2024/0060
Nachhaltigkeitsbericht 2020/2021 der Darmstädter Stadtwirtschaft
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Punkt 3: Nachhaltigkeitsbericht 2020/2021 der Darmstädter Stadtwirtschaft (V-Nr. 2024/0060) Der Haupt- und Finanzausschuss nimmt die Vorlage zur Kenntnis.
2024/0060
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Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
15.02.2024
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat I an die Stadtverordnete nversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Amt: Rechtsamt -
Stadtwirtschaftskoordina
tion
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2024/0060
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.:
Kostenstelle: Investitionsnummer:
Kostenträger: Sachkonto:
Betreff: Nachhaltigkeitsbericht 2020/2021 der Darmstädter Stadtwirtschaft
Vorlage vom: 09.02.2024
Beschlussvorschlag :
Der Nachhaltigkeitsbericht für die Berichtsjahre 2020 und 2021 der Darmstädter Stadtwirtschaft
wird zur Kenntnis genommen.
Anlagen: Nachhaltigkeitsbericht_Stadtwirtschaft_20_21
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
- 2 -
Zusätzlich für alle Vorlagen aus dem Bereich des Hochbaus anzugeben:
Klimarelevanz des Vorhabens:
Auswirkungen auf Stadtklima: ja nein
Auswirkungen auf THG -Emissionen: gering1) mittel/groß 2)
Beteiligung Amt f. Klimaschutz & Klimaanpassung: ja nein
Zusätzlich bei Beschlüssen zur Baufreigabe:
Wurden Optimierungspotentiale ausgeschöpft? ja nein
Falls nein, Kompensationsmaßnahmen festgelegt? ja nein
1) bis 10 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente (CO2e) pro Jahr, 2) über 10 Tonnen CO2e pro Jahr.
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 09.02.2024
Der vorliegende Nachhaltigkeitsbericht ist der um die Berichtsjahre 2020 und 2021
fortgeschriebene Nachhaltigkeitsbericht der Darmstädter Stadtwirtschaft (ehemals
Klimabericht). Dieser wurde von der HEAG in Zusammenarbeit mit der Wissenschaftsstadt
Darmstadt und den Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft erstellt.
Der Bericht orientiert sich mit seinen Leitlinien an den Vorgaben des Deutschen
Nachhaltigkeitskodex (DNK).
Durch den Einbezug der nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen im
Jahr 2017 wurde der Bericht vom Klima- zum Nachhaltigkeitsbericht weiterentwickelt.
Ziel der im Bericht definierten Leitlinien ist es, die Treibhausgasemissionen der
Darmstädter Stadtwirtschaft zu erfassen und durch geeignete Maßnahmen zu
reduzieren. Weiteres Ziel ist es, die regionale Wertschöpfung zu steigern und das
gesellschaftliche Engagement zu sichern.
Erstmalig orientiert sich der Bericht an den ESG-Kriterien (Environmental, Social,
Governance) für Nachhaltigkeitsberichterstattung und legt neben Klimaschutzaspekten
ein noch größeres Augenmerk auf die soziale und gesellschaftliche Verantwortung der
wesentlichen Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft. Entsprechend sind die
ESG-Kriterien der Bereiche Umwelt, Soziales und verantwortungsvolle Unternehmens-
führung mitberücksichtigt.
Die Umsetzung der Maßnahmen soll regelmäßig überprüft werden. Daher wird der
Nachhaltigkeitsbericht alle zwei Jahre fortgeschrieben und auf der hierzu geschaffenen
Webseite https://nachhaltigkeit.heag.de/ veröffentlicht. Diese dient dazu, das
Engagement der Stadtwirtschaft für eine nachhaltige Entwicklung den Bürgerinnen und
Bürgern vorzustellen.
Hanno Benz
Oberbürgermeister
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NACHHALTIGKEITSBERICHT der Darmstädter Stadtwirtschaft BERICHTSJAHR 2020 / 2021 Den Nachhaltigkeitsbericht und mehr zu den Aktivitäten und Projekten der Stadtwirtschaft finden Sie unter: nachhaltigkeit.heag.de 3 NACHHALTIGKEITSBERICHT der Darmstädter Stadtwirtschaft 4 VORWORT DER WISSENSCHAFTSSTADT DARMSTADT SEHR GEEHRTE DARMSTÄDTERINNEN UND DARMSTÄDTER, Hanno Benz Oberbürgermeister der Wissenschaftsstadt Darmstadt ich freue mich, dass Sie sich für den Nachhaltigkeitsbericht der Darmstädter Stadtwirtschaft interessieren. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt ist ein attraktiver Ort zum Wohnen und Arbeiten, von Grünflächen umgeben und von kultureller Vielfalt und Weltoffenheit geprägt. Ebenso fördert sie den Klima- und Umweltschutz, unterstützt die Biodiversität in der Stadt, setzt sich für nachbar- schaftliches Engagement und Vereine ein. Dies wird nicht zuletzt durch die leistungsstarken Unternehmen der Stadtwirtschaft ermöglicht. Nachhaltige Entwicklung setzt neben Aspekten der Ökologie auch soziale Aspekte und eine umsichtige Unternehmensführung voraus, die der gesellschaft- lichen und unternehmerischen Verantwortung der Darmstädter Stadtwirtschaft gerecht wird. Sie bedarf vieler Mitwirkender auf verschiedenen Handlungsebenen sowie definierter Qualitäts- standards. Der Ihnen vorliegende Nachhaltigkeitsbericht für die Berichtsjahre 2020 und 2021 ist eine der in der Stadtverordnetenversammlung am 10. Oktober 2013 beschlossenen Maßnahmen des Klima- schutzkonzeptes der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Dieses Konzept wurde durch das Institut Wohnen und Umwelt, mit einer breiten Beteiligung der Bürgerschaft und unter Einbezug von Darmstädter Unternehmen, Wissenschafts- und Forschungsinstitutionen, Verbänden und weiteren Akteuren der Stadtgesellschaft erarbeitet. In der Zwischenzeit wurde das Klimaschutzkonzept weiterentwickelt und als Klimaschutzplan 2035 durch die Wissenschaftsstadt Darmstadt beschlossen. Dieser Bericht orientiert sich erstmals an den ESG-Kriterien „Environment“, „Social“ und „Governance“. Der ursprüngliche Berichtsansatz mit besonderem Augenmerk auf Klima- und Umweltschutz wird fortgeführt und um soziale Aspekte sowie Kennzahlen umsichtiger Unternehmensführung ergänzt. Dazu gehört im Besondern, die Emissionen der Unternehmen zu quantifizieren und offenzulegen. Als Datengrundlage dienen hierbei die Verbrauchswerte seit dem Jahre 2013 bis ein- schließlich 2021. Neben den Zahlen, Daten und Fakten zum Energie- und Ressourceneinsatz, zu den Beschäftigten und den Stakeholdern der Darmstädter Stadtwirtschaft lege ich Ihnen die Good-Practice Beispiele aus der Darmstädter Stadtwirtschaft ans Herz. Mit der regelmäßigen Veröffentlichung dieses Berichts unterstrei- chen wir, dass die Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft sich dem Ziel verpflichtet haben, aktive Beiträge zu einer nachhal- tigen Entwicklung zu leisten. Diese Ausrichtung ist ein fester Bestandteil des Selbstverständnisses der Wissenschaftsstadt Darmstadt und ihrer Unternehmen. Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre und hoffe, dass wir mit dem Nachhaltigkeitsbericht unserer Stadtgesellschaft mit gutem Beispiel voran gehen. Bei Fragen und Anregungen können Sie jederzeit gerne auf mich zukommen. Mit freundlichen Grüßen 5VORWORT DES HEAG-VORSTANDS LIEBE DARMSTÄDTERINNEN UND DARMSTÄDTER, Prof. Dr. Klaus-Michael Ahrend HEAG Holding AG – Beteiligungsmanagement der Wissenschaftsstadt Darmstadt (HEAG) Dr. Markus Hoschek HEAG Holding AG – Beteiligungsmanagement der Wissenschaftsstadt Darmstadt (HEAG) die HEAG Holding AG – Beteiligungsmanagement der Wissen- schaftsstadt Darmstadt (HEAG) will, gemeinsam mit den Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft, Wegweiserin einer zukunftsfähigen und nachhaltigen Daseinsvorsorge sein. Sowohl privatrechtliche als auch kommunale Unternehmen verankern eine nachhaltige und klimabewusste Unternehmens- kultur. Denn die Stakeholder der Unternehmen erwarten mehr als gute Qualität zu einem angemessenen Preis. Sie erwarten eine Unternehmensführung, die in der Region verwurzelt ist und aktiv für Nachhaltige Entwicklung und Klimaschutz eintritt. Die fünfte Auflage dieses Berichts legt einen Schwerpunkt auf die ESG-Kriterien zur Nachhaltigkeitsberichterstattung. Damit einher geht auch eine weitere Öffnung des Nachhaltigkeitsberichts der Darmstädter Stadtwirtschaft. Hieß er zu Beginn noch Klima- bericht und behandelte ausschließlich Klimaschutzaspekte, wird seit 2016 auch über gesellschaftliche Nachhaltigkeitsaspekte berichtet. Basierend auf einem Beschluss der Stadtverordneten- versammlung wird der ihnen vorliegende Bericht um Kennzahlen zur Ökologie, zu sozialen und gesellschaftlichen Themen sowie verantwortungsvoller Unternehmensführung ergänzt. Damit einher geht eine Verdopplung der berichteten Kennzahlen im Vergleich zum letzten Nachhaltigkeitsbericht. Mit der Veröffentlichung der Zahlen und der Good Practice- Beispiele für die Jahre 2020 und 2021 werden der Status quo des Engagements in der Darmstädter Stadtwirtschaft zusammen- gefasst und die CO2-Emissionen der wesentlichen kommunalen Unternehmen zusammengefasst. Die HEAG und die Unternehmen der Darmstädter Stadtwirt - schaft fördern eine Nachhaltige Entwicklung. So bringt sich die ENTEGA aktiv in die Umsetzung der Energiewende ein. Dazu hat sie bereits in 2005 ein millionenschweres, ambitioniertes Investitionsprogramm zum Ausbau der erneuerbaren Energien aufgelegt. Gemeinsam mit Partnern hat die ENTEGA seitdem Wind- und Solarparks mit einer Leistung von rund 800 Megawatt erworben oder selbst errichtet. Die bauverein AG und der Eigenbetrieb Immobilienmanagement der Wissenschaftsstadt Darmstadt investieren kontinuierlich in die energetische Sanierung ihrer Immobilien und leisten einen wichtigen Beitrag zur CO 2-Reduktion in der Darmstädter Stadtwirtschaft. Außerdem schaffen sie bezahlbaren und modernen Wohnraum in der Schwarmstadt Darmstadt. Die HEAG mobilo GmbH betreibt ihre Straßenbahnen aus - schließlich mit Ökostrom der ENTEGA, stellt die Busflotte sukzessive auf Elektroantrieb um und reduziert damit die CO2-, Lärm- und Feinstaubemissionen in Darmstadt und Umgebung. Besonders stolz sind wir auf die Inbetriebnahme der Lichtwiesen- bahn. Sie bindet den Campus Lichtwiese der TU Darmstadt, sowie das Hochschulstadion direkt an die Innenstadt und den Hauptbahnhof an und ermöglicht Studierenden, sowie Arbeit- nehmerinnen und Arbeitnehmern ein angenehmes und ressour- censchonendes Pendeln zum Campus. Zusätzlich steigert sie die Lebensqualität der Anwohnerinnen und Anwohner im benachbarten Woogsviertel durch eine Entlastung der Buslinien insbesondere zu Vorlesungszeiten. Das klare Bekenntnis der Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft zur regionalen Nähe und das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in ihre Stadtwirtschaft bilden die Basis für eine nachhaltige Daseinsvorsorge. Wir möchten uns daher bei allen Beschäftigten der Unternehmen der Stadtwirtschaft bedanken, die durch ihr Engagement diese Ausrichtung der Stadtwirtschaft mit Leben füllen. Zugleich danken wir allen, die an der Erstellung des Nachhaltigkeitsberichts mitgewirkt haben. Haben Sie Vorschläge, wie wir unser Nachhaltigkeitsenga- gement ausbauen können, dann nehmen Sie Kontakt mit uns auf. Mit freundlichen Grüßen 6 iStock | www.pixxelmixx.de 7INHALTSVERZEICHNIS Einleitung ESG – DREI KRITERIEN DER NACHHALTIGKEIT Unternehmensporträt der Darmstädter Stadtwirtschaft 17 UN-Ziele für Nachhaltige Entwicklung ENVIRONMENT VERANTWORTUNG FÜR DIE UMWELT Emissionsquelle Treibstoff Emissionsquelle stationäre Verbrennung Emissionsquelle Stromverbrauch Emissionsquelle Fernwärmenutzung Wasserverbrauch Zusammenfassung SOCIAL SOZIALE VERANTWORTUNG Die Darmstädter Stadtwirtschaft als Arbeitgeber Regionale Wertschöpfung Einbezug der Öffentlichkeit GOVERNANCE VERANTWORTUNGSVOLLE UNTERNEHMENSFÜHRUNG Unternehmensführung in der Darmstädter Stadtwirtschaft Spenden und Sponsoring Förderung Gründungsregion 8 9 10 12 14 26 30 Impressum Herausgeber HEAG Holding AG – Beteiligungsmanagement der Wissenschaftsstadt Darmstadt (HEAG) Im Carree 1, 64283 Darmstadt 8 EINLEITUNG ie Verknappung von Ressourcen und die soziale Ungleichheit zählen neben dem konsequenten Klimaschutz zur Verhinderung der Klimakrise zu den größten gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit. Nachhaltige Entwicklung ist entsprechend ein wich- tiger Aspekt der Daseinsvorsorge, dem sich die Darmstädter Stadtwirtschaft besonders verpflichtet hat. Ihr diesbezügliches Engagement zeigt die Stadtwirtschaft auch durch die auf kommunaler Ebene führende Unterstützung des Deutschen Nachhaltigkeitskodex. Inzwischen haben die meisten Nationen die völkerrechtlich verbindliche Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen von 1992 unterzeichnet, mit deren Hilfe eine weitere Beeinträchti- gung des Klimasystems vermindert werden soll. In ihrer Folge wurden fortlaufend Verhandlungen über die Reduktionsziele von Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen), die im ursprünglichen Kyoto-Protokoll verzeichnet sind, geführt. Auf die weiteren Meilensteine auf diesem Weg konnte sich die Klimakonferenz der Vereinten Nationen (UN) im Dezember 2015 verständigen. Die Mehrheit der Länder hat das Übereinkommen von Paris, in Nachfolge des Kyoto-Protokolls, ratifiziert und sich auf drei wesentliche Ziele geeinigt: • Begrenzung des Anstiegs der globalen Durchschnittstemperatur auf deutlich unter 2 °C über dem vorindustriellen Niveau, wenn möglich auf 1,5 °C über dem vorindustriellen Niveau. • Die Stärkung der Fähigkeit, sich durch eine Förderung der Klimaresistenz und geringeren Treibhausgasemissionen an die nachteiligen Auswirkungen des Klimawandels anzupassen. Dies soll in einer Weise geschehen, die nicht die Nahrungs - mittelproduktion bedroht. • Vereinbarkeit der Finanzströme mit einem Weg hin zu niedrigen Treibhausgasemissionen und klimaresistenter Entwicklung. Auf Ebene der Europäischen Union (EU) herrscht eine weitgehende Übereinstimmung über eine gemeinsame Klima- und Energiepolitik. Mit dem Artikel 194 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) verfügt die EU auch ausdrücklich über die Kompetenz, eine umfassende europäische Klima- und Energiepolitik zu gestalten. Im Sinne einer Senkung der Netto- Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 55 % gegenüber 1990 hat die EU-Kommission konkrete Vorschläge für eine neue Klima-, Energie-, Verkehrs- und Steuerpolitik vorgelegt. Klimawandel und Umweltzerstörung sind existenzielle Bedrohungen für Europa und die Welt. Mit dem europäischen D Green Deal soll bis 2050 der Übergang zu einer modernen, ressourceneffizienten und wettbewerbsfähigen Wirtschaft geschaffen werden, die • keine Netto-Treibhausgase mehr ausstößt, • ihr Wachstum von der Ressourcennutzung abkoppelt, • niemanden, weder Mensch noch Region, im Stich lässt. Auch auf Bundes- und Länderebene werden Klimaschutzziele und Nachhaltigkeitsstrategien ausgearbeitet. Ein wichtiger Baustein um den Beitrag der Wissenschaftsstadt Darmstadt zum globalen Klimaschutz zu erreichen, ist der im Magistrat und der Stadtverordnetenversammlung beschlossene Klimaschutzplan 2035. Vorausgegangen war der wegweisende Beschluss „Höchste Priorität für Klimaschutz – Weltklima in Not – Darmstadt handelt“ im September 2019 in welchem sich Magistrat und Stadtverordnetenversammlung klar zu den Zielen des Pariser Klimaschutzabkommens bekannt haben. Auf Dauer soll so die deutsche Volkswirtschaft weitgehend frei und unabhängig von der Verbrennung von Kohlenstoffen sein – die sonst als THG-Emissionen ihre klimaschädliche Wirkung entfalten. Der vorliegende Bericht informiert über die THG-Emissionen der Darmstädter Stadtwirtschaft und über die Maßnahmen, die in Bezug auf die Energie- und Verkehrswende, einer Nachhaltigen Entwicklung, die Stärkung der Wertschöpfung sowie den Wirt- schaftskreisläufen in Darmstadt und der Region verfolgt werden. Dieser Bericht schreibt den Nachhaltigkeitsbericht der Darmstädter Stadtwirtschaft um zwei weitere Berichtsjahre (2020 / 2021) fort. Erstmalig orientiert sich der Bericht an den ESG-Kriterien für Nachhaltigkeitsberichterstattung und legt neben Klimaschutz- aspekten ein noch größeres Augenmerk auf die soziale und gesellschaftliche Verantwortung der wesentlichen Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft. Ergänzt wird der Bericht um Beispiele aus der unternehmerischen Praxis der Stadtwirtschaft, die den regionalen Beitrag zu den UN-Zielen für Nachhaltige Entwicklung aufzeigen. Einzelne Unternehmen (z. B. ENTEGA AG, HEAG mobilo GmbH, bauverein AG) der Stadtwirtschaft veröffentlichen zudem eigen- ständige (Nachhaltigkeits-)Berichte, die über die Inhalte des gemeinschaftlichen Nachhaltigkeitsberichts der Darmstädter Stadtwirtschaft hinausgehen. 9ESG – DREI KRITERIEN DER NACHHALTIGKEIT ENVIRONMENT – VERANTWORTUNG FÜR DIE UMWELT Nach wie vor werden die verursachten Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen) der wesentlichen Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft und deren Beteiligungen offengelegt. Berücksichtigung im Rahmen des Berichts finden die direkten (Scope 1) und indirekten Treibhausgasemissionen der Unternehmen durch die Bereitstellung von Energie (Scope 2), sowie jene durch Netzverluste in der Stromverteilung (Scope 3). Dabei umfasst Scope 1 konkret alle THG-Emissionen, die direkt in den Unternehmen anfallen und somit deren direktem Einfluss unterliegen. Das sind z. B. THG-Emissionen aus der Verbrennung durch stationäre (z. B. Heizkessel) oder mobile Quellen (z. B. unternehmenseigener Fuhrpark). Scope 2 umfasst alle indirekten THG-Emissionen, die durch die Bereitstellung von Energie außerhalb der Organisation durch ein Energieversor- gungsunternehmen entstehen. Dazu gehören Strom, Fernwärme und Fernkälte. Die THG-Emissionen in Scope 3 werden aufgrund der teilweise komplexen Erhebung und mit Rücksicht auf die kleinen Unternehmenseinheiten im aktuellen Bericht nicht ermittelt. Eine Ausnahme hiervon bilden die oben genannten Netzverluste in der Stromverteilung. Für die Berechnung der THG-Emissionen in CO2-Äquivalente und der DEFRA werden die Umrechnungsfaktoren des Greenhouse Gas (GHG)-Protokolls verwendet. Dies entspricht dem Standard in der Nachhaltigkeitsberichterstattung. SOCIAL – SOZIALE VERANTWORTUNG Neben Aspekten zum Klimaschutz geht nachhaltiges Wirtschaften auch mit der sozialen Verantwortung der Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft einher. Dieser Bericht legt den Beitrag der Unternehmen zur regionalen Wertschöpfung sowie den Beitrag zum Einbezug der Öffentlichkeit, beispielsweise im Rahmen von Kundenbefragungen, Koopera- tionen mit wissenschaftlichen Einrichtungen oder das Stadtwirtschaftsportal „Darmstadt im Herzen“, offen. Darüber hinaus gibt der Bericht einen Überblick über Kennzahlen, die in die Bereiche Arbeitnehmerbelange, Vielfalt, Gesundheit, Arbeitnehmerschutzmaßnahmen sowie Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Beschäftigte fallen. GOVERNANCE – VERANTWORTUNGSVOLLE UNTERNEHMENSFÜHRUNG Auch die Art und Weise der Unternehmensführung und -kontrolle der Darmstädter Stadtwirtschaft werden in diesem Bericht dargestellt. Dieser Bereich umfasst unter anderem die Gestaltung der Unternehmenskultur, die Unternehmensführung, ethische Grundsätze, Integrität, Transparenz, Vorstandszusammensetzung, unabhängige Prüfung und die Einhaltung von Vorschriften. Zudem gibt der Bericht Auskunft über Compliance, Datenschutz und den Frauenanteil in den Geschäftsleitungen und Aufsichtsgremien der Unternehmen. ESG – DREI KRITERIEN DER NACHHALTIGKEIT 10 ie Darmstädter Stadtwirtschaft zählt zu den größten Arbeit- gebern der Region, bietet mehr als 9.000 Menschen einen Arbeitsplatz und erwirtschaftete in 2021 eine Gesamtleistung von 2,8 Mrd. Euro bei einer Bilanzsumme von 5,4 Mrd. Euro. Nähere Informationen, wie die Anteilsquote der Beteiligungsunternehmen, entnehmen Sie dem Darmstädter Beteiligungsbericht 1. Die HEAG befindet sich in kommunaler Hand. Sie versteht sich als aktives Beteiligungsmanagement und verankert vor allem bei den Mehrheitsbeteiligungen der Wissenschaftsstadt Darmstadt die städtischen Ziele. Somit ist die HEAG die zentrale und maß - gebliche Beraterin der Wissenschaftsstadt Darmstadt in allen wirtschaftlichen Angelegenheiten der Stadtwirtschaft. Sie entwickelt die Geschäftsfelder der Stadtwirtschaft strategisch weiter. Eine nachhaltige Konzernpolitik und die Steigerung der Wertschöpfung in der Region sind Grundlagen der strategischen Ausrichtung. Einbezogene Unternehmen Der Nachhaltigkeitsbericht der Darmstädter Stadtwirtschaft berücksichtigt die wesentlichen Beteiligungen der Wissenschafts- stadt Darmstadt. Als wesentliche Beteiligung gilt grundsätzlich ein Unternehmen, an der die Wissenschaftsstadt Darmstadt mittelbar oder unmittelbar eine Anteilsquote von mehr als 50 Prozent hält. Für die Berichterstattung der ökologisch, sozial und gesellschaftlich relevanten Aspekte sowie Kennzahlen gilt, dass diese zu 100 Prozent abgebildet werden. Eine Ausnahme bilden Beteiligungen an Kraftwerksgesellschaften. Diese werden entsprechend der Höhe der jeweiligen Beteiligung einbezogen. Bei der bauverein AG werden nur die Emissionen der Haupt- verwaltung erfasst. Die Emissionen des Eigenbetriebs Immobilien- management der Wissenschaftsstadt Darmstadt umfassen den Verbrauch von Schulen, Kindertagesstätten und -gärten, Jugend- zentren, gemeinnützigen Gebäuden, Sportstätten, Friedhöfen und weiteren Gebäuden im städtischen Besitz. Abweichungen von den vorgenannten Definitionen des Berichtsumfangs sind im Text kenntlich gemacht. Berichtsprofil Der vorliegende Nachhaltigkeitsbericht bezieht sich auf die Geschäftsjahre 2020 und 2021. Das Geschäftsjahr 2022 wurde nicht berücksichtigt, da die energetischen Verbrauchswerte für 2022 noch nicht vollständig ermittelt werden konnten. Die Entwicklung der THG-Emissionen sowie der regionalen Wert- schöpfung wird für den Zeitraum von 2012 bis 2021 dargestellt. Der Ansprechpartner für den Nachhaltigkeitsbericht der Darmstädter Stadtwirtschaft ist Daniel Pfeffer (daniel.pfeffer@heag.de). Datenerhebung und Darstellung von Informationen Die Erhebung der Daten für den Nachhaltigkeitsbericht der Darmstädter Stadtwirtschaft erfolgte über direkte Ansprache der einbezogenen Unternehmen. In einem Auftaktworkshop wurden gemeinsam mit den Unternehmen die Struktur des Nachhaltigkeitsberichts, die einzubeziehenden Unternehmen sowie die zu berichtenden Emissionsquellen abgestimmt. Die Erfassung der emissions- und umweltrelevanten Daten erfolgte unternehmensintern über ein seitens der HEAG zur Verfügung gestelltes Formular. Darüber hinaus wurden folgende ESG-Kennzahlen erfasst: • Gesamtwasserentnahme • Beschäftigte • Azubi • Altersdurchschnitt Beschäftigte • Beschäftigte über 50 • Beschäftigte in Teilzeit • Frauenanteil Beschäftigte • Frauenanteil Azubi • Tarifangestellte • Nicht-Tarifangestellte • Diskriminierungsvorfälle • Arbeitsbedingte Verletzungen • Arbeitsbedingte Todesfälle • Fortbildungsstunden / MA in h • Vorschläge betriebliches Vorschlagswesen • Anzahl Jobtickets D UNTERNEHMENSPORTRÄT DER DARMSTÄDTER STADTWIRTSCHAFT 1 https://www.heag.de/stadtwirtschaft/beteiligungsbericht/ 11 • Anzahl Dienstfahrräder • Frauenanteil innerhalb der Geschäftsleitungen • Frauenanteil innerhalb des Aufsichtsgremien • Bestätigte Korruptionsfälle • Bestätigte Datenschutzverstöße Als Teil des Nachhaltigkeitsberichts sind des Weiteren wie in den vorherigen Jahren folgende Schwerpunkte berücksichtigt: • Lokale und regionale Wertschöpfung • Einbezug der Öffentlichkeit • Förderung der Gründungsregion • Gesellschaftliches Engagement Die Darstellung der Kennzahlen erfolgt in den folgenden drei Kapiteln: • Environment / Verantwortung für die Umwelt • Social / Soziale Verantwortung • Governance / Verantwortungsvolle Unternehmensführung Energie & Wasser • ENTEGA AG • Beteiligungen der ENTEGA AG Immobilien • bauverein AG • Eigenbetrieb Immobilienmanagement (IDA) • Wissenschafts- und Kongresszentrum Darmstadt GmbH & Co. KG • Eigenbetrieb Bürgerhäuser und Märkte (Bürgerhäuser) Mobilität • HEAG mobilo GmbH • Beteiligungen der HEAG mobilo GmbH Gesundheit & Teilhabe • Klinikum Darmstadt GmbH • Zweckverband Verwaltungsverband für das Gesundheitsamt der Stadt Darmstadt und des Landkreises Darmstadt-Dieburg (bis 2019) • Eigenbetrieb Darmstädter Werkstätten und Wohneinrichtungen Kultur & Freizeit • Wissenschaftsstadt Darmstadt Marketing GmbH • Zoo Vivarium (EAD) • Eigenbetrieb Bürgerhäuser und Märkt (Märkte) Telekommunikation & Digitalisierung • ENTEGA Medianet GmbH • Beteiligungen der ENTEGA Medianet GmbH • COUNT+CARE GmbH & Co. KG • Digitalstadt Darmstadt GmbH Entsorgung & Abwasser • Eigenbetrieb für kommunale Aufgaben und Dienstleistungen (EAD) Strategie, Finanzen & Innovationen • HEAG Holding AG • Sparkasse Darmstadt (nicht in den Zahlen 2018 und 2019 enthalten) In den Nachhaltigkeitsbericht einbezogene Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft und Zuordnung zu den Geschäftsfeldern 12 ie 17 UN-Ziele für Nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals – kurz „SDG“) gehen zurück auf die bereits 1972 veröffentlichte Studie des Club of Rome „Grenzen des Wachstums“. Die zentrale These der Studie war, dass das aktuelle individuelle lokale Handeln aller globale Auswirkungen hat, die jedoch nicht dem Zeithorizont und Handlungsraum der Einzel- nen entsprechen. Mit der Veröffentlichung des Brundtland-Berichts, den die Vereinten Nationen mit dem Titel „Unsere gemeinsame Zukunft“ in 1987 publizierten, begann ein weltweiter Gedankenaustausch über das Konzept der Nachhaltigen Entwicklung. Einen frucht- baren Nährboden für weitere Diskussionen lieferte der Bericht, indem die Brundtland-Kommission einen Konsens fand und Teile des Konzepts einer Nachhaltigen Entwicklung wie folgt definierte: „Eine Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.“ Wenn heute von einer nachhaltigen Entwicklung gesprochen wird, dann ist auch die Gerechtigkeit zwischen der heutigen und den zukünftigen Generationen ein wesentlicher Aspekt der Debatte. Als eine der Folge dieser Debatten luden die Vereinten Nationen im Jahr 1992 zu einer Konferenz über Nachhaltigkeitsentwicklung in Rio de Janeiro ein. Mit dem Leitbild der Nachhaltigen Entwick- lung wurde durch die Rio-Konferenz 1992 erstmals ein ganzheit- licher und globaler Ansatz entwickelt. In Folge der Konferenz haben zahlreiche Akteure anerkannt, dass wirtschaftliche Entwicklung ohne Rücksichtnahme auf die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit (soziale Gerechtigkeit, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, ökologi- sche Tragfähigkeit) unkalkulierbare Risiken mit sich bringt. Im Jahr 2002 verabschiedete die Generalversammlung der Verein- ten Nationen acht Millenniums-Entwicklungsziele für das Jahr 2015. Die Agenda 2030 ist die Fortsetzung der Agenda 21 und dabei werden im Rahmen der Agenda 2030 zwei Entwicklungs- stränge miteinander verbunden: die Armuts- und Entwicklungs- agenda der Millenniums-Entwicklungsziele und die Nachhaltig - keitsentwicklung aus Rio de Janeiro. Die so entworfenen 17 globalen Ziele traten am 1. Januar 2016 mit einer Laufzeit von 15 Jahren (bis 2030) in Kraft. Die SDG gelten grundsätzlich für alle Staaten der Vereinten Nationen. Die Abbildung unten zeigt die 17 Ziele der UN. Sie wurden in 169 Unterziele untergliedert. Die Unterziele dienen als Fort- schrittsindikatoren, denn sie machen eine Nachhaltige Entwick- lung durch Daten messbar und bringen die globalen Ziele in einen umsetzungsorientierten Kontext. Die globalen Ziele sollen national-, länder-, und kommunalspezifisch umgesetzt und ergänzt werden. Die Basis für die Umsetzung der SDG in Deutschland ist die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie aus dem Jahre 2017. Die Bundesregierung überwacht den Erfolg anhand von 63 ihrerseits definierten Indikatoren und berichtet über den Fortschritt der Zielerreichung alle zwei Jahre in einem Bericht des Statistischen Bundesamtes 2. Übersicht über die 17 UN-Ziele für Nachhaltige Entwicklung D 17 UN-ZIELE FÜR NACHHALTIGE ENTWICKLUNG United Nations 2 https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/Indikatoren/Nachhaltigkeitsindikatoren/International/ Indikatorenbericht_SDG.pdf?__blob=publicationFile 13 Zur Identifizierung der relevanten SDG für die Darmstädter Stadtwirtschaft wurden die Unternehmen konkret nach dem Beitrag ihrer Unternehmensaktivität zur Erreichung der SDG befragt. Die fünf wesentlichen SDG sind die Folgenden: Implizit wird auch dem SDG 17 „Partnerschaften zur Erreichung der Ziele“ in Darmstadt eine sehr hohe Bedeutung beigemessen. Die Zusammenarbeit der Unternehmen der Stadtwirtschaft, die Förderung der regionalen Wertschöpfung und die Kooperationen mit Wissenschaft und Wirtschaft haben mit dazu beigetragen, dass Darmstadt in 2019 zum fünften Mal in Folge die Zukunfts- stadt Nr. 1 in Deutschland war. Die SDG wurden auch auf Länderebene in die Gestaltung der Nachhaltigkeitsstrategie einbezogen. Dazu hat die Hessische Landesregierung die Hessische Nachhaltigkeitsstrategie verfasst und in einem gemeinsamen Dialog mit Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Gesellschaft fortgeschrieben. Im Jahre 2017 wurde ein Indikatorenset eingeführt, bei deren Erstellung auch die HEAG mitgewirkt hat, das sich direkt an den SDG orientiert. Wichtige Ansatzpunkte zur Erreichung der SDG findet man im Besonderen auch in den Geschäftsfeldern der Stadtwirtschaft. Beispiele sind die Gestaltung einer klimaneutralen, preisgünstigen und sicheren Energieversorgung, das Angebot von ökologischen und vernetzen Verkehrslösungen sowie die Verfügbarkeit von hochwertigem und bezahlbarem Wohnraum. Unternehmen sind zunehmend in der Verantwortung ihre Geschäftsmodelle nachhaltiger zu gestalten. Wichtige Bereiche sind das Angebot von ökologisch und / oder sozial verantwortlichen Leistungen, die ganzheitliche Betrachtung der Wertschöpfungs- ketten, sowie die Ansprache der Kunden für einen nachhaltigeren Lebensstil. Ein wichtiger Baustein um den Beitrag der Wissenschaftsstadt Darmstadt zum globalen Klimaschutz zu erreichen, ist der im Magistrat und der Stadtverordnetenversammlung beschlossene Klimaschutzplan 2035. Vorausgegangen war der wegweisende Beschluss „Höchste Priorität für Klimaschutz – Weltklima in Not – Darmstadt handelt“ im September 2019 in welchem sich Magistrat und Stadtverordnetenversammlung klar zu den Zielen des Pariser Klimaschutzabkommens bekannt haben. Auch die Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft tragen Verantwor- tung für den Klimaschutz und eine Nachhaltige Entwicklung in der Region – und darüber hinaus. Für die Darmstädter Stadtwirtschaft sind die SDG auch im Sinne ihrer unternehmerischen Verantwortung von Bedeutung. Sie stellen einen Rahmen für Nachhaltige Entwicklung und gleichzeitig auch eine unternehmerische Chance für die Weiterentwicklung der Geschäftsmodelle der Darmstädter Stadtwirtschaft dar. Mit dem Handeln und Wirtschaften der Akteure der Darmstädter Stadtwirtschaft soll ein regionaler Beitrag zur Erreichung der SDG geleistet werden. 14 ENVIRONMENT VERANTWORTUNG FÜR DIE UMWELT Elektromobilität bei der ENTEGA Mit Unterstützung des Landes Hessen bringt ENTEGA die Elektro- mobilität in der Region voran. Bereits 2018 konnten Kommunen von uns ein E-Auto zum Preis eines vergleichbaren Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor mieten. 50 E-Fahrzeuge standen dafür drei Jahre zur Verfügung und waren bis ins Jahr 2020 in der Region unterwegs. 43 Kommunen, der Landkreis Darmstadt-Dieburg, der Odenwaldkreis und die Handwerkskammer Frankfurt Rhein-Main beteiligten sich. Aufgrund der großen Nachfrage haben wir 2021 ein Nachfolgeprojekt aufgelegt. Im Rahmen dessen wurden den teilnehmenden Kommunen 49 Fahrzeuge zur Verfügung gestellt. Im Auftrag der Kommunen bieten wir zudem in vielen Orten Elektro- autos zum Carsharing an. Die Kommune bezahlt eine monatliche Grundgebühr und stellt einen Parkplatz zur Verfügung. Die Nutzer können das Elektrofahrzeug über eine ENTEGA-App reservieren, schlüssellos öffnen und am Ende erhalten sie eine automatisch generierte Rechnung. 18 Kommunen bieten ihren Bürgerinnen und Bürgern das E-Carsharing bereits an. Auch Elektrofahrräder erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. ENTEGA hat deshalb E-Bikes, E-Lastenräder und E-Tretroller ange- schafft und stellt diese den Kommunen testweise zur Verfügung. Wenn Kommunen sich diese Fahrzeuge anschaffen, erhalten sie vom Land Hessen einen Zuschuss von bis zu 90 Prozent der Beschaffungs- kosten. ENTEGA unterstützt die Kommunen bei der Antragstellung. Wir arbeiten hier am Ziel: Wir arbeiten hier am Ziel: Wir arbeiten hier am Ziel: ENTEGA 15 EMISSIONSQUELLE TREIBSTOFF nsgesamt sind auf die Unternehmen der Darmstädter Stadt- wirtschaft 1.639 Firmenfahrzeuge (im Wesentlichen Personen- wagen und Nutzfahrzeuge) zugelassen. Damit stieg die Zahl im Vergleich zu 2020 um 74 Fahrzeuge. 930 (57 %) Prozent der Firmenfahrzeuge befinden sich im Fuhrpark der ENTEGA. Von diesen sind 97 Fahrzeuge mit Elektroantrieb ausgestattet. Einen weiteren signifikanten Anteil am Fuhrpark der Stadtwirtschaft haben der EAD (20,8 %) und die HEAG mobilo GmbH (13,1 %). Bei der ENTEGA wird der Fuhrpark durch Fahrzeuge im Geschäftsfeld Netze dominiert (Montagefahrzeuge, LKW, selbstfahrende Arbeitsmaschinen etc.). Die Fahrzeuge des EAD werden zur Müllentsorgung, Straßenreini- gung, Kanalreinigung und Essensversorgung im Darmstädter Stadtgebiet eingesetzt. Bei den Fahrzeugen der HEAG mobilo GmbH handelt es sich zu einem Großteil um Busse für den Linienverkehr sowie um Montage- und Reparaturfahrzeuge. Zum Großteil sind die Fahrzeuge mit Verbrennungskraftmaschine betrieben. Der Treibstoffverbrauch betrug in 2021 insgesamt 3,81 Mio. Liter. Im Vergleich zum Vorjahr sank der Treibstoffver- brauch um ca. 138 Tsd. Liter. Seit dem höchsten Jahresverbrauch aus dem Jahr 2014 ist der Treibstoffverbrauch um 1,4 Mio. Liter (27,7 %) gesunken. Insgesamt sind in 2021 in den Unternehmen der Stadtwirtschaft 277 Elektroautos unterwegs. I ENTEGA 11 89 62 Abb. 1 Fuhrpark Zweiräder Nutzfahrzeuge Personenwagen Busse Sonstige +4,7 % 65 49 2021 insgesamt 1.639 792 626 107 36 2020 insgesamt 1.565 786 590 91 Abb. 2 Treibstoffverbrauch nach Fahrzeugart in 2021 (in Tsd. Liter) 227 Pkw insgesamt 465 Nfz insgesamt 2.826 Busse insgesamt 2.013 2.013 Diesel Benzin Erdgas Sonstige insgesamt 227 Fahrzeuge insgesamt 5.531 193 261 120 2.617 16 Die Elektroautoquote steigt stetig an und beträgt (ohne Berücksichtigung von E-Bikes oder Pedelecs) 17,4 % (Vj.: 12,0 %) im Jahr 2021. 53 % des Treibstoffs entfällt dabei auf den Linienbus- verkehr des ÖPNV, der durch die HEAG mobibus, einem Tochterunternehmen der HEAG mobilo, angeboten wird. Dank des Ausbaus der Elektrobusflotte sank dieser Anteil in den vergangenen Jahren kontinuierlich. Für den Treibstoffverbrauch3 des Fuhrparks der Darm- städter Stadtwirtschaft ergeben sich Emissionen von 9.774 Tonnen CO2 in 2021 (2020: 10.151 Tonnen CO2). Durch die weitere kontinuierliche Ersatzbeschaffung von energieeffizienteren Fahrzeugen sollen die CO2- Emissionen langfristig reduziert werden. So sollen neue Fahrzeuge nach Möglichkeit mit Elektro- antrieb ausgestattet und die Nutzfahrzeugflotte regel- mäßig auf Erneuerungsbedarf hin überprüft werden. Im Bereich des ÖPNV soll die Einführung von Elektrobussen weiter vorangetrieben werden. Der Anteil an Elektro - fahrzeugen am Fuhrparkbestand soll kontinuierlich ausgebaut und bis 2035 auf 75% erhöht werden. Dazu arbeitet der EAD kontinuierlich am Ausbau der Elektromobilität für die Eigenbetriebe und Ämter der Wissenschaftsstadt Darmstadt. 3 1 kg Erdgas = 1,5 Liter Benzin HEAG mobilo Wir arbeiten hier am Ziel: Wir arbeiten hier am Ziel: Wir arbeiten hier am Ziel: ENVIRONMENT VERANTWORTUNG FÜR DIE UMWELT Abb. 3 Treibstoffverbrauch nach Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft 2020 2021 HEAG mobilo: 53,0 % ENTEGA: 22,5 % EAD: 22,3 % Weitere: 2,2 % HEAG mobilo: 54,1 % ENTEGA: 22,4 % EAD: 20,8 % Weitere: 2,7 % HeinerLiner für Darmstadt Sie sind blau, Lieblinge der Heiner und Verfechter der Nachhaltigkeit. Seit April 2021 machen 35 eVito Tourer von Mercedes-Benz als HeinerLiner das Darmstädter Verkehrsgebiet (un)sicher. Als kleine Brüder der Busse und Straßenbahnen nehmen sie mit ihrem modernen Außendesign zwar Bezug auf die orange HEAG mobilo- Familie, heben aber mit dem dunklen, eleganten Blau zugleich die Exklusivität der Pooling-Fahrten hervor. Die Karte auf den Fahrzeugen macht auf den ersten Blick klar, wo sie hingehören: nach Darmstadt! Ausgestattet mit den neuesten Assistenzsystemen und einer luftgefe- derten Hinterachse machen sie die Fahrten noch sicherer und angenehmer. Der Einstieg durch die elektrisch betriebene Schiebetüre ist komfortabel, die Sitze in den drei Reihen bequem und bei warmen Temperaturen lässt sich die Klimaanlage im Fahrgastraum losgelöst von der Fahrerkabine steuern. Doch die Kleinbusse sammeln nicht nur durch den hohen Komfort und die leisen Fahrgeräusche Pluspunkte bei den Heinerinnen, sondern vor allem durch den nachhaltigen Ansatz. Denn sie alle fahren voll elektrisch und bringen bis zu sieben Menschen beim Ride-Pooling zuverlässig und schnell an ihre Wunschziele. Sie können schon wirklich viel – fertig ist die Fahrzeugentwicklung jedoch noch nicht. Als nächstes steht der behindertengerechte Ausbau künftig Passagiere im Rollstuhl befördert werden können. Außerdem werden weitere Fahrzeuge umgebaut, um die Mitnahme von größeren Gepäckstücken zu ermöglichen. 17 Elektromobilität beim EAD Für das Schaffen eines innerstädtischen Fahrzeugpools arbeitet der EAD aktuell mit Partnern intensiv am Aufbau einer professionellen Buchungsplattform, die die elementare Basis für das Fahrzeugpooling darstellt. Die wesentlichen Handlungsfelder sind eine leicht bedienbare Oberfläche der Buchungsplattform und die technische Ausgestaltung der Buchungsprozesse. Vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur erhält der EAD für die Wissenschaftsstadt Darmstadt im Förderzeitraum 2020 / 2021 4,9 Millionen Euro aus der Förderrichtlinie Elektromobilität im Rahmen des Sofortprogramms „Saubere Luft 2017 – 2020“. Bereits 2018 gab es für den EAD eine Förderzusage in Höhe von 840.000 Euro aus der Förderrichtlinie. Diese wurde für die Anschaffung von 35 Elektrofahrzeugen in verschiedenen Segmenten, von Kleinwagen bis zu Transportern und Nutzfahrzeugen, inklusive der entsprechenden Ladeinfrastruktur sowie einer Klein- kehrmaschine mit Elektroantrieb genutzt. Über die aktuelle Fördersumme ist die Anschaffung von weiteren Elektrofahrzeugen geplant. Außerdem sollen vorhandene Fahrzeuge auf Elektroantrieb umgerüstet und die Ladeinfrastruktur erweitert werden. Mittels der Fördersumme soll der städtische Fuhrpark um weitere 45 Elektrofahrzeuge, darunter eine zusätzlich Kehrma- schine mit Elektroantrieb, erweitert werden. Wir arbeiten hier am Ziel: Wir arbeiten hier am Ziel: Wir arbeiten hier am Ziel: Der EAD hat sich für seinen Fuhrpark das Ziel gesetzt, unter Berücksichtigung der aktuellen technischen Möglichkeiten, die CO2-Emissionen weiter zu reduzieren. Gleiches gilt für die HEAG mobilo, die durch die schrittweise Umstellung auf Elektrobusse, ebenfalls einen Beitrag zur Reduktion der CO2-Emissionen beiträgt. Abb. 4 CO2-Emissionen in Tonnen nach Fahrzeugart Weitere Busse Nutzfahrzeuge Personenwagen 2020 insgesamt 10.151 2021 insgesamt 9.774 -3,7 % 1.123 2.827 5.234 590 5.503 2.905 1.218 525 Abb. 5 CO2-Emissionen in Tonnen nach Treibstoffart -3,7 % Diesel: 9.603 Benzin: 430 Erdgas: 118 2020 insgesamt 10.151 Diesel: 9.120 Benzin: 544 Erdgas: 110 2021 insgesamt 9.774 18 Hinterlüftete Fassade e-netz Südhessen ertüchtigt Hauptlager energetisch durch vorgehängte Fassade mit Luftisolierung und dazugehöriges Verwal- tungsgebäude mittels Wärmeverbundsystem: Die vorgehängte Fassade des Gebäudekomplexes dient nicht nur als schützende Hülle, sondern beherbergt auch eine durchdachte Luftisolierung, die dazu beiträgt, den Energieverbrauch zu minimieren und legt somit einen starken Fokus auf energetische Effizienz und Nachhaltigkeit. Die Fassade agiert als eine zweite Haut, die das Gebäude vor Witterungseinflüssen schützt und gleichzeitig eine effektive thermische Barriere bildet. Diese Luftisolierung gewährleistet eine optimale Temperaturregulierung im Inneren des Gebäudes, wodurch Heiz- und Kühlenergie effizient genutzt werden können. Das Verwaltungsgebäude, das nahtlos mit dem Hauptgebäude verbunden ist, setzt ebenfalls auf innovative Energielösungen. Ein zentrales Element hierbei ist das implementierte Wärmeverbundsystem, das eine nachhaltige Wärmeversorgung sicherstellt. Dieses System nutzt die Prinzipien des Wärmeverbunds, um eine effiziente Verteilung und Nutzung von thermischer Energie zu gewährleisten. Die intelligente Integration dieser energetischen Technologien trägt nicht nur zur Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks bei, sondern optimiert auch die Betriebskosten des Gebäudekomplexes. Durch die Synergie von vorgehängter Fassade, Luftisolierung und dem Wärmeverbundsystem wird nicht nur ein komfortables und angenehmes Raumklima geschaffen, sondern auch ein Beitrag zum globalen Bestreben nach umweltfreundlicher Bauweise und Energieeinspeisung geleistet. Wir arbeiten hier am Ziel: Wir arbeiten hier am Ziel: Wir arbeiten hier am Ziel: ENVIRONMENT VERANTWORTUNG FÜR DIE UMWELT ENTEGA / Jürgen Mai EMISSIONSQUELLE STATIONÄRE VERBRENNUNG 19 er Energieverbrauch 4 durch Energieerzeugung vor Ort (stationäre Verbrennung) beträgt in 2021 in der Darmstädter Stadtwirtschaft 826 Gigawattstunden. Dominiert wird der Energieverbrauch von den Erzeugungsanlagen der ENTEGA. Im Vergleich zu 2020 ist der Energieverbrauch um 49 % gestiegen. Dieser Anstieg liegt im Wesentlichen in der höheren Auslastung der Gaskraftwerke begründet, an denen die ENTEGA beteiligt ist oder die ENTEGA selber betreibt. Das Gaskraftwerk der ENTEGA auf der Knell befindet sich weiterhin in der Netz reserve. Das Gemeinschaftskraftwerk Irsching, an dem die ENTEGA eine Beteiligung von 9 % hält, kehrte im Oktober 2020 aus der Netz - reserve in den Regelbetrieb zurück, weil sich die wirtschaft - lichen Bedingungen in den Energiemärkten verbesserten. Durch den Betrieb des Gaskraftwerks in Irsching wird u.a. auch die Kohleverstromung substituiert. Darüber hinaus trägt die Absatzsteigerung im Geschäftsfeld Wärme der ENTEGA zu einem Anstieg der CO 2-Emissionen bei. Hauptenergieträger bei der stationären Verbrennung ist Erdgas. Weitere Energieträger für die stationäre Verbrennung sind unter anderem leichtes Heizöl, Pellets und Biogas. Hauptverbraucher ist aufgrund des Einsatzes von fossilen Energieträgern in Erzeugungsanlagen die ENTEGA, gefolgt von der Klinikum Darmstadt GmbH, die Ökogas zur umweltfreund- lichen Energieversorgung nutzt. Aufgrund von Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen war das Blockheizkraftwerk des Klinikums nicht in Betrieb. Die Inbetriebnahme der neuen Energiezentrale ist für Ende 2023 bzw. Anfang 2024 geplant. Durch die stationäre Verbrennung entstanden CO2-Emissionen in 2021 von insgesamt 130.058 Tonnen. Im Bezug auf die 9 % Beteiligung am Gemeinschaftskraftwerk Irsching wirkt die ENTEGA gegenüber dem Betreiber Uniper darauf hin, dass das Kraftwerk zukünftig klimaneutral betrieben wird. Der Betreiber hat zugesichert, dies bis spätestens 2035 umzusetzen, sofern die Rahmenbedingungen dafür gegeben sind. Eine entsprechende ergebnisoffene Prüfung hinsichtlich der Erreichung dieses Ziels wird gerade durchgeführt. Das Klinikum Darmstadt hat sich zum Ziel gesetzt, den Energieverbrauch für den Standort Innenstadt zu nachhaltig zu reduzieren. Dazu führt das Klinikum Darmstadt bis 2024 ein Energiemanagement- system ein und wird im Anschluss an die Modernisierung der Energiezentrale ein neues und effizientes Blockheizkraftwerk in Betrieb nehmen. D 4 siehe Umrechnungsfaktoren im Anhang Abb. 6 Energieverbrauch in MWh durch stationäre Verbrennung (oben) und induzierte CO2-Emissionen in Tonnen (unten) Weitere: 35.343 Biogas: 31.953 Erdgas: 758.716 2020 insgesamt 554.996 Weitere: 34.859 Biogas: 76.428 Erdgas: 443.709 2021 insgesamt 826.012 +49 % Weitere: 3.072 Biogas: 0 Erdgas: 126.986 Weitere: 3.668 Biogas: 0 Erdgas: 71.917 2020 insgesamt 75.585 2021 insgesamt 130.058 +49 % 20 EMISSIONSQUELLE STROMVERBRAUCH Wir arbeiten hier am Ziel: Wir arbeiten hier am Ziel: Straßenbeleuchtungskonzept Von 2013 bis 2020 hat die ENTEGA das „Straßenbeleuchtungskonzept 2020“ umgesetzt, in dessen Rahmen rund 24.000 Leuchten mit Quecksilber Dampfleuchten auf energiesparende LED-Technik umgerüstet wurden. Das entspricht einer jährlichen Stromeinsparung von ca. 2,3 Mio. kWh. Nach dem erfolgreichen Austausch der besonders ineffizienten Quecksilber-Dampf- leuchten wurden die Langfeldleuchten in den Fokus genommen. Hier tauschte die ENTEGA in den Jahren 2020 und 2021 knapp 5.000 dieser Leuchten gegen moderne LED-Leuchten und erschlossen damit ein beträchtliches Einsparpotenzial. ENVIRONMENT VERANTWORTUNG FÜR DIE UMWELT HEAG mobilo GmbH HEAG mobilo – Die Zukunft fährt elektrisch Das leben auch wir bei der HEAG mobilo: 2021 sind wir unserem Ziel, die Busflotte kontinuierlich auf Elektromobilität umzustellen, eine gute Meile nähergekommen. Die neuen 25 hochmodernen und klimaschonenden E-Busse sind die größte Busanschaf- fung in der Unternehmensgeschichte und vergrößern unsere E-Bus Flotte auf insge- samt 30 Fahrzeuge. Zu den Bussen gehören auch zwölf Elektro-Standardbusse. Neu auf Darmstadts Straßen sind außerdem die 13 elektrisch betriebenen Gelenkbusse. Mit ihnen können wir noch mehr Menschen in Darmstadt und im Landkreis Darmstadt- Dieburg emissionsfrei befördern. Und das nicht nur ohne CO2-Ausstoß, dank Ökostrom der ENTEGA, sondern vor allem mit mehr Komfort für unsere Fahrgäste sowie geringer Lärmemission – für mehr Lebensqualität in der Wissenschaftsstadt und im Landkreis. Wir arbeiten hier am Ziel: Wir arbeiten hier am Ziel: Wir arbeiten hier am Ziel: 21 ie Darmstädter Stadtwirtschaft bezieht ihren Strom nahezu ausschließlich von der ENTEGA Plus. Insgesamt beläuft sich der Stromverbrauch der wesentlichen Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft auf 76,8 Gigawattsunden, im Vergleich zum Vorjahr blieb der Stromverbrauch nahezu konstant (2020: 74,3 Gigawattstunden). Die Unternehmen beziehen nahezu aus- schließlich Ökostrom. Daher fallen, unter Berücksichtigung des Betrachtungswinkels (Scope 1 und 2), keine CO2-Emissionen an. Gleichwohl haben sich die Unternehmen der Darmstädter Stadt - wirtschaft das Ziel gesetzt den Stromverbrauch zu reduzieren. Dazu werden die Hauptstromverbraucher in den Unternehmen identifiziert und zusätzliche Energieeinsparmöglichkeiten im Bereich der IT und Gebäudetechnik geprüft. Die HEAG mobilo wird u. a. an allen wesentlichen Stellen auf LED-Technik bis 2025 umstellen. Das Klinikum Darmstadt prüft die Nutzung von Photovoltaik für Dach und Fassaden. Aufgrund des Ausbaus der Elektrobusflotte der HEAG mobilo wird sich der Stromverbrauch perspektivisch in Summe jedoch nicht reduzieren, sondern ansteigen. Dies liegt darin begründet, dass der Treibstoff Diesel für den Antrieb konventioneller Busse mit Verbrennungskraftmaschine durch Strom für die Betankung von Elektrobussen substituiert wird. Diese Substitution ist im Hinblick auf die Reduktion der gesamten CO2-Emissionen zielführend.* D Die Beleuchtung der Werkstatt- und Fahrzeug- hallen auf dem Betriebsgelände des EAD im Sensfelderweg 33 bestand überwiegend aus Halogenstrahlern und Leuchtstoffröhren. Diese sind zwischen 2019 und 2021 gegen ein energieeffizientes LED-Beleuchtungssystem ausgetauscht worden. Das Projekt wurde gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Natur - schutz und nukleare Sicherheit auf der Basis eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. Umrüstung Innenbeleuchtung der EAD-Werkstatt & Lager- hallen auf LED-Technik Wir arbeiten hier am Ziel: HEAG mobilo GmbH Abb. 7 Stromverbrauch in MWh Weitere: 6.213 IDA: 9.189 Klinikum: 15.406 HEAG mobilo: 13.992 ENTEGA: 29.997 2020 insgesamt 74.797 Weitere: 6.548 IDA: 9.641 Klinikum: 17.296 HEAG mobilo: 14.685 ENTEGA: 30.013 2021 insgesamt 78.183 +4,5 % * Unter Berücksichtigung der Vorkettenemissionen und der Betankung mit Ökostrom emittiert ein Elektrofahrzeug ca. 1/40 der CO2-Emissionen wie ein Fahrzeug mit konventionellem Antrieb. 22 EMISSIONSQUELLE FERNWÄRMENUTZUNG on den wesentlichen Unternehmen der Darmstädter Stadt- wirtschaft sind neun Unternehmen ganz oder teilweise an das kommunale Fernwärmenetz angeschlossen: • Eigenbetrieb für kommunale Aufgaben und Dienstleistungen (EAD) • Eigenbetrieb Immobilienmanagement der Wissenschaftsstadt Darmstadt (IDA) • Eigenbetrieb Bürgerhäuser der Wissenschaftsstadt Darmstadt • Eigenbetrieb Kulturinstitute der Wissenschaftsstadt Darmstadt • ENTEGA AG und Tochtergesellschaften • Klinikum Darmstadt GmbH • Sparkasse Darmstadt • Wissenschafts- und Kongresszentrum Darmstadt GmbH & Co. KG (WKD) • bauverein AG Der Energieverbrauch durch Fernwärmenutzung der Darmstädter Stadtwirtschaft beläuft sich auf insgesamt 35.060 MWh in 2021. Im Vergleich zum Vorjahr eine Zunahme von 8,8 %. Der Energie- verbrauch durch Fernwärmenutzung korreliert in hohem Maße mit der durchschnittlichen Außentemperatur. Je kälter der Winter, umso höher der Bedarf an Energie und damit auch die CO2-Emissionen. In diesem Zusammenhang besteht ebenfalls eine Korrelation mit der energetischen Qualität der Gebäude sowie den energetische Verlusten bei hohen Leitungstemperaturen. Die ENTEGA hat das Ziel die Nutzung von Fernwärme in Darm- stadt zu erhöhen. Dazu sollen, durch eine Kooperation mit der bauverein AG, Liegenschaften in unmittelbarer Nähe des aktuellen Fernwärmenetzes an dieses angeschlossen werden. Darüber hinaus werden Energieeffizienzmaßnahmen geprüft. Beispielhaft sei hier das Projekt DELTA genannt. Durch die Integration eine Wärmeübergabestation mit Wärmepumpe soll die im industriellen Kühlwassernetz gesammelte Abwärme der Firma Merck auf ein höheres Temperaturniveau gehoben und zusammen mit der Abwärme im Niedertemperaturnetz an die Fernwärmeversorgung der ENTEGA zur Wärmeversorgung von Wohnquartieren übergeben werden. Das Klinikum Darmstadt prüft die Umsetzung von Effizienzmaßnahmen durch Wärmerückgewinnung und plant die Nutzung von Abwärme zur Energieversorgung bis 2030. V ENVIRONMENT VERANTWORTUNG FÜR DIE UMWELT Abb. 8 Energieverbrauch in MWh durch Fernwärmenutzung (oben) und induzierte CO2-Emissionen in Tonnen (unten) +3,7 % +3,7 % 2020 insgesamt 7.760 2020 insgesamt 35.272 2021 insgesamt 36.589 Weitere: 2.909 Klinikum: 15.363 IDA: 17.000 Weitere: 3.593 Klinikum: 13.253 IDA: 19.743 2021 insgesamt 8.050 23 WASSERVERBRAUCH eben den vorgenannten Emissionsquellen ist auch der Wasserverbrauch eine Kennzahl der Nachhaltigkeitsbericht- erstattung. Die Unternehmen der Stadtwirtschaft verbrauchten in 2021 insgesamt 343.383 m3 Wasser (-9,9 % zu 2020). Der Rückgang ist auch auf die Witterung zurückzuführen. Hauptwasserverbraucher sind der Eigenbetrieb IDA, das Klinikum Darmstadt und die ENTEGA. Um den Wasserverbrauch zukünftig zu reduzieren, sollen in der Darmstädter Stadtwirtschaft intelligente Messsysteme zum Einsatz kommen, die unterstützen Leckagen im Wassernetz frühzeitig zu identifizieren bzw. bestenfalls vor Eintritt einer Leckage vorherzusagen. Darüber hinaus sollen Boden- feuchtesensoren dabei helfen, die Bewässerung zu optimieren. Aktuelle Prognosen für Darmstadt gehen davon aus, dass es aufgrund des Klimawandels zu längeren und stärkeren Hitze- und Trockenperioden kommt. Aufgrund dieser Entwicklungen ist mit einem weiter steigenden Wasserverbrauch und einem Anstieg des Spitzenbedarfs in sommerlichen Hitzeperioden zu rechnen. N Abb. 9 Gesamtwasserverbrauch in m3 (ohne Berücksichtigung der Verbräuche des EAD) -9,9 %2020 insgesamt 381.086 2021 insgesamt 343.383 ENTEGA: 60.176 Weitere: 53.611 Klinikum: 85.223 IDA: 182.076 ENTEGA: 38.720 Weitere: 53.022 Klinikum: 78.873 IDA: 172.768 Adobe Stock | mintra 24 ZUSAMMENFASSUNG m Rahmen des Nachhaltigkeitsberichts wurden folgende Emissionsquellen der Unternehmen der Darmstädter Stadtwirt- schaft analysiert: • Treibstoffverbrauch Fuhrpark • Stationäre Verbrennung • Stromverbrauch • Fernwärmeerzeugung und -nutzung Ergänzt wird die Aufstellung um die Netzverluste der ENTEGA bzw. der e-netz Südhessen, die durch die Verteilung von Fernwärme und Strom entstehen. Insgesamt emittierte die Darmstädter Stadtwirtschaft in 2021 147.545 Tonnen CO2 ohne die Berücksichtigung der Netzverluste und 195.750 Tonnen CO2 unter Berücksichtigung dieser. Die Verteilung auf die Emissionsquellen stellt sich, wie in der Grafik Abb. 10 veranschaulicht, dar 5. Unter den Netzverlusten werden die Verluste verstanden, die in den Stromverteil- und Wärmenetzen der ENTEGA anfallen. Ohne Berücksichtigung der Netzverluste sind die CO2-Emissionen in 2021 um 59 % im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. I Unter Berücksichtigung der Netzverluste sind die CO2-Emissionen im Vergleich zu 2020 um 41 % gestiegen. Im Bezug auf die Netzverluste in den Stromverteil- und Wärme- netzen ist es das Ziel der ENTEGA, diese bis 2025 klimaneutral zu stellen. Allerdings verhindert das derzeit geltende Energierecht, dass Stromnetzbetreiber Ökostrom für den Ausgleich ihrer Netzverluste beschaffen können. Zusammen mit anderen Netzbetreibern arbeitet die ENTEGA daran, diese Hürde zu beseitigen. Im März 2022 wurde dazu ein gemeinsames Positionspapier an das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz geschickt. Denn deutschlandweit liegt hier ein großes Potenzial brach. Die Verlustenergie macht insgesamt rund sechs Prozent des Brutto- stromaufkommens in Deutschland aus. ENVIRONMENT VERANTWORTUNG FÜR DIE UMWELT Abb. 10 CO2-Emissionen der Darmstädter Stadtwirtschaft in Tonnen mit Netzverlusten 2012 insgesamt 183.394 2013 insgesamt 187.630 2014 insgesamt 113.800 2015 insgesamt 122.538 2016 insgesamt 131.098 5 Abweichungen bei den Vorjahreszahlen ergeben sich aufgrund von Korrekturmeldungen seitens der Unternehmen. 25 Netzverluste Fernwärme Treibstoffverbrauch Energieverbrauch durch stationäre Verbrennung 2017 insgesamt 134.162 2018 insgesamt 107.312 2020 insgesamt 138.152 2019 insgesamt 114.026 2021 insgesamt 195.750 Wir arbeiten hier am Ziel: Wir arbeiten hier am Ziel: Wir arbeiten hier am Ziel: Energieeffiziente Neubauten in der Moltkestraße Der Neubau der Mehrfamilienwohnhäuser mit KiTa und Schulbetreuung erfolgte im Rahmen des Forschungsprojekts SWIVT unter Beteiligung der TU Darmstadt, der Universität Stuttgart, des Instituts Wohnen und Umwelt (IWU), der ENTEGA und der bauverein AG. Bei dem Forschungsprojekt geht es um energieeffiziente Energieversorgung eines Quartiers. Neben den Neubauten in der Moltkestraße werden auch die Bestandsbauten der Bessunger Straße 166 – 188 durch die gemeinsame Energiezentrale versorgt. Die Wärmeversorgung der Neubauten erfolgt über ein Nieder- temperaturnetz mit Geothermie-Wärmepumpen mit 21 Bohrungen in 125 m Tiefe. Zur Regeneration der Geothermie wird im Sommer über die Bauteilaktivierung der Fußbodenheizung den Wohnungen Wärme entzogen und so das Erdreich wieder aufgewärmt. Zudem wird in den Wohnungen über Wärmetauscher im Duschablauf die Wärme des Duschwassers zurückgewonnen und so der Wärmebedarf zusätzlich minimiert. Die Bauteile der Gebäudehülle entsprechen hinsichtlich der energetischen Qualitäten Passivhausbauteilen. Um der Bebauungsdichte des Quartiers entgegenzuwirken und das Mikroklima zu verbessern, sind die Fassadenseiten nach Westen / Südwesten sowie an der Moltkestraße nach Südosten mit Fassadenbegrünung versehen. Die zugehörige Fassadenbewässerung wird vor dem nächsten Sommer in Betrieb genommen. Zur regenerativen Stromversorgung sind auf den Dächern Photovoltaikanlagen mit ca. 230 KWpeak installiert, der Eigenverbrauch wird durch Batterien mit ca. 50 Kwh Kapazität erhöht. Ein eigener Trafo des Quartiers gibt die Möglichkeit, eine Vielzahl der Tiefgaragenstellplätze mit Ladeinfrastruktur für E-Mobilität auszustatten. Zur Vervollständigung des regenerativen Gesamtkonzepts sollen zudem noch weitere etwa 90 KWpeak Photovoltaik-Leistung als Fassadenanlagen ergänzt werden. In den Mehrfamilienwohnhäusern sind 131 Wohnungen für 1 bis 8 Personen, eine 5-gruppige KiTa sowie eine Schulbetreuung mit ca. 500 qm Fläche untergebracht. planungsgruppe DREI Part GmbH 26 DIE DARMSTÄDTER STADTWIRTSCHAFT ALS ARBEITGEBER achhaltige Unternehmen erkennen die Bedeutung sozialer Verantwortung, berücksichtigen soziale Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit und befassen sich mit den Beziehungen eines Unternehmens zu seinen Mitarbeitern, Kundinnen, Lieferanten und der Gesellschaft im Allgemeinen. Schlüsselthemen im sozialen Bereich sind Arbeitsbedingungen, Vielfalt, Gesundheit, Sicherheit am Arbeitsplatz, Wertschöpfung für die Region und Einbezug der Öffentlichkeit. Die Darmstädter Stadtwirtschaft beschäftigte in 2021 insgesamt 9.223 Menschen. Unter Berücksichtigung der einbezogenen Unternehmen im Nachhaltigkeitsbericht der Darmstädter Stadt- wirtschaft wurden 436 Auszubildende (Vj. 455) beschäftigt. Der Altersdurchschnitt der Beschäftigten in der Darmstädter Stadtwirtschaft lag bei 45 Jahren. Insgesamt waren 3.669 Menschen über 50 Jahren in der Stadtwirtschaft beschäftigt. Der Frauenanteil in der Darmstädter Stadtwirtschaft lag bei den Beschäftigten bei ca. 50 % und war damit konstant zu 2020. Bei den Auszubildenden betrug der Anteil der weiblichen Beschäftigten 55 % (2020: 56 %). Ein wesentlicher Bestandteil eines attraktiven Arbeitgeberimages ist auch die Möglichkeit in Teilzeit zu arbeiten. In der Darmstädter Stadtwirtschaft machten in 2021 insgesamt 3.030 Beschäftige von diesem Angebot Gebrauch. Dies entspricht einer Zunahme von mehr als 10 % im Vergleich zum Vorjahr. Auch weitere Angebote wie berufliche Fortbildungsmöglichkeiten, berufliche Angebote zur Gesundheitsförderung, Jobtickets und ein sicherer und diskriminierungsfreier Arbeitsplatz sind Merkmale eines verantwortungsvollen Arbeitgebers. Die Ausgaben für die Gesundheitsförderung stiegen von 153 TEUR in 2020 auf 192 TEUR in 2021. Auch die Fortbildungsstunden, welche die Beschäftigten in ihre berufliche und persönliche Weiter - bildung investierten, stiegen von 2020 auf 2021 deutlich an. N SOCIAL SOZIALE VERANTWORTUNG 2020 2021 Azubi 455 436 Altersdurchschnitt Beschäftigte 44,71 45,13 Beschäftigte über 50 3533 3669 Beschäftigte in Teilzeit 2681 3030 Frauenanteil Beschäftigte [%] 50 50 Frauenanteil Azubi [%] 56 55 Tarifangestellte 6051 6340 Nicht-Tarifangestellte 1106 1440 Diskriminierungsvorfälle* 0 0 Arbeitsbedingte Verletzungen* 297 268 Arbeitsbedingte Todesfälle* 0 0 Ausgaben Gesundheitsförderung [EUR] 152.998 191.770 Vorschläge betriebliches Vorschlagswesen* 60 86 Anzahl Jobtickets* 2.562 2.589 * Eigenbetrieb Bürgerhäuser und Märkte, EAD, Eigenbetrieb Kultur, Eigenbetrieb Werkstätten, ENTEGA , KLinikum und Darmstadt Marketing haben keine Daten zur Verfügung gestellt. 27 Eigenbetrieb Darmstädter Werkstätten und Wohneinrichtungen Das erste Dezentralisierungsprojekt des Eigenbetriebes im Bereich der Besonderen Wohnform im Pulver- häuserweg 48 wurde im Juni 2021 eröffnet. Die Einrichtung mit bis zu 18 Plätzen war bis Dezember 2021 mit neun Bewohnerinnen und Bewohnern bezogen. Eine Vollbelegung ist im Jahr 2022 zu erwarten. Weiterhin befindet sich eine vergleichbare Wohneinrichtung auf dem Gebiet der „Lincolnsiedlung“ in der Umsetzung. Mit einem dritten geplanten Standort führen diese Maßnahmen zu einer Neustrukturie- rung des gesamten Wohnbereiches. Ziel ist die weitere Verbesserung von Teilhabemöglichkeiten. Wir arbeiten hier am Ziel: Wir arbeiten hier am Ziel: iStock | FG Trade 28 EINBEZUG DER ÖFFENTLICHKEIT it dem Begriff des Public Value wird der Einbezug der Öffentlichkeit durch eine aktive Informationspolitik und Teilhabe an der Entwicklung des Unternehmens verbunden. Dabei erstreckt sich der Begriff der Öffentlichkeit nicht nur auf die Kundinnen und Kunden der Unternehmen, sondern auch auf die mittelbaren Eigentümer des Unternehmens und damit bei kommunalen Unternehmen auf die Bürgerinnen und Bürger. Die wesentlichen Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft nutzen u. a. folgende Medien zum Einbezug der Öffentlichkeit: • CSR- bzw. Nachhaltigkeitsberichterstattung, z. B. bauverein, ENTEGA, HEAG, WKD • Darmstädter Beteiligungsbericht • Kundenbeirat, z. B. bauverein, HEAG mobilo, Klinikum • Stakeholderbefragung, z. B. bauverein, ENTEGA, HEAG mobilo • Mieterbefragung, z. B. bauverein • Darmstädter Feste, z. B. Jugendstiltage, Weinfest, Kunsthandwerkermarkt • Beratungsangebote, z. B. ENTEGA (Energieberatung) • Bürgerbeteiligung, z. B. bauverein, ENTEGA • Veranstaltungen, z. B. Tag der Stadtwirtschaft, Vortragsreihe „Energie für die Zukunft“ des ENTEGA NATURpur Instituts, EAD-Umwelt- und Familientag, Werksgeländebesichtigungen, Tag der offenen Tür • Soziale Netzwerke • Fallstudien, Wettbewerbe und Preisverleihungen, z. B. Darmstädter Impuls • Mobilätsberatung und ÖPNV-Training der HEAG mobilo Darüber hinaus wird auch das Engagement von Beschäftigten im Rahmen von gemeinnützigen gesellschaftlichen Aufgaben gefördert. Dies umfasst z. B. Vereinsarbeit, Bildungsaufgaben, soziale Projekte, kulturelle Aktivitäten und politische Mandate. Dabei verdeutlicht die Wahrnehmung von Ehrenämtern durch Mitglieder der Organisation die enge Bindung des Unternehmens mit der Region. Ergänzt wird der Einbezug der Öffentlichkeit seitens der Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft durch die Koopera- tion und die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen und Institutionen in der Region. Die Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft unterhalten u. a. Kooperationen (auch im Rahmen von Praktika oder Exkursionen) mit: • Technische Universität Darmstadt • Hochschule Darmstadt M REGIONALE WERTSCHÖPFUNG ür die Wissenschaftsstadt Darmstadt und die Region haben die Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft eine besondere Bedeutung. Um den Nutzen für die lokale und regionale Wirtschaft zu beschreiben und zu messen, wurde im Rahmen des Nachhaltig- keitsberichts auch die lokale und regionale Wertschöpfung 6 7, unter Berücksichtigung folgender Positionen berechnet: • Personalaufwand (exkl. Lohnsteuer) • Aufwendungen für bezogene Leistungen • Sonstige betriebliche Aufwendungen • Investitionen in Sachanlagen • Steuern I. Kapitalertragsteuer II. Gewerbesteuer III. Lohnsteuer IV. Umsatzsteuer • Dividende In Bezug auf die Steuerarten (Gemeindesteuern- und Gemeinschafts steuern) wurden für die Wertschöpfung die kommunalen Anteile an der Gesamtposition berücksichtigt.8 Bei den weiteren Positionen wurden die lokalen und regionalen Anteile an der Gesamtposition unternehmensspezifisch ermittelt: Für die Darmstädter Stadtwirtschaft ergibt sich durch Aggregation der Daten eine Wertschöpfung von 785 Mio. EUR für 2021. Werttreiber für die lokale und regionale Wertschöpfung ist im Besonderen der Personalaufwand (u. a. Löhne und Gehälter). Im Jahr 2020 lag die regionale Wertschöpfung bei 770. Mio Euro. 6 Zur Berechnung der Wertschöpfung wird als Region folgendes Gebiet definiert: Die Region wird westlich begrenzt durch den Rhein, nördlich durch den Main, südlich durch den Neckar und im Osten durch die hessische Landesgrenze. Darüber hinaus werden die Städte Frankfurt, Mainz, Wiesbaden und Aschaffenburg ebenfalls als Teil der Region im Sinne dieser Definition verstanden. 7 definiert als regionaler Cashflow 8 Kapitalertragsteuer: 12 %; Gewerbesteuer: ca. 84 %; Lohnsteuer: 15 %; Umsatzsteuer: 2 % F SOCIAL SOZIALE VERANTWORTUNG 2020 2021 Regionale Wertschöpfung [TEUR] 770.577 785.270 29 • Evangelische Hochschule Darmstadt • Forschungseinrichtungen (z. B. Fraunhofer-Institute) • Kulturinstitutionen (z. B. Staatstheater, Hessisches Landesmuseum) • Verbände (z. B. Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main, Handwerkskammer Rhein-Main) • Stiftungen (z. B. Bürgerstiftung Darmstadt) • Organisationen der Zivilgesellschaft (z. B. CBF-Darmstadt e. V.) Eine Quantifizierung der Effekte aus dem Einbezug der Öffent- lichkeit ist nicht möglich. Dieser dient aber der lokalen und regionalen Kundenbindung. Das Ziel der Darmstädter Stadtwirt- schaft ist es, die Öffentlichkeit durch eine aktive Informations- politik und Teilhabe an der Entwicklung der Unternehmen weiterhin einzubinden. Dazu wurde für die Bürgerinnen und Bürger eine Informationsbroschüre über die Produkte und Dienstleistungen der Darmstädter Stadtwirtschaft veröffentlicht. Ergänzt wird dieses Angebot um das Stadtwirtschaftsportal Darmstadt im Herzen (www.darmstadtimherzen.de) sowie die gleichnamige Nachbarschafts-App. www.darmstadtimherzen.de. Darmstadt im Herzen Ob Energie, bezahlbarer Wohnraum, ÖPNV, Kulturangebote, Entsorgung und vieles mehr – die Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft bieten den Darmstädterinnen täglich qualitativ hochwertige Leistungen der Daseinsvor- sorge. Mit ihrem vielfältigen Angebot tragen die kommunalen Unternehmen einen großen Teil zur hohen Lebensqualität in Stadt und Region bei. Das Stadtwirtschaftsportal unter www.darmstadtimherzen.de bietet eine Übersicht zu allen Leistungen und Services der Darmstädter Stadtwirtschaft nach Geschäftsfeldern. Webcams, freie Wohnungen, vakante Jobs und noch vieles mehr – all das gibt es ebenfalls auf Darmstadt im Herzen. Übrigens: Im Vereinsregister können Darmstädte- rinnen und Darmstädter die regionale Vereinslandschaft erkunden und den idealen Verein für sich finden. Darmstadt im Herzen möchte das Miteinander in Darmstadt und in der Nachbarschaft lebendiger gestalten und Impulse für mehr Nachhaltigkeit im Alltag geben. Hierfür gibt es die lokale Nachbarschafts- App „Darmstadt im Herzen“. Nachbarn helfen, Dinge tauschen oder leihen oder auch Fahrge - meinschaften suchen und anbieten, kann in der App erfolgen. Nachhaltiges Mobilitätsverhalten wird mit Klimaherzen und attraktiven Prämien belohnt, alles Wichtige und Aktuelle rund um das Leben in Darmstadt findet sich beispielsweise in den News, dem elektronischen Entsorgungskalender oder auch in den Veranstaltungs- tipps. Mieterinnen der bauverein AG können zudem ihr Kundenportal direkt über die App erreichen. Wir arbeiten hier am Ziel: Wir arbeiten hier am Ziel: Wir arbeiten hier am Ziel: 30 GOVERNANCE VERANTWORTUNGSVOLLE UNTERNEHMENSFÜHRUNG ie Darmstädter Stadtwirtschaft zählt zu den größten Arbeitgebern der Region und bietet mehr als 9.200 Menschen einen Arbeitsplatz und erwirtschaftete in 2021 eine Gesamtleis- tung von 2,8 Mrd. Euro bei einer Bilanzsumme von 5.47 Mrd. Euro. Nähere Informationen, wie die Anteilsquote der Beteiligungs - unternehmen entnehmen Sie dem Darmstädter Beteiligungs- bericht 2021 9 unter www.heag.de. Die verantwortungsbewusste Unternehmensführung ist ein weiterer wesentlicher Aspekt, der bei der Betrachtung unter ESG-Gesichtspunkten von Bedeutung ist. Es befasst sich im Wesentlichen mit der Art und Weise, wie ein Unternehmen geführt, kontrolliert und reguliert wird und ist entscheidend, um das Vertrauen innerhalb und außerhalb des Unternehmens zu gewinnen und langfristigen Erfolg zu sichern. Als ein Instrument der verantwortungsvollen, zielgerichteten und nachhaltigen Unternehmensführung im Sinne von Unternehmensleitung, -steuerung und -transparenz hat die HEAG, gemeinsam mit der Wissenschaftsstadt Darmstadt und den Unternehmen der Stadtwirtschaft den Darmstädter Beteiligungskodex entwickelt. Dieser stärkt die besondere Verantwortung kommunaler Unternehmen bei der Wahrneh - mung von Aufgaben der Daseinsvorsorge und trägt daher den Anforderungen an die kommunale Wirtschaft Rechnung. Der Darmstädter Beteiligungskodex wird von allen Mehrheits- beteiligungen der Wissenschaftsstadt Darmstadt angewendet. Die Entsprechenserklärungen der jeweiligen Unternehmen werden jährlich im Beteiligungsbericht der Wissenschaftsstadt Darmstadt veröffentlicht. Die wesentlichen Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft werden über ein Aufsichtsgremien gesteuert und überwacht. In Abhängigkeit von Rechtsform bzw. Beschäftigtenzahl setzen sich die Kontrollgremien der Unternehmen aus Vertreterinnen und Vertretern der Kapitalseite und der Arbeitnehmerseite zusammen. Gemäß dem Beteiligungskodex der Wissenschaftsstadt Darmstadt soll bei der Zusammensetzung der Geschäftsleitungen und der Aufsichtsgremien auf eine Beteiligung von Frauen und Männern zu gleichen Anteilen hingewirkt werden. In den Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft stellen die weiblichen Mitglieder in der Geschäftsleitung einen Anteil von 33,6 % (Vorjahr: 35,2 %) und in den Aufsichtsgremien einen Anteil von 38.2 % (Vorjahr 32,4 %) dar. In 2013 wurde eine Compliance Richtlinie für die Darmstädter Stadtwirtschaft erarbeitet. Über einen Compliance-Officer, an den sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unternehmens direkt und vertraulich wenden können, wird die Einhaltung der Compliance-Richtlinie überwacht. Compliance bedeutet die Einhaltung aller vom Unternehmen und seiner Beschäftigten zu beachtenden Rechtsvorschriften (Gesetze, Verordnungen, Verträge), stadtweiten und internen Regelwerke und Regeln sowie Verhaltens- grundsätzen inklusive den Aspekten der Nachhaltigkeit. Im Rahmen der führungsbezogenen Compliance wurden die Vorgaben des UN Global Compact beachtet. Die Anzahl der erfassten Korruptionsfälle (in 2020 und 2021 jeweils einen Fall) zeigt, dass die durch die Unternehmen eingeführten Maßnahmen wirken. Auch im Bereich des Daten- schutzes zeigt sich die hohe Sensibilität der Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft. Verstöße gegen die Datenschutz- grundverordnung werden dem Datenschutzverantwortlichen der Unternehmen gemeldet. Insgesamt wurden den Datenschutz- beauftragten der im Nachhaltigkeitsbericht einbezogenen Unternehmen 24 Datenschutzverstöße in 2021 gemeldet. Dies sind fünf weniger als im Vorjahr. D 9 https://www.heag.de/stadtwirtschaft/beteiligungsbericht/ FRAUENANTEIL 2020 2021 Geschäftsleitung [%] 35,2 33,6 Aufsichtsrat [%] 32,4 38,2 COMPLIANCE 2020 2021 Bestätigte Korruptionsfälle 1 1 Bestätigte Datenschutzverstöße 29 24 UNTERNEHMENSFÜHRUNG IN DER DARMSTÄDTER STADTWIRTSCHAFT 31 Darmstadt geht den Mehrweg Mit der Gründung der HEAG FairCup als Gemeinschaftsunternehmen der HEAG und FairCup aus Göttingen werden die Potentiale der HEAG als regional gut vernetztem innovativen Unternehmen mit der Expertise von FairCup hinsichtlich des Betriebs eines überregionalen Mehrweg- pfandsystems verbunden. Das Ziel der HEAG FairCup ist die Einführung, Etablierung und Weiterentwicklung von Mehrweglösun- gen für Darmstadt und die Region sowie ein attraktives und nutzerfreundliches Mehrwegpfandsystem für Bürgerinnen und Bürger anzubieten. Um von Anfang an ein großes Netzwerk an Systempartnern und damit Akzeptanzstellen für die Mehrweg- produkte zu haben, hat die HEAG die Partnerschaft mit FairCup gesucht und sich gegen ein räumlich beschränktes Mehrwegsystem wie in anderen Städten entschieden. Die HEAG FairCup versteht sich als Möglichmacher und Multiplikator bei der Einführung eines Mehrwegpfandsystems in Darmstadt und der Rhein-Main-Necker-Region. Sie unterstützt die Entwicklung neuer Produkte, berät interessierte Systempartner bei der Einführung des FairCup-Mehrwegpfandsystems, steht als Berater für Kommunen bei der Einführung von Mehrweglösungen zur Seite und fördert die Akzeptanz von Mehrweglösungen in der Gesellschaft durch Kommunikationsmaterialien. Wir arbeiten hier am Ziel: Wir arbeiten hier am Ziel: Wir arbeiten hier am Ziel: HEAG FairCup 32 SPENDEN UND SPONSORING FÖRDERUNG GRÜNDUNGSREGION ls gesellschaftliches Engagement wird im Sinne des Public Value das unternehmerische Engagement für das Gemeinwohl verstanden. Die wesentlichen Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft engagieren sich regional durch Sponsoring und Spenden in den Bereichen Soziales, Kunst, Musik, Bildung, Geschichte und Sport. Das Volumen an Spenden und Sponsoring der Darmstädter Stadtwirtschaft trug im Jahr 2021 insgesamt 8,6 Mio Euro. (2020: 5 Mio Euro). Neben den Zuwendungen wirkt das gesellschaftliche Engagement der Darmstädter Stadtwirtschaft auch durch dafür errichtete Organisationseinheiten, wie z. B. die ENTEGA Stiftung oder das ENTEGA NATURpur Institut. A eugründungen aus regionalen Hochschulen bzw. Ausgrün- dungen aus der Unternehmensgruppe tragen zur regionalen Beschäftigung und Wertschöpfung bei. Darüber hinaus kann die Stadtwirtschaft auch durch die Förderung junger und nachhaltiger Unternehmen einen Beitrag zur Standortentwicklung leisten. Die Darmstädter Stadtwirtschaft hat für Unternehmensgründe - rinnen und -gründer sowie junge Unternehmen, die Anknüpfungs- punkte zu den Geschäftsfeldern der Stadtwirtschaft haben, u.a. folgende Angebote: • HEAG Gründercoaching, HEAG GründerKick • ENTEGA Startup-Programm • Beteiligung bzw. Ausrichtung von Ideen- / Gründerwettbewerben • Beratung als Mentor von Gründerinnen und Gründern • Mitwirkung in Gründernetzwerken, z. B. HIGHEST der Technischen Universität Darmstadt • Schaffung des Zugangs zu Netzwerken in der Stadtwirtschaft über die HEAG • Kontaktpflege zu Gründungsförderern, insbesondere zur kommunalen Wirtschaftsförderung und IHK • Bereitstellung von Räumlichkeiten, technischer Infrastruktur und weiteren Sachleistungen in der Stadtwirtschaft. N GOVERNANCE VERANTWORTUNGSVOLLE UNTERNEHMENSFÜHRUNG Jubiläumsstiftung Die Jubiläumsstiftung der Sparkasse Darmstadt unterstützt schon seit vielen Jahren soziales, gesellschaftliches und kulturelles Engagement in der Region. Hierbei liegt der Sparkasse Darmstadt die Förderung von Kindern und Jugendlichen besonders am Herzen. Sie richtet sich mit „Pro Natur und Umwelt – von Anfang an“ an Kindergärten, Kinderta- gesstätten und Grundschulen und möchte damit zur Stärkung des bewussten Umgangs von Kindern mit Natur und Umwelt sowie zum nachhaltigen Gebrauch von natürlichen Ressourcen beitragen. Wir arbeiten hier am Ziel: Wir arbeiten hier am Ziel: Sparkasse Darmstadt 33 FÖRDERUNG GRÜNDUNGSREGION Wir arbeiten hier am Ziel: Wir arbeiten hier am Ziel: Förderung Biodiversität Das Artensterben zählt neben dem Klimawandel zu den größten Bedrohungen für die Menschheit. Auch in Deutschland hat das Artensterben besorgniserregende Ausma- ße angenommen. Unternehmen sind von der Bundesregierung und vom hessi- schen Umweltministerium aufgerufen, sich für den Erhalt der biologischen Vielfalt einzusetzen. Auch ENTEGA leistet dazu einen wertvollen Beitrag. Bereits im Jahr 2019 hat ENTEGA das Programm „ENTEGA schafft Naturräume“ gestartet. Dabei werden sukzessive firmeneigene Flächen ökologisch aufgewertet und kleine, aber wertvolle Biotope geschaffen. Bislang hat ENTEGA an sechs Standorten Maßnahmen umgesetzt. An der Hauptverwaltung der ENTEGA wurden bereits in der Vergangenheit ein Wildstaudenbeet angelegt, heimische Sträucher und Bäume gepflanzt sowie ein Regenversickerungsbecken und ein Teich mit Schilfgürtel angelegt. Im Rahmen des Programms wurden 2020 ein zweites Wildstaudenbeet angelegt, zusätzliche Bäume und Sträucher gepflanzt, ein Totholzhaufen errichtet und Nisthilfen für Vögel und Wildbienen aufgestellt. In 2021 wurden am Parkplatz eines benachbarten Verwaltungsgebäudes auf rund 120 Metern Länge Vogelschutzhecken und wildbienenfreundliche Stauden gepflanzt. In direkter Nachbarschaft, an einem großen Wärmespeicher, wurde auf über 2.000 Quadratmetern Fläche eine Wildblumenwiese eingesät. Auf einer Fläche von über 30.000 Quadratmetern existierte am Wasserhochbehälter Oberfeld in Darmstadt bereits seit Jahren eine wertvolle Grünfläche mit Bäumen, Sträuchern und Wiesen. Diese wurde nun ökologisch aufgewertet. So wird die rund 14.000 Quadratmeter große Wiese nur noch zweimal pro Jahr gemäht. Das fördert heimische Wildblumen und schafft neue Nahrungsgrundlagen für Wildbienen und Schmetterlinge. Außerdem wurden Strukturen wie eine Eidechsenburg und ein Totholzhaufen angelegt und damit neue Lebensräume geschaffen. In zwei Umspannanlagen in Dieburg und Breuberg haben ENTEGA und die e-netz Südhessen im Jahr 2020 auf ehemaligen Rasenflächen Wildblumenwiesen angelegt, die Bewirtschaftung weiterer Rasenflächen extensiviert, heimische Sträucher gepflanzt sowie Eidechsenburgen und Totholzhaufen errichtet. Die Umgestaltung einer dritten Umspannanlage wurde im Frühjahr 2021 im Reinheimer Stadtteil Georgenhausen in Angriff genommen. Dort wurde nach dem Abriss eines Gebäudes ein Magerrasen angelegt, die Bewirtschaftung von Rasenflächen extensi- viert, heimische Sträucher gepflanzt sowie einen Totholzhaufen errichtet. Steinhaufen und Trockenmauern wurden dort bereits vor Jahren zur Hangstabilisation und zum Schutz von Eidechsen angelegt. In 2021 hat ENTEGA zudem mit der Planung zur ökologischen Aufwertung der Freiflächen am Standort Dornheimer Weg begonnen. Im Jahr 2022 werden dort nach und nach verschiedenen Biotope wie Totholzhaufen, Wildblumenwiese und Vogelschutzhecken angelegt. Auch in den folgenden Jahren wird ENTEGA weitere Liegenschaften in das Projekt einbeziehen. Und noch etwas ist wichtig: Auf allen unseren Anlagen und Firmenflächen verzichtet ENTEGA auf den Einsatz von Pestiziden und synthetischen Düngern. iStock| enviromantic HEAG Holding AG – Beteiligungsmanagement der Wissenschaftsstadt Darmstadt (HEAG) Im Carree 1 64283 Darmstadt www.heag.de Wissenschaftsstadt Darmstadt Luisenplatz 5 A 64283 Darmstadt www.darmstadt.de
anlage 2
3540 Zeichen
- 2 -
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
15.02.2024
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat I an die Stadtverordnete nversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Amt: Rechtsamt -
Stadtwirtschaftskoordina
tion
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
I 308
Stvv
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2024/0060
Magistratsbeschluss -Nr.
65
Internetfähig
Produkt-Nr.:
Kostenstelle: Investitionsnummer:
Kostenträger: Sachkonto:
Betreff: Nachhaltigkeitsbericht 2020/2021 der Darmstädter Stadtwirtschaft
Vorlage vom: 09.02.2024
Beschlussvorschlag :
Der Nachhaltigkeitsbericht für die Berichtsjahre 2020 und 2021 der Darmstädter Stadtwirtschaft
wird zur Kenntnis genommen.
Anlagen: Nachhaltigkeitsbericht_Stadtwirtschaft_20_21
Datenschutzrelevante Anlage:
- 3 -
Folgekosten: Ja Nein
Zusätzlich für alle Vorlagen aus dem Bereich des Hochbaus anzugeben:
Klimarelevanz des Vorhabens:
Auswirkungen auf Stadtklima: ja nein
Auswirkungen auf THG -Emissionen: gering1) mittel/groß 2)
Beteiligung Amt f. Klimaschutz & Klimaanpassung: ja nein
Zusätzlich bei Beschlüssen zur Baufreigabe:
Wurden Optimierungspotentiale ausgeschöpft? ja nein
Falls nein, Kompensationsmaßnahmen festgelegt? ja nein
1) bis 10 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente (CO2e) pro Jahr, 2) über 10 Tonnen CO2e pro Jahr.
Beschluss des Magistrats vom 21.02.2024
Der Magistrat nimmt die Vorlage zur Kenntnis.
Begründung zur Magistratsvorlage vom 09.02.2024
Der vorliegende Nachhaltigkeitsbericht ist der um die Berichtsjahre 2020 und 2021
fortgeschriebene Nachhaltigkeitsbericht der Darmstädter Stadtwirtschaft (ehemals
Klimabericht). Dieser wurde von der HEAG in Zusammenarbeit mit der Wissenschaftsstadt
Darmstadt und den Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft erstellt.
Der Bericht orientiert sich mit seinen Leitlinien an den Vorgaben des Deutschen
Nachhaltigkeitskodex (DNK).
Durch den Einbezug der nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen im
Jahr 2017 wurde der Bericht vom Klima- zum Nachhaltigkeitsbericht weiterentwickelt.
Ziel der im Bericht definierten Leitlinien ist es, die Treibhausgasemissionen der
Darmstädter Stadtwirtschaft zu erfassen und durch geeignete Maßnahmen zu
reduzieren. Weiteres Ziel ist es, die regionale Wertschöpfung zu steigern und das
gesellschaftliche Engagement zu sichern.
Erstmalig orientiert sich der Bericht an den ESG-Kriterien (Environmental, Social,
Governance) für Nachhaltigkeitsberichterstattung und legt neben Klimaschutzaspekten
ein noch größeres Augenmerk auf die soziale und gesellschaftliche Verantwortung der
wesentlichen Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft. Entsprechend sind die
ESG-Kriterien der Bereiche Umwelt, Soziales und verantwortungsvolle Unternehmens-
führung mitberücksichtigt.
Die Umsetzung der Maßnahmen soll regelmäßig überprüft werden. Daher wird der
Nachhaltigkeitsbericht alle zwei Jahre fortgeschrieben und auf der hierzu geschaffenen
Webseite https://nachhaltigkeit.heag.de/ veröffentlicht. Diese dient dazu, das
Engagement der Stadtwirtschaft für eine nachhaltige Entwicklung den Bürgerinnen und
Bürgern vorzustellen.
Hanno Benz
Oberbürgermeister
Beratungsverlauf (2)
Orte (6)
- Moltkestraße
- Sensfelderweg 33
- Bessunger Straße 166
- Dornheimer Weg
- Im Carree 1
- Luisenplatz 5a
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2024/0060
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 09.02.2024
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00