A-R/0007/2025
Gewalt gegen Frauen* in Münster sichtbar machen - Rote Bank als Mahnmal
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A-R-0007-2025
4515 Zeichen
Münster, 18.02.2025 Ratsantrag zur sofortigen Beschlussfassung Gewalt gegen Frauen* in Münster sichtbar machen – Rote Bank als Mahnmal Der Rat möge beschließen: Die Stadtverwaltung und der Rat der Stadt Münster setzen ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen. Zur Umsetzung des Zeichens wird - wohlwissend um die Altstadtsatzung - die Verwaltung der Stadt Münster beauftragt, das Mahnmal „Rote Bank“ ab dem 8.3.2025, dem Internationalen Frauentag, bis zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25.11.2025 vor dem Stadthaus I, Klemensstraße aufzustellen bzw. eine dort vorhandene Bank entsprechend einzufärben und zu gestalten. Anschließend wird die Bank an andere Orte in der Innenstadt und in den Stadtteilen versetzt. Hierfür wird eine entsprechende Planung für die nächsten drei Jahre aufgestellt. Die Verwaltung kooperiert bzgl. der weiteren Umsetzung mit dem Arbeitskreis Rote Bank, stimmt temporäre Aktionen oder künstlerische Installationen sowie die Zusammenarbeit mit Initiativen vor Ort ab, so dass die Aufstellung der Bank immer mit Informationen gegen Gewalt an Frauen verbunden ist. Die Koordination übernimmt das Amt für Gleichstellung in Abstimmung mit Münster Marketing und dem Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit. Transport und technische Erfordernisse werden ebenfalls von der Stadtverwaltung realisiert. Die Verwaltung bemüht sich um ein Sponsoring, um die Bank (z.B. nach dem Vorbild der Roten Bank im Kempten) erstellen und gestalten zu lassen. Antrag an den Rat Nr. A-R/0007/2025 Begründung: Für viele Frauen und Kinder ist das eigene Zuhause kein sicherer Ort. Die Gewalt findet hinter verschlossenen Türen statt, mitten in unserer Gesellschaft, in allen sozialen Schichten und Altersgruppen. Betroffene haben es aktuell noch schwerer, sich Hilfe zu holen oder sich jemandem anzuvertrauen. Das erschreckende Ausmaß häuslicher Gewalt ist nach der Pandemie deutlich sichtbarer geworden. Das bundesweite Lagebild zur häuslichen Gewalt registrierte 2022 einen Anstieg der häuslichen Gewalt um 8,5 % im Vergleich zum Vorjahr. Das Unrecht, was Frauen und Mädchen auf der ganzen Welt erfahren, ist absolut inakzeptabel. Die Stadt Münster hat sich zur Umsetzung der Istanbul Konvention auf kommunaler Ebene verpflichtet. Die Rote Bank ist ein sichtbares Zeichen gegen die Tabuisierung der Gewalt gegen Frauen in der Öffentlichkeit. Die Rote Bank ist damit auch als Appell zu verstehen, bei häuslicher Gewalt nicht wegzusehen, sie nicht zu verharmlosen und geschlechtsspezifische Gewalt nicht zu tolerieren. Ihre Aufgabe soll es sein, Menschen für das Thema geschlechtsspezifische Gewalt zu sensibilisieren. Die Münsteraner Bevölkerung ist eingeladen, die Bank zu besuchen, dort zu verweilen und damit ihre Solidarität zu bekunden. Durch bewusstes Platznehmen auf der Bank wird den Betroffenen verdeutlicht, dass sie nicht alleine sind. Es bedarf neben der qualitativen Stärkung des Opferschutzes immer wieder neuer Symbole, um das Thema Gewalt gegen Frauen sichtbar zu machen. Die AG Rote Bank engagiert sich in Münster seit Jahren dafür, das Thema Gewalt gegen Frauen stärker in die Öffentlichkeit zu tragen. Die Initiative sollte auch weiterhin eng in die Aktivitäten rund um die Rote Bank eingebunden werden, sie kann die Vernetzung mit anderen Initiativen z.B. in den Stadtteilen unterstützen und Kontakte ermöglichen. Es wird angestrebt, die Rote Bank dauerhaft und zentral in der Innenstadt zu platzieren. Sollte dies nur temporär möglich sein, kann die Rote Bank in Kooperation mit Stadtteileinrichtungen flexibel und dezentral in Münster ebenfalls dieses wichtige Thema besetzen, um damit zur Aufklärung und Prävention beizutragen. Bereits vor Jahren hat der Oberbürgermeister der AG Rote Bank, die sich seit Langem dafür einsetzt, dass die Rote Bank in der Altstadt einen Platz findet, versprochen, dass dies umgesetzt wird. Leider ist dies in den vergangenen Jahren nicht gelungen, u.a. unter Verweis auf die Altstadtsatzung . Unserer Einschätzung nach, ist die temporäre Präsenz der Roten Bank vergleichbar mit anderen Aktionen in der Stadt, die in unterschiedlicher Farbigkeit im Straßenraum präsent sind. Angesichts der Botschaft der Bank scheint uns diese Betrachtung weder sachgemäß noch angemessen. gez. gez. gez. Andrea Blome Lia Kirsch Helene Goldbeck und Fraktion und Fraktion Dr. Martin Grewer gez. gez. Jörg Berens Katharina Geuking und Fraktion und Fraktion
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: mehrheitlich geändert beschlossen
Zur SitzungOrte (1)
- Klemensstraße
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Details
- Aktenzeichen
- A-R/0007/2025
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 18.02.2025
- Erstellt
- 18.02.2025 15:54