V/0060/2007
Antrag der CDU und FDP-Fraktion im Rat der Stadt Münster (Nr. A-R/0050/2006)
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Anlage
21 Zeichen
Anlage zu V/0060/2007
Beschlussvorlage
5783 Zeichen
DER OBERBÜRGERMEISTER
Ordnungsamt
Betrifft
Antrag der CDU und FDP-Fraktion im Rat der Stadt Münster (Nr. A-R/0050/2006)
"Verkehrssicherheit in Münster erhöhen: Masterplan statt Einzelmaßnahmen"
Beratungsfolge
21.02.2007 Hauptausschuss Entscheidung
Beschlussvorschlag:
I. Sachentscheidung:
1. Die Verwaltung wird beauftragt, in Abstimmung mit dem Polizeipräsidium Münster die bis-
herigen Aktivitäten und pflichtigen Aufgaben auf dem Gebiet der Unfallprävention im Rah-
men eines so genannten Masterplans ergebnisorientiert zu intensivieren. Zur Sicherung ei-
nes konzertierten Vorgehens bei der Erstellung des Masterplans und um die besondere
Bedeutung der Unfallprävention für die Aufenthalts- und Wohnqualität in Münster zu beto-
nen, wird eine Ordnungspartnerschaft „Unfallprävention“ gegründet.
2. Über den Masterplan, seine Umsetzung und dessen Fortschreibung wird im Ausschuss für
Personal, Recht und Ordnung, sowie im Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung,
Verkehr und Wirtschaft jährlich durch Verwaltung und Polizei berichtet. Eventuell notwendi-
ge Beschlüsse werden herbeigeführt.
3. Der Hauptausschuss nimmt zur Kenntnis, dass über ein bereits zu den laufenden Haus-
haltplanberatungen 2007 vorgelegtes Veränderungsblatt die Einrichtung einer neuen HHSt
6307.950.0950.9 „Bauk. Str. Beseitigung von Unfallschwerpunkten“ beim Tiefbauamt vor-
geschlagen worden ist.
4. Der gemeinsame Antrag der CDU-Fraktion und der FDP-Fraktion im Rat der Stadt Münster
(A-R/0050/2006, Anlage) ist damit erledigt.
Begründung:
Zu 1.: Die unfallfreie Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr ist von erheblicher Bedeutung für
die Aufenthalts- und Wohnqualität einer Stadt. Verkehrsunfälle bedeuten neben dem
menschlichen Leid für die Betroffenen zudem für die Allgemeinheit einen erheblichen
volkswirtschaftlichen Schaden. Die Verkehrsunfallstatistik des Landes Nordrhein-Westfalen
weist in Münster für die vergangenen Jahre und insbesondere für 2005 eine vergleichswei-
Vorlagen-Nr.:
V/0060/2007
Auskunft erteilt:
Herr Vechtel / Herr Schulik
Ruf:
492 32 80 / 32 81
E-Mail:
Vechtel@stadt-muenster.de
Datum:
16.01.2007
Öffentliche Beschlussvorlage
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se sehr schlechte Unfallbilanz auf. Nach Auskunft des Polizeipräsidiums Münster setzte
sich diese Entwicklung auch in 2006 fort. Auch wenn viele Unfälle auf menschliches Fehl-
verhalten zurückzuführen sind und durch die Polizei und die Stadt nicht verhindert werden
können, zwingt diese Unfallbilanz doch zu neuen Lösungsstrategien staatlicher und kom-
munaler Stellen. Die Aktivitäten der Polizei und der Verwaltung waren bisher jedoch eher
anlassbezogen und konnten offenkundig nicht substanziell zu einer Verbesserung der Un-
fallbilanz beitragen.
Organisatorische Rahmenbedingungen
Die Polizei trägt dieser ungünstigen Unfallbilanz bereits organisatorisch dadurch Rechnung,
dass sie im Rahmen der Organisationsreform beim Polizeipräsidium Münster alle mit ver-
kehrlichen Belangen betrauten Stellen in einer neuen Direktion „Verkehr“ gebündelt hat, um
die Einsatzeffizienz zu steigern.
Die Stadt Münster arbeitet derzeit auf verschiedenen Ebenen und in Gremien mit anderen
Behörden, der Verkehrswacht, den Interessenvertretern und den Verbänden zusammen.
Bei ähnlich komplexen Herausforderungen hat es sich nach den bisherigen Erfahrungen in
Münster und auch landesweit bewährt, eine Ordnungspartnerschaft zu gründen, die diese
Prozesse strukturiert und effizient steuert. Eine geschäftsführend durch das Ordnungsamt
(Straßenverkehrsbehörde) betreute Ordnungspartnerschaft „Unfallprävention“ bietet die
Chance, auch externe Erfahrungen (insbesondere Politik, Bürgerschaft, Sachverständige)
einzubeziehen. Eine Auftaktveranstaltung soll kurzfristig nach dem Beschluss des Haupt-
ausschusses stattfinden.
Fachliche Rahmenbedingungen
Die Verhinderung von Unfällen und die Verbesserung der Verkehrssicherheit stellen einen
mittel- und langfristig anzulegenden gesamtgesellschaftlichen Auftrag dar. Sie setzen einen
sehr komplexen Prüfungs- und Entscheidungs prozess durch die staatlichen und kommuna-
len Stellen und der in Verbänden organisierten Akteure auf den Ebenen „menschliches
Verhalten“, „Verkehrsmittelwahl“, „Planung“, „Infrastruktur“ und „Technik“ voraus. Kurzfristi-
ge Aktionen sind nicht geeignet, das über mehrere Jahre entstandene Unfallproblem zu lö-
sen. Die Analysen und Ergebnisse werden in einem Masterplan für Unfallprävention und
Verkehrssicherheit konzeptionell strukturiert und gebündelt und stellen die Grundlage für al-
le zukünftigen Maßnahmen zur Unfallprävention dar.
Zu 2.: Der Geschäftsführung der Ordnungspartnerschaft „Unfallprävention“ obliegt die Erstellung
und regelmäßige Aktualisierung des Masterplans, die Durchführung des Berichtswesens
gegenüber den parlamentarischen Gremien und dem Kriminalpräventiven Rat (KPR), die
Bündelung aller Aktivitäten der verschiedenen mit Verkehrssicherheit betrauten Akteure
sowie die Öffentlichkeitsarbeit.
Zu 3.: Durch eine Umschichtung innerhalb des Gesamthaushaltes werden 50.000 € ab 2007 erst-
mals gezielt zur baulichen Beseitigung von Unfallhäufungsstellen/ Unfallschwerpunkten in
den Haushaltsplan eingestellt. Fachlich wird auf das Votum der Ordnungspartnerschaft
„Unfallprävention“ und der Unfallkommission Bezug genommen. Die entsprechenden Be-
schlüsse werden herbeigeführt. Die Haushaltsstelle 6307.950.0950.9 wird wegen des bau-
lichen Bezuges beim Tiefbauamt neu eingerichtet. Das Veränderungsblatt liegt bereits für
die laufenden Haushaltsberatungen vor.
I. V.
Dr. Heinrichs
Stadtrat
Anlage: Antrag der CDU-Fraktion und der FDP-Fraktion im Rat der Stadt Münster
(A-R/0050/2006)
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungDetails
- Vorlagen-Nr.
- V/0060/2007
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 16.01.2007
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37