2304/2017
Umweltbildungszentrum auf Gut Leidenhausen
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Anlage 1 Antrag AUG
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SPD-Fraktion im Rat der Stadt Köln CDU-Fraktion im Rat der Stadt Köln Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Kölner Rat FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln An den Vorsitzenden des Ausschusses Umwelt und Grün Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 24.01.2017 AN/0109/2017 Antrag gem. § 3 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Ausschuss für Umwelt und Grün 02.02.2017 Ausbau von Gut Leidenhausen zu einem Umweltzentrum Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, sehr geehrter Herr Vorsitzender , die antragstellenden Fraktionen bitten Sie, folgenden Antrag in die Tagesordnung der nächs- ten Ausschusssitzung zu nehmen: In der Sitzung des Ausschusses Umwelt und Grün am 8.12.2016 hat die Verwaltung das Umweltbildungskonzept für Köln als Mitteilung vorgelegt. In diesem sind Bedarfe zur Stär- kung der Umweltbildung in Köln formuliert worden. Dem Konzept wird inhaltlich gefolgt, zumal die größer werdenden Defizite im Bereich der Umweltbildung auch zu einer immer geringer werdenden Wertschätzung des eigenen Umfel- des führen. Daher ist eine Stärkung dieser Thematik geboten. Insbesondere der Hinweis auf die Möglichkeit, Gut Leidenhausen aufgrund der dort bereits vorhandenen Strukturen zu ei- nem Zentrum für Umweltbildung auszubauen, wird befürwortet. Die Vielzahl der dort bereits ansässigen Vereine, sowie die räumlichen Möglichkeiten der Hofanlage bieten eine gute Voraussetzung für ein solches Projekt. Beschluss: Um diese Idee weiter zu konkretisieren und die bestehenden Möglichkeiten auf ihre Umsetz- barkeit hin zu überprüfen, wird die Verwaltung gebeten, einen entsprechenden Vorschlag zu erarbeiten. Dieser sollte insbesondere folgende Punkte beinhalten: 1. Erstellung eines Konzeptes in Zusammenarbeit mit den bereits vor Ort tätigen Verei- nen 2. Prüfung, welche personellen Kapazitäten zur Umsetzung dieses Konzeptes erforder- lich sind 3. Aufstellung der zusätzlich erforderlichen finanziellen Mittel (einmalig und dauerhaft) - 2 - 4. Prüfung, ob die Landesmittel zur Förderung der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) eine Teilfinanzierung ermöglichen und welche anderen Finanzierungsmöglich- keiten über Drittmittel genutzt werden könnten. Mit freundlichen Grüßen gez. Dr. Barbara Lübbecke gez. Niklas Kienitz SPD-Fraktionsgeschäftsführerin CDU-Fraktionsgeschäftsführer gez. Jörg Frank gez. Ulrich Breite GRÜNE-Fraktionsgeschäftsführer FDP-Fraktionsgeschäftsführer
Beschlussvorlage Rat
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle V/57/574 Vorlagen-Nummer 2304/2017 Freigabedatum 05.10.2017 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Umweltbildungszentrum auf Gut Leidenhausen Beschlussorgan Rat Gremium Datum Beschluss: Der Rat der Stadt Köln beschließt im Rahmen des ganzheitlichen Kölner Umweltbildungskonzeptes die Gründung eines Umweltbildungszentrums auf Gut Leidenhausen, um auf diese Weise als größte Stadt in NRW der Verantwortung nachzukommen, ein umfangreiches, kostenfreies Angebot für alle Bevölkerungsschichten im Bereich der Umweltbildung zur Verfügung zu stellen. Die Umsetzung ori- entiert sich an den Ausführungen des vorliegenden Konzeptes. Zur Finanzierung der Maßnahme wird ab 2018 ein Zuschuss an den Träger in Höhe von 220.700 Eu- ro p.a. gewährt. Für die Jahre 2018 – 2021 sind die erforderlichen Mittel in den jeweiligen Haushalts- plänen, im Teilergebnisplan 1401, Umweltordnung, -vorsorge, in der Teilplanzeile 15, Transferauf- wendungen, veranschlagt. Alternative: Der Rat lehnt die Gründung eines Umweltbildungszentrums auf Gut Leidenhausen ab und verzichtet damit auf eine sehr gute Möglichkeit der Verstetigung der kostenfreien Umweltbildung in Köln, und damit auf die Chance der Wertschätzung des eigenen Lebensumfeldes insbesondere bei den sozial benachteiligten Bevölkerungsgruppen. Ausschuss für Umwelt und Grün 12.10.2017 Finanzausschuss 13.11.2017 Rat 14.11.2017 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Ja, investiv Investitionsauszahlungen € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Ja, ergebniswirksam Aufwendungen für die Maßnahme s. Anlage € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Jährliche Folgeaufwendungen (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: 2018 -2021 a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. 220.700 € p.a. € c) bilanzielle Abschreibungen € Jährliche Folgeerträge (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Erträge € b) Erträge aus der Auflösung Sonderposten € Einsparungen: ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € Beginn, Dauer Begründung In der heutigen, medialen Zeit werden Kinder zunehmend in einem naturfernen Umfeld groß. Daher haben sie nur wenig Gelegenheit zum Aufbau emotionaler Bindungen zur Natur und dem Erwerb ent- sprechender naturkundlicher Kenntnisse. Artenvielfalt und Umweltbewusstsein werden aber gerade in heutigen Zeiten immer wichtiger, da die Akzeptanz der Schutzmaßnahmen wesentlich den Erhalt der Ökosysteme und damit eine Stabilität der davon ausgehenden Dienstleistungen beeinflusst, was ins- besondere auch angesichts des zunehmenden Klimawandels eine immer größere Bedeutung be- kommt. Denn, eine entsprechende Kenntnis vorausgesetzt, kann jeder Bewohner der Stadt maßgeblich schon durch kleine Maßnahmen zu einer Verbesserung im eigenen Umfeld und damit auch der Ge- samtsituation beitragen. In der Schule werden diese Aspekte aufgrund fehlender Zeit und gefüllter Lehrpläne meist gar nicht oder nur theoretisch abgehandelt. Zur Verbesserung der Nachhaltigkeit sind jedoch vor allem praktische Erfahrungen notwendig. Im Rahmen der Erstellung des „Ganzheitli- chen Umweltbildungskonzeptes“ wurde deutlich, dass es in Köln zwar Angebote im Bereich der Um- weltbildung gibt, diese jedoch bei weitem nicht den erforderlichen Bedarf decken. Die kostenpflichti- gen Angebote privater Träger stellen zwar eine wichtige Ergänzung dar, bieten aber nur in Teilen eine sinnvolle Alternative, da über die monetären Anforderungen die sozial benachteiligten Bevölkerungs- gruppen ausgegrenzt werden. Auch infolge der zunehmenden Integrationsnotwendigkeit von Flücht- lingen in unser Wertesystem, gerade was die Umweltaspekte z.B. im Umgang mit Müll angeht, er- scheint es dringend geboten, hier umfassend tätig zu werden. Um den zukünftig stetig wachsenden Anforderungen in Bezug auf die Umweltbildungsaspekte ge- recht zu werden, wurde im Rahmen der Erstellung des Ganzheitlichen Umweltbildungskonzeptes als besonders geeignete Form der Verstetigung der Aufbau eines Umweltbildungszentrums in Köln vor- geschlagen. Die Politik hat auf dieser Basis im AUG vom 2.2.2017 beschlossen, die Verwaltung zu beauftragen, Gut Leidenhausen als Standort für ein solches Umweltbildungszentrum zu prüfen und einen Vor- schlag zur Umsetzung zu unterbreiten (Anlage 1). 3 Ein entsprechendes Konzept wurde erarbeitet und liegt bei (Anlage 2). Die Umsetzung dieses Konzeptes könnte maßgeblich dazu beitragen, Zusammenhänge zwischen Natur und gesunder Lebensgrundlage zu vermitteln, und so eine wichtige Grundlage schaffen, um Menschen zu motivieren, aktiv an einer ressourcenschonenden Lebensweise mitzuwirken. Durch ein umfangreiches, kostenfreies Angebot können dabei alle Bevölkerungsschichten erreicht werden. Finanzierung Gemäß dem beigefügten Konzept sind für die personelle Ausstattung auf dem Gut Leidenhausen zwei Stellen vorgesehen, eine Stelle EG 12, Gruppe 8 und eine Stelle EG 10, Gruppe 7. Ergänzt wer- den soll die Arbeit durch zwei Stellen über den Bundesfreiwilligendienst oder das Freiwillige ökologi- sche Jahr. Der Personalaufwand beläuft sich auf insg. 170.700 Euro p.a. Für Sachmittel sind weitere 50.000 Euro p.a. veranschlagt. Die Mittel in Höhe von insgesamt 220.700 Euro p.a. sind im Teilergebnisplan 1401, Umweltordnung, - vorsorge, in der Teilpanzeile 15, Transferaufwendungen, veranschlagt. Anlagen 1 Beschluss zur Konzepterstellung 2 Konzept zur Umsetzung eines Umweltbildungszentrums auf Gut Leidenhausen
Anlage 2 Umweltzentrum Koln_end26072017
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1 Konzept Umweltbildungszentrum Köln Gut Leidenhausen Köln, September 2017 57/67 2 Gliederung Einleitung Der Standort Gut Leidenhausen Strukturelle Gegebenheiten auf Leidenhausen Lage Größe Historie Verkehrsanbindung Stellplatznachweis Nutzungen Eigentumsverhältnisse Planungsrecht Vor Ort tätige Institutionen und Vereine Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Köln e.V. Freundeskreis Haus des Waldes e.V. Kölner Jägerschaft e.V. Bienenzuchtverein Köln Porz e.V. Heideportal Gut Leidenhausen e.V. NABU-Stadtverband Köln Amt für Landschaftspflege und Grünflächen, Forstverwaltung Leitbild/Leitlinien Inhaltliche Konzeption Strukturelle Voraussetzungen Trägerschaft Aufgaben Einbindung in die Stadtverwaltung Finanzielle Voraussetzungen Räumliche Ausstattung Personelle Ausstattung Sachmittel Fördermöglichkeiten Haushaltsmäßige Auswirkungen Vorhandene Umweltbildungsangebote 3 Einleitung In der heutigen, medialen Zeit werden Kinder zunehmend in einem naturfernen Umfeld groß. Daher haben sie nur wenig Gelegenheit zum Aufbau emotionaler Bindungen zur Natur und dem Erwerb entsprechender naturkundlicher Kenntnisse. Da man aber meist nur das schützt, was man auch kennt, werden zunehmend Generationen erwachsen, die die Wert- schätzung für die Natur verloren haben. Artenvielfalt und Umweltbewusstsein werden aber gerade in heutigen Zeiten immer wichti- ger, da die Akzeptanz der Schutzmaßnahmen wesentlich den Erhalt der Ökosysteme und damit eine Stabilität der davon ausgehenden Dienstleistungen beeinflusst, was insbesonde- re auch angesichts des zunehmenden Klimawandels eine immer größere Bedeutung be- kommt. Dabei kann, eine entsprechende Kenntnis vorausgesetzt, jeder Bewohner der Stadt maßgeb- lich schon durch kleine Maßnahmen zu einer Verbesserung im eigenen Umfeld und damit auch der Gesamtsituation beitragen. Sei es durch die naturnähere Gestaltung von Grünflä- chen, den Verzicht auf die Versiegelung des Vorgartens, die Reduzierung von Müll oder ei- nen ressourcenschonenenden Energieeinsatz/ sparsamen Energieverbrauch. In der Schule werden diese Aspekte aufgrund fehlender Zeit und gefüllter Lehrplänen meist gar nicht oder nur theoretisch abgehandelt, dabei sind zur Verbesserung der Nachhaltigkeit vor allem praktische Erfahrungen notwendig. Dies zeigt sich im Naturgut Opphoven, wo den Besuchern z.B. über einen Stecker, der über ein Fahrrad aufladbar ist, anschaulich vor Augen geführt wird, wie viel Energie beispielsweise in dem Betrieb einer Waschmaschine steckt. Im Rahmen der Erstellung des „Ganzheitlichen Umweltbildungskonzeptes“ wurde deutlich, dass es in Köln zwar Angebote im Bereich der Umweltbildung gibt, diese jedoch bei weitem nicht den erforderlichen Bedarf decken. So hat nur jedes 3. Kind im Alter von 6-15 Jahren die Chance im Rahmen der außerschulischen Umweltbildung einmal im Jahr „draußen“ zu lernen. Die fünf städtischen außerschulischen Natur-Lernorte in Köln (Finkens Garten/ Frei- luga/ Grüne Schule/ Waldschule Köln/ Zooschule) sind meist für 1-2 Jahre im Voraus ausge- bucht und können der eigentlichen Nachfrage nicht nachkommen. Die kostenpflichtigen Angebote privater Träger stellen zwar eine wichtige Ergänzung dar, bieten aber nur in Teilen eine sinnvolle Alternative, da über die monetären Anforderungen die sozial benachteiligten Bevölkerungsgruppen ausgrenzt werden. Dies gilt insbesondere für die Stadtteile Mülheim, Kalk und Chorweiler, wo jedes dritte Kind von Armut betroffen ist, aber auch für Ehrenfeld, Nippes und Porz, wo dies immerhin noch für jedes 10. Kind zu- trifft. Köln als größte Stadt in NRW ist hier besonders gefordert und sollte sich daher der Herausforderung stellen, über ein umfangreiches, kostenfreies Angebot im Bereich der Umweltbildung eine Vorreiterrolle einzunehmen. Denn auch infolge der zunehmenden Integrationsnotwendigkeit von Flüchtlingen in unser Wertesystem, und gerade was die Umweltaspekte z.B. im Umgang mit Müll angeht, er- scheint es dringend geboten, hier umfassend tätig zu werden. Um den zukünftig stetig wachsenden Anforderungen in Bezug auf die Umweltbildungsas- pekte gerecht zu werden, wurde im Rahmen der Erstellung des Ganzheitlichen Umweltbil- dungskonzeptes als besonders geeignete Form der Verstetigung der Aufbau eines Umwelt- bildungszentrums in Köln vorgeschlagen. 4 Das Umweltbildungszentrum soll dabei vor allem im Umweltbereich tätige Initiativen mit den BürgerInnen vernetzen und auf diese Weise informieren, aber auch die Eigeninitiative im Natur- und Umweltschutz des eigenen Wirkungsbereiches fördern. Zur Schaffung einer breiteren Nutzung durch die Bevölkerung sollte das Angebot einer Gastronomie integraler Bestandteil des Konzeptes sein. Der Standort Gut Leidenhausen Als Standort für ein städtisches Umweltbildungszentrum bietet Gut Leidenhausen die besten Voraussetzungen. Das ehemalige Hofgut liegt in Köln Porz-Eil im Erholungsgebiet Leidenhau- sen und in unmittelbarer Nachbarschaft zur Wahner Heide und zum Königsforst. Diese bei- den Naturgebiete bilden zusammen eines der größten Naturschutzgebiete in Nordrhein- Westfalen mit europäischer Bedeutung. Die Naturräume dienen aber auch fast 1,3 Millionen Einwohner der angrenzenden Städte und Gemeinden als wichtiges Naherholungsgebiet und sind damit ein attraktiver Erholungsort. Durch die unterschiedlichen Ansprüche zwischen dem Schutz der Natur und der Erholungs- nutzung entsteht jedoch ein hohes Konfliktpotenzial, welchem nur durch umfassende Auf- klärung und Akzeptanz der für den Schutz erforderlichen Regularien begegnet werden kann. Denn ohne den sorgsamen Umgang mit diesen Gebieten, wird der Erhalt der hohen ökologi- schen Wertigkeit nicht möglich sein. Insofern gilt es, die Besucher so zu lenken, dass ein Er- leben möglich ist, die Natur jedoch geschützt werden kann. Mit dieser Zielsetzung wurden im Rahmen der Regionale 2010 insgesamt vier Portale errichtet, um die Besucher über das Naturschutzgebiet Wahner Heide/Königsforst zu informieren. Eines dieser Portale ist auf Gut Leidenhausen an der Schnittstelle zwischen Stadt und Natur eingerichtet worden. Seit 2013 wird hier auf einem 160 qm großen multifunktionalen Prä- sentationsbereich eine Ausstellung zum Thema „Natur ist anders- Kontraste“ präsentiert, um so über die unterschiedlichen Aspekte von Natur und Nutzung aufzuklären (http://www.gut-leidenhausen.de/). Koordiniert wird die Arbeit der Portale vom gemein- 5 nützigen Dachverein Forum Wahner Heide/Königsforst e.V (http://www.wahnerheide- koenigsforst.de/). Die Ausstellung wurde von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und der Nordrhein-Westfalen Stiftung gefördert.Die Trägerschaft des Portals hat der Verein Hei- deportal Gut Leidenhausen e.V. übernommen. Neben dem Portal bieten auch die anderen auf Gut Leidenhausen agierenden Vereine (Köl- ner Jägerschaft e.V., NABU-Stadtverband Köln, Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Köln e.V., Heideportal Gut Leidenhausen e.V., Bienenzuchtverein Köln Porz e.V., Freundeskreis Haus des Waldes e.V.) vielfältige Veranstaltungen zu den Themengebieten Naturschutz und Nachhaltigkeit an. In Bezug auf das Thema Umweltbildung bestehen zum Teil langjährige Einrichtungen auf Gut Leidenhausen. Die Waldschule Köln, das Heideportal, die Greifvogelschutzstation, der Bie- nenschaukasten, das Obstmuseum und das Haus des Waldes bieten eine ganze Reihe von Angeboten, die durch das direkte Erleben von Natur zur Wertschätzung dieser allgemein beitragen. Diese Angebote werden von den Bürgerinnen und Bürgern, aber auch vor allem durch Kinder und Jugendliche (Schulen) intensiv genutzt. Das städtische Wildgehege ermöglicht zusätzlich die direkte Begegnung mit Waldtieren wie Rot-Hirsch und Wildschwein. Das Gut Leidenhausen umgebende Erholungsgebiet mit sei- nem Wanderwegenetz und dem attraktiven Naturspielplatz ergänzen das Angebot, sodass ein Naturerlebnis auch außerhalb von den angebotenen Veranstaltungen möglich ist. Abge- rundet wird das Angebot für Erholungssuchende durch das Bistro im Innenhof von Gut Lei- denhausen. Die Nähe zur Wahner Heide als Lebensraum seltener Tiere und Pflanzen schafft zusätzlich eine Attraktivität auch für Experten. Trotz dieses auch heute schon sehr attraktiven Angebotes an naturbezogenen Themen und Veranstaltungen, muss festgestellt werden, dass die o.g. Vereine überwiegende mit ehren- amtlichem Personal arbeiten und dass die einzelnen Aktivitäten nur unzureichend koordi- niert werden. Dadurch kann eine optimale/ zielgerichtete Nutzung der Potentiale dieser besonders für Umweltbildung geeigneten Strukturen nicht erfolgen. Die Kraft von Leiden- hausen entfaltet sich daher nicht vollständig. Es fehlen eine koordinierende und steuernde übergreifende Struktur sowie Finanzressour- cen, um das Bestehende zusammenzuführen und darauf aufbauend ein aktiv agierendes Umweltbildungszentrum zu entwickeln. Die vorhandenen Räumlichkeiten dagegen bieten ausreichend Möglichkeiten für eine inten- sivere Nutzung und zu einer räumlichen Erweiterung des Umweltbildungsangebotes. Dar- über hinaus sind Gebäudeteile vorhanden, die heute mindergenutzt sind und die perspekti- visch entsprechend ausgebaut werden könnten. Die umfangreichen Freiflächen im Umfeld lassen außerdem Raum für die Anlage von Anschauungsbiotopstrukturen und Lehrpfaden. Die Voraussetzung zur Umsetzung solcher Umstrukturierungen ist hervorragend, da sich das gesamte Gut Leidenhausen einschließlich der angrenzenden Freiflächen in städtischem Ei- gentum befinden. Eines der größten Probleme, die es zu lösen gibt, ist die Erreichbarkeit von Gut Leidenhau- sen mit öffentlichen Verkehrsmitteln (siehe unten) 6 Strukturelle Gegebenheiten auf Gut Leidenhausen Lage: Das Hofgut befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zur Wahner Heide und zum Königs- forst. Die nächsten Stadtteile Eil und Finkenberg befinden sich in fußläufiger Entfernung von 1 km bzw. 2 km Entfernung. Größe: Die umliegenden städtischen Freiflächen des Erholungsgebietes Leidenhausen haben ein- schließlich der Hofanlage eine Größe von 70 ha. Historie: Die Geschichte von Gut Leidenhausen geht zurück bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts. Das 1749 erbaute und bis 1930 baulich erweiterte Hofgut ist im Jahr 1963 einschließlich 170 ha Land von der Stadt erworben worden, um den Bereich als Erholungsgebiet auszubauen. Zur Verbesserung der Attraktivität wurden in der Folge Aufforstungen durchgeführt, Wege ge- baut, Schutzhütten errichtet und Bänke aufgestellt. Zusätzlich wurde 1972 die 1967 gegrün- dete Greifvogelschutzstation öffentlich zugänglich gemacht, 1982 das Haus des Waldes und 1984 die Waldschule gegründet. Im Jahr 1986 wurde das Freiluft-Obstmuseum geschaffen. Das Angebot wurde 2013 durch die Errichtung des Heideportals und die Eröffnung eines Cafés ergänzt. Verkehrsanbindung: Gut Leidenhausen ist mit dem motorisierten Individualverkehr und Mietbussen (Schulbesu- che) gut erreichbar. Die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr ist jedoch unattraktiv. Ab der Stadtbahnhaltestelle der Linie 9 Endhaltestelle Königsforst muss ein Fußweg von ca. 45 Minuten eingerechnet werden. Die Buslinien 151 und 152 halten an der Haltestelle Eil, Heumarer Straße. Von dort ist es noch ein Fußweg von ca. 20 Minuten. Seit 2014 ist Gut Leidenhausen über das Anruf-Sammel-Taxi Linie 188 erreichbar. Auf tele- fonische Bestellung verkehren Taxis von den AST-Abfahrhaltestellen Porz-Markt, Bahnhof Porz sowie Königsforst zur Haltestelle Gut Leidenhausen und zurück. Der Verkehrsausschuss des Rates der Stadt Köln wurde am 02.05.2017 über den Stand einer Querungshilfe und Bushaltestelle auf dem Grengeler Mauspfad in Höhe Gut Leidenhausen informiert (0966/2017). Der Grengeler Mauspfad ist im Bereich der Zufahrt zum Gut Leiden- hausen als Landesstraße (L489) klassifiziert und liegt im Außenortsbereich. Daher ist der Landesbetrieb Straßenbau NRW Straßenbaulastträger und für dieses Vorhaben zuständig. Um der dringenden Forderung nach einer Querungshilfe zu entsprechen, wurde vom Amt für Straßen und Verkehrstechnik eine Straßenplanung erstellt. Diese umfasst sowohl die Planung der Querungshilfe als auch die der Bushaltestelle für die geforderte dauerhafte An- bindung an das KVB-Netz. Die Planung wurde mit der Bitte um Umsetzung der Maßnahme an den Landesbetrieb NRW übergeben. Sowohl die Finanzierung als auch der Ausbau sind durch den Landesbetrieb Straßenbau NRW sicherzustellen. 7 Stellplatznachweis Ein Problem, das grundsätzlich gelöst werden muss, ist der Nachweis von Stellplätzen. Im Bereich Hirschgraben ist ein großer Parkplatz für ca. 90 PKW vorhanden. Von dort ist das Gut Leidenhausen jedoch nur fußläufig in etwa 5-10 Minuten zu erreichen. Für Veranstal- tungen in den Abendstunden stellen die fehlende Beleuchtung des Weges und die Entfer- nung ein Problem dar. In Gut Leidenhausen selbst gibt es nur ein beschränktes Angebot an Stellplätzen, das vor allem für Angestellte und behinderte Besucher vorgehalten wird. Da das Hofgut nur über eine schmale Stichstraße erreichbar ist, und im Bereich Mauspfad nicht erkennbar ist, dass alle Stellplätze belegt sind, gibt es einen Parksuchverkehr und oftmals illegal abgestellte Fahrzeuge in beiden Höfen. Von Seiten des städtischen Bauverwaltungsamtes wird darauf hingewiesen, dass im Rahmen einer weiteren baulichen Umnutzung oder der Sanierung von Gebäudeteilen ein Verkehrs- konzept mit Stellplatznachweis zu erarbeiten ist. Zurzeit liegt ein Stellplatznachweis vor, der im Rahmen der Einrichtung des Heideportals erstellt wurde. Nutzungen: Die verschiedenen Gebäudeteile des Hofguts werden von den verschiedensten Vereinen und Institutionen (siehe unten) in unterschiedlicher Weise genutzt. Zum Teil gibt es auch Teilbereiche, die zu privaten Wohnzwecken genutzt werden. Räume, die auch für Veranstaltungen genutzt werden können, befinden sich im Haus des Waldes, im Portal und im Gebäudeteil der Kölner Jägerschaft. Darüber hinaus stehen mit dem Seminarraum des NABU und im Haus des Waldes auch kleinere Seminarräume zur Ver- fügung. Das Hauptgebäude (Herrenhaus), die große Scheune sowie verschiedene Lagerräume wer- den durch die städtische Forstverwaltung genutzt, bieten aber weitere Kapazitäten. Mit der Eröffnung des Portals konnte ein Bistro eingerichtet werden, das wesentlich zur At- traktivitätssteigerung beigetragen hat. Der Betreiber führt nicht nur das Bistro, sondern bie- tet darüber hinaus auch Cateringleistungen für unterschiedliche Veranstaltungen an. Sowohl die ehemalige Arbeiterunterkunft (links neben Herrenhaus) als auch das Gebäude des ehemaligen Pferde- und Schweinestalls bieten weiteres Ausbaupotential. Im direkten Umfeld des Hofguts befindet sich eine 14000 qm große Streuobstwiese, die von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald bewirtschaftet wird. Im Eingangsbereich dieser Wiese wird Ende 2017 ein Wildbienenlehrpfad errichtet. Darüber hinaus befinden sich dort die Bienenstöcke des Bienenzuchtvereins Köln Porz e.V.. Die südlich angrenzende Pferderennbahn ist an das Gestüt Röttgen langfristig verpachtet und bleibt von der geplanten Nutzung unberührt. Eigentumsverhältnisse: 8 Das Hofgut und die angrenzenden Flächen befinden sich im Eigentum der Stadt Köln. Für die Gebäude ist die Gebäudewirtschaft und für die Freiflächen das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen verwaltende Dienststelle. Planungsrecht Gut Leidenhausen und das Erholungsgebiet Leidenhausen sind über den Flächennutzungs- plan als Grünfläche und über den Landschaftsplan als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Das Gut Leidenhausen ist über die Denkmalliste des Stadtkonservators als Denkmal festge- setzt. Vor Ort tätige Institutionen und Vereine Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Köln e.V. Der Verein setzt sich für den Erhalt und die Mehrung des Waldes ein. Er fördert das Interes- se und das Wissen der Bevölkerung am und über den Wald, seine Schutz-, Nutz- und Erho- lungsfunktionen sowie die Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege. Er betreibt die Waldschule Köln, die Greifvogelschutzstation Köln und das Obstmuseum. Kontakt: Gut Leidenhausen 1, 51147 Köln Telefon/Fax: 02203/39987 E-Mail: sdw-nrw-koeln@netcologne.de Internet: www.sdw-nrw-koeln.de Büro: Montag, Mittwoch, Freitag von 9-12 Uhr Freundeskreis Haus des Waldes e.V. Der Verein betreibt das 1982 gegründete Naturmuseum "Haus des Waldes". Eine Daueraus- stellung informiert über die Bedeutung und Entwicklung des Waldes in Köln. Sonderausstel- lungen, Vorträge, Seminare und Veranstaltungen rund um das Thema Wald ergänzen das Angebot. Kontakt: Gut Leidenhausen 1, 51147 Köln Telefon/Fax: 02203/39987 E-Mail: sdw-nrw-koeln@netcologne.de Internet: www.sdw-nrw-koeln.de Büro: Montag, Mittwoch, Freitag von 9-12 Uhr Kölner Jägerschaft e.V. Die Kölner Jägerschaft e.V. repräsentiert mit mehr als 1.000 Mitgliedern den Großteil der im Kölner Stadtgebiet ansässigen Jägerinnen und Jäger und vertritt ihre Interessen. Daneben 9 bietet sie Jägern, Bürgern und auch Kindern interessante Angebote von jagdlicher Aus- und Weiterbildung bis hin zu allgemeiner Umweltbildung in der "Rollenden Waldschule". Kontakt: Gut Leidenhausen 1a, 51147 Köln Telefon: 02203/1023437 Fax: 02203/1023439 E-Mail: info@koelner-jaegerschaft.de Internet: www.koelner-jaegerschaft.de Büro: Montag bis Donnerstag von 9.30-12 Uhr Bienenzuchtverein Köln Porz e.V. Der Bienenzuchtverein engagiert sich in Umweltthemen, bietet Imkerpatenschaften, Führungen und vieles mehr an. Der Verein zählt rund 150 Mitglieder im Alter zwischen 11 und 86 Jahren. Die Imkerinnen und Imker betreuen rund 500 Bienenvölker. Diese stehen in der Wahner Heide, in Klein- gartenanlagen, im städtischen Wald, in öffentlichen Grünanlagen, auf Friedhöfen oder in privaten Gärten. Kontakt: Königsbergerstraße 18, 50259 Pulheim Telefon: 02234/986960 E-Mail: bienenzuchtverein-porz@netcologne.de Heideportal Gut Leidenhausen e.V. Das Heideportal Gut Leidenhausen ist eines von vier Portalen, die im Rahmen der Regionale 2010 im Bereich Wahner Heide / Königsforst gegründet wurde. Das Informationszentrum bietet umfassende Informationen über die Naturschutzgebiete Wahner Heide / Königsforst. Träger des Portals ist ein Verein in dem die Vereine auf Gut Leidenhausen, der Flughafen Köln Bonn, die Stadt Köln – Amt für Landschaftspflege und Grünflächen und der Kölner Ei- felverein zusammengeführt sind. Unter dem Motto "mit uns Natur erLeben" betreiben die Mitglieder des Trägervereins das Portal, machen Führungen und organisieren Veranstaltun- gen. Kontakt: Gut Leidenhausen 1, 51147 Köln Telefon: 02203/357651 Fax: 02203/357652 E-Mail: gut-leidenhausen@wahnerheide-koenigsforst.de Internet: www.gut-leidenhausen.de Büro: Dienstag und Donnerstag von 09-13 Uhr NABU-Stadtverband Köln Der NABU-Stadtverband Köln hat auf Gut Leidenhausen im NABU-Seminarraum ein um- weltpädagogisches Büro eingerichtet. Von hier aus will der NABU bei Walderlebnisspazier- gängen, Forscheraufträgen oder Aktionen für die Natur und deren Schutz Interesse wecken, 10 Erlebnisse ermöglichen und Aktivitäten initiieren. Der NABU Seminarraum ist Anlaufstelle für naturinteressierte Menschen. Es gibt Informationen für Wanderer und Radfahrer, auf Anfrage können Gruppenführungen ermöglicht werden. Kontakt: Geschäftsstelle Telefon: 0221/7902889 Umweltbüro Telefon: 02203/1024991 E-Mail: info@nabu-koeln.de oder martin.verfuerth@nabu-koeln.de Kölner Eifelverein:Der Kölner Eifelverein bietet verschiedene Wanderung im Kölner Grün, darunter auch rund um Gut Leidenhausen, die Wahner Heide und den Königsforst an Kontakt: Dr. Franz Josef Becker, Meerfeldstr. 28, 50737 Köln Tel.0221/5992387 E-Mail: nc-drbefr@netcologne.de Amt für Landschaftspflege und Grünflächen, Forstverwaltung Das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen unterhält einen Teil des rechtsrheinischen Betriebshofes der Forstverwaltung auf Gut Leidenhausen. Darüber hinaus hat der Leiter der Forstverwaltung eine Dienstwohnung. Kontakt: 0221-221-25151 E-Mail: gruenflaechenamt@stadt-koeln.de Leitbild/Leitlinien Der Ausschuss Umwelt und Grün hat in seiner Sitzung am 02.02.2017 die Verwaltung beauf- tragt, ein Konzept zur Einrichtung eines zentralen Umweltbildungszentrums in Gut Leiden- hausen zu erarbeiten. Eingebettet in die Zielsetzung des gesamtstädtischen Umweltbil- dungskonzeptes soll Gut Leidenhausen als Zentrum für nachhaltige Umweltbildung ein viel- gestaltiges, möglichst kostenfreies Angebot bieten, um auf diese Weise allen, auch sozial benachteiligten Gruppen, die Möglichkeit zu eröffnen, sich, als Voraussetzung für eine nachhaltige und Ressourcen schonende Lebensweise im Umweltbereich, umfassend zu bil- den. Ziel ist es, durch intensive, praxisorientierte Bildungsarbeit das Umwelt- und Naturbe- wusstsein zu verbessern und durch die Befähigung zu eigenverantwortlichem, umweltbe- wusstem Handeln die Lebensqualität insgesamt zu steigern. Das Umweltbildungszentrum Gut Leidenhausen soll im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) als regional bedeutendes Umweltbildungseinrichtung eine zentrale Koor- dinationsfunktion und Anlaufpunkt für Organisationen mit vergleichsweiser naturschutzori- entierter und umweltbezogener Zielsetzung fungieren. 11 Einem Lernort für Umweltbildung kommt insbesondere im Rechtrheinischen besondere Be- deutung zu. Mit Blick auf den Kölner Stadtplan ist festzustellen, dass hier bisher kaum Ange- bote für Natur-Lernorte existieren. Zur Mitgestaltung sollen zunächst die vor Ort tätigen Initiativen und Vereine (siehe oben) eingebunden werden. Darüber hinaus soll aber eine Offenheit auch für weitere interessierte Gruppierungen bestehen Leitbild Ziel des Umweltbildungszentrums Gut Leidenhausen ist es, Naturerfahrungen und han d- lungsorientiertes Lernen für den verantwortlichen Umgang mit der Umwelt praxisnah und erlebnisorientiert zu vermitteln . Hierdurch werden Menschen in die Lage versetzt, Wissen über Nachhaltigkeit praktisch anzuwenden und Auswirkungen von Entscheidungen auf künf- tige Generationen sowie auf das Leben vor Ort und global einzuschätzen. Ziel ist die B e- schäftigung mit alltags - und zukunftsrelevanten Themen und die gemeinsame Entwicklung und kreative Umsetzung nachhaltiger Ideen, für eine umweltgerechte Entwicklung. Leitlinie Stärken nutzen - Der Standort Gut Leidenhausen bietet die besten Voraussetzungen zum Aufbau eines Umweltbildungszentrums. Eingebettet in das Erholungsgebiet Leidenhausen und in unmittelbarer Nähe zur Wahner Heide und dem Königsforst, als Schutzgebiete mit europäischer Bedeutung, können vielfältige Naturerfahrung ermöglicht werden. Die vor Ort tätigen Vereine bietet heute schon ein vielfältiges Angebot an Umweltbildungsmöglichkei- ten auf dem aufgebaut werden kann. Regional - ein Umweltbildungszentrum Gut Leidenhausen stellt die regionalen Bezüge einer nachhaltigen und umweltgerechten Entwicklung in den Vordergrund. Gemeinschaftlich - Das Projekt zum Ausbau eines Umweltbildungszentrums ist gemein- schaftlich ausgerichtet. Nur in enger Zusammenarbeit mit den auf Gut Leidenhausen ansäs- sigen Vereinen und Institutionen kann die Entwicklung des Zentrums gelingen. Umweltbildung – Das Umweltbildungszentrum hat die Hauptaufgabe, über nachhaltig wir- kende Umweltbildungsangebote die Umweltkompetenz der Adressaten und Akteure zu entwickeln, auszubauen und zur Weitervermittlung zu befähigen. Inhaltliche Konzeption Die Ausstattung und räumliche Lage prädestinieren Gut Leidenhausen als Lern-und Präsen- tationsort für Natur- und Umweltaspekte. Generell soll die Einrichtung zwar alle Themenbe- reiche der Umweltbildung abbilden. Aufgrund der Lage zu den naturräumlich wertvollen Schutzgebieten und der Tatsache, dass mit dem in Leverkusen bestehenden Naturgut Opphoven das Schwerpunktthema Klima bereits in der Region abgedeckt ist, soll auf Gut Leidenhausen der Schwerpunkt im Bereich der Artenvielfalt und Biodiversität gesetzt wer- 12 den. Über ein umfangreiches Angebot an Veranstaltungen, vorranging solcher mit Mitmach- charakter, soll die Faszination für die Natur und die Notwendigkeit ihres nachhaltigen Schut- zes anschaulich vermittelt werden. Synergieeffekte zu anderen Umweltthemen ergeben sich dabei von selbst, so z.B. die Müllproblematik in Zusammenhang mit der direkten und indi- rekten Schadwirkung auf Tiere. Im Vordergrund steht insgesamt das Prinzip des gemeinsamen Erlebens und Entdeckens, welches neben dem Verständnis für die Tiere und Pflanzen im Sinne des forschenden Ler- nens auch der Verbesserung der sozialen und motorischen Kompetenzen dient. Durch den unmittelbaren Umgang in und mit der Natur soll eine Sensibilisierung für einen behutsame- rer Umgang mit den natürlichen Ressourcen auch im eigenen Umfeld erzielt werden. Im Sinne der Nachhaltigkeit sollen dabei nicht nur eigene Kompetenzen entwickelt und ausge- baut werden, sondern die Teilnehmer der Bildungsangebote über die gemachten Erfahrun- gen zu Multiplikatoren werden, die die Thematik in den Wirkungsalltag tragen. Bei der thematischen Konzeption werden übergeordnete Programme, wie die Biodiversi- tätsstrategie und das Bundesprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung berücksichtigt werden. Als Kernkompetenz werden durch das Umweltbildungszentrum die Zusammenhänge zwi- schen Natur und gesunder Lebensgrundlage vermittelt werden. Dies entspricht der Idee zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), die eine wichtige Grundlage darstellt, um Men- schen zu motivieren, aktiv an einer ressourcenschonenden Lebensweise mitzuwirken. Vo- raussetzung dafür ist das Wissen über die ökologischen Zusammenhänge und den eigenen Verantwortungs- und Mitwirkungsbereich. Dabei wird im Rahmen des Umweltbildungszentrums Wissensvermittlung interaktiv und über alle Sinne erfolgen. Um die Notwendigkeit des Erhalts nachhaltig zu transportieren, ist die Erfahrung mit Lebewesen unabdingbar. Denn Umweltbildung lebt vom direkten Kontakt und dem Umgang mit und in der Natur. Daher ist es wichtig, neben geschützten Bereichen auch Orte zu schaffen, in denen ein freier, sensibler Umgang mit der Natur unmittelbar er- lebt werden kann. Daher sollen im Umfeld des Umweltbildungszentrums Anschauungsbio- tope angelegt werden, wobei hier auch die Notwendigkeit von Pflegemaßnahmen vermittelt werden kann. Zielgruppe sind neben Kindern und Jugendlichen auch Erwachsene aller Altersgruppen, Her- kunft und Religionszugehörigkeit. Zusätzlich wird ein eigenes Angebot, z.B. in Form von Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen zu Naturerlebnispädagogen für Multiplikatoren entwickelt. Insgesamt werden folgende Aufgabenschwerpunkte über das Umweltbildungszentrum ab- gedeckt: Beratung in allen Umweltfragen mit dem Schwerpunkt Artenvielfalt und Biodiversität Anlage von an den Naturraum angepassten Schaubiotopen und ihre Pflege Konzeption von Projekten im Bereich der Artenvielfalt und Biodiversität mit Mit- machcharakter Erarbeitung von Materialien und Umweltexperimenten zu Naturerfahrung im direk- ten Umfeld Durchführung von Veranstaltungen in Form von Führungen, Vorträgen, Seminaren und Workshops zu Umwelt- und Naturthemen Ausstellungskonzeption zu verschiedenen aktuellen Natur- und Umweltschutzthe- men 13 Fundraising zur Finanzierung von weiteren Projekten Weiterhin soll mittelfristig geprüft werden, ob sich die Räumlichkeiten so aus- bzw. umbau- en lassen, dass auch mehrtägige Bildungsveranstaltungen möglich sind. Strukturelle Voraussetzungen Trägerschaft Das vorliegende Konzept zur Einrichtung eines städtischen Umweltbildungszentrums baut auf den vorhandenen Strukturen in Gut Leidenhausen auf. Insofern ist es auch konsequent, wenn sich eine künftige Konzeption diese Strukturen und auch Stärken zu Eigen macht. Dies vorausgesetzt bedeutet, dass eine Zuordnung der Trägerschaft eines Umweltbildungszent- rums zu einem Amt der Stadt Köln nicht angestrebt wird. Mit dem Heideportalverein steht dagegen bereits ein Gremium zur Verfügung, in dem alle vor Ort tätigen Vereine und Institu- tionen bereits zusammengeschlossen sind und in dem schon heute Entscheidungen, die den Gesamtkomplex betreffen, in gemeinschaftlicher Abstimmung getroffen werden. Die Ge- schäftsstelle des Trägervereins, die mit einer Mini-Jobstelle besetzt ist, ist heute bereits die erste Anlaufstelle, für alle, die sich für die ortsansässigen Vereine, Veranstaltungen, Events, Klassen- und Kindergartenveranstaltungen und private Feiern interessieren. Gemäß dem Vorbild der Organisation der Bürgerhäuser kann somit das Konzept der freien Trägerschaft angewandt und die Leitung beim Heideportalverein angesiedelt werden. Aufgaben Aufgabe des Trägers des Umweltbildungszentrums ist die Übernahme des Projektmanage- ments mit folgenden Aufgaben: Koordination der Angebote aller Institutionen und Vereine vor Ort Ziel- und Leistungsvereinbarungen zur inhaltlichen Ausrichtung des Umweltbildungs- zentrums mit dem Umwelt- und Verbraucherschutzamt Berichtswesen zum Nachweis der Erfüllung der Vereinbarungen und Mittelnachweis Koordination der Raumnutzung Öffentlichkeitsarbeit Akquise von Fördergeldern Betreuung des Gebäudemanagements vor Ort Beantragung von zwei FÖJ-Stellen und deren Betreuung Ökologisches Flächenmanagement der umliegenden Freiräume in Abstimmung mit dem Amt für Landschaftspflege und Grün Durchführung von eigenen Projekten in Kooperation mit den Vereinen vor Ort Erstellung eines Veranstaltungskalenders Planung und Durchführung von Fortbildungsveranstaltungen und Seminaren Einbindung in die Stadtverwaltung 14 Zur Gewährleistung der Berücksichtigung der städtischen Konzepte (u.a. Leitbild der Stadt Köln, Ganzheitliches Kölner Umweltbildungskonzept) ist eine enge Koordination mit der Stadtverwaltung erforderlich. Diese Aufgaben werden vom Umwelt- und Verbraucherschutzamt übernommen und umfas- sen folgende Aspekte: Erarbeitung der Grundlagen für die ökologisch- und bildungspolitische Ausrichtung einrichtungsübergreifende Öffentlichkeitsarbeit fachliche Beratung und Unterstützung Mitentscheidung bei personellen Besetzungen Mit dem Träger des Umweltbildungszentrums werden entsprechende Ziel- und Leistungs- vereinbarungen getroffen. Im partnerschaftlichen Zusammenwirken erfolgen jährliche Schwerpunktsetzungen, die nach Absprache an entsprechende aktuelle Entwicklungen auch unterjährig anpassbar sind. Durch den Träger des Umweltbildungszentrums erfolgt ein Be- richtswesen zur Erfüllung der Vereinbarungen und des Mitteleinsatzes. Finanzielle Voraussetzungen Für den Betrieb eines Umweltbildungszentrums ist eine entsprechende räumliche und fi- nanzielle Ausstattung erforderlich. Räumliche Ausstattung: Die vorhandenen Räumlichkeiten sind aus heutiger Sicht zunächst ausreichend. Ein Sekreta- riatsbüro steht mit der Geschäftsstelle des Heideportals, die in Bürogemeinschaft mit der Kölner Jägerschaft betrieben wird, bereits zur Verfügung. Für die Einrichtung des Projekt- managements wird ein Büroraum benötigt, der im Herrenhaus zur Verfügung gestellt wer- den kann Für die Durchführung von Veranstaltungen muss die Mitnutzung anderer Räum- lichkeiten gewährleistet sein. Dies erfolgt in Abstimmung mit den Vereinen vor Ort. Zurzeit entwickelt die Gebäudewirtschaft der Stadt Köln in enger Zusammenarbeit mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Köln e.V. ein Konzept zur baulichen Umstrukturierung der Waldschule und des Haus des Waldes. Ziel ist die Schaffung eines zweiten Klassenraums für die Waldschule und die behindertengerechte Zugänglichkeit des Haus des Waldes. Eine entsprechende Beschlussvorlage ist in Vorbereitung. Personelle Ausstattung: Zur Bewältigung der Projektmanagementaufgaben ist eine entsprechende personelle Aus- stattung erforderlich. Hierfür werden zwei Stellen benötigt, die über den Trägerverein ver- waltet werden. Die Kosten für eine Stelle im Projektmanagement (entsprechend EG 12 Gruppe 8) und eine Verwaltungsstelle (entsprechend EG 10, Gruppe 7) belaufen sich zu- sammen auf 160.700 € jährlich. Ergänzt werden soll die Arbeit durch zwei Stellen über den Bundesfreiwilligendienst oder das Freiwillige ökologische Jahr. Hierfür muss ein Kostenansatz in Höhe von 10.000 € jährlich veranschlagt werden. Die Gesamtkosten für eine personelle Ausstattung belaufen sich auf 170.700 €. 15 Sachmittel: Zur Umsetzung von Projekten sowie zur Anschaffung von hierfür benötigten Materials ist ein Etat von 50.000 € jährlich erforderlich. Fördermöglichkeiten: Die Fördermöglichkeiten für einen weiteren Ausbau des Umweltbildungsangebotes bei stei- gendem Bedarf werden nach Einrichtung des Umweltbildungszentrums durch das vorhan- dene Personal eruiert. Haushaltsmäßige Auswirkungen Zur Umsetzung eines Umweltbildungszentrums auf Gut Leidenhausen in freier Trägerschaft sind jährlich 220.700 € erforderlich. Vorhandene Umweltbildungsangebote Die Waldschule Köln 1984 wurde die Waldschule Köln durch die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Köln e.V. gegründet. Den pädagogischen Mitarbeitern war und ist es ein besonderes Anliegen, Schü- lern und Schülerinnen aus der Großstadt Köln Möglichkeiten für ein aktives Naturerleben zu bieten. Die Zielgruppen sind Kinder im Grundschulalter. Kölner Schulen haben die Möglichkeit, an einem oder auch mehreren Tagen das Unterrichtsangebot der Waldschule wahrzunehmen. Die ebenfalls von der Schutzgemeinschaft betriebenen Einrichtungen des Waldmuseums im „Haus des Waldes“, der Greifvogel-Schutzstation, des Obstmuseums sowie die Rot- und Schwarzwildgehege im Erholungsgebiet Leidenhausen ermöglichen darüber hinaus die Ver- tiefung und Erweiterung einzelner thematischer Aspekte. Die Waldschule ist anerkannte Einsatzstelle zur Übernahme von FÖJlern (freiwilliges ökolo- gisches Jahr) und ausgezeichnetes Projekt UN-Dekade Biologische Vielfalt. Die Waldschule ist durch die Bezirksregierung Köln als außerschulischer Lernort anerkannt. Auf dieser Grundlage ist seit zwei Jahren über eine Halbtagsstelle eine Lehrerin zugeordnet. 16 Neben dem über die Schutzgemeinschaft angestellten Waldschullehrer, sind ein bzw. zwei Waldpädagoginnen, je nach Spendenaufkommen, über Zeitverträge angestellt. Das Umweltbildungsangebot umfasst: Waldpädagogischer Unterricht für Kölner Schulen (in 2016 – 6.354 Kinder), Themen: Walderlebnisexkursionen Bestimmungsübungen zu Bodentieren Greifvögel und Eulen Bestimmung von Blumen, Sträuchern und Bäumen Makroskopische Gewässeruntersuchungen Ökologie des Waldes Sommerferienprogramm für HÖVI-Land-Teilnehmer Kooperation mit der Fachdidaktik Biologie der Universität zu Köln Angebot zur Durchführung naturbezogener Kindergeburtstage Obstmuseum Das Obstmuseum ist eine Streuobstwiese auf Gut Leidenhausen, die von der Schutzgemein- schaft Deutscher Wald Köln e.V. unterhalten wird. Das Umweltbildungsangebot umfasst: Durchführung von Seminaren für Obstschnitt und Obstbaumveredlung Durchführung einer Apfelausstellung und Vortrag Greifvogelschutzstation Die Greifvogelschutzstation nimmt verletzte Greifvögel auf und pflegt diese mit dem Ziel der Auswilderung. Das Umweltbildungsangebot umfasst: Durchführung von Führungen Einbezug in die waldpädagogische Arbeit der Waldschule Köln Haus des Waldes Das Haus des Waldes ist ein Naturkunde Museum mit dem Schwerpunkt Entwicklung des Kölner Waldes. Das Umweltbildungsangebot umfasst: Dauerausstellung Entwicklung des Kölner Waldes Sonderausstellungen zu Themen zum Kölner Wald Angebot an Führungen, Seminaren, Vorträgen NABU Das Angebot des NABU auf Gut Leidenhausen richtet sich vor allem an Grundschulen, Kitas und andere Kindergruppen. Das Umweltbildungsangebot umfasst: 17 Kinderführungen als Walderlebnisspaziergänge im Umfeld von Gut Leidenhausen. Auf Anfrage auch in anderen, den anfragenden Einrichtungen näher liegenden Wald- gebieten. fachliche, organisatorische und pragmatische Unterstützung bei Umweltprojekten für Schulen, Jugendgruppen und Erwachsenengruppen Wanderungen für Erwachsene unter fachkundiger Führung (ornithologisch, bota- nisch, entomologisch). Die Führungen sind inhaltlich der Jahreszeit angepasst. Kölner Jägerschaft Das Angebot der Kölner Jägerschaft richtet sich vor allem an Jäger und solche, die es noch werden wollen. Das Umweltbildungsangebot umfasst: Vorbereitung für die staatliche Jägerprüfung durch die Jagdschule Köln Lernwerkstatt –Motorsägenkurs Jagdhundeausbildung Rollende Waldschule Bienenzuchtverein Porz Das Angebot des Bienzuchtvereins Porz ist sehr breit gefächert und spricht nicht nur Ver- einsmitglieder sondern auch interessierte Bürger an. Das Umweltbildungsangebot umfasst: Führungen, Veranstaltungen Probe-Imkern Aktionen Weiterbildungsveranstaltungen Portal Wahner Heide/Königsforst Der Portalverein ist Betreiber des Heideportals Gut Leidenhausen. Das Umweltbildungsangebot umfasst: Dauerausstellung „Natur ist anders – Kontraste“ Ausstellungsführungen,Bürgersprechstunde Organisation des Wahner Heide Tages am jeweiligen 1. Mai und der „Waldweih- nacht“ am 01. Advent Kölner Eifelverein Das Angebot des Kölner Eifelvereins richtet sich vor allem an Das Umweltbildungsangebot umfasst: Naturerfahrung durch Wanderungen in den Grünbereichen Kölns
Beratungsverlauf (3)
Beschluss: ungeändert empfohlen
Zur SitzungBeschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 2304/2017
- Typ
- Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss
- Datum
- 05.10.2017
- Erstellt
- 03.08.2017 00:27