SV-2021/0031
Antrag der Fraktion UFFBASSE vom 02.06.2021 betr. Neukonzeption Sozialticket
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SV-2021/0031
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Vorlage-Nr. SV-2021/0031 Antrag der Fraktion UFFBASSE vom 02.06.2021 betr. Neukonzeption Sozialticket Pützerstraße 6 64287 Darmstadt www.uffbasse-darmstadt.de Darmstadt, 02.06.2021 Antrag Neukonzeption Sozialticket Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen, Der Magistrat wird aufgefordert, das Modell des 2018 eingeführten Sozialtickets für Bezieher*innen von laufenden Leistungen nach den Sozialgesetzbüchern II und XII (SGB II und SGB XII) sowie dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) in Form einer sogenannten „9-Uhr-Monatskarte“ zugunsten einer uneingeschränkten Monatskarte sowie einer Wochenkarte des jeweils für die Preisstufen 1 und 2 in Darmstadt. Begründung: Die Einführung des Darmstädter Sozialticket für Bezieher*innen von laufenden Leistungen nach den Sozialgesetzbüchern II und XII (SGB II und SGB XII) sowie dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) war ein wichtiger Schritt, um Mobilität und Teilhabe am öffentlichen Leben für Einkommensschwache zu steigern. Jüngste Evaluationen zeigen jedoch, dass das Modell deutlich hinter seinen Zielsetzungen zurückgeblieben ist. Das Sozialticket in Form der sogenannten „9-Uhr-Monatskarte“ für die Preisstufe 2 (die Preisstufe 1 wird derzeit nicht bezuschusst) scheint an den Bedürfnissen der Zielgruppe vorbeizugehen. In einer Kleinen Anfrage der Darmstädter Fraktion Die Linke vom Juli 2020 werden 13.003 Anspruchsberechtigte Darmstädter*innen dokumentiert. Seit der Einführung des Sozialticket im Juni 2019 wurden jedoch nur 2.358 Sozialtickets ausgestellt. Von dem im Beschluss veranschlagten Jahresbudget des Projekts von 400.000 Euro wurden im Zeitraum 01.06.2019 bis 31.05.2020 lediglich 37.863,40 Euro abgerufen. Nur ein Bruchteil der veranschlagten Mittel wurde ausgezahlt – das Potential wird nicht ansatzweise ausgeschöpft. Es offenbart sich eine Fehlkonzeption: die vergünstige „9-Uhr- 2 Monatskarte“ erweitert grundsätzlich Mobilitätschancen, ist jedoch mit signifikanten Einschränkungen verbunden. Sei es, um Kinder in den Kindergarten zu bringen oder den Nachwuchs auf dem Weg zur Schule zu begleiten oder selbst Bildungsangebote wahrzunehmen, um pünktlich zu morgendlichen Terminen bei Ämtern, Behörden oder ärztlichen Praxen zu erscheinen, um Bewerbungsgespräche zu führen, auf Arbeitssuche zu gehen oder kleineren Erwerbsarbeiten nachzugehen … ein weitreichender und besonders relevanter Teil des öffentlichen Lebens und unserer Verpflichtungen im Alltag bedingen eine Mobilität deutlich vor 9 Uhr. Das gegenwärtige Modell des Darmstädter Sozialtickets bildet diese Realität und diesen Bedarf jedoch nicht ab. Daher fordern wir eine maßgebliche Ausweitung des Darmstädter Sozialtickets, um Mobilität für alle ohne Restriktionen zu ermöglichen. Weitaus zielführender, um Mobilität im Sinne eines gleichberechtigten und selbstbestimmten Lebens zu fördern, ist Berechtigten statt der bisherigen „9-Uhr-Monatskarte“ eine uneingeschränkte Monatskarte vergünstigt anzubieten – sowohl für die Preisstufe 1 (Tarifgebiet Darmstadt Mitte) als auch für die Preisstufe 2 (Tarifgebiet Stadtteile Darmstadt). Um auch ein Angebot für kurzfristigere, spontane Nutzung des Darmstädter ÖPNV zu machen, soll auch die Wochenkarte in das Modell einbezogen werden. In Anbetracht der Tatsache, dass die veranschlagten Haushaltsmittel für das Sozialticket bisher nicht im Geringsten ausgereizt wurden, plädieren wir dabei für eine Ausweitung der Zuschuss-Leistungen von 33 Prozent auf 50 Prozent. Dies steigert die Attraktivität des Sozialtickets sowie die Nutzung des ÖPNV und bringt das Angebot in Einklang mit dem Regelsatzanteil für Verkehr (aktuell liegt dieser bei 40,01 Euro). Die Mehrkosten sind mit dem bereits verabschiedeten Budget finanzierbar während die Beantragung weiterhin innerhalb des bereits etablierten Verwaltungsweges läuft. So wäre selbst eine Steigerung der aktuellen Nachfrage für bezuschusste Monatskarten um den Faktor 10 möglich ohne die derzeitig veranschlagten Haushaltsmittel zu übersteigen! Neues Modell Sozialticket als Monatskarte (Zuschuss 50 Prozent): Monatskarte Preisstufe 1: 48,00 Euro (24,00 Euro kommunaler Zuschuss/Eigenleistung) Monatskarte Preisstufe 2: 72,60 Euro (36,30 Euro kommunaler Zuschuss/Eigenleistung) Neues Modell Sozialticket als Wochenkarte (Zuschuss 50 Prozent): Wochenkarte Preisstufe 1: 14,10 Euro (7,05 Euro kommunaler Zuschuss/Eigenleistung) Wochenkarte Preisstufe 2: 21,40 Euro (10,70 Euro kommunaler Zuschuss/Eigenleistung) Aktuelles Sozialticket der „9-Uhr-Monatskarte“ (Zuschuss 30 Prozent): Monatskarte Preisstufe 1: 40,08 Euro (0,00 Euro kommunaler Zuschuss/40,08 Euro Eigenleistung) Monatskarte Preisstufe 2: 58,10 Euro (17,43 Euro kommunaler Zuschuss/40,67 Euro Eigenleistung) Sebastian Schmitt Kerstin Lau Stadtverordneter Fraktionsvorsitzende 3
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Punkt 50.3: Antrag der Fraktion UFFBASSE vom 02.06.2021 betr. Neukonzeption Sozialticket (V-Nr. SV-2021/0031) Der Antrag wird bis zur nächsten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 15.07.2021 zurückgestellt.
Beratungsverlauf (2)
Orte (1)
- Pützerstraße 6
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Details
- Vorlagen-Nr.
- SV-2021/0031
- Typ
- Antrag
- Datum
- 14.06.2021
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00