3789/2018
Beschluss des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes "Starke Veedel - Starkes Köln" für den Sozialraum "Ostheim und Neubrück"
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Anlage 0 Ostheim und Neubrück
862 Zeichen
Anlage 0 Mit der Vorlage 3789 / 2018 beabsichtigt die Verwaltung den Beschluss des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück “ im Rahmen des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ durch den Rat zu erwirken. Das Leitkonzept zum Gesamtprogramm wurde am 20.12.2016 vom Rat beschlossen (Vorlage 2899 / 2016). Mit dem Ratsbeschluss über das ISEK „Ostheim und Neubrück“ wird die Verwa ltung in die Lage versetzt, Förderanträge für die Städtebauförderung zu stellen, welche einen wichtigen Förderzugang für dieses Programm bildet. Aufgrund der komplexen förderrechtlichen Rahmenbedingungen und den damit verbundenen verwaltungsinternen Abstim mungserfordernissen wird die Vorlage den politischen Gremien zu Beginn der Beratungsfolge verfristet vorgelegt, da die Ratssitzung am 14.02.2019 erreicht werden muss.
Anlage 1 ISEK Ostheim Neubrück mit Maßgaben
217425 Zeichen
Starke Veedel – Starkes Köln November 2018
Starke Veedel – Starkes Köln
Mitwirken, Zusammenhalten, Zukunft gestalten
Integriertes Stadtentwicklungskonzept für den
Sozialraum „Ostheim und Neubrück“
2 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Kontakt / Impressum
Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Willy-Brandt-Platz 2
50679 Köln
Telefon 0221 / 221-22267
stadtentwicklung.statistik@stadt-koeln.de
Die Oberbürgermeisterin
Dezernat Stadtentwicklung, Planen und Bauen
Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ 3
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Mein Standpunkt
Liebe Bürgerinnen und Bürger in Ostheim und Neubrück,
jede Bürgerin und jeder Bürger soll eine gleichberechtigte Chance haben, am gesellschaftli-
chen Leben teilzuhaben. Dies ist das Leitbild, auf dem das soziale Handeln der Kölner
Stadtgesellschaft basiert. Dazu gehört die Chance auf Gesundheit, auf eine gute Bildung und
Ausbildung ebenso wie die Chance auf einen Arbeitsplatz oder eine angemessene Wohnung
in einem lebenswerten, attraktiven Veedel. Das aufgeschlossene und gute Zusammenleben
im Veedel ist ein wichtiges Fundament für eine sozialgerechte Stadtentwicklung.
Ich freue mich deshalb, Ihnen mit diesem lntegrierten Handlungskonzept ein Programm für
lhr Veedel vorlegen zu können, das insbesondere die Lebenslage der von Armut bedrohten
oder betroffenen Bürgerinnen und Bürger in den Blick nimmt. Der soziale Ausgleich in unse-
rer Stadt ist keine Kür, sondern eine Pflichtaufgabe! Nur so können wir für Kinder und Ju-
gendliche, für ältere Menschen, für Alleinerziehende, Geringerqualifizierte oder Langzeitar-
beitslose ein Miteinander auf Augenhöhe wahren.
Mit dem Programm und den darin enthaltenen Projekten und Maßnahmen kommen wir die-
sem Leitbild in den nächsten Jahren ein gutes Stück näher. Das Programm enthält Maß-
nahmen zur Verbesserung des Bildungsangebots für Kinder und Jugendliche, aber auch für
Erwachsene, Maßnahmen zur Integration von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte so-
wie beschäftigungsfördernde Maßnahmen für Langzeitarbeitslose. Enthalten sind auch
Wohnumfeld verbessernde Maßnahmen und Investitionen in die örtliche Infrastruktur, mit
denen ihr Veedel attraktiver werden soll.
Ich lade Sie herzlich ein, sich zu engagieren und zu beteiligen. Seien Sie dabei, wenn es
zum Beispiel um die Gestaltung von Plätzen geht oder nutzen Sie die Fördermöglichkeiten
für ihre Kinder oder für sich selbst, wenn es darum geht, eine neue berufliche Perspektive zu
entwickeln. Seien Sie dabei, denn es geht um Ihr Veedel!
Henriette Reker
Oberbürgermeisterin der Stadt Köln
Vorwort
Köln ist durch eine starke Vielfalt geprägt.
Jedes Veedel hat ein eigenes Gesicht.
Die ausgewogene Entwicklung aller Ve e-
del ist Ziel der Kölner Stadtentwicklung.
Dies gilt sowohl für die gebaute Umwelt
als auch für die soziale Balance in der
Stadt. Hierfür müssen wir die individuellen
Potenziale der unterschiedlichen Räume
erkennen und frühzeitig fördern.
Die Stellschrauben der Quartiersentwic k-
lung sind dabei vielfältig. Die im Integrie r-
ten Handlungskonzept „Starke Veedel –
Starkes Köln“ vorgeschlagenen Maßna h-
men widmen sich sowohl der Gestaltung
des öffentlichen Raumes, als auch sozi a-
len Themen wie Prävention, Bildung, Qu a-
lifizierung sowie dem Klimaschutz und der
Umweltgerechtigkeit.
Unter breiter Beteiligung vor Ort wurde
das Programm „Starke Veedel – Starkes
Köln“ entwickelt, in das sich das vorli e-
gende Integrierte Handlungskonzept für
den Sozialraum „Ostheim und Neubrück “
einordnet.
Der zentrumsnahe Sozialraum „Ostheim
und Neubrück“ ist durch eine überwiege n-
de Wohnnutzung geprägt. Städtebauliche
und sozial -integrative Handlungsbedarfe
sind im Sozialraum deutlich erkennbar. Mit
der Neugestaltung des Platzes an St.
Adelheid im Rahmen eines partizipativen
Verfahrens wird unter anderem die Mitte
Neubrücks eine Aufwertung erfahren.
Die Quartiersentwicklung in „Ostheim und
Neubrück“, wie in allen elf Sozialräumen,
stellt uns in den kommenden Jahren vor
vielschichtige Herausforderungen. Mit dem
vorgesehen Maßnahmenpaket werden die
Kräfte aus unterschiedlichen Handlung s-
feldern in einem Ansatz gebündelt. Ich bin
mir sicher, dass wir durch diesen integrier-
ten Ansatz der Quartiersentwicklung einen
guten Schritt für d ie Stadtteile nach vorne
machen.
Ihr
Markus Greitemann
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ 5
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Inhaltsverzeichnis
1. Kurzfassung ................................ ................................ ................................ ............... 6
2. Einordnung in das Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ .............................. 8
3. Analyse ................................ ................................ ................................ ..................... 15
3.1 Demographische, soziale und Bildungssituation ................................ ...................17
3.2 Öffentlicher Raum und Verkehr ................................ ................................ .............20
3.3 Wirtschaft ................................ ................................ ................................ ..............26
3.4 Ökologie und Klima ................................ ................................ ............................... 27
3.5 Wohnen ................................ ................................ ................................ ................29
3.6 Stärken- und Schwächenanalyse ................................ ................................ ..........32
4. Ableitung der Handlungsbedarfe ................................ ................................ ............ 33
5. Konzeptioneller Ansatz ................................ ................................ ............................ 37
6. Maßnahmen ................................ ................................ ................................ .............. 43
6.1 Maßnahmenblätter ................................ ................................ ............................... 45
6.2 Rahmenplan – städtebauliche Einordnung ................................ ...........................95
7. Umsetzungsplanung ................................ ................................ ................................ 98
8. Anhang ................................ ................................ ................................ .....................103
6 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
1. Kurzfassung
Mit dem Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ wird ein breites Maßnahmenbündel im
Sozialraum „Ostheim und Neubrück “ umgesetzt. Die Stadt Köln möchte die Chancen der
aktuellen Förderperiode nutze n und reagiert damit auf den gemeinsamen Projektaufruf der
europäischen Strukturfonds EFRE, ESF und ELER in Nordrhein -Westfalen. Der Schwe r-
punkt des Projektaufrufs „Starke Quartiere – starke Menschen“ liegt auf der präventiven und
nachhaltigen Entwicklung von Stadtquartieren und Ortsteilen und auf der Bekämpfung v on
Armut und Ausgrenzung. Ziel ist es, die Lebenssituation der Menschen zu verbessern und
Armut und soziale Ausgrenzung zu vermeiden.
Dabei verfolgt das Programm einen integrierten Ansatz und nimmt verschiedene Handlungs-
felder der Quartiersentwicklung in den Blick. Das Handlungsspektrum reicht von sozial -
integrativen Ansätzen, der Stärkung der Bildung und Qualifizierung über die Gestaltung des
öffentlichen Raumes und des Wohnumfeldes sowie den Themen Klima und Umwelt bis hin
zur Stärkung der Teilhabe und Mitwirkung vor Ort. Denn eine langfristig ausgerichtete Quar-
tiersentwicklungsstrategie kann nur unter Einbezug der verschiedenen Faktoren, die das
tägliche Leben der Menschen vor Ort wesentlich beeinflussen, erfolgen.
Für die Umsetzung ist der Einsatz verschiedener Förderprogramme vorgesehen; insbeson-
dere der Europäischen Sozialfonds (ESF) und der Europäischer Fonds für regionale En t-
wicklung (EFRE) sowie die Städtebauförderung. Mit dem Ziel die sozialraumorientierte
Stadtentwicklung zu stärken sind zum einen sozialraumspezifische M aßnahmen und zum
anderen sozialraumübergreifende Maßnahmen vorgesehen.
Der Sozialraum „Ostheim und Neubrück “ ist im Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“
einer der elf Kölner Sozialräume, die bereits seit mehr als 10 Jahren durch die Sozialrau m-
koordination unterstützt werden. Der Sozialraum zählt mit rund 21.150 Einwohnerinnen und
Einwohnern zu den größeren Sozialräumen, wobei sich die Einwohnerzahlen circa zur Hälfte
auf den Stadtteil Ostheim und Neubrück verteilen. Der Sozialraum liegt im rechtsrheinischen
Köln im Stadtbezirk Kalk. Während der Stadtteil Ostheim durch eine gemischte Siedlung s-
struktur mit Gebäuden aus verschiedenen Dekaden gekennzeichnet ist, entstand Neubrück
im Gegensatz dazu als geschlossene Siedlung Mitte der 1960er Jahre . In beiden Stadtteilen
finden sich Hochhaussiedlungen, die eine besondere Herausforderung darstellen – sowohl in
sozialer als auch in städtebaulicher Hinsicht.
Die Bevölkerungs- und Sozialstruktur ist im Sozialraum sehr unterschiedlich. Insbesondere
die Geschosswohnungsbereiche sind durch einen hohen Anteil an Personen mit Migration s-
hintergrund, einen hohen Jugendquotienten und einen hohen Anteil an Transferleistungsb e-
zieherinnen und -beziehern geprägt, während zum Beispiel die Bungalow - und Reihenhaus-
gebiete durch einen überdurchschnittlichen Altenquotient en gekennzeichnet sind. Die hete-
rogene Sozialstruktur bietet wertvolle Ansätze zur Stabilisierung des Sozialraumes.
In der Gesamtschau zeigen sich im Sozialraum vielfältige Bedarfe in den folgenden Han d-
lungsfeldern:
1. Früh ansetzende Hilfen:
a. Stabilisierung der Sozialstruktur
b. Unterstützung bei der Integration
c. Beratungs- und Unterstützungsangebote
d. Sicherung der Teilhabechancen
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ 7
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
2. Öffentlicher Raum
a. Aufenthaltsqualitäten und Barrierefreiheit optimieren;
insbesondere am Marktplatz Neubrück
b. Spiel- und Bewegungsräume schaffen
c. Maßnahmen zur Wohnumfeldverbesserung
3. Wirtschaft und Qualifizierung
a. Bewohnerinnen und Bewohner des Sozialraums als Beschäftigte gewinnen
b. Qualifizierung und Integration in den Arbeitsmarkt
c. Optionen zur Stärkung der Nahversorgungslage in Neubrück
4. Umweltgerechtigkeit - Klimaschutz, Luftreinhaltung und Lärmminderung
a. Freiflächen aufwerten
b. Informations- und Beratungsangebote zum Klimawandel schaffen
c. Entsiegelung von Flächen
5. Wohnen
a. Aktivierung der Eigentümerschaft
b. Stärkung des Verantwortungsbewusstseins der Bewohnerinnen und Bewo h-
ner für ihr Wohnquartier / Verbesserung des Wohnumfeldes
Der Rahmenplan auf Seite 97 verdeutlicht das vorgesehene Maßnahmenbündel im Pr o-
gramm „Starke Veedel – Starkes Köln“ für den Sozialraum und greift auch die wesentlichen
Handlungsgansätze, Planungen und Projekte außerhalb des Programms auf.
8 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
2. Einordnung in das Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“1
Im Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ stehen die elf Kölner Sozialräume im Mitte l-
punkt. Die Stadt Köln reagiert hiermit auf den Aufruf des Landes „Starke Menschen – Starke
Quartiere“ und nutzt die Chancen der aktuellen EU-Förderperiode.
Mit dem Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ baut die Stadt Köln auf den Erfahrungen
aus dem Strukturförderprogramm MÜLHEIM 2020 auf und strebt erstmals die systematische
Erarbeitung und Umsetzung eines integrierten, quartiersorientierten Handlungsansatzes in
einem Programmgebiet mit mehreren Sozialräumen an. Diesem Ansatz liegt die Leitfrage
zugrunde, wie Stadtentwicklung aus dem Quartier heraus erfolgen kann, welche Faktoren
zum Gelingen beitragen und w ie die Bewohnerinnen und Bewohner aktiv in die Quartier s-
entwicklung eingebunden werden können.
In einem fachübergreifenden und integrierten Ansatz wurde ein breites Maßnahmenbündel
entwickelt. Dieses Maßnahmenbündel setzt für elf Sozialräume ein vergleichbares Vorgehen
um, geht dabei jedoch explizit auf die Bedarf e und Erfordernisse vor Ort ein. Ziel ist es eine
Entwicklungsstrategie auf gesamtstädtischer Ebene im Sinne der Präventionskette zu eta b-
lieren.
Dabei verfolgt das Programm insgesamt das Ziel , verbesserte Lebensbedingungen für die
Menschen zu schaffen. Mit Blick auf eine langfristig ausgerichtete Quartiersentwicklungsstra-
tegie wird somit ein wichtiger Beitrag gegen Ungleichgewichte und kleinräumige Polarisi e-
rung umgesetzt. Dabei rückt d ie Quartiersebene in den Mittelpunkt des (städtischen) Ha n-
delns und die Maßnahmen setzen unmittelbar in den Veedeln – dem direkten Lebensumfeld
der Menschen – an.
Für die Verbesserung der Lebenssituation der Bewohnerinnen und Bewohner ist eine int e-
grierte Betracht ung der verschiedenen Themenfelder der Stadtentwicklung, wie Wohnen,
Wirtschaft, Arbeitsmarkt, Soziales, Bildung, Gesundheit, Mobilität, Öffentlicher Raum, Klima,
Umwelt und Grün besonders wirkungsvoll. Daher werden auch bestehende und derzeit in
der Entwi cklung befindliche Konzepte der Stadt Köln in dem Programm „Starke Veedel –
Starkes Köln“ aufgegriffen und dementsprechend Maßnahmen priorisiert und aneinander
angepasst.
Leitkonzept bildet den Rahmen des Programms
Das vorliegende Integrierte Stadtentwicklungkonzept (ISEK) ist Bestandteil des Leitkonzep-
tes „Starke Veedel – Starkes Köln“, das im November 2016 durch die Interministerielle A r-
beitsgruppe des Landes Nordrhein -Westfalen anerkannt und am 20. Dezember 2016 vom
Rat der Stadt Köln beschlossen wurde (vgl. Vorlagennummer 2899/2016). Es bildet die
Grundlage für die Beantragung von Mitteln der Städtebauförderung.
Bereits seit 2006 ist die Stadt Köln in den elf Sozialräumen mit dem Programm "Lebenswerte
Veedel – Sozialraum- und Bürgerorientierung" aktiv, durch das zahlreiche Vorhaben realisiert
oder angestoßen wurden. Die Sozialraumkoordinatorinnen und Sozialraumkoordinatoren
sind für die Menschen und Institutionen in den Veedeln zu festen Ansprechpartnerinnen und
1 Das vorliegende sozialraumspezifische ISEK basiert auf dem Leitkonzept „Starke Veedel – Starkes
Köln“. Im Leitkonzept sind der Hintergrund zum Programm sowie die Einbettung des Programms in die
Landes- und EU-Schwerpunkte detaillierter dargelegt. Dieses Kapitel bietet einen Überblick über die
Einordnung in das Gesamtprogramm.
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ 9
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Ansprechpartnern geworden. Sie fungier en als „Informationsdrehscheibe“ und Bindeglied
zwischen Verwaltung, Wirtschaft, Politik, Verbänden und Bewohnerschaft. Sie unterstütz en
oder initiier en Kooperations- und Vernetzungsstrukturen im Sozialraum, nutz en diese, um
besondere Bedarfslagen zu identifizieren, und entwickel n gemeinsam mit den Diensten und
Einrichtungen der freien Träger vor Ort bedarfsge rechte Projekte und Maßnahmen. Auf di e-
sem Ansatz und den bereits etablierten Strukturen wird mit dem Program m „Starke Veedel –
Starkes Köln“ aufgebaut.
Karte 1: Übersicht über die elf Sozialräume des Programms
"Lebenswerte Veedel - Lebenswertes Köln"
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Umsetzung des integrierten Ansatzes und Handlungsfelder
Mit dem integrierten Ansatz des Programms finden verschiedene Handlungsfelder Berück-
sichtigung, sodass eine umfassende und langfristig ausgerichtete Quartiersentwicklungsstra-
tegie für die Sozialräume entsteht.
Bereits im Leitkonzept sind für das Programm fünf Handlungsfelder zugrunde gelegt, die
auch für die sozialraumspezifischen ISEKs den Rahmen bilden:
1. Früh ansetzende Hilfen
2. Öffentlicher Raum
3. Wirtschaft und Qualifizierung
4. Umweltgerechtigkeit - Klimaschutz, Luftreinhaltung und Lärmminderung
5. Wohnen
10 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Die Handlungsfelder zeigen die Themenbreite und das Wirkungsspektrum des Programms
auf. Zwischen den Handlungsfeldern ergeben sich Wirkungszusammenhänge, die bei der
Umsetzung entsprechend berücksichtigt werden müssen. Zum einen werden sinnvolle S y-
nergien deutlich, zum anderen können aber auch Zielkonflikte entstehen.
Mit Blick auf das oftmals „versäult“ ausgerichtet e (städtische) Handeln ist eine wirkungsvolle
Zusammenführung und Steuerung der einzelnen Handlungsansätze erforderlich. Das Pr o-
gramm „Starke Veedel – Starkes Köln“ bildet vor diesem Hintergrund einen wichtigen Beitrag
zur sozialraumorientierten Stadtentwicklung und intensiviert diesen stadtweiten Ansatz in
den nächsten Jahren.
Gebietsauswahl und methodische Vorgehensweise
Die Grundlage für die Auswahl der elf Kölner Sozialräume bildet die bestehende Gebietsab-
grenzung des Programms „Lebenswerte Veedel – Bürger- und Sozialraumorientierung in
Köln“ (vergleiche Karte 2). Mit Hilfe des „Monitorings Stadtentwicklung“2 wurde geprüft, ob es
sich weiterhin um Gebiete mit besonderen Handlungserfordernissen handelt.
Im Ergebnis zeigt sich, dass die elf Sozialräume des Programms „Lebenswerte Veedel“ zu
den Gebieten mit besonderen Handlungserfordernissen zählen. Die Sozialräume sind de m-
nach im Vergleich zur Gesamtstadt überdurchschnittlich stark von sozialer Benachteiligung
betroffen und entsprechen den im Aufruf „Starke Menschen – Starke Quartiere“ geforderten
Kriterien zur Auswahl des Programmgebietes.
Exkurs: Monitoring Stadtentwicklung
Das Monitoring Stadtentwicklung beobachtet systematisch die Entwicklung der Gesamtstadt Köln und
ihrer Teilräume. Betrachtet werden in einer einheitlichen Vorgehensweise (Indexwerte) verschiedene
Themenfelder, wie zum Beispiel Soziale Lage, Demographischer Wande l oder Wohnen.
Für die Auswahl der elf Sozialräume
wurde der Index „Soziale Lage“ z u-
grunde gelegt, der die wir tschaftli-
chen, politisch -kulturellen und g e-
sundheitlichen Aspekte von Benac h-
teiligung berücksichtigt. Er setzt sich
zusammen aus verschiedenen Statis-
tikdaten sowie aus Ergebnissen der
Umfrage „Leben in Köln“ und berüc k-
sichtigt somit sowohl „harte“ statist i-
sche Daten als auch „subjektive“ Ei n-
schätzungen der Befragten.
Der Index „Soziale Lage“ wird durch
die Vielfalt an Indikatoren der Tatsa-
che gerecht, dass sich Benachteili-
gung in weit mehr als nur monetären
Aspekten widerspiegelt.
Zusammensetzung des Indexes „Soziale Lage“
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
2 Das Monitoring Stadtentwicklung wird kontinuierliche fortgeführt. Die Daten des Monitoring Stad t-
entwicklung werden jährlich aktualisiert.
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ 11
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Karte 2: Programmgebiet (Sozialräume) „Starke Veedel – Starkes Köln"
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
12 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Projektstruktur und Vorgehensweise zur Entwicklung des Programms
Die Erstellung des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ und der ISEKs für die elf
Sozialräume erfolgte im Sinne des integrierten Ansatzes unter intensiver Beteiligung der ver-
schiedenen Fachbereiche innerhalb der Stadtverwaltung sowie unter Einbezug weiterer A k-
teure (z. B. Sozialraumkoordinatorinnen und Sozialraumkoordinatoren, Jobcenter, GAG I m-
mobilien AG, Regionalagentur Region Köln und der für die regionale Zusammenarbeit z u-
ständige Verein „Region Köln / Bonn e.V.“).
Für die Konzepterstellung wurden die folgenden fünf themenspezifische Arbeitsgruppen g e-
bildet, die dezernats- und ämterübergreifend zusammengearbeitet haben:
AG 1: Früh ansetzende Hilfen
AG 2: Öffentlicher Raum
AG 3: Wirtschaft und Qualifizierung / Wohnen
AG 4: Umweltgerechtigkeit - Klimaschutz, Luftreinhaltung und Lärmminderung
AG 5: Sozialraumorientierung als Strategie der Stadtentwicklung
Zur inhaltlichen Zusammenführung und Qualifizierung des Programms fanden zwei Wor k-
shops statt.
In einem ersten Workshop am 27. April 2015 stand die Qualifizierung der Bestandsanalyse
im Mittelpunkt. Rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Fachdienststellen, dem
Jobcenter, der Sozialraumkoordination, den Bürgerämtern und der GAG Immobilien AG qua-
lifizierten die vorliegenden Ergebnisse, stellten Querbezüge her und zeigten Schnittstellen zu
anderen Themenbereichen auf.
In einem zweiten Workshop am 27. Mai 2015 wurden die Maßnahmen qualifiziert. Rund 180
Maßnahmen und Projekte konnten somit in die Vorbereitung des Workshops einfließen.
Nicht alle Ideen konnten berücksichtigt werden, da sie teilweise nicht in dem Förderzeitraum
umsetzbar sind, keinen oder nur einen geringen Beitrag zur Zielerreichung leisten, oder aber
nicht ausreichend qualifiziert worden waren. Schlussendlich wurden mehr als 70 Proje k-
tideen für die Bewohnerveranstaltung herausgearbeitet.
Öffentlichkeitsbeteiligung
Den Auftakt und damit ersten Baustei n zur Öffentlichkeitsbeteiligung bildete die Veransta l-
tung am 1. Juni 2015 im Forum der Volkshochschule. Das Ziel dieser Auftaktveranstaltung
lag darin, über das Programm und die geplanten Projekte zu informieren, Meinungen der
Bewohnerschaft einzuholen un d weitere Ideen aufzunehmen. Die Bewohnerinnen und B e-
wohner der elf Programmgebiete sowie weitere Teilnehmende hatten damit die Möglichkeit,
an der Erstellung und Qualifizierung des Maßnahmenprogramms für ihren Sozialraum aktiv
mitzuwirken. Rund 250 Teilne hmende haben sich hier aktiv in das Programm eingebracht,
vorhandene Ideen bewertet und Ideen für Maßnahmen entwickelt.
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ 13
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Abbildung 1: Öffentlichkeitsveranstaltung am 01. Juni 2015
Quelle: Stadt Köln (Fotos: Abbis Photodesign)
Auch im weiteren Prozess nimmt die Beteiligung der Öffentlichkeit einen hohen Stellenwert
ein. So werden unter anderem i m Rahmen der sozialraumspezifischen ISEKs Öffentlic h-
keitsbeteiligungen in den jeweiligen Sozialräumen parallel zur politischen Beratung und Be-
schlussfassung umgesetzt. In diesen Veranstaltungen steht noch einmal das gesamte Ma ß-
nahmenbündel im Mittelpunkt. Erste sozialraumspezifische Veranstaltungen, z. B. im Sozial-
raum „Meschenich und Rondorf“, wurden bereits durchgeführt.
Des Weiteren sind maßnahmenbezogene Beteiligungsformate vorgesehen (z. B. zu Planu n-
gen von baulichen Maßnahmen) und die Öffentlichkeit wird kontinuierlich in die Program m-
umsetzung einbezogen, sodass während des gesamten Umsetzungszeitraums die Möglic h-
keit besteht, sich aktiv einzubringen oder zu informieren.
Umsetzung des Programms
Das Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ ist nicht nur hinsichtlich der unterschiedlichen
Sozialräume und der Themenvielfalt komplex, sondern sieht aufgrund dieser Vielfalt auch
verschiedene Förderzugänge vor. Zu nenne n sind insbesondere der Europäische Sozia l-
fonds (ESF) und der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie die Städte-
bauförderung. Diese Förderzugänge werden punktuell um weitere Fördermöglichkeiten (z. B.
Sonderaufrufe) ergänzt. Hieraus ergeben sich unterschiedliche Herangehensweisen und
Anforderungen.
Den Rahmen für die Umsetzung des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ bildet das
vom Land NRW anerkannte und vom Rat der Stadt Köln beschlossene Leitkonzept. Auf die-
ser Grundlage können Förderanträge und entsprechende Projekte des ESF und des EFRE
beantragt werden. Erste Maßnahmen mit einer Förderung über den ESF konnten begonnen
werden, sodass in allen Sozialräumen Maßnahmen des Programms gestartet sind. Weitere
Förderanträge befinden sich derzeit in der Abstimmung mit dem Land.
Mit dem Ratsbeschluss zum Leitkonzept a m 20.12.2016 ist die Festlegung der Sozialräume
als Soziale Stadt Gebiet gemäß § 171 E Abs. 3 Baugesetzbuch (BauGB) erfolgt.
Die sozialraumspezifischen ISEKs bilden die Grundlage für die Beantragung und den Einsatz
von Städtebaufördermitteln. Die Städtebauförderung bildet einen wichtigen Baustein für die
Umsetzung von baulich-investiven Maßnahmen sowie flankierenden beteiligungsorientierten
14 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Maßnahmen. Für die Erstellung der sozialraumspezifischen ISEKs wurde ein gestaffeltes
Verfahren beschlossen. Erste Einzelkonzepte wurden bereits erstellt, seitens des Landes
anerkannt und vom Rat der Stadt Köln beschlossen3. Auf dieser Grundlage wurden Förde r-
anträge gestellt und bewilligt.
3 Folgende sozialraumspezifische ISEKs wurden am 18.05.2017 durch den Rat beschlossen:
Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord
Meschenich und Rondorf
Mülheim-Nord / Keupstraße und Buchheim / Buchforst als Fortführung von MÜLHEIM 2020
Folgende sozialraumspezifische ISEKs wurden am 28.09.2017 durch den Rat beschlossen:
Humboldt/Gremberg und Kalk
Bickendorf, Westend und Ossendorf
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ 15
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
3. Analyse4
Die Bestandsanalyse verdeutlicht die aktuelle Situation im Sozialraum „Ostheim und Ne u-
brück“ und nimmt die folgenden zentralen Themenbereiche in den Blick:
Demographische, soziale und Bildungssituation
Öffentlicher Raum
Wirtschaft
Ökologie und Klima
Wohnen
Im Rahmen der Analyse wird grundsätzlich der Anspruch verfolgt, die jeweiligen Ist-Zustände
innerhalb der Themenbereiche abzubilden. Wenn auch nicht alle Erkenntnisse in diesem
Konzept in Maßnahmen überführt werden können, bildet die Analyse eine Grundlage für wei-
terführendes städtisches und privates Handeln im Sozialraum. Ebenso wird eine Fortschrei-
bung des ISEKs von dieser Grundlage ausgehen.
4 Angabe zu den statistischen Werten und Indikatoren beziehen sich – sofern nicht anders angegeben auf das
Jahr 2016 (Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik).
In der Analyse wird sich auf einzelne Quartiere innerhalb des Sozialraums bezogen. Eine Übersicht der Quar-
tiersabgrenzung ist dem Anhang zu entnehmen.
16 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Im Überblick
Der Sozialraum liegt im rechtsrheinischen Köln im Stadtbezirk Kalk. Ostheim ist durch eine
gemischte Siedlungsstruktur mit Gebäuden aus verschiedenen Dekaden gekennzeichnet.
Der Stadtteil Neubrück hingegen wurde als geschlossene Siedlung Mitte der 1960er Jahre
gebaut. Beide Stadtteile verfügen üb er Hochhaussiedlungen, die eine besondere Herausfo r-
derung darstellen – sowohl in sozialer als auch in städtebaulicher Hinsicht.
Die Sozialstruktur im Sozialraum ist sehr unterschiedlich. Insbesondere die Geschosswoh-
nungsbereiche kennzeichnen sich durch einen hohen Anteil an Personen mit Migrationshi n-
tergrund, einen hohen Jugendquotienten und einen hohen Anteil an Transferleistungsbezi e-
herinnen und –Beziehern aus. Anhand dessen werden Unterstützungsbedarfe im Bereich
Qualifizierung und Bildung deutlich. Die Bungalow- und Reihenhausgebiete sind durch einen
überdurchschnittlichen Altenquotient en gekennzeichnet. Insgesamt zeigen sich im Sozia l-
raum „Ostheim und Neubrück“ verschiedene Handlungsbedarfe, aber auch Potenziale für die
weitere Entwicklung des Sozialraumes.
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ 17
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
3.1 Demographische, soziale und Bildungssituation
Der Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ ist in seiner Struktur sehr heterogen. Es zeigen sich
hinsichtlich der Bevölkerungs- und Sozialstruktur deutliche Unterschiede zwischen den Quar-
tieren mit Geschosswohnungsbauten und den Quartieren mit Ein- und Zweifamilienhäusern.
Insbesondere die Ein- und Zweifamilienhausgebiete zeichnen sich durch eine stabilere Sozi-
alstruktur aus, sind aber durch eine n höheren Anteil an älterer Bevölkerung geprägt. Dahin-
gegen sind in den Quartieren mit Geschosswohnungsbau deutliche Handlungsbedarfe , die
auf den Abbau von sozio -ökonomischer Benachteiligung zielen, erkennbar. Vor allem das
Quartier Gernsheimer Straße in Ostheim ist durch einen hohen Anteil an Personen mit Mig-
rationshintergrund und gleichzeitigem Transfereinkommensbezug geprägt.
In der Gesamtschau liegen die Kennwerte zur Sozialstruktur über dem gesamtstädtischen
Durchschnitt, so dass Handlungsbedarfe erkennbar sind. Die heterogene Sozialstruktur bie-
tet wertvolle Ansätze zur Stabilisierung des Sozialraumes.
Tabelle 1: Übersicht zur Bevölkerung und Sozialstruktur im Sozialraum
Quelle: Stadt Köln
Bevölkerungsstruktur
Der Sozialraum zählt mit rund 21.150 Einwohnerinnen und Einwohnern zu den größeren
Sozialräumen, wobei sich die Einwohnerzahlen circa zur Hälfte auf den Stadtteil Ostheim
und Neubrück verteilen. Die Bevölkerungsdichte bewegt sich mit rund 82 Personen je Hektar
im Mittelfeld.
Ein Blick auf die Altersstruktur zeigt, dass sowohl der Jugendquotient (36,6) über dem städti-
schen Durchschnitt (24,2) liegt, als auch der Altenquotient (Sozialraum 31,6; Stadt Köln
26,4). Dementsprechend leben im Sozialraum sowohl überdurchschnittlich viele K inder und
Jugendliche und gleichzeitig auch mehr Einwohnerinnen und Einwohner über 65 Jahren.
Bei kleinräumiger Betrachtung wird deutlich, dass in einigen Quartieren besonders viele Ki n-
der und Jugendliche leben. Dies betrifft insbesondere die Geschosswohn ungsgebiete. So
beträgt der Anteil der Personen unter 18 in der Siedlung Gernsheimerstraße fast die Hälfte
(Jugendquotient 48,1) und in der Siedlung Buchheimer Weg über ein Drittel (Jugendquotient
41,5).
Kinder-
betreuung
Bildungs-
teilhabe
Insgesamt
Migrations-
hintergrund
(%)
Jugend-
quotient *
Altenquotien
t ** Insgesamt Quote unter 15
Jahre
Quote unter
15 Jahre Insgesamt Quote
***
Betreuungs-
quote U10
****
Gymnasi-
astenquote
*****
insgesamt Quote
2007 19.400 50,6 34,1 35,4 4.470 29,5 1.389 43,8 350 8,6 52,8 * 1.617 20,0
Entwicklung
2007 bis '15 1.741 11,6 2,5 -3,8 684 0,6 297 0,5 232 6,1 x x -84 -4,8
2016 21.141 62,2 36,6 31,6 5.154 30,1 1.686 44,3 582 14,7 * 25,7 1.533 15,2
Stadt Köln
2016 37,8 24,2 26,4 13,1 31.300 21,4 14.342 7,6 0,0 39,9 46.411 8,1
Insgesamt mit Kindern
(%)
allein-
erziehend Senioren * Anteil der Einwohner unter 18 Jahre an den Einwohnern von 18 - unter 65 Jahre
2007 8.329 26,7 22,9 27,8 ** Anteil der Einwohner ab 65 Jahre an den Einwohnern von 18 - unter 65 Jahre
Entwicklung
2007 bis '16 688 0,5 2,9 -1,2 *** Anteil der Empfänger von Grundsicherung im Alter an allen Einwohnern ab 65 Jahre mit Hauptwohnsitz
2016 9.017 27,2 25,8 26,6 **** Anteil der in KiTa, Tagespflege und OGTS betreuten Kinder an allen Kindern unter 10 Jahre
***** Anteil der Gymnasiasten an allen Schülern der Klassen 7 - 9
Stadt Köln
2016 18,5 23,0 23,0
Bevölkerungs- und Sozialstruktur im Sozialraum: Ostheim und Neubrück
SGBII Empfänger Empfänger
Grundsicherung Arbeitslose
Haushalte
Einwohnerstruktur
18 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Dahingegen sind die Quartiere Bungalowsiedlung (Altenquotient 66,6) und Neubrück Re i-
henhäuser-Mitte (Altenquotient 68,1) durch einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Pe r-
sonen über 65 Jahre gekennzeichnet.
Der Anteil der Bewohnerinnen und Bewohner, die über einen Migrationshintergrund verf ü-
gen, ist mit etwa zwei Drittel (62 Prozent) im Mittel des gesamten Sozialraums hoch (Stadt
Köln 37,8 Prozent). Bei den unter 18 Jährigen beläuft sich der Anteil sogar auf rund 80 Pr o-
zent (Stadt Köln 53,4 Prozent).
Die heterogene Struktur im Sozialraum wird anhand der unterschiedlichen Verteilung deu t-
lich. Besonders auffällig ist die Siedlung Gernsheimer Straße. Hier haben rund 90 Prozent
der Bewohnerschaft einen Migrationshintergrund.
Dahingegen ist dieser Wert m it über einem Drittel in den Quartieren Buchheimer Weg in
Ostheim, Neubrück Geschosswohnen Nord und Süd ähnlich zum Durchschnitt der Gesam t-
stadt Köln. In den Quartieren Ostheim Süd, Bungalow -Siedlung und Neubrück Reihenhaus
Mitte fällt der Anteil der Bewohnerschaft mit Migrationshintergrund geringer aus und li egt
ebenfalls etwa auf städtischem Niveau (37,8 Prozent).
Der Anteil der Ausländerinnen und Ausländer liegt mit etwa einem Drittel (30,3 Prozent) über
dem städtischen Durchschnitt (Stadt Köln 19,3 Prozent).
Neuzugewanderte
In jüngerer Vergangenheit hat sich die Debatte um die Integration Neuzugewanderter vor
dem Hintergrund der aktuellen politischen Ereignisse in verschiedenen Krisen- und Kriegsre-
gionen mit daraus resultierendem starkem Flüchtlingszustrom wieder verstärkt. Auch im So-
zialraum sind Zuwanderungen zu verzeichnen.
Im Jahr 2016 sind 1.450 Ausländerinnen und Ausländer in den Sozialraum gezogen , davon
434 Jugendliche zwischen 15 und unter 25 Jahren.
Haushaltsstruktur
Hinsichtlich der Haushaltsstruktur wird – analog zur Altersstruktur – deutlich, dass im Sozial-
raum sowohl Familien- als auch Seniorenhaushalte überdurchschnittlich vertreten sind.
Etwas mehr als ein Viertel der Haushalte besteht aus Familien, was deutlich über dem stä d-
tischen Durchschnitt liegt (Sozialraum 27,2 Prozent; Stadt Köln 18,5 Prozent). Dabei ist der
Anteil der Alleinerziehenden mit einem Viertel ebenfalls leicht überdurchschni ttlich (Stadt
Köln 23 Prozent).
Gleichzeitig liegt auch der Anteil der Seniorenhaushalte mit etwas mehr als einem Viertel
über dem städtischen Durchschnitt (Sozialraum 26,6 Prozent, Stadt Köln 23 Prozent).
Auf kleinräumigerer Ebene werden drei Typen im Sozialraum deutlich:
(1) Quartiere – wie die Siedlung Gernsheimerstraße und Ostheim -Mitte – in denen die
Familienhaushalte überdurchschnittlich vertreten sind;
(2) Quartiere – wie die Siedlung Buchheimer Weg sowie Neubrück Geschosswohnen
Nord und Süd – in denen sowohl die Familien - als auch die Seniorenhaushalte einen
überdurchschnittlichen Anteil ausmachen und
(3) Quartiere – wie die Bungalow-Siedlung und Neubrück Reihenhäuser-Mitte, die nahezu
zur Hälfte von Seniorenhaushalten bewohnt werden.
Der Anteil der Einpersonenhaushalte fällt mit 37,1 Prozent vergleichsweise gering aus (Stadt
Köln 50,5 Prozent).
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ 19
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Insgesamt wird deutlich, dass es sich um ein Gebiet handelt, in dem viele Familien wohnen
und gleichzeitig ein hoher Anteil an älteren und hochbetagten Menschen in den Quartieren
lebt.
Sozialstruktur
In der Gesamtschau des Sozialraums zeig t sich, dass jede bzw. jeder Dritte durch SGB II -
Leistungen unterstützt wird (Sozialraum 30,1 Prozent; Stadt Köln 13,1 Prozent). Zudem l e-
ben nahezu die Hälfte der Kinder unter 15 Jahren in einem Haushalt mit SGB II -Bezug (So-
zialraum 44,3 Prozent; Stadt Köl n 21,4 Prozent). Auffällig ist allerdings, dass sich die dem o-
grafische und soziale Situation zwischen den Quartieren zum Teil sehr stark unterscheidet.
Besonders auffällig ist die Siedlung Gernsheimer Straße. Nahezu zwei Drittel der Bewohn e-
rinnen und Bewohner beziehen Leistungen nach dem SGB II. Rund 70 Prozent der unter 15-
Jährigen leben in einer SGB -II-Bedarfsgemeinschaft. Auch in den Siedlungen Buchheimer
Weg, Ostheim -Mitte sowie Neubrück Geschosswohnen Nord und Süd werden überdurc h-
schnittlich viele Personen durch SGB-II unterstützt.
Sozial deutlich stabiler sind die Quartiere Ostheim-Süd, Bungalow-Siedlung und Neubrück
Reihenhäuser-Mitte. Hier l iegen die SGB -II-Quoten unter dem städtischen Durchschnitt.
Auch die Inanspruchnahme von Grundsicherung im Alter (SGB XII) fällt in diesen Quartieren
besonders gering aus. Insofern können die Quartiere als stabilisierender Faktor bei der
Quartiersentwicklung fungieren, wobei der Generationenwechsel behutsam begleitet werden
sollte.
Insgesamt nehmen im Sozialraum mehr Personen als im städtischen Durchschnitt Grundsi-
cherung im Alter in Anspruch (Sozialraum 14,7 Prozent, Stadt Köln 7,8 Prozent). Auch hier
zeigen sich in einzelnen Quartieren Konzentrationen . In der Siedlung Gernsheimer Straße
beziehen über die Hälfte SGB-XII-Leistungen (52,6 Prozent) und auch in der Siedlung Buch-
heimer Weg ist der Anteil mit fast einem Viertel hoch (22,5 Prozent). Insofern besteht z u-
nehmend die Gefahr von Altersarmut.
Teilhabe und Mitwirkung
Die Teilhabe und Mitwirkung der Menschen vor Ort ist für die Quartiersentwicklung ein sehr
wichtiger Bestandteil, der sich jedoch nur schwer messen lässt. Einen Hinweis auf eine ver-
gleichsweise geringe gesellschaftliche und gesellschaftspolitische Teilhabe gibt die geringe
Wahlbeteiligung in „Ostheim und Neubrück“.
Die Wahlbeteiligung lag bei den letzten drei Wahlen deutlich unter dem städtischen D urch-
schnitt. Bei der OB-Wahl beteiligte sich nur jede bzw. jeder Dritte.
Tabelle 2: Wahlbeteiligung in Prozent
Stadtteil
Kommunalwahl OB-Wahl Landtagswahl
2014 2015 2017
Ostheim 36,03% 28,11% 48,70%
Neubrück 44,73% 32,82% 50,60%
Stadt Köln 49,70% 40,30% 64,90%
Quelle: Stadt Köln, Amt Stadtentwicklung und Statistik
20 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Diese geringe Wahlbeteiligung kann auch Indikator für objektiv vorhandene oder subjektiv
empfundene fehlende Mitwirkungsmöglichkeiten sein.
Soziale Infrastruktur
Im Sozialraum „Ostheim und Neubrück “ sind bereits eine Vielzahl von Angeboten etabliert,
auf die mit diesem Programm aufgebaut wird. Zu nennen sind insbesondere:
Regelangebote der Bildungs- und sozialen Infrastruktur: Kitas, Familienzentren,
Grundschulen, Weiterführende Schulen, Jugendeinrichtungen, Interkulturelles Zent-
rum, Senioren- und Pflegeeinrichtung, Obdachloseneinrichtung
Ergänzungsangebote im Bereich der Bildungs- und sozialen Infrastruktur: Elternbil-
dung, Mutter- / Kindgruppen, Arbeitslosenzentrum, Jobbörse, Jugendarbeit, Senio-
rennetzwerk, Häuslicher Betreuungsdienst, Integrationskurs Frauen, Ehrenamt,
Stadtteilzeitung, Mehrgenerationenwohnen, GAG Veedelshelfer
Seit 2006 gibt es im Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ eine Sozialraumkoordinati-
on im Rahmen des Projekts „Lebenswerte Veedel“. Das Projekt zielt darauf ab die
Lebensbedingungen der Bewohnerinnen und Bewohner des Sozialraums zu verbes-
sern. Die wesentlichen Handlungsfelder sind dabei: Kinder, Jugend und Familie, So-
ziales, Gesundheit, Bildung, Wohnen, Stadtentwicklung, Sport, Kultur, Integration,
Wirtschaft, Arbeit und Gemeinwesensentwicklung. Die Sozialraumkoordination wird in
„Ostheim und Neubrück“ durch den Träger Veedel e.V. umgesetzt.
In beiden Teilen des Sozialraums gibt es aktive Bürgervereine, die sich ehrenamtlich
und aktiv um ihr Lebensumfeld kümmern. In Ostheim ist dies der Bürgervereinigung
Köln Ostheim e.V. und in Neubrück der Bürgerverein Neubrück e.V.
3.2 Öffentlicher Raum und Verkehr
Im Rahmen des Programms „Soziale Stadt Kalk“ wurden im Quartier Gernsheimer Straße im
Jahr 2012 bereits einzelne Maßnahmen im öffentlichen Raum umgesetzt (Gestaltung Veedel
e. V. und an grenzender Sportplatz). Hierbei lag der Schwerpunkt jedoch auf sozialorientier-
ten Maßnahmen. In städtebaulicher Hinsicht werden weitere Handlungsbedarfe deutlich.
Wohnumfeld
Das Wohnumfeld insbesondere der Siedlungsbereiche des Geschosswohnun gsbaus in
Neubrück ist - sowohl bezogen auf die öffentlichen Fußwegeverbindungen als auch die pr i-
vaten Freiflächen - wenig gestaltet und bietet den Bewohnerinnen und Bewohnern keine
ausreichenden Nutzungsmöglichkeiten.
Im öffentlichen und privaten Raum entstehen zudem Müllablagerungen. Sei es beispielswe i-
se durch fehlende Müllbehälter beziehungsweise durch Nichtnutzung selbiger oder durch
wilde Müllkippen insbesondere bezüglich Sperrmüll . In Neubrück wurde durch die Bezirk s-
vertretung Kalk die Schaffung eines „Wohndialog Neubrück“ beauftragt. Dieser kümmert sich
insbesondere um die Verbesserung des Wohnumfelds im südlichen Teil Neubrücks rund um
den Bereich Ludwig-Quidde-Platz / Hermann -Hesse-Weg. Die Gruppe besteht aus Wo h-
nungsgesellschaften und privaten Eigentümerinnen und Eigentümern, Akteurinnen und Ak t-
euren der Zivilgesellschaft und Lokalpoli tik sowie Vertretern verschiedener Ämter der Stadt
Köln unter Leitung und Moderation des Bezirksbürgermeisters und der Bürgeramtsleitung.
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ 21
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Abbildung 2: Müllablagerungen im Wohnumfeld des Sozialraumes „Ostheim und Neu-
brück“
Quelle: Stadt Köln
Im Zentrum von Neubrück liegt der Platz An Sankt Adelheid, welcher gestalterische Defizite
aufweist. Die großzügige zentrale Platzfläche ist untergenutzt und verfügt über eine mangel-
hafte Aufenthaltsqualität. Die Notwendigkeit der Gestaltung des zentralen Platzes An Sankt
Adelheid ist bereits auf Betreiben der Bürgerschaft vor Ort in einem Studentenwettbewerb
thematisiert worden.
Abbildung 3: Platz An Sankt Adelheid
Quelle: Stadt Köln
Das Stadtteilzentrum Ostheim erstreckt sich e ntlang der Rösrather Straße vom Marktplatz
zur Frankfurter Straße mit der Stadtbahnhaltestelle „Ostheim“.
Die Autobahn, die zwischen den beiden Stadtteilen verläuft, hat eine trennende Wirkung.
Begegnungsräume
Im Sozialraum sind verschiedene soziale Akteure vorhanden, die Mö glichkeiten zur Bege g-
nung bieten. Allerdings mangelt es an einer zentralen Bürgerbegegnungsstätte.
Der Veedel e.V. ist Träger der Sozialraumkoordination und seit 1986 im Sozialraum aktiv. Als
Begegnungsstätten betreibt er das kleine „Café im Veedel“ im Buchheimer Weg und die O f-
fene Tür „Am Wunschtor“ im Quartier Gernsheimer Straße.
22 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Abbildung 4: Café im Veedel
Quelle: Stadt Köln
Die Jugendeinrichtung „Am Wunschtor“ ist seit vielen Jahren ein räumliches Provisorium. Zur
Verfügung stehen eine Wohnung im Gebäudekomplex der Gernsheimer Straße 12 sowie ein
Container. Der bauliche Zustand dieses Containers, der aus zwei ehemaligen Pausencontai-
nern aus den 1960er Jahren besteht, wird den Anforderungen nur unzureichend gerecht. Die
Jugendeinrichtung ist für das Quartier ein wichtiger Ankerpunkt.
Abbildung 5: Wunschtor
Quelle: Stadt Köln
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ 23
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Im Stadtteil Neubrück befindet sich das Jugend- und Gemeinschaftszentrum Neubrück am
Neubrücker Ring.
Die Stadtteilbibliothek ist zentral am Platz An Sankt Adelheid gelegen und bildet eine offene
Anlaufstelle, die gut angenommen wird.
Abbildung 6: Stadtbibliothek
Quelle: Stadt Köln
Spiel- und Bewegungsräume
Für die Kinder und Jugendlichen im Sozialraum haben Freizeit-, Entwicklungs- und Bewe-
gungsmöglichkeiten einen hohen Stellenwert.
Im Sozialraum sind Spiel - und Bolzplätze wie beispielsweise An Sankt Adelheid, Gernshe i-
mer Straße oder Georgestraße vorhanden, die jedoch nicht mehr zielgruppen - und zeitge-
recht sind.
Abbildung 7: Spielplatz an Sankt Adelheid
Quelle: Stadt Köln
24 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Abbildung 8: Ballspielplatz Gernsheimer Straße
Quelle: Stadt Köln
Abbildung 9: Bolz- und Spielplatz Georgestraße
Quelle: Stadt Köln
Mobilität
Die Anbindung an den öffentlichen Personennah verkehr ist in Ostheim über die Stadtbahn
und mehrere Buslinien gut. In Neubrück ist die Anbindung an den ÖPNV unzureichend und
lediglich über die Buslinie 157 gewährleistet. Die Anbindung von Neubrück an das Stad t-
bahnnetz wurde bereits beim Bau der Siedlung vorgesehen, ist jedoch bis heute nicht real i-
siert.
Aufgrund der Nähe zur Autobahn und zu örtlichen Hauptverkehrszügen ist der Anschluss für
den motorisierten Individualverkehr gut.
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ 25
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Karte 3: Straßenanbindung des Sozialraums „Ostheim und Neubrück“
Quelle: Stadt Köln
26 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
3.3 Wirtschaft
Das angrenzende Gewerbegebiet sowie die Gewerbebetriebe in den jeweiligen Zentren bie-
ten grundsätzlich Potenzial für wohnortnahe Arbeitsplätze. Die Beschäftigungssituation zeigt
Unterstützungsbedarfe im Bereich Qualifizierung und Bildung.
Gewerbe und Industrie
Im Süden des Sozialraums liegt das Gewerbegebiet Ostheim. Das 3,4 ha große Gewerb e-
areal wird vor allem von Handwerksbetrieben genutzt.
Beschäftigungssituation
Die Quote der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten liegt im Sozialraum unter dem städ-
tischen Durchschnitt. Etwas weniger als die Hälfte der Bevölkerung arbeitet in einem s ozial-
versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis (46 Prozent). Analog zur Gesamtstadt ist
die SVP-Beschäftigungsquote in den letzten Jahren gestiegen.
Auffällig ist, dass es Unterschiede zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen gibt.
Während die Hälfte der Männer einer SVP -Beschäftigung nachgeht (52,2 Prozent), liegt die
Quote der Frauen rund 12 Prozentpunkte darunter (39,9 Prozent) und bei der Gruppe der
ausländischen Bevölkerung ist nur rund jede dritte Person SVP-Beschäftigt (33,4 Prozent).
Jede bzw. jeder Sechste im Sozialraum ist arbeitslos, was ebenfalls deutlich über dem städ-
tischen Durchschnitt liegt (Sozialraum 15,2 Prozent; Stadt Köln 8,1 Prozent). Auch hier zei-
gen sich Unterschiede zwischen den Bevölkerungsgruppen. Während die Quote der Männer
(14,4 Prozent) und die der Frauen (16,2 Prozent) sich nur leicht unterscheiden, ist etwas
mehr als ein Viertel der ausländischen Bevölkerung arbeitslos (26,7 Prozent). Auch die J u-
gendarbeitslosenquote liegt mit 9,3 Prozent rund 2 Prozentpunkte über der gesamtstädt i-
schen Quote.
Zudem ist die Quote der Langzeitarbeitslosen auffällig , die rund zehn Prozentpunkte über
der gesamtstädtischen Quote liegt . So befinden sich m ehr als die Hälfte der Arbeitslosen in
der Langzeitarbeitslosigkeit (56,8 Prozent). Entgegen der positiven Entwicklung der Arbeits-
losenquoten ist der Anteil der Langzeitarbeitslosen in den letzten Jahren gestiegen.
Kaufkraft
Der Kaufkraftindex, der einen Hinweis auf das verfügbare Einkommen gibt, liegt im Stadtteil
Ostheim mit 89 und in Neubrück mit 85 unter dem städtischen Durchschnitt von 108. Somit
wird deutlich, dass die wirtschaftliche Kraft im Sozialraum geringer als die der Gesamtstadt
ausfällt.
Versorgung
Die Nahversorgung ist mit der Anbindung an das Stadtteilzentrum in Ostheim und das Na h-
versorgungszentrum in Neubrück grundsätzlich vorhanden. Auch die fußläufige Nahverso r-
gung ist gegeben.
In Neubrück bestehen in diesem Bereich Defizite. Zum einen fehlt es an einem Vollverso r-
ger, zum anderen gibt es regelmäßig Fluktuation und längere Ladenleerstände bei kleineren
Gewerbebetrieben. Der Kiosk am Ludwig-Quidde-Platz/ Hermann -Hesse-Weg stellt neben
einer alternativen Versorgung auch einen sozialen Treffpunkt dar.
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ 27
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
3.4 Ökologie und Klima5
Grün- und Freiflächen
Im Sozialraum sind nur sehr wenige und kleine Grünflächen vorhanden. Allerdings grenzt der
Sozialraum an den radialen Grünzug Ostheim, den Freiraum Rath und die Grün - und Freiflä-
chen des Äußeren Grüngürtels.
Insgesamt verfügt der Sozialraum über 20,3 Hektar Grünflächen, was rund 8 Prozent der
Gesamtfläche ausmacht. Rechneri sch stehen jeder Einwohnerin b eziehungsweise jedem
Einwohner 9,7 Quadratmeter Grünfläche im öffentlichen Raum zur Verfügung.
In die Ermittlung des Grünflächenanteils fließen überwiegend Freizeit- und Erholungsflächen
wie Parks, Grünanlagen und Sportplätze ein. Unter Einbezug eines Radius von 500 Metern
rund um den Sozialraum erhöhen sich die Grünflächen auf 123 Hektar.
Abbildung 10: Grünfläche an der Bundesautobahn
Quelle: Stadt Köln
Lärm- und Schadstoffbelastung
In einer dicht besiedelten Stadt wie Köln ist die Hauptquelle der Luftemission der Straße n-
verkehr. Kritische Belastungen werden im Wesentlichen für die Luftschadstoffe Feinstaub
und Stickstoffoxide festgestellt.
Hohe Luftschadstoffbelastungen befinden sich an der Rösrather Straße zwischen den Kre u-
zungen mit der Frankfurter Straße und dem Neubr ücker Ring, sowie auf dem Europaring
zwischen Neubrücker Ring und Paul-Klee-Straße.
Lärm stellt insbesondere in großen Städten ein zentrales Umweltproblem dar. Bei der hier
durchgeführten Analyse der Sozialräume wurden nicht alle Lärmbelastungen betrachtet ,
sondern nur solche Bereiche, die erhebliche Belastungen aufweisen. Zumeist wurde bei den
nachfolgenden Auswertungen auf die in Nordrhein-Westfalen im Zusammenhang mit der EU-
Umgebungslärmrichtlinie definierten Auslösewerte n Bezug genommen. Gegenstand die ser
5 Die Datengrundlagen zum Themenbereich Klima wurden im Jahr 2013 berechnet, die Daten zu Grün- und Frei-
flächen stammen aus dem laufend fortgeführten Grünflächenkataster und wurden in 2016 berechnet, die Berech-
nung der Luftschadstoffe erfolgte ebenfalls in 2015, die Daten zum Verkehrslärm stammen aus dem Jahr 2014.
28 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Richtlinie sind Straßen-, Flug- und Schienenverkehrslärm sowie durch Industrieanlagen und
große Hafenanlagen ausgelöster Lärm.
Rund 10.000 Einwohnerinnen und Einwohner sind im Sozialraum von Fluglärm betroffen,
was die höchste Belastung aller Sozialräume ist.
Karte 4: Übersichtskarte zur Lärm-, Schadstoff- und Wärmebelastung
Quelle: Stadt Köln, Umwelt- und Verbraucherschutzamt
Stadtklima
Durch eine systematische Untersuchung des Kölner Stadtklimas wird deutlich, dass es zu-
künftig in Köln heißer wird und Wetterextreme (Starkregenereignisse) zunehmen werden.
Daher ist es wichtig, frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen, um sich an den zu erwartenden und
lokal kaum zu beeinflussenden Klimawandel anzupassen.
Die Zahl der Sommer tage wird bis Mitte des Jahrhunderts für das Stadtgebiet Köln , im Ver-
gleich zu den derzeitigen klimatischen Verhältnissen, um 30 bis 70 Prozent zunehmen und
die Zahl der heißen Tage kann sich verdoppeln.
Mehr als 58 Prozent der Bewohnerschaft werden zukün ftig in einem durch Wärmebelastung
betroffenen, 37 Prozent in einem hoch belasteten Siedlungsgebiet , a ber nur 3 Prozent in
sehr hoch belasteten Siedlungen leben. Klimaaktive Freiflächen sind in diesem Raum fast
nicht vorhanden.
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ 29
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
3.5 Wohnen
Hinsichtlich des Themenbereichs „Wohnen“ zeigen sich Sanierungs- und Modernisierungs-
bedarfe im Wohnungsbestand, auch wenn bereits große Anteile modernisiert wurden. Wei-
terhin werden Missstände im Zustand des Wohnumfeldes deutlich. Dieses sind beispielswei-
se defekte Aussenfassaden, ungepflegte Aussenanlagen, verwahrloste Spielplätze, Müllab-
lagerungen hauptsächlich im privaten Raum.
Gebäudestruktur und -Zustand
Der Stadtteil Ostheim ist durch eine gemischte Siedlungsstruktur mit Gebäuden aus ve r-
schiedenen Dekaden geprägt. Der Stadtteil Neubrück hingegen wurde als geschlossene
Siedlung Mitte der 1960er Jahre gebaut.
Im Erscheinungsbild sind die Hochhaussiedlungen auffällig.
Abbildung 11: Reihenhäuser, Bungalows und Geschosswohnungsbau in „Ostheim
und Neubrück“
Quelle: Stadt Köln
In Teilen des Sozialraums konnten bereits umfängliche Sanierungs - und Modernisierungs-
maßnahmen umgesetzt werden. In der Siedlung Buchheimer Weg hat die GAG Immobilien
AG die Wohnungsbestände saniert und in Teilen neuerrichtet.
In einig en Wohnungsbeständen zeigt sich jedoch eine mangelnde Instandhaltung, die an
einzelnen konzentrierten Lagen im Sozialraum auf tritt. Insbesondere die Geschosswohnu n-
gen in der Siedlung Gernsheimerstraße weisen Instandhaltungsmängel auf.
30 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Abbildung 12: Geschosswohnungsbau an der Gernsheimer Straße
Quelle: Stadt Köln
Abbildung 13: Einfamilienhäuser „Badisches Viertel“
Quelle: Stadt Köln
Eigentümerstruktur
Im Stadtteil Ostheim verfügt die GAG Immobilien AG über rund 1.800 Wohneinheiten und hat
in den vergangenen Jahren umfangreiche Modernisierungs- und Sanierungsmaßnahmen
durchgeführt.
Des Weiteren weist der Sozialraum eine heterogene Eigentümerstruktur auf, zum Beispiel in
der Siedlung Gernsheimerstraße, welche die Ansprache der Eigentümer erschwert.
Öffentlich geförderter Wohnungsbau
Der Anteil öffentlich geförderter Wohnungen am Gesamtbestand liegt mit rund einem Viertel
in Ostheim (27,1 Prozent) deutlich über dem städtischen Durchschnitt (6,8 Prozent). In Neu-
brück fällt der Anteil mit 11 Prozent geringer aus.
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ 31
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Wohnzufriedenheit
Über zwei Drittel der Bewohnerschaft gaben bei der Demographieumfrage 2016 an, mit ihrer
eigenen Wohnung „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“ zu sein (72,4 Prozent). Dies e Werte
liegen leicht unter dem städtischen Durchschnitt (77,7 Prozent).
In Bezug auf den Stadtteil und das Wohnumfeld zeigen sich jedoch nur etwas mehr als ein
Drittel „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“ (39,1 Prozent; Stadt Köln 68 Prozent). Rund die Hälf-
te der Bewohnerinnen und Bewohner wählten bei dieser Frage die Kategorie „teils-teils“.
32 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
3.6 Stärken- und Schwächenanalyse
In der folgenden Tabelle sind die Potenziale und Herausforderungen zusammenfassend
dargestellt und geben einen Überblick über die Ausgangssituation im Sozialraum.
Tabelle 3: Stärken-Schwächen-Analyse im Sozialraum „Ostheim und Neubrück“
Ist-Analyse Potenziale Herausforderungen
Demographische,
soziale und Bildungs-
situation
Bauliche und soziale Maßnahmen in
Ostheim zeigen stabilisierende Wir-
kung
Bürgerschaftliches Engagement und
soziale Akteure in Ostheim vorhan-
den
Fehlende Unterstützungs- und Bera-
tungsangebote
„Ankommensstadtteil“
Hoher Anteil von SGB II Bezieherin-
nen und Beziehern und Arbeitslosen
mit hoher Betroffenheit von Kindern /
Jugendlichen
Wachsende Altersarmut
Öffentlicher Raum Potenzialflächen für Wohnungsbau
und Gewerbe in Ostheim
Gute ÖPNV-Anbindung in Ostheim
Gute Anbindung an den Motorisier-
ten Individualverkehr
Unattraktive Gestaltung des zentra-
len Marktplatzes in Neubrück
Unzureichende Anbindung an den
Öffentlichen Personennahverkehr
(ÖPNV) (Neubrück)
Wirtschaft Gewerbegebiet mit Handwerksbe-
trieben
Gute Netzwerkstruktur
Zunehmende Leerstände (Nahver-
sorgungszentrum Neubrück)
Hoher Anteil von Arbeitslosen /
Langzeitarbeitslosen
Ökologische/ klimati-
sche Situation
Angrenzende Lage zu Grüngürteln,
Königsforst und Baggerseen
Viele private Grünflächen
Wenig öffentliche Grünbereiche in-
nerhalb der Stadtteile
Hohe Fluglärmbelastung in Ostheim
Hohe Betroffenheit von Wärmebelas-
tung
Wohnen Wohnbaupotenzialflächen in
Ostheim
Öffentlich geförderte Wohnungen
bieten preisgünstigen Wohnraum
Sanierungsstau einzelner Bestände
(insbesondere Gernsheimer Straße)
Punktuelle Vernachlässigung des
Wohnumfeldes
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ 33
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
4. Ableitung der Handlungsbedarfe
In der Gesamtschau ergeben sich im Sozialraum „Ostheim und Neubrück “ deutliche Hand-
lungsbedarfe über alle Handlungsfelder hinweg, wobei die heterogene Ausgangssituation im
Sozialraum handlungsleitend sein muss.
Demographische, soziale und Bildungssituation
Hohe Integrationsleistung erforderlich
Von den Akteuren vor Ort wird der Sozialraum als „Ankommensstadtteil“ wahrgenommen,
sodass in Verbindung mit dem hohen Anteil an Personen mit Migrationshintergrund eine h o-
he Integrationsleistung in den Stadtteilen zu erbringen ist.
Die Gruppe der Neuzugewanderten ist dabei sehr heterogen, sodass sie spezifische Unte r-
stützungsbedarfe bei der Integration vor Ort benötigt und damit eine Zielgruppe mit eigenen
Bedarfen bildet. Zu nennen sind hier beispielsweise Alltagsstrukturierung, Sprachförderung,
Hilfe bei Behördengängen und psychologische Betreuung bei vorangegangen traumatisi e-
renden Erlebnissen.
Die Bevölkerung und Akteurinnen und Akteure vor Ort sehen sich mit dieser wachsenden
Herausforderung konfrontiert. Die Stadt Köln bietet für diese Zielgruppen verschiedenste
Unterstützungs- und Integrationsangebote an. Zu nennen ist hier beispielsweise das „Au s-
zugsmanagement“, welches geflüchtete Menschen dabei unterstützt, sich eine neue Woh n-
perspektive jenseits von Sammelunterkünften zu schaffen, die Integration zu erleichtern und
so auch neue K apazitäten für weitere nach Köln zugewiesene geflüchtete Menschen zu
schaffen. Aufgrund des hohen Handlungsdrucks werden dennoch weitere Unterstützungsan-
gebote vor Ort notwendig sein. Insbesondere aufgrund der erwarteten Zuwanderung im
Stadtteil als auch d er bereits überdurchschnittlich hohen Zahl von Ausländerinnen und Au s-
ländern sowie dem Anteil an Bewohnerinnen und Bewohnern mit Migrationshintergrund sind
Angebote zur Verbesserung der Integration vor Ort erforderlich.
Niederschwellige Unterstützungsangebote bedeutsam
Aufgrund des hohen Anteils an Personen mit Transferleitungsbezug kommt den aktivieren-
den Unterstützungsangeboten im Bereich Prävention, Bildung und Qualifizierung eine hohe
Bedeutung zu. Sie bilden durch eine niederschwellige Willkommensstruktur – auch in Ver-
bindung mit der Sozialraumkoordination – eine gute Grundlage für die Entwicklung von Ko-
operationspartnerschaften zum Aufbau einer Präventionskette. Sie eröffnen Zugänge zu und
für Menschen, die für das „Regelsystem“ und unterstützende Angebotsstrukturen häufig
schwer erreichbar sind.
Heterogene Sozialstruktur bietet Unterstützungspotentiale
Unabhängig von der Zuwanderungsthematik und hohem Transferleitungsbezug liegt in der
besonderen Heterogenität der Haushalte eine Herausforderung. Der Sozialraum ist auf der
einen Seite gekennzeichnet durch viele Familien und auf der anderen Seite durch viele Se-
niorenhaushalte. Hieraus erwächst der Handlungsbedarf für beide Gruppen entsprechende
Infrastruktur zu schaffen, ein gutes Miteinander zu ermöglichen und Kindes- sowie Altersar-
mut entgegen zu wirken.
Zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner weisen gesundheitliche und soziale Problemlagen
auf, die nicht selten zu einer Sucht - oder einer psychischen Erkrankung führen oder damit
einhergehen. Damit verbunden ist häufig eine Einkommensverringerung aufgrund von Frü h-
verrentung oder SGB II und SGB XII -Bezug. Nicht selten leben die Betroffenen sehr zurüc k-
34 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
gezogen, entziehen sich zunehmend familiärer Verantwortung und / oder vermeiden den
direkten Kontakt nach außen. Damit diese Personen die vorhandenen Angebote nutzen kön-
nen, sind oftmals „Brücken“ mit niederschwelligem Zugang zum weitergehenden Hilfesystem
erforderlich.
In der Gesamtschau sind insbesondere heranführende, niederschwellige Ansprachen vor Ort
erforderlich.
Öffentlicher Raum und Verkehr
Öffentliche Infrastruktur stärken
Es besteht in „Ostheim und Neubrück“ Handlungsbedarf bei der (Neu-)Gestaltung und Erwei-
terung von Nutzungsmöglichkeiten von Freiflächen. Städtebauliche Missstände sind in fol-
genden Bereichen zu korrigieren:
Marktplatz An Sankt Adelheid inklusive der darauf befindlichen Spielfläche,
Jugendeinrichtung an der Gernsheimer Straße
Dies geht einher mit der Schaffung von Begegnungsräumen wie beispielsweise eines Vee-
dels- oder Bürgerzentrums. Dieses wiederum unterstützt das vorhandene Potential an eh-
renamtlichem Engagement.
Eine allgemeine Sensibilisierung und in Teilen Aufklärung der Bewohnerschaft zum selbst-
verantwortlichen Umgang mit Müll wird das Wohnumfeld positiv beeinflussen und wilde Müll-
kippen einschränken beziehungsweise auch die Müllproblematik im Allgemeinen verbessern.
Aktuell wirkt hier insbesondere der Wohndialog entgegen, der sich bis dato jedoch nur mit
einem bestimmten Bereich in Südneubrück auseinandersetzt.Weitere zivilgesellschaftliche
Akteure und Veranstaltungen, die diese Themenbereiche aufnehmen und mitansprechen,
können einen Beitrag leisten. Aber auch das vorhandene ehrenamtliche Engagement bietet
hier Ansatzpunkte.
Zeit- und bedarfsgerechte Spiel-, Kommunikations- und Bewegungsräume schaffen
Im Sozialraum sind Spiel - und Bolzplätze vorhanden, die jedoch zum Teil Gestaltungs - und
Modernisierungsbedarf aufweisen. Zu nennen ist insbe sondere der Spielplatz am Platz
Sankt Adelheid und der Spiel- und Bolzplatz Georgestraße.
Um den jungen Menschen im unmittelbaren Wohnumfeld alters - und bedarfsgerechte Spiel-,
Kommunikations- und Bewegungsräume und damit adäquate Entwicklungsmöglichkeiten
anbieten zu können, ist die Neuerrichtung von attraktiven, qualit ativ guten und bedarfsorien-
tierten Angebotsstrukturen im Freizeit - und Sportbereich dringend erforderlich. Kinder und
Jugendliche, sowie arbeitslose junge Erwachsene, verbringen einen nicht unerheblichen Teil
ihrer Freizeit im öffentlichen Raum. Sie bewegen sich aufgrund fehlender Möglichkeiten nicht
nur auf den offiziell ausgewiesenen Flächen.
Möglichkeiten zur aktiven Freizeitgestaltung im Verbund mit anderen fördern Interaktion und
leisten damit regelmäßig einen positiven Beitrag zur Entwicklung von Kin dern und Jugendli-
chen. Die in diesen Zusammenhängen gemachten Erfahrungen des sozialen Lernens kö n-
nen das Selbstbild positiv beeinflussen und können insofern direkt oder indirekt einen Beitrag
zur K riminalitätsprävention leisten. Mit Blick auf die Sozialst ruktur sind diese kostenfreien
und unmittelbar zugänglichen Angebote wichtig.
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ 35
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
ÖPNV verbessern
Verkehrstechnisch liegt ein Handlungsbedarf in der besseren Anbindung von Neubrück an
das Strassenbahnnetz.
Wirtschaft
Unterstützungs- und Qualifizierungsangebote ausbauen
In Verbindung mit dem vergleichsweise hohen Anteil von Transfereinkommensbezieherinnen
und Beziehern zeigen sich Unterstützungsbedarfe im Bereich Qualifizierung und Weiterbi l-
dung.
Insgesamt benötigen viele Bewohnerinnen und Bewohner zunächst heranführende, nie d-
rigschwellige Unterstützungs- und Qualifizierungsangebote
Nahversorgung verbessern
Im Gegenteil zum Stadtteil Ostheim bedarf es einer Verbesserung der Nahve rsorgung im
Stadtteil Neubrück. Der Kiosk am Ludwig -Quidde-Platz/ Hermann-Hesse-Weg stellt bereits
eine alternative Versorgung dar. Zu einer Verbesserung würde sowohl ein ergänzendes A n-
gebot als Angliederung an den Kiosk als auch ein weiteres eigenständiges Angebot beitr a-
gen.
Ökologische und klimatische Situation
Lärm- und Schadstoffbelastung reduzieren
Die Lärm- und Schadstoffbelastung durch den Autoverkehr ist insbesondere auf der Fran k-
furter Straße, der Rösrather Straße und dem Europaring und deren Knotenpunkten erhöht.
Maßnahmen zur Schallpegelsenkung und Schadstoffreduzierung erweisen sich als schwierig
da weder auf abschirmende Bauwerke noch auf gebäudeorientierte Lärmschutzdämmung
zurückgegriffen werden kann. Bei der Prüfung von alternativen lärmmindernden Maßna h-
men, gilt es außerdem zu beachten, dass die se lediglich auf städtischer Fläche umgesetzt
werden können. Eine Optimierung von Ampelrotphasen zur Verbesserung des Verkehrsflu s-
ses könnte ebenso Abhilfe schaffen wie eventuelle bauliche Maßnahmen an der Kreuzung
Rösrather Straße/ Frankfurterstraße bezüg lich der Strassenbahnführung. Eine Lärmreduzi e-
rung verursacht durch den Flugverkehr könnte durch finanzielle Anreize für Eigentümer zur
Verbesserung des Schallschutzes von Wohnungen erreicht werden.
Klimatische Belastungen abmildern
Die Betroffenheit oder Anfälligkeit eines Stadtgebietes ergibt sich zum einen aus der klimat i-
schen Belastung (zum Beispiel durch Hitze) und zum anderen aus der Sensitivität der dort i-
gen Stadtbewohnerinnen und Stadtbewohner. So löst zum Beispiel eine hohe Wärmebela s-
tung je nach Anteil der anfälligen Personengruppe über 65 Jahre (Sensitivität) eine intensive
Betroffenheit eines Stadtteils aus. Hier gilt es die Bewohnerschaft zu sensibilisieren und
städtebaulich beispielsweise durch Entsiegelung entgegenzuwirken.
In den dicht bebauten Stadtquartieren gibt es nur wenige wirksame Maßnahmen, Kühlpunkte
zu schaffen. Durch die Versickerung von Regenwasser vor Ort und der damit möglichen
Verdunstung bei Hitzeereignissen, könnte die Entsiegelung und Bepflanzung von gepflaster-
ten und betonierten Stellplätzen, Höfen, Vorgärten oder Garagenauffahrten zur klimatischen
Abmilderung beitragen. Der Anteil versiegelter Fläche ist im Sozialraum „Ostheim und Neu-
brück“ hoch, so dass grundsätzlich von Entsiegelungspotenzialen auszugehen ist.
36 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Wohnen
Eigentümer fördern und fordern
Der gebündelte Geschosswohnungsbau und somit die Bildung von Hochhaussiedlungen
macht in Verbindung mit den sozialen Problemlagen in den Siedlungen erhebliche Unterstüt-
zungsbedarfe deutlich. Diese Situation trägt erschwerend durch eine mangelhafte Sanierung
und Instandhaltung zu einer negativen Außenwahrnehmung von „Ostheim und Neubrück“ bei
und stellt sowohl in sozialer als auch in städtebaulicher Hinsicht eine Herausforderung dar.
Eigenverantwortlichkeit stärken
Wie im Themenbereich öffentlicher Raum bereits erläutert, zeigen sich im Wohnumfeld zum
Teil wilde Müllablagerungen. Über die Einbeziehung und Aktivierung der Bewohnerinnen und
Bewohner sowie der Stärkung des Verantwortungsbewusstseins für den eigenen Stad tteil,
kann ein Beitrag zur Aufwertung erfolgen. Hierzu trägt auch ein gut integrierter und gepfle g-
ter öffentlich geförderter Wohnungsbau bei.
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ 37
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
5. Konzeptioneller Ansatz
Aus der Bestandsanalyse und der Stärken - und Schwächenanalyse sind Handlungsbedarfe
und Entwicklungspotenziale im Sozialraum deutlich geworden. Die Betrachtung der ve r-
schiedenen Themenbereiche zeigt dabei auf, dass im Sinne einer langfristig angelegten
Quartiersentwicklungsstrategie die integrierte Betrachtung erforderlich ist.
Hieraus leiten sich die Ziele sowie die vorgesehenen Maßnahmen des Programms „Starke
Veedel – Starkes Köln“ ab.
Ziele und Handlungsfelder
Ein Ziel der Stadtentwicklung in Köln ist es, durch die Maßnahmen des Programms „Starke
Veedel – Starkes Köln“ lebendige, bunte und generationsgerechte Quartiere für und mit den
Kölnerinnen und Kölnern zu schaffen.
„Verbesserte Lebensbedingungen der Menschen im Programmgebiet“
Dieses Leitziel entspricht dem des Programms „Lebenswerte Veedel“, knüpft gleichzeitig an
die vom Stadtvorstand beschlossene „Europa-2020-Strategie“ der Stadt Köln an und gibt die
langfristige Zielrichtung für das Programmgebiet vor.
Die Operationalisierung des Leitziels für die strategische und operative Ebene erfolgt durch
einen Top -Down-Ansatz. Die sich aus der Stärken -Schwächen-Analyse ergebenden
Schwerpunkte für Handlungsbedarfe und -prioritäten wurden mit den Entwicklungsvorgaben
des Leitziels gespiegelt, so dass sich im Ergebnis folgende fünf Handlungsfelder, die das
Programm themenspezifisch ausrichten, ergeben:
1. Früh ansetzende Hilfen
2. Öffentlicher Raum
3. Wirtschaft und Qualifizierung
4. Umweltgerechtigkeit - Klimaschutz, Luftreinhaltung und Lärmminderung
5. Wohnen
Bevor für diese Handlungsfelder die strategischen und operativen Ziele erarbeitet werden
konnten, wurden die aus dem Aufruf vorgegebenen Querschnittsziele, die für das gesamte
Programm gelten, in das Zielsystem eingebracht. Hierbei handelt es sich um folgende Ziele:
Gleichstellung von Männern und Frauen
Nichtdiskriminierung (Chancengleichheit / Barrierefreiheit)
Nachhaltigkeit
Die Stadt Köln hat diese Querschnittsziele um zwei weitere ergänzt, nämlich um die Ziele
„Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung“ und „Sozialraumorientierte Stadtentwicklung“. Ziel ist,
die sozialraumorientierte Ausrichtung des Handelns sowohl in der Verwaltung als auch bei
den Akteuren und den unterschiedlichen Zielgruppen zu verankern.
Im nächsten Schritt wurden für die fünf Handlungsfelder strategische Ziele festgelegt. Sie
beschreiben den angestrebten Zustand, der in den fünf Handlungsfeldern erreicht werden
soll. Um die strategischen Ziele für die Entwicklung von Maßnahmen zu operationalisieren,
38 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
wurden insgesamt 14 operative Ziele definiert. Sie können nicht trennscharf für die einzelnen
Handlungsfelder festgelegt werden, da sie aufgrund des integrativen Ansatzes ihre Wirkung
vielfach über mehrere Handlungsfelder hinweg entfalten. Die strategischen Ziele hingegen
können – bis auf eine Ausnahme (Lebenswertes und ökologisch gerecht gestaltetes Wohn -
und Lebensumfeld) – eindeutig einem Handlungsfeld zugeordnet werden.
Für das gesamte Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ ergibt sich somit ein komplexes
Zielsystem, welches die Wirkungszusammenhänge zwischen den verschiedenen Handlungs-
feldern berücksichtigt.
Die für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ vorgesehenen Maßnahmen bilden entspre-
chend der örtlichen Bedarfssituation einen Beitrag zur Erreichung der Ziele des ISEKs. Auf
Grundlage der abgeleiteten spezifischen Handlungsbedarfe werden nicht in jedem Soz ial-
raum Maßnahmen zu allen Zielen umgesetzt. Die nachfolgende Übersicht verdeutlicht, zu
welchen operativen Zielen die Handlungsansätze einen besonderen Beitrag leisten (grün
hervorgehoben).
Mit dem Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ nimmt die Stadt Köln die kommunale
Präventionskette in den Blick. Das vorgesehene Maßnahmenbündel bildet einen Beitrag zur
Schließung vorhandener Lücken in der Präventionskette. Zudem werden die strukturellen
Handlungs- und Arbeitsweisen im Rahmen der Programmumsetzung be trachtet. Die bereits
bestehenden Präventionsansätze sowie die kommunale Präventionskette der Stadt Köln sind
im Leitkonzept „Starke Veedel – Starkes Köln“ dargestellt, so dass an dieser Stelle der fo l-
gende Exkurskasten einen Überblick gibt.
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ 39
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Abbildung 14 : Zielsystem des Programms „Starke Veedel - Starkes Köln"
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
40 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück““
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Abbildung 15: Sozialraum „Ostheim und Neubrück“: Beitrag der Maßnahmen zur Erreichung der operativen Ziele
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ 41
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Exkurs: Die Kommunale Präventionskette
Das Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ bildet einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensb e-
dingungen der Menschen in den Sozialräumen und zielt darauf ab, soziale Ausgrenzung und Armut zu
vermeiden. Vor diesem Hintergrund wurde bei allen Maßnahmen des Programms darauf geachtet,
dass sie einen Beitrag zur Präventionskette leisten und bestehende L ücken schließen. Unter der
kommunalen Präventionskette soll die Gesamtheit der präventiven Hilfsangebote verstanden werden,
die biografisch entlang der Bedarfe in den einzelnen Lebensphasen von Kindern, Jugendlichen sowie
Erwachsenen aller Altersgruppen erforderlich sind.
Zentral ist dabei die zielgruppenspezifische Betrachtung. So werden beispiel sweise die im Rahmen
der Bedarfsanalyse festgestellten Unterstützungsnotwendigkeiten für Kinder und Jugendliche in den
Maßnahmen zu früh ansetzenden Hilfen berück sichtigt, die Zielgruppe der Seniorinnen und Senioren
wird unter anderem durch die Aktivierungsmaßnahme wie „Zuhause im Veedel“ unterstützt.
Trotz des großen Engagements der Stadt im Präventionsbereich ist die Armut – insbesondere bei
Kindern, Jugendliche n sowie Seniorinnen und Senioren – in den Sozialräumen überdurchschnittlich
hoch. Die bislang auf - und ausgebauten präventiven Hilfsangebote haben offenbar Lücken, die mit
dem Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ geschlossen werden sollen. Bislang fehlt eine konse-
quente, ganzheitliche Analyse möglicher Lücken beziehungsweise Optimierungsbedarfe in der Pr ä-
ventionskette und die Etablierung einer kommunalen Gesamtstrategie. Durch eine Neuorientierung
der Hilfesysteme sollen bislang voneinander getrennt erbr achte Leistungen und Angebote aufeinander
abgestimmt und koordiniert werden.
Ziel ist es eine durchgängige Förderung und Unterstützung zu gestalten, bei denen die einzelnen A n-
gebote noch sinnvoller miteinander verknüpft und Wirkungszusammenhänge aufgezeig t werden kö n-
nen – unabhängig davon, wer sie erbringt. Dabei soll die Weiterentwicklung dieser Präventionsstrat e-
gie ausgehend von den Bedürfnissen der Bewohnerinnen und Bewohner als Prozess gestaltet we r-
den.
Seit Frühjahr 2017 nimmt die Stadt Köln am Landes programm „Kommunale Präventionsketten/ Kein
Kind zurücklassen“ teil. Die Verwaltung will ihre Bemühungen zur Förderung von Teilhabe -, Bildungs-
und Gesundheitschancen von Kindern und Jugendlichen in Köln weiter systematisieren und sich dafür
an dem landess eitig zur Verfügung gestellten Steuerungs - bzw. Qualitätsrahmen orientieren. Ganz
konkret ergeben sich drei Ziele im Rahmen des Landesprogramms:
(1) Es soll ein Präventionsleitbild entwickelt werden.
(2) Es geht um die Weiterentwicklung von M aßnahmen ein er kommunalen P räventionskette bei g e-
samtkommunaler Steuerung und integrierter Planung. Im Ergebnis stehen hier Empfehlungen für die
Struktur- und Praxisebene, die auf Analysen und strategischen Zielen aufbauen.
(3) Es soll ein Präventionsmonitoring etabliert werden. Die Verwaltung wird den politischen Gremien in
der zweiten Jahreshälfte 2018 einen Ergebnisbericht als Grundlegung für weitere Aktivitäten, (insb e-
sondere eine Vertiefung und Spiegelung der Gesamtstrategie auf kleinräumiger Ebene) und eine
nachhaltige gesamtstrategische Steuerung vorlegen. In diesem Kontext wird auch das ältere städt i-
sche Handlungskonzept gegen die Folgen von Kinderarmut bilanziert und fortgeschrieben.
Eine Übersicht der Themenfelder und Zielgruppen der Präventionskette gibt die folgende Grafik.
42 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück““
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Abbildung 16: Themenfelder und Zielgruppen der Präventionskette
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ 43
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
6. Maßnahmen
Im Rahmen des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ wurde ein breites Maßnahme n-
bündel entwickelt, die an den Bedarfen vor Ort ansetzen und sich in das weitere Handeln in
den Sozialräumen eingliedern.
Bei den Maßnahmen sind zwei Typen zu unterscheiden:
Übergreifende Maßnahmen: Diese Maßnahmen werden in mehreren oder allen Soz i-
alräumen umgesetzt. Es handelt sich um Bedarfe, die in den Sozialräumen in ähnl i-
cher Weise vorhanden sind. Die übergreifenden Maßnahmen beziehen sich insb e-
sondere auf die sozial-integrativen Maßnahmen sowie die Maßnahmen zur Qualifizie-
rung und den aktivierenden Maßnahmen (zum Beispiel Eigentümeraktivierung über
das Fassadenprogramm).
Sozialraumspezifische Maßnahmen: Diese Maßnahmen setzten bei den spezifischen
Bedarfen in den Sozialräumen an, die nicht unmittelbar mit denen anderer Sozia l-
räume zu vergleichen sin d. Insbesondere die Maßnahmen aus dem Handlungsfeld
öffentlicher Raum (zum Beispiel Gestaltung eines Quartiersplatzes) zählen zu diesem
Maßnahmentyp.
Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die Maßnahmen im Sozialraum „Ostheim und
Neubrück“, die in Abstimmung mit den zuständigen Fachämtern in der angegebenen Zeit
realisiert werden sollen . Eine detailliertere Maßnahmenbeschreibung befindet sich in den
folgenden Maßnahmenblättern. Eine vollständige Tabelle mit allen Änderungen seit Deze m-
ber 2016 befindet sich im Anhang (Anhang 6).
Tabelle 4: Übersicht der Maßnahmen im Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ (Eine
vollständige Tabelle mit allen Änderungen seit Dezember 2016 befindet sich im Anhang.)
Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung
Nummer Maßnahme
0.0.0 Externe Beratung bei der Erstellung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes
0.0.1 Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung
Handlungsfeld 1: Früh ansetzende Hilfen
Nummer Maßnahme
1.0.16 Zugehende Hilfe mit Lotsenfunktion zur Überleitung ins Regelsystem und Entwicklung
einer beruflichen Perspektive für junge Menschen mit psychischen Problemen bis 27 Ja h-
ren
1.0.17 Stadtteileltern
1.10.1 „Jung und Alt – da wo es knallt“, intergeneratives und interkulturelles mobiles Angebot
44 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück““
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Handlungsfeld 2: Öffentlicher Raum
Nummer Maßnahme
2.0.4 Sport- Spiel- und Bewegungsräume im Veedel, hier Trendsport auf Spiel- und Bolzplatz in
Neubrück (Georgestraße)
2.10.4 Partizipative Neugestaltung „Platz an Sankt Adelheid“/Marktplatz Neubrück
2.10.5 Aufbau einer Begegnungsstätte – Machbarkeitsstudie
2.10.5a Aufbau einer Begegnungsstätte
2.10.7 Jugendeinrichtung Gernsheimer Straße
Handlungsfeld 3: Wirtschaft und Qualifizierung
Nummer Maßnahme
3.10.1 Bedarfs- und Machbarkeitsanalyse zur Ansiedlung eines interaktiven Lebensmittelmarktes
Handlungsfeld 4: Umweltgerechtigkeit - Klimaschutz, Luftreinhaltung und Lärmminderung
Nummer Maßnahme
4.0.4 Aufbau eines Hitzewarn- und Informationssystems. Informationsmaterial für die Bevölke-
rung zum Thema Hitzeentwicklung im Zuge des Klimawandels
Handlungsfeld 5: Wohnen
Nummer Maßnahme
5.0.2 Zuhause im Veedel – Aktivierung und Beteiligung
5.0.3 Haus-, Hof- und Fassadenprogramm
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ 45
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
6.1 Maßnahmenblätter
Laufende Nummer
0.0.1 Handlungsfeld: Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung
Maßnahme Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung im Sozialraum
„Ostheim und Neubrück“
Inhalt Ausgangslage
Der Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ ist Teil des Stadtbe-
zirks Köln-Kalk. In Ostheim begann die Siedlungsentwicklung
Anfang der 1930er Jahre und entwickelte sich in den Jahren
1950 bis 1980 weiter. Der Stadtteil Neubrück entstand in den
Jahren 1965 bis 1970 im Südwesten des Stadtteils Brück. Dort
wurden Ein- und Zweifamilienhäuser und Geschosswohnungs-
bauten errichtet.
Mit rund 21.000 Einwohnerinnen und Einwohnern ist der Sozia l-
raum „Ostheim und Neubrück “ einer der größeren Sozialräume
Kölns. Etwas mehr als ein Viertel der Haushalte besteht aus
Familien (ein Viertel davon sind Alleinerzie hende). Aus diesem
Grund leben im Sozialraum überdurchschnittlich viele Kinder
und Jugendliche. Gleichzeitig ist die Zahl der Bewohnerinnen
und Bewohner über 65 Jahren im Sozialraum höher als im g e-
samtstädtischen Vergleich.
Der Anteil der Bewohnerinnen und Bewohner mit einem Migrati-
onshintergrund, liegt mit etwa zwei Drittel (62,9 Prozent) deutlich
über dem Wert der Gesamtstadt (38,2 Prozent). Bei den unter
18 Jährigen beläuft sich der Anteil sogar auf rund 80 Prozent
(Stadt Köln 53,8 Prozent).
Jede bzw. jeder Dritte wird durch SGB II -Leistungen unterstützt.
Zudem leben nahezu die Hälfte der Kinder unter 15 Jahren in
einem Haushalt mit SGB II -Bezug (Sozialraum 44,3 Prozent;
Stadt Köln 21,4 Prozent). Die demografische und soziale Situ a-
tion zwischen den Quar tieren innerhalb des Sozialraums unte r-
scheidet sich zum Teil sehr stark. Besonders auffällig ist die
Siedlung Gernsheimer Straße. Nahezu zwei Drittel der Bewo h-
nerinnen und Bewohner bezieht Leistungen nach SGB II. Rund
71 Prozent der unter 15 Jährigen leben in einer SGB -II-
Bedarfsgemeinschaft.
Bei der konkreten Betrachtung der Angebotsstruktur im Sozia l-
raum wird sichtbar, dass dort bereits grundlegende Angebots -
und Hilfesysteme bestehen, diese jedoch nicht sämtliche Beda r-
fe des Sozialraums abdecken. In Te ilbereichen mangelt es z u-
dem an einem lückenlosen Schnittstellenmanagement, welches
im Rahmen des integrierten Ansatzes und einer Vielzahl von
aktivierenden Prozessen innerhalb des Integrierten Handlung s-
konzeptes sowie des Gesamtprogramms von hoher Bedeutu ng
ist.
Das „Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung“ setzt an
46 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück““
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
1 Werte 2016
diesen Punkten an und ist somit optimal auf die Bedürfnisse des
Sozialraums ausgerichtet.
Im Sozialraum vereinen sich bauliche Missstände, Verschmu t-
zungen des Wohnumfeldes und soziale Probleme wie Arbeitslo-
sigkeit, Armut, Verschuldung und Suchtprobleme. Der Anteil an
Menschen mit Migrationshintergrund (62,9 Prozent), die Zahlen
der SGB II - Bezieherinnen und Bezieher (30,1 Prozent 1) sowie
die Zahlen der Empfängerinnen und Empfänger von G rundsi-
cherung (16,5 Prozent1) sind dementsprechend hoch.
Aufgrund einer oftmals geringen Teilhabe der Bewohnerinnen
und Bewohner an unterschiedlichen Lebensbereichen und den
damit einhergehenden Netzwerkstrukturen wird die hohe Bedeu-
tung von Unterstützung s- und Beratungsangeboten sowie der
Aktivierung der Bewohnerschaft im Sozialraum „Ostheim und
Neubrück“ deutlich. Auch die Imageaufwertung des Sozialraums
stellt eine große Herausforderung dar. Ein positiveres Bild ist für
die Entwicklung des Sozialraums von großer Bedeutung.
Im Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ besteht bereits ein vie l-
seitiges Hilfesystemen, welches unmittelbare Auswirkungen auf
die Quartiersentwicklung nimmt. Mit Hilfe einer „Bestandserh e-
bung und eines Schnittstellenmanagements“ sollen die vorhan-
denen Strukturen in den Blick genommen werden, um so pote n-
zielle Lücken aufzeigen zu können.
Schnittstelle zur Sozialraumkoordination:
Mit dem Programm „Lebenswerte Veedel“ wird bereits seit 2006
in elf Sozialräumen konsequent ein integriertes sozialraumorien-
tiertes Stadtentwicklungskonzept verfolgt.
Die Sozialraumkoordination ist organisatorisch an die Bürgeräm-
ter angebunden. Mit der Koordination in den Sozialräumen sind
zehn freie Träger beauftragt, eine Koordination erfolgt in städt i-
scher T rägerschaft. Diese arbeiten nach den methodischen
Prinzipien der sozialraumorientierten Arbeit: 1. Orientierung an
den Bedarfen und Interessen der Wohnbevölkerung, 2. Nutzung
der Stärken und Potenziale der Menschen sowie der Ressou r-
cen des Sozialraums, 3. Stärkung von Selbsthilfe, Eigeninitiative
und Teilhabe, 4. Erschließung von zusätzlichen externen Re s-
sourcen, 5. Zielgruppen und bereichsübergreifende Ansätze, 6.
Kooperation und Vernetzung der Aktivitäten und Angebote im
Sozialraum.
Die Sozialraumkoordin ation nimmt seit Jahren erfolgreich eine
aktive Koordinationsfunktion wahr und arbeitet aktiv an der S i-
cherung und dem Ausbau der Netzwerke in den Sozialräumen.
Die Umsetzung des Maßnahmenprogramms „Starke Veedel –
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ 47
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Starkes Köln“ in den Sozialräumen kann du rch die elf vorhande-
nen Sozialraumkoordinatorinnen/Sozialraumkoordinatoren nicht
zusätzlich geleistet werden. Durch das Programm „Starke Ve e-
del – Starkes Köln“ entsteht ein neuer Koordinierungs - und Ab-
stimmungsaufwand. Die Akzeptanz und Implementierung des
Handlungsprogramms kann in den Sozialräumen aber nur geli n-
gen, wenn Bewohnerschaft und Akteure für dieses Programm
sensibilisiert werden und Zugangsstrukturen genutzt werden.
Die Maßnahme „Büro für Quartiersmanagement und Aktivi e-
rung“ soll in enger Abstim mung mit den Sozialraumkoordinat o-
ren die Umsetzung des Maßnahmenprogrammes sichern. Zum
einen in den spezifischen Themenbereichen – hier insbesondere
der Aufbau von Präventionsketten – sowie zum anderen bei
Bedarf – seien dies problematische Wohnquartiere und Nac h-
barschaften oder die Ertüchtigung von Einkaufsstraßen.
Die wesentlichen Aufgaben des Quartiermanagements zur U m-
setzung des Programms sind demnach mit der Sozialraumkoo r-
dination und den institutionellen Akteuren vor Ort eng abz u-
stimmen.
In der Praxis ergibt sich vor Ort ein Team aus der Bürgeramtslei-
tung, der Sozialraumkoordination und der Programmsteuerung
„Starke Veedel – Starkes Köln“, welches mit Blick auf die umz u-
setzenden Maßnahmen um weitere Akteure ergänzt wird.
Bürgeramtsleitung
Steuerungsfunktion
Sozialraumkoordination Programmsteuerung
Vernetzung vor Ort „Starke Veedel – Starkes Köln“
Projektbeschreibung
Das „Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung“ setzt an
den oben genannten Herausforderungen und Bedarfslagen an.
Die Maßnahme geht der Frage nach, wie erfolgreich Stadten t-
wicklung aus dem Quartier heraus erfolgen kann, welche Fakt o-
ren zum Gelingen beitragen und wie die Bewohnerinnen und
Bewohner aktiv in die Quartiersentwicklung eingebunden we r-
den können. Entsprechend dieser vielschichtigen Fragestellung,
setzt sich das „Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung“
aus vier unterschiedlichen Projektbausteinen zusammen:
Quartiersmanagement
48 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück““
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Verfügungsfonds
Bestandserhebung und Schnittstellenmanagement
Öffentlichkeitsarbeit
Das „Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung“ bündelt
diese Projektbausteine unter einem Dach, die jeweils darauf
abzielen, die Quartiersentwicklung im Sinne der sozialraumori-
entierten Stadtentwicklung umzusetzen. Dabei bildet die Aktivie-
rung der Bewohnerinnen und Bewohner sowie der weiteren
ortsansässigen Akteure den Schwerpunkt des „Büros für Quar-
tiersmanagement und Aktivierung“.
Die genannten Projektbausteine mit hohem aktivierendem Ch a-
rakter bedürfen einer zentralen Steuerung und Vernetzung, die
durch die Zusammenführung des „Büros für Quartiersmanag e-
ment und Aktivierung“ gewährleistet wird. Es wird eine ge mein-
same räumliche Verortung vorgenommen.
Die einzelnen Projektbausteine stehen jeweils für sich als inhal t-
lich selbständige Maßnahmen, die auch von unterschiedlichen
Projektträgern umgesetzt werden können. Bei der Maßna h-
menumsetzung wird jedoch vorausges etzt, dass eine enge Z u-
sammenarbeit zwischen den einzelnen Projektbausteinen erfolgt
und Wechselwirkungen berücksichtigt werden.
Projektbaustein: Quartiersmanagement
Im Rahmen des Integrierten Stadtentwicklungsprogramms
„Starke Veedel – Starkes Köln“ sin d für den Sozialraum
„Ostheim und Neubrück“ insgesamt 10 Maßnahmen geplant, die
einen neuen und zusätzlichen Koordinierungsaufwand für den
Sozialraum auslösen, der durch die schon bestehenden Struktu-
ren der Sozialraumkoordination nicht gedeckt werden kann. Das
Quartiersmanagement übernimmt die Aufgabe, die maßna h-
menumsetzenden Träger in Abstimmung mit der Sozialraumk o-
ordination bei den Zugängen zu den Zielgruppen und bei der
Akquise der Teilnehmenden im Sinne eines „One -face-to the -
customer“ zu unterstützen . Darüber hinaus stellt das Quartier s-
management die Vernetzung der Maßnahmen sicher.
Das Quartiersmanagement ist Ansprechpartner und Lotse für
alle Belange des Sozialraumbezogenen Programms und bildet
die Schnittstelle in die Verwaltung, es dient somit als lokal veror-
tete Kommunikationsdrehscheibe und Informationsvermittlung.
Es sensibilisiert die Bewohnerschaft und die lokalen Akteure für
das Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“, nutzt die vo r-
handenen Zugangsstrukturen und sichert somit den Erfolg des
Integrierten Stadtentwicklungsprogramms. Neben der Anspr a-
che der Bewohnerschaft wird das Quartiersmanagement auch
zentraler Ansprechpartner für die weiteren lokalen Akteure sein.
Darüber hinaus soll auch das geplante Haus, -Hof- und Fassa-
denprogramm im Soz ialraum entsprechende Beachtung finden.
Im Projektbaustein „Verfügungsfonds“ wird das Quartiersm a-
nagement unterstützend und begleitend mitwirken, die Ma ß-
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ 49
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
nahme „Bestandserhebung und Schnittstellenmanagement“ wird
ebenfalls durch das Quartiersmanagement unterstützt.
Vor dem Hintergrund des politischen Interesses am Gesamtpr o-
gramm wird die Gremienarbeit ebenfalls ein Aufgabenfeld des
Quartiersmanagers darstellen.
Für die Erbringung der Leistungen wird zusätzliche Expertise
und Ressourceneinsatz benötigt, so d ass eine Ausschreibung
vorgesehen ist.
Projektbaustein: Verfügungsfonds
Der Verfügungsfonds bietet finanzielle Unterstützung für die
Umsetzung von Projektideen im Sozialraum „Ostheim und Neu-
brück“. Bewohnerinnen und Bewohner, Träger vor Ort sowie
Vereine, Arbeitsgruppen und –kreise etc. können Anträge für die
Förderung von Projektideen beantragen. Voraussetzung ist d a-
bei, dass die Ideen einen inhaltlichen Bezug zum Sozialraum
haben und in die Bedarfslage vor Ort passen. Mit Hilfe des Ve r-
fügungsfonds soll somit das bürgerschaftliche Engagement m o-
bilisiert werden.
Der Verfügungsfonds dient dazu, die städtebaulichen Maßna h-
men im Sozialraum zu flankieren und die Beteiligungsprozesse
vorzubereiten. Beispielsweise könnten Beteiligungsmaßnahmen
wie Malwettbewerb e zur Gestaltung des Spielplatzes (2.0.4)
oder Nachbarschaftsfeste und Begegnungstage zur Mieter - und
Eigentümeraktivierung umgesetzt werden, bei denen konkrete
Bezüge zu den städtebaulichen Maßnahmen entstehen. Die
Richtlinien des Verfügungsfonds werden d ementsprechend aus-
gestaltet.
Im Rahmen des „Verfügungsfonds“ – ein niedrigschwelliges Ak-
tivierungsinstrument – übernimmt das Quartiersmanagement
beispielsweise die Aufgabe, Bewohnerinnen und Bewohner s o-
wie weitere Sozialraumakteure für eine Antragstellung zum Ver-
fügungsfonds zu motivieren und sie bei der Umsetzung ihrer
Ideen und Vorstellung zu unterstützen.
Förderanträge zum Verfügungsfonds sind an das im Sozialraum
verortete Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung zu
stellen. Potenzielle Anträge werden dort zunächst auf grundsätz-
liche Förderfähigkeit geprüft und dann in enger Abstimmung mit
der Sozialraumkoordination inhaltlich bewertet und bei Bedarf
priorisiert. Hierfür wird durch das Quartiersmanagement eine
Arbeitsgruppe zur fachlichen (Vor -) Bewertung der Anträge ei n-
gerichtet. Die letztendliche Beschlussfassung von Förderantr ä-
gen erfolgt durch ein entsprechendes Entscheidungsgremium
für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück “. Die operative A b-
wicklung des Verfügungsfonds erfolgt in Arbeitsteilung zwischen
dem Quartiersmanagement und der zentralen Koordinierung s-
stelle beim Amt für Stadtentwicklung und Statistik.
50 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück““
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Projektbaustein: Bestandserhebung und Schnittstellen -
management
Der Projektbaustein bildet die Basis des Prozesses einer „Stad t-
entwicklung aus dem Quartier heraus“. Im Mittelpunkt steht d a-
bei zunächst die Schaffung von Grundlagen für die Umsetzung
des Prozesses zur Sozialraumorientierten Stadtentwicklung. Die
umfasst die Analyse der lokalen Akteurs - und Angebotsstruktur,
die Ablei tung der Handlungsbedarfe und das Aufzeigen von
Schnittstellen. Auf den Erkenntnissen aufbauend, erfolgt die
detaillierte Umsetzungskonzeption des Prozesses und das Wi s-
sensmanagement (laufende Bereitstellung der Informationen für
alle Akteure im Programmgebiet).
Dieser Projektbaustein wird mit städtischen Ressourcen umg e-
setzt.
Projektbaustein Öffentlichkeitsarbeit
Der Projektbaustein setzt sich aus unterschiedlichen Instrume n-
ten der Öffentlichkeitsarbeit und Medienarbeit zusammen. Es
wird ein Strategie - und Kommunikationskonzept zur Öffentlic h-
keitsarbeit und zur „Vermarktung“ des Programms erarbeitet.
Der Schwerpunkt liegt dabei in den Themen Beteiligung, Mitwi r-
kung und Aktivierung. Ziel ist es die unterschiedlichen Zielgru p-
pen niederschwellig und bedarfsg erecht zu erreichen und die
dafür erforderlichen Instrumente zu entwickeln. Darüber hinaus
wird auf die klassischen Instrumente der Öffentlichkeitsarbeit
zurückgegriffen, um das Programm zu kommunizieren.
Für die Erbringung der Leistungen wird zusätzliche Expertise
und Ressourceneinsatz benötigt, so dass eine Ausschreibung
vorgesehen ist.
Zielgruppe Die Zielgruppe ist sehr breit aufgestellt. Die Maßnahme kommt
insbesondere den unterschiedlichen Teilgruppen der Bewohn e-
rinnen und Bewohnern im Sozialraum zu gute. Aber auch die
Verwaltung, Träger, Politik, sonstige staatliche Institutionen auf
kommunaler Ebene, Sozialraumkoordinatorinnen und Sozia l-
raumkoordinatoren, weitere (organisierte) lokale Akteure und
Interessensvertretungen sind in die Zielgruppe inbegriffen.
Ziele Projektbaustein: Quartiersmanagement
Querschnittsziele
Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung
Operative Ziele
Aufgewertete und vernetzte Begegnungs - und Leben s-
räume
Verbesserte Aktivierung der Mieter am Wohnort
Projektziele
Das Quartiersmanagement zielt darauf ab die Bewo h-
nerschaft des Sozialraumes zu erreichen, zu aktivieren
und zu unterstützen. Es handelt sich um eine nie d-
rigschwellige und aktivierende Maßnahme zur Verbess e-
rung von Teilhabe und Mitwirkung. Ziel ist es, über die
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ 51
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Maßnahmen des Integrierten Stadtentwicklungspr o-
gramms „Starke Veedel – Starkes Köln“ die Verantwo r-
tung der Bewohnerinnen und Bewohner sowie weiterer
Akteure für das „eigene“ Veedel langfristig zu stärken, zu
stabilisieren und selbsttragende Strukturen aus zubauen.
Darüber hinaus werden folgende Ziele verfolgt:
o Koordination und Bündelung der im Rahmen des Int e-
grierten Stadtentwicklungskonzeptes vorgesehenen
Bewohnerbeteiligungen und –-aktivierungen sowie
weiterer Akteure vor Ort in Abstimmung mit der Soz i-
alraumkoordination
o Intensivierung des nachbarschaftlichen, bürgerschaf t-
lichen und ehrenamtlichen Engagements durch den
Verfügungsfonds
o Verbesserung der Vernetzung und Kooperation der
Akteure im Sozialraum in Bezug auf die im Integrie r-
ten Gesamtprogramm, „Starke Veedel – Starkes Köln“
verankerten Maßnahmen
Projektbaustein: Verfügungsfonds
Querschnittsziele
Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung
Projektziele
Mit dem Verfügungsfonds wird das Ziel verfolgt, Bewo h-
nerinnen und Bewohner sowie lokale Akteure des Sozial-
raumes aktiv in die Quartiersentwicklung einzubeziehen.
Im Focus steht die Intensivierung des nachbarschaftl i-
chen, bürgerschaftlichen und ehrenamtlichen Engag e-
ments. Die kurzfristige und unkomplizierte Umsetzung
einer Vielzahl von kleinen Projekten und Ma ßnahmen
soll zur Verbesserung des Miteinanders im Sozialraum
führen. Forciert werden soll insbesondere eine Verbe s-
serung in der Kommunikation und Vernetzung innerhalb
der Bürgerschaft des Sozialraumes „Ostheim und Ne u-
brück“ sowie eine Stärkung der Kooperation der Akteure
untereinander.
Projektbaustein: „Bestandsanalyse und Schnittstellen -
management“
Querschnittsziele
Sozialraumorientierte Stadtentwicklung
Projektziele
Im Sozialraum „Ostheim und Neubrück “ werden bereits
eine Vielzahl an Aktivitäten und Maßnahmen wirksam,
stehen in der Praxis aber oftmals zu stark nebeneina n-
der. Mit dem Baustein „Bestandsanalyse und Schnittste l-
lenmanagement“ sollen im Sinne einer sozialraumorie n-
tierten Handlungsweise, die Maßnahmen vor Ort vernetzt
werden und vorhandene Lücken über ergänzende Ma ß-
nahmen geschlossen und Dopplungen aufgezeigt we r-
den. Ziel ist es die Zusammenarbeit in allen Fachbere i-
chen der Verwaltung sowie mit der Bürgerschaft und den
52 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück““
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
weiteren Akteuren vor Ort zu stärken. Dabe i knüpft der
Prozess bei den bestehenden Strukturen sowie den Akti-
vitäten und Angeboten der Akteure vor Ort an, die bereits
eine Vielzahl an laufenden Maßnahmen umsetzen.
Projektbaustein: Öffentlichkeitsarbeit
Querschnittsziele
Verbesserte Teilhabe- und Mitwirkung
Operative Ziele
Verbesserte Aktivierung der Mieter am Wohnort
Stärker unterstützte und entwickelte Wohnadresse
Projektziele
Ziel der Öffentlichkeitsarbeit ist es, einen aktiven Prozess
zur Konsens- und Imageentwicklung zu initiieren, in de s-
sen Vordergrund die Entwicklung eines neuen positiven
„Stadtteil-Gefühls" steht.
Eine breit ausgerichtete Öffentlichkeitsarbeit dient da r-
über hinaus der Information und Aktivierung der Akteure
im Sozialraum „Ostheim und Neubrück“. Sie richten sich
im Wesentlichen an Bewohnerinnen und Bewohner, Mul-
tiplikatoren und Unternehmen sowie weitere Akteure und
verfolgt dabei das Ziel, das Programm und die damit
verbundenen Maßnahmen bekannt zu machen und eine
positive Aufbruchsstimmung im Sozialraum zu erzeugen.
Die Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit setzten bei der
Beteiligung und Aktivierung von Bevölkerung und Akte u-
ren vor Ort an und bilden einen wichtigen Beitrag zur
Mitgestaltung des Programms durch die Bewohne r-
schaft.
Indikatoren Projektbaustein: Quartiersmanagement
Bekanntheit, Akzeptanz und praktische Annahme des
Quartiersmanagements bei der Bewohnerschaft
Anzahl der Teilnehmenden bei den durchgeführten Ve r-
anstaltungen
Projektbaustein: Verfügungsfonds
Anzahl der beantragten Maßnahme
Anzahl der durchgeführten Maßnahmen
Anzahl der beteiligten Personen
Projektbaustein: „Bestandsanalyse und Schnittstellen -
management“
Anzahl der Prozessbeteiligten
Anzahl der entwickelten bedarfsorientierten Angebote im
Konsens
Anzahl der beteiligten Dienststellen in der Verwaltung
Anzahl der Zielgruppen, die im Prozess erreicht wurden
Subjektive Einschätzung des Prozesses durch die Pr o-
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ 53
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
zessbeteiligten
Projektbaustein: Öffentlichkeitsarbeit
Anzahl der Veröffentlichungen (Flyer, Artikel, etc.)
Kosten Verfügungsfonds: 100.000 €
Quartiersmanagement: 163.650 €
Öffentlichkeitsarbeit: 98.000 €
Gesamtkosten: 361.650 €
Davon 2020 130.550 €
Davon 2021 115.550 €
Davon 2022 115.550 €
Projektlaufzeit / Zei t-
raum
Für alle Arbeitsmodule ist prozessbegleitend eine Projektlaufzeit
von 36 Monaten vorgesehen.
01.01.2020 bis 31.12.2022
Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Förderung Städtebauförderung
54 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück““
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Lfd. Nr. 1.0.16 Handlungsfeld: Früh ansetzende Hilfen
Maßnahme Zugehende Hilfe zur Überleitung ins Regelsystem und Ent-
wicklung einer beruflichen Perspektive für junge Menschen
mit psychischen Problemen bis 27 Jahre in allen Sozial-
raumgebieten, hier „Ostheim und Neubrück“
Inhalt Ausgangslage
Die elf Sozialraumgebiete
Bickendorf Westend Ossendorf
Chorweiler Blumenberg Seeberg
Höhenberg Vingst
Ostheim Neubrück
Mülheim-Nord Keupstr
Buchheim Buchforst
Porz Ost Finkenberg Gremberghoven Eil
Meschenich Rondorf
Bilderstöckchen
Bocklemünd Mengenich
Kalk Humboldt/Gremberg
weisen sich durch wirtschaftliche, soziale und gesundheitliche
Benachteiligung aus. Hier leben gehäuft Familien mit niedr i-
gem sozialen Status und Multiproblemlagen. Viele der dort
aufwachsenden j ungen Menschen bis 27 Jahre werden au f-
grund von ganz unterschiedlichen Problemkonstellationen d a-
ran gehindert, eine eigene Lebensperspektive insbesondere im
Hinblick auf eine berufliche Zukunftsgestaltung zu entwickeln.
Ihnen fällt es schwer, die altersüblichen Entwicklungsschritte
zu gehen. Sie ziehen sich zurück und vermeiden den direkten
Kontakt zu anderen Menschen oder verhalten sich aggressiv
und abweisend. Oft werden auch Alkohol bzw. illegale Drogen
konsumiert. Ursache eines solches Verhaltens können psych i-
atrische sowie weiter e Beeinträchtigungen oder Erkrankungen
sein, die als solche meist (noch) nicht diagnostiziert sind. Di e-
ses müsste aber frühzeitig erkannt und bei der weiteren schul i-
schen oder beruflichen Planung berücksichtigt werden. Unter
Umständen wäre parallel (oder v orgeschaltet) eine Behan d-
lung/Therapie erforderlich, um eine berufliche Perspektive
überhaupt in Angriff nehmen zu können. Diese jungen Me n-
schen benötigen daher eine gezielte Unterstützung von Me n-
schen, die ihre Bedürfnisse erkennen, über sozialpsychiatr i-
sche Kenntnisse verfügen und eng mit dem psychiatrischen
Hilfesystem zusammenarbeiten.
Kölner Fachleute unterschiedlicher Institutionen (z. B. Jobce n-
ter, Landschaftsverband, Ämter der Stadt Köln, Träger der J u-
gendhilfe und Erwachsenenpsychiatrie) haben An fang 2016
Handlungsempfehlungen entwickelt, die spezielle Hilfen für die
Zielgruppe der jungen Menschen mit psychischen Problemen
präferieren. Unter der Bezeichnung „Kompetenzzentrum U 27“
(Arbeitstitel) beinhalten die Empfehlungen ein Gesamtangebot
bestehend aus einer zugehenden Hilfe, einer niederschwell i-
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ 55
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
gen Beratung, einem Kontaktangebot und Hilfen zur Tage s-
strukturierung/Beschäftigung.
Das Angebot der zugehenden Hilfe für junge Menschen mit
psychischen Problemen bis 27 Jahre in allen Sozialraumgebie-
ten könnte als ein wesentlicher Baustein innerhalb der o.g. b e-
darfsorientierten Angebotsstruktur fungieren, da er Betroffenen
mit besonders hohem Entwicklungsbedarf den Weg zu weite r-
führenden Unterstützungsleistungen zugänglich macht. Erfa h-
rungswerte belegen, dass die jungen Menschen, die in einem
sozial benachteiligten Umfeld leben und zusätzlich eine ps y-
chische Beeinträchtigung aufweisen, einen sehr niedrigschwel-
ligen Zugang benötigen, um im Regelsystem wie z.B. gesun d-
heitliche Versorgung, im Bildungssystem, Arbeit, anzukommen.
Immer dann, wenn die Komm -Strukturen eines Angebots, be i-
spielsweise einer Beratungsstelle, (noch) nicht greifen, bietet
zugehende Hilfe die Möglichkeit einer ersten Kontaktaufnahme
und Überleitung zu dem passgenauen Angebot mit Komm -
Struktur. In der Praxis bedeutet dies, dass die jungen Me n-
schen überwiegend zu Hause aufgesucht werden, da sie hä u-
fig sozial zurückgezogen leben, keinen Peergroups angehören,
weder die Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene
noch entsprechende Institutionen nutzen oder sich an bekan n-
ten Hotspots ihrer Altersgruppe in der Stadt aufhalten. Der s o-
zialpsychiatrische Ansatz hat dabei das Ziel, junge Menschen
mit psychischen Problemen niedrigschwellig in ihren Alltag s-
kompetenzen zu stärken, die Betroffenen langfristig in das Re-
gelsystem anzubinden und Übergänge in gesundheitlichen,
schulischen und/oder beruflicher Lebensbereichen zu begle i-
ten. Je nach Einzelfall können hierzu auch Maßnahmen des
Jobcenters gehören. Rückmeldungen der Mitarbeiter/innen des
Jobcenters U 25 zufolge, sind viele der jungen Kundinnen und
Kunden nicht in der Lage, die Voraussetzungen solcher Ma ß-
nahmen des Jobcenters zu erfüllen. Sie benötigen im Vorfeld
Hilfen, die sie auf einen solchen Schritt vorbereiten. Damit b e-
käme auch ein bisher kaum zu erreichendes Klientel die Chan-
ce, an Zukunftsperspektiven zu arbeiten. Ebenso können auf
diese Weise Maßnahmenabbrüche verhindert und Ressourcen
gezielt eingesetzt werden. Die zugehende Hilfe würde eine
bisher in der Fachwelt deutlich wahrgenomm ene Lücke im Hi l-
fesystem schließen.
Schnittstellen zu Regelangeboten und Anknüpfungsmö g-
lichkeiten
Bildungseinrichtungen wie Schulen, insbesondere
die Schulsozialarbeit, sonstige städtische Einric h-
tungen, Jobcenter U25 und alle Akteure in den S o-
zialraumgebieten vor Ort sind wichtige Kooperation s-
partner, da sie häufig Hinweise auf die Personen der
bedürftigen Zielgruppe erhalten oder in direktem Ko n-
takt mit den Personen stehen (z. B. Schulen, Kompe-
tenzagenturen) Insbesondere b ei vermuteten oder b e-
56 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück““
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
stehenden psychiatrischen Problemlagen kann das hier
dargestellte Angebot von den Kooperationspartnern
hinzugezogen werden bzw. eine Vermittlung erfolgen.
Mit dem Jobcenter U25 gibt es im Rahmen der einze l-
fallbezogenen Begleitung eine enge Zusammenarbeit,
u. a. wenn es um die Entwicklung einer beruflichen
Perspektive geht. Sollte sich bei der Beratung eines
Jugendlichen/jungen Erwachsenen durch das Jobcen-
ter U25 eine sozialpsychiatrische Problematik abzeic h-
nen, besteht im Rahmen der Kooperation die Möglic h-
keit, eine einzelfallbezogene Begleitung durch die hier
dargestellte Maßnahme einzuleiten.
Streetwork der Jugendhilfe
(siehe auch Maßnahme 1.05)
Im Gegensatz zu dem hier dargestellten Angebot
1.0.16 besteht die Zielgruppe von Streetwork in der
Regel aus Kindern und Jugendlichen, die sich an b e-
kannten Hotspots aufhalten und sich dort mit Gleichg e-
sinnten der Peergroup treffen. Daher sind im überwi e-
genden Fall die Zielgruppe von Streetwork und die
Zielgruppe des hier dargestellten Angebots nicht ide n-
tisch. W enn sich jedoch bei der einzelfallbezogenen
Begleitung eines Jugendlichen/jungen Erwachsenen im
Rahmen von Streetwork eine sozialpsychiatrische
Problematik abzeichnet, besteht im Rahmen der K o-
operation beider Maßnahmen die Möglichkeit, dass die
einzelfallbezogene Begleitung entsprechend an die hier
dargestellte Maßnahme übergeleitet wird.
Gesundheitsamt
Es gibt eine enge fachliche Kooperation des o.g. Ang e-
bots 1.0.16 mit dem Sozialpsychiatrischen Dienst des
Gesundheitsamtes. Das Angebot 1.0.16 ergänzt das
bestehende Regelangebot. Der Sozialpsychiatrische
Dienst ist ein stadtweites Angebot, das Hilfen und Bera-
tung für Erwachsene mit einer psychischen Erkrankung
nach dem ÖGD und Gesetz über Hilfen und Schut z-
maßnahmen bei psychischen Krankheiten (PsychKG).
vorhält (z.B. in Krisensituationen). Es handelt sich dabei
in der Regel nicht um eine intensivierte und längerfrist i-
ge Begleitung, sondern um eine situative Hilfestellung
für ausschließlich erwachsene Menschen. Das hier neu
benötigte Angebot richtet sich hin gegen auch an mi n-
derjährige junge Menschen mit in der Altersphase b e-
nötigten spezifischen Hilfestellungen – sobald der B e-
darf auftritt oder bekannt wird.
In der Praxis zeigt sich, dass eine Kontaktaufnahme zu
diesen jungen Menschen mit der beschriebenen Prob-
lematik überaus schwierig ist. Ihnen ist selbst nicht b e-
wusst, dass ggf. psychische Problemlagen vorliegen.
Daher sehen sie keinen Grund, einen Fachdienst wie
den Sozialpsychiatrischen Dienst oder einen niederg e-
lassenen Facharzt/eine Fachärztin aufzusu chen. Die
Angehörigen nehmen die Situation meist deutlicher
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ 57
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
wahr. Ihnen ist aufgrund ihrer persönlichen Betroffe n-
heit und (in der Regel) fehlender Fachkenntnisse j e-
doch nicht möglich ist, die Jugendlichen bzw. jungen
Erwachsenen zu motivieren, aktiv Hilfe zu suchen.
Meist vergeht sehr viel Zeit, sodass die Betroffenen erst
viel zu spät Zugang zum Hilfesystem finden. In der Zwi-
schenzeit ist u. U. keine gezielte Perspektivplanung e r-
folgt oder die Ausbildung bzw. die Schule wurde abg e-
brochen, da keine helfende n Maßnahmen begonnen
worden sind. Eine Erfahrung, die sehr frustrierend für
die jungen Menschen ist und im Zuge einer umfasse n-
den Hilfeplanung vermieden werden könnte. Die hier
beschriebene Maßnahme 1.016 ist eine aufsuchende,
speziell auf junge Menschen u nd schulische/berufliche
Orientierung ausgerichtete Hilfe mit einem besonders
niedrigschwelligen Ansatz. Sie ist daher geeignet, einen
Kontaktaufbau schrittweise einzuleiten. Darüber hinaus
kann durch die Spezialisierung und den intensiven Kon-
takt zu Schnittstellen, beispielsweise mit dem Jobcenter
U25, eine wirksame und zielgerichtete Hilfe angeboten
werden. Aufgrund der Vernetzung des hier beschrieb e-
nen Angebots im Sozialraum und entsprechenden Insti-
tutionen wie z. B. den Schulen, ist es u. a. möglich, di e
betroffenen jungen Menschen überhaupt zu erreichen.
Dadurch kann frühzeitig präventiv eingeschritten und
die Chronifizierung einer evtl. bestehenden Erkrankung
oder die Erlangung einer Erkrankung vermieden we r-
den.
Projektbeschreibung
Intensiv abholende und stark akzeptierendes Hilfsangebot,
sprichwörtlich abholende Begleitung beispielsweise beim
Verlassen der Wohnung oder bei der Kontaktherstellung
mit anderen Menschen, die eine sehr akzeptierende und
langsam aufbauende Hilfe notwendig macht und auf einer
vertrauensvollen Beziehung beruht.
Stärkung der Alltagskompetenzen und somit langfristig
Anbindung an die Regelangebote. Dabei ist es von größter
Wichtigkeit, dass dieser Prozess kontinuierlich verläuft und
sich an den individuellen Bedürfnissen jedes Einzelnen
orientiert.
Beispielhafte Aufgabendarstellung
Herstellung einer vertrauensvollen Kontakts im Rahmen
aufsuchender Tätigkeit
Entwicklung einer individuellen realistischen Perspektive,
insbesondere im Bereich Tagesstrukturierung, Beschäfti-
gung, Ausbildung
Gestaltung des Übergangs zwischen Schule und Beruf:
Hilfe im Kontakt zum Jobcenter U 25 und anderen Insti-
tutionen
Anbindung an die Angebote des gesundheitlichen R e-
58 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück““
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
gelsystems
Diese Maßnahme hat einen modellhaften Ansatz, der erstmalig
in Köln erprobt wird.
Es kann dabei auf Erfahrungen bereits durchgeführter Projekte
in anderen Städten, z.B. „Achtung -Fertig-Los!“ in Velbert, mit
ähnlichen Zielsetzungen zurückgegriffen werden.
Der Sozialpsychiatrische Dienst des Gesundheitsamt es, als
kommunaler Leistungsträger der Daseinsvorsorge, erfüllt, wie
oben beschrieben, konkrete Aufgaben gemäß ÖGD und
PsychKG (Gesetz über Hilfen und Schutzmaßnahmen bei ps y-
chischen Krankheiten). Zu den Tätigkeiten des Dienstes gehört
eine meist situative Hilfestellung und Krisenintervention. Ebenso
wird entsprechend der gesetzlichen Vorgaben keine auf Dauer
angelegte intensive Begleitung und Beratung von Menschen mit
psychischen Problemen über einen längeren Zeitraum geleistet.
Der Dienst kann auch nur vo n erwachsenen Betroffenen ab 18
Jahren in Anspruch genommen werden und ist nicht altersspezi-
fisch auf ein junges (minderjähriges) Klientel ausgerichtet. Erfah-
rungsgemäß treten Schwierigkeiten und die Notwendigkeit einer
beruflichen oder schulischen Planung bereits vor dem Erreichen
einer Volljährigkeit auf. Zu erwarten ist vielmehr, dass der Soz i-
alpsychiatrische Dienst als Kooperationspartner, junge Me n-
schen an die Projektmitarbeiter/innen vermitteln wird.
Ergänzend zu den genannten Aufgaben können die ko nkreten
Aktivitäten der zugehenden Hilfe beispielhaft sein:
Motivation zur Entwicklung einer realistischen Zukunft s-
planung und Hilfe bei der Umsetzung (individuelle Hilf e-
planung)
Begleitung bei notwenigen Behördengängen (Jobcenter,
Jugendamt etc.)
Motivation und Begleitung zu ggf. einer psychiatrischen
Behandlung und/oder Psychotherapie
Hilfe bei der Kontaktaufnahme zu anderen Hilfeträgern
(Bildungseinrichtungen, Arbeitsprojekten, Betreutes Wo h-
nen etc.)
Unterstützung bei der Aufnahme und Pflege sozialer
Kontakte
Hilfe bei der Gestaltung freier Zeit und Vermittlung zu sp e-
ziellen Freizeitangeboten zur Tagesstrukturierung
Beratung und Unterstützung der Angehörigen des B e-
troffenen/der Betroffenen
Zu den über den Einzelfall hinausgehenden Aufgaben gehören
u. a.:
Kontaktaufbau und -erhalt zu regionalen Kooperation s-
partnern
Klienten-Akquise im Sozialraum
Fachlicher Austausch und Teilnahme an arbeitsfeldbez o-
genen Gremien (Einrichtungsebene)
Es ist davon auszugehen, dass durchschnittlich bis zu 5 Prozent
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ 59
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
der W ochenarbeitszeit für übergreifende Tätigkeiten verwendet
wird.
Die Hilfe kann ohne formales Verfahren beginnen, sobald der
Betroffene/die Betroffene Interesse zur Mitarbeit bekundet. Sie
endet, wenn eine erfolgreiche Anbindung an eine weiterführende
Hilfe erfolgt, die eine konkrete und nachhaltige Perspektive e r-
öffnet bzw. wenn der Betroffene/die Betroffene keine Unterstü t-
zung mehr benötigt oder wünscht.
Die Intensität der Begleitung entspricht dem jeweiligen Hilfeb e-
darf und wird voraussichtlich mehrere p ersönliche Kontakte pro
Woche umfassen. Sie erfordert ergänzend von den Fachkräften
eine Vor- und Nachbereitungszeit, um Telefonate zu führen und
Schriftverkehr bearbeiten zu können. Geschätzt handelt es sich
dabei um ca. 3,5 bis 4 Stunden pro Woche und Kl ient bzw. Kli-
entin und kann sich über einen Zeitraum von durchschnittlich 6
bis 9 Monaten erstrecken.
Zielgruppe Junge Menschen mit psychischen Problemen bis 27 Jahre
Ziele Operative Ziele
Neu geschaffenen, bedarfsgerechte Angebotsstru k-
turen
Vernetze Beratungs- und Angebotsstrukturen im Bereich
Bildung, Gesundheit und Arbeitsvermittlungen mit be-
darfsgerechten Zugängen und Angebotsformen
Projektziele
Die jungen Menschen finden durch die neue bedarfsge-
rechte aufsuchende Angebotsstruktur, die die psychische
Problematik berücksichtigt, den Zugang zu den Angeb o-
ten gesundheitlicher Versorgung und sonstiger Regela n-
gebote.
Unter Berücksichtigung der psychischen Problematik
werden individuelle Ziele mit der Perspektive berufl icher
und/oder sozialer Teilhabe vereinbart und umgesetzt.
Durch Vernetzung des Angebots mit anderen Angeboten
wie zum Beispiel Vedelscenter (3.0.7), U25, Jobcenter,
Schulsozialarbeit (s.o.) wird der Übergang für die B e-
troffenen ins Regelsystem erleichter t.
Im Projektzeitraum sollen mindestens 40 junge Menschen mit
psychischen Problemlagen begleitet und je in mindestens ein
Angebot vermittelt werden, das einen weiteren Schritt in Hinblick
auf die berufliche Perspektive bzw. deren Einmündung bedeutet.
Dieses Angebot kann je nach individueller Problemlage im g e-
sundheitlichen, schulischen, ausbildungs -, qualifizierungs -
60 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück““
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
und/oder berufsbezogenen Bereich liegen. Bei der Angabe von
40 Projektteilnehmenden handelt es sich nicht um eine festg e-
legte Platzzahl, son dern um eine Mindestzahl von jungen Me n-
schen, bei denen die intensive Betreuung zu einer konkreten
Vermittlung bzw. Anbindung an eine weiterführende Hilfe des
Regelsystems auch tatsächlich führen soll. Es ist davon ausz u-
gehen, dass ein höherer Anteil an ju ngen Menschen erreicht
wird, jedoch nicht sofort bei jedem eine Vermittlung ins Rege l-
system gelingt. Über die Möglichkeit, den Kontakt zu halten,
bestünde auch bei diesen jungen Menschen langfristig eine
Chance, durch eine intensivere Betreuung in eine ver bindliche
Vermittlung einzumünden.
Grundsätzlich ist die Dauer des Betreuungszeitraums nicht b e-
grenzt und wird sich an den jeweiligen Lebensumständen orie n-
tieren, insbesondere wenn man bedenkt, dass aufgrund der ei n-
zelnen Problemkonstellationen unterschi edliche Themen im
Hinblick auf eine Verselbständigung bearbeitet werden müssen.
Vorgesehen ist jedoch, dass – sobald möglich – eine Überle i-
tung in andere Hilfeformen erfolgen soll. Die Betreuungszeit
kann jedoch einen Zeitraum von ca. 6 bis 9 Monaten erfor dern.
Dennoch ist davon auszugehen, dass nicht bei jeder/jedem B e-
troffenen eine Überleitung in eine Hilfe mit konkreter Perspektive
innerhalb des angegebenen Zeitraums möglich ist.
Die drei Projektträger sind sehr erfahren und haben im Zuge
ihrer bestehenden Angebote und Kooperationen bereits konkr e-
te Vorstellungen, welche Personen im Sozialraum die Hilfe b e-
nötigen würden. Darüber hinaus sollen jedoch auch in der Z u-
sammenarbeit mit der Sozialraumkoordination, den im Sozia l-
raum tätigen Hilfeanbieter, Schule n und anderen Institutionen
neue Kooperationspartner gewonnen werden, die direkt an das
Projekt der zugehenden Hilfe vermitteln können. Die Bekann t-
machung des Angebots wird erfahrungsgemäß in den ersten
drei Monaten erfolgen, gleichzeitig ist es möglich, mit der Beglei-
tung der bereits bekannten Personen zeitnah zu beginnen. Da
die zugehende Hilfe sehr individuell mit einem hohen Zeitau f-
wand begleitet und der Aufbau einer vertrauensvollen Bezi e-
hung an den Anfang setzt wird, ist mit einer hohen Haltewirkung
zurechnen. Dieser Ansatz wird einer unnötigen Fluktuation i n-
nerhalb des Projektes entgegenwirken.
Im Verlauf der Projektarbeit werden in den Sozialräumen Stru k-
turen der Kooperationen aufgebaut und eine Zusammenarbeit in
Netzwerken geschaffen, die über den Projektzeitraum hinaus
wirken und bestehen bleiben. Darüber hinaus werden die Er-
kenntnisse und Ergebnisse des Projektes in die weitere Psych i-
atrieplanung der Stadt Köln einfließen.
Indikatoren Anzahl erreichter und beratener Personen
Anzahl von Vermittlungen in Hilfen oder Maßnahmen
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ 61
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Kosten Personalkosten
Für 11 Sozialräume:
Förderfähige Kosten zur We i-
terleitung an den Träger
pro Jahr für 2 Jahre
Projektmitarbeit, 2 Stellen,
Pauschale je 76.440 €
152.880 € 305.760 €
Für den Sozialraum „Ostheim
und Neubrück “ sind 5 Prozent
eingeplant
7.644 € 15.288 €
Nicht förderfähige Kosten
Für 11 Sozialräume:
Freistellung von Personal,
1/10 Stelle für 11 Sozialräume
7.040 € 14.080 €
Davon 5 Prozent im Sozia l-
raum
352 € 704 €
Sachkosten 700 € 1.400 €
Davon 5 % im Sozialraum 35 € 70 €
Gesamtkosten „Ostheim und
Neubrück“
8.031 € 16.062 €
Kofinanzierung
Für 11 Sozialräume:
Teilnehmende nach SGB II
(12)
43.200 € 86.400 €
Davon:
2017: 5.783,00 €
2018: 7.664,00 €
2019: 1.911,00 €
Gesamt: 15.358 €
Projektlaufzeit/
Zeitraum
2 Jahre: 01.04.2017 bis 31.03.2019
Projektverantwortlicher Stadt Köln, Gesundheitsamt
Förderung ESF
Bemerkung Ergänzende Hinweise/Besonderheiten:
Angabe des Fachamts:
Der Zugang zur Zielgruppe erfolgt über das Thema Gesundheit,
nicht über das Thema Pädagogik. Die Zielgruppe befindet sich
jedoch im Übergang zum Erwachsensein, daher fließen je nach
62 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück““
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Entwicklungstand auch pädagogische Elemente in die Begle i-
tung ein.
Die Besonderheit des Angebots besteht darin, dass hier Me n-
schen erreicht werden, die neben möglichen psychosozialen
Defiziten eine psychische Problematik aufweisen. Diese Me n-
schen benötigen ein sozialpsychiatrisch ausgerichtetes Ang e-
bot, da rein pädagogische Ansätze nicht mehr greifen.
Anmerkungen 152-1 Nachrichtlich, die Maßnahme hat bereits für alle Sozialräume
am 01.04.2017 begonnen.
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ 63
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Laufende Nummer
1.0.17
Handlungsfeld: Früh ansetzende Hilfen
Maßnahme Stadtteileltern im Sozialraum „Ostheim und Neubrück“
Inhalt Ausgangslage
Anhand der sozio -ökonomischen Eckwerte im Sozialraum „Ostheim
und Neubrück“ wird – wie auch in den weiteren zehn Kölner Sozia l-
räumen – deutlich, dass der Bedarf an Beratungsangeboten über dem
städtischen Durchschnitt liegt. Die Erfahrung zeigt zudem, dass insbe-
sondere für den niederschwelligen Zugang entsprechende Angebote
in Form von einer Orientierungsberatung und Lotsenfunktion in Ve r-
bindung mit aufsuchender Beratung und Begleitung erforderlich sind,
damit bildungsbenachteiligte Menschen in prekären Lebenslagen e r-
reicht werden.
Mit dieser Maßnahme wird ein quartiersbezogener und niederschwe l-
liger Beratungsansatz im Veedel geschaffen. Das Angebot bildet eine
„Türöffner Funktion“ in Richtung Regelangebot.
Projektbeschreibung
Mit dem Projekt „Stadtteileltern“ sollen niedrigschwellige Zugänge in
die Zielgruppen gewährleistet werden. Hierfür werden die bestehe n-
den „Stadtteilmütter-Projekte“ zu einem Stadtteileltern -Projekt weiter-
entwickelt. Auf Grundlage der Erfahrungen aus dem Strukturförder-
programm MÜLHEIM 2020 wird sich an den beiden folgenden Prinz i-
pien orientiert:
Keine Beschränkung der Stadtteileltern auf Migrationshinte r-
grund
Verstärkte Einbeziehung von Männern als Stadtteilväter
Innovativ an dem Vorhaben ist insbesondere die Weiterentwicklung
der bisherigen Stadtteilmütter -Projekte in ein dreistufiges Qualifizi e-
rungsmodell mit besonderem Fokus auf Nachhaltigkeit durch Arbeit s-
marktintegration:
Qualifizierung zur Stadtteilmutter / zum Stadtteilvater
Die Qualifizierung der Stadtteileltern erfolgt durch die VHS Köln
und hat einen zeitlichen Umfang von 6 Monaten und circa 20
Unterrichtseinheiten / Woche. Vermittelt werden Kenntnisse in
den Bereichen Bildung, Gesundheit und Soziales sowie Basi s-
wissen in der Beratung. Die Stadtt eileltern unterstützen Fam i-
lien in Fragen zu diesen Themen und fungieren als Lotsen zu
Fachberatungsstellen und dem Regelsystem.
Praxiseinsatz als Stadtteileltern (12 bis 18 Monate)
Stadtteileltern informieren in vielen Sprachen über Fördermö g-
lichkeiten ih rer Kinder in der Schule, nennen Ansprechpers o-
nen für eine familiäre Unterstützung und beraten bei gesun d-
heitlichen Themen oder beim Übergang Schule und Beruf. Sie
leisten in ihrem Veedel praktische Integrationsarbeit
64 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück““
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Berufsbezogene Anschlussqualifizierung in den ersten A r-
beitsmarkt (6 bis 12 Monate), zum Beispiel
o Betreuung und Versorgung von pflegebedürftigen Me n-
schen
o Haushaltsnahe Dienstleistungen
o Alltagsassistenz – zum Beispiel in Wohngruppen für
Demenzkranke
o Pädagogische Hilfskraft, zum Beispiel für den Einsatz in
einer Offenen Ganztagsschule
o Verwaltungsassistenz im Gesundheitswesen/ Patie n-
tenlotsin
Es erfolgt eine dezentrale Koordination der Stadtteileltern durch k o-
operierende Träger an insgesamt acht Standorten, wobei einige Soz i-
alräume für das Stadtt eileltern-Projekt zusammengefasst werden. An
diesen Standorten wird eine Kombination aus „Komm“ -Strukturen und
aufsuchender Arbeit realisiert.
Durch die enge Kooperation zwischen den Beratenden und den Stad t-
teileltern werden Beratungs - und Begleitungsangebote wirksam mite i-
nander verbunden.
Die Lernende Region – Netzwerk Köln e.V. begleitet in Kooperation
mit der Universität zu Köln / Humanwissenschaftliche Fakultät das
Projekt „Stadtteileltern“ wissenschaftlich unter der Fragestellung, we l-
che Auswirkungen der Einsatz von Stadtteileltern auf Wissensbestä n-
de und Verhaltensmuster der begleitenden Familien hat.
Abgrenzung und Verbindung des Projektes zu den bestehenden
Strukturen
Das Projekt etabliert eine Verweis - und Lotsenstruktur, durch die der
Regelbetrieb der Kölner Beratungslandschaft gestärkt wird und Me n-
schen, die bisher Beratungsangebote in den Bereichen Bildung, S o-
ziales und Gesundheit nicht oder nur in unzureichendem Maße in A n-
spruch genommen haben, an diese Strukturen herangeführt werden.
Das Projekt schließt insbesondere mit seinen aufsuchenden und d e-
zentralen Beratungsformaten Lücken in der gesamtstädtischen Rege l-
angebotsstruktur und wirkt gleichzeitig auf der infrastrukturellen Ebene
durch die Einbindung der beratenden Einrichtungen ni edrigschwellige
quartiersbezogener Beratungsnetzwerke, die auf Dauer angelegt sind.
Die enge Kooperation mit Familienbildung sowie den Arbeitsmarkta k-
teuren, den Kompetenzagenturen und Bildungsträgern im Sozialraum
ist wesentlicher Projektbestandteil.
Dies gilt auch für die Kooperation mit bestehenden Beratungsnetzwer-
ken wie zum Beispiel Netzwerk früher Hilfen, Netzwerk Erziehung in
Schule (NEIS), Arbeitskreis Vernetzte Beratung, Netzwerke der We i-
terbildung, etc.
Zielgruppe Bildungsbenachteiligte
Erwachsene
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ 65
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Familien
Kinder und Jugendliche
Ziele Operative Ziele
Vernetze Beratungs- und Angebotsstrukturen im Bereich Bil-
dung mit bedarfsgerechten Zugängen und Angebotsformen
Verbessertes Übergangsmanagement – Frühe Bildung, Schu-
le, Beruf, Arbeitsmarkt
Neu geschaffene, bedarfsgerechte Angebotsstrukturen und /
oder Arbeitsplätze
Projektziele
Verbesserung der Bildungs- und Entwicklungschancen von
Kindern in den durch Stadtteileltern unterstützten Familien
Verbesserung der Grundbildungs- und Erziehungskompeten-
zen von Eltern in den durch Stadtteileltern unterstützten Fami-
lien
Verbesserung der Arbeitsmarktchancen der Stadtteileltern; In-
tegration der Projektteilnehmenden in den 1. Arbeitsmarkt
Das Projekt wirkt nachhaltig im Quartier durch die Schaffung nie d-
rigschwelliger quartiersbezogener Unterstützungsstrukturen, die auf
Dauer angelegt sind.
Damit entspricht das Projekt der in Prioritätsachse 4: Nachhaltige
Stadt- und Quartiersentwicklung / Prävention unter Investitionspriorität
9 (b) formulierten Zielsetzung „Verbesserung der Integration benac h-
teiligter gesellschaftlicher Gruppen in Arbeit, Bildung und in die G e-
meinschaft“ (Ziel 11) in vollem Umfang und leistet einen wesentlichen
Beitrag zur Erreichung dieser Zielsetzung.
Indikatoren Anzahl der erfolgten Beratungen
Anzahl der erreichten Ratsuchenden nach Geschlecht, Alter,
Migrationshintergrund, Status, Beratungsanlass
Anzahl der erfolgten Vermittlungen an dritte Stellen
Anzahl der durchgeführten Informationsveranstaltungen
Anzahl der durchgeführten Weiterbildungen
Anzahl der durch Stadtteileltern erreichten Familien
Veränderung von Wissensbeständen und Verhaltensweisen
bei den unterstützten Familien (Erziehungskompetenz, Orie n-
tierungswissen, Integration)
Anzahl der in den ersten Arbeitsmarkt vermittelten Stadtteilel-
tern
66 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück““
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Kosten
Kosten für 10 Sozialräume Kosten für den Sozialraum
„Ostheim und Neubrück“
pro Jahr 3 Jahre
Stellen-
anteile
für den
Sozialraum
anteilige
Kosten
Personalkosten
8 x 0,25 Stellen = 2 Stellen
Projektmitarbeit 152.880€ 458.640 € 0,2 45.864 €
Sachkosten
Bürgerschaftliches
Engagement 144.000 € 14.400 €
Qualifizierung
Stadtteileltern 12.000€ 1.200 €
Zusätzliche Stiftungsgelder
Qualifizierung
Stadtteileltern 96.000 € 9.600 €
Evaluation 12.000€ 36.000 € 3.600 €
Öffentlichkeitsarbeit 8266,67€ 24.800 € 2.480 €
Lernmedien 8.200 € 820 €
Gesamtkosten
Stadtteileltern: 779.640 € 77.964 €
Davon Haushaltsjahr 2018: 337.346,67 € 33.734,67 €
Davon Haushaltsjahr 2019: 269.146,67 € 26.914,67 €
Davon Haushaltsjahr 2020: 173.146,66 € 17.314,66 €
Projektlaufzeit / Zeitraum Projektlaufzeit: 36 Monate / 3 Jahre
01.01.2018 bis 31.12.2020
Eine Weiterentwicklung dieser Maßnahme ist denkbar. Die konkrete
Fortführung ist im Rahmen einer modularen Betrachtung abhängig vom
Evaluationsergebnis der vorgesehenen Maßnahme.
Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Weiterbildung in Kooperation mit Amt für Kinder,
Jugend und Familie
Förderung ESF
Vorrangige Fördermöglichkeiten wurden geprüft und sind nicht erken n-
bar.
Bemerkung 165.000 € Drittmittel für das Projekt Stadtteileltern werden durch eine
Stiftung bereitgestellt. Weitere Mittel wurden durch das Amt für Stad t-
entwicklung und Statistik eingebracht. Schriftliche Finanzierungszus a-
gen liegen vor.
67 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Laufende Nummer
1.10.1
Handlungsfeld: Früh ansetzende Hilfen
Maßnahme „Jung und alt - da wo es knallt“ intergeneratives und inte r-
kulturelles mobiles Angebot auf dem Straßburger Platz in
Köln-Neubrück
Inhalt Ausgangslage
In Neubrück leben annähernd 3.000 Kinder und Jugendliche im
Alter von 0 bis 27 Jahren. Der Anteil der unter 21 -Jährigen mit
Migrationshintergrund ist in den letzten fünf Jahren von 73,5
Prozent auf 79 Prozent angestiegen. Die Anzahl der Haushalte
mit Kindern liegt bei ca. 26 Prozent (Stadtdurchschnitt 18,6
Prozent. Die Jugendarbeitslosigkeit bewegt sich seit Jahren um
eine Quote von rund 9 bis 10 Prozent (Stadtdurchschnitt 5 Pr o-
zent).
Größere inhomogene und in der Zusammensetzung sich verä n-
dernde Gruppen nut zen bewusst den öffentlichen Raum als
Treffpunkt. Dieses wird für viele Bewohnerinnen und Bewohner
zu Ärgernis, wenn allgemeine Regeln des Zusammenlebens in
der hoch verdichteten Wohnbebauung von Neubrück nicht b e-
achtet werden (zum Beispiel Ruhestörungen, Vermüllung, Res-
pektlosigkeit)
Projektbeschreibung
Im Gegensatz zu den klassischen Institutionen sind die Angeb o-
te durch Busse mobil und flexibel. Das ermöglicht es auf den
Marktplatz zu fahren und dort direkt vor Ort mit den Akteuren in
Kontakt zu treten. Die pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mi t-
arbeiter befahren mit einem Kleinbus mehrfach wöchentlich zu
unterschiedlichen Zeiten den Platz, ausgekleidet mit einem Te p-
pich und ausgestattet mit bequemen Sitzgelegenheiten, einem
Tisch in der Mitte, einem inter netfähigen Laptop und einer
Sammlung verschiedener Spiele wird dies in einem aufblasb a-
ren Zelt platziert.
Das Projekt soll den verschiedenen Bedarfslagen der Kinder
und Jugendlichen, aber auch denen der Bewohnerinnen und
Bewohner gerecht werden, daher soll en unterschiedliche Ang e-
bote durchführt werden.
Zur Standardausstattung gehören Spielgeräte, wie Bälle, Tore,
Frisbees, Diabolos und Malutensilien sowie eine transportable
Leinwand, ein Beamer und die aktuelle Playstation, auf welcher
die Jugendlichen gew altfreie und teambildende Spiele spielen
können. So kann ein niederschwelliger, kinder - und jugendb e-
zogener Zugang hergestellt werden. Die vorgefundenen Örtlic h-
keiten werden spontan und kreativ in erlebnisorientierte Zonen
verwandelt. Die konkreten Maßnahm en werden in fünf Projek t-
bausteine eingeteilt:
Baustein Medien
Baustein Spiel und Basteln, Sport
68 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück““
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Baustein Beratung und Begleitung
Baustein Feste
Baustein Ausflug
Zielgruppe Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 0 und 21 Jahren
Da das Projekt generationsübergreifend geplant ist, werden
auch die übrigen Akteure des Platzes in das Angebot mit einb e-
zogen. .
Ziele Querschnittsziel
Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung
Operative Ziele
Vernetze Beratungs- und Angebotsstrukturen im Bereich
Bildung mit bedarfsgerechten Zugängen und Angebot s-
formen
Verbessertes Übergangsmanagement - Frühe Bildung,
Schule, Beruf, Arbeitsmarkt
Neugeschaffene Angebotsstrukturen und / oder Arbeit s-
plätze
Projektziele
Entsprechend der unterschiedlichen Zielgruppen ist hier zu diffe-
renzieren.
Kinder: Durch ein niederschwelliges offenes Angebot und B e-
ziehungsarbeit ist ein unverbindlicher und schneller Zugang zu
den Kindern und ihren Familien möglich. So können Bedarfe
(zum Beispiel Entwicklungsdefizite, Gesundheitsprobleme, E r-
nährungsverhalten) ermittelt werden, die dann aufgearbeitet
oder an entsprechende Institutionen weitervermittelt werden.
Jugendliche: Orientierung suchende Jugendliche werden durch
das niederschwellige Angebot erreicht und können themenb e-
zogen (zum Beispiel Bildungsprobleme, Arbeitslosigkeit, Ident i-
tätsfindung) beraten und unterstützt werden.
Seniorinnen und Senioren sowie weitere Marktplatznutzeri n-
nen und -nutzer: Durch gemeinsame Aktionen sollen sich J u-
gendliche, Seniorinnen und Senioren sowie weitere Bewo hne-
rinnen und Bewohner kennenlernen, denn nur so kann eine B a-
sis geschaffen werden, die auf Verständnis und Anerkennung
beruht.
Um generationsübergreifend arbeiten zu können, ist es überaus
wichtig, dass die Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen
Interessengruppen zusammengebracht werden. Ziel ist es, ein
regelmäßiger Austausch, bei dem die Sichtweisen und Bedür f-
nisse der Anderen kennengelernt werden. Das am Allgemei n-
wohl orientierte Handeln wird erfahrbar gemacht.
Indikatoren Anzahl der erreichten Kinder
Anzahl der erreichten Jugendlichen und jungen Erwac h-
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ 69
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
senen
Anzahl der Angebote
Anzahl der erreichten Bewohnerinnen und Bewohner
Kosten Personalkosten
1 Stelle Projektmitarbeit 95 Prozent von 77.040 €: 73.188 € pro
Jahr / 146.376 € für 2 Jahre
1 Stelle Projektmitarbeit 25 Prozent von 77.040 €: 19.260 € pro
Jahr / 38.520 € für 2 Jahre
Bürgerschaftliches Engagement: 250 Stunden x 10 € / 2.500 €
Personalkosten gesamt: 187.396 €
Sachkosten
27.664 €
Gesamtkosten: 215.060 €
2018 53.765 €
2019 107.530 €
2020 53.765 €
Projektlaufzeit / Zeit-
raum
24 Monate / 2 Jahre
01.07.2018 bis 30.06.2020
Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Kinder, Jugend und Familien
Förderung ESF
Bemerkung Die Maßnahme hat am 01.07.2018 begonnen.
70 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück““
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Laufende Nummer
2.0.4
Handlungsfeld: Öffentlicher Raum
Maßnahme Spiel- und Bewegungsräume in den Veedeln
Sozialraum „Ostheim und Neubrück“:
Bolzplatz Georgestraße, Neubrück
Herrichtung von Trendsportarten bzw. Spiel- und Bewe-
gungsangeboten für Kinder und Jugendliche in den Sozial-
räumen
Inhalt Ausgangslage
In dem nur 1,1 qkm großen Stadtteil Neubrück leben in zwei
sehr unterschiedlich strukturierten Stadtvierteln insgesamt 8.869
Einwohner*innen (Stand: 31.12.2016) – hiervon 1.800 Kinder
und Jugendliche unter 18 Jahren (d. i. 20,3 %). 80,5 % der Ki n-
der und Jugendlichen wohnen im Stadtviertel Neubrück, wel-
ches durch verdichteten Geschosswohnungsbau und einen h o-
hen Anteil an öffentlich gefördertem Wohnungsbau geprägt ist.
71,6 % der jungen Menschen weisen einen Migrationshinte r-
grund auf; 25,8 % der Einwohnerschaft sind Leistungsberechti g-
te gemäß Grundsich erungsstatistik nach SGB II der Bund e-
sagentur für Arbeit (Stadtdurchschnitt 11 %).
Aus der im Stadtteil vorhandenen Bevölkerungsstruktur sowie
den gegebenen familiären und sozialen Lebensbedingungen der
Kinder und Jugendlichen ergibt sich ein hoher Handlungsbedarf.
Der öffentliche Bolzplatz Georgestraße ist der einzige im Stad t-
teil. Da er derzeit nur über einen geringen Spielwert verfügt,
bedarf er dringend einer an den Bedürfnissen der im Viertel l e-
benden Kinder und Jugendlichen orientierten Neuplanung.
Um den jungen Menschen in Neubrück im Wohnumfeld alters -
und bedarfsgerechte Spiel -, Kommunikations- und Bewegungs-
räume und damit adäquate Entwicklungsmöglichkeiten anbieten
zu können, ist die bedarfsgerechte Neugestaltung und qualitat i-
ve Aufwertung der v orhandenen Spielfläche dringend erforde r-
lich.
Kinder und Jugendliche verbringen einen nicht unerheblichen
Teil ihrer Freizeit im öffentlichen Raum. Sie bewegen sich dabei
aufgrund fehlender Möglichkeiten nicht nur auf den offiziell au s-
gewiesenen Flächen. A ufgrund des gegebenen Bedarfs sind
verstärkt niederschwellige kostenfreie Angebote für jeden ohne
Ausgrenzung im öffentlichen Raum bereitzustellen.
Projektbeschreibung
Die geplante Maßnahme umfasst im Wesentlichen die Neug e-
staltung des öffentlichen Bolzpl atzes Georgestraße, welcher
sich am Rande des Stadtteils zwischen der Autobahn A4 und
dem öffentlichen Weg befindet, der die Georgestraße in Ne u-
brück und die zum Stadtteil Ostheim führende Wilhelm -
Griesinger-Straße verbindet und gleichzeitig das Areal des
Bolzplatzes und das Gelände des benachbarten öffentlichen
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ 71
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Spielplatzes trennt.
Die Neugestaltung soll nach dem Grundkonzept einer multifun k-
tionalen Nutzbarkeit erfolgen. Die Ausstattung soll hierbei den
aktuellen Bedarfen vor Ort angepasst werden.
Insgesamt gesehen soll hier ein Areal mit einem vielfältigen
Spiel- und Bewegungsangebot und hoher Aufenthaltsqualität
geschaffen zur Verfügung gestellt werden.
An der Planung der Maßnahme werden die im Sozialraum l e-
benden Kinder und Jugendlichen sowie die in teressierte B e-
wohnerschaft beteiligt. Nur auf diese Weise kann eine bedarf s-
gerechte Gestaltung erreicht werden. Der Aspekt der Barrier e-
freiheit wird im Rahmen der Planung in enger Abstimmung mit
dem Behindertenbeauftragten der Stadt Köln berücksichtigt.
Zielgruppe Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene
Ziele Operative Ziele
Erschlossene und bedarfsgerecht weiterentwickelte Fl ä-
chen für neue Nutzungen
Aufgewertete und vernetzte Begegnungs - und Leben s-
räume
Projektziel
Zeitnahe Bereitstellung öffentlicher Spiel- und Bew e-
72 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück““
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
gungsflächen mit hohem Bewegungs - und Aufenthalt s-
wert für Kinder, Jugendliche, Familien sowie andere in
dem Sozialraum lebende Menschen
Schaffung der Voraussetzungen für eine höhere Lebens-
und Aufenthaltsqualität für die Bewohnerinnen und Be-
wohner des Sozialraumes
Indikatoren Anzahl neu errichteter Spiel- und Bewegungsangebote
Umgestaltete Fläche in m²
Teilnehmende an den Kinder-, Jugend- und Bürgerbetei-
ligungen
Kosten Sachkosten / Baukosten
Sozialraum „Ostheim und Neubrück“: 240.000 €
Davon:
2021: 72.000 €
2022: 120.000 €
2023: 48.000 €
Projektlaufzeit / Zeit-
raum
30 Monate / 2,5 Jahre
01.01.2021 bis 30.06.2023
Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Kinder, Jugend und Familie
Förderung Städtebauförderung
Bemerkung An der Planung der Maßnahme werden Kinder, Jugendliche und
junge Erwachsene sowie die interessierte Bewohnerschaft betei-
ligt.
Nur auf diese Weise kann eine bedarfsgerechte Gestaltung e r-
reicht werden.
Eine Zusammenarbeit und Vernetzung mit den Einrichtungen
der Kinder- und Jugendarbeit vor Ort und der Sozialraumkoord i-
nation ist vorgesehen.
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ 73
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Laufende Nummer
2.10.4
Handlungsfeld: Öffentlicher Raum
Maßnahme Partizipative Neugestaltung „Platz an Stankt Adelheid“
Marktplatz Neubrück – Erhöhung der Aufenthaltsqualität auf
dem zentralen Stadtteilplatz auf Grundlage lokaler Ideen
und Konzepte
Inhalt Ausgangslage
Die Siedlung Neubrück (heute eigener Stadtteil) feierte 2015 ihr
50 jähriges Bestehen als Siedlung. Die zur Erbauungszeit inn o-
vativen städtebaulichen Ideen und Ansätze der 1960er und 70er
Jahre mussten im Laufe der Jahre einer kritischen Reflektion
unterzogen werden. Die stadträumlich isolierte Lage (zum Be i-
spiel bislang nicht umgesetzten Anbindung an die Stadtbahn,
wenig Anbindung an benachbarte Stadtteile) und die siedlung s-
strukturell sowie eigentumsrechtlichen schwierige Sozialrau m-
struktur zeigen sich in den letzten Jahren zunehmend als Pro b-
lemlage.
Der Platz „An Stankt Adelheid“ als zentrales Bindeglied der ei n-
zelnen Siedlungsteile und Zentrum des Sozialraumes kann di e-
sen aktuellen Herausforderungen schon seit längerem nicht
mehr gerecht werden. Die sehr konsequente ursprüngliche Pl a-
nung der Siedlung hat bislang wenige Möglichkeiten gegeben,
auf die neuen sozialräumlichen Her ausforderungen zu reagi e-
ren. Es fehlt an Aufenthalts- und Nutzungsqualitäten. Die aktuell
sehr monotone, großflächige Gestaltung der Platzfläche führt
seit Jahren zu sich stetig verschärfenden Nutzungskonflikten
(wichtiger Aufenthalts- und Kommunikationsraum für Kinder und
Jugendliche im Sozialraum, Ordnungs - und Ruhebedürfnis der
Anwohnerinnen und Anwohner, Seniorenstift, Kirchengemei n-
de). Der Platz bietet aktuell keine Möglichkeiten, die bestehe n-
den Nutzungsanforderungen (Aufenthalt resultierend aus kleinen
Wohnungsgrößen und teilweise. hoher Belegung), kulturellen
Nutzungsdifferenzen und -intensitäten zu erfüllen. Ausgehend
vom vorhandenen bürgerschaftlichen Engagement (Interesse n-
gemeinschaft Marktplatz, studentischer Wettbewerb mit Unte r-
stützung der Bezirksvertretung, Umsetzung erster Maßnahmen)
bietet sich hier die Möglichkeit einer Umsetzungsperspektive für
eine den zukünftigen Anforderungen gerecht werdende Planung.
Projektbeschreibung
Die Maßnahme sieht dabei folgende Schwerpunkte vor:
Umgestaltung un d Ergänzung der großräumigen Plat z-
fläche und angrenzender Verknüpfungsbereiche im Hi n-
blick auf eine höhere Aufenthaltsqualität für die lokale
Bevölkerung durch eine stärkere Gliederung
Schaffung von Aufenthaltsbereichen und Spielmöglic h-
keiten
Erhöhung des Grünanteils insbesondere im Übergang zu
den angrenzenden Freiräumen und Verkehrsflächen
74 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück““
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Betonung des zentralen Stadtraumes im Sozialraum
auch mit dem Ziel eine dauerhafte Perspektive für Ei n-
zelhandels- und Gastronomieangebote im Stadtteilzen t-
rum zu schaffen.
In die Umgestaltung können aktuelle Aspekte der Freiraumg e-
staltung im Hinblick auf stadtklimatische Herausforderungen
(zum Beispiel Klimawandel: Hitze, Starkregen) mit einfließen.
In die Umgestaltung soll die Erneuerung und Vergrößerung e i-
nes vorha ndenen Kinderspielplatzes (auf eine Fläche von 300
qm) einbezogen werden.
Phase 1 (Entwurf)
Erarbeitung der Entwurfsplanung auf Grundlage der von
der Interessengemeinschaft Marktplatz entwickelten
Ideen auf Basis des Ergebnisses des studentischen
Ideenwettbewerbs (Leistungsphasen 1 bis 3 der Hon o-
rarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)) durch
beauftragte Landschaftsarchitekten
Durchführung von 2 Workshops vor Ort (Auftakt, Zw i-
schenpräsentation) in der Planungsphase (Stadtpl a-
nungsamt, Sozialraumkoor dination, Landschaftsarch i-
tekt, Interessengemeinschaft Marktplatz, Öffentlichkeit)
Vorstellung der Planung
Umsetzungskonzept (zum Beispiel Umgang mit W o-
chenmarkt während Bauphase)
Phase 2 (Ausführung)
Erarbeitung Ausführungsplanung, Vergabe, Bauleitung, Ausfüh-
rung (Leistungsphasen 5 bis 9 HOAI)
Zielgruppe Einwohnerinnen und Einwohner des Sozialraumes, insbesond e-
re Gruppen mit beschränktem Aktionsradius (zum Beispiel S e-
niorinnen und Senioren, Kinder und Jugendliche), welche
dadurch einen hohen Sozialraumb ezug haben und für die zen t-
rale Aufenthaltsqualität und Kommunikationsmöglichkeiten im
Sozialraum von besonderer Bedeutung sind.
Ziele Operative Ziele
Aufgewertete und vernetzte Begegnungs - und Leben s-
räume
Erschlossenen und bedarfsgerecht weiterentwickelte
Flächen für neue Nutzungen
Geminderte und gemilderte Umweltbelastungen
Projektziele
Erhöhung der Verweildauer und Aufenthaltsqualität
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ 75
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
höhere Lebensqualität
Verbesserung der Integrations - und Kommunikation s-
möglichkeiten durch Begegnungsräume
Stärkung der lokalen Identität
Verbesserung des Mikroklimas durch Entsiegelung und
Erhöhung des Grünanteils
Belebung des Einzelhandelsangebotes
geringere Verwahrlosungstendenzen
wohnortnahe Freiraumqualitäten
Verbesserung der Nutzungsmöglichkeiten
Indikatoren umgestalteter Platzfläche m²
begrünte und entsiegelte Platzfläche in m²
Aufenthaltsbereiche in m²
Kosten Sach- / Ausbaukosten
2020: 130.428,43 €
2021: 52.760,52 €
2022: 297.392,38 €
2023: 403.592,78 €
2024: 424.832,88 €
2025: 191.037,07 €
Gesamt: 1.500.043,90 €
Projektlaufzeit / Zeit-
raum
5 Jahre und 10 Monate
01.01.2020 bis 31.10.2025
Projektverantwortung Stadt Köln: Stadtplanungsamt in Zusammenarbeit mit dem Amt
für Straßen und Verkehrstechnik und dem Amt für Kinder, J u-
gend und Familie
Förderung Städtebauförderung
76 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück““
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Laufende Nummer
2.10.5
Handlungsfeld: Öffentlicher Raum
Maßnahme 2.10.5 Machbarkeitsstudie als vorbereitende Maßnahme
zum Bau einer Begegnungsstätte für „Ostheim und Ne u-
brück“ sowie
2.10.5a Bau der Begegnungsstätte
Inhalt Ausgangslage
Im Sozialraum „Ostheim und Neubrück “ fehlt eine Begegnung s-
stätte. Vor allem für den sozialen Brennpunkt Gernsheimer
Straße würde von einer nahe gelegenen Begegnungsstätte pr o-
fitieren.
Eine bebaute Begegnungsstätte mit Café, kleinem Veransta l-
tungssaal und Gruppenräumen und soll zu einem lebendigeren
Stadtteil beitragen, wo die Bewohnerinnen und Bewohner
selbstbestimmt und bedarfsgerecht Partizipation und Teilhabe
leben. Für alle Generationen des Stadtteils gilt es Ange bote und
Leistungen im sozial-kulturellen Bereich zu entwickeln.
Der Bürgerverein Ostheim wünscht sich ein Bürgerhaus im Orts-
kern und hätte dazu auch die passende leerstehende Immobilie.
Der Veedel e.V. – Träger der Sozialraumkoordination vor Ort
und Betr eiber eines kleinen Jugendtreffs in der Gernsheimer
Straße (seit vielen Jahren in Wohncontainern als Provisorium) –
favorisiert eine solche Begegnungsstätte in der Nähe der
Gernsheimer Straße aufgrund der dortigen sozialen Probleml a-
gen.
Die Frankfurter Straße als stark befahrene Straße schneidet den
Stadtteil in zwei Bereiche. Auf der einen Seite der Ortskern
Ostheim mit einer GAG -Großsiedlung und vielen Kleineigent ü-
mern und auf der anderen Seite die Hochhaussiedlung Gern s-
heimer Straße. Da die Begegnungsstä tte die Bedarfe von ganz
Ostheim einbeziehen soll, ist die Frage des Standortes von b e-
sonderer Bedeutung.
Die Idee der Bürgerplaza
Die Bürgerplaza ist die Bezeichnung für Begegnungs - und
Kommunikationsmöglichkeiten eines Sozialraumes, eines Stad t-
teiles ode r eines Quartiers. Die Sozialverwaltung strebt in K o-
operation mit anderen Ämtern und Akteuren eine Optimierung
dieser Möglichkeiten in sozial-schwachen Stadtteilen an.
Die Idee geht davon aus, dass die Ermöglichungsstruktur in e i-
nem Quartier der Fokus ist, unter dem ein lebenswerter, ein l e-
bendiger, ein von Gemeinsinn erfüllter, kurz: ein Stadtteil in s o-
zialer Balance entstehen kann. Neben den ökonomischen Fakto-
ren, der Infrastruktur, gutem und bezahlbarem Wohnraum sind
in besonderer Weise Begegnungsmöglich keiten für die Me n-
schen das, was den lebendigen Stadtteil ausmacht. Die Bege g-
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ 77
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
nung ist der Hebel, durch den die Bewohnerschaft selbstb e-
stimmt und bedarfsgerecht Partizipation und Teilhabe leben.
Die Bürgerplaza ermöglicht auf niederschwellige Weise soziale
Kontakte, ist Ort selbstbestimmter Freizeitgestaltung und vermit-
telt bedarfsgerecht Hilfestellungen, pädagogische Angebote,
kulturelle Impulse und eine persönliche Identifikation mit der
Umwelt. Sie übernimmt im Stadtteil die Funktion des Ambosses,
auf dem eine wirksame Präventionskette geschmiedet wird.
Charakter und Zielsetzung einer Bürgerplaza erfordert eine a b-
gestimmte, organisierte, strukturierte und ressortübergreifende
Zusammenarbeit. So können die ber eitgestellten Ressourcen
zweckmäßig und effizient genutzt werden. Dabei spielt die G e-
winnung der Bewohner*innen als engagierte Partner vor Ort e i-
ne herausragende Rolle.
Projektbeschreibung
Die Studie soll für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück “ er-
kunden, welcher Standort für eine Begegnungsstätte der geei g-
netste beziehungsweise welche bereits vorhandenen Objekte
sich für eine Begegnungsstätte optimal eignen. Erwartet wird ein
konkreter Umsetzungsvorschlag (Standort, Baulichkeit, Nu t-
zungs-, Betriebs- und Finanzkonzept) für eine Begegnungsstä t-
te. Die Bewohnerschaft und die Akteure aus dem Sozialraum
sind in den Prozess der Planung und Erstellung der Machba r-
keitsstudie einzubeziehen.
Ziele der Studie sind:
Ermittlung der konkreten Bedarfslage unter Berücksich ti-
gung der vorhandenen Infra- und Angebotsstruktur
Entwicklung eines inhaltlichen Nutzungskonzeptes unter
Beteiligung der Sozialraumakteure und der Bewohne r-
schaft für unterschiedliche Zielgruppen und Nutzung s-
zwecke
Erstellung eines räumlichen Nutzungskonzeptes
Erstellung von Standortvorschlägen unter Berücksicht i-
gung der Erreichbarkeit sowie der zur Verfügung stehe n-
den baulich räumlichen Ressourcen (Neubau / Bestand)
Entwicklung eines Trägerkonzeptes / Betreibermodells
unter Beteiligung von Verwaltung, Sozi alraumakteuren
und Bewohnerschaft
Finanzierungskonzept zum Betreibermodell.
Die Machbarkeitsstudie soll auch Antworten auf folgende Fragen
finden:
Wo liegen die Risiken bei der Durchführung?
Welche hauptamtlichen Ressourcen benötigt die Bege g-
nungsstätte, welche Ressourcen können bürgerschaftlich
organisiert und gewonnen werden?
78 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück““
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Wie hoch sind die zu veranschlagenden Kosten (Pl a-
nung, Konzeptentwicklung, beziehungsweise Miete, B e-
treiberkosten)?
Gibt es bezogen auf eine Begegnungsstätte im Stadtteil
noch andere Alternativen?
Sind die zur Verfügung stehenden Ressourcen in pers o-
neller und finanzieller Sicht langfristig ausreichend
(Nachhaltigkeit)?
Zielgruppe Bewohnerinnen und Bewohner und Akteure aus dem Sozia l-
raum „Ostheim und Neubrück“
Ziele Operative Ziele
Erschlossene und bedarfsgerecht weiterentwickelte Fl ä-
chen für neue Nutzungen
Aufgewertete und vernetzte Begegnungs - und Leben s-
räume
Projektziele
Ein geeigneter Standort für eine Begegnungsstätte ist
gefunden
Das Raumkonzept für die Begegnungsstätte ist ent wi-
ckelt
Ein wirtschaftlich tragbares Betreibermodell ist entwickelt
Indikatoren Vorliegen der umfassenden Machbarkeitsstudie zur weiteren
Beratung in Politik, Verwaltung und Bewohnerschaft.
Anzahl der beteiligten Bewohnerinnen und Bewohner des Soz i-
alraumes
Anteil der beteiligten Akteure
Kosten 2.10.5 Machbarkeitsstudie
2020 60.000 €
2.10.5.a Bau einer Begegnungsstätte
3.000.000 €
davon
2022 1.000.000 €
2023 1.000.000 €
2024 1.000.000 €
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ 79
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Projektlaufzeit / Zeit-
raum
Machbarkeitsstudie
12 Monate / 1 Jahr
01.01.2020 – 31.12.2020
Der Antrag für die Machbarkeitsstudie wird als vorbereitende
Maßnahme zum STEP 2020 eingereicht.
Bau einer Begegnungsstätte
36 Monate / 3 Jahre
01.01.2022 bis 31.12.2024
Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Soziales und Senioren in Kooperation mit
dem Amt für Kinder, Jugend und Familie
Förderung Städtebauförderung
Bemerkungen Von Anfang an sollten alle Akteure und die Bewohnerschaft aus
dem Sozialraum eingebunden werden. Die Maßnahme wird als
vorbereitende Maßnahme durchgeführt. Beantragt im Rahmen
des Förderantrags für den Bau.
80 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück““
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Laufende Nummer
2.10.7
Handlungsfeld: Öffentlicher Raum
Maßnahme Neubau der Jugendeinrichtung „Am Wunschtor“ des Ve e-
del e.V., Gernsheimer Str. Köln-Ostheim
Inhalt Ausgangslage
Die Jugendeinrichtung des Veedel e.V. befindet sich auf städti-
schem Grund in einem Sozialraum, der sich sowohl von seiner
baulich- räumlichen Gestaltung als auch aufgrund der Stadtvie r-
teldaten deutlich von anderen Sozialräumen unterscheidet.
Neben der Bevölkerungsdichte (hochgerechnet 23.200 Einwo h-
ner je km²/ Gesamtstadt 2.700) zeichnet die Straße auch ihre
kulturelle Vielfalt aus.
2017 lag der An teil an Menschen unter 21 Jahren mit Migrat i-
onshintergrund bei 96,5%, der gesamtstädtische Durchschnitt
liegt bei 52,6%.
Ebenfalls außergewöhnlich ist die Altersstruktur im Stadtteil.
31,9% der Bewohner sind Kinder und Jugendliche bis 21 Jahre
(Stadt Köln 19,2 %).
Diese sind von der schlechten wirtschaftlichen Situation beso n-
ders betroffen.
Ca. 70,7% der Kinder unter 15 Jahren lebten 2016 von staatl i-
chen Transferleistungen (Stadt Köln 21,4%).
Aktuelle räumliche Voraussetzungen für die Kinder und J u-
gendarbeit
Der Veedel e.V. nutzt für seine Jugendeinrichtung eine Wo h-
nung (ca. 75 m²) im Hochparterre des Hauses Nummer 12 als
Büro und Gruppenraum.
Darüber hinaus dient ein Container (ca. 65 m²) dem offenen
Angebot und wird ebenso für Gruppenarbeit genutzt.
Der bauliche Zustand dieses Containers, der aus zwei ehemal i-
gen Pausencontainern aus den 1960er Jahren besteht, ist
schlecht.
Neben dem Container stehen für Außenangebote ein Sportfeld
(Bolzplatz) und das Außengelände (ca. 400 m²) zur Verfügung.
Diese Voraussetzungen reichen für adäquate Jugendangebote
nicht aus und werden dem hohen Bedarf vor Ort nicht gerecht.
Die Jugendeinrichtung „Wunschtor“ ist seit vielen Jahren ein
räumliches Provisorium und erfüllt nur unzureichend die Anfo r-
derungen, die für eine bedarfsgerechte Kinder - und Jugenda r-
beit in diesem Umfeld notwendig sind.
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ 81
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Zur Sicherung und Erfüllung des pädagogischen Auftrags ist
eine räumliche Erweiterung zwingend angesagt.
Zielgruppe Sozial benachteiligte Kinder, Jugendliche und junge Erwachs e-
ne im Alter von 10 bis 25 Jahren.
Ziele Fertigstellung eines Neubaus Jugendeinrichtung mit 205qm
umbautem Raum
Indikatoren Fertigstellung eines Neubaus Jugendeinrichtung
Kosten Planungskosten: 190.000 € netto; 226.100 € brutto
Realisierungskosten: 720.000 € netto; 856.800 € brutto
Gesamtkosten: 910.000 € netto; 1.082.900 € brutto
2020 226.100 €
2021 428.400 €
2022 428.400 €
Projektlaufzeit/
Zeitraum
36 Monate/ 3 Jahre
Beginn 2020
Projektverantwortlicher
und Bauherrenschaft
Stadt Köln: Amt für Kinder, Jugend und Familie/ 51
Förderung Städtebauförderung
82 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück““
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Laufende Nummer
3.10.1
Handlungsfeld: Wirtschaft und Qualifizierung
Maßnahme Bedarfs- und Machbarkeitsanalyse zur Ansiedlung eines
integrativen Lebensmittelmarktes im Sozialraum „Ostheim
und Neubrück“
Inhalt Ausgangslage
Derzeit gibt es mit dem bestehenden NETTO Markendiscount
nur einen Lebensmittelmarkt in Neubrück. Im 2013 beschloss e-
nen Einzelhandels - und Zentrenkonzept der Stadt Köln wurde
die Ansiedlung eines Vollsortimenters aufgrund des eing e-
schränkten Angebots als Handlungsempfehlung formuliert. Da
derzeit keine geeigneten Flächen bereitstehen, muss diese noch
entwickelt und ein geeignetes Angebotskonzept gefunden w er-
den. Die Stadt Köln steht bereits im Dialog mit dem Bürgerverein
Neubrück und potentiellen Grundstückseigentümern. Der Bü r-
gerverein ist ein wichtiger Kooperationspartner und die treibende
Kraft vor Ort.
Projektbeschreibung
Die vor Ort empfundenen Versorgungsqualitäten und -defizite an
Waren und Dienstleistungen werden unter Beteiligung der B e-
wohnerschaft ermittelt und pragmatischen Vorschlägen zur Ve r-
besserung der Versorgungssituation mit möglichst integrativem
Charakter erarbeitet. Hierbei sind die einge schränkten Flächen-
potenziale für zusätzliche Ladenlokale sowie die Beteiligung s-
möglichkeit der Bevölkerung für integrative Betriebskonzepte zu
beachten.
Im Rahmen der Maßnahmen sollen folgende Aspekte bearbeitet
werden:
die Analyse der Angebotsstruktur im Sozialraum und
dessen engerem Verflechtungsbereich auf der Grundl a-
ge einer Aktualisierung der Daten des Kommunalen
Einzelhandelskonzeptes inklusive einer differenzierten
Bewertung der Erreichbarkeit
eine nachfrageorientierte Bedarfsanalyse auf der Grund-
lage geeigneter qualitativer oder quantitativer Befr a-
gungsmethoden
das Aufzeigen von Ausstattungsdefiziten und die En t-
wicklung von konkreten und umsetzungsorientierten
Ideen zur Verbesserung der Nahversorgungsangebote
Prüfung von Inklusionskonzepten (zum Bei spiel CAP -
Markt, Nahkauf) zur Integration von Menschen mit B e-
hinderung oder mit auf sonstige Weise erschwerten Z u-
gang zum Arbeitsmarkt (zum Beispiel Langzeitarbeitsl o-
se),
Prüfung alternativer Versorgungskonzepte, gegebene n-
falls bürgerschaftlich getragene Versorgungskonzepte
(zum Beispiel DorV e.V.) sowie Ansätze zur Steigerung
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ 83
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
der Servicequalität (zum Beispiel Bringdienste) und
Nahmobilität sind zu berücksichtigen.
Die Studie dient der Abstimmung zwischen allen Beteiligten und
liefert Ideen, Möglichkeiten, Maßnahmen, Strategien und Bete i-
ligungsmodelle insbesondere in Hinblick auf die unvollständige
Nahversorgungssituation und die Schaffung von zusätzlichen
Arbeitsplätzen im Gebiet.
Zielgruppe alle Bewohnerinnen und Bewohner Neubrücks
potentielle Neubürgerinnen und Neubürger
gegebenenfalls Existenzgründerinnen und Existenzgrü n-
der
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit erschwertem
Zugang zum Arbeitsmarkt (zum Beispiel Menschen mit
Behinderung, Langzeitarbeitslose)
Ziele Operative Ziele
Verbesserte Nahversorgung
Stärker geförderte und entwickelte Wirtschaftsstandorte /
Adressbildung
Projektziel
Erarbeitung von analytisch fundierten und umsetzungsorientie r-
ten Vorschlägen zur Sicherung und bewohnerorientierten E r-
gänzung der Nahversorgung in Neubrück mi t integrativem Ch a-
rakter zur nachhaltigen Verbesserung der Wohn - und Leben s-
qualität.
Das Projekt entspricht der in Prioritätsachse 4: Nachhaltige
Stadt- und Quartiersentwicklung / Prävention unter IP 9 (b) fo r-
mulierten Zielsetzung „Verbesserung der Integr ation benachtei-
ligter gesellschaftlicher Gruppen in Arbeit, Bildung und in die
Gemeinschaft“ (OP EFRE Ziel 11; Maßnahme 2 „Verbesserung
des Öffentlichen Raums/Wohnumfelds“ und Maßnahme 3 „B e-
lebung der örtlichen Wirtschaft“) in vollem Umfang und leistet
einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung dieser Zielsetzung.
Indikatoren Vorlage einer Bedarfs - und Machbarkeitsstudie mit Konzepten t-
wurf für einen integrativen Lebensmittelmarkt mit folgenden
Leistungsbausteinen:
1. Datenerfassung und Bestandsaufnahme
2. Analyse der Angebots- und Nachfragestruktur im Stad t-
teil
3. Nachfrageorientierte Defizitanalyse
4. Vorschlag von geeigneten, umsetzungsorientierten A l-
ternativen zur Schaffung einer Nahversorgung
5. Vorschlag Betreibermodell
84 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück““
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
6. Dokumentation und Präsentation der Ergebnisse
Kosten Gesamtkosten: 50.000,00 €
Projektlaufzeit / Zeit-
raum
6 bis 8 Monate
2019 bis 2020
Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Förderung EFRE
Bemerkung Mit der vorliegenden Studie kann eine gezielte Ansprache p o-
tenzieller Träger, Betreiber und Investoren zur Ansiedlung eines
integrativen Lebensmittelmarktes erfolgen. Bei positivem Votum
der Machbarkeitsstudie zur Ansiedlung eines integrativen L e-
bensmittelmarktes werden weitere Fördermöglichkeiten geprüft
(beispielsweise Finanzierung der Ersteinrichtung ua.).
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ 85
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Laufende Nummer
4.0.4
Handlungsfeld: Umweltgerechtigkeit – Klimaschutz, Luf t-
reinhaltung und Lärmminderung
Maßnahme Aufbau eines Hitzewarn - und Informationssystems. Info r-
mationsmaterial für die Bevölkerung zum Thema Hitzeen t-
wicklung im Zuge des Klimawandels in den elf Sozialrä u-
men
Inhalt Ausgangslage
Die Stadt Köln hat das Projekt „Klimawandelgerechte Metropole
Köln“, zusammen mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und
Verbraucherschutz NRW, dem Deutschen Wetterdienst und
den Stadtentwässerungsbetrieben Köln durchgeführt und die
Ergebnisse in der Studie: „ Fachbericht 50: Klimawandelgerech-
te Metropole Köln - Abschlussbericht“ publiziert. Die Studie hat
deutlich gezeigt, dass es zukünftig in Köln wärmer wird und die
Wetterextreme zunehmen werden. Schon jetzt besteht eine
deutliche Aufheizung (Wärmeinsel) der dicht bebauten Stadtte i-
le gegenüber dem Umland mit Temperaturdifferenzen von bis
zu 10 Grad.
In der Zukunft werden die heißen Tage, mit Temperaturen von
über 30 Grad und die Sommertage, mit Temperaturen von über
25 Grad in Köln deutlich zunehmen. Dabei können Maxima l-
temperaturen von über 40 Grad errei cht werden. Die Zahl der
Sommertage wird bis Mitte des Jahrhunderts für das Stadtg e-
biet Köln im Vergleich zu den derzeitigen klimatischen Verhäl t-
nissen, um 30 bis 70 Prozent zunehmen und die Zahl der he i-
ßen Tage kann sich sogar verdoppeln.
Die zunehmende Aufheizung der Stadtquartiere bei lang anha l-
tenden sommerlichen Hitzeereignissen trifft besonders Klei n-
kinder, kranke und ältere Menschen. Aber auch bei gesunden
Menschen kann Hitze zu Erschöpfung und eingeschränkter
Leistungsfähigkeit führen.
Bei Hitzeper ioden wurden höhere Sterberaten gemessen und
das wärmere Stadtklima führt zu erhöhten gesundheitlichen Be-
lastungen und Risiken. Auch die Empfindlichkeit der Menschen
gegenüber Hitze bestimmt die Höhe dieser Risiken.
Zusätzlich führen Hilfebedürftigkeit un d soziale Vereinsamung
oft dazu, dass Maßnahmen wie zum Beispiel ausreichende
Flüssigkeitsversorgung und Flüssigkeitsaufnahme unterlassen
werden.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) bietet auf seiner Internetse i-
te und als Handy -App eine Hitzewarnung an. Dieser Dienst
kann auch von Altenpflegeeinrichtungen genutzt werden.
Projektbeschreibung
Ziel ist es, durch eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit die Bewo h-
nerschaft in den Sozialräumen zu erreichen, die alters - und si-
tuationsbedingt diese webbasierte Technik nich t nutzen kö n-
86 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück““
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
nen. Diese Zielgruppe soll nicht nur eine Vorwarnung für Hitz e-
ereignisse bekommen, sondern auch eine entsprechende Ve r-
haltensänderung beziehungsweise Vorsorge betreiben.
So sollte zum Beispiel ein alter Mensch dazu angehalten we r-
den an besonders belasteten Hitzetagen sein Trinkverhalten zu
ändern oder die junge Mutter könnte in der Mittagszeit mit ihrem
Kind den Schattenplatz aufsuchen.
Die Kampagne soll neben allgemeinverständlichen Informati o-
nen verschiedene Medien bedienen. Gerade alte Mensc hen,
gegebenenfalls in Einrichtungen, benutzen andere Medien als
junge Mütter von Kleinkindern. Die Information soll über ve r-
schiedene Kommunikationswege verbreitet werden. Hierbei sol-
len auch neue Wege eingeschlagen werden.
Hierzu ergeben sich in den Soz ialräumen mehrere Frageste l-
lungen:
Wie wird die Hitzewarnung des DWD in den Einrichtu n-
gen an die Bewohnerinnen und Bewohner kommuniziert
und wie wirkt sich die Hitzewarnung auf das Verhalten
aus?
Wie werden ältere Bewohnerinnen und Bewohner e r-
reicht, die nicht in einer Einrichtung leben?
Welche Möglichkeiten gibt es, das Thema Stadtklima /
Hitzeentwicklung zu kommunizieren?
Was sind geeignete Kommunikationsmedien?
Welche Verhaltensänderungen stellen sich ein?
Mit Hilfe von Multiplikatoren soll das Thema an die Zielgruppe
kommuniziert werden. Hier werden gezielt nicht nur Träger im
Bereich Altenpflege angesprochen, sondern diverse andere, um
das Wissen auf breiter Basis zu kommunizieren.
Mögliche Multiplikatoren sind:
Diverse soziale und kirchliche Träger
Pflegedienste
Grundschulen
Sozialraumkoordination
Anlaufstellen
Gemeinden, Soziale Netzwerke, Mittler
Geplant ist das Themenfeld „Informationsfluss der Hitze -
Warnung in der Einrichtung“, beziehungsweise „Erreichbarkeit
von alleinlebenden älteren Menschen“ durch die Universität
Bonn (Professor Kistemann, Institut für Hygiene & Public
Health) im Rahmen von gesundheitsgeographischen Mastera r-
beiten untersuchen zu lassen.
Mögliche Maßnahmen sind:
Medien: Die Information kann über einen einfachen Flyer
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ 87
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
erfolgen, aber auch durch Medien wie Handy -Apps oder
das Internetz.
Ausgabe von Trinkflaschen
Gedrucktes Informationsmaterial
Internet / App
Veranstaltungen: Geplant ist an zentralen Orten in den
Sozialräumen Thementage und Informationskampagnen
nach dem Motto „bl eib cool“ durchzuführen. Diese sollen
an heißen Sommertagen den Aspekt Gesundheitsvo r-
sorge spielerisch erlebbar machen. Eine Trinktheke des
Versorgungsunternehmens RheinEnergie gibt Trinkwa s-
ser aus, um die Bevölkerung für das Thema zu sensibil i-
sieren. Kinder (und Erwachsene) können mit Feuerweh r-
schläuchen und Wasserspielen Abkühlung finden. Durch
gezielte Ausgabe von Trinkflaschen an ältere Leute we r-
den diese erreicht.
Das Thema Klimawandel und die damit verbundene Hitzeen t-
wicklung kann in Zusammenarbeit m it dem Gesundheitsamt in
die Grundschulen transportiert werden.
Alte Menschen in Einrichtungen könnten auch über eine „Hitz e-
ampel“ entsprechend informiert werden.
Zielgruppe Alle Bewohnerinnen und Bewohner der Quartiere
Ziele Operatives Ziel
Verbesserte Umweltbildung und –beratung sowie u m-
weltbewusstere Lebensweise
Projektziele
Veränderte Einstellung zum Thema Umweltbelastung
und Hitze
Sensibilisierung für das Thema Hitzewelle
Indikatoren Anzahl der Website-Besuche (Klicks)
Anzahl der durchgeführten Beratungsgespräche
Kosten Kostenreduzierung gegenüber Ratsbeschluss vom 20.12.2016
Gesamtkosten für 11 Sozialräume: 300.000,00 €
Gesamtkosten pro Sozialraum: 27.273 €
Projektlaufzeit / Zei t-
raum
36 Monate / 3 Jahre
Beginn 2019
Projektverantwortlicher Stadt Köln: Umwelt - und Verbraucherschutzamt in Zusamme n-
arbeit mit dem Gesundheitsamt der Stadt Köln, der RheinEne r-
gie und der Universität Bonn, Institut für Hygiene und Öffentl i-
che Gesundheit
88 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück““
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Förderung BUMB-Programm (Klima), BMBF
Laufende Nummer 5.0.2 Handlungsfeld: Wohnen
Maßnahme
„Zuhause im Veedel – Aktivierung und Beteiligung im Soz i-
alraum „Ostheim und Neubrück“, Quartier Gernsheimerstr a-
ße
Inhalt Ausgangslage
Wohnen bedeutet zu Hause sein, sich wohl fühlen, aktiv am L e-
ben im Stadtviertel beteiligt sein. Die Wohnung, das direkte
Wohnumfeld und die unmittelbare Nachbarschaft sind für die
Bewohnerinnen und Bewohner wichtig und bei der Integration
unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen zentrale Ansatzpunkte.
Dies trifft beso nders für sozial belastete Quartiere zu, in denen
meist viele Menschen von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen sind.
Im Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ wurde das Quartier
Gernsheimerstraße identifiziert, dessen Bewohnerschaft durch
einen hohen Anteil an sozial benachteiligten Bevölkerungsgru p-
pen gekennzeichnet ist. Dies geht einher mit einem weitgehend
unattraktiven Wohnungsbestand und Wohnumfeld. Durch die
Überlagerung von sozialer Benachteiligung der Bewohnerschaft
und einer unterdurchschnittlichen Qual ität der Wohn - und L e-
bensbedingungen werden hier besondere Handlungsbedarfe
deutlich.
Folgende Merkmale sind in dem Quartier besonders hervorzuh e-
ben:
räumliche Konzentration von Armut / Abhängigkeit von
Transferleistungen
hoher Anteil an Langzeitarbeitslosen
strukturelle Mängel der Wohnungen und des Umfelds
negatives Image
geringe Identifikation der Wohnbevölkerung mit dem
Quartier
Projektbeschreibung
Das Projekt „Zuhause im Veedel“ setzt unmittelbar bei den L e-
benslagen der Quartiersbewo hnerinnen und -bewohnern an. So
kann durch eine frühzeitige und sichtbare Verbesserung der
„Wohnadresse“ eine Kultur der Eigenverantwortlichkeit (wieder -)
initiiert, -etabliert und verstetigt werden.
Eine enge Zusammenarbeit mit dem Quartiersmanagement in
dem insgesamt wesentlich größeren Sozialraum „Ostheim und
Neubrück“ ist sicherzustellen und konstituierend für den nachha l-
tigen Erfolg der Maßnahme. Das Quartiersmanagement zielt d a-
rauf ab, die Bewohnerschaft des Sozialraums zu erreichen, zu
aktivieren un d zu unterstützen, dadurch Barrieren abzubauen
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ 89
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
und den Netzwerkgedanken zu stärken. Somit erfolgt in diesem
Kontext bereits eine Ansprache der Bewohnerschaft und der i n-
stitutionellen Quartiersakteure. Die Situation im Quartier Gern s-
heimerstraße erfordert jedoch eine intensivere Betrachtung. Hier
leben überwiegend sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen,
die eher artikulationsschwach sind und mit besonders niede r-
schwellig angelegten Methoden angesprochen und aktiviert we r-
den müssen. Dies erfolgt im Rahmen dieser Maßnahme.
Aktivierung und Beteiligung im Quartier
Das ausgewählte Quartier ist durch erhebliche soziale Proble m-
lagen gekennzeichnet. Eine Verbesserung der dortigen Leben s-
bedingungen kann nur durch ein integriertes Handeln erreicht
werden, bei dem die Bewohnerinnen und Bewohner selbst eine
entscheidende Rolle spielen. Nicht für sie, sondern mit ihnen
sollen Veränderungen geplant und umgesetzt werden.
Aufgabe der Mieter - und Nachbarschaftsarbeit wird sein, in Z u-
sammenarbeit mit möglichst vielen Betr offenen die Lebensqual i-
tät vor Ort zu steigern, die das Quartier beeinträchtigenden struk-
turellen Probleme zu erkunden, sie konstruktiv und lösungsorien-
tiert aufzugreifen und Partizipationsprozesse zu ermöglichen.
Schwerpunkte sind die sozialen Lebensverhältnisse und der per-
sönliche Kontakt mit den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie
die konkrete Aktivierung der Menschen in ihrer Lebenswelt. Die
Soziale Arbeit knüpft an den konkret festgestellten Interessen,
Aktivitäten und Bedürfnislagen der Bewohnerschaft a n und en t-
wickelt daraus bedarfsgerechte Beratungs -, Aktivierungs - und
Unterstützungsleistungen für das Quartier.
Die Aktivierungsaufgabe lässt sich folgendermaßen konkretisi e-
ren:
Kontinuierliche Präsenz im Quartier
Durchführung einer aktivierenden Bewohnerbefragung
(nach Möglichkeit mehrsprachig) zur Herausarbeitung von
Handlungsbedarfen aus Sicht der Bewohnerinnen und
Bewohner vor Ort
Erkundung der Interessen, Ressourcen und Bedarfslagen
im Quartier durch Methoden aufsuchender Arbeit
Soziale Aktivi erung der Wohnbevölkerung durch die O r-
ganisation von Versammlungen, Stadtteilfesten, kulture l-
len Veranstaltungen, Informationsangeboten und Akti o-
nen
Aufbau von Selbstbestimmungsgremien wie Mieterräten
Schaffung von Mitwirkungsmöglichkeiten am sozialen und
kulturellen Leben im Quartier
Verbesserung der Lebensbedingungen durch Maßna h-
men zur Aufwertung des Quartiers
Erhöhung der Teilhabechancen in den Bereichen B e-
90 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück““
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
schäftigung, Bildung und Gesundheit
Vertretung der Interessen der Wohnbevölkerung (Lo b-
byarbeit für das Quartier)
Nach Auslauf der Förderung sollen die geschaffenen
Strukturen der Mieter- und Bewohnerbeteiligung verstetigt
werden. Das Maß der weiterhin erforderlichen professi o-
nellen Unterstützung soll durch eine wissenschaftliche
Begleitung ermittelt werden.
Zielgruppe Bewohnerinnen und Bewohner im Quartier
Ziele Querschnittsziel
Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung
Operative Ziele
Stärker unterstützte und entwickelte Wohnadressen
Verbesserte Aktivierung der Mieter am Wohnort
Projektziele
Ziel der aktivierenden Mieter - und Nachbarschaftsarbeit
ist es, allen in dem Quartier lebenden Menschen, una b-
hängig von der persönlichen Lebenssituation, der He r-
kunft, der sozialen Stellung und materiellen Leistungsf ä-
higkeit die Möglichkeit zur Teilhabe am gesellsc haftlichen
Leben zu eröffnen und damit einer Verfestigung von A r-
mut und sozialer Ausgrenzung vorzubeugen. Durch die
Aktivierung und Beteiligung werden die Voraussetzungen
dafür geschaffen, dass die Bewohnerinnen und Bewohner
des Quartiers ihre Interessen v ertreten, ihre Rechte als
Mieterinnen und Mieter sowie als Bewohnerinnen und
Bewohner wahrnehmen, sich bürgerschaftlich engagieren
können und aktiv in die Gestaltung ihrer Wohnumwelt
einbringen.
Indikatoren Anzahl der befragten Bewohnerinnen und Bewohner im
Rahmen der aktivierenden Befragung
Anzahl der initiierten Aktivitäten und Projekte in der B e-
wohnerschaft
Anzahl der aufgebauten Anlaufstellen und Kommunikat i-
onsräume im Quartier
Anzahl der aufgebauten beziehungsweise unterstützten
Mieterinitiativen und Selbstbestimmungsgremien
Anzahl der aufgebauten spezifischen Beratungsangebote
(Mieterberatung)
Anzahl der durchgeführten und dokumentierten Miete r-
treffen
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ 91
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Kosten Personalkosten für das Quartier Gernsheimerstraße (externe
Vergabe)
0,5 Stelle S 15: 36.350 € pro Jahr
für 3,5 Jahre: 127.225 €
Personalkosten: 127.225 €
Sachkosten für das Quartier Gernsheimerstraße
Kostenermittlung für 3,5 Jahre:
Raumkosten: 19.526,50 €
Einrichtungsgegenstände: 1.659,00 €
Geschäftskosten: 4.466,00 €
Fernsprechkosten: 1.211,00 €
IT-Kosten: 17.857,00 €
Sachkosten: 44.719,50 €
Aktivierungsbudget
Aktivierende Befragung: 6.500,00 €
Wissenschaftliche Begleitung: 7.000,00 €
Beteiligungsverfahren: 5.250,00 €
Aktivierungsbudget: 18.750,00 €
Gesamtkosten: 190.694,50 €
Davon in 2020: 26.314,00 €
Davon in 2021: 55.877,00 €
Davon in 2022: 55.877,00 €
Davon in 2023: 52.627,00 €
Projektlaufzeit / Zeitraum 01.07.2020 – 31.12.2023
42 Monate / 3,5 Jahre
Nach Auslauf der Förderung sollen die geschaffenen Strukturen
der Mieter- und Bewohnerbeteiligung verstetigt werden. Das Maß
der weiterhin erforderlichen professionellen Unterstützung soll
durch die wissenschaftliche Begleitung ermittelt werden.
Eine Weiterentwicklung der Maßnahme ist denkbar. Die konkrete
Fortführung ist abhängig vom Evaluationsergebnis der vorges e-
henen Maßnahme.
Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Soziales und Senioren
Förderung Städtebauförderung
Vorrangige Fördermöglichkeiten wurden geprüft und sind nicht
erkennbar.
92 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück““
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Laufende Nummer 5.0.3 Handlungsfeld: Wohnen
Maßnahme Haus,- Hof- und Fassadenprogramm
Inhalt Ausgangslage
Der Sozialraum Ostheim und Neubrück ist Teil des rechtsrheini-
schen Stadtbezirks Köln-Kalk. Ostheim ist durch eine gemischte
Siedlungsstruktur mit Gebäuden aus verschiedenen Dekaden
(seit 1930) gekennzeichnet. Der Stadtteil Neubrück hingegen
wurde als geschlossene Siedlung in den 1960er Jahre gebaut.
Beide Stadtteile verfügen über Hochhaussiedlungen, die eine
besondere Herausforderung sowohl in sozialer als auch in städ-
tebaulicher Hinsicht darstellen.
Es zeigen sich Sanierungs- und Modernisierungsbedarfe im
Wohnungsbestand, auch wenn bereits große Anteile moderni-
siert wurden. Weiterhin werden Missstände im Zustand des
Wohnumfeldes deutlich.
In Teilen des Sozialraumes konnten bereits umfängliche Sanie-
rungs- und Modernisierungsmaßnahmen umgesetzt werden,
teilweise durch die GAG Immobilien GmbH. In einigen Woh-
nungsbeständen zeigt sich jedoch einen mangelnde Instandhal-
tung, die an einzelnen konzentrierten Lagen auftritt.
In Verbindung mit den sozialen Problemlagen werden im Sozial-
raum erhebliche Unterstützungsbedarfe deutlich. Diese Situation
trägt auch zu einer negativen Außenwahrnehmung des Stadttei-
les bei.
Über die Förderung auch von Einzeleigentümern und Eigentü-
mergemeinschaften könnte das Erscheinungsbild harmonisiert
und aufgewertet werden.
Projektbeschreibung
Das Fassadenprogramm soll dazu anregen, nachhaltige Verbes-
serungen an Wohnhäusern oder am unmittelbaren Wohnumfeld
vorzunehmen. Die Wohn- und Aufenthaltsqualität im Sozialraum
soll verbessert werden.
Grundlage der Förderung bildet die Förderrichtlinie Stadterneue-
rung von 2008 (Teil II, Förderbestimmungen für die städtebauli-
che Sanierung und Entwicklung). Demnach können Maßnahmen
zur Fassadenverbesserung, Herrichtung und Gestaltung von
Hof- und Gartenflächen sowie Maßnahmen an Außenwänden
und Dächern gefördert werden. Zuwendungsfähig sind 50% der
Ausgaben.
Durch die Erneuerung der Ansichtsflächen von Wohngebäuden
werden Innenhof und Straßenseite deutlich aufgewertet. Das
Förderprogramm bietet Mietern und Eigentümern von Wohnim-
mobilien und gemischt genutzten Immobilien Unterstützung bei
Verschönerungsmaßnahmen für Fassaden und Innenhöfe. Ein
attraktiver Stadtteil stärkt das gemeinsame Miteinander von Be-
wohnerinnen und Bewohnern. Vor diesem Hintergrund sind Ver-
schönerungs- und Verbesserungsmaßnahmen im Sozialraum
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ 93
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
„Ostheim und Neubrück“ von besonderer Bedeutung.
Im Sozialraum sollen folgende Maßnahmen gefördert werden:
- Farbliche Gestaltung von Außenwänden an Gebäuden
- Erneuerung, Wiederherstellung und Gestaltung der Fas-
saden von unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden
- Einmalige Beseitigung von Graffitischäden an Gebäuden
einschließlich farblicher Neugestaltung und dauerhafter
Schutzbeschichtung
- Künstlerische Gestaltung von Fassaden inkl. Vorarbeiten
- Anlegen und Gestaltung von Mietergärten
- Anlegen und Gestaltung von gemeinschaftlich genutzten
Spiel-, Wege- und Sitzflächen inkl. Vorarbeiten
Zielgruppe Hauseigentümer
Eigentümergemeinschaften
Mieter und Nutzungsberechtigte
Ziele Operatives Ziel
Stärker unterstützte und entwickelte Wohnadressen
Projektziele
Die Wohn- und Aufenthaltsqualität im Sozialraum soll
verbessert werden
Aufwertung des Wohnumfeldes
Stärkung des Miteinanders der Bewohnerschaft durch
ein attraktiveres Wohnumfeld
Steigerung der privaten Investitionen im Sozialraum
Indikatoren Anzahl der Interessentenanfragen zum Programm
Anzahl der durchgeführten Beratungen
Kosten Gesamtkosten für den Sozialraum: 644.522,56 €
Davon Kostenanteil Dritter: 322.261,28 €
Förderfähige Kosten: 322.261,28 €
Davon 2020: 107.420,42 €
Davon 2021:107.420,42 €
Davon 2022: 107.420,42 €
Projektlaufzeit / Zeitraum 36 Monate / 3 Jahre
01.01.2020 bis 31.12.2022
94 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück““
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Die Maßnahme beginnt 2020 und würde ab 2020 kassenwirk-
sam.
Projektverantwortlicher Stadt Köln: Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Förderung Städtebauförderung
Bemerkung Die Bausteine „Entsiegelung“ und „Begrünung von Dach, Fassa-
den und Innenhöfen“, die im Rahmen der Förderrichtlinie Stadt-
erneuerung in Teil II, Ziffer 11.2 Satz (1) mit aufgeführt werden,
sollen innerhalb des Haus- Hof – und Fassadenprogramms ex-
plizit nicht gefördert werden, da die Stadt Köln diese Themen im
Förderprogramm „GRÜN hoch 3 | DÄCHER | FASSADEN | HÖ-
FE" des Amtes für Umwelt- und Verbraucherschutz“ bereits an-
bietet. Eine entsprechende Anpassung wird in der zu erarbeiten-
den Richtlinie zum Haus, Hof- und Fassadenprogramm erfolgen.
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ 95
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
6.2 Rahmenplan – städtebauliche Einordnung
Das Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ baut explizit auf vorhandene Strukturen in
den Sozialräumen auf. Die Umsetzung des Programms bildet somit einen wichtigen Beitrag
für die Quartiersentwicklung in den Sozialräumen und rückt das sozialraumorientier te Han-
deln in den Mittelpunkt. Durch den Aufbau auf vorhandene Strukturen wird die Verstetigung
und langfristige Wirkung des Programms auch über die Programmlaufzeit hinaus befördert.
Langfristige Quartiersentwicklungsstrategie gestalten
Für eine ganzheit liche, räumliche Betrachtung des Sozialraums müssen die Aktivitäten aus
dem Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ mit den weiteren Entwicklungen und Pote n-
zialen im Sozialraum gemeinsam betrachtet werden. Es befinden sich weitere Maßnahmen,
deren Realisierung außerhalb des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ erfolgt, in der
Vorbereitung oder Umsetzung. Ziel ist es das städtische Handeln mit den Aktivitäten weiterer
Akteure zusammenzubringen und eine langfristige Quartiersentwicklungsstrategie zu gesta l-
ten, die vorhandene Bedarfe und Potenziale in einer gemeinsamen Vision für den Raum ver-
bindet.
Der folgende Rahmenplan gibt eine Übersicht über die Maßnahmen, Projekte und Entwic k-
lungsgebiete, die innerhalb des Sozialraums erfolgen oder sich auf diesen u nmittelbar aus-
wirken. Somit wird die Einordnung der Maßnahmen aus dem Programm „Starke Veedel –
Starkes Köln“ in das weitere Handeln im Sozialraum ersichtlich.
Schaffung eines Quartiersmittelpunktes
Bei der räumlichen Betrachtung wird deutlich, dass sich der Sozialraum in die beiden eige n-
ständigen Stadtteile Ostheim und Neubrück gliedert, die sich wiederum in einzelne Quartiere
aufteilen. Verstärkt wird diese räumliche Trennung durch die Barrierewirkung der Autobahn.
In Neubrück übernimmt der Platz „An Sa nkt Adelheid“ die Funktion des Stadtteilzentrums.
Für die Bewohnerinnen und Bewohner bietet dieser Ort eine Begegnungs - und Aufenthalts-
stätte. Besorgungen des täglichen Bedarfes werden hier getätigt. Nicht zuletzt schafft er
Identität und Struktur für den Stadtteil.
Diese wichtige Zentrumsfunktion wird durch die Umgestaltung weiterentwickelt und gestärkt.
Durch den partizipativen Ansatz der Umgestaltung des Platzes können sich alle unterschie d-
lichen Interessengruppen am Prozess beteiligen. Dadurch können n icht nur unterschiedliche
Ansprüche abgedeckt, sondern auch ein Beitrag zur Identitätsschaffung geleistet werden.
Dies ist die Grundvoraussetzung für Verantwortungsbewusstsein und Frequentierung.
Bedeutung von Spielplätzen
Die Situation/Qualität der Spielplätze im Sozialraum ist ausbaufähig. Der Spiel- und Bolzplatz
Nähe Georgestraße in Neubrück grenzt an die Autobahn und ist bisher sehr rudimentär mit
Spielelementen wie beispielsweise zwei Fußballtoren gestaltet. Er erfährt durch die Neug e-
staltung eine e rhöhte Nutzbarkeit und Nutzungsqualität. Eine multifunktionale Nutzung, die
bedarfs- und zeitgerechten Erfordernissen entspricht, erhöht die Attraktivität und Wahrne h-
mung des Ortes für die Bewohner des gesamten Sozialraums. Der Spielplatz grenzt direkt
an die Wilhelm-Griesinger-Straße an. Diese führt unter der Autobahn hindurch und verbindet
die beiden Stadtteile. Eine attraktive Neugestaltung des Spielplatzes spricht sowohl Nutz e-
rinnen und Nutzer aus Ostheim wie auch aus Neubrück an und kann damit der räum lichen
Trennung entgegenwirken.
Verbesserung der Mobilität
Die Brachfläche Wilhelm-Griesinger-Straße in Ostheim bietet das Potenzial, insbesondere
durch städtebauliche Maßnahmen, die Anbindung in Richtung Neubrück zu optimieren. Die-
se wenig gestaltete Anbindung ist Ausdruck der insgesamt unzureichenden Integration von
Neubrück in die Stadtstruktur.
96 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück““
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Ein attraktives Angebot des öffentlichen Nahverkehrs ist insbesondere für Stadtteile in Stadt-
randlagen von großer Bedeutung. In der Vergangenheit wurden Buslini en bereits erweitert
und neu geschaffen. Eine bessere fußläufige Erreichbarkeit der bestehenden Stadtbahnha l-
testelle in Ostheim (Linie 9) wird ebenfalls angestrebt. Darüber hinaus ist eine direkte Anbi n-
dung an das Stadtbahnnetz durch Erweiterung oder Verbi ndung der Linien 9 und 1 seit Pl a-
nung und Gründung des Stadtteils vorgesehen. Hierfür werden bereits Grünflächen vorg e-
halten. Im ÖPNV Bedarfsplan des Landes NRW ist die Maßnahme angemeldet und zudem
im Nahverkehrsplan der Stadt Köln aufgenommen. Langfristi g bietet der Ausbau des ÖPNV -
Angebotes eine Chance die Attraktivität des Sozialraumes zu steigern.
Wohnbaupotentiale nutzen
Einen weiteren Beitrag kann außerdem die ständige Weiterentwicklung des Sozialraums als
Wohnstandort leisten. Im Wohnungsbauprogramm der Stadt Köln konnte für „Ostheim und
Neubrück“ eine Fläche als Wohnbaupotentialfläche identifiziert werden. Diese soll mi t rund
40 Wohneinheiten auf langfristige Sicht nach 2025 entwickelt werden. Aufgrund der geringen
Anzahl der Wohneinheiten ist mit keinen ausschlaggebenden Veränderungen bezüglich der
Sozial- oder Infrastruktur zu rechnen.
Ausblick
Die verorteten Maßnahmen im Rahmenplan verdeutlichen eine behutsame Entwicklung, die
sich im gesamten Sozialraum und darüber hinaus vollzieht. Mit baulichen Planungen in den
Bereichen Versorgung, Raum für Begegnungen, Sport, Freizeit und Naherholung wird das
Lebensumfeld der Bewohnerinnen und Bewohner stabilisiert und sukzessive verbessert.
Auch im Hinblick darauf ist eine ganzheitliche Entwicklung des Raumes unumgänglich. Soz i-
ale Maßnahmen greifen Hand in Hand mit städtebaulicher Gestaltung. Dies führt zu einer
Steigerung der Wohn- und Aufenthaltsqualität und einer Aufwertung des Sozialraums insg e-
samt. Eine erhöhte Attraktivität und eine Imageverbesserung des Sozialraums und insb e-
sondere der einzelnen Stadtviertel ist die Folge. Eingebettet in die Gesamtstrategie der Stadt
Köln bedarf es auch zukünftig einer integrativen Betrachtung des Sozialraumes. Hierzu lei s-
tet das integrierte Stadtentwicklungskonzept einen Beitrag. Die ganzheitliche Entwicklung ist
jedoch stets auch abhängig von städtischem und privatem Handeln, welches dar über hin-
ausgeht.
97 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Abbildung 17: Rahmenplan Sozialraum „Ostheim und Neubrück“
98 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
7. Umsetzungsplanung
Mit dem Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ setzt die Stadt Köln ein komplexes Pr o-
gramm um. Zum einen wird mit der Ausrichtung auf die elf Kölner Sozialräume ein Ansatz
gewählt, der die Gesamtstadt in den B lick nimmt und die sozialraumorientierte Stadtentwick-
lung als Maxime zugrunde legt. Zum anderen werden in dem integrierten Ansatz verschiede-
ne Themenbereiche und Handlungsfelder gemeinsam betrachtet und zur Umsetzung unte r-
schiedliche Fördermöglichkeiten vo rgesehen, die jeweils eigene Rahmenbedingungen mit
sich bringen.
Das Leitkonzept „Starke Veedel – Starkes Köln“ bildet die Grundlage für die Programmu m-
setzung. Nachdem die Interministerielle Arbeitsgruppe des Landes Nordrhein -Westfalen das
Leitkonzept im November 2016 anerkannt und ein entsprechender Beschluss des Rates der
Stadt Köln vorliegt, können ESF und EFRE Fördermittel beantragt werden. Erste ESF -
Maßnahmen konnten bereits in die Umsetzung gehen, weitere befinden sich in der Absti m-
mung mit dem Landesministerium.
Für die Beantragung und Inanspruchnahme der Städtebauförderung ist die Anerkennung
eines sozialraumspezifischen ISEKs erforderlich. Auf dieser Grundlage sind Förderanträge
für baulich -investive Maßnahmen (zum Teil auch in Kombination mit EFR E-Fördermitteln)
sowie flankierenden Maßnahmen (zum Beispiel Quartiersmanagement) möglich. Für die er s-
ten Sozialräume wurden die sozialraumspezifischen ISEKs bereits anerkannt, Förderanträge
gestellt und Bewilligungen seitens des Landes ausgesprochen.
Abbildung 18: Förderzugänge und Konzeptzuordnung
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Die sozialraumspezifischen ISEKs wurden in einem gestaffelten Verfahren erarbeitet, so
dass sich in der Realisierung für einzelne Maßnahmen eine zeitlich versetzte Umsetzung
ergibt. Dies betrifft unter anderem das Quartiersmanagement.
In allen Sozialräumen ist die Etablierung eines Quartiersmanagements vorgesehen, welches
für die Steuerung und Koordinierung der Maßnahmen vor Ort verantwortlich ist und als zent-
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ 99
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
raler Ansprechpartner für das Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ auftritt. Über eine
enge Abstimmung mit der Sozialraumkoordination werden die Schnittstellen und A k-
teurskonstellationen im jeweiligen Sozialraum berücksichtigt.
Koordination und Steuerung
Die zentrale Steuerung und Koordination des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
liegt innerhalb der Stadtverwaltung beim Amt für Stadtentwicklung und Statistik. Bereits in
der Phase der Konzepterstellung wurden mit Blick auf die Umse tzung des Programms Ar-
beitsstrukturen aufgebaut, an denen angeknüpft werden soll. Der Lenkungskreis, der sich
aus den beteiligten Dezernaten zusammensetzt, bildet verwaltungsintern ein wichtiges Ste u-
erungsinstrument.
Abbildung 19: Steuerungs- und Koordinationsstruktur
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Um die Fragestellungen aus den Sozialräumen zu bündeln, wird für jeden Sozialraum eine
konkrete Ansprechperson benannt, die zum einen die aktuellen Belange regelt und zum a n-
deren die Schnittstelle zum Gesamtprogramm bildet.
Wie bereits bei der Programmkonzeption werden die federführenden Fachämter für die j e-
weiligen Maßnahmen eng in die Programmumsetzung eingebunden. Zusätzlich nehmen die
Bürgerämter und die Sozialraumkoordination als „Vertreter der Sozialräume“ einen wichtigen
Stellenwert ein. Auch die Beteiligung weiterer Akteure wie der GAG, des Jobcenters oder der
Regionalagentur Region Köln ist weiterhin vorgesehen.
100 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück““
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Abbildung 20: Steuerungs- und Netzwerkstrukturen
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Die Information und Beteiligung der Öffentlichkeit und Politik ist für den Erfol g des Pr o-
gramms von hoher Bedeutung. Im Rahmen von Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit
wird die Stadtgesellschaft entsprechend eingebunden. Dabei geht es zum einen um die I n-
formation der Bewohnerinnen und Bewohner vor Ort, aber noch viel mehr um die aktive Ein-
bindung und Teilhabe im Rahmen des Programms.
Das programmbegleitende Controlling, welches durch das Amt für Stadtentwicklung und Sta-
tistik umgesetzt wird, bildet eine wichtige Grundlage für die Programmsteuerung und B e-
richterstattung zum Fortschritt des Programms.
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ 101
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Tabelle 5: Zeit-, Maßnahmen- und Finanzierungsplanung
Nr. Maßnahme Gebietsbezug Finanzierung
aus
Kurzfris-
tig
Mittelfristig Folgejahre Kostenschätzung
Gesamtsumme
Maßnahme
2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 Ab 2023
Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung
0.0.0 Externe Beratung bei der
Erstellung des Integrierten
Stadtentwicklungskonzeptes
Alle Sozialräume SBF
24.829 € 24.829 €
0.0.1 Büro für Quartiersmanag e-
ment und Aktivierung im
Sozialraum „Ostheim und
Neubrück“
Alle Sozialräume SBF
130.550 € 115.550 € 115.550 € 361.650 €
Früh ansetzende Hilfen
1.0.16 Zugehende Hilfe mit Lotse n-
funktion zur Überleitung ins
Regelsystem und Entwic k-
lung einer beruflichen Pe r-
spektive für junge Menschen
mit psychischen Problemen
bis 27 Jahren
Alle Sozialräume ESF
5.783 € 7.664 € 1.911 € 15.358 €
1.0.17 Stadtteileltern Alle Sozialräume ESF 33.735 € 26.915 € 17.314 € 77.964 €
1.10.1 „Jung und Alt – da wo es
knallt“, intergeneratives und
interkulturelles mobiles A n-
gebot
Gebietsspezifische
Maßnahme
ESF
53.765 € 107.530 € 53.765 € 215.060 €
Öffentlicher Raum
2.0.4 Sport- Spiel- und Bew e-
gungsräume im Veedel ,
hier: zusätzliche Fläche für
Trendsport auf Spiel - und
Bolzplatz in Neubrück
(Georgestraße)
Gebietsspezifische
Maßnahme
SBF
72.000 € 120.000 € 48.000 € 240.000 €
2.10.4 Partizipative Neugestaltung
„Platz an Sankt Adelheid“/
Marktplatz Neubrück
Gebietsspezifische
Maßnahme
SBF
130.430 € 52.760 € 297.392€ 403.592 € 615.870 € 1.500.044 €
2.10.5 Bau einer Begegnungsstätte
– Machbarkeitsstudie
Gebietsspezifische
Maßnahme
SBF 60.000 € 60.000 €
2.10.5a Bau einer Begegnungsstätte Gebietsspezifische
Maßnahme
SBF 1.000.000 € 1.000.000 € 1.000.000 € 3.000.000 €
2.10.7 Jugendeinrichtung Gern s-
heimer Straße
Gebietsspezifische
Maßnahme
SBF
226.100 € 428.400 € 428.400 €
1.082.900 €
102 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück““
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Nr. Maßnahme Gebietsbezug Finanzierung
aus
Kurzfris-
tig
Mittelfristig Folgejahre Kostenschätzung
Gesamtsumme
Maßnahme
2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 Ab 2023
Wirtschaft und Qualifizierung
3.10.1 Bedarfs- und Machbarkeit s-
analyse zur Ansiedlung e i-
nes interaktiven Lebensmi t-
telmarktes
Gebietsspezifische
Maßnahme
EFRE
25.000 € 25.000 € 50.000 €
Umweltgerechtigkeit – Klimaschutz, Luftreinhaltung, Lärmminderung
4.0.4 Aufbau eines Hitzewarn -
und Informationssystems.
Informationsmaterial für die
Bevölkerung zum Thema
Hitzeentwicklung im Zuge
des Klimawandels
Alle Sozialräume BMUB-Programm,
Klima, BMBF
9.091 € 9.091 € 9.091 € 27.273 €
Wohnen
5.0.2 Zuhause im Veedel –
Aktivierung und Beteiligung
Gebietsspezifische
Maßnahme
SBF 26.314 € 55.877 € 55.877 € 52.627 190.695 €
5.0.3 Haus-, Hof - und Fassade n-
programm
Alle Sozialräume SBF 107.420 € 107.420 € 107.421 € 322.261 €
Gesamtkosten 30.612 € 95.164 € 170.447 € 785.984 € 841.098 € 2.124.640 € 1.504.219 € 1.615.870 € 7.168.034 €
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ 103
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
8. Anhang
Anhang 1: Übersicht mit Quartiersgliederung - Schwerpunkt Qualifizierung und Sozia-
les
104 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück““
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Anhang 2: Übersicht mit Quartiersgliederung - Schwerpunkt Bildung
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ 105
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Anhang 3:
Bevölkerungs- und Sozialstruktur / Bildungsbeteiligung6 im Sozialraum
Ergebnisse im Sozialraum deutlich ungünstiger als in Gesamtstadt, deutliche Zunahme des Anteils
von Kindern und Jugendlichen in SGB ll Bedarfsgemeinschaften, dabei dennoch hoher Anteil an
Gymnasiastinnen und Gymnasiasten (unter städtischen Mittel), sehr hoher Jugend- und Altenquoti-
ent
Charakteristik des Sozialraumes (stadträumliche Besonderheiten)
Lage im
Stadtge-
biet
Bezirk:
Kalk
Stadtteile:
Ostheim Neubrück
angrenzende Sozia l-
räume:
6 + 11
Fläche:
264 ha
Siedlungs-
entwick-
lung
Rechtsrheinische Stadtteile des 3. Vorortgürtels, Ostheim: Siedlungsentwicklung zu
Beginn der 1930er Jahre (Saarsiedlung) mit deutlichem Wachstum 1950-1980 (Bsp.
Badener Siedlung), 1970er Jahre Errichtung der Hochhaussiedlung Gernsheimer
Straße, aktuelle Errichtung des neuen Wohnquartiers Waldbadviertel, Neubrück: g e-
schlossene Siedlung, entwickelt in den Jahren 1965-1970 mit Einfamilienhäusern und
Geschosswohnungen, auch Hochhaustypologien, keine wesentliche bauliche Ergä n-
zungen, das neue Wohnquartier „Merheimer Gärten“ grenzt ohne räumliche Verbin-
dung an Neubrück an
Nahver-
sorgung
Ostheim: Stadtteilzentrum Frankfurter Straße / Rösrather Straße in zentraler Lage
(Sicherung der Nahversorgungsfunktion, Aufwertung der Ladenlokale und Erdg e-
schossnutzung, Erhöhung der Aufenthaltsqualität erforderlich), Neubrück: Nahversor-
gungszentrum Neubrück im Bereich des Platzes „An Sankt Adelheid“, Fußgängerzo-
ne, zunehmender Leerstand (Aufwertung der Fassaden, der Ladenlokale und der
umgebenden Plätze, öffentlichen Bereiche erforderlich).
Anbindung
ÖPNV,
MIV
Ostheim: gute Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr durch Stadtbah n-
haltestelle „Ostheim“ und „Autobahn“ (Linie 9) im Stadtteilzentrum, Buslinien entlang
der Frankfurter Straße, Neubrück: Anbindung an den öffentlichen Personennahver-
kehr ausschließlich über Busverbindungen, gute Anbindung an Autobahn, eigene
Anschlussstelle.
Grün /
Freizeit
Innerhalb der Stadtteile wenige öffentliche Grünbereiche, viele private Grünflächen,
angrenzend an Königsforst, Baggerseen und Merheimer Heide, auch Grün außerhalb
der Siedlungskörper ist Teil des Sozialraumes.
6 Eine differenzierte Darstellung der Bildungsbeteiligung kann dem Anhang entnommen werden (vergleiche Kapi-
tel 6 Anhang 13)
Kinder-
betreuung
Bildungs-
teilhabe
Insgesamt
Migrations-
hintergrund
(%)
Jugend-
quotient *
Altenquotien
t ** Insgesamt Quote unter 15
Jahre
Quote unter
15 Jahre Insgesamt Quote
***
Betreuungs-
quote U10
****
Gymnasi-
astenquote
*****
insgesamt Quote
2007 19.400 50,6 34,1 35,4 4.470 29,5 1.389 43,8 350 8,6 52,8 * 1.617 20,0
Entwicklung
2007 bis '15 1.741 11,6 2,5 -3,8 684 0,6 297 0,5 232 6,1 x x -84 -4,8
2016 21.141 62,2 36,6 31,6 5.154 30,1 1.686 44,3 582 14,7 * 25,7 1.533 15,2
Stadt Köln
2016 37,8 24,2 26,4 13,1 31.300 21,4 14.342 7,6 0,0 39,9 46.411 8,1
Insgesamt mit Kindern
(%)
allein-
erziehend Senioren * Anteil der Einwohner unter 18 Jahre an den Einwohnern von 18 - unter 65 Jahre
2007 8.329 26,7 22,9 27,8 ** Anteil der Einwohner ab 65 Jahre an den Einwohnern von 18 - unter 65 Jahre
Entwicklung
2007 bis '16 688 0,5 2,9 -1,2 *** Anteil der Empfänger von Grundsicherung im Alter an allen Einwohnern ab 65 Jahre mit Hauptwohnsitz
2016 9.017 27,2 25,8 26,6 **** Anteil der in KiTa, Tagespflege und OGTS betreuten Kinder an allen Kindern unter 10 Jahre
***** Anteil der Gymnasiasten an allen Schülern der Klassen 7 - 9
Stadt Köln
2016 18,5 23,0 23,0
Bevölkerungs- und Sozialstruktur im Sozialraum: Ostheim und Neubrück
SGBII Empfänger Empfänger
Grundsicherung Arbeitslose
Haushalte
Einwohnerstruktur
106 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück““
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Gewerbe Gewerbegebiet Ostheim noch nicht komplett belegt.
soziale
Akteure
Diverse soziale Akteure in Ostheim vorhanden (GAG, Café im Veedel, Happa Happa
e.V.), viel bürgerschaftliches, ehrenamtliches Engagement auch in Neubrück, hier
jedoch keine institutionellen Beratungseinrichtungen vorhanden (Stadtteilbibliothek
wesentlicher Akteur).
Kita /
Schulen
Grundschulen, Schulzentrum Ostheim mit Gymnasium und Realschule, Hauptschule
in Neubrück (Kurt-Tucholsky-Schule), diverse Kindertagesstätten.
Stabilisierungsmaßnahmen
Sozial-
raum-
koordinati-
on
Veedel e.V. (Andreas Hansmann), Sozialraum seit 2006, Platzgestaltung Marktplatz
Neubrück, Wohndialog, Beratungen
Städtische
Maßnah-
men
Soziale Stadt Programmgebiet Kalk (1994 bis 2004): Siedlung Gernsheimer Straße
2012 Gestaltung Spielplatz, Vingster Ring (Siedlung Gernsheimer Straße)
Private
Maßnah-
men
komplette Sanierung und in Teilen Neuerrichtungen der GAG Siedlung Buchheimer
Weg (2002 bis 2011), Studentenwettbewerb Gestaltung Marktplatz Neubrück (2013),
Waldbadviertel, westlich von Ostheim, Quartier mit Reihenhäusern und Geschos s-
wohnen als Eigentums- und Mietwohnungen in der Realisierung (GAG Immobilien AG
und Interhouse als Projektentwickler).
Fazit
Ostheim ist nach den umfänglich en baulichen und sozialen Maßnahmen in Teilen stabilisiert, nach
wie vor sozial stark benachteiligte Bewohnergruppen, besonders Siedlung Gernsheimer Straße,
diese strahlt negativ auf den Gesamtstadtteil aus, hier dringend bauliche Sanierungsmaßnahmen
erforderlich, weiterhin im gesamt en Stadtteil intensive Maßnahmen zur Armutsbekämpfung erfo r-
derlich. Neubrück bislang nicht als „Problemstadtteil“ erkann t, funktioniert als Ankommensstadtteil
für die gesamte Stadt, hier jedoch wenig Beratungsangebote vorhanden, Abwärtsspirale wird in
Teilen von der Bewohnerschaft erkannt, bürgerschaftliches Engagement vorhanden, Wohngebäude
in vielfältiger Eigentümerschaft , hierbei unklare Bewohnersituationen. Zunehmende Leerstände der
Ladenlokale im Nahversorgungszentrum, mangelhafte Gestaltung des Marktplatzes.
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ 107
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Anhang 4: Statistiken im Sozialraum „Ostheim und Neubrück“
Jahr 2016
Angaben als prozentualer Anteil
Bickendorf, Westend und Ossendorf
Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord
Höhenberg und Vingst
Ostheim und Neubrück
Mülheim-Nord und Keupstraße
Buchheim und Buchforst
Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven und Eil
Meschenich und Rondorf
Bilderstöckchen
Bocklemünd / Mengenich
Humboldt / Gremberg und Kalk
Köln
Einwohner
unter 3-Jährige 3,2 3,8 3,6 3,7 3,7 3,5 3,6 3,1 3,5 3,2 3,5 3,1
3 bis unter 6-Jährige 3,1 3,5 3,2 3,5 3,4 3,0 3,4 2,9 3,1 3,2 3,0 2,7
6 bis unter 10-Jährige 4,4 5,0 4,5 5,1 4,3 3,9 4,5 4,5 4,2 4,2 3,7 3,6
unter 18-Jährige 19,2 22,5 19,4 21,8 19,9 18,1 20,7 19,6 19,5 19,4 17,1 16,1
18 bis unter 28-Jährige 15,9 16,2 18,2 16,3 21,4 17,6 15,3 13,8 18,7 14,5 21,3 16,8
28 bis unter 65-Jährige 49,9 45,0 46,2 43,1 47,2 48,0 45,0 49,2 46,2 44,1 48,0 50,2
ab 65-Jährige 15,0 16,3 16,3 18,8 11,5 16,3 19,0 17,4 15,6 22,0 13,6 17,5
Ausländerinnen und Ausländer 21,9 35,6 32,9 30,3 48,2 29,1 30,1 26,3 28,9 24,0 36,4 19,3
Einwohner mit Migrationshintergrund 45,3 77,4 59,4 62,2 67,4 54,4 59,2 43,3 52,9 44,9 60,3 37,8
Einwohner unter 18 Jahre
mit Migrationshintergrund
Haushalte
Einpersonenhaushalte 44,2 27,5 45,8 37,1 51,7 48,7 37,3 34,4 43,2 41,0 54,9 50,5
Familienhaushalte mit Kindern 24,1 32,1 23,4 27,2 21,8 20,6 24,9 25,3 24,5 23,2 18,1 18,5
Anteil Alleinerziehende an
allen Familienhaushalten
Sozialleistungsbezug SGB II
SGB II-Quote 17,9 30,5 27,4 30,1 39,0 23,9 25,1 15,1 19,1 27,2 24,9 9,1
SGB II-Quote bei unter 15-Jährigen 27,7 45,0 41,2 44,3 57,4 35,9 38,5 22,9 31,0 44,7 39,1 14,4
Sozialleistungsbezug SGB XII
Quote Grundsicherung im Alter 12,4 31,8 13,5 14,7 20,8 11,6 12,7 6,2 8,5 11,4 16,1 5,5
Quote Grundsicherung
bei Erwerbsminderung
Arbeitslosigkeit
Arbeitslosenquote 10,3 13,9 14,3 15,2 21,7 13,7 11,8 8,7 11,2 13,9 14,6 8,1
Jugendarbeitslosenquote 4,3 8,9 7,2 9,3 14,4 6,9 8,4 6,3 6,5 7,2 7,7 5,3
Kinderbetreuung in Kita/Tagespflege
unter 3-Jährige mit Migrationshintergrund 60,1 85,0 78,2 82,1 83,4 73,8 80,0 60,4 67,3 63,1 79,7 44,3
3 bis unter 6-Jährige
mit Migrationshintergrund
unter 6-jährige Kinder *
darunter beitragsbefreit 49,8 71,9 69,5 73,3 83,1 59,0 56,9 41,2 54,0 67,0 68,8 34,6
beitragsbefreit mit Migrationshintergrund 76,2 79,2 76,9 80,8 75,3 73,4 81,8 71,2 72,3 58,6 78,9 64,6
Hilfen zur Erziehung **
Anteil laufender Hilfen nach
§§ 27 bis 35 SGB VIII an allen Einwohnern
mit Hauptwohnung unter 21 Jahren
* Datenbasis 31.12.2014
2,1 2,7 2,5 3,7
25,8 30,8
79,1
1,6 2,4
2,8 1,8
61,0 85,0 75,3 78,7 59,3 67,678,2 79,6 84,5
28,7 27,3
2,4 1,5
28,5
62,6
1,4 0,9
19,0
2,0 1,8
85,3 75,2
26,9 22,8
2,7 1,7
81,7
53,463,3 83,5
1,2
23,8 31,9 28,2 23,0
Quelle: Stadt Köln, Amt für Stadtentwicklung und Statistik sowie Statistik der Bundesagentur für Arbeit
82,1 46,3
1,9 1,8 0,8
67,9 68,3
** Datenbasis 31.12.2015
2,5 3,2 3,72,5
65,8 85,8 79,5
108 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück““
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Festlegung des Gebietes der „Sozialen Stadt“ „Ostheim und Neubrück“
Der Sozialraum „Ostheim und Neubrück “ weist durchgängig soziale Missstände und Pro b-
lemlagen auf, deren Verringerung oder Behebung durch geeignete Maßnahmen zur Stabil i-
sierung und Aufwertung im öffentlichen Interesse und besonders auch im Interesse der dort
lebenden Menschen liegt. Dem besonderen Entwicklungsbedarf dieses Sozialraumes wird
mit dem vorliegenden Integrierten Handlungskonzept durch eine aufeinander abgestimmte
Bündelung von investiven und sonstigen Maßnahmen entsprochen.
Damit erfüllt der Sozialraum die grundlegenden Anforderungen des Besonderen Städteba u-
rechts im Baugesetzbuch zur Festlegung von Gebieten der „Sozialen Stadt“ gemäß
§ 171e Baugesetzbuch (BauGB).
Ein entsprechender Beschluss des Rates der Stadt Köln zur Festlegung des Sozialraumes
als Gebiet d er „Sozialen Stadt“ gemäß § 171e Abs. 3 Baugesetzbuch (BauGB) erfolgte am
20.12.2016.
Anhang 5: Gebiet der „Sozialen Stadt“ „Ostheim und Neubrück“
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ 109
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Anhang 6: Maßnahmen Sozialraum 10 – „Ostheim und Neubrück“
Die folgende Tabelle zeigt alle Maßnahmen, die im Rahmen des Leitkonzeptes im Rat der
Stadt Köln am 20. Dezember 2016 beschlossen wurden. Maßnahmen, die in den letzten
zwei Jahren aus unterschiedlichen Gründen nicht weiter verfolgt werden konnten, sind ge-
kennzeichnet.
Laufzeit laut
Ratsbe-
schluss
Laufzeit aktu-
ell
Gesamtkosten im
Sozialraum
Nr. Bezeichnung Status
För-
derzu-
zu-
gang
Be-
ginn
En-
de Be-
ginn
En-
de
Lt. Rats-
be-
schluss aktuell
0.0.0
Externe Beratung bei
der Erstellung des Inte-
grierten Stadtentwick-
lungs-konzeptes *
Antrag in
Vorberei-
tung
SBF - - 2015 2017 - 24.829 €
0.0.1
Büro für Quartiersma-
nagement und Aktivie-
rung
Antrag in
Vorberei-
tung
SBF 2017 2020 2020 2022 708.485 € 361.650 €
0.0.2 Prozessbegleitende
Evaluation
Umsetzung
mit städti-
schen Mit-
teln
SBF 2017 2020 2020 2023 44.089 € 44.089 €
Handlungsfeld: Früh ansetzende Hilfen
1.0.5
Integration von
(zugewanderten) Kin-
dern/ Jugendli-
chen/jungen Erwachse-
nen in die Regelsysteme
durch aufsuchende
mobile Arbeit **
Wird vom
Fachamt
nicht wei-
terverfolgt
ESF 2017 2018 - - 254.520 € -
1.0.7
Qualifizierungsoffensive
Offene Kinder- und
Jugendarbeit**
Wird vom
Fachamt
nicht weiter
verfolgt
Bundes-
pro-
gramm
2017 2019 26.900 €
1.0.12
Sprachförderangebote
für neu eingereiste Ju-
gendliche und junge
Erwachsene mit Ju-
gendintegrationskur-
sen**
Wird vom
Fachamt
nicht wei-
terverfolgt
ESF 2017 2019 - - 156.376 € -
1.0.16
Zugehende Hilfe zur
Überleitung ins Regel-
system und Entwicklung
einer beruflichen Per-
spektive für junge Men-
schen mit psychischen
Problemen bis 27 Jahre
Antrag
bewilligt,
Beginn
01.04.2017
ESF 2017 2018 2017 2019 29.564 € 15.358 €
1.0.17
a
Kölner Bildungsbera-
tungszentrum ein-
schließlich Stadtteilel-
tern (hier nur Bildungs-
beratungszentrum) **
Wird vom
Fachamt
nicht wei-
terverfolgt
EFRE 2018 2020 - - 211.043 € -
1.0.17 Stadtteileltern
Antrag
bewilligt,
Beginn
01.01.2018
ESF 2016 2019 2018 2020 91.183 77.964 €
110 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück““
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Laufzeit laut
Ratsbe-
schluss
Laufzeit aktu-
ell
Gesamtkosten im
Sozialraum
Nr. Bezeichnung Status
För-
derzu-
zu-
gang
Be-
ginn
En-
de Be-
ginn
En-
de
Lt. Rats-
be-
schluss aktuell
1.0.19
Übergänge begleiten:
Angebote der Familien-
bildung mit Schwerpunkt
Kooperation mit Kita,
Familienzentren, Schu-
len im Primarbereich
und Sekundarstufe I
(SEK I), Trägern des
offenen Ganztags**
Wird vom
Fachamt
nicht weiter
verfolgt
ESF 2018 2019 - - 209.645 € -
1.0.20 Gemeinsam für Grund-
bildung im Veedel**
Wird vom
Fachamt
nicht weiter
verfolgt
ESF 2017 2018 - - 68.571 € -
1.0.21 Ferienschule **
Wird vom
Fachamt
nicht wei-
terverfolgt
Lan-
des-
mittel
MFKJ
KS
oder
BAMF
2018 2019 - - 23.391 € -
1.0.26 Willkommen und An-
kommen in Köln** ESF 2017 2018 - - 358.582 € -
1.10.1
„Jung und Alt – da wo
es knallt“ Intergenerati-
ves und interkulturelles
mobiles Angebot
Antrag
gestellt ESF 2018 2019 2018 2020 234.960 € 215.060 €
Handlungsfeld: Öffentlicher Raum***
2.0.4
Spiel- und Bewegungs-
räume in den Veedeln,
hier: Trendsport auf
Spiel- und Bolzplatz
Neubrück
(Georgestraße)
Antrag in
Vorberei-
tung
SBF 2017 2020 2021 2023 316.645 € 240.000 €
2.0.10 Unser Park ** / ****
Wird vom
Fachamt
nicht wei-
terverfolgt
EFRE _ _ _ _
Kosten
747.840 €
(gesamt)
SR wurde
nicht
festgelegt
_
2.10.4
Partizipative Neugestal-
tung „Platz an St. Adel-
heid“ Marktplatz Neu-
brück
Antrag in
Vorberei-
tung
SBF 2020 2022 2020 2025 948.001 € 1.500.044
€
2.10.5
Bau einer Begegnungs-
stätte – Machbarkeits-
studie
Antrag in
Vorberei-
tung
SBF 2018 2018 2020 2020 60.000 € 60.000 €
2.10.5
a
Bau einer Begegnungs-
stätte
Antrag in
Vorberei-
tung
SBF 2021 2021 2022 2024 3.000.000
€
3.000.000
€
2.10.7 Jugendeinrichtung
Gernsheimer Straße*
Antrag in
Vorberei-
tung
SBF - - 2020 2022 - 1.082.900
€
Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ 111
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
Laufzeit laut
Ratsbe-
schluss
Laufzeit aktu-
ell
Gesamtkosten im
Sozialraum
Nr. Bezeichnung Status
För-
derzu-
zu-
gang
Be-
ginn
En-
de Be-
ginn
En-
de
Lt. Rats-
be-
schluss aktuell
Handlungsfeld: Wirtschaft und Qualifizierung
3.10.1
Bedarfs- und Machbar-
keitsanalyse zur Ansied-
lung eines integrativen
Lebensmittelmarktes
Antrag in
Vorberei-
tung
EFRE 2017 2018 2019 2020 20.000 € 50.000 €
Handlungsfeld: Umweltgerechtigkeit – Klimaschutz, Luftreinhaltung und Lärmminderung
4.0.2 Offen für Regen: Grüne
Höfe, grüne Plätze **
Wird vom
Fachamt
als stadt-
weites,
städtisch
finanziertes
Begrü-
nungspro-
gramm
weiterge-
führt
EFRE 2017 2019 - - 75.500 € -
4.0.4
Aufbau eines Hitzewarn-
und Informationssys-
tems
Antrag
bewilligt,
Beginn
01.01.2019
BMUB
-
Pro-
gram
m
Klima,
BMBF
2017 2019 2019 2021 49.091 € 27.273 €
4.0.9
Maßnahmen rund um
eine Leitart zur Verbes-
serung der Identifikation
der Bürgerinnen und
Bürger mit ihrem Sozial-
raum und gleichzeitiger
Erhöhung der Biodiver-
sität sowie der Aufent-
haltsqualität im Sozial-
raum **
Wird vom
Fachamt
nicht wei-
terverfolgt
EFRE 2017 2020 - - 27.778 € -
Handlungsfeld: Wohnen
5.0.2.
A
Zuhause im Veedel –
Aktivierung, Beteiligung
und Wohnumfeld-
pflege/Modul A: Mieter-
und Nachbarschaftsar-
beit
Antrag in
Vorberei-
tung
SBF 2017 2021 2020 2023 211.034 € 190.695 €
5.0.2.
B
Zuhause im Veedel –
Aktivierung, Beteiligung
und Wohnumfeldpfle-
ge/Modul B: Quartiers-
hausmeister**
Antrag in
Vorberei-
tung, Prü-
fung nach
neuer För-
derrichtlinie
notw.
ESF 2017 2019 - - 125.960 € -
5.0.3 Haus-, Hof- und Fassa-
denprogramm
Antrag in
Vorberei-
tung
SBF 2018 2021 2020 2022 318.180 € 322.261 €
7.569.498 € 7.212.123 €
112 Integriertes Handlungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück““
als Bestandteil des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“
* Gegenüber dem Leitkonzept neu aufgenommene Maßnahme.
** Maßnahmen werden nicht weiterverfolgt, weil ein geeigneter Förderzugang fehlt oder bereits Angebote außerhalb des Pro-
gramms umgesetzt werden.
*** Bei baulichen Maßnahmen ist mit Beginn die Umsetzung/ der Baubeginn gemeint.
**** Maßnahmenkosten wurden keinem Sozialraum zugeordnet und sind daher nicht in Gesamtkosten einberechnet
Beschlussvorlage Rat
12199 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin
Dezernat, Dienststelle
VI/15/152
152/1
Vorlagen-Nummer
3789/2018
Freigabedatum
13.12.2018
Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung
Betreff
Beschluss des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes "Starke Veedel - Starkes Köln" für
den Sozialraum "Ostheim und Neubrück"
Beschlussorgan
Rat
Gremium Datum
Beschluss:
1. Der Rat beschließt das auf der Grundlage des Leitkonzeptes „Starke Veedel – Starkes Köln“
(Ratsbeschluss 20.12.2016, Vorlage-Nr. 2899/2016) erstellte Integrierte Stadtentwicklungskon-
zept (ISEK) für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ (siehe Anlage 1). Er beauftragt die Ver-
waltung mit der Umsetzung der Maßnahmen aus dem Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“
und der Anpassung der Maßnahmenkonzeptionen, soweit im weiteren Abstimmungsprozess mit
den Fördermittelgebern aufgrund laufender Änderungen der Förderbedingungen Anpassungen er-
forderlich werden.
Stadtentwicklungsausschuss 13.12.2018
Ausschuss für Umwelt und Grün 17.12.2018
Integrationsrat 21.01.2019
Wirtschaftsausschuss 24.01.2019
Ausschuss Soziales und Senioren 24.01.2019
Ausschuss Schule und Weiterbildung 28.01.2019
Verkehrsausschuss 29.01.2019
Sportausschuss 31.01.2019
Gesundheitsausschuss 05.02.2019
Jugendhilfeausschuss 05.02.2019
Stadtentwicklungsausschuss 07.02.2019
Bezirksvertretung 8 (Kalk) 07.02.2019
Finanzausschuss 11.02.2019
Rat 14.02.2019
2
2. Der Rat beschließt die Erbringung der Leistungen durch Dritte für die im Integrierten Stadtentwick-
lungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ aufgeführten Einzelmaßnahmen, die in
der Kostenübersicht hinterlegt sind. Die Umsetzung der Maßnahmen steht unter dem Vorbehalt
der Bewilligungen aus den avisierten Förderzugängen sowie einer erzielten Förderquote von min-
destens 50 % der Gesamtkosten der jeweiligen Maßnahmen. Die erforderlichen Veranschlagun-
gen des ergebniswirksamen Aufwandes und der investiven Zahlungsermächtigungen bis 2022 in
Höhe von circa 4 Mio. € sind im Hpl. 2019 inkl. der mittelfristigen Finanzplanung bis 2022 bereits
berücksichtigt. Der entstehende Aufwand in den Haushaltsjahren nach 2022 in Höhe von circa 3,1
Mio. € wird in den zukünftigen Haushaltsplanaufstellungen berücksichtigt.
3. Der Rat beauftragt die Verwaltung,
A) mit der Umsetzung der Maßnahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes für den So-
zialraum „Ostheim und Neubrück“ auf Basis des Leitkonzeptes „Starke Veedel – Starkes
Köln“,
B) die erforderlichen Entscheidungen zu konsumtiven Maßnahmen des Integrierten Stadtentwick-
lungskonzeptes, die im Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ wirksam werden, der Bezirksver-
tretung Kalk vorzulegen und die zuständigen Fachausschüsse im Wege der Mitteilung zu in-
formieren,
C) mit der Umsetzung der investiven Maßnahmen im Sozialraum „Ostheim und Neubrück“. Der
Rat verzichtet auf die nochmalige Vorlage, falls die zuständigen Fachausschüsse und die Be-
zirksvertretung Kalk ohne Einschränkung zustimmen.
Beschlussalternative:
Der Rat erkennt das Integrierte Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neu-
brück“ sowie die Umsetzung der Maßnahmen nicht an.
3
Haushaltsmäßige Auswirkungen
Nein
Ja, investiv Investitionsauszahlungen €
Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja 50 % b.max.
85 %
Ja, ergebniswirksam Aufwendungen für die Maßnahme ca.7.1 Mio €
Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja 50 % b.max.
90 %
Jährliche Folgeaufwendungen (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr:
a) Personalaufwendungen €
b) Sachaufwendungen etc. €
c) bilanzielle Abschreibungen €
Jährliche Folgeerträge (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr:
a) Erträge €
b) Erträge aus der Auflösung Sonderposten €
Einsparungen: ab Haushaltsjahr:
a) Personalaufwendungen €
b) Sachaufwendungen etc. €
Beginn, Dauer
Begründung
1. Ausgangslage
Die Stadt Köln nutzt die Chancen der aktuellen Förderp eriode 2014-2020 und reagiert damit auf den
gemeinsamen Projektaufruf der europäischen Strukturfonds EFRE, ESF und ELER in Nordrhein -
Westfalen. Der Schwerpunkt des Projektaufrufs „Starke Quartiere – starke Menschen“ liegt auf der
präventiven und nachhaltig en Entwicklung von Stadtquartieren und Ortsteilen und der Bekämpfung
von Armut und Ausgrenzung.
Mit der Vorlage-Nr. 2899/2016 hat der Rat das ISEK „Starke Veedel – Starkes Köln“ als zukunftswei-
sendes Leitkonzept zur Sozialraumorientierten Stadtentwicklun g beschlossen und die Verwaltung
unter Nutzung möglicher Förderzugänge mit der Umsetzung der dargestellten Maßnahmen beau f-
tragt. Das Leitkonzept wurde von der Interministeriellen Arbeitsgruppe (IntermAG) am 04.11.2016
anerkannt. Auf Basis der Anerkennung u nd des Ratsbeschlusses vom 20.12.2016 (Vorlage -Nr.
2899/2016) können Fördermittel des ESF und EFRE beantragt werden.
Parallel dazu wirbt die Verwaltung weitere Fördermittel für die Finanzierung der Maßnahmen ein.
Zentral ist dabei das Programm „Soziale S tadt“. Im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“ können
über Städtebaufördermittel investive Maßnahmen gefördert werden. Aufgrund der Anforderungen der
Städtebauförderung ist die Erarbeitung eines separaten sozialraumbezogenen ISEKs, das die Geg e-
benheiten des Raumes nach unterschiedlichen Kriterien betrachtet, Stärken und Schwächen herau s-
arbeitet und daraus Handlungsempfehlungen in Form von Maßnahmen ableitet, erforderlich.
4
Das hier vorgelegte ISEK für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ ist Bestandteil des Program-
mes „Starke Veedel – Starkes Köln“, das insgesamt elf Sozialräume umfasst. Das Programm bildet
den ersten Baustein eines umfassenden und langfristig angelegten Quartiersentwicklungsprozesses
für den Sozialraum. Ziel ist es, verbesserte Lebensbed ingungen für die Menschen in allen Sozialrä u-
men zu schaffen und auf den Arbeiten des Programms „Lebenswerte Veedel – Sozialraum- und Bür-
gerorientierung“ aufzubauen, das bereits seit 2006 in elf Sozialräumen umgesetzt wird. Seitdem wu r-
den zahlreiche Vorhaben angestoßen und realisiert. Die Sozialraumkoordinatorinnen und Sozia l-
raumkoordinatoren sind für die Menschen in den Veedeln mittlerweile zu festen Ansprechpartneri n-
nen und Ansprechpartnern geworden.
2. Einordnung des ISEKs für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ in die Pro-
grammstruktur
Der Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ zählt mit rund 21.150 Einwohnerinnen und Einwohnern zu
den größeren Sozialräumen in Köln, wobei sich die Einwohnerzahlen circa zur Hälfte auf die Stadtte i-
le Ostheim und Neubrück verteilen.
Während der Stadtteil Ostheim durch eine gemischte Siedlungsstruktur mit Gebäuden aus verschi e-
denen Dekaden gekennzeichnet ist, entstand Neubrück als geschlossene Siedlung Mitte der 1960er
Jahre. In beiden Stadtteilen finden sich Hochhaussiedlungen, die eine besondere Herausforderung
darstellen – sowohl in sozialer als auch in städtebaulicher Hinsicht.
Die Bevölkerungs - und Sozialstruktur ist im Sozialraum sehr unterschiedlich. Insbesondere die G e-
schosswohnungsbereiche sind durch einen hohen Anteil an Pe rsonen mit Migrationshintergrund, e i-
nen hohen Jugendquotienten und einen hohen Anteil an Transferleistungsbezieherinnen und -
beziehern geprägt, während zum Beispiel die Bungalow - und Reihenhausgebiete durch einen übe r-
durchschnittlichen Altenquotienten gekennzeichnet sind.
Das ISEK für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ umfasst eine detaillierte Betrachtung des S o-
zialraumes und geht auf dessen spezifischen Anforderungen ein. Ziel des ISEKs ist es, den Sozia l-
raum „ Ostheim und Neubrück “ zu stärken, die Arm ut zu bekämpfen, den sozialen Zusammenhalt
auszubauen, Präventionsansätze zu systematisieren und die Lebenssituation der in diesen Quarti e-
ren lebenden Menschen nachhaltig zu verbessern. Erwartet werden auch positive Effekte auf die g e-
samtstädtische Entwick lung und den sozialen Zusammenhalt in der Gesamtstadt. Dabei beinhaltet
das ISEK für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ auch das Ziel, strukturelle Verbesserungen bei
der Entwicklung und Umsetzung integrierter Quartiersentwicklung als Strategie der Stad tentwicklung
zu erreichen. Dazu gehört die stärkere Entwicklung sozialraumorientierten Denkens in der Verwa l-
tung, die abgestimmte Zusammenarbeit zwischen den in den Quartieren aktiven Akteuren einerseits
und die Abstimmung ihres Handels mit den Dienststell en der Stadt andererseits. Gleichzeitig wird die
Bewohnerschaft von allen an der Programmumsetzung Beteiligten aktiv eingebunden.
Darauf aufbauend wurden 14 Maßnahmen von den städtischen Fachämtern, den Bürgerämtern und
weiteren Akteuren, u.a. der Sozialraumkoordination erarbeitet und zur Umsetzung vorgesehen.
3. Finanzen
Der Rat hat die Anerkennung des Bedarfs für die im ISEK „Starke Veedel – Starkes Köln: mitwirken,
zusammenhalten, Zukunft gestalten“ aufgeführten Einzelmaßnahmen mit einem Gesamtvolumen v on
rd. 77,3 Mio. € -vorbehaltlich der avisierten Förderzugänge - in seiner Sitzung am 20.12.2016 b e-
schlossen (Vorlage-Nr. 2899/2016).
Die erforderliche Veranschlagung des ergebniswirksamen Aufwandes und der investiven Zahlungs -
ermächtigungen bis 2022 sind im Hpl. 2019 inkl. mittelfristigen Finanzplanung bis 2022 berücksichtigt.
Der darüber hinausgehende Bedarf für das Jahr 2023 wird in den zukünftigen Haushaltsplanaufste l-
lungen berücksichtigt.
5
Die erforderlichen Haushaltsermächtigungen dienen sowohl der V orfinanzierung der Maßnahmen als
auch der Sicherstellung der Finanzierung des städtischen Eigenanteils. Über die Höhe der zu erwa r-
tenden Fördermittel kann derzeit noch keine qualifizierte Aussage getätigt werden. Die Förderquote
des EFRE liegt bei maximal 50 % der Projektkosten. Der ESF fördert bei einer Förderantragstellung
über einen freien Träger bis maximal 90 % und bei einer Förderantragstellung über die Kommune bis
zu maximal 80 % der projektbezogenen Personalkosten einschließlich der Arbeitsplatzkost en auf
Grundlage von Pauschalen, jedoch keine projektbezogenen Sachkosten. Maßnahmen, die über die
Städtebauförderung finanziert werden, weisen derzeit eine Förderquote von 70 % 1 auf. Durch die Ko-
finanzierung der Städtebauförderung mit anderen Fördertöpfen , die -sofern die Voraussetzungen vor-
liegen- beantragt werden soll, kann z.B. für einzelne EFRE -kofinanzierte Maßnahmen eine Förde r-
quote von bis zu 85 % erreicht werden.
Für den Sozialraum „ Ostheim und Neubrück“ sollen aus dem o. g. Ansatz insgesamt circa 7,1 Mio. €
zur Umsetzung der Einzelmaßnahmen verwandt werden.
Die Finanzierung der Maßnahmen erfolgt aus Teilergebnisplan, bzw. Teilfinanzplan 0902, Stadten t-
wicklung. Die im Hpl. 2019 inklusive mittelfristiger Finanzplanung bis 2022 für das Projekt „Starke
Veedel – Starkes Köln“ veranschlagten konsumtiven Aufwandsermächtigungen und investiven Za h-
lungsermächtigungen decken die kalkulierten Gesamtkosten des Teilprojektes ab. Jenseits der im
Haushalt bereitgestellten Mittel, stehen über die Projektkoordination hinaus keine Personalressourcen
zu Verfügung. Eine Aufteilung nach konsumtiven oder investiven Inhalten ist derzeit noch nicht a b-
schließend möglich. Aufgrund des Planungsfortschrittes kann derzeit davon ausgegangen werden,
dass es noch Verschiebungen von den ergebniswirksamen Aufwendungen zu den investiven Auszah-
lungen geben wird.
Die Mittel aus den Förderprogrammen der EU, dem ESF und dem EFRE, sind fristgebunden, Bewill i-
gungen sind nur bis zum Jahr 2020 möglich. Der integrierte Ansatz des Leitkonzeptes bedingt d ie
Realisierung einer Vielzahl vernetzt wirkender Maßnahmen. Mit einer weiteren Verzögerung der U m-
setzung sind die Gewährung von Fördermitteln und damit die Umsetzung des ISEKs im geplanten
Umfang gefährdet.
Anlagen
Anlage 1: ISEK für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“
Anlage 2: Kostenübersicht für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“
1 Die Förderquote der Städtebauförderung wird jährlich für die Kommunen durch das Land festgelegt. Maßgeb-
lich ist die Förderquote, die bei der Beantragung der Fördermittel Gültigkeit hat.
Anlage 2 Kostenübersicht Ostheim Neubrück mit Maßgaben
2946 Zeichen
Kostenübersicht Sozialraum „Ostheim und Neubrück“
Nr. Maßnahme Gebietsbezug Finanzierung
aus
Kurzfristig Mittelfristig Folgejahre Kostenschätzung
Gesamtsumme
Maßnahme
2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 Ab 2023
Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung
0.0.0 Externe Beratung bei der
Erstellung des Integrierten
Stadtentwicklungskonzeptes
Alle Sozialräume SBF
24.829 € 24.829 €
0.0.1 Büro für
Quartiersmanagement und
Aktivierung im Sozialraum
„Ostheim und Neubrück“
Alle Sozialräume SBF
130.550 € 115.550 € 115.550 € 361.650 €
Früh ansetzende Hilfen
1.0.16 Zugehende Hilfe mit
Lotsenfunktion zur
Überleitung ins Regelsystem
und Entwicklung einer
beruflichen Perspektive für
junge Menschen mit
psychischen Problemen bis
27 Jahren
Alle Sozialräume ESF
5.783 € 7.664 € 1.911 € 15.358 €
1.0.17 Stadtteileltern Alle Sozialräume ESF 33.735 € 26.915 € 17.314 € 77.964 €
1.10.1 „Jung und Alt – da wo es
knallt“, intergeneratives und
interkulturelles mobiles
Angebot
Gebietsspezifische
Maßnahme
ESF
53.765 € 107.530 € 53.765 € 215.060 €
Öffentlicher Raum
2.0.4 Sport- Spiel- und
Bewegungsräume im
Veedel, hier: zusätzliche
Fläche für Trendsport auf
Spiel- und Bolzplatz in
Neubrück (Georgestraße)
Gebietsspezifische
Maßnahme
SBF
72.000 € 120.000 € 48.000 € 240.000 €
2.10.4 Partizipative Neugestaltung
„Platz an Sankt Adelheid“/
Marktplatz Neubrück
Gebietsspezifische
Maßnahme
SBF
130.430 € 52.760 € 297.392€ 403.592 € 615.870 € 1.500.044 €
2.10.5 Bau einer Begegnungsstätte
– Machbarkeitsstudie
Gebietsspezifische
Maßnahme
SBF
60.000 € 60.000 €
2.10.5a Bau einer Begegnungsstätte Gebietsspezifische
Maßnahme
SBF 1.000.000 € 1.000.000 € 1.000.000 € 3.000.000 €
2.10.7 Jugendeinrichtung
Gernsheimer Straße
Gebietsspezifische
Maßnahme
SBF
226.100 € 428.400 € 428.400 €
1.082.900 €
Nr. Maßnahme Gebietsbezug Finanzierung
aus
Kurzfristig Mittelfristig Folgejahre Kostenschätzung
Gesamtsumme
Maßnahme
2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 Ab 2023
Wirtschaft und Qualifizierung
3.10.1 Bedarfs- und
Machbarkeitsanalyse zur
Ansiedlung eines
interaktiven
Lebensmittelmarktes
Gebietsspezifische
Maßnahme
EFRE
25.000 € 25.000 € 50.000 €
Umweltgerechtigkeit – Klimaschutz, Luftreinhaltung, Lärmminderung
4.0.4 Aufbau eines Hitzewarn-
und Informationssystems.
Informationsmaterial für die
Bevölkerung zum Thema
Hitzeentwicklung im Zuge
des Klimawandels
Alle Sozialräume BMUB-
Programm,
Klima, BMBF
9.091 € 9.091 € 9.091 € 27.273 €
Wohnen
5.0.2 Zuhause im Veedel –
Aktivierung und Beteiligung
Gebietsspezifische
Maßnahme
SBF 26.314 € 55.877 € 55.877 € 52.627 € 190.695 €
5.0.3 Haus-, Hof- und
Fassadenprogramm
Alle Sozialräume SBF 107.420 € 107.420 € 107.421 € 322.261 €
Gesamtkosten 30.612 € 95.164 € 170.447 € 785.984 € 841.098 € 2.124.640 € 1.504.219 € 1.615.870 € 7.168.034 €
Anlage 3 Auszug aus der BV 8 vom 07.02.2019
3040 Zeichen
Anlage 3 Geschäftsführung Bezirksvertretung 8 (Kalk) Herr Menne Telefon: (0221) 221-98313 Fax : (0221) 221-98347 E-Mail: dieter.menne@stadt-koeln.de Datum: 08.02.2019 Auszug aus dem Beschlussprotokoll der 34. Sitzung der Bezirksvertretung Kalk vom 07.02.2019 öffentlich 8.2.3 Beschluss des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes "Starke Vee- del - Starkes Köln" für den Sozialraum "Ostheim und Neubrück" 3789/2018 Beschluss: Die Bezirksvertretung Kalk empfiehlt dem Rat, folgenden geänderten Beschluss zu fassen: 1. Der Rat beschließt das auf der Grundlage des Leitkonzeptes „Starke Veedel – Starkes Köln“ (Ratsbeschluss 20.12.2016, Vorlage-Nr. 2899/2016) erstellte Inte- grierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) für den Sozialraum „Ostheim und Neu- brück“ (siehe Anlage 1). Er beauftragt die Verwaltung mit der Umsetzung der Maßnahmen aus dem Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ und der Anpas- sung der Maßnahmenkonzeptionen, soweit im weiteren Abstimmungsprozess mit den Fördermittelgebern aufgrund laufender Änderungen der Förderbedingungen Anpassungen erforderlich werden. Die Maßnahme unter 3.10.1 auf Seite 82 in Höhe von € 50.000,00 ist nicht umzu- setzen (Machbarkeitsstudie integrativer Supermarkt in Neubrück), da der Bedarf seit langem unstreitig feststeht und eine Ansiedlung w eiterer Versorger lediglich an fehlenden Grundstücken scheitert! 2. Der Rat beschließt die Erbringung der Leistungen durch Dritte für die im Integrier- ten Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ aufge- führten Einzelmaßnahmen, die in der Kostenübersicht hinterlegt sind. Die Umset- zung der Maßnahmen steht unter dem Vorbehalt der Bewilligungen aus den avi- sierten Förderzugängen sowie einer erzielten Förderquote von mindestens 50 % der Gesamtkosten der jeweiligen Maßnahmen. Die erforderlichen Veranschla- gungen des ergebniswirksamen Aufwandes und der investiven Zahlungsermäch- tigungen bis 2022 in Höhe von circa 4 Mio. € sind im Hpl. 2019 inkl. der mittelfris- tigen Finanzplanung bis 2022 bereits berücksichtigt. Der entstehende Aufwand in 2 den Haushaltsjahren nach 2022 in Höhe von circa 3,1 Mio. € wird in den zukünfti- gen Haushaltsplanaufstellungen berücksichtigt. 3. Der Rat beauftragt die Verwaltung, A) mit der Umsetzung der Maßnahmen des Integrierten Stadtentwicklungskon- zeptes für den Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ auf Basis des Leitkonzep- tes „Starke Veedel – Starkes Köln“, B) die erforderlichen Entscheidungen zu konsumtiven Maßnahmen des Integrier- ten Stadtentwicklungskonzeptes, die im Sozialraum „Ostheim und Neubrück“ wirksam werden, der Bezirksvertretung Kalk vorzulegen und die zuständigen Fachausschüsse im Wege der Mitteilung zu informieren, C) mit der Umsetzung der investiven Maßnahmen im Sozialraum „Ostheim und Neubrück“. Der Rat verzichtet auf d ie nochmalige Vorlage, falls die zuständi- gen Fachausschüsse und die Bezirksvertretung Kalk ohne Einschränkung zu- stimmen. Abstimmungsergebnis: Einstimmig zugestimmt.
Beratungsverlauf (14)
Beschluss: im ersten Durchgang verwiesen
Zur SitzungBeschluss: zurückgestellt
Zur SitzungBeschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: unter Vorbehalt beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ungeändert empfohlen
Zur SitzungBeschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ohne Votum in nachfolgende Gremien
Zur SitzungBeschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ohne Votum in nachfolgende Gremien
Zur SitzungBeschluss: geändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3789/2018
- Typ
- Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss
- Datum
- 13.12.2018
- Erstellt
- 16.11.2018 09:29