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A-R/0044/2023

Urbane Bepflanzung macht Münster klimaresilient und wassersensibel – Aktionsprogramm Teil I

Antrag an den Rat 12.09.2023

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A-R-0044-2023-Grüne_SPD_Volt-Urbane Bepflanzung

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A-R-0044-2023-Grüne_SPD_Volt-Urbane Bepflanzung

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Antrag an den Rat Nr. A-R/0044/2023 
 
            
 
Münster, 12. September 2023 
 
 
Antrag 
 
„Urbane Bepflanzung macht Münster klimaresilient und wassersensibel – Aktionsprogramm 
Teil I“ 
 
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen: 
1) Der Rat bekräftigt, dass fortan verstärkt städtebauliche Maßnahmen ergriffen werden 
müssen, welche die Stadt stärker vor Extremwetterereignissen schützt. Dabei soll ein 
Fokus darauf gelegt werden, die Bevölkerung besser auf Hitzeperioden vorzubereiten 
und die Stadt hydrologisch nach dem Konzept der Schwammstadt auszurichten. Ferner 
stellt der Rat fest, dass zu wirksamen Klimaanpassungsmaßnahmen der Stadt 
zunehmend ambitionierte Maßnahmen im Bestand umgesetzt werden müssen. 
2) Die Verwaltung wird beauftragt, di e Projektion von zukünftigen Hitzeinseln 
fortzuschreiben und möglichst detailliert zu gestalten. Daraus sollen stark 
hitzegefährdete Straßenzüge, Wohnblöcke und Stadtviertel identifiziert werden. Die 
Verwaltung wird beauftragt, in Verbindung mit dem Hitzea ktionsplan geeignete 
Maßnahmen zur Klimaanpassung vorzunehmen.   
3) Die Verwaltung entwickelt zeitnah einen Vorschlag, wie analog zur Vorlage 
V/0531/2020 die Festsetzung einer Quote von Fassadenbegrünungen in 
Bebauungsplänen realisiert werden kann und übernim mt diese nach 
Gremienbeschluss bei der Fortschreibung des Leitfadens zur klimagerechten 
Bauleitplanung. 
4) Die Verwaltung wird vom Rat beauftragt, in einem Bericht mögliche Instrumente 
aufzuzeigen, wie eine Stadtdurchgrünung auch im Bestand realisiert werden kann. Als

Anregung soll die Gestaltungssatzung Freiraum und Klima der Stadt Frankfurt am Main 
genutzt werden.1 
5) Um die Entwicklung urbanen Grüns zu beschleunigen, beauftragt der Rat die 
Verwaltung zu folgenden vordringlich zu realisierenden ad-hoc-Maßnahmen: 
a. Schnellstmögliche Teilnahme an der Gründach -Bundesliga2 und Prüfung der 
Teilnahme oder Ausrichtung von Wettbewerben, welche die Anlage von 
Gründächern beschleunigen. Hierzu ist das bestehende städtische 
Gründachkataster ggf. sinnvoll durch technische Maß nahmen oder künstliche 
Intelligenz zu erweitern. 
b. Aufnahme der Fassadenbegrünung in die Förderrichtlinien des 
Förderprogramms „Klimafreundliche Wohngebäude“ der Stadt. 
c. Prüfung und Realisierung von Entsiegelungsmaßnahmen und 
Schwammstadtelementen bei laufenden Baumaßnahmen. 
d. Fortsetzung und Erweiterung von Fassadenbegrünung bei Bau - und 
Sanierungsmaßnahmen an städtischen Gebäuden. 
e. Schaffung von Anreizen für Gastronomen und Gewerbetreibende, sich an der 
Stadtbegrünung zu beteiligen. Hierbei sollen die Zusammenarbeit mit Münster 
Marketing und dem Zentrenmanagement gesucht werden und die 
Maßnahmen ggf. mit INSEK-Maßnahmen verschnitten werden. 
 
Begründung: 
Die Klimaerhitzung ist in Münster deutlich zu spüren und wird laut Prognosen die kommenden 
Jahrzehnte s ignifikant zunehmen. Die Durchschnittstemperaturen steigen, Niederschläge 
fallen regional seltener, aber dafür umso heftiger aus. In den engen Straßen bilden sich 
Wärmeinseln und es findet wenig Luftaustausch statt ‒ frische Luft kann nicht in die Stadt 
                                                      
1https://frankfurt.de/themen/klima-und-energie/klimaanpassung/gestaltungssatzung-freiraum-und-klima 
2https://www.gebaeudegruen.info/fileadmin/website/gruen/Dachbegruenung/WirkungVorteileFakten/Foerder
ung/2022/Gruendach_Bundesliga.pdf

fließen. Fassaden, Straßen und Plätze heizen sich durch die Sonne auf und geben die Wärme 
in der Nacht wieder ab. Dies ein weiterer Faktor, der zur starken Erwärmung in der Stadt 
beiträgt.  
Münster hat sich zur Klimaneutralität bekannt und forciert auch Maßn ahmen zur 
Klimaanpassung. Dies gelingt in den Neubaugebieten bereits sehr gut. Im Bestand ist hingegen 
bislang zu wenig wirksame Umsetzung zu erkennen. Deswegen soll mit diesem Antrag 
Geschwindigkeit in den Prozess gebracht werden.  
Die Verwaltung hat bereits eine grafische Darstellung zu zukünftigen Hitzeinseln erstellt. Aus 
diesen ggf. zu aktualisierenden Kenntnissen sollen nun effektive Maßnahmen abgeleitet 
werden. 
Um zukünftig auf diesem Aktionsprogramm I aufbauen zu können, ist es wichtig, dass die 
Verwaltung systematisch mögliche Instrumente zur Förderung der Stadtbegrünung und der 
wassersensitiven Stadtentwicklung aufzeigt. 
Die Gründach -Liga ist ein gutes Instrument, um den Fortschritt der Stadtdurchgrünung in 
einem Wettbewerb sichtbar zu machen und z u fördern. Die Aufnahme in das städtische 
Förderprogramm kann hier finanzielle Anreize bieten. Entsiegelungen können die 
notwendigen Flächen schaffen. Diese können bei ohnehin anstehenden Baumaßnahmen 
kostensensitiv umgesetzt werden. Die Fortführung der Be grünung städtischer Gebäude hat 
einen Vorbildcharakter. Gastronom*innen und Gewerbetreibende nutzen Außenflächen für 
Ihre Geschäfte und haben ein Interesse, sich an der Begrünung der Stadt zur Aufwertung des 
Raums zu beteiligen. Allerdings werden sie durch  ggf. zusätzlich anfallende 
Sondernutzungsgebühren beschränkt. Hier sollte beispielsweise geprüft werden, ob eine 
Ermäßigung der Sondernutzungsgebühren möglich ist, und weitere Maßnahmen sollten zur 
Unterstützung angestoßen werden. Dazu zählt auch eine wohlwollende Beratung. 
Um der Erhitzung entgegenzuwirken, sind Fassadenbegrünungen sinnvoll und wichtig. Viele 
Städte haben das erkannt und empfehlen sie als eine der Maßnahmen der „Grünen 
Architektur“. Positive Aspekte der Fassadenbegrünung sind die Verschat tung der Fassaden, 
die Reflexion des Sonnenlichts und damit eine geminderte Aufheizung des Gebäudes sowie 
die Produktion frischer, kühler Luft durch das Verdunsten von Wasser über die Blätter der 
Pflanzen. Durch die Isolation der Fassade können Hausbesitzer*innen Kosten für Klimaanlage 
und Heizung sparen. Zudem binden die Pflanzen Luftschadstoffe: Stickstoffdioxid bis zu 40 
Prozent, Schwefeldioxid, Ozon und Feinstaub sogar bis zu 60 Prozent. Der Regen wäscht die

Schadstoffe später ab und sie werden durch das Substrat unter den Pflanzen aus dem Wasser 
gefiltert. Ein weiterer, die Lebensqualität in der Stadt erhöhender Aspekt ist die Reduktion der 
Lärmbelastung am Gebäude um bis zu 10 Dezibel. Viele der genannten Effekte treten nur mit 
einer vollflächigen Begr ünung auf, es zählt also jeder Quadratmeter. Eine Festsetzung in 
Bebauungsplänen ist daher genauso wichtig wie das Schaffen von Anreizen über die 
Teilnahme an und die Ausrichtung von Wettbewerben. 
 
 
gez. 
Dr. Leandra Praetzel   Hedwig Liekefedt  Martin Grewer    
und Fraktion    und Fraktion   und  Gruppe

Beratungsverlauf (1)

20.09.2023 Rat
TOP 49.8 Antrag Entscheidung

Beschluss: verwiesen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
A-R/0044/2023
Typ
Antrag an den Rat
Datum
12.09.2023
Erstellt
12.09.2023 17:28