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A-R/0022/2008

Teilhaben: Vergünstigungspass "Münster für alle" Bühnen - Bäder - Bären

Antrag an den Rat 22.04.2008

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Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 07.05.2008, TOP 21.2

Originalantrag

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Originalantrag

6238 Zeichen

Antrag an den Rat Nr. A-R/0022/2008  
 
 1 
 
 
Antrag 
 
 
 
 
 
15.04.2008 
 
 
 
 
SPD-Fraktion 
im Rat der Stadt Münster  
 
 
Münzstr. 15 
48143 Münster 
Telefon: 0251/ 45 314 
Fax: 0251/ 511 750 
spdfrak@muenster.de  
     www.spd-muenster.de  
 
Teilhaben: Vergünstigungspass „Münster für alle“  
Bühnen – Bäder – Bären 
 
Auch sinkende Arbeitslosenzahlen in Münster können nicht darüber hinweg 
täuschen: nach wie vor besteht erheblicher Handlung sbedarf, Menschen in Armut 
oder an der Armutsgrenze die Teilhabe am gesellscha ftlichen Leben zu ermöglichen. 
Während die Zahl der Arbeitsverhältnisse steigt, wä chst gleichzeitig die Zahl 
derjenigen Menschen, die durch ihre Arbeit kein auskömmliches Einkommen erzielen 
und aufstockende Leistungen benötigen. Die SPD-Frak tion beantragt daher die 
Ausgabe eines Vergünstigungspasses „Münster für alle “. 
 
Die kommunale Einflussmöglichkeit auf Integration u nd gesellschaftliche Teilhabe ist 
u. a. durch die Vergünstigung von städtischen und s tadtnahen Angeboten gegeben. 
Diese Möglichkeit will die SPD-Fraktion nutzen, um die Stadtgesellschaft solidarisch 
auszurichten. Eine lebenswerte Stadt schließt nicht  aus, sondern ist offen für alle 
Bürgerinnen und Bürger. 
 
  
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen: 
 
1. Es wird ein Vergünstigungspass „Münster für alle “ eingeführt, der Kindern und 
Erwachsenen zu Gute kommt, die Leistungen gem. SGB II (Arbeitslosengeld II 
oder Sozialgeld) oder Leistungen zum Lebensunterhal t gem. SGB XII oder 
Grundsicherungsleistungen bei dauernder Erwerbsmind erung oder 
Grundsicherungsleistungen im Alter oder Leistungen nach dem 
Asylbewerberleistungsgesetz erhalten. 
 
2. Der Leistungsumfang des Vergünstigungspasses umf asst die Angebote der 
städtischen Kultureinrichtungen (z.B. Stadttheater,  Stadtbücherei), der 
städtischen Bildungsangebote (z.B. Volkshochschule,  Musikschule), der 
städtischen Sportangebote (z.B. Bäder) und des Allwetterzoos. 
 
3. Alle o. g. städtischen sowie stadtnahen Anbieter  erteilen eine 50%ige-
Ermäßigung für Inhaberinnen und Inhaber des „Münster für alle – Passes“.  
 
4. Die Vergünstigungen des Theaters für Studierende  („Dienstag ist 
Studententag“) sollen auch für Inhaber des „Münster  für alle  – Passes“ 
zugänglich gemacht werden.

2 
5. Die Stadt Münster verhandelt mit den nichtstädti schen Anbietern sozialer, 
kultureller und gesundheitlicher Angebote sowie von Kultur-, Bildungs-, Sport-, 
Kinder- und Jugendfreizeitangeboten über Preisnachl ässe, die dem o. g. 
Personenkreis eingeräumt werden können, um die Reic hweite des „Münster 
für alle – Passes“ zu erhöhen. 
 
6. Der Verwaltungsaufwand zur Aushändigung des „Mün ster für alle – Passes“ 
soll gering gehalten werden. Die Verwaltung legt de n zuständigen Gremien 
ein Konzept zur niedrigschwelligen Ausgabe des Pass es vor, um möglichst 
viele Berechtigte zu erreichen. 
 
7. Die Verwaltung erstellt eine Übersicht über die kommunalen 
Vergünstigungsangebote und veröffentlicht die Übersicht adäquat. 
 
8. Die Verwaltung bewirbt den Vergünstigungspass „M ünster für alle “ offensiv. 
Eine hohe Inanspruchnahme ist anzustreben. Ziel ist  es, Ausgrenzung zu 
verhindern und Teilhabe zu ermöglichen. 
 
 
Begründung: 
 
 
Mit der Vorlage des Sozialberichts NRW 2007 wurde d er 2. Armuts- und 
Reichtumsbericht in NRW veröffentlicht. Dieser Beri cht spiegelt insbesondere die 
Situation und Lebenslagen unterversorgter Personen sowie die 
Ausgrenzungstendenzen wieder. Neu thematisiert wurd en die „Unsicheren 
Erwerbsverhältnisse“, deren Zahl drastisch ansteigt  und die häufig in prekären 
Beschäftigungsverhältnissen enden. Unter dem Stichw ort „Den Armen eine Stimme 
geben“ überschreibt die Freie Wohlfahrtspflege ihre n Berichtsteil und leitet ein mit 
dem Zitat eines neunjährigen Mädchens „Wenn ich gan z viel Geld habe, dann gehe 
ich ins Kino. Oder ins Schwimmbad. Da fahren die an deren immer hin. Ich war da 
noch nie.“ Mit diesem bedrückenden Zitat ist viel a usgesagt über die Ausgrenzung 
von Kindern aus Freundeskreisen und aus Schulklasse n. Wenngleich das Gefühl der 
Nicht-Zugehörigkeit Kinder besonders scharf trifft darf nicht vergessen werden, dass 
auch Erwachsene unter sozialer Ausgrenzung leiden. Gerade auch Familien in Armut 
benötigen besondere Unterstützung. 
 
Münster hat eine gute Tradition des Helfens. Dies i st einer Bürgerschaft zu 
verdanken, die engagiert den Gemeinsinn fördert. So  sind bereits jetzt nicht-
städtische Anbieter in Münster bereit, Preisreduzie rungen für einkommensarme 
Menschen einzuräumen. Diese Preisreduzierungen könn en z. T. nicht in Anspruch 
genommen werden, da ein geeignetes Legitimationsmit tel fehlt. Sich an der Kino-
Kasse mit dem ALG II–Bescheid „ausweisen“ zu müssen , ist nicht hinnehmbar. Der 
Vergünstigungspass „Münster für alle “ soll diese Lücke schließen. 
 
Die Möglichkeit, preisreduzierte Karten für die stä dtischen Bühnen zu nutzen, ist 
wenig bekannt, da das bereits bestehende Angebot bi slang nicht offensiv beworben 
wird. Gleichzeitig besteht auch hier das bereits ge schilderte Legitimationsproblem. 
Die SPD-Fraktion möchte die Inanspruchnahme kulture ller Angebote steigern, indem 
der „Studententag“ auch für bedürftige Personengruppen geöffnet wird (bei Kauf an 
der Abendkasse: 5 Euro auf allen Plätzen!). Das Ang ebot ist entsprechend zu 
bewerben.

3 
Schwimmbäder dienen der Gesundheit und sind besonde rs wichtige 
Freizeitangebote gerade in den Ferien, wenn andere verreisen: Die SPD-Fraktion will 
Kindern und Erwachsenen die Zugangsmöglichkeiten er leichtern. Preisreduzierte 
Eintrittskarten fördern das Gesundheitsverhalten: f ür Kinder durch das Erlernen von 
Schwimmen und der Bewegungsfreude - für Erwachsene durch sportliche Aktivität. 
 
Mit dem von 1998 bis 2001 durch das Sozialamt ausge händigten Münster-Pass 
wurden gute Erfahrungen gemacht; hieran sollte angeknüpft werden. 
 
 
 
Beanka Ganser   Ralf Hubert   Udo Reiter 
Wolfgang Heuer   Dr. Michael Jung  Anne Schulze Win tzler 
Anika Bergner   Marianne Koch  Joachim Tonn  
Hedwig Chudziak   Gaby Kubig-Steltig  Beate Vilhjal msson   
Philipp Gabriel    Kurt Pölling   Holger Wigger 
Anne Hakenes   Karsten Rahn  Karl-Heinz Winter 
Marianne Hopmann

Beratungsverlauf (1)

07.05.2008 Rat
TOP 21.2 Antrag Entscheidung

Beschluss: verwiesen

Zur Sitzung

Orte (1)

  • Münzstraße 15

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Details

Vorlagen-Nr.
A-R/0022/2008
Typ
Antrag an den Rat
Datum
22.04.2008
Erstellt
06.10.2020 14:37