V/0174/2011
Bericht über die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen und schwerbehinderten Menschen Gleichgestellten bei der Stadt Münster
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Berichtsvorlage
19168 Zeichen
V/0174/2011 DER OBERBÜRGERMEISTER Personal- und Organisationsamt Betrifft Bericht über die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen und schwerbehinderten Menschen Gleichgestellten bei der Stadt Münster Beratungsfolge 03.05.2011 Ausschuss für Personal, Recht und Ordnung Bericht 03.05.2011 Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen Bericht 25.05.2011 Hauptausschuss Bericht Bericht: 1. Einleitung Der Haupt- und Finanzausschuss hat mit Beschluss vom 10.12.2003 die Verwaltung be- auftragt einen jährlichen Bericht über die Beschäftigungssituation der schwerbehinderten Menschen bei der Stadt Münster und ihrer Beteiligungen zu erstellen. 2. Beschäftigungsquote und Struktur der schwerbehinderten Beschäftigten / Auf- tragsvergaben Die Stadt Münster hat im Jahr 2010 die gesetzlich geforderte Mindestquote in Höhe von 5,17 % erfüllt (siehe Anlage 1). Eine Ausgleichsabgabe ist daher für das Jahr 2010 erneut nicht zu entrichten. Im Laufe des Jahres 2010 sind 27 schwerbehinderte Mitarbeiter/ Mitarbeiterinnen aus dem Dienst der Stadt Münster ausgeschieden. In vier Fällen wurde entweder der Ausweis nicht verlängert, die Wochenstunden reduziert oder es verringerte sich der Grad der Schwerbehinderung auf unter 50 %. Dem gegenüber stehen 10 Zugänge (Neueinstellun- gen). In 20 Fällen wurde ein Schwerbehindertenausweis neu ausgestellt. Die Auftragsvergaben der Stadt Münster an anerkannte Werkstätten für behinderte Men- schen beziehungsweise an Blindenwerkstätten betrugen im Jahr 2010 insgesamt rd. 140.915,30 €. Dieses Ergebnis entspricht einer Steigerung von rd. 4,5 % gegenüber dem Vorjahr. Hinsichtlich der strukturellen Verteilung der schwerbehinderten Beschäftigten sowie der Angaben zu den Auftragsvergaben wird auf die Anlage 1 verwiesen. Vorlagen-Nr.: V/0174/2011 Auskunft erteilt: Herr Goerke Ruf: 492 11 00 E-Mail: Goerke@stadt-muenster.de Datum: 25.03.2011 Öffentliche Berichtsvorlage 2 V/0174/2011 Auf Anregung der Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinde- rungen, die städtischen Auftragsvergaben an Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) zu steigern, hat die Verwaltung mit der Firma Westfalenfleiß GmbH eine Informa- tionsveranstaltung durchgeführt. Hierbei sollte die Leistungspalette und das Produktport- folio der WfbM präsentiert werden. Die Veranstaltung hat am 07.12.2010 stattgefunden. Im Rahmen dieser Veranstaltung fanden in den jeweiligen Abteilungen/Standorten „Exper- tengespräche“ zu Möglichkeiten der Zusammenarbeit statt. Über die verschiedenen Standorte und Leistungsbereiche (Garten- und Landschaftsbau, Cate- ring/Essensversorgung, Schreinerei, Möbelinstandhaltung, Büroservice und Wäscherei) wurden die städtischen Mitarbeiter/innen im Vorfeld entsprechend informiert. Über den Er- folg der Veranstaltung, gemessen in der Steigerung von Auftragsvergaben, kann frühes- tens zu Beginn 2012 eine Aussage getroffen werden, wenn die Zahlen für das Jahr 2011 vorliegen. 3. Maßnahmen zur Förderung, Integration, Fortbildung und Einstellung von schwer behinderten Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen Innerhalb der Stadtverwaltung ist die Integration und Förderung schwerbehinderter Mitar- beiter und Mitarbeiterinnen sowie von Behinderung Bedrohter weiterhin gelebter Alltag. Selbstverständlich gehören hierzu die Versorgung der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit behindertengerechten Büroausstattungen, die Bewilligung von Anträgen auf Altersteilzeit beziehungsweise auf Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit. Insbesondere ist auch die beständig gute Arbeit des Integrationsteams in diesem Kontext zu erwähnen. Die Stadtverwaltung sowie die Vertrauensfrau der Menschen mit Behinderungen veröf- fentlichen weiterhin aktuelle Informationen in der Mitarbeiterzeitung „Forum intern“ sowie im Intranet der Stadt Münster. 3.1 Auswahlverfahren Die Zahl der durchgeführten externen Ausschreibungsverfahren ist gegenüber 2009 er- neut gestiegen. Im Jahr 2010 wurden insgesamt 186 Personen eingestellt, 20 davon un- befristet. Es haben sich 3.124 Personen beworben. Von diesen 3.124 Bewerbungen stammten 90 von Menschen mit Behinderungen (= 2,9 %). Von diesen 90 Bewerber/innen haben während des Verfahrens bereits 5 Personen ihre Bewerbung zurück gezogen. Dar- über hinaus sind 6 Personen zum Vorstellungsgespräch – ohne Angabe von Gründen – nicht erschienen. Mit einer Anzahl von 14 Neueinstellungen liegt die Einstellungsquote der Menschen mit Behinderungen mit 15,5 % wiederum deutlich höher als die der nicht schwerbehinderten Personen (5,6 %). Die Einstellungen der 14 schwerbehinderten Menschen (2 Frauen / 12 Männer) erfolgten überwiegend für den Verwaltungsbereich (7 Personen), mit 3 Personen für die Kassen in den Freibädern sowie mit jeweils 1 Person für die Bereiche Schulhaus- meisterdienst, Müllabfuhr, Sportstättenunterhaltung und sozialer Bereich (Erzieherin). Die Vertrauensfrau der Menschen mit Behinderungen wird in alle Auswahlverfahren ein- bezogen, bei denen Bewerbungen von Menschen mit Behinderungen vorliegen. Sämtli- che Entscheidungen im Laufe eines Verfahrens werden nur nach Absprache mit ihr ge- troffen. Auch so ist sichergestellt, dass in den Auswahlverfahren Menschen mit Behinde- rungen nicht benachteiligt werden. Aufgrund einer Entscheidung des Rates, den Hinweis in Stellenausschreibungen bezüg- lich der besonders zu berücksichtigenden Personengruppen wie Frauen und Menschen 3 V/0174/2011 mit Behinderungen um die Menschen mit Migrationshintergrund zu erweitern, wurde der Text – nach Absprache mit der Vertrauensfrau der Menschen mit Behinderungen – im Laufe des Jahres 2010 wie folgt angepasst: „Die Stadt Münster fördert in vielfältiger Hinsicht aktiv die Gleichstellung der Mitarbeiterin- nen und Mitarbeiter. Wir begrüßen daher Bewerbungen von Frauen und Männern aus- drücklich unabhängig von Behinderung, kultureller und sozialer Herkunft, Alter, Religion, Weltanschauung oder sexueller Identität“. Nach wie vor gilt: Schwerbehinderten Bewerberinnen und Bewerbern wird Gelegenheit zur persönlichen Vorstellung gegeben, auch wenn Teile des Anforderungspro- fils auf Grund der Behinderung nicht erfüllt werden. Ob und ggf. durch welche organisatorischen und/oder technischen Maßnahmen auf die Er- füllung dieses Anforderungsprofils verzichtet werden kann, wird bereits im Vorfeld der Gespräche geprüft. Stellenausschreibungen werden seit 2003 elektronisch der Arbeitsagentur übermittelt und stehen dort über das Inte rnetportal der Bundesagentur für Arbeit Bewerberinnen und Bewerbern bundesweit zur Verfügung. 3.2 Ausbildung / Praktika 3.2.1 Ausbildung Im Jahr 2010 sind insgesamt 38 Anwärter/innen bzw. Auszubildende in 13 verschiedenen Berufen / Ausbildungsgängen eingestellt worden. Diese sind: ¾ Berufskraftfahrer/in ¾ Brandmeisteranwärter/in ¾ Ausbildungskräfte nach dem Coesfelder Modell * ¾ Bachelor of laws * ¾ Fachangestellte/r für Bäderbetriebe ¾ Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste * ¾ Fachinformatiker/in * ¾ Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft ¾ Informatikkauffrau/mann ¾ Kfz-Mechatroniker/in ¾ Mediengestalter/in * ¾ Straßenbauer/in * ¾ Vermessungstechniker/in * *) Für diese Ausbildungsbereiche lagen Bewerbungen von Schwerbehinderten / Gleich- gestellten vor. Insgesamt gingen für den Ausbildungsbereich 1.474 Bewerbungen ein, 30 davon waren von Schwerbehinderten / Gleichgestellten (= 2,0 %). Von diesen 30 Bewerber/innen zo- gen vier Bewerber/innen während des Auswahlverfahrens ihre Bewerbung zurück. Ein Bewerber erschien - ohne Abmeldung – nicht zum Einstellungstest. Nach Abschluss aller Auswahlverfahren konnten zwei Menschen mit Behinderungen jeweils für einen Ausbil- dungsplatz „Bachelor of Laws“ sowie „Straßenbauer“ eingestellt werden. Damit liegt auch im Ausbildungsbereich die Einstellungsquote mit 6,7 % (2 von 30 Bewerber/innen) deut- lich über der der nicht schwerbehinderten Auszubildenden (= 2,5 %). Alle Förderschulen des Landschaftsverbandes Westfalen Lippe, die Integrationsfach- dienste sowie die Berufsförderungswerke Maria Veen und Hamm werden jeweils über die 4 V/0174/2011 Ausschreibungen informiert. Die Ausbildungsleiterin der Stadt Münster bietet regelmäßig und ausdrücklich allen Münsteraner Schulen an, persönlich in die Schule zu kommen, um die Schüler/innen direkt zu informieren. Das Angebot wird jedoch kaum wahrgenommen. Nach wie vor gilt: Bei Einstellungen zu Ausbildungszwecken wird bei schwerbehinderten Bewerberinnen und Bewerbern jeweils die 1. Stufe des Auswahlverfah- rens übersprungen. Diese 1. Stufe ist bei einigen Ausbildungsberufen ein theoretischer Test, bei anderen der Notendurchschnitt der eingereichten Zeugnisse. Notwendige Hilfsmittel werden im Auswahlverfahren und im weiteren Verlauf der Ausbildung selbstverständlich zur Verfügung gestellt. Auch im Ausbildungsbereich wird die Vertrauensfrau der Menschen mit Behinderungen in alle Verfahren, in denen Bewerbungen von schwerbe- hinderten Menschen vorliegen, einbezogen. Alle Entscheidungen erfolgen auch hier nur mit ihrem Einverständnis. 3.2.2 Praktika Im Berichtsjahr 2010 haben sich 13 schwerbehinderte Personen um einen Prakti- kumsplatz bei der Stadt Münster beworben. Bewerbungen erhält die Stadt Münster als Praktikumsbetrieb regelmäßig von unterschiedlichen Trägern wie zum Beispiel dem För- derkreis Sozialpsychiatrie e.V., dem Bildungsinstitut Münster, der LWL-Klinik, dem Integ- rationsfachdienst oder der LWL-Förderschule. Eine Person hatte ihre Bewerbung zurück- gezogen. 10 Bewerbern/Bewerberinnen konnte in 2010 ein Praktikumsplatz zur Verfü- gung gestellt werden, zwei Personen werden das Praktikum erst in 2011 ableisten. Die Praktika werden als Schülerbetriebspraktikum, im Rahmen von Berufsvorbereitung und Berufsorientierung oder als Rehabilitations maßnahme durchgeführt. Die Einsätze erfolg- ten in unterschiedlichen Bereichen der Verwaltung wie dem Amt für Schule und Weiterbil- dung, der Volkshochschule, dem Amt für Kinder, Jugendliche und Familien, dem Stadt- museum, dem Amt für Finanzen und Beteiligungen, dem Tiefbauamt sowie den Abfallwirt- schaftsbetrieben. 3.3 Beispiele für besondere Aktivitäten: Die folgende ausführlichere Beschreibung soll beispielhaft die Bemühungen / Aktivitäten der Verwaltung zur Integration von Menschen mit Behinderungen aufzeigen: • Das bereits im Frühjahr 2009 aufgelegte Projekt „Besetzung der Kassen in den Freibädern mit Menschen mit Behinderungen“ wurde trotz der im letzten Bericht beschriebenen Schwierigkeiten bei der Besetzung in 2010 weiter geführt. Ein Be- werbe, der bereits in 2009 eingestellt wurde, konnte auch in 2010 wieder einge- setzt werden. Darüber hinaus konnten nach einem neuen Auswahlverfahren weite- re drei Menschen mit Behinderungen für den Einsatz in den Kassen der Freibäder gefunden werden. Auch in diesem Verfahren hat ein Schwerbehinderter selbst, der nach anfänglichen Bedenken des Fachamtes dann doch nach Ableisten einer Hospitation eingestellt wurde, die Stelle aus eigenem Antrieb nicht mehr angetre- ten. • Eine Mitarbeiterin war als Gärtnerin bis zum 28.02.2009 bei der Stadt Münster be- schäftigt. Ab dem 01.03.2009 erhielt sie aufgrund ihres Gesundheitszustandes vol- le Erwerbsminderungsrente und schied somit aus dem Dienst der Stadt Münster aus. Der Rententräger hatte einer Aufnahme in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen (hier: Industrie-Service Münster ISM/Westfalenfleiß GmbH) zuge- stimmt. Um den von der früheren Mitarbeiterin unbedingt gewünschten sozialen Kontakt zu den bisherigen Kollegen/Kolleginnen aufrecht erhalten zu können, ist der Wunsch an die Stadt Münster herangetragen worden, die Kraft im bisherigen 5 V/0174/2011 Einsatzbereich des Amtes für Grünflächen und Umweltschutz zu beschäftigen. Ei- ne solche Maßnahme wird vom Rententräger für eine gewisse Zeit finanziert, da- nach ist der Einsatzort für die Finanzierung zuständig. Die Stadt Münster hat sich bereit erklärt, einen sogenannten „Außenarbeitsplatz“ einzurichten und eine ent- sprechende Vereinbarung mit ISM/Westfalenfleiß GmbH abgeschlossen. Die frü- here Mitarbeiterin ist im Februar 2010 auf dem Außenarbeitsplatz gestartet und freut sich sehr über das von ihren Kolleginnen und Kollegen aufgebrachte soziale Engagement im Bemühen, Menschen mit Behinderungen in das Arbeitsleben zu integrieren. • In der citeq war ein schwerbehinderter Mitarbeiter als Anwendungsbetreuer - ur- sprünglich befristet bis zum 22.03.2011 - beschäftigt. Da der Mitarbeiter gute Leis- tungen gezeigt hat und um den für den Betrieb besonderer DV-Verfahren notwen- digen Arbeitsbereich langfristig zu sichern, wurde hier eine Stelle neu eingerichtet. Erfreulicherweise konnte der schwerbehinderten Mitarbeiter daher bereits vor Ab- lauf der Befristung zum 01.07.2010 in ein unbefristetes Beschäftigungsverhältnis übernommen werden. • Im August 2009 wurde eine schwerbehinderte Kraft für den allgemeinen mittleren Verwaltungsdienst befristet für 1 Jahr eingestellt und im Bereich des Ordnungsam- tes eingesetzt. Kurz vor Beendigung des Arbeitsverhältnisses im Sommer 2010 wurde im Sozialamt eine Position frei, auf die der Mitarbeiter wechseln konnte. Gleichzeitig konnte ihm eine längerfristige Beschäftigung – gekoppelt an eine be- urlaubte Kraft, die nach ihrer Rückkehr Anspruch auf Beschäftigung hat – angebo- ten werden, so dass der Mitarbeiter nunmehr bis zum 30.11.2013 bei gleichzeitiger Höhergruppierung bei der Stadt Münster eingesetzt bleibt. • In 2010 ging die Bewerbung eines schwerbehinderten jungen Mannes ein, der während seiner Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker von seinem damaligen Ausbil- dungsbetrieb zur Stadt Münster wechseln wollte. Der Bewerber hatte bereits zwei Jahre seiner Ausbildung absolviert und wollte zum dritten Ausbildungsjahr wech- seln. Da bei der Stadt Münster keine entsprechende Ausbildungsstelle als Kfz- Mechatroniker mehr zur Verfügung stand, wurde dem Bewerber nach Absprache mit dem Fachamt angeboten, sich auf eine freie Ausbildungsstelle als Berufskraft- fahrer zu bewerben. In diesem Beruf hätte er zwar im ersten Ausbildungsjahr be- ginnen müssen, bei guten Leistungen jedoch eine realistische dauerhafte Über- nahmechance gehabt. Der junge Mann hat dieses Angebot leider abgelehnt. • Seit dem 01.01.2010 wird der Icon-Z-G, ein Arbeitstisch der Firma Vario, der mit- tels Hublift-Mechanik stufenlos höhenverstellbar ist, in der Stadtverwaltung einge- setzt. Dies ist eine positive Entwicklung der städtischen Ausstattungsgrundsätze. Hierdurch wird erreicht, dass sukzessive in den nächsten 10 – 15 Jahren alle Ar- beitsplätze entsprechend ausgestattet werden können. Dies ist ein Beitrag zur Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit. Die Ausfallzeiten durch „rückenbedingte Erkrankungen“ werden sich – das bestätigen auch Expertisen von Krankenkassen und Ärzten – erheblich verringern. 4. Beschäftigungssituation schwerbehinderter Menschen bei den städtischen Beteili- gungen / Auftragsvergaben Bei sieben Beteiligungen wurden - wie schon in den vergangenen Jahren - die Angaben zur Beschäftigungssituation der schwerbehinderten Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen erfragt. Das sind die Beteiligungen, bei denen die Stadt Münster ganz oder überwiegend beteiligt ist beziehungsweise die für die Stadt Münster von besonderer Bedeutung sind. An den übrigen Beteiligungen ist die Stadt Münster geringfügiger, teilweise nur mit 1 % beteiligt. Auch gibt es Beteiligungen - wie zum Beispiel die Westfälische Bauindustrie (WBI) -, die weniger als 20 Arbeitnehmer/innen beschäftigen, so dass eine Pflicht zur Be- 6 V/0174/2011 schäftigung Schwerbehinderter nach dem SGB IX gar nicht besteht. Unabhängig davon ist eine der 15 dort beschäftigten Kräfte schwerbehindert. Die sieben relevanten Beteiligungen sind nach wie vor: ¾ Wohn- und Stadtbau GmbH ¾ Stadtwerke Münster GmbH ¾ Gesellschaft für Informationstechnologie, Kommunikation und Organisation Münster mbH (items GmbH) ¾ Westf. Zoologischer Garten Münster GmbH (Allwetterzoo Münster) ¾ FMO Flughafen Münster/Osnabrück GmbH (einschließlich Tochtergesellschaften) ¾ Halle Münsterland GmbH ¾ Verkehrsservice Gesellschaft mbH Die Ergebnisse sind in der Anlage 2 aufgeführt. Erfreulich ist dabei, dass drei weitere der genannten sieben Beteiligungen in 2010 erstmals die Beschäftigungsquote von 5 % erfüllt haben (Wohn- und Stadtbau GmbH, Items GmbH und FMO GmbH). Die Auftragsvergaben an staatlich anerkannte Werkstätten für behinderte Menschen be- laufen sich bei den sieben Beteiligungen auf insgesamt 100.020,54 €. Dies entspricht ei- nem Rückgang gegenüber dem Vorjahr von rd. 10.000 €. Nach wie vor gilt: Die Stadtverwaltung Münster hat bei den städtischen Beteiligungen kei- nen direkten Einfluss weder auf die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen noch auf die Höhe der Auftragsvergaben. Hier besteht bei- spielsweise die Möglichkeit, die Thematik von Seiten der KIB in die ent- sprechenden Aufsichtsräte einzubringen. 5. Ausblick Die Zahl der schwerbehinderten Beschäftigten bei der Stadt Münster bleibt annähernd stabil. Die Integration in den Arbeitsalltag gelingt weiterhin auch unter den immer schwie- rigeren Bedingungen, die sich in den letzten Jahren im Rahmen der andauernden Haus- haltskonsolidierung in allen Bereichen ergeben haben und auch weiterhin ergeben wer- den. Die Zahl der externen Ausschreibungsverfahren konnte erneut gesteigert werden. Im Rahmen des Projektes „Besetzung der Kassen in den Freibädern mit Menschen mit Be- hinderungen“ ist das Auswahlverfahren 2010 sehr erfolgreich mit insgesamt vier Einstel- lungen. Die Stadt Münster wird weiterhin versuchen, dieses positive Ergebnis in Zukunft zu festigen. Die Arbeitsplätze der Schwerbehinderten wer den im Rahmen der begleitenden Hilfen im Arbeitsleben nach dem SGB IX behindertengerecht ausgestattet. Als präventive Maß- nahme werden nach wie vor die Arbeitsplätze der Mitarbeiter/innen ohne anerkannte Schwerbehinderung ausgestattet, wobei im Rahmen der Bedarfsprüfung für diesen Per- sonenkreis die Arbeitsmediziner des Gesundheitsamtes mit einbezogen werden. Die Maßnahmen / Leistungen der Stadt Münster bew egen sich damit weit über dem gesetzli- chen Pflichtrahmen. Eine nachhaltige und erhebliche Steigerung der Beschäftigungszahlen schwerbehinderter Menschen kann nur im Rahmen von gezielten Beschäftigungsprojekten erreicht werden. Solche Beschäftigungsprojekte können jedoch nur dann initiiert werden, wenn hierfür – trotz der geltenden Konsolidierungsnotwendigkeiten - zusätzliche Finanzmittel bereitge- stellt werden. 7 V/0174/2011 Nach wie vor ist die erfolgreiche Arbeit des Integrationsteams bei personen-, verhaltens- oder betriebsbedingten Schwierigkeiten im Arbeitsverhältnis ausdrücklich hervor zu he- ben. In Vertretung Gez. Dr. Heinrichs Anlagen: Anlage 1 Anlage 2
Daten2010_Anlage zur Vorlage
8811 Zeichen
Anlagen zur Vorlage V/0174/2011
Anlage 1:
1. Beschäftigungsquote der schwerbehinderten Beschä ftigten
5,24 % im Jahr 2006 – bezogen auf eine Beschäftigungszahl von 4.232*
5,14 % im Jahr 2007 – bezogen auf eine Beschäftigungszahl von 4.230*
5,14 % im Jahr 2008 – bezogen auf eine Beschäftigungszahl von 4.246*
5,38 % im Jahr 2009 – bezogen auf eine Beschäftigungszahl von 4.358*
5,17 % im Jahr 2010 – bezogen auf eine Beschäftigungszahl von 4.462*
*) Die Quote kommt zustande aufgrund von Mehrfachanrechnungen einzelner schwerbehinderter Mitarbeiter/innen
In den letzten fünf Jahren waren durchschnittlich
, daher keine geschlechtsspezifischen Anga-
ben möglich, wie folgt schwerbehinderte Menschen beschäftigt:
2006 = 223 Schwerbehinderte
2007 = 218 Schwerbehinderte
2008 = 218 Schwerbehinderte
2009 = 234 Schwerbehinderte
2010 = 230 Schwerbehinderte
2. stichtagsbezogene Struktur der schwerbehinderten Beschäftigten nach Geschlecht
Jahr Gesamtzahl Männer Frauen Quote Frauen
2006 216 117 99 45,8 %
2007 201 111 90 44,8 %
2008 217 118 99 45,6 %
2009 219 119 100 45,7 %
2010 231 123 108 46,7 %
3. stichtagsbezogene
Altersstruktur
Bis 39. Lebens-
jahr
40. - 49. Lebens-
jahr
50. – 59. Lebens-
jahr
60. – 65. Lebens-
jahr
2008 2009 2010 2008 2009 2010 2008 2009 2010 2008 2009 2010
Gesamt 26 25 23 57 54 63 117 121 119 17 19 26
Davon
Frauen
15
16
14
26
28
35
50
51
52
8
5
7
2
4. stichtagsbezogene
Struktur nach Laufbahngruppen
Laufbahngruppe 2008 2009 2010
Gesamt Frauen Gesamt Frauen Gesamt Frauen
Einfacher/mittlerer Dienst 150 67 148 74 158 68
Gehobener Dienst 58 28 57 20 64 36
Höherer Dienst 9 4 14 6 9 4
5. Auftragsvergaben Stadt Münster
Jahr Betrag in €
Bemerkungen
2006 * 69.849,83
2007 * 72.859,26
2008 108.540,21 ohne die Auftragssumme von rd. 36.900 € an
die Westfalenfleiß gGmbH zur Anmietung
von Stellplätzen auf dem Hindenburgplatz in
der Zeit der Weihnachtsmärkte lägen die
Vergaben für das Jahr 2008 bei rd. 71.630 €.
2009 134.859,87
2010 140.915,39
* Auch in den Jahren vor 2008 sind entsprechende Miet kosten an die Westfalenfleiß gGmbH ge-
zahlt worden.
6. Präventive Maßnahmen
Ausstattung Ar-
beitsplätze
Ausgaben Zuschüsse
(Zuweisungen aus der
Ausgleichsabgabe)
2008 2009 2010 2008
(€)
2009
(€)
2010
(€)
2008
(€)
2009
(€)
2010
(€)
Schwerbehin-
derte
Menschen
16
7
11
32.366
9.388
11.994
3.637
7.460
9.302
Sonstige
45
37
44
32.366
27.060
28.759
0
0
0
Gesamt
61
44
55
64.732
36.448
40.753
3.637
7.460
9.302
3
Anlage 2 :
1. Wohn- und Stadtbau GmbH
2006 2007 2008 2009 2010
Anrechenbare Arbeitsplatzzahl * 55 59 59,25 60,5 65,16
Anzahl der sb Beschäftigten * 2 1,66 2,91 3 3,66
Anzahl männliche sb Beschäftigte ** 1 2 2 2 3
Anzahl weibliche sb Beschäftigte ** 1 0 1 1 1
Quote (Jahresschnitt) erfüllt Nicht
erfüllt
erfüllt 4,95 5,62
* Jahresdurchschnitt / ** Stichtagsbezogen
Im Berichtsjahr 2010 erfolgten Auftragsvergaben in Höhe von 90.005,26 € an Werkstätten für
behinderte Menschen und Blindenwerkstätten.
Alters-
struk-
tur
Bis 30. Lebensjahr 31. – 39. Lebens-
jahr
40. – 50. Lebens-
jahr
Über 50. Lebens-
jahr
2008 2009 2010 2008 2009 2010 2008 2009 2010 2008 2009 2010
Ge-
samt
k.A. 0 0 k.A. 0 0 k.A. 0 0 k.A. 3 4
Davon
Frauen
k.A. 0 0 k.A. 0 0 k.A. 0 0 k.A. 1 1
2.
Stadtwerke Münster
2006 2007 2008 2009 2010
Anrechenbare Arbeitsplatzzahl * 1.081,3
3
1.057,4
1
1.033,6
6
1.000,8
3
958,16
Anzahl der sb Beschäftigten * 70,2 67,2 62,1 71,3 74,1
Anzahl männliche sb Beschäftigte ** 70 69 62 66 65
Anzahl weibliche sb Beschäftigte ** 8 6 6 10 11
Quote (Jahresschnitt) 6,48 6,35 6,0 7,12 7,73
* Jahresdurchschnitt / ** Stichtagsbezogen
Alters-
struk-
tur
Bis 30. Lebensjahr 31. – 40. Lebensjahr
41. – 50. Lebens-
jahr
Über 50. Lebensjahr
2008 2009 2010 2008 2009 2010 2008 2009 2010 2008 2009
2010
Ge-
samt
2 2 3 5 4 3 29 29 32 32 41 38
Davon
Frauen
1 1 1 1 0 0 3 4 5 1 5 5
4
Sechs Mitarbeiter sind besonders betroffene schwerb ehinderte Mitarbeiter im Sinne des § 72
Abs. 1 SGB IX. Im Jahr 2010 waren zwischen 26 und 4 0 Auszubildende
beschäftigt. Darunter
befanden sich zwei Personen mit Schwerbehinderung.
Im Berichtsjahr 2010 erfolgten Auftragsvergaben in Höhe von 3.654,62 €
an Werkstätten für
behinderte Menschen und Blindenwerkstätten.
3. Items GmbH
2006 2007 2008 2009 2010
Anrechenbare Arbeitsplatzzahl * 139,83 142,58 150, 75 167,08 174,25
Anzahl der sb Beschäftigten * 5 3,33 3,17 7 9,25
Anzahl männliche sb Beschäftigte ** 5 4 4 5 6
Anzahl weibliche sb Beschäftigte ** 0 0 0 3 4
Quote (Jahresschnitt) 3,51 2,33 2,10 4,18 5,30
* Jahresschnitt / ** Stichtagsbezogen
Alters-
struk-
tur
Bis 30. Lebensjahr 31. – 40. Lebens-
jahr
41. – 50. Lebens-
jahr
Über 50. Lebensjahr
2008 2009 2010 2008 2009 2010 2008 2009 2010 2008 2009 2010
Ge-
samt
0 1 2 0 2 1 2 2 4 2 3 3
Davon
Frauen
0 1 1 0 1 1 0 0 1 0 1 1
Im Jahr 2010 waren zwischen 8 und 12 Auszubildende bei der items GmbH beschäftigt, dar-
unter befanden sich keine Menschen mit Behinderungen.
Im Berichtsjahr 2010 erfolgten Auftragsvergaben in Höhe von 1.266,75 €
an Werkstätten für
behinderte Menschen und Blindenwerkstätten.
4. Allwetterzoo Münster
2006 2007 2008 2009 2010
Anrechenbare Arbeitsplatzzahl * 83,0 82 81,83 84,4 85
Anzahl der sb Beschäftigten * 4,0 6,0 6 6,75 6,5
Anzahl männliche sb Beschäftigte ** 2 4 4 4 4
Anzahl weibliche sb Beschäftigte ** 2 2 2 3 2
Quote (Jahresschnitt) 4,82 7,32 7,33 8,0 7,6
* Jahresschnitt / ** Stichtagsbezogen
5
Alters-
struk-
tur
Bis 30. Lebensjahr 31. – 39. Lebens-
jahr
40. – 50. Lebens-
jahr
Über 50. Lebens-
jahr
2008 2009 2010 2008 2009 2010 2008 2009 2010 2008 2009 2010
Ge-
samt
0 0 0 0 0 0 0 1 1 6 6 5
Davon
Frauen
0 0 0 0 0 0 0 1 1 2 2 1
Aufträge an anerkannte Werkstätten wurden nicht ve rgeben.
5. FMO GmbH
2006 2007 2008 2009 2010
Anrechenbare Arbeitsplatzzahl * 295 296 294 282 282
Anzahl der sb Beschäftigten ** 15 13 13 12 16
Anzahl männliche sb Beschäftigte ** 10 8 8 7 8
Anzahl weibliche sb Beschäftigte ** 5 5 5 5 8
Quote (Jahresschnitt) 5,09 4,39 4,42 4,25
(nicht
erfüllt)
5,22
* Jahresschnitt / ** Stichtagsbezogen
Alters-
struk-
tur
Bis 39. Lebensjahr 40. – 49. Lebens-
jahr
50. – 59. Lebens-
jahr
Über 60. Lebensjahr
2008 2009 2010 2008 2009 2010 2008 2009 2010 2008 2009 2010
Ge-
samt
1 0 0 4 6 5 6 5 10 2 1 1
Davon
Frauen
1 0 0 1 2 2 3 3 6 0 0 0
Im Berichtsjahr 2010 erfolgten Auftragsvergaben in Höhe von 3.059,44 € an Werkstätten für
behinderte Menschen und Blindenwerkstätten.
6. Halle Münsterland
2006 2007 2008 2009 2010
Anrechenbare Arbeitsplatzzahl * Bis 59 Bis 59 51,58 53 52,75
Anzahl der sb Beschäftigten ** 5 5 0 0 0,83
Anzahl der männlichen sb Beschäftigten 2 2 0 0 1
Anzahl der weiblichen sb Beschäftigten 0 0 0 0 0
Quote (Jahresschnitt) Nicht
erfüllt *
Nicht er-
füllt *
** Jahresdurchschnittlich
6
*Bei Arbeitgebern mit jahresdurchschnittlich 40 bis weniger als 60 Arbeitsplätzen sind gem. §
71 Absatz 1 in Verbindung mit § 74 Abs. 2 SGB IX zw ei Pflichtarbeitsplätze
zur Erfüllung der
Quote erforderlich. Eine Ausgleichsabgabe wurde in Höhe von 1.502,76 € gezahlt.
Auftragsvergaben an Werkstätten für behinderte Mens chen und Blindenwerkstätten erfolgten
im Berichtsjahr 2010 in Höhe von 2.034,47 €.
7. Verkehrsservice Gesellschaft Münster mbH
2006 2007 2008 2009 2010
Anrechenbare Arbeitsplatzzahl * 97,58 90,66 88,58 9 2 103,75
Anzahl der sb Beschäftigten * 1 1,66 2,33 1,75 3,17
Anzahl der männlichen sb Beschäftigten ** 1 1,66 2, 33 1 2
Anzahl der weiblichen sb Beschäftigten ** 0 0 0 1 2
Quote (Jahresschnitt) 1,83
(nicht
erfüllt)
2,63
(nicht
erfüllt)
1,9
(nicht
erfüllt)
3,05
(nicht
erfüllt)
* Jahresschnitt / ** Stichtagsbezogen
Alters-
struk-
tur
Bis 39. Lebensjahr 40. – 49. Lebens-
jahr
50. – 59. Lebensjahr 60. – 64. Lebens-
jahr
2008 2009 2010 2008 2009 2010 2008 2009 2010 2008 2009 2010
Ge-
samt
1 1
(M)
1
(M)
0 1
(W)
1
(W)
1 0 2
(M/W)
1 0 0
Die erforderliche Quote von 5 % wurde nicht erfüllt . Aufträge an anerkannte Werkstätten
wurden nicht vergeben. Es wurde eine Ausgleichsabga be in Höhe von 2.520,00 € gezahlt.
Auszubildende waren im Jahr 2010 nicht beschäftigt.
Beratungsverlauf (3)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: von der Tagesordnung abgesetzt
Zur SitzungDetails
- Vorlagen-Nr.
- V/0174/2011
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 21.03.2011
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37