Mandari Insight

V/0393/2018

Abfallwirtschaftskonzept 2016

Vorlagen 03.05.2018

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Nächste Beratung: Betriebsausschuss der Abfallwirtschaftsbetriebe, Sitzung am 06.09.2018, TOP 7

Anlage A

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Anlage: Zusammenfassender Bericht der Studie „Optimierung der Abfallwirtschaft unter dem Aspekt des Klimaschutzes 2017“

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Anlage A

2563 Zeichen

Anlage A zur V/0393/2018 
Kurzüberblick 
Die Stadt Münster hat als „Klimaschutzhauptstadt“ bereits in der Vergangenheit vielfältige An-
strengungen unternommen, die CO2-Emissionen zu verringern. Die Abfallwirtschaftsbetriebe 
Münster (AWM) haben ihren Teil dazu beigetragen, die CO2-Emissionen im Rahmen der abfall-
wirtschaftlichen Aufgaben zu verringern. 
 
Ziele/Teilziele/Zielerreichung 
 
Die Abfallwirtschaftsbetriebe Münster (AWM) tragen ihren Teil dazu bei, die CO2 -Emissionen  
im Rahmen der abfallwirtschaftlichen Aufgaben zu verringern. Zuletzt wurde in 2009 und  
2010 eine Zwischenbilanz gezogen und die zukünftigen Schwerpunkte der AWM an den 
Klimaschutzzielen ausgerichtet. Diese Untersuchung basierte auf Bilanzdaten für das Jahr 2007. 
 
Die zwischenzeitlich vollzogenen wesentlichen Veränderungen in der Abfallwirtschaft in Münster 
haben die AWM erneut dazu veranlasst, die Situation der Abfallwirtschaft in Bezug auf Klima- 
schutz und Klimaschutzpotenziale untersuchen zu lassen. Die tatsächlichen Entwicklungen –  
Stand Jahr 2017 – sollten mit den damals prognostizierten Ergebnissen verglichen werden. 
 
 
Finanzierung 
Produktgruppe: 11.02 Abfallwirtschaft 
Auswirkungen auf den Ergebnisplan  Ja X Nein   
Auswirkungen auf den Finanzplan  Ja X Nein   
Im beschlossenen (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten?  Ja  Nein  teilw. 
Im Entwurf des (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten?  Ja  Nein  teilw. 
Belastungen in zukünftigen HH-Jahren?  Ja  Nein   
Bereits veranschlagt?  Ja  Nein   
 
Pflichtigkeitsgrad 
Die Maßnahme/Leistung ist  vollständig 
pflichtig 
 überwiegend 
pflichtig 
 überwiegend 
freiwillig 
X vollständig frei-
willig 
 
Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen 
(Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) 
Münster ist eine der aktivsten Klimaschutzstädte Deutschlands. Auszeichnungen wie der „Euro-
pean Energy Award ® Gold 2005“ und die Rezertifizierungen 2009, 2012 und 2015 sowie als 
„Bundeshauptstadt im Klimaschutz“ 1997 und 2006 belegen dies deutlich. Mit der Entscheidung 
des Rats der Stadt Münster vom März 2008, eine CO2-Reduzierung von 40% gegenüber 1990 
und einem Anteil von 20% an erneuerbaren Energien bis 2020 anzustreben sowie die Ausrich-
tung des Klimaschutzzieles auf 2050 mit 95 % CO2-Reduzierung und einer Halbierung des Ener-
gieverbrauches, zeigt sich, dass Münster diese Vorreiterstellung in Zukunft beibehalten möchte. 
Mit den abfallwirtschaftlichen Maßnahmen tragen die AWM ihren Anteil zum Klimaschutzkonzept 
2020 der Stadt Münster bei.

Berichtsvorlage

5439 Zeichen

V/0393/2018 
V/0393/2018 
 
 
Öffentliche Berichtsvorlage 
Betrifft 
 
Abfallwirtschaftskonzept 2016 
Optimierung der Abfallwirtschaft unter dem Aspekt des Klimaschutzes 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
   06.09.2018 Betriebsausschuss der Abfallwirtschaftsbetriebe Bericht 
 
Bericht: 
 
Die Stadt Münster hat als „Klimaschutzhauptstadt“ bereits in der Vergangenheit vielfältige Anstre n-
gungen unternommen die CO 2-Emissionen zu verringern. Die Abfallwirtschaftsbetriebe Münster 
(AWM) haben ihren Teil dazu beigetragen, die CO 2-Emissionen im Rahmen der abfallwirtschaftlichen 
Aufgaben zu verringern. Zuletzt wurde in 2009 und 2010 eine Zwischen bilanz gezogen und die z u-
künftigen Schwerpunkte der AWM an den Klimaschutzzielen ausgerichtet. Diese Untersuchung b a-
sierte auf Bilanzdaten für das Jahr 2007 (Berichtsvorlage V/0233/2011und V/0112/2014). 
 
Die zwischenzeitlich vollzogenen wesentlichen Veränderungen in der Abfallwirtschaft in Münster ha-
ben die AWM erneut dazu veranlasst, die Situation der Abfallwirtschaft in Bezug auf Klimaschutz und 
Klimaschutzpotenziale untersuchen zu lassen. Die tatsächlichen Entwicklungen – Stand Jahr 2017 – 
sollten mit den damals prognostizierten Ergebnissen für das Ziel Jahr 2020 verglichen w erden. Ursa-
chen von ggf. festzustellenden Abweichungen soll ten ermittelt und weitere Optimierungspotenziale 
wiederum aufgezeigt werden. Auch soll ten Entwicklungen in den Grundlagen von Klimabilanzen ei n-
bezogen werden. 
 
Methodik der Klimabilanz 
 
Die Klimabilanz ist eine kleine Ökobilanz, da der Untersuchungsumfang auf die Betrachtung von 
treibhauswirksamen Klimagasen eingeschränkt ist. Diese Einschränkung wird in der Fachwelt akzep-
tiert, weil man weiß, dass eine Reduzierung von Treibhausgasemissionen (THGE) auch zu Verbesse-
rungen in anderen Umweltkriterien führt. 
 
Üblicherweise werden mit einer Klimabilanz die Auswirkungen der Stoff - und Energieströme auf das 
Klima während des gesamten Lebensweges von Produkten erfasst. In der Abfallwirtschaft werden 
hierfür die Abfallströme ab dem Zeitpunkt der Bereitstellung bis zur endgültigen Entsorgung bzw. 
Verwertung betrachtet. Hierbei werden zunächst die Belastungen für das Klima anhand von B e-
triebsmitteln und Energieverbräuchen z.B. durch den Transport oder durch die Aufbereitung und B e-
handlung von Abfällen ermittelt. Demgegenüber stehen Gutschriften für die Substituierung von Pr i-
märenergieträgern (Öl und Gas) durch den Eins atz der aufbereiteten Abfälle in z. B. Kraftwerken, 
oder durch den Einsatz von Altpapieren in Altpapierfabriken zur Schonung des Waldbestandes. 
Abfallwirtschaftsbetriebe 
Münster 
 
30.08.2018 
 
Ihr/e Ansprechpartner/in: 
Herr Wöstmann 
Telefon: 60 52 45 
WoestmannW@awm.stadt-
muenster.de

- 2 - 
V/0393/2018 
 
Mit Hilfe einer Gutschriftenmethode werden in einer Sachbilanz somit Belastungen für die Umwelt 
denen der Entlastung durch Substituierung von Primärenergieträgern oder Rohstoffen gegenüberg e-
stellt und berechnet. Die Ergebnisse lassen sich dann abschließend mit Hilfe der für das Klima rel e-
vanten Treibhausgase CO2, CH4 und N2O auf das Klima abschätzen bzw. darstellen. Die Berechnung 
erfolgt in Form von CO 2 Äquivalenten, da die einzelnen Gase unterschiedliche Wirkungen auf das 
Klima haben  
 
Wird beispielsweise Abfall in einer MVA behandelt, werden der MVA die Emissionen, die bei der Ve r-
brennung entstehen, als Belastung angerechnet. Produziert die MVA aus der bei der Verbrennung 
freigewordenen Energie Strom und Wärme, wird ihr die CO 2-Menge, die durch Bereitstellung dieser 
Menge Energie durch einen Kraftwerkspark erzeugt worden wäre, als CO 2-Vermeidung gutgeschrie-
ben. 
 
Ergebnisse der Untersuchungen 
 
Analog zur Erarbeitung der Studie von 2010 wurden das Öko-Instituts e.V. unter Mitwirkung der Res-
source Abfall GmbH mit der Studie beauftragt. Die Klimabilanzen wurden nach dem aktuellen Stand 
der Bilanzmethoden erstellt. Dabei wurden mit Ausnahme der Leichtverpackungen nur die Abfälle 
bilanziert, die im Zuständigkeitsbereich der Abfallwirtschaftsbetriebe Münster liegen. 
 
Die abfallwirtschaftliche Situation in Münster und die Übersicht der untersuchten Varianten werden in 
der beigefügten Zusammenfassung der Studie anschaulich dargestellt (Seiten 2 – 5). 
 
Der Vergleich der Ergebnisse des Status Quo 2017 mit dem Status Quo 2007 auf Basis der einheitli-
chen Mengen von 2017 zeigt eine Verbesserung der Klimabilanz der Abfallwirtschaft in Münster zwi-
schen 2007 und 2017 um rund 7 % (Seite 7). 
 
Insgesamt fällt das Gesamtergebnis positiv aus: 
 
1.) Im Ergebnis von Klimaentlastung und Kostensenkung erscheint der eingeschlagene Weg in 
Richtung Variante Status Quo 2017 als eindeutig sinnvollstes Szenario. 
 
2.) Mit den erreichten Ergebnissen des Status Quo 2017 sind sowohl weitere Vorteile beim Klima-
schutz als auch rund 70 % der erwarteten Kosteneinsparungen für Verwertung und Entsorgung 
gegenüber der Ausgangssituation in 2007 erreicht worden. 
 
3.) Die Variante MVA stellt sich im Ergebnis bei den Klimaauswirkungen um mehr als 
13.600 Mg CO2eq/a schlechter da als der Status Quo 2017.  
 
4.) Das Zukunftsszenario weist eine nochmals merklich verbesserte Situation um knapp 4.200 Mg 
CO2eq/a gegenüber dem Status Quo 2017 auf.  
 
 
I. V. 
 
gez. 
Peck 
Stadtrat 
 
Anlagen:  Anlage A 
 
Zusammenfassender Bericht der Studie „Optimierung der Abfallwirtschaft unter dem 
Aspekt des Klimaschutzes 2017“.

Anlage: Zusammenfassender Bericht der Studie „Optimierung der Abfallwirtschaft unter dem Aspekt des Klimaschutzes 2017“

19501 Zeichen

3 
Optimierung der Abfallwirtschaft unter dem As-
pekt des Klimaschutzes bei den Abfallwirt-
schaftsbetrieben Münster - 2017 
VON: ÖKO-INSTITUT E.V.   HTTP://WWW.OEKO.DE 
AUTOREN: 
GÜNTER DEHOUST – ÖKO-INSTITUT 
ALEXANDRA MÖCK– ÖKO-INSTITUT 
UNTER MITWIRKUNG VON 
RESSOURCE ABFALL GMBH HTTP://WWW.RESSOURCE-ABFALL.DE 
THEO SCHNEIDER 
BERLIN, ELZE, DEN 18. JULI 2018
Anlage zur Vorlage V/0393/2018

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1 Ausgangssituation und Aufgabenstellung 
Die Stadt Münster hat als „Klimaschutzhauptstadt“ bereits in der Vergangenheit vielfältige An-
strengungen unternommen die CO 2-Emissionen zu verringern. Die Abfallwirtschaftsbetriebe 
Münster (AWM) haben ihren Teil dazu beigetragen, die CO2-Emissionen im Rahmen der abfal l-
wirtschaftlichen Aufgaben zu verringern. Zuletzt wurde in 2009 und  2010 eine Zwischenbilanz 
gezogen und die zukünftigen Schwerpunkte der AWM an den Klimaschutzzielen ausgerichtet. 
Diese Untersuchung basierte auf Bilanzdaten für das Jahr 2007.  
Nunmehr besteht auf Grund der zwischenzeitlich vollzogenen wesentlichen Veränderungen in 
der Abfallwirtschaft in Münster erneut Veranlassung, die Situation der Abfallwirtschaft in Bezug 
auf Klimaschutz und Klimaschutzpotenziale zu betrachten. Die tatsächli chen Entwicklungen – 
Stand Jahr 2016 – sollen mit den damals prognostizierten Ergebnissen für das Zieljahr 2020 ve r-
glichen werden. Ursachen von ggf. festzustellenden Abweichungen sollen ermittelt und weitere 
Optimierungspotenziale wiederum aufgezeigt werde n. Auch sollen Entwicklungen in den Grun d-
lagen von Klimabilanzen einbezogen werden.  
Analog zur Erarbeitung der Studie von 2010 werden seitens des Öko -Instituts e.V. unter Mitwi r-
kung der RESSOURCE ABFALL GmbH die gemeinsamen Vorkenntnisse und Erfahrungen i n syste-
matischer Weise für die Erhebung der Datengrundlagen und die neuen Berechnungen eing e-
bracht. Die Klimabilanzen werden nach dem aktuellen Stand der Bilanzmethoden erstellt. Dabei 
werden mit Ausnahme der Leichtverpackungen nur die Abfälle bilanziert, die im Zuständigkeit s-
bereich der Abfallwirtschaftsbetriebe Münster liegen.  
2 Abfallwirtschaftliche Situation 2017 
Die Bestandsaufnahme der Daten der verschiedenen Abfallfraktionen  erfolgt für die gleichen 
Fraktionen wie in der Studie aus dem Jahr 2010 (Öko-Institut/Ressource Abfall 2010).  
In der Bestandsaufnahme für das aktuelle Bezugsjahr 201 7 im Vergleich mit 2007 ( sh. Tabelle 
2-1) setzen sich die grundlegenden Veränd erungen hin zur Kreislaufwirtschaft fort. In den ve r-
gangenen zehn Jahren ist dabei der Anteil an Abfall zur Beseitigung aus Gewerbe (=anderen 
Herkunftsbereichen als privaten Haushalten im Sinne der rechtlichen Terminologie) um rund 
6.000 Mg zurückgegangen. Beim Restabfall aus Haushalten ist ein minimaler Anstieg der absolu-
ten Menge von 0,4 % im Vergleich 2017 zu 2007 festzustellen. In diesem Zeitraum hat die Bevöl-
kerung in Münster um 9,9% zugenommen. Das spezifische Aufkommen an Restabfall pro Ei n-
wohner hat sich in dieser Zeit um 8,6 % verringert.

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Tabelle 2-1: Abfallmengen in Münster 2007 und 2017 
Abfallfraktion [Mg] [kg / (E*a)] in 2017 [kg / (E*a)]
Hausrestabfall 42.712 152,4 42.898 139,4
Restabfall aus Gewerbe 1) 10.398 37,1 4.183 13,6
Sperrabfall 7.557 27,0 7.061 22,9
Altholz 4.484 16,0 4.550 14,8
Bioabfall 17.747 63,3 15.609 50,7
Grünabfall 22.788 81,3 23.956 77,8
Altpapier 27.762 99,1 23.717 77,0
Straßenkehricht 5.311 19,0 5.043 16,4
Leichtverpackungen (LVP/WST) 9.524 34,0 10.205 33,1
Altmetall 1.383 4,9 1.328 4,3
Elektro-Altgeräte, Gr. 1 Kühlschränke 510 1,8 334 1,1
Elektro-Altgeräte, Gr. 1 Sonst. Großg. 822 2,9 508 1,6
Gesamtaufkommen
(ohne Sekundärmengen) 150.997 538,9 139.391 452,8
Einwohnerzahl Münster 280.199 307.842
1) = diese Abfälle unterliegen nicht dem Anschluss- und Benutzungszwang der kommunalen Abfallsatzung, 
diese Abfallart wird auch von anderen Marktteilnehmern entsorgt.
in 2007 in 2017
Zusätzlich zu diesem Gesamtaufkommen in 2017 wurden in den Klimabilanzen noch 439 Mg an Altbeständen aus 
2016 einbezogen, welche in 2017 über die MRA behandelt und entsorgt wurden.
 
Die Differenz zwischen dem Abfallaufkommen (Tabelle 2-1) und dem Abfallverbleib (Tabelle 2-2) 
in 2007 resultiert aus den damals aufzunehmenden Sekundärmengen . 
Tabelle 2-2: Verbleib der Abfälle in 2007 und 2017 
1990 2007 2017
Mengen Mengen Mengen
Mg Mg Mg
HM-Deponie 162.801 0 0
MBRA bzw. MA 0 68.362 59.019
Bioabfallvergärung 1) 0 17.747 28.176
Grünabfallkompostierung 1) 11.906 28.695 11.389
Papierrecycling 10.276 27.762 23.717
Metallrecycling 706 1.383 1.328
E-Schrott-Recycling, Gr. 1 0 822 508
Kühlgeräte-Recycling 0 510 334
Altholzverbrennung (beh.) 0 371 422
Altholzverbrennung 655 4.113 4.127
LVP+WST-Recycling 0 9.524 10.205
Summe 186.344 159.290 139.225
1) Mengenangabe für 2017 unter Berücksichtigung einer Zufuhr von 12.567 Mg Grünabfall als Strukturmaterial in die 
Nachrotte der Bioabfallvergärung

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3 Definition der zu berechnenden Klimabilanzen 
3.1 Übersicht der untersuchenden Varianten 
3.1.1 Klimabilanz für den Ist-Zustand 2017 
Die von der aktuellen Abfallwirtschaft in Münster verursachten bzw. eingesparten THG -
Emissionen, werden für die Verwertungswege in 2017 mit dem Abfallaufkommen von 2017 da r-
gestellt.  
Diese Variante wird im Weiteren unter dem Titel Status Quo 2017 behandelt. 
3.1.2 Klimabilanz für die Variante MRA plus MVA Oberhausen mit aktuellen Klima -
Bilanz-Methoden 
Die Variante MRA + MVA Oberhausen beinhaltet die Behandlungswege analog zum Szenario III 
der Untersuchung aus 2010. Demnach sind die hier Angaben zur MVA Oberhausen für die Me n-
genströme heranzuziehen, welche 2017 tatsächlich nach Hengelo gegangen sind. Weiterhin wird 
diese Variante mit den aktuellen Mengen 2017 berechnet.  
3.1.3 Klimabilanz für den Status 2007 mit aktuellen Mengen und aktuellen Klima-Bilanz 
Methoden 
Die Variante Status 2007 beinhaltet die Behandlungswege entsprechend dem Stand 2007. Diese 
Variante mit nun mit den aktuellen Mengendaten aus 2017 berechnet. Da mit kann ein meth o-
disch sauberer Vergleich zwischen 2007 und 2017 gemacht werden. Auf diese Weise können die 
Fortschritte, die seit 2007 gemacht wurden, ermittelt werden. 
3.1.4 Klimabilanz für die Variante MVA mit aktuellen Klima-Bilanz-Methoden 
Die Variante MVA beinhaltet die Behandlungswege analog zum Szenario II der Untersuchung 
aus 2010. Demnach wird hier eine Restabfallentsorgung  nahezu ausschließlich über eine Mül l-
verbrennungsanlage betrachtet.  
3.1.5 Klimabilanz für die Variante Zukunftsszenario mit aktuellen Klima -Bilanz-
Methoden 
Die Variante Zukunftsszenario beinhaltet die Behandlungswege aus 2017 sowie einzelne Opt i-
mierungen derselben, welche sich auf Grund der bisherigen Erkenntnisse der Verfasser und ei n-
zelnen Berechnungsergebnissen für die Situation in Münster als relativ naheliegende, noch mö g-
liche Verbesserungen anbieten.  
 
Tabelle 3-1 zeigt zusammenfassend die in dieser Untersuchung betrachteten Varianten.

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Tabelle 3-1: Übersicht Varianten  
Varianten Variante Status 
Quo 2017
Variante MRA + 
MVA Oberhausen
Variante Status 
2007 Variante MVA Variante 
Zukunftsszenario
sh. Kap. 3.1.1 3.1.2 3.1.3 3.1.4 3.1.5
Mengen 2017 2017 2017 2017 2017
Abfallbehandlungswege 2017 Prognose Sz. III 
2010 2007 Prognose Sz. II 
2010 2017 optimiert
Restabfälle MRA MRA MBRA MVA Oberhausen MRA
 - heizw. Fraktion (KS) Zementwerk Zementwerk Zementwerk ./. Zementwerk
 - Mittelfraktion MVA Hengelo MVA Oberhausen MVA Oberhausen ./. MVA Hengelo
 - Feinfraktion MVA Hengelo MVA Oberhausen MVA Oberhausen ./. MVA Hengelo
Trockenvergärung 
(MBRA)
Trockenvergärung 
(MBRA) Nassvergärung Trockenvergärung 
(MBRA)
Trockenvergärung 
(MBRA)
Kompost: 
Tunnelrotte
Kompost: 
Tunnelrotte
Mietenkompost 
(offen)
Kompost: 
Tunnelrotte
Kompost: 
Tunnelrotte
Grünabfall Kompost: 
Tunnelrotte
Kompost: 
Tunnelrotte
Mietenkompost 
(offen)
Kompost: 
Tunnelrotte stoffstromspez.
LVP/Wertstoff LVP LVP LVP LVP Wertstoff
Hartkunststoff, getrennt ja ja nein (in Restabfall 
enthalten) ja ja
Bioabfall

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4 Ergebnisse der Klimaschutzbilanzen der untersuchten Varianten 
In Abbildung 4-1 sind die Gesamtergebnisse (THG -Emissionen pro Jahr) für die verschiedenen 
Varianten dargestellt. Die größten Differenzen  zeigen sich in der Behandlung des Restabfalls in 
der MRA/MBRA bzw. MVA sowie bei der Behandlung des Grünabfalls. Im Gesamtergebnis 
schneidet die Variante MVA im Vergleich zu den anderen Varianten am schlechtesten ab. Gefolgt 
von der Variante Status 2007.  
Da die Summe der Behandlungs - und Recyclingaufwendungen zu Entlastungen bzw. Gutschri f-
ten führt, folgt daraus innerhalb des Berechnungssystems einer Klimabilanz, dass, je mehr Abfall 
entsorgt wird, umso besser das Gesamtergebnis der Bilanz ist. Das liegt daran, dass in Ökob i-
lanzen der Abfallwirtschaft per Definition die Produktionsaufwendungen für die Produkte und M a-
terialien, die zu Abfall geworden sind, nicht berücksichtigt werden. Diese Bilanz dient der Bewe r-
tung verschiedener Abfallbehandlungswege. Um verschiedene Abfallbehandlungswege adäquat 
miteinander vergleichen zu können, müssen bei allen Varianten die Abfallinputmengen konstant 
gehalten werden. Hilfsweise, insbesondere wenn Jahrgänge verglichen werden, die faktisch u n-
terschiedliche Abfallmengen a ufweisen, können die spezifischen Emissionen pro Mg Abfall zum 
Vergleich herangezogen werden.  
 
Abbildung 4-1: Ergebnisse der Klimabilanzen 
Die erheblich höheren spezifischen Gutschriften für Bioabfall und Grünabfall bei der Variante 
Zukunftsszenario beruhen auf den im Rahmen der Untersuchung von 2010 enthaltenen Anna h-
men einer verstärkten mechanischen Vorbehandlung mit Trennung der Grünabfälle in drei Tei l-
fraktionen nach 
- brennbar, 
- vergärbar und 
- kompostierbar. 
5 Vergleichende Analyse der Berechnungsergebnisse

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5.1 Aktueller Beitrag zum Klimaschutz in Münster 
Ein Vergleich der Ergebnisse des Status Quo 2017 mit dem nach aktuellen Berechnungsmetho-
den betrachteten Status 2007 auf Basis einheitlicher Mengen von 2017  zeigt eine Verbesserung 
der Klimabilanz der Abfallwirtschaft in Münster zwischen 2007 und 2017 um rund 7  % (s. Abbil-
dung 5-1). 
 
Abbildung 5-1: Status Quo 2017 im Vergleich mit Status 2007 bei gleichen Mengen 2017 
5.2 Vergleich mit den Erwartungen aus der Studie 2010 
Abbildung 5-2 zeigt die prozentualen Verbesserungen bzw. Verschlechterung des Status Quo 
2017 und der anderen Varianten gegenüber dem Szenario Status 2007. Die orangenen Balken 
nach rechts zeigen eine Vers chlechterung, die grünen Balken nach links eine Verbesserung zur 
Variante Status 2007 an. 
 
Abbildung 5-2: Prozentuale Verbesserungen und Verschlechterungen der Varianten gege n-
über Status 2007 in Bezug auf die Gesamtergebnisse 
Bis auf Variante MVA sind alle Varianten dem Status 2007 überlegen.

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Der Vergleich der Varianten Status Quo 2017 und Variante MRA + MVA Oberhausen beinhal-
tet praktisch den Vergleich der MVA in den Niederlanden mit der in Deutschland. D iese unte r-
scheiden sich hauptsächlich durch den tatsächlichen thermischen Wirkungsgrad und weisen in s-
gesamt folgende Emissionsfaktoren für Stromgutschriften auf (sh. Tabelle 5-1). In Summe ist das 
Gesamtergebnis für die MVA in NL um 63 % besser als das der MVA in DE (sh. Tabelle 5-2).   
Tabelle 5-1: spezifische Emissionsfaktoren MVA NL und DE 
 MVA NL MVA DE 
EF für Stromgutschrift 544 kg CO2-eq/MWh 656 kg CO2-eq/MWh 
Tabelle 5-2: Ergebnisse MVA NL und DE 
  MVA NL MVA DE 
  
gesamt 
Mg CO2-eq 
spezifisch 
kg CO2-eq/Mg 
gesamt 
Mg CO2-eq 
spezifisch 
kg CO2-eq/Mg 
SML 808 14,9 808 14,9 
TSP (Münster-MVA) 400 6,8 496 8,5 
Betriebsmittel 1.510 25,7 1.510 25,7 
Emissionen durch Verbrennung 19.418 330,9 19.418 330,9 
GUT Strom -12.231 -208,5 -15.485 -263,9 
GUT Wärme -11.890 -202,6 -6.817 -116,2 
Metalle -2.959 -50,4 -2.959 -50,4 
Summe -4.945 -84,3 -3.029 -51,6 
Es ist zu berücksichtigen, dass der EF für den ersetzten Strom (und Wärme) kein adäquates Kr i-
terium für die Wahl eines Standortes der MVA sein kann. Auf Grund der Decarbonisierung des 
Strommixes (und auch des Wärmemixes) werden die EF in der Zukunft immer geringer und die 
Gutschriften für Strom und Wärme daher geringer.  
6 Schlussfolgerungen aus den Berechnungsergebnissen der 
Klimabilanzen für 2017 
6.1 Allgemeine Erläuterung zu Berechnungsergebnissen von Klimabilanzen 
Die Anwendung aktueller methodischer Ansätze bei den Berechnungen der Klimabilanzen führ t 
zu einer Verringerung der durch abfallwirtschaft liche Maßnahmen erzielbaren Verminderung an 
CO2eq –Emissionen im Vergleich mit den Ergebnissen der Berechnungen aus 2010 . Diese Ver-
ringerung wird hauptsächlich durch die Fraktion Papier verursacht. Hier spielt sowohl die deutlich  
geringere Menge als auch die geringere spezifische Gutschrift je Tonne verwertetes Altpapier 
eine Rolle.  
Bei den Klimabilanzen ist insgesamt weiterhin zu beachten:  
Nicht die Leistung der Abfallwirtschaft ändert sich, sondern der potenzielle Klimaschutzbe i-
trag durch Substitution fossiler Brennstoffe geht gegen Null. (Vogt 2017)

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6.2 Ergebnisse der Klimabilanzen für die Abfallwirtschaft Münster in 2017 
Die in Tabelle 2-1 dargestellten Mengen belegen eine Rückgang des spezifischen Aufkommens 
sowohl bei Restabfällen wie auch bei einer Reihe von Wertstofffraktionen in den vergangenen 10 
Jahren.  
Ähnlich zur Vorgehensweise in der Studie 2010 sind verschiedene Varianten (sh. Kap. 3) defi-
niert und berechnet worden: 
Tabelle 6-1: Übersicht Varianten 
Variante Abfallverbleib wie: Abfallaufkommen aus 
Status Quo 2017 Status Quo 2017 2017 
MRA + MVA Oberhausen Status Quo 2017 nur MVA in D 
statt in NL 2017 
MVA Szenario II in Studie 2010 2017 
Status 2007 Status 2007 2017 
Zukunftsszenario Status Quo 2017 plus Optimie-
rung Grünabfall + Wertstofftonne 2017 
 
Vergleicht man die Situation aus 2007 mit dem Status Quo 2017  unter der Annahme gleicher 
Mengen für alle Fraktionen so hat sich die Klimabilanz der Abfallwirtschaft in Münster in den ve r-
gangenen zehn Jahren gemessen an aktuellen Berechnungsmethoden um rund 7 % verbessert  
(sh. Abbildung 4-1). 
 
Die ökonomische Bewertung ist in gleicher Weise wie in der Studie von 2010 basierend auf den 
Kostensachverhalten und Ansätzen analog IWA 2009 ohne Verwaltungskosten und Overheadan-
teile vorgenommen worden. Weiterhin sind auf Grund der Erkenntnisse der Untersuchung aus 
2010, wonach Sammlung und Transport keine signifikanten Beiträge für die Klimabilanzen insg e-
samt liefern, Verwertungs - und Entsorgungsleistungen sowie deren Kosten verglichen wor den. 
Diese Kosten sind auch in der nun vorliegenden Untersuchung ohne Verwaltungskosten und 
Overheadanteile angegeben. Daher weicht die Summe der Kosten für den Status Quo 2017 vom 
AWM-Jahresabschluss 2017 ab  
Die Kosten für Behandlung, Verwertung und Ents orgung der Abfälle in Münster gegenüber dem 
Status 2007 deutlich um 2,6 Mio. € zurückgegangen, wobei ein Teil dieser Kosteneinsparungen 
auf dem Mengenrückgang insgesamt beruht. Damit wurde ein wesentlicher Schritt (ca. 70%) auf 
dem Weg in Richtung der Kost enerwartungen umgesetzt, welche mit dem Szenario III aus der 
Studie von 2010 prognostiziert wurden.  
Die Ergebnisse insgesamt werden auch in dieser Untersuchung wiederum anschaulich in Form 
einer sogenannten Scorecard (sh. Abbildung 6-1) dargestellt, wobei Klimaentlastungen und Kos-
tensenkungen für jedes Szenario eindeutig zu erkennen sind. Wie bei solchen Scorecards üblich, 
liegen die besten Ergebnisse im Quadranten rechts oben.

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Abbildung 6-1: Klimaentlastungen und Kostensenkungen für Behandlung, Verwertung und 
Entsorgung der Varianten  
Weiterhin fallen insbesondere folgende unterschiedlichen Auswirkungen der betrachteten Varian-
ten bei der Klimaentlastung auf:  
1.) Im Ergebnis von Klimaentlastung und Kostensenkung erscheint der eingeschlagene Weg in 
Richtung Variante Status Quo 2017 als eindeutig sinnvollstes Szenario. 
2.) Mit den erreichten Ergebnissen des Status Quo 2017  sind sowohl weitere Vorteile beim 
Klimaschutz als auch rund 70  % der erwarteten Kosteneinsparungen für Verwertung und 
Entsorgung gegenüber der Ausgangssituation in 2007 erreicht worden.  
3.) Die Variante MVA stellt sich im Ergebnis bei den Klimaauswirkungen um mehr als 
13.600 Mg CO2eq/a schlechter dar als der Status Quo 2017. Dabei ist bezüglich der rechne-
risch ermittelten Kostenvorteile von mehr als 3 Mio. € pro Jahr auf Einschränkungen und Ri-
siken wie z.B. erheblich gestiegene Kosten in Biomassekraftwerken und anderen  thermi-
schen Verwertungsanlagen im Vergleich zur Situation 2010 zu verweisen. 
4.) Gegenüber der kostengünstigsten reinen MVA-Variante weist der Status Quo 2017  Ver-
meidungskosten von 233 €/Mg CO2eq auf. Eine Realisierung des Zukunftsszenarios würde 
zu Vermeidungskosten in Höhe von 162 €/Mg CO2eq führen. 
5.) Das Zukunftsszenario weist eine nochmals merklich verbesserte Situation um knapp 4.200 
Mg CO2eq/a gegenüber dem Status Quo 2017 auf.  
Soll durch Klimaschutzmaßnahmen bis 2050 das ambitioniertere 95  % CO2-Reduktionsziel er-
reicht werden, das die Stadt Münster anstrebt , sind Maßnahmen  mit relativ hohen CO2-
Vermeidungskosten notwendig. Beispielsweise werden dann im Gebäudesektor Vermeidungs-
kosten zwischen 120 und 370 €/Mg CO 2eq ermittelt, wie ein a nnähernder Passivhausstandard in

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Wohngebäuden bei Neubauten der Vermeidungskosten von > 300 €/Mg CO 2eq aufweist. Ähnlich 
hoch sind die Vermeidungskosten im Bereich Mobilität1. 
Im Vergleich zu diesen Maßnahmen liegen insbesondere bei Nutzung der Optimierungen der 
Zukunftsvariante die Vermeidungskosten der ambitionierten Abfallbehandlungskonzepte im unte-
ren Bereich. 
Die bereits im Rahmen der Studie 2010 ermittelten erheblichen Potenziale durch Optimierung s-
ansätze aus Sicht des Klimaschutzes in den Bereichen 
a) Wertstofftonne sowie 
b) Aufsplittung von Grünabfällen in drei Teilfraktionen – sofern sich der Markt im Bereich der 
Biomassekraftwerke in der Zukunft wieder entspannen sollte 
bestehen auch bei einer Bewertung nach aktuellen Klimabilanzmethoden. Schließlich ist auch 
zukünftig ein Augenmerk auf die Reduktion von Metha n- und Lachgasemissionen bei der Bioa b-
fallvergärung zu legen. 
                                                
1 Angaben zu den Vermeidungskosten nach: Gebert et, al.: Klimapfade für Deutschland, The Boston Con-
sulting Group (BCG) und Prognos, im Auftrag des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Janu-
ar 2018

Beratungsverlauf (1)

06.09.2018 Betriebsausschuss der Abfallwirtschaftsbetriebe
TOP 7 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

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Details

Vorlagen-Nr.
V/0393/2018
Typ
Vorlagen
Datum
03.05.2018
Erstellt
06.10.2020 14:37