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3262/2023

Beantwortung einer Anfrage der Fraktion Die Fraktion betr.: "More Moor (wet edition)"

Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss) 20.10.2023

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Nächste Beratung: Ausschuss Klima, Umwelt und Grün, Sitzung am 23.11.2023, TOP 1.2.1

Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)

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Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)

5624 Zeichen

Dezernat, Dienststelle  
VIII/57/571 
 
Vorlagen-Nummer  20.10.2023 
 3262/2023 
Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung  
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Ausschuss Klima, Umwelt und Grün 23.11.2023 
 
Beantwortung einer Anfrage der Fraktion Die Fraktion aus der Sitzung des 
Ausschusses Klima, Umwelt und Grün vom 24.08.2023 (AN/1418/2023) betreffend: 
"More Moor (wet edition)" 
1. Welche Moore in welcher Flächengröße gibt es in Köln? 
Köln ist geologisch kein typischer Moor-Hotspot, dennoch finden sich, vor allem im 
rechtsrheinischen Köln, im Bereich der Bergischen Heideterrasse im Übergang zum 
Rheinisch-Bergischen-Kreis und dem Rhei n-Sieg-Kreis, einige Nieder- und Über-
gangsmoore, die in kleinen Teilen noch erhalten sind oder mittelfristig regenerierbar 
wären.  
Konkrete Flächengrößen für die Moore liegen nicht oder nicht flächenscharf vor (s. 
Antwort zu Punkt 2), da es sich um kleine Flächen innerhalb geschützter, wertvoller 
Feuchtlebensräume handelt. 
 
2. Wie groß ist der Anteil degenerierter (trocken gelegter) Moorflächen? 
Trocken gelegte Moore sind oft nicht ohne weiteres als solche zu erkennen und wer-
den auch in vorhandenen Karten nicht als Moore dargestellt. Außerdem erschweren 
verschiedene Definitionen des Begriffes Moor die Einordnung. 
Flächen mit Potenzial zur Moorentwicklung befinden sich in Lind/Ostgraben, im Kö-
nigsforst, im Merheimer/Brücker Bruch, im Worringer Bruch und im Thurner Wald. Der 
Zustand diese Flächen ist überwiegend degradiert.  
Konkrete Flächengrößen liegen der Stadt aus den o.g. Gründen nicht vor. In Vorberei-
tung zur Beantwortung der Anfrage wurde beim BUND NRW nachgefragt, der sich seit 
einigen Jahren mit der Wiedervernässung der Bergischen Heideterrasse beschäftigt. 
Nach Projektplänen des BUND befinden sich auf Kölner Stadtgebiet ca. 110 ha Moor-
lebensräume (im Dünnwald, Thielenbruch und Königsforst), welche als degradiert an-
zusehen sind und im Laufe der nächsten Jahre durch den BUND wieder vernässt wer-
den sollen. Diese Zahl umfasst jedoch nur die Standorte im Stadtgebiet, die im Rah-
men des Projektes für eine Wiedervernässung ausgemacht wurden (s. Projektbe-
schreibung unter Punkt 3). Die reale Flächengröße degradierter Standorte dürfte noch

2 
 
etwas höher liegen. 
 
3. Wie ist die Lage? Wurden oder werden Maßnahmen zur Wiedervernässung 
untersucht und/oder schon eingeleitet? 
Naturschutzfachliche Maßnahmen zur Wiedervernässung stehen immer im Span-
nungsfeld und Abwägungsprozess gegenüber forstlichen, landwirtschaftlichen, sied-
lungspolitischen oder infrastrukturellen Interessen. 
Insgesamt ist der Bereich der Bergischen Heideterrasse jedoch schon weitestgehend 
unter Schutz gestellt als Naturschutzgebiet (Thielenbruch, Königsforst), als Land-
schaftsschutzgebiet Dünnwalder Wald sowie durch weitere Landschaftsschutzgebiete. 
Es ist darüber hinaus seitens der Stadt Köln geplant den Dünnwalder Wald als neues 
Naturschutzgebiet auszuweisen, um die Flächen damit noch besser schützen und ver-
bessern zu können. 
An konkreten Projekten ist zu nennen: 
 Wiedervernässung Bergische Heideterrasse (Projekt des BUND NRW) 
Im Rahmen eines E+E Forschungsvorhaben wurden 2018 - 2021 in einem ersten 
Schritt geeignete Flächen für eine Wiedervernässung ausgemacht. Seit 2023 nun 
geht ein Folgeprojekt in die Umsetzung einzelner Maßnahmen, konkret aktuell in 
die Verschließung ehemaliger Entwässerungsgräben. https://www.bfn.de/projekt-
steckbriefe/renaturierung-von-moorlebensraeumen-auf-der-bergischen-heideter-
rasse 
 
 Machbarkeitsstudie Wiedervernässung Merheimer/Brücker Bruch 
Seitens der Stadt Köln wurde eine Machbarkeitsstudie für die Wiedervernässung 
des Merheimer/Brücker Bruchs in Auftrag gegeben. Ein noch nicht abschließend 
geprüfter Vorentwurf mit der Darstellung verschiedener Szenarien liegt mittler-
weile vor. Skizziert wurde hier die kleinräumige Entwicklung eines Auenüberflu-
tungsmoores. 
 
Weitere Flächen sind auf ihr Entwicklungspotenzial noch zu überprüfen. Für diese 
Überprüfung ist nicht nur die Bereitstellung entsprechender Gelder notwendig, son-
dern auch die Auswertung geologischer, bodenkundlicher, ggf. abfallrechtlicher, hyd-
rologischer sowie naturschutzfachlicher Grundlagen. Am Beispiel des Merheimer/Brü-
cker Bruchs geschieht dies mit Beauftragung eines Gutachterbüros, welches sich mit 
einer verwaltungsinternen Arbeitsgruppe regelmäßig austauscht. 
 
4. Welche Maßnahmen müssten ergriffen werden, um ein Optimum an Kohlen-
dioxidbindung durch Kölner Moore zu erreichen? 
Prozesse zur Moorentwicklung sind grundsätzlich extrem langsam und komplex. Die 
zunehmend heißen, niederschlagsarmen Sommer stellen darüber hinaus Projekte zur 
Moorentwicklung vor neue Herausforderungen. Gleichzeitig bieten aber auch tempo-
rär überschwemmte Flächen, die keine Moore sind, spezialisierten Tier- und Pflanzen-
arten vielfältige Lebensräume und sind daher ein großer Gewinn beim Erhalt der Bio-
diversität. 
Für eine natürliche Moorentwicklung auf geeigneten Flächen ist eine ausreichende 
Wasserversorgung durch Niederschläge bzw. Grundwasser entscheidend. Durch die

3 
 
Grundwasserfließrichtung vom Bergischen in die Kölner Rheinebene hat die Sied-
lungsentwicklung benachbarter Kreise großen Einfluss auf den Erhalt der Nieder-
schlageinzugsgebiete und die Grundwasserleiter. Dies ist z.B. beim Kalkflachmoor 
Thielenbruch und beim Dünnwalder Wald von großer Bedeutung. Die Einflussmöglich-
keiten der Stadt Köln auf die Siedlungsentwicklung benachbarter Kreise sind oft ge-
ring. 
 
5. Wird das was in Köln? 
Siehe Antworten zu 1. - 4. 
 
 
Gez. Wolfgramm

Beratungsverlauf (1)

23.11.2023 Ausschuss Klima, Umwelt und Grün
TOP 1.2.1 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
3262/2023
Typ
Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
Datum
20.10.2023
Erstellt
12.10.2023 10:30