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2015/0102

Förderung des Projektes 'Oyá' - Schutz vor Gewalt und Zwangsprostitution im Mornewegviertel

Magistratsvorlage 11.03.2015

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2015/0102

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2015/0102

4600 Zeichen

Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats - 
geschäftsstelle:  
27.04.2015 
an den Magistrat  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung  
 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung:  
Dezernat V an die Stadtverordnetenversammlung  
   OBW zur Befassung  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung  
   zur abschließenden Beschluss - 
       fassung Fachausschuss  
Dezernat IV 
 
Amt: Frauenbüro 
 OBW bei abschl. 
Beschlussfassung Magistrat  
Behandlung in  
öffentl. Sitzung  
Ja 
 
Nein 
 
Verteiler:  
 
 
Ja 
 
Nein  
 
Vorlage-Nr. 2015/0102 
 
Magistratsbeschluss -Nr. 
  
 
Internetfähig     
 
Produkt-Nr.: 315110 
Kostenstelle: 751-010-9005 Investitionsnummer:        
Kostenträger:  3154-10 Sachkonto: 7128000 
 
Betreff: Förderung des Projektes "Oyá" - Schutz vor Gewalt und Zwangsprostitution im 
Mornewegviertel  
 
Vorlage vom: 11.03.2015  
 
Beschlussvorschlag : 
1. Der Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung unterstützen die Stärkung des 
Gemeinwesens im Mornewegviertel durch die Zustimmung und Fortführung des oben 
genannten Projektes.  
2. Der Magistrat  und die Stadtverordnetenversammlung stimmen gemäß beiliegender 
Kostenkalkulation zu, dass aus dem für besonders benac hteiligte Zielgruppen zur 
Verfügung stehenden „Nachlass Ihrig“   8.900,00 € zur Umsetzung der Pro jektinhalte 
verwendet werden . 
 
 
Anlagen: Kalkulationsblatt Oyá 2015  
Statistik Projekt Oyà 2014  
Jahresbericht Projekt Oyà 2014  
 
Datenschutzrelevante Anlage:

- 2 - 
 
Folgekosten:    Ja    Nein 
 
Beschluss des Magistrats vom

- 3 - 
 
Begründung zur Magistratsvorlage vom  11.3.2015  
 
Mit dem Magistratsbeschluss zur Stärkung des Gemeinwesens im Mornewegviertel vom 
18.11.2009 (Nr. 613/2009) wurden u.a. die Voraussetzungen für das Projekt Oyá „Anlauf- und 
Clearingangebot des Horizont e.V. für Frauen in der Straßenprostitution“ geschaffen.  
Die Angebote des Projektes wenden sich im Zeitraum vom 01.03.2010 bis 28.02.2015 an die 
Prostituierten, die in der Toleranzzone Bismarckstraße/Kirschenallee tätig sind. Analysen,  
wie und wodurch die individuelle Situation der Frauen verbessert werden kann sowie  
Angebote psychosozialer Ausstiegshilfen bieten die Grundlagen, um den Prostituierten 
Schutz vor Gewalt und Hilfe bei bereits erfolgten Übergriffen, zu den Themen Wohnungs - und 
finanzielle Sicherung sowie Information zum Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten 
uvm. zu bieten. 
 
Aus dem beiliegenden Bericht und der Statistik gehen die nach wie vor anhaltende positive 
Entwicklung des Projektes sowie die neuen Herausforderungen und Aufgaben hervor.  Daraus 
wird auch die frauen- und sozialpolitische Bedeutung des Projektes deutlich. Das Projekt hat 
sich in der Form bewährt – eine Weiterführung ist dringend notwendig. 
 
In Kooperation und enger Abstimmung mit FIM  e.V. (Frauenrecht ist Menschenrecht),  der 
Drogenhilfe des Scentral des Diakonischen Werkes Darmstadt, der  AIDS-Hilfe Darmstadt, dem 
Polizeipräsidium Südhessen, der Malteser Migranten Medizin, der  Bahnhofsmission des 
Diakonischen Werkes in Darmstadt, den Mitgliedern von „Herzzeichen“, einer ehrenamtlichen 
christlich geprägten Gruppe, sowie verschiedenen Ämtern der Stadtverwaltung ( z. B. das Amt 
für Soziales und Prävention, Jugendamt, Frauenbüro) werden die Prostituierten bei der Klärung 
ihrer Anliegen und Problemlagen umfassend unterstützt, beraten und begleitet. 
 
Mit insgesamt 811 Kontakten hat sich die Gesamtzahl der Klientinnenkontakte im Vergleich 
zum Vorjahr (731 Kontakte) wieder gesteigert.  
 
Im Hinblick auf die anhaltende Stabilisierung und sozialraumorientierte Stärkung des 
Mornewegviertels soll die Förderung des Projekts  – wie in den drei 
vorangegangenen Förderperioden – durch den „Nachlass Ihrig“ erfolgen, welcher 
zweckgebunden speziell für benachteiligte Zielgruppen zur Verfügung steht (hier auch in Bezug 
auf das Thema „Gewalt gegen Frauen“). Die jetzige Auszahlung für das Projekt soll in Höhe von 
8.900,00 Euro erfolgen. Mit dieser Auszahlung ist der „Nachlass Ihrig“ erschöpft, aus dem die 
Maßnahme bisher mit insgesamt 37.977 Euro finanziert wurde. Der Träger hat die Eigenmittel 
entsprechend aufgestockt. 
Der Träger „Horizont e.V.“ bringt laut Kalkulation einen erhöhten Eigenanteil von 8.755,00 
Euro ein. 
Der städtische Haushalt wird nicht belastet. 
 
Über die weitere Entwicklung des Projektes wird berichtet.  
Statistiken und der aktuelle Jahresbericht des Projektes liegen als Anlage bei. 
 
Darmstadt, 11.03.2015 
 
Dezernat IV       Dezernat V 
 
 
 
       
André Schellenberg     Barbara Akdeniz 
Stadtkämmerer      Stadträtin

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993 Zeichen

Kalkulationsblatt für ein  Jahr  (2015/ 2016) 01.03.2015 - 29.02.2016 
Projekt: 
Name : 
Horizont e.V. 
Anschrift : Groß-Umstädter Str. 16, 64807 Dieburg 
Rechtsform : gem. eingetragener Verein 
I.               Ausgaben 
1. Personal Stellen [1] Höhe[2] 
Pädagogische Arbeit 8 Std. 10.835 
Leitung 1,5 Std. 2.620 
Verwaltung 1.000 
Reinigung und technische Dienste 
Berufsgenossenschaft 
14.455 
2. Sachkosten Höhe 
1.200 
2.000 
3.200 
17.655 
II. Einnahmen 
Arten Höhe 
Fremdmittel 
8.900 
Eigenmittel 
8.755 
17.655 
[1] in Vollzeitäquivalenten zu 39,00 Std. / Woche 
[2] Bruttolohnkosten + Arbeitgeberanteil SV 
SUMME Ausgaben 
Spenden, Bußgelder etc. 
andere 
SUMME Einnahmen 
Stadt Darmstadt 
andere Kommunen 
sonstige 
Mitgliedsbeiträge 
Material für Zielgruppe (Kondome, Feuchttücher usw.) 
Verwaltungskosten (Telefon, Büromaterial etc.) 
Infomaterial (Flyer, Broschüren etc.) 
SUMME 
Schutz vor Gewalt und Zwangsprostitution im 
Mornewegviertel 
SUMME 
anteilige Miete und Nebenkosten

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Jahresbericht – Oyà 2014     1 
Jahresbericht – Oyà 2014 
 
Zur Weiterentwicklung  des Anlauf - und Clearingangebotes für Frauen die in 
Darmstadts Mornewegviertel der Straßenprostitution nachgehen 
 
Im Jahr 2014 konnte Horizont e.V. mit dem Projekt „Oyá“,  als Unterstützungs- und Clearing-
angebot, den Sexarbeiterinnen  in der Toleranzzone eine  Anlaufstelle bei Problemen und 
Krisen bieten. Die vorrangigen Themen im Berichtszeitraum waren Zwangsprostitution, Um-
gang mit Gewalterfahrungen, Sexarbeiterinnen aus Südosteuropa,    medizinische Notlagen 
und drohende Wohnungslosigkeit, sowie der Ausbau der Kooperation mit dem ehrenamtl i-
chen  Angebot „ Herzzeic hen“ und die Konsequenzen der andauernden Bauarbeiten auf der 
Bismarckstraße.  
 
Mit dem Projekt verfolgen wir die Ziele: Hilfen beim Ausstieg aus der Pros titution zu organi-
sieren, Zwangsprostitution entgegenzuwirken und Unterstützung bei den Gefahren im Alltag 
der Sexarbeiterinnen zu bieten.  
Hilfreich ist hier  die Niedrigschwelligkeit des  Angebotes zur psychosozialen Beratung und 
Unterstützung, da die  Frauen anonym bleiben können , was Vertrauen schafft.  Wir greifen 
das Problem  versteckter Obdachlosigkeit auf,  vermitteln gezielt in weiterführ ende Hilfsan-
gebote, betreiben Prävention im Umfeld durch Aufklärungsarbeit, begleiten bei akuten Krisen 
und betreiben Netzwerkarbeit. Wichtig ist hier die Kooperation  mit FIM  - Frauenrecht ist 
Menschenrecht, speziell die enge Zusammenarbeit bei der Begleitung von Frauen, die Opfer 
von Gewalttaten geworden bzw. von Zwangsprostitution betroffen sind. 
. 
Wir arbeiten sowohl aufsuchend, durch einen wöchentlichen Rundgang  in der Toleranzzone, 
als auch in unseren Büroräumen. Durch diese beiden Zugangsmöglichkeiten erreichen wir 
auch die Frauen, die den Weg zu uns noch scheuen. Die wöchentliche Sprechzeit hat  sich 
erweitert, da die Frauen die Möglichkeit uns vor Ort im Büro aufzusuchen  immer mehr nut-
zen.  Hier gab es mitunter täglich bis zu fünf Kontakte.  
Ein weiteres Standbein ist die Prävention. Besonders das Thema Safer Sex und das zur Ver-
fügung stellen von Präventionsmaterial waren entscheidende Mittel  bei der Kontaktaufna h-
me im Arbeitsalltag.  
Die Kontaktzahlen des letzten Jahres (731) erhöhten sich trotz andauernder Bauarbeiten auf 
der Bismarckstraße und den  daraus resultierenden Probleme n für die Frauen des Straße n-
strichs auf 811 Kontakte. 
 
Die Möglichkeit sich Rat und Hilfe in den Büroräumen zu holen wurde seitens der Frauen  
verstärkt wahrgenommen. (z.B. 231 Kontakte Sonstiges ). Auch hier können sich Frauen mit 
Safer Sex -Utensilien versorgen und in ruhiger Atmosphäre komplexere Sachverhalte vo r-
bringen. Immer wieder haben wir in akuten Krisen interveniert.  Im Einzelnen handelt es sich 
hierbei z.B. um die Vergabe von Kleidung, Hygi eneartikeln, oder Lebensmitteln, sowie U n-
terstützung bei emotionalen Zusammenbrüchen aufgrund prekärer Lebensumstände. 
Weiter gehörte hierzu die Unterstützung bei administrativen Angelegenhei ten, bspw. Hilfe 
beim Verfassen von Bewerbungsunterlagen, die einen wichtigen Schritt auf dem Weg aus 
der Prostitution darstellen. 
Frauen die weiter als Sexarbeiterinnen tätig sein wollen wurden die Wege in die Selbstä n-
digkeit aufgezeigt und zum Umgang mit dem Finanzamt beraten.  Da auch Wohnungslosig-
keit  ein immer häufiger auftretendes Problem ist, unterstützten die Mitarbeiterinnen von Oyà 
die Frauen bei der Wohnungssuche oder vermittel ten kurzfristig Notschlafplätze. Dies g e-
schieht in enger  Zusammenarbeit mit dem Amt für Soziales und Prävention . Die Mitarbe i-
tenden des Amt es unterstützten uns zudem, ebenso  wie die Bahnhofsmission , dabei,  für 
Frauen, die ins Heimatland zurück kehren wollten die Heimfahrt zu organisieren. Ein wichti-

Jahresbericht – Oyà 2014     2 
ges Angebot ist  die Vermittlung von Frauen mit Suchthintergrund an entsprechende Ber a-
tungsangebote wie das Scentral des Diakonischen Werkes. 
 
So sind unsere Angebote ein fester Bestandteil in der Arbeitswelt der Frauen auf dem Str a-
ßenstrich.  
Der Kontakt zu den meisten Frauen besteht bereit s seit einigen Jahren, wodurch  ein hohes 
Maß an Vertrauen in die Arbeit und Kompetenzen der Mitarbeitenden deutlich wird. 
 
Bei den Frauen, die sich auf dem Straßenstrich aufhalten , unterscheiden wir drei Gruppen, 
wobei Überschneidungen möglich sind.  Zum einen sind dort die Frauen anzutreffen, die b e-
reits seit me hreren Jahren au f dem Straßens trich arbeiten und zum Teil  der Drogenszene 
zuzuordnen sind. Diese stellen weniger als ein Drittel der Kontakte dar. 
Zum anderen ist die Gruppe der osteuropäischen Frauen  mit mehr als zwei Dritteln der Kon-
takte sehr stark vertreten. Die Frauen dieser Gruppe befinden sich immer wieder in ihren 
Heimatländern und kommen zurück, um wieder auf dem Straßenstrich zu arbeiten. Sie nu t-
zen unser Angebot und äußern Fragen zu anderen Verdienstmöglichkeiten.  
 
Bei einer Vielzahl dieser Frauen vermuten wir einen Zwangskontext . Die Gründe für die 
Rückkehr ins Milieu sind unterschiedlich und teilweise unklar. Es besteht der Verdacht, dass 
die Frauen nicht immer eigenmächtig entscheiden können, wo sie sich aufhalten. 
  
Die letzte Gruppe bilden Frauen, welche sich neu  auf dem Straßenstrich befinden. Diese 
Frauen kommen meist auch aus Osteuropa. Die Sexarbeiterinnen, die neu auf dem Straßen-
strich sind, werden teilweise gezielt von den bereits etablierten Frauen zu uns geschickt. 
Hier besteht oft der Verdacht, dass diese Frauen unter Druck stehen, sowie überwacht we r-
den. Sie wirken scheu und ängstlich. Die Ansprache durch Oyá wird in solchen Fällen kurz 
gehalten, die Frauen meist nur mit Präventionsmaterial versorgt. Dies dient zum einen der 
Sicherheit der Mitarbeiterinnen, zum anderen auch der Sicherheit der Frauen.  Teilweise 
werden die Mitarbeiterinnen von den Frauen direkt darauf hingewiesen, dass sie den Kontakt 
kurz halten sollen.  
Über die aktuelle Lebenssit uation zu sprechen wird bei diesen Frauen oft durch mangelnde 
Sprachkenntnisse erschwert. Hier be finden sich die Mitarbeiterinnen  in enger Kooper ation 
mit dem Projekt FIM . Die Mitarbeiterinnen von FIM sind in der Lage als Übersetzer tätig zu 
werden und so die Kommunikation zu erleichtern. Ebenso sei in diesem Zusammenhang  auf 
die sehr gute Kooperation mit der Polizei Darmstadt hingewiesen. 
 
So wenden sich diese Frauen besonders bei gesundheitlichen Problem en an uns, da der 
Großteil von i hnen nicht krankenversichert ist. Hier geht großer  Dank an die Malteser Mi g-
ranten Medizin für die Zusammenarbeit. Dort können diese Frauen unentgeltlich medizin i-
sche Hilfe in Anspruch nehmen. 
 
Aufgrund eines Vorfalls im letzten Jahr, agieren wir immer noch mit entsprechender Vorsicht. 
Zu diesem Vorfall wurde die Polizei hinzugezogen . Seitdem erlebten wir keine Kontakte  
mehr durch Hintermänner der Frau en zu den Mitarbeiterinnen des Projekts . Besonders für 
die aufsuchende Arbeit ist dies von Bedeutung, da sich die Mitarbeiterinnen im Spannung s-
feld zwischen Sexarbeiterinnen, Kunden und Hintermännern aufhalten und somit sehr a n-
greifbar sind. 
Da die Sexarbeiterinnen immer wieder Übergriffen von Kunden ausgesetzt sind,  kooperieren 
wir mit dem Projekt „Hotline“ aus Frankfurt. Hier werden übergriffige Kunden in einem Heft 
zusammengefasst, so das s sich Sexarbeiterinnen vor diesen schützen können. Wir unter-
stützen nach Übergriffen und bieten Begleitungen zu Polizei und Kliniken an.  
 
Im Berichtszeitraum wurden einige Frauen zu Aussagen bei der Polizei begleitet. Dies gibt 
den Frauen Sicherheit.

Jahresbericht – Oyà 2014     3 
Begleitungen zur Polizei finden immer auf Wunsch der Frauen statt. Die Inhalte, die den P o-
lizeibesuch erforderlich machen, werden teilweise nicht offen gelegt,  oft handelt es sich um 
Zeugenaussagen. 
Die Zusammenarbeit mit der Polizei äußert sich auch  durch gegenseitige Information zu Be-
gebenheiten auf dem Straßenstrich.  
Im Rahmen der Kooperation mit FIM wurde im letzten Jahr wieder ein gemeinsamer Run d-
gang auf dem Straßenstrich durchgeführt.  Im fachlichen Austausch mit den Kolleginnen  von 
FIM wurde nochmals die Problematik deutlich, dass ohne Aussage der Frauen keine Mö g-
lichkeit besteht, sie aus einem  möglichen Zwangskontext  herauszulösen. Viele Frauen h a-
ben Angst die Familie nicht mehr versorgen zu können und schweigen daher zu ihrer aktuel-
len Lebenssituation. In Manchen Fällen wird der Familie  der Frauen  im Heimatland durch 
Hintergrundpersonen gedroht , oder es besteht die Furcht vor körperlicher Gewalt.  Der 
Zwangskontext wird von den Frauen selten  offiziell bestätigt. Die Mitarbeiterinnen können 
dies nur vermuten, wenn Frauen extrem verschüchtert sind  und keine Ortskenntnis haben . 
Zudem weisen vereinzelte Frauen Verletzungen auf, die offensichtlich aus der Gewalteinwi r-
kung einer anderen Person resultieren. Es wird immer wieder von  Frauen, nach Essen ge-
fragt, da sie Hunger haben weil sie die Einnahmen abgeben müssen. 
Solange die Strukturen der Hintermänner für die Mitarbei terinnen undurchsichtig si nd, kön-
nen sie wenig ausrichten, da sich die Mitarbeitenden sonst selbst großer Gefahr aussetzen. 
Auffälligkeiten auf dem Straßenstrich werden an die Polizei weitergeleitet, besonders wenn 
die Frauen sehr jung erscheinen. 
Im Jahr 2014 konnte die Kooperation mit dem ehrenamtlichen  Projekt „Herzzeichen“  vertieft 
werden. Wir unterstützen das Projekt durch Fachwissen und geben Hilfestellung bei der Or-
ganisation. 
Das Projekt „Herzzeichen“ bietet den Frauen ebenfalls Begleitungen zu Ärzten, Behörden 
etc. an. So kann eine bessere Versorgung der Frauen gewährleistet werden , da das Stu n-
denkontingent der Oyá Mitarbeiterinnen begrenzt ist.  
 
Die Teilnahme an der Stadtviertelrunde Pallaswiesenviertel/ Mornewegviertel erbrachte, kei-
ne neuen Erkenntnisse  bezüglich d er Auffälligkeiten im  Viertel . Beispielhaft seien B e-
schwerden von Mitarbeitenden der Firma Evonik genannt oder Nachbarn, die sich über Ve r-
unreinigungen beklagten. Beschwerden Seitens des Kindergartens treten mittlerweile nicht 
mehr auf.  
 
Das öffentliche Interesse an der Arbeit vo n Oyà bleibt nach wie vor groß. Die Mitarbeiterin-
nen von Oyà halten, auf Anfrage, Vorträge zur Arbeit des Projekts. So gab es eine Einladung 
zum Vortrag im Frauen-Kultur-Zentrum Darmstadt zum Thema Frauenhandel und Prostituti-
on, sowie ein Vortrag und eine Vorstellung des Projekts an der Hochschule Darmstadt.  
 
Zusammenfassend seien hier die a ktuelle Partner des Projektes genannt : FIM (Frauenrecht 
ist Menschenrecht), das „Hotline“-Heft aus Frankfurt, die Mitglieder von „Herzzeichen“, einer 
ehrenamtlichen christlich geprägten Gruppe, die Drogenhilfe durch das S central des Diak o-
nischen Werkes. Mit den Mitarbeitenden des Scentra l besteht regelmäßiger Austausch und 
Zusammenarbeit. Die AIDS-Hilfe Darmstadt steht ebenfalls zur Seite.  
Reger Austausch besteht mit der Polizei, speziell dem RKI – K10 im Polizeipräsidium Darm-
stadt in der Klappacherstraße 145, der Ermittlungsgruppe Darmstadt -City (EDC) in der Bi s-
marckstraße 16 und de m zweiten Polizeirevier .  Weitere Kooperationspartner sind die  Mig-
ranten Medizin im Marienhospital und die Städtischen Klini ken. Sehr Hilfreich ist der Kontakt 
zum Amt für Soziales und Prävention  bei der Vermitt lung von Notschlafplätzen und bei der 
Rückführung in das Heimatland. Auch die Unterstützung durch die Bahnhofsmission ist uner-
lässlich.

Jahresbericht – Oyà 2014     4 
Ein Augenmerk im nächsten Jahr  wird darauf liegen Frauen Perspektiven zur Arbeit in der 
Prostitution zu eröffnen. Der Wunsch nicht mehr als Prostituierte auf der Straße zu arbeiten , 
wurde in den letzten Monaten vermehrt von den Frauen aus Osteuropa  geäußert. Nicht nur 
die Sprachbarriere beeinträchtigt di e Zusammenarbeit. Da sie in Deutschland meist keinen 
Anspruch auf Sozialleistungen haben und auch nicht Krankenversichert sind, ist der Ausstieg 
aus der Prostitution und der Einstieg in ein geregeltes Leben sehr schwer.  Insbesondere 
wenn Frauen intensiv medizinisch versorgt werden müssten. Hier wäre es hilfreich, wenn die 
Frauen leichteren  Zugang zu f inanzieller Unterstützung hätten. Ansonsten ergibt sich ein 
Kreislauf der die Frauen wieder auf die Straße und in die Hände der Hintergrundpersonen 
treibt. 
Im Arbeitsalltag der Frauen ist die Baustelle auf der Bismarckstraße weiterhin präsent. Da 
die Frauen zum Teil aus der Toleranzzone ausweichen , um weiterhin für Kunden erreichbar 
zu sein entstehen neue Schwierigkeiten die es zu bewältigen gilt. 
 
Abschließend lässt sich feststellen, dass das Projekt Oyá ein wesentlicher Bestandteil im 
Hilfesystem für Frauen ist, die in Darmstadt der Straßenprostitution nachgehen, was die an -
steigende Zahl der Kontakte (Beratungen vor Ort und im Büro) belegt. 
Die Sexarbeiterinnen nutzten das Angebot, fühlen sich in ihren Problemen ernst genommen 
und über das Vertrauen, dass zu den Mitarbeiterinnen des Projektes aufgebaut wurde, ent -
wickeln sie das Zutrauen auch neue Wege einschlagen zu können. Auch die Aufmerksa m-
keit in der Öf fentlichkeit zeigt, dass das Angebot als sinnvoll betrachtet wird. Ohne gezielte 
Hilfe ist der Ausstieg aus dem Prostitutionsmilieu kaum möglich.

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Verteilte Materialien
Artikel Verbrauch 2014
Kondome 11560
Feuchttücher 674
Tempos 420
Statistik Projekt Oyá  2014
Anzahl der Kontakte
Anzahl der 
Kontakte Kontakte 2013 Differenz
(Jahr 2014) (Vergleich zu 
2013)
Januar 56 81 -25
Februar 76 57 19
März 69 58 11
April 62 71 -9
Mai 53 59 -6
Juni 66 63 3
Juli 52 74 -22
August 63 67 -4
September 82 61 21
Oktober 65 54 11
November 93 44 49
Dezember 74 42 32
Summe 811 731 80
Monat

2 
 
                               
 
 
                                              
 
 
 
Altersstruktur
Monat Anzahl der 
Kontakte gesamt  18 – 35 Jahre 35 – 60 Jahre 60 Jahre und älter
Januar 56 36 18 2
Februar 76 56 18 2
März 69 38 30 1
April 62 36 24 2
Mai 53 41 11 1
Juni 66 43 20 3
Juli 52 44 7 1
August 63 38 24 1
September 82 46 19 2
Oktober 65 42 18 5
November 93 68 23 2
Dezember 74 53 17 4
 gesamt 811 541 229 26

3 
 
   
 
 
                                                    
 
 
 
Staatsangehörigkeit
Monat Anzahl der 
Kontakte gesamt  deutsch Europäisches 
Ausland andere
Januar 56 13 43 0
Februar 76 23 53 0
März 69 20 45 4
April 62 23 39 0
Mai 53 14 39 0
Juni 66 18 46 2
Juli 52 16 33 3
August 63 17 46 0
September 82 24 33 4
Oktober 65 22 43 0
November 93 19 74 0
Dezember 74 17 56 1
Summe gesamt 811 226 550 14

4 
 
 
 
 
               
 Differenzierung zum Punkt Sonstiges auf der nächsten Seite 
 
 
 
Beratungsthemen
Monat Anzahl der 
Kontakte Safer Sex Gesundheit Sonstiges Gewaltprävention familiäre 
Angelegenheiten
Januar 56 42 7 12 6 1
Februar 76 73 4 13 5 1
März 69 65 22 13 2 1
April 62 58 17 22 4 3
Mai 53 45 11 16 5 0
Juni 66 59 16 22 2 1
Juli 52 49 17 15 2 2
August 63 47 14 28 8 0
September 82 76 26 19 7 3
Oktober 65 58 9 22 6 2
November 93 84 26 28 2 1
Dezember 74 64 11 21 2 5
gesamt 811 720 180 231 51 20

5 
 
 
            
 
              
 
 
 
Differenzierung Sonstiges
Monat Kriseninter -
vention
Verorgung mit 
Lenemsmitteln
Hilfe bei administra -
tiven Angelegenheiten
Versorgung mit 
Hygieneartikeln und 
Kleidung
Vermittlung in 
Unterkunft bzw. 
Heimfahrten
Januar 12 4 2 5 1
Februar 13 3 4 2 4
März 13 3 3 2 5
April 22 6 5 4 6 1
Mai 16 2 1 5 6 2
Juni 22 5 7 5 5
Juli 15 1 4 4 5 1
August 28 6 7 6 7 2
September 19 4 6 4 5
Oktober 22 3 7 5 7
November 28 5 8 5 8 2
Dezember 21 3 7 2 7 2
gesamt 231 45 59 46 70 11

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Punkt 4: Förderung des Projektes "Oyá" - Schutz vor Gewalt und Zwangsprostitution im 
Mornewegviertel 
 (V-Nr. 2015/0102) 
 
Einstimmig empfiehlt der Ausschuss der Stadtverordnetenversammlung, der 
Vorlage zuzustimmen.

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4667 Zeichen

- 2 - 
 
Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats - 
geschäftsstelle:  
27.04.2015 
an den Magistrat  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung  
 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung:  
Dezernat V an die Stadtverordnetenversammlung  
   OBW zur Befassung  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung  
   zur abschließenden Beschluss - 
       fassung Fachausschuss  
Dezernat IV 
 
Amt: Frauenbüro  
 OBW bei abschl. 
Beschlussfassung Magistrat  
Behandlung in  
öffentl. Sitzung  
Ja 
 
Nein 
 
Verteiler: 
IV 20 
V 530 
 
Stvv 
 
 
 
Ja 
 
Nein  
 
Vorlage-Nr. 2015/0102 
 
Magistratsbeschluss -Nr. 
187 
 
Internetfähig     
 
Produkt-Nr.: 315110 
Kostenstelle:  751-010-9005 Investitionsnummer:        
Kostenträger:  3154-10 Sachkonto: 7128000 
 
Betreff: Förderung des Projektes "Oyá" - Schutz vor Gewalt und Zwangsprostitution im 
Mornewegviertel  
 
Vorlage vom: 11.03.2015  
 
Beschlussvorschlag : 
1. Der Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung unter stützen die Stärkung des 
Gemeinwesens im Mornewegviertel durch die Zustimmung und Fortführung des oben 
genannten Projektes.  
2. Der Magistrat  und die Stadtverordnetenversammlung stimmen gemäß beiliegender 
Kostenkalkulation zu, dass aus dem für besonders benac hteiligte Zielgruppen zur 
Verfügung stehenden „Nachlass Ihrig“   8.900,00 € zur Umsetzung der Projektinhalte 
verwendet werden.

- 3 - 
 
Anlagen: Kalkulationsblatt Oyá 2015  
Statistik Projekt Oyà 2014  
Jahresbericht Projekt Oyà 2014  
 
Datenschutzrelevante Anlage:   
 
Folgekosten:    Ja    Nein 
 
Beschluss des Magistrats vom 06.05.2015 
 
Der Vorlage wird zugestimmt.

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Begründung zur Magistratsvorlage vom 11.3.2015  
 
Mit dem Magistratsbeschluss zur Stärkung des Gemeinwesens im Mornewegviertel vom 
18.11.2009 (Nr. 613/2009) wurden u.a. die Voraussetzungen für das Projekt Oyá „Anlauf- und 
Clearingangebot des Horizont e.V. für Frauen in der Straßenprostitution“ geschaffen.  
Die Angebote des Projektes wenden sich im Zeitraum vom 01.03.2010 bis 28.02.2015 an die 
Prostituierten, die in der Toleranzzone Bismarckstraße/Kirschenallee tätig sind. Analysen,  
wie und wodurch die individuelle Situation der Frauen verbessert werden kann sowie  
Angebote psychosozialer Ausstiegshilfen bieten die Grundlagen, um den Prostituierten 
Schutz vor Gewalt und Hilfe bei bereits erfolgten Übergriffen, zu den Themen Wohnungs - und 
finanzielle Sicherung sowie Information zum Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten 
uvm. zu bieten. 
 
Aus dem beiliegenden Bericht und der Statistik gehen die nach wie vor anhaltende positive 
Entwicklung des Projektes sowie die neuen Herausforderungen und Aufgaben hervor.  Daraus 
wird auch die frauen- und sozialpolitische Bedeutung des Projektes deutlich. Das Projekt hat 
sich in der Form bewährt – eine Weiterführung ist dringend notwendig. 
 
In Kooperation und enger Abstimmung mit FIM  e.V. (Frauenrecht ist Menschenrecht),  der 
Drogenhilfe des Scentral des Diakonischen Werkes Darmstadt, der  AIDS-Hilfe Darmstadt, dem 
Polizeipräsidium Südhessen, der Malteser Migranten Medizin, der  Bahnhofsmission des 
Diakonischen Werkes in Darmstadt, den Mitgliedern von „Herzzeichen“, einer ehrenamtlichen 
christlich geprägten Gruppe, sowie verschiedenen Ämtern der Stadtverwaltung ( z. B.  das Amt 
für Soziales und Prävention, Jugendamt, Frauenbüro) werden die Prostituierten bei der Klärung 
ihrer Anliegen und Problemlagen umfassend unterstützt, beraten und begleitet. 
 
Mit insgesamt 811 Kontakten hat sich die Gesamtzahl der Klientinnenkontakt e im Vergleich 
zum Vorjahr (731 Kontakte) wieder gesteigert.  
 
Im Hinblick auf die anhaltende Stabilisierung und sozialraumorientierte Stärkung des  
Mornewegviertels soll die Förderung des Projekts  – wie in den drei 
vorangegangenen Förderperioden – durch den „Nachlass Ihrig“ erfolgen, welcher 
zweckgebunden speziell für benachteiligte Zielgruppen zur Verfügung steht  (hier auch in Bezug 
auf das Thema „Gewalt gegen Frauen“). Die jetzige Auszahlung für das Projekt soll in Höhe von 
8.900,00 Euro erfolgen. Mit dieser Auszahlung ist der „Nachlass Ihrig“ erschöpft, aus dem die 
Maßnahme bisher mit insgesamt 37.977 Euro finanziert wurde. Der Träger hat die Eigenmittel 
entsprechend aufgestockt. 
Der Träger „Horizont e.V.“ bringt laut Kalkulation einen erhöhten Eigenanteil von 8.755,00 
Euro ein. 
Der städtische Haushalt wird nicht belastet. 
 
Über die weitere Entwicklung des Projektes wird berichtet.  
Statistiken und der aktuelle Jahresbericht des Projektes liegen als Anlage bei. 
 
Darmstadt, 11.03.2015 
 
Dezernat IV       Dezernat V

André Schellenberg     Barbara Akdeniz 
Stadtkämmerer      Stadträtin

anlage 5

218 Zeichen

Punkt 4: Förderung des Projektes "Oyá" - Schutz vor Gewalt und Zwangsprostitution im 
Mornewegviertel 
 (V-Nr. 2015/0102) 
 
Einstimmig empfiehlt der Ausschuss der Stadtverordnetenversammlung, der Vorlage 
zuzustimmen.

Beratungsverlauf (4)

TOP 4
TOP 28
TOP 187
TOP 4

Orte (2)

  • Bismarckstraße
  • Kirschenallee

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Vorlagen-Nr.
2015/0102
Typ
Magistratsvorlage
Datum
11.03.2015
Erstellt
29.09.2026 00:00