AN/1366/2023
Fragen zu den Folien der Rheinenergie zum Thema „Beitrag der RheinEnergie zur Dekarbonisierung Kölns“ vom 4. Mai 2023
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Linke Anfrage nach § 4
4977 Zeichen
Die Linke.-Fraktion · Postfach 103564 · 50475 Köln Vorsitzende des Ausschusses für Klima, Umwelt und Grün Frau Denise Abé Oberbürgermeisterin Henriette Reker Rathaus, Spanischer Bau 50667 Köln Postanschrift: Postfach 103564 · 50475 Köln Tel: 0221/221 -27840 · Fax: 0221/221-27841 E-mail: DieLinke@stadt-koeln.de Fraktionsvorstand Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 10.08.2023 AN/1366/2023 Anfrage gem. § 4 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Ausschuss Klima, Umwelt und Grün 24.08.2023 Fragen zu den Folien der Rheinenergie zum Thema „Beitrag der RheinEnergie zur Dekarbonisierung Kölns„ vom 4. Mai 2023 Sehr geehrte Frau Abé, bitte setzen Sie folgende Anfrage auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Ausschusses für Klima, Umwelt und Grün am 24.08.2023: Die Novelle des Gebäudeenergiegesetzes soll einen Beitrag leisten, dem Klimawandel und der Abhängigkeit von internationalen Energielieferungen gegenzusteuern. Von der Bundesregierung ist geplant, dass künftig mindestens 65 Prozent der Energie zur Beheizung von Gebäuden erneuerbar sein muss, z.B. durch Wärmepumpen, Biomasseheizungen oder Fernwärme. Unabhängig davon, wie das Gesetz im Detail aussehen wird, steht fest , dass der Fernwärme in Köln eine noch größere Bedeutung für das Heizen zukommen wird. Folgerichtig plant Rheinenergie den Ausbau ihrer Fernwärmenetze. Für die Immobilienbesitzer*innen, die eine neue Heizung brauchen und sich für ein neues System entscheiden müssen, stellt sich die Frage, ob und wenn ja, wann in ihrer Straße Fernwärmeleitungen gelegt werden und ob das Haus wärmegedämmt werden muss, weil aus Effizienzgründen die Vorlauftemperaturen ggf. niedrig sind. Auch für die Immobilienbesitzer*innen die noch eine gut funktionierende Gasheizung haben, stellt sich die Frage, mit welchen Netznutzungsentgelten sie in Zukunft, bei immer weniger werdenden Nutzern, zu rechnen haben. Bei einem für die Zukunft prognostizierten höheren Strombedarf, stellt sich die Frage, ob das öffentliche Stromnetz dafür ausgelegt ist und ob Menschen, die sich z.B. ein Elektroauto und/oder eine Wärmepumpe anschaffen wollen, diese problemlos mit Strom versorgen können. Aus Gründen der Energieeffizienz und der Anforderung von mindes tens 65 Prozent erneuerbarer Energie stellt sich die Frage, ob nicht zumindest große Teile der Abwärme in Nah- oder Fernwärmenetzen genutzt werden können. Diese Fragen zu Fernwärme, Abwärme, Gasnetzen und Stromnetzen, sind Fragen die jetzt oder zu mindestens bis Ende diese s Jahres beantwortet werden müssen , um ein gewisses Maß an Planungssicherheit zu haben. Darum bitten wir um schnellst mögliche, substantielle Antworten zu diesen Fragen: 1. Fernwärme / Planungssicherheit: Wann werden die konkreten Daten d arüber vorliegen, wann in welchen Straßen(teilen) Fernwärmeleitungen gelegt werden und mit welcher Temperatur die Fernwärmenetze betrieben werden, sowohl die neuen Netze wie auch die im Bestand? Für die Planung eines Austausches der Heizungsanlage sind so lche Informationen unabdingbar. 2. Abwärme: Die Nah- und Fernwärmenetze liefern zusammen derzeit 1,8 TWh Energie pro Jahr (Angaben von 2015). Das Abwärmepotential für Köln beträgt ca. 2,0 TWh, also mehr als die Energie der Nah - und Fernwärmenetze zusammen. Dennoch kam Rheinenergie zu dem Ergebnis, dass eine wirtschaftliche Nutzung zurzeit nicht existiert, will aber unter Betrachtung der aktuellen Entwicklung, die Potentialstudie nochmals überprüfen. Bis wann ist die Überprüfung abgeschlossen und welche Temperaturen braucht ein Fernwärmenetz, um mit der Abwärme aus Gewerbebetrieben (Prozesswärme) kompatibel zu sein? 3. Gasnetze: Immer mehr Haushalte werden sich in Zukunft weg von Gas und hin zu anderen Energieträgern wie z.B. Wärmepumpen oder Fernwärme wenden. Dadurch werden immer weniger Haushalte Gas aus dem Gasnetz beziehen, mit der Folge, dass ohne Gegensteuerung die Netznutzungsentgelte für den Einzelnen immer teurer werden. Welche Pläne oder Überlegungen gibt es zum einen, die Netznutzungsentgelte stabil z u halten bzw. zu deckeln und zum anderen, die Gasnetze dort stillzulegen, wo Fernwärmeleitungen liegen oder gelegt werden? Siehe hierzu auch die Studie von AGORA zu Gasverteilnetzen: https://static.agora - energiewende.de/fileadmin/Projekte/2022/2022 -06_DE_Gasverteilnetze/A - EW_291_Gasverteilnetze_WEB.pdf 4. Stromnetze: Der Stromverbrauch wird in Zukunft erheblich wachsen (laut Fachgutachten „Köln klimaneutral 2035“ auf das 2,5 Fache bis 2035). Sind die Stromnetze so ausgelegt, dass jeder Haushalt ohne Bedenken z.B. eine Wärmepumpe oder eine Wallbox installieren lassen kann oder muss das Stromnetz für die erhöhten Anforderungen erst ertüchtigt werden und wie sieht der konkreten Fahrplan hierzu aus? gez. gez. Michael Weisenstein Uschi Röhrig Fraktionsgeschäftsführer Umweltpolitische Sprecherin
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- AN/1366/2023
- Typ
- Die Linke. Anfrage nach § 4
- Datum
- 10.08.2023
- Erstellt
- 10.08.2023 13:34