RAT/449/2025
Bewerbung der Landeshauptstadt Düsseldorf als Standort für ein Yad Vashem Education Center
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
Beschlussvorlage
7086 Zeichen
RAT/449/2025 X öffentlich nicht öffentlich Beschlussvorlage Betrifft: Bewerbung der Landeshauptstadt Düsseldorf als Standort für ein Yad Vashem Education Center Fachbereich: 09/0 - Dezernat für Kultur und Integration Dezernentin / Dezernent: Beigeordnete Miriam Koch Beratungsfolge: Gremium Sitzungsdatum Beratungsqualität Rat 11.12.2025 Entscheidung Bezirksvertretung 6 04.02.2026 Kenntnisnahme Beschlussdarstellung: Der Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf begrüßt die Initiative des Landes Nordrhein-Westfalen, das erste Yad Vashem Education Center außerhalb Israels in NRW anzusiedeln. Er bekräftigt das Bestreben der Verwaltung, Düsseldorf als Standortkommune dieses Bildungszentrums zu positionieren. Die städtische Immobilie des (ehemaligen) Jungen Schauspiels an der Münsterstraße wäre dafür ein geeigneter Standort. Der Rat bittet die Verwaltung, in Absprache mit der Staatskanzlei NRW die notwendigen Grundlagen für die Ansiedlung des Education Centers in Düsseldorf zu schaffen. Sachdarstellung: 1. Kurzdarstellung Yad Vashem in Jerusalem ist die weltweit bedeutendste Institution der Holocaust- Erinnerung, -Dokumentation und -Forschung. Erstmals plant Yad Vashem die Errichtung eines Education Centers außerhalb Israels – und zwar in Deutschland. Dieser zentrale Bildungs- und Erinnerungsort soll dazu dienen, die Auseinandersetzung mit der Shoah für kommende Generationen lebendig zu halten und der Verharmlosung oder Verzerrung des Holocaust entgegenzuwirken. Mehrere Bundesländer haben ihr Interesse bekundet; Bayern, Nordrhein-Westfalen und Sachsen wurden nach einer Machbarkeitsstudie in enger Abstimmung mit Yad Seite 2 Vashem und der Bundesregierung in die engere Auswahl als Standort einbezogen. Die Landesregierung NRW strebt an, den Zuschlag zu erhalten, und Düsseldorf möchte in diesem Fall als Standortstadt für das Bildungszentrum fungieren. Mit dem vorliegenden Beschluss soll diese Bewerbung der Landeshauptstadt auf eine breite politische Basis gestellt und der Verwaltung der entsprechende Arbeitsauftrag erteilt werden. 2. Ausgangslage Die Erinnerung an die Shoah und die Vermittlung ihrer Lehren sind unverzichtbar für unsere Demokratie. Angesichts einer zuletzt dramatischen Zunahme antisemitischer Vorfälle in Deutschland und der Tatsache, dass bald keine Zeitzeugen mehr aus erster Hand berichten können, gewinnt die Bildungsarbeit gegen Antisemitismus weiter an Bedeutung. Die internationale Gedenkstätte Yad Vashem steht exemplarisch für dieses Gedenken und leistet mit ihrer Forschungs- und Bildungsarbeit einen zentralen Beitrag im Kampf gegen Antisemitismus, Hass und Geschichtsvergessenheit. Vor diesem Hintergrund unterstützt auch die Bundesregierung das Vorhaben Yad Vashems, ein erstes Yad Vashem Education Center in Deutschland aufzubauen. In einer bundesweiten Machbarkeitsstudie wurden gemeinsam mit Yad Vashem mögliche Standortländer geprüft. Als Ergebnis kamen drei Bundesländer – Bayern, Nordrhein-Westfalen und Sachsen – in die engere Auswahl. Die Entscheidung über den künftigen Standort soll voraussichtlich im ersten Halbjahr 2026 fallen. Das geplante Bildungszentrum wird als ein Leuchtturm der Holocaust‐Education in Deutschland und Europa gesehen, mit bundesweiter und europäischer Reichweite und Wirkungskraft. Nordrhein-Westfalen verfügt über eine herausragende Landschaft an Bildungs- und Gedenkeinrichtungen und pflegt seit Jahren eine enge Partnerschaft mit Yad Vashem. Diese Zusammenarbeit – erstmals 2014 vereinbart und 2025 erneuert – unterstreicht den festen Willen des Landes, aus der Geschichte Verantwortung zu übernehmen. Vor diesem Hintergrund haben alle demokratischen Fraktionen im Landtag NRW am 18.11.2025 einen gemeinsamen Antrag (Drucksache 18/16484) gestellt, der die Landesregierung auffordert, die Bewerbung Nordrhein-Westfalens als Standort mit Nachdruck voranzutreiben. Der Landtag stellte fest, dass das Vorhaben von einem breiten gesellschaftlichen und politischen Rückhalt in NRW getragen wird (Regierung, Parlament, Religionsgemeinschaften, Gedenkstätten, Wissenschaft, Zivilgesellschaft). Zugleich wurde die Landesregierung beauftragt, potenzielle Standortkommunen frühzeitig in Vorbereitung, Ausgestaltung und Umsetzung einzubinden. In Nordrhein-Westfalen haben mehrere Kommunen Interesse angemeldet, Gastgeber für das Yad Vashem Education Center zu werden – darunter ausdrücklich die Landeshauptstadt Düsseldorf. Anfang Dezember 2025 besuchte eine Delegation von Yad Vashem, begleitet von der Staatskanzlei NRW, verschiedene Orte in NRW, um mögliche Standorte in Augenschein zu nehmen. Am 8.12.2025 empfing Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller die Delegation in Düsseldorf. Er warb dabei nachdrücklich für Düsseldorf als Standortkommune und stellte als konkretes Angebot die Immobilie des Jungen Schauspiels an der Münsterstraße in Aussicht. Die Räumlichkeiten des Jungen Schauspiels werden perspektivisch frei und gelten als geeignet, ein Bildungs- und Dokumentationszentrum aufzunehmen. Düsseldorf verfügt überdies bereits über eine Seite 3 gefestigte Erinnerungskultur: So unterhält die Stadt mit der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf seit 1987 ein eigenes Institut, das als Museum und Lernort der Erinnerung an die Opfer des NS-Regimes in der Stadt gewidmet ist. Die Etablierung eines Yad Vashem Education Centers würde die lokale und regionale Gedenk- und Bildungsarbeit somit ideal ergänzen und auf eine europäische Ebene heben. 3. Geplante Maßnahmen Mit dem oben formulierten Beschluss soll der politische Wille der Landeshauptstadt Düsseldorf bekräftigt werden, die Ansiedlung des Yad Vashem Education Centers in Nordrhein-Westfalen nach Kräften zu unterstützen und Düsseldorf als Standort anzubieten. Die breite Zustimmung des Rates würde ein wichtiges Signal senden, dass die gesamte Stadtpolitik hinter der Bewerbung steht. Durch die offizielle Willensbekundung des Rates soll die Landesregierung NRW zusätzliche Rückendeckung bei ihren Verhandlungen mit Yad Vashem erhalten. Zudem wird die Verwaltung der Landeshauptstadt beauftragt, in Abstimmung mit der Staatskanzlei alle notwendigen Schritte einzuleiten, um Düsseldorfs Bewerbung zu untermauern und im Falle eines Zuschlags die Ansiedlung des Education Centers vorzubereiten. Dies umfasst insbesondere die Bereitstellung der vorgeschlagenen Immobilie an der Münsterstraße sowie gegebenenfalls weitere unterstützende Maßnahmen (z.B. infrastrukturelle oder planungsrechtliche Vorbereitungen) in Zusammenarbeit mit dem Land. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass Düsseldorf im Auswahlverfahren als bestens vorbereiteter und engagierter Standort auftritt und bei Erfolg zügig mit der Umsetzung begonnen werden kann. 4. Finanzielle Auswirkungen: o Ja ☒ Nein Mit dem Beschluss sind derzeit keine finanziellen Auswirkungen verbunden. Derzeit beschränkt sich die städtische Beteiligung auf konzeptionelle und koordinative Beiträge im Rahmen der Bewerbung, welche im laufenden Arbeitsaufwand der Verwaltung aufgefangen werden können.
Beratungsverlauf (2)
Details
- Aktenzeichen
- RAT/449/2025
- Typ
- Beschlussvorlage
- Datum
- 10.12.2025
- Erstellt
- 10.12.2025 10:29