2020/0197
Abschlussbericht zur Energie- und CO2-Bilanz (Bezugsjahr 1990) sowie Evaluation des integrierten Klimaschutzkonzepts von 2013 der Wissenschaftsstadt Darmstadt
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2020/0197
11160 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
16.07.2020
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat V an die Stadtverordnet enversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Amt: Umweltamt
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2020/0197
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.: 561010
Kostenstelle: 056-010-1000 Investitionsnummer:
Kostenträger: 5610-41 Sachkonto:
Betreff: Abschlussbericht zur Energie - und CO2-Bilanz (Bezugsjahr 1990) sowie Evaluation
des integrierten Klimaschutzkonzepts von 2013 der Wissenschaftsstadt Darmstadt
Vorlage vom: 15 .07.2020
Beschlussvorschlag :
Der Abschlussbericht zur Energie - und CO2-Bilanz (Bezugsjahr 1990) sowie die Evaluation des
integrierten Klimaschutzkonzepts von 2013 der Wissenschaftsstadt Darmstadt wird zur Kenntnis
genommen.
Anlagen: Abschlussbericht Evaluation integriertes Klimaschutzkonzept der
Wissenschaftsstadt Darmstadt
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
- 2 -
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 1 5.07.2020:
1. Hintergrund
Das aktuelle integrierte Klimaschutzkonzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt ist in den
Jahren 2012/2013 erstellt worden. Zur Umsetzung von Klimaschutzzielen sind neben der
Verantwortung des Bundes und der Länder für die entsprechenden gesetzlichen und
finanziellen Rahmenbedingungen Kommunen und Landkreise besonders gefragt; die
Wissenschaftsstadt Darmstadt stellt sich – ebenso wie zahlreiche andere Kommunen
deutschlandweit dieser Verantwortung.
Zur Erreichung der damals gültigen Klimaschutzziele hatte die Wissenschaftsstadt Darmstadt
in 2013 ein Maßnahmenprogramm von 138 Einzelmaßnahmen, welche in die Sektoren Stadt -
und Quartiersentwicklung, kommunale Liegenschaften, Energieeffizienz, Gebäude, Mobilität,
Gewerbe/Industrie, private Haushalte, Energieversorgung, fossile und erneuerbare Energien
gegliedert sind, entwickelt.
Neben der sach- und fachgerechten Bewertung der im Zuge dieses Klimaschutzkonzeptes
erarbeiteten Maßnahmen haben sich in den Jahren seit der Erstellung des Konzepts die
Rahmenbedingungen auf verschiedenen Ebenen geändert. Hierzu zählen die Vorgabe einer
einheitlichen Bilanzierung nach der Bilanzierungs-Systematik Kommunal (BISKO) zur
Harmonisierung kommunaler Treibhausgasbilanzen, Änderungen auf (Bundes-)Gesetzesebene,
der Beschluss von ambitionierteren Klimaschutzzielen auf Landes- und Bundesebene sowie die
Beschlüsse des Pariser Klimaabkommens und der im September 2019 durch die
Stadtverordnetenversammlung beschlossene Antrag SV-2019/0043 „Höchste Priorität für den
Klimaschutz – Weltklima in Not – Darmstadt handelt“.
Diese Veränderungen verlangen eine Evaluation und Bewertung der Zielerreichung des gültigen
Klimaschutzkonzeptes im Betrachtungszeitraum ab 1990 um eine Fortschreibung der
Maßnahmen im Bereich des Klimaschutzes und ambitionierte Sektorenziele zu erarbeiten.
Dem vorliegenden Abschlussbericht zur Evaluation des integrierten Klimaschutzkonzepts von
2013 liegt aus technischen Gründen die Da tengrundlage bis einschließlich des Jahres 2018
zugrunde.
Die Evaluation des integrierten Klimaschutzkonzepts der Wissenschaftsstadt Darmstadt ist
gegliedert in Energie und CO2-Bilanz und Maßnahmenevaluation:
a) die Energie- und CO2-Bilanz wurde rückwirkend auf das Bezugsjahr 1990 an die aktuell
gültige Bilanzierungsmethodik (BISKO) angepasst um die Vergleichbarkeit mit anderen
Kommunen, dem Bundesland Hessen sowie der Bunderepublik Deutschland
herzustellen, da 1990 das Basisjahr relevanter Klimaschutzvorgaben ist.
b) die 138 Maßnahmen des Klimaschutzkonzeptes von 2013 werden hinsichtlich ihrer
Umsetzung und ihrer Wirkung bewertet und geprüft, welche Anpassungen nötig sind,
um den Klimaschutz in Darmstadt weiter voranzubringen.
Die Evaluation zeigt auf, wie sich die Treibhausgasemissionen bislang entwickelt haben und
welche Klimaschutz-Maßnahmen sich als erfolgreich herausgestellt haben. Darüber hinaus
ermöglicht die vorliegende Evaluation eine Bewertung, ob die Ziele des gültigen
Klimaschutzkonzeptes erreicht wurden. Sie dient weiterhin als eine relevante Grundlage für die
Erarbeitung des Klimaschutzkonzepts, welches noch in 2020 beauftragt wird.
- 4 -
2. Evaluation des integrierten Klimaschutzkonzepts
a. CO2-Bilanzierung
Die CO2-Bilanzierung hat zum Ergebnis, dass über den gesamten Betrachtungszeitraum von
1990 bis 2018 in der Wissenschaftsstadt Darmstadt eine Reduktion der witterungsbereinigten
Emissionen um 37,7% zu verzeichnen ist. Dies ist in Abbildung 1 „Entwicklung der
witterungsbereinigten CO2-Eissionen mit Zielen 2030 und 2050“ dargestellt (s. auch Seite 13
des Evaluierungsberichtes). Die Emissionen in der gesamten Bundesrepublik sanken im selben
Zeitraum um 31,4 % (Quelle: Bundesministerium für Umwelt).
Erste Ergebnisse zur pro Kopf-Emission in Darmstadt, die bereits im November 2019 öffentlich
vorgestellt wurden, wurden im Zuge der vorliegenden Bilanzierung und Rückrechnung unter
Einbeziehung weiterer Datenquellen verfeinert. Im Ergebnis liegen die pro Kopf- Emissionen im
Jahr 2018 bei 9,3 t CO2, im Jahr 1990 lag der Wert noch bei 16,5 t. Dies entspricht einem
Rückgang um rund 42 %. Die vorliegende Evaluation und Rückrechnung nach der gültigen
BISKO Systematik ermöglicht den Vergleich mit anderen Städten wie bspw. Frankfurt a.M. mit
einer pro Kopf Emission 2017 von circa 10,7 t (Darmstadt in 2017: 9,4 t)).
Die Ursachen der Reduktion lassen sich u.a. auf eine Verbesserung der Emissionsfaktoren,
insbesondere des deutschen Strom-Mix - auch durch das Engagement der ENTEGA AG im
Bereich des Ausbaus und Vertriebs regenerativer Energien - zurückführen. Weiterhin muss
hierbei die Umstellung auf klimafreundlichere Energieträger zur Wärmeerzeugung (von Öl und
Kohle auf Gas und regenerative Energieträger), zum Beispiel durch den Ausbau von
Blockheizkraftwerken in der Stadt, aufgeführt werden. Der Strukturwandel und die
Effizienzsteigerung im Sektor „Industrie“ werden als weitere Ursachen der Reduktion
aufgeführt. Nicht zuletzt kann festgestellt werden, dass die stadtweiten Emissionen trotz des
starken Anstiegs der Bevölkerungszahlen rückläufig, sind was in der deutlichen Abnahme der
pro Kopf-Emissionen begründet liegt.
Abbildung 1: Entwicklung der witterungsbereinigten CO 2-Emissionen mit Zielen 2030 und 2050
- 5 -
b. Evaluation der Maßnahmen
Das beauftragte Büro hat auf der Grundlage der durch die Wissenschaftsstadt Darmstadt zur
Verfügung gestellten Informationen in einer umfangreichen Recherche festgestellt, welche
Maßnahmen aus dem integrierten Klimaschutzkonzept aus dem Jahr 2013 in welchem Umfang
umgesetzt wurden. Anschließend wurde im Rahmen von Interviews und schriftlicher Abfragen
die Umsetzung der Maßnahmen und deren Wirkung einer tiefergehenden Analyse unterzogen.
Die Ergebnisse sind in Form von Steckbriefen für jede der 138 Maßnahmen dargestellt. Darin
wird der Umsetzungsstand der Maßnahmen dokumentiert, ihre Wirkung bewertet, offene
Punkte identifiziert und Empfehlungen für den weiteren Umgang in der Bearbeitung
unterbreitet. So wird bei denjenigen Maßnahmen, die nach heutiger Auffassung (z.B. aufgrund
von Änderungen in der landes- oder bundespolitischen Gesetzgebung) nicht mehr als
zielführend eingestuft werden, empfohlen, dass diese nicht weiter verfolgt werden soll ten.
Außerdem wird dargelegt, welche Maßnahmen aufgrund von thematischen Überschneidungen
zukünftig zusammengefasst behandelt werden sollten. Darüber hinaus ist auch eine
Modifikation bestehender Maßnahmen oder eine Schwerpunktverlagerung innerhalb der
Maßnahmen geprüft worden.
Für die Evaluation der Maßnahmen wurde eine Einteilung in folgende fünf Kategorien
vorgenommen:
Tabelle 1: Kategorien weitere Vorgehensweise
Bezeichnung Beschreibung Symbol
Weiter so!
Diese Maßnahmen haben sich als besonders
erfolgreich erwiesen. Die Fortführung der
Maßnahme wird empfohlen und ist ohne
weitere Anpassungen möglich. Die Maßnahme
kann als Vorbild dienen und auf weitere
Anwendungsgebiete übertragen werden.
Geringfügige
Anpassung
Diese Maßnahmen haben sich auch als
erfolgreich erwiesen. Für die Fortführung sind
einige Anpassungen nötig.
Umfangreiche
Anpassungen
Bei diesen Maßnahmen konnten in der
Vergangenheit erste Erfolge erzielt werden.
Für die Fortführung sind umfangreiche
Anpassungen nötig.
Gehen wir es
an!
Diese Maßnahme wurde bisher kaum
umgesetzt, dabei sind die Aussichten auf
Erfolge gut. Also packen wir es an!
Nicht
weiterverfolgen
Diese Maßnahmen haben sich für eine
Umsetzung in Darmstadt als wenig
aussichtsreich erwiesen. Sie werden nicht
weiter verfolgt.
Die Maßnahmenauswertung hat ergeben, dass 50 Maßnahmen mit einem „Weiter so!“, 29
Maßnahmen mit einer „Geringfügigen Anpassung“, 17 Maßnahmen mit einer „Umfangreichen
Anpassung“, 22 Maßnahmen mit einem „Gehen wir es an!“ und 20 Maßnahmen mit einem
„Nicht weiterverfolgen“ identifiziert wurden (s. Anlage).
- 6 -
3. Fazit
Die Evaluation des integrierten Klimaschutzkonzeptes aus dem Jahr 2013 und die
Rückrechnung auf das Basisjahr 1990 zeigen, dass die Ziele des bisherigen
Klimaschutzkonzeptes (Emissionsminderung CO2 bis zum Jahr 2030 um 35 bis 40 %) bereits
erreicht wurden (Minderung bis 2018: 37,7 %) bzw. bei einer aktuell jährlichen Minderung um
1,8 % in naher Zukunft und damit deutlich vor 2030 erreicht werden (40 % Minderungsziel).
Allerdings ist klar, dass die Zielsetzungen bisheriger Klimaschutzkonzepte sowohl auf
internationaler, nationaler und auch auf lokaler Ebene nicht ambitioniert genug waren und
sind, um die Pariser Klimaziele (2016) und somit die Begrenzung der menschengemachten
globalen Erwärmung auf deutlich unter 2 °C gegenüber vorindustriellen Werten zu erreichen.
Auch vor diesem Hintergrund wurden mit dem Beschluss „Höchste Priorität für Klimaschutz-
Weltklima in Not – Darmstadt handelt“ neue Festlegungen bezüglich der Ziele der Minderung
der Treibhausgasemissionen getroffen; die Wissenschaftsstadt Darmstadt verfolgt das Ziel, da
wo der Magistrat Handlungsoptionen und Einfluss hat, bis 2035 ihre Netto-CO2-Emissionen auf
null zu senken.
Neben der Neuerstellung eines Klimaschutzkonzeptes wird parallel ein Sofortmaßnahmen-
Programm erarbeitet, das die wichtigsten Maßnahmen enthält die kurzfristig und mit größter
Effektivität zur CO2-Minderung beitragen. Dazu werden jeweils separate Magistratsvorlagen
vorgelegt.
Die Auswertung der Maßnahmen und die CO2-Bilanzierung kann im Detail der Anlage
„Abschlussbericht zur Evaluation des integrierten Klimaschutzkonzepts der Wissenschaftsstadt
Darmstadt“ entnommen werden.
Darmstadt, 15. Juli 2020
Dezernat V
Barbara Akdeniz
Stadträtin
anlage 4
276 Zeichen
Punkt 12: Abschlussbericht zur Energie- und CO2-Bilanz (Bezugsjahr 1990) sowie Evaluation des integrierten Klimaschutzkonzepts von 2013 der Wissenschaftsstadt Darmstadt - Kenntnisnahme - (V-Nr. 2020/0197) Die Stadtverordnetenversammlung nimmt die Vorlage zur Kenntnis.
anlage 3
257 Zeichen
Punkt 7: Abschlussbericht zur Energie- und CO2-Bilanz (Bezugsjahr 1990) sowie Evaluation des integrierten Klimaschutzkonzepts von 2013 der Wissenschaftsstadt Darmstadt (V-Nr. 2020/0197) - Kenntnisnahme - Der Ausschuss nimmt von der Vorlage Kenntnis.
anlage 2
11243 Zeichen
- 2 -
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
16.07.2020
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat V an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Amt: Umweltamt
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
V 56
Stvv
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2020/0197
Magistratsbeschluss -Nr.
194
Internetfähig
Produkt-Nr.: 561010
Kostenstelle: 056-010-1000 Investitionsnummer:
Kostenträger: 5610-41 Sachkonto:
Betreff: Abschlussbericht zur Energie - und CO2-Bilanz (Bezugsjahr 1990) sowie Evaluation
des integrierten Klimaschutzkonzepts von 2013 der Wissenschaftsstadt Darmstadt
Vorlage vom: 15.07.2020
Beschlussvorschlag :
Der Abschlussbericht zur Energie - und CO2-Bilanz (Bezugsjahr 1990) sowie die Evaluation des
integrierten Klimaschutzkonzepts von 2013 der Wissenschaftsstadt Darmstadt wird zur Kenntnis
genommen.
Anlagen: Abschlussbericht Evaluation integriertes Klimaschutzkonzept der
Wissenschaftsstadt Darmstadt
Datenschutzrelevante Anlage:
- 3 -
Folgekosten: Ja Nein
Beschluss des Magistrats vom 22.07.2020
Der Magistrat nimmt die Vorlage zur Kenntnis.
- 4 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 15.07.2020:
1. Hintergrund
Das aktuelle integrierte Klimaschutzkonzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt ist in den
Jahren 2012/2013 erstellt worden. Zur Umsetzung von Klimaschutzzielen sind neben der
Verantwortung des Bundes und der Länder für die entsprechenden gesetzlichen und
finanziellen Rahmenbedingungen Kommunen und Landkreise besonders gefragt; die
Wissenschaftsstadt Darmstadt stellt sich – ebenso wie zahlreiche andere Kommunen
deutschlandweit dieser Verantwortung.
Zur Erreichung der damals gültigen Klimaschutzziele hatte die Wissenschaftsstadt Darmstadt
in 2013 ein Maßnahmenprogramm von 138 Einzelmaßnahmen, welche in die Sektoren Stadt -
und Quartiersentwicklung, kommunale Liegenschaften, Energieeffizienz, Gebäude, Mobilität,
Gewerbe/Industrie, private Haushalte, Energieversorgung, fossile und erneuerbare Energien
gegliedert sind, entwickelt.
Neben der sach- und fachgerechten Bewertung der im Zuge dieses Klimaschutzkonzeptes
erarbeiteten Maßnahmen haben sich in den Jahren seit der Erstellung des Konzepts die
Rahmenbedingungen auf verschiedenen Ebenen geändert. Hierzu zählen die Vorgabe einer
einheitlichen Bilanzierung nach der Bilanzierungs-Systematik Kommunal (BISKO) zur
Harmonisierung kommunaler Treibhausgasbilanzen, Änderungen auf (Bundes-)Gesetzesebene,
der Beschluss von ambitionierteren Klimaschutzzielen auf Landes- und Bundesebene sowie die
Beschlüsse des Pariser Klimaabkommens und der im September 2019 durch die
Stadtverordnetenversammlung beschlossene Antrag SV-2019/0043 „Höchste Priorität für den
Klimaschutz – Weltklima in Not – Darmstadt handelt“.
Diese Veränderungen verlangen eine Evaluation und Bewertung der Zielerreichung des gültigen
Klimaschutzkonzeptes im Betrachtungszeitraum ab 1990 um eine Fortschreibung der
Maßnahmen im Bereich des Klimaschutzes und ambitionierte Sektorenziele zu erarbeiten.
Dem vorliegenden Abschlussbericht zur Evaluation des integrierten Klimaschutzkonzepts von
2013 liegt aus technischen Gründen die Datengrundlage bis einschließlich des Jahres 2018
zugrunde.
Die Evaluation des integrierten Klimaschutzkonzepts der Wissenschaftsstadt Darmstadt ist
gegliedert in Energie und CO2-Bilanz und Maßnahmenevaluation:
a) die Energie- und CO2-Bilanz wurde rückwirkend auf das Bezugsjahr 1990 an die aktuell
gültige Bilanzierungsmethodik (BISKO) angepasst um die Vergleichbarkeit mit anderen
Kommunen, dem Bundesland Hessen sowie der Bunderepublik Deutschland
herzustellen, da 1990 das Basisjahr relevanter Klimaschutzvorgaben ist.
b) die 138 Maßnahmen des Klimaschutzkonzeptes von 2013 werden hinsichtlich ihrer
Umsetzung und ihrer Wirkung bewertet und geprüft, welche Anpassungen nötig sind,
um den Klimaschutz in Darmstadt weiter voranzubringen.
Die Evaluation zeigt auf, wie sich die Treibhausgasemissionen bislang entwickelt haben und
welche Klimaschutz-Maßnahmen sich als erfolgreich herausgestellt haben. Darüber hinaus
ermöglicht die vorliegende Evaluation eine Bewertung, ob die Ziele des gültigen
Klimaschutzkonzeptes erreicht wurden. Sie dient weiterhin als eine relevante Grundlage für die
Erarbeitung des Klimaschutzkonzepts, welches noch in 2020 beauftragt wird.
- 5 -
2. Evaluation des integrierten Klimaschutzkonzepts
a. CO2-Bilanzierung
Die CO2-Bilanzierung hat zum Ergebnis, dass über den gesamten Betrachtungszeitraum von
1990 bis 2018 in der Wissenschaftsstadt Darmstadt eine Reduktion der witterungsbereinigten
Emissionen um 37,7% zu verzeichnen ist. Dies ist in Abbildung 1 „Entwicklung der
witterungsbereinigten CO2-Eissionen mit Zielen 2030 und 2050“ dargestellt (s. auch Seite 13
des Evaluierungsberichtes). Die Emissionen in der gesamten Bundesrepublik sanken im selben
Zeitraum um 31,4 % (Quelle: Bundesministerium für Umwelt).
Erste Ergebnisse zur pro Kopf-Emission in Darmstadt, die bereits im November 2019 öffentlich
vorgestellt wurden, wurden im Zuge der vorliegenden Bilanzierung und Rückrechnung unter
Einbeziehung weiterer Datenquellen verfeinert. Im Ergebnis liegen die pro Kopf- Emissionen im
Jahr 2018 bei 9,3 t CO2, im Jahr 1990 lag der Wert noch bei 16,5 t. Dies entspricht einem
Rückgang um rund 42 %. Die vorliegende Evaluation und Rückrechnung nach der gültigen
BISKO Systematik ermöglicht den Vergleich mit anderen Städten wie bspw. Frankfurt a.M. mit
einer pro Kopf Emission 2017 von circa 10,7 t (Darmstadt in 2017: 9,4 t)).
Die Ursachen der Reduktion lassen sich u.a. auf eine Verbesserung der Emissionsfaktoren,
insbesondere des deutschen Strom-Mix - auch durch das Engagement der ENTEGA AG im
Bereich des Ausbaus und Vertriebs regenerativer Energien - zurückführen. Weiterhin muss
hierbei die Umstellung auf klimafreundlichere Energieträger zur Wärmeerzeugung (von Öl und
Kohle auf Gas und regenerative Energieträger), zum Beispiel durch den Ausbau von
Blockheizkraftwerken in der Stadt, aufgeführt werden. Der Strukturwandel und die
Effizienzsteigerung im Sektor „Industrie“ werden als weitere Ursachen der Reduktion
aufgeführt. Nicht zuletzt kann festgestellt werden, dass die stadtweiten Emissionen trotz des
starken Anstiegs der Bevölkerungszahlen rückläufig, sind was in der deutlichen Abnahme der
pro Kopf-Emissionen begründet liegt.
Abbildung 1: Entwicklung der witterungsbereinigten CO 2-Emissionen mit Zielen 2030 und 2050
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b. Evaluation der Maßnahmen
Das beauftragte Büro hat auf der Grundlage der durch die Wissenschaftsstadt Darmstadt zur
Verfügung gestellten Informationen in einer umfangreichen Recherche festgestellt, welche
Maßnahmen aus dem integrierten Klimaschutzkonzept aus dem Jahr 2013 in welchem Umfang
umgesetzt wurden. Anschließend wurde im Rahmen von Interviews und schriftlicher Abfragen
die Umsetzung der Maßnahmen und deren Wirkung einer tiefergehenden Analyse unterzogen.
Die Ergebnisse sind in Form von Steckbriefen für jede der 138 Maßnahmen dargestellt. Darin
wird der Umsetzungsstand der Maßnahmen dokumentiert, ihre Wirkung bewertet, offene
Punkte identifiziert und Empfehlungen für den weiteren Umgang in der Bearbeitung
unterbreitet. So wird bei denjenigen Maßnahmen, die nach heutiger Auffassung (z.B. aufgrund
von Änderungen in der landes- oder bundespolitischen Gesetzgebung) nicht mehr als
zielführend eingestuft werden, empfohlen, dass diese nicht weiter verfolgt werden soll ten.
Außerdem wird dargelegt, welche Maßnahmen aufgrund von thematischen Überschneidungen
zukünftig zusammengefasst behandelt werden sollten. Darüber hinaus ist auch eine
Modifikation bestehender Maßnahmen oder eine Schwerpunktverlagerung innerhalb der
Maßnahmen geprüft worden.
Für die Evaluation der Maßnahmen wurde eine Einteilung in folgende fünf Kategorien
vorgenommen:
Tabelle 1: Kategorien weitere Vorgehensweise
Bezeichnung Beschreibung Symbol
Weiter so!
Diese Maßnahmen haben sich als besonders
erfolgreich erwiesen. Die Fortführung der
Maßnahme wird empfohlen und ist ohne
weitere Anpassungen möglich. Die Maßnahme
kann als Vorbild dienen und auf weitere
Anwendungsgebiete übertragen werden.
Geringfügige
Anpassung
Diese Maßnahmen haben sich auch als
erfolgreich erwiesen. Für die Fortführung sind
einige Anpassungen nötig.
Umfangreiche
Anpassungen
Bei diesen Maßnahmen konnten in der
Vergangenheit erste Erfolge erzielt werden.
Für die Fortführung sind umfangreiche
Anpassungen nötig.
Gehen wir es
an!
Diese Maßnahme wurde bisher kaum
umgesetzt, dabei sind die Aussichten auf
Erfolge gut. Also packen wir es an!
Nicht
weiterverfolgen
Diese Maßnahmen haben sich für eine
Umsetzung in Darmstadt als wenig
aussichtsreich erwiesen. Sie werden nicht
weiter verfolgt.
Die Maßnahmenauswertung hat ergeben, dass 50 Maßnahmen mit einem „Weiter so!“, 29
Maßnahmen mit einer „Geringfügigen Anpassung“, 17 Maßnahmen mit einer „Umfangreichen
Anpassung“, 22 Maßnahmen mit einem „Gehen wir es an!“ und 20 Maßnahmen mit einem
„Nicht weiterverfolgen“ identifiziert wurden (s. Anlage).
3. Fazit
Die Evaluation des integrierten Klimaschutzkonzeptes aus dem Jahr 2013 und die
Rückrechnung auf das Basisjahr 1990 zeigen, dass die Ziele des bisherigen
Klimaschutzkonzeptes (Emissionsminderung CO2 bis zum Jahr 2030 um 35 bis 40 %) bereits
erreicht wurden (Minderung bis 2018: 37,7 %) bzw. bei einer aktuell jährlichen Minderung um
1,8 % in naher Zukunft und damit deutlich vor 2030 erreicht werden (40 % Minderungsziel).
Allerdings ist klar, dass die Zielsetzungen bisheriger Klimaschutzkonzepte sowohl auf
internationaler, nationaler und auch auf lokaler Ebene nicht ambitioniert genug waren und
sind, um die Pariser Klimaziele (2016) und somit die Begrenzung der menschengemachten
globalen Erwärmung auf deutlich unter 2 °C gegenüber vorindustriellen Werten zu erreichen.
Auch vor diesem Hintergrund wurden mit dem Beschluss „Höchste Priorität für Klimaschutz -
Weltklima in Not – Darmstadt handelt“ neue Festlegungen bezüglich der Ziele der Minderung
der Treibhausgasemissionen getroffen; die Wissenschaftsstadt Darmstadt verfolgt das Ziel, da
wo der Magistrat Handlungsoptionen und Einfluss hat, bis 2035 ihre Netto-CO2-Emissionen auf
null zu senken.
Neben der Neuerstellung eines Klimaschutzkonzeptes wird parallel ein Sofortmaßnahmen -
Programm erarbeitet, das die wichtigsten Maßnahmen enthält die kurzfristig und mit größter
Effektivität zur CO2-Minderung beitragen. Dazu werden jeweils separate Magistratsvorlagen
vorgelegt.
Die Auswertung der Maßnahmen und die CO2-Bilanzierung kann im Detail der Anlage
„Abschlussbericht zur Evaluation des integrierten Klimaschutzkonzepts der Wissenschaftsstadt
Darmstadt“ entnommen werden.
Darmstadt, 15. Juli 2020
Dezernat V
Barbara Akdeniz
Stadträtin
anlage 1
270224 Zeichen
Evaluation des integrierten
Klimaschutzkonzepts
der Wissenschaftsstadt Darmstadt
Lampertheim/Darmstadt, 10.07.2020
Impressum
Herausgeber:
Wissenschaftsstadt Darmstadt
Umweltamt
Bessunger Str. 125
64295 Darmstadt
Telefon: 06151 / 13-3280
E-Mail:
klimaschutz@darmstadt.de
www.darmstadt.de
Ansprechpartner*innen:
Karin Lübbe
Julia Theis
Lion Roßbach
Projektteam:
EnergyEffizienz GmbH
Gaußstraße 29a
68623 Lampertheim
Telefon: 06206 / 5803581
Fax: 06206 / 5804712
E-Mail: janssen@e-eff.de
www.e-eff.de
Projektleitung:
Selma Janssen
Daniel Jung
Projektteam:
Sven Worm
Moritz Horn
Bianca Kohler
Jan Bunje
Matteo Thönnessen
Institut Wohnen und Umwelt
Rheinstraße 65
64259 Darmstadt
Telefon: 06151 / 2904-0
E-Mail: t.koch@iwu.de
www.iwu.de
Projektteam:
Dr. Thilo Koch
Abbildungsverzeichnis
I
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis ................................ ................................ ................................ ............ I
Tabellenverzeichnis ................................ ................................ ................................ ............... II
Abkürzungsverzeichnis ................................ ................................ ................................ .......... II
1 Einleitung ................................ ................................ ................................ ........................... 1
2 Energie- und CO2-Bilanz ................................ ................................ ................................ .... 2
2.1 Methodik ................................ ................................ ................................ ...................... 2
Bilanzierungsmethode ................................ ................................ ........................... 2 2.1.1
Unterschiede im Vergleich zur Bilanz 2012/13 ................................ ....................... 3 2.1.2
Datenermittlung ................................ ................................ ................................ ..... 4 2.1.3
2.2 Ergebnisse ................................ ................................ ................................ ................... 5
Entwicklung des Endenergieverbrauchs gesamt ................................ ................... 5 2.2.1
Entwicklung des Endenergieverbrauchs nach Sektoren ................................ ........ 6 2.2.2
Entwicklung des Endenergieverbrauchs nach Energieträgern ............................... 7 2.2.3
Entwicklung der Treibhausgasemissionen ................................ ............................11 2.2.4
Erreichbarkeit der Emissionsminderungsziele ................................ ......................13 2.2.5
3 Maßnahmenevaluation ................................ ................................ ................................ ......14
3.1 Methodik ................................ ................................ ................................ .....................14
3.2 Ergebnisse: Maßnahmensteckbriefe ................................ ................................ ...........16
Handlungsfeld „Übergreifende konzeptionelle Maßnahmen“ ................................ 16 3.2.1
Handlungsfeld „Stadtentwicklung“ ................................ ................................ ........24 3.2.2
Handlungsfeld „Kommunale Liegenschaften und Straßenbeleuchtung“ ................24 3.2.3
Handlungsfeld „Wohngebäude“ ................................ ................................ ............33 3.2.4
Handlungsfeld „Mobilität“ ................................ ................................ ......................45 3.2.5
Handlungsfeld „Gewerbe/Industrie“ ................................ ................................ ......63 3.2.6
Handlungsfeld „Private Haushalte“ ................................ ................................ ..... 108 3.2.7
Handlungsfeld „Energieversorgung fossil“ ................................ .......................... 113 3.2.8
Handlungsfeld „Erneuerbare Energien“ ................................ .............................. 113 3.2.9
Handlungsfeld „Öffentlichkeitsarbeit und Bildung“ ................................ ............. 144 3.2.10
Anhang: Ansprechpartner ................................ ................................ ................................ ... 157
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Entwicklung des Endenergieverbrauchs mit und ohne Witterungsbereinigung .. 5
Abbildung 2: Entwicklung der witterungsbereinigten Endenergieverbräuche in den Sektoren 7
Tabellenverzeichnis
II
Abbildung 3: Entwicklung der Energieträger am witterungsbereinigten Endenergieverbrauch 8
Abbildung 4: Entwicklung des Endenergieverbrauchs nach Energieträgern im Verkehrssektor
................................ ................................ ................................ ................................ .............. 9
Abbildung 5: Entwicklung der Energieträger an den witterungsbereinigten Emissionen ........11
Abbildung 6: Entwicklung der witte rungsbereinigten CO 2-Emissionen mit Zielen 2030 und
2050 ................................ ................................ ................................ ................................ .....13
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Anteile der Sektoren am Endenergieverbrauch in 1990 und 2018 ......................... 6
Tabelle 2: CO2-Emissionen witterungsbereinigt nach Sektoren ................................ ............12
Tabelle 3: Kategorien zur Bewertung der Maßnahmen ................................ .........................14
Tabelle 4: Beispiel-Steckbrief ................................ ................................ ............................... 15
Abkürzungsverzeichnis
BHKW Blockheizkraftwerk(e)
BISKO Bilanzierungssystematik-Kommunal
BMU Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
CO2 Kohlenstoffdioxid
EE Erneuerbare Energien
EEG Erneuerbare Energien Gesetz
EW Einwohner
GHD Gewerbe, Handel, Dienstleistungen
GWh Gigawattstunden
HHS Holzhackschnitzel
IKSK Integriertes Klimaschutzkonzept
IKT Informations- und Kommunikationstechnik
KWK Kraft-Wärme-Kopplung
MiD Mobilität in Deutschland
MWh Megawattstunden
ÖPNV Öffentlicher Personennahverkehr
PV Photovoltaik
t Tonne(n)
THG Treibhausgas(e)
TU Technische Universität
vgl. vergleiche
Einleitung
1
1 Einleitung
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt hat 2012/2013 ein integriertes Klimaschutzkonzept
entwickelt. Darin wurde anhand der Energie- und CO2-Bilanz ermittelt, welche Emissionen in
welchen Sektoren auftreten und welche Einsparpotenziale bestehen. Darüber hinaus wurden
138 Maßnahmen für die Bereiche Stadt- und Quartiersentwicklung, k ommunale
Liegenschaften, energieeffiziente Gebäude, Mobilität, Gewerbe/Industrie, private Haushalte,
Energieversorgung und erneuerbare Energien sowie strategische und themenübergreifende
Maßnahmen zur Öffentlichkeitsarbeit und Bildung definiert.
Seit der Fertigstellung des Konzept es haben sich die Rahmenbedingungen auf
verschiedenen Ebenen geändert. Die Gesetzgebungen und Zielvorgaben auf Bundes - und
Landesebene haben sich weiterentwickelt und auch die Gesellschaft diskutiert verstärkt über
das Thema Klimaschutz und verlangt ein sc hnelles und radikales Umsteuern durch
Wirtschaft, Politik und Privatpersonen. D enn die bisherigen weltweiten
Klimaschutzbemühungen reichen nicht aus, um die globale Erwärmung auf maximal 1,5 bis
2° Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen.1
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt hat daher beschlossen, das vorhandene
Klimaschutzkonzept zu evaluieren . Die Evaluation besteht im Wesentlichen aus zwei
Bausteinen. Zum einen wird die Energie - und CO 2-Bilanz fortgeschrieben und rückwirkend
ab 1990 an die aktuelle Bilanzierungsmethodik angepasst. Zum anderen wird untersucht
inwiefern die 138 Maßnahmen umgesetzt wurden, welche Wirkungen dadurch erzielt wurden
und welche Anpassungen nötig sind, um den Klimaschutz in Darmstadt weiter
voranzubringen.
Die Evaluation zeigt somit auf, wie sich die Emissionen bislang entwickelt und welche
Klimaschutz-Maßnahmen sich als erfolgreich herausgestellt haben. Sie dient als Grundlage
für eine umfangreiche Neugestaltung der Klimaschutzkonzeptes.
1 IPCC Sonderbericht über 1,5 °C globale Erwärmung
Energie- und CO2-Bilanz
2
2 Energie- und CO2-Bilanz
Die Fortschreibung der Energie - und CO 2-Bilanz ist ein wesentlicher Bestandteil der
Evaluation des Klimaschutzkonzeptes. Dabei wird auf die bestehenden Bilanzen, welche
unter anderem im Rahmen des Klimaschutzkonzeptes 2012/2013 für die Jahre 1990 b is
2012 erstellt wurden, aufgebaut. Seit Erstellung dieser Bilanzen wurde die Standardisierung
kommunaler Energie - und CO 2-Bilanzen vorangebracht und die Bilanzierungs -Systematik
Kommunal (BISKO) entwickelt. Da die bestehenden Bilanzen in einigen Punkten m ethodisch
vom BISKO-Standard abweichen (vgl. Abschnitt 2.1.2), wird eine Anpassung vorgenommen,
sodass die Bilanz von 1990 bis heute konsistent ist und dem BISKO -Standard entspricht.
Dadurch ist eine Vergleichbarkeit über den gesamten Bilanzzeitraum gewährleistet.
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt hat sich im Rahmen der Erstellung des
Klimaschutzkonzeptes zum Ziel gesetzt die Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2030 um
35 bis 40 % und bis zum Jahr 2050 um 80 % zu reduzieren. Im Rahmen der Fortschreibung
Energie- und CO 2-Bilanz wird geprüft, inwiefern eine Erreichung dieser Ziele realistisch
erscheint.
2.1 Methodik
Bilanzierungsmethode 2.1.1
Die Bilanzierung erfolgt nach der Bilanzierungs -Systematik Kommunal (BISKO). Die
Systematik wurde im Rahmen eines vom BMU geförderten Vorhabens mit Vertretern aus
Wissenschaft und Kommunen entwickelt. Die Methodik soll das Bilanzieren von
Treibhausgasemissionen in Kommunen harmonisieren und vergleichbar machen. Ein
weiteres Kriterium ist die Konsistenz innerhalb der Methodik, um Doppelbilanzierung, sowie
falsche Schlüsse lokaler Akteure resultierend aus der Doppelbilanzierung zu verhindern.
Die B ISKO-Methodik schreibt eine endenergiebasierte Territorialbilanz vor. Dabei werden
alle Verbräuche 2 auf Ebene der Endenergie bilanziert, welche im Gebiet der
Wissenschaftsstadt Darmstadt auftreten. Über spezifische Emissionsfaktoren findet im
Rahmen der Bilanzierung eine Umrechnung in CO 2-Äquivalente statt. Diese berücksichtigen
nicht nur die CO 2-Emissionen, sondern auch die Emissionen der Treibhausgase Methan
(CH4) und Lachgas (N 2O), mit ihrer entsprechenden Treibhausgas -Wirkung. In diesem
Bericht sind bei der Nennung von CO 2 immer die CO 2-Äquivalente gemeint. Die
Emissionsfaktoren berücksichtigen darüber hinaus auch die Vorketten der jeweiligen
Energieträger, also die Emissionen, die beim Abbau der Rohstoffe, bei der Aufbereitung,
Umwandlung und dem Transport anfallen.
Die Energieverbräuche und Emissionen werden den fünf Sektoren Haushalte, GHD
(Gewerbe, Handel, Dienstleistungen), Industrie, Verkehr sowie kommunalen Einrichtungen
zugeordnet. Die Energie - und CO 2-Bilanz wird mit dem Bilanzierungstool ECOSPEED
Region vorgenommen.
2 1 Energie kann grundsätzlich weder erzeugt noch verbraucht, sondern lediglich von einer Form in
eine andere umgewandelt werden (Erster Hauptsatz der Thermodynamik). Der Begriff des
Energieverbrauchs steht im üblichen Sprachgebrauch wie auch in diesem Bericht in der Regel für die
Umwandlung von Energie von einer höherwertigen in eine niederwertigere Energieform. Der Begriff
der Energieerzeugung entsprechend umgekehrt.
Energie- und CO2-Bilanz
3
Unterschiede im Vergleich zur Bilanz 2012/13 2.1.2
Im 2013 fertiggestellten Klimaschutzkonzept der Stadt Darmstadt wurde für die Jahre 1990
bis 2012 bereits Energie - und CO 2-Bilanzen erstellt. Während der Erstellung dieser Bilanz
existierte noch nicht die Bilanzierungssystematik BISKO. Infolgedessen gibt es an einigen
Stellen Abweichungen, welche im Folgenden erläutert werden. Um eine Vergleichbarkeit der
Bilanz über die Jahre hinweg zu erreichen, wurde im Rahmen der Fortsch reibung des
integrierten Klimaschutzkonzeptes eine Anpassung der kompletten Bilanz ab 1990 auf den
BISKO-Standard vorgenommen.
Im Bereich Verkehr sind deutliche Abweichungen erkennbar. Zum einen wurde im Rahmen
der Harmonisierung der Bilanzierung mit dem B ISKO-Standard ein deutschlandweites
Verkehrsmodell entwickelt, welches das Verkehrsaufkommen des motorisierten
Individualverkehrs nach Straßenkategorien modelliert 3. Dies bildet nicht das tatsächliche
Verkehrsgeschehen ab. Das vom IWU entwickelte kleine Ve rkehrsmodell (basierend auf
einer Verkehrszählung), welches für die Bilanz bis 2012 verwendet wurde, wurde bislang
nicht fortgeschrieben. Zum anderen wird nach BISKO -Methodik der Verkehr rein territorial
bilanziert, wodurch nur die Verkehrsbewegungen, die auf dem Gebiet der Stadt Darmstadt
vollzogen werden, berücksichtigt werden. Bewegungen der Darmstädter*innen außerhalb
dieses Gebiets werden nicht bilanziert. Dadurch fallen insbesondere der Flug - und
Schiffsverkehr, welche in der Bilanz bis 2012 anteilsmä ßig berücksichtigt wurden, nach der
neuen Methodik weg.
Im Bereich der Fernwärme wurde ebenfalls die Bilanzierungsmethodik leicht abgewandelt.
Während in der Bilanz bis 2012 die Energiemengen auf Basis des Inputs in die jeweiligen
Heizkraftwerke bilanziert wurden, wird nach der neuen Methodik die Fernwärme auf
Endenergiebasis, also die Wärmemenge, die bei den Endkunden ankommt, bilanziert.
Blockheizkraftwerke (BHKW), welche am Emissionszertifikatehandel der EU teilnehmen,
werden entgegen der Bilanz 2012/13 nach BISKO -Standard in kommunalen Bilanzen
berücksichtigt. Zuvor wurde hier nur der Fernwärmeanteil und Teile des selbst genutzten
Stromes berücksichtigt. Die von BHKW produzierte Wärme wird unter Fernwärme bilanziert.
Der von BHKW produzierte Strom wird u nter „BHKW Eigenstromverbrauch 4“ mit einem
eigenen Emissionsfaktor entsprechend dem tatsächlichen lokalen Energieträger -Mix
gesondert vom restlichen Strom bilanziert.
Ein weiterer wesentlicher Unterschied ergibt sich aus den verwendeten Emissionsfaktoren.
Bei einer Bilanzierung nach BISKO -Standard müssen die vorgegebenen Emissionsfaktoren
des ifeu Instituts Heidelberg verwendet werden. Insbesondere bei den Emissionsfaktoren
des bundesweiten Strom -Mix ergeben sich hohe Abweichungen gegenüber den vormals
verwendeten Emissionsfaktoren. Darüber hinaus wurden in der Bilanz bis 2012 lediglich die
Emissionen von Kohlendioxid (CO 2), nicht die der anderen Treibhausgase berücksichtigt.
Dies zusammen führt zu einem stärkeren Rückgang bei den Treibhausgasemissionen
gegenüber der früheren Bilanz.
3 Nähere Informationen hierzu unter:
https://www.ecospeed.ch/documents/flyer/region/BISKO_neue_Verkehrsdaten_ECOSPEED_2019022
6ifeu.pdf
4 In ECOSPEED Region unter „sonstige Konventionelle“ bilanziert
Energie- und CO2-Bilanz
4
Datenermittlung 2.1.3
Die Energie- und CO2-Bilanz für die Wissenschaftsstadt Darmstadt basiert auf vorhandenen
Quellen der vorangegangenen zwei Bilanzeirungen sowie einer weiteren Datenerhebung für
die Jahre 2012 bis 2018. Es wurden vorzugsweise regionale Primärdaten verwendet und nur
bei nicht-Verfügbarkeit dieser auf statistische Erhebungen zurückgegriffen. Insbesondere für
die frühen Verbrauchsdaten der 1990er Jahre sind kaum Daten verfügbar. Daher wird, wie
auch schon in früheren B ilanzen, hilfsweise auf die statistische Datenbasis von ECORegion
zurückgegriffen. Bei diesen Verfahren werden Energieverbräuche der Regel anhand von
bundes- oder landesweiten Kennzahlen über die Einwohnerzahl und die Anzahl der
Beschäftigten in den unterschiedlichen Wirtschaftsbereichen ermittelt.
Ein Grundgerüst stellen die Daten des Strom- und Gasnetzbetreibers e-netz-Südhessen dar,
welcher Daten zu diesen leitungsgebundenen Energieträger bereitstellt. Über eine
umfassende Erhebung von Daten der zuständi gen Schornsteinfegermeister konnten die
Biomasse- und Heizölverbräuche ermittelt werden. Die gelieferten Fernwärmemengen sowie
Daten zur Biogasanlage in Wixhausen wurden von der ENTEGA AG bereitgestellt. Darüber
hinaus wurden Daten weiterer (Heiz -)Kraftwerke ermittelt, teilweise über das europäische
Treibhausgasinventar. Für die städtischen Liegenschaften wurde Daten durch das
Immobilienmanagement Darmstadt bereitgestellt.
Für den Verkehrssektor werden die Daten des bereits erwähnten Verkehrsmodells
verwendet. Dieses liefert die statistischen Fahrleistungen, den Treibstoffmix und den
spezifischen Verbrauch verschiedener Fahrzeuggruppen eingeteilt nach Straßenkategorien
(Außerorts, Innerorts, Autobahn) sowie den Energieverbrauch des Schienenverkehrs. Das
Modell kann somit den motorisierten Individualverkehr, den Straßen - und
Schienengüterverkehr sowie den Schienenpersonenverkehr abdecken. Da es sich bei
diesem Modell um eine statistische Betrachtung handelt, kann nicht ausgeschlossen werden,
dass die tatsächlichen Energieverbräuche und Emissionen des Verkehrs deutlich abweichen.
Ergänzt wird das Verkehrsmodell um den öffentlichen Personennahverkehr. Hierzu werden
die Fahrleistungen der Busse und Straßenbahnen durch die HEAG mobilo GmbH
bereitgestellt.
Energie- und CO2-Bilanz
5
2.2 Ergebnisse
In die sem Abschnitt werden die Ergebnisse der Energie - und CO 2-Bilanz dargelegt.
Insgesamt werden in Darmstadt derzeit (Bilanzjahr 2018) rund 4.400 GWh Energie
verbraucht und rund 1,5 Millionen Tonnen CO 2 emittiert. Im Folgenden wird dargestellt, wie
sich die Energieverbräuche und Emissionen zusammensetzen und über den gesamten
Betrachtungszeitraum von 1990 bis 2018 entwickelt haben.
Entwicklung des Endenergieverbrauchs gesamt 2.2.1
Die Entwicklung des jährlichen Endenergieverbrauchs ist in Abbildung 1 dargestellt.
Insgesamt ist dieser zwischen 1990 und 2018 um 962 GWh (18 %) gesunken. Kleinere
Schwankungen sind überwiegend auf die Witterung zurückzuführen . Ein nicht unerheblicher
Anteil des Energieverbrauchs der Stadt Darmstadt wird für die Beheizung von Wohn - und
Geschäftsräumen aufgewandt (zwischen 20 und 25 %). Dadurch stechen besonders warme
Jahre (wie beispielsweise 2011 und 2014) mit einem auffällig niedrigen Energieverbrauch
und besonders kalte Jahre (wie beispielsweise 2010 und 2013) mit einem auffällig hohen
Energieverbrauch hervor.
Abbildung 1: Entwicklung des Endenergieverbrauchs mit und ohne Witterungsbereinigung
Um die Entwicklung der Energieverbräuche unabhängig von den jährlich schwankenden
Witterungseinflüssen zu beurteilen wird eine Witterungsbereinigung vorgenommen. Dabei
werden die Energiemengen, welche für die Beheizung eingesetzt werden, mit einem
Korrekturfaktor so umgerechnet, dass sie ein Jahr mit Standard -Witterung wiederspiegeln.
Abbildung 1 zeigt neben der tatsächlichen Entwicklung des Energieverbrauchs auch die
witterungsbereinigten Werte. Dabei wird deutlich, dass sich der Energieverbrauch
weitestgehend konstant entwickelt hat und die Reduktion überwiegend in den Jahren
zwischen 2003 und 2009 stattgefunden hat. Bei der witterungsbereinigten Betrachtung ergibt
sich ein Rückgang von insgesamt 740 GWh (14 %) über den gesamten
Betrachtungszeitraum.
0
1.000.000
2.000.000
3.000.000
4.000.000
5.000.000
6.000.000
1990
1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
Endenergieverbrauch gesamt [MWh]
Jahr
nicht-witterungsbereinigt witterungsbereinigt
Energie- und CO2-Bilanz
6
Pro Einwohner hat sich der witterungsbereinigte Endenergieverbrach von 35,2 MWh/EW in
1990 auf 28,3 MWh/EW in 2018 um ca. 20 % reduziert.
Um die Entwicklungen besser interpretieren zu können, wird im Folgenden untersucht, wie
sich die einzelnen Sektoren (Haushalte, GHD, Industrie, kommunale Einrichtungen und
Verkehr) sowie die einzelnen Energieträger seit 1990 entwickelt haben.
Entwicklung des Endenergieverbrauchs nach Sektoren 2.2.2
Im Bilanzjahr 2018 haben die Haushalte mit 31 % den größten Anteil am Energieverbrauch
(vgl. Tabelle 1). Es folgen der Industriesektor und der Verkehr mit jeweils 26 %. Der GHD -
Sektor macht rund 15 % aus und die kommunalen Einrichtungen (wie öffentliche Gebäude
und die Straßenbeleuchtung) etwa 2 %. Diese Aufteilung unterscheidet sich zum Teil
deutlich von der Aufteilung des Jahres 1990. Insbesondere sticht hierbei die Industrie hervor,
welche mit 43 % im Jahr 1990 den größten Anteil am Energieverbrauch darstellt. Dies deutet
darauf hin, dass in diesem Bereich eine Effizienzsteigerung und/oder ein e Aufgabe von
Standorten stattgefunden haben.
Tabelle 1: Anteile der Sektoren am Endenergieverbrauch in 1990 und 2018
SEKTOR 1990 2018
Haushalte 23 % 31 %
Industrie 43 % 26 %
GHD 12 % 15 %
Kommunale Einrichtungen 2 % 2 %
Verkehr 21 % 26 %
GESAMT 100 % 100 %
Betrachtet man die Entwicklung des Endenergieverbrauchs der einzelnen Sektoren (vgl.
Abbildung 2) wird besonders deutlich, dass die Reduktion des Gesamtenergieverbrauchs
allein auf den Industriesektor zurückzuführen ist. Zwischen 2003 und 2009 haben sich die
Energieverbräuche dieses Sekto rs fast halbiert. Dieser Entwicklung ist darauf
zurückzuführen, dass in diesem Zeitraum in Darmstadt Industriestandorten geschlossen
wurden.
Energie- und CO2-Bilanz
7
Abbildung 2: Entwicklung der witterungsbereinigten Endenergieverbräuche in den Sektor en
Der Endenergieverbrauch der Haushalte stieg über den gesamten Betrachtungszeitraum
(1990 – 2018) um 207 GWh (17 %), was unter anderem auf die steigende Bevölkerungszahl
in Darmstadt zurückzuführen ist. Die übrigen Sektoren weisen einen weitgehend konsta nten
Endenergieverbrauch auf. Würde man den Industriesektor ausklammern, würde der
Endenergieverbrauch demnach über den Betrachtungszeitraum ansteigen.
Entwicklung des Endenergieverbrauchs nach Energieträgern 2.2.3
Um eine genaue Interpretation der Entwicklung des jährlichen Energieverbrauchs zu
ermöglichen, wird im Folgenden untersucht, wie sich die einzelnen Energieträger über den
Betrachtungszeitraum verändert haben. Die Energieverbräuche, welche für
Heizwärmeanwendungen anfallen, werden witterungsbereinigt b etrachtet, damit die
schwankenden Durchschnittstemperaturen der jeweiligen Jahre die Ergebnisse nicht
beeinflussen. Abbildung 3 zeigt, aus welchen Energieträgern sich der Endenergieverbrauch
über den gesamten Betrachtungszeitraum zusammensetzt. Die Entwicklungen werden im
Folgenden für die drei Bereich Strom, Wärme und Verkehr analysiert.
0
500.000
1.000.000
1.500.000
2.000.000
2.500.000
1990
1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
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2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
Endenergieverbrauch der Sektoren [MWh]
Jahr
Haushalte Industrie GHD Kommunale Verwaltung Verkehr
Energie- und CO2-Bilanz
8
Abbildung 3: Entwicklung der Energieträger am witterungsbereinigten Endenergieverbrauch
Stromanwendungen machen in 2018 rund 20 % des Endenergiebedarfs aus. Der
Stromverbrauch hat sich im betrachteten Zeitraum nur leicht verändert. In den Jahren 2003
– 2007 liegt dieser leicht über dem Durchschnitt, ab 2012 ist eine leichte jährliche Reduktion
zu beobachten. Insgesamt liegt der Stromverbrauch 2018 um 137.000 MWh (13 %) unter
dem Wert von 1990. Der Rückgang des Stromverbrauchs ist, da er im Mittel in Deutschland
bis ca. 2008 stark angewachsen war, hier auf einzelne Effizienzsteigerungen und
vorwiegend auf die strukturelle Veränderung (Verkleinerung) im Gewerbe - und
Industriesektor zurückzuführen.
Derzeit wird Strom nur in einem geringen Maß für die Wärmeerzeugung 5 (ca. 4,2 % des
Stromverbrauchs) und im Verkehrssektor (ca. 4,9 % des Stromverbrauchs, überwiegend im
Schienenverkehr und ÖPNV) eingesetzt. Mit der fortschreitenden Sektorkopplung im
Rahmen der Energi ewende ist mit einer Zunahme des Stromverbrauches in diesen
Bereichen zu rechnen, insbesondere durch den vermehr ten Einsatz von Wärmepumpen und
den Ausbau der Elektromobilität. Darüber hinaus trägt der Bevölkerungszuwachs zu einem
steigenden Stromverbrauch bei.
Die Wärmeversorgung ist mit 54 % für über die Hälfte des Energieverbrauchs des Jahres
2018 verantwortlich. Über den Betrachtungszeitraum von 1990 bis 2018 hat sich der
jährliche Wärmeenergieverbrauch ähnlich wie der gesamte Endenergieverbrauch vor al lem
5 Die Strommenge, die zur Wärmeerzeugung aufgewandt wird, kann erst ab dem Jahr 2012 separat
ausgewiesen werden. In den Jahren bis 2011 ist der Heizstrom im allgemeinen Stromverbrauch
enthalten.
0
1.000.000
2.000.000
3.000.000
4.000.000
5.000.000
6.000.000
1990
1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
Endenergieverbrauch [MWh]
Jahr
Strom Heizöl Benzin inkl. Biobenzin
Diesel inkl. Biodiesel Erdgas Fernwärme
Erneuerbare Wärme Kohle Heizstrom
BHKW-Strom Eigenverbrauch
Energie- und CO2-Bilanz
9
zwischen den Jahren 2003 und 2009 rückläufig verändert. Insgesamt ist ein Rückgang um
663.000 MWh (21 %) zu verzeichnen. Betrachtet man die einzelnen Energieträger, die zur
Wärmeversorgung eingesetzt werden, zeigen sich deutliche Veränderungen. Es ist ein sehr
starker Rückgang von Kohle um 378.000 MWh (94 %) und Heizöl um 297.000 MWh (66 %)
und eine Zunahme bei Erdgas um 291.000 MWh (23 %), sowie erneuerbarer Wärme um
102.000 MWh (590 %) zu beobachten.
Für den Verkehrssektor werden 2018 ca. 26 % des En denergieverbrauchs aufgewandt.
Insgesamt ist der jährliche Energieverbrauch im V erkehrssektor um 103.000 MWh (9 %)
angestiegen, wobei dieser Anstieg überwiegend zwischen den Jahren 1990 und 1996
stattgefunden hat (vgl. Abbildung 4). Die Entwicklungen im Verkehrssektor lassen sich
teilweise durch den sogenannten Rebound -Effekt6 erklären. Die Fahrzeuge wurden zwar
effizienter, sind jedoch auch gleichzeitig größer geworden.
Abbildung 4: Entwicklung des Endenergieverbrauchs nach Energieträgern im Verkehrssektor
Abbildung 4 zeigt, wie sich die Zusammensetzung der Energieträger im Verkehrssektor über
die Jahre entwickelt hat. Dabei wird deutlich, dass das Modell den bundesweiten Trend zu
einer Verlagerung von Benzin auf Dieselkraftstoffe wiederspiegelt. Die Auswirkungen des
Diesel-Skandals werden sich erst in den kommenden Jahren abbilden. Biokraftstoffe werden
seit 2005 vermehrt eingesetzt, spiele n insgesamt aber nur eine untergeordnete Rolle
(4,5 %in 2018). Auch die Energieträger Strom und Gas werden nur geringfügig im
Verkehrssektor eingesetzt (3,6 % bzw. 1,2 %).
Der Treibstoffmix deutet an, dass der überwiegende Teil des Endenergieverbrauchs im
Verkehr durch Straßenverkehr verursacht wird. Tatsächlich verursachen der Motorisierte
Individualverkehr mit 72,8 % und der Straßengüterverkehr mit 22,5 % fast die gesa mte
6 Effekt, wodurch Einsparpotentiale von Ene rgieeffizienzsteigerungen nicht oder nur teilweise
verwirklicht werden
0
200.000
400.000
600.000
800.000
1.000.000
1.200.000
1.400.000
1990
1991
1992
1993
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1998
1999
2000
2001
2002
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2010
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2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
Endenergieverbrauch [MWh]
Jahr
Strom Benzin Diesel Biokraftstoffe Gas
Energie- und CO2-Bilanz
10
Endenergie im Verkehrssektor. Der Schienenverkehr (2,7 %) und der ÖPNV (1,9 %) weisen
nur einen geringen Anteil auf. Die Dominanz des Straßenverkehrs lässt sich dadurch
erklären, dass das Verkehrsmodell eine rein territoriale Bilanzierung vornimmt und dadurch
auch die im Stadtgebiet befindlichen Teilstücke der Autobahnen 5 und 67 enthalten sind.
Energie- und CO2-Bilanz
11
Entwicklung der Treibhausgasemissionen 2.2.4
Die Treibhausgasemissionen werden auf Grundlage der ermittelten Endenergieverbräuche
und unter Anwendung der Emissionsfaktoren nach BISKO-Systematik ermittelt. Im Jahr 2018
betragen die Emissionen insgesamt 1.468.000 t CO2, pro Einwohner entsprechend 9 t CO2.
Über den gesamten Betrachtungszeitraum von 1990 bis 2018 ist eine Reduktion der
witterungsbereinigten Emissionen um 37,7 % zu verzeichnen. Die Reduktion der Emissionen
ist somit deutlich höher als die des Endenergieverbrauch (13,8 %). Dies ist vor allem darauf
zurückzuführen, dass sich in diesem Zeitraum auch die Emissionsfaktoren, insbesondere
des deutschen Strom -Mix, verbessert haben. Durch den Ausbau der erneuerbaren
Stromerzeugung aus Windenergie, Photovoltaik (PV) und Biomasse hat sich dieser Faktor
von 872 g CO2/kWh in 1990 auf 554 g CO2/kWh in 2018 verbessert. Ein weiterer Treiber
dieses Trends ist die Umstellung auf klimafreundlichere Energieträger zur Wärmeerzeugung,
insbesondere die Umstellung von Öl und Kohle auf Gas und regenerative Energieträger.
Abbildung 5: Entwicklung der Energieträger an den witterungsbereinigten Emissionen
Abbildung 5 zeigt die Entwicklung der witterungsbereinigten CO 2-Emissionen nach
Energieträgern. Im Vergleich zu der Entwicklung der Endenergie (vgl . Abbildung 3) fällt
neben der stärkeren Reduktion der Gesamtemissionen auf, dass der Energieträger Strom
einen deutlich höheren Anteil an den Emissionen (35 %) als am Endenergieverbrauch (20 %)
ausmacht. Dies lässt sich dadurch erklären, dass die Emissionsfaktoren die gesamte
Vorkette der Energieerzeugung berücksichtigt, welche beim Strom besonders hoch ist, wenn
auch mit fallender Tendenz durch die steigende regenerative Stromerzeugung.
0
500.000
1.000.000
1.500.000
2.000.000
2.500.000
1990
1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
CO2-Emissionen [t]
Jahr
Strom Heizöl Benzin inkl. Biobenzin
Diesel inkl. Biodiesel Erdgas Fernwärme
Erneuerbare Wärme Kohle Heizstrom
BHKW-Strom Eigenverbrauch
Energie- und CO2-Bilanz
12
Betrachtet man die Entwicklung der Emissionen differenziert nach den fünf Sektoren (vgl.
Tabelle 2), sticht auch hier der Industriesektor hervor. Dieser trägt durch seine Verkleinerung
aber auch durch seine Effizienzsteigerungen und seine Energieträgerwechsel
überproportional zur Reduktion der Emissionen bei. In den übrigen Sektoren ist eine geringe
Emissionsreduzierung zu verzeichnen. Die Relevanz der restlichen Sektoren, zum Erreichen
zukünftiger Klimaziele, stieg infolge der starken Reduktion der Emissionen im Industriesektor
stark an.
Tabelle 2: CO 2-Emissionen witterungsbereinigt nach Sektoren (in Kilotonnen [kt] bzw. Tonnen pro
Einwohner*in [t CO2/Kopf])
SEKTOR 1990 1995 2000 2005 2010 2015 2018
Haushalte 505 495 482 450 445 436 421
Industrie 1175 1051 928 894 562 433 418
GHD 331 320 278 288 297 289 270
Kommunale
Einrichtungen
41 41 34 31 26 24 23
Verkehr 390 423 424 414 389 390 388
GESAMTEMISSIONEN 2442 2520 2146 2077 1719 1573 1521
PRO-KOPF-EMISSIONEN 16,1 15,6 14,7 14,1 11,5 9,9 9,3
Insgesamt sind die Emissionen seit 1990 um 37,7 % zurückgegangen. Die Pro -Kopf-
Emissionen setzen die Gesamtemissionen ins Verhältnis zur Darmstädter Bevölkerung und
sind ebenfalls in Tabelle 2 dargestellt. Aufgrund steigender Einwohnerzahlen ist bei den Pro-
Kopf-Emissionen ein noch deutlicherer Rückgang von 41,9 % zu verzeichnen.
Maßnahmenevaluation
13
Erreichbarkeit der Emissionsminderungsziele 2.2.5
Wie in Abschnitt 2 erwähnt hat die Wissenschaftsstadt Darmstadt Ziele zu r Reduktion der
Treibhausgasemissionen für die Jahre 2030 (35 – 40 %) und 2050 (80%) gegenüber dem
Jahr 1990 festgelegt. Abbildung 6 zeigt die Entwicklung der witterungsbereinigten
Emissionen von 1990 bis 2018 Im Vergleich zu den festgelegten Zielen für 2030 und 2050.
Es wird deutlich, dass der untere Rand des Zielhorizonts für 2030 bereits im Jahr 2015
erreicht wurde. In 2018 beträgt die Emissionsminderung gegenüber 1990 37,7 %.
Abbildung 6: Entwicklung der witterungsbereinigten CO2-Emissionen mit Zielen 2030 und 2050
Aus Abbildung 6 wird deutlich, dass der Rückgang der E missionen in den letzten Jahren
etwas geringer ausfällt als im Zeitraum zwischen 2003 und 2009 . Darüber hinaus ist nic ht
davon auszugehen, dass die Faktoren, die wesentlich zur bisherigen Emissionsminderung
beigetragen haben, sich in diesem Maße zukünftig fortsetzen. Der Ausbau der erneuerbaren
Stromerzeugung ist in den letzten Jahren aufgrund verschiedener Faktoren (u.a. Reduktion
der Einspeisevergütung für PV, Abstandsregelungen für Windenergieanlagen, Stromnetz -
Struktur) ins Stocken gekommen. Die Verbesserung des Emissionsfaktors für den deutschen
Strom-Mix kann dementsprechend nicht im bisherigen Ausmaß fortgesetzt wer den. Auch mit
einer weiteren Abwanderung von Industriestandorten ist nicht zu rechnen. Die
Wissenschaftsstadt Darmstadt muss daher weitere Anstrengungen unternehmen, um die
Treibhausgasemissionen weiter zu senken.
Der städtische Energieversorger ENTEGA AG trägt durch Investitionen in Anlagen zur
regenerativen Stromerzeugung und durch d en Ausbau der Ökostrom und Ökogas-Sparten
bereits zu einer Stärkung des Klimaschutzes bei.
0
500.000
1.000.000
1.500.000
2.000.000
2.500.000
3.000.000
1990
1991
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1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
CO2-Emissionen [t]
Jahr
Gesamtemissionen Ziel 2030 [35%] Ziel 2030 [40%] Ziel 2050 [80%]
Maßnahmenevaluation
14
3 Maßnahmenevaluation
3.1 Methodik
Auf Basis der von der Wissenschaftsstadt Darmstadt zur Verfügung gestellten Unterlagen
wurde zunächst im Rahmen einer umfangreichen Recherche festgestellt, welche
Maßnahmen aus dem integrierten Klim aschutzkonzept aus dem Jahr 2013 in welchem
Umfang umgesetzt wurden. Anschließend wurde im Rahmen von Interview s und
schriftlichem Austausch per E-Mail die Umsetzung der Maßnahmen und deren Wirkung einer
tiefergehenden Analyse unterzogen. Eine Liste der beteiligten Personen findet sich im
Anhang.
Die Ergebnisse sind in Form von Steckbriefen für jede der 138 Maßnahmen dargestellt (vgl.
Abschnitt 3.2). Darin wird der Umsetzungsstand der Maßnahmen dokumentiert, ihre Wirkung
bewertet, offene Punkte identifiziert und Empfehlungen für den weiteren Umgang in der
Bearbeitung unterbreitet. So wird bei denjenigen Maßnahmen, die nach heutiger Auffassung
(z.B. aufgrund von Änderungen in der landes - oder bundespolitischen Gesetzgebung) nicht
mehr als zielführend eingestuft werden, empfohlen, dass diese nicht weiter verfolgt werden
sollen. Außerdem w ird dargelegt, welche Maßnahmen aufgrund von thematischen
Überschneidungen zukünftig zusammengefasst behandelt werden sollten. Darüber hinaus ist
auch eine Modifikation bestehender Maßnahmen oder eine Schwerpunktverlagerung
innerhalb der Maßnahmen geprüft worden.
Für die Evaluation der Maßnahmen wird eine Einteilung in fünf Kategorien vorgenommen,
welche in Tabelle 3 erläutert sind.
Tabelle 3: Kategorien zur Bewertung der Maßnahmen
Bezeichnung Beschreibung Symbol
Weiter so!
Diese Maßnahmen haben sich als besonders
erfolgreich erwiesen. Die Fortführung der Maßnahme
wird empfohlen und ist ohne weitere Anpassungen
möglich. Die Maßnahme kann als Vorbild dienen und
auf weitere Anwendungsgebiete übertragen werden.
Geringfügige
Anpassung
Diese Maßnahmen haben sich auch als erfolgreich
erwiesen. Für die Fortführung sind einige
Anpassungen nötig.
Umfangreiche
Anpassungen
Bei diesen Maßnahmen konnten in der
Vergangenheit erste Erfolge erzielt werden. Für die
Fortführung sind umfangreiche Anpassungen nötig.
Gehen wir es an!
Diese Maßnahme wurde bisher kaum umgesetzt,
dabei sind die Aussichten auf Erfolge gut. Also
packen wir es an!
Nicht
weiterverfolgen
Diese Maßnahmen haben sich für eine Umsetzung in
Darmstadt als wenig aussichtsreich erwiesen. Sie
werden nicht weiter verfolgt.
Maßnahmenevaluation
15
Jede einzelne Maßnahme wurde im Zuge der Evaluation separat betrachtet und analysiert.
Um diese Analyse zu veranschaulichen wurd e eine Maske entwickelt, die in Tabelle 4
dargestellt ist. Die Maßnahmensteckbriefe umfassen eine Beschreibung, wie die Maßnahme
nach dem Klimaschut zkonzept 2013 vorgesehen war, welche Aktivitäten seither in diesem
Bereich stattgefunden haben und welche Auswirkungen sich daraus ergeben haben sowie
Handlungsempfehlungen und Vorschläge für die Weiterentwicklung und Modifikation der
Maßnahme.7
Tabelle 4: Beispiel-Steckbrief
[Handlungsfeld] [Maßnahmennummer]: [Maßnahmentitel]
Beschreibung nach IKSK 2013
Es wird beschrieben, welche Handlungsschritte im Rahmen der Maßnahme gemäß ihrer
ursprünglichen Formulierung im IKSK 2013 vorgesehen sind.
Aktueller Umsetzungsstand: [Umsetzungsstand]
In diesem Abschnitt wird beschrieben, welche Projekte im Rahmen der Maßnahme umgesetzt wurden.
Dies ergibt sich aus den Rechercheergebnissen der Unterlagen und den Ergebnissen der Gespräche
und des Mailverkehrs mit den Ansprechpartnern in den zuständigen Institutionen.
Evaluation
Auswirkung:
In diesem Abschnitt wird die bisherige Wirkung der Maßnahme beschrieben.
Zukünftiges Vorgehen:
Zudem werden Empfehlungen für das weitere Vorgehen für die jeweilige Maßnahme gegeben. Dies
kann z.B. die Überarbeitung einer Maßnahme, die Zusammenfassung zweier oder mehrerer
Maßnahmen sowie das Streichen einer Maßnahme betreffen.
Die Maßnahme wird nach folgender Kategorisierung bewertet:
Weiter so! Geringfügige
Anpassung
Umfangreiche
Anpassung
Gehen wir es an!
Nicht
weiterverfolgen
Zuständige Institution(en)
In diesem Feld finden sich die Angaben der zuständigen Institution(en) für die jeweilige Maßnahme.
7 Es ist zu beachten, dass die Maßnahmenevaluation überwiegend im Zeitraum zwischen Mai und
Oktober 2019 durchgeführt wurde.
Maßnahmenevaluation
16
3.2 Ergebnisse: Maßnahmensteckbriefe
Im Folgenden sind die Maßnahmensteckbriefe nach dem oben beschriebenen Schema
dargestellt. Die Maßnahmensteckbriefe sind anhand der im Klimaschutzkonzept
vorgesehenen Einteilung nach den zehn Handlungsfeldern angeordnet.
Handlungsfeld „Übergreifende konzeptionelle Maßnahmen“ 3.2.1
Übergreifende
konzeptionelle
Maßnahmen
Maßnahme 1: Beschluss Leitbild „Klimaneutrale Stadt“
Beschreibung nach IKSK 2013
Das von der Stadtverordnetenversammlung zu beschließende „Leitbild – klimaneutrale Stadt“ dient als
Richtschnur für die gegenwärtige und zukünftige Entwicklung der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Es
gibt vor bis zum Jahr 2050 durch Vermeidung, Verminderung und Kompensation von
Treibhausgasemissionen ein "klimaneutrales Darmstadt" zu erreichen. In weiteren Schritten is t eine
Allianz aller wichtigen Akteure der Darmstädter Stadtgesellschaft für „Klimaneutralität“ anzustreben.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Dem Beschlussvorschlag vom 11.09.2013 über das "Leitbild - klimaneutrale Stadt" wurde in der
Stadtverordnetenversammlung am 10.10.2013 zugestimmt. Der Beschluss beinhaltet die regelmäßige
Überprüfung der Klimaschutz -Erfolge durch die Einführung eines CO 2-Controllings. Im Rahmen der
Evaluation wird erstmals seit Erstellung des IKSK eine Aktualisier ung der Energie - und CO 2-Bilanz
vorgenommen.
Eine Einrichtung einer Allianz für „Klimaneutralität“ wurde bisher nicht umgesetzt.
Evaluation
Auswirkung:
Durch die Einführung eines solchen Leitbildes wird ein Zeichen gesetzt, um die
Aktivität im Klimaschutz voranzutreiben.
Zukünftiges Vorgehen:
Die Fortschreibung der Energie - und CO 2-Bilanz ist in regelmäßigen Abständen
zu wiederholen, um den Fortschritt des Klimaschutzprozesses im Hinblick auf
das langfristige Ziel der Klimaneutralität bis 2035 8 zu prüfen. Daher wird
empfohlen diese Maßnahme beizubehalten und entsprechend umzubenennen.
Die Einrichtung einer Allianz aller wichtigen Akteure der Darmstädter
Stadtgesellschaft für „Klimaneutralität“ wird angestrebt (vgl. Maßnahme 2).
Dieser Aspekt kann dementsprechend in Maßnahme 2 integriert werden.
Geringfügige
Anpassung
Zuständige Institution(en)
Umweltamt/ Klimaschutz
8 Siehe Beschluss der Stadtverordnetenversammlung, September 2019: https://darmstadt.more-
rubin1.de/sitzungen_top.php?sid=ni_2019-Stavo-141
Maßnahmenevaluation
17
Übergreifende
konzeptionelle
Maßnahmen
Maßnahme 2: Bildung einer Organisationseinheit
Klimaschutz
Beschreibung nach IKSK 2013
Einrichtung einer ämterübergreifende Steuerungs - und Lenkungsgruppe für die Umsetzung des
Klimaschutzkonzeptes mit der Personalstelle Klimaschutz als Kernkompetenz. Eine
ämterübergreifende Organisationseinheit, Steuerungs -, Lenkungs - oder Arbeitsgrup pe ist in
besonderer Weise geeignet, die Aktivitäten zum Klimaschutz zu bündeln, zu koordinieren und den
Erfahrungsaustausch hierzu innerhalb der städtischen Zuständigkeiten zu organisieren. Unter
Einbeziehung oder Leitung des Klimaschutzbeauftragten der W issenschaftsstadt Darmstadt ist diese
ämterübergreifende Organisationsstelle entsprechend einzurichten. Vorhandene personelle und
materielle Ressourcen sind zu nutzen.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird teilweise umgesetzt
Seit 2013 ist der Klimaschutz personell im Umweltamt Darmstadt verankert und wird kontinuierlich
ausgebaut. Die Gründung einer ämterübergreifenden Organisationseinheit Klimaschutz ist bislang
nicht erfolgt. Im Rahmen von regelmäßigen Treffen (Jour fixe) tauschen sich die Unternehmen de r
Stadtwirtschaft zu Nachhaltigkeits- und Klimaschutzaktivitäten aus.
Evaluation
Auswirkung:
Mit dem Klimaschutz - und Fluglärmbeauftragten sowie den
Klimaschutzmanagerinnen gibt es eine zentrale Anlaufstelle zum Thema
Klimaschutz in der Stadtverwaltung. Darüber hinaus ist der Klimaschutz in
weiteren Einrichtungen wie dem Gebäudemanagement sowie den Unternehmen
der Stadtwirtschaft verankert.
Zukünftiges Vorgehen:
Eine weitere Vernetzung der einzelnen Akteure wird durch die Einrichtung einer
zentralen Steuerungs- und Lenkungsgruppe erreicht. Diese könnte neben der
Koordination der einzelnen Klimaschutzaktivitäten auch die Bewertungsfunktion
zur Klimarelevanz der Magistratsvorlagen, welche im Stadtverordneten -
beschluss vom 19.09.2019 festgelegt wurde, übernehmen.
Umfangreiche
Anpassung
Zuständige Institution(en)
Umweltamt/ Klimaschutz
Maßnahmenevaluation
18
Übergreifende
konzeptionelle
Maßnahmen
Maßnahme 3: Fortführung des Klimaschutzbeirates
Beschreibung nach IKSK 2013
Durchführung von regelmäßigen Sitzungen zur Überprüfung der Umsetzung des Klimaschutz -
konzeptes und Initiierung von weiteren Maßnahmen zum Klimaschutz.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Der Klimaschutzbeirat tagt derzeit einmal pro Quartal . Zusätzlich wird alle drei Monate ein Newsletter
zum Informationsaustausch herausgebracht.
Evaluation
Auswirkung:
In den regelmäßigen Treffen des Klimaschutzbeirats werden die aktuellen
Klimaschutzaktivitäten diskutiert und weiterentwickelt.
Zukünftiges Vorgehen:
Der Klimaschutzbeirat hat sich als Steuerungsinstrument der Darmstädter
Klimaschutzaktivitäten etabliert und sollte fortgesetzt werden.
Weiter so!
Zuständige Institution(en)
Umweltamt/ Klimaschutz
Maßnahmenevaluation
19
Übergreifende
konzeptionelle
Maßnahmen
Maßnahme 4: Einrichtung Darmstädter „Klimaforum“
Beschreibung nach IKSK 2013
Kontinuierliche Durchführung von zentralen, öffentlichen Veranstaltungen mit Beteiligungsprozess
zum Thema Klimaschutz und Klimawandel. Mit dieser Veranstaltung sollen immer wieder neue
Motivationen und Aufmerksamkeiten zum Thema erzeugt werden.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Folgende öffentliche Veranstaltungen finden zum Themenkomplex Klimawandel in Darmstadt statt:
In der Vortragsreihe „Energie für die Zukunft“ laden die Hochschule Darmstadt, das ENTEGA
NATURpur Institut und die Centralstation namhafte Expert*innen aus Wissenschaft, Wirtschaft
und Verwaltung ein, um über mögliche Gegenmaßnahmen zum Klimawandel in
verschiedenen Lebensbereichen zu berichten und mit den Teilnehmenden zu diskutieren. Die
Vortragsreihe wird im Winter 2019/20 zum dreizehnten Mal angeboten. 9
Durch das „Klimaforum“, einem Zusammenschluss verschiedener Initiativen, wird ebenfalls
eine Veranstaltungsreihe organisiert, in der die Ursachen der Klimakrise sowie
Handlungsansätze und Lösungsstrategien diskutiert werden. 10
Seit 2014/15 wird alle ein bis zwei Jahre zum Wintersemester an der Hochschule Darmstadt
eine Ringvorlesung zum Obertitel "Herausforderung: Nachhaltige Entwicklung" durchgeführt.
Diese ist ausdrücklich auch für Interessierte außerhalb der h-da vorgesehen. 11
Zudem gibt es mehrere bürgerschaftlich organisierte Initiativen in Darmstadt, in denen sich
interessierte Bürger*innen austauschen und engagieren. (z.B. Transition Town,
Klimanotstand, Fridays/Parents/Scientists for Future, BUND, Foodsharing, Lokale Agenda 21
u.v.m.)
Weitere Formen der Bürgerbeteiligung sind in den Maßnahmen 128 - 137 thematisiert.
Evaluation
Auswirkung:
Es ist davon auszugehen, dass durch die verschiedenen Beteiligungsformate
eine erhöhte Aufmerksamkeit für das Thema Klimaschutz erzielt werden konnte.
Zukünftiges Vorgehen:
Das Angebot an Bürgerbeteiligung zum Thema Klimaschutz sollte stärker
vernetzt und ausgewe itet werden. Diese Maßnahme sollte in das Handlungsfeld
"Öffentlichkeitsarbeit" verlegt werden.
Umfangreiche
Anpassung
Zuständige Institution(en)
Umweltamt/ Klimaschutz
9 Weitere Informationen hierzu unter: http://www.energie-fuer-die-zukunft.de/
10 Weitere Informationen hierzu unter: https://suedhessen.dgb.de/termine/++co++9fada87e-fc99-11e9-
b91b-52540088cada
11 Weitere Informationen hierzu unter: https://ine.h-da.de/lehre/ringvorlesung/
Maßnahmenevaluation
20
Übergreifende
konzeptionelle
Maßnahmen
Maßnahme 5: Wissenschaftliche Kompetenz für
Energieeffizienz erschließen
Beschreibung nach IKSK 2013
Eine besondere Qualität der Wissenschaftsstadt Darmstadt ist die hohe Dichte an
Forschungseinrichtungen. Viele Einrichtungen und Forscher*innen befassen sich wissenschaftlich mit
Fragestellungen und Projekten, die unmittelbar mit dem Klimaschutz verknüpft sind (z. B.
Energieeffizienz in den verschiedensten Bereichen, Einsatzmöglichkeiten von erneuerbaren Energien
in einer Vielzahl von Anwendungsfeldern). Diese Qualität gilt es offensiv für den Klimaschutz zu
erschließen, indem die wissenschaftlichen Organis ation in Fragen des Klimaschutzes vernetzt und
Fachgespräche zwischen den Forschungseinrichtungen gefördert werden.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
In diesem Bereich sind mehrere Projekte aktiv:
Forschungsprojekt KlimaNetze (2016-2019): Verbesserung der Zusammenarbeit von
Akteur*innen im und für den Klimaschutz in Form von Reallaboren. Verbundpartner sowie
Transferkommune ist die Wissenschaftsstadt Darmstadt, welche das Projekt kontinuierlich
begleitet. Im Juni 2019 fand eine Transferwerkstatt in Darmstadt statt, um hier Erfahrungen
abzugleichen und zu diskutieren.
Transferstrategie der Hochschule Darmstadt zu den großen gesellschaftlichen
Herausforderungen, wie z.B. Klimawandel, Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft so wie
digitale Anwendung.12
TU Darmstadt Energy Center: Das Forschungs- und Kompetenznetzwerk befasst sich mit der
Entwicklung der ingenieur-, natur- und gesellschaftswissenschaftlichen Grundlagen für die
Umgestaltung der Energieversorgung und –nutzung.
Scientists for Future: Gründung einer Ortsgruppe Darmstadt am 1. Juli 2019
Evaluation
Auswirkung:
Es findet in allen genannten Projekten eine Vernetzung zwischen verschiedenen
wissenschaftlichen und nicht -wissenschaftliche Institutionen statt. Dadurch
kommt es zu einem Wissenstransfer und einem vermehrten Einbezug
wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Klimaschutzaktivitäten der Stadt.
Zukünftiges Vorgehen:
Die Aktivitäten sollten weitergeführt werden und die gewonnenen Erkenntnisse
und Erfahrungen in weitere Projekte einfließen.
Weiter so!
Zuständige Institution(en)
Darmstädter Forschungsinstitutionen mit Unterstützung der Wissenschaftsstadt Darmstadt
12 Weitere Informationen hierzu gibt es unter: https://www.unesco.de/bildung/bne-akteure/hochschule-
darmstadt
Maßnahmenevaluation
21
Übergreifende
konzeptionelle
Maßnahmen
Maßnahme 6: Einrichtung eines Förderfonds
"Klimaschutz"
Beschreibung nach IKSK 2013
Um Investitionen in Energieeffizienzmaßnahmen und erneuerbare Energien zu fördern, wird ein
Klimaschutzfonds aufgelegt, der Kredite für entsprechende Maßnahmen vergibt. Der
Klimaschutzfonds kann zu einem "Bürgerfonds" ausgebaut werden.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird teilweise umgesetzt
Die Maßnahme wurde teilweise umgesetzt. Im Rahmen des Quartierskonzeptes im Sanierungsgebiet
Mollerstadt werden energetische Maßnahmen an Gebäuden (Klimaschutz) sowie
Begrünungsmaßnahmen (Klimaanpassungen) bezuschusst. Außerdem wird die Errichtung von E -
Ladestationen und Fahrradabstellplätzen unterstützt 13. Im Stadtumbaugebiet Kapellplatzviertel/
Woogsviertel/Ostbahnhof ist ebenfalls eine Förderung von Begrünungsmaßnahmen möglich.
Ein umfassender Förderfonds auf gesamtstädtischer Ebene wurde bislang nicht eingerichtet. Aufgrund
zahlreicher Fördermittel auf Bundes - und Landesebene sieht die Stadt keinen Bedarf für die
Einrichtung eines eigenen Förderfonds.
Evaluation
Auswirkung:
Durch die Förderung von (energetischen) Maßnahmen werden Projekte zum
Klimaschutz und zur Klimaanpassung angeregt. Eine Bezuschussung von
Begrünungsmaßnahmen kann Bewohner zu Maßnahmen anregen und so einen
positiven Beitrag zum Mikroklima der Stadt mit sich bringen.
Zukünftiges Vorgehen:
Das aktuelle Klimaschutzprogramm der Bundesregierung sieht eine weitere
Ausweitung der Förderung für Klimaschutzmaßnahmen vor. Nichtsdestotrotz
könnte die Wissenschaftsstadt Darmstadt durch die Erweiterung der eigenen
Förderprogramme weitere Anreize schaffen.
Umfangreiche
Anpassung
Zuständige Institution(en)
Umweltamt/ Klimaschutz
13 Weitere Informationen hierzu gibt es unter: https://www.darmstadt.de/leben-in-darmstadt/mobilitaet-
und-verkehr/verkehrsentwicklung-und-projekte/foerderprojekt-2000-vorbildliche-fahrradabstellanlagen
Maßnahmenevaluation
22
Übergreifende
konzeptionelle
Maßnahmen
Maßnahme 7: Umweltbericht Stadtwirtschaft
Beschreibung nach IKSK 2013
Es soll ein zusammenfassender Umweltbericht für alle Unternehmen der Stadtwirtschaft erstellt
werden, welcher die klimaschutzrelevanten Umweltleistungen bzw. Umweltbeanspruchungen
systematisch darstellt.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Es werden regelmäßig Berichte über die Emissionen, den Wasserverbrauch sowie die regionale
Wertschöpfung der maßgeblichen Unternehmen der Stadtwirtschaft veröffentlicht. Die Berichte liegen
für die Zeiträume 2012/2013, 2014/2015 sowie 2016/2017 vor.
Evaluation
Auswirkung:
Durch die systematische Darstellung der Umweltbeanspruchung der städtischen
Unternehmen wird die Klimawirkung transparent dargestellt. Dies kann intern wie
extern zu einer weiteren Motivation führen.
Zukünftiges Vorgehen:
Die Erstellung der Berichte sollte fortgeführt werden.
Weiter so!
Zuständige Institution(en)
HEAG Holding
Maßnahmenevaluation
23
Übergreifende
konzeptionelle
Maßnahmen
Maßnahme 8: Mitwirkung im Projekt "Nachhaltiges
Hessen"
Beschreibung nach IKSK 2013
Im Rahmen der Strategie „Nachhaltiges Hessen“ sind aktuelle Projekte zu den Themen
Wissenschaftsressourcen, inkl. Hochschulbau, Elektromobilität und nachhaltiges Bauen am Laufen,
die wichtige Beiträge zum Klimaschutz liefern können. Letztlich fügt die Mitwirkung in diesen Vorhaben
die Tätigkeiten zum Klimaschutz in die Strategie einer nachhaltigen Entwicklung ein. Eine
Entwicklung, die auch die Wissenschaftsstadt Darmstadt anstrebt.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Im Rahmen der Klimakommunen Hessen finden ein bis zwei Mal im Jahr Regionalforen sowie
jährliche Stadtforen statt. Zusätzlich werden je nach Anlass auch noch weitere Veranstaltungen
durchgeführt. Dabei werden unter anderem Themen wie CO 2-Bilanzierung, klimagerechte Mobilität,
Klimaanpassung/-schutz sowie die Energiewende allgemein diskutiert. Die Wissenschaftsstadt
Darmstadt beteiligt sich hier an den Terminen / Erfahrungsaustausch.
Evaluation
Auswirkung:
Die Maßnahme trägt zu einem verbesserten Austausch von
Klimaschutzaktivitäten in der Region bei.
Zukünftiges Vorgehen:
Auch in Zukunft soll die aktive Teilnahme und der Austausch von Best Practice
Beispielen fortgeführt werden.
Weiter so!
Zuständige Institution(en)
Umweltamt/ Klimaschutz
Maßnahmenevaluation
24
Handlungsfeld „Stadtentwicklung“ 3.2.2
Stadtentwicklung Maßnahme 9: Klimaschutz als Leitziel in
Stadtplanung/Bauleitplanung
Beschreibung nach IKSK 2013
Das Thema Klimaschutz soll als Leitziel in alle Prozesse und Vorhaben der Stadtplanung und
Bauleitplanung aufgenommen werden, um eine systematische Auseinandersetzung und
Berücksichtigung der Belange des Klimaschutzes in Planungsprozessen zu erreichen.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Seit Bestehen des Klimaschutzkonzeptes 2013 wurden die Themen Klimaschutz und Klimaanpassung
in allen neu erstellten Planungen und Bauplänen integriert und sind somit fester Bestandteil der Stadt -
und Bauleitplanung. Ein Beschluss der Stadtverordnetenversammlung Darmstadt i m September 2019
legt fest, dass bei neuen Baugebieten mindestens bilanziell die CO 2-Neutralität erreicht werden soll.
Evaluation
Auswirkung:
Insbesondere im Planungs - und Bausektor ist ein enormes Potential zum
Klimaschutz vorhanden. Durch die Verankerung des Leitziels Klimaschutz/ -
anpassung werden die Maßnahmen der Stadt - und Bauleitplanung auf ihre
Klimarelevanz geprüft.
Zukünftiges Vorgehen:
Auch in Zukunft muss Klimaschutz und -anpassung in allen neuen Planungen
und Bauplänen berücksichtigt werden.
Weiter so!
Zuständige Institution(en)
Stadtplanungsamt
Maßnahmenevaluation
25
Stadtentwicklung Maßnahme 10: Stadtklimatische Grundsätze zur
Vermeidung lokaler Treibhauseffekte
Beschreibung nach IKSK 2013
Entwicklung von stadtklimatischen Grundsätzen bzw. Leitlinien, um eine weitere Überwärmung des
Stadtgebietes in Darmstadt zu vermeiden und Folgen des Klimawandels zu mildern. Durch eine
Verminderung des Kühlungsbedarfs im Sommer werden gleichzeitig positive Klimaschutzeffekte
erreicht.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird teilweise umgesetzt
Bislang wurden keine eigenen stadtklimatischen Grundsätze bzw. Leitlinien entwickelt.
Nichtsdestotrotz wurde das Thema Klimaanpassung in der Verwaltung insbesondere im
Grünflächenamt und in der Stadtplanung verank ert und wurde in mehreren Projekten thematisiert,
unter anderem bei den Klima - und Umweltaktionstagen sowie durch die Aufstellung eines "mobilen
grünen Zimmers" in der Innenstadt. Außerdem werden bei der Neuerschließung von sensiblen
Gebieten gesonderte Mi kroklimagutachten erstellt. Das Klimagutachten bietet hierfür eine gute
Grundlage.
Evaluation
Auswirkung:
Die Berücksichtigung der Ergebnisse des Klimagutachtens trägt zur
Verbesserung des Stadtklimas und zur Verringerung von Emissionen bei.
Zukünftiges Vorgehen:
Das Thema Klimaanpassung wurde bereits in mehreren Projekten berücksichtigt.
Um diesen Prozess weiter voranzutreiben, kann die Stadt ein
Klimaanpassungskonzept erstellen, welches Leitlinien beinhaltet, an denen sich
die relevanten Akt eure orientieren können. Die Erstellung von Studien und
Analysen zum Thema Klimaanpassung wird im Rahmen des hessischen
Klimaschutzplans und durch das Bundesprogramm „Maßnahmen zur Anpassung
an die Folgen des Klimawandels“ gefördert. Es wird empfohlen, die Maßnahmen
10 und 11 aufgrund der engen thematischen Verzahnung zusammenzulegen.
Umfangreiche
Anpassung
Zuständige Institution(en)
Stadtplanungsamt, Grünflächenamt
Maßnahmenevaluation
26
Stadtentwicklung Maßnahme 11: Erstellung eines Klimagutachtens
Beschreibung nach IKSK 2013
Erstellung eines Klimagutachtens als Informationsgrundlage, um genauere Kenntnisse über
Wärmeinseln, Frischluftzufuhr, Ventilations - bzw. Zirkulationsbahnen und bioklimatische Entlastungs -
räume zu erhalten. Durch eine Verminderung des Kühlungsbe darfs im Sommer werden gleichzeitig
positive Klimaschutzeffekte erreicht.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Das Klimagutachten wurde durch ein Planungsbüro erstellt und 2017 den städtischen Gremien
vorgestellt. Darin wird dargelegt, wo thermische Belastungen vorhanden sind, wo Kaltluft -
entstehungsgebiete und die zugehörigen Leitbahnen liegen und wie sich die Situation in Zukunft
entwickeln wird.
Evaluation
Auswirkung:
Mit Hilfe des Klimagutachtens lässt sich u.a. die Verbauung der bedeutendsten
Kaltluftleitbahn "Lichtwiese" erkennen und Wärmeinseln in der stark verdichteten
Innenstadt erkennen.
Zukünftiges Vorgehen:
Die Erkenntnisse aus dem Klimagutachten müssen bei der Stadt - und
Bauleitplanung berücksichtigt werden. Zudem ist eine regelmäßige
Aktualisierung des Gutachtens im Abstand von einigen Jahren sinnvoll, um so
positive/ negative Entwicklungen zu erkennen. Es wird empfohlen, die
Maßnahmen 10 und 11 aufgrund der engen thematischen Verzahnung
zusammenzulegen.
Weiter so!
Zuständige Institution(en)
Umweltamt/ Klimaschutz
Maßnahmenevaluation
27
Stadtentwicklung Maßnahme 12: Integration von Wohnen und Arbeiten in
der Stadtentwicklung
Beschreibung nach IKSK 2013
Über Verkehrsvermeidung werden große Einspareffekte erzielt und kompakte Städte, bei denen
Wohnen, Arbeiten und Einkaufen eng miteinander verknüpft sind, leisten hierfür einen wesentlichen
Beitrag. Sowohl in der Bestandsentwicklung als auch in der Entwicklung von Neubaugebieten soll das
Prinzip der Stadt der kurzen Wege Umsetzung finden.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Der Masterplan 2030+ wurde bis Ende 2018 unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger erarbeitet.
Eines der zentralen Ziele ist dabei die stärkere Vernetzung von Wohnen und Arbeiten in neuen
urbanen Quartieren. Im überwiegend gewerblich geprägten Mischgebi et des Verlegerviertels im
Westen der Stadt findet bereits die Umsetzung statt. Hier werden Gewerbebrachen zu einer
innovativen Mischung aus Wohnen, Arbeiten und Wissenschaft umgenutzt.
Evaluation
Auswirkung:
Durch die Vernetzung von Wohnen und Arbeiten können Pendlerbewegungen
und folglich Treibhausgase reduziert werden.
Zukünftiges Vorgehen:
Die hier umgesetzten Projekte können eine Vorbildfunktion für andere Regionen
darstellen. Insbesondere bei Neubaugebieten ist weiterhin auf das Prinzip der
Stadt der kurzen Wege und eine durchmischte Nutzung Wert zu legen.
Weiter so!
Zuständige Institution(en)
Stadtplanungsamt, Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung
Maßnahmenevaluation
28
Stadtentwicklung Maßnahme 13: Leitlinien für energieeffiziente Quartiere
Beschreibung nach IKSK 2013
Ausgehend von den Erfahrungen aus den Projekten zur energetischen Stadtsanierung sollen für die
Wissenschaftsstadt Darmstadt speziell ausgerichtete Leitlinien zur Förderung energieeffizienter
Stadtquartiere entwickelt werden.
Aktueller Umsetzungsstand: Offen
Im Sanierungsgebiet Mollerstadt wurde 2013 ein integriertes Quartierskonzept erstellt. Seit 2017 ist für
dieses Quartier ein Sanierungsmanagement eingerichtet. Es werden aktuell energetische Maßnahmen
an Gebäuden (Klimaschutz) sowie Begrünungsmaßnahmen (Klimaanpassungen) bezuschusst.
Außerdem wird die Errichtung von E -Ladestationen und Fahrradabstellplätzen unterstützt. Im
Stadtumbaugebiet Kapellplatzviertel/Woogsviertel/Ostbahnhof ist ebenfalls eine Förderung von
Begrünungsmaßnahmen möglich. Allgemeingültige Leitlinien für Quartiere wurden bislang nicht
entwickelt.
Evaluation
Auswirkung:
Durch die Beratungsangebote und die Förderung von (energetischen)
Maßnahmen werden Projekte zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung
angeregt. Eine Bezuschussung von Begrünungsmaßnahmen kann Bewohner zu
Maßnahmen anregen und so einen positiven Beitrag zum Mikroklima der Stadt
mit sich bringen.
Zukünftiges Vorgehen:
Die energetische Quartiersentwicklung in den genannten Quartieren ist
erfolgreich angelaufen. Da die Rahmenbedingungen und Anforderungen je nach
Quartier stark variieren, ist eine Definition von allgemeingültigen Leitlinien nicht
zielführend. Es wird daher empfohlen, die Maßnahmen 13, 14, 15
zusammenzulegen und in "Quartiers -entwicklung" umzubenennen. Die
Erfahrungen aus bisherigen Quartiers -konzepten können nichtsdestotrotz in die
Entwicklung weiterer Gebiete einfließen.
Umfangreiche
Anpassung
Zuständige Institution(en)
Stadtplanungsamt
Maßnahmenevaluation
29
Stadtentwicklung Maßnahme 14: Entwicklung der Konversionsflächen zu
klimaneutralen Stadtentwicklungsgebieten
Beschreibung nach IKSK 2013
Zurzeit stehen in Darmstadt ca. 122 ha in innerstädtischer Lage zur baulichen Umnutzung an. Bei
diesen Konversionsflächen handelt es sich um: Lincoln -Siedlung, Cambrai-Fritsch-Kaserne, Jefferson-
Siedlung, Kelley -Barracks und Nathan -Hale-Depot Die ersten dr ei Konversionsflächen sollen als
Gebiete mit Schwerpunkt Wohnen entwickelt werden.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
In der Lincoln -Siedlung wurde mit der Umsetzung begonnen. Für diese Siedlung wurde ein eigenes
Mobilitätskonzept entwickelt. Befragungen zum Mobilitäts -verhalten der Bewohner stehen noch aus.
Weitere Projekte in der Cambrai-Fritsch- und Jefferson-Siedlung sind in Planung.
Evaluation
Auswirkung:
Es ist von einer erhöhten Nutzung von Sharing -Angeboten und ÖPNV sowie
geringeren Treibhausgasemissionen durch klimaneutrale Gebäude auszugehen.
Zukünftiges Vorgehen:
Die Maßnahme ist erfolgreich angelaufen. Aufgrund zahlreicher Synergieeffekte
ist die Zusammenlegung mit den Maßnahmen 13 und 15 sinnvoll.
Geringfügige
Anpassung
Zuständige Institution(en)
Stadtplanungsamt
Maßnahmenevaluation
30
Stadtentwicklung Maßnahme 15: Energieeffizienz in Sanierungsgebieten
Beschreibung nach IKSK 2013
Eine städtebauliche Aufwertung soll in Zukunft immer mit einer deutlichen Aufwertung der
Energieeffizienz verknüpft werden. Bei laufenden und zukünftigen Stadtumbauprojekten besteht die
Möglichkeit im Rahmen von städtebaulichen Förderungen und vorgesehenen
Erneuerungsmaßnahmen die Energieeffizienz im Bereich der Gebäude und Energieversorgung
deutlich zu verbessern.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Im Sanierungsgebiet Mollerstadt wurde 2013 ein integriertes Quartierskonzept erstellt. Seit 2017 ist für
dieses Quartier ein Sanierungsmanagement eingerichtet. Es werden aktuell energetische Maßnahmen
an Gebäuden (Klimaschutz) sowie Begrünungsmaßnahmen (Klimaanpassungen) bezuschusst.
Außerdem wird die Errichtung von E -Ladestationen und Fahrradabstellplätzen unterstützt. Im
Stadtumbaugebiet Kapellplatzviertel/Woogsviertel/Ostbahnhof ist ebenfalls eine Förderung von
Begrünungsmaßnahmen möglich.
Evaluation
Auswirkung:
Durch das Zusammenwirken von energetischer Gebäudesanierung,
energiesparender Mobilität und Optimierung der Energieversorgung können je
nach Quartierstyp mehrere 1.000 t CO2 eingespart werden.
Zukünftiges Vorgehen:
Die Maßnahme wurde im Rahmen des Sanierungsgebiets Mollerstadt umgesetzt.
Die Ausweitung auf weitere Stadtteile ist sinnvoll. Es wird empfohlen, die
Maßnahmen 13, 14 und 15 zusammenzulegen und in "Quartiersentwicklung"
umzubenennen.
Umfangreiche
Anpassung
Zuständige Institution(en)
Stadtplanungsamt
Maßnahmenevaluation
31
Stadtentwicklung Maßnahme 16: "Stadtlabor" Mollerstadt
Beschreibung nach IKSK 2013
Schaffung eines lebendigen Innenstadtquartiers für urbane Wohn - und Arbeitsformen. Bereits im
Agenda-Prozess der Wissenschaftsstadt Darmstadt vor gut 15 Jahren war die Mollerstadt als
wichtiges innerstädtisches Quartier mit hoher Wohnfunktion identifiziert worden, welches für eine
nachhaltige Entwicklung der Stadt von großer Bedeutung sein kann. Mittlerweile ist die Mollerstadt
städtebauliches Sanierungsgebiet und Fördergebiet des Programms „Energetische Stadtsanierung“
geworden. Auf Grund der hohen baulich en Dichte und des hohen Versiegelungsgrades der
Freiflächen besteht ein besonders hoher Bedarf an zusätzlichen Maßnahmen der Klimaanpassung
(thermisches Belastungsgebiet).
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Im Sanierungsgebiet Mollerstadt wurde 2013 ein integriertes Quartierskonzept erstellt. Seit 2017 ist für
dieses Quartier ein Sanierungsmanagement eingerichtet. Die Stadt fördert im Rahmen des
Anreizprogramms "Mehr Grün in Mollerstadt" Begrünungsmaßnahmen in Höhe von 14.800 Euro.
Außerdem werden Maßnahmen zur energetischen Sanierung von Gebäuden gefördert.
Evaluation
Auswirkung:
Durch die Beratungsangebote und die Förderung von (energetischen)
Maßnahmen werden Projekte zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung
angeregt. Eine Bezuschussung von Begrünungsmaßnahmen kann Bewohner zu
Maßnahmen anregen und so einen positiven Beitrag zum Mikroklima der Stadt
mit sich bringen.
Zukünftiges Vorgehen:
Die Maßnahme befindet sich in der Umsetzung und sollte fortgesetzt werden. Die
Ausweitung auf weitere Stadtteile ist sinnvoll.
Weiter so!
Zuständige Institution(en)
Stadtplanungsamt
Maßnahmenevaluation
32
Stadtentwicklung Maßnahme 17: Stadtentwicklung: Bevölkerung einbinden
Beschreibung nach IKSK 2013
Durchführung von öffentlichen Stadtteilforen und weiteren Beteiligungsformen (z. B. Internet, Apps)
zur energieeffizienten Stadt- und Quartiersentwicklung.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Mit der Einführung von Stadtteilforen wurde die Grundlage für die Bürgerbeteiligung gelegt. Die
Bevölkerung wird durch das Büro der Bürgerbeauftragten/ des Stadtplanungsamts an der Planung von
Maßnahmen beteiligt. Dies war beispielsweise bei der Erstellung des Masterplan 2030+ der Fall.
Evaluation
Auswirkung:
Durch die Beteiligung der Bevölkerung an Entwicklungsprozessen ist insgesamt
eine höhere Akzeptanz bei der Umsetzung von Projekten zu erwarten.
Zukünftiges Vorgehen:
Auch in Zukunft ist es wichtig die Bevölkerung an Prozessen teilhaben zu lassen.
Um möglichst viele Bürger über die Möglichkeit der Mitwirkung an Projekten zu
informieren, ist eine breite Öffentlichkeitsarbeit notwendig. Diese Maßnahme
kann in die allgemeinen Maßnahmen zur Öffentlichkeitsarbeit integriert werden.
Geringfügige
Anpassung
Zuständige Institution(en)
Büro der Bürgerbeauftragten, Stadtplanungsamt
Maßnahmenevaluation
33
Handlungsfeld „Kommunale Liegenschaften und Straßenbeleuchtung“ 3.2.3
Kommunale
Liegenschaften und
Straßenbeleuchtung
Maßnahme 18: Verankerung des Ziels Klimaschutz in
das Immobilienmanagement der Stadt
Beschreibung nach IKSK 2013
Der Klimaschutz soll als strategische Geschäftsaufgabe in das Immobilienmanagement der Stadt
Darmstadt (IDA) aufgenommen werden.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Die IDA hat per interner Betriebsverfügung den Klimaschutz als Ziel der Geschäftspolitik verankert.
Die Maßnahme ist somit erfolgreich abgeschlossen.
Evaluation
Auswirkung:
Die Verankerung des Klimaschutzes als Geschäftsziel sorgt für eine generelle
Berücksichtigung des Themas bei geschäftlichen Entscheidungen
Zukünftiges Vorgehen:
Die Belange des Klimaschutzes sollten auch zukünftig in die
Entscheidungsprozesse einbezogen werden. Auf die Erfahrungen des IDA kann
in weiteren Eigenbetrieben der Wissenschaftsstadt Darmstadt zurü ckgegriffen
werden. Aufgrund enger thematischer Überschneidungen wird die
Zusammenlegung mit Maßnahme 20 empfohlen.
Weiter so!
Zuständige Institution(en)
Eigenbetrieb Immobilienmanagement (IDA)
Maßnahmenevaluation
34
Kommunale
Liegenschaften und
Straßenbeleuchtung
Maßnahme 19: Weiterentwicklung des kommunalen
Energiemanagements
Beschreibung nach IKSK 2013
Im Rahmen dieser Maßnahme soll ein systematisches kommunales Energiemanagement eingeführt
und kontinuierlich genutzt werden. Auf diese Weise können der Energieverbrauch sowie die
Energiekosten und damit auch die CO 2-Emissionen der öffentlichen Liegenschaften ermittelt und
ausgewertet werden und so Einsparpotenziale aufgezeigt werden.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Die Maßnahme wird fortlaufend umgesetzt. Es wurde eine Neustrukturierung des IDA mit
Energiemanagement als Stabstelle im Fachbereich Objektmanagement vorgenommen. Durch diese
optimierte organisatorische Einbindung können Aufgaben in Kooperation mit den Objektmanagement -
Sachgebieten und den Sachgebieten des Fachbereichs Hochbau realisiert werden. Der 1.
Energiebericht 2015 (für den Zeitraum 2010 - 2014) analysiert den Status Quo und dient als
Grundlage für Optimierungen.
Evaluation
Auswirkung:
Seit 2010 ist ein leicht sinkender spezifischer Wärmeverbrauch in den
öffentlichen Liegenschaften zu beobachten.
Zukünftiges Vorgehen:
Das IDA plant die Einführung einer Software für das Energiecontrolling, die zu
einem effizienteren Personaleinsatz führen soll. Darüber hinaus soll die
organisatorische Einbindung in Strukturen des IDA weiter verbessert werden und
Personal für das Energiemanagement aufgestockt werden. Eine Optimierung der
Fernwärmelieferverträge und die systematische Erfassung von Energie -
ausweisen und Heizanlagen sind ebenfalls in Planung. Um die Fortschritte im
Bereich Energiemanagement zu dokumentieren sollten regelmäßig
Energieberichte erstellt werden.
Geringfügige
Anpassung
Zuständige Institution(en)
Eigenbetrieb Immobilienmanagement (IDA)
Maßnahmenevaluation
35
Kommunale
Liegenschaften und
Straßenbeleuchtung
Maßnahme 20: Energiestandards für öffentliche
Gebäude
Beschreibung nach IKSK 2013
Festlegung von anspruchsvollen Energiestandards sowohl für Neubau als auch den Bestand von
öffentlichen Gebäuden. Für öffentliche Liegenschaften wird von Seiten des Bundes das Ziel formuliert,
dass diese bis zum Jahre 2050 Passivhausstandard haben sollten.
Aktueller Umsetzungsstand: Offen
Es wurden bislang keine generellen Energiestandards für öffentliche Gebäude festgelegt. Stattdessen
werden projektbezogene Standards verwendet. Dabei gilt der generelle Grundsatz die EnEV nicht nur
einzuhalten, sondern deutlich zu unterschreiten.
Evaluation
Auswirkung:
Es ist bislang keine Dokumentation der Effekte dieser Maßnahme vorhanden.
Generell ist von einem verringerten Energieverbrauch auszugehen, je höher der
energetische Standard ist.
Zukünftiges Vorgehen:
Die Stadt hat hier die Möglichkeit über die Festlegung von hohen energetischen
Standards mit gutem Beispiel voran zu gehen. Wenn bis 2050 der
Gebäudebestand ausschließlich auf Passivhäusern bestehen soll und von
Sanierungszyklen von e twa 30 Jahren ausgegangen wird, dürfen ab sofort
Neubauten und Sanierungen nur noch im Passivhaus -Standard erfolgen.
Aufgrund enger thematischer Überschneidungen wird die Zusammenlegung mit
Maßnahme 18 empfohlen.
Gehen wir es an!
Zuständige Institution(en)
Eigenbetrieb Immobilienmanagement (IDA)
Maßnahmenevaluation
36
Kommunale
Liegenschaften und
Straßenbeleuchtung
Maßnahme 21: Systematische Prüfung des Einsatzes
Erneuerbarer Energien bei Bau und Sanierung
öffentlicher Gebäude
Beschreibung nach IKSK 2013
Öffentliche Gebäude bieten vielfältige Möglichkeiten erneuerbare Energien bei der Wärme - und
Stromversorgung einzusetzen. Darüber hinaus verfügen sie zum Teil über große Dach - und
Fassadenflächen, die sich für die Installationen von zusätzlichen Solaranlagen anbieten, um sonstige
Wärme- und Stromabnehmer bzw. -netze mit zu versorgen.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Bei Neubauten und Sanierungsmaßnahmen wird durch den Eigenbetrieb IDA fortlaufend geprüft, ob
der Einsatz von erneuerbaren Energien realisiert werden kann. Insgesamt sind auf städtischen
Gebäude 34 Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von ca. 700 k Wp in Betrieb. In den
vergangenen Jahren wurden vermehrt auf eine hohe Eigenverbrauchsrate geachtet.
Evaluation
Auswirkung:
Unter Berücksichtigung des aktuellen Emissionsfaktors für Strom können durch
die Photovoltaikanlagen auf städtischen Liegenschaften ca. 300 t CO 2/a
eingespart werden.
Zukünftiges Vorgehen:
Die Prüfung zum Einsatz Erneuerbarer Energien sollte projektunabhängig für alle
öffentlichen Gebäude durchgeführt werden. Anhand der Prüfung kann eine
Prioritätenliste erstellt werden, welche aufzeigt, welche erneuerbaren
Technologien mit den höchsten Kosten -Nutzen-Faktoren realisiert werden
können. Im Rahmen eines Gebäudezukunftsplans sind solche Prüfungen bereits
in der Planung.
Es wird zukünftig auch geprüft werden müssen, was mit Photovoltaikanlagen
passiert, die nach 20 Jahren aus der staatlichen Förderung fallen. Allein 14
Anlagen wurden in den Jahren 2000 – 2003 errichtet. Bei diesen muss geprüft
werden, ob die Anlagen auf Eigenverbrauch umgestellt werden können (evtl. mit
Speicher) oder ob ein Repowering (Abbau und Neuinstallation mit höherer
Leistung) interessant sein kann.
Umfangreiche
Anpassung
Zuständige Institution(en)
Eigenbetrieb Immobilienmanagement (IDA)
Maßnahmenevaluation
37
Kommunale
Liegenschaften und
Straßenbeleuchtung
Maßnahme 22: Öffentliche Gebäude für die Nutzung von
Solaranlagen erschließen
Beschreibung nach IKSK 2013
Für die bestehenden öffentlichen Gebäude sollten systematische Erhebungen vorgenommen werden,
inwieweit diese für die Installation von Solaranlagen geeignet sind. Diese Informationen sollten
öffentlich abrufbar sein bzw. Energiegenossenschaften in Darmstadt und in der Region sollten auf
diese Potenziale gezielt aufmerksam gemacht werden.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Insgesamt sind auf städtischen Gebäude 34 Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von ca.
700 kWp in Betrieb. In den vergangenen Jahren wurden vermehrt auf eine hohe Eigenverbrauchsrate
geachtet. Beispielsweise wurde 2018 am Holzgebäude der Ludwig -Schwamb-Schule eine PV -Anlage
mit einer Leistung von 9,99 kWp mit fast 100 % Eigenverbrauch realisiert. Eine Systematische
Erhebung und Integration ins Energiemanagement fehlt bislang.
Evaluation
Auswirkung:
Die PV -Anlagen auf öffentlichen Liegenschaften leisten einen Beitrag zur
regenerativen lokalen Stromerzeugung. Aufgrund der Überschneidung von
Erzeugung und Nutzung des Gebäudes, können hohe Eigenverbrauchsraten
erzielt werden.
Zukünftiges Vorgehen:
Es befinden sich weitere Projekte in Planung. Eine Systematisierung und
Integration in ein softwaregestütztes Energiemanagement (vgl. Maßnahme 19)
ist insbesondere vor der zunehmenden Bedeutung des Eigenverbrauchs sinnvoll.
Aufgrund starker Überschneidungen mit Maßnahme 21 wird eine
Zusammenlegung empfohlen.
Geringfügige
Anpassung
Zuständige Institution(en)
Eigenbetrieb Immobilienmanagement (IDA)
Maßnahmenevaluation
38
Kommunale
Liegenschaften und
Straßenbeleuchtung
Maßnahme 23: Hausmeister- und Nutzerschulungen
Beschreibung nach IKSK 2013
Durch Veränderungen des Nutzungsverhaltens und durch Schulung der Hausmeister können
zusätzliche Einsparpotenziale bei den öffentlichen Liegenschaften erschlossen werden.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Die Aktivitäten befinden sich in konkreter Planung. Die Maßnahme wird mit Hilfe von Fördergeldern
umgesetzt. Die Schulungen starteten im Herbst 2019.
Evaluation
Auswirkung:
Werden erst nach Durchführung der Schulungen erwartet.
Zukünftiges Vorgehen:
Die Maßnahme sollte fortgeführt werden. Um die Effekte der Hausmeister- und
Nutzerschulungen zu ermitteln, wird eine Evaluation empfohlen.
Weiter so!
Zuständige Institution(en)
Umweltamt/ Klimaschutz, Eigenbetrieb IDA
Maßnahmenevaluation
39
Kommunale
Liegenschaften und
Straßenbeleuchtung
Maßnahme 25: Nachhaltiges Beschaffungswesen
Beschreibung nach IKSK 2013
Das kommunale Beschaffungswesen ist danach auszurichten, dass ausschließlich nachhaltige und
somit auch klimafreundliche Produkte eingekauft werden.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Die Maßnahme befindet sich zurzeit in einer vielversprechenden Umsetzung. 2016 wurde eine
Zielvereinbarung unterzeichnet, in der sich die Wissenschaftsstadt Darmstadt zur Bestandaufnahme
der derzeitigen Praxis sowie der selbstverantwortlichen Festlegung von nachhaltige n und fairen
Kriterien für die Leistungsanforderung von Produkten und Dienstleistungen verpflichtet. Weiter
verpflichtet sie sich zur Entwicklung einer Beschaffungsstrategie zur Erhöhung des Anteils an
Produkten und Dienstleistungen, welche die festgelegte n Nachhaltigkeitskriterien erfüllen und zur
regelmäßigen Information auf der Website www.hessen -nachhaltig.de über die umgesetzten
Maßnahmen. Für die Beurteilung der Beschaffungsvorgänge wird eine Vielzahl von anerkannten
Zertifizierungssystemen (Label) zurückgegriffen. Auch wurde bereits im April 2013 die Gründung einer
Lenkungsgruppe „Sozial -ökologische Beschaffung“ beschlossen, die bereits mehrfach getagt und
ebenfalls Vorschläge zur Berücksichtigung sozialer und ökologischer Vergabekriterien erarbeitet hat.
Evaluation
Auswirkung:
Hierzu gibt es bislang keine Evaluation. Es ist davon auszugehen, dass durch die
Anschaffung nachhaltiger Produkte die Kosten und Emissionen der Stadt
langfristig sinken.
Zukünftiges Vorgehen:
Weiterführung eines ambitionierten nachhaltigen Beschaffungswesens.
Begleitende Veröffentlichung und Kommunikation der Vorgehensweise zur
Motivation für weitere Kommunen und Unternehmen.
Weiter so!
Zuständige Institution(en)
Stadtkämmerei
Maßnahmenevaluation
40
Kommunale
Liegenschaften und
Straßenbeleuchtung
Maßnahme 26: Energieeffizienter Campus TU Darmstadt
und h_da
Beschreibung nach IKSK 2013
Mitwirkung der beiden Hochschulen am Förderprogramm des Bundeswirtschaftsministeriums „Eneff:
Stadt, Eneff:Wärme – Förderschwerpunkt Campus-Projekte“.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
TU Darmstadt: EnEff:Stadt Campus Lichtwiese (Phase I, Projektlaufzeit Jan 2016 - Dez 2018) sowie
EnEff Campus Lichtwiese (Phase II, Teilprojekte der erarbeiteten Lösungen werden umgesetzt)
werden gefördert. Die h_da nimmt nicht am EnEff Förderprogramm teil, jedoch wird auch hier das
Thema Energie diskutiert und verschiedene Projekte (Bsp. Haus der Energie) umgesetzt.
Evaluation
Auswirkung:
Am TU -Campus Lichtwiese wurden mehrere Projekte zur energieeffizienten
Erzeugung und Nutzung von Energie umgesetzt. Das TU -Fernwärmenetz
beispielsweise wird kontinuierlich ausgebaut und spart jährlich rund 9.600 t CO 2
ein.
Zukünftiges Vorgehen:
Die Maßnahmen zur Realisierung eines energieeffizienten Campus sollten
fortgeführt werden. Der Wissensaustausch und die Synergieeffekte zwischen den
Hochschulstandorten sollten genutzt werden.
Geringfügige
Anpassung
Zuständige Institution(en)
TU Darmstadt, h_da
Maßnahmenevaluation
41
Kommunale
Liegenschaften und
Straßenbeleuchtung
Maßnahme 27: Energieeffizienz in der Stadt- und
Straßenbeleuchtung
Beschreibung nach IKSK 2013
Im Bereich des Stromverbrauchs für Stadt- und Straßenbeleuchtung sollen Strategien für eine bessere
Energieeffizienz entwickelt und durch ein Stromenergiemanagement systematisch erschlossen
werden. Dieser Bereich sollte Teilaufgabe des kommunalen Energiemanagements sein.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Insgesamt gibt es in Darmstadt rund 15.100 Straßenleuchten, von denen jährlich rund 500 Stück
ausgetauscht werden müssen. Seit 2013 werden hierzu in der Stadt nur noch LED -Leuchten
verwendet. Der Fokus liegt dabei vorerst vor allem auf den inzwischen verbotenen Quecksilberdampf -
Hochdrucklampen.
Im April 2019 gingen in Wixhausen zudem die ersten adaptiven Straßenbeleuchtungen in Betrieb.
Mittels eines Sensors werden auf dem Schleifweg, je nach Betrieb, die Leuchten gedimmt.
Evaluation
Auswirkung:
Der Bestand an Straßenleuchten wird je nach Bedarf sukzessive mit dem
energetisch günstigsten Leuchten ersetzt. Auf dem Schleifweg in Wixhausen wird
durch adaptiven LED -Leuchten bis zu 87 % der Energie gegenüber den
vorherigen Lampen eingespar t und zudem die nächtliche Lichtverschmutzung
reduziert.
Zukünftiges Vorgehen:
Die weitere Umstellung der bestehenden Straßenbeleuchtung auf LED -Leuchten
sollte vorangetrieben und zügig abgeschlossen werden. Dazu muss die Anzahl
der jährlich auszutauschenden Leuchten angehoben werden. Aufgrund der
engen thematischen Verknüpfung der Maßnahmen 27 - 30 wird empfohlen diese
zu einer Maßnahme zusammenzufassen.
Weiter so!
Zuständige Institution(en)
Straßenverkehrs- und Tiefbauamt
Maßnahmenevaluation
42
Kommunale
Liegenschaften und
Straßenbeleuchtung
Maßnahme 28: Aufstellung eines gesamtstädtischen
Lichtplans für die Stadt mit Zielsetzungen des
Klimaschutzes
Beschreibung nach IKSK 2013
Aufstellung eines kommunalen Lichtplans als Masterplan, um die Potenziale für Energieeffizienz und
CO2 -Minderung im Bereich der städtischen Beleuchtung ausschöpfen zu können und dabei
gleichzeitig die Beleuchtungsqualitäten zu optimieren.
Aktueller Umsetzungsstand: Offen
Es wurde bisher kein Lichtplan für die Wissenschaftsstadt Darmstadt erstellt.
Evaluation
Auswirkung:
Keine.
Zukünftiges Vorgehen:
Da es eine Vereinbarung mit der e -netz Südhessen gibt und der Austausch der
Beleuchtungsanlagen nach und nach umgesetzt wird (vgl. Maßnahme 27) bedarf
es keiner Aufstellung eines gesamtstädtischen Lichtplans.
Nicht
weiterverfolgen
Zuständige Institution(en)
Straßenverkehrs- und Tiefbauamt
Maßnahmenevaluation
43
Kommunale
Liegenschaften und
Straßenbeleuchtung
Maßnahme 29: Austausch Leuchtmittel (alle
Quecksilberdampf-Hochdruckleuchten,
Leuchtstoffröhren u. Kompaktleuchtstofflampen)
Beschreibung nach IKSK 2013
Zügiger und vollständiger Austausch aller Quecksilberdampf -Hochdrucklampen und
Leuchtstofflampen durch energieeffiziente Leuchtmittel.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Insgesamt gibt es in Darmstadt rund 15.100 Straßenleuchten, von denen jährlich rund 500 Stück
ausgetauscht werden müssen. Seit 2013 werden hierzu in der Stadt nur noch LED -Leuchten
verwendet. Der Fokus liegt dabei vorerst vor allem auf den inzwischen verb otenen Quecksilberdampf-
Hochdrucklampen.
Im April 2019 gingen in Wixhausen zudem die ersten adaptiven Straßenbeleuchtungen in Betrieb.
Mittels eines Sensors werden auf dem Schleifweg, je nach Betrieb, die Leuchten gedimmt.
Evaluation
Auswirkung:
Der Bestand an Straßenleuchten wird je nach Bedarf sukzessive mit dem
energetisch günstigsten Leuchten ersetzt. Auf dem Schleifweg in Wixhausen wird
durch adaptiven LED -Leuchten bis zu 87 % der Energie gegenüber den
vorherigen Lampen eingespart und zudem d ie nächtliche Lichtverschmutzung
reduziert.
Zukünftiges Vorgehen:
Die weitere Umstellung der bestehenden Straßenbeleuchtung auf LED -Leuchten
sollte vorangetrieben und zügig abgeschlossen werden. Dazu muss die Anzahl
der jährlich auszutauschenden Leuchten angehoben werden. Aufgrund der
engen thematischen Verknüpfung der Maßnahmen 27 - 30 wird empfohlen diese
zu einer Maßnahme zusammenzufassen.
Weiter so!
Zuständige Institution(en)
Straßenverkehrs- und Tiefbauamt/ ENTEGA
Maßnahmenevaluation
44
Kommunale
Liegenschaften und
Straßenbeleuchtung
Maßnahme 30: Einsatz neuer Lampentechniken (LED)
Beschreibung nach IKSK 2013
Modernisierung der städtischen Straßenbeleuchtung in Richtung möglichst hoher Energieeffizienz.
Nahezu eine Halbierung des derzeitigen CO 2-Ausstoßes bis 2020 sollte angestrebt werden. Die
Möglichkeiten des Einsatzes der LED-Technologie sind so umfassend wie möglich zu nutzen.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Insgesamt gibt es in Darmstadt rund 15.100 Straßenleuchten, von denen jährlich rund 500 Stück
ausgetauscht werden müssen. Seit 2013 werden hierzu in der Stadt nur noch LED -Leuchten
verwendet. Der Fokus liegt dabei vorerst vor allem auf den inzwischen verbotenen Quecksilberdampf -
Hochdrucklampen.
Im April 2019 gingen in Wixhausen zudem die ers ten adaptiven Straßenbeleuchtungen in Betrieb.
Mittels eines Sensors werden auf dem Schleifweg, je nach Betrieb, die Leuchten gedimmt.
Evaluation
Auswirkung:
Der Bestand an Straßenleuchten wird je nach Bedarf sukzessive mit dem
energetisch günstigsten Leuchten ersetzt. Auf dem Schleifweg in Wixhausen wird
durch adaptiven LED -Leuchten bis zu 87 % der Energie gegenüber den
vorherigen Lampen eingespart und zudem d ie nächtliche Lichtverschmutzung
reduziert.
Zukünftiges Vorgehen:
Die weitere Umstellung der bestehenden Straßenbeleuchtung auf LED -Leuchten
sollte vorangetrieben und zügig abgeschlossen werden. Dazu muss die Anzahl
der jährlich auszutauschenden Leuchten angehoben werden. Aufgrund der
engen thematischen Verknüpfung der Maßnahmen 27 - 30 wird empfohlen diese
zu einer Maßnahme zusammenzufassen.
Weiter so!
Zuständige Institution(en)
Straßenverkehrs- und Tiefbauamt/ ENTEGA
Maßnahmenevaluation
45
Handlungsfeld „Wohngebäude“ 3.2.4
Wohngebäude Maßnahme 31: Verstärkte energetische Sanierung von
Wohngebäuden der großen Wohnungsunternehmen
Beschreibung nach IKSK 2013
Energetische Sanierung des unsanierten bzw. geringfügig oder langjährig zurückliegend sanierten
Bestandes (50er, 70er Jahre) der Wohnungsunternehmen auf einen energetischen Standard, der im
Durchschnitt zu einer Reduzierung des Energieverbrauchs von mindestens 50 % führt.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Im Zuge von Sanierungsmaßnahmen wurden in zahlreiche Vierteln Projekte zur Erhaltung,
Verbesserung und Umgestaltung von bestehender Substanz durchgeführt. So wird beispielsweise die
Postsiedlung (bauverein AG) mit Gebäude aus den 1950er Jahren umfangreich energetisch saniert. 14
Evaluation
Auswirkung:
Nach Abschluss des Quartiersumbaus in der Postsiedlung soll eine Reduktion
des Primärenergiebedarfes um 78 % sowie eine Verringerung der CO 2-
Emissionen um 77 % erreicht werden.
Zukünftiges Vorgehen:
Im Rahmen des Bund-Länder-Programms "Soziale Stadt" werden a uch zukünftig
weitere Stadtteile modernisiert und an die aktuellen Standards angepasst. Auch
eine Austauschplattform für Wohnungsbauunternehmen ist denkbar, um weitere
Synergieeffekte zu nutzen.
Geringfügige
Anpassung
Zuständige Institution(en)
Bauverein, Nassauische Heimstätte, Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Hessen, Deutsche
Annington, Eisenbahn Baugenossenschaft
14 Weitere Informationen hierzu gibt es unter:
https://architektur.bauvereinag.de/Postsiedlung_Moltke_Oppenheimer_und_Binger_Strasse
Maßnahmenevaluation
46
Wohngebäude
Maßnahme 32: Förderung von Instrumenten zur
Transparenz der Warmmietenkosten (z. B. Heizspiegel,
Energieausweise)
Beschreibung nach IKSK 2013
Durch eine Abbildung der Energiekosten bei Mietwohnungen über Instrumente wie Mietspiegel oder
Heizspiegel entsteht eine höhere Markttransparenz, die Anreize schafft bzw. die Nachfrage erhöht,
den Energieverbrauch im Mietwohnungsbereich zu senken.
Aktueller Umsetzungsstand: Offen
Seit Mai 2014 ist die Vorlage eines Energieausweises bei Vermietung Pflicht. Zudem gibt es das
kostenfreie Angebot eines bundesweiten Heizspiegels.
Evaluation
Auswirkung:
Keine
Zukünftiges Vorgehen:
Durch die veränderten Rahmenbedingungen besteht keine Notwendigkeit zur
Weiterentwicklung/ Erstellung eines entsprechenden Instruments. Das Thema
kann in Maßnahme 33 integriert werden.
Nicht
weiterverfolgen
Zuständige Institution(en)
Umweltamt/ Klimaschutz
Maßnahmenevaluation
47
Wohngebäude Maßnahme 33: Unterstützung von Mietern in
Energieineffizienten Wohnungen
Beschreibung nach IKSK 2013
Systematische Verbreitung von Informationen für Selbstbeurteilung von Mietern zur energetischen
Situation der Wohnung, inklusive Übernahme von Beratungsaktivitäten. Die Informations - und
Beratungsangebote sind besonders auf einkommensschwache Haushalte und Haushalte mit
Migrationshintergrund auszurichten, da diese überproportional in Gebäuden wohnen, die energeti sch
Defizite aufweisen.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Es wurde ein Arbeitskreis eingerichtet, der sich mit dem Thema Energiesparen in
einkommensschwachen Haushalten beschäftigt. Die Stadt bietet Informationen zum Thema
Energiesparen auf ihrer Homepage und über Handreichungen an. Außerdem bietet die Caritas einen
Stromsparcheck für einkommensschwache Haushalte an. Dieser bietet auch die Möglichkeit einen
Zuschuss zur Anschaffung eines energieeffizienten Haushaltsgeräts zu erhalten.
Evaluation
Auswirkung:
Es wurden 645 Stromsparchecks in Darmstädter Haushalten durchgeführt. Die
Förderung zum Austausch eines Kühlgeräts wurde von 72 Teilnehmern in
Anspruch genommen, wodurch ca. 92 t CO 2 über die gesamte Lebensdauer der
Geräte eingespart werden kann.
Zukünftiges Vorgehen:
Die Aktivitäten sollten weiter fortgeführt werden. Dem Arbeitskreis kommt dabei
als koordinierende Stelle eine besondere Bedeutung zu.
Weiter so!
Zuständige Institution(en)
Sozialamt, Umweltamt, Mieterbund, Verbraucherberatung, Wohnungsunternehmen
Maßnahmenevaluation
48
Wohngebäude Maßnahme 34: Vermieter-Mieter-Kooperationsmodelle für
den Einsatz von EE-Anlagen in Mietwohngebäuden
Beschreibung nach IKSK 2013
Erhöhung des Einsatzes von erneuerbaren Energien in Mietshäusern durch gemeinschaftliche
Beteiligung von Mietern und Vermietern. Es gilt zu prüfen, welche Organisations - und
Finanzierungsmodelle zu entwickeln sind, um derartige Kooperationen zu ermöglichen . In
Modellprojekten sind diese Kooperationen in der Praxis zu testen. Bei Erfolg können die Erfahrungen
Multiplikatorenwirkung entfalten.
Aktueller Umsetzungsstand: Offen
Mieterstrommodelle sind mittlerweile besser erprobt und es gibt einige erfolgreiche Beispielprojekte.
Seit 2017 sind die Rahmenbedingungen im Mieterstromgesetz verankert. Die Stadt Darmstadt hat
diesbezüglich bislang keine spezifischen Projekte umgesetzt.
Evaluation
Auswirkung:
Keine
Zukünftiges Vorgehen:
Das Thema Mieterstrom sollte in die Beratungsangebote der Stadt integriert
werden. Darüber hinaus könnte ein erfolgreiches Beispiel öffentlichkeitswirksam
kommuniziert werden. Dabei wäre die Kooperation mit einem
Wohnungsbauunternehmen denkbar.
Gehen wir es an!
Zuständige Institution(en)
Umweltamt/ Klimaschutz
Maßnahmenevaluation
49
Wohngebäude Maßnahme 35: Energetische Sanierung Wohngebäude
(Privateigentümer)
Beschreibung nach IKSK 2013
Ziel ist die Erhöhung der Sanierungsrate und des Sanierungsstandards von Wohngebäuden. Hierfür
soll ein ganzes Spektrum an Maßnahmen eingesetzt werden, von der Bekanntmachung und
Unterstützung beispielhafter energetischer Sanierungen bis hin zur allgemeinen Öffentlichkeitsarbeit.
Energieberatung und Öffentlichkeitsarbeit besitzen dabei eine Schlüsselrolle.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
In diesem Bereich werden mehrere Projekte durchgeführt. Es wurde das Netzwerk regionale
Energiegemeinschaft Südhessen e. V. gegründet (vgl. Maßnahme 36). Seit 2016 werden in Darmstadt
jährliche "Modernisierungskonvois" durchgeführt (vgl. Maßnahmen 37, 38 und 40). Des Weiteren
wurde der Klimaschutzwettbewerb "Nachhaltiges Bauen" entwickelt (vgl. Maßnahme 43).
Evaluation
Auswirkung:
Diese Maßnahme kann als übergeordnete Einheit über alle Bemühungen im
Bereich der energetischen Gebäudesanierung verstanden werden. Die einzelnen
Elemente tragen zu einer Reduktion der THG-Emissionen bei.
Zukünftiges Vorgehen:
Die Maßnahme sollte fortgesetzt und intensiviert werden.
Weiter so!
Zuständige Institution(en)
Stadtplanungsamt, Umweltamt
Maßnahmenevaluation
50
Wohngebäude Maßnahme 36: Aufbau eines kommunalen
Beratungsnetzwerks energetische Gebäudesanierung
Beschreibung nach IKSK 2013
Es soll ein Beratungsnetzwerk aufgebaut werden, welches für Privateigentümer als Ansprechpartner,
Vermittler und Kümmerer zur Unterstützung energetischer Sanierungen zur Verfügung steht.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Die regionale Energiegemeinschaft Südhessen e.V. (REGS) dient als "Treffpunkt" zum Networking für
Energieberater und umsetzende Handwerksbetriebe. Sukzessiv werden neue qualifizierte Mitglieder
gewonnen, die Fachleute auf ihren Teilgebieten sind und sich s o untereinander ergänzen. Die
Effizienz:Klasse GmbH, welche die Modernisierungskonvois durchführt, ist aus dem Verein heraus
entstanden.
Evaluation
Auswirkung:
Diese Partnerschaft stärkt und fördert die Zusammenarbeit aller Beteiligten in der
Region.
Zukünftiges Vorgehen:
Anfang 2019 hat sich eine Kooperation mit dem Bildungsträger "Die
Handwerksschule" ergeben, wodurch nun verstärkt auf die Weiterbildung von
Energieberatern und Handwerksbetrieben zum Thema energetische Sanierung
gesetzt wird. Die erfolgreiche Netzwerkarbeit sollte fortgesetzt werden.
Weiter so!
Zuständige Institution(en)
Umweltamt/ Klimaschutz, ENTEGA
Maßnahmenevaluation
51
Wohngebäude Maßnahme 37: Konzeptberatung zur schrittweisen
Sanierung
Beschreibung nach IKSK 2013
Es soll darüber aufgeklärt werden, wie auch schrittweise Sanierungen sinnvoll vollzogen werden
können. Dadurch kann die Hemmschwelle, energetische Sanierungen in Angriff zu nehmen,
herabgesetzt werden.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Die Maßnahme wird im Rahmen der Modernisierungskonvois umgesetzt. Seit 2016 werden in
Darmstadt jährliche "Modernisierungskonvois" durchgeführt. Dabei werden in einem oder zwei
ausgewählten Stadtsteilen kostenlose Energieberatungen und Thermografie -Aufnahmen angeboten.
Bisher wurde diese Maßnahme in den Stadtteilen Heimstättensiedlung, Arheilgen, Waldkolonie, der
Siedlung Tann, Bessungen sowie Wixhausen durchgeführt.
Evaluation
Auswirkung:
Die Modernisierungskonvois haben Sanierungen in den ausgewählten Quartieren
angestoßen. Die jeweils durchgeführten Beratungen und daraus resultierenden
energetischen Sanierungsmaßnahmen sind durch Befragungen dokumentiert.
Zukünftiges Vorgehen:
Der Modernisierungskonvoi ist ein erfolgreiches Projekt, welches ein Vorbild für
andere Städte sein kann. Die Fortsetzung in weiteren Stadtteilen ist geplant.
Durch die Modernisierungskonvois werden die Maßnahmen 37 und 38 des IKSK
umgesetzt. Des Weiteren werden Thermografien (Maßnahme 40) im Rahmen
der Modernisierungskonvo is einbezogen. Es empfiehlt sich daher, diese
Maßnahmen zusammenzulegen.
Geringfügige
Anpassung
Zuständige Institution(en)
Umweltamt/ Klimaschutz
Maßnahmenevaluation
52
Wohngebäude Maßnahme 38: Kampagne Energieberater ins Haus
Beschreibung nach IKSK 2013
Eine oder mehrere kampagnenartige, aufsuchende Energieberatungen sollen organisiert werden, um
möglichst viele private Hauseigentümer über eine energetische Erstberatung zu erreichen. Dadurch
soll die Quote für energetische Sanierungen bei privaten Hauseigentümern e rhöht werden.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Die Maßnahme wird im Rahmen der Modernisierungskonvois umgesetzt. Seit 2016 werden in
Darmstadt jährliche "Modernisierungskonvois" durchgeführt. Dabei werden in einem oder zwei
ausgewählten Stadtsteilen kostenlose Energieberatungen und Thermografie -Aufnahmen angeboten.
Bisher wurde diese Maßnahme in den Stadtteilen Heimstättensiedlung, Arheilgen, Waldkolonie, der
Siedlung Tann, Bessungen sowie Wixhausen durchgeführt.
Evaluation
Auswirkung:
Die Modernisierungskonvois haben Sanierungen in den ausgewählten Quartieren
angestoßen. Die jeweils durchgeführten Beratungen und daraus resultierende
energetische Sanierungsmaßnahmen sind durch Befragungen dokumentiert.
Zukünftiges Vorgehen:
Der Modernisierungskonvoi ist ein erfolgreiches Projekt, welches ein Vorbild für
andere Städte sein kann. Die Fortsetzung in weiteren Stadtteilen ist geplant.
Durch die Modernisierungskonvois werden die Maßnahmen 37 und 38 des IKSK
umgesetzt. Des Weiteren werden Thermografien (Maßnahme 40) im Rahmen
der Modernisierungskonvois einbe zogen. Es empfiehlt sich daher, diese
Maßnahmen zusammenzulegen.
Weiter so!
Zuständige Institution(en)
Umweltamt/ Klimaschutz, Energieberater, Energie- und Verbraucherberatung
Maßnahmenevaluation
53
Wohngebäude Maßnahme 39: Handwerker als Energieberater nutzen
Beschreibung nach IKSK 2013
Handwerker können Erstberatungen für energetische Sanierungen durchführen. Die Hessische
Energiesparaktion bietet Kurse für Handwerker an, diese für eine energetische Erstberatung zu
schulen. In Darmstadt sollten kontinuierlich entsprechende Schulungskurse angeboten werden.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Die Maßnahme wird im Rahmen der Regionalen Energiegemeinschaft Südhessen e.V. umgesetzt. Die
Mitgliedsunternehmen werden in Workshops und Seminaren zu aktuellen Entwicklungen in den
Themenfeldern Energie und Umwelt geschult.
Evaluation
Auswirkung:
Durch die Weiterbildung und den kontinuierlichen Austausch der
Hankwerksunternehmen können energetische Erstberatungen bei Kunden
durchgeführt und energetische Sanierungen angeregt werden.
Zukünftiges Vorgehen:
Auch in Zukunft werden weiterhin Schulungen für Handwerker angeboten,
sodass diese auf dem aktuellsten Stand der Technik bleiben und den Kunden die
bestmöglichen Empfehlungen geben können. Aufgrund der thematischen
Überschneidung mit Maßnahme 35 wird eine Zusammenlegung empfohlen.
Weiter so!
Zuständige Institution(en)
Handwerkskammer, Innungen, Regionalen Energiegemeinschaft Südhessen e.V., Hessische
Energiesparaktion
Maßnahmenevaluation
54
Wohngebäude Maßnahme 40: Nutzung der Thermalbefliegung für
Energieberatung
Beschreibung nach IKSK 2013
Mit der Thermalbefliegung liegen Informationen zur thermischen Qualität aller Gebäude der
Wissenschaftsstadt Darmstadt vor (Winterhalbjahr 2012/2013). Diese Informationen sollen
zielgerichtet für Energieberatungen eingesetzt werden.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird teilweise umgesetzt
Es hat bereits 2012/2013 eine Thermalbefliegung der Stadt Darmstadt stattgefunden. Die
vorhandenen, hoch aufgelösten Daten zu einzelnen Gebäuden wurden jedoch bisher noch nicht weiter
verwendet. Im Rahmen der Modernisierungskonvois werden Thermografien der Gebäude angefertigt.
Evaluation
Auswirkung:
Mit den Thermografie -Aufnahmen können Hausbesitzern anschaulich
Schwachstellen in der Gebäudehülle aufgezeigt und Sanierungsmaßnahmen
nahegelegt werden.
Zukünftiges Vorgehen:
Der Modernisierungskonvoi ist ein erfolgreiches Projekt, welches ein Vorbild für
andere Städte sein kann. Die Fortsetzung in weiteren Stadtteilen ist geplant.
Durch die Modernisierungskonvois werden die Maßnahmen 37 und 38 des IKSK
umgesetzt. Des Weiteren werd en Thermografien (Maßnahme 40) im Rahmen
der Modernisierungskonvois einbezogen. Es empfiehlt sich daher, diese
Maßnahmen zusammenzulegen.
Geringfügige
Anpassung
Zuständige Institution(en)
Vermessungsamt, Umweltamt
Maßnahmenevaluation
55
Wohngebäude Maßnahme 41: Energieberatung für "Neu-Bauherren"
Beschreibung nach IKSK 2013
„Neu-Bauherren“ sollten an den Stellen, an denen sie mit der Wissenschaftsstadt Darmstadt in
Kontakt treten, z. B. Bauamt, Einwohnermeldeamt usw. gezielt auf das Thema klimafreundliches
Bauen aufmerksam gemacht werden und Hinweise erhalten, welche Beratungsmöglichkeiten am Ort
gegeben sind. Hierfür könnte auch eine eigene Informationsbroschüre erstellt werden, die jedem
„Neu-Bauherren“ zugeschickt oder an den oben genannten Stellen übergeben wird.
Aktueller Umsetzungsstand: Offen
Bisher keine Umsetzung.
Evaluation
Auswirkung:
Keine
Zukünftiges Vorgehen:
Die Bereitstellung von Informationsmaterial bezüglich klimafreundlichem Bauen
kann ohne großen Aufwand und hohe Kosten realisiert werden. Aufgrund der
thematischen Verknüpfung zu Maßnahme 42 wird eine Zusammenlegung
empfohlen.
Gehen wir es an!
Zuständige Institution(en)
Umweltamt/ Klimaschutz
Maßnahmenevaluation
56
Wohngebäude Maßnahme 42: Unterstützung des Baus von Plus-Energie-
Häusern
Beschreibung nach IKSK 2013
Die Stadt unterstützt den Bau von Plus -Energie-Häuser durch kostenreduzierte Grundstücke und
spezielle Beratungsangebote. Pro Jahr soll ein Plus-Energie-Haus gefördert werden.
Aktueller Umsetzungsstand: Offen
Bisher keine Umsetzung.
Evaluation
Auswirkung:
Keine
Zukünftiges Vorgehen:
Da für den Bau von Plus -Energie-Häusern Fördermittel auf Bundes - und
Landesebene existieren, ist eine Umsetzung der Maßnahme derzeit nicht
geplant. Eine Beratung zu den unterschiedlichen Förderprogrammen kann in
Maßnahme 41 integriert werden.
Nicht
weiterverfolgen
Zuständige Institution(en)
Umweltamt/ Klimaschutz
Maßnahmenevaluation
57
Wohngebäude Maßnahme 43: Initiierung und Bekanntmachung von
Muster-Sanierungen
Beschreibung nach IKSK 2013
Durch beispielhafte Muster -Sanierungen sollen Hauseigentümer und Investoren Anreize zur
Sanierung der eigenen Gebäude erhalten.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird teilweise umgesetzt
Die Maßnahme wird im Rahmen des Klimaschutzwettbewerbs "Nachhaltiges Bauen" angegangen.
Dieser wurde von der Wissenschaftsstadt Darmstadt und der Themengruppe Klimaschutz der lokalen
Agenda 21 entwickelt und wird 2019 erstmals durchgeführt. Dabei können sich private Bauherrin nen
und Bauherren, Wohnungsbaugesellschaften und Baugenossenschaften mit gelungenen Neubauten,
Bestandssanierungen oder Einzelmaßnahmen bewerben. Die eingereichten Projekte werden durch
eine unabhängige Fachjury beurteilt. Die ausgewählten Preisträger werd en anschließend im Rahmen
einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt und ausgezeichnet.
Evaluation
Auswirkung:
Der Wettbewerb wird öffentlichkeitswirksam durchgeführt und fördert die
Bekanntheit von erfolgreichen Sanierungsprojekten, was zum Nachahmen
ermutigt.
Zukünftiges Vorgehen:
Der Wettbewerb soll jährlich fortgeführt werden. Wichtig ist dabei die
öffentlichkeitswirksame Darstellung der Preisträger. Dazu könnten beispielsweise
Steckbriefe der mustergültigen Projekte veröffentlicht und Begehungstermine
vereinbart werden. Eine Ausweitung des Wettbewerbs auf gewerbliche Gebäude
ist denkbar (Maßnahme 89). Darüber hinaus könnten die beiden Maßnahmen
133 und 134 aus dem Bereich der Öffentlichkeitsarbeit mit dieser Maßnahme
verknüpft werden.
Weiter so!
Zuständige Institution(en)
Umweltamt/ Klimaschutz
Maßnahmenevaluation
58
Handlungsfeld „Mobilität“ 3.2.5
Mobilität Maßnahme 44: Erstellung eines regionalen Mobilitäts-
und Verkehrskonzeptes
Beschreibung nach IKSK 2013
Erstellung eines regionalen Mobilitäts - und Verkehrskonzeptes als inhaltlich und räumlich
übergreifendes Instrument zur Koordination des Verkehrssystems in Richtung einer Förderung des
Umweltverbundes.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Die Maßnahme wird im Rahmen des Mobilitätskonzepts 2030+ umgesetzt. Dieses wir derzeit parallel
zum Masterplan 2030+ erstellt und beinhaltet eine moderne und nachhaltige
Mobilitätsentwicklungsplanung für die Wissenschaftsstadt Darmstadt. Ein erster Verkehrsgipfel
zwischen Landkreis Darmstadt-Dieburg und der Wissenschaftsstadt Darmstadt hat im Dezember 2019
stattgefunden.15
Evaluation
Auswirkung:
Das Mobilitätskonzept 2030+ ist auf die Stärkung des Umweltverbundes
ausgerichtet. Dadurch können Emissionen und Lärmbelästigung reduziert und
die Luftqualität verbessert werden.
Zukünftiges Vorgehen:
Die Ergebnisse des Mobilitätskonzeptes 2030+ werden voraussichtlich 2020 im
Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung und einer Ausstellung vorgestellt. Im
Anschluss ist die strategische Umsetzung sicherzustellen. D as Mobilitätskonzept
gilt als Fortschreibung des Verkehrsentwicklungsplans 2006. Daher wird die
Zusammenlegung der Maßnahmen 44 und 45 unter dem Überbegriff
"Mobilitätskonzept 2030+"empfohlen.
Weiter so!
Zuständige Institution(en)
Stadtplanungsamt/ Abt. Mobilität
15 Weitere Informationen hierzu gibt es unter: https://www.dadina.de/projekte/verkehrsgipfel/
Maßnahmenevaluation
59
Mobilität
Maßnahme 45: Fortschreibung des
Verkehrsentwicklungsplanes (VEP) mit Schwerpunkt
Klimaschutz
Beschreibung nach IKSK 2013
Bei der Fortschreibung des Verkehrsentwicklungsplans soll der Klimaschutz in den Mittelpunkt gestellt
werden. Eine Koordination mit dem regionalen Mobilitäts- und Verkehrskonzept ist sicherzustellen.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Die Maßnahme wird im Rahmen des Mobilitätskonzepts 2030+ umgesetzt. Dieses wir derzeit parallel
zum Masterplan 2030+ erstellt und beinhaltet eine moderne und nachhaltige
Mobilitätsentwicklungsplanung für die Wissenschaftsstadt Darmstadt.
Evaluation
Auswirkung:
Das Mobilitätskonzept 2030+ ist auf die Stärkung des Umweltverbundes
ausgerichtet. Dadurch können Emissionen und Lärmbelästigung reduziert und
die Luftqualität verbessert werden.
Zukünftiges Vorgehen:
Die Ergebnisse des Mobilitätskonzeptes 2030+ werden voraussichtlich 2020 im
Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung und einer Ausstellung vorgestellt. Im
Anschluss ist die strategische Umsetzung sicherzustellen. Das Mobilitätskonzept
gilt als Fortschreibung des Verkehrsentwicklungsplans 2006. Daher wird die
Zusammenlegung der Maßnahmen 44 und 45 unter dem Überbegriff
"Mobilitätskonzept 2030+"empfohlen.
Weiter so!
Zuständige Institution(en)
Stadtplanungsamt/ Abt. Mobilität
Maßnahmenevaluation
60
Mobilität
Maßnahme 46: Keine zusätzlichen Anreize zur Steigerung
des motorisierten Individualverkehrs durch
Straßenneubau
Beschreibung nach IKSK 2013
Vermeidung des Baus neuer Hauptverkehrsstraßen und Verbindungsachsen, um Verkehrsvermeidung
und Umorientierungen auf den Umweltverbund zu unterstützen
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Außer für die Anbindung/Erschließung neuer Stadtquartiere wurde komplett auf Straßenneubau
verzichtet und bestehende Pläne verworfen.
Evaluation
Auswirkung:
Durch die Vermeidung von neuen Straßen bei gleichzeitig hoher Verkehrsdichte,
werden mehr Menschen motiviert auf den MIV zu verzichten und auf den ÖPNV,
Rad- und Fußverkehr umzusteigen. Die Entwicklung des Modal Split über die
letzten Jahre zeigt, dass diese Verschiebung bereits stattfindet.
Zukünftiges Vorgehen:
Auch in Zukunft sollte auf Straßenprojekte zugunsten des MIV verzichtet werden,
um die Entwicklung der letzten Jahre fortzusetzen.
Weiter so!
Zuständige Institution(en)
Stadtplanungsamt/ Abt. Mobilität
Maßnahmenevaluation
61
Mobilität Maßnahme 47: Umfassendes kommunales
Mobilitätsmanagement
Beschreibung nach IKSK 2013
Aufbau von Mobilitätsmanagementinitiativen in größeren privaten Unternehmen und öffentlichen
Einrichtungen, mit dem Ziel durch gezielte Ansprache, allgemeine Informationen und konkreten
Unterstützungsleistungen die Nutzung des ÖPNV bzw. des Fahrrads im Berufs - und Bildungsverkehr
zu erhöhen und Fahrgemeinschaf ten zu fördern, um die durchschnittliche Auslastung von Pkws im
Berufs- und Bildungsverkehr zu erhöhen. Einzelmaßnahmen wie „Bike + Business“ oder Job -Ticket
sind Teil dieses Mobilitätsmanagements.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Im Jahre 2014 wurde der Mobilitätsplan für die Stadtverwaltung im Rahmen des Programms
"südhessen effizient mobil" erstellt. Im Rahmen des Projektes wurde ein Jobticket für städtische
Mitarbeiter*innen eingeführt. Außerdem werden neue Mitarbeiter*innen kontinuierlich zu m Thema
Mobilität beraten. Im Jahre 2018 wurde die Dienstmobilitätsordnung verabschiedet welche darauf
abzielt nur noch nachhaltige Dienstfahrzeuge anzuschaffen und auch sonstige Dienstwege nachhaltig
abzuwickeln. Seit diesem Jahr (2019) werden die Pläne z um Fahrzeugpool und der Ladeinfrastruktur
umgesetzt. Des Weiteren ist seit zehn Jahren das Netzwerk Schule und Mobilität aktiv, welches
Projekte durchführt, bei denen Kinder an ein nachhaltiges und sicheres Mobilitätsverhalten
herangeführt werden (vgl. Maß nahmen 61, 62 und 82). Seit dem Jahresbeginn 2020 erhalten alle
Beschäftigten der Stadt ein Jobticket für das gesamte RMV-Gebiet.
Evaluation
Auswirkung:
Durch das Angebot des Jobtickets für städtische Mitarbeiter*innen, kann eine
größere Zahl an Personen dazu bewegt werden, vom MIV auf den ÖPNV
umzusteigen und so die CO2 -Emissionen zu reduzieren. Auch der Umstieg auf
Elektrofahrzeuge kann hierzu einen Beitrag leisten und zudem eine
Vorbildfunktion gegenüber den Bürger*innen einnehmen. Dadurch, das s bereits
Kinder zu mehr Nachhaltigkeit bewegt werden, kann dies auch positive
Auswirkungen auf das Verhalten der Eltern haben.
Zukünftiges Vorgehen:
Das Mobilitätsmanagement ist sowohl in der kommunalen Verwaltung als auch in
Schulen erfolgreich angelaufen. Die Aktivitäten sollten weitergeführt und
ausgeweitet werden. Beispielsweise können die Erfahrungen mit dem Jobticket
und der Umstellung des eigenen Fuhrparks in ein Beratungsangebot für
Unternehmen einfließen. Unterstützung bietet die Geschäft sstelle Elektromobilität
"Strom bewegt" der hessischen Landesenergieagentur.
Geringfügige
Anpassung
Zuständige Institution(en)
Stadtplanungsamt/ Abt. Mobilität, Großbetriebe, große Bildungseinrichtungen (TUD, h_da,
Berufsschulzentrum Nord)
Maßnahmenevaluation
62
Mobilität Maßnahme 48: Integriertes Ticketing für alle
Verkehrsmittel
Beschreibung nach IKSK 2013
Ein integriertes Ticketing, überschreitet Grenzen der verschiedenen Verkehrsmittel. Das heißt, es
reduziert sich nicht auf die Mittel des ÖPNV, sondern nimmt auch Mietfahrräder und Mietautos in das
System mit auf. Ziel der Maßnahme ist die Förderung einer multimodalen Nutzung von
Verkehrsmitteln zur Stärkung des Umweltverbundes sowie die Erhöhung des Anteils des
Umweltverbundes am Modal Split.
Für die Wi ssenschaftsstadt Darmstadt wäre zu prüfen, welche Formen des integrierten Ticketings
(auch mit welcher Preisstaffelung) für die Stadt angemessen wäre und inwieweit öffentliche
Verkehrsträger wie DADINA oder RMV und private Unternehmen, zum Beispiel im Bere ich des Car -
Sharings, zu einer Zusammenarbeit bewegt werden können.
Aktueller Umsetzungsstand: Offen
Für die Umsetzung dieser Maßnahme ist es notwendig, dass öffentliche Verkehrsträger mit privaten
Unternehmen zusammenarbeiten. Die Stadt hat hierauf kaum Einfluss. Es sind bereits erste
Bestrebungen erkennbar, wie beispielsweise die Möglichkeit Tickets des RMV über die App der DB zu
erwerben. Auch Anbieter von Bike - und Carsharing arbeiten in einigen Fällen mit Unternehmen des
ÖPNV zusammen (z.B. Call-a-Bike, Flinkster).
Evaluation
Auswirkung:
Durch die Verknüpfung unterschiedlicher Mobilitätsangebote wird die
klimafreundliche Fortbewegung gefördert. Hierzu sind erste Ansätze vorhanden,
es besteht aber noch viel Luft nach Oben zu einer umfassenden Multimodalität.
Zukünftiges Vorgehen:
Eine Umsetzung dieser Maßnahme auf kommunaler Ebene erscheint nicht
sinnvoll, da eine Insellösung nicht zielführend ist. Außerdem hat die Stadt auf die
entsprechenden Unternehmen kaum Einflussmöglichkeiten. Es wird daher
empfohlen die Maßnahme nicht weiter zu verfolgen. Bzw. über die zuständigen
Gremien, wie z.B. den RMV voranzutreiben.
Nicht
weiterverfolgen
Zuständige Institution(en)
RMV/dadina
Maßnahmenevaluation
63
Mobilität Maßnahme 49: Ausbau des ÖPNV
Beschreibung nach IKSK 2013
Verbesserung der Infrastruktur des ÖPNVs und der Anbindungen (z. B. Verlängerung des
Straßenbahnnetzes, Einrichtung von Tangentialverbindungen). Durch die Verbesserung der
Taktzeiten, Steigerung des Fahrkomforts und guter Informationsangebote erhöht sich die Attraktivität
des ÖPNVs für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Darmstadt.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Der Ausbau des ÖPNV wird kontinuierlich vorangetrieben. Dies spiegelt sich auch in der
Fortschreibung des Nahverkehrsplan 2019 wider. Zum Fahrplanwechsel 2021/22 soll die
Lichtwiesenbahn in Betrieb gehen. Die Verlänger ung der Straßenbahnlinie 3 befindet sich aktuell in
der Planung und soll dann das Cambrai -Fritsch/ Jefferson -Areal anbinden. Darüber hinaus ist die
Einrichtung einer Straßenbahnverbindung nach Groß Zimmern mit möglicher Verlängerung nach
Weiterstadt in Prü fung.16 Im Jahr 2019 waren in Darmstadt testweise Elektrobusse unterwegs, bis
zum Jahre 2025 soll die gesamte Flotte auf E-Antrieb umgestellt sein.17
Evaluation
Auswirkung:
Die Entwicklung des Modal Split in Darmstadt zeigt, dass sich der Anteil des
Öffentlichen Verkehrs am gesamten Verkehrsaufkommen leicht verbessert hat.
Nach Angaben der HEAG mobilo GmbH werden durch den Umstieg auf E -Busse
und der Verwendung von Ökostrom j ährlich 6.600 t CO2 vermieden. Da durch
den Ausbau der Lichtwiesenbahn weniger Busse zwischen der Darmstädter
Innenstadt und der Lichtwiese pendeln, kommt es hier ebenfalls zu einer
Minderung der CO2-Emissionen um 354 t/a.
Zukünftiges Vorgehen:
Der ÖPNV soll kontinuierlich ausgebaut und auf klimafreundliche Antriebe
umgestellt werden. Aufgrund der engen Verzahnung der Maßnahmen 49 und 50
empfiehlt sich eine Zusammenlegung.
Weiter so!
Zuständige Institution(en)
Stadtplanungsamt/ Abt. Mobilität, RMW/dadina, HEAG mobilo
16 Weitere Informationen hierzu gibt es unter: https://www.dadina.de/projekte/verkehrsgipfel
17 Weitere Informationen hierzu gibt es unter: https://www.heagmobilo.de/de/elektrobusse
Maßnahmenevaluation
64
Mobilität Maßnahme 50: Ausbau des Straßenbahnnetzes
Beschreibung nach IKSK 2013
Durch den Ausbau des Straßenbahnnetzes, z. B. nach Weiterstadt oder Wixhausen, erfolgt eine
verbesserte Anbindung, die einen Umstieg von zahlreichen Einpendlern oder von Personen, die in der
Innenstadt von Darmstadt einkaufen oder Freizeitaktivitäten in Darmstadt nachgehen wollen, auf den
ÖPNV und somit auf einen Teil des Umweltverbundes erleichtern. Weitere Steigerungen der
Fahrgastzahlen können durch oben genannte Verbesserungen erreicht werden.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Der Ausbau des ÖPNV wird kontinuierlich vorangetrieben. Dies spiegelt sich auch in der
Fortschreibung des Nahverkehrsplan 2019 wider. Zum Fahrplanwechsel 2021/22 soll die
Lichtwiesenbahn in Betrieb gehen. Die Verlängerung der Straßenbahnlinie 3 befindet si ch aktuell in
der Planung und soll dann das Cambrai -Fritsch/ Jefferson -Areal anbinden. Darüber hinaus ist die
Einrichtung einer Straßenbahnverbindung nach Groß Zimmern mit möglicher Verlängerung nach
Weiterstadt in Prüfung. 18 Im Jahr 2019 waren in Darmstad t testweise Elektrobusse unterwegs, bis
zum Jahre 2025 soll die gesamte Flotte auf E-Antrieb umgestellt sein.19
Evaluation
Auswirkung:
Die Entwicklung des Modal Split in Darmstadt zeigt, dass sich der Anteil des
Öffentlichen Verkehrs am gesamten Verkehrsaufkommen leicht verbessert hat.
Nach Angaben der HEAG mobilo GmbH werden durch den Umstieg auf E -Busse
und der Verwendung von Ökostrom j ährlich 6.600 t CO2 vermieden. Da durch
den Ausbau der Lichtwiesenbahn weniger Busse zwischen der Darmstädter
Innenstadt und der Lichtwiese pendeln, kommt es hier ebenfalls zu einer
Minderung der CO2-Emissionen um 354 t/a.
Zukünftiges Vorgehen:
Der ÖPNV soll kontinuierlich ausgebaut und auf klimafreundliche Antriebe
umgestellt werden. Aufgrund der engen Verzahnung der Maßnahmen 49 und 50
empfiehlt sich eine Zusammenlegung.
Weiter so!
Zuständige Institution(en)
Stadtplanungsamt/ Abt. Mobilität, RMW/dadina, HEAG mobilo
18 Weitere Informationen hierzu gibt es unter: https://www.dadina.de/projekte/verkehrsgipfel
19 Weitere Informationen hierzu gibt es unter: https://www.heagmobilo.de/de/elektrobusse
Maßnahmenevaluation
65
Mobilität Maßnahme 51: Neue Finanzierungsmodelle für den ÖPNV
Beschreibung nach IKSK 2013
Der ÖPNV wird nicht kostendeckend betrieben, sondern ist auf Subventionen durch die öffentliche
Hand angewiesen. Auf Grund der begrenzten finanziellen Möglichkeiten muss geprüft werden, ob
neue Finanzierungsmodelle zur Erschließung zusätzlicher finanzieller Ressourcen für den ÖPNV
entwickelt werden können.
Aktueller Umsetzungsstand: Offen
Die lokale Nahverkehrsorganisation DADINA ist ein gemeinsamer Zweckverband des Landkreises
Darmstadt-Dieburg und der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Auch im überregionalen RMV ist
Darmstadt neben anderen Städten und Landkreisen sowie dem Land Hessen vertrete n. Darüber
hinaus unterstützt der Bund die Finanzierung des ÖPNV über Regionalisierungsmittel. Alternative
Finanzierungsmöglichkeiten wie beispielsweise eine Bürgerabgabe wurden bislang nicht eingeführt.
Evaluation
Auswirkung:
Keine
Zukünftiges Vorgehen:
Für die Finanzierung des ÖPNV beispielsweise über eine Bürgerabgabe müssten
zunächst die rechtlichen Rahmenbedingungen geklärt werden. Es wäre sinnvoll
hier eine überregionale Lösung zu finden.
Gehen wir es an!
Zuständige Institution(en)
RMV/dadina, HEAG mobilo
Maßnahmenevaluation
66
Mobilität
Maßnahme 52: Prüfung des Modells der Stadt Hasselt
(Belgien), kostenlose Nutzung des ÖPNV, auf
Übertragbarkeit
Beschreibung nach IKSK 2013
Die Stadt Hasselt in Belgien zeigt, dass unkonventionelle Wege wie kostenlose Nutzung des ÖPNV
diesen stark im positiven Sinne beeinflussen können. Da in Hasselt spezifische Bedingungen
vorlagen, ist zu prüfen, inwieweit dieses Modell auf Darmstadt übertragbar ist.
Aktueller Umsetzungsstand: Offen
Das Konzept des komplett kostenlosen ÖPNV wird mittlerweile auch in Deutschland vielerorts
diskutiert. Die Stadt Augsburg hat zu Beginn des Jahres 2020 eine kostenlose City -Zone eingeführt
um den Park -Such-Verkehr zu reduz ieren. Zusätzlich wird eine Art Flatrate für die Nutzung von
Nahverkehr, Leihrädern und Carsharing angeboten. Die Rhein -Main-Region hat sich als Modellregion
für die Einführung eines 365 € -Jahrestickets beworben. Die Initiative des Bundesverkehrsministeriu ms
fördert die Nutzung des ÖPNV durch Übernahme der anfallenden Restkosten.
Evaluation
Auswirkung:
Ein kostenloser/ -günstiger ÖPNV führt zu einem weiteren Umstieg zu Gunsten
des Umweltverbundes und somit zu einer Reduktion der CO 2-Emissionen.
Zukünftiges Vorgehen:
Je nachdem, ob die Rhein -Main-Region als eine von 10 Modellregionen
ausgewählt wird, müssen die nächsten Schritte geprüft werden. Eine Einführung
vergünstigter Jahresabos kann natürlich auch ohne die Förderung durch den
Bund erfolgen. Dabei sollte ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt und somit der
Übergang zwischen verschiedenen Verkehrsträgern (Carsharing, Bike and Ride
etc.) erleichtert werden. Hierzu sollten die beteiligt en Verkehrsunternehmen eng
zusammenarbeiten. Aufgrund der thematischen Überschneidung der
Maßnahmen 52 - 56 wird eine Zusammenfassung dieser Maßnahmen unter dem
Titel "Tarifgestaltung ÖPNV" empfohlen.
Gehen wir es an!
Zuständige Institution(en)
Stadtplanungsamt/ Abt. Mobilität, RMW/dadina, HEAG mobilo
Maßnahmenevaluation
67
Mobilität Maßnahme 53: Anreize für ÖPNV-Nutzung durch
Tarifgestaltung
Beschreibung nach IKSK 2013
Durch eine veränderte Tarifgestaltung, die zusätzliche Anreize zur Nutzung des ÖPNV schafft, sollen
Neukunden gewonnen werden. Dazu gehören beispielsweise die Einführung einer Umweltkarte,
Kurzzeit- und Kurzstreckentarife, Verknüpfungen mit Rabatten beim Einzelhandel oder Verknüpfungen
mit Vergünstigungen für die Nutzung von anderen Verkehrsmittel n (Leihfahrräder, Car -Sharing-
Fahrzeuge, Fernzüge).
Aktueller Umsetzungsstand: In Planung
Das Konzept des komplett kostenlosen ÖPNV wird mittlerweile auch in Deutschland vielerorts
diskutiert. Die Stadt Augsburg hat zu Beginn des Jahres 2020 eine kostenlose City -Zone eingeführt
um den Park -Such-Verkehr zu reduzieren. Zusätzlich wird eine Art Fl atrate für die Nutzung von
Nahverkehr, Leihrädern und Carsharing angeboten. Die Rhein -Main-Region hat sich als Modellregion
für die Einführung eines 365 € -Jahrestickets beworben. Die Initiative des Bundesverkehrsministeriums
fördert die Nutzung des ÖPNV du rch Übernahme der anfallenden Restkosten. Darüber hinaus testet
der RMV derzeit in einem Pilotversuch mit 30.000 Testpersonen ein neues Tarifsystem RMVsmart. 20
Evaluation
Auswirkung:
Ein kostenloser/-günstiger ÖPNV könnte zu einem Umstieg von mehr Menschen
hin zum ÖPNV führen und so CO2-Emissionen reduzieren.
Zukünftiges Vorgehen:
Je nachdem, ob die Rhein -Main-Region als eine von 10 Modellregionen
ausgewählt wird, müssen die nächsten Schritte geprüft werden. Eine Einführung
vergünstigter Jahresabos kann natürlich auch ohne die Förderung durch den
Bund erfolgen. Dabei sollte ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt und somit der
Übergang zwischen verschiedenen Verkehrsträgern (Carsharing, Bike and Ride
etc.) erleichtert werden. Hierzu sollten die beteiligt en Verkehrsunternehmen eng
zusammenarbeiten. Aufgrund der thematischen Überschneidung der
Maßnahmen 52 - 56 wird eine Zusammenfassung dieser Maßnahmen unter dem
Titel "Tarifgestaltung ÖPNV" empfohlen.
Gehen wir es an!
Zuständige Institution(en)
RMV/dadina, HEAG mobilo
20 Weitere Informationen hierzu gibt es unter: https://sites.rmv.de/rmvsmart
Maßnahmenevaluation
68
Mobilität Maßnahme 54: Erweiterung des Konzeptes Mobi-Tick auf
zusätzliche Nutzergruppen
Beschreibung nach IKSK 2013
Über verbindliche Kontingente für einzelne Personengruppen nach dem Vorbild des studentischen
RMV Semestertickets können für die einbezogene Nutzergruppe kostengünstige Zeitkarten angeboten
werden. Theoretisch wäre eine jährliche, kommunale ÖPNV -Abgabe aller Haushalte in Darmstadt
denkbar, ein so genanntes Bürgerticket. Da der ÖPNV in Darmstadt Teil des RMV ist, sind
Veränderungen von Tarifgestaltungen mit diesem abzustimmen.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Bei der Tarifgestaltung des ÖPNVs in Darmstadt hat es seit der Erstellung des Klimaschutzkonzeptes
einige Änderungen gegeben. Zu Beginn des Schuljahrs 2017/18 wurde ein hessenweites
Schülerticket eingeführt, welches es Schüler*innen und Auszubildenden ermöglicht für 365 € im Jahr
Bus und Bahn zu fahren. Ende 2019 wurde ein ähnliches Angebot für Senior*innen geschaffen.
Außerdem haben immer mehr Unternehm en und Institutionen (unter anderem die Stadt selbst) ein
Jobticket für ihre Mitarbeiter*innen eingeführt. Weiterhin wurde zum Juni 2019 das Sozialticket 21
eingeführt.
Evaluation
Auswirkung:
Einige kostengünstige Abo -Angebote sind bereits verfügbar. Die Ausweitung
dieses Angebotes führt zu einem weiteren Umstieg von MIV auf ÖPNV. Durch
das Schülerticket können bereits Kinder an die Thematik nachhaltiger Mobilität
herangeführt werden. Zudem sind sie nicht auf das Auto/ den Fahrservice ihrer
Eltern angewiesen, sodass auch hier Emissionen eingespart werden können.
Zukünftiges Vorgehen:
Je nachdem, ob die Rhein -Main-Region als eine von 10 Modellregionen
ausgewählt wird, müssen die nächsten Schritte geprüft werden. Eine Einführung
vergünstigter Jahresabos kann natürlich auch ohne die Förderung durch den
Bund erfolgen. Dabei sollte ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt und somit der
Übergang zwischen verschiedenen Verkehrsträgern (Carsharing, Bike and Ride
etc.) erleichtert werden. Hierzu sollten die beteiligt en Verkehrsunternehmen eng
zusammenarbeiten. Aufgrund der thematischen Überschneidung der
Maßnahmen 52 - 56 wird eine Zusammenfassung dieser Maßnahmen unter dem
Titel "Tarifgestaltung ÖPNV" empfohlen.
Geringfügige
Anpassung
Zuständige Institution(en)
RMV/dadina, HEAG mobilo
21 Weitere Informationen hierzu gibt es unter: https://www.rmv.de/c/de/fahrkarten/die-richtige-
fahrkarte/alle-fahrkarten-im-ueberblick/lokale-fahrkartenangebote/darmstaedter-sozialticket/ und
https://rathaus.darmstadt.de/public/getfile.php?iID=2247&cHash=59409565f5cba0f6312631126fc393b
d
Maßnahmenevaluation
69
Mobilität Maßnahme 55: Einführung eines Umwelt-Abo
Beschreibung nach IKSK 2013
Das Umwelt -Abo bzw. die Umweltkarte sind besonders kostengünstige Zeitkarten, die in der Regel
nicht personengebunden sind. Dadurch werden Anreize mit dem Ziel geschaffen, dass mindestens pro
Haushalt ein Umwelt-Abo bzw. eine Umweltkarte gekauft und genutzt wird. Da der ÖPNV in Darmstadt
Teil des RMV ist, sind Veränderungen von Tarifgestaltungen mit diesem abzustimmen.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Bei der Tarifgestaltung des ÖPNVs in Darmstadt hat es seit der Erstellung des Klimaschutzkonzeptes
einige Änderungen gegeben. Zu Beginn des Schuljahrs 2017/18 wurde ein hessenweites Schülerticket
eingeführt, welches es Schüler*innen und Auszubildenden ermöglicht für 365 € im Jahr Bus und Bahn
zu fahren. Ende 2019 wurde ein ähnliches Angebot für Senioren geschaffen. Außerdem haben immer
mehr Unternehmen und Institutionen (unter anderem die Stadt selbst) ein Jobticket für ihre
Mitarbeiter*innen eingeführt. Weiterhin wurde zum Juni 2019 das Sozialticket 22 eingeführt.
Evaluation
Auswirkung:
Einige kostengünstige Abo -Angebote sind bereits verfügbar. Die Ausweitung
dieses Angebotes (vgl. Maßnahme 54) führt zu einem weiteren Umstieg von
MIV auf ÖPNV. Durch das Schülerticket können bereits Kinder an die Thematik
nachhaltiger Mobilität herangeführt werden. Zudem sind sie nicht auf das Auto/
den Fahrservice ihrer Eltern angewiesen, sodass auch hier Emissionen
eingespart werden können.
Zukünftiges Vorgehen:
Je nachdem, ob die Rhein-Main-Region als eine von 10 Modellregionen
ausgewählt wird, müssen die nächsten Schritte geprüft werden. Eine
Einführung vergünstigter Jahresabos kann natürlich auch ohne die Förderung
durch den Bund erfolgen. Dabei sollte ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt und
somit der Übergang zwischen verschiedenen Verkehrsträgern (Carsharing,
Bike and Ride etc.) erleichtert werden. Hierzu sollten die beteiligten
Verkehrsunternehmen eng zusammenarbeiten. Aufgrund der thematischen
Überschneidung der Maßnahmen 52 - 56 wird eine Zusammenfassung dieser
Maßnahmen unter dem Titel "Tarifgestaltung ÖPNV" empfohlen.
Geringfügige
Anpassung
Zuständige Institution(en)
RMV/dadina, HEAG mobilo
22 Weitere Informationen hierzu gibt es unter: https://www.rmv.de/c/de/fahrkarten/die-richtige-
fahrkarte/alle-fahrkarten-im-ueberblick/lokale-fahrkartenangebote/darmstaedter-sozialticket/ und
https://rathaus.darmstadt.de/public/getfile.php?iID=2247&cHash=59409565f5cba0f6312631126fc393b
d
Maßnahmenevaluation
70
Mobilität Maßnahme 56: Günstiger ÖPNV für Gäste
Beschreibung nach IKSK 2013
Darmstadt ist eine Stadt mit zahlreichen Besuchern (Privatbesuche, Konferenzteilnehmer*innen,
Theaterbesucher*innen, Tourist*innen), mehr als 290.000 angekommene Gäste pro Jahr, die im
Durchschnitt zwei Tage verbleiben. Eine kostengünstige Gästekarte soll die Besucher animieren, den
ÖPNV zu nutzen. Da der ÖPNV in Darmstadt Teil des RMV ist, sind Veränderungen von
Tarifgestaltungen mit diesem abzustimmen.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Die Nahverkehrsorganisation DADINA bietet die Darmstadt Card an, welche sich insbesondere für
Touristen eignet und die Nutzung aller öffentlichen Verkehrsmittel in der Innenstadt sowie die
Ermäßigung zahlreicher kultureller Einrichtungen beinhaltet. Zusätzlich gibt es zu bestimmten
Veranstaltungen vergünstigte Nahverkehrstickets. 23
Evaluation
Auswirkung:
Die beschriebenen Angebote bieten Besuchern eine gute Möglichkeit
emissionsarm ohne eigenes Fahrzeug die Stadt zu erkunden.
Zukünftiges Vorgehen:
Die Tickets sollten auch zukünftig weiter angeboten und beworben werden.
Aufgrund der thematischen Überschneidung der Maßnahmen 52 - 56 wird eine
Zusammenfassung dieser Maßnahmen unter dem Titel "Tarifgestaltung ÖPNV"
empfohlen.
Weiter so!
Zuständige Institution(en)
RMV/dadina, HEAG mobilo
23 Weitere Informationen hierzu gibt es unter: https://www.rmv.de/c/de/fahrkarten/die-richtige-
fahrkarte/alle-fahrkarten-im-ueberblick/fahrkarten-fuer-spezielle-anlaesse/kombitickets/#c25620
Maßnahmenevaluation
71
Mobilität Maßnahme 57: Umwelt- und energieeffiziente Busflotte
Beschreibung nach IKSK 2013
Die Busse des öffentlichen Personennahverkehrs sind nach und nach auf klimafreundliche Busse
umzustellen (z. B. konventionelle Busse mit besonders klimaschonenden Abgaswerten, Hybridbusse,
Erdgasbusse).
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
2019 wurden erste Elektrobusse in Darmstadt getestet. Im Frühjahr 2020 wird die Lieferung von sechs
batteriebetriebene Standardbusse für Depotladung vom Typ eCitaro erwartet. Bis zum Jahr 2025 soll
die gesamte Flotte auf E-Antrieb umgestellt sein.24
Evaluation
Auswirkung:
Durch die Umrüstung der Busflotte auf Elektroantrieb können sowohl die
Schadstoffemissionen als auch Lärm deutlich reduziert werden. Nach Angaben
der HEAG mobilo GmbH werden durch den Umstieg auf E -Busse und der
Verwendung von Ökostrom jährlich 6.600 t CO2 vermieden.
Zukünftiges Vorgehen:
Bis zum Jahre 2025 soll die gesamte Busflotte auf elektrische Antriebe
umgerüstet werden. Die Erfahrungen beim Umstieg auf Elektromobilität können
in weiteren Bereichen verwendet werden oder anderen Städte als Vorbild dienen.
Weiter so!
Zuständige Institution(en)
HEAG mobilo
24 Weitere Informationen hierzu gibt es unter: https://www.heagmobilo.de/de/elektrobusse
Maßnahmenevaluation
72
Mobilität
Maßnahme 58: Technische Verknüpfung von Eisenbahn-
und Straßenbahnverkehr (z. B. Karlsruher-, Kasseler-
Modell)
Beschreibung nach IKSK 2013
Durch die technische Kombination von einer leistungsfähigen innerstädtischen Straßenbahn mit einer
S-Bahn-artigen Erschließung der Region werden einengende Systemgrenzen zwischen Straßenbahn
und Eisenbahn überwunden, die insbesondere einer attraktiven Stadt -Umland-Verbindung
zugutekommen können.
Aktueller Umsetzungsstand: Offen
Die Realisierung einer Stadt -Land-Bahn (normalspurigen Schienenverbindung in die Innenstadt von
Darmstadt) wurde nach Durchführung eines Gutachtens einstimmig von Verbandsversammlung der
DADINA verworfen. Es wäre kein ausreichender Kosten-Nutzen-Faktor zu erwarten.
Evaluation
Auswirkung:
Keine
Zukünftiges Vorgehen:
Die Maßnahme hat sich als nicht wirtschaftlich erwiesen und ist daher nicht
weiterzuverfolgen.
Nicht
weiterverfolgen
Zuständige Institution(en)
Stadtplanungsamt/ Abt. Mobilität, RMV/dadina
Maßnahmenevaluation
73
Mobilität Maßnahme 59: Image-Kampagne zum ÖPNV
Beschreibung nach IKSK 2013
Durchführung einer Informations - und Kommunikationskampagne zum ÖPNV, um Nutzer an den
ÖPNV zu binden und neue Nutzer für den ÖPNV zu gewinnen.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Das Angebot des ÖPNV wird regelmäßig beworben. Hierbei arbeiten DADINA, HEAG mobilo und der
RMV zusammen. Seit Mitte des Jahres 2019 läuft eine Kampagne zur geregelten Mitnahme von
Rollstühlen, Kinderwagen und Fahrrädern im ÖPNV.
Evaluation
Auswirkung:
Da die Fahrgastzahlen von vielen verschiedenen Rahmenbedingungen (u.a.
Angebot, Preis, Wetter) abhängen, sind Erfolge durch Kampagnen schwer
messbar.
Zukünftiges Vorgehen:
Die Image -Kampagnen sollten weiter fortgeführt werden. Dabei sollte auch die
positive Wirkung auf die persönliche Emissionsbilanz, die mit der ÖPNV -Nutzung
einhergeht, hervorgehoben werden.
Weiter so!
Zuständige Institution(en)
Stadtplanungsamt/ Abt. Mobilität, RMW/dadina, HEAG mobilo
Maßnahmenevaluation
74
Mobilität Maßnahme 60: Aktion Gehwege frei
Beschreibung nach IKSK 2013
In Darmstadt kommt es vielfach vor, dass Autos unbeanstandet auf dem Bürgersteig parken. Diese
Situation führt zu Problemen für andere Verkehrsteilnehmer. Mit der Aktion Gehwege frei, die in
anderen Städten bereits praktiziert wird, wird auf diese Situation aufmerksam gemacht und versucht,
Schritt für Schritt immer mehr Fußwege wieder für den Fußverkehr „zurückzugewinnen“.
Aktueller Umsetzungsstand: Offen
Es wurde keine umfangreichen Aktionen durchgeführt, bisher kam es nur zu vereinzelten Protesten
und Aktionen zum Gehwegparken. 25 Im Rahmen des Vorhabens „Parkraumbewirtschaftung“ soll der
Parkdruck in betroffenen Quartieren gesenkt werden. 26
Evaluation
Auswirkung:
Keine
Zukünftiges Vorgehen:
Derzeit sind mehrere Ideen zur Fußverkehrsförderung in der Diskussion. Im
Rahmen des Beteiligungsverfahrens "Unser Vorschlag für die Politik", bei dem
Bürger*innen on - und offline Vorschläge einreichen und über diese Abstimmen
können, wurden 2019 die meisten Stimmen für den Vorschlag "Gehwege für
Fußgänger - Gehwegparken ahnden, v.a. wenn weniger als 1m Platz ist"
vergeben. Dies zeigt einen enormen Handlungsbedarf. Die Umsetzung einer
strengeren Ahndung von Falschparkern ist in Abstimmung mit dem Ordnungsamt
einzuführen.
Gehen wir es an!
Zuständige Institution(en)
Netzwerk Schule + Mobilität
25 Weitere I nformationen hierzu gibt es unter: https://www.echo-
online.de/lokales/darmstadt/leserimpuls-gehwegparken-wird-in-darmstadt-nicht-mehr-
geduldet_19972412
26 Weitere Informationen hierzu gibt es unter: https://da-
bei.darmstadt.de/topic/vorhabenliste/thought/1108
Maßnahmenevaluation
75
Mobilität Maßnahme 61: Walking Bus für Schulen und Kindergärten
Beschreibung nach IKSK 2013
„Walking Bus“ ist eine Maßnahme, die als Bestandteil des schulischen Mobilitätsmanagements
umgesetzt werden soll. Kinder sammeln sich an bestimmten „Haltestellen“, um gemeinsam und in
Begleitung von Erwachsenen den Schulweg zurückzulegen.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Die Maßnahme wird im Rahmen des Netzwerks Schule & Mobilität umgesetzt. Dieses wurde 2009 als
Zusammenschluss von rund 20 Institutionen aus den Bereichen Schule und Verkehr gegründet und
führt regelmäßig Aktionen in Darmstadt und dem Landkreis Darmstadt -Dieburg zur Vermittlung eines
nachhaltigen Mobilitätsverhaltens durch. Dabei spielt die Gestaltung des Schulwegs eine ze ntrale
Rolle, z.B. bei der Aktionswoche "Zu Fuß zur Schule" und der Erstellung von Schulwegplänen. Auf der
Homepage des Netzwerks wird umfangreiches Unterrichtsmaterial bereitgestellt.
Evaluation
Auswirkung:
Schulwegpläne bestehen mittlerweile für 21 Schulen in Darmstadt und
Darmstadt-Dieburg, das Angebot der Beratung besteht für weitere Schulen. Die
Emissionsminderungen, welche sich durch die Aktionen erreicht werden, sind
schwer zu beziffern. Durch jedes Kind, welches nicht mit dem Auto zur Schule
gefahren wird, werden rund 100g CO2 pro Kilometer gespart. Dies kann je nach
Anzahl der Schüler und Fahrten einige Tonnen an Emissionen ausmachen.
Zukünftiges Vorgehen:
Die erfolgreiche Arbeit des Netzwerks sollte fortgeführt werden. Die Maßnahmen
60 und 81 sollten aufgrund der engen thematischen Zusammenhänge zu einer
gemeinsamen Maßnahme "Mobilitätsmanagement für Kitas und Schulen"
zusammengeführt werden. Ergänzend können über die Kommunalrichtlinie
"Energiesparmodelle für Kitas und Schulen" weitere Klimasc hutzaktionen sowie
geringinvestive Maßnahmen gefördert werden.
Weiter so!
Zuständige Institution(en)
Netzwerk Schule + Mobilität
Maßnahmenevaluation
76
Mobilität Maßnahme 62: Radverkehrsförderung als Leitprojekt
Beschreibung nach IKSK 2013
Die Stadt hat bereits verschiedene Aktivitäten ergriffen, um die Infrastruktur für den Radverkehr zu
verbessern und auf die Vorteile des Radverkehrs aufmerksam zu machen (z. B. StadtRadeln,
besondere Aktionen zu autofreien Tagen). Im Klimaschutzkonzept 201 3 wurde das Ziel formuliert,
dass der Anteil des Radverkehrs am Modal Split von 15 % auf 20 % erhöht wird. Im Rahmen der
Radstrategie 2019 wurde festgelegt, dass bis 2030 ein Radverkehrsanteil von 30 % erreicht werden
soll.27
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Im Bereich der Radverkehrsförderung wurden eine Reihe von Projekte umgesetzt, welche im
Folgenden aufgezählt werden:
Der Magistrat der Stadt hat im Juni 2019 die Umsetzung der Radverkehrsstrategie beschlossen.
Diese beinhaltet insgesamt 23 Punkte.28
Das Förderprojekt "Heinerbike" umfasst 6 E-Lastenräder, die kostenlos ausgeliehen werden
können. Das Angebot wird seit Anfang an sehr gut genutzt. Die Räder sind fast durchgängig
belegt.
Die AG Fahrrad führt jährlich einen Fahrradaktionstag durch. Außerdem nimmt die Stadt an der
bundesweiten Aktion StadtRadeln teil.
Infrastruktur: Ausbau Fahrradstraßen, Ausweisung Cityring, Rad-Direktweg FFM-DA,
Fahrradparkhaus
Aktion Lincoln by Bike: Förderung investiver Maßnahmen für den Radverkehr im Rahmen des
Bundeswettbewerbs "Klimaschutz im Radverkehr"
Evaluation
Auswirkung:
Das Ziel der Erhöhung des Radverkehrsanteils von 15 % auf 20 % des Modal
Split wurde bereits erreicht. In der aktuellsten Erhebung des Modal Split von
2018 (MID) liegt der Radverkehrsanteil bei 22 % 29. Dies zeigt, dass Darmstadt
auf einem guten Weg ist, aber eine weitere Förderung des Radverkehrs nötig ist.
Im Green City Plan wird das Ziel formuliert bis 2030 einen Radverkehrsanteil am
Modal Split von 25 % zu erreichen, in de r Radstrategie sollen gar 30 % erreicht
werden.
Zukünftiges Vorgehen:
Im Bereich der Radverkehrsförderung wurden zahlreiche Projekte erfolgreich
Geringfügige
Anpassung
27 Weitere Informationen hierzu gibt es unter: https://www.darmstadt.de/leben-in-darmstadt/mobilitaet-
und-verkehr/radfahren-in-darmstadt/radstrategie
28 Weitere Informationen hierzu gibt es unter: https://www.darmstadt.de/leben-in-darmstadt/mobilitaet-
und-verkehr/radfahren-in-darmstadt/radstrategie
29 Weitere Informationen hierzu gibt es unter
https://www.darmstadt.de/presseservice/einzelansicht/news/studie-der-tu-dresden-belegt-steigenden-
anteil-des-radverkehrs-in-darmstadt?type=97
Maßnahmenevaluation
77
umgesetzt. Gleichzeitig zeigt die Präsenz des Themas bei
Bürgerbeteiligungsformaten (z.B. Bürgerhaushalt 2.0) s owie bürgerschaftliches
Engagement (Radentscheid, Aktionsbündnis Verkehrswende), dass weitere
Verbesserungen nötig sind. Es wird vorgeschlagen eine Neustrukturierung der
Maßnahmen zur Radverkehrsförderung (Nr. 62 - 66) in zwei neue Maßnahmen
vorzunehmen. D abei würde in einer Maßnahme alle infrastrukturellen
Verbesserungen (neue Radwege, sichere Kreuzungen, Radabstellanlagen,
Lademöglichkeiten für E -Bikes usw.) zusammengefasst und in einer weiteren
Maßnahme alle übrigen Aktivitäten zur Radverkehrsförderung w ie beispielsweise
Informationskampagnen und Wettbewerbe wie das Stadtradeln zu
berücksichtigen. Auch eine Neustrukturierung anhand des Green City Plan,
welcher 8 Maßnahmen zum Thema Radverkehr formuliert, oder des neuen
Mobilitätskonzeptes DA2030+ ist denkbar.
Zuständige Institution(en)
Stadtplanungsamt/ Abt. Mobilität
Maßnahmenevaluation
78
Mobilität Maßnahme 63: Steigerung der Attraktivität des
Radfahrens
Beschreibung nach IKSK 2013
Es bieten sich Maßnahmen an, wie bessere Ausschilderung des Radwegenetzes, Ausbau
lagegünstiger, sicherer und komfortabler Abstellplätze im öffentlichen Raum (z. B. 1.000 zusätzliche
Fahrradbügel), mehr Raum für die Radfahrer im Straßenverkehr, Aufhebung d er
Radewegebenutzungspflicht, um die Wahrnehmung des Radverkehrs im Gesamtverkehr zu
verbessern, Sicherheit auf Radwegen erhöhen.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Im Bereich der Radverkehrsförderung wurden eine Reihe von Projekte umgesetzt, welche im
Folgenden aufgezählt werden:
Der Magistrat der Stadt hat im Juni 2019 die Umsetzung der Radverkehrsstrategie beschlossen.
Diese beinhaltet insgesamt 23 Punkte.30
Das Förderprojekt "Heinerbike" umfasst 6 E-Lastenräder, die kostenlos ausgeliehen werden
können. Das Angebot wird seit Anfang an sehr gut genutzt. Die Räder sind fast durchgängig
belegt.
Die AG Fahrrad führt jährlich einen Fahrradaktionstag durch. Außerdem nimmt die Stadt an der
bundesweiten Aktion StadtRadeln teil.
Infrastruktur: Ausbau Fahrradstraßen, Ausweisung Cityring, Rad-Direktweg FFM-DA,
Fahrradparkhaus
Aktion Lincoln by Bike: Förderung investiver Maßnahmen für den Radverkehr im Rahmen des
Bundeswettbewerbs "Klimaschutz im Radverkehr"
Evaluation
Auswirkung:
Das Ziel der Erhöhung des Radverkehrsanteils von 15 % auf 20 % des Modal
Split wurde bereits erreicht. In der aktuellsten Erhebung des Modal Split von
2018 (MID) liegt der Radverkehrsanteil bei 22 % 31. Dies zeigt, dass Darmstadt
auf einem guten Weg ist, aber eine weitere Förderu ng des Radverkehrs nötig ist.
Im Green City Plan wird das Ziel formuliert bis 2030 einen Radverkehrsanteil am
Modal Split von 25 % zu erreichen, in der Radstrategie sollen gar 30 % erreicht
werden.
Zukünftiges Vorgehen:
Im Bereich der Radverkehrsförderung wurden zahlreiche Projekte erfolgreich
umgesetzt. Gleichzeitig zeigt die Präsenz des Themas bei
Bürgerbeteiligungsformaten (z.B. Bürgerhaushalt 2.0) sowie bürgerschaftliches
Engagement (Radentscheid, Aktionsbündnis Verke hrswende), dass weitere
Verbesserungen nötig sind. Es wird vorgeschlagen eine Neustrukturierung der
Geringfügige
Anpassung
30 Weitere Informationen hierzu gibt es unter: https://www.darmstadt.de/leben-in-darmstadt/mobilitaet-
und-verkehr/radfahren-in-darmstadt/radstrategie
31 Weitere Informationen hierzu gibt es unter
https://www.darmstadt.de/presseservice/einzelansicht/news/studie-der-tu-dresden-belegt-steigenden-
anteil-des-radverkehrs-in-darmstadt?type=97
Maßnahmenevaluation
79
Maßnahmen zur Radverkehrsförderung (Nr. 62 - 66) in zwei neue Maßnahmen
vorzunehmen. Dabei würde in einer Maßnahme alle infrastrukturellen
Verbesserungen (n eue Radwege, sichere Kreuzungen, Radabstellanlagen,
Lademöglichkeiten für E -Bikes usw.) zusammengefasst und in einer weiteren
Maßnahme alle übrigen Aktivitäten zur Radverkehrsförderung wie beispielsweise
Informationskampagnen und Wettbewerbe wie das Stadtr adeln zu
berücksichtigen. Auch eine Neustrukturierung anhand des Green City Plan,
welcher 8 Maßnahmen zum Thema Radverkehr formuliert, oder des neuen
Mobilitätskonzeptes DA2030+ ist denkbar.
Zuständige Institution(en)
Stadtplanungsamt/ Abt. Mobilität
Maßnahmenevaluation
80
Mobilität Maßnahme 64: Budget für Radverkehr
Beschreibung nach IKSK 2013
Es ist in eine entsprechende Infrastruktur zu investieren und ergänzende Maßnahmen sind zu
finanzieren. Der Nationale Radwegeplan schlägt ein jährliches Budget von 8 bis 19 Euro pro
Einwohner zur Förderung des Fahrradverkehrs vor.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Seit 2011 sind die Mittel für den Radverkehr kontinuierlich gestiegen. 2017 lagen sie bei knapp 1,6
Millionen Euro. Hinzu kommen noch zahlreiche Straßensanierungen und Umbaumaßnahmen, welche
auch hohe Kosten für Radwege implizierten. 2018 wurde das Sonderprogramm 4 x 4 beschlossen,
wonach ab 2019 Investition von 4 Mio. € pro Jahr in die Radverkehrsinfrastruktur mit einer Lauf zeit
von mindestens vier Jahren getätigt werden sowie vier weiterer Radverkehrsplaner*innen eingestellt
werden.
Evaluation
Auswirkung:
Eine Investition von 4 Mio. € pro Jahr entspricht einer Pro -Kopf-Investition von
rund 25 €. Damit würden die im Klimaschutzkonzept geforderten Zielvorgaben
deutlich überschritten werden.
Zukünftiges Vorgehen:
In Darmstadt besteht ein großes bürgerschaftliches Engagement für die
Förderung des Radverkehrs. Das 4 x 4 Programm zeigt, dass die Stadt hier
zukünftig eine Vorreiterrolle einnehmen will (nach eine Studie von Greenpeace
investierten deutsche Großstädte in den vergangenen Jahren lediglich 2 - 6 € pro
Einwohner in den Radverkehr). Um die Mittel zielgerichtet einzusetzen, sollten
alle beteiligten Akteure zusammen arbeiten. Es wird außerdem vorgeschlagen
eine Neustrukturierung der Maßnahmen zur Radverkehrsförderung (Nr. 62 - 66)
in zwei neue Maßnahmen vorzunehmen. Dabei würde in einer Maßnahme alle
infrastrukturellen Verbesserungen (neue Radwege, sichere Kreuzungen,
Radabstellanlagen, Lademöglichkeiten für E -Bikes usw.) zusammengefasst und
in einer weiteren Maßnahme alle übrigen Aktivitäten zur Radverkehrsförderung
wie beispielsweise Informationskampagnen und Wettbewerbe wie das
STADTRADELN zu berücksichtigen. Auch e ine Neustrukturierung anhand des
Green City Plan, welcher 8 Maßnahmen zum Thema Radverkehr formuliert, oder
des neuen Mobilitätskonzeptes DA2030+ ist denkbar.
Weiter so!
Zuständige Institution(en)
Stadtplanungsamt/ Abt. Mobilität
Maßnahmenevaluation
81
Mobilität Maßnahme 65: Radschnellwege
Beschreibung nach IKSK 2013
Einrichtung und Erprobung von Schnellradwegen auf ausgewählten Strecken, insbesondere um
wichtige stadtnahe Pendler- und Freizeitstrecken CO2-sparsam zurücklegen zu können.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Der Radschnellweg zwischen Darmstadt und Frankfurt befindet sich im Bau. Mitte 2019 wurde der
erste Streckenabschnitt zwischen Wixhausen und Egelsbach eröffnet. Mit der Planung für die
Weiterführung bis zum S-Bahnhof Wixhausen wurde begonnen.
Evaluation
Auswirkung:
Das Land Hessen hat eine Potenzialanalyse Radschnellwege veröffentlicht. Für
die Strecke DA -F wird ein Potential von 2.500 Radpendlern prognostiziert. Für
eine mögliche Durchroutung einer Raddirektverbindung durch das Stadtgebiet ist
eine Machbarkeitsstudie beauftragt, mit Ergebnissen ist Mitte 2020 zu rechnen.
Für die Verbindung DA - Rhein-Neckar wurde eine Machbarkeitsstudie fertig
gestellt, die ein geringeres Potential als die Verbindung nach Frankfurt ermittelt
hat.
Zukünftiges Vorgehen:
Der Ausbau von Radschnellwegen sollte weiter vorangebracht werden. Es wird
außerdem vorgeschlagen eine Neustrukturierung der Maßnahmen zur
Radverkehrsförderung (Nr. 62 - 66) in zwei neue Maßnahmen vorzunehmen.
Dabei würde in einer Maßnahme alle infrastrukturellen Verbesserungen (neue
Radwege, sichere Kreuzungen, Radabstellanlagen, Lademöglichkeiten für E -
Bikes usw.) zusammengefasst und in einer weiteren Maßnahme alle übrigen
Aktivitäten zur Radverkehrsförderung wie beispielsweise Informationskampagnen
und Wettbewerbe wie das Stadtradeln zu berücksichtigen. Auch eine
Neustrukturierung anhand des Green City Plan, welcher 8 Maßnahmen zum
Thema Radverkehr formuliert, oder des neuen Mobilitätskonzeptes DA 2030+ ist
denkbar.
Weiter so!
Zuständige Institution(en)
Stadtplanungsamt/ Abt. Mobilität
Maßnahmenevaluation
82
Mobilität Maßnahme 66: Radverkehrsanlagenetz im Internet
Beschreibung nach IKSK 2013
Durch ein Informationsangebot im Internet, welches auch Informationen von Radfahrern integriert, soll
die Attraktivität erhöht werden, das Fahrrad im Stadtverkehr zu benutzen. Alle wesentlichen
Informationen über den Radverkehr in Darmstadt über die Website der Wissenschaftsstadt Darmstadt
mit anzubieten.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Die Stadt Darmstadt stellt auf ihrer Homepage ein umfangreiches Informationsangebot zur Verfügung.
Dazu zählen ein Fahrradstadtplan und verschiedene Radroutenpläne, ein Regelkatalog, Informationen
zu Verleihangeboten und Zä hlstellen sowie Informationen zu den aktuellen Maßnahmen. Außerdem
können Bürger*innen im Mängelmelder "DA ist was!" Schäden und Störungen an Radwegen melden.
Evaluation
Auswirkung:
Das Angebot stellt alle wichtigen Informationen rund um das Radfahren in
Darmstadt zur Verfügung. Inwieweit dadurch Bürger*innen zu einer vermehrten
Nutzung des Fahrrads motiviert werden, lässt sich nicht beziffern.
Zukünftiges Vorgehen:
Das Informationsangebot sollte regelmäßig aktualisiert und ergänzt werden. Es
wird außerdem vorgeschlagen eine Neustrukturierung der Maßnahmen zur
Radverkehrsförderung (Nr. 62 - 66) in zwei neue Maßnahmen vorzunehmen.
Dabei würde in einer Maßnahme alle infrastrukturellen Verbesserungen (neue
Radwege, sichere Kreuzungen, Radabstellanlagen , Lademöglichkeiten für E -
Bikes usw.) zusammengefasst und in einer weiteren Maßnahme alle übrigen
Aktivitäten zur Radverkehrsförderung wie beispielsweise Informationskampagnen
und Wettbewerbe wie das Stadtradeln zu berücksichtigen. Auch eine
Neustrukturierung anhand des Green City Plan, welcher 8 Maßnahmen zum
Thema Radverkehr formuliert, oder des neuen Mobilitätskonzeptes DA2030+ ist
denkbar.
Weiter so!
Zuständige Institution(en)
Stadtplanungsamt/ Abt. Mobilität
Maßnahmenevaluation
83
Mobilität Maßnahme 67: Neue Konzepte zur
Parkraumbewirtschaftung
Beschreibung nach IKSK 2013
Um Anreize für einen verstärkten motorisierten Individualverkehr (MIV) zu vermeiden, sollten zum
einen keine Erweiterungen des Parkplatzangebots im Zentrum erfolgen und zum anderen für die
bestehenden Parkplätze ein gestaffeltes Gebührensystem zur Anwendung kommen. Die
Parkraumbewirtschaftung soll helfen, dass unnötige Kurzfahrten mit dem Pkw in die Kernstadt nicht
vorgenommen werden, im Gegenzug sind positive Anreize zur Nutzung alternative r Mobilitätsformen
(zu Fuß, Fahrrad, ÖPNV) zu schaffen.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Im Bereich der Kuppelkirche und im Kapellplatzviertel wurde 2017 eine Parkraumbewirtschaftung
eingeführt. Die Anwohnerschaft wurde über einen Flyer, der Ende Oktober 2017 an alle betroffenen
Haushalte verteilt wurde, über die Maßnahme informiert. Zwischen 8 und 20 Uhr ist das Parken
(Höchstparkdauer zwischen 2 und 4h) hier nun kostenpflichtig. Anwohner können für 120 € im Jahr
von der Regelung befreit werd en und zusätzlich Besucherkarten erwerben. 32 Im November 2018 ist
die Zone i westlich bis zur Albert -Schweitzer-Anlage erweitert worden. Darüber hinaus wird derzeit im
nördlichen Bessungen eine Parkraumbewirtschaftung eingeführt. 33
Evaluation
Auswirkung:
Nach Einführung der Parkraumbewirtschaftung wurde eine Erhebung
durchgeführt, bei der tagsüber ein Drittel weniger Fahrzeuge innerhalb des
Wohnviertels festgestellt wurden. Somit konnte eine Verkehrsberuhigung und ein
niedrigeres Gefahrenpotential für Rad fahrer und Fußgänger erreicht werden. Es
ist allerdings davon auszugehen, dass ein gewisser Anteil des Verkehrs in
benachbarte Quartiere verlagert wurde und es dort möglicherweise zu einer
Verschlechterung der Situation beigetragen hat.
Zukünftiges Vorgehen:
Die regelmäßige Prüfung, ob sich weitere Quartiere für die Einrichtung einer
Parkraumbewirtschaftung eignen, ist fortzuführen. Außerdem ist in den
bestehenden Zonen zu prüfen, ob durch eine Anpassung der Gebühren weitere
Lenkungswirkung erzielt werden kann.
Weiter so!
Zuständige Institution(en)
Stadtplanungsamt/ Abt. Mobilität
32 Weitere Informationen hierzu gibt es unter: https://da-
bei.darmstadt.de/topic/vorhabenliste/thought/1108
33 Weitere Informationen hierzu gibt es unter: https://www.darmstadt.de/presseservice/archiv-
einzelansicht/news/einfuehrung-der-parkraumbewirtschaftung-bessungen-nord--neuordnung-der-
parkflaechen?type=97
Maßnahmenevaluation
84
Mobilität Maßnahme 68: Veränderung der Stellplatzsatzung zu
Gunsten des Umweltverbundes
Beschreibung nach IKSK 2013
Die Maßnahme umfasst die Entwicklung einer ganzheitlichen Stellplatzstrategie für Wohn - sowie
Gewerbegebiete. Hierbei sollen die Verkehrsmittel des Umweltverbundes gefördert werden, bei
gleichzeitiger Verringerung des Flächenverbrauchs für Parkraum. Die Stellplatzsatzung soll außerdem
eine Förderun g des Radverkehrs durch anspruchsvolle Standards für Fahrradabstellanlagen
berücksichtigen.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Die Stellplatzsatzung für Darmstadt definiert wie viele Stellplätze für PKW und für Fahrräder an
privaten und öffentlichen Gebäude mindestens zur Verfügung gestellt werden müssen. Sie wurde
2019 überarbeitet. Folgende Punkte sind dabei klimaschutzrelevant:
Im Vergleich zur alten Stellplatzsatzung sind zukünftig weniger PKW -Stellplätze und mehr
Fahrradabstellanlagen vorgesehen (z.B. bei Mehrfamilienhäusern 0,9 statt 1,2 PKW -Stellplätze und
2,5 statt 2 Fahrradabstellplätze pro Wohneinheit). In Gebieten mit e iner guten Anbindung mit
öffentlichen Verkehrsmitteln müssen weniger Parkplätze bereitgestellt werden. Außerdem können an
Stelle eines PKW -Stellplatzes 4 Fahrradabstellplätze errichtet werden. Auch das Thema
Elektromobilität ist in der Stellplatzsatzung be rücksichtigt. Bei mehr als 20 notwendigen Stellplätzen
sind für 10 % bautechnische Maßnahmen für eine Stromzuführung vorzubereiten. In der Lincoln -
Siedlung, einem Modellquartier für verkehrsreduziertes Wohnen, wurde erstmals auch eine
Höchstzahl an Stellplätzen definiert. Hier sind höchstens 0,65 Stellplätze je Wohneinheit vorgesehen.
Evaluation
Auswirkung:
Mit den gennannten Änderungen trägt die Stadt dazu bei, dass sich das
Mobilitätsverhalten zugunsten des Umweltverbundes verändert.
Zukünftiges Vorgehen:
Die Stellplatzsatzung sollte regelmäßig überprüft und angepasst werden.
Insbesondere der Anteil der Stellplätze mit Ladevorrichtung für E -Fahrzeuge
muss in den nächsten Jahren erhöht werden. Außerdem können Vorgaben zu
Stellplätzen für Carsharing -Fahrzeuge ergänzt werden. Darüber hinaus ist zu
prüfen, inwiefern Mindestangaben in die Stellplatzsatzung integriert werden
können. Hierzu kann auf Erfahrungen aus dem Projekt Lincoln -Siedlung
zurückgegriffen werden.
Geringfügige
Anpassung
Zuständige Institution(en)
Stadtplanungsamt
Maßnahmenevaluation
85
Mobilität Maßnahme 69: Rückbau von Stellplätzen zur Aufwertung
des öffentlichen Raumes
Beschreibung nach IKSK 2013
Durch den Rückbau von hierfür geeigneten Stellplätzen können zwei Ziele erreicht werden: Erstens,
es kann der Umweltverbund gefördert werden, da Anreize, das Auto für eine Innenstadtfahrt zu
benutzen, reduziert werden; Zweitens wird die Aufenthaltsqualität in der Kernstadt aufgewertet,
sodass die Innenstadt als bevorzugtes Einkaufsziel und durch die Ve rlängerung der Aufenthaltsdauer
eine Förderung erfährt (verbesserte Konkurrenzsituation gegenüber der „Grünen Wiese“).
Aktueller Umsetzungsstand: In Planung
Der Rückbau von Stellplätzen wird im Rahmen des Umbaus der Klappacher Straße geprüft.
Evaluation
Auswirkung:
Keine
Zukünftiges Vorgehen:
Es sollte regelmäßig geprüft werden, ob weitere Stellplätze rückgebaut werden
können. Diese Maßnahme kann in Maßnahme 67 integriert werden.
Gehen wir es an!
Zuständige Institution(en)
Stadtplanungsamt
Maßnahmenevaluation
86
Mobilität Maßnahme 70: Verbindliche Begrünungsfestsetzungen
für Parkplätze
Beschreibung nach IKSK 2013
Für Neubauflächen verlangt die Stellplatzsatzung der Wissenschaftsstadt Darmstadt
Mindestbegrünungen. Diese Regelungen sollten auf bestehende Parkplätze ausgeweitet werden, die
dieser Begrünungspflicht bisher nicht unterliegen, z. B. dass je 4 Parkplätze ein Baum zu pflanzen ist.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird teilweise umgesetzt
Die Maßnahme wurde teilweise umgesetzt. Die Stellplatzsatzung legt nach wie vor fest, dass für je
vier Stellplätze zwischen den Stellplätzen (oder in begründeten Ausnahmen in nächster Nähe) ein
standortgerechter hochstämmiger Baum in einer unbefestigten Pflanzfläche zu pflanzen und dauerhaft
zu erhalten ist. Ergänzen d wird bei städtebaulichen Wettbewerben (bspw. bei der Konzeptvergabe
zum Marienplatz) Klimaschutz und Klimaanpassung als Leitziele vorgegeben, sodass auch bei diesen
Projekten ausreichend Begrünung eingeplant wird. Vorgaben für bestehende Parkflächen wurd en
bislang nicht realisiert.
Evaluation
Auswirkung:
Durch Begrünungen kann sowohl das Mikroklima verbessert werden, als auch
eine verstärkte CO 2-Aufnahme erreicht werden. Zusätzlich werden großflächige
Versiegelungen aufgelockert.
Zukünftiges Vorgehen:
Das Thema Klimaanpassung wurde bereits in mehreren Projekten berücksichtigt.
Eine Ausweitung der Vorgaben zur Begrünung auf bestehende bauliche
Strukturen wird weiterhin empfohlen. Um diesen Prozess weiter voranzubringen,
kann die Stadt ein Klimaanpassungs konzept erstellen, welches Leitlinien
beinhaltet, an denen sich die relevanten Akteure orientieren können. Die
Erstellung von Studien und Analysen zum Thema Klimaanpassung wird im
Rahmen des hessischen Klimaschutzplans und durch das Bundesprogramm
„Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels“ gefördert.
Umfangreiche
Anpassung
Zuständige Institution(en)
Stadtplanungsamt
Maßnahmenevaluation
87
Mobilität Maßnahme 71: Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen
Beschreibung nach IKSK 2013
Tempo 30 hat sich in Wohngebieten bewährt und zu Umweltentlastungen geführt. Mittlerweile wird
immer mehr auch über Tempo 30 auf innerörtlichen Hauptverkehrsstraßen diskutiert. Das
Umweltbundesamt hat vor einigen Jahren empfohlen, besonders in Städten, die stark unter
Feinstaubbelastungen leiden, Tempo 30 auch auf Hauptstraßen einzuführen. Das Klimaschutzkonzept
fordert die Einführung einer durchgängigen Tempo 30 -Regelung nicht nur für Wohngebiete, sondern
auch für Hauptverkehrsstraßen in Darmstadt.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird teilweise umgesetzt
In Darmstadt wurden bereits an einigen Hauptverkehrsstraßen abschnittsweise Tempo 30 eingeführt.
Seit 2017 gilt nachts in der Karlstraße und im Bereich des City -Rings bis zur Kirchstraße ein Tempo -
30-Limit. Zusätzlich gilt dies auch fü r die Frankfurter Straße und die Heinrichstraße. Die Hügelstraße
Ostportal bis Karlstraße ist ganztägig auf 30 km/h reguliert. Die Umsetzung von Tempo 30_Bereichen
kann nur z.B. aus Gründen z.B. des Lärmschutzes, der Sicherheit oder Luftschadstoffbelastung
eingeführt werden. Weitere Ausweisung von Tempo 30-Bereichen sind in der Prüfung.
Evaluation
Auswirkung:
Tempo-30-Zonen bzw. Abschnitte sorgen für eine geringere Lärm - und
Schadstoffbelastung. Zudem sinkt das Gefahrenpotential für andere
Verkehrsteilnehmer (Fahrrad, Fußgänger…).
Zukünftiges Vorgehen:
Es sollte weiterhin regelmäßig geprüft werden, inwiefern das Einrichten von
Tempolimits realisiert werden kann.
Weiter so!
Zuständige Institution(en)
Umweltamt, Straßenverkehrs und Tiefbauamt
Maßnahmenevaluation
88
Mobilität Maßnahme 72: Einführung einer City-Maut
Beschreibung nach IKSK 2013
Als Innenstadtmaut, auch City -Maut, wird die Erhebung von Gebühren (Maut) für die Nutzung
innerstädtischer Verkehrsinfrastruktur durch den motorisierten Individualverkehr bezeichnet. Durch die
Einführung einer City-Maut soll der Umfang des MIV in der Innenstadt reduziert werden.
Aktueller Umsetzungsstand: Offen
Für die Einführung einer City-Maut gibt es derzeit keine rechtliche Grundlage.
Evaluation
Auswirkung:
Bislang keine.
Zukünftiges Vorgehen:
Die Maßnahme kann erst umgesetzt werden, wenn sich die rechtlichen
Rahmenbedingungen ändern.
Nicht
weiterverfolgen
Zuständige Institution(en)
Straßenverkehrs und Tiefbauamt, Stadtplanungsamt/ Abt. Mobilität
Maßnahmenevaluation
89
Mobilität Maßnahme 73: Schulungen für kraftstoffsparende
Fahrweise (Spritsparkurse)
Beschreibung nach IKSK 2013
Eine umweltfreundliche Fahrweise leistet einen Beitrag zur Verringerung des Kraftstoffverbrauchs. In
kurzzeitigen Lehrgängen wird eine kraftstoffsparende Fahrweise vermittelt. Derartige Lehrgänge
sollten zum einen im Rahmen des betrieblichen und kommunalen Mobilitätsmanagements als auch für
die breite Masse der Autofahrer von Fahrschulen und Automobil-Clubs angeboten werden.
Aktueller Umsetzungsstand: Offen
Diese Maßnahme wurde bislang nicht umgesetzt.
Evaluation
Auswirkung:
Keine
Zukünftiges Vorgehen:
Durch Spritsparkurse sind nur geringe CO 2-Einsparungen zu erwarten,
insbesondere im Hinblick auf die Autonomisierung des Mobilitätssektors. Darüber
hinaus ist davon auszugehen, dass es zu Rebound -Effekten kommen kann. Es
wird empfohlen, diese Maßnahme nicht weiter zu verfolgen.
Nicht
weiterverfolgen
Zuständige Institution(en)
Umweltamt/ Klimaschutz, Unternehmen
Maßnahmenevaluation
90
Mobilität Maßnahme 74: Förderung des Car-Sharing
Beschreibung nach IKSK 2013
Carsharing ist eine bedarfsbezogene und effiziente Nutzung von Kraftfahrzeugen durch
Gemeinschaftsautos. Von Seiten der Stadt ist eine begünstigte Infrastruktur, z. B. gut gelegene
reservierte Stellplätze, bereitzustellen. Außerdem kann die Stadt durch Öffentlichkei tsarbeit zu diesem
Thema leisten.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Car-Sharing wird innerhalb der Stadt schon zahlreich angeboten. Bisher (Stand 2019) gibt es 140
stationsbasierte Fahrzeuge und 70 City -Flitzer. Für die stationsbasierten Fahrzeuge sind an 63
Stationen verfügbar. Die City -Flitzer verfügen über 14 feste Stat ionen, davon 13 mit kombiniertem
Angebot. Die Verteilung der Stellplätze sind der book -n-drive-Homepage zu entnehmen. Der Ausbau
wird kontinuierlich erweitert. Der Ausbau erfolgt beispielsweise in Zusammenarbeit von book -n-drive
und der HEAG Holding.34
Evaluation
Auswirkung:
Die Bevölkerung kann zunehmend auf das eigene Fahrzeug verzichten, wodurch
weniger Parkraum benötigt wird. Zudem werden bei Sharing -Systemen bspw.
Elektrofahrzeuge rentabler, sodass weniger Emissionen innerhalb der Stadt
ausgestoßen werden.
Zukünftiges Vorgehen:
Die Stadt sollte weiterhin mit Carsharing -Anbietern zusammenarbeiten um das
Angebot stetig zu erweitern. Es wird empfohlen die Maßnahmen 74 und 75
zusammenzulegen.
Weiter so!
Zuständige Institution(en)
Stadtplanungsamt/ Abt. Mobilität, Car-Sharing Unternehmen
34 Weitere Informationen hierzu gib t es unter: https://www.heag.de/heag-book-n-drive-carsharing-
gmbh-erweitert-angebot/
Maßnahmenevaluation
91
Mobilität Maßnahme 75: Förderung von Car-Sharing-Stellplätzen
auf öffentlichen Flächen
Beschreibung nach IKSK 2013
Die gute, ortsnahe und an zentralen Zielpunkten vorhandene Verfügbarkeit von Fahrzeugen
unterstützt die Bereitschaft sich am Car -Sharing zu beteiligen. Aus diesem Grunde sollten von
öffentlicher Seite ausreichende und vielfältige Stellplätze zur Verfügung gestellt werden.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Car-Sharing wird innerhalb der Stadt schon zahlreich angeboten. Bisher (Stand 2019) gibt es 140
stationsbasierte Fahrzeuge und 70 City -Flitzer. Für die stationsbasierten Fahrzeuge sind an 63
Stationen verfügbar. Die City -Flitzer verfügen über 14 feste Stat ionen, davon 13 mit kombiniertem
Angebot. Die Verteilung der Stellplätze sind der book -n-drive-Homepage zu entnehmen. Der Ausbau
wird kontinuierlich erweitert.
Evaluation
Auswirkung:
Die Bevölkerung kann zunehmend auf das eigene Fahrzeug verzichten, wodurch
weniger Parkraum benötigt wird. Zudem werden bei Sharing -Systemen bspw.
Elektrofahrzeuge rentabler, sodass weniger Emissionen innerhalb der Stadt
ausgestoßen werden.
Zukünftiges Vorgehen:
Die Stadt sollte weiterhin mit Carsharing -Anbietern zusammenarbeiten um das
Angebot stetig zu erweitern. Es wird empfohlen die Maßnahmen 74 und 75
zusammenzulegen.
Weiter so!
Zuständige Institution(en)
Stadtplanungsamt/ Abt. Mobilität
Maßnahmenevaluation
92
Mobilität Maßnahme 76: Förderung von Fahrgemeinschaften
Beschreibung nach IKSK 2013
In Darmstadt ist der Berufspendlerverkehr eine der Hauptquellen für den motorisierten
Individualverkehr. Die Durchschnittsquote der Belegung von Pkws liegt bei 1,2 Personen. Würde diese
sich auf 2 Personen erhöhen, dann würden 40 % der Autofahrten wegfallen. Die Stadt sollte daher
insbesondere für Berufspendler die Bildung von Fahrgemeinschaften fördern.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Die Stadt Darmstadt kooperiert mit dem ortsansässigen Start -Up Unternehmen flinc, welches eine
Online-Mitfahr-Börse für Pendler entwickelt hat. Mit der Initiative "2 pro Auto" wurde das Angebot
öffentlichkeitswirksam beworben. Außerdem wurde eine Verlinkung zum Anbieter auf der städtischen
Homepage eingerichtet.
Evaluation
Auswirkung:
Durch die Nutzung von Mitfahrzentralen können insbesondere bei Pendlern
erhebliche Emissionen vermieden werden.
Zukünftiges Vorgehen:
Die Kooperation der Stadt Darmstadt mit flinc sollte fortgesetzt werden.
Weiter so!
Zuständige Institution(en)
Stadtplanungsamt/ Abt. Mobilität, flinc, 2proAuto
Maßnahmenevaluation
93
Mobilität Maßnahme 77: Förderung von Gas- und Elektromobilität
Beschreibung nach IKSK 2013
Durch finanzielle oder immaterielle Anreize soll die Anzahl von erdgasbetriebenen und elektrisch
betriebenen Fahrzeugen überdurchschnittlich erhöht werden. Die Anzahl von entsprechenden
Fahrzeugen soll deutlich über den Bundesdurchschnitt liegen bzw. angestrebte Zielwerte
überschreiten. Zur verstärkten Nutzung von Elektroautos sollten nicht nur die Ziele der
Bundesregierung – 1 Millionen Fahrzeuge bis 2020, was ca.1.800 E -Autos für Darmstadt bedeuten
würde – sondern darüber hinaus weitere Potenziale erschlossen werden.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird teilweise umgesetzt
Im Jahr 2018 wurde in der „Mobilitätsordnung der Wissenschaftsstadt Darmstadt“ festgelegt, dass der
Anteil an Fahrzeugen, die die Umwelt weniger belasten (Elektro -, Hybrid -und Gasfahrzeuge o.ä.),
erhöht werden soll.
Die Elektromobilität wird in Darmstadt auf mehreren Ebenen geförde rt. So wird der kommunale
Fuhrpark sukzessive auf Elektrofahrzeuge umgestellt. Die EAD und die TU Darmstadt bieten
Mitarbeitern für Dienstfahrten Pedelecs an. Die Ladeinfrastruktur wurde in den letzten Jahren (unter
anderem in Zusammenarbeit mit der ENTEGA ) ausgebaut. Im Ladesäulenregister der Stadt
Darmstadt sind derzeit (Stand Januar 2020) sind derzeit 30 Ladestellen verzeichnet. Im "Netzwerk
Elektromobilität Darmstadt Rhein Main Neckar" sind insbesondere Forschungseinrichtungen
miteinander vernetzt. Seit 2015 wird außerdem jährlich ein "Tag der Elektromobilität" ausgerichtet.
Derzeit wird außerdem ein eigenständiges Elektromobilitätskonzept entwickelt.
Evaluation
Auswirkung:
Die Maßnahmen zur Förderung der Elektromobilität tragen direkt und indirekt
dazu bei, dass mehr Elektrofahrzeuge eingesetzt werden.
Zukünftiges Vorgehen:
Die Förderung der Elektromobilität sollte beibehalten und erweitert werden. Es ist
geplant das E -Carsharing- Angebot weiter auszubauen und Sharing -Fahrzeuge
mit Verbrennungsmotor zu ersetzen. Zudem ist auch das privilegierte Parken für
E-Fahrzeuge geplant. Außerdem sollen private Lademöglichkeiten und die
Umstellung von herkömmlichen Taxen auf E -Modelle gefördert werden. Dabei
sollten die Ergebnisse des Elektromobilitätskonzeptes berücksichtigt werden.
Maßnahme 77 und 78 könnten zukünftig gemeinsam behandelt werden. Die
Umstellung des städtischen Fuhrparks auf Elektrofahrzeuge sollte zukünftig als
eigenständige Maßnahme mit in das Klimaschutzkonzept aufgenommen werden.
Geringfügige
Anpassung
Zuständige Institution(en)
Stadtplanungsamt/ Abt. Mobilität
Maßnahmenevaluation
94
Mobilität Maßnahme 78: Ausbau des Netzes von Stromtankstellen
Beschreibung nach IKSK 2013
Die Nutzung von Elektrofahrzeugen soll in der Wissenschaftsstadt Darmstadt durch eine verbesserte
Infrastruktur von Stromtankstellen unterstützt bzw. erleichtert werden. An zentralen Standorten, z. B.
Parkhäusern, Langzeitparkplätzen, sollten überall entsprechende Tankstellen installiert werden. Von
Seiten der Wissenschaftsstadt Darmstadt sollten Standortvorschläge entwickelt werden, um ein
qualifiziertes Gesamtnetz an Stromtankstellen im Stadtgebiet anzustreben.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Die Elektromobilität wird in Darmstadt auf mehreren Ebenen gefördert. So wird der kommunale
Fuhrpark sukzessive auf Elektrofahrzeuge umgestellt. Die EAD und die TU Darmstadt bieten
Mitarbeitern für Dienstfahrten Pedelecs an. Die Ladeinfrastruktur wurde in den letzten Jahren (unter
anderem in Zusammenarbeit mit der ENTEGA) ausgebaut. Im Ladesäulenregister der Stadt
Darmstadt sind derzeit (Stand Januar 2020) sind derzeit 30 Ladestellen verzeichnet. Im "Netzwerk
Elektromobilität Darmstadt Rhein Main Neckar" si nd insbesondere Forschungseinrichtungen
miteinander vernetzt. Seit 2015 wird außerdem jährlich ein "Tag der Elektromobilität" ausgerichtet.
Derzeit wird außerdem ein eigenständiges Elektromobilitätskonzept entwickelt.
Evaluation
Auswirkung:
Die Maßnahmen zur Förderung der Elektromobilität tragen direkt und indirekt
dazu bei, dass mehr Elektrofahrzeuge eingesetzt werden.
Zukünftiges Vorgehen:
Die Förderung der Elektromobilität sollte beibehalten und erweitert werden. Im
Zuge dessen sollten auch private Lademöglichkeiten und die Umstellung von
herkömmlichen Taxen auf E -Modelle gefördert werden. Dabei sollten die
Ergebnisse des Elektromobilitätskonzeptes berücksichtigt werden. Maßnahme 77
und 78 könnten zukünftig gemeinsam behandelt werden.
Geringfügige
Anpassung
Zuständige Institution(en)
Stadtplanungsamt/ Abt. Mobilität
Maßnahmenevaluation
95
Mobilität Maßnahme 79: Gemeinschaftliche Bringdienste
Beschreibung nach IKSK 2013
Bringdienste, die nachbarschaftliche Einkaufsgemeinschaften bedienen, können die Zahl der Wege,
die mit einem Pkw zurückgelegt werden, erheblich reduzieren. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt
könnte für potenzielle Nachbarschaftsgruppen ein Beispielskonzept entwickeln, um positive Anreize zu
schaffen. Als einen ersten Schritt könnte die Durchführung eines Runden Tisches zu diesem Thema
mit bekannten Wohn- und Nachbarschaftsgruppen organisiert werden.
Aktueller Umsetzungsstand: Offen
In der Lincoln -Siedlung, einem Modellquartier für autoreduziertes Wohnen, wurden Aspekte der
gemeinschaftlichen Organisation von Mobilität berücksichtigt. Dazu wurde mit der Mobilitätszentrale
eine Anlaufstelle vor Ort eingerichtet, welche Bewohners chaft, Bauherren, Planende und
Projektentwickler rund um das Thema Mobilität berät.
Evaluation
Auswirkung:
Mobilitätskonzepte wie das der Lincoln -Siedlung machen die Menschen vom
eigenen Auto unabhängig und beschränken den Kfz-Verkehr auf ein notwendiges
Minimum. Die Erfahrungen damit sollen beim Entwicklungsprozess für das
nächste Quartier, das Ludwigshöhviertel, berücksichtigt werden.
Zukünftiges Vorgehen:
Die Maßnahme wurde auf Quartiersebene angegangen. Eine Ausweitung auf
das gesamte Stadtgebiet ist schwierig, da die Stadt nur wenige
Einflussmöglichkeiten auf das Bilden von Fahrgemeinschaften ausüben kann.
Diese werden heutzutage in der Regel über Social -Media-Plattformen oder
spezielle Apps organisiert. Auch die von der Stadtverwaltung unterstütze App
flinc (vgl. Maßnahme 74) kann für diese Zwecke verwendet werden. Es ist daher
nicht notwendig, diese Maßnahme gesondert beizubehalten.
Nicht
weiterverfolgen
Zuständige Institution(en)
Stadtplanungsamt/ Abt. Mobilität
Maßnahmenevaluation
96
Mobilität Maßnahme 80: Aufbau eines City-Logistik-Systems für die
Versorgung der Innenstadt
Beschreibung nach IKSK 2013
Durch den Aufbau eines City -Logistik-Systems für die Innenstadt soll die Anzahl von Lieferfahrten in
die Innenstadt reduziert werden. Dabei werden am Stadtrand zentral Waren angeliefert, um diese
dann empfängerbezogen mit weniger Fahrten auszuliefern.
Aktueller Umsetzungsstand: In Planung
Die City -Logistik wurde ausführlich im Green City Plan thematisiert. Dazu wurden die drei
Maßnahmenbündel mit jeweils mehreren Untermaßnahmen entwickelt:
L1: Stufenkonzept zur Koordination und (Um-) Steuerung der Urbanen Logistikaktivitäten
L2: Einführung City Logistik Management (Koordinationseinheit) zur Strukturierung und Integration der
Aktivitäten zu Standorten/ Flächen (Urban Fulfillment Hubs, Mikrodepots, neutrale Paketstationen an
Mobilitätsstationen) und Förderung von Fahrzeugen (E-Lkw, E-Lieferwagen, Lastenräder/ E-Pedelecs)
L3: Umweltsensitive Lieferflotten -Steuerung/City-Tunnel u.a. für Durchgangsverkehr ohne Quellen -
Senken-Beziehungen mit automatischer Verkehrsüberwachung
Die Umsetzung der Maßnahmen wird derzeit durch das zuständige Fachamt geprüft.
Evaluation
Auswirkung:
Erste Ansätze sind vorhanden. Das Logistikunternehmen GLS hat in einem
Pilotprojekt 2017 erfolgreich die Einrichtung von Mikro -Depots in Kombination mit
eBikes und eVans getestet. 35 Die Beibehaltung scheiterte an der Sicherstellung
eines diebstahlsicheren Standorts für das E-Lastenrad.36
Zukünftiges Vorgehen:
Das Pilotprojekt von GLS hat gezeigt, dass eine klimafreundliche Logistik in der
Darmstädter Innenstadt möglich ist. Es sollte eine flächendeckende Umsetzung
unter Einbezug aller Logistikunternehmen angestrebt werden.
Gehen wir es an!
Zuständige Institution(en)
Stadtplanungsamt/ Abt. Mobilität
35 Weitere Informationen hierzu gibt es unter: https://www.postbranche.de/2017/03/29/city-logistik-gls-
germany-startet-lastenraeder-in-darmstadt/
36 Weitere Informationen hierzu gibt es unter: https://www.echo-online.de/lokales/darmstadt/positive-
bilanz-des-pilotprojekts-mit-paketzusteller-umstellung-auf-e-bikes-lohnt-sich-aber-ein-stellplatz-
fehlt_18447079
Maßnahmenevaluation
97
Mobilität
Maßnahme 81: Informationsplattform und
Berechnungshilfen für Verkehrsmittelwahl (Effektivitäts-
und Effizienzkalkulation inkl. Vollkostenabrechnung)
Beschreibung nach IKSK 2013
Da oftmals falsche Vorstellungen über die realen Kosten der Nutzung des eigenen Pkws bestehen,
soll eine Internetplattform eingerichtet werden, die mit Unterstützung von Routenplanern
Berechnungen ermöglicht, die objektive Informationen über die tatsächlichen Kosten des Nutzers bei
der Wahl der verschiedenen Verkehrsmittel für die jeweils vorgesehenen Wege anbietet.
Aktueller Umsetzungsstand: Offen
Bei der Mobilitätsberatung in der Lincoln -Siedlung wird das Thema der nachhaltigen und
kosteneffizienten Mobilität behandelt. Eine Online -Berechnungshilfe für die Verkehrsmittelwahl für
Darmstadt wurde nicht entwickelt. Es gibt aber mittlerweile Online -Plattformen, die solche Lösungen
bundesweit anbieten, beispielsweise von der Uni Bremen.
Evaluation
Auswirkung:
Es ist davon auszugehen, dass das Beratungsangebot in der Lincoln -Siedlung
und die Nutzung eines Vergleichsportals zu einem nachhaltigeren
Mobilitätsverhalten beitragen.
Zukünftiges Vorgehen:
Die Einrichtung einer eigenen Internetplattform auf kommunaler Ebene ist nicht
nötig, da bereits bundesweite Lösungen bestehen. Die Maßnahme wird daher
nicht weiterverfolgt.
Nicht
weiterverfolgen
Zuständige Institution(en)
Stadtplanungsamt/ Abt. Mobilität
Maßnahmenevaluation
98
Mobilität Maßnahme 82: Schulmedien zum Thema Mobilität und
ÖPNV-Nutzung erarbeiten und bereitstellen
Beschreibung nach IKSK 2013
Das Mobilitätsverhalten zu Gunsten des Umweltverbundes zu verändern, muss bei den Kindern
anfangen. Das Thema ÖPNV -Nutzung soll Schulkinder erreichen und an den Umweltverbund
heranführen. Vorhandene Schulungsmöglichkeiten sollen in den Schulen stärker beworben werden.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Die Maßnahme wird im Rahmen des Netzwerks Schule & Mobilität umgesetzt. Dieses wurde 2009 als
Zusammenschluss von rund 20 Institutionen aus den Bereichen Schule und Verkehr gegründet und
führt regelmäßig Aktionen in Darmst adt und dem Landkreis Darmstadt -Dieburg zur Vermittlung eines
nachhaltigen Mobilitätsverhaltens durch. Dabei spielt die Gestaltung des Schulwegs eine zentrale
Rolle, z.B. bei der Aktionswoche "Zu Fuß zur Schule" und der Erstellung von Schulwegplänen. Auf d er
Homepage des Netzwerks wird umfangreiches Unterrichtsmaterial bereitgestellt.
Evaluation
Auswirkung:
Schulwegpläne bestehen mittlerweile für 21 Schulen in Darmstadt und
Darmstadt-Dieburg, das Angebot der Beratung besteht für weitere Schulen. Die
Emissionsminderungen, welche sich durch die Aktionen erreicht werden, sind
schwer zu beziffern. Durch jedes Kind, welches nicht mit dem Auto zur Schule
gefahren wird, werden rund 100g CO2 pro Kilometer gespart. Dies kann je nach
Anzahl der Schüler und Fahrten einige Tonnen an Emissionen ausmachen.
Zukünftiges Vorgehen:
Die erfolgreiche Arbeit des Netzwerks sollte fortgeführt werden. Die Maßnahmen
60 und 81 sollten aufgrund der engen thematischen Zusammenhänge zu einer
gemeinsamen Maßnahme "Mobilitätsmanagement für Kitas und Schulen"
zusammengeführt werden. Ergänzend können über die Kommunalrichtlinie
"Energiesparmodelle für Kitas und Schulen" weitere Klimaschutzaktionen sowie
geringinvestive Maßnahmen gefördert werden.
Weiter so!
Zuständige Institution(en)
Netzwerk „Schule + Mobilität“
Maßnahmenevaluation
99
Handlungsfeld „Gewerbe/Industrie“ 3.2.6
Gewerbe/Industrie Maßnahme 83: Unterstützung von Unternehmen in der
Gründungsphase zum Klimaschutz
Beschreibung nach IKSK 2013
In Darmstadt soll insbesondere die Gründung von Unternehmen gefördert werden, die Produkte und
Dienstleistungen im Bereich Klimaschutz anbieten. Darmstadt sollte zu einem besonderen
Gründerzentrum von Unternehmen zum Klimaschutz entwickelt werden. Hierzu bedarf es beratender
und finanzieller Unterstützung. Die Technische Universität und die Hochschule Darmstadt bieten auf
Grund ihrer Ausbildungsgänge und Forschungsaktivitäten beste Voraussetzungen und
Rahmenbedingen zur Gründung derartiger Unternehmen.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Die Maßnahme wird im Rahmen von drei Programmen umgesetzt. Zum einen das Gründerzentrum
HIGHEST der TU Darmstadt, dem Technologie und Gründerzentrum HUB31, sowie dem Centrum für
Satellitennavigation Hessen (CESAH), welches Gründungen im Bereich der Satellitenapplikationen
fördert, die teils auch unmittelbar auf klimaschutzrelevante Sachverhalte durch die Nutzung von Geo -
Daten abzielen.
Evaluation
Auswirkung:
Klimaeffekte werden in den Gründerzentren insgesamt durch die gemeinsame
Nutzung von Services/Infrastrukturen erreicht (Synergieeffekte, Flächen -
/Ressourceneffizienz). Außerdem zeigt sich, dass in Darmstadt Startups im
Bereich Digitalisierung / IKT-Lösungen schwerpunktmäßig gefördert werden, was
vielfach gegenüber "konventionellen" Gründun gen eine höhere Klimaneutralität
impliziert bzw. mit sich bringt, dass die entwickelten Produkte Klimaeffekte
haben37.
Zukünftiges Vorgehen:
Es wird empfohlen die drei Förderprogramme fortzusetzen. In Zusammenarbeit
mit den Einrichtungen sollte geprüft wer den, inwiefern die Klimawirkung der
Startups in die Förderung einbezogen werden kann.
Weiter so!
Zuständige Institution(en)
Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung, TUD, IHK
37 Michael Kolmer, Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung
Maßnahmenevaluation
100
Gewerbe/Industrie Maßnahme 84: Ökoprofit für kleinere und mittlere
Unternehmen
Beschreibung nach IKSK 2013
Ökoprofit ist ein kostengünstiges Umweltberatungsprogramm für Unternehmen, um mit externer
Unterstützung Maßnahmen zu identifizieren und zu realisieren, die die Betriebskosten senken und die
Umwelt entlasten.
Aktueller Umsetzungsstand: In Planung
In Darmstadt ist bislang kein eigenes Ökoprofit -Netzwerk aktiv. Nichtsdestotrotz haben einige
Darmstädter Unternehmen bereits am Projekt teilgenommen. Am Ökoprofit -Netzwerk Südhessen,
welches vom Kreis Groß Gerau init iiert wurde, nehmen das Marienhospital und die e -netz südhessen
AG teil. Darüber hinaus wir das Jugendstilbad nach Ökoprofit -Standard betrieben und steht in
regelmäßigem Austausch mit weiteren Bädern. Handwerksbetriebe haben bislang nicht an dem
Projekt teilgenommen.
Evaluation
Auswirkung:
Teilnehmende Unternehmen verpflichten sich, dass der Ausgleich von Ökonomie
und Ökologie eine hohe Bedeutung hat und Grundlage unternehmerischer
Entscheidungen ist.
Zukünftiges Vorgehen:
Es sollten Gespräche mit interessierten Unternehmen organisiert werden, um
Teilnehmer für ein Darmstädter Ökoprofit -Netzwerk zu gewinnen. Eine
Zusammenarbeit mit dem Ökoprofit -Netzwerk des LK GG kann geprüft werden.
Die speziell auf Handwerksbetriebe ausgerichtete Maßnahme 90 kann in die
allgemeine Maßnahme 84 integriert werden.
Gehen wir es an!
Zuständige Institution(en)
Umweltamt/ Klimaschutz, IHK
Maßnahmenevaluation
101
Gewerbe/Industrie Maßnahme 85: Betriebliches Mobilitätsmanagement
Beschreibung nach IKSK 2013
Durch die Einrichtung eines betrieblichen Mobilitätsmanagements sollen die Beschäftigten unterstützt
werden, umweltfreundliche Mobilitätsformen zu wählen. Einzelmaßnahmen wie „Bike + Business“
oder Job-Ticket können Teil dieses Mobilitätsmanagements sein.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Mit "Südhessen Effizient mobil" sind die Strukturen vorhanden, um den Unternehmen in Darmstadt die
Einführung und Umsetzung eines Mobilitätsmanagements zu ermöglichen. Das Programm wird durch
die IVM GmbH durchgeführt, an d er die Wissenschaftsstadt Darmstadt neben weiteren Kommunen im
Rhein-Main-Gebiet beteiligt ist. 38
Das Job -Ticket im RMV ermöglicht es Unternehmen ab 51 Mitarbeitern, vergünstigte Tickets zu
erhalten. Das Programm Bike + business wird teilweise genutzt (Z.B. durch die TU Darmstadt).
Evaluation
Auswirkung:
Unternehmen in Darmstadt haben einen direkten Ansprechpartner sowie
kostenlose Beratung zum Thema betriebliches Mobilitätsmanagement.
Zukünftiges Vorgehen:
Das Projekt "Südhessen Effizient mobil" sollte weitergeführt werden. Programme
wie das Job-Ticket und Bike + Business sollten dabei berücksichtigt werden. Das
Job-Ticket könnte in Zusammenarbeit mit den RMV überarbeitet werden, sodass
auch kleinere Firmen teilnehmen können.
Weiter so!
Zuständige Institution(en)
Stadtplanungsamt/ Abt. Mobilität, RMV, Südhessen Effizienz Mobil/ IVM
38 Weitere Informationen hierzu gibt es unter: https://www.ivm-rheinmain.de/kommunaler-
service/betriebliches-mobilitaetsmanagement/
Maßnahmenevaluation
102
Gewerbe/Industrie Maßnahme 86: Energetische Sanierung von Nicht-
Wohngebäuden
Beschreibung nach IKSK 2013
Durch gezielte Ansprache von Unternehmen sollen verstärkt energetische Sanierungen von Nicht. -
Wohngebäuden in Darmstadt angeregt werden. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt macht auf die
Herausforderung der energetischen Sanierung durch Aktionen (z. B. konkrete Ansprache von
Unternehmen) aufmerksam und bie tet Unternehmen Unterstützungsleistungen an, die sich auf
Planung, Beratung, Vermittlung von Partnern mit entsprechenden Erfahrungen, Vermittlung von
Fördermöglichkeiten und sonstige Leistungen beziehen kann. Best Practice Beispiele werden bekannt
gemacht.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Die ENTEGA bietet ihren Geschäftskunden eine Energieeffizienzberatung an. Dabei werden
Einsparpotenziale aufgedeckt, Möglichkeiten der dezentralen Energieerzeugung untersucht sowie die
Energiebeschaffung und das Energiemanagement thematisiert. Weiterhin können sich Unternehmen
über das Energieeffizienz-Netzwerk ETA-Plus (vgl. Maßnahme 91) austauschen.39
Evaluation
Auswirkung:
Nach Angaben der ENTEGA können durch die 2018 durchgeführten Energie-
Beratungsprojekte für Geschäftskunden jährlich 3.600 MWh Energie und 436 t
CO2 eingespart werden. Diese Angaben beinhalten neben
Sanierungsmaßnahmen an den Nicht -Wohngebäuden weitere Maßnahmen zur
Steigerung er Effizienz wie beispielsweise Prozessoptimierungen.
Zukünftiges Vorgehen:
Das Beratungsangebot sollte fortgeführt werden. Kooperationen mit
Energieeffizienznetzwerken (Vgl. Maßnahmen 84 und 91) sollten geprüft werden.
Geringfügige
Anpassung
Zuständige Institution(en)
ENTEGA
39 Weitere Informationen hierzu gibt es unter: https://www.darmstadt.ihk.de/produktmarken/beraten-
und-informieren/umwelt-energie/energie/eta-plus
Maßnahmenevaluation
103
Gewerbe/Industrie Maßnahme 87: Abwärme von Industrie- und
Gewerbeunternehmen nutzen
Beschreibung nach IKSK 2013
Erschließung von bisher nicht genutzten Abwärmeströmen aus dem gewerblichen Bereich für
Wärmenutzungen in Wohngebäuden oder anderen Wärmeabnehmern. Auf Basis vorliegender
Leitfäden (z. B. Leitfaden des Landes Bayern) soll eine erste Grobermittlung für das Stadtgebiet von
Darmstadt vorgenommen werden. Danach s ind die weiteren Schritte festzulegen. Diese
Grobermittlung kann mit der Erstellung eines Wärmeatlasses verbunden werden.
Aktueller Umsetzungsstand: Offen
Im Bereich der Abwärmenutzung wurden bislang keine Maßnahmen ergriffen.
Evaluation
Auswirkung:
Durch Abwärmenutzung kann die Energieeffizienz um einen mittleren bis hohen
einstelligen Prozentsatz erhöht werden. Abwärme kann außerdem einen Teil des
fossilen Brennstoffeinsatzes im Fernwärmenetz vermeiden.
Zukünftiges Vorgehen:
Um eine effiziente Nutzung der in Darmstadt auftretenden Wärmeströme zu
ermöglichen, sollte ein Wärmeatlas erstellt werden, welcher aufzeigt, wo in
Darmstadt Wärmequellen und Wärmesenken verortet sind. Dies sollte in
Zusammenarbeit mit Fernwärmenetzbetreibern erfolgen. In ei nem Wärmeatlas
kann neben Abwärme auch erneuerbare Wärmequellen verzeichnet werden. Es
erscheint daher sinnvoll die Maßnahmen 87, 98 und 108 zukünftig gebündelt zu
behandeln. Maßnahme 126 ist identisch mit Maßnahme 87.
Gehen wir es an!
Zuständige Institution(en)
Umweltamt/ Klimaschutz, ENTEGA
Maßnahmenevaluation
104
Gewerbe/Industrie Maßnahme 88: Energieeffiziente Arbeitsplätze
Beschreibung nach IKSK 2013
Die Unternehmen sollen dazu angeregt werden, möglichst energieeffiziente Arbeitsgeräte
anzuschaffen und zu nutzen. Allein die Arbeitsplatzcomputer in Darmstadt dürften im Jahr
durchschnittlich 10.000.000 kWh an Strom verbrauchen.
Aktueller Umsetzungsstand: Offen
Diese Maßnahme wurde bislang nicht explizit angegangen. Es ist denkbar das Thema im Rahmen der
Gründung eines eigenen Ökoprofit -Netzwerkes umzusetzen (vgl. Maßnahme 84) oder in das
bestehende Energieeffizienznetzwerk ETA-Plus (vgl. Maßnahme 91) zu integrieren.
Evaluation
Auswirkung:
Es ist davon auszugehen, dass Unternehmen aus Kostengründen bei
Neuanschaffungen bereits auf energiesparsame Geräte achten. Nichtsdestotrotz
kann das Thema in die Netzwerkarbeit integriert werden, um so weitere
Potenziale auszuschöpfen.
Zukünftiges Vorgehen:
Eine Beibehaltung als separate Maßnahme wird a ls nicht notwendig angesehen.
Stattdessen kann das Thema in den Maßnahmen 84 und 91 integriert werden.
Gehen wir es an!
Zuständige Institution(en)
Umweltamt/ Klimaschutz, IHK
Maßnahmenevaluation
105
Gewerbe/Industrie Maßnahme 89: Bekanntmachung guter Beispiele aus dem
Bereich Gewerbe und Wirtschaft
Beschreibung nach IKSK 2013
Durch Befragung der Darmstädter Unternehmen soll ermittelt werden, welche beispielhaften Projekte
und Maßnahmen einzelne Unternehmen zum Klimaschutz durchgeführt haben. Die Maßnahmen
werden bewertet und über eine gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit von der Wissenschaftsstadt
Darmstadt mit IHK und Handwerkskammer breit bekannt gemacht.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Die Maßnahme wird im Rahmen des Energieeffizienz -Netzwerks ETA -Plus umgesetzt (vgl.
Maßnahme 91). In dem 2015 gegründeten Netzwerk werden Workshops angeboten und Vor -Ort-
Beratungen durchgeführt, bei denen Optimierungspotenziale identifiziert und
Energieeinsparmaßnahmen angeregt werden. Anschließend begleitet das Netzwerk die Umsetzung
und verfolgt die Einsparerfolge. Die Kommunikation von Best -Practice-Beispiele und der
Erfahrungsaustausch sind dabei wesentliche Bestandteile. Im Netzwerk bringen sich derzeit 10
Partnerunternehmen mit ihrer Expertise ein und insgesamt 26 teilnehmende Untern ehmen profitieren
von den Veranstaltungen, Energieworkshops und Vor-Ort-Terminen.
Evaluation
Auswirkung:
Durch die Umsetzung von Einsparmaßnahmen in den einzelnen Unternehmen
des Netzwerks werden energetische Emissionen verringert und Energiekosten
eingespart. Insbesondere bei Querschnittstechnologien (Druckluft,
Dampferzeugung, Elektromotoren, Pumpen) bietet der regelmäßige
Erfahrungsaustausch Synergie-Effekte.
Zukünftiges Vorgehen:
Die Erkenntnisse aus dem Energieeffizienz -Netzwerks ETA-Plus sollten weiteren
interessierten Unternehmen nutzbar gemacht werden. Um einen zielgerichteten
Technologie- und Wissenstransfer zu ermöglichen, sollte über
branchenspezifische Erfahrungsaustauschplattformen nachgedacht werden. D a
die Kommunikation von Best-Practice-Beispielen ein wesentlicher Bestandteil der
Netzwerkarbeit sind, kann die Maßnahme mit Maßnahme 91 zus ammengelegt
werden.
Geringfügige
Anpassung
Zuständige Institution(en)
Umweltamt/ Klimaschutz, IHK, Stadtmarketing
Maßnahmenevaluation
106
Gewerbe/Industrie Maßnahme 90: Beratungen für Handwerksbetriebe
Beschreibung nach IKSK 2013
Mit Hilfe von systematischen Beratungen soll bei Handwerksbetrieben insbesondere der
Stromverbrauch effizienter organisiert werden. Zusätzlich sollen Erstberatungen zum
Wärmeverbrauch bei offensichtlichen, unnötigen Wärmeverlusten erfolgen.
Aktueller Umsetzungsstand: Offen
Die Umsetzung dieser Maßnahme könnte analog zur Maßnahme 88 im Rahmen der Gründung eines
eigenen Ökoprofit -Netzwerkes (Maßnahme 84) angegangen werden. Teilnahmen von
Handwerksbetrieben an Ökoprofit sind bislang nicht bekannt.
Evaluation
Auswirkung:
Durch die Gründung eines Netzwerk s speziell für Handwerksunternehmen
könnten Einsparpotenziale aufgezeigt und ausgetauscht werden. Teilnehmende
Unternehmen verpflichten sich, dass der Ausgleich von Ökonomie und Ökologie
eine hohe Bedeutung hat und Grundlage unternehmerischer Entscheidungen ist.
Zukünftiges Vorgehen:
Es sollten Gespräche mit interessierten Unternehmen organisiert werden, um
Teilnehmer für ein Darmstädter Ökoprofit -Netzwerk zu gewinnen. Die speziell auf
Handwerksbetriebe ausgerichtete Maßnahme 90 sollte in die allgemeine
Maßnahme 84 integriert werden. Es ist außerdem denkbar, dass sich ein
Energieeffizienz-Netzwerk von Handwerksbetrieben aus dem Schulungsangebot
der regionalen Energiegemeinschaft Südhessen e.V. (vgl. Maßnahme 36 und
39) ergibt.
Gehen wir es an!
Zuständige Institution(en)
Umweltamt/ Klimaschutz, Handwerkskammer
Maßnahmenevaluation
107
Gewerbe/Industrie Maßnahme 91: Erfahrungsaustausch betriebliches
Energiemanagement
Beschreibung nach IKSK 2013
Über einen regelmäßigen gegenseitigen Erfahrungsaustausch zwischen größeren und mittleren
Unternehmen sollen praktische Erfahrungen ausgetauscht und Anregungen und Anreize für
Energiespar- und Klimaschutzmaßnahmen geschaffen werden.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Die Maßnahme wird im Rahmen des Energieeffizienz -Netzwerks ETA -Plus umgesetzt. In dem 2015
gegründeten Netzwerk werden Workshops angeboten und Vor -Ort-Beratungen durchgeführt, bei
denen Optimierungspotenziale identifiziert und Energieeinsparmaßnahmen angeregt werden.
Anschließend begleitet das Netzwerk die Umsetzung und verfolgt die Einsparerfolge. Die
Kommunikation von Best -Practice-Beispiele und der Erfahrungsaustausch sind dabei wesentliche
Bestandteile. Im Netzwerk bringen sich derzeit 10 Partner mit ihrer Expertise ein und insgesamt 26
teilnehmende Unternehmen profitieren von den Veranstaltungen, Energieworkshops und Vor -Ort-
Terminen. Im Gegensatz zu Ökoprofit -Netzwerken (vgl. Maßnahme 84) ist dieses Netzwerk eher auf
größere Unternehmen ausgerichtet.
Evaluation
Auswirkung:
Durch die Umsetzung von Einsparmaßnahmen in den einzelnen Unternehmen
des Netzwerks werden energetische Emissionen verringert und Energiekosten
eingespart. Insbesondere bei Querschnittstechnologien (Druckluft,
Dampferzeugung, Elektromotoren, P umpen) bietet der regelmäßige
Erfahrungsaustausch Synergie-Effekte.
Zukünftiges Vorgehen:
Die Erkenntnisse aus dem Energieeffizienz -Netzwerks ETA-Plus sollten weiteren
interessierten Unternehmen nutzbar gemacht werden. Um einen zielgerichteten
Technologie- und Wissenstransfer zu ermöglichen, sollte über
branchenspezifische Erfahrungsaustauschplattformen nachgedacht werden. D a
die Kommunikation von Best-Practice-Beispielen ein wesentlicher Bestandteil der
Netzwerkarbeit sind, kann die Maßnahme mit Maßnahme 89 zusammengelegt
werden.
Geringfügige
Anpassung
Zuständige Institution(en)
Umweltamt/ Klimaschutz, IHK, TU Darmstadt
Maßnahmenevaluation
108
Handlungsfeld „Private Haushalte“ 3.2.7
Private Haushalte
(Ernährung u.
Konsum)
Maßnahme 92: Koordinierende Arbeitsgruppe
„Energiekosten einkommensschwacher Haushalte“
Beschreibung nach IKSK 2013
Da einkommensschwache Personen überdurchschnittlich oft in bau - und heizungsanlagentechnisch
schlechten Wohngebäuden wohnen, kaum energieeffiziente Geräte besitzen und zudem häufig nur
geringe Kenntnisse zu energiesparendem Verhalten haben, sind diese besonders stark von
steigenden Energiekosten betroffen. Eine koordinierende Arbeitsgruppe aus Sozialamt,
Wohnungsunternehmen und Energieversorger soll einkommensschwache Haushalte bei der
Umsetzung energiesparenden Verhaltens unterstützen.
Aktueller Umsetzungsstand: abgeschlossen
Es wurde eine Arbeitsgruppe „Finanzschwache Haushalte" gegründet. Diese AG gliedert sich in drei
Unterarbeitsgruppen auf:
1. Die bestehenden Angebote der Energiesparberatung in Darmstadt wurden erfasst, beurteilt und
koordiniert. Mit Wohnungsbaugesellschaften wurden Informationskanäle festgelegt.
2. Die ENTEGA AG hat mit dem Ziel Energiesperren durch Zahlungsausfälle möglichst zu vermeiden,
sein Forderungs management kundenfreundlich überarbeitet. So wurden präventive Angebote
geschaffen bzw. ausgebaut und deutlich variablere Tilgungsmöglichkeiten geschaffen.
3. Es wurde eine städtische Zuschussaktion zur Anschaffung energiesparender Haushaltsgeräte ins
Leben gerufen. In der entsprechenden AG Gerätesubventionierung haben sich folgende Institutionen
zusammengefunden: Caritasverband Darmstadt e.V., Initiative Arbeit im Bistum Mainz e.V., ENTEGA
AG, Jobcenter Darmstadt, Wissenschaftsstadt Darmstadt. Ziel der AG ist es, einkommensschwachen
Haushalten zu ermöglichen, mit einer finanziellen Eigenbeteiligung energieeffiziente Haushaltsgeräten
(im ersten Schritt nur Kühlgeräte) zu erwerben. (vgl. Maßnahmen 93 und 94)
Durch diese Aktivitäten verfügt die Zielgruppe inzwischen über einen zentralen Ansprechpartner mit
niedrigschwelligen Beratungsmöglichkeiten sowie finanzielle Unterstützung beim Kauf
energiesparender Haushaltsgeräte.
Evaluation
Auswirkung:
Allein in den ersten 1,5 Jahren seit dem Umsetzungsbeginn de s Projekts im
Sommer 2016 wurden 15.000 Euro Finanzierung gewährt. Energiesperren
aufgrund von Zahlungsversäumnissen wurde durch Überarbeitung des
Forderungsmanagements von Seiten ENTEGAs entgegengewirkt.
Zukünftiges Vorgehen:
Die erfolgreiche Arbeit der AG soll fortgeführt werden, sodass weitere Haushalte
die finanzielle und beratende Unterstützung zur Einsparung von Energie nutzen
können. Die Maßnahmen 92, 93 und 94 sind eng miteinander verknüpft.
Trotzdem wird eine separate Beibehaltung der einzelnen Ma ßnahmen
empfohlen.
Weiter so!
Zuständige Institution(en)
Amt für Soziales und Prävention, ENTEGA, Verbraucherzentrale, Caritasverband Darmstadt e.V.,
Initiative Arbeit im Bistum Mainz e.V., ENTEGA AG, Jobcenter Darmstadt
Maßnahmenevaluation
109
Private Haushalte
(Ernährung u.
Konsum)
Maßnahme 93: Stromspar-Check für
einkommensschwache Haushalte
Beschreibung nach IKSK 2013
Durch eine kostenlose Energieberatung sowie Bereitstellung von Energiesparlampen und
abschaltbaren Steckerleisten sollen die Energiekosten für einkommensschwache Haushalte reduziert
werden.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Die Maßnahme wurde durch die Arbeitsgruppe „Finanzschwache Haushalte" realisiert. Die Stromspar -
Checks werden im Rahmen einer Kooperation zwischen der Stadt Darmstadt, dem Landkreis
Darmstadt-Dieburg und der ENTEGA realisiert. Die Beratungen werden durch d ie Initiative Arbeit im
Bistum Mainz e.V. durchgeführt. Dabei werden die Haushalte bezüglich Einsparmöglichkeiten beim
Verbrauch von Strom, Wasser und Heizung beraten und darin unterstützt, das eigene Verhalten zu
ändern. Hierbei werden auch teilweise Arti kel wie LED -Lampen oder schaltbare Steckerleisten
kostenfrei ausgegeben.
Der Stromsparcheck ist eine Voraussetzung für die Gewährung von Zuschüssen für sparsame
Haushaltsgeräte (vgl. Maßnahme 94).
Evaluation
Auswirkung:
Zwischen 2014 und 2017 konnten bereits in 471 Haushalten Stromspar -Checks
durchgeführt werden. Durchschnittlich spart jeder der beratenen Haushalte 148
Euro pro Jahr. Dies entspricht einer Reduktion des CO 2-Ausstoßes von jährlich
rund 1,3 Tonnen.
Zukünftiges Vorgehen:
Die Stromsparchecks sollten weiterhin finanzschwachen Haushalten angeboten
werden. Die Maßnahmen 92, 93 und 94 sind eng miteinander verknüpft.
Trotzdem wird eine separate Beibehaltung der einzelnen Maßnahmen
empfohlen.
Weiter so!
Zuständige Institution(en)
Amt für Soziales und Prävention, ENTEGA, Verbraucherzentrale, Caritasverband Darmstadt e.V.,
Initiative Arbeit im Bistum Mainz e.V., ENTEGA AG, Jobcenter Darmstadt
Maßnahmenevaluation
110
Private Haushalte
(Ernährung u.
Konsum)
Maßnahme 94: Zuschuss-Aktion für
einkommensschwache Haushalte zur Anschaffung
energieeffizienter Haushaltsgeräte
Beschreibung nach IKSK 2013
Durch eine Zuschuss -Aktion sollen einkommensschwachen Personen Fördermittel für
Haushaltsgeräte bereitgestellt werden, damit diese energieintensive Altgeräte durch neue, besonders
energiesparenden Haushaltsgeräten ersetzen können.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Die Maßnahme wurde durch die Arbeitsgruppe „Finanzschwache Haushalte" realisiert. Nach der
Durchführung des Stromspar -Checks (vgl. Maßnahme 93) können folgende Zuschüsse beantragt
werden, um einen energiesparsamen Kühlschrank anzuschaffen:
150 € aus Bundesmitteln (Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare
Sicherheit)
Kunden der ENTEGA AG erhalten einen zusätzlichen Zuschuss in Höhe von 30 €
Zusätzlich kann durch die AG Gerätesubventionierung ein weiterer städtischer Zuschuss
gewährt werden, wenn aus Eigenmitteln mindestens 75 € aufgebracht werden.
Evaluation
Auswirkung:
Seit Projektbeginn 2016 bis Ende 2018 (letzte verfügbare Zahlen) wurden bei
471 aktiven Haushalten 5.948 Soforthilfen installiert. Die Anzahl der
ausgetauschten "Weißen Ware" beträgt 1.260 (Ziel: 1.254) und die Menge der
sonstigen Geräte beträgt 884 (Ziel: 874). Die fast 6.000 Sofortmaßnahmen
haben zu einer durchschnittlichen Einsparung von 358 kWh Strom, bzw. 256 kg
CO2 pro Jahr geführt hat. Für die Haushalte bedeutete es gleichzeitig eine
Einsparung von 93€/a. Außerdem wurden 209 Gutscheine für das
Kühlgerätetauschprogramm ausgegeben, was bei tatsächlichem Austausch des
Geräts in einer zusätzlichen Einsparung von 348 kWh/a bzw. 208 kg CO 2/a und
einer finanziellen Entlastung von 91€/a resultierte.
Die regionalen aber auch bundesweiten Erfahrungen im Stromsparcheck zeigen,
dass der Bundeszuschuss in Höhe von 150 € nur selten in Anspruch genommen,
da die Differenz zum Neupreis nicht finanziert werden kann. Durch den
zusätzlichen kommunalen Zuschuss kann also diese finanzielle Hürde für die
Betroffenen überwunden werden.
Zukünftiges Vorgehen:
Das erfolgreiche Programm sollte fortgeführt werden. Die Maßnahmen 92, 93
und 94 sind eng miteinander verknüpft. Trotzdem wird eine sep arate
Beibehaltung der einzelnen Maßnahmen empfohlen. Die Maßnahmen 94 und 95
können aufgrund der inhaltlichen Überschneidung zusammengeführt werden.
Weiter so!
Zuständige Institution(en)
Amt für Soziales und Prävention, ENTEGA, Verbraucherzentrale, Caritasverband Darmstadt e.V.,
Initiative Arbeit im Bistum Mainz e.V., ENTEGA AG, Jobcenter Darmstadt
Maßnahmenevaluation
111
Private Haushalte
(Ernährung u.
Konsum)
Maßnahme 95: Förderung zur Anschaffung
energieeffizienter Haushaltsgeräte
Beschreibung nach IKSK 2013
Ein Förderprogramm soll Anreize schaffen um alte, nicht energieeffiziente Haushaltsgeräte durch
Neukauf von besonders energiesparenden Geräten zu ersetzen.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Diese Maßnahme wird im Rahmen von Maßnahme 94 bereits seit Jahren erfolgreich umgesetzt.
Evaluation
Auswirkung:
Siehe Maßnahme 94.
Zukünftiges Vorgehen:
Das erfolgreiche Programm sollte fortgeführt werden. Die Maßnahmen 92, 93
und 94 sind eng miteinander verknüpft. Trotzdem wird eine separate
Beibehaltung der einzelnen Maßnahmen empfohlen. Die Maßnahmen 94 und 95
können aufgrund der inhaltlichen Überschneidung zusammengeführt werden.
Weiter so!
Zuständige Institution(en)
Amt für Soziales und Prävention, ENTEGA, Verbraucherzentrale, Caritasverband Darmstadt e.V.,
Initiative Arbeit im Bistum Mainz e.V., ENTEGA AG, Jobcenter Darmstadt
Maßnahmenevaluation
112
Private Haushalte
(Ernährung u.
Konsum)
Maßnahme 96: Förderung regionaler Produkte
Beschreibung nach IKSK 2013
Um eine Reduzierung von Verkehrsemissionen durch verkürzte Transportwege von Güterverkehr zu
erreichen, soll die regionale Vermarktung gefördert werden. Großverbraucher wie Großkantinen,
Verpflegungsbetriebe und Eigenbetriebe der Stadt DA sollen erreicht und zur stärkeren Nutzung von
regionalen Produkten angeregt werden.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Aus dem Projekt Ökolandbau Modellregionen Hessen mit dem Motto ‚Mehr Bio aus Hessen für
Hessen!‘ hat sich die Modellregion Süd gebildet, welche die Stadt Darmstadt und die Landkreise
Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau sowie den Odenwaldkreis umfasst. Bei der Auftaktveranstaltung im
März 2019 wurden die Ziele, die Organisationsstruktur und die Projektgrupp en vorgestellt. Die
Modellregion wurde eingerichtet, um eine intensive Vernetzung interessierter Akteure*innen zu
erreichen, regionale Wertschöpfungsketten im Bio -Segment zu stärken, Brücken zwischen der
Lebensmittelerzeugung und dem –verbrauch zu bauen, s owie die ökologischen
Lebensmittelproduktion auszuweiten.
Darüber hinaus wird die Maßnahme im Rahmen des Darmstädter Wochenmarktes umgesetzt. Ein Teil
des Sortiments von überregionalen Ursprungs wurde durch regionale Produkte ersetzt. Etwa ein
Drittel der verkauften Ware am Wochenmarkt ist inzwischen regionalen Ursprungs. Die regional
gekennzeichneten Produkte kommen aus einem Radius von unter 50 km. Bei der Vergabe neuer
Verkaufsplätze wird geprüft ob die Produkte aus der Region kommen.
Evaluation
Auswirkung:
Durch die zunehmende Vernetzung im Bereich der ökologischen
Lebensmittelproduktion und den verstärkten Fokus auf regionale Produkte, wie
etwa bei der Vergabe von Verkaufsplätzen auf dem Wochenmarkt, werden
bereits Emissionen eingespart.
Zukünftiges Vorgehen:
Die Umsetzung dieser Maßnahme ist erfolgreich angelaufen. Es sollte auf
weitere Bereiche ausgeweitet werden. Beispielsweise könnten
Großverbraucher*innen und die städtischen Eigenbetriebe hier vermehrt in die
Pflicht genommen werden, auf regionale Produkte zu setzen.
Geringfügige
Anpassung
Zuständige Institution(en)
Darmstadt Marketing GmbH, Ökolandbau Modellregionen Süd
Maßnahmenevaluation
113
Handlungsfeld „Energieversorgung fossil“ 3.2.8
Energieversorgung
fossil
Maßnahme 97: Leitlinien zur Erreichung des Ziels CO2-
Neutralität bei der Energieversorgung
Beschreibung nach IKSK 2013
Auch in Darmstadt soll dieses Ziel von Seiten der ENTEGA mit Unterstützung der Wissenschaftsstadt
Darmstadt angestrebt werden. Den Rahmen hierfür kann zum einen der Green City Prozess und das
Leitbild „Klimaneutralität“ der Wissenschaftsstadt Darmstadt bilden.
Aktueller Umsetzungsstand: Offen
Die Geschäftspolitik der ENTEGA ist bereits auf dem Weg in Richtung Klimaneutralität. Im
Nachhaltigkeitsbericht werden die Treibhausgasemissionen veröffentlicht und es wird eine Strategie
zur Verbesserung der Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells erläutert.
Evaluation
Auswirkung:
Die ENTEGA hat durch die Einrichtung eines Nachhaltigkeitsmanagements und
die Veröffentlichung der Nachhaltigkeitsberichte bereits einen guten Grundstein
gelegt. Durch das Formulieren von konkreten Leitlinien zur Erreichung der
Klimaneutralität würde der Energieversorger eine Vorreiterrolle in der Branche
einnehmen. Mögliche Kostenminderungseffekte ergeben sich durch größere
Überschüsse an CO2-Zertifikaten. Außerdem ist ein Imagegewinn zu erwarten.
Zukünftiges Vorgehen:
Die Klimaziele der ENTEGA befinden sich derzeit in Überarbeitung. Nach
derzeitigem Stand der Überlegungen wird die Frage, bis wann ENTEGA
klimaneutral ist, für die einzelnen Scopes gemäß GHG -Protokoll differenziert
beantwortet. Darüber hinaus wird derzeit der Klimakennwert „X -Degree-
Campatibility“ ermittelt, welcher angibt, um wie viel Grad sich die Erde erwärmen
würde, wenn alle Unternehmen so emissionsintensiv wirtschaften würde, wie die
ENTEGA. Aus den Kennzahlen, sollte ein konkreter Fahrplan zur Minderung der
Treibhausgasemissionen abgeleitet und in der Unternehmensstrategie verankert
werden. Die Überprüfung der eigenen Ziele sollten regelmäßig im Rahmen der
Nachhaltigkeitsberichte veröffentlicht werden.
Gehen wir es an!
Zuständige Institution(en)
ENTEGA, Umweltamt/Klimaschutz
Maßnahmenevaluation
114
Energieversorgung
fossil
Maßnahme 98: Erstellung eines „Wärmeatlas“ zur
Vernetzung der Energieerzeugung
Beschreibung nach IKSK 2013
Erstellung eines kommunalen „Wärmeatlas“ als Handlungsrahmen und konkretes
Umsetzungsinstrument für die Optimierung und Umstrukturierung der Wärmeversorgung in der
Wissenschaftsstadt Darmstadt.
Aktueller Umsetzungsstand: Offen
Es wurde bisher kein kommunaler Wärmeatlas erstellt, auch im Bereich der Abwärmenutzung wurden
bislang keine Maßnahmen ergriffen.
Evaluation
Auswirkung:
Da die Maßnahme bisher nicht umgesetzt wurde sind bisher keine Auswirkungen
zu verzeichnen. Durch Abwärmenutzung kann die Energieeffizienz um einen
mittleren bis hohen einstelligen Prozentsatz erhöht werden. Abwärme kann
außerdem einen Teil des fossilen Brennstoffeinsatzes im Fernwärmenetz
vermeiden.
Zukünftiges Vorgehen:
Um eine effiziente Nutzung der in Darmstadt auftretenden Wärmeströme zu
ermöglichen, sollte ein Wärmeatlas erstellt werden, welcher aufzeigt, wo in
Darmstadt Wärmequellen und Wärmesenken verortet sind. Dies sollte in
Zusammenarbeit mit Fernwärmenetzbetreibern erfolgen. In einem Wärmeatlas
kann neben Abwärme auch erneuerbare Wärmequellen verzeichnet werden. Es
erscheint daher sinnvoll die Maßnahmen 87, 98 und 108 zukünftig gebündelt zu
behandeln.
Gehen wir es an!
Zuständige Institution(en)
ENTEGA, Umweltamt/Klimaschutz
Maßnahmenevaluation
115
Energieversorgung
fossil Maßnahme 99: Hydraulischer Abgleich
Beschreibung nach IKSK 2013
Durch systematische Öffentlichkeits- und Beratungsarbeit soll erreicht werden, dass für möglichst viele
Heizungsanlagen der notwendige hydraulische Abgleich durchgeführt wird. Der hydraulische Abgleich
ist eine hocheffiziente Maßnahme, um die Effektivität von Heizungsanlagen zu verbessern.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Die Maßnahme wird im Rahmen eines ENTEGA Förderprogramms umgesetzt. Die Förderung umfasst
100 Euro pro hydraulischem Abgleich. Eine gezielte Informationskampagne gab es bisher nicht,
jedoch haben erste Gespräche mit der Themengruppe Klimaschutz, der lokalen Agenda 21 und der
ENTEGA diesbezüglich bereits stattgefunden.
Evaluation
Auswirkung:
Seit 2013 bis einschließlich 2018 wurden 136 Förderanträge gestellt, die zu einer
Einsparung von 81.600 kWh und 47,6 t CO2 geführt haben.
Zukünftiges Vorgehen:
Die Maßnahme soll durch eine Informationskampagne konkretisiert werden. Wie
diese finanziert und schlussendlich umgesetzt werden soll, ist derzeit noch offen.
Aufgrund der engen thematischen Überschneidung mit Maßnahme 100 wird eine
Zusammenlegung zu einer gemeinsamen Maßnahme „Effiziente Heizungen“
empfohlen.
Geringfügige
Anpassung
Zuständige Institution(en)
ENTEGA
Maßnahmenevaluation
116
Energieversorgung
fossil Maßnahme 100: Heizungspumpen-Austausch
Beschreibung nach IKSK 2013
Heizungsumwälzpumpen sind versteckte Verbraucher*innen, häufig veraltet und zu Tausenden
verbreitet. Hocheffiziente Umwälzpumpen reduzieren den Stromverbrauch um bis zu 80 Prozent.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Die Maßnahme wird im Rahmen eines ENTEGA Förderprogramms umgesetzt. Die Förderung umfasst
50 Euro für den Einbau einer Hocheffizienzpumpe. Eine explizite Informationskampagne oder Initiative
besteht nicht. Das im Klimaschutzkonzept vorgeschlagene Ziel einer jährlichen Austauschquote von
800 Pumpen, wurde nicht erreicht.
Evaluation
Auswirkung:
Seit 2013 bis einschließl. 2018 wurden 527 Förderanträge gestellt, die zu einer
Einsparung von 263.000 kWh und 131,75 CO2 geführt haben.
Zukünftiges Vorgehen:
Diese Maßnahme sollte fortgeführt werden. Eine Informationskampagne oder
Umsetzungsinitiative sollte in Erwägung gezogen werden, um die Anzahl der
getauschten Heizungspumpen weiter zu erhöhen. Aufgrund der engen
thematischen Überschneidung mit Maßnahme 99 wird eine Zusammenlegung zu
einer gemeinsamen Maßnahme „Effiziente Heizungen“ empfohlen.
Geringfügige
Anpassung
Zuständige Institution(en)
ENTEGA
Maßnahmenevaluation
117
Energieversorgung
fossil Maßnahme 101: Erdgasförderprogramm
Beschreibung nach IKSK 2013
Erdgas erzeugt deutlich weniger CO 2-Emissionen als Heizöl. Aus diesem Grunde sollen alle
ölbefeuerten Heizungsanlagen zumindest auf Erdgas umgestellt werden. Das Erdgasförderprogramm
ist hierfür ein geeignetes Instrument. Die ENTEGA unterstützt mit Fördermitteln die Umstellung von
Heizungsanlagen auf Erdgas, die noch mit Öl befeuert werden.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Die Maßnahme wird umgesetzt. Eine Förderung der ENTEGA von bis zu 1000 Euro ist vorhanden.
Die Anzahl der Ölheizungen ist in den letzten Jahren kontinuierlich zurückgegangen. Diese
Entwicklung ist nicht ausschließlich auf das Förderprogramm zurückzuführen, sondern vielmehr ein
deutschlandweiter Trend. Insbesondere da in Darmstadt mit dem flächendeckenden Gasnetz
wirtschaftlichere Alternativen vorhanden sind.
Evaluation
Auswirkung:
Seit 2013 bis einschließlich 2018 wurden 611 Förderanträge gestellt. Der
Umstieg von Öl - auf Gasheizungen stellt ein niedriges bis mittleres
Treibhausgasminderungspotenzial dar. Größere Einsparungen sind durch die
Umstellung auf regenerative Energieträger wie Biomasse, Solarthermie oder
Umweltwärme erreichbar.
Zukünftiges Vorgehen:
Die Förderung von Gasheizungen sollte nicht weitergeführt werden, da durch die
Umstellung von einem auf einen anderen fossilen Energieträger (z.B. Öl auf Gas)
nur geringe Emissionseinsparungen möglich sind. Gasheizungen stellen derzeit
die günstigste Form der Wärmeversorgung dar und müssen daher nicht
gesondert gefördert werden. Stattdessen sollte die Einrichtung regenerativer
Heizsysteme stärker gefördert werden.
Nicht
weiterverfolgen
Zuständige Institution(en)
Umweltamt/ Klimaschutz, ENTEGA
Maßnahmenevaluation
118
Energieversorgung
fossil Maßnahme 102: Ausbau Fernwärme
Beschreibung nach IKSK 2013
Der Ausbau der Fernwärme in Kombination mit der Förderung von Blockheizkraftwerken ist ein
wichtiges Element, um die Energieversorgung im Bestand besonders energieeffizient gestalten zu
können. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt verfügt über mehrere Fernwärmenetze, die als Grundlage
des weiteren Ausbaus genutzt werden können. Zum einen geht es darum weitere Gebäude, die in
dem im bestehenden Netzbereich liegen anzuschließen, und zum anderen weitere Nutzer durch
Ausbau in den Randbereichen des Netzes mit einzubeziehen.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Die Maßnahme wird erfolgreich umgesetzt. Aktuell sind rund 1.600 Gebäude in Darmstadt an ein
Fernwärmenetz angeschlossen.
Evaluation
Auswirkung:
Modernisierungsmaßnahmen wurden inzwischen durchgeführt (z.B. Heizwerk
Frankfurter Str., Energiezentrale TU) und der Bau neuer Leitungen (DA -Nord und
Campus Lichtwiese, Lincoln Sidedlung, Ausbau Röhnring etc.) hat ebenfalls
bereits stattgefunden.
Zukünftiges Vorgehen:
Der Ausbau der Fernwärmeversorgung sollte auch zukünftig verfolgt werden.
Weitere Projekte sind angedacht (z.B. Ausbau Mollerstadt, Ausbau 2. Abschnitt
Rhönring, Lincolnsiedlung) oder gar bereits in Umsetzung
(Technologieerprobung Fernwärmenetz DA Nord).
Neben dem Ausbau des Netzes sollte auch die weitere Integration
klimafreundlicher Energieträger und energieeffizienter Erzeugungsanlagen in das
Fernwärmenetz angegangen werden.
Geringfügige
Anpassung
Zuständige Institution(en)
Umweltamt/Klimaschutz, ENTEGA
Maßnahmenevaluation
119
Energieversorgung
fossil
Maßnahme 103: Umsetzung der Kraft-Wärme-
Kopplungspotenziale im Sektor Gewerbe, Handel und
Dienstleistungen
Beschreibung nach IKSK 2013
Durch gezielte Ansprache sollen Betriebe, Hotels, Dienstleistungs - und Verwaltungsbereiche für eine
Anwendung der KWK durch neue BHKW gewonnen werden.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Der BUND bot 2017 eine Infoveranstaltung zum Thema in Darmstadt an. Erste Umsetzungen sind zu
finden, wie etwa die ETA Fabrik der TU Darmstadt mit der Nutzung von zwei BHKW. Weiteres
Potenzial ist vorhanden. Die ursprünglich angedachte Gründung eines Runden Tisches zu KWK im
GHD-Bereich von Seiten der Stadt hat bisher nicht stattgefunden. Die Informierung der Öffentlichkeit
kann noch zielgerichteter vorangetrieben werden.
Evaluation
Auswirkung:
Die ETA Fabrik der TU Darmstadt ist mit der Nutzung von zwei BHKW ein
prominentes Beispiel für die Nutzungsmöglichkeiten der KWK.
Zukünftiges Vorgehen:
Eine Abstimmung bzw. Planung einer Öffentlichkeitskampagne oder
Fachveranstaltungen ist ein wichtiger nächster Schritt. Die Gründung eines
Runden Tischs von Seiten der Stadt zum Thema KWK im GHD -Bereich ist
abzuwägen. Im Rahmen der Informationsveranstaltungen / Aktivitäten sollte auch
ein konkreter Ansprechpartner für die Erstberatung genannt werden.
Umfangreiche
Anpassung
Zuständige Institution(en)
Umweltamt/Klimaschutz, ENTEGA, Unternehmen, Fachverbände
Maßnahmenevaluation
120
Energieversorgung
fossil
Maßnahme 104: Einsatz von Blockheizkraftwerken im
Stadtgebiet deutlich erhöhen.
Beschreibung nach IKSK 2013
Der Ausbau der Kraft -Wärme-Kopplung sollte durch die Installation von Mini -BHKWs intensiviert
werden, insbesondere im Zusammenhang mit dem Ausbau von Nahwärmenetzen. Der verstärkte
Einsatz von Mini-BHKWs und Mikro-BHKWs ist durch attraktive Contracting -Angebote und durch eine
intensive Bewerbung dieser Anlagen zu fördern.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Die Umstellung auf eine Mikro -BHKW Anlage wird aktuell seitens der ENTEGA mit bis zu 1.000 Euro
brutto gefördert.
Evaluation
Auswirkung:
Im Jahr 2013 wurden vier Förderanträge, in 2014 zwei Anträge mit einem Wert
von insgesamt 9.250 Euro gestellt. In den Folgejahren gab es keine weiteren
Anträge. Eine valide Aussage zu den CO 2-Einsparungen kann aufgrund
fehlender vorheriger Verbrauchswerte nicht getroffen werden.
Zukünftiges Vorgehen:
Es ist zu prüfen, ob eine stärkere Bewerbung der Maßnahme den Grad an
Umsetzung steigern kann. Evtl. sind die Möglichkeit und der Nutzen der
Maßnahme noch zu wenig bei privaten Hausbesitzer*innen bekannt. Eine
gezielte Informationskampagne oder Bewerbung der Maßnahme könnte helfen.
Diese Maßnahme ist identisch zu Maßnahme 106.
Geringfügige
Anpassung
Zuständige Institution(en)
ENTEGA
Maßnahmenevaluation
121
Energieversorgung
fossil
Maßnahme 105: Erstellung Konzept für Nahwärme-
/Kälteinseln
Beschreibung nach IKSK 2013
Erstellung eines kommunalen Konzeptes für Nahwärme-(Kälte-)netze. Ein derartiges Konzept geht auf
die Struktur des Verbrauchs ein, auf die Prozesse der Energieumwandlung und der Nutzung von
Energieträgern. Das Konzept erarbeitet insbesondere auf einzelne Standorte bezogen Perspektiven
für die mittelfristige Versorgungsstruktur und wie der Ausbau regenerativer Energien umgesetzt
werden kann.
Aktueller Umsetzungsstand: Offen
Die Maßnahme wurde aufgrund fehlender Nachfrage aus Industrie und Handwerk nicht umgesetzt.
Evaluation
Auswirkung:
Bislang besteht kein Konzept für Nahwärme - (und Kälte -)Netze als
Handlungsrahmen und konkretes Umsetzungsinstrument zur Umstrukturierung
der Energieversorgung.
Zukünftiges Vorgehen:
Der Maßnahme war eine mittlere Priorität zugeordnet worden mit Kosten von
geschätzten 100.000 Euro und interpretiert als Weichenstellung für ein CO 2-
Reduktionspotenzial. Ggf. ist es sinnvoll, durch das Erstellen von
Quartierskonzepten zunächst geeignete Gebiete zu identifizieren und Strukturen
zu prüfen, die für die Erstellung von kommunalen Nahwärme - oder Kältenetze in
Frage kommen.
Gehen wir es an!
Zuständige Institution(en)
Umweltamt/Klimaschutz, ENTEGA
Maßnahmenevaluation
122
Energieversorgung
fossil
Maßnahme 106: Förderung und Ausbau Mini-/Mikro-
BHKWs
Beschreibung nach IKSK 2013
Angestrebt wird eine Intensivierung des Ausbaus der Kraft -Wärme-Kopplung durch die Installation von
Mini-BHKWs, insbesondere im Zusammenhang mit dem Ausbau von Nahwärmenetzen. Der
verstärkte Einsatz von Mini-BHKWs ist durch attraktive Contracting-Angebote und durch eine intensive
Bewerbung dieser Anlagen zu fördern.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Die Umstellung auf eine Mikro -BHKW Anlage wird aktuell seitens der ENTEGA mit bis zu 1.000 Euro
brutto gefördert.
Evaluation
Auswirkung:
Im Jahr 2013 wurden vier Förderanträge, in 2014 zwei Anträge mit einem Wert
von insgesamt 9250 Euro gestellt. In den Folgejahren gab es keine weiteren
Anträge. Eine valide Aussage zu den CO 2-Einsparungen kann aufgrund
fehlender vorheriger Verbrauchswerte nicht getroffen werden.
Zukünftiges Vorgehen:
Es ist zu prüfen, ob eine stärkere Bewerbung der Maßnahme den Grad an
Umsetzung steigern kann. Evtl. sind die Möglichkeit und der Nutzen der
Maßnahme noch zu wenig bei privaten Hausbesitzern bekannt. Eine gezielte
Informationskampagne oder Bewerbung der Maßnahme könnte helfen. Diese
Maßnahme ist identisch zu Maßnahme 104.
Geringfügige
Anpassung
Zuständige Institution(en)
ENTEGA
Maßnahmenevaluation
123
Handlungsfeld „Erneuerbare Energien“ 3.2.9
Erneuerbare
Energien
Maßnahme 107: Beteiligung an Projekten für Erneuerbare
Energien über Energiegenossenschaften
Beschreibung nach IKSK 2013
Durch Beteiligungen der Wissenschaftsstadt Darmstadt an Projekten für Erneuerbare Energien soll
das Engagement und die Zahl von Projekten erhöht werden. Von Seiten der Wissenschaftsstadt
Darmstadt ist zu prüfen, wie überhaupt Beteiligungen rechtlich möglich sind. Hierzu sind geeignete
Modelle zu entwickeln.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird teilweise umgesetzt
Über die Energiegenossenschaft Darmstadt (EG-DA) können sich Bürger*innen an einer nachhaltigen,
ökologischen und dezentralen Energieversorgung beteiligen. Die Stadt Darmstadt beteiligt sich derzeit
nicht an dieser Energiegenossenschaft, leitet aber über d ie ENTEGA städtisches Kapital in den
Ausbau erneuerbarer Energieträger.
Evaluation
Auswirkung:
Keine direkten Auswirkungen, da bisher keine Umsetzung.
Zukünftiges Vorgehen:
Die Bürgerbeteiligung soll weiter vorangebracht werden. Die Stadt unterstützt
dabei eher durch Konzepte und Öffentlichkeitsarbeit als durch finanzielle
Beteiligung.
Umfangreiche
Anpassung
Zuständige Institution(en)
Umweltamt/Klimaschutz, ENTEGA, Energiegenossenschaften
Maßnahmenevaluation
124
Erneuerbare
Energien
Maßnahme 108: Angebote für Erneuerbare Energien mit
Wärmenachfrage zusammenbringen
Beschreibung nach IKSK 2013
Die Angebote von Biomasse und Biogas sollen im Hinblick auf ihre Kopplungsmöglichkeit mit
entsprechenden Wärmenachfragen geprüft werden.
Aktueller Umsetzungsstand: Offen
Das Angebot an Biomasse/Biogas ist in Darmstadt eher gering. Über das Forstamt der Stadt
Darmstadt kann Brennholz und Holz als Rohstoff bezogen werden. In Wixhausen wird in einer
Biogasanlage aus Gülle und anderen nachwachsenden Rohstoffen Biogas pr oduziert, welches in
Eberstadt eingesetzt wird, um Fernwärme und Strom zu erzeugen. Der im ursprünglichen Konzept
vorgesehene Wärmeatlas, der Angebote von Wärme aus erneuerbaren Quellen der Wärmenachfrage
gegenüberstellt, wurde bislang nicht erstellt.
Evaluation
Auswirkung:
Mit Hilfe des in Wixhausen erzeugten Biogas (etwa 7 Mio. m³) wird in Eberstadt
in einem BHKW der ENTEGA, Strom und Wärme erzeugt. Dadurch können pro
Jahr über 13.000 private Haushalte mit Strom und 800 Haushalte mit Wärme
versorgt werden. Dies spart CO2-Emissionen von über 27.000 t ein.
Zukünftiges Vorgehen:
Um eine effiziente Nutzung der in Darmstadt auftretenden Wärmeströme zu
ermöglichen, sollte ein Wärmeatlas erstellt werden, welcher aufzeigt, wo in
Darmstadt Wärmequellen und Wärmesenken verortet sind. Dies sollte in
Zusammenarbeit mit Fernwärmenetzbetreibern erfolgen. In einem Wärmeatlas
kann neben Abwärme auch erneuerbare Wärmequellen verzeichnet werden. Es
erscheint daher sinnvoll die Maßnahmen 87, 98 und 108 zukünftig gebün delt zu
behandeln.
Gehen wir es an!
Zuständige Institution(en)
Umweltamt/Klimaschutz, Forst- und Landwirtschaftsbetriebe
Maßnahmenevaluation
125
Erneuerbare
Energien
Maßnahme 109: Erschließung von Standorten für (Groß-)
Windkraftanlagen in der Stadt und in der Region
Beschreibung nach IKSK 2013
Die Maßnahme verfolgt die Ermittlung und Erschließung von Standorten im Stadtgebiet oder in der
Region zur Installation von Windkraftanlagen. Bei der Erschließung von Standorten für
Windenergieanlagen sind die verschiedenen Bel ange der Umweltverträglichkeit, Sozialverträglichkeit
bzw. bürgerschaftlichen Akzeptanz und der wirtschaftlichen Effizienz zu berücksichtigen.
Aktueller Umsetzungsstand: Abgeschlossen
Im Regierungsbezirk Darmstadt wurden Ende 2018 1,7 % der Fläche für die Windkraft -Nutzung
eingeplant. Die Stadt selbst und die nähere Umgebung weisen jedoch keine geeigneten Flächen für
Wind-Energie-Anlagen auf.
Evaluation
Auswirkung:
Aufgrund von fehlenden Flächen für WEA innerhalb der Stadt und näheren
Region sind keine direkten Auswirkungen durch die Maßnahme möglich.
Zukünftiges Vorgehen:
Die Maßnahme sollte aufgrund der fehlenden Flächen nicht weiterverfolgt
werden.
Nicht
weiterverfolgen
Zuständige Institution(en)
Umweltamt/Klimaschutz
Maßnahmenevaluation
126
Erneuerbare
Energien Maßnahme 110: Beteiligung an Windparks
Beschreibung nach IKSK 2013
In Darmstadt sind die Potenziale zur Nutzung von Windenergie nur in einem begrenzten Umfang
vorhanden. Aus diesem Grunde ist eine Beteiligung an anderen Standorten – auch außerhalb der
Region - zu suchen, um auch diese Quelle von erneuerbaren Energien zumindest indirekt nutzen zu
können. Über die ENTEGA oder andere Mitwirkungsformen kann eine Beteiligung an Windparks
erfolgen. Dieses sollte von der Stadt aktiv unterstützt werden.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Die ENTEGA beteiligt sich derzeit an insgesamt 10 Windparks in ganz Deutschland. So wurden
Anfang 2018 beispielsweise nahe Wald -Michelbach fünf WEA mit einem jährlichen Stromertrag von
rund 43.000 MWh errichtet. Bei Groß -Umstadt wurden WEA mit einem jährlichen Stromertrag von
rund 10.500 MWh errichtet.
Evaluation
Auswirkung:
Über die Beteiligung an Windparks werden Projekte dieser Art unterstützt und
können somit umgesetzt werden. Folglich können deutliche CO 2-Reduktionen
erreicht und mehr Haushalte mit erneuerbarer Energie versorgt werden. So kann
Darmstadt zumindest indirekt zu einer verbesserten Klimabilanz beitragen. Durch
die Windenergieanlagen, an denen die ENTEGA beteiligt ist, werden jährli ch
rund 645.000 t CO2 eingespart.
Zukünftiges Vorgehen:
Auch zukünftig ist die Beteiligung an Windparks weiterzuverfolgen.
Weiter so!
Zuständige Institution(en)
ENTEGA
Maßnahmenevaluation
127
Erneuerbare
Energien
Maßnahme 111: Ausbau des Einsatzes von Mini-
Windkraftanlagen
Beschreibung nach IKSK 2013
Mini-Windkraftanlagen stellen eine in der Wissenschaftsstadt Darmstadt kaum erschlossene
Möglichkeit zur Nutzung von Windkraft dar. Da Darmstadt ein eher windarmes Gebiet ist, sind zwar
die Potenziale begrenzt, dennoch ist zu prüfen, ob nicht auf Gebäuden nutzbare Windströmungen
existieren.
Aktueller Umsetzungsstand: Offen
Der Einsatz von Mini -Windkraftanlagen hat sich über die Jahre als unwirtschaftlich herausgestellt.
Auch eine Potentialabschätzung ist gebäudeabhängig zu treffen und damit aufwändig. Eine
Umsetzung hat daher nicht stattgefunden.
Evaluation
Auswirkung:
Keine Auswirkungen, da keine Umsetzung.
Zukünftiges Vorgehen:
Die Maßnahme sollte aufgrund des hohen Aufwands und der nicht vorhandenen
Wirtschaftlichkeit nicht weiterverfolgt werden.
Nicht
weiterverfolgen
Zuständige Institution(en)
Umweltamt/Klimaschutz, ENTEGA
Maßnahmenevaluation
128
Erneuerbare
Energien Maßnahme 112: Windkraft der Bevölkerung nahe bringen
Beschreibung nach IKSK 2013
Je mehr Bürger*innen eine positive Einstellung zur Windkraftnutzung entwickeln, desto rascher kann
dieses Potenzial ausgeschöpft werden. Im Rahmen von Informationskampagnen und
öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen kann das Thema Windkraft der Bevölkerung nahe gebracht
werden.
Aktueller Umsetzungsstand: Offen
Da innerhalb des Stadtgebiets keine Windenergieanlagen errichtet wurden, haben solche
Bürgerbeteiligungsveranstaltungen bislang nicht stattgefunden. Bei Anlagen in Region, an denen die
ENTEGA beteiligt ist, wie z.B. Wald-Michelbach, übernimmt die ENTEGA die Öffentlichkeitsarbeit.
Evaluation
Auswirkung:
Keine Auswirkungen, da keine Umsetzung.
Zukünftiges Vorgehen:
Da es innerhalb des Stadtgebiets Darmstadt keine ausgewiesenen Flächen für
die Windenergienutzung gibt, ist eine Umsetzung dieser Maßnahme wenig
sinnvoll. Die Maßnahme sollte nicht weiterverfolgt werden.
Nicht
weiterverfolgen
Zuständige Institution(en)
Umweltamt/Klimaschutz
Maßnahmenevaluation
129
Erneuerbare
Energien
Maßnahme 113: Bürger-Energiefonds für
Windkraftanlagen
Beschreibung nach IKSK 2013
Diese Maßnahme verfolgt die Ausgabe von Zertifikaten für Beteiligung an Windkraftanlagen sowie die
Ausschöpfung von Potenzialen der Windenergienutzung und Verbesserung der Akzeptanz von
Bürger*innen gegenüber der Nutzung von Windenergie.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Bürger*innen können sich beispielsweise über die Bürgerbeteiligung NaturPur der ENTEGA AG an
Windenergieanlagen beteiligen. Außerdem bietet die Energiegenossenschaft Darmstadt (EN -DA) eine
Beteiligung an Photovoltaikanlagen an. Darüber hinaus gibt es eine Reihe an überregionalen
Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung an Erneuerbare-Energien-Anlagen.
Evaluation
Auswirkung:
Akzeptanz der Bürger gegenüber WEA kann steigen, da über sie auch Profite zu
erreichen sind. Zudem können über die privaten Mittel Anlagen finanziert und so
ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden.
Zukünftiges Vorgehen:
Es gibt diverse Möglichkeiten sich an Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer
Energien zu beteiligen. Die Maßnahme kann beibehalten werden, sollte aber auf
alle erneuerbare Energieträger ausgeweitet werden.
Geringfügige
Anpassung
Zuständige Institution(en)
ENTEGA, Energiegenossenschaft Darmstadt
Maßnahmenevaluation
130
Erneuerbare
Energien
Maßnahme 114: Ermittlung von stadtweiten
Flächenangeboten für Bürgersolaranlagen
Beschreibung nach IKSK 2013
Es gibt zahlreiche Dach - und Freiflächen im Stadtgebiet, die für den Betrieb von Bürgersolaranlagen
geeignet sind. Es wird vorgeschlagen, ein Übersichtskataster zu erstellen, welches zum einen eine
Übersicht über mögliche geeignete Liegenschaften (Dachflächen großer Gewerbe -, Betriebs -,
Verwaltungs-und Wohngebäude sowie Freiflächen, insbesondere im gewerblichen Bereich) gibt und
zum anderen eine systematische Abfrage bei den Eigentümern ermöglicht, ob diese die Flächen für
Bürgersolaranlagen verpachten würden.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird teilweise umgesetzt
Seit 2010 gibt es in Darmstadt ein städtisches Solarkataster. 2017 kam das hessische Solarkataster
ergänzend hinzu. Gebäudeeigentümer*innen können darin einsehen, ob sich ihre Dachfläche für
Photovoltaik eignet. Eine systematische Abfrage zu Solar-Gemeinschaftsanlagen ist bisher nicht
erfolgt. Eine Beteiligung an Solaranlagen ist über die Energiegenossenschaft Darmstadt möglich (vgl.
Maßnahme 113).
Evaluation
Auswirkung:
Gebäudeeigentümer*innen können innerhalb der bestehenden Kataster
einsehen, ob sich ihre Dachfläche für Photovoltaik eignet. Es ist davon
auszugehen, dass dadurch die Hemmschwelle für die Installation einer PV -
Anlage gesenkt wird und mehr Anlagen umgesetzt werden.
Zukünftiges Vorgehen:
Aufgrund der geringen Einspeisevergütung werden PV -Anlagen in der Regel
dadurch wirtschaftlich, dass die Betreiber einen möglichst hohen Anteil des PV -
Stroms selbst verbrauchen. Reine Einspeise -Anlagen auf verpachteten Däch ern
sind unter den derzeitigen Bedingungen weniger nachgefragt. Daher wird es
nicht als notwendig angesehen, ein Verzeichnis zu erstellen, welches über das
vorhandene Solarkataster hinausgeht, auch vor dem Hintergrund des
Datenschutzes. Die Umsetzung von B ürgersolaranlagen kann über die
Umgestaltung der Maßnahme 113 abgedeckt werden. Die Pflege und
Bekanntmachung des Solarkatesters sollte weiterverfolgt werden, kann aber in
zusammen mit den Maßnahmen 116 und 118 in die allgemeine Maßnahme zur
Förderung von Photovoltaik (117) integriert werden.
Umfangreiche
Anpassung
Zuständige Institution(en)
Umweltamt/Klimaschutz, ENTEGA, Energiegenossenschaft Darmstadt
Maßnahmenevaluation
131
Erneuerbare
Energien
Maßnahme 115: Systematische Erfassung von Fassaden
für die Nutzung von Solaranlagen
Beschreibung nach IKSK 2013
Bisher werden fast ausschließlich Dächer und Freiflächen für Solarenergie genutzt. Fassaden stellen
ein zusätzliches Potenzial dar. Ein Fassadenkataster kann helfen dieses Potenzial, in der Regel für
Photovoltaikanlagen, zu erschließen.
Aktueller Umsetzungsstand: Offen
Da die Wirtschaftlichkeit der solaren Nutzung von Fassaden nur in wenigen Fällen gegeben ist, steht
eine Potenzialerfassung nicht in Relation zum nötigen Aufwand.
Evaluation
Auswirkung:
Die Auswirkungen wären gering, da nur wenige Fassaden -PV-Anlagen
wirtschaftlich rentabel sind.
Zukünftiges Vorgehen:
Aufgrund der selten vorhandenen Wirtschaftlichkeit ist die Erstellung eines
solchen Katasters nachrangig zu behandeln.
Nicht
weiterverfolgen
Zuständige Institution(en)
Umweltamt/Klimaschutz
Maßnahmenevaluation
132
Erneuerbare
Energien
Maßnahme 116: Nutzung von versiegelten Flächen für
Photovoltaikanlagen
Beschreibung nach IKSK 2013
In einer Machbarkeitsuntersuchung soll die Möglichkeiten zur Nutzung bereits versiegelter Flächen in
der Stadt (insbesondere Parkplätze von Verwaltungen, Supermärkten etc.) für den Ausbau von
Solarcarports, aber auch von sog. Nachführsystemen eruiert werde n. Im Rahmen der Studie können
neben den Machbarkeitsaspekten wie rechtliche Voraussetzungen, Genehmigungen etc. auch Fragen
der Finanzierung auf der Basis unterschiedlicher Lösungsmodelle geklärt werden.
Aktueller Umsetzungsstand: Offen
Durch die Reduktion der EEG -Abgabe bei einer Anlagengröße ab 10KW gibt es aktuell keine
Nachfrage an potenziellen Investoren.
Evaluation
Auswirkung:
Durch die solare Nutzung von versiegelten Flächen wie z.B. öffentliche
Parkplätze, ließen sich gute CO 2-Einsparungen erreichen. Durch die geringe
Förderung ist diese Maßnahme allerdings derzeit nicht rentabel.
Zukünftiges Vorgehen:
Aktuell besteht kein Handlungsbedarf. Eventuell wäre es aber sinnvoll, wenn die
Stadt diesbezüglich eigene Förderprogramme anb ietet. Vor dem Hintergrund der
steigenden Nachfrage an E -Ladesäulen kann die Überdachung von Parkflächen
inklusive Lademöglichkeiten interessant werden. Dies könnte die Stadt
zusammen mit der ENTEGA auf eigenen Parkflächen umsetzen. Die
Maßnahmen 114, 116 und 118 können künftig in die allgemeine Maßnahme zur
Förderung von Photovoltaik (117) integriert werden.
Umfangreiche
Anpassung
Zuständige Institution(en)
Umweltamt/ Klimaschutz, ENTEGA
Maßnahmenevaluation
133
Erneuerbare
Energien
Maßnahme 117: Förderung von Solaranlagen auf Dächern
(Photovoltaik, Solarthermie)
Beschreibung nach IKSK 2013
Die Nutzung solarer Einträge durch Solarthermie - und Photovoltaikanlagen stellt ein wichtiges
Potenzial dar. Systematische Informationen von Hauseigentümern über nutzbare Potenziale auf ihrem
Gebäude stellen dabei ein wichtiges Hilfsmittel dar. Das vorlieg ende Solardachkataster bietet dafür
gute Grundlagen. Die Installation von so genannten Bürgersolaranlagen, die von der Bürger -
Energiegenossenschaften als Träger realisiert werden, ist ebenfalls zu fördern, indem Dächer von
öffentlichen Gebäuden hierfür von der Stadt zur Verfügung gestellt werden. Anlagen sollten auch von
der Stadt selbst getragen werden.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird teilweise umgesetzt
Durch das städtische sowie hessische Solarkataster ist eine erste Grundlage hin zu mehr
Solaranlagen auf den Dächern der Stadt gelegt. Förderprogramme der Stadt sind sinnvoll, da die
Einspeisevergütung inzwischen sehr gering ist. Möglicherweise wäre auch das bewerben/fördern von
Solarspeichern sinnvoll, da inzwischen der Eigenverbrauch des PV -Stroms rent abler ist als die
Einspeisung.
Evaluation
Auswirkung:
Durch die Unterstützung von Solaranlagen in Form von Förderprogrammen oder
des Solarkatasters können vermehrt Solaranlagen errichtet und somit deutliche
CO2-Emissionen eingespart werden.
Zukünftiges Vorgehen:
Das Anbieten von Förderprogrammen durch die Stadt ist als Gegenmaßnahme
zu den sinkenden Einspeisevergütungen als sinnvoll zu erachten. Auch das
Anbieten eines Beratungsangebots durch die Stadt erscheint sinnvoll. Die
Maßnahmen 114 sowie 116 - 118 sollten zukünftig zusammengelegt werden.
Umfangreiche
Anpassung
Zuständige Institution(en)
Umweltamt/Klimaschutz, ENTEGA, Energiegenossenschaften
Maßnahmenevaluation
134
Erneuerbare
Energien
Maßnahme 118: Gezielte Kampagnen und Förderung von
Solaranlagen in speziellen Quartieren
Beschreibung nach IKSK 2013
Diese Maßnahme verfolgt die Durchführung von Kampagnen und Schaffung von finanziellen
Anreizen, um in räumlichen Schwerpunktgebieten die Installation von Solaranlagen voranzubringen.
Aktueller Umsetzungsstand: Offen
Durch das städtische sowie hessische Solarkataster ist eine erste Grundlage hin zu mehr
Solaranlagen auf Dächern gelegt. Förderprogramme der Stadt sind sinnvoll, da die
Einspeisevergütung inzwischen sehr gering ist. Möglicherweise wäre auch das bewerben/fördern von
Solarspeichern sinnvoll, da inzwischen der Eigenverbrauch rentabler ist als die Einspeisung.
Evaluation
Auswirkung:
Durch die Unterstützung von Solaranlagen in Form von Förderprogrammen oder
des Solarkatasters können vermehrt Solaranlagen errichtet und somit deutliche
CO2-Emissionen eingespart werden. Durch eine räumliche Konzentration von
Aktivitäten zur Förderung Erneuerbarer Energien können Synergien und
Nachbarschaftsanreize geschaffen werden.
Zukünftiges Vorgehen:
Das Anbieten von Förderprogrammen durch die Stadt ist als Gegenmaßnahme
zu den sinkenden Einspeisevergütungen als sinnvoll zu erachten. Auch das
Anbieten eines Beratungsangebots durch die Stadt erscheint sinnvoll. Die
Maßnahmen 114 sowie 116 - 118 sollten zukünftig zusammengelegt werden.
Gehen wir es an!
Zuständige Institution(en)
Umweltamt/ Klimaschutz, ENTEGA
Maßnahmenevaluation
135
Erneuerbare
Energien
Maßnahme 119: Ausbau von Wärmenetzen für Nutzung
von KWK-Techniken mit Biomasse/Biogas als
Energieträger
Beschreibung nach IKSK 2013
Das Ziel dieser Maßnahme soll sein, bei KWK -Anlagen vermehrt Erneuerbare Energien, insbesondere
Biomasse bzw. Biogas, zum Einsatz kommen zu lassen und somit den Anteil der regenerativen
Fernwärmeversorgung zu erhöhen.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
In der neu geplanten Lincoln -Siedlung wird auf ein mit Biogas betriebenes BHKW gesetzt, nachdem
zuvor eine Pelletheizanlage geplant war. Auf diese Weise konnte ein weiteres großes Baufeld
gewonnen werden welches nachhaltig versorgt wird.
In Wixhausen wird in einer Biogasanlage aus Gülle und anderen nachwachsenden Rohstoffen Biogas
produziert, welches in Eberstadt eingesetzt wird, um Fernwärme und Strom zu erzeugen.
Evaluation
Auswirkung:
Mit Hilfe des in Wixhausen erzeugten Biogas (etwa 7 Mio. m³) wird in Eberstadt
in einem BHKW der ENTEGA, Strom und Wärme erzeugt. Dadurch können pro
Jahr über 13.000 private Haushalte mit Strom und 800 Haushalte mit Wärme
versorgt werden. Dies spart CO2-Emissionen von über 27.000 t ein.
Zukünftiges Vorgehen:
Die Nutzung von Biogas/Biomasse -KWK-Anlagen in der Fernwärmeversorgung
sollte weiter vorangetrieben werden.
Weiter so!
Zuständige Institution(en)
Umweltamt/Klimaschutz, ENTEGA
Maßnahmenevaluation
136
Erneuerbare
Energien
Maßnahme 120: Nutzung der vorhandenen Potenziale von
Holz als Energieträger (Restholz, Kurzumtriebsplantagen)
Beschreibung nach IKSK 2013
Diese Maßnahme verfolgt die optimale Ausschöpfung der Potenziale von Holz als Energieträger, die
Reduktion fossiler Energieträger und somit die Minderung von CO 2-Emissionen bei Heizungsanlagen.
Das Forstamt und potenzielle sowie aktuelle Betreiber von BHKWs müssten von städtischer Seite
zusammengebracht werden.
Aktueller Umsetzungsstand: Offen
Jährlich werden im hessischen Staatswald nach Angaben von HessenForst rund 1,7 Mio. m³ Holz
geerntet. Bei Bedarf stünde also durchaus Holz für beispielsweise Holzhackschnitzel - oder
Pelletheizungen zur Verfügung. In Zeiten niedriger Preise für fossile Roh stoffe sinkt jedoch die
Nachfrage.
Evaluation
Auswirkung:
Durch intensive Nutzung der vorhandenen Potenziale ließen sich jährlich
mehrere hundert Tonnen CO2-Emissionen einsparen.
Zukünftiges Vorgehen:
Um die Nutzung von fossilen Brennstoffen bei niedrigen Marktpreisen zu
reduzieren und somit das Potenzial von Holz als Brennmaterial besser
auszuschöpfen, wäre die Einführung eines Förderprogramms für Nutzung dieses
Energieträgers als zukünftiges Vorgehen zielführend.
Gehen wir es an!
Zuständige Institution(en)
Umweltamt/Klimaschutz, Forstbetriebe
Maßnahmenevaluation
137
Erneuerbare
Energien
Maßnahme 121: Prüfung der Machbarkeit einer
Holzhackschnitzelanlage auf den Konversionsflächen
Beschreibung nach IKSK 2013
Für Konversionsflächen sind Energiekonzepte zu entwickeln und neue Energieversorgungsstrukturen
auf Basis von Blockheizkraftwerken und Nahwärmenetzen aufgebaut werden. Wenn auf den
Konversionsflächen BHKWs eingerichtet werden, dann sollten diese vorrangig mit Erneuerbaren
Energien betrieben werden. Mit Hilfe einer Machbarkeitsstudie sollen Angebotspotenziale für Holz und
effiziente Auslastung von BHKWs für die Konversionsflächen geprüft werden.
Aktueller Umsetzungsstand: Abgeschlossen
Für die potenzielle Nutzung einer Holzhackschnitzel- bzw. Pellet-Heizanlage in der Lincoln -Siedlung
wurde ein internes Gutachten erstellt. Aufgrund starker Lärmemissionen durch Anlieferung und
Fördertechnik sowie des enormen Platzbedarfs für eine derartige Anlage musste letztendlich auf ei n
gasbetriebenes BHKW umgeschwenkt werden.
Evaluation
Auswirkung:
Holzhackschnitzel- bzw. Pellet -Heizanlage hätten aufgrund der hohen
Lärmbelastung zu große Auswirkungen auf Umwelt. Des Weiteren wäre
großflächig Wohnbaufläche verloren gegangen.
Zukünftiges Vorgehen:
Die Machbarkeit für HHS -Anlagen wurde geprüft. Diese erscheinen aus den
genannten Gründen für Wohngebiete als ungeeignet. Die Planungen wurden
daraufhin eingestellt.
Nicht
weiterverfolgen
Zuständige Institution(en)
Umweltamt/Klimaschutz
Maßnahmenevaluation
138
Erneuerbare
Energien
Maßnahme 122: Angebote von Mini-Contracting für
Heizungsanlagen mit Biomasse
Beschreibung nach IKSK 2013
Durch das Anbieten von Mini-Contracting soll die Hemmschwelle zur Installation von Heizungsanlagen
bzw. Mini-/Mikro-BHKWs, die mit Biomasse als Energieträger betrieben werden, abgebaut und so die
Anzahl der Anlagen im Stadtgebiet erhöht werden. Mit der ENTEGA ist seitens der Stadt Darmstadt zu
klären, ob besonders günstige Konditionen im Rahmen von Contracting -Verfahren angeboten werden
können.
Aktueller Umsetzungsstand: Offen
Die Umsetzung der Maßnahme wird aktuell aufgrund von fehlender Nachfrage nicht primär verfolgt.
Evaluation
Auswirkung:
Keine Auswirkungen, da bisher keine Umsetzung.
Zukünftiges Vorgehen:
Für diese Maßnahme konnten weder durch Recherche noch durch
Ansprechpartner ausreichende Informationen für eine abschließende
Empfehlung zum zukünftigen Vorgehen gesammelt werden.
Zuständige Institution(en)
ENTEGA, Umweltamt/Klimaschutz
Maßnahmenevaluation
139
Erneuerbare
Energien
Maßnahme 123: Weiterer Ausbau der systematischen
Sammlung und energetischen Verwertung von Bio- und
Grünabfällen
Beschreibung nach IKSK 2013
Durch den Ausbau soll eine möglichst umfassende Erfassung aller nutzbaren Biomasse - und
Grünabfallströme erfolgen, um eine effizientere Nutzung dieser Abfallströme zu erreichen.
Aktueller Umsetzungsstand: Offen
Der Eigenbetrieb für kommunale Aufgaben und Dienstleistung bietet ganzjährig die Möglichkeit
kostenfrei kompostierbare Abfälle auf der Kompostieranlage abzuliefern. Zudem besteht die
Möglichkeit für größere Mengen einen Containerdienst in Anspruch zu nehmen. Zusätzlich werden im
Frühling kostenlose Sammlungen für Gartenabfälle sowie Baum - und Strauchschnitt angeboten.
Bisher werden die Abfälle allerdings nur zur Erstellung von Kompostboden genutzt.
Evaluation
Auswirkung:
Durch die Nutzung der Pflanzenabfälle zur Erzeugung von Strom und Wärme,
könnte zahlreiche Wohngebäude zumindest anteilig über das ganze Jahr mit
klimaneutraler Energie versorgt werden.
Zukünftiges Vorgehen:
Bisher sind hierzu keine klaren Pläne vorhanden. Zielführend wäre hier
möglicherweise die Erstellung einer Studie zum Potenzial des derzei t anderweitig
verwerteten Materials.
Gehen wir es an!
Zuständige Institution(en)
EAD Darmstadt
Maßnahmenevaluation
140
Erneuerbare
Energien
Maßnahme 124: Förderung von oberflächennaher
Geothermie
Beschreibung nach IKSK 2013
Ziel ist die Erhöhung der Anzahl von Heizungsanlagen, die oberflächennahe Geothermie zur
Wärmegewinnung bzw. zur Kühlung nutzen. Das Ziel soll durch das Anbieten von
Beratungsgesprächen erreicht werden.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Das hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie bietet bereits zahlreiche
Informationen (Bspw. Einen Leitfaden für Erdwärmesonden-Anlagen zum Heizen und Kühlen) an.
Auch über die Stadt selbst lassen sich Informationen zur Erdwärmenutzung über das Umweltamt
einholen. Zusätzlich werden vom Bund Nutzungen der Erdwärme finanziell gefördert.
Evaluation
Auswirkung:
Durch die Beratungsleistung können mehr Menschen von der Sinnhaftigkeit der
Erdwärmenutzung überzeugt werden und so zumindest indirekt CO2-Emissionen
eingespart werden.
Zukünftiges Vorgehen:
Auch zukünftig sollten stetig aktualisierte Informationsquellen zur Verfügung
gestellt werden. Ein gezielteres Anwerben der oberflächennahen Geothermie bei
Neubauten könnte zu einer erhöhten Nutzung führen.
Weiter so!
Zuständige Institution(en)
Umweltamt/Klimaschutz
Maßnahmenevaluation
141
Erneuerbare
Energien
Maßnahme 125: Umsetzung von beispielhaften Projekten
mit Tiefengeothermie
Beschreibung nach IKSK 2013
Die Tiefengeothermie ab 400 m Tiefe kann nicht nur zur Wärmegewinnung, sondern auch zur
Stromerzeugung genutzt werden. Auf Grund der geologischen Bedingungen in der Region Südhessen
stellt die Tiefengeothermie eine weitere Möglichkeit zur Reduktion der CO 2-Emissionen dar. Im
Darmstädter Raum sind in 3.000 m Tiefe Temperaturen von 150 -170 Grad Celsius vorzufinden. Im
Stadtgebiet von Darmstadt sind noch keine Standorte explizit für Tiefengeothermie identifiziert
worden.
Aktueller Umsetzungsstand: Offen
Seitens der Stadt war hier bislang keine Nachfrage von Dritten zu verzeichnen.
Evaluation
Auswirkung:
Der Beitrag von Tiefengeothermie zur CO 2-Reduktion kann je nach
geothermischen Gegebenheiten sehr hoch sein und hunderte bis tausende
Haushalte mit Strom und Wärme versorgen.
Zukünftiges Vorgehen:
Die hohen Investitionskosten und das Scheitern zweier Projekte im Umkreis
wirken sich negativ auf den weiteren Umgang mit Tiefengeothermie aus.
Nicht
weiterverfolgen
Zuständige Institution(en)
Umweltamt/Klimaschutz
Maßnahmenevaluation
142
Erneuerbare
Energien
Maßnahme 126: Abwärme von Industrie- und
Gewerbeunternehmen nutzen
Beschreibung nach IKSK 2013
Diese Maßnahme verfolgt die Erschließung von bisher nicht genutzten Abwärmeströmen aus dem
gewerblichen Bereich für Wärmenutzungen in Wohngebäuden oder anderen Wärmeabnehmern. Auf
Basis vorliegender Leitfäden (z.B. Leitfaden des Landes Bayern) soll eine erste Grobermittlung für das
Stadtgebiet von Darmstadt vorgenommen werden. Danach si nd die weiteren Schritte festzulegen.
Diese Grobermittlung kann mit der Erstellung eines Wärmeatlasses verbunden werden.
Aktueller Umsetzungsstand: Offen
Im Bereich der Abwärmenutzung wurden bislang keine Maßnahmen ergriffen.
Evaluation
Auswirkung:
Durch Abwärmenutzung kann die Energieeffizienz um einen mittleren bis hohen
einstelligen Prozentsatz erhöht werden. Abwärme kann außerdem einen Teil des
fossilen Brennstoffeinsatzes im Fernwärmenetz vermeiden.
Zukünftiges Vorgehen:
Um eine effiziente Nutz ung der in Darmstadt auftretenden Wärmeströme zu
ermöglichen, sollte ein Wärmeatlas erstellt werden, welcher aufzeigt, wo in
Darmstadt Wärmequellen und Wärmesenken verortet sind. Dies sollte in
Zusammenarbeit mit Fernwärmenetzbetreibern erfolgen. In einem Wärmeatlas
können neben Abwärme auch erneuerbare Wärmequellen verzeichnet werden.
Es erscheint daher sinnvoll die Maßnahmen 87, 98 und 108 zukünftig gebündelt
zu behandeln. Diese Maßnahme ist identisch mit Maßnahme 87.
Gehen wir es an!
Zuständige Institution(en)
Umweltamt/Klimaschutz
Maßnahmenevaluation
143
Erneuerbare
Energien Maßnahme 127: Nutzung von Abwasserwärme
Beschreibung nach IKSK 2013
Es ist zu prüfen, ob in Darmstadt rentable und energetisch sinnvolle Nutzungen der Abwasserwärme
aus Sammelkanälen über Wärmetauscher und Wärmepumpen möglich sind.
Aktueller Umsetzungsstand: Offen
Bisher wurden noch keine Projekte zur Nutzung von Abwasserwärme umgesetzt.
Evaluation
Auswirkung:
Die Wärme im Abwasser kann über Wärmetauscher nutzbar gemacht werden.
Dadurch können fossile Brennstoffe eingespart und die Emissionen zur
Wärmeerzeugung verringert werden.
Zukünftiges Vorgehen:
Insbesondere bei Großunternehmen sollte ein verstärktes Augenmerk auf
mögliche Potenziale gelegt werden. Auch in Neubaugebieten wä re die
Betrachtung von möglichen Nutzungspotenzialen sinnvoll.
Gehen wir es an!
Zuständige Institution(en)
Straßenverkehr und Tiefbauamt, ENTEGA
Maßnahmenevaluation
144
Handlungsfeld „Öffentlichkeitsarbeit und Bildung“ 3.2.10
Öffentlichkeits-
arbeit und Bildung Maßnahme 128: Klimafibel für Darmstadt
Beschreibung nach IKSK 2013
Diese Maßnahme sieht die Erstellung einer Klimafibel vor, welche Tipps zum Energiesparen und zur
CO2-Vermeidung veranschaulichen soll. Es werden allgemeine Spartipps zum Heizen, zur Mobilität,
zum Umgang mit Strom usw. gegeben.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Ende 2016 wurde das "Klimasparbuch" veröffentlicht. Hierin erfahren Bürger*innen welche konkreten
Handlungsmöglichkeiten hin zu nachhaltigeren Lebensbedingungen bestehen. Zusätzlich enthält die
Broschüre 44 Rabattgutscheine mit Angeboten für einen nachhaltigeren Konsum.
Evaluation
Auswirkung:
Da jeder Darmstädter im Schnitt jährlich rund 9 t CO 2 ausstößt und allein ein
Viertel dieser Treibhausgase im Bereich der privaten Haushalte emittiert werden,
bietet sich hier ein großes Einsparpotenzial. Die tatsächliche Einsparung hängt
allerdings von der Umsetzung der Bürger*innen ab.
Zukünftiges Vorgehen:
Es ist wichtig, dass das Klimasparbuch zu bewerben und regelmäßig einem
Update unterzogen wird und damit die aktuellsten Entwicklungen und Trends
abgebildet werden können. Die Maßnahme kann zukünftig gemeinsam mit den
Maßnahmen 129 – 131 behandelt werden.
Weiter so!
Zuständige Institution(en)
Umweltamt/Klimaschutz
Maßnahmenevaluation
145
Öffentlichkeits-
arbeit und Bildung Maßnahme 129: Klimaschutz Thema des Stadtmarketings
Beschreibung nach IKSK 2013
Ziel ist, dass die positiven Aktivitäten der Stadt im Klimaschutz und das Leitbild „Klimaneutrale Stadt“
noch stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken. Klimaschutz kann somit zu einem
Marketingwert werden. Die Stadtmarketing GmbH soll in ihren zukünftigen Geschäftsberichten
aufführen, wie sie das Thema Klimaschutz nach innen und nach außen jeweils verwendet hat.
Aktueller Umsetzungsstand: wir teilweise umgesetzt
Die Umsetzung der Maßnahme ist bisher in Teilen erfolgt. So wurde 2017 der Stadtführer
"Energieeffizientes Darmstadt" veröffentlicht. Dieser enthält neun Routen durch die Stadtteile, entlang
an Bürobauten, Wohnanlagen und kulturellen Einrichtungen mit beispielhaften Maßnahmen zu
Energieeffizienz, zu Klimaschutzforschung und Energiewirtschaftslehre.
Evaluation
Auswirkung:
Mit Hilfe der Maßnahme können die Bürger*innen der Stadt sowie von
umliegenden Gemeinden für das Thema Klimaschutz sensibilisiert werden, um
so zukünftig selbst einen positiven Beitrag dazu zu leisten.
Zukünftiges Vorgehen:
Die Maßnahme sollte weitergeführt werden. Eine mögliche Erweiterung ist das
Anbieten von Stadttouren zum Thema Klimaschutz in Darmstadt. Die Maßnahme
kann zukünftig gemeinsam mit den Maßnahmen 128 – 131 behandelt werden.
Umfangreiche
Anpassung
Zuständige Institution(en)
Darmstadt Marketing GmbH, Umweltamt/Klimaschutz
Maßnahmenevaluation
146
Öffentlichkeits-
arbeit und Bildung
Maßnahme 130: Informationskampagne Klimaschutz
(Internet) und Klimaschutz-Homepage
Beschreibung nach IKSK 2013
Diese Maßnahme verfolgt die kontinuierliche Information der Öffentlichkeit über die Fortschritte des
Gesamtprozesses, die Umsetzung von Teilprojekten sowie die Erreichung von (Teil -)Zielen. Zentrales
Informationsmedium über den Prozess soll eine Homepage zum Klimaschutz in Darmstadt sein. Hier
können neben generellen sowie themen bezogenen Hinweisen auf wichtige Akteure und
Ansprechpartner, modellhafte Projekte und Maßnahmen sowie Fördermöglichkeiten auch aktuelle
Informationen zum Prozessverlauf und zu erreichenden Zielen und Meilensteinen hinterlegt werden.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Über die städtische Homepage 40 werden die Bürger*innen kontinuierlich über die aktuell laufenden
Projekte, Veranstaltungen und Austellungen zum Thema Energie und Klimaschutz in Darmstadt
informiert. Außerdem werden Informati onen zum Thema Klimaschutz und zu verfügbaren
Fördermitteln bereitgestellt.
Evaluation
Auswirkung:
Durch aktive Öffentlichkeitsarbeit können die Darmstädter Bürger*innen sehen,
dass sich in der Stadt etwas bewegt und werden eventuell motiviert eigene
Projekte umzusetzen oder an Aktionen wie dem Stadt -/ Schulradeln
teilzunehmen.
Zukünftiges Vorgehen:
Auch in Zukunft sollte die Homepage der Stadt stets auf dem neusten Stand
gehalten werden und die Bürger*innen über die aktuellsten Projekte und
Aktionen informieren. Das Angebot und die verwendeten Kanäle können noch
ausgebaut werden. Die Maßnahme kann zukünftig gemeinsam mit den
Maßnahmen 128 – 131 behandelt werden.
Umfangreiche
Anpassung
Zuständige Institution(en)
Umweltamt/Klimaschutz
40 Zu erreichen unter: https://www.darmstadt.de/leben-in-darmstadt/klimaschutz/
Maßnahmenevaluation
147
Öffentlichkeits-arbeit
und Bildung Maßnahme 131: Presseberichte Klimaschutz
Beschreibung nach IKSK 2013
Diese Maßnahme verfolgt die Information und Einbindung der Bevölkerung in der Wissenschaftsstadt
Darmstadt durch regelmäßige Presseberichte. Dabei kommt die Nutzung verschiedener
Kommunikationswege in Betracht: neben der klassischen Tageszeitung sind dies vor allem auch die
Medien der Wissenschaftsstadt Darmstadt und zum Beispiel Vereins - oder Stadtteilpublikationen in
Darmstadt. Zusätzlich können di e Informationen über die eigene Homepage sowie die Internetseiten
beteiligter Akteure kommuniziert werden.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Über die verschiedenen Medien werden aufbereitete Themen des Klimaschutzes regelmäßig
veröffentlicht.
Evaluation
Auswirkung:
Die Bürger*innen werden über die aktuellen Themen des Klimaschutzes
informiert und so regelmäßig mit der Thematik konfrontiert. Auf diese Weise lässt
sich für viele Menschen die Bedeutsamkeit erkennen, sodass schlussendlich
über den eigenen Willen zum Handeln anregt wird.
Zukünftiges Vorgehen:
Die Maßnahme sollte weiter fortgeführt werden. Weitere Berichterstattungen zu
Themen des Klimaschutzes/ der Energiewende sollten beispielsweise auch über
die sozialen Medien wie Facebook/Instagram/Twitter/etc. veröffentlicht werden
um ein noch größeres Publikum zu erreichen. Die Maßnahme kann zukünftig
gemeinsam mit den Maßnahmen 128 – 130 behandelt werden.
Geringfügige
Anpassung
Zuständige Institution(en)
Umweltamt/Klimaschutz, Presse, Akteure des Klimaschutzes
Maßnahmenevaluation
148
Öffentlichkeits-
arbeit und Bildung Maßnahme 132: Klimaschutz-Info-Zeitschrift
Beschreibung nach IKSK 2013
Als Beilage oder im Rahmen einer eigenständigen Zeitschrift soll regelmäßig über die Fortschritte im
Klimaschutz berichtet werden. Ziel ist es, die verschiedenen Aktivitäten im Überblick sichtbar zu
machen, gegenseitige positive Verstärkung erzeugen und das Bewusstsein zu der Herausforderung
Klimaschutz zu erhöhen.
Aktueller Umsetzungsstand: Offen
Die Maßnahme wird nicht weiterverfolgt, da der Nutzen in keinem Verhältnis zu den Kosten steht.
Über die Homepage lassen sich zudem alle Informationen abrufen. Zusätzlich werden anlassbezogen
Flyer veröffentlicht.
Evaluation
Auswirkung:
Durch aktive Öffentlichkeitsarbeit können die Darmstädter Bürger*innen sehen,
dass sich in der Stadt etwas bewegt und werden eventuell motiviert eigene
Projekte umzusetzen oder an Aktionen wie dem Stadt -/ Schulradeln
teilzunehmen.
Zukünftiges Vorgehen:
Die erhofften Auswirkungen der Maßnahme bilden sich bereits durch die
Maßnahmen 128-131 ab. Eine Weiterverfolgung ist daher nicht nötig.
Nicht
weiterverfolgen
Zuständige Institution(en)
Umweltamt/Klimaschutz
Maßnahmenevaluation
149
Öffentlichkeits-
arbeit und Bildung
Maßnahme 133: Durchführung von
Klimaschutzwettbewerben (Aktion "Spar-Watt")
Beschreibung nach IKSK 2013
Ziel ist es, das Bewusstsein zu stärken und neue Impulse für den Klimaschutz zu erzeugen.
Wettbewerbe machen Vorbilder bekannt und geben auch Anregungen für neue Ideen, wie
Klimaschutz in Darmstadt noch besser unterstützt werden kann.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Der Klimaschutzwettbewerb wurde 2019 unter dem Thema "Nachhaltiges Bauen" zum ersten Mal
durchgeführt. Er hat zum Ziel, vorbildliche und innovative Bau - und Sanierungsmaßnahmen in
Darmstadt sichtbar zu machen. Hierbei können sich Vereine, private Bauherren /Bauherrinnen,
Wohnungsbaugesellschaften und Baugenossenschaften mit ihren Projekten bewerben. In den beiden
Kategorien Sanierung und Neubau wurde jeweils ein Preisträger ausgezeichnet.
Evaluation
Auswirkung:
Durch das sichtbar machen von Vorzeigeprojekten und die Prämierung von
Gewinnern können andere Menschen motiviert werden, sich in ähnlicher Weise
zu engagieren oder ähnliche Projekte durchzuführen.
Zukünftiges Vorgehen:
Der Klimaschutzwettbewerb wurde gut angenommen und eine Fortführu ng in der
jetzigen Form ist zu empfehlen. Das Ausschütten von Fördermitteln und/oder
Prämien ist sinnvoll, um Anreize zu schaffen sich mit eigenen Projekten im
Klimaschutz zu engagieren. Diese Maßnahme sollte zukünftig mit den
Maßnahmen 43 und 134 zusammengeführt werden.
Weiter so!
Zuständige Institution(en)
Umweltamt/Klimaschutz
Maßnahmenevaluation
150
Öffentlichkeits-
arbeit und Bildung Maßnahme 134: Vorstellung von "Energiepionieren"
Beschreibung nach IKSK 2013
Diese Maßnahme verfolgt die regelmäßige Vorstellung von „Energiepioniere“ in den
Informationsmedien des Klimaschutzes, um das Bewusstsein zum Thema Klimaschutz zu stärken und
neue Impulse zu setzen. Energiepioniere zeigen, wie kreativ mit dem Thema Klimaschutz im privaten,
gewerblichen oder öffentlichen Bereich umgegangen werden kann. Vorrangig sollen Privatpersonen
angesprochen, die durch ihr Verhalten Vorbilder für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt sein
können.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Die Maßnahme wurde im Rahmen des Klimaschutzwettbewerbs "Nachhaltiges Bauen" im Jahr 2019
zum ersten Mal umgesetzt (siehe Maßnahme 132).
Evaluation
Auswirkung:
Durch das sichtbar machen von Vorzeigeprojekten oder -personen sowie die
Prämierung von Gewinnern können andere Menschen motiviert werden, sich in
ähnlicher Weise zu engagieren oder ähnliche Projekte durchzuführen.
Zukünftiges Vorgehen:
Der Klimaschutzwettbewerb wurde gut angenommen und eine Fortführung in der
jetzigen Form ist zu empfehlen. Das Ausschütten von Fördermitteln und/oder
Prämien ist sinnvoll, um Anreize zu schaffen sich mit eigenen Projekten im
Klimaschutz zu engagieren. Diese Maßnahme sollte zukünftig mit den
Maßnahmen 43 und 133 zusammengeführt werden.
Weiter so!
Zuständige Institution(en)
Umweltamt/Klimaschutz
Maßnahmenevaluation
151
Öffentlichkeits-
arbeit und Bildung
Maßnahme 135: Leitfäden und Broschüren zum Thema
Klimaschutz für Haushalte
Beschreibung nach IKSK 2013
Diese Maßnahme verfolgt den Entwurf von Broschüren für private Haushalte mit Informationen zur
Energieeinsparung, um die CO2-Emissionen abzusenken.
Aktueller Umsetzungsstand: Offen
Ende 2016 wurde das "Klimasparbuch" veröffentlicht. Hierin erfahren Bürger*innen welche konkreten
Handlungsmöglichkeiten hin zu nachhaltigeren Lebensbedingungen bestehen. Zusätzlich enthält die
Broschüre 44 Rabattgutscheine mit Angeboten für einen nachhaltigeren Konsum.
Darüber hinaus gibt es weitere Leitfäden von anderen Einrichtungen, wie z.B. der Hessischen
Energieagentur (LEA) oder dem Bundesumweltministerium bereitgestellt.
Evaluation
Auswirkung:
Da jeder Darmstädter im Schnitt jährlich rund 9 t CO 2 ausstößt und allein ein
Viertel dieser Treibhausgase im Bereich der privaten Haushalte emittiert werden,
bietet sich hier ein großes Einsparpotenzial. Die tatsächliche Einsparung hängt
allerdings von der Umsetzung der Bürger*innen ab.
Zukünftiges Vorgehen:
Die erhofften Auswirkungen der Maßnahme bilden sich bereits durch die
Maßnahmen 128 -131 ab. Eine Weiterverfolgung wird daher als nicht sinnvoll
eingestuft. Auf der Homepage der Stadt sollte auf die verschiedenen Leitfäden
hingewiesen werden.
Nicht
weiterverfolgen
Zuständige Institution(en)
Umweltamt/Klimaschutz
Maßnahmenevaluation
152
Öffentlichkeits-
arbeit und Bildung
Maßnahme 136: Ausbau der bestehenden
Energieberatung/Verbraucherberatung
Beschreibung nach IKSK 2013
Um private Haushalte stärker mit Themen des Klimaschutzes und der Energieeinsparung zu erreichen
bzw. bei Anfragen ausreichende Sprechstunden, Materialien und Ansprechpersonen anbieten zu
können, soll die Leistungsfähigkeit der Energie - und Verbraucherbera tung in Darmstadt erweitert
werden. Ziel ist es, die CO2-Emissionen im Sektor private Haushalte zu reduzieren.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird umgesetzt
Energieberatung wird über mehrere Ebenen in Darmstadt angeboten. Im Rahmen der seit 2016
jährliche durchgeführten "Modernisierungskonvois" wird Energieberatung in den entsprechenden
Quartieren angeboten (vgl. Maßnahmen 36, 37 und 39). Darüber hinaus biete t die
Verbraucherzentrale Darmstadt Beratung und Informationsveranstaltungen zu den Themenbereichen
Energiesparen und Fördermittel an. Auch die ENTEGA bietet eine kostenfreie Energiesprechstunde
an. Einige Energieberater sind über das Netzwerk regionale En ergiegemeinschaft Südhessen e. V.
organisiert (vgl. Maßnahme 35).
Evaluation
Auswirkung:
Durch die kostenlosen Veranstaltungen direkt im Ort müssen die
Bewohner*innen keine weiten Wege auf sich nehmen und können auch spontan
an den Informationsveranstaltungen teilnehmen. Zudem übernimmt die Stadt im
Rahmen der Modernisierungskonvois teilweise die Kosten für Beratungen und
Thermografien. Auf diese Weise werden die Menschen über den Zustand ihrer
eigenen Gebäude informiert und erhalten direkt Tipps zur Modernisierung und
Energieeinsparung. Gebäudeeigentümer*innen können somit ermutigt werden,
weitere Sanierungen an ihren Häusern durchführen zu lassen.
Diese Maßnahme kann als übergeordnete Einheit über alle Bemühungen im
Bereich der Energieberatung verstanden werden. Die einzelnen Elemente tragen
zu einer Reduktion der THG-Emissionen bei.
Zukünftiges Vorgehen:
Die bereits bestehenden Angebote sollten fortgeführt werden. Durch weitere
Fördergelder könnten die Maßnahmen ausgebaut werden.
Geringfügige
Anpassung
Zuständige Institution(en)
Umweltamt/Klimaschutz, ENTEGA
Maßnahmenevaluation
153
Öffentlichkeits-
arbeit und Bildung
Maßnahme 137: Schaffung von Portalen ggf. APPs für
"Bewusstseinsbildung über persönliche
Energieverbräuche"
Beschreibung nach IKSK 2013
Ziel ist die Entwicklung eines Darmstadt -spezifischen Klimaschutzrechners, der personenbezogene
Aktivitäten in erzeugte CO 2-Emissionen umrechnet. Der Rechner soll übers Internet oder Smartphone
nutzbar sein.
Aktueller Umsetzungsstand: Offen
Da es solche Programme bereits auf höherer Ebene gibt (z.B. CO 2-Rechner des
Umweltbundesamtes), eine Darmstadt -spezifische Anpassung wenig Sinn ergibt und die Kosten
zudem in keinem Verhältnis zum tatsächlichen Nutzen stehen, ist eine Umsetzung dieser Maßnahme
bisher nicht erfolgt.
Evaluation
Auswirkung:
Durch die Möglichkeit, seine personenbezogenen Emissionen zu berechnen
kann das Bewusstsein eines jeden einzelnen für die Thematik geschärft werden.
Zukünftiges Vorgehen:
Es gibt bereits übergeordnete Lösungen. Es ist nicht davon auszugehen, dass
eine darmstadtspezifische Lösung eine große Wirkung entfaltet. Die Maßnahme
sollte daher nicht weiter fortgeführt werden.
Nicht
weiterverfolgen
Zuständige Institution(en)
Umweltamt/Klimaschutz
Maßnahmenevaluation
154
Öffentlichkeits-
arbeit und Bildung Maßnahme 138: Stiftungsprofessur "Kommunale Energie"
Beschreibung nach IKSK 2013
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt verfügt über hervorragende wissenschaftliche Kompetenzen in den
Bereichen Energie und Klimaschutz. Diese sind zum Teil gebündelt in dem Energy Center an der
Technischen Universität Darmstadt. Allerdings fehlt eine zentrale Professur, die sich besonders dem
Thema Kommunale Energie bzw. Kommunaler Klimaschutz zuwendet.
Aktueller Umsetzungsstand: Abgeschlossen
Im Jahr 2017 wurde eine Stiftungsprofessur zum Thema „Modelle der Wohnungs - und Energiepolitik
in Städten“ an der TU Darmstadt eingerichtet.
Evaluation
Auswirkung:
Aufgrund der bereits vorhandenen Kompetenz im Bereich Energie und
Klimaschutz werden die Auswirkungen der Maßnahme begrenzt sein. Das
ENTEGA NATURpur Institut finanziert bereits eine Stiftungsprofessur an der
TUD.
Zukünftiges Vorgehen:
Aufgrund des hohen Jahresbudgets für die Finanzierung einer weiteren
Stiftungsprofessur und den geringen zu erwartenden Auswirkungen sollte diese
Maßnahme nicht weiter verfolgt werden.
Nicht
weiterverfolgen
Zuständige Institution(en)
TU Darmstadt, h_da
Maßnahmenevaluation
155
Öffentlichkeits-
arbeit und Bildung Maßnahme 139: Akademie zum Klimaschutz
Beschreibung nach IKSK 2013
Diese Maßnahme verfolgt die Gründung einer „Akademie Klimaschutz“ mit einer örtlichen
Zusammenführung von Forschung und Bildung unter „einem Dach“. Diese soll die Kompetenzen der
Wissenschaftsstadt Darmstadt in diesem Themenfeld aufwerten und zusätzliche Impulse für den
kommunalen Klimaschutz setzen.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird teilweise umgesetzt
Aufgrund der schwierigen Finanzierungs - und Kooperationsbedingungen ist die
Umsetzungswahrscheinlichkeit aktuell eher als niedrig einzustufen. Ringvorlesungen wie z.B.
"Herausforderung: Nachhaltige Entwicklung" an der h -da oder die Vortragsreihe „Energie f ür die
Zukunft“ in der Centralstation erfüllen die Funktion aktuell aber bereits teilweise.
Evaluation
Auswirkung:
Durch eine eigene Akademie könnten weitere Forschungen zum Thema Energie
und Klimaschutz vorangetrieben werden. Durch regelmäßige Ringvorlesungen zu
den genannten Themen werden die Student*innen der TU Darmstadt für die
Thematik sensibilisiert.
Zukünftiges Vorgehen:
Die Umsetzung der Maßnahme hätte einen enormen Zeit -, Personal - und
Kostenaufwand zur Folge. Daher erscheint es sinnvo ller, zunächst die
Ringvorlesungen auszuweiten.
Umfangreiche
Anpassung
Zuständige Institution(en)
Umweltamt/Klimaschutz, TU Darmstadt, h_da, Öko-Institut, Fraunhofer-Institute, IWU, ENTEGA
Naturpur und weitere Forschungs- und Bildungseinrichtungen
Maßnahmenevaluation
156
Öffentlichkeits-
arbeit und Bildung
Maßnahme 140: Einrichtung eines Masterstudiengangs
Klimaschutz an der TUD oder h_da
Beschreibung nach IKSK 2013
Mit der Einrichtung eines querschnittsorientierten Masterstudiengangs „Kommunaler Klimaschutz“
sollen vermehrt Studenten mit spezifischer fachlicher Kompetenz zum Thema kommunaler
Klimaschutz in der Wissenschaftsstadt Darmstadt ausgebildet werden.
Aktueller Umsetzungsstand: Wird teilweise umgesetzt
Einen eigenen Masterstudiengang mit der Bezeichnung "Kommunaler Klimaschutz" gibt es bisher
nicht. Der Masterstudiengang „Energy Science an Engineering“ an der TUD sowie der Bachelor - und
Masterstudiengang „Energiewirtschaft“ an der h_da spielt Klimaschutz eine entscheidende Rolle.
Darüber hinaus werden Tei laspekte in weiteren Studiengängen wie beispielsweise
Umweltingenieurwesen und angewandte Geowissenschaften behandelt.
Evaluation
Auswirkung:
Die Themenbereiche Klimaschutz und Energiewende werden zunehmend von
den Darmstädter Hochschulen in die Vorlesungsangebote und Studiengänge
integriert.
Zukünftiges Vorgehen:
In Zukunft werden voraussichtlich mehr Arbeitskräfte in den Bereichen
Klimaschutz- und -anpassung benötigt. Durch einen Ausbau des
Vorlesungsangebots zu dieser Thematik sowie der weiter e Vernetzung zwischen
den Studiengängen würde man dieser Entwicklung Rechnung tragen.
Darüber hinaus kann geprüft werden ob die Möglichkeit besteht, einen
Querschnittsstudiengang zur Thematik als Kooperationsprojekt der Darmstädter
Hochschulen (und ggf. we iterer interessierter Hochschulen in der näheren
Umgebung) zu entwerfen. Als Vorbild -Funktion könnte beispielsweise der Master
Studiengang der Hochschule RheinMain in Wiesbaden „Umweltmanagement und
Stadtplanung in Ballungsräumen“ dienen.
Umfangreiche
Anpassung
Zuständige Institution(en)
TU Darmstadt, h_da
Anhang
157
Anhang
Liste der Ansprechpartner*innen für die Evaluation der Maßnahmen
Die folgenden Gesprächspartner *innen haben die Erstellung der Evaluation durch die
Bereitstellung von Informationen unterstützt. Ihnen und allen beteiligten Mitarbeiter*innen sei
an dieser Stelle ganz besonders herzlich gedankt.
Dezernat V der Stadt Darmstadt: Barbara Akdeniz und Dr. Patrick Voos
Umweltamt der Stadt Darmstadt: Karin Lübbe, Julia Theis und Lion Roßbach
Dezernat III der Stadt Darmstadt: Dr. Anna Zdiara
Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung der Stadt Darmstadt: Michael Kolmer
Amt für Soziales und Prävention: Thomas Zipf
Stadtplanungsamt: Margit Pirente und Birgitt Krein
Wissenschaftsstadt Darmstadt Marketing GmbH: Amandine Berton
Eigenbetrieb Immobilienmanagement Darmstadt: Christiane Knust und Joachim
Lisowski
Regionale Energiegemeinschaft Südhessen e.V.: Nico Planert Estol
Darmstadt-Dieburger Nahverkehrsorganisation: Matthias Altenhein
HEAG: Daniel Pfeffer
ENTEGA AG: Marcel Wolsing und Philipp Schlögel
Nassauische Heimstätte ProjektStadt: Birgit Gröning
Beratungsverlauf (3)
Orte (9)
- Bessunger Straße 125
- Rheinstraße 65
- Karlstraße
- Kirchstraße
- Frankfurter Straße
- Heinrichstraße
- Rhönring
- Klappacher Straße
- Hügelstraße
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2020/0197
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 15.07.2020
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00