V/0910/2015
Information zu Gender Budgeting
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Berichtsvorlage
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V/0910/2015 DER OBERBÜRGERMEISTER Frauenbüro Betrifft Information zu Gender Budgeting: Projektbeispiel Verteilungsgerechtigkeit von Mitteln der Arbeitsförderung Projektbeispiel Förderung der Lese- und Informationskompetenz Projektbeispiel Gendergerechte Spielplätze Beratungsfolge 24.11.2015 Ausschuss für Gleichstellung Bericht 09.12.2015 Haupt- und Finanzausschuss Bericht Auftrag Der Auftrag, bei der Verteilung der städtischen Ressourcen auch auf Chancengleichheit zu ac h- ten, wurde durch Ratsbeschluss bereits 2007 erteilt. Mit Einführung der Europäischen Charta zur Gleichstellung von Männern und Frauen auf lokaler Ebene und den darauf basierenden Aktion s- plänen ist Gender Budgeting jetzt umzusetzen. Erste Schritte in den vergangenen beiden Hau s- haltsjahren haben gezeigt, dass sich dies für alle Beteiligten in Politik und Verwaltung als eine schwierige Aufgabe erweist. Für alle Beteiligten bedeutet dies einen Lernprozess, zu dem die Frage „Was ist geschlechterg e- recht?“ ebenso gehört wie die systematische Erarbeitung sinnvo ller Kennzahlen. Z udem muss der Blick für notwendige Daten und die Wirkung, die erzielt werden soll, geschärft werden. Die Stadtverwaltung setzt dabei auf „learning by doing“ und vermittelt in Zusa mmenarbeit mit einer Expertin für Gender Budgeting zunächst anhand von drei ausgewählten Produkten das notwe n- dige Wissen. Weitere Produkte sollen folgen. Gleichzeitig wird g emeinsam mit den beteiligten Ämtern und mit externer Unterstützung eine „Gebrauchsanwe isung zur Einführung des Gender Budgeting in Münster“ erstellt, die es den Ämtern erleichtert, die eigene Arbeit mit diesem Instr u- ment um Gender-Budgeting-Aspekte zu ergänzen. Letztlich wird die „Gebrauchsanweisung“ auch ein hilfreiches Instrument für die Politik darstellen. Ziel ist es, dieses Instrument langf ristig zu verinnerlichen und in der Haushaltssteuerung zu ve r- ankern. Gender Budgeting trägt dazu bei, den eigenen Fachbereich und die damit ve rbundenen Ausgaben so zu steuern, dass die Mittel optimal eingesetzt werden und das bestmögliche Ergeb- nis bei den Bürgerinnen und Bürgern ankommt. Vorlagen-Nr.: V/0910/2015 Auskunft erteilt: Frau Arndts-Haupt Frau Rasche Frau Sonntag Herr Stoldt Herr Volmering Frau von Hayn Ruf: 492-1700 E-Mail: ArndtsHM@stadt-muenster.de Datum: 02.11.2015 Öffentliche Berichtsvorlage 2 V/0910/2015 Begriffserläuterungen Das englische Wort „Gender“ steht für soziale, kulturelle und gesellschaftlich geprägte G e- schlechterrollen von Frauen und Männern, die sozialisiert und veränderbar sind. Es geht also über den rein b iologischen deutschen Begriff des Geschlechts Mann/Frau weit hinaus. „Budg e- ting“ ist nichts anderes als Haushaltsführung. Gender Budgeting ist ein wichtiger Teil des Gender Mainstreaming, einer Strategie zur Umse t- zung der Gleichstellung von Frauen und Män nern. Konkret bedeutet Gender Mainstreaming, das Ziel der Gleichstellung in allen Handlungsfeldern und bei allen Planungs - Entscheidungs- und Umsetzungsschritten („Mainstreaming“) zu berücksichtigen. In Münster wird in diesem Zusa m- menhang auch von einer ge samtstädtischen Verantwortung für die Verwirklichung der Chance n- gleichheit gesprochen. Hinter dem Prinzip Gender Mainstreaming steckt auch der Leitgedanke, dass Männer und Fra u- en keine jeweils einheitliche soziale Gruppe sind, also nicht alle Männer gleic h und alle Frauen gleich sind, sondern in sehr unterschiedlicher Weise von politischen und administrativen En t- scheidungen betroffen sein können. Gender Budgeting basiert daher auch auf der Annahme, dass es keine geschlechtsneutrale Haushaltspolitik gibt u nd jeder öffentliche Haushalt geschlechtsspezifische Auswirkungen hat. Gender Budgeting bedeutet also, dass der kommunale Haushalt aus einer Geschlechterperspek- tive heraus analysiert, geplant und verteilt oder auch konsolidiert wird und gilt als wirkungsvo lles Instrument, um Geschlechtergerechtigkeit auch durch eine veränderte Haushaltsführung herz u- stellen. Ziel Mit einer geschlechtergerechten Haushaltsführung werden vorhandene Strukturen unter die Gender-Lupe genommen. Es geht dabei nicht um reine fünfzi g zu fünfzig -Verteilung der Ge lder zwischen Frauen und Männern, also Gleichmacherei. Mit allen am Prozess Beteiligten wird g e- prüft, ob die Stadt (nicht nur) in Zeiten knapper Kassen ihre Mittel auch richtig und für die Richt i- gen einsetzt. Dazu müssen Daten erhoben und analysiert, Fragen gestellt und beantwortet, En t- scheidungen getroffen und Vor- und Nachteile gegeneinander abgewogen werden. Dadurch trägt Gender Budgeting auch dazu bei, die Effizienz und die Qualität der Prozesse innerhalb der Ve r- waltung zu steigern und schafft mehr Transparenz über die Verwendung von Haushaltsmitteln. Übersicht Gender Budgeting in Münster: 3 V/0910/2015 Mit folgenden drei Produkten wird gestartet: Produktbereich 05 „Soziale Leistungen“ Produktgruppe 0501 „Leistungen der Grundsicherung nach dem SGB 2“ Zu dieser Produktgruppe gehören sechs einzelne Produkte: Leistungen zum Lebensunterhalt, Leistungen zur Eingliederung in den Arbeitsmarkt, Leistungen für die Unterkunft, Leistungen außerhalb des Regelbedarfs, Arbeitsmarktpolitische Projekte des Jobcenters sowie das Perspektivzentrum. Daten nach Haushaltsplan 2014 Für den Produktbereich 05 „Soziale Leistungen“ 223.870.200 € (23% der gesamten ordentlichen Aufwe n- dungen). Innerhalb dieses Produktbereichs stellt die Produktgruppe 0501 den größten Aufwandsposten dar: 133.443.121 € (88% der Aufwendungen). Die restlichen 12 % verteilen sich auf Personalaufwendungen, Versorgungsaufwendungen, Aufwe ndungen für Sach- und Dienstleistungen, Bilanzielle Abschreibungen und sonstige ordentliche Aufwendungen. Gesamtweite ordentliche Erträge: 978.429.130€, davon e ntfallen auf den Produktbereich 05 insg. 142.881.740 €, also 14% . 80% davon (= 112.857.690 €) gehen in der Produktgruppe 0501 ein. Der E r- tragsposten „Kostenerstattungen und Kostenumlagen“ stellt mit 104.419.640 € den größten Anteil. Im Jahr 2014 befanden sich durchschnittlich 14.447 erwerbsfähige Leistungsberechtigte (eLb) im Lei s- tungsbezug SGB II beim Jobcenter Münster. Von diesem Gesamtbestand waren 7.154 Männer (49,5 %) und 7.293 Frauen (50,5 %). Insgesamt ist also ein ausgewogenes Verhältnis erkennbar. Die erwerbsfähigen Leistungsberechtigten werden innerhalb der Organisationsstruktur des Jobcenters in verschiedenen Fachstellen nach unterschiedlicher Zielgruppenorientierung betreut. Die nachfolgende Übersicht zeigt, wie hoch der Anteil der Frauen und Männer in den jeweiligen Zielgruppen ist: Anteil der Zielgruppe am Gesamtbestand der eLb Anteil der Frauen in der Zielgruppe Anteil der Männer in der Zielgruppe U25 (= 15 bis 24 Jahre) 16,9 % 48,4 % 51,6 % Ü25 (= 25 bis 49 Jahre) 40,0 % 42,7 % 57,3 % 50+ (= 50 Jahre und älter) 20,8 % 44,2 % 55,8 % Alleinerziehende 12,7 % 96,4 % 3,6 % Reha/ Schwerbehinderung 8,6 % 42,7 % 57,3 % Selbständige 1,0 % 34,6 % 65,4 % Abbildung: Interne Auswertung des Jobcenters, zielgruppenspezifische Zuordnung des eLb zu Fachstelle/ Jobcoach. Die Übersicht zeigt ein weitgehend ausgewogenes Geschlechterverhältnis innerhalb der Zielgruppe U25. In den Zielgruppen Ü25, 50+ und Reha/Schwerbehinderung ist der Anteil der Männer ausgeprägter erken n- bar. Zudem ist in der Übersicht ersichtlich, dass im Bereich der Selbständigen der Anteil der Frauen ledi g- lich rund ein Drittel beträgt. Einzig in der Gruppe der Alleinerziehenden ist eine gegenteilige Gewichtung festzustellen: Der Anteil der Frauen übersteigt mit rund 97 % den Anteil der alleinerziehenden Männer deutlich. Gender Budgeting-Projekt: Im Rahmen von Gender Budgeting wird im Jobcenter die Verteilungsgerechtigkeit von Mitteln der Arbeitsförderung bezogen auf Frauen und Männer am Beispiel der Maßnahmen bei einem A r- beitgeber nach §16 SGB II i. V. m. § 45 SGB III untersucht. Dabei handelt es sich um rein bu n- desfinanzierte Leistungen des Jobcenters. Die bis zu sechswöchigen Praktika bei Arbeitgebern münden beste nfalls in eine sozialversich e- rungspflichtige Beschäftigung (ggf. mit Lohnkostenzuschuss); eine Ausbildung oder Umschulung, 4 V/0910/2015 eine Beschäftigung mit Förderung durch einen betrieblichen Eingliederungsz uschuss oder auch in einen Minijob. Damit sind sie ein Indikator für eine nachhaltige Vermittlung in Arbeit. Erhoben werden Daten zu folgenden Personengruppen: 1. Alleinstehende Frauen ohne Kinder 2. Alleinstehende Männer ohne Kinder 3. Alleinerziehende Jeweils differenziert zwischen den Altersgruppen „ab 25 bis 35 Jahre“ und „über 35 Jahre“. Weiteres Erhebungskriterium ist der Bildungsstand (Schulabschluss, Berufsabschluss). Soweit valide Daten zum Migrationshintergrund vorliegen, kommen diese hinzu, jedoch sind au f- grund der gegenwärtigen Erhebungspraxis keine validen Daten vorhanden. Die Daten werden quartalsweise ausgewertet und gehen in den Managementbericht des Jobcen- ters ein. Damit ist eine regelmäßige Kenntnisnahme und ggf. Steuerung der entsprechenden A k- tivitäten gesichert. Ob und inwieweit diese Daten mit der sog. Grundgesamtheit in der Stadt Münster vergleic hbar sind, bleibt zu prüfen. Im Vordergrund stehen für das Jobcenter die Vergleichsgrößen „Förde r- quoten“ und „Anteil Frauen im Leistungsbezug mit Aktivierung“ Ziel: Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt unter gendergerechter Betrachtung Heranführen an den Ausbildungs- und Stellenmarkt Feststellung, Verringerung oder Beseitigung von Vermittlungshemmnissen (z.B. Qualif i- zierungsbedarfe) Vermittlung in eine versicherungspflichtige Beschäftigung Vermittlung in eine passgenaue Qualifizierung Arbeitsmarktnahe Frauen mit dem Förderziel Direktvermittlung sollen entsprechend ihrem Anteil an der Gesamtmenge der arbeitsmark tnahen Kundinnen und Kunden in einem festgelegten B e- trachtungszeitraum an Maßnahmen bei einem Arbeitgeber einmünden. Kennzahlen für Bedarfsgerechtigkeit: Anzahl der arbeitsmarktnahen Frauen und Männer bezogen auf die Gesamtmenge Anzahl der Frauen und Männer, die in eine MAG eingemündet sind Indikatoren für die Wirkung der angestrebten Ziele: Integrationsquote (Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung) drei Monate/ sechs Monate nach Beendigung der Maßnahme bei einem Arbeitgeber Einmündung in eine Qualifizierungsmaßnahme drei Monate/ sechs Monate nach Beend i- gung der MAG Kennzahlen und Indikatoren können durch das Controlling der Daten aus der Fachanwe ndung OPEN geschlechtergerecht ermittelt werden. 5 V/0910/2015 Produkt 040401 – Stadtbücherei: Medien und Informationen Stammdaten Dezernat IV Amt 42 Produktbereich 04 – Kultur und Wissenschaft Produktgruppe 0404 – Stadtbücherei und Förderung von Büchereien freier Träger Produkt 040401 – Stadtbücherei: Medien und Informationen Produkt 040402 – Förderung von Büchereien freier Träger Das Produkt Stadtbücherei umfasst sieben verschiedene Standorte (H auptstelle, Bücherbus, Zweigstellen am Aaseemarkt, Kinderhaus, Coerde, Gievenbeck und am Hansaplatz) Haushaltsplan für diesen Produktbereich: Haushaltsjahr 2013: 36.745.274,63€ (davon Produktgruppe 0404: 5.526.380,72€] Haushaltsjahr 2014: 38.067.890,00€ (davon produktgruppe 0404: 5.479.572,00€) Weitere Daten Insgesamt 223.364 Medien 2014: 33.239 aktive Benutzerinnen und Benutzer (69,98% weiblich; 35,02 männlich) Bis 12 Jahre weiblich 53,64%, männlich 46,36% 13-18 Jahre 62,78% weiblich, 37,22% männlich Erwachsene 69,72% weiblich, 30,28% männlich 2013 wurden insgesamt 1.856.827 Medien entliehen (694.090 Kinderbücher und -medien) 2014 wurden insgesamt 1.768.464 Medien entliehen (679.090 Kinderbücher und -medien) Der Rückgang der Ausleihzahlen 2014 ist auf sani erungsbedingte Schließungszeiten in der Bibli- othek am Alten Steinweg und den Verlust der Bücherei in Kinderhaus infolge des Unwetters z u- rückzuführen. 27 öffentlich zugängliche PC -Arbeitsplätze mit Internet zugang mit Gesamtnutzungsdauer von 50.426 Stunden in 2014 228 Führungen für Kitas und Schulen mit 5283 Teilnehmenden 303 Veranstaltungen zur Leseförderung mit 6941 Teilnehmenden Gesamtöffnungstunden 2013: 10.051 (Hauptstelle davon 2.639, Bücherbus und Zweigstellen 7.412) 2014: 10.034 (Hauptstelle 2.534, Bücherbus und Zweigstellen 7.500) Seit August 2014 gibt es das Angebot „ Junge Welt“ (JuWel) in der Hauptstelle der Stadtb ücherei (Jugendbücher, CDs, DVDs, virtuelle Medien für Jugendliche, Veranstaltungen, Gaming - Angebot). Die Stadtbücherei verfügt aussch ließlich über statistische Materialien nach Alter und Geschlecht der Personen, die Bücher und Medien ausgeliehen haben. Bereits hier ist keine Aussage darüber möglich, wer im Er gebnis die Medien genutzt hat. Zum Beispiel werden viele Medien aus dem Angebot für Kinder von erwachsenen Frauen ausgeliehen – vermutlich von Müttern, Erzieherinnen und Grundschullehrerinnen. Über die Ausleiher liegt a u- ßerdem noch eine Migrationsanalyse aus dem Jahr 2012 vor, die jedoch nicht nach Geschlec h- tern differenziert ist. Es kommt hinzu, dass im Zeitalter des Internets das Ausleihgeschäft in den Bibliotheken an B e- deutung verliert und die Nutzung der stationären Angebote zunimmt. Das sind: Arbeitsplätze und Lernräume (mit W-Lan im gesamten Gebäude einschließlich der Zweig- stellen) PC-Arbeitsplätze mit Internetzugang (auch in den Zweigstellen) PC-Spiele und Spielkonsolen im Jugendbereich (JuWel) Besuch von Veranstaltungen o Für Kinder o Rund um die Themen Internet und e-Book Führungen und Schulungen für Kitas und Schulklassen Bibliothek als Aufenthaltsort 6 V/0910/2015 Über die Kunden, die von diesen Angeboten Gebrauch machen, liegen keine personenbezog e- nen Daten vor. Der Aufwand, solche Daten zu ermitteln, ist beträchtlich und kann von dem vorhandenen Pers o- nal nicht geleistet werden, da Kundenbe ratung und die Bereitstellung der Medien Vo rrang vor anderen Tätigkeiten haben. Mit Eintritt in die Pubertät lässt bei vielen Jugendlichen das Interesse am Bibliotheksbesuch nach, wobei diese Entwicklung bei Jungen stärker ist als bei Mädchen. Während die Zahl der Nutzer bis 12 Jahren von 2004 bis 2014 um 21,7 % stieg, ging sie bei den Jugendlichen (12 – 18 Jahren) um 14,2 % zurück. Die Gründe, warum die Bibliotheksnutzung durch Jugendliche nachlässt, sind vermutlich vielfä l- tig. Zum einen ist der sogenannte Leseknick in der Pubertät ein Phänomen, das es schon immer gab, weil sich die Interessen der Jugendlichen verändern. Zum anderen kam in den letzten Ja h- ren noch die verstärkte Inanspruchnahme durch die Schule und die höhere Attraktivität anderer Medien – insbesondere des Smartphones - hinzu. Mit der Einrichtung eines Jugendbereiches (JuWel) mit einem attraktiven Buch - und Medienangebot für die Zie lgruppe, mit einem Bereich zum Chillen und mit Spielmöglichkeiten an PC und Konsole w ird versucht, diesem Trend entge- gen zu wirken. Gerade durch die Spielemöglichkeit wurde die Stadtbücherei auch wieder für Jun- gen attraktiv. Eine Ausweitung dieses Angebots auf Zweigstellen scheitert an den Räumen und dem h ohen personellen Aufwand durch Betreuung der IT und Programmarbeit mit den Jugendlichen. Gender Budgeting-Projekt: Eines der strategischen Ziele der Stadtbücherei Münster ist es, mit ihrem Angebot und ihren Dienstleistungen das Lesen und die Informationskompetenz, insbesondere bei Kindern und J u- gendlichen, zu fördern. Als ein mögliches Ziel wurde in der Arbeitsgruppe die Förderung der L esekompetenz der 10 – 12-jährigen Schüler und Schülerinnen der Hauptschulen in Coerde und Kinderhaus ausgewählt. Um die Lesekompetenz zu fördern, veranstalten die Büchereien in Coe rde und Kinderhaus im 2. Schulhalbjahr einen „Klasse(n)leseclub“ für die Kinder aus den 5. Klassen. Im Rahmen des Pr o- jekts lernen die Kinder die Bücherei und ihre Angebote für Schule und Freizeit ke nnen und mit kleinen Aktionen wird ihnen die Freude am Lesen vermittelt. Die Kinder – in der Mehrzahl Ju n- gen – haben häufig wenig Beziehung zu Büchern und we isen zum Teil auch Defizite beim Lesen auf. Der Erfolg des Leseclubs hängt auch von den Voraussetzungen ab, die die Schülerinnen und Schüler mitbringen. So fern die Kinder jedoch über angemessene Lesefähigkeiten verf ügen und sie lernwillig sind, eröffnet das Buchangebot der Stadtbücherei ihnen die Möglichkeit regelmäßig zu lesen und die erworbenen Fähigkeiten zu verstetigen. Denn nur, wer liest, bewahrt auch seine Lesekompetenz. Kinder, die ihre schulischen Leistungen steigern wollen, erfahren während des Kla s- se(n)leseclubs, dass ihnen sowohl das Sachbuchangebot als auch der Internetzugang in der B ü- cherei hierbei helfen können und sie hier bei Bedarf auf die Hilfe der Mitarbeiterinnen zurückgrei- fen können. Kennzahlen für die geschlechtergerechte Förderung der Lese- und Informationskompetenz: - Die Anzahl der teilnehmenden Kinder des Leseclubs, untergliedert in Anzahl der Mäd- chen und Anzahl der Jungen. - Die Anza hl der Kinder, die nach Abschluss des Leseclubs die Stadtbücherei bes u- chen. Mögliches Ziel: - Vermehrte Nutzung der Stadtbücherei durch die ehemaligen Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach Abschluss des Projekts; dabei kann allein der häufigere Aufenthalt als Indikator für einen Erfolg des Leseprojekts dienen. 7 V/0910/2015 Produkt 130101 Grünanlagen Stammdaten Dezernat VI Amt 67 Produktbereich 13 (Natur- und Landschaftspflege) Produktgruppe 1301 (Grün- und Freiflächen) Produkt 130101 (Grünanlagen) Haushaltsplan (HHPI) 2015: 312 Spielplätze fürs gesamte Stadtgebiet – bis 2018 insgesamt 318 geplant Zielgruppe für Produkt 130101: Bürgerinnen und Bürger und alle Besucherinnen und Besucher der Stadt Münster Beteiligt an der Produktherstellung sind: -Bau und Unterhaltung (Amt 67) -Beteiligung (Amt 51, Kinderbüro) -Spielplatzpaten Vorhandene Ressourcen 2014: 62 ha für öffentliche Spielfläche – 2,45€ pro qm Pflegekosten 2015: 47,1 ha für öffentliche Spielfläche – 3,82€ pro qm Pflegekosten 2014 ordentliche Aufwendungen für Produktbereich 13: 19.905.050€ Produktgruppe 1301: 13.608.860€ - Errichtung und Sanierung der Spielplätze: etwa 600.000€ 2015 ordentliche Aufwendungen für Produktbereich 13: 20.012.460€ Produktgruppe 1301: 13.427.850€ - Errichtung und Sanierung der Spielplätze: etwa 600.000€ Altersbegrenzung von 14 Jahre auf 16 Jahre angehoben Gender Budgeting-Projekt „Spielplätze“ Ausgangslage: Die Versorgung der Stadt mit Spielflächen und Bewegungsflächen erfolgt über den Leitplan Spielflächen als Bestandteil der GRÜNORDNUNG MÜNSTER. Der Bedarf wird auf Grundlage statistischer Daten und Prognosen stadtteil - und auch quartier s- bezogen ermittelt, fortgeschrieben und vorhabenbezogen aktualisiert. Hinsichtlich der Erreichbarkeit und Ausdifferenzierung der Spielangebote erfolgt zude m eine Auswertung nach Altersgruppen. Eine Genderbezogene Auswertung erfolgt nicht. Im Vorlauf zu Ausbauplanungen wird eine Kinder - und Anwohnerbeteiligung durchgeführt, um Wünsche, Vorstellungen oder auch quartiersbezogene Besonderheiten zu erfragen und für die Planung berücksichtigen zu können. Als Grundsatz der Planung gilt, allen Besucherinnen und Besuchern gleichermaßen die Möglich- keit zur Entfaltung, Bewegung und Erholung zu geben. Dies beinhaltet auch die Anforderungen von Inklusion und seniorengerechten Besuchsmöglichkeiten. Eine genderspezifische Betrachtung ist in Münster bislang nicht erfolgt. Vielmehr wird das Ange- bot nach den prinzipiellen Bedürfnisräumen unterschiedlicher Bewegungsangebote wie zum Bei- spiel Buddeln, Schaukeln, Balancieren und Ballspielen, aber auch Ruhe und Kommunikation ge- staltet. Auch bei der Sanierung von Spielflächen erfolgt eine entsprechende Beteiligung der Kinder, Be- treuerinnen und Betreuer und Eltern. Im Rahmen dieser Be teiligung werden auch Fragen zur Zufriedenheit mit der bestehenden Einrichtung ermittelt und Vorschläge für die Neuen twicklung erfragt. Bei der Bewertung der Sanierungsbedürftigkeit gehen du rch das Kriterium soziale „Auffälligkeit“ auch Wohnumfeld und soziale Belange in die Betrachtung ein Gendergerechtigkeit der Spielplätze in Münster 8 V/0910/2015 Das Ziel ist eine bedürfnisorientierte Gestaltung von Spielbereichen für Mädchen und Jungen, um das Spielen im Freien attraktiver zu gestalten. Dadurch lässt sich auch der Tendenz der „Ve r- häuslichung“, die bei Kindern jen seits des Grundschulalters allgemein beobachtet wird, entg e- genwirken. Aus anderen Städten liegen zum Teil entsprechende Ergebnisse, Untersuchungsreihen, Prüfbö- gen usw. vor. Zum Beispiel in Berlin aus den Bezirken Lichtenberg und Spandau und den Stä d- ten Mainz und München. Auf Grundlage dieser Bögen ließe sich eine Bewertung der Spielflächen in Münster vornehmen. Bezogen auf eine grundlegende, orts - und nutzerspezifische Betrachtung würde sich die Stadt Münster damit jedoch die Möglichkeit nehmen, die Personenkreise zu Worte kommen zu las sen, die die Spielplätze tatsächlich nutzen und besuchen. Daher hat sich das Fachamt das Ziel gesetzt, die Frage grundsätzlich anzugehen und die Th e- matik in Zusammenarbeit mit der WWU – Institut für Geographie – aufzubereiten. Erste Vorabstimmungen hierzu sind bereits erfolgt. Seitens des Instituts wurde großes Int eresse bekundet. Jahreszeitlich bedingt könnte die Untersuchung im S ommersemester 2016 durchge- führt werden. Nach erst er Einschätzung könnten ca. 40 bis 50 Spielplätze in die U ntersuchung eingebunden werden. Konzept Untersuchungen vor Ort an Hand aufbereiteter Prüf-, Frage- und Beobachtungsbögen (Die Erarbeitung der Untersuchungsunterlagen w ird Bestandteil der Seminararbeit in Rückkop p- lung mit dem Amt 67 ). Befragung der Nutzerinnen und Nutzer Genderdifferenziert nach Altersstufen gegliedert nach: - Zufriedenheit mit dem Angebot und der Ausstattung - Defizite - Mängel - Störfaktoren - Wünsche - Erreichbarkeit - Andere Alternativen, die auch genutzt werden - usw. Befragung der Betreuerinnen und Betreuer Genderdifferenziert nach Altersstufen gegliedert zu ähnlichen Fragen aber auch ggf. Wohnsi tua- tion, Barrierefreiheit usw. Beobachtungsprotokoll zu Spielabläufen - … wer spielt mit wem an welchen Geräten - … welche „Räume“ werden von wem genutzt - … welche Geräte / Räume werden nicht genutzt - … Störfaktoren / Fehlnutzungen Auswahl der zu untersuchenden Spielplätze: - A und B/C Bereiche - breites Spektrum unterschiedlicher Größen - Berücksichtigung von Spielplätzen mit besonderen Ausstattungen (Kletterwand, Bolzplatz, Beachvolleyball usw.) 9 V/0910/2015 - Berücksichtigung der Stadtteile (Bezirksvertretungen) - Ggf. anstehende Sanierungsbedürftigkeit, um später mit Kinder und Anwohnerbete ili- gungsergebnissen abgleichen zu können - Besondere Lagen im Stadtgebiet (soziale Wohnumfeldverhältnisse) Auswertung / Rückkopplung zur Problemstellung Gendergerechtigkeit / Gender Budgeting Kinder- und Anwohnerbeteiligung In Ergänzung zu der Untersuchung durch das Institut für Geographie besteht die Überl egung, im Rahmen der ohnehin anstehenden Beteiligungsverfahren, die Kinder - und Anwohnerbeteiligung in einer Pilotphase genderdifferenziert durchzuführen. Ein Abgleich der Ergebnisse wäre dann wieder in die Gesamtbetrachtung einzubinden und au s- zuwerten. Zeitplan - Ab Wintersemester 2015/16 Projekt mit der Uni Münster - Erhebung der Daten zu Spielplätzen gez. Lewe
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (2)
- Hansaplatz
- Kinderhaus
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Details
- Aktenzeichen
- V/0910/2015
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 02.11.2015
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37