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Beschluss des Integrierten Handlungskonzeptes "Starke Veedel - Starkes Köln" für den Sozialraum "Humboldt / Gremberg und Kalk"

Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss 2488/2017 vom 31.08.2017

Stand: Am 28.09.2017 im Rat ungeändert beschlossen.

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    Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VI/15/152 152/1 Vorlagen-Nummer 2488/2017 Freigabedatum 31.08.2017 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Beschluss des Integrierten Handlungskonzeptes "Starke Veedel - Starkes Köln" für den Sozialraum "Humboldt / Gremberg und Kalk" Beschlussorgan Rat Gremium Datum Beschluss: 1. Der Rat beschließt das auf der Grundlage des Leitkonzeptes „Starke Veedel – Starkes Köln“ (Ratsbeschluss vom 20.12.2016, Vorlage-Nr. 2899/2016) erstellte Integrierte Stadtentwicklungs- konzept (ISEK) für den Sozialraum „Humboldt / Gremberg und Kalk“ (siehe Anlage 1). Er beauftragt die Verwaltung mit der Umsetzung der Maßnahmen aus dem Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ und der Anpassung der Maßnahmenkonzeptionen, soweit im weiteren Abstimmungsprozess mit den Fördermittelgebern aufgrund laufender Änderungen der Förderbe- dingungen Anpassungen erforderlich werden. 2. Der Rat beschließt die Erbringung der Leistungen durch Dritte für die im ISEK für den Sozialraum „Humboldt / Gremberg und Kalk“ aufgeführten Einzelmaßnahmen, die in der Kosten- und Finan- zierungsübersicht hinterlegt sind. Die Umsetzung der Maßnahmen steht unter Vorbehalt der Be- Jugendhilfeausschuss 05.09.2017 Verkehrsausschuss 05.09.2017 Bezirksvertretung 8 (Kalk) 07.09.2017 Ausschuss Soziales und Senioren 07.09.2017 Wirtschaftsausschuss 07.09.2017 Integrationsrat 11.09.2017 Ausschuss Schule und Weiterbildung 11.09.2017 Sportausschuss 14.09.2017 Ausschuss für Umwelt und Grün 14.09.2017 Gesundheitsausschuss 19.09.2017 Stadtentwicklungsausschuss 21.09.2017 Finanzausschuss 25.09.2017 Rat 28.09.2017 2 willigungen aus den avisierten Förderzugängen sowie einer erzielten Förderquote von mindestens 50 % der Gesamtkosten der jeweiligen Maßnahmen. Die erforderlichen Veranschlagungen des ergebniswirksamen Aufwandes und der investiven Zahlungsermächtigungen bis 2020 in Höhe von 3,9 Mio. € sind im Hpl. 2016/2017 inkl. der mittelfristigen Finanzplanung bis 2020 bereits be- rücksichtigt. Der entstehende Aufwand 2021ff in Höhe von 2,4 Mio. € für die Gesamtmaßnahmen des ISEKs für den Sozialraum „Humboldt / Gremberg und Kalk“, wurde nachrichtlich aufgeführt. Die Anmeldung zum Haushaltsplan-Entwurf 2018 inkl. mittelfristiger Finanzplanung bis 2021 er- folgte aufgrund der aktualisierten Planung. 3. Der Rat beauftragt die Verwaltung, A) mit der Umsetzung der Maßnahmen des ISEKs für den Sozialraum „Humboldt / Gremberg und Kalk“ auf Basis des Leitkonzeptes „Starke Veedel – Starkes Köln“. B) die erforderlichen Entscheidungen zu konsumtiven Maßnahmen des ISEKs, die im Sozialraum „Humboldt / Gremberg und Kalk“ wirksam werden, der Bezirksvertretung Kalk vorzulegen und die zuständigen Fachausschüsse im Wege der Mitteilung zu informieren. C) mit der Umsetzung der investiven Maßnahmen im Sozialraum „Humboldt / Gremberg und Kalk“. Der Rat verzichtet auf die nochmalige Vorlage, falls die zuständigen Fachausschüsse und die Bezirksvertretung Kalk ohne Einschränkung zustimmen. 3 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Ja, investiv Investitionsauszahlungen € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja 50 % b. max 85 % Ja, ergebniswirksam Aufwendungen für die Maßnahme 3,9 Mio. € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja 50 % b. max. 90 % Jährliche Folgeaufwendungen (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € c) bilanzielle Abschreibungen derzeit nicht bezifferbar Jährliche Folgeerträge (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Erträge € b) Erträge aus der Auflösung Sonderposten € Einsparungen: ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € Beginn, Dauer Begründung 1. Ausgangslage Vor dem Hintergrund zukünftiger Herausforderungen, die sich nicht zuletzt durch den demografischen und strukturellen Wandel für die Stadt Köln ergeben, hat sich die Stadtverwaltung seit Herbst 2014 intensiv mit der neuen EU-Förderperiode 2014 - 2020 auseinandergesetzt und die Förderstrategie der Stadt Köln darauf ausgerichtet. Mit seinem Beschluss zum „Europa 2020 Handlungsprogramm: Köl- ner Handlungserfordernisse“ hat der Stadtvorstand am 23.09.2014 die Aufforderungen verbunden, dass alle Dezernate und Ämter bereits im Vorfeld der zu erwartenden neuen Projektaufrufe des Lan- des in die Vorbereitungen einsteigen und Projektideen entwickeln. Mit der Genehmigung der Operati- onellen Programme zum Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und zum Europäi- schen Sozialfonds (ESF) des Landes Nordrhein-Westfalen ist durch die EU formal die neue Förderpe- riode im Herbst 2014 gestartet. Auf Basis des Operationellen Programms erfolgte am 10.02.2015 der gemeinsame Aufruf „Starke Quartiere – starke Menschen“ des Landes NRW zur präventiven und nachhaltigen Entwicklung von Quartieren und Ortsteilen sowie zur Bekämpfung von Armut und Ausgrenzung, der die Programme des EFRE, des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (E- LER) und des ESF bündelt. Das mit dem Förderaufruf verbundene Maßnahmenspektrum soll einen Beitrag zur Präventionsstrategie des Landes leisten. Grund- und damit Fördervoraussetzung, um Mittel aus den europäischen Struktur- und Investitions- fonds beantragen zu können, ist die Erstellung eines Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK). Köln hat sich mit seinem Konzept für den breiten Ansatz der sozialraumorientierten Stadtentwicklung entschieden und mit dem Leitkonzept (ISEK) „Starke Veedel - Starkes Köln: mitwirken, zusammen- halten, Zukunft gestalten" (abrufbar unter www.starke-veedel.koeln) die unterschiedlichen Handlungs- felder des Aufrufs gemeinsam betrachtet. Das ISEK „Starke Veedel – Starkes Köln“ stellt dabei die elf Sozialräume, in denen die Stadt Köln mit dem Programm „Lebenswerte Veedel - Bürger- und Sozial- raumorientierung in Köln“ seit 2006 arbeitet, in den Vordergrund. 4 Im Einzelnen handelt es sich dabei um die linksrheinischen Sozialräume:  Bickendorf, Westend und Ossendorf  Bilderstöckchen  Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord  Bocklemünd / Mengenich  Meschenich und Rondorf und um die rechtsrheinischen Sozialräume:  Buchheim und Buchforst1  Mülheim-Nord und Keupstraße  Höhenberg und Vingst  Humboldt / Gremberg und Kalk  Ostheim und Neubrück  Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil Mit der Vorlage-Nr. 2899/2016 hat der Rat das ISEK „Starke Veedel – Starkes Köln“ als zukunftswei- sendes Leitkonzept zur Sozialraumorientierten Stadtentwicklung beschlossen und die Verwaltung unter Nutzung möglicher Förderzugänge mit der Umsetzung der dargestellten Maßnahmen beauf- tragt. Das Leitkonzept wurde von der Interministeriellen Arbeitsgruppe (IntermAG) am 04.11.2016 anerkannt. Auf Basis der Anerkennung und des Ratsbeschlusses vom 20.12.2016 (Vorlage-Nr. 2899/2016) können Fördermittel des ESF und EFRE beantragt werden. Parallel dazu möchte die Verwaltung weitere Fördermittel für die Finanzierung der Maßnahmen ein- werben. Zentral ist dabei das Programm „Soziale Stadt“. Im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“ können über Städtebaufördermittel investive Maßnahmen gefördert werden. Aufgrund der Anforde- rungen der Städtebauförderung ist die Erarbeitung eines separaten sozialraumbezogenen ISEKs, das die Gegebenheiten des Raumes nach unterschiedlichen Kriterien betrachtet, Stärken und Schwächen herausarbeitet und daraus Handlungsempfehlungen in Form von Maßnahmen ableitet, erforderlich. Im Ergebnis bedeutet diese Voraussetzung für die Beantragung von Städtebaufördermitteln, dass zusätzlich zu dem raumübergreifenden Leitkonzept insgesamt zehn separate sozialraumbezogene ISEKs erarbeitet werden. Aufgrund des erforderlichen Bearbeitungsaufwandes sieht die Verwaltung entsprechend des Ratsbeschlusses vom 20.12.2016 (Vorlage-Nr. 2899/2016) ein gestaffeltes Verfah- ren vor. Für die Sozialräume  „Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord“  „Buchheim und Buchforst“ sowie „Mülheim-Nord und Keupstraße“ als Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020  „Meschenich und Rondorf“ wurden die ISEKs fertiggestellt, vom Land anerkannt und vom Rat am 18.05.2017 beschlossen. In der zweiten Phase wurden die ISEKs - „Bickendorf, Westend und Ossendorf“ sowie 1 Aufgrund besonderer Fördervoraussetzungen wurden gemäß der Vorgabe des Landes die Sozialräume Buchheim und Buchforst sowie Mülheim-Nord und Keupstraße zu einem Handlungsraum zusammengefasst. Er kann so als Fortschreibung des Strukturförderprogramms MÜLHEIM 2020, das die Stadt Köln von 2009 bis 2014 umgesetzt hat, weiter gefördert werden. 5 - „Humboldt / Gremberg und Kalk“ erarbeitet und dem Land zur Anerkennung vorgelegt. Teilweise haben sich die beschriebenen Angebotsstrukturen im Rahmen der Erarbeitungsphase verändert. Die ISEKs bilden den Stand von Mai 2017 ab. In der dritten Phase werden die ISEKs für die Sozialräumen  „Bilderstöckchen“ sowie  „Höhenberg und Vingst“, in der vierten Phase für die Sozialräume  „Ostheim und Neubrück“,  „Bocklemünd / Mengenich“ sowie  „Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil“ erarbeitet. 2. Einordnung des IHKs für den Sozialraum „Humboldt / Gremberg und Kalk“ in die Pro- grammstruktur Der im Osten von Köln gelegene Sozialraum „Humboldt / Gremberg und Kalk“ weist eine hohe Bevöl- kerungsdichte bei einem hohen Anteil an Geschosswohnungsbau auf. Der Sozialraum ist hinsichtlich seiner Sozialstruktur sehr homogen und zeigt mit Blick auf die sozialen und demografischen Indikato- ren deutliche Handlungsbedarfe auf. Multiple Problemlagen wie Armut, Arbeitslosigkeit, Suchterkran- kungen, Verschuldung werden im Sozialraum deutlich. Auch im öffentlichen Raum und im Wohnum- feld zeigen sich Handlungsbedarfe. Mit dem Neubaugebiet auf dem Gelände der ehemaligen Chemischen Fabrik Kalk konnten neue Be- völkerungsgruppen angesprochen werden, die zu einer sozialen Mischung des Sozialraums beitra- gen. Die Entscheidung den Sozialraum „Humboldt / Gremberg und Kalk“ in der zweiten Stufe zeitnah zu bearbeiten, resultiert unter anderem aus den vorhandenen Handlungsbedarfen, die sich aus den Her- ausforderungen der Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit und der Integration der multikulturellen Bewohnerschaft in die Gesellschaft sowie dem Engagement der genossenschaftlichen und gemein- nützigen Wohnungsbaugesellschaften im Rahmen von Sanierungsmaßnahmen ergeben. Aber auch die sich in Folge des Strukturwandels in dem vormals stark industriell geprägten Sozialraum in struk- tureller und ökologischer Hinsicht ergebenden Problemlagen gilt es zu bewältigen. Das ISEK für den Sozialraum „Humboldt / Gremberg und Kalk“ ist Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“, das insgesamt elf Sozialräume umfasst. Ziel des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ ist es, verbesserte Lebensbedingungen für die Menschen in allen Sozialräumen zu schaffen und auf den Arbeiten des Programms „Lebenswerte Veedel– Sozialraum- und Bürgerorien- tierung“ aufzubauen, das bereits seit 2006 in elf Sozialräumen umgesetzt wird. Seitdem wurden zahl- reiche Vorhaben angestoßen und realisiert. Die Sozialraumkoordinatorinnen und Sozialraumkoordina- toren sind für die Menschen in den Veedeln mittlerweile zu festen Ansprechpartnerinnen und An- sprechpartnern geworden. Das ISEK für den Sozialraum „Humboldt / Gremberg und Kalk“ umfasst eine detaillierte Betrachtung des Sozialraumes und geht auf dessen spezifischen Anforderungen ein. Es bildet daher ein für sich stehendes Konzept. Ziel des ISEKs ist es, den Sozialraum „ Humboldt/ Gremberg und Kalk “ zu stä r- ken, die Armut zu bekämpfen, den sozialen Zusammenhalt auszubauen, Präventionsansätze zu sy s- tematisieren und die Lebenssituation der in diesen Quartieren lebenden Menschen nachha ltig zu ver- bessern. Erwartet werden auch positive Effekte auf die gesamtstädtische Entwicklung und den sozi a- len Zusammenhalt in der Gesamtstadt. Dabei beinhaltet das ISEK für den Sozialraum „ Humboldt / 6 Gremberg und Kalk“ auch das Ziel, strukturelle Verbess erungen bei der Entwicklung und Umsetzung integrierter Quartiersentwicklung als Strategie der Stadtentwicklung zu erreichen. Dazu gehört die stärkere Entwicklung sozialraumorientierten Denkens in der Verwaltung ebenso, wie die abgestimmte Zusammenarbeit zw ischen den in den Quartieren aktiven Akteuren einerseits und die Abstimmung ihres Handel ns mit den Dienststellen der Stadt andererseits. Gleichzeitig wird die Bewohnerschaft von allen an der Programmumsetzung Beteiligten aktiv eingebunden. Das ISEK für den Sozialraum „Humboldt / Gremberg und Kalk“ basiert auf dem Leitkonzept und greift die Gliederung des Leitkonzepts auf. Darauf aufbauend wurden 19 Maßnahmen von den städtischen Fachämtern, den Bürgerämtern und weiteren Akteuren, u.a. der Sozialraumkoordination erarbeitet und sind zur Umsetzung vorgesehen. 3. Finanzen Der Rat hat die Anerkennung des Bedarfs für die im ISEK „Starke Veedel – Starkes Köln: mitwirken, zusammenhalten, Zukunft gestalten“ aufgeführten Einzelmaßnahmen mit einem Gesamtvolumen von rd. 77,3 Mio. € - vorbehaltlich der avisierten Förderzugänge - in seiner Sitzung am 20.12.2016 be- schlossen (Vorlage-Nr. 2899/2016). Die erforderliche Veranschlagung des ergebniswirksamen Aufwandes und der investiven Zahlungs- ermächtigungen bis 2020 sind im Hpl. 2016/2017 inkl. mittelfristigen Finanzplanung bis 2020 berück- sichtigt. Der darüber hinausgehende Bedarf für die Jahre 2021 ff wird in den zukünftigen Haushalts- planaufstellungen berücksichtigt. Die erforderlichen Haushaltsermächtigungen dienen sowohl der Vorfinanzierung der Maßnahmen als auch der Sicherstellung der Finanzierung des städtischen Eigenanteils. Über die Höhe der zu erwar- tenden Fördermittel kann derzeit noch keine qualifizierte Aussage getätigt werden. Die Förderquote des EFRE liegt bei maximal 50 % der Projektkosten. Der ESF fördert bis maximal 90 % der projekt- bezogenen Personalkosten einschließlich der Arbeitsplatzkosten auf Grundlage von Pauschalen, je- doch keine projektbezogenen Sachkosten. Maßnahmen, die über die Städtebauförderung finanziert werden, weisen derzeit eine Förderquote von 70 %2 auf. Durch die Kofinanzierung der Städtebauför- derung mit anderen Fördertöpfen, die - sofern die Voraussetzungen vorliegen - beantragt werden, kann z.B. für einzelne EFRE-kofinanzierte Maßnahmen eine Förderquote von bis zu 85 % erreicht werden. Für den Sozialraum „Humboldt / Gremberg und Kalk“ sollen aus dem o. g. Ansatz insgesamt 3,9 Mio. € zur Umsetzung der Einzelmaßnahmen verwandt werden. Die Finanzierung der Maßnahmen erfolgt aus Teilergebnisplan, bzw. Teilfinanzplan 0902, Stadtent- wicklung. Die im Hpl. 2016/2017 inklusive mittelfristiger Finanzplanung bis 2020 für das Projekt „Star- ke Veedel – Starkes Köln“ veranschlagten konsumtiven Aufwandsermächtigungen und investiven Zahlungsermächtigungen decken die kalkulierten Gesamtkosten des Teilprojektes ab. Jenseits der im Haushalt bereitgestellten Mittel, stehen über die Projektkoordination hinaus keine Personalressourcen zu Verfügung. Eine Aufteilung nach konsumtiven oder investiven Inhalten ist derzeit noch nicht ab- schließend möglich. Aufgrund des Planungsfortschrittes kann derzeit davon ausgegangen werden, dass es noch Verschiebungen von den ergebniswirksamen Aufwendungen zu den investiven Auszah- lungen geben wird. Die Mittel aus den Förderprogrammen der EU, dem ESF und dem EFRE, sind fristgebunden, Bewilli- gungen sind nur bis zum Jahr 2020 möglich. Der integrierte Ansatz des Leitkonzeptes bedingt die Realisierung einer Vielzahl vernetzt wirkender Maßnahmen. Mit einer weiteren Verzögerung der Um- setzung sind die Gewährung von Fördermitteln und damit die Umsetzung des ISEKs für den Sozial- raum „Humboldt / Gremberg und Kalk“ gefährdet. Anlagen 2 Die Förderquote der Städtebauförderung wird jährlich für die Kommunen durch das Land festgelegt. Maßgeblich ist die Förderquote, die bei der Beantragung der Fördermittel Gültigkeit hat.
  • Anlage 2 Kostenübersicht zur Ratsvolage ISEK Hu_Gr_Ka

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    Maßnahme Kosten (€) 2017** Kosten (€) 2018** Kosten (€) 2019** Kosten (€) 2020** Kosten (€) 2021** 0.0.1 Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung 900.561 € 0.0.2 Prozessbegleitende Evaluation 44.090 € 1.0.5 Integration auch von zugewanderten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Flüchtlingsstatus in die bestehenden Regelsysteme durch aufsuchende mobile Arbeit* 0 € 0 € 0 € 0 € 0 € 1.0.7 Qualifizierungsoffensive Offene Kinder- und Jugendarbeit Köln* 27.320 € 1.0.12 Sprachförderangebote für neu eingereiste Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 25 Jahren mit keinen oder geringen Deutschkenntnissen im Rahmen von Jugendintegrationskursen* 134.328 € 1.0.16 Zugehende Hilfe zur Überleitung ins Regelsystem und Entwicklung einer beruflichen Perspektive für junge Menschen mit psychischen Problemen bis 27 Jahre in allen Sozialräumen* 61.432 € 1.0.17 Stadtteileltern* 77.547 € 1.0.19 Übergänge begleiten: Angebote der Familienbildung mit Schwerpunkt Kooperation mit Kita, Familienzentren, Schulen im Primarbereich und SEK I, Trägern des Offenen Ganztags* 110.964 € 1.0.20 Gemeinsam für Grundbildung im Veedel* 69.433 € 1.0.21 Ferienschulen* 23.538 € 1.0.26 Willkommen und Ankommen in Köln* 311.760 € 2.0.4 Spiel- und Bewegungsräume in den Veedeln 540.000 € 3.7.1 Jobcoach 357.400 € 4.0.2 Offen für Regen: „Grüne Höfe, grüne Plätze" 83.050 € 4.0.4 Aufbau eines Hitzewarn- und Informationssystems. Informationsmaterial für die Bevölkerung zum Thema Hitzeentwicklung im Zuge des Klimawandels 54.000 € 4.0.9 Maßnahmen rund um eine Leitart zur Verbesserung der Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrem Sozialraum und gleichzeitiger Erhöhung der Biodiversität sowie der Aufenthaltsqualität 28.520 € 4.0.11 Reduzierung der Lärmbelastung an erheblich betroffenen Straßen in der Baulast der Stadt Köln durch Einbau von lärmoptimierten Belägen 36.070 € 4.7.1 Integrierte Maßnahme zur ökologischen Revitalisierung "Westerwaldstraße" 2.700.000 € 5.0.2A „Zuhause im Veedel“ (Modul A) 186.845 € 5.0.3 Haus,- Hof- und Fassadenprogramm (Seitens der Eigentümerinnen und Eigentümer wird ein Eigenanteil von 570.000 € eingebracht.) 570.000 € Anlage 2: Kostenübersicht für den Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk * Anteilige, auf den Sozialraum bezogene Darstellung der Kosten für sozialraumübergreifende Maßnahmen (raumübergreifende Förderantragstellung) ** Die Gesamtmaßnahmenkosten sind dem vorgesehenen Bewilligungsjahr zugeordnet. Im Rahmen der detaillierten Planungen zur Fördermittelantragstellung wird der Mittelabfluss den jeweiligen Haushaltsjahren zugeordnet
  • Anlage 1 20170720_Lesehilfe zur Ratsvorlage ISEK Hu_Gr_Ka

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    Lesehilfe zur Ratsvorlage Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum Humboldt/Gremberg und Kalk im Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ Das vorliegende Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) für den Sozialraum Humboldt/Gremberg und Kalk ist Bestandteil des Leitkonzeptes „Starke Veedel – Starkes Köln“, das am 20.Dezember 2016 vom Rat der Stadt Köln beschlossen wurde und insgesamt elf Sozialräume umfasst. Die sozialraumspezifischen ISEKs bilden die Grundlage für die Städtebauförderungsmittel. Das ISEK Humboldt/Gremberg und Kalk basiert auf dem Leitkonzept und zeigt die Handlungsbedarfe spezifisch für den Sozialraum auf. In der folgenden Übersicht sind die Änderungen gegenüber dem Leitkonzept aufgezeigt. ISEK Humboldt/Gremberg und Kalk Inhalte Änderungen gegenüber dem Leitkonzept Kapitel 1 Vorbemerkung Kapitel 2 Ausgangslage Allgemeines zum Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ und zur aktuellen EU- Förderperiode. Herleitung des Förderaufrufes und die einzelnen Handlungsfelder, die speziell für den jeweiligen Sozialraum ausgestaltet werden:  Verbesserte Teilhabe und Bildung  Früh ansetzende Hilfen  Öffentlicher Raum  Wirtschaft und Qualifizierung  Umweltgerechtigkeit – Klimaschutz, Luftreinhaltung und Lärmminderung  Wohnen Inhaltlich entsprechen diese den Kapiteln 1. und 1.1 des Leitkonzeptes Kapitel 3 Projektidee und Zielsetzung Kapitel 4 Gebietsauswahl und methodische Vorgehensweise Hier wird auf den Sozialraum Humboldt/Gremberg und Kalk speziell eingegangen und die Handlungsbedarfe aufgezeigt, die zur Auswahl dieses Stadtgebietes geführt haben. Gleichzeitig wird die methodische Vorgehensweise aufgezeigt, Statistikdaten betrachtet und die soziale Lage festgestellt. Diese entsprechen inhaltlich den Kapiteln 1.2 und 1.3 des Leitkonzeptes und sind punktuell um Aussagen zum Sozialraum ergänzt. Kapitel 5 Projektstruktur und Vorgehensweise zur Entwicklung des Programmes „Starke Veedel – Starkes Köln“ Hier wird die Projektstruktur dargestellt und die Vorgehensweise hinsichtlich Öffentlichkeitsbeteiligungen und Maßnahmenauswahl geschildert. Diese entsprechen inhaltlich dem Kapitel 1.4 des Leitkonzeptes mit geringfügigen redaktionellen Änderungen. Kapitel 6 (Bestands-)Analyse Hier wird der Sozialraum Humboldt/Gremberg und Kalk genauer betrachtet. Alle für eine integrative Stadtentwicklung relevanten Themenfelder  Demografie  Öffentlicher Raum und Verkehr  Wirtschaft  Wohnen  Ökologie und Klima Werden in Bezug auf den Sozialraum Humboldt/Gremberg und Kalk analysiert und mit Karten-, Tabellen- und Zahlenmaterial belegt. Es wird auch auf die aktuelle Flüchtlingssituation eingegangen. Diese Analyse basiert auf der Bestandsanalyse des 2. Kapitels des Leitkonzeptes. Inhaltlich wurde die Bestandsanalyse auf den Sozialraum ausgerichtet und hinsichtlich der Darstellung der Handlungsbedarfe deutlich erweitert. Kapitel 7 Stärken- und Schwächenanalyse sowie Ableitung der Handlungsbedarfe Hier erfolgt eine tabellarische Darstellung der Potenziale und Herausforderungen, mit den sich daraus abgeleiteten Handlungsbedarfen. Dieses Kapitel basiert auf der Tabelle 12 im Leitkonzept (Kapitel 6.5) und wurde analog zur Bestandsanalyse inhaltlich ergänzt. 8. Kapitel Ziele und Handlungsfelder Die Ziele und Handlungsfelder für das Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ werden hier sowohl sozialraumübergreifend als auch sozialraumspezifisch dargestellt. Sozialraumübergreifend entspricht dem Kapitel 2.3 und sozialraumspezifisch dem Kapitel 3.3.7 des Leitkonzeptes. 9. Kapitel Festlegung des Gebietes der „Sozialen Stadt“ Humboldt/Gremberg und Kalk Behandelt wird hier die Festlegung des Gebietes der „Sozialen Stadt“ mit einer entsprechenden Kartendarstellung des spezifischen Sozialraumes Humboldt/Gremberg und Kalk Entspricht Kapitel 2.4 und 3.3.7 des Leitkonzeptes, in dem ein allgemeiner Überblick gegeben wird über die Gebietsfestlegungen. 10. Kapitel Maßnahmen für den Sozialraum Humboldt/Gremberg und Kalk Die Einbindung der Maßnahmen in die kommunale Präventionskette und bestehende Präventionsansätze abgestellt auf die Zielgruppen werden allgemein Entspricht inhaltlich dem Kapitel 3. des Leitkonzeptes. und ausführlich dargestellt inkl. Tabelle 14 aus dem Leitkonzept. 10.2 Kapitel Maßnahmen im Sozialraum Humboldt/Gremberg und Kalk Tabellarische Darstellung aller im Sozialraum stattfindenden Maßnahmen. Entspricht inhaltlich der Tabelle 16 aus dem Kapitel 3.3.7 des Leitkonzeptes und wurde auf den aktuellen Stand der Maßnahmen angepasst. 10.3 bis 10.7 Kapitel Maßnahmenblätter (Änderungen siehe separate Tabelle) Die sozialraumübergreifenden Maßnahmen sind im Maßnahmenblatt sozialraumscharf dargestellt inkl. Finanzierung Die Darstellung der sozialraumübergreifenden Maßnahmen erfolgt im Leitkonzept immer für alle Sozialräume, in denen die jeweilige Maßnahme stattfinden soll. 11. Kapitel Zeit-, Kosten- und Finanzierungsplanung Tabellarische, aktualisierte Darstellung der Kosten, die im Sozialraum anfallen. Tabellarische Darstellung der Kosten, die in allen 11 Sozialräumen anfallen. 12. Kapitel Anhang Städtische Konzepte und statistisches Material Redaktionelle Anpassung und Überarbeitung auf den Sozialraum abgestellt, soweit aktuelles Zahlenmaterial vorliegt. Maßnahme Änderung zum Leitkonzept 0.0.1 Verfügungsfonds 0.0.2 Quartiersmanagement zur Umsetzung des Integrierten Handlungskonzeptes in den Sozialräumen Die beiden Maßnahmen wurden zu der Maßnahme 0.0.1 „Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung“ mit den Modulen  Quartiersmanagement  Verfügungsfonds  Bestandserhebung und Schnittstellenmanagement  Öffentlichkeitsarbeit zusammengefasst. Nach Anregung des Landes NRW wurden in dieser Maßnahme Projekte gebündelt, die einenstarken aktivierenden Charakter im Rahmen der Programmumsetzung verfolgen. 0.0.2 Aus der ehemaligen Maßnahme 6.0.1 „Sozialraumorientierte Stadtentwicklung“ wurde die programmbegleitende Evaluation herausgelöst. Das als notwendig angesehene Controlling wird nach intensiven Abstimmungen mit dem Fördermittelgeber nicht zur Förderung vorgesehen und wird im Rahmen der Programmkoordination durch die Verwaltung sichergestellt. 1.0.5 Integration von zugewanderten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Flüchtlingsstatus in die bestehenden Regelsysteme durch aufsuchende mobile Arbeit Die Maßnahme wird nur nachrichtlich aufgenommen, eine Förderung im Rahmen des Projektes „Starke Veedel – Starkes Köln“ erfolgt nicht. 1.0.7 Qualifizierungsoffensive offene Kinder- und Jugendarbeit Die Maßnahme entspricht in der geplanten Ausrichtung nicht den Zielen des Aufrufs „Starke Quartiere – Starke Menschen“. Nach Modifizierung ist ggfls. eine alternative Förderung über der Fachkräfteaufruf möglich. 1.0.12 Sprachförderangebote für neu eingereiste Jugendliche und junge Erwachsene Es erfolgt eine Neukonzeption der Maßnahme durch das Fachamt, da es in bisheriger Form keinen Förderzugang geben kann. 1.0.14 Gesundheitslotsinnen und –lotsen im Sozialraum „Migranten begleiten Migranten“ Die Maßnahme wird vom Fachamt nicht weiter verfolgt. 1.0.17a Kölner Bildungsberatungszentrum Die Maßnahme wird vom Fachamt nicht weiter verfolgt. 1.0.19 Übergänge begleiten, Angebote der Familienbildung mit Schwerpunkt Kooperation mit Kita, Familienzentren, Schulen. OGTS Es erfolgt eine Neukonzeption der Maßnahme mit neuer Kostenkalkulation durch das Fachamt. 1.0.21 Ferienschulen Die Maßnahme wird vom Fachamt nicht weiter verfolgt. Eine Ersatzmaßnahme wird zzt. geprüft: Neu: „Lesementor“ bei gleich bleibendem Kostenrahmen. 2.0.8 Aufbau einer bürgerschaftlichen Kultur der Wohnumfeldpflege, Müllvermeidung und Müllbeseitigung (Zu Hause im Veedel) Die Maßnahme wurde in die Maßnahme 0.0.1 integriert. 2.0.10 Unser Park Die Maßnahme wird nicht in allen Sozialräumen umgesetzt. Der Sozialraumbezug ist noch nicht festgelegt. 2.0.11 Wie inklusiv ist das Quartier Die Maßnahme wird nicht in allen Sozialräumen umgesetzt. Der Sozialraumbezug ist noch nicht festgelegt. 3.0.3 „Quartiersgarten“ Qualifizierung von Menschen und Grünflächen Die Maßnahme wird nicht in allen Sozialräumen umgesetzt. Der Sozialraumbezug ist noch nicht festgelegt. 3.0.6 Klosterwald 2.0 Die Maßnahme wird vom Fachamt nicht weiter verfolgt. 3.0.9 „Kölner Zukunfts-Kompass“ Die Maßnahme wird vom Fachamt nicht weiter verfolgt, da bereits ähnliche Angebote vorhanden sind. 4.0.10 Die Maßnahme wird nicht in allen Sozialräumen umgesetzt. Der Sozialraumbezug ist noch nicht festgelegt. 4.5.1 Integrierter Ansatz zur Entwicklung und Aufbereitung einer Brachfläche zu stadtentwicklungspolitischen bzw. ökologischen Zwecken: Kalkberg Die Maßnahme wird von den Fachämtern nicht weiter verfolgt und vom MBWSV wegen der baufachlichen Gesamtproblematik des Kalkbergs abgelehnt 5.0.3 Haus-, Hof- und Fassadenprogramm Diese Maßnahme wurde für alle 11 Sozialräume neu aufgenommen.
  • Anlage 3_ISEK_Humboldt-Gremberg-Kalk_final

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    Starke Veedel – Starkes Köln Mai 2017 Impressionen aus dem Sozialraum „Humboldt / Gremberg und Kalk“ Starke Veedel – Starkes Köln Mitwirken, Zusammenhalten, Zukunft gestalten Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt / Gremberg und Kalk“ 2 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Kontakt / Impressum Amt für Stadtentwicklung und Statistik Willy-Brandt-Platz 2 50679 Köln Telefon 0221 / 221-22267 stadtentwicklung.statistik@stadt-koeln.de Sachbearbeiterin: Karola Hildebrandt Stand Mai 2017 Die Oberbürgermeisterin Dezernat Stadtentwicklung, Planen und Bauen Amt für Stadtentwicklung und Statistik Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 3 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Mein Standpunkt Liebe Kölnerinnen und Kölner in Humboldt / Gremberg und Kalk, sehr geehrte Damen und Herren! Angesichts wachsender Armut bei Kindern und Jugendl ichen sowie bei älteren Menschen, Alleinerziehenden, Geringqualifizierten und Langzeitarbeitslosen ist mir der soziale Ausgleich in unserer Stadt sehr wichtig. lch freue mich desha lb sehr, Ihnen mit dem lntegrierten Stadt- entwicklungskonzept ein Programm für lhr Veedel vorlegen zu können, das insbesondere die Lebenslage der von Armut bedrohten oder betroffenen Bürgerinnen und Bürger in den Blick nimmt. Jede Bürgerin und jeder Bürger soll eine gleichbere chtigte Chance haben, am gesellschaftli- chen Leben teilzuhaben. Dies ist unser Leitbild, au f dem das soziale Handeln unserer Stadt- gesellschaft basiert. Hierzu gehört die Chance auf Gesundheit, auf eine gute Bildung und Ausbildung ebenso wie auf einen Arbeitsplatz oder e ine angemessene Wohnung in einem lebenswerten, attraktiven Veedel. Mit dem Programm und den darin enthaltenen Projekte n und Maßnahmen kommen wir die- sem Leitbild in den nächsten Jahren ein gutes Stück näher. Das Programm enthält Maß- nahmen zur Verbesserung von Bildungschancen von Kin dern und Jugendlichen sowie von Erwachsenen, Maßnahmen zur Verbesserung der Integra tion von Menschen mit Zuwande- rungsgeschichte sowie beschäftigungsfördernde Maßna hmen für Langzeitarbeitslose. Ent- halten sind auch Wohnumfeld verbessernde Maßnahmen und lnvestitionen in die örtliche Infrastruktur, mit denen Ihr Veedel attraktiver werden soll. Ich lade Sie herzlich ein, sich zu engagieren und sich zu beteiligen. Henriette Reker Oberbürgermeisterin der Stadt Köln 4 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 5 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Vorwort Köln ist durch eine starke Vielfalt geprägt. Jedes Veedel hat ein eigenes Gesicht. Diese Vielfalt spiegelt nicht nur die unter- schiedlichen Entstehungszeiten und Funk- tionalitäten der einzelnen Stadtteile wider, sondern auch die Weltoffenheit Kölns. Die ausgewogene Entwicklung aller Vee- del ist Ziel der Kölner Stadtentwicklung. Dies gilt sowohl für die gebaute Umwelt als auch für die soziale Balance in der Stadt. Hierfür müssen wir frühzeitig Maß- nahmen ergreifen, damit alle Stadtteile den „Anschluss behalten“. Vor diesem Hintergrund beteiligt sich die Stadt Köln an dem Aufruf „Starke Quartie- re – starke Menschen“ des Landes Nord- rhein-Westfalen und nutzt so die Chancen der aktuellen EU-Förderperiode. Im Fokus stehen dabei Armutsbekämpfung und die Vermeidung von Ungleichheit. Die Stellschrauben der Quartiersentwick- lung sind dabei vielfältig. Die im Integrier- ten Stadtentwicklungskonzept „Starke Ve- edel – Starkes Köln“ vorgeschlagenen Maßnahmen widmen sich sowohl der Ge- staltung des öffentlichen Raumes, als auch sozialen Themen wie Prävention, Bildung, Qualifizierung sowie dem Klima- schutz und der Umweltgerechtigkeit. Dabei bauen wir auf dem seit 2005 etab- lierten Programm „Lebenswerte Veedel“ auf, bei dem die elf Sozialräume Kölns im Mittelpunkt stehen. In den Sozialräumen ist der Bedarf an unterstützenden Angebo- ten kontinuierlich besonders hoch. Unter breiter Beteiligung vor Ort wurde das Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ entwickelt, in das sich das vorlie- gende Integrierte Stadtentwicklungskon- zept für den Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk einordnet. Der zentrumsnahe Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk ist durch eine starke Nutzungsmischung von Wohn- und Ge- werbegebieten geprägt. Der Strukturwan- del, den diese beiden Stadtteile durchlau- fen haben, hat spürbare städtebauliche und sozial-integrative Handlungsbedarfe im Sozialraum nach sich gezogen. Bereits in der jüngeren Vergangenheit hat sich einiges in den Quartieren getan. So wur- den sowohl altindustrielle Flächen neuen Nutzungen zugeführt als auch ver- schiedenste Angebote zur Unterstützung der Bewohnerschaft geschaffen. Mit dem Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ soll an diesen Entwicklungen angeknüpft werden, um die Quartiere weiter zu stär- ken. Die Quartiersentwicklung in den elf Sozial- räumen stellt uns in den kommenden Jah- ren vor vielschichtige Herausforderungen. Mit dem vorgesehen Maßnahmenpaket für den Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk werden die Kräfte aus unterschiedli- chen Handlungsfeldern in einem Ansatz gebündelt. Ich bin mir sicher, dass wir durch diesen integrierten Ansatz der Quar- tiersentwicklung, einen guten Schritt für die Stadtteile nach vorne machen. Ihr Franz-Josef Höing 6 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 7 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Inhaltsverzeichnis 1. Vorbemerkung ......................................................................................... ................... 9 2. Ausgangslage: Die aktuelle EU-Förderperiode und ihre Umsetzung in Köln ........ 9 3. Projektidee und Zielsetzung .......................................................................... ...........11 4. Gebietsauswahl und methodische Vorgehensweise ..............................................17 5. Projektstruktur und Vorgehensweise zur Entwicklung des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ ............................................................................... ..............21 6. Bestandsanalyse ...................................................................................... .................27 6.1 Demographische, soziale und Bildungssituation ................................................... 32 6.2 Situation des öffentlichen Raums ..................................................................... ..... 38 6.3 Wirtschaftliche Situation ............................................................................ ............ 43 6.4 Wohnsituation ........................................................................................ ............... 44 6.5 Ökologische und klimatische Situation ................................................................ .. 46 7. Stärken- und Schwächenanalyse sowie Ableitung der Handlungsbedarfe ...........49 8. Ziele und Handlungsfelder ............................................................................ ............51 9. Festlegung des Gebietes der „Sozialen Stadt“ Humboldt / Gremberg und Kalk ..59 10. Maßnahmen für den Sozialraum ......................................................................... ......61 10.1 Einbindung der Maßnahmen in die kommunale Präventionskette ......................... 61 10.2 Maßnahmen im Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk ................................. 71 10.3 Handlungsfeld: Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung ........................................... 74 10.4 Handlungsfeld 1: Früh ansetzende Hilfen ............................................................. 86 10.5 Handlungsfeld 2: Öffentlicher Raum ................................................................... 135 10.6 Handlungsfeld 3: Wirtschaft und Qualifizierung ................................................... 139 10.7 Handlungsfeld 4: Umweltgerechtigkeit – Klimaschutz, Luftreinhaltung und Lärmminderung ........................................................................................ .......... 142 10.8 Handlungsfeld 5: Wohnen .............................................................................. ..... 158 11. Umsetzungsplanung – Organisation und Steuerung ............................................ 167 11.1 Zeit-, Kosten- und Finanzierungsplanung ............................................................ 169 12. Anhang ............................................................................................... ...................... 175 8 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 9 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 1. Vorbemerkung Das vorliegende Integrierte Stadtentwicklungskonzep t (ISEK) ist ein Bestandteil des Pro- gramms „Starke Veedel – Starkes Köln“, das insgesamt elf Sozialräume umfasst. Bereits seit 2006 ist die Stadt Köln in diesen elf Gebieten mit dem Programm "Lebenswerte Veedel – Sozialraum- und Bürgerorientierung" aktiv, so dass zahlreiche Vorhaben realisiert oder an- gestoßen wurden. Die Sozialraumkoordinatorinnen und -koordinatoren sind für die Men- schen in den Veedeln mittlerweile zu festen Ansprec hpartnerinnen und Ansprechpartnern geworden. Ziel des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ ist es, verbesserte Lebensbedingungen der Menschen im allen elf Sozialräumen des Programm gebiet zu schaffen und auf den Ar- beiten des Programms „Lebenswerte Veedel“ aufzubaue n. Für das hier vorliegende ISEK „Humboldt / Gremberg und Kalk“ wird nun ein Sozialraum betrachtet, der Teil eines Gesamt- programms ist. Zur Herleitung, Beschreibung und Ums etzung der Maßnahmen im Sozial- raum liegt hiermit ein für sich stehendes Konzept v or – alle für den Raum Humboldt / Grem- berg und Kalk notwendigen Informationen sind im ISE K „Humboldt / Gremberg und Kalk“ enthalten. 2. Ausgangslage: Die aktuelle EU-Förderperiode und ihre Umsetzung in Köln Die Stadt Köln steht, wie auch viele andere Städte, derzeit vor dem Hintergrund der Globali- sierung, der Internationalisierung, der Digitalisie rung, des Klimawandels, der Energiewende, der Zu- und Abwanderungen und des demographischen W andels vor großen Herausforde- rungen. Diese globalen strukturellen Entwicklungen werden von einer zunehmenden Ein- kommenspolarisierung sowie steigenden Anteilen arme r und benachteiligter Bevölkerungs- gruppen begleitet, die sich räumlich konzentrieren. Zwischen einzelnen Stadtteilen nehmen strukturelle Ungleichgewichte und eine kleinräumige Polarisierung zu. Die in den letzten Jah- ren festzustellende zunehmende räumliche Segregatio n führt folgerichtig dazu, dass die Quartiersebene in den Fokus der Stadtentwicklung ge rät. Das Quartier, in Köln auch Veedel genannt, ist das direkte Lebensumfeld der Menschen: Hier wohnen und leben sie, treten miteinander in Beziehung und beteiligen sich somit am Gemeinwesen. In der neuen Förderperiode der EU-Strukturfonds 201 4 bis 2020 hat die Europäische Union mit der Europa-2020-Strategie die Prioritäten „Inte lligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum“ gesetzt und damit fünf Kernziele zu den T hemenfeldern „Beschäftigung“, „For- schung und Entwicklung sowie Innovation“, „Klimawan del und Energie“, „Bildung“ sowie „Armut und soziale Ausgrenzung“ festgelegt. Zur Umsetzung dieser Strategie hat das Land Nordrhein-Westfalen Operationelle Programme (OP) fü r die Strukturfonds: Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), Europäische r Sozialfonds (ESF) sowie Europäi- scher Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) erarbeitet. Alle Operationellen Programme müssen einen Beitrag zur P räventionsstrategie des Landes Nordrhein-Westfalen leisten. Gemeinsam mit den euro paweiten Strategien definieren vier Leitthemen den Rahmen für den Europäischen Sozialfonds (ESF) und weiterer europäischer Fördermöglichkeiten 1: 1 Vergleich http://www.soziale-stadt.Nordrhein-Westfalen.de/downloads/EU- Strukturfonds_Okt.2014.pdf (14.08.2015) 10 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Im Einzelnen handelt es sich dabei um folgende Themen: − Früh ansetzende Hilfen („Kein Kind zurücklassen“) − Verbesserung des Übergangs Schule – Beruf („Kein A bschluss ohne Anschluss“ – Übergang Schule – Beruf Nordrhein-Westfalen) − Integrierte und nachhaltige Stadt- und Quartiersen twicklung (zum Beispiel durch städ- tebauliche, gesundheitsfördernde oder Jugendhilfemaßnahmen) − Armutsbekämpfung Aus den Operationellen Programmen heraus veröffentl icht das Land Aufrufe, auf die eine Bewerbung erfolgen kann. Am 10.02.2015 wurde der Aufruf mit dem Thema „Starke Quartie- re – starke Menschen“ – Gemeinsamer Aufruf zu den P rogrammen des EFRE, des ELER und des ESF (2014 bis 2020) zur präventiven und nac hhaltigen Entwicklung von Quartieren und Ortsteilen sowie zur Bekämpfung von Armut und Ausgrenzung“ gestartet. Die Stadt Köln bewirbt sich mit dem vorliegenden Programm (ISEK) „ Starke Veedel – Starkes Köln: Mitwir- ken, zusammenhalten, Zukunft gestalten“ für die neue Europäische Förderperiode. Die Stadt Köln hat die Europäische Förderphase 2014 bis 2020 und die dahinterliegende „Europa 2020 Strategie“ zum Anlass genommen, die ei genen städtischen Ziele zu prüfen und neu aufzustellen. Die von der Europäischen Unio n aufgestellten Prioritäten und die fünf Kernziele werden ebenso ausdrücklich unterstützt wi e die Präventionsstrategie des Landes. Der Stadtvorstand, in dem alle Dezernate vertreten sind, hat deshalb das Konzept „Europa 2020 Handlungsprogramm: Kölner Handlungserfordernisse“ als Orientierung der Verwaltung in zentralen städtischen Handlungsfeldern am 23.09. 2014 beschlossen. Dies sind die Berei- che (1) Bildung, (2) Soziale Balance / Quartiersentwicklung, (3) Beschäftigung, (4) Infrastruk- tur / Mobilität, (5) Klimawandel und nachhaltige En ergiewirtschaft, (6) Forschung, Entwick- lung und Innovation sowie (7) Kultur / Baukultur / öffentlicher Raum. Diese sieben Hand- lungsfelder werden in einem fachübergreifenden Proz ess umgesetzt. Als wesentliche Ziele wurden unter anderem die Quartiersentwicklung und d ie damit angestrebte soziale Balance in der Stadt und zwischen den Quartieren benannt. Im Vordergrund des städtischen Handelns stehen dami t die benachteiligten Quartiere sowie die in diesen Quartieren lebenden Bewohnerinnen und Bewohner. Ziel ist, Rahmen- bedingungen zu schaffen und geeignete Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensbedin- gungen vor Ort zu entwickeln. Betrachtet werden dab ei immer die Gesamtstadt und die Wechselwirkungen zwischen den Quartieren untereinan der. So führt eine Verbesserung der Lebensbedingungen der Bewohnerinnen und Bewohner be lasteter Quartiere auch zur Auf- wertung der Gesamtstadt. Für die Verbesserung der Lebenssituation der Bewohn erinnen und Bewohner ist eine inte- grierte Betrachtung der verschiedenen Themenfelder der Stadtentwicklung, wie zum Beispiel Wohnen, Wirtschaft, Arbeitsmarkt, Soziales, Bildung , Gesundheit, Mobilität, Öffentlicher Raum, Klima, Umwelt und Grün besonders wirkungsvoll . Daher werden auch bestehende und derzeit in der Entwicklung befindliche Konzepte der Stadt Köln in dem Programm „Star- ke Veedel – Starkes Köln“ aufgegriffen und dementsp rechend Maßnahmen priorisiert und aneinander angepasst 2. Durch diese integrierte und gesamtstädtische Betr achtung werden die Verstetigung und die Nachhaltigkeit von Quartie rsentwicklungen gesichert, da sie in ge- samtstädtische Strategien und Konzepte eingebunden sind und nicht isoliert betrachtet wer- den. 2 Eine kurze Beschreibung der städtischen Konzepte befindet sich im Kapitel 12 Anhang 1 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 11 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 3. Projektidee und Zielsetzung Mit dem ISEK Humboldt / Gremberg und Kalk knüpft di e Stadt Köln an bereits erfolgreich gestartete Programme zur Verbesserung der Lebenssit uation an. Das ISEK baut auf dem Programm „Lebenswerte Veedel – Bürger- und Sozialraumorientierung in Köln“ auf. Das Ziel des Programms „Lebenswerte Veedel“ liegt in der Begründung und Optimierung von Unter- stützungsleistungen und der Stärkungen der Selbsthi lfekräfte, indem die Zusammenarbeit und Vernetzung aller städtischen Dienststellen, der freien Träger, Verbände und sonstiger Akteure im Quartier vorangetrieben wird. Dazu wird in jedem Sozialraum eine Sozialraumko- ordination eingesetzt, die – bis auf eine Ausnahme – bei den freien Trägern angesiedelt ist. Sie fungiert als „Informationsdrehscheibe“ und Bindeglied zwischen Verwaltung, Wirtschaft, Politik, Verbänden und Bewohnerschaft. Sie unterstü tzt oder initiiert Kooperations- und Ver- netzungsstrukturen im Sozialraum, nutzt diese, um besondere Bedarfslagen zu identifizieren, und entwickelt gemeinsam mit den Diensten und Einri chtungen der freien Träger vor Ort be- darfsgerechte Projekte und Maßnahmen. Der Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk zählt m it rund 39.000 Einwohnern zum ein- wohnerstärksten der elf Sozialräume. Ein wesentliches Potential Kalks ist die innenstadtnahe Lage. Das Bezirkszentrum auf der Kalker Hauptstraße liegt ungefähr drei Kilometer von der Kölner City entfernt. Dabei ist der Wohnraum im Ver gleich zu anderen Kölner Vororten trotz der günstigen Lage deutlich preiswerter. Die starke Nutzungsmischung von Wohnen und Gewerbe kennzeichnen den dichtbesiedel- ten Stadtteil ebenso wie die städtebaulichen und so zial-integrativen Herausforderungen, die sich in dem industriell geprägten Stadtteil durch den Strukturwandel ergeben. Bis zur Schließung der Chemischen Fabrik Kalk im Ja hre 1993 wurden insgesamt fast 8.500 Industriearbeitsplätze abgebaut, wovon ausländische Beschäftigte in besonderem Maß be- troffen waren. Aber auch strukturelle und ökologisc he Probleme durch die circa 85 Hektar zurückgebliebenen Gewerbe- und Industriebrachen sow ie kontaminierte Böden galt es zu bewältigen. Ziel des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes is t es, den Sozialraum Humboldt / Grem- berg und Kalk zu stärken, die Armut zu bekämpfen, d en sozialen Zusammenhalt auszubau- en, Präventionsansätze zu systematisieren und die L ebenssituation der in diesen Quartieren lebenden Menschen nachhaltig zu verbessern. Erwartet werden auch positive Effekte auf die gesamtstädtische Entwicklung und den sozialen Zusam menhalt in der Gesamtstadt. Dabei verfolgt das Programm auch das Ziel, strukturelle V erbesserungen bei der Entwicklung und Umsetzung integrierter Quartiersentwicklung als Strategie der Stadtentwicklung zu erreichen. Dazu gehört die stärkere Entwicklung sozialraumorie ntierten Denkens in der Verwaltung ebenso, wie die abgestimmte Zusammenarbeit zwischen den in den Quartieren aktiven Akt- euren einerseits und die Abstimmung ihres Handels m it den Dienststellen der Stadt anderer- seits. Gleichzeitig ist die Bewohnerschaft von alle n an der Programmumsetzung Beteiligten aktiv einzubinden. Hiermit wird dem Querschnittszie l „Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung“ Rechnung getragen. Ein weiteres, wesentliches Ziel der Maßnahmen ist, durch Barrierefrei- heit und Chancengleichheit allen Bevölkerungsgruppe n eine Teilnahme am Gesellschaftsle- ben zu ermöglichen. Beide Aspekte finden bei der Du rchführung der Maßnahmen Berück- sichtigung. 12 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Vorangegangene Aktivitäten und Förderungen in Kalk Der Stadtteil Kalk wurde bereits im Zeitraum 1994 b is 2004 vor dem Hintergrund der zu be- wältigenden Folgen des industriellen Strukturwandel s über das Städtebauförderprogramm „Soziale Stadt“ gefördert. Dabei ging es in erster Linie um die Nachnutzung der industriellen Brachen. Seit den 90er Jahren wurden im Programmgebiet Kalk annähernd 2.000 Wohnungen mit einem hohen Anteil öffentlich geförderter Wohnungen errichtet. Im Rahmen der Wohnungs- belegung wurde angestrebt, eine ausgewogene Bewohne rstruktur zu schaffen. Ebenso hat das Wohnungsangebot in den letzten Jahren durch Mod ernisierungsarbeiten im Bestand an Qualität gewonnen und die Wohnungswirtschaft hat er hebliche Investitionen im hausnahen Wohnumfeld getätigt. Der wesentlich durch Wohnbebau ung geprägte Kalker Norden stand bei diesem Programm jedoch nicht im Fokus. Gleichwo hl konnten durch das Engagement der Wohnungswirtschaft in Kalk-Nord in den letzten Jahren gemeinsam eine Aufwertung des Quartiers vorangebracht werden. In den Jahren 2009 bis 2013 entstanden insgesamt 178 landesgeförderte Mietwohnungen. In den Jahren 2011 bis 2013 ist gemeinsam mit der „ Montag Stiftung Urbane Räume“ das Projekt „KALKschmiede*“ im Programmgebiet Kalk Nord durchgeführt worden. Im Rahmen diese Projektes haben unterschiedlichste Akteure au s den Bereichen Wohnungswirtschaft, Bildung, Kultur, Soziales, Verwaltung, in einem übe r zweijährigen Arbeits- und Beteiligungs- prozesses Vorschläge für konkrete Maßnahmen erarbei tet. Erste Ergebnisse dieses Prozes- ses sind die Schaffung nachhaltiger Dialog- und Koo perationsstrukturen, Etablierung eines „Veedelshausmeisters“, sowie Nachbarschaftsprojekte und Projekte der Bürgerteilhabe. Die- se Formen der Beteiligung und Vernetzung sind darau f angelegt, das Bürgerengagement und die Identifikation mit dem öffentlichen Raum zu stärken und die Bereitschaft der Bewoh- nerschaft zu mehr Verantwortung zu erhöhen. Im Rahmen dieses Prozesses ist ein Integriertes Han dlungsprogramm „Kalk Nord“ erstellt und dem Land vorgelegt worden. Von dort wurde die E mpfehlung ausgesprochen, die Hand- lungsfelder „Städtebauliche Mängel“ und „Lokale Ökonomie“ mit in die Betrachtung einzube- ziehen und konkrete Maßnahmen zu entwickeln. In dem jetzt vorgelegten Integrierten Stadt- entwicklungskonzept wurden die Anregungen des Lande s aufgenommen, wobei die positi- ven Ansätze und Erfahrungen der begonnenen Prozesse eine wertvolle Grundlage bildeten. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 13 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Karte 1: Lage des Sozialraums Humboldt / Gremberg und Kalk im rechtsrheinischen Köln Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik, Stand Dezember 2016 14 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Sozialraumorientierte Handlungsweise Die Umsetzung der Idee der Sozialraumorientierung ist je nach Handlungsfeld in den Dienst- stellen der Verwaltung unterschiedlich stark ausgep rägt. Bislang ist die Zusammenführung dieses Ansatzes zu einem gesamtstädtischen, integri erten Handlungsansatz nur teilweise gelungen. Deshalb hat der Stadtvorstand am 17.03.20 15 die sozialräumliche Ausrichtung des Verwaltungshandelns als verbindliches Handlungs prinzip noch einmal bekräftigt. In der- selben Sitzung hat der Stadtvorstand beschlossen, d ie elf Sozialräume aus dem Programm „Lebenswerte Veedel“ sowie die diesem Konzept zugrunde liegende Handlungsstrategie der Quartiersorientierung zur Grundlage der geplanten I ntegrierten Stadtentwicklungskonzepte für den EFRE- / ESF-Aufruf des Landes „Starke Quart iere – Starke Menschen“ zu machen. Die Entwicklung integrierter, sozialraumorientierte r Handlungskonzepte ist eine notwendige Aufgabe, die für alle städtischen Dienststellen ein e Herausforderung bedeutet. Sie formulie- ren auch neue Anforderungen an die Stadtgesellschaft und geben der Stadtverwaltung inno- vative Anstöße für die Entwicklung neuer, adäquater Angebotsformen und -strukturen. Die Stadt Köln baut bei der Bearbeitung des Program ms „Starke Veedel – Starkes Köln“ auf den Erfahrungen aus dem Strukturförderprogramm MÜLH EIM 2020 auf und strebt erstmals die systematische Erarbeitung und Umsetzung eines integrierten, quartiersorientierten Hand- lungsansatzes in einem Programmgebiet mit mehreren Sozialräumen an. Diesem Ansatz liegt die Leitfrage zugrunde, wie erfolgreich Stadt entwicklung aus dem Quartier heraus erfol- gen kann, welche Faktoren zum Gelingen beitragen un d wie die Bewohnerinnen und Be- wohner aktiv in die Quartiersentwicklung eingebunden werden können. Zum einen wird erstmalig für elf Sozialräume ein Ma ßnahmenpaket entwickelt, das in allen Sozialräumen mit einem vergleichbarem Vorgehen umge setzt, dabei jedoch explizit auf die Bedarf und Erfordernisse vor Ort angepasst wird. Di es sind insbesondere Maßnahmen, die zur Präventionskette 3 gehören. Zum anderen werden zusätzlich gebietsspez ifische städte- bauliche und sozial-integrative Lösungen passgenau für die Bedürfnisse und Anforderungen der unterschiedlichen Sozialräume entwickelt. Beson deres Augenmerk wird bei den sozial-integrativen auf den niedrigschwelligen Zuga ng zu den Angeboten und ihrer Verknüp- fung gelegt. Bei den gebietsspezifischen Maßnahmen werden auch Maßnahmen mit Modell- charakter vorgeschlagen. Eine Übertragbarkeit der d ort erzielten Erkenntnisse wird ange- strebt. 3 Unter einer kommunalen Präventionskette soll die G esamtheit der präventiven Hilfsangebote ver- standen werden, die biografisch entlang der Bedarfe in den einzelnen Lebensphasen und Lebensla- gen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen erforderlich sind. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 15 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Karte 2: Übersicht über die elf Sozialräume des Pro gramms "Lebenswerte Veedel - Lebenswertes Köln" 16 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 17 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 4. Gebietsauswahl und methodische Vorgehensweise Die Grundlage für die Auswahl des Sozialraums Humboldt / Gremberg und Kalk sowie für die weiteren zehn Programmgebiete bildet die bestehende Gebietsabgrenzung des Programms „Lebenswerte Veedel – Bürger- und Sozialraumorientierung in Köln“ (vergleiche Karte 2). Mit Hilfe des Monitorings Stadtentwicklung wurde geprüf t, ob es sich hierbei tatsächlich um Ge- biete mit besonderen Handlungserfordernissen handel t, die im Vergleich zur Gesamtstadt überdurchschnittlich stark von sozialer Benachteiligung betroffen sind. Das Monitoring Stadtentwicklung beobachtet systemat isch die Entwicklung der Gesamtstadt Köln und ihrer Teilräume. Betrachtet werden in eine r einheitlichen Vorgehensweise (Index- werte) verschiedene Themenfelder, wie zum Beispiel Soziale Lage, Demographischer Wan- del oder Wohnen. Für die Auswahl der elf Sozialräume wird im Folgenden der Index „Soziale Lage“ zugrunde gelegt, der die wirtschaftlichen, po litisch-kulturellen und gesundheitlichen Aspekte von Benachteiligung berücksichtigt. Er setz t sich zusammen aus verschiedenen Statistikdaten sowie aus Ergebnissen der Umfrage „Leben in Köln“ und berücksichtigt somit sowohl „harte“ statistische Daten als auch „subjektive“ Einschätzungen der Befragten. Der Index wird durch die Vielfalt an Indikatoren de r Tatsache gerecht, dass sich Benachteili- gung in weit mehr als nur monetären Aspekten widerspiegelt. Abbildung 1 zeigt die Zusammensetzung des Indexes „ Soziale Lage“ für die Gesamtstadt. Grundlage der Berechnung des Indexes sind die 86 Kö lner Stadtteile. Für die vorliegende räumliche Abgrenzung wurden Stadtteile zusammengefasst, um in etwa gleich große Räume von 20.000 Einwohnerinnen und Einwohnern und Räume mit einer vergleichbaren sozial- ökonomischen Bevölkerungsstruktur bilden zu können. 18 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Abbildung 1: Zusammensetzung Index Soziale Lage 4 Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Die bestehenden Sozialräume, die im Programm „Lebenswerte Veedel“ enthalten sind, zäh- len zu den Gebieten mit besonderen Handlungserforde rnissen und entsprechen demnach den im Aufruf „Starke Menschen – Starke Quartiere“ geforderten Kriterien zur Auswahl des Programmgebietes (vergleiche Karte 3). Ein kurzer Überblick über die historische Entwicklu ng Kalks verdeutlicht, dass der industriell geprägte Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk he ute noch die Folgen des Struktur- wandels zu bewältigen hat: Mitte des 19. Jahrhunderts prosperierte Kalk im Zuge der Indust- rialisierung zu einer wohlhabenden Stadt. 1910 erfolgte die Eingemeindung in die Stadt Köln. Im 2.Weltkrieg wurde Kalk zu 90 Prozent zerstört. N ach dem Wiederaufbau war Kalk über Jahrzehnte einer der größten Industriestandorte Köl ns. Die Rezession in den 70er Jahren führte zu Werksschließungen und damit zu Arbeitspla tzverlusten für große Teile der Kalker Bevölkerung. Seitdem vollzieht sich ein Strukturwan del zum Wohn- und Verwaltungsstand- ort, so dass sowohl städtebauliche als auch sozial- integrative Handlungsbedarfe deutlich werden. Das Stadtbild wird heute von Wohnhäusern aus der Gr ünderzeit, Kriegsbaulücken füllenden Mietshäusern aus den 50er und 60er Jahren in Schlic htbauweise, einigen Industriedenkmä- lern, Verwaltungsbauten sowie großen Industriebrachen geprägt. 4 Der Hinweis S verweist auf Statistikdaten, der Hinweis U auf Umfrageergebnisse. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 19 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Die Maßnahmen des Integrierten Stadtentwicklungskon zeptes für den Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk werden von den ermittelten Handlungsbedarfen abgeleitet. In der Bestandsanalyse wird der Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk ausführlich dar- gestellt und mit aussagekräftigen Indikatoren hinsi chtlich seiner sozialen, demographischen, ökonomischen, klimatischen, ökologischen und städte baulichen Situation hinterlegt sowie der Bildungssituation beschrieben, um den Anforderungen des Aufrufes gerecht zu werden. 20 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Karte 3: Programmgebiet (Sozialräume) „Starke Veedel – Starkes Köln" Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 21 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 5. Projektstruktur und Vorgehensweise zur Entwicklu ng des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Die Erstellung des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ und der ISEKs für die elf So- zialräume erfolgte unter intensiver Beteiligung der Fach- und Bürgerämter sowie den Sozial- raumkoordinatorinnen und Sozialraumkoordinatoren. D ie Projektleitung lag bei der Amtslei- tung des Amtes für Stadtentwicklung und Statistik u nd wurde durch die Wirtschaftsprüfungs- gesellschaft BDO AG unterstützt (vergleiche Abbildung 2). Beteiligt waren die nachfolgend aufgelisteten Dezernate und Fachämter: Dezernat Oberbürgermeisterin: Büro der Oberbürgerme isterin, Amt für Presse- und Öffent- lichkeitsarbeit Dezernat I Allgemeine Verwaltung, Ordnung und Recht : Bürgeramt Rodenkirchen, Bürger- amt Ehrenfeld, Bürgeramt Nippes, Bürgeramt Chorweil er, Bürgeramt Porz, Bürgeramt Kalk, Bürgeramt Mülheim, Amt für Personal, Organisation und Innovation Dezernat II Finanzen: Kämmerei Dezernat III Wirtschaft und Liegenschaften: Amt für Wirtschaftsförderung Dezernat IV Dezernat für Bildung, Jugend und Sport: Amt für Schulentwicklung, Amt für Wei- terbildung, Familienberatung und Schulpsychologisch er Dienst, Sportamt, Amt für Kinder, Jugend und Familie, Integrierte Jugendhilfe- und Schulentwicklungsplanung Dezernat V Soziales, Integration und Umwelt: Amt fü r Soziales und Senioren, Punktdienst- stelle Diversity, Gesundheitsamt, Amt für Wohnungsw esen, Umwelt- und Verbraucher- schutzamt, Koordinationsstelle Klimaschutz Dezernat VI Stadtentwicklung, Planen und Bauen : Am t für Stadtentwicklung und Statistik, Stadtplanungsamt, Amt für Landschaftspflege und Grünflächen Dezernat VII Kunst und Kultur: Kulturamt, Stadtbibliothek, Museumsdienst Köln Dezernat VIII Mobilität und Verkehrsinfrastruktur: Amt für Straßen und Verkehrstechnik Zur Projektsteuerung wurde ein Projektteam im Amt für Stadtentwicklung und Statistik einge- richtet. Zur inhaltlichen Bearbeitung wurden die fo lgenden fünf themenspezifische Arbeits- gruppen gebildet, die dezernats- und ämterübergreifend zusammengearbeitet haben: − AG 1: Früh ansetzende Hilfen − AG 2: Öffentlicher Raum − AG 3: Wirtschaft und Qualifizierung / Wohnen − AG 4: Umweltgerechtigkeit - Klimaschutz, Luftreinh altung und Lärmminderung − AG 5: Sozialraumorientierung als Strategie der Sta dtentwicklung Neben unterschiedlichen Fachämtern haben auch weitere Akteure an der Programmentwick- lung und den Arbeitsgruppensitzungen teilgenommen, wie zum Beispiel das Jobcenter, die stadteigene Wohnungsbaugesellschaft GAG Immobilien AG, die Regionalagentur Region Köln und der für die regionale Zusammenarbeit zuständige Verein „Region Köln/Bonn e.V“. Die in den Arbeitsgruppen erarbeiteten Inhalte wurd en regelmäßig in Ämterrunden einge- bracht, diskutiert, abgestimmt und die weitere Vorgehensweise festgelegt. Zur Steuerung des Gesamtprogramms richtete das Amt des Oberbürgermeisters einen Len- kungskreis mit Vertreterinnen und Vertretern der Dezernate ein. Zusätzlich wurden die Sozialraumkoordinatorinnen un d Sozialraumkoordinatoren sowie die Leitungen der Bürgerämter zu zentralen Veranstaltun gen eingeladen und mit in den Diskus- 22 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ sionsprozess eingebunden. Insbesondere waren sie an der Qualifizierung der Bestandsana- lyse sowie an der Entwicklung von Maßnahmen beteiligt. Abbildung 2: Projektstruktur Stadtverwaltung Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Über diese regelmäßig durchgeführten Sitzungen mit der Projektgruppe, den Arbeitsgrup- pen, dem Lenkungskreis und den Fachämterrunden wurd en anlassbezogen Gespräche mit weiteren Akteuren geführt, wie zum Beispiel: − Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung un d Verkehr des Landes Nord- rhein-Westfalen − Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales d es Landes Nordrhein-Westfalen − Fachstelle für sozialraumorientierte Armutsbekämpf ung − Regionalagentur Region Köln − Bezirksregierung Köln − Liga der Wohlfahrtverbände − Seniorenvertretung der Stadt Köln − Personalrat − Steuerungsgremium „Lebenswerte Veedel“ Die verschieden politischen Gremien wurden über Mit teilungen regelmäßig über das Pro- gramm und den Programmfortschritt informiert. Zur inhaltlichen Qualifizierung des Programms fanden zwei Workshops statt. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 23 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Erster Workshop am 27. April 2015 – Qualifizierung der Bestandsanalyse Gegenstand des ersten Workshops, der am 27. April 2 015 stattfand, waren die Ergebnisse der Bestandaufnahme. Rund 60 Teilnehmerinnen und Te ilnehmer aus den Fachdienststel- len, dem Jobcenter, der Sozialraumkoordination, den Bürgerämtern und der GAG Immobilien AG qualifizierten die vorliegenden Ergebnisse, stel lten Querbezüge her und zeigten Schnitt- stellen zu anderen Themenbereichen auf. So wurden d ie Analyseergebnisse geschärft und ausdifferenziert. Die Atmosphäre in diesem Workshop war sehr arbeits- und ergebnisorien- tiert, so dass die Rückmeldungen am Ende des Workshops sehr positiv waren. Abbildung 3: Rückmeldung der Teilnehmenden aus dem ersten Workshop zur Be- standsanalyse am 27. April 2015 Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Abbildung 4: Kartenmaterial für die Diskussion zum Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 24 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Zweiter Workshop am 27. Mai 2015 – Qualifizierung der Maßnahmen Der zweite Workshop fand am 27. Mai 2015 zur Qualif izierung der gemeldeten Maßnahmen statt. Der Teilnehmerkreis war identisch mit dem de s ersten Workshops. Im Vorfeld hatten die Fachdienststellen, Bürgerämter und Sozialraumko ordinatorinnen und -koordinatoren, die in den Sozialräumen vernetzt arbeiten, auf der Grun dlage einer vorgegebenen Struktur die Möglichkeit Projektideen einzubringen. Rund 180 Maßnahmen und Projekte konnten somit in die Vorbereitung des Workshops einfließen. Nicht al le Ideen konnten berücksichtigt werden, da sie teilweise nicht in dem Förderzeitraum umsetz bar waren, keinen oder nur einen gerin- gen Beitrag zur Zielerreichung leisteten, oder aber nicht ausreichend qualifiziert worden wa- ren. Schlussendlich wurden mehr als 70 Projektideen für die Bewohnerveranstaltung her- ausgearbeitet. Die Projekte wurden erläutert, quali fiziert, zusammengefasst und in das erar- beitete und abgestimmte Zielsystem eingeordnet. Auc h dieser Workshop war von einer ho- hen Arbeitsintensität und einer großen Bereitschaft zur Zusammenarbeit geprägt. Abbildung 5: Workshop am 27. Mai 2015 Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Auftaktveranstaltung zur Öffentlichkeitsbeteiligung am 1. Juni 2015 Am 1. Juni 2015 fand von 18:00 bis 22:00 Uhr eine ö ffentliche Bewohnerveranstaltung im Forum der Volkshochschule statt. Das Ziel lag darin , über das Programm und die geplanten Projekte zu informieren, dazu Meinungen der Bewohne rschaft einzuholen und weitere Ideen aufzunehmen. Die Bewohnerinnen und Bewohner der elf Programmgebiete sowie weitere Teilnehmende hatten damit die Möglichkeit, an der E rstellung und Qualifizierung des Maß- nahmenprogramms für ihren Sozialraum aktiv mitzuwir ken. Beworben wurde die Veranstal- tung über eine Pressemitteilung, Flyer und Plakate. Rund 250 Teilnehmende haben sich hier aktiv in das Programm eingebracht, vorhandene Ideen bewertet und Ideen für Maßnahmen entwickelt. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 25 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Abbildung 6: Einladungsplakat für die Öffentlichkeitsbeteiligung am 01. Juni 2015 Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Im Rahmen der Veranstaltung wurden nach einer kurze n Einführung an Arbeitstischen, die nach den einzelnen Sozialräumen aufgeteilt waren, i n kleinen Gruppen gearbeitet. Jede Gruppe verfügte über eine Moderatorin beziehungswei se einen Moderator, deren / dessen Aufgabe es war, die Ausgangssituation vorzustellen und die Diskussionsergebnisse festzu- halten. Abschließend stellten die Bürgeramtsleitungen zusammen mit den Sozialraumkoordi- natorinnen und –koordinatoren die Ergebnisse für den jeweiligen Sozialraum im Plenum vor. Abbildung 7: Öffentlichkeitsveranstaltung am 01. Juni 2015 Quelle: Stadt Köln (Fotos: Abbis Photodesign) Die Gesamtveranstaltung wurde durch einen externen Moderator geleitet. Diese Veranstaltung ist als Auftakt des Beteiligung sverfahrens zu verstehen. Die Beteiligung wird ein fester Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ sein. 26 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Abbildung 8: Öffentlichkeitsveranstaltung am 01. Ju ni 2015 – Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk Quelle: Stadt Köln (Fotos: Abbis Photodesign) Diskriminierungsfreie Auswahl der Maßnahmen Am 18. Juni, 28. Juli und 25. August 2015 tagte die Zwischengeschaltete Stelle (light) und nahm eine diskriminierungsfreie Auswahl der Maßnahm en vor. Mitglieder dieser Stelle sind Vertreterinnen und Vertreter aller Dezernate. Die L eitung des Gremiums lag beim Beigeord- neten des Dezernates für Stadtentwicklung, Planen u nd Bauen, der durch die Leiterin des Amtes für Stadtentwicklung und Statistik vertreten wurde. Die Auswahl der Maßnahmen wurde begründet, protokolliert und einvernehmlich beschlossen. Abbildung 9: Diskriminierungsfreie Auswahl durch die Zwischengeschaltete Stelle (light) Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Die schriftliche Zusammenstellung des Programms „St arke Veedel – Starkes Köln“ und der elf Integrierten Stadtentwicklungskonzepte für die Sozialräume erfolgte im Amt für Stadtent- wicklung und Statistik. Nach Fertigstellung wurde d as Programm von allen Dezernaten mit- gezeichnet. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 27 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Der für die Erstellung des Programms initiierte Pro zess wird im Rahmen der Umsetzung des Konzeptes fortgesetzt. 6. Bestandsanalyse 5 Die Bestandsanalyse für den Sozialraum Humboldt / G remberg und Kalk nimmt die folgen- den zentralen Handlungsfelder in den Blick: − Demographie, Soziales und Bildung − Öffentlicher Raum und Verkehr − Wirtschaft − Wohnen − Ökologie und Klima 5 Angabe zu den statistischen Werten und Indikatoren ( Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statis- tik): − Die Angaben zur sozialen und demografischen Situatio n beziehen sich auf das Jahr 2015. Um zeitliche Entwicklungen darzustellen, wurden zudem die Werte v on 2007 in den Steckbrief aufgenommen. (Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik). − Die Beschreibungen zum öffentlichen Raum entspreche n dem Stand aus dem Jahr 2015. − Die Ausgangssituation zum Themenbereich Wirtschaft und Wohnen umfassen verschiedene Datengrundla- gen: o Gewerbe- und Industrieflächen; Stand 2015 o Einzelhandel- und Zentrenkonzept; Stand 2013 o Beschäftigungssituation, Anteil öffentlich gefördert er Wohnungen; jeweils Stand 2015 o Wohnungsbestand der GAG Immobilien AG, Stand 2016 o Kaufkraftindex; Stand 2007 o Wohnzufriedenheit: Demografie-Umfrage der Stadt Köln, 2009 Die Datengrundlagen zum Themenbereich Klima wurden i m Jahr 2013 berechnet, die Daten zu Grün- und Frei- flächen stammen aus dem laufend fortgeführten Grünf lächenkataster und wurden in 2015 berechnet, die Ber ech- nung der Luftschadstoffe erfolgte ebenfalls in 2015, die Daten zum Verkehrslärm stammen aus dem Jahr 2014. 28 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Karte 4: Übersicht mit Quartiersgliederung - Schwerpunkt Qualifizierung und Soziales Stand Dezember 2016 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 29 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Karte 5: Übersicht mit Quartiersgliederung - Schwerpunkt Bildung Stand Dezember 2016 30 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Tabelle 1: Bevölkerungs- und Sozialstruktur / Bildungsbeteiligung 6 im Sozialraum 2007-2015 Zunahme von Einwohnern mit Migrationshint ergrund, minimaler Rückgang des Anteils an Leistungsempfängern nach SGB ll, verglichen mit dem städtischen Mittel jedoch sehr hohe Wer- te, insbesondere der Anteil an Kindern und Jugendli chen in Bedarfsgemeinschaften ist deutlich erhöht, sehr geringer Anteil an Gymnasiasten, im Ve rgleich zur Gesamtstadt ein unterdurchschnitt- licher Anteil an Seniorinnen und Senioren. Charakteristik des Sozialraumes (stadträumliche Besonderheiten) Lage im Stadtge- biet Bezirk: Kalk Stadtteile: Humboldt / Grem- berg und Kalk angrenzende Sozial- räume: 5,6 Fläche: 343 ha Siedlungs- entwick- lung Rechtsrheinische Vororte des 1. Vorortgürtels, Kalk : ab Mitte des 19. Jahrhundert Ansammlung von Industriebetrieben, vorher einzelne Höfe, Wiederaufbau nach dem 2. Weltkrieg mit Arbeitersiedlungen, Humboldt / Gre mberg: ab Mitte des 20. Jahrhun- dert Entwicklung zum Wohngebiet für die Arbeiter de r benachbarten Fabriken, wirt- schaftlichen Strukturwandel in den 1980er Jahren (V erwaltungs- und Technologie- standort), Wegfall von Arbeitsplätzen insbesondere für Geringverdienende. Nahver- sorgung Kalk: Bezirkszentrum entlang der Kalker Hauptstraße , mit Köln Arcaden Zentren prä- gendes Sortiment des mittelfristigen Bedarfs vorhan den, Abwertungstendenzen an der Kalker Hauptstraße (Leerstand Gebäude Kaufhof, aktuell Projektideen vorhanden; s. auch Kapitel 6.3), Verbesserung des städtischen Erscheinungsbildes erforderlich, Humboldt / Gremberg: Nahversorgungszentrum, zum Teil Leerstände. Anbindung ÖPNV, MIV Kalk: sehr gute Anbindung an den öffentlichen Perso nennahverkehr (Stadtbahnlinien 1 und 9), diverse Buslinien und S-Bahn (Haltestelle Trimbornstraße) Humboldt / Gremberg: Stadtbahnhaltestellen im benachbarten Kal k, motorisierter Individualver- kehr über Kreuz Köln-Gremberg und Kreuz Köln-Ost se hr gut an das Autobahnnetz angebunden. Grün / Freizeit Geringer Anteil an Grünflächen in Kalk, neu entstan dener Bürgerpark und Kalker Stadtgarten, Humboldt / Gremberg benachbart Grember ger Wäldchen und Humboldt- Park in zentraler Lage, eher kleinteilige Grünfläch en vorhanden, zum Teil verwahrlost und zweckentfremdet (Drogenkonsum), fehlende Wegeverbindungen. 6 Eine differenzierte Darstellung der Bildungsbeteiligung kann dem Anhang entnommen werden (vergleiche Kapi - tel 12 Anhang 15) Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 31 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Gewerbe Technologie- und Industriepark in Kalk-Süd, Gewerbe und Dienstleistungen auf dem ehemaligen Gelände der Chemischen Fabrik Kalk, rech tsrheinisches Technologie Zentrum (RTZ) und Hagen Campus in Humboldt / Gremberg soziale Akteure Diverse soziale Akteure (z.B. Bürgervereine, divers e niederschwellige Beratungsan- gebote der GAG Immobilien AG für die Bewohnerschaft , Sozialraumkoordination, Gemeinwesenarbeit, Kirche, alternative Akteure wie „Raum-ganz schön Kalk“, Pflanz- stelle Kita / Schulen 4 Grundschulen, 1 Gymnasium, 1 Hauptschule, 2 Förde rschulen, Auffangklassen in der Grundschule von Humboldt / Gremberg (Flüchtling skinder aus Poll), diverse Kin- dertagesstätten. Stabilisierungsmaßnahmen Sozial- raum- koordinati- on Seit Januar 2009 angegliedert an den Kinderschutzbu nd Köln, Herr Alexander Tschechowski, im Sozialraum unter anderem mit dem s ogenannten VEHIKEL, mit Informationen für die Bewohnerinnen und Bewohner, u nterwegs, Stärkung der Nach- barschaft durch Verschönerungsaktion Kalk-Nord, aktuell Kalker Markt Gemein- wesenar- beit Zum 01.01.2017 wurden Mittel der Stadt Köln für ein e halbe Stelle Gemeinwesenar- beit zur Bewohneraktivierung bereitgestellt. Die ha lbe Stelle ist beim Veedel e.V. an- gesiedelt. Städtische. Maßnah- men Sanierungsgebiet (1992 bis 2009), Kalkprogramm (199 4 bis 2004), Immobilien- standortgemeinschaft Taunusstraße (HID), Immobilien - und Standortgemeinschaft Köln Kalk (ISG), Entwicklung des ehemaligen Geländes der Chemischen Fabrik Kalk. Private Maßnah- men GAG saniert und erneuert Teile ihres Siedlungsbesta ndes, Montag Stiftung (IHP Kalk- Nord, Wohndialog), Stiftung KalkGestalten Fazit Gemischt genutzte zentrumsnahe Stadtteile mit einem Anteil gründerzeitlicher Bebauung und „offe- nen städtebaulichen Strukturen und Potenzialflächen “, hohe soziale Belastung im gesamten Sozial- raum (ähnliche statistische Werte in allen Quartier en, Ausnahme Neubaugebiet ehemaliges Gelän- de der Chemische Fabrik Kalk), hoher Anteil an Kind ern unter 15 Jahren in SGB II Bedarfsgemein- schaften, konstant geringe Gymnasialquote. Zuzug ju nger Familien und Studierender erwünscht. Mangel an entsprechendem Wohnraum, wenig zusammenhä ngende vernetzte Grünflächen, Flä- chenpotenzial für neuen Wohnungsbau in Humboldt / G remberg. Konzepte für Leerstände der La- denlokale erforderlich. 32 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 6.1 Demographie, Soziales und Bildung Der im äußersten Westen gelegene Stadtteil Kalk wei st eine hohe Bevölkerungsdichte bei einem hohen Anteil an Geschosswohnungsbau auf. Der Sozialraum ist hinsichtlich seiner Sozialstruktur sehr homogen und zeigt mit Blick auf die sozialen und demografischen Indika- toren deutliche Handlungsbedarfe auf. Eine Ausnahme bildet das Neubaugebiet auf dem Gelände der ehemaligen Chemischen Fabrik Kalk, welc hes eine deutlich stabilere Sozial- struktur aufweist. Im Stadtbezirk leben Menschen aus unterschiedlichen Herkunftsländern, wodurch sich zum einen eine hohe kulturelle Vielfalt ergibt, aber zu m anderen Integrationsbedarfe im Sozial- raum deutlich werden. Hinzu kommt, dass der Sozialr aum als „Ankommensstadtteil“ dient, was den Integrationsbedarf noch einmal verstärkt. Die Altersstruktur zeigt wenig Auffälligkeiten. Der Jugendquotient liegt auf vergleichbarem Niveau mit der Gesamtstadt, wohingegen der Altenquo tient niedriger ausfällt (19,8 Prozent, Stadt Köln 26,5 Prozent). Die Quote der Empfängerin nen und Empfänger von Grundsiche- rung im Alter ist hingegen zwischen 2007 und 2015 d eutlich gestiegen und liegt weit über dem städtischen Durchschnitt (15,9 Prozent, Stadt Köln 7,6 Prozent), sodass die Altersarmut zunimmt. Bedarfe bei der Bildungsteilhabe zeigen sich anhand der auffallend niedrigen Gymnasialquo- te, die auf primäre und sekundäre Herkunftseffekte hinsichtlich Bildungsbeteiligung und Bil- dungserfolg hindeuten. Die Gesamtschulquote liegt m it 19,5 Prozent vergleichbar auf dem gesamtstädtischen Niveau von 20,3 Prozent. Die Haup tschulquote liegt mit 22,8 Prozent jedoch erheblich über dem stadtweiten Durchschnitt von 12,5 Prozent. Im Bereich Gesundheit bestehen Unterstützungsbedarf e bei psychischen Erkrankungen und Suchtproblemen. Im Sozialraum kann auf verschiedene Unterstützungsa ngebote und soziale Infrastrukturein- richtungen aufgebaut werden, die bereits in den Qua rtieren vorhanden sind. Darüber hinaus sind Ansätze bürgerschaftlichen Engagements erkennbar. Bevölkerungsstruktur Der Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk ist mit ungefähr 39.000 Einwohnern der ein- wohnerstärkste der elf Sozialraume. Die rund 15.200 Bewohnerinnen und Bewohner in Humboldt / Gremberg und 23.500 in Kalk entsprechen dabei einem Anteil von knapp 33 Pro- zent der Bevölkerung des Stadtbezirks. In den verga ngenen 10 Jahren ist die Bevölkerung im Sozialraum um 8,2 Prozent gestiegen. Ein überpro portional hoher Zuwachs in Vergleich zur Gesamtstadt, die im gleichen Zeitraum um 4,5 Prozent gewachsen ist. Auffällig hinsichtlich der Sozialstruktur ist der h ohe Bevölkerungsanteil mit Migrationshinter- grund. Rund 60 Prozent der im Sozialraum lebenden M enschen haben einen Migrationshin- tergrund (Stadt Köln rund 37 Prozent). Bei den Juge ndlichen unter 18 Jahren liegt dieser Wert sogar bei 82,2 Prozent. Mit dieser Quote verzeichnet der Sozialraum Humboldt / Grem- berg und Kalk zusammen mit den Sozialräumen Blumenberg, Chorweiler und Seeberg- Nord sowie Mülheim-Nord und Keupstraße die höchsten Werte aller Sozialräume. Der Anteil der Ausländerinnen und Ausländer liegt e rheblich über dem städtischen Durch- schnitt. (Humboldt / Gremberg, 31 Prozent, Kalk 37,1 Prozent, Stadt Köln 21,6 Prozent). Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 33 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Neuzugewanderte In jüngerer Vergangenheit hat sich die Debatte um d ie Integration von Neuzugewanderten vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Ereig nisse in verschiedenen Krisen- und Kriegsregionen mit daraus resultierendem starkem Flüchtlingszustrom wieder verstärkt. Köln-Kalk ist ein einwanderungsgeprägter Stadtteil. Menschen aus unterschiedlichen Her- kunftsländern siedeln sich im Stadtteil an. In jüng ster Zeit ist verstärkt ein Zuzug aus Osteu- ropa festzustellen. Im Jahr 2015 sind 1.606 Ausländerinnen und Auslände r, davon 456 Personen zwischen 15 und 25 Jahren, zugezogen. Abzüglich der Fortzüge ergibt sich ein Zuwachs von 665 aus- ländischen Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern. Die Gruppe der Neuzugewanderten ist dabei sehr hete rogen, so dass sie spezifische Unter- stützungsbedarfe bei der Integration vor Ort benöti gt und damit eine Zielgruppe mit eigenen Bedarfen bildet. Zu nennen sind hier beispielsweise Alltagsstrukturierung, Sprachförderung, Hilfe bei Behördengängen und psychologische Betreuung bei traumatischen Erlebnissen. Die Akteure vor Ort sehen sich mit der wachsenden Herausforderung konfrontiert, dass Köln- Kalk als ein „Ankommensstadtteil“ fungiert und mit der Integrationsleistung in den ohnehin durch soziale Problemlagen betroffenen Quartieren ü berlastet und überfordert ist. Die fach- lich zuständigen Ämter der Stadtverwaltung setzten sich bereits intensiv mit dieser in ihrer Intensität neuen Entwicklung und Herausforderung auseinander. Sie haben im Jahr 2014 auf Grundlage einer weitgehenden Bedarfsanalyse einen g emeinsamen „Handlungsrahmen Zu- wanderung“ mit einem Maßnahmenpaket entwickelt, das eng an den größten Bedarfen an- knüpft. Dabei wird auch außerhalb des Programms „St arke Veedel – Starkes Köln“ auf die bisherigen Erfahrungen aufgebaut. So wurden im Rahm en von MÜLHEIM 2020 gute Erfah- rungen mit dem Sprachförderprojekt DemeK (Deutsch in mehrsprachigen Klassen) gemacht. Seit Frühjahr 2017 werden an der Thessaloniki-Allee in Köln-Kalk Flüchtlinge untergebracht. Die Stadt Köln hat hierfür 6 Wohnhäuser mit insgesa mt 53 Wohneinheiten mit unterschiedli- chen Wohnungsgrößen langfristig angemietet. Die Woh nungen werden insbesondere aner- kannten Flüchtlingsfamilien mit Daueraufenthaltsrec ht bzw. Familien mit längeren Bleibe- rechten zur Verfügung gestellt. Die Betreuung der G eflüchteten wird durch Sozialarbeiterin- nen und Sozialarbeiter der Stadt Köln sichergestell t, die auch als Ansprechpersonen für das benachbarte Umfeld zur Verfügung stehen. 34 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Abbildung 10: Lage der Wohnhäuser an der Thessaloni ki-Allee für die Unterbringung von Flüchtlingsfamilien Quelle: Stadt Köln, Amt für Wohnungswesen Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 35 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Im Stadtteil Humboldt / Gremberg wurde an der Weste rwaldstraße eine zweigeschossige Containerunterkunft errichtet. Seit dem Frühjahr 20 17 werden in dieser Einrichtung geflüch- tete Menschen untergebracht. Die Unterkunft mit int egrierten Küchen und Gemeinschaftssa- nitärräumen bietet Platz für bis zu 68 Personen. Abbildung 11: Flüchtlingsunterkunft an der Westerwaldstraße Quelle: Stadt Köln, Amt für Wohnungswesen Vor diesem Hintergrund nimmt die Integrationsleistung im Stadtteil Humboldt / Gremberg und Kalk zu. Die Stadt Köln bietet für die Zielgruppe d er geflüchteten Menschen bereits ver- schiedenste Unterstützungs- und Integrationsangebot e an. Zu nennen sind hier beispiels- weise Maßnahmen wie das „Auszugsmanagement“, welches dabei unterstützt Flüchtlingen eine neue Wohnperspektive zu bieten, die Integratio n zu erleichtern und so auch neue Ka- pazitäten für weitere für Köln zugewiesene Flüchtli nge zu schaffen. Neben den lokalen An- geboten gibt es seit dem 1. Dezember 2015 in Köln d en „Integration Point“. Die Agentur für Arbeit und das Jobcenter Köln arbeiten in einer gem einsamen Anlaufstelle für Flüchtlinge sowie Asylbewerber und Asylbewerberinnen eng zusamm en. Ziel ist die Unterstützung bei der Integration in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. Aufgrund des hohen Handlungsdrucks werden dennoch weitere Unterstützungsangebote vor Ort notwendig sein. Exemplarisch hervorzuheben sind Angebote zur Sprachförderung sowie Kinder- und Jugendarbeit. 36 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Haushaltsstruktur Der Anteil der Haushalte mit Kindern entspricht mit 18 Prozent in etwa dem der Gesamtstadt mit 18,3 Prozent. Im Sozialraum leben überdurchschnittlich viele alleinerziehende Mütter und Väter. Ihr Anteil liegt bei 28,7 Prozent aller Haushalte und somit 5,2 Prozentpunkte über dem gesamtstädtischen Durchschnitt. Der Jugendquotient von 24,2 liegt leicht über dem d er Stadt Köln von 23,9, wohingegen der Altenquotient mit 19,8 erheblich unter dem gesamtstädtischen von 26,5 liegt. Der Anteil der Einpersonenhaushalte ist mit 43,8 Pr ozent vergleichsweise gering (Stadt Köln 50,6 Prozent). Sozialstruktur Ein Blick auf die Sozialstruktur zeigt, dass erhebl iche Handlungsbedarfe im Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk erkennbar sind. Die Zahl der erwerbslosen Menschen ist zwar entspre chend dem gesamtstädtischen Trend seit Jahren kontinuierlich rückläufig. Jedoch liegt die Arbeitslosenquote mit 15,6 Prozent deutlich über dem gesamtstätischen Anteil von 8,8 P rozent. Ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger sind fast zu einem Viertel von Arbeitslosigkeit betroffen. Eine besondere Herausforderung stellt die Integrati on von langzeitarbeitslosen Menschen dar: Nachdem in den Jahren 2009/2010 die Zahlen zun ächst leicht rückläufig waren, steigen die Werte seit 2013 wieder an und liegen zzt. bei 53,9 Prozent. Jede 4. Bewohnerin bzw. jeder 4. Bewohner bezieht SGB II-Transferleistungen. Das Quartier Kalk-Nord liegt mit einem Anteil von 34,2 Prozent S GB II-Leistungsbeziehern an der Spitze des gesamten Sozialraums. Die Quote bei den unter 1 5-Jährigen liegt bei annähernd 40 Prozent. Im gesamtstädtischen Vergleich sind die Za hlen im Sozialraum fast doppelt so hoch, was den Handlungsbedarf unterstreicht. Auch der Anteil der Personen, die Grundsicherung im Alter beziehen liegt mit 15,9 Prozent über dem städtischen Durchschnitt von 7,6 Prozent u nd hat sich in den vergangenen Jahren erhöht, so dass das Risiko der Altersarmut steigt. Eine geringe gesellschaftliche und gesellschaftspol itische Teilhabe spiegelt sich unter ande- rem in der geringen Wahlbeteiligung in den Stadttei len Humboldt / Gremberg und Kalk wie- der: Tabelle: 2 Wahlbeteiligung in den Stadtteilen Stadtteil Landtagswahl 2012 Kommunalwahl 2014 OB-Wahl 2015 Humboldt / Grem- berg 44,7% 33,7% 24,8% Kalk 44,2% 34,3% 24,5% Stadt Köln 59,3% 49,7% 40,3% Die geringe Wahlbeteiligung kann auch Indikator für geringe Bildungsteilhabe und subjektiv empfundene fehlende Mitwirkungsmöglichkeiten sein. Daher kommt den aktivierenden Un- terstützungsangeboten im Bereich Prävention, Bildun g und Qualifizierung eine hohe Bedeu- Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 37 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ tung zu. Sie bilden durch eine niedrigschwellige Wi llkommensstruktur – auch in Verbindung mit der Sozialraumkoordination – eine gute Grundlag e für die Entwicklung von Kooperati- onspartnerschaften zum Aufbau einer Präventionskett e. Sie eröffnen Zugänge zu und für Menschen, die für das „Regelsystem“ und unterstützende Angebotsstrukturen häufig schwer erreichbar sind. Soziale Infrastruktur Im Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk sind ber eits eine Vielzahl von Angeboten etabliert, auf die mit diesem Programm aufgebaut wird. Zu nennen sind insbesondere: − im Bereich der Regelangebote der Bildungs- und soz ialen Infrastruktur: Kitas, Famili- enzentren, Grundschulen, Jugendangebote, Migrations beratung, Jobbörse, Interkul- turelle Zentren, − sowie Ergänzungsangebote im Bereich der Bildungs- und sozialen Infrastruktur: Frühförderung, Familienberatung, Jugendmigrationsdienst, Sozialberatung, Beratung / Vermittlung in Arbeit, Kleiderkammer. Zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner weisen gesundheitliche und soziale Problemlagen auf, die nicht selten zu einer Sucht- oder einer ps ychischen Erkrankung führen. Teilweise halten sich die Menschen mit Suchtproblematik im öf fentlichen Raum auf und konsumieren dort legale wie auch illegale Drogen. Nicht selten leben die Betroffenen aber auch sehr zu- rückgezogen, entziehen sich zunehmend familiärer Verantwortung und / oder vermeiden den direkten Kontakt nach außen. Im Sozialraum kann auf verschiedene Unterstützungsa ngebote und soziale Infrastrukturein- richtungen aufgebaut werden, die bereits in den Qua rtieren vorhanden sind. Darüber hinaus sind Ansätze bürgerschaftlichen Engagements erkennbar. 38 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 6.2 Öffentlicher Raum und Verkehr Ein Ziel der Stadtentwicklung in Köln ist es, durch die Verbesserung des öffentlichen Rau- mes und die Gestaltung des unmittelbareren Wohnumfe ldes, lebendige, bunte und generati- onsgerechte Quartiere für und mit den Kölnerinnen u nd Kölnern zu schaffen. Dies umfasst auch die Inwertsetzung bislang untergenutzter Fläch en. Durch die Schaffung von Räumen mit „guter“ Aufenthaltsqualität soll auch soziale Ausgrenzung vermieden bzw. abgebaut wer- den. Insbesondere für einkommensschwächere Haushalt e stellt das unmittelbare Wohnum- feld, aufgrund ihrer oftmals geringeren Mobilität, einen zentralen Bezugspunkt dar. Der Süden und Westen von Kalk wurde in den vergange nen Jahren großflächig umgestaltet: es entstanden u. a. Gewerbehöfe, die AbenteuerHalle n Kalk, neue Wohnungsbauten, ein Einkaufszentrum sowie der Bürgerpark an der Barcelo na-Allee. Hier entstand eine großzügi- ge Spiel- und Kletterlandschaft mit hohem Spiel- un d Erlebnisreiz für Kinder unterschiedli- cher Altersgruppen. Spiel- und Liegewiese eröffnen vielfältige Nutzungsmöglichkeiten. Die größte zusammenhängende öffentliche Grünanlage im S tadtteil verbessert die Freiraumsitu- ation und stärkt die Wohnfunktion für die dort lebenden Einwohnerinnen und Einwohner. Wohnumfeld Im Rahmen von Sanierungsmaßnahmen (1992 bis 2009) u nd durch das Kalkprogramm (1994 bis 2004) wurden bereits verschiedene Aufwert ungen im öffentlichen Raum umge- setzt, die positive Impulse erzielen konnten. Denno ch bestehen weiterhin städtebauliche Defizite und Mängel in der Aufenthaltsqualität, sod ass weiterer Handlungsbedarf erkennbar ist. So ist die Situation im öffentlichen Raum und des W ohnumfeldes in einigen Quartieren des Sozialraumes problematisch. Insbesondere die Themen „Sauberkeit und Müll“ nehmen in diesem Zusammenhang einen hohen Stellenwert ein. Mit dem im Rahmen des Kalker Wohndialoges 7 seit März 2012 etablierten Veedelshausmeis- ters ist eine augenscheinliche Verbesserung des Woh numfeldes, insbesondere in den von Vernachlässigung geprägten Zwischenräumen im Quarti er Kalk-Nord, erreicht worden. Durch die aufsuchende, engagierte Arbeit des Veedel shausmeisters ist nach Aussage der Beteiligten auch eine Steigerung des Verantwortungs bewusstseins der Bewohnerinnen und Bewohner für ihren Stadtteil spürbar. 7 Kölner Wohndialog: Zusammenschluss von GAG Immobil ien AG, Deutsche Annington, Genossen- schaft GWG zu Köln und Haus- und Grundbesitzerverein Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 39 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Abbildung 12: Wohnumfeldsituation im Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Begegnungsräume Im Sozialraum gibt es verschiedene Begegnungsstätten sowie kulturelle Angebote, durch die sich Anknüpfungs- und Vernetzungsmöglichkeiten erge ben. Seit 1990 existiert das Bürger- haus Kalk, wo Angebote im sozialen, pädagogischen u nd kulturellen Bereich für den Stadt- bezirk entwickelt werden. Weitere Begegnungsstätten sind das Mehrgenerationenhaus des Caritas-Zentrums, der Nachbarschaftstreff KalkNord in der Koordination des Interkulturellen Dienstes des Bezirksjugendamtes Kalk der Stadt Köln mit barrierefreiem Zugang zu den An- geboten, das Jugendzentrum in Gremberg und das „Mil chhäuschen“ im Humboldt-Park, be- trieben vom Bürgerverein Humboldt / Gremberg. Im März 2017 wurde in Kalk-Nord eine neue barrieref reie Einrichtung der offenen Kinder- und Jugendarbeit des Pavillon e. V. in Betrieb genommen. Abbildung 13: Bürgerhaus Kalk Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Mit der „Pflanzstelle“ besteht im Sozialraum ein mobiler, interkultureller und öffentlicher Ge- meinschaftsgarten auf einer Brachfläche in Köln-Kal k. Mitglieder des Vereins „grenzenlos garten“ pflanzen dort gemeinsam mit Freiwilligen und Interessierten Gemüse an. Von der Sozialraumkoordination, die durch den Kinde rschutzbund Köln e.V. wahrgenommen wird, wurde der Wunsch einer Begegnungsmöglichkeit in Kalk-Nord für Flüchtlinge und Ein- heimische, z.B. in Form eines Willkommenscafés thematisiert. 40 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Die Katholische Kirche bietet in Trägerschaft des C aritasverbandes für die Stadt Köln im Stadtteil Kalk im Klarissenkloster eine zentrale Ko ntakt-, Begegnungs- und Beratungsstelle für Flüchtlinge an. Das Flüchtlingszentrum dient so wohl der Beratung der geflüchteten Men- schen als auch als Kontaktstelle zwischen Flüchtlin gen, ehrenamtlich Tätigen und Nachbarn aus dem Stadtteil. Die Anlage bietet verschiedene R äumlichkeiten für Gruppenangebote wie z. B. Qualifizierungsmaßnahmen. Eine Fläche für ein ehrenamtlich geführtes Café ist vor- handen. Spiel- und Bewegungsräume Um den jungen Menschen im unmittelbaren Wohnumfeld alters- und bedarfsgerechte Spiel-, Kommunikations- und Bewegungsräume und damit adäqua te Entwicklungsmöglichkeiten anbieten zu können, ist ein Angebot an attraktiven, qualitativ guten und bedarfsorientierten sportlichen Angeboten dringend erforderlich. Kinder und Jugendliche verbringen einen nicht unerheblichen Teil ihrer Freizeit im öffentlichen R aum. Sie bewegen sich aufgrund fehlender Möglichkeiten nicht nur auf den offiziell ausgewiesenen Flächen. Aufgrund des gegebenen Bedarfs sind verstärkt niede rschwellige, kostenfreie Angebote oh- ne Ausgrenzung im öffentlichen Raum bereitzustellen . Aufgrund des hohen Anteils an Kin- dern und Jugendlichen besteht ein hoher Bedarf für Spiel- und Bewegungsräume. Auch un- ter dem Aspekt, dass im Sozialraum neuer Wohnraum für Flüchtlinge entsteht, ist dringender Handlungsbedarf gegeben. Die im Sozialraum bestehen den Spielflächen weisen teilweise einen geringen Spielwert auf. Als Potenzialfläche s teht die Umgestaltung des Spiel- und Bolzplatzes Eythstraße zur Verfügung sowie die Entw icklung von Spiel- Sport- und Bewe- gungsangeboten im Zuge der Maßnahme „Revitalisierung Westerwaldstraße“. Abbildung 14: Spielplätze im Sozialraum Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 41 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Mobilität Der Stadtteil Kalk verfügt mit zwei Straßenbahn-, d rei Bus- und drei S-Bahnlinien sowie ver- schiedenen Regionalbahnen über eine sehr gute Anbin dung an den öffentlichen Personen- nahverkehr. Die Kölner Innenstadt kann mit der U-Ba hn innerhalb von 10 Minuten erreicht werden. Die stark frequentierte U-Bahn-Haltestelle „Kalk Post“ wird derzeit barrierefrei umgebaut. Die Baumaßnahme soll im Herbst 2018 abgeschlossen sein. Die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr im Sta dtteil Humboldt / Gremberg erfolgt - sofern keine räumliche Nähe zu den S- und Straßenba hnhaltestellen des angrenzenden Stadtteils Kalk gegeben ist – ausschließlich über zwei Buslinien. Mit einem gut ausgebauten Straßennetz in Verbindung mit Zubringern zu Stadtautobahn und verschiedenen Bundesautobahnen ist der gesamte Sozi alraum im Hinblick auf den motori- sierten Individualverkehr gut angebunden. Der Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk weist im Modal Split einen Radverkehrsanteil von rund 8,5 Prozent auf und liegt damit deutlich unter dem Durchschnitt im Stadtgebiet Köln (12 Prozent). Im Kontrast zur guten Anbindung an die Innenstadt s tehen die Übergänge in die Nachbar- stadtteile. Die Infrastruktur, die Kalk einfasst – Eisenbahntrassen, Güterbahnhof, Autobahn -, stellt zwischen den beiden Stadtteilen und in die a ngrenzenden Nachbarschaften eine Barri- ere dar. Kannebäckersiedlung in Köln-Humboldt / Gremberg Die Kannebäckersiedlung wurde Ende der 60er Jahre g ebaut. Geprägt ist sie durch einen fast ausschließlichen Geschosswohnungsbau von drei bis achtgeschossigen Gebäuden mit Flachdach. Die Bebauung ist aufgelockert mit einem hohen Abstandsflächenanteil und zwei von Nord/Ost Richtung Süd/West, bzw. Nord/West Richtung Süd/Ost verlaufenden Grünach- sen. Im Westen wird das Quartier durch den Deutzer Ring und im Süden durch den Östli- chen Zubringer abgegrenzt. Aufgrund dieser Lage ver fügt die Siedlung nur an wenigen Stel- len über Verbindungen zu den umgebenden Quartieren. Die Gebäude und Wohneinheiten befinden sich nahezu ausschließlich im Eigentum der GAG. In den nächsten Jahren ist hier die energetisc he Modernisierung der Bestandswoh- nungen mit einem Investitionsvolumen von etwa 70 bi s 80 Millionen Euro geplant. Über die baulichen Investitionen hinaus werden im Rahmen eines integrierten Quartierskonzepts auch Maßnahmen zur Wohnumfeld- und Freiflächenverbesseru ng angestrebt, sowie mögliche Nachverdichtungspotentiale geprüft. Das Engagement der GAG und der Stadt Köln soll im Quartier zusammenwirken und sich positiv ergänzen: Im Rahmen des Integrierten Stadtent- wicklungskonzeptes für den Sozialraum Humboldt / Gr emberg und Kalk ist die Maßnahme 4.7.1 „Integrierte Maßnahme zur ökologischen Revitalisieru ng Westerwaldstraße“, vorgese- hen. Der Straßenzug, der nördlich an der Kannebäcke rsiedlung entlangläuft, soll durch die Herstellung von Wegeverbindungen, Schaffung von Grü n- und Erholungsräumen sowie Spiel- Sport- und Bewegungsangeboten vielfältige Nu tzungsmöglichkeiten für die im nahen Umfeld liegenden Quartiere entfalten. Mit der Planu ng der Maßnahme wurde bereits begon- nen. Die Stadt prüft im Rahmen einer straßenbautechnisch en Optimierung die Sanierung der Radwege in der Kannebäckersiedlung und Erhöhung der sozialen Sicherheit im Bereich des Quartierseingangs, vom Deutzer Ring kommend, zum Be ispiel im Rahmen einer Beleuch- tung in der Unterführung und Rückschnitt des Pflanzenbewuchses. In diesem Zusammenhang wird auch die Kreuzung Deutz er Ring / Kannebäckerstraße hin- sichtlich der Optimierungsmöglichkeiten, insbesonde re der Fuß- und Radfahrerquerung, 42 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ überprüft. Diese Kreuzung liegt außerhalb des Sozia lraums, stellt aber für die Bewohnerin- nen und Bewohner des Quartiers eine wesentliche Verbindung in den Stadtteil Deutz dar. Karte 6: Straßenanbindung des Sozialraums Humboldt / Gremberg und Kalk Stand Dezember 2016 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 43 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 6.3 Wirtschaft Gewerbe und Industrie Im Sozialraum befinden sich die Gewerbegebiete Kalk -West und Kalk-Süd (Technologie- und Industriepark) mit 18,7 Hektar Gewerbe und 27,9 Hektar Industrieflächen. Hier sind un- ter anderem die Deutz AG, der Technikhof Kalk sowie das rechtsrheinische Technologie- und Gründerzentrum (RTZ) auf dem Gelände der ehemal igen Batteriefabrik Hagen angesie- delt. Als zentraler Teil des altindustrialisierten, gründ erzeitlichen rechtsrheinischen Vorortgürtels ist das Gebiet in besonderem Maße vom tiefgreifende n wirtschaftlichen Strukturwandel ge- prägt. Einige ehemalige Industrieflächen wurden ber eits umgenutzt und neu gestaltet. Auf dem Gebiet der ehemaligen Chemischen Fabrik Kalk (K alk-West) ist neben dem Einkaufs- zentrum Köln Arcaden und dem Polizeipräsidium inzwi schen ein neues Wohnquartier ent- standen. Insgesamt ist die städtebauliche Entwicklu ng im Sozialraum aber noch nicht abge- schlossen. Viele Grundstücke sind für büroaffines Gewerbe nutzbar. Seit 2012 steht das Gebäude der ehemaligen Kaufhof-Filiale an der Kalker Hauptstraße leer. Vorausgegangen war ein sukzessiver Niedergang des W arenhauses der sich sowohl mit wirtschaftlichen Gesichtspunkten als auch einer Ver nachlässigung der Gebäudesubstanz seit den 70er Jahren erklären lässt. In 2017 beginn t eine umfangreiche Neu- und Umgestal- tung des Gebäudes. Unter Beachtung des Denkmalschut zes bleibt die Fassade des Gebäu- des erhalten. Die neue Nutzung sieht Geschäfte für den täglichen Bedarf, eine Tiefgarage mit Abstellflächen für Pkw und Fahrräder sowie 106 Wohneinheiten zwischen 30 und 120 Quadratmetern vor. Mit der Fertigstellung des „Kalk hofs“ wird zu Beginn des Jahres 2018 gerechnet. Beschäftigungssituation Der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist zwischen 2007 und 2015 analog der Entwicklung in der Gesamtstadt um ca. 5 Prozent gestiegen. Die Quote liegt dennoch 7 Prozent niedriger als der städtische Durchschnitt . Insbesondere die Quote der sozialversi- cherungspflichtig beschäftigten Frauen liegt 10 Pro zent unter dem städtischen Durchschnitt (50,6 Prozent), wohingegen die Quoten der Ausländer innen und Ausländer sowie der unter 25-Jährigen annähernd auf vergleichbarem Niveau mit der Gesamtstadt liegen. Knapp 16 Prozent der im Sozialraum lebenden Menschen ist arbeitslos, wobei der Anteil bei den ausländischen Bewohnerinnen und Bewohnern um 10 Pro zent höher liegt als bei der deut- schen Bevölkerung. Insgesamt benötigen viele Bewohnerinnen und Bewohner zunächst her- anführende, niedrigschwellige Unterstützungs- und Qualifizierungsangebote. Die zum Teil prekäre Beschäftigungssituation drückt sich auch in der geringen Kaufkraft der Bewohnerschaft aus, die deutlich unter dem städtischen Durchschnitt liegt. Versorgung Der Sozialraum weist mit der Anbindung an das Bezir kszentrum Kalk und weiteren Nahver- sorgungszentren in Humboldt mit die beste Versorgun gsstruktur im Programmgebiet auf. Auch in der fußläufigen Nahversorgung sind kaum Defizite erkennbar. 44 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 6.4 Wohnen Gebäudestruktur und -Zustand Das Stadtbild im Sozialraum wird von Wohnhäusern au s der Gründerzeit und Mietshäusern aus den 50er und 60er Jahren in Schlichtbauweise ge prägt. Diese als Arbeitersiedlungen errichteten Wohnblöcke sind heute überwiegend stark sanierungsbedürftig bzw. werden suk- zessive durch Ersatzbauten ersetzt. Eine Ausnahme b ildet das Neubaugebiet auf dem ehe- maligen Gelände der Chemischen Fabrik Kalk. Bei der Umsetzung des Haus-, Hof- und Fassadenprogr amms ist darauf zu achten, dass neben den größeren Bestandshaltern vor allem auch d ie privaten Einzeleigentümer ange- sprochen und mobilisiert werden. Mit dem Ziel, die Wohnsituation zu verbessern und a uf eine lebendige Nachbarschaft im Kalker Norden hinzuwirken, wurde das Projekt KALKsc hmiede von der Montag Stiftung Ur- bane Räume und der GAG Immobilien AG initiiert (Her bst 2009 bis Frühjahr 2013). In die- sem Zusammenhang wurden unterschiedliche Maßnahmen umgesetzt sowie Netzwerkstruk- turen und Kooperationen vor Ort ausgebaut, auf die im Rahmen dieses Programms aufge- baut werden kann. Die GAG Immobilien AG zeigt sich im Sozialraum als starke Kooperati- onspartnerin. Abbildung 15: Eindrücke zum Sanierungsbedarf der Wohnhäuser Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Abbildung 16: Bautätigkeit für Ersatzbauten Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 45 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Eigentümerstruktur Vorherrschend im Sozialraum sind Mehrfamilienhäuser , die einen Anteil von 88 Prozent des Wohnungsbestandes ausmachen. Neben privaten Kleineigentümern verfügt die GAG Imm obilien AG über rund 2.800 Wohneinheiten. Zu den weiteren großen Wohnungsanbie tern zählen die Aachener Sied- lungs- und Wohnungsgesellschaft, die Genossenschaft GWG zu Köln sowie die Vonovia (vormals Deutsche Annington). Öffentlich geförderter Wohnungsbau Der Anteil öffentlich geförderter Wohnungen am Gesa mtbestand liegt im Stadtteil Kalk mit 12,1 Prozent über dem städtischen Durchschnitt von 6,8 Prozent und ist damit fast doppelt so hoch wie im Stadtteil Humboldt / Gremberg mit 6,2 Prozent. Wohnzufriedenheit Wie auch in vielen anderen Sozialräumen zeigt sich eine hohe Zufriedenheit der Bewohner- schaft mit ihrer Wohnung. Fast zwei Drittel der Bew ohnerinnen und Bewohner gaben im Rahmen der Demografie-Umfrage 2009 an, mit ihrer Wohnung zufrieden oder sehr zufrieden zu sein. Bei der Bewertung des Wohnumfelds zeigt sich hingeg en nur ein Drittel der Bewohnerschaft zufrieden oder sehr zufrieden. Mit den im Rahmen des Kalker Wohndialoges* durch die GAG Immobilien AG etablierten Veedelshausmeisters ist s eit März 2012 eine augenscheinliche Verbesserung des Wohnumfeldes, insbesondere in den von Vernachlässigung geprägten Zwischenräumen im Stadtteil Kalk-Nord, erreicht worden. Durch die aufsuchende, engagierte Arbeit des Veedelshausmeisters ist nach Aussagen der Beteiligten auch eine Steigerung des Verantwortungsbewusstseins der Bewohnerinnen und Bewohner für ihren Stadtteil spürbar. 46 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 6.5 Ökologie und Klima Für eine nachhaltige und präventive Stadtentwicklun g sind der Klimaschutz sowie der Erhalt beziehungsweise die Förderung guter Umweltbedingung en zentral. Insbesondere Städte sind durch ihren hohen Versiegelungsgrad sowie höhe re Umweltbelastungen durch Verkehr und Industrie besonders von Klimafolgen, wie zum Be ispiel Hitzeperioden, aber auch von schlechten Umweltbedingungen, wie mangelnde Grün- u nd Erholungsflächen, Lärm- oder Luftschadstoffbelastung betroffen 8. Die kombinierte Betrachtungsweise von ökologischen, klimatischen sowie sozialen und ge- sundheitlichen Aspekten wird in Deutschland seit ei nigen Jahren verstärkt unter dem Stich- wort „Umweltgerechtigkeit“ 9 diskutiert. Im Vordergrund des Ansatzes steht dabei das präven- tive Ziel, umweltbezogene gesundheitliche Beeinträc htigungen zu vermeiden und zu beseiti- gen. Weiter verfolgt wird der Gedanke auch im Zusam menhang mit der „Herstellung gleich- wertiger Lebensbedingungen“ und dem damit verbunden integrativen Ansatz zum Abbau von sozialen Ungleichheiten zwischen den verschiedenen Stadtquartieren. Grün- und Freiflächen Der Sozialraum verfügt im Vergleich zur Gesamtstadt über wenig Grün- und Freiflächen, die untereinander wenig vernetzt sind. Lediglich rund 5 Quadratmeter Grün- und Erholungsflä- chen stehen jeder Einwohnerin / jedem Einwohner zur Verfügung. Unter Einbezug des an- grenzenden 500-Meter-Radius erhöht sich dies zwar auf rund 50 Quadratmeter je Einwohne- rin und Einwohner, dennoch bleibt das Gebiet relativ deutlich unterversorgt. Positiv zu sehen sind die vielen Straßenbäume (rund 50 Bäume pro Straßenkilometer). Der Schwerpunkt der Maßnahmen im Handlungsfeld „ökologische und klimatische Situation“ für den Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk lie gt sowohl im Bereich der Schaffung von Spiel- und Bewegungsräumen sowie dem Ausbau ein er Wegeverbindung in den Grün- gürtel als auch in den Bereichen Lärmschutz, Umwelt bildung sowie der Anpassung an den Klimawandel. Dies wird im Folgenden näher erläutert: Lärm- und Schadstoffbelastung In einer dicht besiedelten Stadt wie Köln ist die H auptquelle der Luftemission der Straßen- verkehr. Kritische Belastungen werden im Wesentlich en für die Luftschadstoffe Feinstaub und Stickstoffoxide festgestellt 10 . Der Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk liegt inner- halb der 2008 eingeführten und 2012 erweiterten Umweltzone. Lärm stellt insbesondere in großen Städten ein zent rales Umweltproblem dar. Bei der hier durchgeführten Analyse der Sozialräume wurden nicht alle Lärmbelastungen betrachtet, sondern nur solche Bereiche, die erhebliche Belastu ngen aufweisen. Zumeist wurde bei den nachfolgenden Auswertungen auf die in Nordrhein-Westfalen im Zusammenhang mit der EU- 8 Die im Folgenden durchgeführten flächenbezogenen A nalysen und Berechnungen beziehen sich ausschließlich auf bewohnte Stadtquartiere. Größere Gewerbe- oder Grünflächen wurden aus der Berechnung herausgenommen, um die Werte nicht zu verzerren. 9 „Umweltgerechtigkeit wird als normatives Leitbild verstanden, das auf die Vermeidung und den Ab- bau der sozialräumlichen Konzentration gesundheitsrelevanter Umweltbelastungen sowie die Gewähr- leistung eines sozialräumlich gerechten Zugangs zu Umweltressourcen ausgerichtet ist.“ Böhme, C., Preuß, Th. u. C. Bunge (2014): Umweltgerechtigkeit im städtischen Raum – Erfolgsfaktoren für eine Implementierung im kommunalen Handeln. Umid 2, S. 5-10, S. 6. 10 Erläuterungen zur Erhebung von Luftqualität und Sc hadstoffbelastung können dem Kapitel 12 Anhang 9 bis 13 entnommen werden. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 47 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Umgebungslärmrichtlinie definierten Auslösewerte Be zug genommen 11 . Gegenstand dieser Richtlinie sind Straßen-, Flug- und Schienenverkehr slärm sowie durch Industrieanlagen und große Hafenanlagen ausgelöster Lärm. Der gesamte Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk ist einer starken Umweltbelastung ausgesetzt. In Screeningberechnungen wurde bezüglich der Schadstoffbelastungen die Ach- se Kalker Hauptstraße – Rolshover Straße/Kalk-Mülhe imer Straße sowie, neben weiteren einzelnen Straßenabschnitten, der Zubringer zur Stadtautobahn als Belastungsschwerpunkte identifiziert. Im Stadtteil Kalk ist der Kreuzungsbereich Kalker H auptstraße - Rolshover Straße und die Kalk-Mülheimer Straße, im Stadtteil Humboldt / Grem berg der Kreuzungsbereich Grember- ger Straße – Rolshover Straße erheblich durch Straß enlärm belastet. In Humboldt / Grem- berg kommt eine hohe Belastung durch Schienenverkehr entlang der Bahntrasse hinzu. Stadtklima Durch eine systematische Untersuchung des Kölner St adtklimas wird deutlich, dass es zu- künftig in Köln heißer wird und Wetterextreme (Star kregenereignisse) zunehmen werden. Daher ist es wichtig frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen, um sich an den nicht mehr aufzuhal- tenden Klimawandel anzupassen. Die Betroffenheit od er Anfälligkeit eines Stadtgebietes ergibt sich zum einen aus der klimatischen Belastun g (zum Beispiel durch Hitze) und zum anderen aus der Sensitivität der dortigen Stadtbewo hnerinnen und -bewohner. So löst zum Beispiel eine hohe Wärmebelastung je nach Anteil der anfälligen Personengruppe über 65 Jahre (Sensitivität) eine intensive Betroffenheit eines Stadtteils aus. Die Zahl der Sommertage wird bis Mitte des Jahrhund erts für das Stadtgebiet Köln im Ver- gleich zu den derzeitigen klimatischen Verhältnisse n, um 30 bis 70 Prozent zunehmen und die Zahl der heißen Tage kann sich verdoppeln. In d en dicht bebauten Stadtquartieren gibt es nur wenige wirksame Maßnahmen entsprechende Kühl punkte zu schaffen. Durch die Versickerung von Regenwasser vor Ort und der damit möglichen Verdunstung bei Hitzeer- eignissen, könnte die Entsiegelung und Bepflanzung von gepflasterten und betonierten Stell- plätzen, Höfen, Vorgärten oder Garagenauffahrten zu r klimatische Abmilderung beitragen. Der Anteil versiegelter Fläche beträgt im Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk 55 Prozent und bietet daher Entsiegelungspotenziale, die es noch genauer zu definieren gilt. Die zukünftige Wärmebelastung ist im Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk sehr hoch. Nahezu der gesamte Sozialraum weist hoch bzw. sehr hoch belastete Siedlungsflächen auf und liegt damit an der Spitze aller Sozialräume des Programmgebietes. Der Anteil an klima- aktiven Freiflächen ist verschwindend gering. Insof ern verschärft der Klimawandel und die Zunahme an Tagen mit hohen Temperaturen im Sozialraum die klimatische Gesamtsituation, so dass frühzeitig über den richtigen Umgang mit Hi tze, insbesondere (Klein-) Kinder sowie ältere und gesundheitlich eingeschränkte Menschen, informiert werden muss. Bei Hitzeperi- oden wurden höhere Sterberaten gemessen und das wär mere Stadtklima führt zu erhöhten gesundheitlichen Belastungen und Risiken. Auch die Empfindlichkeit der Menschen gegen- über Hitze bestimmt die Höhe dieser Risiken. Zusätzlich führen Hilfebedürftigkeit und soziale Vereinsamung oft dazu, dass Maßnahmen wie zum Beisp iel ausreichende Flüssigkeitsver- sorgung und -aufnahme unterlassen werden. 11 Erläuterungen zur Erhebung von Lärmbelastungen nac h EU-Umgebungslärmrichtlinie können dem Kapitel 12 Anhang 13 entnommen werden. 48 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Abbildung 17: Übersichtskarte zur Lärm-, Schadstoff- und Wärmebelastung Quelle: Stadt Köln, Umwelt- und Verbraucherschutzamt Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 49 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 7. Stärken- und Schwächenanalyse sowie Ableitung de r Handlungsbedarfe In der Gesamtschau ergeben sich im Sozialraum Humbo ldt / Gremberg und Kalk deutliche Handlungsbedarfe über alle Handlungsfelder hinweg. Tabelle 3: Stärken-Schwächen-Analyse und Ableitung der Handlungsbedarfe im Sozi- alraum Humboldt / Gremberg und Kalk Ist- Analyse Stärken Herausforderungen Handlungsbedarf Demogra- phische, soziale und Bildungs- situation Ausgeprägte kulturelle Vielfalt Hohe Kreativität, das Leben zu meistern Gut ausdifferenziertes bürgerschaftliches Enga- gement Aktivierungsprobleme Hoher Anteil von SGB II - Bezieherinnen und Bezie- hern sowie Langzeitarbeits- losen, starke Betroffenheit von Kindern und Jugendli- chen „Ankommensquartiere“ mit hohem Integrationsbedarf Unzureichende Bildungsteil- habe Optimierung präventiver integrierter Angebotsstrukturen mit Lücken- schluss, speziell für Kinder und Ju- gendliche Aktivierung und Empowerment, vor allem von SGB II - Bezieherinnen und Beziehern sowie Langzeitarbeitslosen Verbesserung und Sicherung der Teilhabechancen (insbesondere Sprachförderung, Bildung, Beschäfti- gung) Wirtschaft Gut erschlossene Ge- werbegebiete Hohe Arbeitslosenquote, insbesondere bei Frauen, Ausländern und jungen Menschen Höchste Anzahl Langzeitar- beitsloser der gesamten Sozialräume Aktivierung und Empowerment von Langzeitarbeitslosen Unterstützungsangebote insbesonde- re für Langzeitarbeitslose, Übergang Schule – Beruf, beruflicher Wiederein- stieg, Sprachförderung Aktive aufsuchende Ansprache der vor Ort ansässigen Unternehmerinnen und Unternehmer Wohnen Sehr gute Nahversor- gungsstruktur Hohes Engagement der GAG Bestehender Wohndialog mit bedeutenden Woh- nungsmarktakteuren / Veedelshausmeister Geringe Aufenthaltsqualität Kalker Hauptstraße Wohnungsbestände privater Eigentümer zum Teil unsa- niert Geringe Teilhabe / Selbsthil- fe der Bewohnerinnen und Bewohner Aktivierung und Empowerment der Bewohnerinnen und Bewohner in Kalk-Nord 50 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Ist- Analyse Stärken Herausforderungen Handlungsbedarf Ökologische/ klimatische Situation Neu entstandener Bür- gerpark, Kalker Stadt- garten und die geplante Grünverbindung zwi- schen Neuerburgstraße und Wiersbergstraße bieten Potenziale Benachbartes Grem- berger Wäldchen und Humboldt-Park bieten Naherholungsqualitäten Wenig Grün- und Spielflächen Mangelnde Wegverbindung in den Grüngürtel (Westerwald- straße) Hohe Wärme-, Lärm- und Luftschadstoffbelastung Freiflächen aufwerten Wegeverbindungen ausbauen (Wes- terwaldstraße) Spiel-und Bewegungsräume schaffen Informations- und Beratungsangebote zum Klimawandel schaffen Öffentlicher Raum Gute ÖPNV-Anbindung Umbau Kalker Haupt- straße Begegnungsräume sowie kulturelle Ange- bote sind vorhanden Aufenthaltsqualität verbessern Maßnahmen zur Wohnumfeldverbes- serung (Müllproblematik) Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 51 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 8. Ziele und Handlungsfelder Den Rahmen für die Ziele des Programms „Starke Veed el – Starkes Köln“ und damit auch für den Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk bil det das im Aufruf des Landes Nord- rhein-Westfalen vom 10.02.2015 „Starke Quartiere – starke Menschen“ enthaltene Ziel der nachhaltigen Quartiersentwicklung sowie der Bekämpf ung von Armut und Ausgrenzung. Die Landesregierung Nordrhein-Westfalens „…will die Arm utsvorbeugung und die Entwicklung von Präventionsketten unterstützen, mit denen die u nterschiedlichen Zielgruppen erreicht, Hilfen insbesondere im Lebens- und Sozialraum der M enschen angeboten und die Lebens- lagen berücksichtigt werden. Dabei soll insbesonder e die frühzeitige Förderung von Kindern und Familien in den Blick genommen werden.“ (vergle iche Aufruf des Landes Nordrhein- Westfalen vom 10.02.2015, Seite 4). Die im Aufruf des Landes enthaltenen Ziele, die in der Bestandsanalyse identifizierten Stär- ken und Schwächen sowie die sich daraus ergebenden Handlungsbedarfe bilden die Grund- lage für die Zielsetzung für das Programm „Starke V eedel – Starkes Köln“. Daher wird fol- gendes Leitziel festgelegt: „Verbesserte Lebensbedingungen der Menschen im Programmgebiet“ Dieses Leitziel entspricht dem des Programms „Lebenswerte Veedel“, knüpft gleichzeitig an die vom Stadtvorstand beschlossenen „Europa-2020-St rategie“ der Stadt Köln an und gibt die langfristige Zielrichtung für das Programmgebiet vor. Die Operationalisierung des Leitziels für die strat egische und für die operative Ebene erfolgt durch einen Top-Down-Ansatz. Die sich aus der Stärk en-Schwächen-Analyse ergebenden Schwerpunkte für Handlungsbedarfe und -prioritäten wurden mit den Entwicklungsvorgaben des Leitziels des Programms gespiegelt, so dass sic h im Ergebnis folgende fünf Handlungs- felder, die das Programm themenspezifisch ausrichten, ergeben: 1. Früh ansetzende Hilfen 2. Wirtschaft und Qualifizierung 3. Wohnen 4. Öffentlicher Raum 5. Umweltgerechtigkeit - Klimaschutz, Luftreinhaltu ng und Lärmminderung Bevor für diese Handlungsfelder die strategischen u nd operativen Ziele erarbeitet werden konnten, wurden die aus dem Aufruf vorgegebenen Que rschnittsziele, die für das gesamte Programm gelten und beachtet werden müssen, in das Zielsystem eingebracht. Hierbei han- delt es sich um folgende Ziele: − Gleichstellung von Männern und Frauen − Nichtdiskriminierung (Chancengleichheit / Barriere freiheit) − Nachhaltigkeit Die Stadt Köln hat diese Querschnittsziele um zwei weitere ergänzt, nämlich um das Ziel „Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung“ sowie das Zie l „Sozialraumorientierte Stadtentwick- lung“. Dabei geht es um die Frage, wie Stadtentwicklung aus dem Quartier heraus unter Be- teiligung der dort aktiven Akteure und lebenden Men schen erfolgen kann. Ziel ist, die sozial- raumorientierte Ausrichtung des Handelns sowohl in der Verwaltung als auch bei den Akteu- ren und den unterschiedlichen Zielgruppen in den So zialräumen zu verankern. Der Zielgrup- penbezug steht dabei im Mittelpunkt des Handelns. D ie Umsetzung dieser Querschnittsziele 52 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ im Programm „Starke Veedel - Starkes Köln“ bedeutet einen Paradigmenwechsel in der Stadtentwicklung und berücksichtigt gleichzeitig al le Querschnittsziele des Aufrufs. Insbe- sondere die Nachhaltigkeit wird durch die aktiviere nde und teilnehmende Form der Stadt- entwicklung gefördert. Im nächsten Schritt wurden für die fünf Handlungsfe lder strategische Ziele festgelegt. Sie beschreiben den angestrebten Zustand, der in den fü nf Handlungsfeldern erreicht werden soll. Tabelle 4: Handlungsfelder und Strategische Ziele Nr. Handlungsfeld Strategische Ziele 1 Früh ansetzende Hilfen − Verbesserte Bildungsstrukturen und erhöhtes (Aus-) Bil- dungsniveau − Verbesserte gesundheitliche Situation 2 Wirtschaft und Qualifizie- rung − Gefestigte und verbesserte Erwerbsfähigkeit sowie erhöhte Erwerbstätigkeit − Strukturell verbesserte wirtschaftliche Situation 3 Wohnen − Lebenswertes und ökologisch gerecht gestaltetes Wo hn- und Lebensumfeld − Gefestigte und gestärkte Wohnfunktion 4 Öffentlicher Raum − Lebenswertes und ökologisch gerecht gestaltetes Wo hn- und Lebensumfeld 5 Umweltgerechtigkeit - Kli- maschutz, Luftreinhaltung und Lärmminderung − Lebenswertes und ökologisch gerecht gestaltetes Wo hn- und Lebensumfeld − Umweltgerechteres und klimaangepasstes Leben Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Um die strategischen Ziele für die Entwicklung von Maßnahmen zu operationalisieren, wur- den insgesamt 14 operative Ziele definiert. Sie kön nen nicht trennscharf für die einzelnen Handlungsfelder festgelegt werden, da sie aufgrund des integrativen Ansatzes ihre Wirkung vielfach über mehrere Handlungsfelder hinweg entfal ten. Die strategischen Ziele hingegen können – bis auf eine Ausnahme (Lebenswertes und ök ologisch gerecht gestaltetes Wohn- und Lebensumfeld) – eindeutig einem Handlungsfeld zugeordnet werden. Deshalb sind die operativen Ziele im Zielsystem meh reren Handlungsfeldern zugeordnet (vergleiche Abbildung 18). Besonders deutlich wird der integrative Ansatz bei den Hand- lungsfeldern „Früh ansetzende Hilfen“ und „Wirtschaft und Qualifizierung“. Hier wirken die operativen Ziele in der Regel in beiden Handlungsfe ldern. Dies entspricht dem Ziel, im Pro- grammgebiet Humboldt / Gremberg und Kalk eine Präve ntionskette aufzubauen. Ähnliche starke Zielwirkungszusammenhänge sind auch bei den Handlungsfeldern „Öffentlicher Raum“ und „Umweltgerechtigkeit - Klimaschutz, Luftreinhaltung und Lärmminderung“ festzu- stellen. Die operativen Ziele dieser beiden Handlungsfelder wirken darüber hinaus auch noch im Handlungsfeld „Wohnen“. Um die festgelegten Ziele erreichen zu können, wurden Maßnahmen für die Handlungsfelder entwickelt, die einen Beitrag zur Zielerreichung le isten. Die Zielfestlegung wird in der aus- führlichen Maßnahmenbeschreibung deutlich. Zusätzli ch werden Ziele für jede konkrete Maßnahme definiert, deren Erreichung durch festgele gte Indikatoren über ein Controlling gemessen wird. Sowohl die maßnahmenbezogenen Ziele als auch die entsprechende Zu- ordnung der Maßnahmen zu den operativen Zielen sind in den Maßnahmenbeschreibungen dokumentiert. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 53 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Die Entwicklung des Zielsystems erfolgte in Abstimm ung mit den involvierten Fachämtern . Damit sind alle relevanten fachlichen Anforderungen in der Strategie- und Zieldiskussion berücksichtigt. Das Zielsystem bildet den Konsens für die zukünftige Entwicklung des Sozial- raumes und ist damit Grundlage für alle notwendigen im Integrierten Stadtentwicklungskon- zept enthaltenen Maßnahmen. Für das gesamte Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ ergibt sich das folgende Zielsys- tem (vergleiche Abbildung 18). Die für den Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk vorgesehenen Maßnahmen bilden entsprechend der örtlichen Bedarfssituation einen B eitrag zur Erreichung der Ziele des I- SEKs (vergleiche Abbildung 19). Auf Grundlage der abgeleiteten spezifischen Handlun gsbedarfe werden nicht in jedem Sozi- alraum Maßnahmen zu allen Zielen umgesetzt. Die fol gende Übersicht verdeutlicht, zu wel- chen operativen Zielen die Handlungsansätze Humbold t / Gremberg und Kalk einen beson- deren Beitrag leisten (grün hervorgehoben). 54 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 55 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Abbildung 18 : Zielsystem des Programms „Starke Veedel - Starkes Köln" Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 56 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 57 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Abbildung 19:Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk: Beitrag der Maßnahmen zur Erreichung der operativen Ziele Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 58 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 59 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 9. Festlegung des Gebietes der „Sozialen Stadt“ Hum boldt / Gremberg und Kalk Der Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk weist d urchgängig soziale Missstände und Problemlagen auf, deren Verringerung oder Behebung durch geeignete Maßnahmen zur Stabilisierung und Aufwertung im öffentlichen Inter esse - und besonders auch im Interesse der dort lebenden Menschen - liegt. Dem besonderen Entwicklungsbedarf dieses Sozialrau- mes wird mit dem vorliegenden Integrierten Stadtent wicklungskonzept durch eine aufeinan- der abgestimmte Bündelung von investiven und sonstigen Maßnahmen entsprochen. Damit erfüllt der Sozialraum die grundlegenden Anfo rderungen des Besonderen Städtebau- rechts im Baugesetzbuch zur Festlegung von Gebieten der „Sozialen Stadt“ gemäß § 171e Baugesetzbuch (BauGB). Der Einsatz und die Absicherung staatlicher Förderm ittel im Sozialraum Humboldt / Grem- berg und Kalk erfordert die Festlegung einer geeign eten „Fördergebietskulisse“ gemäß Bau- gesetzbuch. Aufgrund der Ausgangslage, den Entwickl ungszielen und dem integrierten Maßnahmen- beziehungsweise Stadtentwicklungskonzept ist hierfür die Festlegung des So- zialraums als Gebiete der „Sozialen Stadt“ geeignet und zielführend. Die Alternativen des Baugesetzbuches – Sanierungsgebiete beziehungsweise Stadtumbaugebiete – sind nicht entsprechend anwendbar. Nachdem Nordrhein-Westfalen bereits 1994 Gebiete de r „Sozialen Stadt“ für „Stadtteile mit besonderem Erneuerungsbedarf“ in der landesseitigen Städtebauförderung eingeführt hat, wurde dieser Gebietstypus als „Fördergebietskulisse“ 2004 mit einer Novellierung des Städ- tebaurechts mit dem neuen § 171e „Maßnahmen der Soz ialen Stadt“ ins Baugesetzbuch eingefügt. Bezüglich des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ sind neue Gebiete der „Sozialen Stadt“ durch Ratsbeschluss festzulegen. Dies gilt auch für den Sozialraum Hum- boldt / Gremberg und Kalk. Ein entsprechender Besch luss des Rates der Stadt Köln zur Festlegung des Sozialraums als Gebiet der „Sozialen Stadt“ gemäß § 171e Absatz 3 Bauge- setzbuch (BauGB) erfolgte am 20.12.2016. Unmittelbare finanzielle Auswirkungen ergeben sich aus der Festlegung der Gebiete der „Sozialen Stadt“ gemäß § 171e BauGB nicht. Diese Festlegung ist vielmehr eine Vorausset- zung für die Inanspruchnahme insbesondere von Bunde smitteln, jedoch ohne Ansprüche hierauf zu manifestieren. In § 171e Absatz 6 Bauges etzbuch heißt es, das die §§ 164a und 164b (Einsatz von Städtebauförderungsmitteln) im „S oziale-Stadt-Gebiet“ entsprechend an- zuwenden sind, womit ein Einsatz von Städtebauförde rungsmitteln wie in Sanierungsgebie- ten ermöglicht wird. Der Beschluss über die Gebietsfestlegungen ist ortü blich bekanntzumachen. Rechtliche Wir- kungen für die ansässige Bevölkerung, Eigentümer, W irtschaft und sonstige Personen im festgelegten Gebiet ergeben sich (im Unterschied zu r förmlichen Festlegung eines Sanie- rungsgebietes nach § 142 Baugesetzbuch) nicht. Entsprechend den Maßgaben des § 171e Baugesetzbuch folgt die Abgrenzung des Gebietes der „Sozialen Stadt“ für den Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk den räumlichen Festlegungen des städtischen Programms „Lebenswerte Veedel – Bürger- und Sozialraum- orientierung in Köln“. Großflächige Gewerbe- und In dustriegebiete ohne strukturelle Umbrü- che wurden dementsprechend bei der Gebietsabgrenzung grundsätzlich nicht berücksichtigt. Außerdem wurden teilweise die Grenzen der Sozialräu me in der Abgrenzung der Gebiete der „Sozialen Stadt“ arrondierend begradigt. Aus dem Gebiet des Sozialraums wird der aktu- ell in der Errichtung befindliche Bürocampus Deutze rfeld ausgenommen. Das so abgegrenz- te Soziale-Stadt-Gebiet Humboldt / Gremberg und Kalk ist rund 354 Hektar groß. 60 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Karte 7: Gebiet der „Sozialen Stadt“ Humboldt / Gremberg und Kalk Festlegung entsprechend des Ratsbeschlusses vom 20.12.2016 Stand Dezember 2016 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 61 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 10. Maßnahmen für den Sozialraum Abgeleitet aus der Stärken-Schwächen-Analyse und de n daraus resultierenden Handlungs- bedarfen konzentrieren sich die Maßnahmen inhaltlich aufgrund der besonderen städtebauli- chen und sozialen Anforderungen im Bereich von Scha ffung von Spiel- und Begegnungs- räumen und Prävention – hier in den Themenfeldern „Früh ansetzende Hilfe“ und „Qualifizie- rung beziehungsweise Erhöhung der Beschäftigungsfäh igkeit“ durch niedrigschwellige An- gebote und im Handlungsfeld Wohnen. Die damit verbu ndenen Angebotsstrukturen sind überwiegend gebietsübergreifend angelegt. 10.1 Einbindung der Maßnahmen in die kommunale Präv entionskette Bei allen ausgewählten Maßnahmen des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ wurde darauf geachtet, dass nur solche vorgeschlagen werd en, die einen Beitrag zur Präventions- kette leisten und bestehende Lücken schließen. Unter der kommunalen Präventionskette soll die Gesamtheit der präventiven Hilfsangebote versta nden werden, die biografisch entlang der Bedarfe in den einzelnen Lebensphasen von Kinde rn, Jugendlichen sowie Erwachsenen aller Altersgruppen erforderlich sind. Dabei ist ei n besonderes Augenmerk auf die einzelnen Schnittstellen im Hilfesystem zu legen. Diese Übergänge gilt es unter besonderer Beachtung der Bedarfe der Bürgerinnen und Bürger zu gestalten. Zentral ist dabei die zielgruppenspezifische Betrac htung. So werden beispielweise die im Rahmen der Bedarfsanalyse festgestellten Unterstütz ungsnotwendigkeiten für Kinder und Jugendliche in den Maßnahmen zu früh ansetzenden Hi lfen berücksichtigt, die Zielgruppe der Seniorinnen und Senioren wird unter anderem dur ch die Aktivierungsmaßnahme wie „Zuhause im Veedel“ (Projekt Nummer 5.0.2) unterstützt (nur Modul A, nur in Kalk-Nord). Bereits bestehende Präventionsansätze In der Stadt Köln gibt es bereits eine Vielzahl an Präventionsangeboten für Kinder und Ju- gendliche. Diese reichen von der Kindertagesbetreuung der unter 3-Jährigen über die Offene Ganztagsschule im Primarbereich bis hin zu weiterführenden gebundenen Ganztagsschulen. In diesen Bereichen hat die Stadt Köln in den vergangenen Jahren erhebliche auch finanziel- le Anstrengungen unternommen mit dem Ziel, die Betr euungsquote deutlich zu erhöhen. Darüber hinaus verfügt die Stadt Köln über umfassen de Hilfesysteme in verschiedenen Handlungsfeldern (zum Beispiel Weiterbildung/Grundb ildung, Arbeitsmarkt- und Beschäfti- gungsförderung, Freizeit, Integrations-, Gesundheit s- und Sportförderung), die sich an ver- schiedene Zielgruppen richten (Kinder und Jugendlic he, Familien, kranke und behinderte Menschen, Seniorinnen und Senioren, Flüchtlinge und Zuwanderer, Arbeitslose, Wohnungs- lose und vom Wohnungsverlust bedrohte Menschen, Lei stungsempfängerinnen und Leis- tungsempfänger, Eltern und Alleinerziehende). Die bestehenden Hilfesysteme sind durchweg präventiv ausgerichtet. Für gerechte Bildungs- und Zukunftschancen verfolgt die Stadt Köln eine „Doppelstrategie“: 1. Es wird entschieden in die Regelsysteme der Bild ung investiert, um die Bildungs- und Entwicklungschancen aller Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen zu verbessern. 2. Die Stadt Köln kommt der zentralen Maxime städti scher Armutsbekämpfung in einem sozialräumlichen Bezug, „Ungleiches ungleich behand eln“, auch mit Blick auf das Handlungsfeld „Bildung, Jugend und Sport“ nach und fördert gerade solche Einrich- tungen und Angebote noch einmal verstärkt, die viel en Kindern und Jugendlichen in prekären sozialen Lebenslagen verbesserte Bildungs- und Entwicklungschancen er- öffnen. 62 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Mit Blick auf die Präventionskette lässt sich festh alten, dass es in der Stadt Köln eine Viel- zahl guter Ansätze gibt. Dass über die entsprechend e Bundesinitiative in Köln etablierte „Netzwerk frühe Hilfen“ mit seinen Kinderwillkommen sbesuchen und Familienhebammen kann als das erste Glied der kommunalen Präventions kette der Stadt Köln angesehen wer- den. Das in Köln umgesetzte Landesprogramm „Kein Abschluss ohne Anschluss“ stellt einen weiteren Baustein im Wirkungsbereich des Übergangs von der Schule in den Beruf dar. In Köln werden des Weiteren die Bausteine „Kindertages betreuung – Familienzentren, plus- KITA, Sprachförderung“ und „Ganztagsschulen – Offene Ganztagsschulen im Primarbereich und gebundene Ganztagsschulen im Sekundarbereich“ stark akzentuiert, zum einen in ihrer Breitenwirkung für alle Kölner Eltern und Kinder, z um anderen „in der Tiefe“ zur Verbesse- rung von Bildungschancen in Stadtgebieten mit erhöh tem Armuts- und Bildungsrisiko. Schulsozialarbeit wird – wie angeführt – (als knapp es Gut) insbesondere nach Kriterien der sozialen Benachteiligung, der Inklusion und der Integration eingesetzt. Auch im Arbeitsfeld „Senioren“ ist die Präventionsk ette seit langem etabliert. Wichtige Ket- tenglieder sind beispielsweise: offene Mitmach-Ange bote in Bürgerzentren und Senioren- Netzwerken, Informationsarbeit über das Monatsmagazin „KölnerLeben“ oder eine Informati- onskarte („rote Info-Karte“) für alle neun Stadtbez irke mit allen wichtigen Informationen zu Beratungs- und Unterstützungsangeboten für Seniorin nen und Senioren, verschiedenste Formen der Beratung, Angebote in der Wohnung, Entla stungsangebote für pflegende Ange- hörige, Stationäre Hilfen sowie Hospize. Die Ketten glieder vernetzen sich an sogenannten „Runden Tischen“ in den Bezirken. Hier besteht Intensivierungsbedarf. Dem Thema Gesundheit als Grundlage für Bildungschan cen sowie sozialer und beruflicher Teilhabe wird in Köln ebenfalls ein hoher Stellenwe rt eingeräumt. So gibt es ein differenzier- tes Angebot an Gesundheitsförderung und ein sehr br eit aufgestelltes ambulantes und stati- onäres Versorgungssystem. Die Stadt Köln begleitet und unterstützt seit Jahren kontinuier- lich die Weiterentwicklung sowie die Abstimmung und Evaluation der Gesundheitsförderpro- jekte in Köln, unter anderem im Rahmen der kommunal en Gesundheitskonferenz sowie in ressortübergreifender Zusammenarbeit im Bereich Ges undheit mit anderen Schwerpunkten wie Kinder und Jugendhilfe, Schule, Soziales, Senio rinnen und Senioren. Bei Kindern wird zum Beispiel „Gruppenprophylaxe“ für die Zahngesundheit in Kindertageseinrichtungen und Schulen vom Kinder- und Jugendzahnärztlichen Dienst des Gesundheitsamtes im Auftrag des „Kölner Arbeitskreis Zahngesundheit“ durchgefüh rt. Darüber hinaus wurden von der Stadt Köln, dort wo an Nahtstellen zum Versorgungss ystem Lücken auftreten, sozialkom- pensatorische Angebote eingerichtet, wie beispielsw eise im Rahmen der oben erwähnten Frühen Hilfen. Diese Angebote sind niedrigschwellig konzipiert und erreichen gezielt auch Kinder aus sozial benachteiligten Familien. Ebenso gibt es bedarfsorientiert Einrichtungen für Erwachsene wie beispielsweise sozialpsychiatrische Angebote, Suchtberatungsstellen und Präventionsangebote für Seniorinnen und Senioren. Trotz dieses bereits engmaschig angelegten Systems der Gesundheitsförderung leben in Köln Menschen, die davon noch nicht erreicht werden und daher gezielt Angebote wie zuge- hende Hilfen oder Gesundheitslotsen benötigen, um mit dieser Unterstützung der Weg in das System der Gesundheitsförderung und -versorgung und zu dem für sie geeigneten Angebot zu finden. Im Bereich der Arbeitsmarktintegration bestehen vie lfältige Angebote für die unterschiedli- chen Zielgruppen, die immer wieder überprüft und an sich verändernde Bedarfslagen ange- passt werden. Neue Beratungsansätze des Jobcenters Köln wie zum Beispiel der „Work First Ansatz“ bei „befit4job“, einem sechswöchigen Intensivprogramm für Jugendliche und junge Erwachsene, sozialraumorientierte Beratung wie bei „U25 Hotspot Chorweiler“ oder das U25-Angebot „moDUle“ bieten Jugendlichen individuel le Möglichkeiten der Weiterentwick- lung und Integration in den Ausbildungs- oder Arbei tsmarkt. Weitere beispielhafte Angebote für Jugendliche sind die Jugendbüros, die Fachberat ung, Joblinge, die Joblotsen U25 und ein Eingliederungscoaching. Zudem setzt jeder der J obcenter-Standorte in den Stadtbezir- Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 63 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ ken auf Netzwerkarbeit im Sozialraum, um die Jugend lichen dort bestmöglich zu erreichen. Dabei geht es neben der Integration in den Arbeitsmarkt auch um soziale Integration. Für die Zielgruppe der Alleinerziehenden werden spezifische Beratungsangebote und Maßnahmen vorgehalten, zum Beispiel „Kölner Alleinerziehende im Aufbruch“, Betriebliche Einzelumschu- lung für Alleinerziehende, Projekte für alleinerzie hende Migrantinnen sowie das Projekt ‚NA- VI‘ (Nachhaltige Aktivierung-Vermittlung-Integration) für Erziehende. Für Langzeitleistungs- beziehende mit multiplen Vermittlungshemmnissen (z.B. fehlende Qualifikation, gesundheitli- che oder familiäre Probleme, fehlende Motivation) g ibt es weitere, zum Teil sehr nied- rigschwellige Angebote, die eng mit den kommunalen Eingliederungsleistungen nach § 16a SGB II verbunden sind. Das ganze Bündel der M aßnahmen wird individuell und pass- genau genutzt und je nach Bedarf auf längere Zeit a ls Förderkette angelegt, um die Integra- tionsfähigkeit schrittweis zu verbessern mit dem Ziel, die Hilfebedürftigkeit zu verringern oder zu überwinden. Entwicklung einer Gesamtstrategie für eine kommunale Präventionskette Trotz des großen Engagements der Stadt im Präventio nsbereich ist Armut mit ihren unter- schiedlichen Ausprägungsformen und Folgewirkungen i nsbesondere bei Kindern, Jugendli- chen sowie Seniorinnen und Senioren im Programmgebi et weiterhin überdurchschnittlich hoch. Die bislang auf- und ausgebauten präventiven Hilfsangebote haben offenbar Lücken, die mit dem vorliegenden Integrierten Stadtentwickl ungskonzept „Starke Veedel – Starkes Köln“ geschlossen werden sollen. Tabelle 4 zeigt die zentralen Bausteine der Kölner Präven- tionskette, untergliedert nach Zielgruppen, zentral en Handlungsfeldern, wichtigen Partnern, Angebotsstrukturen und Lücken, auf. 64 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Tabelle 5: Zentrale Bausteine der Kölner Präventionskette Zentrale Bausteine der Kölner Präventionskette (1) Zielgruppen / Lebenslagen Zentrale Handlungs- felder Wichtige Partner Angebotsstrukturen Lücken 0 bis 3 (Kita) Gesunde Kin- der, Frühe Förderung Familie, Famili- enzentren, Frühförderung, Gesundheits- amt, Jugendamt Frühe Hilfen, Clearing- stelle - Gesunde Zu- kunft für Kinder in Köln, Jusch, Familien- hebamme, KiWi, Hilfen zur Erziehung, Frühförderung, Kita U-3, Sprachliche Ent- wicklung Prävention durch Information, Erreich- barkeit der Zielgrup- pen, Sprach-und Kul- turmittler 3 bis 6 (Kita) Altersgerechte Entwicklung, Förderung der Erziehungs- kompetenz Familie, Famili- enzentren, Frühförderung, Gesundheits- amt, Jugendamt Kindertagesstätten, Frühe Bildung, Sprachförderung, Übergang Kita / Grundschule, Hilfen zur Erziehung, Schu- leingangsuntersu- chung Prävention durch Information, Erreich- barkeit der Zielgrup- pen, Sprach-und Kul- turmittler 6 bis 10 (Grund- schule) Erfolgreicher Bildungsteil- habe, Ge- sundheitser- ziehung, ge- sundheitliche Teilhabe Familie, Schule, OGS, Jugend- amt, Freizeitträ- ger, Gesund- heitsamt Schuleingangsunter- suchung, Sprachförde- rung, Elternmitwirkung in der Schule, Über- gang Grundschule Sek I, Hilfen zur Erziehung, Gesunde Ernährung, Lernpaten (intergene- rative Angebote), OGS plus Träger im Umfeld Schule Prävention durch Information, adressa- tengerechte Erziehungshilfen, Bildungsberatung und Gesundheitsförde- rung, Sprach- und Kulturmittler 10 bis 16 (Sek. I) Erfolgreicher Bildungsteil- habe und Er- weiterung der Teilhabe- chancen Familie, Schule, OGS, Jugend- amt, Freizeitträ- ger Elternmitwirkung in der Schule, Hilfen zur Er- ziehung, Freizeitange- bote, Suchtprävention, Berufswahlorientie- rung, KAoA, Übergang Schule / Ausbildung, Lernpaten (intergene- rative Angebote), OGS plus Träger im Umfeld Schule Prävention durch Information, adressa- tengerechte Erziehungshilfen, Bildungsberatung und gesundheitliche Prävention, unter an- derem Suchtpräventi- on, Sprach- und Kul- turmittler 16 bis 19 (Sek. II) Erfolgreicher Bildungsteil- habe und Er- weiterung der Teilhabechan- cen Familie, Schule, Jugendamt, Freizeitträger, Soziale lokale Netzwerke Zusammenarbeit Schule / Eltern, Hilfen zur Erziehung, Frei- zeitangebote, Sucht- prävention, Berufs- wahlorientierung, KAoA, Übergang Schule / Ausbildung Prävention durch Information, adressa- tengerechte Erziehungshilfen, Bildungsberatung und gesundheitliche Prävention, unter an- derem Suchtpräventi- on, Sprach- und Kul- turmittler Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 65 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Zentrale Bausteine der Kölner Präventionskette (2) Zielgruppen / Lebenslagen Zentrale Handlungs- felder Wichtige Partner Angebotsstrukturen Lücken 19 bis 34 (jun- ges Erwach- senenalter) Übergang Schule / Beruf, Berufsausbil- dung, Studium und Einstieg in den Beruf, Familiengrün- dung, Ge- sundheitsför- derung Schule, KAoA, Kammern, Loka- le Ökonomie, Weiterbildungs- träger, Jobcen- ter Bildungsberatung, KAoA, Praktikum, dua- le Ausbildung, IHK, HWK, Berufsbezogene Sprachförderung, Grundbildungsträger, Bürgerzentren, MOQI – Entwicklung berufli- cher Perspektiven für benachteiligte junge Erwachsene Prävention durch Information, Grund- bildung, Ausbildungs- Qualifizierungs- und Berufsberatung, Stär- kung soziale Netzwer- ke, gesundheitliche Prävention 34 bis 65 (Er- wachsenenal- ter, Familien- phase) Förderung der Erziehungs- kompetenz, Erwerbstätig- keit, Lebens- langes Lernen Jobcenter, Qua- lifizierungsträ- ger, Familien- zentren, Weiter- bildungsträger, Arbeitslosen- zentren, Schuldnerbera- tung Bildungsberatung, Beschäftigungs- förderung, Qualifizie- rungsträger, Gesund- heitsförderung, Bür- gerzentren Grundbildung, Qualifizierungs- und Berufsberatung, Stär- kung soziale Netzwer- ke, Aktivierung / Em- powerment, Erzie- hungshilfen, gesund- heitliche Prävention 65 bis 80 (Ru- hestand) Bürgerschaftli- ches Enga- gement, Kul- tur, Sport, Bildung, Frei- zeit, Gesund- heit Diverse Dienst- leister im Quar- tier, Familie/ Nachbarschaft, Anbieter von Sport, Kultur, Bildung, Ge- sundheit, Bera- tung, Informati- on Soziale Netzwerke, Freizeitträger, Gesundheitsförderung, Lebenslanges Lernen, Begegnungsräume, Senioren-Netzwerke, VHS, Bürgerzentren, Selbsthilfegruppen, Initiativen, Projekte, Seniorenberatung Prävention durch Information, Soziale Netzwerke, altersge- rechte Lern- und Gesundheitsförde- rung, Intergenerative Win-Win Strukturen, gesundheitliche Prä- vention, Prävention für mobilitätseinge- schränkte Menschen, Menschen mit gerin- ger Rente / Transfer- einkommen und an- ders teilhabe- eingeschränkter Men- schen, Steuerung und Vernetzung der Prä- ventionskette 80 und älter Selbständiges Leben mit Unterstützung, Pflege/ Ge- sundheit, Teil- habe Familie, Nach- barschaft, Kran- ken- und Pfle- gekassen, Amt für Soziales und Senioren, Wohl- fahrtsverbände und andere Dienstleister, Gesundheits- system Haushaltsnahe Dienst- leistung, häusliche Pflege, Seniorenbera- tung/Pflegeberatung/ Wohnraumanpas- sungsberatung und andere Dienst- leistungen zum selb- ständigen Leben, ge- rontopsychiatrische Beratung Prävention für haus- gebundene und pfle- gebedürftige Menschen, Steuerung und Vernetzung der Präventionskette Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 66 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Bislang fehlt eine konsequente, ganzheitliche Analy se möglicher Lücken beziehungsweise Optimierungsbedarfe in der Präventionskette und die Etablierung einer kommunalen Ge- samtstrategie. Die vorangestellten Beispiele zeigen, dass sich durch das Trägerengagement im Verbund mit den Angeboten des Regelsystems ein s tarkes Angebotsprofil entwickeln las- sen kann. Hierfür sollen die Voraussetzungen geschaffen werden. Durch eine Neuorientierung der Hilfesysteme sollen bislang voneinander getrennt erbrachte Leistungen und Angebote aufeinander abgestimmt und koordiniert werden. Ziel ist es eine durchgängige Förderung und Unterstützung zu gestalt en, bei denen die einzelnen Angebote sinnvoll miteinander verknüpft und Wirkungszusammen hänge aufgezeigt werden können – unabhängig davon, wer sie erbringt. Hierzu gehören unter anderem: − Präventive Leistungen im Bereich der Frühen Hilfen − Unterstützungen im Übergang Schule und Beruf − Beratungsleistungen für Familien − Präventive Angebote in den Bereichen Sport und Fre izeit − Gesundheitsförderung, zum Beispiel Angebote für Me nschen mit Sucherkrankung und junge Erwachsene mit psychischen Erkrankungen oder Ernährung − Unterstützung und Aktivierung von Seniorinnen und Senioren zum Beispiel Senioren- netzwerke − Verbesserung der Integration − Beschäftigungsförderung Abbildung 20 zeigt die Themenfelder und Zielgruppen der Präventionskette in Köln sowie die einzubindenden Akteure. Ein wichtiger Ansatzpunkt für Verbesserungen der be stehenden Ansätze der Kölner Präven- tionskette wird in den Bereichen der „Bildungsberat ung“ beziehungsweise allgemein im Be- reich der niedrigschwelligen, zugehenden Unterstütz ungsleistungen für Eltern und Familien gesehen. Diese sind in Verbindung mit Grundbildungs - und Alphabetisierungsangeboten für Eltern beziehungsweise Erwachsene sowie in den Bere ichen einer proaktiven offenen Kin- der- und Jugendarbeit, der Gestaltung offen zugängl icher, attraktiver Sport-, Spiel- und Be- wegungsräume sowie der Unterstützung von Seniorinnen und Senioren zu sehen. Ein weite- rer zentraler Baustein ist die Qualifizierung und Professionalisierung des Systems, mit denen das armutssensible und präventiv wirkende Denken un d Handeln von Fachkräften in Bil- dungsinstitutionen verstärkt werden soll. Die Idee besteht darin, im Rahmen des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ systema- tisch-strukturbildende Schwerpunkte zu setzen und E inzelmaßnahmen, die sich wechselsei- tig ergänzen, entsprechend zu „clustern“. Die benan nten, neu als Bausteine der Präventi- onskette zu qualifizierenden Themen „Bildungsberatung“, „Jugendarbeit“, „Sport und Bewe- gung“ und „Qualifizierung“ haben grundsätzlich das Potenzial, die Präventionskette insge- samt engmaschiger zu weben und gewinnbringend weiter zu entwickeln, da die Maßnahmen für unterschiedliche Altersgruppen und Bildungssettings übergreifend wirken können. Die Entwicklung dieser Präventionsstrategie soll - ausgehend von den Bedürfnissen der Be- wohnerinnen und Bewohner - als Prozess gestaltet we rden. Für die dafür erforderliche Akti- vierung der Bewohnerschaft im Programmgebiet sind i m Programm „Starke Veedel – Star- kes Köln“ mehrere Maßnahmenvorschläge in verschiede nen Handlungsfeldern enthalten. Sie können für den anstehenden Prozess der sozialra umorientierten integrierten Stadtent- wicklung genutzt werden. Bei diesem Prozess handelt es sich um einen Paradigmenwechsel in der Stadtentwicklung, der darin besteht, die Sta dt weniger aus der Angebotsperspektive Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 67 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ zu entwickeln, sondern vielmehr die Sozialräume und die darin lebenden Menschen sowie die Akteure in den Mittelpunkt des Handelns zu stel len. Diese Veränderung des Blickwinkels kommt auch in dem Beschluss des Stadtvorstandes der Stadt Köln vom 17.03.2015 zum Ausdruck, mit dem die sozialräumliche Ausrichtung d es Verwaltungshandelns als Hand- lungsmaxime für die Verwaltung festgelegt wurde. Teilnahme der Stadt Köln am Präventionsprogramm „Kein Kind zurücklassen“ Seit Januar 2017 nimmt die Stadt Köln am Landesprog ramm „Kein Kind zurück lassen! Für ganz Nordrhein-Westfalen“ (KeKiz) teil. Ziel dieser NRW-Initiative ist es, allen Kindern und Jugendlichen von Anfang an bestmögliche Bildungs-, Teilhabe- und Entwicklungschancen unabhängig von ihrer sozialen Herkunft und der fina nziellen Situation der Eltern zu ermögli- chen. Mit Beratungs- und Unterstützungsressourcen des Lan des und der anteiligen Förderung ei- ner Stelle für kommunale Koordinierung möchte das Dezernat für Bildung, Jugend und Sport der Stadt Köln in Zusammenarbeit mit der KeKiz-Land eskoordinierungstelle eine Präventi- onsstrategie aufbauen, damit Kinder und Jugendliche vor allem in Stadträumen mit hohem Bildungs- und Armutsrisiko von klein auf unterstützt werden können. Das Landesprogramm zielt insbesondere auf drei Entwicklungsaufgaben ab: o Entwicklung eines Präventionsleitbilds o Aufbau/Weiterentwicklung von Maßnahmen einer kommu nalen Präventions- kette bei gesamtkommunaler Steuerung und integrierter Planung o Etablierung eines Präventionsmonitorings inklusive wirkungsorientierter Steuerung Sowohl im Rahmen der Landesinitiative als auch im R ahmen des ISEKs sollen die bereits bestehenden Angebote in der Stadt Köln gebündelt werden, wie etwa die Frühen Hilfen wäh- rend der Schwangerschaft, KinderWillkommen-Besuche bei Neugeborenen, die Lese- und Sprachförderung sowie besondere Förderungen von Kit as und Schulen in Stadtteilen mit erhöhten Armuts- und Bildungsrisiken. Gemäß dem Gru ndsatz „vorbeugen ist besser als heilen“ werden Maßnahmen der Bereiche Bildung, Gesu ndheit, Kinder- und Jugendhilfe so- wie Soziales im Programm „KeKiz“ optimal miteinander verknüpft und durch innovative An- gebote ergänzt. Die Stadt hatte sich mit Antrag im Oktober letzten Jahres um die Teilnahme am Programm „Kein Kind zurücklassen! Für ganz Nordrhein-Westfal en“ beworben, das von der Landesre- gierung Nordrhein-Westfalen und der Bertelsmann Sti ftung ins Leben gerufen wurde. Zwi- schen 2012 und 2016 bauten bereits 18 Kommunen im R ahmen eines Modellprogramms lückenlose Präventionsketten auf. Eine Evaluation z eigt, dass die Städte durch die Umset- zung Erfolge verzeichnen konnten. Im Januar 2017 wu rde das Programm neben Köln auf insgesamt 40 Kommunen ausgeweitet. 68 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 69 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Abbildung 20: Themenfelder und Zielgruppen der Präventionskette in Köln Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 70 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 71 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 10.2 Maßnahmen im Sozialraum Humboldt / Gremberg un d Kalk Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die M aßnahmen im Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk. Eine detailliertere Maßnahmenbes chreibung findet sich in den folgen- den Maßnahmenblättern Tabelle 6: Übersicht der Maßnahmen im Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung Nummer Maßnahme 0.0.1 Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung im Soz ialraum Humboldt / Gremberg und Kalk 0.0.2 Prozessbegleitende Evaluation im Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk Handlungsfeld 1: Früh ansetzende Hilfen Nummer Maßnahme 1.0.5 Integration von zugewanderten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Flüchtlingsstatus in die bestehenden Regelsysteme d urch aufsuchende mobile Arbeit im Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk 1.0.7 Qualifizierungsoffensive Offene Kinder- und Jugenda rbeit Köln in Humboldt / Gremberg und Kalk 1.0.12 Sprachförderangebote für neu eingereiste Jugendlich e und junge Erwachsene zwischen 16 und 25 Jahren mit keinen oder geringen Deutschke nntnissen im Rahmen von Ju- gendintegrationskursen im Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk 1.0.16 Zugehende Hilfe zur Überleitung ins Regelsystem und Entwicklung einer beruflichen Per- spektive für junge Menschen mit psychischen Problem en bis 27 Jahre in allen Sozial- raumgebieten; hier: Humboldt / Gremberg und Kalk 1.0.17 Stadtteileltern im Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk 1.0.19 Übergänge begleiten: Angebote der Familienbildung m it Schwerpunkt Kooperation mit Kita, Familienzentren, Schulen im Primarbereich und Sekundarstufe I (SEK I), Trägern des Offenen Ganztags im Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk 1.0.20 Gemeinsam für Grundbildung im Veedel im Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk 1.0.21 Ferienschulen im Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk 1.0.26 Willkommen und Ankommen in Köln im Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk 72 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Handlungsfeld 2: Öffentlicher Raum Nummer Maßnahme 2.0.4 Spiel- und Bewegungsräume in den Veedeln Neuordnung und Neugestaltung der Spielplatzfläche Eythstraße Handlungsfeld 3: Wirtschaft und Qualifizierung Nummer Maßnahme 3.7.1 Jobcoach im Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk Handlungsfeld 4: Umweltgerechtigkeit - Klimaschutz, Luftreinhaltung und Lärmminderung Nummer Maßnahme 4.0.2 Offen für Regen: „Grüne Höfe, grüne Plätze“ Maßnahme im Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk 4.0.4 Aufbau eines Hitzewarn- und Informationssystems. In formationsmaterial für die Bevölke- rung zum Thema Hitzeentwicklung im Zuge des Klimawandels Maßnahme im Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk 4.0.9 Maßnahmen rund um eine Leitart zur Verbesserung der Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrem Sozialraum und gleichzeitiger Erhö hung der Biodiversität sowie der Auf- enthaltsqualität im Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk 4.0.11 Reduzierung der Lärmbelastung an erheblich betroffe nen Straßen in der Baulast der Stadt Köln durch Einbau von lärmoptimierten Belägen 4.7.1 Integrierte Maßnahme zur ökologischen Revitalisierung „Westerwaldstraße“ Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 73 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Handlungsfeld 5: Wohnen Nummer Maßnahme 5.0.2 „Zuhause im Veedel – Aktivierung, Beteiligung und W ohnumfeldpflege im Quartier Kalk- Nord“ Modul A: Mieter- und Nachbarschaftsarbeit 5.0.3 Haus,- Hof- und Fassadenprogramm im Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 74 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 10.3 Handlungsfeld: Verbesserte Teilhabe und Mitwir kung Laufende Nummer 0.0.1 Handlungsfeld: Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung Maßnahme Büro für Quartiersmanagement und Aktivieru ng im Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk Inhalt Ausgangslage Der Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk liegt i m Stadtbe- zirk Kalk. Mit 39.112 Bewohnerinnen und Bewohnern l ebt knapp ein Drittel der Bevölkerung des Stadtteils im Sozia lraum. Köln- Kalk ist ein einwanderungsgeprägter Stadtteil. Er f ungiert bereits seit Jahren als „Ankommensstadtteil“. Mit der Belegung von sechs Wohnhäusern mit Flüchtlingsfamilien und dem Neubau einer Containerunterkunft für geflüc htete Men- schen steht der Sozialraum vor großen Herausforderu ngen hin- sichtlich der Integrationsleistung. Ein Blick auf die Sozialstruktur zeigt, dass erhebl iche Hand- lungsbedarfe in den Stadtteilen Humboldt / Gremberg und Kalk erkennbar sind. Eine überdurchschnittliche Zahl von erwerbslo- sen Menschen, ein hoher Anteil von Kindern unter 15 Jahren in SGB II-Bedarfsgemeinschaften, eine geringe Gymnasia lquote und eine überdurchschnittliche Hauptschulquote spie geln die hohe soziale Belastung des Sozialraums wider. Das Stadtbild ist von Wohnhäusern aus der Gründerze it, Miets- häusern aus den 50er und 60er Jahren mit hohem Sani erungs- bedarf, einigen Industriedenkmälern, Verwaltungsgeb äuden so- wie großen Industriebrachen geprägt. Im Sozialraum vereinen sich bauliche Missstände, Ve rschmut- zungen des Wohnumfeldes und soziale Probleme wie Ar beitslo- sigkeit, Armut, Verschuldung und Suchtprobleme. Der Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund (59,1 Prozent), die Zahlen der SGB II- Bezieherinnen und Bezieher (25,5 Prozent) sowie die Zahlen der Empfängerinnen und Empfänger von Grundsicherung (15,9 Prozent) sind dementsprechend hoch. Aufgrund einer oftmals geringen Teilhabe der Bewohn erinnen und Bewohner an unterschiedlichen Lebensbereichen u nd den damit einhergehenden Netzwerkstrukturen wird die ho he Bedeu- tung von Unterstützungs- und Beratungsangeboten sow ie der Aktivierung der Bewohnerschaft im Sozialraum Humbol dt / Gremberg und Kalk deutlich. Auch die Imageaufwertun g des So- zialraums stellt eine große Herausforderung dar. Ei n positiveres Bild ist für die Entwicklung des Sozialraums von gr oßer Bedeu- tung. Im Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk besteht bereits ein vielseitiges Hilfesystemen, welches unmittelbare Au swirkungen auf die Quartiersentwicklung nimmt. Mit Hilfe einer „Bestandser- hebung und eines Schnittstellenmanagements“ sollen die vor- handenen Strukturen in den Blick genommen werden, u m so Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 75 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ potenzielle Lücken aufzeigen zu können. Schnittstelle zur Sozialraumkoordination: Mit dem Programm „Lebenswerte Veedel“ wird bereits seit 2006 in elf Sozialräumen konsequent ein integriertes soz ialraumorien- tiertes Stadtentwicklungskonzept verfolgt. Die Sozialraumkoordination ist organisatorisch an d ie Bürgeräm- ter angebunden. Mit der Koordination in den Sozialr äumen sind zehn freie Träger beauftragt, eine Koordination erf olgt in städti- scher Trägerschaft. Diese arbeiten nach den methodi schen Prin- zipien der sozialraumorientierten Arbeit: 1. Orient ierung an den Bedarfen und Interessen der Wohnbevölkerung, 2. Nut zung der Stärken und Potenziale der Menschen sowie der Resso urcen des Sozialraums, 3. Stärkung von Selbsthilfe, Eigen initiative und Teilhabe, 4. Erschließung von zusätzlichen externen Ressour- cen, 5. Zielgruppen und bereichsübergreifende Ansät ze, 6. Ko- operation und Vernetzung der Aktivitäten und Angebo te im Sozi- alraum. Die Sozialraumkoordination nimmt seit Jahren erfolg reich eine aktive Koordinationsfunktion wahr und arbeitet akti v an der Si- cherung und dem Ausbau der Netzwerke in den Sozialräumen. Die Umsetzung des Maßnahmenprogramms „Starke Veedel – Starkes Köln“ in den Sozialräumen kann durch die el f vorhande- nen Sozialraumkoordinatorinnen/Sozialraumkoordinato ren nicht zusätzlich geleistet werden. Durch das Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ entsteht ein neuer Koordinierungs- und Abstim- mungsaufwand. Die Akzeptanz und Implementierung des Hand- lungsprogramms kann in den Sozialräumen aber nur ge lingen, wenn Bewohnerschaft und Akteure für dieses Programm sensibi- lisiert werden und Zugangsstrukturen genutzt werden . Die Maß- nahme „Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung “ soll in enger Abstimmung mit den Sozialraumkoordinationen d ie Um- setzung des Maßnahmenprogrammes sichern. Zum einen in den spezifischen Themenbereichen – hier insbesondere de r Aufbau von Präventionsketten – sowie zum anderen bei Bedar f – seien dies problematische Wohnquartiere und Nachbarschaft en oder auch die Ertüchtigung von Einkaufsstraßen. Die wesentlichen Aufgaben des Quartiermanagements z ur Um- setzung des Programms sind demnach mit der Sozialra umkoor- dination und den institutionellen Akteuren vor Ort eng abzustim- men. In der Praxis ergibt sich vor Ort ein Team aus der Bürgeramtslei- tung, der Sozialraumkoordination und der Programmst euerung „Starke Veedel – Starkes Köln“, welches mit Blick auf die umzu- setzenden Maßnahmen um weitere Akteure ergänzt wird. 76 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Bürgeramtsleitung Steuerungsfunktion Sozialraumkoordination Programmsteuerung Vernetzung vor Ort „Starke Veedel – Starkes Köln“ Projektbeschreibung Das „Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung“ setzt an den oben genannten Herausforderungen und Bedarfslag en an. Die Maßnahme geht der Frage nach, wie erfolgreich S tadtent- wicklung aus dem Quartier heraus erfolgen kann, wel che Fakto- ren zum Gelingen beitragen und wie die Bewohnerinne n und Bewohner aktiv in die Quartiersentwicklung eingebunden werden können. Entsprechend dieser vielschichtigen Fragestellung, setzt sich das „Büro für Quartiersmanagement und Aktivier ung“ aus vier unterschiedlichen Projektbausteinen zusammen: − Quartiersmanagement − Verfügungsfonds − Bestandserhebung und Schnittstellenmanagement − Öffentlichkeitsarbeit Das „Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung“ bündelt diese Projektbausteine unter einem Dach, die jeweils darauf ab- zielen, die Quartiersentwicklung im Sinne der sozialraumorien- tierten Stadtentwicklung umzusetzen. Dabei bildet die Aktivie- rung der Bewohnerinnen und Bewohner sowie der weiteren orts- ansässigen Akteure den Schwerpunkt des „Büros für Quartiers- management und Aktivierung“. Die genannten Projektbausteine mit hohem aktivieren dem Cha- rakter bedürfen einer zentralen Steuerung und Verne tzung, die durch die Zusammenführung des „Büros für Quartiersm anage- ment und Aktivierung“ gewährleistet wird. Es wird e ine gemein- same räumliche Verortung vorgenommen. Die einzelnen Projektbausteine stehen jeweils für s ich als inhalt- lich selbständige Maßnahmen, die auch von unterschi edlichen Projektträgern umgesetzt werden können. Bei der Maß nah- menumsetzung wird jedoch vorausgesetzt, dass eine e nge Zu- sammenarbeit zwischen den einzelnen Projektbaustein en erfolgt und Wechselwirkungen berücksichtigt werden. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 77 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Projektbaustein: Quartiersmanagement Im Rahmen des Integrierten Stadtentwicklungsprogram ms „Star- ke Veedel – Starkes Köln“ sind für den Sozialraum H umboldt / Gremberg und Kalk insgesamt 21 Maßnahmen geplant, d ie ei- nen neuen und zusätzlichen Koordinierungsaufwand fü r den So- zialraum auslösen, der durch die schon bestehenden Strukturen der Sozialraumkoordination nicht gedeckt werden kan n. Das Quartiersmanagement übernimmt die Aufgabe, die maßn ahmen- umsetzenden Träger in Abstimmung mit der Sozialraumkoordina- tion bei den Zugängen zu den Zielgruppen und bei de r Akquise der Teilnehmenden im Sinne eines „One-face-to the-c ustomer“ zu unterstützen. Darüber hinaus stellt das Quartier smanagement die Vernetzung der Maßnahmen sicher. Das Quartiersmanagement ist Ansprechpartner und Lotse für alle Belange des Sozialraumbezogenen Programms und bilde t die Schnittstelle in die Verwaltung, es dient somit als lokal verortete Kommunikationsdrehscheibe und Informationsvermittlu ng. Es sensibilisiert die Bewohnerschaft und die lokalen A kteure für das Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“, nutzt die vorhande- nen Zugangsstrukturen und sichert somit den Erfolg des Inte- grierten Stadtentwicklungsprogramms. Neben der Ansprache der Bewohnerschaft wird das Quartiersmanagement auch ze ntraler Ansprechpartner für die weiteren lokalen Akteure se in. Darüber hinaus soll auch das geplante Haus, -Hof- und Fassa denpro- gramm im Sozialraum entsprechende Beachtung finden. Im Pro- jektbaustein „Verfügungsfonds“ wird das Quartiersma nagement unterstützend und begleitend mitwirken, die Maßnahm e „Be- standserhebung und Schnittstellenmanagement“ wird e benfalls durch das Quartiersmanagement unterstützt. Vor dem Hintergrund des politischen Interesses am G esamtpro- gramm wird die Gremienarbeit ebenfalls ein Aufgaben feld des Quartiersmanagers darstellen. Für die Erbringung der Leistungen wird zusätzliche Expertise und Ressourceneinsatz benötigt, so dass eine Ausschreib ung vorge- sehen ist. Projektbaustein: Verfügungsfonds Der Verfügungsfonds bietet finanzielle Unterstützung für die Um- setzung von Projektideen im Sozialraum Humboldt / G remberg und Kalk. Bewohnerinnen und Bewohner, Träger vor Or t sowie Vereine, Arbeitsgruppen und –kreise etc. können Ant räge für die Förderung von Projektideen beantragen. Voraussetzun g ist da- bei, dass die Ideen einen inhaltlichen Bezug zum So zialraum haben und in die Bedarfslage vor Ort passen. Mit Hi lfe des Ver- fügungsfonds soll somit das bürgerschaftliche Engag ement mo- bilisiert werden. Der Verfügungsfonds dient dazu, die städtebaulichen Maßnah- men im Sozialraum zu flankieren und die Beteiligung sprozesse vorzubereiten. Beispielsweise könnten Beteiligungsm aßnahmen wie Malwettbewerbe zur Gestaltung des Spielplatzes (2.0.4) oder 78 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Nachbarschaftsfeste und Begegnungstage zur Mieter- und Ei- gentümeraktivierung umgesetzt werden, bei denen kon krete Be- züge zu den städtebaulichen Maßnahmen entstehen. Di e Richtli- nien des Verfügungsfonds werden dementsprechend aus gestal- tet. Im Rahmen des „Verfügungsfonds“ – ein niedrigschwelliges Akti- vierungsinstrument – übernimmt das Quartiersmanagem ent bei- spielsweise die Aufgabe, Bewohnerinnen und Bewohner sowie weitere Sozialraumakteure für eine Antragstellung z um Verfü- gungsfonds zu motivieren und sie bei der Umsetzung ihrer Ideen und Vorstellung zu unterstützen. Förderanträge zum Verfügungsfonds sind an das im So zialraum verortete Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung zu stel- len. Potenzielle Anträge werden dort zunächst auf grundsätzliche Förderfähigkeit geprüft und dann in enger Abstimmun g mit der Sozialraumkoordination inhaltlich bewertet und bei Bedarf priori- siert. Hierfür wird durch das Quartiersmanagement e ine Arbeits- gruppe zur fachlichen (Vor-) Bewertung der Anträge eingerichtet. Die letztendliche Beschlussfassung von Förderanträg en erfolgt durch ein entsprechendes Entscheidungsgremium für d en Sozi- alraum Humboldt / Gremberg und Kalk. Die operative Abwicklung des Verfügungsfonds erfolgt in Arbeitsteilung zwisc hen dem Quartiersmanagement und der zentralen Koordinierung sstelle beim Amt für Stadtentwicklung und Statistik. Projektbaustein: Bestandserhebung und Schnittstelle n- management Der Projektbaustein bildet die Basis des Prozesses einer „Stadt- entwicklung aus dem Quartier heraus“. Im Mittelpunkt steht dabei zunächst die Schaffung von Grundlagen für die Umset zung des Prozesses zur Sozialraumorientierten Stadtentwicklu ng. Die um- fasst die Analyse der lokalen Akteurs- und Angebots struktur, die Ableitung der Handlungsbedarfe und das Aufzeigen vo n Schnitt- stellen. Auf den Erkenntnissen aufbauend, erfolgt d ie detaillierte Umsetzungskonzeption des Prozesses und das Wissensm a- nagement (laufende Bereitstellung der Informationen für alle Ak- teure im Programmgebiet). Im Rahmen des Projektbausteins „Bestandserhebung un d Schnittstellenmanagement“ zeigt das Quartiersmanage ment die Zugänge zu den ortsansässigen Akteuren auf und bene nnt An- gebote und Systeme. Für die Erbringung der Leistungen wird zusätzliche Expertise und Ressourceneinsatz benötigt, so dass eine Aussch reibung vorgesehen ist. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 79 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Projektbaustein Öffentlichkeitsarbeit Der Projektbaustein setzt sich aus unterschiedliche n Instrumen- ten der Öffentlichkeitsarbeit und Medienarbeit zusa mmen. Es wird ein Strategie- und Kommunikationskonzept zur Ö ffentlich- keitsarbeit und zur „Vermarktung“ des Programms erarbeitet. Der Schwerpunkt liegt dabei in den Themen Beteiligung, Mitwirkung und Aktivierung. Ziel ist es die unterschiedlichen Zielgruppen niederschwellig und bedarfsgerecht zu erreichen und die dafür erforderlichen Instrumente zu entwickeln. Darüber h inaus wird auf die klassischen Instrumente der Öffentlichkeits arbeit zurück- gegriffen, um das Programm zu kommunizieren. Für die Erbringung der Leistungen wird zusätzliche Expertise und Ressourceneinsatz benötigt, so dass eine Ausschreib ung vorge- sehen ist. Zielgruppe Die Zielgruppe ist sehr breit aufgestell t. Die Maßnahme kommt insbesondere den unterschiedlichen Teilgruppen der Bewohne- rinnen und Bewohnern im Sozialraum zugute. Aber auc h die Verwaltung, Träger, Politik, sonstige staatliche In stitutionen auf kommunaler Ebene, Sozialraumkoordinatorinnen und So zial- raumkoordinatoren, weitere (organisierte) lokale Ak teure und Interessensvertretungen sind in die Zielgruppe inbegriffen. Ziele Projektbaustein: Quartiersmanagement Querschnittsziele − Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung Operative Ziele − Aufgewertete und vernetzte Begegnungs- und Lebens- räume − Verbesserte Aktivierung der Mieter am Wohnort Projektziele − Das Quartiersmanagement zielt darauf ab die Bewohn er- schaft des Sozialraumes zu erreichen, zu aktivieren und zu unterstützen. Es handelt sich um eine niedrigsch welli- ge und aktivierende Maßnahme zur Verbesserung von Teilhabe und Mitwirkung. Ziel ist es, über die Maßnahmen des Integrierten Stadtentwicklungsprogramms „Starke Veedel – Starkes Köln“ die Verantwortung der Bewohn e- rinnen und Bewohner sowie weiterer Akteure für das „ei- gene“ Veedel langfristig zu stärken, zu stabilisier en und selbsttragende Strukturen auszubauen. Darüber hinau s werden folgende Ziele verfolgt: o Koordination und Bündelung der im Rahmen des Inte- grierten Stadtentwicklungskonzeptes vorgesehenen Bewohnerbeteiligungen und –aktivierungen sowie wei- terer Akteure vor Ort in Abstimmung mit der Sozial- raumkoordination o Intensivierung des nachbarschaftlichen, bürgerscha ftli- chen und ehrenamtlichen Engagements durch den Verfügungsfonds o Verbesserung der Vernetzung und Kooperation der Ak - 80 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ teure im Sozialraum in Bezug auf die im Integrierte n Gesamtprogramm, „Starke Veedel – Starkes Köln“ verankerten Maßnahmen Projektbaustein: Verfügungsfonds Querschnittsziele − Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung Projektziele − Mit dem Verfügungsfonds wird das Ziel verfolgt, Be woh- nerinnen und Bewohner sowie lokale Akteure des Sozi al- raumes aktiv in die Quartiersentwicklung einzubezie hen. Im Focus steht die Intensivierung des nachbarschaft li- chen, bürgerschaftlichen und ehrenamtlichen Engage- ments. Die kurzfristige und unkomplizierte Umsetzun g ei- ner Vielzahl von kleinen Projekten und Maßnahmen so ll zur Verbesserung des Miteinanders im Sozialraum füh - ren. Forciert werden soll insbesondere eine Verbesserung in der Kommunikation und Vernetzung innerhalb der B ür- gerschaft des Sozialraumes Humboldt / Gremberg und Kalk sowie eine Stärkung der Kooperation der Akteur e untereinander. Projektbaustein: „Bestandsanalyse und Schnittstelle n- management“ Querschnittsziele − Sozialraumorientierte Stadtentwicklung Projektziele − Im Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk werden bereits eine Vielzahl an Aktivitäten und Maßnahmen wirk- sam, stehen in der Praxis aber oftmals zu stark neb enei- nander. Mit dem Baustein „Bestandsanalyse und Schni tt- stellenmanagement“ sollen im Sinne einer sozialraum ori- entierten Handlungsweise, die Maßnahmen vor Ort ver - netzt werden und vorhandene Lücken über ergänzende Maßnahmen geschlossen und Dopplungen aufgezeigt werden. Ziel ist es die Zusammenarbeit in allen Fac hbe- reichen der Verwaltung sowie mit der Bürgerschaft u nd den weiteren Akteuren vor Ort zu stärken. Dabei knü pft der Prozess bei den bestehenden Strukturen sowie de n Aktivitäten und Angeboten der Akteure vor Ort an, d ie be- reits eine Vielzahl an laufenden Maßnahmen umsetzen. Projektbaustein: Öffentlichkeitsarbeit Querschnittsziele − Verbesserte Teilhabe- und Mitwirkung Operative Ziele − Verbesserte Aktivierung der Mieter am Wohnort − Stärker unterstützte und entwickelte Wohnadresse Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 81 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Projektziele − Ziel der Öffentlichkeitsarbeit ist es, einen aktiv en Prozess zur Konsens- und Imageentwicklung zu initiieren, in des- sen Vordergrund die Entwicklung eines neuen positiv en „Stadtteil-Gefühls" steht. − Eine breit ausgerichtete Öffentlichkeitsarbeit die nt dar- über hinaus der Information und Aktivierung der Akt eure im Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk. Sie richten sich im Wesentlichen an Bewohnerinnen und Bewohner, Multiplikatoren und Unternehmen sowie weitere Akteu re und verfolgt dabei das Ziel, das Programm und die d amit verbundenen Maßnahmen bekannt zu machen und eine positive Aufbruchsstimmung im Sozialraum zu erzeugen. − Die Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit setzten be i der Beteiligung und Aktivierung von Bevölkerung und Akt eu- ren vor Ort an und bilden einen wichtigen Beitrag z ur Mit- gestaltung des Programms durch die Bewohnerschaft. Indikatoren Projektbaustein: Quartiersmanagement − Bekanntheit, Akzeptanz und praktische Annahme des Quartiersmanagements bei der Bewohnerschaft − Anzahl der Teilnehmenden bei den durchgeführten Ve r- anstaltungen Projektbaustein: Verfügungsfonds − Anzahl der beantragten Maßnahme − Anzahl der durchgeführten Maßnahmen − Anzahl der beteiligten Personen Projektbaustein: „Bestandsanalyse und Schnittstelle n- management“ − Anzahl der Prozessbeteiligten − Anzahl der entwickelten bedarfsorientierten Angebo te im Konsens − Anzahl der beteiligten Dienststellen in der Verwal tung − Anzahl der Zielgruppen, die im Prozess erreicht wu rden − Subjektive Einschätzung des Prozesses durch die Pr o- zessbeteiligten Projektbaustein: Öffentlichkeitsarbeit − Anzahl der Veröffentlichungen (Flyer, Artikel, etc .) Kosten Verfügungsfonds: 410.676,00 € Quartiersmanagement: 286.863,50 € Öffentlichkeitsarbeit: 150.661,00 € Bestandserhebung und Schnittstellenmanagement: 52.360,00 € 82 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Gesamtkosten: 900.560,50 € Davon 2019 291.795,50 € Davon 2020 247.433,00 € Davon 2021 241.542,50 € Davon 2022 119.789,50 € Projektlaufzeit / Zeitraum Für alle Arbeitsmodule i st prozessbegleitend eine Projektlaufzeit von 42 Monate vorgesehen. Da die Maßnahme einen wic htigen Rahmen für das Gesamtprogramm bildet und ihr eine w ichtige Grundlage für die Erarbeitung und Implementierung e iner sozial- raumbezogenen Arbeitsweise zukommt, ist die Maßnahm e von Beginn an bis zum Abschluss des Programms vorzusehen. 01.01.2019 bis 30.06.2022 Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Stadten twicklung und Statistik Förderung Städtebauförderung Bemerkung Zum Stadterneuerungsprogramm 2017 wurde e in Förderantrag gestellt. Laut Veröffentlichung des MBWSV vom 18.04 .2017 ist für dieses Sozialraumgebiet keine Förderung vorgese hen. Sollte eine frühere Umsetzung der Maßnahme durch eine Förd erzusa- ge möglich werden, wird diese im Sinne der zügigen Programm- umsetzung durchgeführt. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 83 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Laufende Nummer 0.0.2 Handlungsfeld: Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung Maßnahme Prozessbegleitende Evaluation im Sozialrau m Humboldt / Grem- berg und Kalk Inhalt Projektbeschreibung Die Evaluation bildet einen wichtigen Beitrag zur B ewertung, Qualifizierung und Weiterentwicklung der Programmum setzung im Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk. Sie ist prozess- begleitend angelegt und nimmt das gesamte Maßnahmen paket im Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk in den Blick. Dabei wird besonders die Wirkung der städtebaulichen Maßn ahmen betrachtet und im Sinne des integrierten Ansatzes d er Quartiers- entwicklung vor allem Beteiligungs- und Aktivierung sprozesse in den Mittelpunkt gestellt. Die Evaluation ist auf den Sozialraum Humboldt / Gr emberg und Kalk ausgerichtet, wobei die Ergebnisse der Evaluat ion der drei Sozialräume Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord , Meschenich und Rondorf sowie Mülheim-Nord, Keupstra ße und Buchheim, Buchforst einfließen werden. Im Kontext d es Pro- gramms „Starke Veedel – Starkes Köln“ findet die Bü ndelung und Vernetzung der Ergebnisse aus den einzelnen Sozialräumen statt und wird im laufenden Prozess in die zu einem späteren Zeitpunkt hinzukommenden Sozialräume zurückgespiege lt. So- mit zeigt die Evaluation frühzeitig die Wirkung der Maßnahmen im Sozialraum wie auch im Kontext des Gesamtprogram ms auf und notwendige Veränderungen können eingeleitet werden. Vorgehen und Methode Die Evaluation ist prozessbegleitend und damit form ativ ange- legt. Sie verfolgt das Ziel laufend Bewertungen über den Prozess zu erhalten und Handlungsempfehlungen abzuleiten. E inerseits muss hierfür auf konkreten Daten aufgebaut werden, die im Rahmen des Controllings erhoben werden. Aus diesem Grund ist eine Beteiligung beim Aufbau des Controllings siche rzustellen. Andererseits erfolgt die Bewertung des Prozesses im Rahmen von diskursiven Prozessen, wie Workshops, Einzelges prächen, World-Cafés u. ä. Die prozessbegleitende Evaluation nimmt ein breites Spektrum an Themen in den Fokus. Eine parallele Bearbeitung aller The- men ist in der erforderlichen Intensität nicht mögl ich. Aus diesem Grund ist vorgesehen, Schwerpunkte zu unterschiedli chen Zeit- horizonten zu setzten. Die konkrete Abfolge ist im Rahmen des Prozesses festzulegen. Parallel hierzu ist eine kontinuierliche Selbsteval uation im Rah- men der Einzelmaßnahmen vorgesehen. Die Träger der Einzel- maßnahmen werden bei der Selbstevaluation unterstüt zt und qualifiziert (z. B. über Leitfragen, Erhebung von K ennwerten), so dass der laufende Prozess kontinuierlich bewertet u nd die Er- gebnisse in die „prozessbegleitende Evaluation“ zur ück gespie- 84 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ gelt werden können. Die Ergebnisse bilden einen ele mentaren Beitrag für die Gesamtevaluation. Die Gesamtsteuerung der Maßnahme „prozessbegleitend e Eva- luation“ sowie die Einbindung in das gesamte Maßnah menpro- gramm liegen bei der zentralen Koordinierungsstelle der Stadt- verwaltung (Amt für Stadtentwicklung und Statistik) . Auch das Controlling wird im Aufgabenbereich der zentralen K oordinati- onsstelle der Stadt Köln umgesetzt. Es wird sicherg estellt, dass eine enge Zusammenarbeit zwischen Evaluation und Co ntrolling erfolgt und Wechselwirkungen berücksichtigt werden. Für die Erbringung der Leistungen der einzelnen Mod ule wird zusätzliche externe Expertise und Ressourceneinsatz benötigt, so dass eine Ausschreibung der Leistungen vorgesehe n ist. Bie- tergemeinschaften können zugelassen werden. Zielgruppe Die Maßnahme kommt allen im Sozialraum a dressierten Ziel- gruppen zugute. Die Zielgruppe ist dabei sehr breit aufgestellt von der Verwaltung über Träger, Politik, sonstige s taatliche Insti- tutionen auf kommunaler Ebene, Sozialraum-koordinat orinnen und immer -koordinatoren bis hin zu weiteren (organ isierten) Akteuren und Interessensvertretungen im Quartier so wie Be- wohnerinnen und Bewohner. Ziele Querschnittsziel − Sozialraumorientierte Stadtentwicklung Projektziele Die Evaluation verfolgt das Ziel laufend Bewertunge n über den Prozess zu erhalten und Handlungsempfehlungen abzul eiten. Die Qualifizierung und Weiterentwicklung der Progra mmumset- zung steht im Fokus der Evaluation. Indikatoren − Anzahl der durchgeführten Methoden (Expertengesprä - che, World Café, etc.) − Bereitstellung von Zwischenergebnissen Kosten Kalkulierte Tagessätze Brutto: je 1.130,50 € 39 Tage: 44.089,50 € Gesamtkosten für den Sozialraum: 44.089,50 € davon 2019: 11.305,00 € davon 2020: 11.305,00 € davon 2021: 11.305,00 € davon 2022: 10.174,50 € Projektlaufzeit / Zeitraum 42 Monate 01.01.2019 bis 30.06.2022 Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Stadten twicklung und Statistik Förderung Städtebauförderung Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 85 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Bemerkung Zum Stadterneuerungsprogramm 2017 wurde e in Förderantrag gestellt. Laut Veröffentlichung des MBWSV vom 18.04 .2017 ist für dieses Sozialraumgebiet keine Förderung vorgese hen. Sollte eine frühere Umsetzung der Maßnahme durch eine Förd erzusa- ge möglich werden, wird diese im Sinne der zügigen Programm- umsetzung durchgeführt. 86 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 10.4 Handlungsfeld 1: Früh ansetzende Hilfen Laufende Nummer 1.0.5 Handlungsfeld: Früh ansetzende Hilfen Maßnahme Integration von zugewanderten Kindern, Jug endlichen und jun- gen Erwachsenen mit Flüchtlingsstatus in die besteh enden Re- gelsysteme durch aufsuchende mobile Arbeit im Sozia lraum Humboldt / Gremberg und Kalk (Nachrichtlich) Inhalt Ausgangslage Die gesellschaftliche Situation im Sozialraum Humbo ldt / Grem- berg und Kalk ist durch den überdurchschnittlich ho hen Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund und schlecht en Per- spektiven auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt gep rägt. Dies wirkt sich auf das Verhalten der Kinder und Jugendl ichen im Stadtteil spürbar aus. Geringe Akzeptanz von kultur ellen Unter- schieden, eine latente Feindlichkeit dem anderen ge genüber, Selbstbezug und Abgrenzung auf die eigene Herkunfts gruppe ist vor allem in sozial benachteiligten Familien, unabh ängig von der jeweiligen Nationalität, auszumachen. Durch aufsuch ende Ju- gendarbeit soll hier insbesondere die Zielgruppe mi t Flüchtlings- status niederschwellig erreicht und in die bestehenden Regelsys- teme integriert werden. Die Anbindung insbesondere der Kinder, Jugendlichen und jun- gen Erwachsenen an Jugendeinrichtungen und Schulen, die Bindung von Kapazitäten an Integrationsleistungen ( z.B. Sprach- kurse, familienunterstützende Angebote) und die akt ive Freizeit- gestaltung der Kinder und Jugendlichen sind nur ein Teil der ört- lichen Herausforderungen. Hier gilt, wie generell i n der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, eine adäquate Planung und Bereitstel- lung von adressatengerechten Angeboten mit dem Ziel der In- tegration von jungen Flüchtlingen in die bestehende n Regelan- gebote. Projektbeschreibung Neben Gesprächs- und Beratungsangeboten vor Ort bei nhaltet die mobile aufsuchende Arbeit insbesondere eine Unt erstützung der Jugendlichen bei der Umsetzung ihrer Wünsche un d Interes- sen im Freizeitbereich, Kulturbereich und Bildungsbereich Im Rahmen von Gemeinwesenarbeit ist die Mobile Arbe it mit unterschiedlichen Institutionen im Stadtgebiet wie Schulen, Ver- einen und Kirchen, sowie der städtischen Streetwork etc. ver- netzt. Die Angebote in mobiler und aufsuchender Arbeit kön nen für die heranwachsenden Flüchtlinge z.B. vor einer Flüchtli ngsunter- kunft oder auf einem öffentlichen Spiel- oder Bolzp latz stattfin- den. Es handelt sich dabei um niederschwellige Spie l-, Sport- und Kreativangebote, die zumeist gemeinsam mit Kind ern und Jugendlichen aus dem Stadtteil durchgeführt werden. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 87 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Zielgruppe Sozial benachteiligte Kinder, Jugendlich e und junge Erwachsene mit Flüchtlingsstatus im Alter von 10 bis 25 Jahren. Ziele Übergeordnetes Ziel Mobiler Jugendarbeit ist die Integration und die Verbesserung der Lebenswelt Jugendlicher. In Hi nblick auf den öffentlichen Raum gilt es insbesondere, Prozess e der Aus- grenzung, Vorverurteilung und Stigmatisierung von J ugendlichen zu verhindern oder zu verringern. Entsprechend ist die Förde- rung gesellschaftlicher Akzeptanz und Toleranz gege nüber Ju- gend und Jugendkultur und umgekehrt zu fördern. Ziel der Projekte ist, insbesondere die Zielgruppen der nicht an- gebundenen Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Flücht- lingsstatus zu erreichen und diesen den Zugang zur Infrastruktur des Sozialraumes und damit der gesellschaftlichen T eilhabe zu ermöglichen, um ihre Lebenssituation nachhaltig zu verbessern (Heranführung an die Regelsysteme). Aufgrund der in dividuellen Multiproblemlagen der Zielgruppe ist eine individue lle Begleitung des Einzelnen nötig. Nachhaltiges Wirken und Veränderung von Verhaltensw eisen und Ansichten durch eine frühzeitige Unterstützung der Kinder, Jugendlichen und Familien durch Beziehungsarbeit, B eratung, Information und Begleitung; Verbesserung der Integr ation in den Stadtteil und darüber hinaus ist ein weiteres Ziel. Eine Vernetzung und Einbindung in bestehende Strukt uren vor Ort, z.B. in die Jugendeinrichtung, den Sportverein etc. wird zu- sätzlich angestrebt. Indikatoren - Anzahl der Kontakte differenziert nach Zielgruppe n, - Dokumentation der Themen von Jugendlichen und ihr er Bearbeitung, - Zahl der Vermittlungen zu sonstigen unterstützend en An- geboten/ Kooperationspartnern, - Zahl der Vermittlung in Qualifizierungsangebote o der Ausbildung - Vermittlung in bestehende Institutionen Kosten Für das Projekt im Sozialraumgebiet Humboldt / Gremberg und Kalk werden folgende Kosten angesetzt: Personalkosten: 1 Stelle Projektleitung kleine und mittlere Projekte 88.200 € pro Jahr / 176.400 € für 2 Jahre Sachkosten: Sachkosten enthalten Honorar- und Materialkosten 40.800 € pro Jahr / 81.600 € für 2 Jahre 88 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Gesamtkosten: 258.000 € Davon 2019: 129.000 € Davon 2020: 129.000 € Projektlaufzeit/ Zeitraum Laufzeit 24 Monate 01.01.2019 bis 31.12.2020 Eine Weiterentwicklung dieser Maßnahme ist denkbar. Die kon- krete Fortführung ist im Rahmen einer modularen Bet rachtung abhängig vom Evaluationsergebnis der vorgesehenen M aßnah- me Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Kinder, Jugend und Familie, Abteilung Kin- derinteressen und Jugendförderung Förderung ESF-Einzelprojekt Vorrangige Fördermöglichkeiten wurden geprüft und s ind nicht erkennbar. Bemerkung Das mobile Angebot wird in enger Abstimmu ng mit den Akteuren im Sozialraum konzipiert. Die Maßnahme ZuBeFa (Zugehende Beratung von neu zug e- wanderten Familien aus Südosteuropa und deren Kinde rn) wird zurzeit mit einem vergleichbaren Ansatz über EHAP ( Europäi- scher Hilfsfonds für die am stärksten benachteiligt en Personen) vom 01.01.16 – 31.12.18 in den Stadtbezirken: Rodenkirchen Ehrenfeld Nippes Chorweiler Porz Kalk Mülheim durchgeführt. Die Maßnahme wird nachrichtlich im Programm aufgefü hrt, eine Förderung über das Programm „Starke Veedel – Starke s Köln erfolgt nicht. Seitens der Stadt Köln wird eine alt ernative Maß- nahme geprüft. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 89 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Laufende Nummer 1.0.7 Handlungsfeld: Früh ansetzende Hilfen Maßnahme Qualifizierungsoffensive Offene Kinder- un d Jugendarbeit Köln in Humboldt / Gremberg und Kalk Inhalt Ausgangslage Die Abfrage bei Trägern der freien Jugendhilfe in d er Stadt Köln zu Handlungsnotwendigkeiten im Handlungsfeld „Früh anset- zende Hilfen“ hat als einen wichtigen Handlungsbeda rf das Thema „Professionalisierung des Systems durch Quali fizierung“ ergeben. Dies gilt aufgrund der spezifischen Ausgan gslage auch für den Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk. Dabei sind sowohl Setting-interne Qualifizierungsan gebote in- nerhalb der Kinder- und Jugendhilfe als auch Settin g- übergrei- fende Angebote mit kooperierenden Systemen wie Kita , Famili- enzentren, Schule, Übergangssystem Schule / Beruf, Prävention als Bedarfe genannt worden. Entsprechende übergreifende Qualifizierungsangebote sind bis- her nicht verfügbar, bieten aber große Chancen hins ichtlich der Optimierung von Präventionsketten durch besser aufe inander ausgerichtete Teilsysteme. Gleichzeitig soll über die Qualifizierungsoffensive ein Beitrag zur Fachkräftesicherung in der Offenen Kinder- und Juge ndarbeit geleistet werden. Es sollen sowohl die vorhandenen Fachkräfte- potenziale gestärkt und weiterentwickelt werden, a ls auch Auf- stiegsmöglichkeiten der Beschäftigen zu Fachkräften durch Fort- bildungen verbessert werden. Projektbeschreibung Im Rahmen des Projektes soll eine Qualifizierungsof fensive rea- lisiert werden, die sozialräumliche Bezüge – hier f ür den Sozial- raum Humboldt / Gremberg und Kalk – ebenso wie eine gesamt- städtische Ausrichtung umfasst. Die Qualifizierungs inhalte las- sen sich dabei in fachübergreifende Themen (z.B. Pr ojektma- nagement) und fachspezifische Inhalte (zum Beispiel Kindes- wohl) unterscheiden. Um über die Setting-übergreifenden Qualifizierungen einen Bei- trag zur Stärkung der sozialräumlichen Präventionsk etten zu er- reichen, wird innerhalb des Curriculums ein Schwerp unkt in der Durchführung von Qualifizierungen in den Sozialräum en unter Einbeziehung der jeweils vor Ort aktiven Kooperatio nspartner liegen. Setting-interne Qualifizierungen werden zen tral umge- setzt. Die Umsetzung des Projektes erfolgt in den folgende n Arbeits- paketen: − Ermittlung des Qualifizierungsbedarfes aller relev anten Akteure − Entwicklung eines bedarfsgerechten Qualifizierungs kon- zeptes 90 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ − Umsetzung und Durchführung des Qualifizierungskon- zeptes − Evaluierung der durchgeführten Qualifizierung Das Projekt wird in allen 11 Sozialräumen zeitgleich durchgeführt, da angesichts der dezentralen, bezirklich ausgerich teten Struktu- ren der Offenen Kinder- und Jugendarbeit in Köln nu r so sicher- gestellt werden kann, dass das gesamte System und n icht nur einzelne Akteure qualifiziert werden. Mögliche Themenschwerpunkte der Qualifizierungsoffe nsive auf der Grundlage der Bedarfsabfrage: − Armutssensibles Handeln in der Offenen Kinder- und Ju- gendarbeit − Sprachförderung − Anerkennung und Sichtbarmachung Non-formaler Bil- dungsprozesse − Interkulturelles Lernen − Netzwerken und Projektmanagement − Berufswahlorientierung in der Jugendarbeit − Primärpräventive Suchtberatung − Bewegung, Ernährung und Stressregulation in Kinder - und Jugendeinrichtungen − Digitalisierung und Medienpädagogische Präventions ar- beit − Kindeswohl und Kindeswohlgefährdung − Ökologische Bildung (z.B. Urban Gardening) − Kulturelle Bildung − Inklusion Zielgruppe − Beschäftigte in der Offenen Kinder- und Jugendarbe it in Köln − Erzieherinnen und Erzieher in Kitas und Familienze ntren − Lehrkräfte im Primar- und Sekundarbereich − Träger des Offenen Ganztags − Träger im Übergangssystem Schule / Beruf − Träger im Präventionsbereich Ziele Operative Ziele − Neu geschaffene, bedarfsgerechte Angebotsstrukture n − Vernetze Beratungs- und Angebotsstrukturen im Bere ich Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 91 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Bildung mit bedarfsgerechten Zugängen und Angebots- formen − Verbesserung Übergangsmanagement –Frühe Bildung, Schule, Beruf, Arbeitsmarkt − Stärkung der vorhandenen Fachkräftepotenziale und Steigerung der Beschäftigungsfähigkeit als Fachkräf te durch Fortbildungen Projektziele − Kompetenzstärkung der handelnden Akteure durch Vermittlung praxisrelevanter Fortbildungsinhalte − Stärkung der sozialräumlichen und gesamtstädti- schen Präventionsstrukturen durch bessere Kenntnis- se über die Arbeitsfelder benachbarter Professionen und damit einhergehend weitere wissensbasierte Vernetzung aller Akteure − Beitrag zur Fachkräftesicherung in der Offenen Kin - der- und Jugendarbeit Indikatoren − Anzahl der durchgeführten Setting-internen und übe rgrei- fenden Qualifizierungen − Anzahl der Teilnehmenden − Relevanz der Qualifizierungsinhalte für die berufl iche Praxis (auf der Grundlage der Teilnehmenden- Befragung) 92 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Kosten Kosten für 11 Sozialräume Kosten für den Sozialraum Humboldt/Grem- berg und Kalk pro Jahr 2 Jahre Stel- lenan- teile für den Sozial- raum anteilige Kosten Personalkosten 1 Stelle Koordination (Projektleitung kleine Projekte) 88.200 € 176.400 € 0,09 16.036 € 0,5 Stelle Assistenz 30.060 € 60.120 € 0,09 5.465 € Personalkosten gesamt: 236.520 € - 21.501 € Davon Haushaltsjahr 2018: 118.260 € - 10.751 € Davon Haushaltsjahr 2019: 118.260 € - 10.751 € Sachkosten Honorare Dozentinnen und Dozenten 22.500 € 45.000 € - 4.091 € Materialien für Fortbildungen 3.000 € 6.000 € - 545 € Raummieten für Fortbildungen 6.500 € 13.000 € - 1.182 € Sachausgaben gesamt: 64.000 € - 5.818 € Davon Haushaltsjahr 2018: 32.000 € - 2.909 € Davon Haushaltsjahr 2019: 32.000 € - 2.909 € Gesamtkosten Davon Haushaltsjahr 2018: Davon Haushaltsjahr 2019: 300.520 € 150.260 € 150.260 € - 27.320 € 13.660 € 13.660 € Projektlaufzeit / Zeitraum 2 Jahre / 24 Monate 01.01.2018 – 31.12.2019 Eine Weiterentwicklung dieser Maßnahme ist denkbar. Die kon- krete Fortführung ist im Rahmen einer modularen Bet rachtung abhängig vom Evaluationsergebnis der vorgesehenen M aßnah- me. Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Kinder, Jugend und Familie / Offene Kinder- und Jugendarbeit Förderung − ESF (gegebenenfalls Fachkräfteinitiative) − Vorrangige Fördermöglichkeiten wurden geprüft und sind nicht erkennbar. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 93 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Laufende Nummer 1.0.12 Handlungsfeld: Früh ansetzende Hilfen Maßnahme Sprachförderangebote für neu eingereiste J ugendliche und jun- ge Erwachsene zwischen 16 und 25 Jahren mit keinen oder ge- ringen Deutschkenntnissen im Rahmen von Jugendinteg rations- kursen im Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk Inhalt Ausgangslage Zunehmend reisen Jugendliche ab 16 Jahren neu zu, e ntweder als Flüchtlinge mit ungesichertem Aufenthaltsstatus oder viel- fach aus Südosteuropa. In der Regel verfügen sie weder über Schulabschlüss e noch über die erforderlichen Deutschkenntnisse, um Schul abschlüsse in absehbarer Zeit erreichen zu können. Durch die geringen Deutschkenntnisse besteht darübe r hinaus ein sehr erschwerter Zugang zu Praktikumsplätzen oder gar zum Arbeitsmarkt. In den Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk sind in 2015 insgesamt 456 Jugendliche und junge Erwachsene zwis chen 15 und 25 Jahren neu zugewandert 12 . Die Chancen auf kurzfristige Aufnahme in ein Regelsystem zur Verbesserung der Bi ldungs- und Berufsperspektive sind der Zielgruppe entweder nicht kurz- fristig möglich oder strukturell nicht zugänglich. Den persönli- chen und gesellschaftlichen Folgen fehlender Perspektiven kann mit dem kurzfristig zugänglichen Angebot der Jugend integrati- onskurse präventiv begegnet werden. Projektbeschreibung Projekt-/Aufgabenbeschreibung Der Zugang zu bestehenden Jugendintegrationskursen wird den Jugendlichen ermöglicht, die keinen Anspruch auf ei ne BAMF- (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) geförderte Maßnahme haben, und nicht im Regelsystem Schule einen Platz finden. Zur Teilnahme erteilt das Kommunale Integrationszentrum (KI) Köln einen Gutschein für den Jugendintegrationskursträge r, der ent- sprechend seine Kosten von ca. 3.000 €/ Teilnehmend em ab- rechnet. Vorangegangen ist eine Einzelfallprüfung u nd -entscheidung durch das KI Köln. Bestehende Jugendintegrationskurse werden durch die se Maß- nahme für die beschriebene Zielgruppe geöffnet. Die Maßnahme ist ein wirksamer Teil der Präventions kette im Bereich (Aus-) Bildung und Beruf. in 3 obligatorischen Modulen á 300 Stunden werden d ie Jugend- lichen und jungen Erwachsenen in die Lage versetzt, mit der 12 Aufgrund der aktuellen Flüchtlingssituation ist in der Gesamtschau für die Sozialräume ein deutli- cher Anstieg dieser Bevölkerungsgruppe zur verzeichnen. 94 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Sprache und den Lebensverhältnissen im Bundesgebiet so ver- traut zu werden, dass sie ohne Hilfe oder Vermittlu ng Dritter in allen Angelegenheiten des täglichen Lebens selbstst ändig han- deln können. Sie − werden durch fachliche Kenntnisse auf ein zukünfti ges Weiterlernen in einer schulischen oder beruflichen Bil- dungseinrichtung oder in einem Betrieb vorbereitet − werden mit dem Ziel der Ausbildungs- und Berufsvor be- reitung mit dem Schul- und Ausbildungssystem vertra ut gemacht − erwerben und erweitern Allgemeinwissen zu verschie de- nen Bereichen des Lebens in Deutschland wie Gesund- heitswesen, Alkohol- und Drogenprävention, Ein Orientierungskurs über 60 Stunden vermittelt Ke nntnisse und Verständnis zu deutschen rechtsstaatlichen Zusa mmen- hängen, Rechten, Pflichten und zu interkultureller Kompetenz. Während des Jugendintegrationskurses werden die Tei lneh- menden durch Jugendmigrationsdienste und die Kurstr äger selbst beraten. Der Übergang in weiter führende Bil dung und Ausbildung bzw. den Beruf soll nahtlos gesichert werden. Zielgruppe Neu Zugewanderte zwischen 16 und 25 Jahr en ohne Anspruch auf BAMF- finanzierte Jugendintegrationskurse, die entweder im Sozialraum wohnen, einen Jugendintegrationskurs bes uchen können oder dort ihre sozialen Bezüge haben. Ziele Verbesserung der Integrationschancen in das S chul- und Aus- bildungssystem und in den Arbeitsmarkt Indikatoren Zahl der von der Zielgruppe abgeschloss enen Jugendintegrati- onskurse Kosten Sachkosten Die Kosten für einen Jugendintegrationskurs belaufen sich aktu- ell auf 3,10 €/Stunde Für 960 Stunden ergeben sich Gesamtkos- ten von 2.976 € pro Kursplatz. Für 20 angestrebte Plätze /Jahr im Sozialraum betragen die Pro- jektkosten 59.520 €/Jahr , auf 2 Jahre sind dies 119.040 €. Personalkosten Mit der Projektabwicklung ist ein zusätzlicher Pers onalmehrbe- darf verbunden. Als Teilprojekt ergänzend zu den So zialräumen Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord und Mülheim -Nord, Keupstraße und Buchheim, Buchforst entfallen 20 Pro zent einer halben Stelle „Projektmitarbeit“ (die Hälfte von 76 .440 €/Jahr) auf diesen Sozialraum mit zusätzlich 7.644 €/Jahr u nd 15.288 € auf die Projektlaufzeit. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 95 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Gesamtkosten 134. 328 Davon 2018: 67.164 € Davon 2019: 67.164 € Projektlaufzeit/ Zeitraum 24 Monate / 2 Jahre 01.01.2018 - 31.12.2019 Eine Fortführung über den 31.12.2019 hinaus ist mög lich und grundsätzlich gewünscht. Eine Weiterentwicklung der Maßnah- me ist denkbar. Die konkrete Fortführung ist im Rah men einer modularen Betrachtung abhängig vom Evaluationsergeb nis der Maßnahme. Projektverantwortlicher Stadt Köln: Punktdienststel le Diversity, Kommunales Integrati- onszentrum Förderung − ESF B1.2 Armutszuwanderung ggfs. als Einzelprojekt e zur Integration Vorrangige Fördermöglichkeiten wurden geprüft und sind nicht erkennbar. − Die Durchführung der Maßnahme steht unter dem Vorb e- halt eines möglichen Förderzuganges bzw. einer ausr ei- chenden Förderquote. Bemerkung Für diese Maßnahme ist eine Anpassung der Konzeption vorge- sehen. 96 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Laufende Nummer 1.0.16 Handlungsfeld Früh ansetzende Hilfen Maßnahme Zugehende Hilfe zur Überleitung ins Regels ystem und Entwick- lung einer beruflichen Perspektive für junge Mensch en mit psy- chischen Problemen bis 27 Jahre in allen Sozialraum gebieten, hier: Humboldt / Gremberg und Kalk Inhalt Ausgangslage Die elf Sozialraumgebiete − Bickendorf, Westend und Ossendorf − Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord − Höhenberg und Vingst − Ostheim und Neubrück − Mülheim-Nord und Keupstraße − Buchheim und Buchforst − Porz Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil − Meschenich und Rondorf − Bilderstöckchen − Bocklemünd / Mengenich − Humboldt / Gremberg und Kalk weisen sich durch wirtschaftliche, soziale und gesu ndheitliche Benachteiligung aus. Hier leben gehäuft Familien mi t niedrigem sozialen Status und Multiproblemlagen. Viele der do rt aufwach- senden jungen Menschen bis 27 Jahre werden aufgrund von ganz unterschiedlichen Problemkonstellationen daran gehin- dert, eine eigene Lebensperspektive insbesondere im Hinblick auf eine berufliche Zukunftsgestaltung zu entwickeln. Ihnen fällt es schwer, die altersüblichen Entwicklungsschritte zu gehen. Sie ziehen sich zurück und vermeiden den direkten K ontakt zu anderen Menschen oder verhalten sich aggressiv und abwei- send. Oft werden auch Alkohol bzw. illegale Drogen konsu- miert. Ursache eines solches Verhaltens können psyc hiatrische sowie weitere Beeinträchtigungen oder Erkrankungen sein, die als solche meist (noch) nicht diagnostiziert sind. Dieses müsste aber frühzeitig erkannt und bei der weiteren schuli schen oder beruflichen Planung berücksichtigt werden. Unter Um ständen wäre parallel (oder vorgeschaltet) eine Behandlung/ Therapie erforderlich, um eine berufliche Perspektive überhaupt in Angriff nehmen zu können. Diese jungen Menschen benötigen d aher eine gezielte Unterstützung von Menschen, die ihre Bedürfnisse erkennen, über sozialpsychiatrische Kenntnisse verf ügen und eng mit dem psychiatrischen Hilfesystem zusammenarbeiten. Kölner Fachleute unterschiedlicher Institutionen (z um Beispiel Jobcenter, Landschaftsverband, Ämter der Stadt Köln , Träger der Jugendhilfe und Erwachsenenpsychiatrie) haben A nfang 2016 Handlungsempfehlungen entwickelt, die speziell e Hilfen für die Zielgruppe der jungen Menschen mit psychisc hen Prob- lemen präferieren. Unter der Bezeichnung „Kompetenz zentrum Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 97 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ U 27“ (Arbeitstitel) beinhalten die Empfehlungen ei n Gesamt- angebot bestehend aus einer zugehenden Hilfe , einer nieder- schwelligen Beratung, einem Kontaktangebot und Hilf en zur Tagesstrukturierung/Beschäftigung. Das Angebot der zugehenden Hilfe für junge Menschen mit psychischen Problemen bis 27 Jahre in allen Sozialr aumgebie- ten könnte als ein wesentlicher Baustein innerhalb der o.g. be- darfsorientierten Angebotsstruktur fungieren, da er Betroffenen mit besonders hohem Entwicklungsbedarf den Weg zu w eiter- führenden Unterstützungsleistungen zugänglich macht . Erfah- rungswerte belegen, dass die jungen Menschen, die i n einem sozial benachteiligten Umfeld leben und zusätzlich eine psychi- sche Beeinträchtigung aufweisen, einen sehr niedrig schwelli- gen Zugang benötigen, um im Regelsystem wie z.B. ge sund- heitliche Versorgung, im Bildungssystem, Arbeit, an zukommen. Immer dann, wenn die Komm-Strukturen eines Angebots , bei- spielsweise einer Beratungsstelle, (noch) nicht gre ifen, bietet zugehende Hilfe die Möglichkeit einer ersten Kontak taufnahme und Überleitung zu dem passgenauen Angebot mit Komm - Struktur. In der Praxis bedeutet dies, dass die jun gen Men- schen überwiegend zu Hause aufgesucht werden, da sie häufig sozial zurückgezogen leben, keinen Peergroups angeh ören, weder die Angebote für Jugendliche und junge Erwach sene noch entsprechende Institutionen nutzen oder sich a n bekann- ten Hotspots ihrer Altersgruppe in der Stadt aufhal ten. Der so- zialpsychiatrische Ansatz hat dabei das Ziel, junge Menschen mit psychischen Problemen niedrigschwellig in ihren Alltags- kompetenzen zu stärken, die Betroffenen langfristig in das Re- gelsystem anzubinden und Übergänge in gesundheitlic hen, schulischen und/oder beruflicher Lebensbereichen zu begleiten. Je nach Einzelfall können hierzu auch Maßnahmen des Job- centers gehören. Rückmeldungen der Mitarbeiter/inne n des Jobcenters U 25 zufolge, sind viele der jungen Kund innen und Kunden nicht in der Lage, die Voraussetzungen solch er Maß- nahmen des Jobcenters zu erfüllen. Sie benötigen im Vorfeld Hilfen, die sie auf einen solchen Schritt vorbereit en. Damit be- käme auch ein bisher kaum zu erreichendes Klientel die Chan- ce, an Zukunftsperspektiven zu arbeiten. Ebenso kön nen auf diese Weise Maßnahmenabbrüche verhindert und Ressou rcen gezielt eingesetzt werden. Die zugehende Hilfe würd e eine bis- her in der Fachwelt deutlich wahrgenommene Lücke im Hilfe- system schließen. Schnittstellen zu Regelangeboten und Anknüpfungsmög - lichkeiten • Bildungseinrichtungen wie Schulen, insbesondere die Schulsozialarbeit, sonstige städtische Einrich- tungen, Jobcenter U25 und alle Akteure in den Sozi- 98 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ alraumgebieten vor Ort sind wichtige Kooperations- partner, da sie häufig Hinweise auf die Personen de r bedürftigen Zielgruppe erhalten oder in direktem Kontakt mit den Personen stehen (z. B. Schulen, Kompetenza- genturen) Insbesondere bei vermuteten oder bestehen - den psychiatrischen Problemlagen kann das hier darg e- stellte Angebot von den Kooperationspartnern hinzug e- zogen werden bzw. eine Vermittlung erfolgen. • Mit dem Jobcenter U25 gibt es im Rahmen der einzel- fallbezogenen Begleitung eine enge Zusammenarbeit, u. a. wenn es um die Entwicklung einer beruflichen Per- spektive geht. Sollte sich bei der Beratung eines J u- gendlichen/jungen Erwachsenen durch das Jobcenter U25 eine sozialpsychiatrische Problematik abzeichnen, besteht im Rahmen der Kooperation die Möglichkeit, ei- ne einzelfallbezogene Begleitung durch die hier dar ge- stellte Maßnahme einzuleiten. • Streetwork der Jugendhilfe (siehe auch Maßnahme 1.0.5) Im Gegensatz zu dem hier dargestellten Angebot 1.0. 16 besteht die Zielgruppe von Streetwork in der Regel aus Kindern und Jugendlichen, die sich an bekannten Hot - spots aufhalten und sich dort mit Gleichgesinnten d er Peergroup treffen. Daher sind im überwiegenden Fall die Zielgruppe von Streetwork und die Zielgruppe de s hier dargestellten Angebots nicht identisch. Wenn s ich jedoch bei der einzelfallbezogenen Begleitung eines Ju- gendlichen/jungen Erwachsenen im Rahmen von Streetwork eine sozialpsychiatrische Problematik ab - zeichnet, besteht im Rahmen der Kooperation beider Maßnahmen die Möglichkeit, dass die einzelfallbezog e- ne Begleitung entsprechend an die hier dargestellte Maßnahme übergeleitet wird. • Gesundheitsamt Es gibt eine enge fachliche Kooperation des o.g. An ge- bots 1.0.16 mit dem Sozialpsychiatrischen Dienst de s Gesundheitsamtes. Das Angebot 1.0.16 ergänzt das bestehende Regelangebot. Der Sozialpsychiatrische Dienst ist ein stadtweites Angebot, das Hilfen und Bera- tung für Erwachsene mit einer psychischen Erkrankun g nach dem Gesetz über den öffentlichen Gesundheits- dienst (ÖGD) und Gesetz über Hilfen und Schutzmaß- nahmen bei psychischen Krankheiten (PsychKG). vor- hält (zum Beispiel in Krisensituationen). Es handel t sich dabei in der Regel nicht um eine intensivierte und län- gerfristige Begleitung, sondern um eine situative H ilfe- stellung für ausschließlich erwachsene Menschen. Das hier neu benötigte Angebot richtet sich hingegen au ch an minderjährige junge Menschen mit in der Altersphase benötigten spezifischen Hilfestellungen – sobald de r Bedarf auftritt oder bekannt wird. In der Praxis zeigt sich, dass eine Kontaktaufnahme zu diesen jungen Menschen mit der beschriebenen Prob- Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 99 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ lematik überaus schwierig ist. Ihnen ist selbst nic ht be- wusst, dass ggf. psychische Problemlagen vorliegen. Daher sehen sie keinen Grund, einen Fachdienst wie den Sozialpsychiatrischen Dienst oder einen niederg e- lassenen Facharzt/eine Fachärztin aufzusuchen. Die Angehörigen nehmen die Situation meist deutlicher wahr. Ihnen ist aufgrund ihrer persönlichen Betroffenheit und (in der Regel) fehlender Fachkenntnisse jedoch nicht möglich ist, die Jugendlichen bzw. jungen Erw ach- senen zu motivieren, aktiv Hilfe zu suchen. Meist v er- geht sehr viel Zeit, sodass die Betroffenen erst vi el zu spät Zugang zum Hilfesystem finden. In der Zwischen - zeit ist unter Umständen keine gezielte Perspektivp la- nung erfolgt oder die Ausbildung bzw. die Schule wu rde abgebrochen, da keine helfenden Maßnahmen begon- nen worden sind. Eine Erfahrung, die sehr frustrier end für die jungen Menschen ist und im Zuge einer umfas - senden Hilfeplanung vermieden werden könnte. Die hier beschriebene Maßnahme 1.0.16 ist eine aufsuchende, speziell auf junge Menschen und schulische/beruflic he Orientierung ausgerichtete Hilfe mit einem besonder s niedrigschwelligen Ansatz. Sie ist daher geeignet, einen Kontaktaufbau schrittweise einzuleiten. Darüber hin aus kann durch die Spezialisierung und den intensiven K on- takt zu Schnittstellen, beispielsweise mit dem Jobc enter U25, eine wirksame und zielgerichtete Hilfe angebot en werden. Aufgrund der Vernetzung des hier beschriebe - nen Angebots im Sozialraum und entsprechenden Insti - tutionen wie zum Beispiel den Schulen, ist es unter an- derem möglich, die betroffenen jungen Menschen über - haupt zu erreichen. Dadurch kann frühzeitig prävent iv eingeschritten und die Chronifizierung einer eventu ell bestehenden Erkrankung oder die Erlangung einer Er- krankung vermieden werden. Projektbeschreibung • Intensiv abholende und stark akzeptierendes Hilfsa ngebot, sprichwörtlich abholende Begleitung beispielsweise beim Verlassen der Wohnung oder bei der Kontaktherstellu ng mit anderen Menschen, die eine sehr akzeptierende u nd langsam aufbauende Hilfe notwendig macht und auf ei ner vertrauensvollen Beziehung beruht. • Stärkung der Alltagskompetenzen und somit langfris tig An- bindung an die Regelangebote. Dabei ist es von größ ter Wichtigkeit, dass dieser Prozess kontinuierlich ver läuft und sich an den individuellen Bedürfnissen jedes Einzel nen ori- entiert. Beispielhafte Aufgabendarstellung • Herstellung einer vertrauensvollen Kontakts im Rah men aufsuchender Tätigkeit • Entwicklung einer individuellen realistischen Pers pektive, 100 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ insbesondere im Bereich Tagesstrukturierung, Beschä fti- gung, Ausbildung • Gestaltung des Übergangs zwischen Schule und Beruf :  Hilfe im Kontakt zum Jobcenter U 25 und anderen In sti- tutionen  Anbindung an die Angebote des gesundheitlichen Re- gelsystems Diese Maßnahme hat einen modellhaften Ansatz, der e rstmalig in Köln erprobt wird. Es kann dabei auf Erfahrungen bereits durchgeführter Projekte in anderen Städten, zum Beispiel „Achtung-Fertig-Los!“ in Velbert, mit ähnlichen Zielsetzungen zurückgegriffen werden. Der Sozialpsychiatrische Dienst des Gesundheitsamte s, als kommunaler Leistungsträger der Daseinsvorsorge, erf üllt, wie oben beschrieben, konkrete Aufgaben gemäß ÖGD und PsychKG (Gesetz über Hilfen und Schutzmaßnahmen bei psy- chischen Krankheiten). Zu den Tätigkeiten des Diens tes gehört eine meist situative Hilfestellung und Kriseninterv ention. Ebenso wird entsprechend der gesetzlichen Vorgaben keine a uf Dauer angelegte intensive Begleitung und Beratung von Men schen mit psychischen Problemen über einen längeren Zeitraum geleistet. Der Dienst kann auch nur von erwachsenen Betroffene n ab 18 Jahren in Anspruch genommen werden und ist nicht al tersspezi- fisch auf ein junges (minderjähriges) Klientel ausg erichtet. Erfah- rungsgemäß treten Schwierigkeiten und die Notwendig keit einer beruflichen oder schulischen Planung bereits vor de m Erreichen einer Volljährigkeit auf. Zu erwarten ist vielmehr, dass der Sozi- alpsychiatrische Dienst als Kooperationspartner, ju nge Men- schen an die Projektmitarbeiter/innen vermitteln wird. Ergänzend zu den genannten Aufgaben können die konk reten Aktivitäten der zugehenden Hilfe beispielhaft sein: • Motivation zur Entwicklung einer realistischen Zuk unftspla- nung und Hilfe bei der Umsetzung (individuelle Hilf epla- nung) • Begleitung bei notwenigen Behördengängen (Jobcente r, Jugendamt usw.) • Motivation und Begleitung zu ggf. einer psychiatri schen Behandlung und/oder Psychotherapie • Hilfe bei der Kontaktaufnahme zu anderen Hilfeträg ern (Bildungseinrichtungen, Arbeitsprojekten, Betreutes Woh- nen usw.) • Unterstützung bei der Aufnahme und Pflege sozialer Kontakte • Hilfe bei der Gestaltung freier Zeit und Vermittlu ng zu spe- ziellen Freizeitangeboten zur Tagesstrukturierung • Beratung und Unterstützung der Angehörigen des Bet roffe- nen/der Betroffenen Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 101 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Zu den über den Einzelfall hinausgehenden Aufgaben gehören unter anderem: • Kontaktaufbau und -erhalt zu regionalen Kooperatio nspart- nern • Klienten-Akquise im Sozialraum • Fachlicher Austausch und Teilnahme an arbeitsfeldb ezo- genen Gremien (Einrichtungsebene) Es ist davon auszugehen, dass durchschnittlich bis zu 5 Prozent der Wochenarbeitszeit für übergreifende Tätigkeiten verwendet wird. Die Hilfe kann ohne formales Verfahren beginnen, so bald der Betroffene/die Betroffene Interesse zur Mitarbeit b ekundet. Sie endet, wenn eine erfolgreiche Anbindung an eine wei terführende Hilfe erfolgt, die eine konkrete und nachhaltige Pe rspektive eröff- net beziehungsweise wenn der Betroffene/die Betroff ene keine Unterstützung mehr benötigt oder wünscht. Die Intensität der Begleitung entspricht dem jeweil igen Hilfebe- darf und wird voraussichtlich mehrere persönliche K ontakte pro Woche umfassen. Sie erfordert ergänzend von den Fac hkräften eine Vor- und Nachbereitungszeit, um Telefonate zu führen und Schriftverkehr bearbeiten zu können. Geschätzt hand elt es sich dabei um ca. 3,5 bis 4 Stunden pro Woche und Klient bezie- hungsweise Klientin und kann sich über einen Zeitra um von durchschnittlich 6 bis 9 Monaten erstrecken. Zielgruppe Junge Menschen mit psychischen Problemen bis 27 Jahre Ziele Operative Ziele • Neu geschaffenen, bedarfsgerechte Angebotsstruktu- ren • Vernetze Beratungs- und Angebotsstrukturen im Bere ich Bildung, Gesundheit und Arbeitsvermittlungen mit be- darfsgerechten Zugängen und Angebotsformen Projektziele • Die jungen Menschen finden durch die neue bedarfsg e- rechte aufsuchende Angebotsstruktur, die die psychi sche Problematik berücksichtigt, den Zugang zu den Angeb o- ten gesundheitlicher Versorgung und sonstiger Regel an- gebote. • Unter Berücksichtigung der psychischen Problematik werden individuelle Ziele mit der Perspektive beruf licher und/oder sozialer Teilhabe vereinbart und umgesetzt. • Durch Vernetzung des Angebots mit anderen Angebote n wie zum Beispiel Veedelscenter (3.0.7), U25, Jobcen ter, Schulsozialarbeit (siehe oben) wird der Übergang fü r die 102 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Betroffenen ins Regelsystem erleichtert. Im Projektzeitraum sollen mindestens 40 junge Mensc hen mit psychischen Problemlagen begleitet und je in mindes tens ein Angebot vermittelt werden, das einen weiteren Schri tt in Hinblick auf die berufliche Perspektive bzw. deren Einmündun g bedeutet. Dieses Angebot kann je nach individueller Problemla ge im ge- sundheitlichen, schulischen, ausbildungs-, qualifiz ierungs- und/oder berufsbezogenen Bereich liegen. Bei der An gabe von 40 Projektteilnehmenden handelt es sich nicht um eine festgeleg- te Platzzahl, sondern um eine Mindestzahl von junge n Men- schen, bei denen die intensive Betreuung zu einer k onkreten Vermittlung beziehungsweise Anbindung an eine weite rführende Hilfe des Regelsystems auch tatsächlich führen soll. Es ist davon auszugehen, dass ein höherer Anteil an jungen Mensc hen er- reicht wird, jedoch nicht sofort bei jedem eine Ver mittlung ins Regelsystem gelingt. Über die Möglichkeit, den Kont akt zu hal- ten, bestünde auch bei diesen jungen Menschen langf ristig eine Chance, durch eine intensivere Betreuung in eine ve rbindliche Vermittlung einzumünden. Grundsätzlich ist die Dauer des Betreuungszeitraums nicht be- grenzt und wird sich an den jeweiligen Lebensumstän den orien- tieren, insbesondere wenn man bedenkt, dass aufgrun d der ein- zelnen Problemkonstellationen unterschiedliche Them en im Hin- blick auf eine Verselbständigung bearbeitet werden müssen. Vorgesehen ist jedoch, dass – sobald möglich – eine Überleitung in andere Hilfeformen erfolgen soll. Die Betreuungs zeit kann je- doch einen Zeitraum von ca. 6 bis 9 Monaten erfordern. Dennoch ist davon auszugehen, dass nicht bei jeder/jedem Be troffenen eine Überleitung in eine Hilfe mit konkreter Perspektive innerhalb des angegebenen Zeitraums möglich ist. Die drei Projektträger sind sehr erfahren und haben im Zuge ih- rer bestehenden Angebote und Kooperationen bereits konkrete Vorstellungen, welche Personen im Sozialraum die Hi lfe benöti- gen würden. Darüber hinaus sollen jedoch auch in de r Zusam- menarbeit mit der Sozialraumkoordination, den im So zialraum tätigen Hilfeanbieter, Schulen und anderen Institut ionen neue Kooperationspartner gewonnen werden, die direkt an das Projekt der zugehenden Hilfe vermitteln können. Die Bekannt machung des Angebots wird erfahrungsgemäß in den ersten dre i Monaten erfolgen, gleichzeitig ist es möglich, mit der Begl eitung der be- reits bekannten Personen zeitnah zu beginnen. Da di e zugehen- de Hilfe sehr individuell mit einem hohen Zeitaufwa nd begleitet und der Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung an den Anfang setzt wird, ist mit einer hohen Haltewirkung zurech nen. Dieser Ansatz wird einer unnötigen Fluktuation innerhalb d es Projektes entgegenwirken. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 103 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Im Verlauf der Projektarbeit werden in den Sozialräumen Struktu- ren der Kooperationen aufgebaut und eine Zusammenar beit in Netzwerken geschaffen, die über den Projektzeitraum hinaus wirken und bestehen bleiben. Darüber hinaus werden die Er- kenntnisse und Ergebnisse des Projektes in die weitere Psychiat- rieplanung der Stadt Köln einfließen. Indikatoren • Anzahl erreichter und beratener Personen • Anzahl von Vermittlungen in Hilfen oder Maßnahmen Kosten Personalkosten Für 11 Sozialräume: Förderfähige Kosten zur Wei- terleitung an den Träger pro Jahr für 2 Jahre Projektmitarbeit, 2 Stellen, Pauschale je 76.440 € 152.880 € 305.760 € Für den Sozialraum Hum- boldt / Gremberg und Kalk sind 20 Prozent eingeplant 30.576 € 61.152 € Nicht förderfähige Kosten Für 11 Sozialräume: Sachkosten für 11 Sozial- räume 700 € 1.400 € Davon 20 % im Sozialraum 140 € 280 € Gesamtkosten Humboldt / Gremberg und Kalk 32.124 € 61.432 € Kofinanzierung Für 11 Sozialräume: Teilnehmende nach SGB II (12) 43.200 € 86.400 € Davon: 2017: 23.037 € 2018: 30.716 € 2019: 7.679 € Projektlaufzeit/ Zeitraum 2 Jahre: 01.04.2017 bis 31.03.2019 104 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Projektverantwortlicher Stadt Köln, Gesundheitsamt Förderung ESF Bemerkung Ergänzende Hinweise/Besonderheiten: Angabe des Fachamts: Der Zugang zur Zielgruppe erfolgt über das Thema Ge sundheit, nicht über das Thema Pädagogik. Die Zielgruppe befi ndet sich jedoch im Übergang zum Erwachsensein, daher fließen je nach Entwicklungstand auch pädagogische Elemente in die Begleitung ein. Die Besonderheit des Angebots besteht darin, dass h ier Men- schen erreicht werden, die neben möglichen psychoso zialen De- fiziten eine psychische Problematik aufweisen. Dies e Menschen benötigen ein sozialpsychiatrisch ausgerichtetes An gebot, da rein pädagogische Ansätze nicht mehr greifen. Die Maßnahme ist bewilligt und wird seit dem 01.04. 2017 durch- geführt. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 105 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Laufende Nummer 1.0.17 Handlungsfeld: Früh ansetzende Hilfen Maßnahme Stadtteileltern im Sozialraum Humboldt/Gre mberg und Kalk Inhalt Ausgangslage Anhand der sozio-ökonomischen Eckwerte im Sozialrau m Hum- boldt/Gremberg und Kalk wird – wie auch in den weit eren zehn Kölner Sozialräumen – deutlich, dass der Bedarf an Beratungs- angeboten über dem städtischen Durchschnitt liegt. Die Erfah- rung zeigt zudem, dass insbesondere für den nieders chwelligen Zugang entsprechende Angebote in Form von einer Ori entie- rungsberatung und Lotsenfunktion in Verbindung mit aufsuchen- der Beratung und Begleitung erforderlich sind, dami t bildungsbe- nachteiligte Menschen in prekären Lebenslagen erreicht werden. Mit dieser Maßnahme wird ein quartiersbezogener und nieder- schwelliger Beratungsansatz im Veedel geschaffen. Das Angebot bildet eine „Türöffner Funktion“ in Richtung Regelangebot. Projektbeschreibung Mit dem Projekt „Stadtteileltern“ sollen niedrigschwellige Zugänge in die Zielgruppen gewährleistet werden. Hierfür we rden die be- stehenden „Stadtteilmütter-Projekte“ zu einem Stadt teileltern- Projekt weiterentwickelt. Auf Grundlage der Erfahrungen aus dem Strukturförderprogramm MÜLHEIM 2020 wird sich an de n beiden folgenden Prinzipien orientiert: − Keine Beschränkung der Stadtteileltern auf Migrati onshin- tergrund − Verstärkte Einbeziehung von Männern als Stadtteilv äter Innovativ an dem Vorhaben ist insbesondere die Weit erentwick- lung der bisherigen Stadtteilmütter-Projekte in ein dreistufiges Qualifizierungsmodell mit besonderem Fokus auf Nach haltigkeit durch Arbeitsmarktintegration: − Qualifizierung zur Stadtteilmutter / zum Stadtteil vater Die Qualifizierung der Stadtteileltern erfolgt durch die VHS Köln und hat einen zeitlichen Umfang von 6 Monaten und circa 20 Unterrichtseinheiten / Woche. Vermittelt w erden Kenntnisse in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Soziales sowie Basiswissen in der Beratung. Die Sta dt- teileltern unterstützen Familien in Fragen zu diese n The- men und fungieren als Lotsen zu Fachberatungsstelle n und dem Regelsystem. − Praxiseinsatz als Stadtteileltern (12 bis 18 Monat e) Stadtteileltern informieren in vielen Sprachen über För- dermöglichkeiten ihrer Kinder in der Schule, nennen An- sprechpersonen für eine familiäre Unterstützung und be- 106 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ raten bei gesundheitlichen Themen oder beim Übergan g Schule und Beruf. Sie leisten in ihrem Veedel prakt ische Integrationsarbeit − Berufsbezogene Anschlussqualifizierung in den erst en Arbeitsmarkt (6 bis 12 Monate), zum Beispiel o Betreuung und Versorgung von pflegebedürftigen Menschen o Haushaltsnahe Dienstleistungen o Alltagsassistenz – zum Beispiel in Wohngruppen für Demenzkranke o Pädagogische Hilfskraft, zum Beispiel für den Ein- satz in einer Offenen Ganztagsschule o Verwaltungsassistenz im Gesundheitswesen/ Pa- tientenlotsin Es erfolgt eine dezentrale Koordination der Stadtte ileltern durch kooperierende Träger an insgesamt acht Standorten, wobei eini- ge Sozialräume für das Stadtteileltern-Projekt zusa mmengefasst werden. An diese vier Standorte werden die acht Sta dtteileltern- projekte, die von Trägern vor Ort koordiniert werde n, angebun- den, so dass eine Kombination aus „Komm“-Strukturen und auf- suchender Arbeit realisiert wird. Durch die enge Kooperation zwischen den Beratenden und den Stadtteileltern werden Beratungs- und Begleitungsan gebote wirk- sam miteinander verbunden. Es ist geplant, dass die Universität zu Köln / Humanwissenschaft- liche Fakultät das Projekt „Stadtteileltern“ wissen schaftlich unter der Fragestellung begleiten wird, welche Auswirkung en der Ein- satz von Stadtteileltern auf Wissensbestände und Ve rhaltens- muster der begleitenden Familien hat. Abgrenzung und Verbindung des Projektes zu den best e- henden Strukturen Das Projekt etabliert eine Verweis- und Lotsenstruk tur, durch die der Regelbetrieb der Kölner Beratungslandschaft ges tärkt wird und Menschen, die bisher Beratungsangebote in den B ereichen Bildung, Soziales und Gesundheit nicht oder nur in unzureichen- dem Maße in Anspruch genommen haben, an diese Struk turen herangeführt werden. Das Projekt schließt insbesondere mit seinen aufsuc henden und dezentralen Beratungsformaten Lücken in der gesamts tädtischen Regelangebotsstruktur und wirkt gleichzeitig auf de r infrastruktu- rellen Ebene durch die Einbindung der beratenden Ei nrichtungen niedrigschwellige quartiersbezogener Beratungsnetzw erke, die auf Dauer angelegt sind. Die enge Kooperation mit den Projekten Grundbildung im Veedel (vergleiche Projektnummer 1.0.20), Familienbildung sowie den Arbeitsmarktakteuren, den Kompetenzagenturen und Bi ldungs- Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 107 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ trägern im Sozialraum ist wesentlicher Projektbestandteil. Dies gilt auch für die Kooperation mit bestehenden Beratungs- netzwerken wie zum Beispiel Netzwerk früher Hilfen, Netzwerk Erziehung in Schule (NEIS), Arbeitskreis Vernetzte Beratung, Netzwerke der Weiterbildung, etc. Zielgruppe Bildungsbenachteiligte − Erwachsene − Familien − Kinder und Jugendliche Ziele Operative Ziele − Vernetze Beratungs- und Angebotsstrukturen im Bere ich Bildung mit bedarfsgerechten Zugängen und Angebots- formen − Verbessertes Übergangsmanagement – Frühe Bildung, Schule, Beruf, Arbeitsmarkt − Neu geschaffene, bedarfsgerechte Angebotsstrukture n und / oder Arbeitsplätze Projektziele − Verbesserung der Bildungs- und Entwicklungschancen von Kindern in den durch Stadtteileltern unterstütz ten Fa- milien − Verbesserung der Grundbildungs- und Erziehungskomp e- tenzen von Eltern in den durch Stadtteileltern unte rstütz- ten Familien − Verbesserung der Arbeitsmarktchancen der Stadtteil el- tern; Integration der Projektteilnehmenden in den 1 . Ar- beitsmarkt Das Projekt schließt mit seinen Beratungsangeboten Lücken in der Regelangebotsstruktur und wirkt gleichzeitig du rch die Schaf- fung niedrigschwelliger quartiersbezogener Unterstü tzungsstruk- turen, die auf Dauer angelegt sind. Damit entspricht das Projekt der in Prioritätsachse 4: Nachhaltige Stadt- und Quartiersentwicklung / Prävention unter Investitions- priorität 9 (b) formulierten Zielsetzung „Verbesserung der Integra- tion benachteiligter gesellschaftlicher Gruppen in Arbeit, Bildung und in die Gemeinschaft“ (Ziel 11) in vollem Umfang und leistet einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung dieser Zielsetzung. Indikatoren − Anzahl der erfolgten Beratungen − Anzahl der erreichten Ratsuchenden nach Geschlecht , Al- ter, Migrationshintergrund, Status, Beratungsanlass − Anzahl der erfolgten Vermittlungen an dritte Stell en 108 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ − Anzahl der durchgeführten Informationsveranstaltun gen − Anzahl der durchgeführten Weiterbildungen − Anzahl der durch Stadtteileltern erreichten Famili en − Veränderung von Wissensbeständen und Verhaltenswei - sen bei den unterstützten Familien (Erziehungskompe - tenz, Orientierungswissen, Integration) − Anzahl der in den ersten Arbeitsmarkt vermittelten Stadt- teileltern Kosten Projektlaufzeit / Zeitraum Projektlaufzeit: 36 Monate / 3 Jahre 01.07.2017 bis 30.06.2020 Eine Weiterentwicklung dieser Maßnahme ist denkbar. Die kon- krete Fortführung ist im Rahmen einer modularen Bet rachtung abhängig vom Evaluationsergebnis der vorgesehenen M aßnah- me. Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Weiterb ildung in Kooperation mit Amt für Kin- der, Jugend und Familie Förderung ESF Vorrangige Fördermöglichkeiten wurden geprüft und s ind nicht erkennbar. Bemerkung 165.000 € Drittmittel für das Projekt Sta dtteileltern werden durch eine Stiftung bereitgestellt. Eine schriftliche Finanzierungszusage liegt vor. Für das Projekt „Stadtteileltern“ liegt ein positives Votum der AG Einzelprojekte des MAIS vor, sodass kurzfristig mit einer Bewilli- gung der Maßnahme gerechnet wird. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 109 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Laufende Nummer 1.0.19 Handlungsfeld: Früh ansetzende Hilfen Maßnahme Übergänge begleiten: Angebote der Familien bildung mit Schwerpunkt Kooperation mit Kita, Familienzentren, Schulen im Primarbereich und der Sekundarstufe I (SEK I), Träg ern des Of- fenen Ganztags im Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk Inhalt Ausgangslage Die Familie ist für jedes Individuum die erste und gleichzeitig nachhaltigste Sozialisationsinstitution. Als zentra ler Ort des Auf- wachsens und der Identitätsbildung stellt sie für K inder den ge- sellschaftlichen Mikrokosmos kultureller Leitbilder dar. Jeder Mensch erfährt in der Familie soziale Normen, Geborgenheit und intensive Beziehung. Familie symbolisiert den Wunsc h nach per- sönlichem Glück. Jeder Mensch hat eine Familie, jed er braucht sie von Geburt an bis ins hohe Alter. − Bislang wurden keine vergleichbaren Ansätze auf ge - samtstädtischer Ebene realisiert. − Das Projekt wurde in der Arbeitsgemeinschaft § 78 SGB VIII Familienbildung entwickelt. − Projektspezifische Einwohnerdaten der Jugendhilfep la- nung (Stand 31.12.2015) begründen den räumlichen Be - darf für den Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk: − Humboldt Einwohner 13.367 Einwohner mit Migrationshintergrund 7.738 0 bis 3jährige 468 3 bis 6jährige 409 6 bis 10jährige 463 10 bis 15jährige 551 0 bis 15jährige gesamt 1.891 Haushalte mit Kindern 1.270 Alleinerziehendenhaushalte 350 Arbeitslosenquote 13,8 Prozent 110 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Gremberg Einwohner 2.107 Einwohner mit Migrationshintergrund 1.026 0 bis 3jährige 61 3 bis 6jährige 70 6 bis 10jährige 70 10 bis 15jährige 81 0 bis 15jährige gesamt 282 Haushalte mit Kindern 207 Alleinerziehendenhaushalte 52 Arbeitslosenquote 15,0 Prozent Kalk Einwohner 23.638 Einwohner mit Migrationshintergrund 14.348 0 bis 3jährige 815 3 bis 6jährige 682 6 bis 10jährige 872 10 bis 15jährige 1.011 0 bis 15jährige gesamt 3.380 Haushalte mit Kindern 2.269 Alleinerziehendenhaushalte 673 Arbeitslosenquote (in Kalk-Nord) 17,4 Prozent (22,3 Prozent) Projektbeschreibung Eingebettet in lokale Strukturen wird ein breit gef ächertes Unter- stützungssystem aufgebaut, das Familien fördert und aktivieren- de Impulse im Gemeinwesen setzt. Damit werden sowoh l Bil- dungs- und Entwicklungsprozesse von Kindern geförde rt als auch Eltern und Familien unterstützt. Unabhängig von der sozialen und kulturellen Herkunf t werden allen Kinder und Jugendlichen positive Zukunftschancen eröffnet. Bildung und Gesundheit von Kindern, Jugendlichen un d ihren Eltern werden von Geburt bis zur Ausbildung geförde rt. Jedes Kind soll körperlich und seelisch gesund im Arbeits leben an- kommen. Es wird eine Präventionskette (weiter-)entwickelt, die bereits be- Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 111 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ stehende Maßnahmen und weitere notwendige Maßnahmen ein- schließt und miteinander verbindet. Mit dieser Präv entionskette werden Schutzfaktoren gefördert und Risikofaktoren vermindert. Die Präventionskette muss die verschiedenen Stationen und Ein- flussfaktoren in der Entwicklung der Kinder in den Blick nehmen. Risikoanfällig sind vor allem Übergänge zwischen de n einzelnen Lebens- und Erziehungsphasen (Transitionen). Hier s etzen die Familienbildungsangebote an. Methoden Offene Sprechstunden, Eltern-Kind-Kurse, Elternkomp etenztrai- nings, Elternseminare, Elterncafés, Nachbarschaftsh ilfen und haushaltsnahe Dienstleistungen, Elternbildungsprogramme „Griff bereit“, „Rucksack in der Kita“ und „Rucksack in der Grundschu- le“, FuN (Familie und Nachbarschaft) sowie Qualifiz ierungen für Erzieherinnen, Lehrerinnen und Mitarbeiterinnen im offenen Ganztag. Durchgeführt werden die Projekte von Mitarbeiterinnen der Fami- lienbildung, die eine Zusatzqualifikation zur Elter nbegleiterin (El- ternchance II) erfolgreich abgeschlossen haben. Sie verfügen über interkulturelle Kompetenz und sind in der Lage , nied- rigschwellige Zugänge zu erschließen mit den besond eren Schwerpunkten: - Elternkompetenz stärken: Bedeutung von Bildung, i ndivi- dueller Förderung und Bildungsverläufen vermitteln - Bildungsoptionen eröffnen: Angebote zur Bildungsb eglei- tung und -beratung einrichten - Schulwahl begleiten: Eltern bei diesen Entscheidu ngen Information anbieten - Diagnose stellen: Fähigkeiten von Kindern einschä tzen und nach Bedarf Familien an andere Dienste vermitteln - Zusammenarbeit verbessern: Erziehungs- und Bildun gs- partnerschaften zwischen Familien und Fachkräften i n Kinderbetreuung und Schule fördern - Innovative Familienbildung etablieren: neue Forme n und Inhalte der Eltern- und Familienbildung einrichten - Netzwerke bilden: Zusammenarbeit mit anderen elte rn- und kindbezogenen Einrichtungen stärken Die Angebote werden bei Bedarf bei interkultureller Zusammen- setzung der Teilnehmenden mit einer Doppeldozentur (mutter- sprachliche Fähigkeiten und Deutsch) durchgeführt, um sprachli- che Barrieren und Kommunikationshindernisse zu mini mieren. Die Angebote „Griff bereit“, „Rucksack in der Kita“ und „Rucksack in der Grundschule“ basieren auf dem peer-to-peer A nsatz, die Evaluation der Angebote belegt ihre Wirksamkeit. Di ese drei An- gebote werden in enger Abstimmung mit dem KI (Kommu nales Integrationszentrum) als Fachdienststelle durchgeführt. Ein wichtiger Aspekt bei den Angeboten für Familien ist die ge- genseitige soziale Unterstützung, die Erfahrungen d er gemein- sam verbrachten (Lern-) Zeit und der Austausch im R ahmen ei- 112 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ ner geschützten Gruppe. Dienste und Angebote werden gebündelt, die Familien dringend benötigen. Hierzu zählen Bildung, Erziehung und Bet reuung. Ein Beispiel für die Umsetzung der Präventionskette in Absprache mit der Sozialraumkoordination: Angebote für Schwangerschaft, Geburt, Mutterschutzzeit - Ganzheitliche Geburtsvorbereitung, - Begleitung bei der Geburt und Nachsorge Angebote im 1. Lebensjahr - Babynest, - Elterncafé 1. Lebensjahr, - Elternstart NRW, - Guter Start mit Baby ( haushaltsnahe Dienstleitun g) Angebote im 2. bis 6. Lebensjahr - Elterncafé, - Griffbereit, - Gesund aufwachsen, - Rucksack in der Kita, - Eltern-Kind-Gruppen Angebote im 6. bis 10. Lebensjahr - Elternbegleiterinnen (Elternchance II), - Rucksack in der Grundschule, - Elterntraining (starke Eltern-starke Kinder, FuN) , - Eltern-Kind-Gruppen, - Ferienschule Angebote ab dem 10. Lebensjahr - Elterncafés, - Eltern-Kind-Gruppen, - Elterntrainings, Elternwerkstätten, - Rucksack in der Grundschule - Elternbegleiterinnen (Elternchance II), - Ferienschule Die Projekte sind mit der Sozialraumkoordination vo rabbespro- chen. Im Sozialraum bereits zahlreiche Kontakte zu Kindertages- stätten, KitaPlus-Einrichtungen und Familienzentren mit denen im Projekt kooperiert werden soll. Darüber hinaus sollen weitere Kooperationspartner g ewonnen werden. Die Organisationsstruktur des Projektes gliedert si ch in drei Be- Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 113 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ reiche: Steuerung im Fachamt, im Sozialraum und Umsetzung im Sozialraum Zur Gewährleistung der ordnungsgemäßen Durchführung und Abwicklung des Moduls ist es notwendig, in einer Or ganisations- einheit die administrativen Aufgaben des Projektes zu bündeln und den Informationsfluss zu sichern. Die Öffentlichkeitsarbeit für das Projekt wird koor diniert und das Projekt nach außen vertreten. Zu diesen Aufgaben zählen die Geschäftsführung für das Pro- jekt: - Mittelbewirtschaftung - Vergaben - Verträge - Controlling - Evaluation, Dokumentation, Erstellen von Zwischen- und Endberichten - Koordination von Arbeitsgruppen - Vertretung des Projektes nach außen - Öffentlichkeitsarbeit für das Gesamtprojekt Zielgruppe Kinder, junge Erwachsene in der Familien gründungsphase, Müt- ter und Väter in prekären Lebenslagen, Bezugsperson en und Nachbarschaften Ziele Operative Ziele - Vernetze Beratungs- und Angebotsstrukturen im Ber eich Bildung mit bedarfsgerechten Zugängen und Angebots- formen - Verbessertes Übergangsmanagement – Frühe Bildung, Schule, Beruf, Arbeitsmarkt - Neue bedarfsgerechte Angebotsstrukturen entwickel n un- ter Berücksichtigung bewährter evaluierter Ansätze Projektziele Bei den gesetzten Zielen muss berücksichtigt werden , dass Fa- milien eine heterogene Zielgruppe sind, die sich di fferenziert durch eine Vielfalt von divergierenden Bildungsbarr ieren, Part- nerschaftskonstellationen, ethnischen Abstammungen und un- terschiedlichen ökonomischen Grundlagen unterscheiden. - Entwicklung einer förderlichen Beziehung zwischen Eltern und Kindern - Entwicklung einer Erziehungspartnerschaft zwische n El- tern und pädagogischen Fachkräften. - Vermittlung von Kompetenzen, die Erwachsene und K in- der brauchen, um unter den gegenwärtigen Bedingunge n von Gesellschaft, Arbeit und Kindheit „Familie zu l eben“ und die mit Familie verbundenen Aufgaben sicher, ge las- sen und mit Freude zu erfüllen. 114 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ - Aktivierung und Beteiligung von Eltern Deswegen wird die Beteiligungsbereitschaft der Elte rn an den Bildungs- und Erziehungsprozessen ihrer Kinder ge- fördert. Es entsteht für die Familien eine sichtbar e Ver- bindlichkeit und Verlässlichkeit der Angebote: Nied er- schwellige familienstärkende und – unterstützende A nge- bote und Hilfen für Eltern, Kinder und Jugendliche aller Altersstufen. - Gesundheitsförderung Die Familie ist der früheste und aussichtsreichste Ort für die Prägung gesundheitsrelevanter Verhaltensweisen. Sie ist ebenso der Ort, an dem Fehlentwicklungen erkann t und alternative Lösungen entwickelt werden können. Vor diesem Hintergrund trägt die Gesundheitsförderung z u einer positiven Veränderung der Lebensqualität von Fa- milien bei, unterstützt die Entwicklung eines ganzh eitli- chen Körperbewusstseins und ermutigt, neue Handlung s- alternativen umzusetzen. - „Hilfe zur Selbsthilfe“ durch Information, Unters tützung und Begleitung Indikatoren Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, Anzahl der durchgeführten Angebote, Evaluation durch regelmäßige Teilnehmerbefragung Kosten Personalkosten 1 Stelle Projektleitung großer Projekte 95.520,00 € pro Jahr / 191.040 € für 2 Jahre 5 Stellen Projektmitarbeit 76.440 € pro Jahr / pro Stelle / 764.400 € für 2 Jahre 1 Stelle Assistenz 60.120 € pro Jahr ./. 120.240 € für 2 Jahre Personalkosten gesamt: 537.840 € pro Jahr ./. 1.075.680 € für 2 Jahre für 11 Sozialräu- me Pro Sozialraum Personalkosten von 97.789 € Davon Haushaltsjahr 2018: 48.894 € Davon Haushaltsjahr 2019: 48.895 € Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 115 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Sachkosten Programm „Rucksack“ 30.420 € Programm „Griffbereit“ 21.060 € Coaching „Rucksack“ und „Griffbereit 14.940 € Material „Griffbereit“ 4.500 € Sachkosten für Angebote 22.000 € Werbung/Flyer 22.000 € Stadtteilfeste 22.000 € Layout/Druck Dokumentation 5.000 € Informationsmaterial 3.000 € 144.920 € Sachkosten gesamt: 144.920 € für 2 Jahre für 11 Sozialräume Pro Sozialraum Sachkosten von 13.175 € Davon Haushaltsjahr 2018: 6.587 € Davon Haushaltsjahr 2019: 6.588 € Gesamtkosten 1.220.600 € für 2 Jahre Gesamtkosten pro Sozialraum Personalkosten 97.789 € Sachkosten 13.175 € Gesamt 110.964 € Davon Haushaltsjahr 2018: 55.482 € Davon Haushaltsjahr 2019: 55.482 € Projektlaufzeit / Zeitraum 01.01.2018 bis 31.12.201 9 (24 Monate) Eine Weiterentwicklung dieser Maßnahme ist denkbar. Die kon- krete Fortführung ist im Rahmen einer modularen Bet rachtung abhängig vom Evaluationsergebnis der vorgesehenen M aßnah- me. Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Kinder, Jugend und Familie, Abteilung Kin- derinteressen und Jugendförderung 116 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Förderung − ESF − Vorrangige Fördermöglichkeiten wurden geprüft und sind nicht erkennbar. Bemerkung Im Bereich früher Hilfen und der Bekämpfu ng von Armut werden die Angebote mit den Akteuren im Sozialraum zielgru ppenspezi- fisch nach Bedarf entwickelt, soweit sie nicht bere its im Vorfeld abgestimmt wurden. Für diese Maßnahme ist eine Anpassung der Konzeptio n vorge- sehen. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 117 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Laufende Nummer 1.0.20 Handlungsfeld: Früh ansetzende Hilfen Maßnahme Gemeinsam für Grundbildung im Veedel im So zialraum Humboldt / Gremberg und Kalk Inhalt Ausgangslage Aktuellen Studien zufolge leben in Köln mehr als 100.000 funktio- nale Analphabetinnen und Analphabeten (ca. 16 Proze nt der Deutsch sprechenden Bevölkerung im erwerbsfähigen A lter.) Davon sind maximal fünf von hundert als Lernende in Alphabeti- sierungskursen angemeldet. Die Erfahrung zeigt, das s erfolgrei- che Präventions- und Interventionsstrategien hetero gene Ziel- gruppen und Problemlagen berücksichtigen müssen, wo bei Grundbildung eine gesamtgesellschaftliche Querschni ttsaufgabe ist, die nicht nur im Alphakurs stattfindet. Mit di eser Maßnahme wird ein quartiersbezogener und niederschwelliger A nsatz ge- schaffen. Das Angebot bildet eine „Türöffner Funkti on“ in Rich- tung Regelangebot. Vor diesem Hintergrund haben die Stadt Köln, die Un iversität zu Köln und die Lernende Region – Netzwerk Köln e.V. i m Sommer 2014 das Kölner Zentrum für Grundbildung und Präven tion ins Leben gerufen. Die Arbeitsschwerpunkte des Zentrums sind: − Netzwerkarbeit unterstützen − Angebotsstrukturen weiterentwickeln − Zugangswege erschließen und systematisch nutzen − Präventionsstrategien etablieren Arbeitsgrundlage sind die Empfehlungen des Landesbe irates für die gemeinwohlorientierte Weiterbildung in NRW zum Thema Alphabetisierung und Grundbildung, wobei im Rahmen des Pro- jektes „Gemeinsam für Grundbildung im Veedel“ die f olgenden Empfehlungen von besonderer Bedeutung sind: − „Eine Grundbildungsoffensive zu initiieren − Grundbildung als Aufgabe von Schule zu fokussieren − Ressortübergreifendes Einbeziehen von Familie, vor - schulischen Einrichtungen, Schulen, Arbeitswelt, Ve r- braucherschutz und politischer Bildung − Neue Zugänge und Formate zu ermöglichen…“ Es ist davon auszugehen, dass in den 11 Kölner Sozi alräumen und damit auch im Sozialraum Humboldt / Gremberg un d Kalk der Anteil der funktionalen Analphabeten noch einma l deutlich über dem städtischen Durchschnitt liegt. Auch wenn hinsichtlich der Korrelation zwischen Gru ndbildungs- 118 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ defiziten und wirtschaftlicher, politisch-kultureller und gesundheit- licher Benachteiligung die Datenlage noch nicht bef riedigend ist, zeigen vorliegende aktuelle Studien, dass Grundbild ungsdefizite in einem zirkulären Wirkungszusammenhang Ursache un d Folge dieser Benachteiligungsformen sind. So weist die leo. – Level-One Studie (leo.-Studie) zur Literalität von Erwachsenen auf den unteren Kompetenzniveaus de utliche Übereinstimmungen zwischen wirtschaftlicher Benacht eiligung und funktionalem Analphabetismus auf, andere Studie n kommen für politisch-kulturelle und gesundheitliche Benach teiligung und Grundbildungsdefizite ebenfalls zu stark ausgeprägt en Zusam- menhängen („Literacy changes Lives" des National Li teracy Trust, 2008). Funktionaler Analphabetismus „ist gegeben, wenn die schrift- sprachlichen Kompetenzen von Erwachsenen niedriger sind als diejenigen, die minimal erforderlich sind und als s elbstverständ- lich vorausgesetzt werden, um den jeweiligen gesell schaftlichen Anforderungen gerecht zu werden und gesellschaftlic he Teilhabe zu garantieren.“ (Quelle: Alphabund 2010) Aktuelle Studien wie LEO Level One (2011) und PIAAC (Pro- gramme for the International Assessment of Adult Competencies) (2012) sehen dabei eine hohe Korrelation zwischen f ehlenden grundlegenden Kompetenzen und Arbeitslosigkeit / SG B II- Bezug, prekären Lebensverhältnissen, Überschuldung, Armuts- und Krankheitsrisiko und Bildungsbenachteiligung in Familien- strukturen. Dabei ist, ähnlich wie bereits bei PISA , (Programme for International Student Assessment) das erzielte Kompetenzni- veau in hohem Maße abhängig von der sozialen Herkunft. Projektbeschreibung Aufgabenverständnis: Durch die Verbindung von Praxis und Forschung im Be reich Grundbildung und Prävention soll die gemeinsame Ent wicklung und kontinuierliche Bewertung der Wirkung von Inter ventionen ermöglicht und Grundbildungsarbeit als partizipativ geplante Hilfe zur Selbsthilfe und effektive und effiziente Interv ention etabliert werden. Grundbildung umfasst in unserem Verständnis „Kompet enzen in den Grunddimensionen kultureller und gesellschaftli cher Teilha- be, wie Rechenfähigkeit (Numeracy), Grundfähigkeite n im IT- Bereich (Computer Literacy), Medienkompetenz (Media Literacy), Gesundheitsbildung (Health Literacy), Finanzielle G rundbildung (Financial Literacy) und Soziale Grundkompetenzen ( Social Lite- racy).“ (Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung, 2012) Damit ist Grundbildung eine Fähigkeit, die über die Lese- / Schreibkompetenzen hinausgeht, diese aber beinhaltet: Basierend auf den Erfahrungen der langjährigen Alph abetisie- rungs- und Grundbildungsarbeit der VHS Köln und der Projekte Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 119 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ PAGES und CURVE, die im Rahmen des Bundesprogramms alphabund umgesetzt wurden, wird angestrebt, als He ranfüh- rungsstruktur zu den klassischen Alphabetisierungsk ursen und unter Bezugnahme auf den oben zitierten umfassenden Grund- bildungsbegriff, sozialräumlich verortete Grundbild ungsangebote zu den Themen − Lese- und Schreibkompetenzen (Literacy) − Rechenfähigkeit (Numeracy) − Grundfähigkeiten im IT-Bereich (Computer Literacy) , − Medienkompetenz (Media Literacy) − Gesundheitsbildung (Health Literacy) − Finanzielle Grundbildung (Financial Literacy) − Soziale Grundkompetenzen (Social Literacy) zu entwickeln und umzusetzen. Umsetzung: Die Umsetzung des Projektes erfolgt in allen 11 Köl ner Sozial- räumen, da die Bedarfslagen in Bezug auf verbessert e Grundbil- dungskompetenzen vergleichbar sind. Dabei wurde der im Monitoring Stadtentwicklung der Stadt Köln verwendete Index „Soziale Lage“ zu Grunde gelegt, der für die 11 Kölner Sozialräume besondere Handlungserfordernisse im ge- samtstädtischen Vergleich ausweist. Der Projektstart erfolgt analog zu der Gesamtstrate gie der Stadt Köln im Integrierten Stadtentwicklungskonzept Stark e Veedel – Starkes Köln zunächst in Form einer Pilotphase in d en folgenden Sozialräumen. - Mülheim-Nord, Keupstraße und Buchheim, Buchforst - Meschenich und Rondorf - Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord Nach sechs Monaten Projektlaufzeit erfolgt die Ausw eitung des Angebotes auf die weiteren Sozialräume: - Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil - Bickendorf, Westend und Ossendorf - Bilderstöckchen - Bocklemünd / Mengenich - Höhenberg und Vingst - Ostheim und Neubrück - Humboldt / Gremberg und Kalk Durch diese zweistufige Vorgehensweise wird sichergestellt, dass die in der Pilotphase gewonnenen Erkenntnisse zeitn ah auf alle Sozialräume übertragen werden können und Strategien der Teil- nehmendengewinnung und Formatentwicklung zunächst i n einer Teilgruppe erprobt werden können, bevor sie in der Fläche um- 120 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ gesetzt werden. Geplante Vorgehensweise − Gewinnung von Lernenden für Grundbildungsangebote − T 0-Befragung: Erhebung der vorhandenen Wissensbe- stände und Verhaltensweisen der Lernenden − Entwicklung von modularen Curricula für die unters chied- lichen Literacy-Dimensionen − Umsetzung der Curricula in Kursen in den jeweilige n So- zialräumen − T 1-Befragung: Veränderung der Wissensbestände und Verhaltensweisen der Lernenden − Erarbeitung von Handreichungen für Dozentinnen und Dozenten als Grundlage einer Übernahme der Curricul a- Inhalte in den Regelbetrieb wie zum Beispiel in Alp habe- tisierungskurse und in beschäftigungsfördernde Maß- nahmen Abgrenzung des ESF-Einzelprojektes zu den Programme n der ESF-Förderung Ausschlaggebend für das Vorhaben ist die Tatsache, dass über die bestehenden Alphabetisierungskurse nur maximal 5 Prozent der funktionalen Analphabeten erreicht werden. Gründe hierfür liegen u.a. in den zentralen Angebot sstrukturen, umfangreichen Curricula, Mindestteilnehmendenzahlen sowie verfügbaren Lernorten und Lernzeiten. Das Projekt „Grundbildung im Veedel“ ist den klassischen Alpha- betisierungskursen als - niedrigschwelliges - dezentrales - inhaltlich differenziertes Grundbildungsangebot vorgeschaltet und dient der He ranführung der Lernenden an die Regelstrukturen durch neue Angebote. Diese Angebote unterscheiden sich in Umfang und For mat deut- lich von Alphabetisierungskursen im Regelangebot, d a sie bei geringem Umfang der Lerneinheiten modular aufgebaut sind und darauf abzielen, kurzfristige Lernerfolge zu vermit teln. Grundbil- dungsangebote bieten eine Brücke, um auch wieder Zu gänge zu Angeboten der Regelsysteme zu finden, etwa das Nachholen von Schul- oder Berufsabschlüssen oder die Teilnahme an Bera- tungs- und Bildungsangeboten. Erreichung der Zielgruppen: Die Gewinnung der Teilnehmenden erfolgt durch eine enge Ko- operation mit den sozialräumlichen Strukturen vor O rt, die gleich- zeitig auch als Lernorte in das Projekt eingebunden werden. Bei- Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 121 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ spielhaft seien hier genannt: - Kitas / Familienzentren - Schulen - Jugendeinrichtungen - Bürgerzentren - Migrantenorganisationen, zum Beispiel Moscheevere ine - Interkulturelle Zentren - Beratungsinfrastrukturen vor Ort Weitere Zugangsstrukturen und Lernorte werden im Pr ojekt iden- tifiziert und für die Grundbildungsarbeit aktiviert. Des Weiteren erfolgt eine Kooperation mit Stadtteil eltern- und Integrationslotsen-Projekten, um Teilnehmende für d ie Kursan- gebote durch aufsuchende Strukturen zu gewinnen. Ergänzt wird die die Teilnehmendengewinnung durch e ine enge Kooperation mit Kölner Beratungsservice und Kölner Veedelscen- ter (KVC), den Arbeitsmarktakteuren, den Kompetenza genturen und Bildungsträgern. Etabliert wird eine Verweis- u nd Lotsen- struktur, durch die Bildungs- und Sozialberatung au f Grundbil- dungsangebote verweist und umgekehrt aus Grundbildu ngsteil- nahme in Bildungs- und Beratungsangebote vermittelt. Zielgruppe Bildungsbenachteiligte Bürgerinnen und B ürger mit Grundbil- dungsdefiziten in den 11 Sozialräume: − Erwachsene − Familien und − Jugendliche / Junge Erwachsene Ziele Operatives Ziel − Vernetze Beratungs- und Angebotsstrukturen im Bere ich Bildung mit bedarfsgerechten Zugängen und Angebots- formen Projektziel - Mit dem Projekt „Gemeinsam für Grundbildung im Ve edel“ soll im Programmgebiet der elf Sozialräume eine Gru nd- bildungsoffensive gestartet werden, um so benachtei ligte Stadtteile und bildungsbenachteiligte Bewohnerinnen und Bewohner, besonders von Armut Betroffene wie Allein er- ziehende, Langzeitarbeitslose und Menschen mit Migr ati- onshintergrund durch die Möglichkeit des Erwerbs von all- tagsbezogenen Grundbildungskenntnissen zu stabilisieren und zu unterstützen. - Das Projekt schließt mit seinen Grundbildungsform aten Lücken in der Regelangebotsstruktur und wirkt gleichzeitig auf der infrastrukturellen Ebene durch die Schaffung nied- rigschwelliger quartiersbezogener Grundbildungsnetz wer- ke, die auf Dauer angelegt sind. - Damit entspricht das Projekt der in Prioritätsach se 4: Nachhaltige Stadt- und Quartiersentwicklung / Präve ntion 122 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ unter Investitionspriorität 9 (b) formulierten Ziel setzung „Verbesserung der Integration benachteiligter gesel l- schaftlicher Gruppen in Arbeit, Bildung und in die Ge- meinschaft“ (Ziel 11) in vollem Umfang und leistet einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung dieser Zielsetzung. Indikatoren − Anzahl der entwickelten Grundbildungsformate − Anzahl der erreichten Lernenden nach Geschlecht, A lter, Migrationshintergrund, Status (Kursteilnahmen) − Anzahl der realisierten Angebote − Anzahl der durchgeführten Informationsveranstaltun gen − Anzahl der durchgeführten Weiterbildungen für Doze ntin- nen und Dozenten − Anzahl der durchgeführten Weiterbildungen für Mult iplika- torinnen und Multiplikatoren Kosten Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 123 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Projektlaufzeit / Zeitraum Laufzeit 24 Monate 01.01.2018 bis 31.12.2019 Eine Weiterentwicklung dieser Maßnahme ist denkbar. Die kon- krete Fortführung ist im Rahmen einer modularen Bet rachtung abhängig vom Evaluationsergebnis der vorgesehenen M aßnah- me Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Weiterb ildung Es ist geplant das Projekt in Kooperation mit Unive rsität zu Köln und Lernende Region – Netzwerk Köln e.V. (Kölner Ze ntrum für Grundbildung und Prävention) umzusetzen Förderung ESF Vorrangige Fördermöglichkeiten wurden geprüft und s ind nicht erkennbar. 124 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Laufende Nummer 1.0.21 Handlungsfeld: Früh ansetzende Hilfen Maßnahme Ferienschulen im Sozialraum Humboldt / Gre mberg und Kalk Inhalt Ausgangslage Sprache ist das Medium und der Schlüssel zum Lernen in allen Fächern. Entsprechende Kompetenzen bilden eine Vora usset- zung für den Schulerfolg. Die Herausforderung in me hrsprachi- gen Klassen besteht darin, alle Kinder so zu unters tützen, dass sie die Schulsprache Deutsch möglichst gut und auch schnell beherrschen. Ferienschulen sind ein geeignetes Inst rument, den Schulerfolg neu zugewanderter und sozial benachteil igter Kinder zu fördern. Projektbeschreibung Im Rahmen des Projekts sollen 22 Ferienschulen an G rundschu- len im Programmgebiet der elf Sozialräume angeboten werden. Hierüber können bis zu 600 Schülerinnen und Schüler erreicht werden. Das Projekt setzt bei den Erfahrungen des Strukturf örderpro- gramms MÜLHEIM 2020 an. Hier konnten in der Zeit vo n 2011 bis 2014 alle Grundschulen im Programmgebiet der el f Sozial- räume mit einem vergleichbaren modularen Konzept fü r eine Zu- sammenarbeit in dem Thema „Sprachförderung“ gewonnen wer- den. Der Projektstart erfolgt analog zu der Gesamtstrate gie der Stadt Köln im Integrierten Stadtentwicklungskonzept „Star ke Veedel – Starkes Köln“ zunächst in Form einer viermonatigen Pilotphase in den folgenden Sozialräumen. - Mülheim-Nord, Keupstraße und Buchheim, Buchforst - Meschenich und Rondorf - Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord Nach der Durchführung von je einer Ferienschule in den vier Pi- lotstandorten erfolgt die Ausweitung des Angebotes auf die weite- ren Sozialräume: - Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil - Bickendorf, Westend und Ossendorf - Bilderstöckchen - Bocklemünd / Mengenich - Höhenberg und Vingst - Ostheim und Neubrück - Humboldt / Gremberg und Kalk Durch diese zweistufige Vorgehensweise wird sichergestellt, dass die in der Pilotphase gewonnenen Erkenntnisse zeitn ah auf alle Sozialräume übertragen werden können und didaktisch e und organisatorische Konzepte zunächst in einer Teilgru ppe erprobt werden können, bevor sie in der Fläche umgesetzt werden. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 125 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Es ist davon auszugehen, dass in den 11 Kölner Sozi alräume und damit auch im Sozialraum Humboldt / Gremberg un d Kalk der Anteil an Grundschulkindern mit besonderem Spra chförder- bedarf noch einmal deutlich über dem städtischen Du rchschnitt liegt, da der Anteil an Schülerinnen und Schülern m it Migrations- hintergrund höher und die sozio-ökonomische Lage de r Familien schwieriger ist als in der Gesamtstadt. Während der Schulferien (Ostern / Sommer / Herbst) können Schülerinnen und Schüler mit Sprachförderbedarf an ihrer Grundschule an einer kostenlosen Ferienmaßnahme tei lnehmen, die auf die Verbesserung der Sprachkompetenzen in d er Mutter- sprache und in der deutschen Sprache ausgerichtet i st. Während der Maßnahme werden die Kinder in Kleingruppen (sechs Kinder) von je zwei Lehramtsstudentinnen und Lehramtsstuden ten be- treut. Die Sprachförderung basiert auf der DemeK Me thode (Deutschlernen in mehrsprachigen Klassen der Grundschule). Charakteristisches Kennzeichen der Ferienschule ist die Verbin- dung von spielpädagogischen Elementen mit lebendige r Sprach- fördertätigkeit zur Verbesserung der alltags- und b ildungssprach- lichen Kompetenzen. Den Abschluss der Ferienschule bildet am letzten Ta g ein Ab- schlussfest, zu dem auch die Eltern und Geschwister kinder ein- geladen werden. Im Rahmen des Ferienschulen-Konzeptes werden die te ilneh- menden Grundschulen hinsichtlich der Optimierungsmö glichkei- ten für erfolgreiche mehrsprachige Unterrichtskonze pte beraten und unterstützt, so dass die Wirkung der Ferienschulen im Schul- alltag aufgegriffen und fortgeführt werden kann. Abgrenzung des Vorhabens zu Regelangeboten Bereits im Strukturförderprogramm MÜLHEIM 2020 konn ten Fe- rienschulen nur durch die damals verfügbare Förderu ng realisiert werden, da keine anderen Finanzierungsmöglichkeiten verfügbar waren. Vergleichbare kompetenzorientierte Angebote wie der TalentCA- MPus im Bundesprogramm „Kultur macht stark“ richten sich an Schülerinnen und Schüler in der Sekundarstufe I haben nicht den klaren Fokus auf Sprachförderung und können somit n icht über- tragen oder zur Finanzierung herangezogen werden. Ferienschulen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Konzeption und Umsetzung erheblich von den Regelangeboten im O ffenen Ganztag, da entsprechende Betreuungsschlüssel und organisato- rische Voraussetzungen im schulischen Regelbetrieb nicht reali- siert werden können. Gleichwohl wirken die Feriensc hulen durch die vermittelten Kompetenzen in den schulischen All tag und ge- ben in Kombination mit den Beratungsangeboten wicht ige Impul- se für mehrsprachigen Unterricht in den beteiligten Grundschu- len. 126 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Zielgruppen Schülerinnen und Schüler der beteiligte n Grundschulen Beteiligte Grundschulen in den 11 Sozialräumen Lehramtsstudentinnen und Lehramtsstudenten Ziele Operatives Ziel − Neu geschaffene, bedarfsgerechte Angebotsstrukture n und / oder Arbeitsplätze Projektziele Sprachliche Kompetenzen erweisen sich zunehmend als grund- legende Qualifikation für eine vollständige Teilhab e am gesell- schaftlichen und wirtschaftlichen Leben. Ziel des P rojektes ist es, mit einem umfassenden modularen Konzept die sprachl iche Kompetenz von Kindern mit Zuwanderungsgeschichte un d Kin- dern aus sozial schwachen Familien zu fördern. Spra chförderung versteht sich im Rahmen der Projektumsetzung in ein em doppel- ten Sinne: − als Förderung der Bildungssprache Deutsch im Deuts ch- und Fachunterricht, da viele Schülerinnen und Schül er auch während der Schulzeit noch Deutschlerner sind − als Förderung der Herkunftssprachen (Schriftsprach e) in Koordination mit dem Erwerb der deutschen Sprache a ls Anknüpfen an den Stärken der mehrsprachig aufwach- senden Migrantinnen und Migranten Ein weiteres Ziel ist die frühzeitige und umfassend e Vermittlung von Praxiswissen für Lehramtsstudentinnen und Lehramtsstuden- ten, die in den Ferienschulen erfolgt. Indikatoren − Anzahl der beteiligten Grundschulen − Anzahl der erreichten Schülerinnen und Schüler − Anzahl der zum Einsatz kommenden Lehramtsstudentin - nen und -studenten Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 127 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Kosten Projektlaufzeit / Zeitraum 24 Monate / 2 Jahre 01.01.2018 – 31.12.2019 Eine Weiterentwicklung dieser Maßnahme ist denkbar. Die kon- krete Fortführung ist im Rahmen einer modularen Bet rachtung abhängig vom Evaluationsergebnis der vorgesehenen M aßnah- me Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Weiterb ildung in Kooperation mit dem Kom- munalen Integrationszentrum. Es ist geplant, die positiven Umsetzungserfahrungen aus dem Strukturförderprogram MÜLHEIM 2020 mit den Kooperat ions- partnern Lernende Region – Netzwerk Köln e.V., Zent rum für Mehrsprachigkeit und Integration (ZMI) sowie dem In stitut für Deutsche Sprache und Literatur II der Universität z u Köln umzu- setzen. Förderung − Gegebenenfalls geeignetes Landesprogramm des Minis - teriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Spo rt (MFKJKS) oder Ministerium für Schule und Weiterbild ung (MSW) oder des Bundesamtes für Migration und Flücht - linge (BAMF) (Sprachkurse) − Vorrangige Fördermöglichkeiten wurden geprüft und sind nicht erkennbar. − Die Durchführung der Maßnahme steht unter dem Vorb e- halt eines möglichen Förderzuganges beziehungsweise einer ausreichenden Förderquote. 128 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Bemerkung Aufgrund bereits vorhandener Angebote auß erhalb des Pro- gramms wird derzeit eine alternative Maßnahme geprüft. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 129 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Laufende Nummer 1.0.26 Handlungsfeld: Früh ansetzende Hilfen Maßnahme Willkommen und Ankommen in Köln im Sozialr aum Humboldt / Gremberg und Kalk Inhalt Ausgangslage Köln ist die viertgrößte Stadt Deutschlands. Aufgru nd ihrer Strukturen vor allem aber durch ihr tolerantes und offenes Stadtbild verfügt die Stadt über eine hohe Anziehun gskraft so- wohl bei Studierenden, Alleinlebenden, Familien und Personen aus dem Um- und Ausland. Aus diesem Grund zählt Köl n auch zu einer der wachsenden Städte Deutschlands. Ein Faktor ist unter anderem der seit vielen Jahren anhaltende Zuzug von EU-Bürgerinnen und Bürger. An der Spitze der Köl- ner aus EU-Mitgliedsstaaten standen zum Stichtag 31 .12.2015 Italiener (18.745), Polen (9.632) und Griechen (5.7 76). Bezüg- lich dieser Staatsangehörigen ist in den vergangenen Jahren ein moderater und relativ linearer Anstieg der Einwohne rzahlen zu verzeichnen. Seit dem EU-Beitritt von Bulgarien und Rumänien im Jahr 2007 ist die Zahl der gemeldeten EU-Bürgerinnen und Bürger aus den beiden Staaten deutlicher als bei allen anderen Zuw anderern aus den EU-Mitgliedsstaaten gestiegen. Zum 31.12.20 15 hat sich die Zahl auf insgesamt 10.497 Menschen erhöht (6.548 Bulgaren, 3.949 Rumänen). Dazu gibt es in Köln eine nicht quantifizierbare Anzahl an EU-Bürgerinnen und Bürge rn, insbe- sondere aus den beiden genannten Staaten, die nicht gemeldet sind, sich aber sowohl vorübergehend als auch regel mäßig in Köln aufhalten. Schon anhand der Meldedaten über Zu züge und Fortzüge lassen sich hohe Fluktuationsquoten nachvo llziehen, die 2014 bei rund 51 Prozent, in den Jahren 2011 bi s 2013 so- gar zwischen 65 und 70 Prozent lagen. Der Zuzug von Zugewanderten konzentriert sich nicht auf einige wenige Quartiere, sondern verteilt sich über das ga nze Stadtge- biet. Besonders betroffen sind dabei zwangsläufig d ie Gebiete und Quartiere, die mit vergleichsweise hohen Arbeit slosenquo- ten und entsprechend hohen Anteilen von Transferlei stungs- empfängerinnen und -empfängern, noch relativ preisg ünstigem Wohnungsbestand zu den benachteiligten Stadtteilen und - vierteln in Köln gehören. Hierzu zählt auch der Soz ialraum Humboldt / Gremberg und Kalk. Die Freizügigkeit innerhalb der EU gründet für alle EU- Bürgerinnen und -Bürger auf dem Recht zur Arbeitssu che und dem Aufenthaltsrecht sowohl zur Arbeitssuche als au ch für die Dauer der Beschäftigung in jedem EU-Mitgliedsland. Menschen, die in ihren Herkunftsländern eine schulische Bildung und eine berufliche Qualifizierung erfahren haben, finden sich auf dem hiesigen Arbeitsmarkt relativ gut zurecht u nd könnten sich und ihre Familien oft selbstständig finanziere n und ernäh- ren. Ausgrenzungs- und Diskriminierungserfahrung si nd zum 130 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Teil dennoch ursächlich für den schwierigen zuweile n perspek- tivlosen Zugang zum hiesigen Arbeitsmarkt. Insbeson dere Frau- en aus den benannten Zuzugsländern sind von Diskrim inierung und Ausgrenzung betroffen. Studien zu folge, erfahr en gerade Frauen aus Sinti und Roma Familien häufiger Diskrim inierung aufgrund von Zuschreibungen, die diesen Personen ge genüber getroffen werden, als andere. Zugänge in den Arbeits- aber auch Wohnungsmarkt sind erschwert, da sowohl Arbeitgeber als auch Wohnungseigentümer häufig zurückschrecken, Familien aus Osteuropäischen Ländern eine Wohnung zu vermieten b ezie- hungsweise einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz anz ubieten. Somit kann davon ausgegangen werden, dass qualifizi erte Per- sonen aus den beschriebenen Gründen, einen deutlich schwere- ren Start in das hiesige System haben, als andere. Die aktuelle Zuwanderungssituation weist aber eben auch eine große Anzahl von Menschen auf, die in ihren Herkunf tsländern bereits großer Not ausgesetzt waren, ohne Zugang zu Bildung, adäquat bezahlter Beschäftigung, Gesundheitsversorg ung und menschenwürdigen Wohnbedingungen. Die Menschen ohne echte Perspektive auf dem hiesigen Arbeitsmarkt sic hern ihren täglichen Lebensunterhalt unter anderem durch Geleg enheitsar- beiten, Sammeln von Schrott und Flaschen, Verwertun g von Sperrmüll aber auch durch Bettelei oder persönliche Verdingung bis hin zu Prostitution. Um den daraus heraus resultierenden Anforderungen b egegnen zu können, hat die Stadt Köln das ESF-Projekt „Will kommen in Köln“ im Zeitraum 01.01.2014 bis 31.12.2015 durchge führt. Im Zentrum aller Aktivitäten stand die nachhaltige Int egration der Zuwanderinnen und Zuwanderer aus Südosteuropa in de n Ar- beitsmarkt und das soziale Umfeld. Schwerpunkte des Projektes waren der Aufbau von Begegnungs- und Beratungsstellen sowie die Durchführung von Sprachkursen. Die Verbindung v on aufsu- chender Beratungstätigkeit und fester Beratungsstel le als An- laufpunkt erwies sich als erfolgreiche Strategie fü r die Teilneh- mendengewinnung und die Umsetzung der Beratungsarbe it. Die Vielzahl der multiplen Vermittlungshemmnisse der Zu gewander- ten (Wohnsituation, Krankenversicherungsschutz, soz iale Absi- cherung, Schulden) verzögerte jedoch eine schnelle Integration in den hiesigen Arbeitsmarkt. Im Fokus stand daher erst einmal der Abbau dieser Hemmnisse. Die Beratungen wurden d ann Zug um Zug mit arbeitsaktivierenden Maßnahmen kombi niert. Die Unterstützungs- und Beratungsangebote konzentrierten sich in diesem Projekt im Wesentlichen auf die Stadtteil e Ehrenfeld, Kalk und Mülheim. Das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales NRW fördert für ein weiteres Jahr arbeitsmarktliche Projekte im Kontext der Zuwanderung aus Südosteuropa. In dem Folgeprojekt „ Weiter- entwicklung Willkommen in Köln“ werden in 2016 die Erkennt- nisse aus der zweijährigen Projektumsetzungsphase a ufgegrif- fen und weiterentwickelt. Die Maßnahmen im Projekt konzentrie- ren sich auch hier auf die Stadtteile Ehrenfeld, Ka lk und Mül- heim. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 131 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Im Rahmen der neuen ESF-Förderphase in Nordrhein-Westfalen wird das Projekt „Willkommen und Ankommen in Köln“ ab 2017 die guten Ansätze aus den beiden vorangegangen Proj ekten aufgreifen und auf den bisher nicht berücksichtigte n Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk übertragen. Im zukünft igen Pro- jekt ist der zentrale Inhalt die Arbeitsmarktintegr ation sowie die Themenfelder Diskriminierung, Ausgrenzung und Vorur teile ge- genüber der beschriebenen Zielgruppe. Denn die Unte rstützung und Mobilisierung der ankommenden Personen ist nich t ausrei- chend. Ein Zusammenspiel zwischen der Aufnahme- und An- kommenden-Gesellschaft muss forciert werden, um eine zielfüh- rende und erfolgreiche Integration für alle Beteili gten zu erlan- gen. Niedrigschwellige Unterstützung, die im Vorfeld der Arbeits- marktintegration erforderlich ist, erhalten die Men schen ab dem 01.01.2016 über Angebote, die aus dem Europäischen Hilfs- fonds für die am stärksten benachteiligten Personen (EHAP) fi- nanziert werden. Die Angebote aus dem EHAP sollen d en Men- schen bei der Bewältigung des Alltags in Deutschland helfen, sie für Beratungsstrukturen des regulären Hilfesystems sensibilisie- ren und an diese heranführen sowie bei der Überwind ung von sprachlichen Schwierigkeiten unterstützen. Das ESF- Projekt als Schnittstelle knüpft hier an zwei Stellen an. Zum e inen unter- stützt es die Zugewanderten bei der Arbeitsmarktintegration. Die Zugewanderten verfügen über sehr unterschiedliche A usgangs- situationen im Hinblick auf ihre Chancen der Integr ation in den Arbeitsmarkt. Sowohl der Bildungs- beziehungsweise der Aus- bildungsstand, die tatsächliche Arbeitserfahrung al s auch der arbeitsrechtliche Status sind sehr vielfältig. In d er Regel sind die Sprachkompetenzen der deutschen Sprache für eine sc hnelle Integration in Beschäftigung zu gering. Bestehende Potenziale, Fähigkeiten und Kenntnisse müssen identifiziert werden. Ebenso wichtig ist die Förderung der Sprachkompetenz. Zum anderen wird ein Schwerpunkt des Projektes auf die Öffnung von Betrie- ben und Ausbildungseinrichtungen sowie Ämtern und Dienststel- len gelegt. Im Rahmen von Diversity wird sowohl die Zielgruppe als auch die Aufnahmegesellschaft als Zielgruppe be trachtet. Wie beschrieben, haben Erfahrungen gezeigt, dass In tegrati- onsmaßnahmen eindimensional nicht zielführend sind, deshalb fokussiert Willkommen und Ankommen in Köln alle Bet eiligten gleichermaßen. Projektbeschreibung Das Projekt „Willkommen und Ankommen in Köln“ setzt hier mit einem sogenannten integrierten Konzept, einer Kombination aus Kompetenzfeststellung, Sprachförderung, Beratung un d Beglei- tung abgestimmt auf die Zielgruppe, sowie Öffentlic hkeitsarbeit, Schulungen, Begegnung und Austausch an beide Zielgr uppen (Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Arbeitgeb erinnen und Arbeitgeber) gerichtet, an. Das Ziel der Arbeitsmarktintegration soll in enger Abstimmung 132 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ mit maßgeblichen Kölner Arbeitsmarktakteuren und an deren mit der Zielgruppe vertrauten Institutionen wie zum Bei spiel Jobcen- ter, Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer Migran- tenselbsthilfeorganisationen, Antidiskriminierungss tellen und weitere erreicht werden durch: 1. Zielgruppensensible Beratung 2. Kompetenzfeststellung im Rahmen der arbeitsmarkt lichen Integration 3. Sprachkurse 4. Gewinnung von Arbeitgeberinnen und -gebern zur Q uali- fizierung der Zielgruppe (Kombination von einem Pra kti- kum und auf den Job ausgerichtete Sprachkurs) 5. Begleitung in bestehenden Beschäftigungsverhältn issen 6. Anerkennung von ausländischen Bildungs- und Beru fsab- schlüssen 7. Fachberatung für berufliche Abschlüsse 8. Begleitung vor und nach Anerkennung von Abschlüs sen 9. Rechte und Pflichten von Arbeitnehmerinnen und - nehmern 10. Coaching im Rahmen der dauerhaften Integration 11. Begegnung und Austausch sowie Sensibilisierung auf beiden Seiten 12. Vermittlung der Projektteilnehmenden in sozialv ersiche- rungspflichtige Beschäftigungs- beziehungsweise in Aus- bildungsverhältnisse 13. Aufbau einer Unterstützungsstruktur für die Zug ewander- ten als auch die Arbeitgeber der Zielgruppe Zielgruppe − Personen aus der EU mit Schwerpunkt Süd-Osteuropa − im Alter zwischen 18 und 55 Jahren − Frauen und Männer zu gleichen Anteilen Ziele Operative Ziele − Schaffung von bedarfsgerechten Angebotsstrukturen und / oder Arbeitsplätzen − Vernetzte Beratungs- und Angebotsstrukturen im Ber eich Bildung mit bedarfsgerechten Zugängen und Angebots- formen − Verstärkte Arbeitsmarktintegration von Armut Bedro hten / Betroffenen Projektziele − Aktivierung, Heranführung und Integration in den A r- beitsmarkt, und den Sozialraum − Konzeption eines umfassenden Begleitprogramms Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 133 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ − Qualifikation durch ausbildungsähnliche Strukturen und Sprachkurse − Abbau von Vorurteilen und Diskriminierung Indikatoren − Anzahl der Fortbildungsveranstaltungen − Anzahl der Teilnehmenden − Anzahl Personen, die mit Abschlüssen qualifiziert wurden − Anzahl Personen Vermittlungen in den Arbeitsmarkt Kosten Personal und Sachkosten (Summen) Nicht förderfähige Kosten Pro Jahr für 2 Jahre Projektleitung mittlere Projekte 1/4 Stelle, Pauschale 19.110 € 38.220 € Herausgehobene Projektmit- arbeit 1/4 Stelle, Pauschale 22.050 € 44.100 € Gesamt 41.160 € 82.320 € Förderfähige Kosten zur Weiterleitung an Träger Pro Jahr für 2 Jahre 2 Stellen Projektmitarbeit, Pauschale von 76.440 € 152.880 € 305.760 € Bürgerschaftliches Engage- ment 3.000 € 6.000 € Gesamt 155.880 € 311.760 € Gesamtkosten 311.760 € Davon 2017: 155.880 € Davon 2018: 155.880 € Projektlaufzeit / Zeitraum 24 Monate / 2 Jahre 01.01.2017 bis 31.12.2018 Eine Übertragung dieser Maßnahme auf andere Sozialr äume sowie eine Weiterentwicklung sind denkbar. Die konk rete Fort- führung ist im Rahmen einer modularen Betrachtung a bhängig vom Evaluationsergebnis der vorgesehenen Maßnahme. Projektverantwortlicher Stadt Köln: Punktdienststel le Diversity Förderung − ESF, B 1 im Rahmen der Einzelfallentscheidung − Der Eigenanteil der Stadt Köln wird durch die Stel lung von Personal erbracht. − Vorrangige Fördermöglichkeiten wurden geprüft und sind nicht erkennbar. 134 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Bemerkung Die Maßnahme ist bewilligt und wird seit dem 01.01. 2017 durch- geführt. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 135 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 10.5 Handlungsfeld 2: Öffentlicher Raum Laufende Nummer 2.0.4 Handlungsfeld: Öffentlicher Raum Maßnahme Spiel- und Bewegungsräume in den Veedeln Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk: Neuordnung und Neugestaltung der Spielplatzfläche Eythstraße Einrichtung von Angeboten zum Skaten, BMXen und and eren Trendsportarten sowie Spiel- und Bewegungsmöglichke iten für Kinder und Jugendliche in den Sozialräumen Inhalt Ausgangslage Im dicht bebauten Stadtteil Kalk ist derzeit ein erheblicher Mangel an öffentlichen Freiflächen zu verzeichnen. Gemäß d er Ranking- liste der Jugendhilfeplanung der Stadt Köln verfügt Kalk mit ei- nem Flächenfehlbedarf von insgesamt 24.588 Quadratm etern unter Berücksichtigung von einwohnerdichte und Ante il an Mehr- familienhäusern sowie Anzahl und Anteil der hier le benden Kin- der und Jugendlichen über die höchste Priorität all er 86 Kölner Stadtteile. Ein enorm hoher Handlungsbedarf ergibt sich darüber hinaus auch aus der hier vorhandenen Bevölkerungsst ruktur so- wie den gegebenen familiären und sozialen Lebensbed ingungen der Kinder und Jugendlichen im Stadtteil. Der öffen tliche Spiel- platz sowie der öffentliche Bolzplatz verfügen derz eit nur über einen sehr geringen Spielwert und bedürfen daher dr ingend einer an den Bedürfnissen der im Viertel lebenden Kinder und Jugend- lichen orientierten Neuplanung und Ausstattung. Um den jungen Menschen und Kalk im unmittelbaren Wo hnum- feld alters- und bedarfsgerechte Spiel-, Kommunikat ions- und Bewegungsräume und damit adäquate Entwicklungsmögli chkei- ten anbieten zu können, ist die bedarfsgerechte Neu gestaltung und qualitative Aufwertung der vorhandenen Spielfläche dringend erforderlich. Kinder und Jugendliche verbringen einen nicht unerheblichen Teil ihrer Freizeit im öffentlichen Raum. Sie bewegen si ch dabei auf- grund fehlender Möglichkeiten nicht nur auf den off iziell ausge- wiesenen Flächen. Aufgrund des gegebenen Bedarfs si nd ver- stärkt niederschwellige, kostenfreie Angebote für j eden ohne Ausgrenzung im öffentlichen Raum bereitzustellen. Projektbeschreibung Die geplanten Maßnahmen umfassen im Wesentlichen di e Neu- ordnung und Neugestaltung der entlang des öffentlic hen Weges zwischen Eythstraße und Kasernenstraße gelegenen Sp ielplatz- flächen sowie des südlich des öffentlichen Weges be findlichen Bolzplatzes. 136 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Die Neugestaltung der Spielplatzflächen soll nach d em Grund- konzept erfolgen, die Spielgeräte für jüngere und ä ltere Kinder in getrennten kreis- beziehungsweise halbkreisförmigen Sandspiel- flächen anzuordnen, welche sich um eine zentralen h albkreisför- migen Platz gruppieren, der sich - mit Zugang zur n ördlich gele- genen Wohnbebauung - in der Mitte des öffentlichen Weges be- findet. Östlich eines zentralen Platzes mit einer Tischgrup pe, Bänken und Papierkörben sowie einer Tischtennisplatte soll auf Wunsch der Kinder ein großer Sandspielbereich mit einer Do ppelseilpen- tagode mit Rutschen und Verbindungstunnel sowie ein er Sechs- eckschaukel entstehen. In einer weiteren kreisförmi gen Sandflä- che wird eine Doppelschaukel angeordnet. Nordwestli ch des Platzes wird zudem ein weiterer großer Sandspielber eich für jün- gere Kinder mit Sandbaustelle, Backtischen, Spielha us und Kin- derkarussell geschaffen. Vervollständigt wird das S pielangebot durch eine inmitten einer Rasenfläche eingebettete Seilbahn. Hinter dem von der Eythstraße zu erreichenden Einga ng werden die Spielplatzbesucher von einer Tierskulptur begrüßt. Der Bolzplatz erhält einen neuen fugenlosen gelenks chonenden Bodenbelag, zwei Fußballtore sowie zwei Streetballkörbe. Insgesamt gesehen, wird hier also auf einem Areal m it hoher Aufenthaltsqualität ein sehr vielfältiges Spiel- un d Bewegungsan- gebot zur Verfügung gestellt. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 137 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ An der Planung der Maßnahmen werden die in den Sozialräumen lebenden Kinder und Jugendlichen sowie die interess ierte Be- wohnerschaft beteiligt. Nur auf diese Weise kann ei ne bedarfsge- rechte Gestaltung erreicht werden. Der Aspekt der Barrierefreiheit wird im Rahmen der Planung in enger Abstimmung mit dem Be- hindertenbeauftragten der Stadt Köln berücksichtigt. Zielgruppe Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene Ziele Operative Ziele − Erschlossene und bedarfsgerecht weiterentwickelte Flä- chen für neue Nutzungen − Aufgewertete und vernetzte Begegnungs- und Lebens- räume Projektziel − Zeitnahe Bereitstellung öffentlicher Spiel- und Be we- gungsflächen mit hohem Bewegungs- und Aufenthaltswert für Kinder, Jugendliche, Familien sowie andere in d em Sozialraum lebende Menschen − Schaffung der Voraussetzungen für eine höhere Lebe ns- und Aufenthaltsqualität für die Bewohnerinnen und B e- wohner des Sozialraumes Indikatoren − Anzahl neu errichteter Spiel- und Bewegungsangebot e − Umgestaltete Fläche in m² − Teilnehmende an den Kinder-, Jugend- und Bürgerbet eili- gungen − Kosten Sachkosten / Baukosten − Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk: 540.000 € Davon: 2019: 35.000 € 2020: 430.000 € 2021: 75.000 € Projektlaufzeit / Zeitraum 30 Monate / 2,5 Jahre 01.01.2019 bis 30.06.2022 Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Kinder, Jugend und Familie 138 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Förderung EFRE Kofinanzierung durch Städtebauförderung ggf. Kofinanzierung durch Landessportbund (MFKJKS) Bemerkung An der Planung der Maßnahme werden Kinder , Jugendliche und junge Erwachsene sowie die interessierte Bewohnersc haft betei- ligt. Nur auf diese Weise kann eine bedarfsgerechte Gesta ltung er- reicht werden. Eine Zusammenarbeit und Vernetzung mit den Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit vor Ort und der Sozialraum koordinati- on ist vorgesehen. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 139 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 10.6 Handlungsfeld 3: Wirtschaft und Qualifizierung Laufende Nummer 3.7.1 Handlungsfeld: Wirtschaft und Qualifizierung Maßnahme Jobcoach im Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk Inhalt Ausgangslage Im Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk besteht eine SGB II-Quote in Höhe von 25,5 Prozent (Stadt Köln: 9,4 Prozent) Es besteht somit ein hoher Bedarf an Unterstützung bei der Integra- tion von langzeitarbeitslosen Menschen, die mit heranführenden, niedrigschwelligen Angeboten zielgruppengerecht umg esetzt werden soll. Die Erfahrungen aus dem Strukturförderprogramm MÜLH EIM 2020, in dem Vorläuferprojekte zur vorgeschlagenen Maßnahme sehr erfolgreich umgesetzt werden konnten, zeigen, dass mit einer das JobBörsen-Programm ergänzenden und auf di e Ziel- gruppe zugeschnittenen, individuellen und passgenau en Bera- tungsleistung eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit beziehungs- weise die Integration in Arbeit zu erreichen ist. D ie Teilnehmen- den durchlaufen parallel sowohl das JobBörsen-Progr amm als auch die Maßnahme Jobcoach. Projektbeschreibung In das Jobcoach - Projekt werden ausschließlich Personen mit besonderer Hilfebedürftigkeit aufgenommen. Diese ze igt sich in schweren Vermittlungshemmnissen und multiplen Probl emlagen, die beispielsweise von fehlender Kinderbetreuung, S chulden- /Suchtproblematiken, gesundheitlichen Einschränkung en, feh- lende Schul- und Berufsabschlüsse, bis zu unzureich enden Sprachkenntnissen und Arbeitslosigkeit von mehr als 5 Jahren reichen. Hier bedarf es einer über das Beratungsangebot des Jobcenters und des Jobbörsenprogramms hinausgehenden intensive n Be- treuung und Unterstützung. Der Jobcoach berät nicht nur bei berufsbezogenen sondern auch bei familiären und/oder persönlichen, finanziellen oder gesund- heitlichen Themen. Hierzu muss ein besonderes persö nliches Vertrauensverhältnis aufgebaut werden. Mittels personenbezogenen Profilings und Coaching s oll den Teilnehmenden ein Weg eröffnet werden, an dem am Sc hluss die Integration in den Arbeitsmarkt steht. Die Teil nehmenden werden motiviert, dieses Ziel in erreichbaren Teils chritten mit professioneller Begleitung und Unterstützung anzuge hen. Durch die zusätzliche Nutzung des gesamten Kölner Hilfesystems (zum Beispiel Kinderbetreuung, Offener Ganztag), und ins besondere 140 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ der im Sozialraum bestehenden Hilfeangebote (zum Be ispiel Fachdienst für Integration und Migration, Familienb eratung, Haushaltsberatung, Jugendmigrationsdienst ), sollen die individu- ell bestehenden Arbeitsvermittlungshemmnisse abgeba ut wer- den. Um die erfolgreichen Vermittlungen langfristig zu sichern, werden sowohl die Teilnehmenden als auch der Arbeit geber nach Aufnahme des Beschäftigungsverhältnisses weite rhin be- gleitet. Durch telefonischen oder persönlichen Kont akt können drohende oder auftretende Probleme bereits frühzeit ig erkannt und durch Einleitung entsprechender Schritte behoben werden. Die Jobcoaches akquirieren auf der Basis der Profil e der Teil- nehmerinnen und Teilnehmer entweder selbst Stellen bei Arbeit- gebern beziehungsweise greifen auf Stellen zu, die bereits in den JobBörsen vorliegen. Es erfolgt ein Profilabgleich mit den Be- werberkompetenzen und den arbeitsplatzbezogenen Rah men- bedingungen. Es wird angestrebt, dass die Jobcoache s entspre- chend der Profile der Teilnehmenden auch selbst Arb eitsstellen akquirieren. Mit der Unterstützung des Jobcoaches wird die eigen tlichen Ar- beitsvermittlungen dann in der JobBörse durchführt. Die hohe Hilfebedürftigkeit erfordert, dass die Teilnehmer im Pro- jekt Jobcoach nicht nur wie im JobBörsen-Programm für 3 Mo- nate zugewiesen werden, sondern für mindestens 6 Mo nate mit einer Verlängerungsmöglichkeit von weiteren 3 Monaten. Zudem ist die intensive Beratung nur mit einem Betr euungs- schlüssel von 1 : 25 zu leisten, der weder im Jobbö rsen- Programm noch im Beratungsangebot des Jobcenters v orgese- hen ist. Zielgruppe Erwerbsfähige Leistungsberechtigte nach dem SGB II ab 25 Jah- ren, vorrangig aus den Kundenprofilgruppen des Jobc enters Förderprofil und Entwicklungsprofil mit schweren Ve rmittlungs- hemmnissen Ziele Operative Ziele − Neu geschaffene, bedarfsgerechte Angebotsstrukture n und / oder Arbeitsplätze − Die von Armut Bedrohten / Betroffenen sind in stär kerem Maße in den Arbeitsmarkt integriert Projektziel − Eingliederung in ein sozialversicherungspflichtige s Be- schäftigungsverhältnis durch individuelles Coaching und passgenaue Arbeitsplatzakquise - oder nachrangig − Eingliederung in eine geringfügige Beschäftigung un d Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 141 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Begleitung von Existenzgründungen Indikatoren − Anzahl der Vermittlungen in eine sozialversicherun gs- pflichtige Beschäftigung − Anzahl der Vermittlungen in eine geringfügige Besch äfti- gung und Existenzgründung Kosten Personalkosten • 2 Vollzeitkräfte Projektmitarbeit: 76.440 € pro Ja hr • 10 Prozent Projektleitung kleiner Projekte (100 Prozent = 88.200 €): 8.820 € pro Jahr  Personalkosten für 2 Jahre 323.400 € Sachkosten Sachkosten zum Beispiel für Öffentlichkeitarbeit, Material: 17.000 € pro Jahr  Sachkosten für 2 Jahre 34.000 €  Gesamtkosten 357.400 € Davon 2018: 178.700 € Davon 2019: 178.700 € Projektlaufzeit / Zeitraum 24 Monate / 2 Jahre 01.01.2018 bis 31.12.2019 Eine Weiterentwicklung der Maßnahme ist denkbar. Die konkrete Fortführung ist im Rahmen einer modularen Betrachtu ng abhän- gig vom Evaluationsergebnis der vorgesehenen Maßnahme Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Soziale s und Senioren. Förderung ESF- Einzelmaßnahme Vorrangige Fördermöglichkeiten wurden geprüft und s ind nicht erkennbar. Bemerkung Durch die Jobbörsen wird zurzeit ein verg leichbarer Ansatz an- geboten. Zur Abgrenzung der Maßnahme hinsichtlich Z ielset- zung und Zielgruppe ist die Maßnahme neu zu konzipieren. 142 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 10.7 Lärmminderung Laufende Nummer 4.0.2 Handlungsfeld: Klimaschutz / Umweltgerechtigkeit Maßnahme Offen für Regen: „Grüne Höfe, grüne Plätze “ Maßnahme im Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk Inhalt Ausgangslage Die Stadt Köln hat das Projekt „Klimawandelgerechte Metropole Köln“, zusammen mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW, dem Deutschen Wetterdienst u nd den Stadtentwässerungsbetrieben Köln durchgeführt und d ie Ergeb- nisse in der Studie: „Fachbericht 50: Klimawandelge rechte Met- ropole Köln - Abschlussbericht“ publiziert. Die Studie hat deutlich gezeigt, dass es zukünftig in Köln heißer wird und dass Wetter- extreme zunehmen werden. Schon jetzt besteht eine d eutliche Aufheizung (Wärmeinsel) der dicht bebauten Stadttei le gegen- über dem Umland mit Temperaturdifferenzen von bis zu 10 Grad. In der Zukunft werden die heißen Tage, mit Temperat uren von über 30 Grad Celsius und die Sommertage, mit Temper aturen von über 25 Grad Celsius in Köln deutlich zunehmen. Dabei können Maximaltemperaturen von über 40 Grad C elsius erreicht werden. Die Zahl der Sommertage wird bis M itte des Jahrhunderts für das Stadtgebiet Köln im Vergleich zu den der- zeitigen klimatischen Verhältnissen, um 30 bis 70 P rozent zu- nehmen und die Zahl der heißen Tage kann sich sogar verdop- peln. In den dicht bebauten Stadtquartieren gibt es nur w enige wirk- same Maßnahmen entsprechende Kühlpunkte im Stadtgeb iet zu schaffen. Durch die Versickerung von Regenwasser vor Ort und der damit möglichen Verdunstung bei Hitzeereignissen, könnten unzählige gepflasterte und betonierte Stellplätze, Höfe, Vorg ärten oder Ga- ragenauffahrten durch Entsiegelung und Bepflanzung wieder zur klimatische Abmilderung der Hitzebelastung beitragen. Projektbeschreibung Es gibt zwei Ansätze die parallel verfolgt werden: Entsiegelung von privaten oder von öffentlichen Flächen. In einem ersten Schritt sollte in den Quartieren ei ne Bestands- aufnahme die möglichen potentiellen Flächen erheben , die für eine Entsiegelung zur Verfügung stehen könnten. In einem weiteren Schritt sollte die Entsiegelung u nd Bepflan- zung der Flächen durchgeführt werden. Dies könnte d urch eine Förderung der Entsiegelungsmaßnahmen für private un d ge- werbliche Eigentümer erfolgen. Möglich wäre zum Bei spiel eine Förderquote von 20 € pro entsiegeltem Quadratmeter. Mit einer entsprechenden Öffentlichkeitsarbeit in den Quartie ren sollte für Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 143 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ die Maßnahme geworben werden. Zudem besteht ein integrativer Ansatz, da die Maßna hme durch einen Träger des 2. Arbeitsmarktes durchgeführt werden kann. Neben privaten Flächen sollen auch öffentliche Fläc hen (zum Beispiel Plätze) entsiegelt werden. Hier sind mögli che Synergie- effekte mit anderen EFRE-Projekten zu prüfen, bei d enen im Rahmen von Gestaltungsmaßnahmen auch Flächen entsie gelt werden. Mit der Entsiegelung ist auch eine ökologische Revi talisierung der Flächen durchzuführen. Denkbar ist hier die gez ielte Zu- sammenarbeit mit den Wohnungsbaugesellschaften in d en Sozi- alräumen. Neben der Regenwasserversickerung vor Ort könnten a us voll- versiegelten Hinterhöfen grüne Oasen entstehen, die den Be- wohnern nicht nur eine Verbesserte Aufenthaltsquali tät bieten, sondern auch das Bewusstsein für den Klimawandel un d Natur stärken. Zielgruppe Alle Bewohnerinnen und Bewohner Ziele Operative Ziele − Verbesserte Umweltbildung und -beratung sowie um- weltbewusstere Lebensweise − Geminderte und gemilderte Umweltbelastungen Projektziele − Anzahl der sensibilisierten Bewohnerinnen und Bewo h- ner für das Thema „Klimaanpassung / Hitze“ − Flächenentsiegelung Indikatoren − Entsiegelte Fläche in Quadratmetern − Begrünte Fläche in Quadratmetern − Anzahl der beteiligten Bewohnerinnen und Bewohner Kosten Sachkosten Pro Quadratmeter entsiegelter Fläche fallen Kosten in Höhe von 25 - 40 € an. Hinzu kommen Planungskosten in Höhe v on 20 Prozent. Kostenvolumen 30.000€ Es fallen Kosten für Öffentlichkeitsarbeit in Höhe von 10.000 € an. Die Kosten zur Bestandsaufnahme sind im Gesamtv olumen enthalten. Berücksichtigt werden in der Kostenkalku lationen so- wohl Maßnahmen für private als auch für öffentliche Flächen. Personalkosten Eine halbe Stelle E13: 43.050€ 144 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Geschätzte Gesamtkosten 83.050 € Davon 2018: 29.350 € Davon 2019: 29.350 € Davon 2020: 24.350 € Projektlaufzeit / Zeitraum 36 Monate / 3 Jahre 01.01.2018 bis 31.12.2020 Projektverantwortlicher Stadt Köln: Umwelt- und Ver braucherschutzamt Förderung Städtebauförderung / EFRE Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 145 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Laufende Nummer 4.0.4 Handlungsfeld: Klimaschutz / Umweltgerechtigkeit Maßnahme Aufbau eines Hitzewarn- und Informationssy stems. Informati- onsmaterial für die Bevölkerung zum Thema Hitzeentwicklung im Zuge des Klimawandels Maßnahme im Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk Inhalt Ausgangslage Die Stadt Köln hat das Projekt „Klimawandelgerechte Metropole Köln“, zusammen mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW, dem Deutschen Wetterdienst u nd den Stadtentwässerungsbetrieben Köln durchgeführt und d ie Ergeb- nisse in der Studie: „Fachbericht 50: Klimawandelge rechte Met- ropole Köln - Abschlussbericht“ publiziert. Die Studie hat deutlich gezeigt, dass es zukünftig in Köln wärmer wird und die Wetter- extreme zunehmen werden. Schon jetzt besteht eine d eutliche Aufheizung (Wärmeinsel) der dicht bebauten Stadttei le gegen- über dem Umland mit Temperaturdifferenzen von bis z u 10 Grad Celsius. In der Zukunft werden die heißen Tage, mit Temperat uren von über 30 Grad Celsius und die Sommertage, mit Temper aturen von über 25 Grad Celsius in Köln deutlich zunehmen. Dabei können Maximaltemperaturen von über 40 Grad Celsius erreicht werden. Die Zahl der Sommertage wird bis Mitte des Jahrhun- derts für das Stadtgebiet Köln im Vergleich zu den derzeitigen klimatischen Verhältnissen, um 30 bis 70 Prozent zunehmen und die Zahl der heißen Tage kann sich sogar verdoppeln. Die zunehmende Aufheizung der Stadtquartierte bei l ang anhal- tenden sommerlichen Hitzeereignissen trifft besonde rs Kleinkin- der, Kranke und ältere Menschen. Aber auch bei gesu nden Men- schen kann Hitze zu Erschöpfung und eingeschränkter Leis- tungsfähigkeit führen. Bei Hitzeperioden wurden höhere Sterberaten gemesse n und das wärmere Stadtklima führt zu erhöhten gesundheit lichen Be- lastungen und Risiken. Auch die Empfindlichkeit der Menschen gegenüber Hitze bestimmt die Höhe dieser Risiken. Zusätzlich führen Hilfebedürftigkeit und soziale Vereinsamung oft dazu, dass Maßnahmen wie zum Beispiel ausreichende Flüssig- keitsversorgung und Flüssigkeitsaufnahme unterlassen werden. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) bietet auf seiner I nternetseite und als Handy-App eine Hitzewarnung an. Dieser Dien st kann auch von Altenpflegeeinrichtungen genutzt werden. Projektbeschreibung Ziel ist es, durch eine gezielte Öffentlichkeitsarb eit die Bewoh- nerschaft in den unterschiedlichen Stadtvierteln zu erreichen, die alters- und situationsbedingt diese webbasierte Tec hnik nicht nutzen können. Diese Zielgruppe soll nicht nur eine Vorwarnung 146 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ für Hitzeereignisse bekommen, sondern auch eine ent sprechen- de Verhaltensänderung beziehungsweise Vorsorge betreiben. So sollte zum Beispiel ein alter Mensch dazu angehalten werden, in besonders belasteten Hitzetagen sein Trinkverhal ten zu än- dern, oder die junge Mutter könnte in der Mittagsze it mit ihrem Kind den Schattenplatz aufsuchen. Die Kampagne sollte neben allgemeinverständlichen I nformatio- nen verschiedene Medien bedienen. Gerade alte Mensc hen, gegebenenfalls in Einrichtungen, benutzen andere Me dien als junge Mütter von Kleinkindern. Die Information soll te über ver- schiedene Kommunikationswege verbreitet werden. Hie rbei soll- ten auch neue Wege eingeschlagen werden. Hierzu ergeben sich in den Stadtteilen mehrere Fragestellungen: − Wie wird die Hitzewarnung des DWD in den Einrichtu n- gen an die Bewohnerinnen und Bewohner kommuniziert und wie wirkt sich die Hitzewarnung auf das Verhalt en aus? − Wie werden ältere Bewohnerinnen und Bewohner er- reicht, die nicht in einer Einrichtung leben? − Welche Möglichkeiten gibt es, das Thema Stadtklima / Hitzeentwicklung zu kommunizieren? − Was sind geeignete Kommunikationsmedien? − Welche Verhaltensänderungen stellen sich ein? Mit Hilfe von Multiplikatoren soll das Thema an die Zielgruppe kommuniziert werden. Hier werden gezielt nicht nur Träger im Bereich Altenpflege angesprochen, sondern diverse a ndere, um das Wissen auf breiter Basis zu kommunizieren. Mögliche Multiplikatoren sind: − Diverse soziale und kirchliche Träger, − Pflegedienste, − Grundschulen, − Sozialraumkoordinatoren, − Anlaufstellen, − Gemeinden, Soziale Netzwerke, Mittler Geplant ist das Themenfeld „Informationsfluss der H itze- Warnung in der Einrichtung“, bzw. „Erreichbarkeit v on alleinle- benden älteren Menschen“ durch die Universität Bonn (Prof. Kis- temann, Institut für Hygiene & Public Health) im Ra hmen von gesundheitsgeographischen Masterarbeiten untersuche n zu las- sen. Mögliche Maßnahmen sind: − Medien: Die Information kann über einen einfachen Flyer erfolgen, aber auch durch Medien wie Handy-Apps, od er das Internet. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 147 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ − Ausgabe von Trinkflaschen − Gedrucktes Informationsmaterial − Internet / App − Veranstaltungen: Geplant ist an zentralen Orten in den Sozialräumen Thementage und Informationskampagnen nach dem Motto „bleib cool“ durchzuführen. Diese sollen an heißen Sommertagen den Aspekt Gesundheitsvor- sorge spielerisch erlebbar machen. Eine Trinktheke des Versorgungsunternehmens RheinEnergie gibt Trinkwas- ser aus, um die Bevölkerung für das Thema zu sensib ili- sieren. Kinder (und Erwachsene) können mit Feuerweh r- schläuchen und Wasserspielen Abkühlung finden. Durc h gezielte Ausgabe von Trinkflaschen an ältere Leute wer- den diese erreicht. Das Thema Klimawandel und die damit verbundene Hitz eent- wicklung kann in Zusammenarbeit mit dem Gesundheits amt in die Grundschulen transportiert werden. Alte Menschen in Einrichtungen könnten auch über ei ne „Hitze- ampel“ entsprechend informiert werden. Zielgruppe Alle Bewohnerinnen und Bewohner der Quar tiere Ziele Operatives Ziel − Verbesserte Umweltbildung und –beratung sowie um- weltbewusstere Lebensweise Projektziele − Veränderte Einstellung zum Thema Umweltbelastung und Hitze, − Sensibilisierung für das Thema Hitzewelle Indikatoren − Anzahl der Website-Besuche (Klicks) − Anzahl der durchgeführten Beratungsgespräche Kosten Personalkosten Halbe Stelle E13 beim Umwelt-und Verbraucherschutza mt: 43.050 € Die Darstellung der Personalkosten erfolgt nur nachrichtlich. Die- se Kosten werden nicht in die Förderung eingebracht. Sachkosten Wissenschaftliche Analyse durch die Uni Bonn. 4.000 € für 2 Studierende für jeweils 0,5 Jahre Supervision 4.000 € Separate, isolierte Internetpräsenz: 6.000€ 148 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Veranstaltungen und Infokampagne in den Sozialräumen vor Ort 20.000€ Flyer, Informationsmaterial, Trinkflaschen 20.000€ Sachkosten gesamt: 54.000 € Gesamtkosten 54.000 € 2018: 20.000 € 2019: 17.000 € 2020: 17.000 € Projektlaufzeit / Zeitraum 36 Monate / 3 Jahre, 01. 01.2018 – 31.12.2020 Die Durchführung der Maßnahme steht unter dem Vorbe halt ei- nes möglichen Förderzuganges beziehungsweise einer ausrei- chenden Förderquote . Projektverantwortlicher Stadt Köln: Umwelt-und Verb raucherschutzamt in Zusammenar- beit mit dem Gesundheitsamt der Stadt Köln, der Rhe inEnergie und der Universität Bonn, Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit Förderung − BUMB-Programm (Klima), Bundesministerium für Bil- dung und Forschung (BMBF) Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 149 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Laufende Nummer 4.0.9 Handlungsfeld: Umweltgerechtigkeit – Klimaschutz, Luf t- reinhaltung und Lärmminderung Maßnahmen Maßnahmen rund um eine Leitart zur Verbes serung der Identifi- kation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrem Sozialr aum und gleichzeitiger Erhöhung der Biodiversität sowie der Aufenthalts- qualität im Sozialraum Humboldt/Gremberg und Kalk Inhalt Ausgangslage Es ist schon lange bekannt, dass lebendige Tiere ei ne besonde- re Wirkung bei Menschen in Bezug auf Identifikation und eigene Wahrnehmung erzielen. Das sich Kümmern um andere Le bewe- sen, die geeignete Hilfe bereitwillig annehmen, füh rt dabei oft zu einer Steigerung des Selbstwertgefühls und kann daz u beitra- gen, Aggressionen gegen sich und das Umfeld in Fürs orge um- zuwandeln. Darüber hinaus stellt die Verbesserung der Biodiver sität eine wichtige Aufgabe in Zeiten des Artenschwundes und d es Klima- wandels dar, denen es mit geeigneten Mitteln entgeg enzusteu- ern gilt. Da die Stadt Köln die Deklaration „Biodiv ersität in Kom- munen“ unterzeichnet hat und damit eine freiwillige Selbstver- pflichtung zur Berücksichtigung der Artenvielfalt i n allen Hand- lungsbereichen eingegangen ist, besteht hier konkre ter Hand- lungsbedarf, zumal die Kommune bei dem Wettbewerb „ Bio- diversität in Kommunen“ sehr schlecht abgeschnitten hat. Projekte zur gezielten Förderung von Arten, die als Sympathie- träger gelten, sind dabei besonders geeignet, sowoh l dem sozia- len, als auch dem ökologischen Aspekt gerecht zu werden. Projektbeschreibung Es wird eine geeignete Art ausgewählt, für die Schu tzmaßnah- men relativ einfach auch durch die Bürger und Bürge rinnen um- zusetzen sind. Durch den Aufbau einer Internetseite mit allen Informationen rund um diese Tierart und der Darstel lung mögli- cher Schutzmaßnahmen sollen alle Bürger und Bürgeri nnen in- formiert werden. Aktionen vor Ort sollen dabei nicht nur bleibende S trukturen schaffen sondern unter Mitwirken der Bürger und Bür gerinnen erfolgen, so dass eine Identifikation möglich wird. Denkbar sind hier, adäquat zum Spatzenprojekt, Maßnahmenkonzepti on und Umsetzung an Schulen und KITAs zur Lebensraumgestal tung, die Entwicklung von Flyern zum Schutz der Art sowie die Auslo- bung eines Fotowettbewerbs zu der Art mit anschließ ender Ka- lendererstellung. Die Entwicklung und die Abgabe vo n Saatgut als direkte oder indirekte Nahrungsgrundlage sowie die Anleitung für Fortpflanzungsstätten sollen das Projekt abrunden. Durch die Entwicklung eines Kinderlesebuches soll d arüber hin- aus das Erlebte weiter gefestigt werden und mit ein er Förderung im Bereich Lesekompetenz verbunden werden. 150 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Wichtig ist, dass die gewählte Art zum einen als Sy mpathieträger wahrgenommen wird, aber auch noch so häufig vorkomm t, dass eine Beobachtung durch die Bewohnerinnen und Bewohner ohne großen Aufwand möglich ist. Die Habitate sollten da bei geeignet sein, auch anderen Arten zu helfen. Durch die Anlage eines beschilderten Lehrpfades sol len die Leit- art und ihr Lebensraum darüber hinaus für alle erlebbar werden. Aus dem Spatzenprojekt liegt bereits eine ganze Rei he von Er- fahrungen vor, die im Rahmen eines neuen Projektes genutzt werden könnten. Als mögliche Arten könnten der Igel oder Wildbienen gewählt werden. Zum Nachweis der Populationsstärkung könnte eine Ka rtierung vor Beginn und nach Ablauf der Projektzeit in Bezug auf die ge- wählte Art in den Projekträumen durchgeführt werden Zielgruppe Bewohnerinnen und Bewohner aller Alterss tufen einschließlich gemeinnütziger Vereine und Wohnungsbaugesellschaften Ziele Querschnittsziel − Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung Operative Ziele − Vernetze Beratungs- und Angebotsstrukturen im Bere ich Bildung mit bedarfsgerechten Zugängen und Angebots- formen − Verbesserte Umweltbildung und – beratung sowie um- weltbewusstere Lebensweise Projektziele − Identifizierung der Bewohnerschaft mit der gewählt en Art − Verbesserung des Lebensumfeldes durch die Erweite- rung oder naturnähere Gestaltung von Grünbereichen − Verbesserung der Wertschätzung naturnaher Struktur en − Wissenserweiterung über ökologische Zusammenhänge durch Aktionen und Informationen rund um die gewähl te Art − Verbesserung der Population der gewählten Art Indikatoren − Anzahl der verteilten Kalender − Anzahl der angelegten Habitatstrukturen − Nutzung des Lehrpfades − Anzahl der Einsätze des Kinderlesebuches an den Grundschulen − Anzahl der Population der Leitart Kosten Personal und Sachkosten (Summen) Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 151 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 2018: − Abgabe von Nisthilfen und Saatgut zur Schaffung ge eig- neter Lebensgrundlagen für die Art durch interessie rte Bürgerinnen und Bürger: 5.000 € (Materialkosten, Vertei- lung und Design) − Schulprojekte an 2 Pilotschulen oder anderen Einri chtung zur Schaffung geeigneter Habitate: Honorarkosten: 48 Arbeitsstunden a 30 € ergibt 1.440 € Materialkosten: 500 € − Sicherung der Nachhaltigkeit der Aktion an der ers ten Schule durch Einsatz der erstellten Materialien (Au sstel- lung, Internetseite, Arbeitsheft und Kinderlesebuch ). 6 Stunden à 30 €; gesamt: 180,- € − Umsetzung eines Lehrpfades an einem außerschulisch en Lernort: 20.000 € 2019: − Schaffung geeigneter Habitate im Wohnumfeld als Ge - meinschaftsaktion unter Anleitung von Fachleuten au s dem Naturschutz an einer Örtlichkeit: Honorarkosten: 24 Arbeitsstunden à 30 € ergibt 720 € Materialkosten: 500 € − Sicherung der Nachhaltigkeit der Aktion an der zwe iten Schule durch Einsatz der erstellten Materialien (Au sstel- lung, Internetseite, Arbeitsheft und Kinderlesebuch ). 6 Stunden à 30 €; gesamt: 180 € 2020: − Abschlussbericht − Gesamtkosten: 28.520 € Davon 2018: 27.120 € Davon 2019: 1.400 € Projektlaufzeit / Zeitraum 36 Monate / 3 Jahre 01.01.2018 bis 31.12.2020 Die Durchführung der Maßnahme steht unter dem Vorbe halt ei- nes möglichen Förderzuganges beziehungsweise einer ausrei- chenden Förderquote . Projektverantwortlicher Stadt Köln, Amt für Umwelt- und Verbraucherschutz in Zusam- menarbeit mit den lokalen Naturschutzverbänden, Sti ftung Rhei- nische Kulturlandschaft und gegebenenfalls Wohnungs bauge- sellschaften Förderung - EFRE 152 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Laufende Nummer 4.0.11 Handlungsfeld: Umweltgerechtigkeit – Klimaschutz, Luf t- reinhaltung und Lärmminderung Maßnahme Reduzierung der Lärmbelastung an erheblich betroffenen Stra- ßen in der Baulast der Stadt Köln durch Einbau von lärmoptimier- ten Belägen Inhalt Ausgangslage Für eine nachhaltige und präventive Stadtentwicklung sind die Aspekte Klimaschutz sowie der Erhalt beziehungsweise die För- derung guter Umweltbedingungen von zentraler Bedeutung. Ins- besondere Städte sind durch ihren hohen Versiegelungsgrad sowie höhere Umweltbelastungen durch Verkehr und Industrie besonders von Klimafolgen, wie zum Beispiel Hitzeperioden und Starkregenereignissen, aber auch von schlechten Umweltbedin- gungen, wie mangelnde Grün- und Erholungsflächen, Lärm- oder Luftschadstoffbelastung betroffen. Innerhalb von Städten treten diese Belastungen nicht gleich verteilt auf, sondern kon- zentrieren sich in bestimmten Gebieten der Stadt. Nicht immer und ausschließlich, jedoch häufig sind einkommensschwache und sozialbenachteiligte Bewohnerinnen und Bewohner auch von schlechten Umweltbedingungen betroffen. Eine dieser Umwelteinflüsse ist die Lärmbelastung. Unter Umge- bungslärm werden gemäß der EU-Richtlinie belästigende und gesundheitsschädliche Geräusche im Freien, die durch mensch- liche Aktivitäten verursacht werden und die von Verkehrsmitteln wie dem Straßenverkehr, den Eisenbahnen, Flugzeugen, sowie von Industriegeländen und großen Häfen ausgehen, verstanden. Sport-, Freizeit- und Nachbarschaftslärm, Lärm durch Tätigkeiten innerhalb von Wohnungen und Lärm am Arbeitsplatz werden nicht erfasst. Bei der hier durchgeführten Analyse der Sozialräume wurden nicht alle Lärmbelastungen betrachtet, sondern nur solche Berei- che, die erhebliche Belastungen aufweisen. Als dominierende Lärmquellen sind in den hier definierten Sozialräumen eindeutig der Straßenverkehrs- und Fluglärm erkennbar. Da in Bezug auf Fluglärm keine Einflussmöglichkeiten bestehen, fokussieren sich die Maßnahmen auf den Straßenlärm. Hierfür wurde bei den nachfolgenden Auswertungen auf die in Nordrhein-Westfalen im Zusammenhang mit der EU-Umgebungslärmrichtlinie definierten Auslösewerten Bezug genommen. Diese Auslösewerte wurden mit Runderlass des Ministeriums für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (MUNLV) vom 07.02.2008 definiert: „Lärmprobleme im Sinne des § 47 d Absatz 1 des Bundesimmissionsschutzgesetzes (BIm- SchG) liegen auf jeden Fall vor, wenn an Wohnungen, Schulen, Krankenhäusern oder anderen schutzwürdigen Gebäuden ein LDEN (Lärmindikator) von 70 dB(A) oder ein LNight von 60 dB(A) erreicht oder überschritten wird. Dies gilt nicht in Gewerbe- oder Industriegebieten nach den §§ 8 und 9 der Baunutzungsverord- nung sowie in Gebieten nach § 34 Absatz 2 des Baugesetzbu- ches mit entsprechender Eigenart.“ Für die hier vorliegende Maßnahmen werden daher die Straßen- abschnitte mit Betroffenen LDEN >= 70 dB(A) berücksichtigt. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 153 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Projektbeschreibung Kern der Maßnahme ist die Lärmreduzierung auf einen Wert un- ter LDEN 70 dB(A). Mit der hier beantragten Förderung des Ein- baues eines lärmoptimierten Fahrbahnbelags wird eine signifi- kante Lärmminderung gegenüber klassisch verbauten Fahrbahn- belägen erreicht (Minderungswirkung 3 dB(A)). Insofern wird unter dem Gesichtspunkt der Umweltgerechtigkeit durch die Maßnahmen eine spürbare Entlastung von Straßen- verkehrslärm in den Sozialräumen erreicht. Die Maßnahmen sol- len an geplante Sanierungsmaßnahmen des Amtes für Straßen und Verkehrstechnik anknüpfen. Vorgesehen sind folgende Straßenabschnitte: − Olpener Straße von Bennoplatz bis Frankfurter Stra ße (970 Meter, Regelquerschnitt 8 Meter) − Rolshover Straße von Kalker Hauptstraße bis Wester - waldstraße (1.124 Meter, Regelquerschnitt 8 Meter) − Frankfurter Straße von Pfaffenpfädchen bis Schuber t- straße (Eil) (1.070 Meter Regelquerschnitt 8 Meter) − Venloer Straße von Äußere Kanalstraße bis Häuschen s- weg (570 Meter, Regelquerschnitt 8 Meter) Zielgruppe Lärmbelastete Bewohnerinnen und Bewohner (LDEN >= 70 dB(A)) Ziele Operatives Ziel − Geminderte und gemilderte Umweltbelastungen Projektziel − Reduzierung der Lärmbelastung auf einen Wert unter LDEN 70 dB(A) beziehungsweise um mindestens 3 dB(A) Indikatoren − Signifikante Lärmminderung des Straßenverkehrslärm s um mindestens 3 dB(A) Kosten Sachkosten Umsetzungskosten: in Abhängigkeit von den gewählten Maß- nahmen. circa 4 € netto pro qm Fahrbahnbelag; (Differenz lärm- optimierte zur klassischen Fahrbahnoberfläche) − Olpener Straße von Bennoplatz bis Frankfurter Stra ße (970 Meter, Regelquerschnitt 8 Meter): 31.142 € − Rolshover Straße von Kalker Hauptstraße bis Wester - waldstraße (1.124 Meter, Regelquerschnitt 8 Meter): 36.070 € − Frankfurter Straße von Pfaffenpfädchen bis Schuber t- straße (Eil) (1.070 Meter, Regelquerschnitt 8 Meter): 34.342 € − Venloer Straße von Äußere Kanalstraße bis Häuschen s- weg (570 Meter, Regelquerschnitt 8 Meter): 18.446 € Sachkosten gesamt 104.000 € 154 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Gesamtkosten 104 .000 € Davon 2018: 26.000 € Davon 2019: 26.000 € Davon 2020: 26.000 € Davon 2021: 26.000 Projektlaufzeit / Zeitraum 48 Monate / 4 Jahre 01.01.2018 bis 31.12.2021 Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Straßen und Verkehrstechnik Fördermittelprogramm − Förderrichtlinie Kommunaler Straßenbau Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 155 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Laufende Nummer 4.7.1 Handlungsfeld: Klimaschutz / Umweltgerechtigkeit Maßnahme Integrierte Maßnahme zur ökologischen Revi talisierung „Westerwaldstraße“ Inhalt Ausgangslage Das Programmgebiet Humboldt-Gremberg / Kalk zeichnet sich durch eine hohe Unterversorgung mit Grünflächen aus (hoher Ver siegelungsgrad geringer Anteil an Grünflächen je Einwohner). Zudem weist das Programmgebiet Humboldt-Gremberg / Kalk den höchs- ten Anteil aller Programmgebiete an zukünftig von s ehr hoher Wärmebe- lastung betroffenen Gebieten auf. Darüber hinaus is t es das am zweit- stärksten von Luftschadstoffbelastung betroffene Ge biet. Aufgrund der hohen Verdichtung des Gebietes ist die absolute Anzahl der von Straßen- lärm betroffenen Bevölkerung in diesem Programmgebiete am höchsten. Neben der Lärm- und Luftbelastung stellt auch die V erbesserung der Biodiversität eine wichtige Aufgabe in Zeiten des A rtenschwundes und des Klimawandels dar, der es mit geeigneten Mitteln entgegenzusteuern gilt. Da die Stadt Köln die Deklaration „Biodiversität in Kommunen“ unter- zeichnet hat und damit eine freiwillige Selbstverpflichtung zur Berücksich- tigung der Artenvielfalt in allen Handlungsbereiche n eingegangen ist, be- steht hier konkreter Handlungsbedarf, zumal die Kom mune bei dem Wettbewerb „Biodiversität in Kommunen“ sehr schlech t abgeschnitten hat. Die zu beplanende Fläche ist wesentlicher Bestandte il einer radialen Grünverbindung aus dem Quartier heraus zum Äußeren Grüngürtel. Sie stellt mit ihren Teilbereichen die Verbindung zum G remberger Wäldchen als Teil des Äußeren Grüngürtels her. Ziel der hier vorgeschlagenen Maßnahme Westerwaldst raße ist es, die überwiegend als Wiesenflächen genutzten und zum Tei l als Brache be- ziehungsweise Weide verpachteten Flächen aufzuwerte n und ihr eine angemessene und vielfältige Nutzung sowie eine qual itative Gestaltung zu verleihen. Projektbeschreibung Die Inwertsetzung der betroffenen Flächen soll sowo hl unter ökologi- schen wie auch unter funktionalen und gestalterisch en Aspekten erfol- gen. Die vorgesehenen Einzelmaßnahmen sollen dazu b eitragen, den Anteil an vielfältig nutzbaren und gestalteten Grün flächen im nahen Um- feld der Quartiere zu erhöhen und somit zu einer lebenswerten Umwelt in den Quartieren beitragen. Maßnahmen im Einzelnen sollen sein: − Vernetzung und Aufwertung der vorhandenen Grünfläc hen auch hinsichtlich der ökologischen Gegebenheiten, Herste llen von übergeordneten Wegeverbindungen für Fußgänger und Radfahrer − Herstellen von Rundwegen mit Verweilqualität − Schaffen von Grün- und Erholungsraum − Schaffen von Begegnungsräumen − Schaffen von Spiel- Sport- und Bewegungsangeboten unter Be- rücksichtigung von Trendsportarten wie zum Beispiel Skaten, 156 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ BMXen, Klettern, Slacklinen − Pflanzen von Straßenbäumen (Aufwertung des Stadtra umes und Verbesserung des Stadtklimas) − Erhöhen der Biodiversität − Berücksichtigung dabei finden: − Klimaschutz und Luftreinhaltung − Barrierefreiheit Zielgruppe alle Altersklassen, vorrangig Kinder und Jugendliche für die neu gescha ffenen Spielangebo- te Ziele Operative Ziele − Aufgewertete Begegnungs- und Lebensräume − Erschlossene und bedarfsgerecht weiterentwickelte Flächen für neue Nutzungen − Verbesserte Vernetzung von und mit Grünflächen − Geminderte und gemilderte Umweltbelastungen Projektziele − Erschließung, Vernetzung und Aufwertung der Grünfl äche Wes- terwaldstraße − bedarfsgerechte Weiterentwicklung der Flächen für neue Nutzun- gen − Aufwertung von Begegnungs- und Lebensräumen − Vervollständigen einer radialen Grünverbindung Indikatoren − Umgestaltete Fläche in Quadratmeter − Anzahl neu gepflanzter Bäume − neu geschaffene Wege in Quadratmeter Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 157 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Kosten Die Berechnung der Kosten ergibt sich aus ca. 30,00 Euro pro Quadrat- meter Fläche und 20 Prozent Planungskosten plus 19 Prozent Mehrwert- steuer. Gesamtkosten 2.700.000 € Davon 2019 50.000 € Davon 2020 1.000.000 € Davon 2021 1.500.000 € Davon 20223 150.000 € Projektlaufzeit / Zeit- raum 42 Monate / 3,5 Jahre 01.07.2019 bis 31.12.2022 Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Landschaftspflege und Grünfläch en in Kooperation mit dem Amt für Stadtentwicklung und Statistik, dem Umwelt- und Ver- braucherschutzamt, dem Gesundheitsamt, dem Amt für Wirtschaftsförde- rung Förderung − EFRE und Städtebauförderung Bemerkung Ergänzende Hinweise/Besonderheiten − Der Planungsbereich Westerwaldstraße liegt zu ca. 95% über Alt- ablagerungen − Bei schlechter Witterung staut sich das Regenwasse r auf der Festwiese. − Für die Sanierung der Festwiese wurde seinerzeit v on 57 die Er- stellung eines Gutachtens empfohlen. − Die Festwiese wurde mit Städtebaufördermitteln aus gebaut. (1989 u 1991) − Der rechtskräftige Bebauungsplan 70439/06 weist ei nen Kinder- spielplatz und Ballspielplatz vor. − Verbindung mit Maßnahme 2.0.4 „Spiel- und Bewegung sräume in den Veedel“ 158 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 10.8 Handlungsfeld 5: Wohnen Laufende Nummer 5.0.2 Handlungsfeld: Wohnen Maßnahme „Zuhause im Veedel – Aktivierung, Beteiligung und Wohnumfeld- pflege im Quartier Kalk - Nord Modul A: Mieter- und Nachbarschaftsarbeit Inhalt Ausgangslage Wohnen bedeutet zu Hause sein, sich wohl fühlen, ak tiv am Le- ben im Stadtviertel beteiligt sein. Die Wohnung, da s direkte Wohnumfeld und die unmittelbare Nachbarschaft sind für die Bewohnerinnen und Bewohner wichtig und bei der Inte gration unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen zentrale Ansa tzpunkte. Dies trifft besonders für sozial belastete Quartier e zu, in denen meist viele Menschen von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen sind. Der Kalker Norden (rund um die Albermannstraße) zeichnet sich durch ein teilweise schlechtes Wohnungsangebot, ein e bunte Mischung von Bewohnerinnen und Bewohnern unterschie dlicher Herkunft sowie Spannungen im sozialen Miteinander a us. Es stehen Ladenlokale leer, der öffentliche Raum ist häufig vermüllt, das Angebot an wohnortnahen nutzbaren Grünflächen und quali- tativen Freiräumen ist gering. Die Sozialstruktur z eigt, dass die Bewohnerschaft im Stadtviertel Kalk – Nord durch ei nen beson- ders hohen Anteil an sozial benachteiligten Bevölke rungs- gruppen gekennzeichnet ist. Durch die Überlagerung von sozia- ler Benachteiligung der Bewohnerschaft und einer un terdurch- schnittlichen Qualität der Wohn- und Lebensbedingun gen wer- den hier besondere Handlungsbedarfe deutlich. Folgende Merkmale sind im Stadtviertel Kalk - Nord besonders hervorzuheben: − räumliche Konzentration von Armut / Abhängigkeit v on Transferleistungen − hoher Anteil an Langzeitarbeitslosen − strukturelle Mängel der Wohnungen und des Umfelds − negatives Image − geringe Identifikation der Wohnbevölkerung mit dem Quartier Projektbeschreibung Das Projekt „Zuhause im Veedel“ (Modul A) setzt bei den Le- benslagen der Quartiersbewohnerinnen und -bewohnern an. Eine enge Zusammenarbeit mit dem Quartiersmanagemen t in dem insgesamt wesentlich größeren Sozialraum Humbol dt / Gremberg und Kalk ist sicherzustellen und konstituierend für den nachhaltigen Erfolg der Maßnahme. Das Quartiersmana gement zielt darauf ab, die Bewohnerschaft des Sozialraums zu errei- chen, zu aktivieren und zu unterstützen, dadurch Ba rrieren ab- zubauen und den Netzwerkgedanken zu stärken. Somit erfolgt in Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 159 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ diesem Kontext bereits eine Ansprache der Bewohners chaft und der institutionellen Quartiersakteure. Die Situatio n in Kalk - Nord erfordert jedoch eine intensivere Betrachtung. Hier leben über- wiegend sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen, die eher artikulationsschwach sind und mit besonders nieders chwellig angelegten Methoden angesprochen und aktiviert werd en müs- sen. Dies erfolgt im Rahmen dieser Maßnahme. Modul A – Mieter- und Nachbarschaftsarbeit Das ausgewählte Quartier ist durch erhebliche sozia le Problem- lagen gekennzeichnet. Eine Verbesserung der dortige n Lebens- bedingungen kann nur durch ein integriertes Handeln erreicht werden, bei dem die Bewohnerinnen und Bewohner selb st eine entscheidende Rolle spielen. Nicht für sie, sondern mit ihnen sollen Veränderungen geplant und umgesetzt werden. Aufgabe im Rahmen von Modul A wird sein, in Zusamme narbeit mit möglichst vielen Betroffenen die Lebensqualität vor Ort zu steigern, die das Quartier beeinträchtigenden struk turellen Prob- leme zu erkunden, sie konstruktiv und lösungsorient iert aufzu- greifen und Partizipationsprozesse zu ermöglichen. Schwerpunk- te sind die sozialen Lebensverhältnisse und der persönliche Kon- takt mit den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie die konkrete Aktivierung der Menschen in ihrer Lebenswelt. Die Soziale Arbeit knüpft an den konkret festgestellten Interessen, Ak tivitäten und Bedürfnislagen der Bewohnerschaft an und entwickelt daraus bedarfsgerechte Beratungs-, Aktivierungs- und Unter stützungs- leistungen für das Quartier. Die Aktivierungsaufgabe lässt sich folgendermaßen k onkretisie- ren: − Kontinuierliche Präsenz im Quartier − Durchführung einer aktivierenden Bewohnerbefragung (nach Möglichkeit mehrsprachig) zur Herausarbeitung von Handlungsbedarfen aus Sicht der Bewohnerinnen und Bewohner vor Ort. − Erkundung der Interessen, Ressourcen und Bedarfsla gen im Quartier durch Methoden aufsuchender Arbeit. − Soziale Aktivierung der Wohnbevölkerung durch die Or- ganisation von Versammlungen, Stadtteilfesten, kult urel- len Veranstaltungen, Informationsangeboten und Akti o- nen, Gebiets- und Gebäudebegehungen − Aufbau von Selbstbestimmungsgremien wie Mieterräte n − Schaffung von Mitwirkungsmöglichkeiten am sozialen und kulturellen Leben im Quartier − Verbesserung der Lebensbedingungen durch Maßnah- men zur Aufwertung des Quartiers und Erhöhung der S i- cherheit − Erhöhung der Teilhabechancen in den Bereichen Be- 160 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ schäftigung, Bildung und Gesundheit − Vertretung der Interessen der Wohnbevölkerung (Lob - byarbeit für das Quartier) − Nach Auslauf der Förderung sollen die geschaffenen Strukturen der Mieter- und Bewohnerbeteiligung verstetigt werden. Das Maß der weiterhin erforderlichen profes sio- nellen Unterstützung soll durch eine wissenschaftli che Begleitung ermittelt werden. Hinweis zu Modul B - Quartiershausmeister − Die Aufgabenwahrnehmung „Quartiershausmeister“ wir d in Kalk – Nord bereits umgesetzt. Das Modell konnte im Rahmen des Wohndialoges in Kalk-Nord (Montag Stiftung – Urbane Räume, Projekt Kalkschmiede) große Erfolge und stadtweite Beachtung aufweisen. Zielgruppe Bewohnerinnen und Bewohner im Quartier Ziele Querschnittsziel − Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung Operative Ziele − Stärker unterstützte und entwickelte Wohnadressen − Verbesserte Aktivierung der Mieter am Wohnort Projektziele − Ziel der aktivierenden Mieter- und Nachbarschaftsa rbeit ist es, allen in dem Quartier lebenden Menschen, un ab- hängig von der persönlichen Lebenssituation, der He r- kunft, der sozialen Stellung und materiellen Leistu ngsfä- higkeit die Möglichkeit zur Teilhabe am gesellschaf tlichen Leben zu eröffnen und damit einer Verfestigung von Ar- mut und sozialer Ausgrenzung vorzubeugen. Durch die Aktivierung und Beteiligung werden die Voraussetzun gen dafür geschaffen, dass die Bewohnerinnen und Bewohner des Quartiers ihre Interessen vertreten, ihre Recht e als Mieterinnen und Mieter sowie als Bewohnerinnen und Bewohner wahrnehmen, sich bürgerschaftlich engagieren können und aktiv in die Gestaltung ihrer Wohnumwelt einbringen. Indikatoren − Anzahl der befragten Bewohnerinnen und Bewohner im Rahmen der aktivierenden Befragung − Anzahl der initiierten Aktivitäten und Projekte in der Be- wohnerschaft − Anzahl der aufgebauten Anlaufstellen und Kommunika ti- onsräume im Quartier − Anzahl der aufgebauten beziehungsweise unterstützt en Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 161 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Mieterinitiativen und Mieterräte − Anzahl der aufgebauten spezifischen Beratungsangeb ote (Mieterberatung) − Anzahl der durchgeführten und dokumentierten Miete r- treffen Kosten Personalkosten für das Quartier Kalk -Nord ( externe Vergabe) 0,5 Stelle S 15: 35.250 € pro Jahr für 3,5 Jahre: 123.375 € Personalkosten: 123.375 € Sachkosten für das Quartier Kalk - Nord Kostenermittlung für 3,5 Jahre: Raumkosten: 19.526,50 € Einrichtungsgegenstände: 1.659,00 € Geschäftskosten: 4.466,00 € Fernsprechkosten: 1.211,00 € IT-Kosten: 17.857,00 € Sachkosten: 44.719,50 € Aktivierungsbudget Aktivierende Befragung: 6.500,00 € Wissenschaftliche Begleitung: 7.000,00 € Beteiligungsverfahren: 5.250,00 € Aktivierungsbudget: 18.750,00 € Gesamtkosten: 186.844,50 € Davon in 2019: 54.777,00 € Davon in 2020: 54.777,00 € Davon in 2021: 51.527,00 € Davon in 2022: 25.763,50 € Projektlaufzeit / Zeitraum 01.01.2019 – 30.06.2022 42 Monate / 3,5 Jahre Nach Auslauf der Förderung sollen die geschaffenen Strukturen der Mieter- und Bewohnerbeteiligung verstetigt werden. Das Maß der weiterhin erforderlichen professionellen Unters tützung soll durch die wissenschaftliche Begleitung ermittelt werden. 162 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Eine Weiterentwicklung der Maßnahmen ist denkbar. Die konkre- te Fortführung ist im Rahmen einer modularen Betrac htung ab- hängig vom Evaluationsergebnis der vorgesehenen Maßnahme. Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Soziales und Senioren Förderung − Modul A: Städtebauförderung Vorrangige Fördermöglichkeiten wurden geprüft und s ind nicht erkennbar. Bemerkung Zum Stadterneuerungsprogramm 2017 wurde ein Fördera ntrag gestellt. Laut Veröffentlichung des MBWSV vom 18.04 .2017 ist für dieses Sozialraumgebiet keine Förderung vorgese hen. Sollte eine frühere Umsetzung der Maßnahme durch eine Förd erzusa- ge möglich werden, wird diese im Sinne der zügigen Programm- umsetzung durchgeführt. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 163 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Laufende Nummer 5.0.3 Handlungsfeld: Wohnen Maßnahme Haus,- Hof- und Fassadenprogramm im Sozial raum Humboldt / Gremberg und Kalk Inhalt Ausgangslage Der Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk liegt i m rechts- rheinischen Köln, östlich circa 4 Kilometer vom Zentrum entfernt. Das Stadtbild ist von Wohnhäusern aus der Gründerze it, Miets- häusern aus den 50er und 60er Jahren mit hohem Sani erungs- bedarf, einigen Industriedenkmälern, Verwaltungsgeb äuden so- wie großen Industriebrachen geprägt. In den 50er und 60er Jahren entstanden im Sozialrau m zahlrei- che Arbeitersiedlungen, die heute stark sanierungsb edürftig sind bzw. durch Ersatzbauten sukzessive ersetzt werden. Vorherr- schend im Sozialraum sind Mehrfamilienhäuser, die e inen Anteil von etwa 90 Prozent des Wohnbestandes ausmachen. Die GAG Immobilien AG verfügt im Sozialraum über ru nd 2.800 Wohneinheiten und bildet einen starken Kooperations partner. Zu den weiteren großen Wohnungsanbietern zählen die Aa chener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft, die Genossensc haft GWG zu Köln sowie Vonovia (ehem. Deutsche Annington ). Bei der Ausgestaltung des Haus-, Hof- und Fassadenprogr amms muss darauf geachtet werden, dass neben den größere n Be- standshaltern vor allem auch die privaten Einzeleig entümer an- gesprochen und mobilisiert werden sollen. Im Rahmen einer Befragung gaben fast zwei Drittel a n, mit ihrer Wohnung zufrieden zu sein. Die Zufriedenheit mit dem Wohnum- feld fällt jedoch mit nur 30 Prozent erheblich geringer aus. Diese Werte verdeutlichen den Handlungsbedarf bei d er Woh- numfeldgestaltung. Das Haus-, Hof- und Fassadenprog ramm bildet dabei einen wichtigen Beitrag, in dem es für die Bedarfe sensibilisiert, Eigentümer mobilisiert und konkrete Gestaltungs- maßnahmen im Sozialraum anstößt. Projektbeschreibung Das Fassadenprogramm soll dazu anregen, nachhaltige Verbes- serungen an Wohnhäusern oder am unmittelbaren Wohnu mfeld vorzunehmen. Die Wohn- und Aufenthaltsqualität im S ozialraum soll verbessert werden. Grundlage der Förderung bildet die Förderrichtlinie Stadterneue- rung von 2008 (Teil II, Förderbestimmungen für die städtebauli- che Sanierung und Entwicklung). Demnach können Maßn ahmen zur Fassadenverbesserung, Begrünung, Herrichtung u nd Ge- staltung von Hof- und Gartenflächen sowie Maßnahmen an Au- ßenwänden und Dächern gefördert werden. Zuwendungsf ähig sind 50 Prozent der Ausgaben von höchstens 60 Euro je Quad- 164 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ ratmeter umgestalteter Fläche. Durch die Erneuerung der Ansichtsflächen von Wohnge bäuden werden Innenhof und Straßenseite deutlich aufgewert et. Das Förderprogramm bietet Mietern und Eigentümern von W ohnim- mobilien und gemischt genutzten Immobilien Unterstü tzung bei Verschönerungsmaßnahmen für Fassaden und Innenhöfe. Ein attraktiver Stadtteil stärkt das gemeinsame Miteina nder von Be- wohnerinnen und Bewohnern. Vor diesem Hintergrund s ind Ver- schönerungs- und Verbesserungsmaßnahmen im Sozialra um „Humboldt / Gremberg und Kalk“ von besonderer Bedeutung. Zielgruppe − Hauseigentümer − Eigentümergemeinschaften − Mieter und Nutzungsberechtigte Ziele Operatives Ziel − Stärker unterstützte und entwickelte Wohnadressen Projektziele − Die Wohn- und Aufenthaltsqualität im Sozialraum so ll verbessert werden − Aufwertung des Wohnumfeldes − Stärkung des Miteinanders der Bewohnerschaft durch ein attraktiveres Wohnumfeld − Steigerung der privaten Investitionen im Sozialrau m Indikatoren − Anzahl der Interessentenanfragen zum Programm − Anzahl der durchgeführten Beratungen Kosten Gesamtkosten für den Sozialraum 1.140.000 € Davon Kostenanteil Dritter (Zuwendungsempfangende) 570.000 € Davon förderfähige Kosten 570.000 € Davon 2019 190.000 € Davon 2020 190.000 € Davon 2021 190.000 € Projektlaufzeit / Zeitraum 36 Monate / 3 Jahre Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 165 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 01.01.2019 bis 31.12.2021 Projektverantwortlicher − Amt für Stadtentwicklung und Statistik Förderung − Städtebauförderung Bemerkung Der Baustein „Entsiegelung“ der im Rahmen der Förde rrichtlinie Stadterneuerung in Teil II, Ziffer 11.2 Satz (1) mit aufgeführt wird, soll innerhalb des Haus- Hof – und Fassadenprogramm s explizit nicht gefördert werden, da die Stadt Köln das Thema „Entsiege- lung“ im Rahmen der Maßnahme 4.0.2 „Grüne Höfe, Grüne Plät- ze“ sowohl für private als auch für öffentliche Flächen zur Förde- rung anbietet. Eine entsprechende Anpassung wird in der zu erarbeitenden Richtlinie zum Haus, Hof- und Fassadenprogramm erfolgen. Zum Stadterneuerungsprogramm 2017 wurde ein Fördera ntrag gestellt. Laut Veröffentlichung des MBWSV vom 18.04 .2017 ist für dieses Sozialraumgebiet keine Förderung vorgese hen. Sollte eine frühere Umsetzung der Maßnahme durch eine Förd erzusa- ge möglich werden, wird diese im Sinne der zügigen Programm- umsetzung durchgeführt. 166 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Städtebauliches und soziales Engagement weiterer Akteure Die GAG Immobilien AG bildet einen wichtigen Kooperationspartner in Köln. Mit einem Woh- nungsbestand von über 43.000 Wohnungen ist sie die größte Vermieterin in Köln und weist auch im Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk mit rund 2.800 einen nennenswerten Anteil an Wohneinheiten auf. Bereits durch die Akti onärsstruktur, bei dem die Stadt Köln Hauptaktionär ist, ergeben sich enge Bezüge zwischen der Stadt Köln und der GAG Immobi- len AG. Gegründet vor mehr als hundert Jahren haben sich di e Herausforderungen über die Zeit stark verändert. Neben der Betreuung des Wohnungsbe standes werden durch die GAG lau- fend neue Wohnbauprojekte realisiert um den steigen den Bedarf an Wohnungen, insbeson- dere bezahlbaren Wohnraum für Menschen mit durchsch nittlichen bzw. geringeren Einkom- men, abzufedern. In ihrem unternehmerischen Handeln nimmt die GAG nu n auch verstärkt die Quartiersebene als Betrachtungs- und Handlungsraum in den Fokus. Z iel ist es, durch ein strategisches Quartiersmanagement unter Einbeziehung lokaler, und stadtweit agierender Akteure, die soziale Stabilität der Wohnquartiere zu bewahren, i hre Wohnqualität weiter zu entwickeln und die Identifikation der Mieterinnen und Mieter in „ihrem“ Stadtteil zu fördern. Im Stadtteil Kalk sind insgesamt 1.245 Wohnungen i m Eigentum der GAG (Stand: Dezem- ber 2016). In den vergangenen Jahren wurden bereits umfangreiche Modernisierungs- und Neubaumaßnahmen umgesetzt. Aktuell ist in Kalk-Nord die energetische Modernisierung eines Baufeldes mit 30 freifinanzier- ten Wohneinheiten und einem Investitionsvolumen von ca. 2,9 Millionen Euro in Planung. Weiterhin sind im Stadtteil Kalk vier Neubaumaßnahm en auf Ankaufsgrundstücken zur Er- richtung von 762 Wohneinheiten, davon 305 öffentlic h geförderte, 89 Studentenapparte- ments und diversen Gewerbeeinheiten geplant. Hierfür wird mit einem Gesamtinvestitionsvo- lumen von knapp 247 Millionen Euro kalkuliert. Dies e Neubautätigkeit kann auch einen Bei- trag zur Verbesserung des Angebotes an barrierefreien Wohnungen leisten. Am westlichen Rand des Sozialraums Kalk wird eine d er vier Neubaumaßnahmen realisiert. An der Barcelona-Allee entstehen neben einer neuen Hauptzentrale der GAG auch fünf Wohnhäuser mit insgesamt 159 Wohnungen. Zur Wohnbeb auung gehören mehrere Spiel- plätze sowie zwei Tiefgaragen. Die Häuser sind voraussichtlich Mitte 2019 bezugsfertig. Im Stadtteil Humboldt / Gremberg verfügt die GAG üb er 1.467 Wohnungen, wovon sich der- zeit 922 Wohneinheiten im Quartier „Kannebäckersiedlung“ befinden. Insbesondere in dieser Siedlung soll ein Großteil der Objekte energetisch modernisiert werden. Beabsichtigt sind insgesamt Investitionen in Höhe von ca. 70 – 80 Mil lionen Euro. Über die baulichen Investiti- onen hinaus werden im Rahmen eines integrierten Qua rtierskonzepts auch Maßnahmen zur Wohnumfeld- und Freiflächenverbesserung angestrebt, sowie mögliche Nachverdichtungs- potentiale geprüft. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 167 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Umsetzungsplanung – Organisation und Steuerung Bereits in der Phase der Konzepterstellung wurden m it Blick auf die Umsetzung des Pro- gramms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Arbeitsstrukturen aufgebaut, an denen für die Um- setzungsphase angeknüpft werden soll. Die Eckpunkte zu Strukturen und Verfahren sind mit Nennung der an der Umsetzung beteiligten Akteure un d ihrer Rollen in der nachfolgenden Abbildung dargestellt. Abbildung 21: Organisationsmodell zur Umsetzung des Integrierten Stadtentwick- lungskonzeptes „Starke Veedel – Starkes Köln“ Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik Das daraus abgeleitete Organisationsmodell bildet zunächst die organisatorische Ausgangs- struktur der Stadt Köln in der Vorbereitungsphase für die Umsetzung der Maßnahmen. Diese Vorbereitungsphase dient der Planung und Durchführu ng aller für die Umsetzung erforderli- chen Arbeiten (siehe unten). Im Rahmen einer Prozesssteuerung sollen die bei der Evaluation von MÜLHEIM 2020 er- kannten Optimierungspotenziale einer zentralen Steu erung bei dezentraler Umsetzung be- rücksichtigt werden, um die erforderlichen Struktur en und Verfahren auf die Anforderungen des neuen Programm „Starke Veedel - Starkes Köln“ m öglichst effizient umzusetzen. Dies beinhaltet zum Beispiel die Vermeidung von Doppelst rukturen und Redundanzen in der Auf- gabenwahrnehmung, die Steigerung der Arbeitseffizie nz, eine Optimierung der Ressourcen und des Know-hows der Beteiligten sowie der integri erten, ämterübergreifenden Zusammen- arbeit. Ziel ist es, mit Beginn der Umsetzungsphase ein optimales Organisationsmodell im- plementiert zu haben oder zeitnah zu entwickeln. 168 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Als zentrales Entscheidungs- und Steuerungsgremium des neuen Programms ist ein Len- kungskreis vorgesehen. Dieser ist hochrangig besetz t und trifft alle für die Planung und Durchführung des Programms wesentlichen Entscheidungen. Die für die Vorbereitung der Umsetzungsphase erford erlichen Arbeiten übernimmt das Steu- erungsteam in Zusammenarbeit mit den Fach- und Bürg erämtern. Das Steuerungsteam bündelt Erfahrungen, zum Beispiel zu den Themen Pro jektsteuerung, Bürgerbeteiligung, Öffentlichkeitsarbeit, Finanzen, Förderung und Vergabe. Um die Fragestellungen aus den Sozialräumen unkompl iziert zu bündeln, wird für jeden So- zialraum eine konkrete Ansprechperson benannt, die zum einen die aktuellen Belange regelt und zum anderen die Schnittstelle zum Gesamtprogramm bildet. In der Vorbereitungsphase kümmert sich der koordini erende Bereich des Steuerungsteams insbesondere um die Vorbereitung der Antragstellungen von Fördermitteln für das neue Pro- gramm. Weiterhin wird der begonnene Prozess der Bür gerinnen- und Bürgerbeteiligung, dem im neuen Programm eine hohe Bedeutung zukommt, weitergeführt und durch Maß- nahmen der Öffentlichkeitsarbeit unterstützt. Die d urch die Fachämter zu erstellenden Kon- zepte und darauf aufbauenden Leistungsbeschreibunge n dienen als Grundlage späterer Ausschreibungen. Eine entscheidende Bedeutung für den erfolgreichen Abschluss der Vorbereitungsphase ist der intensiven und konstruktiven Zusammenarbeit zwi schen dem koordinierenden Steue- rungsteam und den Dezernaten / Fachämtern beizumess en. Im Rahmen dieser Zusammen- arbeit sind im Bedarfsfall die Grundlagen für die E rweiterung des Steuerungsteams um zent- rale Steuerungs- und Koordinationsaufgaben für die Umsetzungsphase zu entwickeln. Dar- über hinaus werden die Fragen einer künftigen, förd erfähigen Einbindung von Externen be- ziehungsweise von Beschäftigten der Fachämter abgestimmt. Parallel dazu erfolgt auch ein Austausch mit den Bü rgeramtsleitungen und der Sozialraum- koordination über die Weiterentwicklung und zielger ichtete Ergänzung der vorhandenen Strukturen in den Sozialräumen um die Koordination der Maßnahmen des ISEKs sicherzu- stellen. Dabei wird insbesondere das Quartiersmanagement die örtliche Sozialraumkoordina- tion sinnvoll unterstützen und entlasten. In enger Kooperation mit den Akteuren vor Ort soll die Umsetzung der Maßnahmen unterstützt und insbeso ndere die Abwicklung des Verfü- gungsfonds begleitet werden. Für den Erfolg des Programms wird die prozessbeglei tende Entwicklung der Umsetzungs- struktur von entscheidender Bedeutung sein. Ziel ist es auf aktuelle Anforderungen reagieren zu können und ein zentrales Schnittstellenmanagement aufzubauen. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 169 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 10.9 Zeit-, Kosten- und Finanzierungsplanung Tabelle 7: Zeit-, Maßnahmen- und Finanzierungsplanung (Hinweis: Die dargestellten Beträge sind gerundet. Die spitz kalkulierten Kosten sind den einzelnen Maßnahmenblättern zu entnehmen) Handlungsfeld Nr. Maßnahme Gebietsbezug Gesamtkosten für den Sozi- alraum Hum- boldt / Grem- berg und Kalk Finanzierung aus 2017 2018 2019 2020 2021 2022 übergreifend 0.0.1 Büro für Quartiersmanagement und Aktivie- rung übergreifend (alle Sozialräume) 900.600 € Städtebauförderung 291.800 € 247.400 € 241.600 € 119.800 € übergreifend 0.0.2 Prozessbegleitende Evaluation übergreifend (alle Sozialräume) 44.100 € Städtebauförderung 11.300 € 11.300 € 11.300 € 10.200 € Früh ansetzende Hilfen 1.0.5 Integration auch von zugewanderten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Flüchtlingsstatus in die bestehenden Regel- systeme durch aufsuchende mobile Arbeit übergreifend (alle Sozialräume) 0 € ESF Früh ansetzende Hilfen 1.0.7 Qualifizierungsoffensive Offene Kinder- und Jugendarbeit Köln übergreifend (alle Sozialräume) 27.400 € ESF 13.700 € 13.700 € Früh ansetzende Hilfen 1.0.12 Sprachförderangebote für neu eingereiste Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 25 Jahren mit keinen oder geringen Deutschkenntnissen im Rahmen von Ju- gendintegrationskursen übergreifend (alle Sozialräume) 134.400 € ESF 67.200 € 67.200 € Früh ansetzende Hilfen 1.0.16 Zugehende Hilfe zur Überleitung ins Regel- system und Entwicklung einer beruflichen Perspektive für junge Menschen mit psychi- schen Problemen bis 27 Jahre in allen Sozial- raumgebieten übergreifend (alle Sozialräume) 61.400 € ESF 23.000 € 30.700 € 7.700 € Früh ansetzende Hilfen 1.0.17 Stadtteileltern übergreifend (alle Sozialräume) 77.600 € ESF 14.000 € 28.000 € 24.800 € 10.800 € 170 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 171 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Handlungsfeld Nr. Maßnahme Gebietsbezug Gesamtkosten für den Sozi- alraum Hum- boldt / Grem- berg und Kalk Finanzierung aus 2017 2018 2019 2020 2021 2022 Früh ansetzende Hilfen 1.0.19 Übergänge begleiten: Angebote der Familien- bildung mit Schwerpunkt Kooperation mit Kita, Familienzentren, Schulen im Primarbereich und Sekundarstufe I (SEK I), Trägern des Offenen Ganztags übergreifend (alle Sozialräume) 111.000 € ESF 55.500 € 55.500 € Früh ansetzende Hilfen 1.0.20 Gemeinsam für Grundbildung im Veedel übergreifend (alle Sozialräume) 69.400 € ESF 34.700 € 34.700 € Früh ansetzende Hilfen 1.0.21 Ferienschulen übergreifend (alle Sozialräume) 23.600 € gegebenenfalls geeignetes Lande- sprogramm des MFKJKS oder MSW oder des BAMF (Sprachkur- se) 11.800 € 11.800 € Früh ansetzende Hilfen 1.0.26 Willkommen und Ankommen in Köln übergreifend (alle Sozialräume) 311.800 € ESF 155.900 € 155.900 € Öffentlicher Raum 2.0.4 Spiel- und Bewegungsräume in den Veedeln Neuordnung und Neugestaltung der Spiel- platz-fläche Eythstraße übergreifend (alle Sozialräume) 540.000 € EFRE mit Kofinan- zierung über Städ- tebauförderung 35.000 € 430.000 75.000 172 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 173 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Handlungsfeld Nr. Maßnahme Gebietsbezug Gesamtkosten für den Sozi- alraum Hum- boldt / Grem- berg und Kalk Finanzierung aus 2017 2018 2019 2020 2021 2022 Wirtschaft und Qua- lifizierung 3.7.1 Jobcoach Humboldt / Grem- berg und Kalk 357.400 € ESF 178.700 € 178.700 € Umweltgerechtigkeit - Klimaschutz, Luft- reinhaltung und Lärmminderung 4.0.2 Offen für Regen: „Grüne Höfe, grüne Plätze“ übergreifend 83.000 € EFRE 29.300 29.300 € 24.400 € Umweltgerechtigkeit - Klimaschutz, Luft- reinhaltung und Lärmminderung 4.0.4 Aufbau eines Hitzewarn- und Informations- systems. Informationsmaterial für die Bevöl- kerung zum Thema Hitzeentwicklung im Zuge des Klimawandels übergreifend 54.000 € BMUB-Programm (Klima), BMBF 20.000 € 17.000 € 17.000 € Umweltgerechtigkeit - Klimaschutz, Luft- reinhaltung und Lärmminderung 4.0.9 Maßnahmen rund um eine Leitart zur Ver- besserung der Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrem Sozialraum und gleichzeitiger Erhöhung der Biodiversität sowie der Aufenthaltsqualität übergreifend 28.500 € EFRE 27.100 € 1.400 € Abschluss- bericht Umweltgerechtigkeit - Klimaschutz, Luft- reinhaltung und Lärmminderung 4.0.11 Reduzierung der Lärmbelastung an erheb- lich betroffenen Straßen in der Baulast der Stadt Köln durch Einbau von lärmoptimier- ten Belägen übergreifend 36.000 € Förderrichtlinie Kommuna- ler Straßenbau 9.000 € 9.000 € 9.000 € 9.000 € Umweltgerechtigkeit - Klimaschutz, Luft- reinhaltung und Lärmminderung 4.7.1 Integrierte Maßnahme zur ökologischen Revitalisierung "Westerwaldstraße" Humboldt / Grem- berg und Kalk 2.700.000 € EFRE mit Kofinanzierung über Städtebauförderung 50.000 1.000.000 € 1.500.000 € 150.000 € Wohnen 5.0.2 A „Zuhause im Veedel –Aktivierung, Beteili- gung und Wohnumfeldpflege im Quartier Kalk-Nord Modul A: Mieter und Nachbarschaftsarbeit übergreifend 186.900 € Städtebauförderung 54.800 € 54.800 € 51.500 € 25.800 € Wohnen 5.0.3 Haus,- Hof- und Fassadenprogramm übergreifend (alle Sozialräume) 1.140.000 € (Von den Ei- gentümern wird eine Kofinan- zierung von 50 % = 570.000 € eingebracht) Städtebauförderung + Eigenanteil Zuwendungs- empfangende 190.000 € 190.000 € 190.000 € 174 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 175 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ 11. Anhang Anhang 1: Städtische Konzepte Themenfeld: Früh ansetzende Hilfe Kölner Konzept zur Stärkung der integrativen Stadtgesellschaft (2012) Das in 23 Arbeitsgruppen in einem zweijährigen Arbeits- und Beteiligungsprozess formulierte Kölner Konzept zur Stärkung der integrativen Stadtgesellschaft bildet die zentrale Leitlinie für die kommunale Integrationsarbeit der nächsten Jahre. Es geht von dem Grundsatz aus, dass nur eine integrierte und für Veränderung offene Sta dtgesellschaft erfolgreich und für alle ge- winnbringend die Herausforderungen der globalisierte n Zukunft bewältigen kann. Daneben fußt es im Sinne des Inklusions- und Genderansatzes auf dem Grundgedanken, dass Ver- schiedenheit der Normalfall ist und dass jeder einzelne Mensch in seiner Besonderheit ak- zeptiert werden und seine Potenziale einbringen können soll. Ein Drittel der in Köln lebenden Menschen hat aktuell, mit steigender Tendenz, eine soge- nannte Zuwanderungsgeschichte. Statistisch gesehen ist festst ellbar, dass sowohl selbst Zugewanderte als auch Menschen mit erkennbarem familiär em Zuwanderungshintergrund im Durchschnitt sozial und wirtschaftlich schlechter gestellt sind als die sogenannte Mehr- heitsgesellschaft. Insofern gilt: „Integration ist eine d auerhafte politische und gesamtgesell- schaftliche Aufgabe, die alle in der Stadt (im Land) l ebenden Menschen betrifft. Ziel der im Konzept beschriebenen präventiven und „nachholenden“ Maßnahmen zur Integrationsförde- rung ist es, den Kölnerinnen und Kölnern mit Zuwander ungsgeschichte eine gleichberechtig- te Teilhabe am wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, polit ischen und kulturellen Leben zu er- möglichen und für Toleranz, Akzeptanz und wechselseitigen Respekt zwischen den Bevölke- rungsgruppen zu werben. Das ergänzende "Interkulturelle Maßnahmenprogramm - M aßnahmenempfehlungen" ist die von sieben Expertengruppen erarbeitete Zusammenstellun g von konkreten Maßnahmen zur praktischen Umsetzung des Prozesses für mehr Chancengleichheit und Teilhabe. Integrationsrat, Fachausschüsse und Rat der Stadt Köln ha ben auf dieser Grundlage eine Vielzahl von unterschiedlichen Maßnahmen beschlossen und zur Umsetzung finanzrelevan- ter Maßnahmen ein Integrationsbudget in Höhe von jäh rlich etwa einer Million Euro im Dop- pelhaushalt 2016/2017 bereitgestellt. Weitere Informationen unter: http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/soziales/integration/konzept-zur-staerkung-der- integrativen-stadtgesellschaft-und-interkulturelles-massnahmenprogramm Handlungskonzept Behindertenpolitik (2009) In Köln leben mehr als 100.000 Menschen mit einer aner kannten Schwerbehinderung und weitere rund 50.000 Menschen mit einer Behinderung vo n 20 bis 40 Prozent. Nicht nur für sie sind barrierefreie und inklusive Strukturen und An gebote notwendig. Auch alle anderen - ganz gleich, ob sie in Köln wohnen oder die Stadt nur kurzfristig besuchen - profitieren da- von. So ist bekannt, dass eine barrierefrei zugänglich e Umwelt für etwa 10 Prozent der Be- völkerung zwingend erforderlich, für etwa 30 bis 40 P rozent notwendig und für 100 Prozent komfortabel ist, also ein Qualitätsmerkmal darstellt. Die Aufgabe des Handlungskonzeptes ist es, die Informationen über die Lebenssituation von Menschen mit Behinderungen in Köln zu verbessern, den Blick für Stärken und Schwächen der Kölner Behindertenpolitik und der bestehenden H ilfesysteme zu schärfen, kurz- und mit- 176 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ telfristige Ziele zu entwickeln, einen Maßnahmenpla n abzustimmen, der zukünftig als Leitfa- den für eine koordinierte und zielorientierte Behindertenpolitik in Köln dient. Der 1. Folgebericht legte den Fokus auf die Situation von Menschen mit Behinderung in dem Bewusstsein, dass die Bedeutung von Inklusion sehr viel um fassender ist. Die Maßnahmen zum Abbau von Barrieren und zur Förderung einer une ingeschränkten Teilhabe von Men- schen mit Behinderung zeigen jedoch, dass sie die Teilhab e aller Menschen erleichtern und damit wichtige Schritte zu einer inklusiven Entwicklung sind. Der 2. Folgebericht zum Handlungskonzept Behinderten politik „Köln überwindet Barrieren – eine Stadt für alle“ wurde vom Rat der Stadt Köln i n seiner Sitzung am 20.12.2016 zur Kenntnis genommen. Im Rahmen dieses Berichts wird festge stellt, dass sich die Kölner Be- hindertenpolitik seit Verabschiedung des Handlungskonze ptes im September 2009 deutlich weiterentwickelt hat. Viele der damals beschlossenen Maß nahmen zählen inzwischen zum Standard städtischer Aufgabenwahrnehmung Zahlreiche Bar rieren konnten abgebaut und die Teilhabe von Menschen mit Behinderung verbessert w erden. Die im 1. Folgebericht ge- nannten Prioritäten konnten zu zwei Dritteln vollstän dig umgesetzt werden. Ein Viertel der Prioritäten wurden zumindest teilweise umgesetzt. Für die Jahre bis 2020 werden Handlungsempfehlungen fü r folgende Themenbereiche prio- risiert: - Kinder und Jugend - Stadtentwicklung, Stadtgrün, öffentlicher Straßenra um, öffentlicher Personennahverkehr - Gebäude - Wohnen - Arbeit - Kunst und Kultur – Weiterbildung - Sport - Soziale Hilfen - Gesundheitsdienste - Information, Kommunikation – Service - Sensibilisierung und Fortbildung - Politische Teilhabe und Mitwirkung Um das Engagement einzelner Menschen, Organisationen un d Betriebe zu würdigen und bekannt zu machen, wurde in 2017 zum achten Mal der K ölner Innovationspreis Behinder- tenpolitik (KIB) ausgeschrieben. Weitere Informationen unter: http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/soziales/behinderung/handlungskonzept-zur- koelner-behindertenpolitik „Plan für ein seniorenfreundliches Köln“ (2002) Aktuell gibt es in Köln mehr als 40 Senioren-Netzwerke in den Kölner Stadtteilen. Bereits im Oktober 2002 gingen die ersten Senioren-Netzwerke in den Stadtteilen mit Meschenich, Poll und Kalk an den Start. Prozessbegleitende politisch gewählte Gremien sind − Integrationsrat − Stadt-Arbeitsgemeinschaft Behindertenpolitik − Stadt-Arbeitsgemeinschaft Seniorenpolitik Zentrale und präventiv wirkende Zielsetzungen der Netzwerke sind: Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 177 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ − das Leben in der Gemeinschaft zu fördern, − Selbstverantwortung der Seniorinnen und Senioren zu stärken, − Beteiligung von älteren Menschen am gesellschaftlichen L eben zu ermöglichen, − Selbsthilfe und Nachbarschaftshilfe anzuregen, − Bürgerschaftliches Engagement zu unterstützen und − altersspezifische Angebote in Bildung, Kultur, Freizei t und Sport zu. Weitere Informationen unter: http://www.seniorennetzwerke-koeln.de/ Seniorenfreundliches Köln – Weiterentwicklung der S eniorenarbeit 2015-2025 (Sep- tember 2014) Köln ist eine Stadt in der die Zahl alter und hochalt riger Menschen kontinuierlich zunimmt. Das seniorenfreundliche Köln will sich in seinen Angebotsstrukturen darauf einstellen. Es soll sich auszeichnen durch: − bedarfsgerechte und gut erreichbare, barrierefrei zu gängliche Information und Beratung, − vielfältige Beteiligungsmöglichkeiten Engagement un d Selbsthilfe bereiter Senio- rinnen und Senioren, − integrierte und passgenaue Angebote, die ein selbstä ndiges Leben in der eige- nen Wohnung such im hohen Alter und mit Handicaps ermöglichen, − ein in der Öffentlichkeit verankertes Bewusstsein für d ie Lebenssituation und Be- dürfnisse alternder Menschen. Eckpfeiler der kommunalen Seniorenarbeit sind die in d en Stadtbezirken wirkenden Pro- gramme: Seniorenberatung, Senioren / Netzwerke, Entl astungsdienste für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen und haushaltsnahe Dienstleistungen Seniorenkoordination im Stadtbezirk Als weiterer Baustein zur Weiterentwicklung der Senior enarbeit in Köln sollen zukünftig Se- niorenkoordinatorinnen und Seniorenkoordinatoren ei ngesetzt werden. Geplant ist die Ein- richtung von je einer halben Stelle je Stadtbezirk. D ie Vorlage ist aktuell in der politischen Beratung. Rahmenkonzept der Kölner Bürgerhäuser und Bürgerzentren Ausgehend von städtischen Konzepten wie Leitbild der S tadt Köln, Leitlinien für ein soziales Köln etc. und übergeordneten Arbeitsprinzipien wie Pr ävention, Integration, Inklusi- on/Barrierefreiheit und Gender Mainstreaming arbeite n die Kölner Bürgerhäuser/-zentren nach der vom Rat 2007 verabschiedeten Rahmenkonzeption. Leitziele der Bürgerhäuser und Bürgerzentren: Die Bürgerhäuser und Bürgerzentren haben eine wesent liche Funktion in der Schaffung von Möglichkeiten zur Begegnung der Menschen. Sie bieten e ine Infrastruktur sowohl zu eigen- aktivem Handeln als auch zu konsumtiven Verhalten. Als l ebendiger und offener Treffpunkt fördern sie den sozialen, kulturellen und politischen Dialog der Menschen. 178 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Die Bürgerhäuser und Bürgerzentren beteiligen sich mit ihren Angeboten aktiv an der Gestal- tung des Stadtteils und des Stadtbezirks mit dem Ziel der Verbesserung der Lebensqualität für die Bevölkerung. Sie fördern die Integration al ler Kulturen und sozialer Schichten, sowie die Verbindung zwischen den Generationen. Die Bürgerhäuser und Bürgerzentren verfolgen das Ziel möglichst viele Menschen zu aktivie- ren, um eigenverantwortliches Handeln zu erreichen und /oder für ehrenamtliches Engage- ment zu motivieren. Die Bürgerhäuser und Bürgerzentren sind Dienstleister f ür die Bürgerinnen und Bürger im Stadtteil und im Stadtbezirk. Sie bilden eine Infor mationsplattform in Verbindung mit Bera- tungsleistungen. Die Leitziele der Bürgerhäuser und Bürgerzentren werden im Rahmen von Handlungsfeldern umgesetzt: − Handlungsfeld Kultur − Handlungsfeld Erziehung, Bildung und Qualifizierun g − Handlungsfeld Beratung − Handlungsfeld Sozialraumorientierte Gemeinwesenarb eit − Handlungsfeld bürgerschaftliches und gesellschaftspolitische s Engagement − Handlungsfeld Ökologie − Handlungsfeld Gesundheitsförderung Die Handlungsfelder können je nach Ausrichtung der Ei nrichtung und den Gegebenheiten "vor Ort" eingeschränkt oder durch weitere inhaltliche S chwerpunkte ergänzt bzw. erweitert werden wie z.B. Wohnen, gesellschaftspolitische Bildung usw. Mit 11 der 14 Kölner Bürgerhäuser/-zentren werden jä hrlich auf Grundlage der Rahmenkon- zeption Ziel- und Leistungsvereinbarungen abgeschlossen Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 179 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ „Integrierte Jugendhilfe- und Schulentwicklungsplanung Köln 2011“ Der Rat der Stadt Köln hat im Herbst 2011 die „Integ rierte Jugendhilfe- und Schulentwick- lungsplanung Köln 2011“ beschlossen und die Verwaltung mit der Umsetzung beauftragt. Es handelt sich hierbei um ein strategisches Rahmenkonzept, mit dem Ziele, Herausforderun- gen und Entwicklungsperspektiven für gerechte Bildungs- und Zukunftschancen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen beschrieben und Lösung sansätze erörtert werden. Das Konzept verfolgt eine lebenslaufbezogene Perspekti ve auf die Bildungsbereiche, sieht Kinderarmut, Inklusion und Integration als zentrale H erausforderungen und erörtert sozial- räumliche Ansätze zur Verbesserung von Lebensverhältnissen und Bildungschancen. Die vorgeschlagenen Lösungen sind in öffentlichen Sitzungen aller neun Bezirksvertretungen mit einem um Bildungsakteure vor Ort erweiterten Teilnehm erkreis ausführlich erörtert worden. Die zahlreichen wertvollen Anregungen, Hinweise und V orschläge sind in die Planungen aufgenommen worden. Vor diesem Hintergrund sind in de n Folgejahren Konkretisierungs- und Teilpläne entwickelt und entsprechende Maßnahmen u mgesetzt worden, zum Beispiel die „Spielplatzbedarfsplanung der Stadt Köln 2011“, der „Inklusionsplan für Kölner Schulen 2012“, die „Konkretisierung der Schulentwicklungsplanun g Köln 2012“, die halbjährlichen „Statusberichte zum Ausbau der Kindertagesbetreuung in Köln“ (seit 2011), die „Schulent- wicklungsplanung für die städtischen Berufskollegs und We iterbildungskollegs in Köln 2015“ oder die „Kinder- und Jugendförderplanung Köln 2015 – 2020“ (in Vorbereitung). Die Inte- grierte Jugendhilfe- und Schulentwicklungsplanung der Stadt Köln wird in einer Publikation des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (2011) „Moderne Sozialplanung“ als Beispiel „guter Praxis“ vorgestellt. Besondere Erwähnung fin- den unter anderem der gewählte Planungsansatz einer „local governance“ und dass den Planungen unterliegende Indikatorenmodell der Sozia lraumanalyse mit seinen zu Indizes zusammen gefassten Bildungs- und Sozialindikatoren au f kleinräumiger Ebene von Stadttei- len und Stadtvierteln Kölns. Weitere Informationen unter: http://www.stadt-koeln.de/mediaasset/content/jugendhilfebericht_2011.pdf Kölner Bildungsbericht – Bildungsmonitoring 2012 Der Kölner Bildungsbericht schafft Transparenz im Bildun gsgeschehen und stellt aussagefä- hige „Daten für Taten“ zur Verfügung. Er widmet sich besonders zentralen Fragestellungen wie den Übergängen zwischen den Schulformen bis hin zur Ausbildung und in den Beruf. Außerdem wird der sprachlichen Bildung in frühen Leben sphasen, dem informellen Lernen und der Bildungsberatung besonderer Stellenwert einge räumt. Dabei richtet sich der Blick immer auch auf die Stadtbezirke und Stadtteile Kölns, beispielsweise um deutlich zu ma- chen, wo Kinder und Jugendliche unter erschwerten Beding ungen aufwachsen, die die Bil- dungsbeteiligung und den Bildungserfolg beeinträchtige n können. Auch für Köln lässt sich nachweisen, dass Bildungschancen von Kindern und Jugendliche n in hohem Maße von der sozialen Herkunft abhängen und entsprechend sozialräuml ich stark unterschiedlich verteilt sind. Gleichzeitig wird im Bildungsbericht beispielhaft aufgezeigt, dass präventive Maßnah- men wirksam sind. So konnte für die sprachliche Bildung und Förderung im Elementarbe- reich nachgewiesen werden, dass der Sprachförderbedarf g eringer ist, je länger ein Kind eine Kindertageseinrichtung bereits besucht. Besonders auf fällig waren die Ergebnisse bei Kindern mit Migrationshintergrund: mit jedem zusätzli chen Jahr in der Kita halbiert sich na- hezu der Anteil, der Sprachförderung benötigt. Weitere Informationen unter: http://www.stadt-koeln.de/mediaasset/content/bildungsbericht2012-barrierefrei.pdf 180 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Bildungsstrategie der Stadt Köln Für gerechte Bildungs- und Zukunftschancen verfolgt di e Stadt Köln eine „Doppelstrategie“: Erstens wird entschieden in die Regelsysteme der Bildung investiert, um die Bildungs- und Entwicklungschancen aller Kinder, Jugendlichen und Erwachse nen zu verbessern. Zweitens kommt die Stadt der zentralen Maxime städtischer Armut sbekämpfung in einem sozialräum- lichen Bezug, „Ungleiches ungleich behandeln“, auch mit Blick auf das Handlungsfeld „Bil- dung, Jugend und Sport“ nach und fördert gerade solche Einrichtungen und Angebote noch einmal verstärkt, die vielen Kindern und Jugendlichen in prekären sozialen Lebenslagen ver- besserte Bildungs- und Entwicklungschancen eröffnen. Es gibt in Köln eine Vielzahl von Präventionsangebote n für Kinder und Jugendliche. Im Fol- genden sollen beispielhaft zwei „große Blöcke“, die gle ichsam zentrale Bausteine der kom- munalen Präventionskette in Köln darstellen, ausführli cher dargestellt werden. Mit Blick auf die Bildung von Kindern und Jugendlichen haben insbeson dere der Ausbau der Kinderta- gesbetreuung und die schulische Ganztagsbildung einen au sgesprochen hohen bildungs- und gesellschaftspolitischen Stellenwert: Für die Eltern spielt eine flexible und qualitativ hochwertige Kinderbetreuung eine zentrale Rolle für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf (Betreuungsaspekt). Für die Kinder selbst ergeben sich ve rbesserte Bildungschancen, ins- besondere wenn sie aus benachteiligten Familien kommen (Bildungsaspekt). Mit seinen Versorgungsquoten in den Bereichen Kinderta gesbetreuung für unter 3-Jährige, Offene Ganztagsschule im Primarbereich und Ganztag in der Sekundarstufe I belegt Köln im interkommunalen Vergleich in Nordrhein-Westfalen vor dere Plätze. Hierin und auch in die erhöhte Förderung von Bildungsinstitutionen in Stadtg ebieten mit erhöhtem Armuts- und Bil- dungsrisiko gehen – neben Landesförderungen – erhebl iche städtische Eigenmittel ein. Die gesamten Aufwendungen des Dezernates für Bildung, Jugend und Sport liegen bei über eine Milliarde Euro, wobei nur ein Viertel des Betrags durch Erträge, beispielsweise auch Landes- fördermittel, gegen finanziert ist. Neben der Förderung von Bildungschancen im Kontext von Kindertageseinrichtungen und Schule, die vorgehend beispielhaft skizziert wurde, un ternimmt das Bildungsdezernat der Stadt Köln weitere erhebliche Anstrengungen in vielen Handlungs- und Bildungsbereichen unter anderem in den Bereichen Familienberatung, Wei terbildung / Grundbildung / Volks- hochschule, Kinder- und Jugendarbeit und Sportförderung . Trotz der beschriebenen An- strengungen und Investitionen in den Bildungsbereich ist mit Blick auf hohe Kinderarmuts- quoten gerade in den elf Sozialräumen in Köln gleich wohl festzuhalten, dass die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen für gelingendes Au fwachsen und gleiche Bindungs- chancen für alle Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen weiterhin sehr groß sind. Weitere Informationen unter: http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/bildung-und-schule/ Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 181 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Kulturförderung Die Stadt Köln hat ein hohes Selbstverständnis als Kultu rstadt anerkannt zu sein. Als größte Stadt in Nordrhein-Westfalen bietet sich daher ein seh r vielfältiges und aktives Bild der Kul- turszene. Die Kulturförderung versteht sich in diesem Si nne auch als Querschnittsaufgabe, deren Wirkung in dem ersten Kulturbericht zu den Jahre n 2013 und 2014 13 ausführlich be- schrieben ist. Die folgende Bestandsanalyse der Kulturför derung in Köln bezieht ausschließ- lich auf die institutionalisierte Kulturförderung. Die institutionalisierte Kulturförderung, die von der Stadt angeboten wird umfasst alle Berei- che der Hochkultur mit Oper, Schauspiel, Gürzenich-Orchest er, Puppenspiele und Museen sowie der Stadtbibliothek. Darüber hinaus ist das Histori sche Archiv dort angebunden. Die städtischen Angebote haben einen sehr starken räumlichen Bezug zum Innenstadtbereich und direkt angrenzenden Stadtteilen Kalk und Mülheim . Ein Angebot in den Sozialräumen findet sich Mülheim-Nord und Keupstraße mit den Depots 1 und 2 der Städtischen Bühnen, Kalk mit der Halle Kalk sowie in Chorweiler und Neubr ück, in denen Stadtteilbibliotheken vorhanden sind 14 . Neben der institutionalisierten Kulturförderung werde n die Angebote der „freien Szene“ in den Sparten Bildende Kunst, Literatur, Theater, Tanz , Film, Musik, Popmusik und Interkultur finanziell unterstützt. Die Förderung konzentriert si ch auf professionalisierte Angebote von Kultur in den unterschiedlichen Sparten und grenzt sich damit bewusst gegen das aus- schließlich räumlich orientierte Angebot der „Veedelskul tur“ ab. Die Förderung der „freien Szene“ wird wiederum in die Förderung von Kulturinstitutionen mit festen Spielstätten und in die Projektförderung differenziert, die sich sowohl au f Künstlerförderung (Einzelpersonen), als auch auf Ensembles und Gruppen und auch auf Projekte in den Spielstätten beziehen kann. Darüber hinaus werden Ateliers für Bildende Kün stler und Proberäume für Gruppen der Popkultur angeboten. Der räumliche Bezug der institutionalisierten Kulturfö rderung von Spielstätten spiegelt sich ebenfalls mit einem deutlichen Schwerpunkt in der Inne nstadt sowie auch in Ehrenfeld, Kalk und Sülz / Klettenberg. Die Nutzung von Ateliers und Proberäumen ist in den Sozialräumen „Meschenich und Rondorf“, „Humboldt /Gremberg und Kalk“ und angrenzend an die Sozial- räumen „Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord“ un d „Bocklemünd / Mengenich“ vor- handen. Der Ausbau des kulturellen Angebotes in den Sozialräum en ist ein wichtiger Baustein für Verbesserung der Integration benachteiligter Gruppen i n Arbeit, Bildung und in die Gemein- schaft. Ziel ist auch, durch die Einbindung der Kulturfö rderung in die Handlungsfelder und Maßnahmen in den Programmgebieten, die Kulturstadt Köln noch stärker auf die Randgebie- te des Stadtgebietes auszuweiten. Weitere Informationen unter: http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/kultur/koelner-kulturbericht 13 Weitere Erläuterungen zum Kulturbericht der Stadt Köln können dem Anhang entnommen werden 14 Eine Übersichtskarte zur Lage städtischer kulturel ler Einrichtungen (Museen, Ateliers/proberäumen, Theater und Kulturinstituten) findet sich im ersten Abschnitt der Bestandsanalyse (Themenfeld: De- mographische und soziale Situation). Eine genauere Übersicht über die Lage der Einrichtungen kann den Karten für jeden Sozialraum im 2.1.1 entnommen werden. 182 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Themenfeld: Umweltgerechtigkeit - Klimaschutz, Luftreinhaltung und Lärmminderung Klimaschutzkonzept - Zum Schutz des Klimas und der Be wohnerinnen und Bewohner der Stadt Köln Das Integrierte Klimaschutzkonzept umfasst übergreifend den gesamten Energie- und Mobi- litätsbereich. Für die Erstellung des "Integrierten K limaschutzkonzept Köln" wurden Aufträge in Höhe von 197.308 Euro erteilt. Mit dem Konzept l iegt für Köln ein Programm vor, das bei ganzheitlicher Umsetzung erheblich dazu beiträgt, den begonnenen Klimaschutzprozess der Stadt Köln fortzusetzen und den Verpflichtungen aus de m Bürgermeisterkonvent nachzu- kommen, nämlich einer 20-prozentigen Steigerung der Energieeffizienz, einer 20- prozentigen Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien und einer 20-prozentigen Senkung der CO2-Emissionen bis zum Jahr 2020. Das Konzept mit de m gesamten Energie- und Mo- bilitätsbereich hat der Rat der Stadt Köln im April 2 014 zur Kenntnis genommen. Das Kon- zept leistet darüber hinaus einen Beitrag, die selbst a uferlegten CO2-Minderungsziele zu erreichen und ergänzt das Kooperationsprojekt „Smart Ci ty Cologne“. Mit einem Beschluss hat der Rat 13 konkrete Maßnahmen aus dem Gesamtkonzept, für 2014 zur weiteren schnel- len Bearbeitung und Einzelbeschlussfassungen auf den Weg gebracht und ermöglicht es weitere Fördermittel von Bund und Europäischer Union zu beantragen. Weitere Informationen unter: http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/umwelt-tiere/klima/integrierte-klimaschutzkonzepte- energie-und-verkehr Freiflächensystem der Stadt Köln Köln verfügt über ein gesamtstädtisches Freiflächensystem, das auf die Planungen von Fritz Schumacher in den 1920er Jahren zurückgeht. Die nachfolgenden Generationen haben kon- tinuierlich auf dieser Zielformulierung aufgebaut, oh ne diese in Frage zu stellen. Heute ist dieses gesamtstädtische Freiflächensystem mit seinen wesentli chen Elementen, dem Inne- rer und Äußerer Grüngürtel und den verbindenden rad ialen Grünzügen, ein wesentliches Element der Stadtstruktur, das sowohl aus klimatischer, ök ologischer als auch erholungs- funktionaler Sicht von großer Bedeutung ist. In den zurückliegenden Jahren konnten hierauf aufbaue nd weitergehende Ziele formuliert werden um das Freiflächensystem weiter zu entwickeln und weiter zu qualifizieren. Die Aus- weisung von Kompensationsflächenpools in den radial vom Äußeren Grüngürtel zur Stadt- grenze führenden Grünzügen, die Weiterentwicklung in die Region (RegioGrün) und die Er- arbeitung eines Entwicklungskonzeptes für den Äußeren Grüngürtel sowie die geplante Ver- längerung des Inneren Grüngürtels sind als vorausschauende Strategie vor dem Hintergrund der wachsenden Stadt und des Klimawandels zu verstehen. Weitere Informationen unter: http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/freizeit-natur-sport/projekte/regiogruen http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/freizeit-natur-sport/projekte/ Stadtklima in Köln Die Stadt Köln hat das Projekt „Klimawandelgerechte Me tropole Köln“, zusammen mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NORDR HEIN-WESTFALEN, dem Deutschen Wetterdienst und den Stadtentwässerungsbetriebe n Köln durchgeführt und die Ergebnisse in der Studie: „Fachbericht 50: Klimawandelg erechte Metropole Köln - Ab- schlussbericht“ publiziert. Die Studie hat deutlich gezei gt, dass es zukünftig in Köln heißer wird und dass Wetterextreme (Starkregenereignisse) zunehmen werden. Daher ist es wichtig Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 183 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen, um sich an den nich t mehr aufzuhaltenden Klimawandel anzupassen. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass schon heute eine deutliche Aufheizung (Wärmein- sel) der dicht bebauten Stadtteile und der Innenstadt gegenüber dem Umland besteht. Die im Rahmen der Studie durchgeführten Messungen zeigten Temperaturdifferenzen von bis zu 10 Grad. In der Zukunft werden die heißen Tage, mit Temperaturen von über 30 Grad Celsius und die Sommertage, mit Temperaturen von über 25 Grad Celsius in Köln deutlich zunehmen. Dabei können Maximaltemperaturen von über 40 Grad Celsius erreicht werden. Die Zahl der Sommertage wird bis Mitte des Jahrhunderts für das Stadt gebiet Köln im Vergleich zu den derzeitigen klimatischen Verhältnissen, um 30 bis 70 Pr ozent zunehmen und die Zahl der heißen Tage kann sich sogar verdoppeln. Planungshinweiskarte: Die Planungshinweiskarte zeigt für das gesamte Stadtgeb iet auf, welche zukünftige Wärme- belastung zu erwarten ist. Sie gibt Hinweise welche Geb iete besonders vom Klimawandel betroffen sein werden und welche wichtigen Kaltluftent stehungsgebiete im Stadtgebiet noch vorhanden sind. Sie gilt als wichtige Grundlage für Auswertungen zur Betroffenheit einzelnen Stadtteile beziehungsweise -bezirke. Mit der Darstellung − der Anzahl der heißen Tage für die Periode 2021 bi s 2050 (als Maß für die zu erwar- tende Wärmebelastung), − der Verteilung der Grünzüge in der Stadt (als poten tielle Frisch- und Kaltluftprodukti- onsflächen), − den Kaltluftflüssen (als Maß für die Möglichkeit der V erminderung der innerstädti- schen Wärmebelastung), − der Windrose (woher weht der Wind wie häufig?), werden in der Planungshinweiskarte Größen zusammengeführt, welche die siedlungsklimati- sche Situation und das Leben der Menschen in der Stadt b eschreiben. Dadurch hilft diese Karte, die Empfindlichkeit der Flächen bei Nutzungsänd erungen und den resultierenden kli- matischen Folgen erkennen und bewerten zu können. Die Flächen der hoch und sehr hoch belasteten Gebiete kö nnen hierbei als klimatische Sa- nierungsgebiete eingestuft werden, in denen sich Maß nahmen zur Verbesserung des Stadt- klimas aufdrängen, während die klimaaktiven, beziehu ngsweise sehr klimaaktiven Flächen eine sehr hohe Empfindlichkeit bei nutzungsändernden E ingriffen, Versiegelung und Bebau- ungsverdichtungen aufweisen. Diese beiden Klassen sollten als „Stadtklimatische Aus- gleichsflächen“ in ihrer klimatischen Funktion erhalten bleiben. Wichtige Eckpunkte einer klimawandelgerechten Planung sind die Freihaltung von Kaltluf- tentstehungsgebieten und Frischluftschneisen, die Durchgr ünung der Stadt, aber auch die Berücksichtigung der Belange des Klimawandels bei Planverfahren. Betroffenheit: Der Stadtbewohner befindet sich in permanentem Austausch mit seinem urbanen Umfeld. Bewegt er sich im Freien, zum Beispiel in der Innenstad t zum Einkaufen, zum Spazierenge- hen im Park oder ist er mit dem Rad unterwegs zum Arb eitsplatz, so wirken auf ihn die Luft- temperatur, die Luftfeuchte, die Luftströmung und di e Sonnenstrahlung ein. Im Gegensatz 184 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ zum Aufenthalt im Freien ergeben sich beim Aufenthalt in Gebäuden andere Situationen. Hier werden Wohlbefinden sowie Wärmestress wesentlich dur ch die Innenraumtemperatur und Luftfeuchte in den Räumen bestimmt. Einerseits lassen sich durch technische Einrich- tungen wie Klimaanlagen optimale Innenraumtemperatu ren erreichen. Andererseits können durch das hohe Wärmespeichervermögen der Gebäudehülle i nsbesondere nachts hohe Wärmebelastungen auftreten, falls keine entsprechenden Hilfsmittel vorhanden sind. Weitere Informationen unter: http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/umwelt-tiere/klima/das-projekt- klimawandelgerechte-metropole-koeln Themenfeld Wirtschaft und Qualifizierung / Wohnen: Stadtentwicklungskonzept Wohnen und Handlungskonzept Preiswerter Wohnungsbau / Kooperatives Baulandmodell Das am 11.02.2014 vom Rat beschlossene Stadtentwicklungskonzept (StEK) Wohnen sowie das im Vorgriff bereits am 02.11.2010 beschlossene Handl ungskonzept Preiswerter Wohn- raum formulieren u. a. spezifische Ziele und Leitlinie n der Kölner Wohnungspolitik, die auch auf das Integrierte Stadtentwicklungskonzept EFRE anzuwenden sind: − Ziel 3: Sicherung und Neubau öffentlich geförderter Wohnungen − Ziel 4: Anpassung der Wohnungsbestände gemäß der Anfor derungen des demogra- phischen Wandels und des Klimawandels − Ziel 5: Nachhaltig angelegte Wohnungspolitik − Ziel 6: Steigerung der Wohnzufriedenheit − Ziel 7: Abschluss einer Vereinbarung mit der Wohnungsw irtschaft zur partnerschaftli- chen Lösung der bevorstehenden Aufgaben in Neubau und Bestand − Leitlinie 2: Innenentwicklung vor Außenentwicklung − Leitlinie 3: Sozialen Ausgleich unterstützen – sozial e Schieflagen vermeiden − Leitlinie 4: Partnerschaftliche Quartiersentwicklung fö rdern Zur Erreichung der Ziele und Leitlinien der Kölner W ohnungspolitik wird zurzeit ein Hand- lungsprogramm mit 22 Maßnahmen in acht Handlungsfelde rn umgesetzt. Insbesondere der mit dem Konzept begonnene, intensive Dialog mit der Wohnungswirtschaft ist eine wichtige Voraussetzung für quartierbezogenen Partnerschaften, d ie sich im EFRE Handlungspro- gramm wiederfinden. Der Rat der Stadt Köln hat zudem am 17.12.2013 den Beschluss zum Kooperativen Bau- landmodell Köln gefasst, um die Bereitstellung bezah lbaren Wohnraums in Köln anzukur- beln. Das Kooperative Baulandmodell Köln nimmt diejenigen, die von einer Bodenwertsteige- rung profitieren, in die Pflicht, einen definierten Teil der geplanten Wohneinheiten für den geförderten Wohnungsbau zur Verfügung zu stellen und sich stärker als bisher an den Fol- gekosten der Bauleitplanung zu beteiligen. Die 1. Fortschreibung des Kooperativen Baulandmodells i st am 04. April 2017 vom Rat der Stadt Köln beschlossen worden. Mit der Fortschreibung des Kooperativen Baulandmodells wurde das Ziel verfolgt, die Anwendung des Modells zu vereinfachen und die Umsetzung praktikabler zu gestalten. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 185 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Weitere Informationen unter: http://www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/stadtentwicklung/wohnen Einzelhandels- und Zentrenkonzept (EHZK) Das EHZK wurde am 17.12.2013 vom Rat der Stadt Köln beschlossen. Er ist die wesentliche Handlungsgrundlage zur Sicherung und Stärkung des Köl ner Zentrensystems, als Rückgrat der räumlich-funktionalen Ordnung der Stadt sowie zur Sicherung einer Wohnortnahen Nah- versorgung. Das EHZK definiert für alle 80 Kölner Gesch äftszentren konkrete Handlungs- empfehlungen bezüglich Ausstattung, Branchenmix und en thält Aussagen bezüglich Hand- lungserfordernissen für unterversorgte Bereiche. Wesentli che Aussagen des EHZK sind in den Zentrenpässen der Programmgebiete wiedergegeben. Weitere Informationen unter: http://www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/stadtentwicklung/versorgung/einzelhandels- und-zentrenkonzept-1 Stadtentwicklungskonzept Wirtschaft Vor dem Hintergrund eines verstärkten Wettbewerbs um Be triebe, gerade auch des produ- zierenden Gewerbes, steigt die Bedeutung von geeigne ten Konzepten die es ermöglichen, frühzeitig und angemessen auf die verschiedenen Bedarf e an Fläche und Infrastruktur zu reagieren. Den Wirtschaftsstandort Köln langfristig zu stabilisieren und zu stärken ist das Ziel des in Planung befindlichen Stadtentwicklungskonzeptes Wirtschaft. Wesentlicher Bestandteil ist dabei die Herausarbeitung der Flächenbedarfe, Flächenpotenzi- ale und ihrer Verfügbarkeit sowie die Darstellung von Konflikten der Flächennutzung in Be- zug auf Freiraum, Gewerbe-, Wohn- und Einzelhandelsnu tzung. Die Herausforderung ist dabei die verschiedenen Interessen und Bedarfe an Fläche nachhaltig und ressourcenscho- nend zu erfüllen. Themenfeld Öffentlicher Raum / städtebauliche Situation: − teilräumliche Entwicklungsplanungen (Rechtsrheinische Ent wicklungskonzept Teil- raum Nord, Handlungsprogramm Rechtsrheinische Perspektiven) − Einzelhandels- und Zentrenkonzept der Stadt Köln − Stadtentwicklungskonzept Wohnen − Handlungskonzept zur Kölner Behindertenpolitik − Köln Mobil 2015 186 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Anhang 2: Anteil der Radfahrerinnen und Radfahrer in den elf Sozialräumen Sozialräume Stadtteile Anteil Fahrradnutzung am Anteil aller Wege in % Bickendorf, Westend und Ossendorf Bickendorf 7 Ossendorf 16 Bilderstöckchen Bilderstöckchen 8 Blumenberg, Chorweiler und Seeberg- Nord Blumenberg 7 Chorweiler 7 Seeberg 7 Bocklemünd / Mengenich Bocklemünd / Mengenich 3 Buchheim und Buchforst Buchheim 5 Buchforst 6 Höhenberg und Vingst Höhenberg 5 Vingst 7 Humboldt / Gremberg und Kalk Kalk 9 Humboldt / Gremberg 8 Meschenich und Rondorf Meschenich 6 Rondorf 9 Mülheim-Nord und Keupstraße Mülheim 8 Ostheim und Neubrück Ostheim 4 Neubrück 14 Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil Porz 6 Finkenberg k.A. Gremberghoven 9 Eil 9 Stadt Köln gesamt 12 Quelle: Haushaltsbefragung zum Verkehrsverhalten, 2006 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 187 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Anhang 3: Anteil an Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäusern am Gesamtbestand (Stand 2015) Programmgebiet Stadt Köln Anteil Ein- und Zwei- familienhäu- ser Anteil Mehrfa- milienhäuser Bickendorf, Westend und Ossendorf 61% 39% Bilderstöckchen 45% 55% Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord 58% 42% Bocklemünd / Mengenich 67% 33% Buchheim und Buchforst 40% 60% Höhenberg und Vingst 28% 72% Humboldt / Gremberg und Kalk 12% 88% Meschenich und Rondorf 85% 15% Mülheim-Nord und Keupstraße 22% 78% Ostheim und Neubrück 68% 32% Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil 67% 33% Stadt Köln 60% 40% Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 188 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Anhang 4: Wohneinheiten der GAG (Stand 2016) Stadtteil Wohneinheiten der GAG Bickendorf 3.316 Bilderstöckchen 795 Blumenberg 451 Bocklemünd / Mengenich 1.333 Buchforst 2.225 Buchheim 1.255 Chorweiler 2.556 Eil 32 Gremberghoven 1 Höhenberg 1.562 Humboldt / Gremberg 1.467 Kalk 1.345 Meschenich 70 Mülheim 1.303 Neubrück 30 Ossendorf 1.249 Ostheim 1.792 Porz 363 Rondorf 303 Seeberg 109 Vingst 2.933 GAG gesamt 43.398 Quelle: GAG Immobilien AG Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 189 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Anhang 5: Anteil an öffentlich geförderten Wohnunge n in Prozent in den einzelnen Stadtteilen der elf Sozialräume Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 19,5 28,5 10,9 22,0 70,7 17,7 20,8 7,4 11,4 10,4 6,8 25,1 6,2 12,1 0,9 6,1 30,8 11,0 10,6 13,2 0,0 1,7 6,8 0,0 20,0 40,0 60,0 80,0 Bickendorf Ossendorf Bilderstöckchen Blumenberg Chorweiler Seeberg Bocklemünd/Mengeni… Mülheim Buchheim Buchforst Höhenberg Vingst Humboldt/Gremberg Kalk Meschenich Rondorf Ostheim Neubrück Porz Finkenberg Gremberghoven Eil Köln Anteil an öffentl. geförderten Wohnungen (Typ A) 2015 in Prozent 190 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Anhang 6: Kaufkraftindex nach Stadtteilen in den elf Sozialräumen Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 85 90 95 100 105 110 115 Stadt Köln Eil Finkenberg Porz Neubrück Ostheim Mülheim-Nord / Keupstr. Rondorf Meschenich Kalk Humboldt-Gremberg Vingst Höhenberg Buchforst Buchheim Bocklemünd / Mengenich Chorweiler Blumenberg Bilderstöckchen Ossendorf Bickendorf - 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1 Kaufkraftindex Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 191 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Anhang 7: Wohnzufriedenheit der Bewohnerinnen und Be wohner mit ihrer Wohnun- gen und ihrem Wohnumfeld im Programmgebiet (2009) Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 192 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 193 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Anhang 8: Anteil an Grünflächen in Quadratmetern pro Einwohnerin und Einwohner im Programmgebiet Sozialraum Kleingartenanla- ge Kinderspiel- platz Grünanla- ge Fried- hof Land- schafts-plan sonstiges Forst Grün + Fors t ge- samt Bickendorf, Westend und Ossendorf 1,7 2,1 5,8 0,0 0,0 0,0 0,0 5,8 9,6 Bilderstöckchen 0,0 0,7 0,7 0,0 0,0 0,0 0,0 0,7 1,4 Blumenberg, Chorweiler und Seeberg- Nord 0,7 2,2 8,9 0,0 0,0 0,0 3,3 12,2 15,1 Bocklemünd / Mengenich 0,0 1,0 4,8 1,9 0,0 0,0 11,5 16,3 20,1 Buchheim und Buchforst 0,0 1,0 4,5 0,0 0,0 0,5 0,0 4,5 5,5 Höhenberg und Vingst 0,8 1,2 2,4 0,0 0,0 0,0 1,2 3,6 5,9 Humboldt / Gremberg und Kalk 1,1 1,1 2,3 0,0 0,0 0,0 0,0 2,3 4,6 Meschenich und Rondorf 0,6 1,2 3,0 0,6 0,0 0,0 9,7 12,7 15,2 Mülheim-Nord und Keupstraße 0,0 1,8 0,9 0,0 0,0 0,0 0,0 0,9 2,8 Ostheim und Neubrück 1,0 1,0 2,0 0,0 0,0 0,5 2,0 3,9 6,9 Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil 0,0 1,3 1,7 0,4 0,0 0,0 0,4 2,2 3,9 Durchschnitt Köln 26 m² 60m² Quelle: Stadt Köln, Amt für Landschaftspflege und Grünflächen, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 194 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 195 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Anhang 9: Anteil an Grünflächen an der Gesamtfläche im Programmgebiet (in Prozent) Sozialraum Kleingartenan- lage Kinderspiel- platz Grünan- lage Fried- hof Lan d- schafts- plan sonstiges Forst Grün + Forst ge- samt Bickendorf, Westend und Ossendorf 0,6 0,1 0,7 0,1 0,1 0,0 0,1 0,8 1,7 Bilderstöckchen 0,9 0,1 1,0 0,2 0,0 0,0 0,0 1,0 2,3 Blumenberg, Chorweiler und Seeberg- Nord 0,1 0,1 0,9 0,0 0,0 0,0 0,7 1,6 1,8 Bocklemünd / Mengenich 0,0 0,0 0,2 0,1 0,1 0,0 1,3 1,4 1,7 Buchheim und Buchforst 0,2 0,0 0,3 0,1 0,0 0,0 0,1 0,4 0,8 Höhenberg und Vingst 0,2 0,0 0,2 0,1 0,0 0,0 0,5 0,6 1,0 Humboldt / Gremberg und Kalk 0,2 0,1 0,4 0,3 0,0 0,0 0,3 0,7 1,3 Meschenich und Rondorf 0,1 0,0 0,1 0,1 0,2 0,1 0,4 0,6 1,1 Mülheim-Nord und Keupstraße 0,1 0,1 0,4 0,2 0,0 0,0 0,0 0,4 0,8 Ostheim und Neubrück 0,1 0,0 0,2 0,0 0,0 0,0 0,3 0,5 0,7 Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil 0,1 0,1 0,2 0,2 0,0 0,0 0,2 0,4 0,8 Quelle: Stadt Köln, Amt für Landschaftspflege und Grünflächen, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 196 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 197 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Anhang 10: Anteil an Grünflächen in Quadratmetern pro Einwohnerin und Einwohner im Sozialraum, 500 Meter Pufferzone Sozialraum Kleingartenan- lage Kinderspiel- platz Grünanla- ge Friedhof Lan d- schafts- plan sonstiges Forst Grün +Fors t ge- samt Bickendorf, Westend und Ossendorf 59,2 8,3 75,4 13,7 13,7 0,0 7,5 82,9 177,9 Bilderstöckchen 46,1 5,0 51,1 7,9 0,0 0,0 0,0 51,1 110,2 Blumenberg, Chorweiler und Seeberg- Nord 9,2 6,7 66,5 0,4 0,7 0,0 49,9 116,4 133,4 Bocklemünd / Mengenich 3,8 4,8 52,7 41,2 44,1 1,0 414,9 467,6 562,4 Buchheim und Buchforst 25,6 4,5 38,1 12,5 0,0 4,0 19,0 57,1 103,7 Höhenberg und Vingst 32,9 7,5 29,7 11,5 0,0 0,8 79,3 109,0 161,7 Humboldt / Gremberg und Kalk 8,3 4,0 15,5 10,0 0,0 0,0 13,2 28,6 50,9 Meschenich und Rondorf 8,5 3,0 13,3 6,7 20,0 10,9 42,4 55,8 104,9 Mülheim-Nord und Keupstraße 4,6 5,5 23,9 12,0 0,0 0,0 1,8 25,7 47,8 Ostheim und Neubrück 29,9 7,8 41,7 0,0 1,5 3,9 68,6 110,3 153,9 Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil 5,2 6,0 17,3 13,8 0,0 2,2 13,4 30,6 57,8 Quelle: Stadt Köln, Amt für Landschaftspflege und Grünflächen, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 198 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 199 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Anhang 11: Von Lärmbelastung besonders betroffene Bereiche im Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk Sozialraum Straßenverkehr Deutsche Bahn AG HGK und KVB Flugverkehr BImSchG Anlage Humboldt / Gremberg und Kalk Belastungsachsen − Gesamter Bereich der Kalker Hauptstraße ab Höhe der Köln Arkaden in Richtung Höhenberg − Kalk-Mülheimer Straße bzw. Rolshover Straße, mit Aus- nahme des Abschnitts zwi- schen Wipperfürther Straße und Autobahnunterführung − Wipperfürther Straße zwi- schen Vietorstraße und Au- tobahnauffahrt − Walter-Pauli-Ring bzw. Stra- ße des 17. Juni zwischen der Kalker Hauptstraße und der Autobahnauffahrt − Buchforststraße zwischen Lilienthalstraße und Kalker Hauptstraße − Steinmetzstraße zwischen Eythstraße und Falkenstein- straße Mülldeponie im südlich angrenzenden Stadtteil Poll Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik 200 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Anhang 12: Luftqualität und Schadstoffbelastung Laut 39. Bundes-Immissionsschutzgesetz BImSchV gelten folgende Grenzwerte zum Schutz der menschlichen Gesundheit: − Stickstoffdioxid (NO2): der über ein Kalenderjahr gem ittelte Immissionsgrenzwert liegt bei 40 µg pro Kubikmeter; der über eine volle Stunde gemittelte Immissionsgrenzwert beträgt 200 µg pro Kubikmeter, bei 18 zugelassenen Üb erschreitungen im Kalender- jahr. − Feinstaub der Partikelgröße PM10: der über ein Kale nderjahr gemittelte Immissions- grenzwert liegt bei 40 µg pro Kubikmeter; der über de n Tag gemittelte Immissions- grenzwert beträgt 50 µg pro Kubikmeter, bei 35 zugela ssenen Überschreitungen im Kalenderjahr. In die Berechnung sind alle Straßen mit einem DTV-Wer t (durchschnittliche tägliche Ver- kehrsbelastung) von über 4000 Kraftfahrzeugen / 24 St unden berücksichtigt. Weiterhin sind alle Gebäude bis zu einer Entfernung von 35 Metern z ur Straßenmitte eingeflossen. Die Konzentrationen sind im Ergebnis in einer Immissionshöhe von 1,5 Metern an der Gebäude- fassade dargestellt. Da es sich um ein Screening und kein e Detailbetrachtung handelt, kön- nen die Ergebnisse lediglich als Hinweis auf eine proble matische Belastung gewertet wer- den. Bei Überschreitungen von Grenzwerten werden Ursachenanalysen durchgeführt und es sind Luftreinhaltepläne aufzustellen, in denen Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität festgelegt werden. Eine Maßnahme für das Kölner Stadt gebiet ist die Einführung der Um- weltzone. Aus einer stadtweiten Screeningberechnung der Kfz-bedingten Luftschadstoffe wurde die Belastung für die Sozialräume ausgewertet. Die Immissionsbelastung wurde so- wohl für Feinstaub (PM10) als auch für Stickstoffdioxi d (NO2) berechnet, wobei in der Schlussbetrachtung lediglich der Luftschadstoff Stickstoffdioxid als problematische Größe mit den häufigsten Überschreitungen herangezogen wurde. Zum Messen der Luftschadstoffbelastung gibt es im Jahr 201 6 in Köln 5 kontinuierliche Messstellen und 12 Passivsammler. Nachfolgend werden für den Sozialraum Humboldt / Gre mberg und Kalk die aktuellen Schwerpunkte der Luftbelastung, auf Basis der Screening- Ergebnisse, dargestellt. Als Schwerpunkte werden dabei lediglich diejenigen Straße n einbezogen, die in der Screening- berechnung eine Stickstoffdioxidbelastung von über 40 µg pro Kubikmeter erzielten und da- mit Hinweise auf eine problematische Belastung geben. Humboldt / Gremberg und Kalk Der Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk weist in den Screeningergebnissen hohe durchgängige Belastungsabschnitte auf viele Straßen auf. So ist der gesamte Bereich der Kalker Hauptstraße ab Höhe der Köln Arcaden in Richtu ng Höhenberg als Zone hoher Luft- belastung gekennzeichnet. Auch die Kalk-Mülheimer-Straße beziehungsweise die Rolshover Straße ist auf ihrer gesamten Länge durch den Sozialra um, mit Ausnahme des Abschnitts zwischen Wipperfürther Straße und Autobahnunterführung , mit einer hohen Belastung aus- gewiesen. Auch die Wipperfürther Straße selbst weist zwisch en Vietorstraße und Autobahn- auffahrt eine hohe Belastung auf. Weitere größere Ab schnitte hoher Luftbelastung zeigten die Berechnungen in den Bereichen des Walter-Pauli-Ri ngs beziehungsweise der Straße des 17. Juni zwischen der Kalker Hauptstraße und der Aut obahnauffahrt, der Buchforststra- ße zwischen Lilienthalstraße und Solinger Straße, der E ythstraße zwischen Lilienthalstraße Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 201 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ und Kalker Hauptstraße sowie der Steinmetzstraße zwischen Eythstraße und Falckenstein- straße. Kleinere Bereiche mit Hinweisen auf hohe Luftb elastung befinden sich auf der Fal- ckensteinstraße zwischen Remscheider Straße und Albermannst raße sowie zwischen Lüttringhauser Straße und Wipperfürther Straße, auf dem Deutzer-Ring zwischen Kalker Hauptstraße und Gießener Straße, auf der Gießener St raße zwischen Deutzer-Ring und An der Pulvermühle, auf der Kapellenstraße zwischen Kalke r Hauptstraße und Kantstraße, so- wie auf der Istanbulstraße zwischen Marie-Curie-Straße und Corkstraße und auf der Ge- schwister Katz Straße. 202 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Anhang 13: Erläuterungen zur Erhebung der Lärmbelast ung nach Europäischer Um- gebungslärmrichtlinie Außer für die Lärmvorsorge (Planfeststellungsverfahren) gibt es in Deutschland jedoch keine gesetzlich festgelegten Grenzwerte. Ebenso sind das Bere chnungsverfahren und die Defini- tion einer erheblichen Belastung in Deutschland nicht ei nheitlich, sondern je nach Emittent und Verfahren unterschiedlich. Vorrangig wurde daher bei den nachfolgenden Auswertungen auf die Kartierung nach EU-Umgebungslärmrichtlinie zur ückgegriffen, bei der, basierend auf einem innerhalb der Europäischen Union (EU) einheitli chen Verfahren, die Ermittlung der Belastung durch Umgebungslärm erfolgt und die als eine wesentliche Informationsgrundlage über gegebene Lärmbelastungen anzusehen ist. Neben Lär mkarten mit flächigen Darstel- lungen der Lärmbelastungen werden bei dieser Kartier ung auch die Lärmbelastungen an Gebäudefassenden erfasst. In einem weiteren Schritt wer den mit Hilfe dieser Fassadenbe- lastungen die Lärmbelastungen der Einwohner der Gebäude ermittelt. Unter Umgebungslärm werden gemäß der EU-Richtlinie be lästigende und gesundheits- schädliche Geräusche im Freien, die durch menschliche Aktivi täten verursacht werden und die von Verkehrsmitteln wie dem Straßenverkehr, den Eisenbahnen, Flugzeugen, sowie von Industriegeländen und großen Häfen ausgehen, verstand en. Sport-, Freizeit- und Nachbar- schaftslärm, Lärm durch Tätigkeiten innerhalb von Wohnun gen und Lärm am Arbeitsplatz werden nicht durch die EU-Umgebungslärm-Richtlinie erfasst. Auslösewerte wurden mit Runderlass des Ministeriums für U mwelt und Naturschutz, Land- wirtschaft und Verbraucherschutz (MUNLV) vom 07.02.200 8) definiert: „Lärmprobleme im Sinne des § 47 d Absatz 1 Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSch G) liegen auf jeden Fall vor, wenn an Wohnungen, Schulen, Krankenhäusern oder anderen schutzwürdigen Gebäu- den ein LDEN von 70 dB(A) oder ein LNight von 60 dB (A) erreicht oder überschritten wird. Dies gilt nicht in Gewerbe- oder Industriegebieten nach den §§ 8 und 9 der Baunutzungsver- ordnung sowie in Gebieten nach § 34 Absatz 2 des Baugese tzbuches mit entsprechender Eigenart.“ Für den Fluglärm sind Schutzziele für die Lärmaktionsplanung in rechtsverbindli- cher Weise in § 14 des Gesetzes zum Schutz gegen Fluglärm geregelt. Vor diesem Hinter- grund hat das MUNLV für Fluglärm die Auslösewerte von 65 dB(A) (LDEN) und 55 dB(A) (LNight) definiert. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 203 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Anhang 14: Umweltbildungs- und Naturerlebnisangebote 204 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 205 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Anhang 15: Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 bis 9 an städtischen allgemeinbildenden Schulen am Wohnort (Schuljahr 2014 / 2015) Sozialraum / Stadt absolut Quoten in Prozent Ins- gesamt Haupt- schule Real- schule Gesamt- schule Gymna- sium Förder- schule Haupt- schule Real- schule Gesamt- schule Gymna- sium Förder- schule Bickendorf, Westend und Ossendorf 795 133 302 72 256 32 16,7 38,0 9,1 32,2 4,0 Bilderstöckchen 457 102 129 54 148 24 22,3 28,2 11,8 32,4 5,3 Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord 1.225 188 497 274 208 58 15,3 40,6 22,4 17,0 4,7 Bocklemünd / Mengenich 328 56 94 82 62 34 17,1 28,7 25,0 18,9 10,4 Buchheim und Buchforst 588 72 171 165 155 25 12,2 29,1 28,1 26,4 4,3 Höhenberg und Vingst 781 175 213 209 161 23 22,4 27,3 26,8 20,6 2,9 Humboldt / Gremberg und Kalk 1.002 228 308 195 224 47 22,8 30,7 19,5 22,4 4,7 Meschenich und Rondorf 361 47 87 103 107 17 13,0 24,1 28,5 29,6 4,7 Mülheim-Nord und Keupstraße 370 89 87 105 44 45 24,1 23,5 28,4 11,9 12,2 Ostheim und Neubrück 708 139 236 117 178 38 19,6 33,3 16,5 25,1 5,4 Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil 855 123 286 187 191 68 14,4 33,5 21,9 22,3 8,0 Summe Sozialräume 7.470 1.352 2.410 1.563 1.734 411 18,1 32,3 20,9 23,2 5,5 Stadt Köln 23.746 2.970 6.009 4.809 8.936 1.022 12,5 25,3 20,3 37,6 4,3 Quelle: Stadt Köln, Amt für Schulentwicklung und Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Statistisches Informationssystem) 206 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Anhang 16: Bevölkerungs- und Sozialstruktur in den Quartieren Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk Bevölkerungs- und Sozialstruktur der Quartiere im Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk Humboldt-Mitte Gremberg Siedlung Lüderichstraße Siedlungsbereich mit diversen infrastrukturellen Ei nrichtungen, Nahversorgungszentrum mit Marktplatz, Attraktivierung des Stadtteilzentrums d urch städtebauliche Maßnahmen an der öffentlichen Platzfläche an der Odenwaldstraße, Ran dbereich im Übergang zu Kalk und Deutz heterogene Struktur (durch zwei Bahntrassen abgetre nnt), sehr hoher Anteil an Kindern und Jugendlichen in SGB ll Bedarfsgemeinschaften. Sehr heterogener Siedlungsbereich in Randlage zum Gremberger Wäldchen, hier Discoun- ter, Potentialflächen für Wohnungsbau vorhanden (dadurch räumliche Arrondierung des Quartiers potentiell möglich), hoher Altenquotient, hoher Anteil von Kinder und Jugendlichen in SGB ll Bedarfsgemeinschaften. Siedlungsbauten mit unterschiedlichen Eigentümern (zum Teil Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft, aber auch private Einzeleigentümer), sowie RTZ und Hagen Cam- pus (hier derzeit Leerstände), hoher Anteil der Bevölkerung mit SGB ll Bezug. Jugendquotient Anteil der Einwohner unter 18 Jahre an den Einwohnern von 18 – unter 65 Jahre Altenquotient Anteil der Einwohner ab 65 Jahre an den Einwohnern von 18 - unter 65 Jahre Quote Anteil der Empfänger von Grundsicherung im Alter an allen Einwohnern ab 65 Jahre mit Hauptwohnsitz Betreuungsquote U10 Anteil der in KiTa, Tagespflege und OGTS betreuten Kinder an allen Kindern unter 10 Jahre Gymnasiastenquote Anteil der Gymnasiasten an allen Schülern der Klassen 7 - 9 im Schuljahr 2014/15 Entwicklung 2007 - 2015 Angabe in Prozentpunkten Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 207 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Kannebäcker Siedlung Kalk Sanierungsgebiet Kalk Bezirkszentrum Süd Kalk Bezirkszentrum Nord Homogener Siedlungsbereich, größtenteils im Eigentu m der GAG Immobilien AG, zum Teil private Eigentümer beziehungsweise Baugenossenschaf t „Mieterschutz“, Gebäude in unter- schiedlichem Sanierungszustand stadträumliche Gesta ltung ist optimiert, sehr hoher Altenquoti- ent, zum Teil konfliktträchtige Durchmischung von U rsprungsbewohnerschaft und neuen Bewoh- nerinnen und Bewohnern, allerdings bezogen auf das städtische Mittel unterdurchschnittlich. Heterogene Bebauung, vormals angrenzend an das Gelände der Chemischen Werke Kalk, geringer Altenquotient, sehr hoher Anteil an Bevölkerung mit Migrationshintergrund, sehr hoher Anteil der Einwohnerschaft erhält Bezüge aus dem SGB ll. Heterogene Bebauung mit Infrastruktureinrichtungen, Bezirkszentrum, Technologiezent- rum angrenzend vielfältige Eigentümer, städtebauliche Neugestaltung Kalker Hauptstra- ße geplant, keine Aufenthaltsqualität, Konversionsfläche (Brache ehemaliges Gelände Stahlhandel), sehr hoher Anteil an Bevölkerung mit Migrationshintergrund, sehr hoher Anteil SGB ll Empfängern. Heterogene Bebauung mit Infrastruktureinrichtungen, Bezirkszentrum, südlich Kalk-Nord, vielfältige Eigentümer, städtebauliche Neugestaltung Kalker Hauptstraße geplant, keine Aufenthaltsqualität, Wohnumfeldverbesserung erforderlich, Teilbereich des IHP Kalk Nord, hoher Anteil an Bevölkerung mit Migrationshintergrund, sehr hoher Anteil an Empfängern von SGB ll. 208 Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Kalk-West Gewerbe, Wohnen Kalk-Süd Technologie- und Industriepark Kalk-Nord Ehemaliges Gelände der Chemischen Werke Kalk mit KölnArcaden, Polizeipräsidium, neues Wohnquartier, hier: Nachbarschaftsinitiative Quartier Colonia e.V., städtebauliche Entwick- lung noch nicht abgeschlossen, Kalkberg mit nahezu abgeschlossenem Ausbau zur Basis- station für Rettungshubschrauber, sehr hoher Anteil an Bewohnern mit Migrationshinter- grund, hoher Jugendquotien t. Geringer Anteil an Wohnbebauung, hauptsächlich gewerbliche und industrielle Nutzung, diverse Reali- sierungen aus der Sanierung (zum Beispiel Technikhof Kalk für junge Gewerbe- und Handwerksbetrie- be), zum Teil temporäre Nutzungen von Brachflächen (Pflanzstelle Kalk), Abenteuerhalle Kalk, städte- bauliche Entwicklung noch nicht abgeschlossen, geringer Anteil SGB ll Empfänger als im Sozialraum, hoher Anteil an Einwohnerinnen und Einwohnern mit Migrationshintergrund. Dichte Bebau. mit diverser Siedlungen aus unterschiedlichen Entstehungszeiträumen, in unter- schiedlichen. baulichen Zuständen, wenig attraktive Freiflächen (hier Studentenwettbewerb zur Aufwertung der Freiflächen Siedlung Annington Kalk), Gebietskulisse IHP Kalk (Montag-Stiftung, Stadt Köln), sehr hoher Anteil an SGB ll Empfängern und Kinder und Jugendlichen in SGB ll Be- darfsgemeinschaften, Veedelshausmeister ist aktiv. Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ 209 als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ Anhang 17: Datenprofil der Sozialräume im Handlungsfeld Frühe Hilfen Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
  • Sachstandsbericht Rat /Ausschuss

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    Dezernat, Dienststelle IX/15/152 152/1 Vorlagen-Nummer 2488/2017 Stand: 07.12.2023 Sachstandsbericht Beschluss des Integrierten Handlungskonzeptes "Starke Veedel - Starkes Köln" für den Sozialraum "Humboldt / Gremberg und Kalk" Status in Bearbeitung erledigt Aktueller Bearbeitungsstand: Der Rat der Stadt Köln hat am 20.12.2016 das Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ als zukunftsweisendes Leitkonzept zur sozialraumorientierten Stadtentwicklung beschlossen und die Verwaltung mit der Umsetzung der darin enthaltenen Maßnahmen für die seinerzeit elf Kölner Sozialräume beauftragt. Aufgrund der Anforderungen der Städtebauförderung wurde für den Sozialraum Humboldt/Gremberg und Kalk ein eigenständiges Integriertes Stadtent- wicklungskonzept (SEK) erstellt, das vom Rat am 28.09.2017 beschlossen wurde. Von den vorgesehenen Maßnahmen konnten 5 flankierende sozial integrative Maßnahmen umgesetzt werden. Von Juni 2020 bis Mai 2023 war das Quartiersmanagement im Sozialraum aktiv. Mit Unterstützung des Quartiersmanagements konnten im Rahmen des Verfügungs- fonds 35 Anträge für kleinere, direkt im Sozialraum verortete Maßnahmen durch die Bezirks- vertretung Kalk beschlossen werden. Die einzelnen Projekte sind abgeschlossen. Die für den Verfügungsfonds veranschlagten Mittel in Höhe von 120.000 € werden voll ausgeschöpft. Ebenfalls bis Ende 2023 wird noch das Haus-Hof- und Fassadenprogramm durchgeführt. Im Rahmen dieses Programms können Eigentümer*innen für die Fassadengestaltung ihrer Im- mobilie Zuschüsse erhalten. Die beiden durchgeführten Baumaßnahmen haben einen besonderen Mehrwert für den Sozi- alraum: Im Kalker Norden wurde an der Eythstraße der bestehende Spiel- und Bolzplatz auf- gewertet und komplett mit neuen Spiel- und Sportgeräten ausgestattet. Hier ist sowohl für klei- nere Kinder, als auch für Jugendliche eine attraktive Anlage zur Freizeitgestaltung entstanden. In Humboldt/Gremberg ist mit dem Grünzug Westerwaldstraße ein attraktives Naherholungs- gebiet für die Bürgerinnen und Bürger im dicht besiedelten Sozialraum entstanden. Nutzer- gruppen jeden Alters finden abwechslungsreiche Angebote zu Sport und Spiel. Für Erholungs- suchende stehen entlang des gesamten Grünzugs viele neu aufgestellte Bänke zur Verfü- gung. Die Umsetzung des ISEK ist abgeschlossen und es sind Mittel in Höhe von über 5,5 Millionen Euro in den Sozialraum geflossen.
  • Anlage 4, 20170926_Synopse Veränderung Maßnahmen gegenüber Leitkonzept

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    Anlage 4 zu TOP 10.35 Beantwortung der mündlichen Anfrage aus dem Verkehrsausschuss vom 05.09.2017 zu den Vorlagen: TOP 5.8 Beschluss des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes „Starke Veedel – Starkes Köln“ für den Sozialraum Bickendorf, Westend und Ossendorf 2481/2017 TOP 5.9 Beschluss des Integrierten Handlungskonzeptes „Starke Veedel – Starkes Köln“ für den Sozialraum Humboldt / Gremberg und Kalk 2488/2017 In der Sitzung des Verkehrsausschusses vom 05.09.2017 wurde eine Darstellung der Änderungen, die sich im Maßnahmenzuschnitt zwischen dem Leitkonzept „Starke Veedel – Starkes Köln“ (Ratsbeschluss vom 20.12.2016, Vorlage-Nr. 2899/2016) und den sozialraumspezifischen Integrierten Stadtentwicklungskonzepten (ISEK) ergeben haben, erbeten. Neu aufgenommene Maßnahme 5.0.3 „Haus-, Hof- und Fassadenprogramm“ Die Maßnahme soll in allen 11 Sozialräumen umgesetzt werden. Veränderungen bei geplanten Maßnahmen Leitkonzept Sozialraumbezogenes ISEK 0.0.1 „Verfügungsfonds“ 0.0.2 „Quartiersmanagement zur Umsetzung des Integrierten Handlungskonzeptes in den Sozialräumen“ 2.0.8 „Aufbau einer bürgerschaftlichen Kultur der Wohnumfeldpflege, Müllvermeidung und Müllbeseitigung (Zu Hause im Veedel)“ 0.0.1 „Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung“ mit den Modulen  Quartiersmanagement  Verfügungsfonds  Bestandserhebung und Schnittstellenmanagement  Öffentlichkeitsarbeit Zusammenfassung der Maßnahmen auf Grundlage der Abstimmungen mit dem Land. 6.0.1 „Sozialraumorientierte Stadtentwicklung“ 0.0.2 „Prozessbegleitende Evaluation“ Der Baustein „Programmbegleitende Evaluation“ wurde als eigene Maßnahme aufgenommen. Der Baustein „Controlling“ wird im Rahmen der Programmkoordination sichergestellt. Maßnahmen mit erforderlicher Nachqualifizierung Gegenüber dem Leitkonzept ergeben sich bei den ESF-Maßnahmen Nachqualifizierungsbedarfe, weil sich die Förderkonditionen und Zielausrichtung geändert haben. Die Projekte erfordern nun einen deutlich niederschwelligen, aufsuchenden Ansatz. Zudem werden Personalkosten in Form von Pauschalen gefördert, jedoch keine Sachkosten. 1.0.7 „Qualifizierungsoffensive offene Kinder- und Jugendarbeit“ Modifizierung erforderlich um einen alternativen Förderzugang zu erreichen. 1.0.12 „Sprachförderangebote für neu eingereiste Jugendliche und junge Erwachsene“ Modifizierung erforderlich um den Förderbedingungen zu entsprechen. Aktueller Sachstand 28.09.17: Nach erneuter Prüfung wird die Maßnahme aufgrund fehlender Förderzugänge nicht weiterverfolgt. 1.0.19 „Übergänge begleiten, Angebote der Familienbildung mit Schwerpunkt Kooperation mit Kita, Familienzentren, Schulen, OGTS Neukonzeption mit neuer Kostenkalkulation nach Beratung durch das Land NRW mit verstärktem aufsuchenden Ansatz. Maßnahmen mit ausstehender sozialräumlicher Verortung 2.0.10 „Unser Park“ Der Raumbezug der Maßnahme steht noch nicht fest. Aktueller Sachstand 28.09.17: Nach erneuter Prüfung wird die Maßnahme aufgrund fehlender Förderzugänge nicht weiterverfolgt. 2.0.11 „Wie inklusiv ist das Quartier“ Der Raumbezug der Maßnahme steht noch nicht fest. 3.0.3 „„Quartiersgarten“ – Qualifizierung von Menschen und Grünflächen“ Der Raumbezug der Maßnahme steht noch nicht fest. 4.0.10 „Stärkung beziehungsweise Erweiterung des Schulgartenangebotes“ Der Raumbezug der Maßnahme steht noch nicht fest. Maßnahme, die außerhalb des Programms durchgeführt wird und nachrichtlich aufgenommen ist 1.0.5 „Integration von zugewanderten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Flüchtlingsstatus in die bestehenden Regelsysteme durch aufsuchende mobile Arbeit Die Maßnahme wird bereits über den Europäischen Hilfsfonds für die am stärksten benachteiligten Personen (EHAP) gefördert und umgesetzt. Maßnahmen, die nicht umgesetzt werden 1.0.14 „Gesundheitslotsinnen und –lotsen im Sozialraum „Migranten begleiten Migranten““ Für die Maßnahme konnte kein Förderzugang ermittelt werden. 1.0.17a „Kölner Bildungsberatungszentrum“ Die Maßnahmenkonzeption lässt sich nicht in vorgesehener Form als Fördermaßnahme umsetzten. 1.0.21 „Ferienschulen“ Aufgrund zwischenzeitlich neu entstandener Angebote außerhalb des Programms wird die Maßnahme nicht weiterverfolgt. 3.0.6 „Klosterwald 2.0 Die Maßnahme wird im Rahmen des Programms nicht weiterverfolgt. 3.0.9 „Kölner Zukunfts-Kompass“ Da bereits ähnliche Angebote vorhanden sind, wird diese Maßnahme nicht explizit für die Sozialräume zur Förderung vorgesehen und wurde in die sozialraumspezifischen ISEKs nicht mehr aufgenommen. Nur Humboldt / Gremberg und Kalk 4.5.1 Integrierter Ansatz zur Entwicklung und Aufbereitung einer Brachfläche zu stadtentwicklungspolitischen bzw. ökologischen Zwecken: Kalkberg“ Die Maßnahme wird aufgrund der aktuellen Entwicklung rund um den Kalkberg nicht weiter verfolgt.
  • Anlage 0 ISEK Humboldt_Gremberg und Kalk

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    Anlage 0 Mit der Vorlage 2488 / 2017 beabsichtigt die Verwaltung den Beschluss des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ im Rahmen des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ durch den Rat zu erwirken. Das Leitkonzept zum Gesamtprogramm wurde am 20.12.2016 vom Rat beschlossen (Vorlage 2899 / 2016). Mit dem Ratsbeschluss über das ISEK „Humboldt/Gremberg und Kalk“ wird die Verwaltung in die Lage versetzt, Förderanträge für die Städtebauförderung zu stellen, welche einen wichtigen Förderzugang für dieses Programm bildet. Aufgrund der komplexen förderrechtlichen Rahmenbedingungen und der damit verbundenen engen zeitlichen Vorgaben sollte die Beschlussvorlage 2488/2017 ungeachtet der kurzfristigen Vorlage in den vorgesehenen Beratungsgang eingebracht werden. Die Beschlussvorlage für das ISEK für den Sozialraum „Humboldt/Gremberg und Kalk“ (Vorlage-Nr. 2488/2017) wird aufgrund notwendiger Abstimmungsprozesse nicht inner-halb der 14 Tages Frist vor Beginn der ersten Sitzung in die politische Beratungsfolge eingebracht. Um dennoch die Ratssitzung am 28.09.2017 zu erreichen und somit zeitnah mit der Programmumsetzung beginnen zu können, wird die Vorlage den politischen Gremien zu Beginn der Beratungsfolge verfristet vorgelegt.

Beratungsverlauf

  1. 05.09.2017

    Jugendhilfeausschuss

    TOP 4.3, Vorberatung (Fachausschuss). Ergebnis: ungeändert empfohlen
  2. 05.09.2017

    Verkehrsausschuss

    TOP 5.9, Vorberatung (Fachausschuss). Ergebnis: ungeändert beschlossen
  3. 07.09.2017

    Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren

    TOP 4.13, Vorberatung (Fachausschuss). Ergebnis: ungeändert beschlossen
  4. 07.09.2017

    Bezirksvertretung 8 (Kalk)

    TOP 8.2.12, Vorberatung (Fachausschuss). Ergebnis: ungeändert beschlossen
  5. 07.09.2017

    Wirtschaftsausschuss

    TOP 6.6, Vorberatung (Fachausschuss). Ergebnis: ungeändert beschlossen
  6. 11.09.2017

    Integrationsrat

    TOP 8.10, Vorberatung (Fachausschuss). Ergebnis: ungeändert beschlossen
  7. 11.09.2017

    Ausschuss Schule und Weiterbildung

    TOP 4.3, Vorberatung (Fachausschuss). Ergebnis: ungeändert beschlossen
  8. 14.09.2017

    Ausschuss Klima, Umwelt und Grün

    TOP 4.8, Vorberatung (Fachausschuss). Ergebnis: ungeändert empfohlen
  9. 14.09.2017

    Sportausschuss

    TOP 7.4, Vorberatung (Fachausschuss). Ergebnis: ungeändert beschlossen
  10. 19.09.2017

    Gesundheitsausschuss

    TOP 5.7, Vorberatung (Fachausschuss). Ergebnis: ungeändert empfohlen
  11. 21.09.2017

    Stadtentwicklungsausschuss

    TOP 6.7, Vorberatung (Fachausschuss). Ergebnis: ungeändert beschlossen
  12. 25.09.2017

    Finanzausschuss

    TOP 12.19, Vorberatung (Fachausschuss). Ergebnis: ungeändert beschlossen
  13. 28.09.2017 zuletzt

    Rat

    TOP 10.35, Entscheidung. Ergebnis: ungeändert beschlossen

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