2014/0042
Anerkennung der Wissenschaftsstadt Darmstadt als 'Ausgezeichneter Wohnort für Fach- und Führungskräfte - Beginn des Prüfverfahrens
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2014/0042
7330 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat I an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Amt: Amt für Wirtschaft
und Stadtentwicklung OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2014/0042
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.:
Kostenstelle: Investitionsnummer:
Kostenträger: Sachkonto:
Betreff: Anerkennung der Wissenschaftsstadt Darmstadt als "Ausgezeichneter Wohnort für
Fach- und Führungsk räfte - Beginn des Prüfverfahrens
Vorlage vom: 14.05.2014
Beschlussvorschlag :
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt begrüßt die Initiative der Industrie - und Handelskammer
Darmstadt Rhein -Main Neckar, die Willkommenskultur zu stärken und strebt an, als
ausgezeichneter Wohnort für Fach - und Führungskräfte anerkannt zu werden.
Anlagen:
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
- 2 -
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 14.05.2014
Das Qualitätszeichen „Ausgezeichneter Wohnort für Fach- und Führungskräfte“ dient dem Ziel,
in der Metropolregion FrankfurtRheinMain die in- und ausländischen Fach- und Führungskräfte
willkommen zu heißen und die ihren Bedürfnissen entsprechenden Angebote zugänglich zu
machen.
Das von der Industrie- und Handelskammer Darmstadt Rhein-Main Neckar (IHK) in enger
Zusammenarbeit mit Bürgermeistern und Wirtschaftsförderinnen/Wirtschaftsförderern
konzipierte Audit gibt der Wissenschaftsstadt Darmstadt ein strategisches Instrument an die
Hand, um die bereits gelebte Willkommenskultur zu sichern und Angebote für diese (Neu -)
Bürgerinnen/Bürger qualitativ zu begutachten. Wobei seitens des Magistrats selbstverständlich
betont wird, dass eine wertschätzende Haltung gegenüber allen Einwohnerinnen und
Einwohnern sowie Neuzuziehenden gleich welchen Bildungs- und Einkommensniveaus, aber
auch Hautfarbe, Alters, Geschlechts oder Konfession, gelebt wird. Dies schließt das hier
vorliegende Audit aber nicht aus, denn die geprüften Angebote stehen in der Mehrzahl breiten
Bevölkerungsgruppen offen.
Der Prüfbogen gliedert sich in 6 Handlungsfelder mit insgesamt 30 Fragen/Kriterien
unterschiedlicher Gewichtung. Die Handlungsfelder lauten wie folgt:
Strategische Zielsetzung
Zuzug leicht gemacht
Beruf und Familie
Ausländische Fach- und Führungskräfte
Kultur und Freizeit
Harte Standortfaktoren
Sonderpunkte können für außergewöhnliche Angebote oder Dienstleistungen verge ben werden.
Für das Projekt „Familien Willkommen“ wurde dies z. B. in Aussicht gestellt.
Das Qualitätszeichen wird seit 2013 Kommunen der Metropolregion FrankfurtRheinMain
zunächst auf drei Jahre verliehen.
Im Anschluss an die durch die Auditoren der IHK erfolgte Prüfung und ggf. Überreichung des
Zeugnisses sollte ein dynamisches Qualitätsmanagement, veranlasst durch die in den
jeweiligen Handlungsfeldern ggf. vereinbarten Entwicklungsziele, durchgeführt werden.
Nach diesen drei Jahren kann die Wissenschaftsstadt Darmstadt erneut das allgemeine
Untersuchungsverfahren, hinsichtlich der Erfüllung von Anforderungen „Ausgezeichneter
Wohnort für Fach- und Führungskräfte“, beantragen.
Somit kommt dem Audit eine erweiterte Bedeutung zu. Es dient der Erfassung von
Entwicklungstrends und gibt den Initiatoren von Veränderungen wichtige Rückmeldungen über
die Wirksamkeit ihrer eingeleiteten Maßnahmen, wie z. B. dem Modellprojekt „Interkulturelle
Kompetenz am Arbeitsplatz“.
Die IHK schreibt in ihrer Werbung für das Audit:
„Die Menschen, die in die Region ziehen oder in der Region bleiben sichern die
Wettbewerbsfähigkeit und Innovationsdynamik unserer Engineering Region. Als Bürger leisten
sie außerdem einen maßgeblichen Beitrag zum Steueraufkommen. Sie sind oftmals
gleichzeitig auch Botschafter nicht allein für die Unternehmen, sondern ebenso für die
Kommune. Gute Eindrücke von ihrem Aufenthalt in der Stadt werden sich aufgrund ihrer
Vernetzung in der Wirtschafts- und der wissenschaftlichen Welt sehr schnell verbreiten und für
Ihre Kommune werben“.
- 4 -
Auch der Bevölkerungszuwachs der vergangenen Jahre ist Beleg für eine bereits gepflegte
Willkommenskultur in der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Mit dem anhaltenden
wissensbasierten Strukturwandel steigt das durchschnittliche Qualifizierungsniveau der
Beschäftigten in Deutschland sowie der Bedarf an eben solchen Fachkräften. Darmstadt
zeichnet sich hier durch eine überdurchschnittlich hohe Dynamik bei der Entstehung von
derartigen Arbeitsplätzen aus. Eine bundesweite Analyse des Beratungsinstituts Georg
Consulting hat im Jahr 2013 Eckdaten über hochqualifizierte Arbeitskräfte für die deutschen
Städte und Landkreise ermittelt. Darmstadt erreicht den 3. Platz mit 23,0 % hinsichtlich des
Anteils der Hochqualifizierten an allen Beschäftigten.
Nach Auskunft der IHK wäre Darmstadt das erste Oberzentrum im Audit „Ausgezeichneter
Wohnort für Fach- und Führungskräfte“ im gesamten Verbund der beteiligten 10 IHKs von
Aschaffenburg bis Wiesbaden und von Gießen bis Darmstadt. Bislang wurden im IHK-Bezirk
Darmstadt Rhein-Main Neckar die Kommunen Bensheim, Groß-Gerau und Weiterstadt
ausgezeichnet.
Die Bewerbung Darmstadts erfolgt nun basierend auf dem Status quo der städtischen
Willkommenskultur. Eine Vorerhebung durch eine interne Ämterrunde lässt ein positives
Ergebnis erwarten.
Kleinere Anpassungen der Angebote wurde dabei als positiver Effekt der Projektarbeit bereits
durchgeführt.
Der Prüfbogen sieht in jedem Handlungsfeld auch die Vereinbarung von zukünftigen
Entwicklungszielen vor. Als ein Beispiel wäre dort die Neuauflage der Neubürgerbroschüre
auch in englischer Sprache zu nennen.
Die Auditierung bewirkt eine Reflektion des aktuellen Sachstandes in der Willkommenskultur
und gibt den Rahmen vor, kommunale Maßnahmen und Prozesse qualitativ zu begutachten.
Fällt die Prüfung negativ aus, stellt die IHK den Antrag solange zurück, bis der Antragsteller
nachweisen kann, dass die Leistungen der Kommune mit den Kriterien des Prüfbogens
übereinstimmen. Somit ist ein Gewinn bereits durch die Durchführung des Verfahrens auch
ohne eine Auszeichnung im ersten Versuch durchaus zu sehen.
Gemäß den Regeln der IHK für das Projekt wird die Höhe der erreichten Punktzahl später nicht
veröffentlicht.
Die Zusammenstellung der Unterlagen wird in Kooperation mit den entsprechenden
Fachämtern geleistet. Die formelle Antragsstellung folgt, auf Basis dieser Beschlussvorlage, auf
schriftlichen, formlosen Antrag aus dem Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung.
Folgekosten entstehen in Form von Personalaufwand und ggf. Neuauflagen von Broschüren.
Die Ansätze werden, wie üblich, in den entsprechenden Kostenstellen bei den zuständigen
Fachämtern berücksichtigt.
Über das Ergebnis der Prüfung durch die IHK wird erneut berichtet.
Darmstadt, 14.05.2014
Dezernat I
Jochen Partsch
Oberbürgermeister
Beratungsverlauf (4)
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2014/0042
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 29.01.2014
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00