A-R/0019/2006
Resolution: Gegen Kürzungen der Landesförderung bei Kindern, Jugendlichen und Familien
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Originalantrag
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Gemeinsame Resolution der Fraktionen von SPD, Bündnis 90/Die Grünen/ GAL und UWG/öpd im Rat der Stadt Münster Ratssitzung 05.04.2006 Gegen Kürzungen der Landesförderung bei Kindern, Jugendlichen und Familien Der Rat der Stadt Münster appelliert an die Landesr egierung und den nordrhein- westfälischen Landtag: 1. die im Kinder- und Jugendförderungsgesetz vorges ehenen 96 Millionen Euro in den Haushalt einzustellen; 2. die Kürzungen der Sachkostenzuschüsse für die Ki ndertageseinrichtungen zurückzunehmen; 3. den Ausgleich von Elternbeitragsdefiziten weiter hin zu gewährleisten; 4. keine Verlagerung von finanziellen Lasten auf El tern und Kommunen vorzunehmen 5. die geplanten Kürzungen im Bereich Familienbildu ng, Jugendarbeit, Drogenhilfe, Frauenhäuser und Erziehungsberatung zurückzunehmen. Mit der erstmaligen Verabschiedung eines Kinder- un d Jugendförderungsgesetzes durch den nordrhein-westfälischen Landtag am 06.Okt ober 2004 wurde die Kinder- und Jugendarbeit auf eine verlässliche und berechen bare Grundlage gestellt. Alle Fraktionen des Landtages hoben damals die Bedeutung des Gesetzes hervor und legten den Anteil der Landesfinanzierung an der Kin der- und Jugendarbeit auf 96 Millionen Euro für die Jahre 2006 bis 2010 fest. Di e Landesregierung hat in ihrem aktuellen Haushaltsentwurf diese Förderung jedoch a uf 75 Millionen Euro reduziert. Das zentrale Ziel des Kinder- und Jugendfördergeset zes NRW, die Herstellung von Planungssicherheit im Bereich der Kinder- und Jugen dförderung, wird damit ausgehebelt. Bei einer zeitlich uneingeschränkten A bsenkung des Ansatzes auf 75 Millionen Euro wird es auf Dauer zu einem inakzepta blen Qualitätsverlust der Kinder- und Jugendarbeit kommen. Damit würde nicht nur dies e unverzichtbare Arbeit in Frage gestellt, sondern auch die Glaubwürdigkeit der Politik aufs Spiel gesetzt. Im Landeshaushalt 2004/ 2005 wurden im Rahmen der H aushaltskonsolidierung die Sachkostenzuschüsse für Kindertageseinrichtungen ge kürzt. Dies geschah in Kooperation mit den betroffenen Einrichtungen und T rägern, da das Land eine gesetzlich verankerte einjährige Befristung dieser Maßnahme und damit ein Wiedereinsetzen der Mittel ab dem Jahr 2006 zusiche rte. Die neue Landesregierung will diese Befristung nunmehr jedoch nicht aufheben und den Zuschuss zu den Sachkosten um 72 Millionen Euro kürzen. Damit würden sich die Bedingungen in den Kindertageseinrichtungen drastisch verschlechtern. Die ausbleibende Landesförderung würde zu Kürzungen in der pädagogis chen Arbeit führen. Überfällige Ersatzbeschaffungen können nicht erfolg en. Mittel für die Umwandlung von Räumen für veränderte Anforderungen für Kleinki nder stünden nicht zur Verfügung . Darüber hinaus will die Landesregierung ab dem 01.0 7.2006 aus der Ausgleichsregelung mit den Kommunen für nicht reali sierte Elternbeiträge aussteigen. Gleichzeitig sollen vor diesem Hintergr und die Elternbeiträge zukünftig durch die Kommunen festgelegt werden. Damit würde d as Land Lasten auf Eltern und Kommunen abwälzen und seiner Verantwortung für die Förderung von Familien und Kindern nicht gerecht. Diese geplanten Verschle chterungen sind eindeutig die falsche Antwort vor allem auch auf den notwendigen Ausbau von Plätzen für Kinder unter drei Jahren. Die parallel geplanten Kürzungen in den Arbeitsfeld ern der Beratungsstellen, Familienbildungsstellen, Frauenhäuser, Familienselb sthilfe, Familienverbände, Jugendhilfe und Weiterbildung um durchschnittlich r d. 20 % würden diese kinder-, jugend- und familienbezogenen Angebote erheblich s chwächen bzw. einschränken. Die Folge wären weniger begleitende Hilfen für Fami lien, weniger Unterstützung der Erziehungsleistung von Eltern, weniger Hilfen in Kr isensituationen, Rückgang präventiver Angebote für Eltern und ihre Kinder, hö here Preise für Bildungsveranstaltungen und weniger Unterstützung b ürgerschaftlichen Engagements. Die massiven Kürzungen im Bereich der Drogenhilfe werden dazu führen, dass das bestehende Hilfenetz gefährdet ist , die Verelendung abhängiger Menschen fortschreitet und der öffentliche Raum stärker belastet wird. Bildung, Erziehung und Betreuung sowie die Förderun g von Familien brauchen gerade jetzt einen Ausbau und eine Qualifizierung d er bestehenden Angebote als Investition in die Zukunft. Nur dadurch kann die Si tuation für Kinder, Jugendliche und Familien deutlich verbessert werden. Die von der NR W-Landesregierung beabsichtigten Kürzungen sind deshalb nicht nachvol lziehbar. Sie stehen auch im deutlichen Widerspruch zu Versprechungen vor der La ndtagswahl 2005 und zu Zusagen aus dem Koalitionsvertrag. Der Rat der Stad t Münster fordert die Landesregierung auf, den Worten auch Taten folgen zu lassen. gez. Wolfgang Heuer Hery Klas Fritz Pfau und SPD-Fraktion und Fraktion Die Grünen/GAL un d UWG-/ ödp-Fraktion
Beratungsverlauf (1)
Details
- Vorlagen-Nr.
- A-R/0019/2006
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 29.03.2006
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37