A-R/0036/2019
Unterzeichnung des ICAN-Städteappells zum Verbot von Atomwaffen
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a-r-0036-2019-ICAN-Städteappell
3831 Zeichen
Antrag an den Rat Nr.: A-R/0036/2019
SPD -Fraktion
im Rat der Stadt Münster
Bahnhofstraße 9
48143 Münster
Tel. (0251) 45 314
Fax (0251) 511 750
www.spd-muenster.de
Unterzeichnung des ICAN-Städteappells zum Verbot
von Atomwaffen
Ratsantrag zur sofortigen Beschlussfassung
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen:
1. Die Stadt begrüßt das Engagement des 2017 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichne-
ten Bündnisses ICAN (International Campaign to Abolish Nuclear Weapons) und unter-
zeichnet den Städte-Appell der deutschen ICAN-Sektion, der wie folgt lautet:
„Die Stadt Münster ist zutiefst besorgt über die immense Bedrohung, die Atomwaffen für
Städte und Gemeinden auf der ganzen Welt darstellt. Wir sind fest überzeugt, dass unse-
re Einwohner und Einwohnerinnen das Recht auf ein Leben frei von dieser Bedrohung
haben. Jeder Einsatz von Atomwaffen, ob vorsätzlich oder versehentlich, würde katastro-
phale, weitreichende und langanhaltende Folgen für Mensch und Umwelt nach sich zie-
hen. Daher begrüßen wir den von den Vereinten Nationen verabschiedeten Vertrag zum
Verbot von Atomwaffen 2017 und fordern die Bundesregierung zu deren Beitritt auf.“
2. Die Stadt Münster kommuniziert ihre Unterstützung dieses Appells aktiv im Netzwerk ih-
rer Städtepartnerschaften und wirbt um vergleichbare Beschlüsse in diesen Kommunen.
3. Die Stadt Münster kommuniziert ihre Unterstützung dieses Appells aktiv innerhalb des
NRW-Städtetages und des Deutschen Städtetages und wirbt hier um eine Unterstützung
des ICAN-Städte-Appells.
Begründung:
1. Das Szenario atomarer Konflikte verliert aktuell seine Abstraktion und ist nur vermeintlich
ein Relikt des Kalten Krieges. Geostrategische Machtverschiebungen, Modernisierungs-
vorhaben bestehender Atomwaffenbestände und die zeitgleiche Auflösung zivilisieren-
der Verbots- und Abrüstungsverträge wie die der INF-Verträge (Intermediate Range Nu-
clear Forces, zu Deutsch: Nukleare Mittelstreckensysteme) sprechen eher für eine Aufrüs-
tungsspirale mit gegenwärtig kaum abzuschätzenden Auswirkungen. Wir müssen be-
fürchten, das zu verlieren, was wir vor gut 30 Jahren durch den sowjetischen Generalsek-
14 .05 .2019
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retär Gorbatschow und den US-Präsidenten Reagan bereits erreicht haben. Es wäre ein
gewaltiger Rückschritt und ein verheerendes Signal. Wir dürfen kein neues atomares
Wettrüsten zulassen.
2. Vor diesem Hintergrund ist es angebracht, dass sich die Stadt Münster als Stadt des
Westfälischen Friedens mit einer klaren friedens- und abrüstungsorientierten Grundhal-
tung positioniert.
3. Münster ist Mitglied bei „Mayors for Peace“ und sollte daher Akteure wie ICAN, ebenso
wie lokale Initiativen gegen Atomwaffen, unterstützen.
4. Bundesweit haben bereits mehrere Städte entsprechende Beschlüsse gefasst: z. B. Köln,
Düsseldorf, Dortmund, Mainz, Wiesbaden, Göttingen u. a.. Die Mehrheit der Bürgerinnen
und Bürger unterstützt globale Regelwerke der Vereinten Nationen wie den Vertrag über
das Verbot von Kernwaffen. Die Stadt Münster will dieser Mehrheit eine zusätzliche
Stimme verleihen, ihrer Schutzverantwortung für Krisen- und Katastrophenunfälle ge-
recht werden und die Bundesregierung zur Unterzeichnung des UN-Verbotsvertrages
bewegen.
Sozialdemokratische Partei Deutschlands
Fraktion im Rat der Stadt Münster
Dr. Michael Jung Stephan Brinktrine Doris Feldman n
Philipp Hagemann Marius Herwig Dr. Cornelia Jäge r
Mathias Kersting Michael Kleyboldt Marianne Koch
Katharina Köhnke Thomas Kollmann Gaby Kubig-Stel tig
Hedwig Liekefedt Mustafa Schat Anne Schulze Wintz ler
Petra Seyfferth Ludger Steinmann Beate Vilhjalmsson
Maria Winkel
Beratungsverlauf (1)
Orte (1)
- Bahnhofstraße 9
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Details
- Aktenzeichen
- A-R/0036/2019
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 14.05.2019
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37