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A-R/0029/2024

Kanalbäume bleiben! Für den Erhalt der Bäume am Dortmund-Ems-Kanal (DEK)

Antrag an den Rat 11.06.2024

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A-R-0029-2024

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A-R-0029-2024

4252 Zeichen

Münster, 11.06.2024 
 
Ratsantrag nach §3 Abs. 1 der Geschäftsordnung des Rats  
Antrag zur sofortigen Beschlussfassung 
Kanalbäume bleiben! Für den Erhalt der Bäume am Dortmund-Ems-
Kanal (DEK) 
 
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen: 
 
1. Der Rat der Stadt Münster lehnt die teilweise unnötigen und brachialen 
Baumfällungen im Rahmen des Ausbaus des DEK an der Pleistermühlenweg-
Brücke ab und stellt fest, dass die Verantwortung für das Ausmaß der Fällungen 
und für die desaströse Kommunikation bei der zuständigen Bundesbehörde 
(Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung, WSV) und dem 
Bundesverkehrsministerium (BMDV) liegt. 
 
2. Der Rat der Stadt Münster kritisiert das Ausmaß der geplanten Baumfällungen im 
Zuge des Brückenneubaus am Prozessionsweg und fordert die zuständigen 
Behörden auf, die für den Ersatzbau notwendigen Baumfällungen auf ein Minimum 
zu reduzieren und den Charakter der Allee am Prozessionsweg zu erhalten. 
 
3. Zum Erhalt möglichst vieler Bäume fordert der Rat WSV und BMDV auf, die 
zeitliche Verschiebung des Brückenneubaus am Prozessionsweg zu prüfen, 
sodass diese vom Neubau der Pleistermühlenwegbrücke zeitlich entkoppelt, 
Baufelder verlagert, der Gehölzbestand an der Ostseite des DEK erhalten und auf 
die vorrübergehende Ersatzbrücke zwischen Pleistermühlenweg und 
Prozessionsweg verzichtet werden kann. 
 
4. Der Rat der Stadt Münster appelliert an WSV und BMDV, die Öffentlichkeitsarbeit 
in Bezug auf alle zukünftigen Baumaßnahmen deutlich zu intensivieren und die 
Bevölkerung und die Anwohnenden angemessen und über das bisher gewohnte 
Maß hinaus über bevorstehende Baumaßnahmen und Eingriffe in die Natur 
proaktiv und umfassend zu informieren. 
 
 
 
Antrag an den Rat Nr. A-R/0029/2024

Begründung: 
 
Der Ausbau des DEK auf der Stadtstrecke Münster ist seit über einem Jahrzehnt 
beschlossen und soll in den nächsten Jahren fertig gestellt werden. Der Ausbau soll die aus 
klima- und verkehrspolitischen Gründen notwendige Verlagerung des Güterverkehrs von 
der Straße auf das Wasser sicherstellen. Allerdings muss der Ausbau insgesamt so 
naturverträglich wie möglich gestaltet werden. Dies gilt vor allem für den ökologisch und 
auch kulturell wertvollen und alten Baumbestand entlang des DEK auf der Stadtstrecke 
Münster für die noch zu errichtenden Ersatzbauwerke an der Prozessionswegbrücke und 
auch der Warendorfer Str. Die trockenen und heißen Sommer der letzten Jahre haben 
deutlich gezeigt, dass die Klimakrise auch in Münster zu spüren ist und daher jeder Baum 
für die Anpassung an höhere Temperaturen wichtig und sehr erhaltenswert ist. Hinzu kommt 
die Bedeutung von alten Baumbeständen und Wäldern als Lebens- und Rückzugsraum für 
(teils bedrohte) Tierarten, denn auch diese werden – vor allem in urbanen Räumen – immer 
wieder zerstört. Insbesondere auf die temporäre Ersatzbrücke zwischen Pleistermühlenweg 
und Prozessionsweg könnte verzichtet werden, wenn Bauzeiten verschoben würden. So 
könnten die bereits gerodeten Flächen, die dann frei würden, als Bewegungsflächen für die 
Baustelle der Prozessionswegbrücke genutzt und Rodungen direkt an der Brücke 
vermieden werden. Auch wenn die Flächen im künftigen Kanalbett des verbreiterten DEK 
liegen, ist es aus ökologischer Sicht sinnvoll, Rodungen nicht vorzeitig vorzunehmen, 
sondern den Gehölzbestand so lange wie möglich zu erhalten und erst unmittelbar vor der 
eigentlichen Verbreiterung zu roden. 
 
Die Planfeststellungsbeschlüsse aus den Jahren 2008 und 2012 sind nunmehr 12 bzw. 16 
Jahre alt und mittlerweile überholt. Wären die Auswirkungen der Klima- und Artenkrise 
damals schon im gleichen Ausmaß spürbar gewesen wie heute, wäre die Einschätzung zu 
den Auswirkungen auf die Natur möglicherweise anders ausgefallen. Der Rat der Stadt 
Münster fordert daher die zuständigen Bundesbehörden auf, die Planungen zu überdenken 
und an die gegebenen klimatischen Rahmenbedingungen und ökologischen 
Notwendigkeiten anzupassen. Dazu soll die Verwaltung den Beschluss des Rates auch 
direkt an die zuständigen Behörden weiterleiten. 
 
 
 
gez. 
Christoph Kattentidt  Lia Kirsch  Helene Goldbeck Ulrich Thoden 
Dr. Leandra Praetzel  Hedwig Liekefedt Martin Grewer  und Fraktion 
und Fraktion   und Fraktion

Beratungsverlauf (1)

19.06.2024 Rat
TOP 12.5 Antrag Entscheidung

Beschluss: mehrheitlich beschlossen

Zur Sitzung

Orte (3)

  • Warendorfer Straße
  • Pleistermühlenweg
  • Prozessionsweg

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Details

Aktenzeichen
A-R/0029/2024
Typ
Antrag an den Rat
Datum
11.06.2024
Erstellt
11.06.2024 18:16