AN/1213/2024
Konzeption für Störungen auf der Schiene im Kölner Westen
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Sachstandsbericht BV
6886 Zeichen
Dezernat, Dienststelle
I/02-3/0
Vorlagen-Nummer
AN/1213/2024
Stand: 19.11.2024
Sachstandsbericht
Konzeption für Störungen auf der Schiene im Kölner Westen
Gemeinsamer Antrag von Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, CDU-Fraktion, SPD-
Fraktion,
Lothar Müller / Die Linke und Prof. Dr. Klaus Reinartz / FDP
Beschluss: Die Bezirksvertretung regt den Verkehrsausschuss an zu beschließen:
Die Mitglieder der Stadt Köln in den Gremien des Verkehrsverbundes „goRheinland“ auf-
zufordern, sich für Konzepte im Falle von Störungen im Schienennetz der DB InfraGo ein-
zusetzen, damit die Fahrgäste an ihr Zie l kommen und gut informiert werden.
Das Konzept soll einen guten Ersatzverkehr vorsehen – möglichst mit der Schiene bis zur
Störung und nachrangig einen Schienenersatzverkehr mit Bussen.
Zudem sollen die Informationen verbessert werden und in Deutsch und Englisch gegeben
werden.
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Status in Bearbeitung
erledigt
Aktueller Bearbeitungsstand:
Die Verwaltung steht in stetigem Austausch mit dem Zweckverband go.Rheinland, u. a.
auch zum Thema Störungen im Schienensetz und entsprechenden Ersatzkonzepten.
Grundsätzlich setzt sich go.Rheinland nach eigener Aussage gemeinsam mit den Eisen-
bahnverkehrsunternehmen (EVU) und den Eisenbahninfrastrukturunternehmen (EIU) für
eine Verbesserung der Betriebsqualität - auch im Störfall - ein.
Nach Auskunft durch go.Rheinland kann mitgeteilt werden, dass es bei „geplanten“ Groß-
störungen (z. B. Sperrung der Hohenzollernbrücke) übergeordnete vorab festgelegte Stör-
fall- bzw. Dispositionskonzepte gibt. Da es aus Sicht von go.Rheinland jedoch nicht mög-
lich sei, für alle denkbaren Störszenarien entsprechende Kon zepte „auf Vorrat“ durchzu-
planen, würden „kurzfristig“ auftretende Störungen in der Regel eigenständig durch Ent-
scheidungen der EVU und EIU gelöst. Dabei sind die Unternehmen von verschiedenen
Randbedingungen abhängig, die bei der Planung des Ersatzverkehrs berücksichtigt wer-
den müssen:
- EIU-seitig bspw. vom Vorhandensein geeigneter Bahnhöfe zum Wenden der Züge.
- EVU-seitig u. a. durch die Verk nüpfung der Umläufe und der Schichtplanung für
das Fahrpersonal, damit Fahrzeuge und Personal am „richtigen“ Ort sind und ge-
setzlich geregelte Arbeitszeiten nicht überschritten werden.
Darüber hinaus führen nach Aussage von go.Rheinland die derzeit massive n Personal-
eng-pässe in der Verkehrsbranche dazu, dass eine Bestellung ausreichenden Fahrperso-
nals, die in derartigen Notfällen kurzfristig einsatzfähig wären, oft nicht möglich ist und
sich die gewünschten Kapazitäten für den Ersatzverkehr dadurch nicht er reichen lassen.
Im Begründungstext zum Beschluss wurde beispielhaft die Störung am 23.08.2024 be-
schrieben, bei der in Horrem ein LKW von der Brücke auf die Gleise gefallen war und den
Bahnbetrieb auf der Strecke Köln -Aachen blockiert hatte. Hierzu hat sich go.Rheinland
wie folgt geäußert:
„Im konkreten Fall der Strecke Köln – Düren – Aachen gibt es leider infrastrukturseitige
Beschränkungen. So ist ein Wenden von S -Bahnen aus Richtung Köln in den vorhande-
nen Wendeanlagen in Horrem und Köln Hansaring betrieb lich am günstigsten und ohne
größeren Kollateralschaden auch kurzfristig umsetzbar. Auch Köln -Ehrenfeld (S -Bahn-
Gleise) eignet sich mit gewissen Einschränkungen zum Wenden von Zügen. Sehr einge-
schränkt können auch Züge in Köln -Müngersdorf Technologiepark g ewendet werden. All
dies führt im Fall von Störfällen oder auch Baumaßnahmen leider zu großen Ausfallab-
schnitten im SPNV, der dann durch Busse ersetzt werden muss.
Um dies perspektivisch effizienter umsetzen zu können, setzt sich go.Rheinland dafür ein,
den Haltepunkt Köln-Weiden West zum Bahnhof auszubauen. Dies setzt den Einbau zu-
sätzlicher Weichen und die Ertüchtigung der Signaltechnik voraus. Im Fall von Störungen
oder Baumaßnahmen soll dadurch ermöglicht werden, Züge aus Richtung Köln oder aus
Richtung Horrem in Weiden West zu wenden. Dies würde neben dem kürzeren Ausfallab-
schnitt einen guten Übergang zum kommunalen ÖPNV, insbesondere zur Stadtbahnlinie
1, bieten. Durch den kürzeren Ausfallabschnitt könnten dann auch die Ersatzbusse effizi-
enter bzw. in einer höheren Taktung eingesetzt werden.“
Zur Forderung nach besseren Informationen, auch auf englischer Sprache, hat go.Rhein-
land Folgendes gemeldet:
„Informationen am Bahnsteig in englischer Sprache auszugeben ist prinzipiell möglich. Als
Dauerlösung wird davon abgesehen, da sich auch bei entsprechenden Tests herausge-
stellt hat, dass durch das hohe Störfallaufkommen eine Wiedergabe aller Informationen in
englischer Sprache eine stetige audiovisuelle „Informationsüberflutung“ auslöst, die die
Fahrgäste überfordert und gleichzeitig dafür sorgt, dass wichtige kurzfristige Informatio-
nen nicht rechtzeitig beim Fahrgast landen (bspw. Gleiswechsel).
Einzelne Informationen wie Gleiswechsel werden bereits heute an größeren Stationen, die
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über eine entsprechende Ausstattung an neuwertigen Fahrgastinformationsanzeigen ver-
fügen, auch ins Englische übersetzt und sind so auf den Anzeigern zu finden.
Kurzfristige Sonderinformationen, die von Standardmeldungen abweichen, können aktuell
jedoch nicht spontan in englischer Sprache ausgegeben werden.
Für konkrete Großveranstaltungen ist es prinzipiell möglich eine Informationsausgabe von
Standardinformationen auch in engl ischer Sprache vorzusehen. Hierzu bedarf es entspre-
chender Vorbereitung und einheitlicher Regelungen.“
Zum Thema Fahrgastinformation in Bezug auf den im Begründungstext beschriebenen
Fall am 23.08.2024 hat go.Rheinland wie folgt Stellung genommen:
„Daten zu Fahrplanabweichungen bzw. Betriebsstörungen werden von den EVU über eine
Art Drehscheibe in die verschiedenen Fahrgastinformationssysteme eingespielt. Hierfür
werden Textvorlagen genutzt. Dies erklärt, warum bei dem Unfall am 23.08.2024 (LKW im
Gleis) „Gegenstände im Gleis“ in den Informationssystemen angezeigt wurde. Eine manu-
elle Korrektur und Aktualisierung des Textes war nicht möglich, jedoch wurde damit die
Kernbotschaft transportiert, dass der Gleiskörper nicht befahrbar war.“
Nächste Schritte:
Nach Aussage von go.Rheinland, wird aktuell ein neuer, NRW -weiter Prozess für die Be-
stellung von Bus-Notverkehr erarbeitet, um bei unvorhersehbaren Betriebsstörungen bes-
ser vorbereitet zu sein (z. B. Verfügbarkeit von Bussen für Schienenersatzverkehr).
Die Verwaltung wird sich beim go.Rheinland konkret dafür einsetzen, dass der Ausbau
von Köln-Weiden West zum Bahnhof konsequent weiterverfolgt wird.
Weiterhin wird die Verwaltung darauf hinwirken, dass Durchsagen auf Englisch zumindest
in den Zeiten mit einem er höhten Aufkommen ausländischer Gäste (Vorweihnachtszeit,
Messen, internationale Events) standardmäßig erfolgt.
Der nächste Sachstandsbericht ist geplant für den:
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Gemeinsamer Antrag von Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, CDU-Fraktion, SPD-Fraktion, Linke, FDP
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Fraktion Bündnis 90/Die Grünen CDU-Fraktion SPD-Fraktion Lothar Müller / Die Linke Prof. Dr. Klaus Reinartz / FDP in der Bezirksvertretung Lindenthal Klettenberg Sülz Lindenthal Braunsfeld Müngersdorf Junkersdorf Marsdorf Weiden Lövenich Widdersdorf Frau Bezirksbürgermeisterin Cornelia Weitekamp Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker Köln, 23.8.2024 Konzeption für Störungen auf der Schiene im Kölner Westen Sehr geehrte Frau Bezirksbürgermeisterin, sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, wir bitten Sie, folgenden Antrag auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung Lindenthal am 23.9.2024 zu setzen: Die Bezirksvertretung regt den Verkehrsausschuss an zu beschließen: Die Mitglieder der Stadt Köln in den Gremien des Verkehrsverbundes „goRheinland“ aufzufordern, sich für Konzepte im Falle von Störungen im Schienennetz der DB InfraGo einzusetzen, damit die Fahrgäste an ihr Ziel kommen und gut informiert werden. Das Konzept soll einen guten Ersatzverkehr vorsehen – möglichst mit der Schiene bis zur Störung und nachrangig einen Schienenersatzverkehr mit Bussen. Zudem sollen die Informationen verbessert werden und in Deutsch und Englisch gegeben werden. Begründung: In den letzten Jahren werden Störungen auf der Schiene durch zahlreiche Vorkommnisse deutlich mehr: Störungen an der Infrastruktur, Störungen durch Unfälle etc. So ist am Fr 23.08. 2024 ein LKW in Horrem von der Brücke auf die Gleise gefallen und hat so den Bahnbetrieb auf der Strecke Köln-Aachen blockiert. Doch für den RE1, RE9, RB 38 S12 und S19 lag kein Konzept vor, wie mit dieser Störung umzugehen ist. (Offizielle Angabe in DB Infosystem). Die Folge sind Einzelfallentscheidungen. Seit Jahren schreiben nach jeder Störung auf den Schienenstrecken im Kölner Westen Mitglieder der Bezirksvertretung Lindenthal an das Qualitätsmanagement von VRS / Nahverkehrrheinland und jetzt GoRheinland eine E-Mail, wo ein Konzept für den Störungsfall eingefordert wurde. Doch es gibt vom Aufgabenträger daran kein Interesse. Zudem sind die Informationen deutlich zu verbessern und zu präzisieren. In Köln Müngersdorf war auf der schriftlichen Tafel von a) Gegenstände im Gleis die Rede. Die können kurzfristig weggeräumt werden, doch einen LKW im Gleis kriegt die Bahn nicht so schnell vom Gleis. b) Störung an einer Brücke – das kann alles und nichts bedeuten. Für den Fahrgast sind solche Aussagen sinnlos. Die Durchsagen kündigten nur „fällt aus“ an. Dass ein hoch zu lobender Mensch einen Zug der S12 nach Köln-Müngersdorf schickte, der dann wieder zum Hauptbahnhof zurückfuhr, wurde nicht angekündigt. Da hatte Müngersdorf Glück, Lövenich und Weiden-West bekamen kein Angebot. Fahrgäste, die nach Düren wollten, bekamen gar keine Information, dass es an diesem Freitag nichts mehr wird. Und unsere internationalen Gäste (gamescom) wurden gar nicht informiert. Für Standardstörungen kann ein Konzept digital erarbeitet werden, dafür haben die Schweizer Bahnen eine gute Software. Ute Ackermann Svenja Führer Friedhelm Hilgers Fraktion Bündnis 90/Grüne CDU-Fraktion SPD-Fraktion Lothar Müller / Linke Klaus Reinartz / FDP
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungOrte (2)
- Hohenzollernbrücke
- Hansaring
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- AN/1213/2024
- Typ
- Antrag nach § 3 der GeschO des Rates
- Datum
- 09.09.2024
- Erstellt
- 09.09.2024 07:57