Abgangsschüler*innen und d ie Vorbereitungen auf den anste-
henden Übergang im Blick haben. Gleichzeitig lässt sich auf diesem Weg die Datenqualität in
SchülerOnline verbessern. Auf Grund der Datenlage sollte der Start mit Realschulen, der
PRIMUS-Schule und den Förderschulen erfolgen.
3. Die Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen den abgebenden und den aufnehmenden
Schulen nach Vorbild des Kooperationsprojekts GSVO der Kommunalen Koordinierungsstelle.
Im GSVO-Projekt liegt im Jahr 2025 ein Fokus – nicht zuletzt auf Grund der dargestellten Da-
tenlage – verstärkt auf dem Übergangsgeschehen zwischen Förderschulen und beruflichen
Schulen. In diesem Kontext und erweitert um den Blick auf Schüler*innen im Gemeinsamen
Lernen steht die im Herbst 2025 geplante Ausrichtung eines Fachtags zum Them a „Inklusive
Berufsorientierung und Übergangsgestaltung“ an.
4. Eine detailliertere und zielgruppenspezifische Analyse der Situation am Übergang Schule -
Beruf und damit einhergehenden Berichtsformaten. Mögliche Zielgruppen sind u.a. Jugendli-
che mit Fluchtkontext oder schulabsentem Verhalten. In diesem Zuge gilt es zudem, das im
Jahr 2022 initiierte Gesamtkonzept Schulabsentismus evaluativ weiterzuentwickeln.
5. Die Fortführung und Intensivierung der rechtskreisübergreifenden Zusammenarbeit im Sinne
einer Jugendberufsagentur als Kooperationsbündnis zwischen dem Amt für Schule und Wei-
terbildung, der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter. In diesem Zusammenhang ist auch die
Weiterentwicklung der kommunalen Projektförderung im Sachgebiet „Übergang Schule-Beruf“
angezeigt. Im Hinblick auf sich verändernde Bedarfslagen von Teilnehmenden in Unterstüt-
zungsangeboten und einer hieraus resultierenden Neujustierung solcher Angebote bedarf es
eines regelmäßigen Austauschformats mit freien Trägern der Jugendberufshilfe.
Im Folgenden die Handlungsbedarfe in Kurzform aus dem Bericht zum Übergangsgeschehen
an beruflichen Schulen
1. Eine zielgruppenspezifische Analyse des Übergangsgeschehens, insbesondere von Schüle-
rinnen und Schülern in Internationalen Förderklassen und Fit -Für-Mehr-Klassen und von
Schülerinnen und Schülern mit Förderbedarf, die in die Ausbildungsvorbereitung einmünden.
2. Die tiefergehende Datenanalyse der Bildungsgänge auf Ebene der einzelnen Fachbereiche/-
richtungen und Berufsfelder, um eine differenzierte Analyse der Ursachen von Entwicklungen
der übergeordneten Teilbereiche bzw. Bildungsgänge zu ermöglichen. Damit einher geht die
Entwicklung eines Berichtsformats, optimalerweise in Form eines Dashboards.
- 6 -
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3. Die beobachtbaren Schwankungen in den Ausbildungsvertragslösungen sollen weitergehend
eruiert und die Rahmenbedingungen von Berufsausbildung analysiert werden, um die Gründe
für Vertragslösungen zu erschließen und Möglichkeiten der Prävention zu entwickeln.
4. Zugleich ist der Fokus auf Unterstützungsmöglichkeiten bei Ab schlussprüfungen der dualen
Berufsausbildungen zu setzen, da je nach allgemeinbildendem Schulabschluss unterschiedli-
che Erfolgsquoten vorliegen.
5. Bei der Vorbildung von Bewerbenden und neuen Auszubildenden ist eine leichte Tendenz zu
einem niedrigeren Schulabschluss als die (Fach-)Hochschulreife erkennbar – auch wenn nach
wie vor etwa jede zweite Person die Hoch - oder Fachhochschulreife besitzt. Hier scheint ein
Blick auf die Auswirkungen dieses Befundes und dieser Entwicklung auf Betriebe und Auszu-
bildende lohnenswert.
6. Nach wie vor bestehen Unterschiede bei der Wahl von Ausbildungsberufen zwischen männli-
chen und weiblichen Bewerbenden und Auszubildenden. Informationsangebote wie Ausbil-
dungsbotschafter*innen sollten ausgebaut werden, um Wege in vermeintlich geschlechterun-
typische Ausbildungsbereiche aufzuzeigen.
7. Für die ausgemachten Handlungsbedarfe und deren Bearbeitung bedarf es eines intensiven
Austausches mit Vertreterinnen und Vertretern von Kammern und Ausbildungsbetrieben, als
auch mit Vertreterinnen und Vertretern der beruflichen Schulen. Die im Datenreport rein quan-
titativen Ergebnisse können so der konkreten Situation vor Ort gegenübergestellt und um qua-
litative Erkenntnisse ergänzt werden.
Ausblick
Die Berichte zum Übergangsgeschehen an allgemein bildenden und beruflichen Schulen in Münster
zeigen konkrete Ansatzpunkte auf, die die Arbeit der Verwaltung und der weiteren Beteiligten in der
Verantwortungsgemeinschaft am Übergang Schule-Beruf in der Stadt Münster unterstützen. Zugleich
liefert die Veröffentlichung der Berichte den Diskussionen und Entwicklungen rund um den Übergang
Schule-Beruf eine datenbasierte Grundlage. Hieran anschließend bieten die Berichte eine Orientie-
rung für die (Weiter-)Entwicklung von Angeboten und Beratungsstrukturen sowie einen Überblick über
aktuelle Entwicklungen und Trends. Es gilt weiterhin, mit den verschiedenen Beteiligten weitere
Handlungsbedarfe, Erkenntnislücken und Maßnahmen auszumachen und gemeinsam an einer Quali-
tätssicherung und -entwicklung im Übergang Schule-Beruf in Münster zu arbeiten.
Die umfangreichen Berichte (Anlage 1 und 2) stehen ausschließlich als pdf-Dateien im Ratsinformati-
onssystem der Stadt Münster als Download unter der Vorlagennummer V/0313/2025 zur Verfügung.
https://www.stadt -muenster.de/sessionnet/sessionnetbi/info.php
I. V.
Gez.
Thomas Paal
Stadtdirektor
Anlagen:
Anlage A
Anlage 1: Bericht Allgemeinbildende Schulen
Anlage 2: Bericht Berufliche Schulen
Anlage A
2734 Zeichen
Anlage A zur V/0313/2025 Kurzüberblick Die vorliegenden Datenberichte sind im Rahmen eines systematischen Bildungsmonitorings ein- zuordnen und dienen als Instrument einer Situationsanalyse des Übergangsgeschehens und dessen Entwicklung in Münster für die allgemeinbildenden und beruflichen Schulen. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Mit der Vorlage werden folgende Ziele verfolgt: Wir werden eine der führenden Bildungs-, Wissenschafts-, Forschungs- und Entwick- lungsstandorte in Europa; wir werden als Wirtschaftsstandort die Stadt des dynamischen Mittelstandes in Nordrhein- Westfalen; wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Erlebnisqualität weiterentwi- ckeln: o mit hoher Umwelt- und Naturqualität o mit breitem Freizeit- und Sportangebot o mit hohem Wohnwert, Familienfreundlichkeit und sozialer Balance in der Stadtge- sellschaft. Teilziel ist die Weiterentwicklung der kommunalen Bildungslandschaft mithilfe des Datenbasierten Kommunalen Bildungsmanagements (DKBM); hier im Schwerpunkt Übergang Schule-Beruf. Zielerreichung: Das DKBM ist im Übergang Schule-Beruf eingeführt und soll verstetigt werden. Die durch das DKBM/hier Übergangsbericht ermittelten Handlungsbedarfe werden von interkom- munalen und rechtskreisübergreifenden Netzwerken aufgegriffen und in Aktivitäten zur Anhebung von Chancengleichheit und Teilhabe am Ausbildungs- und Arbeitsmarkt überführt. Damit wird auch ein Beitrag zur Teilhabe an der Stadtgesellschaft und zur Wirtschaftskraft der Kommune geleistet. Die Weiterentwicklung der kommunalen Bildungslandschaft nimmt auch informelle und nonforma- le Lernmöglichkeiten in den Blick. Somit wird auch die Lebens- und Erlebnisqualität in Münster befördert. Finanzierung Produktgruppe: Nr. der PG Bezeichnung der PG Auswirkungen auf den Ergebnisplan Ja Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja Nein Im beschlossenen (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja Nein teilw. Im Entwurf des (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja Nein teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? Ja Nein Bereits veranschlagt? Ja Nein Die Höhe der Aufwendungen oder Auszahlungen sind unabhängig von der vorhandenen Mittelbe- reitstellung im Beschlussvorschlag zu nennen. Eine Angabe an dieser Stelle oder bei den Zielen reicht nicht aus. Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig vollständig freiwillig Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Die u. g. Querschnittsthemen werden in allen Bereichen des DKBM berücksichtigt. Gender Migration Inklusion.
Beratungsverlauf (6)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (1)
- Kinderhaus 8
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Details
- Aktenzeichen
- V/0313/2025
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 13.05.2025
- Erstellt
- 06.05.2025 10:02