A-R/0061/2019
Wasser im urbanen Raum – Lebenselixier für Mensch und Natur - Verbesserung des Umwelt-, Gesellschafts- und sozialen Klimas durch Wasserstellen in Münster
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a-r-0061-2019-Wasser ist Leben
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Antrag an den Rat Nr .: A-R/0061/2019 Ratsantrag Wasser im urbanen Raum – Lebenselixier für Mensch und Natur Verbesserung des Umwelt-, Gesellschafts- und sozialen Klimas durch Wasserstellen in Münster Der Rat der Stadt Münster möge beschließen: 1. An den großen baumbestandenen Straßen, an der Promenade sowie in Parks werden, soweit dies möglich ist, vorhandene Hydranten öffentlich zugänglich gemacht bzw. neue angelegt. Der trockene Sommer 2018 hat gezeigt, dass es für die Stadt Münster kaum möglich ist, den gesamten kostbaren Baumbestand unserer Stadt ausreichend mit Wasser zu versorgen. Wie bereits im letzten Jahr, hat 2019 die Stadtverwaltung die münsterschen Bürger und Bürgerinnen um Unterstützung bei der Bewässerung der Stadtbäume gebeten. Leicht zugängliche Wasserquellen unterstützen dieses dringend benötigte bürgerschaftliche Engagement. Zudem können sie eine Basis für Urban Gardening Projekte sein, mit denen die bürgerschaftliche Verantwortung in der Klimahauptstadt Münster weiter gesteigert wird 2. Die Verwaltung entwickelt zudem zeitnah in enger Abstimmung mit den Stadtwerken ein Konzept, wie in der Innenstadt sowie in den Stadtteilen Brunnen und Wasserspielflächen eingerichtet werden können, um in Parks und auf Plätzen die Umgebungsqualität zu erhöhen und das Stadtklima zu verbessern. Dabei wird Rücksicht auf den Wasser- und Energieverbrauch genommen und das Wasser möglichst im Kreislauf geführt. Ggf. können auch vorhandene Brunnen und Wasserspiele saniert werden. Die Bevölkerung wird bei der Entwicklung des jeweiligen „Wasser-ist-Leben-Konzeptes“ in ihrem Stadtteil mit eingebunden. 3. An geeigneten öffentlichen, städtischen Gebäuden im Stadtgebiet wird ein öffentlich nutzbarer Trinkwasserhahn eingerichtet und entsprechend gekennzeichnet. Damit wird den Bürger*innen Trinkwasser ohne hohen baulichen Aufwand zur Verfügung gestellt. An Orten in der Stadt, an denen dadurch noch kein öffentlicher Trinkwasserzugang vorhanden ist, werden nach dem Vorbild anderer Großstädte kostenlose Trinkwasser- spender eingerichtet. Richtungsweisend ist dafür der bereits bestehende Trinkwasser- spender am Spielplatz „Promenade/Kanalstraße“. In einer der nächsten Sitzungen berichtet die Verwaltung in den relevanten Ausschüssen über die Erfahrungen mit diesem Trinkwasser-Brunnen. Begründung: Münster ist zu Recht stolz auf seine umfassende Begrünung. Unsere vielen kleinen Grünanlagen, der Baumbestand an den Straßen und unsere Promenade sind Vorbild für viele andere Städte. Sie bereichern das Stadtbild, verbessern das Klima und ermöglichen 2 auch Menschen in großen Wohnsiedlungen oder Mehrfamilienhäusern den Aufenthalt im Freien in ihrem Stadtteil. Auch die vielen bebauten Plätze im Zentrum unserer Stadt sowie in den Außen-Stadtteilen dienen der gesellschaftlichen Begegnung. Das Gleiche gilt für Parks und Grünflächen. Seit Jahren verändert sich das Weltklima. Auch bei uns werden die Sommer heißer und trockener, was Mensch und Natur belastet. An Münsters Bäumen sieht man das am eindrucksvollsten. Massiver Befall von Borkenkäfern, Eichenprozessionsspinnern und anderen Schädlingen führen dazu, dass viele wertvolle Gehölze in den letzten Jahren gefällt werden mussten. Die Bevölkerung würde gerne aktiv mithelfen, die geliebten Bäume zu erhalten, kann das aber oft nicht, weil dringend benötigte Wasserzugänge fehlen. Hydranten in Münsters Straßen In den großen Ausfall- und Verbindungsstraßen, aber auch in kleineren Wohnstraßen unserer Stadt stehen viele Bäume, die von der Bevölkerung sehr geschätzt werden. Durch die zunehmende Trockenheit der letzten Jahre haben diese Bäume besonders gelitten. Das Grünflächenamt kommt mit dem Gießen nicht hinterher. Schädlinge haben sich als Folge der resultierenden Trockenschäden ausgebreitet, die die trockenheitsgestressten Bäume weiter schädigen. Nicht selten führt das zum Absterben der wertvollen Gehölze. Münsters Bevölkerung engagiert sich gerne und aktiv in Urban-Gardening-Projekten. Entsprechende Ansätze gibt es unterschiedlichen städtischen Milieus. Die Palette reicht von der Wildblumenwiese unter einer Baumscheibe an der Warendorfer Straße bis hin zu den Salatköpfen im Projekt „Grünschleife Kinderhaus“. Gardening Projekte sind ein wertvoller Anteil an einem Wandel der urbanen Kultur in stark verdichteten und versiegelten Stadt- vierteln; es wird eine erhöhte Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum, Begegnungsraum und -Gelegenheit geschaffen, Teilhabe ermöglicht und Eigenverantwortung für das Umfeld übernommen. Das gilt auch für Stadtteile mit schwierigen soziodemografischen Voraussetzungen. Zusätzlich leisten Gardening-Projekte einen Beitrag zum Umgebungs- und Weltklima. Nicht selten scheitern solche Projekte langfristig jedoch am nicht vorhandenen Wasser. Denn es ist verständlicherweise oft zu anstrengend und zu teuer, bis in die eigene Wohnung zu laufen und das Wasser kannenweise heranzuschleppen. Brunnen, Sprinkler und Wasserspiele auf Plätzen und in Grünanlagen 3 An heißen Tagen sehnen sich auch Mensch und Tier nach Kühlung und einem schönen Plätzchen im Schatten. Münsters Plätze, Parks und Grünflächen bieten hierfür grundsätzlich gute Voraussetzungen. Es fehlen jedoch teilweise Brunnen, Wasserläufe und Wasserspiele nach dem Vorbild südlicherer Länder. Denn diese können die Attraktivität erhöhen, die Aufenthaltsqualität steigern und das Mikroklima vor Ort verbessern. Der Unterhalt solcher Brunnen kostet Geld und verbraucht Wasser. Das zeigen auch die bereits bestehenden Brunnen in Münster, die zunächst einmal saniert werden müssen, da viele von ihnen in einem schlechten Zustand sind. Daher sollte die Stadt Münster in Absprache mit den Bürger*innen evaluieren, welche Brunnen ihre Umgebung maßgeblich gestalten und daher erhalten und saniert werden sollten. Neue Brunnen, Wasserläufe oder Wasserspiele sollten dort eingerichtet werden, wo noch Gestaltungsbedarf besteht. Münsters Stadtteile sind unterschiedlich – sowohl baulich als auch gesellschaftlich. Die Stadtteile Kinderhaus und das Kreuzviertel sind hierfür gute Beispiele. Das hat auch das Sozialmonitoring der Stadt Münster eindrucksvoll bestätigt. Deshalb ist es denkbar, beispielsweise diese beiden Stadtteile für eine Pilotphase mit Bürgerbeteiligung zu wählen, um die individuellen Bedarfe der jeweiligen Bevölkerung dort zu erheben und diese Erfahrungen auf andere Stadtteile zu übertragen. Trinkwasserspender im Stadtbild In Städten wie New York, Rom, Athen, aber auch viele kleineren Städten sind Trinkwasserspender, an denen Mensch und Tiere selbstverständlich zu jeder Tag- und Nachtzeit ihren Durst löschen können, selbstverständlich. Sie ermöglichen zudem zu trinken ohne Abfall zu produzieren. In der Klimahauptstadt Münster gibt es so etwas bislang noch kaum. Eine flächendeckende Versorgung mit Trinkwasserspendern sollte in Zeiten des Klimawandels daher selbstverständlich sein. Wasser als gestalterisches Element im Stadtbild In Münster gibt es einige Brunnen und Wasserspiele im Stadtbild. Denn seit Jahrhunderten ist bekannt, dass Wasserspiele im urbanen Raum Geselligkeit und somit gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern. Wasser ist ein wichtiges gestalterisches Element im urbanen Quartier. Früher wusste man das in Münster. Der Lambertibrunnen war ebenso eine Institution und beliebter Treffpunkt wie das Wasserspiel am Hamannplatz in Coerde. Zahlreiche Brunnenanlagen sind jedoch aus Kostengründen in den letzten Jahren stillgelegt 4 worden. Diese zu reaktivieren und neue zu bauen ist kein Luxus, sondern ist eine gestalterische Notwendigkeit, um den Zusammenhalt der Menschen in ihren Quartieren und in der ganzen Stadt zu fördern. Gleichzeitig steht es Münster in Zeiten des Klimawandels gut an, mit Wasser sorgsam umzugehen. Daher sollten alle Brunnen tatsächlich dazu da sein, den öffentlichen Raum zu beleben und das Stadtklima zu verbessern – und nicht nur ästhetisches Detail im Stadtraum sein. Fazit All diese Elemente und Maßnahmen sind wichtig, um dem Klimawandel zu begegnen – sowohl dem wetterbezogenen als auch dem gesellschaftlichen und sozialen. Die Einrichtung von Wasserstellen als Lebensspender in der Klimahauptstadt Münster ist hierfür ein sinnvoller Beitrag. gez. Stefan Weber gez. Otto Reiners und CDU-Fraktion und Bündnis ´90/Die Grünen/GAL Fra ktion
Beratungsverlauf (1)
Orte (4)
- Warendorfer Straße
- Kanalstraße
- Promenade
- Kinderhaus
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Details
- Aktenzeichen
- A-R/0061/2019
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 03.09.2019
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37