2017/0213
Bericht zum Versorgungsgrad in der Kindertagesbetreuung 2016
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Jugendamt
Jugendhilfeplanung
Jugendamt , Jugendhilfeplanung 1
Bericht zum
Versorgungsgrad in der Kindertagesbetreuung
2016
2
Kinder unter 3 Jahren – Krippe und Kindertagespflege
• Am 31.12.2016 liegt die Versorgungsquote für den U3-Bereich bei
42,7%. Für 4.705 Kinder unter 3 Jahren stehen 2.007 Betreuungsplätze
in Tageseinrichtungen und Kindertagespflege zur Verfügung. Dies bedeu-
tet einen Anstieg um 30 Plätze bzw. 1,5% gegenüber dem Jahr 2015.
• In den Jahren 2011 bis 2016 wurden in Darmstadt 781 Betreuungsplät-
ze für unter 3-Jährige geschaffen , davon 606 in Tageseinrichtungen und
rund 175 in der Tagespflege.
• Die Zahl der Kinder unter drei Jahren ist gegenüber dem Vorjahr um
319 gestiegen (+7,3%). Zugleich wurden in 2016 um 273 Kinder mehr
geboren als im Vorjahr. Dies hat unmittelbare Auswirkungen auf die ak-
tuelle Versorgungssituation im Betreuungsbereich U3 und zeigt sich in
der gesunkenen Versorgungsquote 2016 (-2,4%-Punkte).
• Im Rahmen des Betreuungsausbaus wurden in der ersten Jahreshälfte
2017 bereits weitere 44 Krippenplätze in Betrieb genommen. Weitere
154 Krippenplätze befinden sich in der Umsetzung und werden in den
kommenden Jahren sukzessive in Betrieb genommen.
Kinder 3 bis 6,5 Jahren – Kindergarten
• Am 31.12.2016 liegt die Versorgungsquote für den Ü3-Bereich bei
99,3%. Für 5.112 Kinder zwischen 3 und 6,5 Jahren stehen 5.075 Be-
treuungsplätze in Tageseinrichtungen zur Verfügung. Dies bedeutet einen
Zuwachs um 21 Betreuungsplätze.
• In den Jahren 2011 bis 2016 wurden in Darmstadt 531 Betreuungsplät-
ze für 3 bis 6,5jährige Kinder geschaffen. Es befinden sich zudem weite-
re 572 Plätze in der konkreten Umsetzung.
• Die Zahl der Kinder zwischen 3 und 6,5 Jahren ist gegenüber dem Vor-
jahr geringfügig gestiegen (+34). Die Versorgungsquote sank infolge-
dessen geringfügig gegenüber dem Jahr 2015 (-0,2%-punkte).
• Im Rahmen des Betreuungsausbaus wurden in der ersten Jahreshälfte
2017 bereits weitere 66 Kindergartenplätze in Betrieb genommen. Wei-
tere 506 Kindergartenplätze befinden sich in der baulichen Umsetzung
und werden in den kommenden Jahren sukzessive in Betrieb genommen.
• Für die kommenden Jahre ist insgesamt von einem weiteren Anstieg
der Kinderzahlen auszugehen. Dies verlangt eine Fortsetzung des Be-
treuungsausbaus in allen Segmenten. Hierbei sind die mittel- und lang-
fristigen Bevölkerungsdaten des Amtes für Statistik und Stadtforschung
sowie die stadtplanerischen Vorhaben zu berücksichtigen.
3
Inhalt
1. Vorbemerkungen ........................................................................................................ 4
2. Kinderbetreuung im Stadtgebiet – Versorgungslage n 2016 .................................. 6
2.1. Betreuungsangebote für unter 3-jährige Kinder ........................................ 6
2.2. Betreuungsangebote für 3- bis 6,5-jährige Kind er ..................................... 9
2.3. Betreuungsangebote für 6,5 bis unter 12-jährig e Kinder ........................ 11
3. Kinderbetreuungsausbau in Darmstadt – Resümee un d Ausblick ....................... 13
3.1. Bisherige Entwicklung des vorschulischen Betreuungsangebotes 15
3.2.1. U3 – Bevölkerungsentwicklung bis zum Jahr 20 16 .................................. 16
3.2.2. Ü3 – Bevölkerungsentwicklung bis zum Jahr 20 16 .................................. 17
3.2.3. Voraussichtliche Bevölkerungsentwicklung 2016 – 2030……………………… 18
4
1. Vorbemerkungen
Der vorliegende Bericht gibt im Sinne einer jährlic hen Berichterstattung Aus-
kunft zur stadtweiten und den sozialräumlichen Vers orgungslagen in der Kin-
derbetreuung im Jahr 2016. Die Daten des jeweiligen Vorjahres werden syste-
matisch fortgeschrieben und um aktuelle Entwicklungen ergänzt.
Aufgrund ihrer grundsätzlichen Bedeutung und häufig unklaren Verwendung
werden die Begrifflichkeiten „Versorgungsquote“ und „Betreuungsquote“ an
dieser Stelle nochmals erläutert:
Die Versorgungsquote weist den Anteil der Betreuungsplätze aus,
die für Kinder unter drei Jahren zur Verfügung steh en. Die auf dem
Krippengipfel 2007 vereinbarte Zielvorgabe von 35% bezieht sich
auf die Versorgungsquote. Sie ist als Orientierungs wert für einen
bedarfsgerechten Stand von Kinderbetreuung zu werten. Tatsächlich
kann die bedarfsgerechte Versorgungslage aufgrund s pezifischer lo-
kaler Rahmenbedingungen unter oder – wie im Falle D armstadts –
über 35% liegen. Die Versorgungsquote stellt das Ve rhältnis der in
Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege vorg ehalten Be-
treuungsplätze bezogen auf die Gesamtzahl der Kinde r im genann-
ten Alter in der jeweiligen Gebietskörperschaft dar. 1
Die Betreuungsquote wird auf das Land Hessen bezogen einmal pro
Jahr durch die Kinder- und Jugendhilfestatistik erm ittelt. Sie bezif-
fert den Anteil der in Kindertageseinrichtungen ode r in öffentlich ge-
förderter Kindertagespflege betreuten Kinder unter drei Jahren an
allen Kindern dieser Altersgruppe in der jeweiligen Gebietskörper-
schaft. Sie dient als Anhaltspunkt für das Ausmaß d er tatsächlich
betreuten Kinder hinsichtlich der genannten Prozent zahl und kann
somit als Indikator der Inanspruchnahme von Kindert agesbetreuung
gewertet werden.
Die im Bericht verwendeten Aufschlüsselungen der Ve rsorgungsquoten folgen
der räumlichen Gliederung des Kindertagesstättenentwicklungsplans:
2
1 Lesebeispiel: Im Falle einer 35%igen Versorgungsquote stünden rein rechnerisch 35 Betreuungsplätze 100 Kindern
im jeweiligen Alter gegenüber.
2 Institut Wohnen und Umwelt (1994): Entwicklungsplan Kindertagesstätten in Darmstadt.
Kernaussage
Die Versorgungsquote
ergibt sich aus der Platz-
Kind-Relation. Sie ist
Gradmesser einer be-
darfsgerechten Versor-
gungslage.
5
Die sozialräumliche Auswertung nimmt Bezug auf die in einem Planungsbezirk
verfügbaren Betreuungsplätzen sowie die dort mit Hauptwohnsitz gemeldeten
Kinder der jeweiligen Altersgruppe (d.h. U3, Ü3, Schulkind).
6
2. Kinderbetreuung im Stadtgebiet – Versorgungslagen 2016
2.1. Betreuungsangebote für unter 3-jährige Kinder
Am 31.12.2016 waren 4.705 Kinder im Alter von 0 bis unter 3 Jahren in Darm-
stadt gemeldet. Der Planungsbezirk Darmstadt-Nord i st im städtischen Ver-
gleich derjenige mit der größten Anzahl an Kinder d ieser Altersgruppe (2016:
984); in Wixhausen sind hingegen die wenigsten Kind er dieses Alters gemeldet
(2015: 221).
Gegenüber dem Vorjahr 2015 zeigt sich für Darmstadt ein deutlicher Anstieg
der Anzahl unter 3-jähriger Kinder um 319 (+7,3 Pro zent). Dies ist der höchste
Zugewinn in dieser Altersklasse innerhalb eines Jah res seit mehr als zehn Jah-
ren und hat direkte Auswirkungen auf Versorgungslagen in der Kinderbetreuung.
Diese aufgezeigte Bevölkerungsentwicklung ist im We sentlichen auf die zwei
Faktoren Geburtenanstieg und die Zuwanderung nach D armstadt zurückzufüh-
ren. So wurden im Jahr 2016 insgesamt 273 mehr Gebu rten verzeichnet als
im Vorjahr, dies bedeutet einen Anstieg der Geburte nzahl um rund 18 Pro-
zent.
Am 31.12.2016 standen in Darmstadt insgesamt 2.007 Betreuungsplätze für
unter 3-jährige Kinder zur Verfügung. Hiervon wurde n 1.492 Plätze in Tages-
einrichtungen und 515 in der Kindertagespflege bere itgestellt. Somit wurde
zum Stichtag eine gesamtstädtische Versorgungsquote von 42,7% erreicht.
Gegenüber dem Vorjahr 2015 konnte die Anzahl der Be treuungsplätze um 30
Plätze gesteigert werden. Während insgesamt 54 Betr euungsplätze in Krip-
penplätzen hinzugewonnen werden konnten, sank die Z ahl der Betreuungs-
plätze in der Tagespflege zugleich auf 515 (-24 Plätze).
In Darmstadt besteht eine vielfältige Betreuungslan dschaft für unter 3-jährige
Kinder, die sich in zahlreichen verschiedenen Träge rschaften, Einrichtungskon-
zepten und Methoden widerspiegelt. Die Stadt Darmst adt hat diese Entwicklung
in den vergangenen Jahren im Rahmen des Betreuungsa usbaus aktiv unter-
stützt und den im SGB VIII verankerten Rechtsgrunds ätzen Wunsch- und Wahl-
recht, Trägerpluralität und Subsidiarität damit umfassend Rechnung getragen.
Zum Stichtag 31.12.2016 wird nahezu die Hälfte des Betreuungsangebotes für
Kernaussage
Am 31.12.2016 leben 4.705
Kinder unter 3 Jahren in
Darmstadt.
Der Zuwachs in der Alters-
gruppe beträgt rund 7
Prozent gegenüber dem
Vorjahr.
Kernaussage
Am 31.12.2016 wird eine
Versorgungsquote von
42,7% erreicht.
7
unter 3-jährige Kinder von freien Trägern 3 (zusammengefasst: 892 Plätze) be-
reitgestellt. Rund ein Viertel der Betreuungsplätze stehen in der Kindertages-
pflege (515 Plätze) zur Verfügung. Einen jeweils ge ringeren Anteil am U3-
Gesamtangebot machen die Betreuungsplätze in Träger schaft der Wissen-
schaftsstadt Darmstadt (240 Plätze), privat-gewerbl icher Anbieter (223 Plätze)
sowie der evangelischen Kirche (125 Plätze) aus. De n geringsten Anteil am
stadtweiten Betreuungsangebot für unter 3-jährige K inder hält die katholische
Kirche (12 Plätze).
Abb. 2: Kinderbetreuung 0 bis unter 3 Jahren nach Trägerschaft (Anteil in %)
Quelle: Jugendhilfeplanung - eigene Berechnung; Stichtag: 31.12.2016
Es gibt im Stadtgebiet 79 Krippenstandorte. An 34 S tandorten mit insgesamt
760 Betreuungsplätzen wird ausschließlich eine Betr euung für unter 3-jährige
Kinder angeboten (sog. reine Krippen). Bei 45 Stand orten mit insgesamt 732
U3-Betreuungsplätzen handelt es sich um altersüberg reifende Einrichtungen, in
denen neben den U3-Plätzen auch Betreuungsplätze fü r andere Altersgruppen
(i.d.R. 3 Jahre bis Schuleintritt) zur Verfügung stehen.
Die sozialräumliche Versorgungslage innerhalb Darms tadts stellt sich am Stich-
tag 31.12.2016 recht unterschiedlich dar. Das Platz angebot und die somit er-
reichten Versorgungsquoten differieren zwischen den Planungsbezirken erheb-
lich. Im stadtweiten Vergleich zeigt sich eine sehr gute Versorgungslage in den
Planungsbezirken Bessungen (53,2%), West (51,5%), N ord (44,3%), Arheilgen
und (47,9%). Eine unterdurchschnittliche Versorgun gslage besteht hingegen
3 Unter der Bezeichnung freie Träger sind im vorliegenden Bericht die AWO, der ASB sowie kleine freie Träger (bspw.
Elterninitiativen, Vereine) zusammengefasst.
Kernaussage
Etwa die Hälfte der U3-
Plätze werden durch freie
Träger bereitgestellt.
Kernaussage
Rund die Hälfte der Krip-
penplätze befindet sich in
altersübergreifenden Ein-
richtungen.
Kernaussage
Die sozialräumlichen Ver-
sorgungsquoten variieren
stark, bei VQ zwischen
34,1% und 53,2%.
8
insb. in Eberstadt (34,1%) sowie – wenn auch in ger ingem Ausmaß – in den
Planungsbezirken Stadtmitte (36,7%) sowie Kranichstein (37,1%).
Abb. 3: Versorgungslagen U3 in den Planungsbezirken (Versorgungsquoten in %)
Quelle: Amt für Statistik und Stadtforschung (Bevö lkerungsdaten); Jugendhilfeplanung - eigene
Berechnung; Stichtag: 31.12.2016
Bei der Bewertung der sozialräumlichen Versorgungs- und Ausbaubedarfe gilt
es allerdings verschiedene Aspekte zu berücksichtigen.
• Es befinden sich stadtweit insgesamt 6 Betreuungsst andorte in Umset-
zung, u.a. in den Planungsräumen West (22 Plätze), Nord (22 Plätze)
Bessungen (77 Plätze). Mitte 2017 wurden zudem in A rheilgen 33 Krip-
penplätze sowie in Eberstadt 11 Krippenplätze in Betrieb genommen.
• Im U3-Bereich besteht erfahrungsgemäß eine erhöhte Mobilitätsbereit-
schaft, d.h. die Wohnortnähe eines Betreuungsangebo tes ist oftmals ein
weniger wichtiges Auswahlkriterium als in anderen A lterssegmenten
(insb. Kiga).
• Zwischen den verschiedenen Regionen bestehen zum Te il enge sozial-
räumliche Bezüge (z.B. Bessungen und Stadtmitte). E s können folglich
Mitversorgungseffekte zwischen einzelnen Planungsbe zirken unterstellt
werden.
• Zahlreiche U3-Einrichtungen haben aufgrund ihrer sp ezifischen pädago-
gischen Ausrichtung (bspw. Natur, Bilingualität, Wa ldorf) einen stadtwei-
ten Einzug.
Kernaussage
In der ersten Jahreshälfte
2017 wurden weitere 44
Krippenplätze in Betrieb
genommen.
9
Die skizzierten Punkte tragen mutmaßlich zu einer E ntlastung der Versorgungs-
lage in Darmstadt-Ost, Stadtmitte und zum Teil auch in Eberstadt bei. Eine Ver-
besserung der Versorgungslage in Eberstadt konnte z udem die Inbetriebnahme
von 11 Krippenplätze (Waldorfkrippe Oberstraße) in der ersten Jahreshälfte
2017 erzielt werden; die Versorgungsquote im Eberst adt stieg somit zwischen-
zeitlich auf 35,7%.
Im Stadtteil Arheilgen wurden Mitte 2017 weitere 33 Krippenplätze (SG Arheil-
gen) in Betrieb genommen. Die Versorgungsquote stie g infolge dessen auf
54,2%. Das Betreuungsangebot der SG Arheilgen trägt zudem wesentlich zur
Entlastung der angespannten Versorgungssituation in Kranichstein bei.
2.2. Betreuungsangebote für 3- bis 6,5-jährige Kinder
Am 31.12.2015 waren 5.112 Kinder im Alter von 3 bis 6,5 Jahren in Darmstadt
gemeldet. Dem Planungsbezirk Darmstadt-Nord ist im städtischen Vergleich
derjenige mit der größten Anzahl an Kindern dieser Altersgruppe (2016: 999);
in Wixhausen sind hingegen die wenigsten Kinder die ses Alters gemeldet (2016:
195).
Im Vergleich zum Vorjahr (2015) ist die Anspruchsgr uppe der 3- bis 6,5-
jährigen Kinder um insgesamt 34 bzw. 0,7% angestieg en. Damit hat sich der
Anstieg der Kinderzahl in dieser Altersgruppe in 20 16 fortgesetzt, wenn auch in
geringerem Maße als im Jahr zuvor.
Am 31.12.2016 standen in Darmstadt insgesamt 5.075 Betreuungsplätze für
Kinder von 3 Jahren bis zum Schuleintritt zur Verfü gung. Zum Stichtag wird
somit eine gesamtstädtische Versorgungsquote von 99 ,3% für diese An-
spruchsgruppe erreicht. Gegenüber dem Vorjahr 2015 bedeutet dies eine An-
gebotssteigerung um 21 Plätze. Aufgrund der oben sk izzierten Bevölkerungs-
entwicklung ist die gesamtstädtische Versorgungsquo te dennoch um 0,2%-
punkte gesunken.
Betreuungsangebote im Bereich Kindergarten werden z u jeweils rund einem
Drittel von der evangelischen Kirche (1732 Plätze), der Wissenschaftsstadt
Darmstadt (1445 Plätze) sowie freien Trägern (zusam mengefasst: 1271 Plätze)
bereitgestellt. Weitere Betreuungsangebote werden i n Trägerschaft der katholi-
schen Kirche (501 Plätze) sowie privat/ gewerbliche r Anbieter (126 Plätze) ge-
führt.
Auch im Ü3-Bereich besteht somit eine vielfältige B etreuungslandschaft, die den
Kernaussage
Am 31.12.2016 gibt es
5.112 Kinder (3-6,5 Jahre)
und 5.075 Kiga-Plätze.
Die Versorgungsquote Ü3
liegt bei 99,3%.
10
im SGB VIII formulierten Grundsätzen – Wunsch- und Wahlrecht, Trägervielfalt,
Subsidiarität – Rechnung trägt .
Abb. 3: Kinderbetreuung 3 Jahre bis Schuleintritt n ach Trägerschaft (Anteil in %)
Quelle: Jugendhilfeplanung – eigene Berechnung; Stichtag: 31.12.2016
Am 31.12.2016 gibt es in Darmstadt 89 Kiga-Standort e. In 31 Einrichtungen
mit insgesamt 1.893 Plätzen werden ausschließlich K inder im Alter von 3 Jah-
ren bis zum Schuleintritt betreut; es handelt sich um sog. reine Kindergärten.
Eine durchgehende Betreuung vom Krippen- bis zum Ho rtalter wird an 11
Standorten angeboten. Darüber hinaus gibt es an 47 Standorten eine Kiga-
Betreuung sowie entweder ein U3- oder ein Hortangeb ot. Knapp zwei Drittel der
Ü3-Plätze in Darmstadt – insgesamt 3.182 Plätze – w erden somit in altersüber-
greifenden Einrichtungen bereitgestellt.
Die sozialräumliche Versorgungslage innerhalb Darms tadts stellt sich am Stich-
tag 31.12.2016 verschieden dar. Das Platzangebot un d die somit erreichten
Versorgungsquoten in den Planungsbezirken sind sehr unterschiedlich. Im
stadtweiten Vergleich zeigt sich eine sehr gute Ver sorgungslage in Bessungen
(136,5%), den Planungsgebieten Nord (108,1%) und Os t (111,5%) sowie Ar-
heilgen (109,3%). Eine unterdurchschnittliche Verso rgungslage besteht hinge-
gen in den Planungsbezirken Stadtmitte (66,1%), Kra nichstein (85,3%) und
Eberstadt (95,3%).
Freie Träger
25%
Evangelische
Kirche
34% Katholische
Kirche
10%
Stadt
Darmstadt
28%
Privat-
gewerbliche
Träger
3%
Kernaussage
Jeweils rund ein Drittel der
Plätze besteht in evangeli-
scher, städtischer und
freier Trägerschaft.
Kernaussage
Die Ü3-Versorgungslagen in
den Planungsbezirken
variieren bei VQ von 66,1%
bis 136,5%.
11
Abb. 6: Betreuung 3 bis 6,5Jähriger – Versorgungslagen in den Stadtteilen (in %)
Quelle: Amt für Statistik und Stadtforschung (Bevö lkerungsdaten); Jugendhilfeplanung - eigene
Berechnung; Stichtag: 31.12.2016
Im Planungsbezirk West wird mit dem gegenwärtig bestehenden Betreuungsan-
gebot (472 Plätze) eine Versorgungsquote von lediglich 81,0% erreicht. Aller-
dings befinden sich zwei weitere Standorte (insg. 198 Plätze) in Umsetzung, so
dass die Versorgungsquote bei Fertigstellung (voraussichtlich: 2018) maßgeb-
lich steigen wird. Zudem schafft die sehr gute Versorgungslage im angrenzen-
den Stadtteil Bessungen bereits jetzt Entlastung sowohl für den Stadtteil West
aber auch für die Stadtmitte.
Im Stadtteil Arheilgen wurden in der ersten Jahreshälfte 2017 weitere 66 Kin-
dergartenplätze in Betrieb genommen. Die Versorgungsquote ist infolge dessen
auf 120,2% angestiegen. Dies hat zugleich positive Effekte auf die Betreuungssi-
tuation im angrenzenden Stadtteil Kranichstein, der eine unterdurchschnittliche
Versorgungslage aufweist.
2.3. Betreuungsangebote für 6,5 bis unter 12-jährige Kinder
Am 31.12.2016 gibt es 7.593 Kinder im Alter von 6,5 bis unter 12 Jahren in
Darmstadt. Die Planungsbezirke Eberstadt und Nord s ind im städtischen Ver-
gleich diejenigen mit der größten Anzahl an Kindern dieser Altersgruppe (2016:
1.420 bzw. 1.316). In Wixhausen leben hingegen die wenigsten Kinder dieses
Alters (2016: 316). Im Vergleich zum Vorjahr gab es in der Anspruchsgruppe
der 6,5-12jährigen Kinder einen Zuwachs von insgesamt 194 bzw. 2,6%.
Kernaussage
Am 31.12.2016 gibt es
7.593 Kinder zwischen 6,5
bis unter 12 Jahren und
3.221 Betreuungsplätze.
Die Versorgungsquote liegt
bei 42,4%.
Kernaussage
In der ersten Jahreshälfte
2017 wurden weitere 66
Krippenplätze in Betrieb
genommen.
12
Am 31.12.2016 stehen in Darmstadt insgesamt 3.221 B etreuungsplätze für
Schulkinder zur Verfügung. 1.218 der Betreuungsplät ze werden in Horten be-
reitgestellt (37,8%); 2.003 Plätze (62,2%) bestehen im Rahmen der Schul-
kindbetreuung an Schulen. Zum Stichtag wird somit e ine gesamtstädtische
Versorgungsquote von rund 42,4% erreicht 4. Gegenüber dem Vorjahr 2015
bedeutet dies einen Rückgang der gesamtstädtischen Versorgungsquote um
3%-Punkte.
Der größte Teil des Hortangebotes (676 Plätze) wird in städtischer Trägerschaft
geführt. Rund ein Drittel der Hortplätze werden von weiteren freien Trägern vor-
gehalten (zusammengefasst: 419 Plätze). In geringer em Umfang stellen auch
die evangelische Kirche (93 Plätze) sowie privat- g ewerblicher Anbieter (30 Plät-
ze) Hortplätze zur Verfügung.
Abb. 5: Hortangebote nach Trägerschaft (in %)
Quelle: Jugendhilfeplanung – eigene Berechnung, Stichtag: 31.12.2016
Auch im Bereich der Schulkindbetreuung ergibt die sozialräumliche Betrachtung
der Versorgungslagen ein sehr unterschiedliches Bild. Ein überdurchschnittli-
cher Versorgungsgrad besteht in den Planungsbezirken Nord (61,3%), Bessun-
4 Es ist zu beachten, dass die genannte Versorgungsquote unter Bezugnahme der gesamten Anspruchsgruppe ermit-
telt wird. Dies sind in der Logik der vorliegenden Berichterstattung die in Darmstadt wohnhaften Kinder von 6,5 bis
unter 12 Jahren (Hauptwohnsitz). Diese Betrachtungsweise weicht jedoch ab von der des Schulamtes. Dort werden
die tatsächlichen Schülerzahlen in diesem Alterssegment als Bezugsgröße herangezogen. Beide Betrachtungsweisen
sind legitim, erlauben jedoch keine vergleichende Darstellung.
Kernaussage
Die Mehrheit der Hortplät-
ze befindet sich in
städtischer Trägerschaft.
13
gen (49,1%), aber auch Ost (48,2%), während der Angebotsumfang in der Regi-
on West (18,4%), in Kranichstein (29,9%) sowie in der Stadtmitte (34,3%) weit
unter dem städtischen Durchschnittswert liegt.
Abb. 6: Schulkindbetreuung in Horten und an Schulen - Versorgungslagen in den Pla-
nungsbezirken (in %)
Quelle: Jugendhilfeplanung – eigene Berechnung, Stichtag: 31.12.2016
Im Gegensatz zu den vorschulischen Betreuungsbereichen (U3, Ü3) besteht ab
dem Zeitpunkt der Einschulung kein subjektiver Rechtsanspruch auf einen Be-
treuungsplatz. Jedoch ist die Kommune gemäß SBG VIII zur Vorhaltung eines
bedarfsgerechten Betreuungsangebotes auch im Schulkindbereich und zu ent-
sprechenden Planungsverfahren verpflichtet.
Der Ausbau der Schulkindbetreuung geschieht in Darmstadt vorrangig in Form
der Schulkindbetreuung an Schulen unter Federführung des kommunalen
Schulamtes, unterstützt durch Förderprogramme wie bspw. dem Pakt für den
Nachmittag. In geringem Ausmaß sind in den vergangen Jahren auch Hortplätze
in Einrichtungen des Jugendamtes geschaffen worden; jedoch liegt der Fokus
der Ausbaubemühungen hier eindeutig auf dem vorschulischen Bereich. Der
Ausbau der Betreuungsangebote für Schulkinder wird jedoch auch zukünftig in
Abstimmung zwischen Jugendamt und Schulamt praktiziert.
3. Kinderbetreuungsausbau in Darmstadt – Resümee und Ausblick
Die Weiterentwicklung frühkindlicher Betreuungsstrukturen – insbesondere der
Angebote für unter 3jährige Kinder - wurde mit Inkrafttreten des Tagesbetreu-
ungsausbaugesetzes (TAG) am 01.01.2005 erstmals forciert. In diesem wurde
14
das Ausbauziel von bundesweit 300.000 weiteren Betreuungsplätzen bis zum
Jahr 2010 definiert. Diese sollten sowohl in Tageseinrichtungen als auch die
Tagespflege realisiert werden. Zum anderen wurde der Förderauftrag bezogen
auf die Trias Erziehung, Bildung und Betreuung präzisiert und für alle Betreu-
ungsstrukturen – Tageseinrichtungen und Tagespflege – als verbindlich erklärt.
Ergänzt durch das zum 01.10.2005 in Kraft getretene Gesetz zur Weiterentwick-
lung der Kinder- und Jugendhilfe (KICK) erfuhr insbesondere die Kindertages-
pflege eine Aufwertung zu einer den Tageseinrichtungen gleichrangigen Betreu-
ungsalternative für unter 3-jährige Kinder. Grundlage hierfür war u.a. die nun-
mehr verbindlich vorgesehene Qualifizierung von Tagespflegepersonen nach
standardisiertem Curriculum.
Am 18.12.2008 trat das Kinderförderungsgesetz (Kifög) in Kraft, welches den
Ausbau eines bedarfsgerechten Betreuungsangebotes für unter 3-jährige Kinder
bis zum 15. Juli 2013 verbindlich vorschrieb und die Kommunen zu einem stu-
fenweisen Ausbau verpflichtete. Zugleich wurde hiermit der nunmehr seit dem
01.08.2013 geltende, subjektive Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für
Kinder zwischen dem vollendeten ersten bis zum vollendeten dritten Lebensjahr
verankert.
Als bedarfsgerechtes Ausbauziel wurde zum damaligen Zeitpunkt eine 35%ige
Versorgungsquote angenommen. Diese Annahme fußte auf den Ergebnissen der
Kinderbetreuungsstudie 2006 des Deutschen Jugendinstituts 5, war jedoch
gleichsam als Richtwert zu verstehen, da die lokalen sozio-ökonomischen Rah-
menbedingungen unmittelbaren Einfluss auf die tatsächlich notwendigen, als
bedarfsgerecht zu verstehende Angebotsstrukturen haben. Des Weiteren sollte
die Realisierung der U3-Betreuungsangebote zu 70% in Tageseinrichtungen und
30% in der Kindertagespflege geschehen.
Flankiert wurde das Kinderförderungsgesetz durch das Investitionsprogramm
des Bundes "Kinderbetreuungsfinanzierung 2008 – 2013“ (Volumen: 2,15 Milli-
arden) sowie den Nachfolgeprogrammen „Kinderbetreuungsfinanzierung 2013 –
2014“ (Volumen: 580,5 Millionen) und „Kinderbetreuungsfinanzierung 2015 –
2018“ (Volumen: 550 Millionen).
5 Bien, Walter/ Rauschenbach, Thomas/ Riedel, Birgit (Hrsg.)(2006): Wer betreut Deutschlands Kinder? DJI-
Kinderbetreuungsstudie. Weinheim
15
Das Bundessprogramm „Kinderbetreuungsfinanzierung 2017 – 2020“ wurde kürzlich
durch Bundestag und Bundesrat verabschiedet und steht kurz vor der Umsetzung.
Vorgesehen ist die Aufstockung der Fördertopfes um 1,126 Milliarden mit dem Ziel,
die Schaffung weiterer 100.000 Betreuungsplätze bundesweit zu unterstützen. Erst-
mals soll hierbei auch die Neuschaffung von Kindergartenplätzen zuschussfähig sein.
3.1. Bisherige Entwicklung des vorschulischen Betreuungsangebotes in Darm-
stadt
In den Jahren 2011 bis 2016 wurden in Darmstadt insgesamt 1.356 Betreu-
ungsplätze geschaffen. Mehrheitlich handelt es sich um Betreuungsplätze für
unter 3-jährige Kinder (57,6%), jedoch entstanden auch zahlreiche Kindergar-
tenplätze (37,6%). Darüber hinaus wurden in geringem Umfang auch Hortplätze
neu errichtet (4,8%), auf die jedoch im Weiteren nicht dezidiert eingegangen
werden soll. 6
Tab. 1: Kinderbetreuungsausbau in Darmstadt 2011-2016 in Plätzen (absolut)
Jahr U3-Plätze in …
Ü3-Plätze
Einrichtungen Kindertagespflege
2011 150 rd. 64 45
2012 208 62 125
2013 45 34 80
2014 130 11 220
2015 40 4 40
2016 33 0 0
Darmstadt ge-
samt
606 175 510
Quelle: Jugendhilfeplanung – eigene Berechnung; Stichtag 31.12.2016
Unter Berücksichtigung der in 2017 in Betrieb genommenen Betreuungsange-
bote (SGA Arheilgen, Waldorfkrippe Eberstadt) sowie der für 2017 projektierten
Inbetriebnahmen (Kita Alnatura, Kiga Klausenburger Straße) steigt die Versor-
gungsquote bei stabilen Einwohnerzahlen im U3-Bereich auf 44,1%, im Ü3-
Bereich auf 105,7%.
Einschränkend zu dieser Annahme ist zu sagen, dass ausgehend von der Bevöl-
kerungsprognose u.a. des Hessischen Statistischen Landesamtes für Darmstadt
von einem weiteren, kontinuierlichen Bevölkerungszuwachs in den kommenden
6 Der vorliegende Bericht legt das Augenmerk auf die gesetzlich verpflichtenden Betreuungsstrukturen im vorschuli-
schen Bereich (SGBVIII §24). Daher wird der Vollständigkeit halber zur Entwicklung der Horte an einzelnen Punkten,
jedoch nicht umfassend und detailliert Stellung genommen. Es bedarf für diesen Betreuungssektor einer umfassen-
den Betrachtung der Entwicklung sowohl der Hort- als auch Betreuungsoptionen an Schulen.
Kernaussage
In den Jahren 2011 bis 2016
wurden insgesamt 1.356
Betreuungsplätze in allen
Bereichen geschaffen.
16
Jahren auszugehen ist (vgl. Kapitel 3.2.2.).
Es befinden sich darüber hinaus weitere 374 Betreuungsplätze in der Realisie-
rung und werden in den kommenden Jahren in Betrieb genommen, unter ande-
rem im Stadtquartier Lincoln.
Tab. 2: Kinderbetreuungsausbau in Darmstadt 2017ff
Quelle: Jugendhilfeplanung – eigene Darstellung; Stichtag 31.12.2016
Es wird deutlich, dass die positive Ausbaubilanz der vergangenen Jahre von der
Dynamik der Bevölkerungsentwicklung nahezu kompensiert wird.
Dies betrifft
bereits jetzt den Bereich U3, wird sich jedoch in die anschließenden Betreu-
ungssegmente Kindergarten und Schulkindbetreuung fortsetzen und ist dem-
nach in den weiteren Planungen unbedingt zu berücksichtigen.
3.2. Voraussichtliche Entwicklung des Platzbedarfes
3.2.1. U3 – Bevölkerungsentwicklung bis zum Jahr 2016
Der Anspruchsgruppe U3 werden die Altersjahrgänge 0 , 1 und 2 Jahre vollstän-
dig zugerechnet. Die Anzahl der Kinder in der Anspr uchsgruppe bestimmt sich
durch die Geburtenzahl und die Wanderungsbilanz ein es Jahres (Stichtag: je-
weils 31.12.).
Name Reg. Bez. Träger Plätze U3 Plätze Ü3
2017
Alnatura West Freier Träger 22 66
SGA Arheilgen Sportkindergarten Arheilgen Freier Träg er 33 66
Waldorfkrippe Eberstadt Freier Träger 11 0
Klausenburger Str, (Interim) West Stadt Darmstadt 0 132
2018
Hedwig-Dohm-Haus II Nord-West Stadt Darmstadt 22 66
Lincoln (Interim) Bessungen Stadt Darmstadt 33 66
2020ff
Lincon (Schule) Bessungen Stadt Darmstadt 22 88
Lincoln (Quartierspark) Bessungen Stadt Darmstadt 55 88
Ausbauvolumen gemäß
Beschlusslage (gesamt) 198 572
17
Abb. 11.: U3-Jahrgänge nach Geburten und Stichtagen 2006-2016 (absolut)
Quelle: Statistikstelle der Stadt Darmstadt; Jugend hilfeplanung – eigene Darstellung; Stichtag:
31.12.2016
Die Entwicklung der vergangenen zehn Jahre ist durc h einen kontinuierlichen
Anstieg der U3-Kinderzahl gekennzeichnet. Dieser ve rlief in den Jahren 2006-
2009 zunächst sehr stark (+434), bedingt sowohl dur ch einen Geburtenanstieg
als auch durch Zuwanderung. Im Jahr 2010 war bei gl eichbleibend hohem Ge-
burtsniveau ein Rückgang der U3-Kinderzahl (-97) zu verzeichnen. In den Jahren
2011 bis 2014 gab es einen kontinuierlichen, modera ten Zuwachs der Kinder-
zahlen U3 (+57), wobei der Wert aus dem Jahr 2009 n icht erreicht wurde. Im
Jahr 2016 nahm die Kinderzahl U3 schließlich nochma ls deutlich zu (+319) und
stieg somit auf den Spitzenwert von 4.705 Kindern.
3.2.2. Ü3 – Bevölkerungsentwicklung bis zum Jahr 2016
Der Anspruchsgruppe Ü3 werden die vollen Altersjah rgänge 3, 4, 5 sowie der
halbe 6. Altersjahrgang zugerechnet. Die Anzahl der Kinder in der Anspruchs-
gruppe, bestimmt sich durch die Geburtenzahl und di e Wanderungsbilanz
(Stichtag: jeweils 31.12.).
Kernaussage
Die Zahl der Kinder unter 3
Jahren ist seit 2011 konti-
nuierlich gestiegen auf den
Spitzenwert von 4.705
Kindern in 2016.
18
Abb.12.: Ü3-Jahrgänge nach Geburten und Stichtagen 2007-2016 (absolut)
Quelle: Statistikstelle der Stadt Darmstadt; Jugend hilfeplanung – eigene Darstellung; Stichtag:
31.12.2016
Die Entwicklung der vergangenen Jahre ist durch ein en kontinuierlichen Anstieg
der Ü3-Kinderzahl geprägt. Nachdem im Jahr 2008 zun ächst ein gravierender
Rückgang der Kinderzahl gegenüber dem Vorjahr zu ve rzeichnen war (-493), ist
seit dem Jahr 2009 ein erneuter, kontinuierlicher A nstieg bis zum Jahr 2015
festzustellen (+613). Im Jahr 2015 nahm die Anzahl der 3 bis 6-Jährigen sehr
deutlicher zu (+178). Dieser Trend setzte sich auch im Jahr 2016 fort, auch
wenn der Anstieg moderater als im Jahr zuvor ausfiel (+34).
3.2.3. Voraussichtliche Bevölkerungsentwicklung 2016 – 2030
Das Hessische Statistische Landesamt Hessen prognos tiziert in der Regionalen
Bevölkerungsvorausberechnung 2014 – 2030
7 hohe Zuwachsraten für die Alters-
gruppen 0 – 3 Jahre (+ 12,6%) und 3 – 6 Jahre (+ 19 ,3%) für die Wissen-
schaftsstadt Darmstadt. Der Betrachtungszeitraum um fasst die Jahre bis 2030
und gibt somit eine erste Grundlage für die weitere mittel- und langfristige Aus-
bauplanung in Darmstadt.
Demnach ist für die Altersklasse U3 (0 bis unter 3 Jahre) insbesondere in den
nächsten drei bis vier Jahren von einem weiteren, s tarken Anstieg der Kinder-
zahlen auszugehen. In den folgenden Jahren stabilis iert sich die Kinderzahl auf
hohem Niveau, das aller Voraussicht nach über der d erzeitigen Kinderzahl in
der Altersklasse U3 liegt (Stand 2016).
7 Hessisches Statistisches Landesamt , 2016: Bevölkerung in Hessen 2060, Regionalisierte Bevölkerungsvorausbe-
rechnung für Hessen bis 2030 (Basisjahr: 31.12.2014)
Kernaussage
Die Zahl der Kinder zwi-
schen 3 und 6,5 Jahren ist
seit 2008 um 647 gestie-
gen.
Kernaussage
Es ist von einem deutlichen
Anstieg der Kinderzahl U3
und Ü3 bis zum Jahr 2030
auszugehen.
19
Eine ähnliche Entwicklung lässt sich für die Alters klasse Ü3 (3 bis 6 Jahre) ab-
leiten. Auch in dieser Altersklasse ist von einem z unächst deutlichen Anstieg der
Kinderzahlen in den kommenden fünf bis sieben Jahre n auszugehen. Trotz an-
schließend rückläufiger Entwicklung verbleibt die K inderzahl laut Prognose im
Jahr 2030 ebenfalls deutlich über der derzeitigen Kinderzahl Ü3 (Stand 2016).
Abb. 12.: Entwicklung der Alterskohorten 0 bis u3 J ahre sowie 3 bis 6 Jahre bis zum
Jahr 2030 (Trend)
Quelle: Statistisches Landesamt Hessen, Amt für Statistik und Stadtforschung; Jugendhilfeplanung –
eigene Berechnung
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt sieht sich somit v or der Herausforderung die
soziale Infrastruktur und insbesondere die Angebote der Kinderbetreuung ge-
mäß der prognostizierten Bevölkerungsentwicklung ad äquat weiter zu entwi-
ckeln mit dem Ziel, die Bildungsgerechtigkeit zu st ärken und die Vereinbarkeit
von Familie und Beruf voranzutreiben.
Daher sollten Planungsräume mit bestehender Unterve rsorgung im Rahmen
eines weiteren Ausbaus vorrangig bedient werden. Da rüber hinaus muss sich
der Kinderbetreuungsausbau stets an der konkreten s tädtebaulichen Entwick-
lung orientieren und bspw. im Kontext zur Entwicklu ng von Großprojekten mit-
gedacht werden. Hierzu ist es auch notwendig die Pl anungszahl anhand der
kommunalen Bevölkerungsprognose zu überprüfen, soba ld die entsprechenden
Daten vorliegen.
Die Umsetzung der bereits beschlossenen Ausbaumaßna hmen (vgl. 3.1) ist ein
20
Baustein auf diesem Weg. Die Fortschreibung der Aus bauplanung wird inner-
halb der Verwaltung kontinuierlich erarbeitet. Es b efinden sich gegenwärtig ver-
schiedene weitere Ausbauoptionen in der Prüfung, u. a. in der Stadtmitte, in
Eberstadt und im Planungsraum West.
21
Anhang
Anlage I: U3 – Versorgungslagen in den Planungsgebi eten
Anlage II: Ü3 – Versorgungslagen in den Planungsgeb ieten
22
Anlage I: U3 – Versorgungslagen in den Planungsgebi eten
Betreuung von unter 3jährigen Kindern in Tageseinrichtungen und Kindertagespflege
Planungsbezirk 0- unter
3jährige
Plätze (absolut) Quoten (in %)
gesamt davon:
Krippe
davon: Ta-
gespflege
Versorgungsquote
(VQ)
Anteil: Tagesein-
richtungen
Anteil: Ta-
gespflege
100 DA-MITTE 531 195 171 24 36,7 87,7 12,3
200 DA -NORD 984 436 367 69 44,3 84,2 15,8
300 DA -OST 389 152 102 50 39,1 67,1 32,9
400 DA-BESSUNGEN 412 219 192 27 53,2 87,7 12,3
500 DA -WEST 526 271 208 63 51,5 76,8 23,4
Darmstadt -
Innenstadt 2.842 1.273 1.040 233 44,8 81,7 18,3
600 DA -ARHEILGEN 528 253 166 87 47,9 65,6 34,4
700 DA -EBERSTADT 712 243 131 112 34,1 53,9 46,1
800 DA-WIXHAUSEN 221 89 50
39 40,3 56,2 43,8
900 DA -
KRANICHSTEIN 402 149 105 44 37,1 70,5 29,5
Darmstadt -
Außenbezirke 1.863 734 452 282 39,4 61,6 38,4
Stadtgebiet
insgesamt 4.705 2.007 1.492 515 42,7 74,3 25,7
23
Anlage II: Ü3 – Versorgungslagen in den Planungsgeb ieten
Betreuung von 3-6,5jährigen Kindern in Tageseinrichtungen
Planungsbezirk 3-6,5
Jahre
Plätze
(absolut)
Versorgungsquote
(VQ)
100 DA -MITTE 454 300 66,1
200 DA -NORD 999 1.080 108,1
300 DA -OST 393 438 111,5
400 DA -BESSUNGEN 446 609 136,5
500 DA -WEST 583 472 80,9
Darmstadt -
Innenstadt 2.875 2.899 100,8
600 DA -ARHEILGEN 605 661 109,3
700 DA -EBERSTADT 874 833 95,3
800 DA -WIXHAUSEN 195 202 103,6
900 DA -
KRANICHSTEIN 563 480 85,3
Darmstadt -
Außenbezirke 2.237 2.176 97,3
Stadtgebiet
insgesamt 5.112 5.075 99,3
2017/0213
3343 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
01.08.2017
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat V an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Amt: Jugendamt
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2017/0213
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.:
Kostenstelle: Investitionsnummer:
Kostenträger: Sachkonto:
Betreff: Bericht zum Versorgungsgrad in der Kindertagesbetreuung 2016
Vorlage vom: 13.07.2017
Beschlussvorschlag:
Der Bericht zum Versorgungsgrad in der Kindertagesbetreuung für das Jahr 2016 wird zur
Kenntnis genommen.
Anlagen: Bericht zum Versorgungsgrad in der Kindertagesbetreuung 2016
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
- 2 -
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 13.07.2017
Der vorliegende Bericht für das Jahr 2016 zum Versorgungsgrad in der
Kindertagesbetreuung in Darmstadt schreibt die Berichte der vergangenen Jahre fort.
Er gibt einen aktualisierten Überblick zur Entwicklung der U3- und Ü3-Betreuung und
stellt diese sowohl in gesamtstädtischer als auch sozialräumlicher Perspektive dar.
Berichtet wird insbesondere zu den derzeitigen Versorgungsquoten, zur Angebots- und
Trägerstruktur sowie – unter Berücksichtigung bereits projektierter Vorhaben – zu den
zukünftigen Ausbaunotwendigkeiten.
Am 31.12.2016 liegt die Versorgungsquote im U3-Bereich bei 42,7% (Vorjahr:
45,1%). Die Versorgungsquote ist somit trotz eines Zugewinns an Betreuungsplätzen
gesunken; Grund hierfür ist der Bevölkerungszuwachs in der Alterskohorte U3 im Jahr
2016. Zur Erfüllung des individuellen Rechtsanspruches und aus planerischer Sicht
wird in der prosperierenden Wissenschaftsstadt Darmstadt eine Versorgungsquote von
stadtweit 50% als bedarfsgerecht angesehen.
Die gesamtstädtische Versorgungsquote für die Altersgruppe der 3 bis 6,5jährigen
Kinder liegt zum Stichtag 31.12.2016 bei 99,3% (Vorjahr: 99,5%). Zurückzuführen ist
diese Entwicklung auf die ebenfalls leicht gestiegene Anzahl der Kinder in der
Alterskohorte 3 bis 6,5 Jahre. Aufgrund der mutmaßlich auch zukünftig steigenden
Kinderzahlen und einer zunehmenden Anzahl von Integrationsmaßnahmen in dieser
Altersgruppe ist die Versorgungsquote von 105% als Ausbauziel für den Ü3-Bereich
definiert.
In der ersten Jahreshälfte 2017 wurden zusätzlich 44 Krippenplätze sowie 66
Kindergartenplätze in Betrieb genommen, so dass in beiden Segmenten U3 und Ü3
eine Verbesserung der Versorgungslagen zwischenzeitlich erreicht werden konnte.
Ein weiterer Platzzuwachs in den kommenden Jahren ist durch projektierte
Maßnahmen sowohl im U3- als auch im Ü3-Bereich bereits heute gewährleistet. Die
für Darmstadt prognostizierte Bevölkerungsentwicklung macht einen darüber
hinausgehenden, weiteren Ausbau notwendig, der insbesondere sozialräumlich und
konzeptionell fokussiert vorangetrieben werden sollte.
Darmstadt, 13.07.2017
Barbara Akdeniz
Stadträtin
anlage 2
3414 Zeichen
- 2 -
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
01.08.2017
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat V an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Amt: Jugendamt
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
V 51
Stvv
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2017/0213
Magistratsbeschluss -Nr.
266
Internetfähig
Produkt-Nr.:
Kostenstelle: Investitionsnummer:
Kostenträger: Sachkonto:
Betreff: Bericht zum Versorgungsgrad in der Kindertagesbetreuung 2016
Vorlage vom: 13.07.2017
Beschlussvorschlag:
Der Bericht zum Versorgungsgrad in der Kindertagesbetreuung für das Jahr 2016 wird zur
Kenntnis genommen.
Anlagen: Bericht zum Versorgungsgrad in der Kindertagesbetreuung 2016
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
- 3 -
Beschluss des Magistrats vom 09.08.2017
Der Magistrat nimmt die Vorlage zur Kenntnis.
Begründung zur Magistratsvorlage vom 13.07.2017
Der vorliegende Bericht für das Jahr 2016 zum Versorgungsgrad in der
Kindertagesbetreuung in Darmstadt schreibt die Berichte der vergangenen Jahre fort.
Er gibt einen aktualisierten Überblick zur Entwicklung der U3- und Ü3-Betreuung und
stellt diese sowohl in gesamtstädtischer als auch sozialräumlicher Perspektive dar.
Berichtet wird insbesondere zu den derzeitigen Versorgungsquoten, zur Angebots- und
Trägerstruktur sowie – unter Berücksichtigung bereits projektierter Vorhaben – zu den
zukünftigen Ausbaunotwendigkeiten.
Am 31.12.2016 liegt die Versorgungsquote im U3-Bereich bei 42,7% (Vorjahr:
45,1%). Die Versorgungsquote ist somit trotz eines Zugewinns an Betreuungsplätzen
gesunken; Grund hierfür ist der Bevölkerungszuwachs in der Alterskohorte U3 im Jahr
2016. Zur Erfüllung des individuellen Rechtsanspruches und aus planerischer Sicht
wird in der prosperierenden Wissenschaftsstadt Darmstadt eine Versorgungsquote von
stadtweit 50% als bedarfsgerecht angesehen.
Die gesamtstädtische Versorgungsquote für die Altersgruppe der 3 bis 6,5jährigen
Kinder liegt zum Stichtag 31.12.2016 bei 99,3% (Vorjahr: 99,5%). Zurückzuführen ist
diese Entwicklung auf die ebenfalls leicht gestiegene Anzahl der Kinder in der
Alterskohorte 3 bis 6,5 Jahre. Aufgrund der mutmaßlich auch zukünftig steigenden
Kinderzahlen und einer zunehmenden Anzahl von Integrationsmaßnahmen in dieser
Altersgruppe ist die Versorgungsquote von 105% als Ausbauziel für den Ü3-Bereich
definiert.
In der ersten Jahreshälfte 2017 wurden zusätzlich 44 Krippenplätze sowie 66
Kindergartenplätze in Betrieb genommen, so dass in beiden Segmenten U3 und Ü3
eine Verbesserung der Versorgungslagen zwischenzeitlich erreicht werden konnte.
Ein weiterer Platzzuwachs in den kommenden Jahren ist durch projektierte
Maßnahmen sowohl im U3- als auch im Ü3-Bereich bereits heute gewährleistet. Die
für Darmstadt prognostizierte Bevölkerungsentwicklung macht einen darüber
hinausgehenden, weiteren Ausbau notwendig, der insbesondere sozialräumlich und
konzeptionell fokussiert vorangetrieben werden sollte.
Darmstadt, 13.07.2017
Barbara Akdeniz
Stadträtin
anlage 3
139 Zeichen
Punkt 25: Bericht zum Versorgungsgrad in der Kindertagesbetreuung 2016 (V-Nr. 2017/0213) Der Ausschuss nimmt von der Vorlage Kenntnis.
Beratungsverlauf (4)
Orte (2)
- Klausenburger Straße
- Oberstraße
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Details
- Vorlagen-Nr.
- 2017/0213
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 13.07.2017
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00