1078/2024
Arbeitsergebnisse der Interkulturellen Zentren zum Positionspapier des Integrationsrates
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Mitteilung Ausschuss
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Dezernat, Dienststelle OB/16/162/4 Vorlagen-Nummer 18.04.2024 1078/2024 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Integrationsrat 04.06.2024 Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren 06.06.2024 Arbeitsergebnisse der Interkulturellen Zentren zum Positionspapier des Integrationsrates Zusammenfassung in einfacher Sprache Der Integrationsrat hat im letzten Jahr beschlossen, bei seiner politischen Arbeit be- sondere Ziele zu verfolgen. Die Talente der Menschen mit internationaler Familienge- schichte werden hierbei besonders in den Blick genommen. Die Interkulturellen Zentren haben diese Ziele gemeinsam festgelegt und möchten dazu beitragen, diese Ziele zu verwirklichen. Dazu gibt es auch Zahlen zu ihrer Arbeit. Sie haben auch besprochen, was sie für ihre Einrichtungen brauchen, damit sie die Talente der Menschen noch mehr zeigen können. Und sie haben Pläne gemacht für das Jahr 2024. Positionspapier und Workshop Am 15.08.2023 hat der Integrationsrat in seiner Sitzung ein Positionspapier und Ge- dankenpapier zur weiteren Schwerpunktsetzung in der zweiten Hälfte der aktuellen Wahlperiode beschlossen (AN/1312/2023). Folgende Themenbereiche sind darin unter Beschlusspunkt 1 benannt: a) Anerkennung und Nutzung der Ressourcen und Potentiale von Menschen mit inter- nationaler Familiengeschichte und Überwindung der defizitorientierten Perspektive auf Migration b) Schaffung von Chancengerechtigkeit und gleichberechtigter Teilhabe für alle Men- schen mit internationaler Familiengeschichte c) Integration von neu zugewanderten Menschen mit internationaler Familienge- schichte und der postmigrantischen Gesellschaft (Unter einer postmigrantischen Ge- sellschaft wird hier die aktuelle Gesellschaft verstanden, welche durch eine gemein- sam gemachte Erfahrung der Migration geprägt ist) - Integration verstanden als das Engagement der aufnehmenden und der ankommenden Communities. Es gibt eine enge, langjährige Zusammenarbeit von Integrationsratsmitgliedern mit den Interkulturellen Zentren in Köln. Aufgrund dessen, dass sich auch Zentrenvertre- ter*innen als Mitglieder im Integrationsrat politisch engagieren, wünschten sich die 2 Sprecher*innen des AK der Interkulturellen Zentren eine tiefere Auseinandersetzung der Zentren mit den genannten Themenschwerpunkten des Positionspapiers. Der Verbund der Interkulturellen Zentren hat in der Vergangenheit immer große Unter- stützung bei vielen Themen durch den Integrationsrat erhalten, so dass eine inhaltli- che Auseinandersetzung der Praktiker*innen aus den Zentren mit dem „Gedankenpa- pier“ nur folgerichtig war. Die Verwaltung hat daher im Oktober 2023 gemeinsam mit den Sprecher*innen der Zentren einen Workshop mit externer Moderation durchgeführt. Zum Einstieg haben alle 30 anwesenden Zentrenvertreter*innen präsentiert, in wel- chen Tätigkeitsfeldern der Familien-, Kinder-, Jugend-, und Senior*innenarbeit, sowie der Kultur- und antirassistischen Bildungsarbeit sie besonders aktiv sind. Im Anschluss wurden folgende Fragen erörtert und die daraus resultierenden Ergeb- nisse festgehalten: Fragestellung zum Positionspapier Arbeitsergebnisergebnis 1) Wo finden sich unsere Potentiale wieder? Mehrsprachigkeit und Vielfalt: Un- sere Zentren spiegeln die sprachli- che und kulturelle Vielfalt Kölns wi- der und bieten einzigartige, nied- rigschwellige Angebote. Community-Vertrauen: Wir genie- ßen das Vertrauen verschiedener Gemeinschaften und fördern durch unsere Aktivitäten das Miteinander im Stadtviertel. Empowerment und Interessens- vertretung: Unsere Zentren stärken insbesondere Frauen mit internatio- naler Familiengeschichte und vertre- ten die Interessen unserer Zielgrup- pen in wichtigen Institutionen. Breites Angebotsspektrum: Von Sprachkursen über kulturelle Veran- staltungen bis hin zu politischer Bil- dung sowie Vermittlung einer Arbeit oder einer Ausbildung bieten wir ein umfassendes Angebot. 2) Welche Rahmenbedingungen be- nötigen wir, um unsere Potentiale auszuschöpfen und zu entfalten? Finanzielle und strukturelle Unter- stützung: Eine nachhaltige Finan- zierungsgrundlage ist für die Siche- rung und Ausweitung unserer Arbeit unerlässlich. Bürokratische Erleichterungen: Vereinfachungen bei Antragsstellun- gen und eine Reduzierung des Ei- genanteils würden unsere Arbeit er- heblich erleichtern. Zugang zu städtischen Ressour- cen: Wir benötigen besseren Zu- gang zu städtischen Ressourcen wie Ausweitung von gemeinsamen Fort- bildungs-angeboten, Bühnen und Parks (unentgeltlich). 3 Behörden müssen sich an gelten- des Recht halten (z. B. Gesetz zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung, UN-Behindertenrechts- konvention) Barrierefreiheit 3) Wie möchten wir unsere zukünf- tige Arbeit gestalten, um unsere Potentiale zu erweitern? Digitale Ausweitung und Vernetzung: Eine verstärkte Nutzung digitaler Me- dien, die Verbesserung unserer Öffent- lichkeitsarbeit und die Schaffung eines Fachkräfte- und Materialpools sind we- sentliche Schritte für die Zukunft. 4) Was wollen wir nächstes Jahr konkret gemeinsam als Zentren erreichen/umsetzen Sichtbarkeit und Gemein- schaftsförderung: Wir planen, unsere Arbeit durch Fernseh- und Radiobeiträge, gemeinsame Feste und Aktionstage sichtbarer zu machen und die Vernetzung untereinander zu stärken. Soziale Medien Durch die Schaffung gemeinsa- mer Auftritte bei Social Media sol- len die Angebote der Zentren und gemeinsame Aktionen besser sichtbar werden in der Öffentlich- keit. Passgenaue Fortbildungen un- terstützen die Weiterentwicklung der Zentren. Das gemeinsame Projekt „VielfaltStärken“ – Ge- meinsam gegen Rassismus und Armut, das für 2024 aus den Anti- rassismusprojektmitteln der Stadt Köln bewilligt wurde, ist ein Schwerpunkt der thematischen Auseinandersetzung in 2024. Die Ergebnisse werden der Öffent- lichkeit in einer Kampagne prä- sentiert. Fazit: Die einzelnen Träger, die zum Verbund der aktuell 43 geförderten Interkulturellen Zen- tren gehören, haben gemeinsame Potentiale (siehe Ergebnis zu Frage 1) und darüber hinaus vielfältige Arbeitsbereiche und Expertisen in der sozialen und pädagogischen Arbeit. Das belegen unter anderem auch die Zahlen, die die Verwaltung über die Verwen- dungsnachweise zur Förderung der Zentren auswertet (siehe Anlage). Die Ergebnisse zu der zweiten Fragestellung beinhalten sowohl sozialpolitische Anliegen, als auch Anregungen an die Verwaltung, z.B. an welchen Stellen die An- trags- und Verwendungsnachweisformulare vereinfacht werden sollten. Einige dieser Anregungen konnte die Verwaltung bereits umsetzen. Die Ergebnisse der dritten und vierten Frage sind bereits für die Planung 2024 im Ar- beitsprozess. 4 Ausblick: Die haupt- und ehrenamtlichen Akteur*innen der Zentren werden weiter ihre Expertise für eine postmigrantische Kölner Stadtgesellschaft einbringen und verstärkt dazu bei- tragen, dass diskriminierende Zugangsbarrieren abgebaut werden. Die gleichberechtigte Teilhabe für ALLE in Köln lebenden Menschen entsprechend der jeweiligen Bedarfe und Talente in den Regelsystemen, fordern die Interkulturellen Zentren und werden dazu weiterhin konstruktiv mit der Verwaltung und den politisch Engagierten zusammenarbeiten. Aktuelle gemeinsame Aktivitäten der Interkulturellen Zentren werden jeweils über die Webseite der Interkulturellen Zentren Köln veröffentlicht: https://interkulturell.koeln/category/aktuelles/ Gez. Reker Anlage Auswertung Zahlen aus den Verwendungsnachweisen 2022
Anlage_Auswertung Zahlen aus den Verwendungsnachweisen 2022
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Auswertung Zahlen aus den Verwendungsnachweisen 2022 In 2022 wurden über 16.000 Beratungen in den Zentren durchgeführt und über 3.000 Kund*innen an kooperierende Fachdienste weitergeleitet. In den Sprachförderangeboten kamen die Zentren in 2022 auf ein Gesamtangebot von 728 Stunden wöchentlich. In 2022 gab es über 60 regelmäßige Angebotsformate wie z.B. Kurse, Frauen- und Vätergruppen, Lesungen, Theater oder Musikgruppen. Innerhalb der Angebotsformate wurden 28 Sprachen gepflegt und damit die natürliche Mehrsprachigkeit in allen Stadtbezirken. Die Angebote, die in den Zentren für eine breite Zielgruppe stattfinden, finanzieren die Zentren zu einem überwiegenden Teil ihrer Arbeit mit nicht städtischen Mitteln und aus der Eigenwirtschaft. Siehe hierzu folgende Grafik: 6.085.252,77 €; 47% 5.022.508,88 €; 39% 1.853.530,92 €; 14% Interkulturelle Zentren - Einnahmen 2022 städtische Mittel nicht-städtische Mittel Eigenerwirtschaftung
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1078/2024
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 18.04.2024
- Erstellt
- 22.03.2024 11:08