2015/0102
Förderung des Projektes 'Oyá' - Schutz vor Gewalt und Zwangsprostitution im Mornewegviertel
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2015/0102
4600 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
27.04.2015
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat V an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Dezernat IV
Amt: Frauenbüro
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2015/0102
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.: 315110
Kostenstelle: 751-010-9005 Investitionsnummer:
Kostenträger: 3154-10 Sachkonto: 7128000
Betreff: Förderung des Projektes "Oyá" - Schutz vor Gewalt und Zwangsprostitution im
Mornewegviertel
Vorlage vom: 11.03.2015
Beschlussvorschlag :
1. Der Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung unterstützen die Stärkung des
Gemeinwesens im Mornewegviertel durch die Zustimmung und Fortführung des oben
genannten Projektes.
2. Der Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung stimmen gemäß beiliegender
Kostenkalkulation zu, dass aus dem für besonders benac hteiligte Zielgruppen zur
Verfügung stehenden „Nachlass Ihrig“ 8.900,00 € zur Umsetzung der Pro jektinhalte
verwendet werden .
Anlagen: Kalkulationsblatt Oyá 2015
Statistik Projekt Oyà 2014
Jahresbericht Projekt Oyà 2014
Datenschutzrelevante Anlage:
- 2 -
Folgekosten: Ja Nein
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 11.3.2015
Mit dem Magistratsbeschluss zur Stärkung des Gemeinwesens im Mornewegviertel vom
18.11.2009 (Nr. 613/2009) wurden u.a. die Voraussetzungen für das Projekt Oyá „Anlauf- und
Clearingangebot des Horizont e.V. für Frauen in der Straßenprostitution“ geschaffen.
Die Angebote des Projektes wenden sich im Zeitraum vom 01.03.2010 bis 28.02.2015 an die
Prostituierten, die in der Toleranzzone Bismarckstraße/Kirschenallee tätig sind. Analysen,
wie und wodurch die individuelle Situation der Frauen verbessert werden kann sowie
Angebote psychosozialer Ausstiegshilfen bieten die Grundlagen, um den Prostituierten
Schutz vor Gewalt und Hilfe bei bereits erfolgten Übergriffen, zu den Themen Wohnungs - und
finanzielle Sicherung sowie Information zum Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten
uvm. zu bieten.
Aus dem beiliegenden Bericht und der Statistik gehen die nach wie vor anhaltende positive
Entwicklung des Projektes sowie die neuen Herausforderungen und Aufgaben hervor. Daraus
wird auch die frauen- und sozialpolitische Bedeutung des Projektes deutlich. Das Projekt hat
sich in der Form bewährt – eine Weiterführung ist dringend notwendig.
In Kooperation und enger Abstimmung mit FIM e.V. (Frauenrecht ist Menschenrecht), der
Drogenhilfe des Scentral des Diakonischen Werkes Darmstadt, der AIDS-Hilfe Darmstadt, dem
Polizeipräsidium Südhessen, der Malteser Migranten Medizin, der Bahnhofsmission des
Diakonischen Werkes in Darmstadt, den Mitgliedern von „Herzzeichen“, einer ehrenamtlichen
christlich geprägten Gruppe, sowie verschiedenen Ämtern der Stadtverwaltung ( z. B. das Amt
für Soziales und Prävention, Jugendamt, Frauenbüro) werden die Prostituierten bei der Klärung
ihrer Anliegen und Problemlagen umfassend unterstützt, beraten und begleitet.
Mit insgesamt 811 Kontakten hat sich die Gesamtzahl der Klientinnenkontakte im Vergleich
zum Vorjahr (731 Kontakte) wieder gesteigert.
Im Hinblick auf die anhaltende Stabilisierung und sozialraumorientierte Stärkung des
Mornewegviertels soll die Förderung des Projekts – wie in den drei
vorangegangenen Förderperioden – durch den „Nachlass Ihrig“ erfolgen, welcher
zweckgebunden speziell für benachteiligte Zielgruppen zur Verfügung steht (hier auch in Bezug
auf das Thema „Gewalt gegen Frauen“). Die jetzige Auszahlung für das Projekt soll in Höhe von
8.900,00 Euro erfolgen. Mit dieser Auszahlung ist der „Nachlass Ihrig“ erschöpft, aus dem die
Maßnahme bisher mit insgesamt 37.977 Euro finanziert wurde. Der Träger hat die Eigenmittel
entsprechend aufgestockt.
Der Träger „Horizont e.V.“ bringt laut Kalkulation einen erhöhten Eigenanteil von 8.755,00
Euro ein.
Der städtische Haushalt wird nicht belastet.
Über die weitere Entwicklung des Projektes wird berichtet.
Statistiken und der aktuelle Jahresbericht des Projektes liegen als Anlage bei.
Darmstadt, 11.03.2015
Dezernat IV Dezernat V
André Schellenberg Barbara Akdeniz
Stadtkämmerer Stadträtin
anlage 1
993 Zeichen
Kalkulationsblatt für ein Jahr (2015/ 2016) 01.03.2015 - 29.02.2016 Projekt: Name : Horizont e.V. Anschrift : Groß-Umstädter Str. 16, 64807 Dieburg Rechtsform : gem. eingetragener Verein I. Ausgaben 1. Personal Stellen [1] Höhe[2] Pädagogische Arbeit 8 Std. 10.835 Leitung 1,5 Std. 2.620 Verwaltung 1.000 Reinigung und technische Dienste Berufsgenossenschaft 14.455 2. Sachkosten Höhe 1.200 2.000 3.200 17.655 II. Einnahmen Arten Höhe Fremdmittel 8.900 Eigenmittel 8.755 17.655 [1] in Vollzeitäquivalenten zu 39,00 Std. / Woche [2] Bruttolohnkosten + Arbeitgeberanteil SV SUMME Ausgaben Spenden, Bußgelder etc. andere SUMME Einnahmen Stadt Darmstadt andere Kommunen sonstige Mitgliedsbeiträge Material für Zielgruppe (Kondome, Feuchttücher usw.) Verwaltungskosten (Telefon, Büromaterial etc.) Infomaterial (Flyer, Broschüren etc.) SUMME Schutz vor Gewalt und Zwangsprostitution im Mornewegviertel SUMME anteilige Miete und Nebenkosten
anlage 3
13322 Zeichen
Jahresbericht – Oyà 2014 1 Jahresbericht – Oyà 2014 Zur Weiterentwicklung des Anlauf - und Clearingangebotes für Frauen die in Darmstadts Mornewegviertel der Straßenprostitution nachgehen Im Jahr 2014 konnte Horizont e.V. mit dem Projekt „Oyá“, als Unterstützungs- und Clearing- angebot, den Sexarbeiterinnen in der Toleranzzone eine Anlaufstelle bei Problemen und Krisen bieten. Die vorrangigen Themen im Berichtszeitraum waren Zwangsprostitution, Um- gang mit Gewalterfahrungen, Sexarbeiterinnen aus Südosteuropa, medizinische Notlagen und drohende Wohnungslosigkeit, sowie der Ausbau der Kooperation mit dem ehrenamtl i- chen Angebot „ Herzzeic hen“ und die Konsequenzen der andauernden Bauarbeiten auf der Bismarckstraße. Mit dem Projekt verfolgen wir die Ziele: Hilfen beim Ausstieg aus der Pros titution zu organi- sieren, Zwangsprostitution entgegenzuwirken und Unterstützung bei den Gefahren im Alltag der Sexarbeiterinnen zu bieten. Hilfreich ist hier die Niedrigschwelligkeit des Angebotes zur psychosozialen Beratung und Unterstützung, da die Frauen anonym bleiben können , was Vertrauen schafft. Wir greifen das Problem versteckter Obdachlosigkeit auf, vermitteln gezielt in weiterführ ende Hilfsan- gebote, betreiben Prävention im Umfeld durch Aufklärungsarbeit, begleiten bei akuten Krisen und betreiben Netzwerkarbeit. Wichtig ist hier die Kooperation mit FIM - Frauenrecht ist Menschenrecht, speziell die enge Zusammenarbeit bei der Begleitung von Frauen, die Opfer von Gewalttaten geworden bzw. von Zwangsprostitution betroffen sind. . Wir arbeiten sowohl aufsuchend, durch einen wöchentlichen Rundgang in der Toleranzzone, als auch in unseren Büroräumen. Durch diese beiden Zugangsmöglichkeiten erreichen wir auch die Frauen, die den Weg zu uns noch scheuen. Die wöchentliche Sprechzeit hat sich erweitert, da die Frauen die Möglichkeit uns vor Ort im Büro aufzusuchen immer mehr nut- zen. Hier gab es mitunter täglich bis zu fünf Kontakte. Ein weiteres Standbein ist die Prävention. Besonders das Thema Safer Sex und das zur Ver- fügung stellen von Präventionsmaterial waren entscheidende Mittel bei der Kontaktaufna h- me im Arbeitsalltag. Die Kontaktzahlen des letzten Jahres (731) erhöhten sich trotz andauernder Bauarbeiten auf der Bismarckstraße und den daraus resultierenden Probleme n für die Frauen des Straße n- strichs auf 811 Kontakte. Die Möglichkeit sich Rat und Hilfe in den Büroräumen zu holen wurde seitens der Frauen verstärkt wahrgenommen. (z.B. 231 Kontakte Sonstiges ). Auch hier können sich Frauen mit Safer Sex -Utensilien versorgen und in ruhiger Atmosphäre komplexere Sachverhalte vo r- bringen. Immer wieder haben wir in akuten Krisen interveniert. Im Einzelnen handelt es sich hierbei z.B. um die Vergabe von Kleidung, Hygi eneartikeln, oder Lebensmitteln, sowie U n- terstützung bei emotionalen Zusammenbrüchen aufgrund prekärer Lebensumstände. Weiter gehörte hierzu die Unterstützung bei administrativen Angelegenhei ten, bspw. Hilfe beim Verfassen von Bewerbungsunterlagen, die einen wichtigen Schritt auf dem Weg aus der Prostitution darstellen. Frauen die weiter als Sexarbeiterinnen tätig sein wollen wurden die Wege in die Selbstä n- digkeit aufgezeigt und zum Umgang mit dem Finanzamt beraten. Da auch Wohnungslosig- keit ein immer häufiger auftretendes Problem ist, unterstützten die Mitarbeiterinnen von Oyà die Frauen bei der Wohnungssuche oder vermittel ten kurzfristig Notschlafplätze. Dies g e- schieht in enger Zusammenarbeit mit dem Amt für Soziales und Prävention . Die Mitarbe i- tenden des Amt es unterstützten uns zudem, ebenso wie die Bahnhofsmission , dabei, für Frauen, die ins Heimatland zurück kehren wollten die Heimfahrt zu organisieren. Ein wichti- Jahresbericht – Oyà 2014 2 ges Angebot ist die Vermittlung von Frauen mit Suchthintergrund an entsprechende Ber a- tungsangebote wie das Scentral des Diakonischen Werkes. So sind unsere Angebote ein fester Bestandteil in der Arbeitswelt der Frauen auf dem Str a- ßenstrich. Der Kontakt zu den meisten Frauen besteht bereit s seit einigen Jahren, wodurch ein hohes Maß an Vertrauen in die Arbeit und Kompetenzen der Mitarbeitenden deutlich wird. Bei den Frauen, die sich auf dem Straßenstrich aufhalten , unterscheiden wir drei Gruppen, wobei Überschneidungen möglich sind. Zum einen sind dort die Frauen anzutreffen, die b e- reits seit me hreren Jahren au f dem Straßens trich arbeiten und zum Teil der Drogenszene zuzuordnen sind. Diese stellen weniger als ein Drittel der Kontakte dar. Zum anderen ist die Gruppe der osteuropäischen Frauen mit mehr als zwei Dritteln der Kon- takte sehr stark vertreten. Die Frauen dieser Gruppe befinden sich immer wieder in ihren Heimatländern und kommen zurück, um wieder auf dem Straßenstrich zu arbeiten. Sie nu t- zen unser Angebot und äußern Fragen zu anderen Verdienstmöglichkeiten. Bei einer Vielzahl dieser Frauen vermuten wir einen Zwangskontext . Die Gründe für die Rückkehr ins Milieu sind unterschiedlich und teilweise unklar. Es besteht der Verdacht, dass die Frauen nicht immer eigenmächtig entscheiden können, wo sie sich aufhalten. Die letzte Gruppe bilden Frauen, welche sich neu auf dem Straßenstrich befinden. Diese Frauen kommen meist auch aus Osteuropa. Die Sexarbeiterinnen, die neu auf dem Straßen- strich sind, werden teilweise gezielt von den bereits etablierten Frauen zu uns geschickt. Hier besteht oft der Verdacht, dass diese Frauen unter Druck stehen, sowie überwacht we r- den. Sie wirken scheu und ängstlich. Die Ansprache durch Oyá wird in solchen Fällen kurz gehalten, die Frauen meist nur mit Präventionsmaterial versorgt. Dies dient zum einen der Sicherheit der Mitarbeiterinnen, zum anderen auch der Sicherheit der Frauen. Teilweise werden die Mitarbeiterinnen von den Frauen direkt darauf hingewiesen, dass sie den Kontakt kurz halten sollen. Über die aktuelle Lebenssit uation zu sprechen wird bei diesen Frauen oft durch mangelnde Sprachkenntnisse erschwert. Hier be finden sich die Mitarbeiterinnen in enger Kooper ation mit dem Projekt FIM . Die Mitarbeiterinnen von FIM sind in der Lage als Übersetzer tätig zu werden und so die Kommunikation zu erleichtern. Ebenso sei in diesem Zusammenhang auf die sehr gute Kooperation mit der Polizei Darmstadt hingewiesen. So wenden sich diese Frauen besonders bei gesundheitlichen Problem en an uns, da der Großteil von i hnen nicht krankenversichert ist. Hier geht großer Dank an die Malteser Mi g- ranten Medizin für die Zusammenarbeit. Dort können diese Frauen unentgeltlich medizin i- sche Hilfe in Anspruch nehmen. Aufgrund eines Vorfalls im letzten Jahr, agieren wir immer noch mit entsprechender Vorsicht. Zu diesem Vorfall wurde die Polizei hinzugezogen . Seitdem erlebten wir keine Kontakte mehr durch Hintermänner der Frau en zu den Mitarbeiterinnen des Projekts . Besonders für die aufsuchende Arbeit ist dies von Bedeutung, da sich die Mitarbeiterinnen im Spannung s- feld zwischen Sexarbeiterinnen, Kunden und Hintermännern aufhalten und somit sehr a n- greifbar sind. Da die Sexarbeiterinnen immer wieder Übergriffen von Kunden ausgesetzt sind, kooperieren wir mit dem Projekt „Hotline“ aus Frankfurt. Hier werden übergriffige Kunden in einem Heft zusammengefasst, so das s sich Sexarbeiterinnen vor diesen schützen können. Wir unter- stützen nach Übergriffen und bieten Begleitungen zu Polizei und Kliniken an. Im Berichtszeitraum wurden einige Frauen zu Aussagen bei der Polizei begleitet. Dies gibt den Frauen Sicherheit. Jahresbericht – Oyà 2014 3 Begleitungen zur Polizei finden immer auf Wunsch der Frauen statt. Die Inhalte, die den P o- lizeibesuch erforderlich machen, werden teilweise nicht offen gelegt, oft handelt es sich um Zeugenaussagen. Die Zusammenarbeit mit der Polizei äußert sich auch durch gegenseitige Information zu Be- gebenheiten auf dem Straßenstrich. Im Rahmen der Kooperation mit FIM wurde im letzten Jahr wieder ein gemeinsamer Run d- gang auf dem Straßenstrich durchgeführt. Im fachlichen Austausch mit den Kolleginnen von FIM wurde nochmals die Problematik deutlich, dass ohne Aussage der Frauen keine Mö g- lichkeit besteht, sie aus einem möglichen Zwangskontext herauszulösen. Viele Frauen h a- ben Angst die Familie nicht mehr versorgen zu können und schweigen daher zu ihrer aktuel- len Lebenssituation. In Manchen Fällen wird der Familie der Frauen im Heimatland durch Hintergrundpersonen gedroht , oder es besteht die Furcht vor körperlicher Gewalt. Der Zwangskontext wird von den Frauen selten offiziell bestätigt. Die Mitarbeiterinnen können dies nur vermuten, wenn Frauen extrem verschüchtert sind und keine Ortskenntnis haben . Zudem weisen vereinzelte Frauen Verletzungen auf, die offensichtlich aus der Gewalteinwi r- kung einer anderen Person resultieren. Es wird immer wieder von Frauen, nach Essen ge- fragt, da sie Hunger haben weil sie die Einnahmen abgeben müssen. Solange die Strukturen der Hintermänner für die Mitarbei terinnen undurchsichtig si nd, kön- nen sie wenig ausrichten, da sich die Mitarbeitenden sonst selbst großer Gefahr aussetzen. Auffälligkeiten auf dem Straßenstrich werden an die Polizei weitergeleitet, besonders wenn die Frauen sehr jung erscheinen. Im Jahr 2014 konnte die Kooperation mit dem ehrenamtlichen Projekt „Herzzeichen“ vertieft werden. Wir unterstützen das Projekt durch Fachwissen und geben Hilfestellung bei der Or- ganisation. Das Projekt „Herzzeichen“ bietet den Frauen ebenfalls Begleitungen zu Ärzten, Behörden etc. an. So kann eine bessere Versorgung der Frauen gewährleistet werden , da das Stu n- denkontingent der Oyá Mitarbeiterinnen begrenzt ist. Die Teilnahme an der Stadtviertelrunde Pallaswiesenviertel/ Mornewegviertel erbrachte, kei- ne neuen Erkenntnisse bezüglich d er Auffälligkeiten im Viertel . Beispielhaft seien B e- schwerden von Mitarbeitenden der Firma Evonik genannt oder Nachbarn, die sich über Ve r- unreinigungen beklagten. Beschwerden Seitens des Kindergartens treten mittlerweile nicht mehr auf. Das öffentliche Interesse an der Arbeit vo n Oyà bleibt nach wie vor groß. Die Mitarbeiterin- nen von Oyà halten, auf Anfrage, Vorträge zur Arbeit des Projekts. So gab es eine Einladung zum Vortrag im Frauen-Kultur-Zentrum Darmstadt zum Thema Frauenhandel und Prostituti- on, sowie ein Vortrag und eine Vorstellung des Projekts an der Hochschule Darmstadt. Zusammenfassend seien hier die a ktuelle Partner des Projektes genannt : FIM (Frauenrecht ist Menschenrecht), das „Hotline“-Heft aus Frankfurt, die Mitglieder von „Herzzeichen“, einer ehrenamtlichen christlich geprägten Gruppe, die Drogenhilfe durch das S central des Diak o- nischen Werkes. Mit den Mitarbeitenden des Scentra l besteht regelmäßiger Austausch und Zusammenarbeit. Die AIDS-Hilfe Darmstadt steht ebenfalls zur Seite. Reger Austausch besteht mit der Polizei, speziell dem RKI – K10 im Polizeipräsidium Darm- stadt in der Klappacherstraße 145, der Ermittlungsgruppe Darmstadt -City (EDC) in der Bi s- marckstraße 16 und de m zweiten Polizeirevier . Weitere Kooperationspartner sind die Mig- ranten Medizin im Marienhospital und die Städtischen Klini ken. Sehr Hilfreich ist der Kontakt zum Amt für Soziales und Prävention bei der Vermitt lung von Notschlafplätzen und bei der Rückführung in das Heimatland. Auch die Unterstützung durch die Bahnhofsmission ist uner- lässlich. Jahresbericht – Oyà 2014 4 Ein Augenmerk im nächsten Jahr wird darauf liegen Frauen Perspektiven zur Arbeit in der Prostitution zu eröffnen. Der Wunsch nicht mehr als Prostituierte auf der Straße zu arbeiten , wurde in den letzten Monaten vermehrt von den Frauen aus Osteuropa geäußert. Nicht nur die Sprachbarriere beeinträchtigt di e Zusammenarbeit. Da sie in Deutschland meist keinen Anspruch auf Sozialleistungen haben und auch nicht Krankenversichert sind, ist der Ausstieg aus der Prostitution und der Einstieg in ein geregeltes Leben sehr schwer. Insbesondere wenn Frauen intensiv medizinisch versorgt werden müssten. Hier wäre es hilfreich, wenn die Frauen leichteren Zugang zu f inanzieller Unterstützung hätten. Ansonsten ergibt sich ein Kreislauf der die Frauen wieder auf die Straße und in die Hände der Hintergrundpersonen treibt. Im Arbeitsalltag der Frauen ist die Baustelle auf der Bismarckstraße weiterhin präsent. Da die Frauen zum Teil aus der Toleranzzone ausweichen , um weiterhin für Kunden erreichbar zu sein entstehen neue Schwierigkeiten die es zu bewältigen gilt. Abschließend lässt sich feststellen, dass das Projekt Oyá ein wesentlicher Bestandteil im Hilfesystem für Frauen ist, die in Darmstadt der Straßenprostitution nachgehen, was die an - steigende Zahl der Kontakte (Beratungen vor Ort und im Büro) belegt. Die Sexarbeiterinnen nutzten das Angebot, fühlen sich in ihren Problemen ernst genommen und über das Vertrauen, dass zu den Mitarbeiterinnen des Projektes aufgebaut wurde, ent - wickeln sie das Zutrauen auch neue Wege einschlagen zu können. Auch die Aufmerksa m- keit in der Öf fentlichkeit zeigt, dass das Angebot als sinnvoll betrachtet wird. Ohne gezielte Hilfe ist der Ausstieg aus dem Prostitutionsmilieu kaum möglich.
anlage 2
2394 Zeichen
1
Verteilte Materialien
Artikel Verbrauch 2014
Kondome 11560
Feuchttücher 674
Tempos 420
Statistik Projekt Oyá 2014
Anzahl der Kontakte
Anzahl der
Kontakte Kontakte 2013 Differenz
(Jahr 2014) (Vergleich zu
2013)
Januar 56 81 -25
Februar 76 57 19
März 69 58 11
April 62 71 -9
Mai 53 59 -6
Juni 66 63 3
Juli 52 74 -22
August 63 67 -4
September 82 61 21
Oktober 65 54 11
November 93 44 49
Dezember 74 42 32
Summe 811 731 80
Monat
2
Altersstruktur
Monat Anzahl der
Kontakte gesamt 18 – 35 Jahre 35 – 60 Jahre 60 Jahre und älter
Januar 56 36 18 2
Februar 76 56 18 2
März 69 38 30 1
April 62 36 24 2
Mai 53 41 11 1
Juni 66 43 20 3
Juli 52 44 7 1
August 63 38 24 1
September 82 46 19 2
Oktober 65 42 18 5
November 93 68 23 2
Dezember 74 53 17 4
gesamt 811 541 229 26
3
Staatsangehörigkeit
Monat Anzahl der
Kontakte gesamt deutsch Europäisches
Ausland andere
Januar 56 13 43 0
Februar 76 23 53 0
März 69 20 45 4
April 62 23 39 0
Mai 53 14 39 0
Juni 66 18 46 2
Juli 52 16 33 3
August 63 17 46 0
September 82 24 33 4
Oktober 65 22 43 0
November 93 19 74 0
Dezember 74 17 56 1
Summe gesamt 811 226 550 14
4
Differenzierung zum Punkt Sonstiges auf der nächsten Seite
Beratungsthemen
Monat Anzahl der
Kontakte Safer Sex Gesundheit Sonstiges Gewaltprävention familiäre
Angelegenheiten
Januar 56 42 7 12 6 1
Februar 76 73 4 13 5 1
März 69 65 22 13 2 1
April 62 58 17 22 4 3
Mai 53 45 11 16 5 0
Juni 66 59 16 22 2 1
Juli 52 49 17 15 2 2
August 63 47 14 28 8 0
September 82 76 26 19 7 3
Oktober 65 58 9 22 6 2
November 93 84 26 28 2 1
Dezember 74 64 11 21 2 5
gesamt 811 720 180 231 51 20
5
Differenzierung Sonstiges
Monat Kriseninter -
vention
Verorgung mit
Lenemsmitteln
Hilfe bei administra -
tiven Angelegenheiten
Versorgung mit
Hygieneartikeln und
Kleidung
Vermittlung in
Unterkunft bzw.
Heimfahrten
Januar 12 4 2 5 1
Februar 13 3 4 2 4
März 13 3 3 2 5
April 22 6 5 4 6 1
Mai 16 2 1 5 6 2
Juni 22 5 7 5 5
Juli 15 1 4 4 5 1
August 28 6 7 6 7 2
September 19 4 6 4 5
Oktober 22 3 7 5 7
November 28 5 8 5 8 2
Dezember 21 3 7 2 7 2
gesamt 231 45 59 46 70 11
anlage 6
218 Zeichen
Punkt 4: Förderung des Projektes "Oyá" - Schutz vor Gewalt und Zwangsprostitution im Mornewegviertel (V-Nr. 2015/0102) Einstimmig empfiehlt der Ausschuss der Stadtverordnetenversammlung, der Vorlage zuzustimmen.
anlage 4
4667 Zeichen
- 2 -
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
27.04.2015
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat V an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Dezernat IV
Amt: Frauenbüro
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
IV 20
V 530
Stvv
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2015/0102
Magistratsbeschluss -Nr.
187
Internetfähig
Produkt-Nr.: 315110
Kostenstelle: 751-010-9005 Investitionsnummer:
Kostenträger: 3154-10 Sachkonto: 7128000
Betreff: Förderung des Projektes "Oyá" - Schutz vor Gewalt und Zwangsprostitution im
Mornewegviertel
Vorlage vom: 11.03.2015
Beschlussvorschlag :
1. Der Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung unter stützen die Stärkung des
Gemeinwesens im Mornewegviertel durch die Zustimmung und Fortführung des oben
genannten Projektes.
2. Der Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung stimmen gemäß beiliegender
Kostenkalkulation zu, dass aus dem für besonders benac hteiligte Zielgruppen zur
Verfügung stehenden „Nachlass Ihrig“ 8.900,00 € zur Umsetzung der Projektinhalte
verwendet werden.
- 3 -
Anlagen: Kalkulationsblatt Oyá 2015
Statistik Projekt Oyà 2014
Jahresbericht Projekt Oyà 2014
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
Beschluss des Magistrats vom 06.05.2015
Der Vorlage wird zugestimmt.
- 4 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 11.3.2015
Mit dem Magistratsbeschluss zur Stärkung des Gemeinwesens im Mornewegviertel vom
18.11.2009 (Nr. 613/2009) wurden u.a. die Voraussetzungen für das Projekt Oyá „Anlauf- und
Clearingangebot des Horizont e.V. für Frauen in der Straßenprostitution“ geschaffen.
Die Angebote des Projektes wenden sich im Zeitraum vom 01.03.2010 bis 28.02.2015 an die
Prostituierten, die in der Toleranzzone Bismarckstraße/Kirschenallee tätig sind. Analysen,
wie und wodurch die individuelle Situation der Frauen verbessert werden kann sowie
Angebote psychosozialer Ausstiegshilfen bieten die Grundlagen, um den Prostituierten
Schutz vor Gewalt und Hilfe bei bereits erfolgten Übergriffen, zu den Themen Wohnungs - und
finanzielle Sicherung sowie Information zum Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten
uvm. zu bieten.
Aus dem beiliegenden Bericht und der Statistik gehen die nach wie vor anhaltende positive
Entwicklung des Projektes sowie die neuen Herausforderungen und Aufgaben hervor. Daraus
wird auch die frauen- und sozialpolitische Bedeutung des Projektes deutlich. Das Projekt hat
sich in der Form bewährt – eine Weiterführung ist dringend notwendig.
In Kooperation und enger Abstimmung mit FIM e.V. (Frauenrecht ist Menschenrecht), der
Drogenhilfe des Scentral des Diakonischen Werkes Darmstadt, der AIDS-Hilfe Darmstadt, dem
Polizeipräsidium Südhessen, der Malteser Migranten Medizin, der Bahnhofsmission des
Diakonischen Werkes in Darmstadt, den Mitgliedern von „Herzzeichen“, einer ehrenamtlichen
christlich geprägten Gruppe, sowie verschiedenen Ämtern der Stadtverwaltung ( z. B. das Amt
für Soziales und Prävention, Jugendamt, Frauenbüro) werden die Prostituierten bei der Klärung
ihrer Anliegen und Problemlagen umfassend unterstützt, beraten und begleitet.
Mit insgesamt 811 Kontakten hat sich die Gesamtzahl der Klientinnenkontakt e im Vergleich
zum Vorjahr (731 Kontakte) wieder gesteigert.
Im Hinblick auf die anhaltende Stabilisierung und sozialraumorientierte Stärkung des
Mornewegviertels soll die Förderung des Projekts – wie in den drei
vorangegangenen Förderperioden – durch den „Nachlass Ihrig“ erfolgen, welcher
zweckgebunden speziell für benachteiligte Zielgruppen zur Verfügung steht (hier auch in Bezug
auf das Thema „Gewalt gegen Frauen“). Die jetzige Auszahlung für das Projekt soll in Höhe von
8.900,00 Euro erfolgen. Mit dieser Auszahlung ist der „Nachlass Ihrig“ erschöpft, aus dem die
Maßnahme bisher mit insgesamt 37.977 Euro finanziert wurde. Der Träger hat die Eigenmittel
entsprechend aufgestockt.
Der Träger „Horizont e.V.“ bringt laut Kalkulation einen erhöhten Eigenanteil von 8.755,00
Euro ein.
Der städtische Haushalt wird nicht belastet.
Über die weitere Entwicklung des Projektes wird berichtet.
Statistiken und der aktuelle Jahresbericht des Projektes liegen als Anlage bei.
Darmstadt, 11.03.2015
Dezernat IV Dezernat V
André Schellenberg Barbara Akdeniz
Stadtkämmerer Stadträtin
anlage 5
218 Zeichen
Punkt 4: Förderung des Projektes "Oyá" - Schutz vor Gewalt und Zwangsprostitution im Mornewegviertel (V-Nr. 2015/0102) Einstimmig empfiehlt der Ausschuss der Stadtverordnetenversammlung, der Vorlage zuzustimmen.
Beratungsverlauf (4)
Orte (2)
- Bismarckstraße
- Kirschenallee
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Details
- Vorlagen-Nr.
- 2015/0102
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 11.03.2015
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00