V/0435/2016
Planungsprozess "Stadtraum Windthorststraße" - Durchführung einer Testphase für den Teilbereich A (zwischen Bahnhofstraße und von-Vincke-Straße)
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
Beschlussvorlage
16031 Zeichen
V/0435/2016 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung Betrifft Planungsprozess "Stadtraum Windthorststraße" - Durchführung einer Testphase für den Teilbereich A (zwischen Bahnhofstraße und Von-Vincke-Straße) Beratungsfolge 14.06.2016 Betriebsausschuss Münster Marketing Vorberatung 14.06.2016 Bezirksvertretung Münster-Mitte Anhörung 16.06.2016 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wohnen Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Die Ergebnisse aus dem Planungsprozess „Stadtraum Windthorststraße“ mit der Mehrfachbeauf- tragung zur Windthorststraße werden zur Kenntnis genommen. 2. Die Entscheidung der Fachjury, den ersten Preis dem Entwurf LohausCarl zuzusprechen , wird zur Kenntnis genommen. 3. Die Verwaltung wird beauftragt, zunächst eine „Testphase“ für den Teilbereich A (zwisc hen Bahn- hofstraße und Von -Vincke-Straße) durchzuführen, um einzelne Elemente des Entwurfes L o- hausCarl im Rahmen eines sechsmonatigen Provisoriums auszuprobieren. II. Finanzielle Auswirkungen: Durch die vorgestellten Entwürfe entstehen unmittelbar keine Kosten. Die Durchführung der Tes t- phase mit den erforderlichen Rückbauten wird über die laufenden Budgets der Fachämter und durch Beteiligung der Vereine ISG und ISI finanziell abgesichert. Es wird zur Kenntnis genommen, dass - sofern Maßnahmen aus dem P lanungsprozess „Stadtraum Windthorststraße“ zukünftig realisiert werden sollen - ggf. der Stadt und/oder privaten Partnern Ko s- ten und/oder Fo lgekosten entstehen werden. Hierüber ist erst nach Durchführung der Testphase zu entscheiden. Vorlagen-Nr.: V/0435/2016 Auskunft erteilt: Herr Thiel Ruf: 492 61 80 E-Mail: Thiel@stadt-muenster.de Datum: 02.06.2016 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0435/2016 Begründung: Mit der Vorlage V/0225/2014 hat die Verwaltung die Bezirksvertretung Münster Mitte, den Werksau s- schuss Münster-Marketing und den Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wirt- schaft über den anstehenden Planungsprozess „Stadtraum Windthorststra ße“ und die anstehenden Schritte informiert. Die Verbindung vom Hauptbahnhof Münster in die Altstadt über die Windthorststraße soll von der Bahnhofstraße bis zum Harsewinkelplatz baulich -gestalterisch und funktional -verkehrlich optimiert werden. Dabei hat dieser Straßenzug grundsätzlich unterschiedliche Funktionsräume, die jeder für sich, aber auch im Zusammenhang als Verbindungsachse entsprechend betrachtet werden müssen. Gemeinsam mit der Immobilien - und Standortgemeinschaft Bahnhofsviertel Münster (IS G) und der Initiative Starke Innenstadt Münster (ISI) wurden in einem extern moderierten Planungsprozess, in einem ersten Schritt die Chancen und Potentiale der Windthorststraße gemeinsam mit den Anli egern und Nutzern erarbeitet. Im zweiten Teil des Planun gsprozesses wurden gemeinsam, im Rahmen e i- ner Mehrfachbeauftragung unter Einbindung der Anlieger und Nutzer, Ko nzepte und Ideen erarbeitet und in vier unterschiedlichen Entwürfen dargestellt. Das Verfahren war offen gestaltet, damit Anr e- gungen, Hinweise und Ergänzungen auch während der Durchführung einzelner Bausteine noch ei n- gebunden werden konnten. Beteiligungsprozess: Der Planungsprozess war im 1. Halbjahr 2015 durch eine intensive Beteiligung der Öffentlichkeit g e- kennzeichnet. Ziel war, die Vorstellu ngen unterschiedlicher Akteure im Bahnhofsviertel zur Z ukunft der Windthorststraße zu ergründen, um diese in den weiteren Planungsprozess einzubinden. So konnte ein Konzept entwickelt werden, das von den Akteuren vor Ort mitgetragen wird. Die Beteiligung stand allen offen. Durch umfangreiche Pressearbeit wurden interessierte Münsterane- rinnen und Münsteraner eingeladen, sich in die Diskussion über die Zukunft der Windthors tstraße einzubringen. Bahnreisende, die die Straße als Verbindung zur Münsteraner Inne nstadt nutzten, wur- den mittels Flyer angesprochen. Darüber hinaus wurden folgende Gruppen gezielt zur Teilnahme am Planungsprozess eingeladen: Mitglieder, Freunde und Interessierte ISG | Mitglieder ISI | Runder Tisch der Innenstadtkaufleute | Politik: Fraktionssprecher und Sprecher der Parteien im Rat, verkehrspolitische Sprecher, marketin g- politische Sprecher, Bezirksvertretung Mitte | Polizei | Feuerwehr | Kommunale Seniorenvertr etung | Integrationsrat | berührte Ämter der Stadt Münster | Stadtwerke | Wir tschaftsförderung Münster | A b- fallwirtschaftsbetriebe Münster | Münster Marketing | Gestaltungsbeirat | Immobilieneige ntümer in der Windthorststraße und im näheren Umfeld. Der Beteiligungsprozess umfasste mehrere Bausteine: Auftaktveranstaltung (10.03.2015) Nach einer Einführung in den Planungsgegenstand wurden im „Gespräch mit der Nachbarschaft“ ers- te Sichtweisen auf die Windthorststraße erörtert. Im Anschluss benannten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Qualitäten und Potenziale der Windthorststraße gen auso wie Defizite und Handlungsb e- darfe aus ihrer persönlichen Sicht. Insgesamt lagen 124 Meinungsäußerungen vor. Online-Beteiligung (11.03. – 29.04.2015) Auf den Internetseiten der Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) Bahnhofsviertel Münster e. V. wurden wöchentlich neue Fragen zum „Thema der Woche“ gestellt. Parallel wurde per E -Mail auf die neuen Fragen aufmerksam gemacht und zur Beteiligung eingeladen. Der E -Mail-Verteiler umfasste die o.g. Gruppen und alle weiteren Personen, die Interesse am Bete iligungsprozess bekundet hatten (z.B. durch die Anmeldung zur Auftaktveranstaltung oder zu den Workshops). Im Rahmen dieser O n- line-Beteiligung gingen zu den unterschiedlichen Fragen jeweils rund 20 Beiträge ein (Ausnahme Thema Verkehr: 29 Beiträge). Diese Themen wurden bearbeitet: - 3 - V/0435/2016 Qualitäten und Handlungsbedarfe | Bummeln, sich aufhalten, verweilen | Verkehr | Sicherheit | Meine Windthorststraße | Die Windthorststraße im Spannungsfeld | Schlussrunde. Workshops (17.04.2015 und 08.05.2015) Rund 40 Teilnehmer innen und Teilnehmer diskutierten in den beiden Workshops engagiert über die Zukunft der Windthorststraße. Im Fokus des 1. Workshops standen drei Spannungsfelder, in denen sich die Windthorststraße befi n- det: 1. einheitlicher, möglichst homogen gestalteter Raum – Unterschiedlichkeit der Teilbereiche 2. Durchgangsraum zur Innenstadt – Aufenthaltsraum 3. Ort des Handels, der Dienstleistung und der Gastronomie – Ort des Wohnens Für den 2. Workshop wurden aus den bisherigen Ergebnissen des Beteiligungsprozess es Zielvorstel- lungen für die unterschiedlichen Abschnitte der Windthorststraße entwickelt. Diese wurden im Wor k- shop intensiv diskutiert und bestätigt bzw. modifiziert. Die Zielvorstellungen gingen in die weitere B e- arbeitung ein. Internetauftritt Während des gesamten Prozesses standen vielfältige und aktuelle Informationen rund um den Pl a- nungsprozess im Internet unter www.bahnhofsviertel-muenster.de zum Abruf bereit. Während des Beteiligungsverfahrens hat sich herausgestellt, dass die Windthorststraße in der B e- trachtung durch die Anlieger und Nutzer in vier unterschiedliche Abschnitte aufgeteilt werden kann. Diese Aufteilung wurde im weiteren Planungsprozess übernommen: Teilbereich A: Bahnhofstraße bis Von-Vincke-Straße Teilbereich B: Von-Vincke-Straße bis Promenade Teilbereich C: Promenade bis Harsewinkelplatz Teilbereich D: Harsewinkelplatz bis Ludgeristraße Mehrfachbeauftragung externer Fachplaner: Aufgrund der Ergebnisse aus dem Beteiligungsverfahren konnten für die Erarbeitung des Konze ptes „Stadtraum Windthorststraße“ damit folgende Schwerpunktthemen identifiziert werden: Stadtstrukturelle Funktion Die Windthorststraße ist eine der Haupteinfallstraßen Münsters und damit sozusagen ein Tor zur Innenstadt. Stadtstrukturell übernimmt sie gerade im Tei lbereich A heute Funktionen (z.B. Fah r- radabstellen), für die sie vom Ansatz her nicht konzipiert wurde. Einzelhandel & Dienstleistung Entlang der Achse Windthorststraße befinden sich vielfältige Einzelhandels - und Dienstleistungs- unternehmen. Verkehrliche Situation Die Windthorststraße wird geprägt von einem stark frequentierten Verkehrssystem. Die Hauptnu t- zung erfolgt durch den ÖPNV und den Individualverkehr (Ziel- und Anliegerverkehr), je nach Tei l- bereich aber unterschiedlich ausgeprägt. Gebäude / Fassaden Der qualitative Abfall bei einzelnen Nutzungen der gewerblichen Flächen an der Windthors tstraße wird auch dadurch unterstützt, dass das Erscheinungsbild der Gebäude wenig zeitge mäß ist und ein gewisser Sanierungsstau entstanden ist. Städtebau / Stadtgestaltung / Öffentlicher Raum - 4 - V/0435/2016 Die Windthorststraße wurde in den achtziger Jahren anspruchsvoll stadträumlich neu gestaltet, j e- doch ist die ursprüngliche Qualität durch das enorme Fahrradaufkommen nicht mehr vorhanden. Nachdem die Chancen und Potential e gemeinsam erarbeitet und zusammengestellt und die Aufg a- benstellung konkretisiert wurde, erfolgte, wie im Planungsprozess festgelegt, im Rahmen einer Meh r- fachbeauftragung die Beteiligung der Büros: (f)fischer, Landschaftsarchitektur, Bonn Kiparlandschaftsarchitekten, Duisburg LohausCarl, Landschaftsarchitektur, Hannover RMP Stephan Lenzen, Landschaftsarchitekten, Bonn Dabei wurden bewusst keine örtlichen Büros eingeladen, da Wert auf einen neutralen Blick von a u- ßen gelegt wurde. Die ausgewählten Büros zei chnen sich insbesondere dadurch aus, dass äh nliche Aufgabenstellungen bereits erfolgreich bearbeitet werden konnten. Die Darstellung der einzelnen Entwürfe mit Erläuterung und Juryentscheidung sind in der Anlage 1 zu dieser Vorlage dargestellt. Abschließende Entscheidung der Jury: Die Jury entschied mit 10:1 Stimmen, den Entwurf LohausCarl zur Grundlage für die weitere Entwick- lung des Straßenraums zu machen und verband diese Entscheidung mit den nachfolgenden Empfeh- lungen: Der Abschnitt A hat den größten Handlungsbedarf und sollte bevorzugt angegangen werden. Brandschutz und Baumartenwahl, aber auch die vorgesehenen Querschnitte sind hier noch in- tensiv zu prüfen (Prüfauftrag an die Verwaltung). Die Schnittstellen und Anschlusspunkte an bestehende oder i n Entwicklung befindliche räum- liche Situationen (insbesondere Bahnhofsplatz) sind sorgfältig zu überdenken. An der Querung Von -Vincke-Straße ist kein großflächiger Handlungsbeda rf gegeben, nur punktuelle Verbesserungen an der südlichen Querung sind notwendig und zu präzisieren. Angesichts der starken Verkehrsbelastung sollte der Shared-Space-Gedanke in den Abschnit- ten B und C nicht weiterverfolgt werden, der Wegfall der Rechtsabbiegespur ist nicht möglich. Entsprechend den Empfehlungen der Jury hat die Ver waltung gemeinsam mit dem Büro L ohausCarl den Entwurf auf seine Umsetzungsfähigkeit hin geprüft. Dabei ist festzuhalten, dass u.a. im Teilb e- reich A die Anfahrbarkeit mit Rettungsfahrzeugen der Feuerwehr noch einen Absti mmungsbedarf zur Folge hat. Daher ha t sich die Verwaltung entschlossen, gemeinsam mit den be iden Vereinen, die entwurfsbestimmenden Faktoren aus dem Entwurf LohausCarl im Rahmen einer Testphase näher zu untersuchen. Erst nach Abschluss der Testphase ist eine qualifizierte Ei nschätzung zum Entwurf mit allen Teilbereichen, insbesondere für den Teilbereich A, möglich. Beschreibung der Umgestaltung für den Teilbereich A: Der Entwurf zur Umgestaltung der Windthorststraße von LohausCarl sieht eine 4,00 m breite Mitte l- zone und beidseitig davon je eine Geh- und Fahrspur vor (vgl. Darstellungen in der Anlage 1). In der 4,00 m breiten, baumbestandenen Mittelzone ist Platz für Außengastronomie, Verweilzonen, Durc h- gänge und Fahrradabstellmöglichkeiten vorgesehen. Die je rechts und links davon eingerichtete Geh- und Fahrbahn soll in beiden Richtungen befahren werden können. Auch laden und li efern soll auf beiden Seiten möglich sein. Die Straße soll im Endausbau nach der Testphase ein neues Pflaster erhalten. Die vorhandenen Bäume würden durch Neupflanzu ngen in der Mittelzone ersetzt werden. Heckenpflanzungen um die neuen Bäume herum sollen vor rücksichtslos angeketteten Fahrrädern und Vandalismus schützen. Die vorhandene Straßenbeleuchtung soll entfernt und durch eine hängende Beleuchtung (Überspa n- nung) ersetzt werden. - 5 - V/0435/2016 Vorgeschaltete Testphase für den Teilbereich A: Da die neue Aufteilung des Straßenquerschnitts eine einschneidende und auch irreversible Veränd e- rung bedeuten würde, soll vor der Umgestaltung – zur Abklärung der tatsächlichen Funktionsfähigkeit - erst eine Testphase durchgeführt werden, vgl. Anlage 2 zu dieser Vorlage. Während der Testphase kann festgestellt werden, ob durch die Neuaufteilung der Funktionsflächen der Straße eine signifika n- te funktionale Verbesserung eintritt. Insbesondere soll getestet werden, ob das wilde und massive Abstellen von Fahrrädern eingedämmt werden kann. Begleitend wird auch das Th ema Brandschutz, hier insbesondere die Erreichbarkeit und die Anleiterungsfähigkeit an den Gebäuden durch Ei n- schränkungen im Straßenraumprofil, überprüft. Da für die Testphase vorerst ein Fällen der bestehenden Bäume ausgeschlossen wird, musste die von LohausCarl in der Mitte der Straße vorgesehene „Verweilzone“ soweit wie möglich nach S üden geschoben werden, so dass die vorhandenen Bä ume an ihren Standorten verbleiben kö nnen. Auch soll der „Testabschnitt“ nur in einem Teil der Windthorststraße, zwischen der Achterman nstraße und der Bahnhofstraße, durchgeführt werden, um einen Vergleich zu dem anderen Teil bis zur Von - Vincke-Straße zu e rhalten. Der Bereich zwischen Achtermannstraße und Von -Vincke-Straße wird ebenfalls geräumt, aber nicht abmarkiert bzw. keine „Verweilzone“ dargestellt. Der Straßenquerschnitt wird testweise neu aufgeteilt in einen 3,50 m breiten Gehweg (Fußgänger), einer 4,00 m „Verweilzone“ und einer 7,50 m breiten Mischfläche für Fußgänger, Radfahrer und Li e- ferfahrzeuge. Die 4,00 m breite „Verweilzone“ wird durch gelbe Farbe, Klebefolie oder ähnlichem M a- terial deutlich markiert und hervorgehoben. Beidseitig begrenzt wir d der Streifen durch Pflanzgefäße. Die alten Bänke um die Baumstämme herum werden entfernt; die begehbaren Baumscheiben bleiben wie heute erhalten. Während der Testphase können die Straßenlaternen stehen bleiben, perspekt i- visch sollen sie durch ein hängendes System ersetzt werden. Vorgesehen sind vor den bestehenden Gastronomiebetrieben eine Außenbestuhlung, eine „Aktion s- fläche“, die von der ISG oder anderen „bespielt“ werden kann, Durchgänge und vier durch Markierung und ein Piktogramm klar definierte Zo nen zum Abstellen der Fahrräder. (vgl. Anlage 2). Andere B e- reiche zum Fahrradabstellen werden nicht ausgewiesen. Vor Beginn der Testphase werden im gesamten Abschnitt A der Windthorststraße die bestehe nden Einbauten komplett zurück gebaut und die abgestellten Fahrräder – nach Hinweis - entfernt. Auswertung der Testphase: Die o.a. Testphase soll evaluiert werden, dazu ist eine fachliche Begleitung vorgesehen. Das Erge b- nis der Testphase wird den Ratsgremien vorgestellt. Die Zustimmung voraussetzend sollen die Er- gebnisse sodann auch öffentlich vorgestellt und diskutiert werden. Bei positivem Ergebnis soll eine mögliche Umsetzung gemeinschaftlich vorbereitet werden. Dabei ist grundsätzlich vorgesehen, dass sich auch private Partner finanziell an der Umsetzun g konkreter Maßnahmen beteiligen, wenn konkrete Maßnahmen im öffentlichen Raum z.B. über eine mögliche Städtebauförderung abgesichert werden können. Dazu wären dann zu gegebener Zeit weitere Schri t- te gemeinsam zu vereinbaren. i.V. gez. Peck Stadrat Anlage 1: Erläuterungsbericht und Darstellung der Entwürfe Anlage 2: Darstellung der Testphase - 6 - V/0435/2016
0435-2016 Anlage 2 - Testphase
519 Zeichen
Friseur Bäckerei Optiker o | = | 2 EN fa} } [Si | E au} ® E [3] < Sparkasse 7.50 Sparkasse Hörgeräte ke Blumenkübel BERN Imbiss Bäckerei Business-Center (teidergeschäfll Friseur Fotogeschäft Tabakwareı Windthorststtaße DE ZIIeeRR Anlage 2 zur Vorlage V/0435/2016 _ % 2a an Bäckerei Eisdiele Volksbank Markise 1) ‚Amt für _ © Stadtentwicklung _) Stadtplanung Verkehreplenung Windthorststraße Provisorische Gestaltung gemäß Entwurf Lohaus Tr Abschnitt zwischen Achtermannstraße und Bahnhofstraße
0435-2016 Anlage 1 - Erläuterungsbericht
38898 Zeichen
Vom Bahnhof in die Stadt | Die Zukunft der Windthorststraße Mehrfachbeauftragung | Erläuterungsberichte - Juryentscheidung Anlage 1 zur Vorlage V/0435/2016 RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten, Bonn Erläuterungen zum Entwurf Durch die Umgestaltung des Bahnhofs ändern sich die städtebauli- chen Rahmenbedingungen, eine deutliche Aufwertung d es Bahn- hofs und des Umfeldes lassen Auswirkungen auf die u nmittelbare Umgebung und Innenstadt erwarten. Vor diesem Hintergrund soll die Windthorststraße au f einer Länge von ca. 600 m als zentrale Verbindung für Fußgänger und Rad- fahrer für die Zukunft entwickelt werden, für die eindeutige Verknüp- fung zwischen Bahnhof und den zentralen Fußgängerzonen. Da der städtebauliche Charakter und die verkehrlich e Funktion in den Teilabschnitten zwischen: Abschnitt A, Bahnhofstraße und Von-Vincke-Straße Abschnitt B, Von-Vincke-Straße und Promenadenring Abschnitt C, Promenadenring und Harsewinkelplatz Abschnitt D, Harsewinkelplatz und Ludgeristraße wechselt, wird durch eine neue deutliche Führung de s Fußgänger- verkehrs Orientierung geschaffen. Die Fußgänger werden jeweils auf der Südseite der W indthorststra- ße geführt und am Harsewinkelplatz in die Fußgänger zone in Rich- tung Ludgeristraße entlassen, begleitet durch wiede rkehrende glei- che Ausstattungselemente. Dies geht für den Abschnitt A mit einer Neuordnung und Zonierung des Straßenquerschnitts einher. Die Führung übernim mt ein Pflas- terband (Intarsie) welches den südlichen Gebäudefas saden vorge- lagert wird. Seitlich von dem Pflasterband ergeben sich Flächen für Außengastronomie. Der übrige Straßenraum soll durch eine lockere Baumstellung mit zugeordneten Bänken und Fahrradpar kern den Aufenthalt mehr fördern als bisher offensichtlich genutzt. Durch die neue Baumanordnung wir der gesamte Abschn itt en- schleunigt, was dazu führt, dass die Straße wieder als Fußgänger- zone wahrgenommen wird und für den Fahrradverkehr an Attraktivi- tät als Durchfahrtsstraße verliert. Die störende Un ordnung im Vor- bereich der Geschäfte wird damit deutlich reduziert, die Abstellmög- lichkeiten für Fahrräder südlich des Zugangsbauwerks Fahrradstati- on weiter ausgebaut. Die Befahrung für geregelten A nlieferverkehr und Rettungsfahrzeuge bleibt erhalten, Radfahrer so llen die Engel- und Herwarthstraße nutzen. Der Mündungsbereich in die Von-Vincke-Straße und ih re Querung erfordert eine Neuordnung des Fußgängerübergangs mit Anbindung an die Parkanlage der Engelenschanze, die weitgehen d unverän- dert bleibt. Hier bestehen derzeit schon ausreichen de Sitzmöglich- keiten. In diesem Abschnitt B zwischen Von-Vincke-Straße un d Promena- denring wird dafür der gesonderte Rechtsabbieger au s Richtung Klosterstraße zugunsten der Führung der Fußgänger a ufgegeben und das „Nadelöhr“ am Promenadenbrunnen aufgeweitet, Führung übernimmt auch hier das Pflasterband, welches den F ußgänger zum Promenadenring geleitet. Die Querung der Radfahrer (Promenadenring) und Fußg änger wird durch einen Zebrastreifen und Drängelgitter im Fluc htverlauf des Radwegs sicherer gestaltet. Im weiteren Fußwegverlauf Richtung Klosterstraße wi rd auf das vorhandene begleitende Verkehrsgrün zu Gunsten eine r durchgän- gigen Promenadenbreite verzichtet. Mit der Querung der Klosterstraße findet die Führun g Anschluss an den Abschnitt C zwischen Promenadenring und Harsewi nkelplatz. Der neugestaltetet Fußweg wird hier soweit wie mögl ich verbreitert ohne die erforderlichen derzeitigen Funktionen auf der Nordseite der Straße nachhaltig zu stören. Das Pflasterband wir hier mittig im Gehweg geführt, und begleitet die südlichen Fassade n bis hin zum Harsewinkelplatz. Ruhender Aufenthalt wird auf dies em kurzen Ab- schnitt nicht angeboten. Mit Einmündung in den Platzbereich des Harsewinkelp latzes ist die innerstädtische zusammenhängende Fußgängerzone erre icht. Für die seit ca. 25 Jahren bestehende Platzgestaltung s chlagen wir vor, unter weitgehendem Erhalt der Bestandsbäume und erf orderlichen Erschließungen einen klaren Platzraum zu schaffen, der u.a. auch die klarere Zuführung zur Harsewinkelgasse leistet. Die Hochbeete werden von Unterwuchs befreit und die städtebaulich en vorhande- nen Strukturen durch geschnittene Baumpflanzungen ( z.B. Linden) ergänzt. Die entstehenden Kronendächer bieten Durch blick und Aufenthaltsbereiche mit erhöhter Aufenthaltsqualitä t, der Kirschs- kulptur wird mehr Raum gegeben. Die Fahrradstellplä tze werden außerhalb der Laufzonen neu am Platzrand positionie rt. PKW- Stellplätze werden nicht berücksichtigt, der Außeng astronomie wird mehr Raum verschafft. Die Nordseite des Platzes (Windthorststraße/Ecke St ubengasse) wird mit gleichen Elementen gestaltet. Die vorhande ne Bebauung wir durch Grünstrukturen ergänzt, es entsteht hier jedoch eine eher introvertierte und geschützte Situation mit entspre chender Möblie- rung. Im zentralen Schnittpunkt findet die Verteilung und Orientierung statt, entweder weiterführend in nördlicher Richtun g (Dominikaner- kirche, Stadthaus, Galerie Kaufhof, Karstadt, etc.) oder in westliche Richtung gewandt als letzten Abschnitt der Windthor ststraße der Abschnitt D bis zur Einmündung in die Ludgeristraß e. Dieser Stra- ße folgend wird auch hier durch die Mittellage des Pflasterbandes die Orientierung erleichtert und die zentrale Verbi ndung zwischen Bahnhof und Ludgeristraße abgeschlossen. Bis hier w ird die ein- heitliche Ausstattung orientierungsunterstützend geführt. Neben einheitlicher Möblierung wird vorgeschlagen, die Bestands- leuchten zu erhalten und durch ein einheitliches Or ientierungssys- tem (Beschilderung) zu erweitern. Parallel dazu kön nten in gleicher Materialität beschilderte Säulen das System ergänzen. Juryentscheidung: Der Entwurf kann hinsichtlich seiner Qualitäten zur funktionalen und gestalterischen Verbesserung des Straßenraums insge samt nicht überzeugen, dies gilt insbesondere für den verkehrl ichen Aspekt. So kann der Vorschlag eines Wechsels der Baumstellu ng im Ab- schnitt A im Zusammenhang mit der Anordnung von Sit zelementen und Fahrradständern in dieser Form nicht zur gewünschten Begren- zung des Wildwuchses des Fahrradparkens beitragen. Die Baum- stellung wirkt willkürlich und wird nach Maßgabe de s Leitungsplans nicht realisierbar sein. Die Konzentration der Fußgängerführung auf die südl iche bzw. westliche Straßenseite nimmt wenig Rücksicht auf be stehende Ver- kehrsströme und wirkt in ihrer Ausschließlichkeit nahezu zwanghaft. Sie würde eher zu einer Zunahme von Konflikten der unterschiedli- chen Verkehrsarten führen. Insbesondere an der Prom enade als Hauptverteiler wird durch den künftig umgeleiteten Radverkehr und das Zusammentreffen mit dem dort konzentrierten Fuß gängerver- kehr sowie durch den Wegfall der Rechtsabbiegespur von einer deutlichen Zunahme der Konflikte auszugehen sein. Der Wegfall der Rechtsabbiegespur ist aufgrund der Verkehrsbelastun g nicht reali- sierbar. Mit der ausschließlichen Konzentration der Fußgängerfüh- rung auf die südliche bzw. westliche Seite würden zudem die plane- rischen Konzepte der Stadt in den letzten Jahren so zusagen in ihr Gegenteil verkehrt, die aufgrund des Geschäftsbesat zes im Ab- schnitt B und einer traditionellen Rechtsorientieru ng der Fußgänger eine Führung auf der nördlichen Seite vorgesehen haben. Insgesamt wirkt vor allem die gestalterische Ausprä gung der Pro- menadensituation nicht prägnant genug. Die grünräumlichen Ergänzungen am Harsewinkelplatz führen nicht zu einem Qualitätsgewinn, sondern mindern die räuml iche Erlebnis- und Aufenthaltsqualität des Platzes. Sie werden zud em im nördli- chen Platzabschnitt nicht realisierbar sein. Kiparlandschaftsarchitekten Erläuterungen zum Entwurf Das strahlenförmige Grünsystem der Stadt Münster ve rbindet histo- risch gewachsene Strukturen im Stadtkern mit den la ndschaftlichen Flächen im Umland und hält ein immenses Potential z ur zukunftsori- entierten Entwicklung des Stadtgefüges bereit. Die Freiraumqualitäten einer Stadt wirken sich nich t nur auf das Image des Standortes aus, sondern haben auch einen entscheiden- den Einfluss auf die Lebensqualität der ansässigen Bevölkerung. Freiraum besteht nicht nur aus grünen Parks und Gärten – Freiräume sind das verbindende Element und gliedern den urban en Ballungs- raum. Sie sind ein existentieller Bestandteil der S tadtstruktur der Stadt Münster und vernetzen die einzelnen funktiona len Räume und historisch gewachsenen Stadtteile miteinander. Während der motorisierte Individualverkehr der Verg angenheit und Gegenwart diese Räume dominierte, gilt es heute das Potential die- ses umspannenden Fluidums des Freiraums effizienter und nachhal- tiger zu nutzen und weiter zu entwickeln. Der neue Freiraum in all seinen Formen wird für den postindustriellen Stadtumbau mit seinen Ansprüchen an die soziale, te chnologie- freundliche, energieeffiziente und kulturell attraktive Stadt der Zukunft immer mehr an Bedeutung gewinnen. Daher gilt es, St rategien und neue Freiraumtypologien, die sich neben den etablie rten Gärten und Parks positionieren, zu entwickeln. Eine neue, grüne Infrastruktur unterstützt die Stär kung von Ökosys- temdienstleistungen, fördert den Schutz von Naturgü tern wie Boden, Wasser, Luft und verbessert die Gesundheit der Stad tbevölkerung. Gleichzeitig erlaubt die grüne Infrastruktur eine f einere Vernetzung von einer Vielzahl von unterschiedlichen Räumen mit verschiedenen Qualitäten. Durch eine Integration und Vernetzung der bereits existie- renden Freiräume untereinander entsteht ein grünes Netzwerk, wodurch die Mobilität und Frequentierung der Knotenpunkte gefördert wird. Freiraum wirkt als Katalysator der Stadtentwicklung : Die Qualität ei- nes öffentlichen, begrünten Freiraums erzeugt posit ive Effekte in der stadträumlichen Umgebung. Sie profitiert von einer innovativen inter- nen Vernetzung, indem das Grün bis in die Stadt hin eingetragen so- wie eine Anbindung an die übrigen Quartiere gestärkt wird. Qualität durch Raum: In seiner historischen Form beinhaltet das Münsteraner Grünsystem bereits viele dieser Aspekte in ihrer Grund- form und eignet sich als Nährboden für eine zukunft sorientierte Ent- wicklung in diesen Bereichen. Städtebau und Freirau mgestaltungen werden in dem Konzept der Grünen Infrastruktur kombiniert. Die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts müssen a ls Chance begriffen werden, neue innovative Ideen der Stadten twicklung zu entwickeln. Um schnell auf die sich verändernden Um stände reagie- ren zu können, bedarf es einfacher Lösungen. Grüne Infrastruktur bietet durch Natur, Freiraumgestaltung und nachhalt ige Technik ein robustes System, welches auf die äußeren Einflüsse proaktiv und selbständig reagieren kann. Räume ‚flüssig‘ machen und verknüpfen, übergeordnet e Systeme schaffen, die heterogene Strukturen sinnhaft verbin den – das alles ist auf Grundlage des Grünsystems der Stadt Münster möglich und notwendig, um beispielhafte Raumkonglomerate wie di e Windthorst- straße zwischen Hauptbahnhof und Prinzipalmarkt im Spannungsfeld zwischen Durchgangs- und Aufenthaltsraum neu zu positionieren. Der Gesamtraum Windthorststraße: Als bedeutender Innenstadt- zugang kann die Windthorststraße als ‚Visitenkarte‘ der Stadt Müns- ter gelten: sie stellt die direkte fußläufige Verbi ndung des Haupt- bahnhofs mit dem historischen Stadtzentrum dar und vermittelt dem Besucher einen ersten Eindruck des Stadtraums. Hier bei werden verschiedene Teilräume durchschritten, die in ihren heterogenen Funktionen unterschiedlichste identitätsstiftende M erkmale aufwei- sen. Eine Umgestaltung muss hier ansetzen: es sind Maßna hmen zu er- greifen, die raumübergreifend Orientierung stärken, die Aufenthalts- qualität des Freiraums steigern und den Charakter d er Straßenab- schnitte zielgenau herausarbeiten. Die neue Verkehrsführung: Als grundlegende Voraussetzung für die sinnvolle Neuordnung des Freiraums ist der ruhende und fließende Verkehr neu zu regeln. Der Überbeanspruchung des Ab schnitts A durch abgestellte Fahrräder werden zusätzliche Park häuser entlang der Verkehrsachse entgegengesetzt: am Berliner Plat z, an der En- gelstraße sowie an der Promenade entstehen gesiche rte Abstell- möglichkeiten. Der fließende Radverkehr wird anstat t durch den Ab- schnitt A alternativ über die Bahnhofstraße, Herwar thstraße und En- gelstraße geführt und trifft dort wieder auf die Wi ndthorststraße. Der Abschnitt der A der Windthorststraße wird dadurch a ls reine Fußgän- gerzone gestaltet und erfährt eine der Nutzung ange messene Ent- schleunigung. Im Sinne einer konfliktfreien Verkehr sführung ist den Fahrradfahrern auf der neuen Schnellverbindung ein erhöhtes Vor- fahrtsrecht vor Bussen und PKW einzuräumen. In den Abschnitten B und C der Windthorststraße is t die Höchstge- schwindigkeit des Kraftverkehrs zur Entspannung der Kreuzungs- punkte reduziert. Im Abschnitt C ist eine hybride B elegung der Stell- plätze angedacht: diese stehen zu Anlieferungszeite n den Kraftfahr- zeugen zu Verfügung und können im Tagesverlauf als Fahrradstell- plätze genutzt werden. Im Abschnitt D ist im Bereich des Harsewinkelplatze s in Abstimmung mit den Anliegern auf Langzeitstellplätze für PKW z u verzichten, wodurch eine freie Zugänglichkeit des Platzes gewährleistet ist. Abschnitt A und D: Einfach offen: In den PKW-freien Abschnitten der Windthorststraße steht die Steigerung der Aufenthal tsqualität des Freiraums im Vordergrund: der Straßenraum wird ‚ent rümpelt‘ und neu geordnet. Eine klare Zonierung gelingt durch die Aufteilung der Straßenbreite in 2/3 Bewegungsraum und 1/3 Aufenthaltsbereiche. Der Bodenbelag aus Kleinsteinpflaster wird im Bereich der Gastrono mieflächen durch harzgebundene Inlets ergänzt und erleichtert die Or ientierung durch die klare Ablesbarkeit der Raumnutzung. Der Baumbes tand wird im Sinne einer grünen Achse durch wilde Baumbeete eing efasst und von einer leicht abgesenkten wasserführenden Rinne begleitet. Diese wirkt als raumordnendes, lineares Element zwischen den Nutzungs- bereichen. Diese Achse wird an den Kreuzungspunkten mit den Sei- tenstraßen unterbrochen: großformatige Betonplatten aus dem Be- stand heben die dortigen Bereiche hervor und inszen ieren sie als Aufmerksamkeitsflächen mit Widererkennungseffekt. Das Farbkonzept der Oberflächen wird analog zum Pri nzipalmarkt ausgeführt und stellt auf diese Weise den Beginn de r Windthorststra- ße optisch in Zusammenhang mit dem Stadtzentrum. Die Verlagerung der Straßenlaterne aus der vertikalen in die horizon- tale Ebene über die Straße öffnet den Raum zu den S eiten. Elegante Leuchtkörper greifen den Stil der Ausstellungseleme nte der Innen- stadt auf und schaffen in den Abendstunden eine war me, sichere Atmosphäre. Abschnitt B: Einfach Alle: Aus Abschnitt A kommend gelingt der ver- einfachte Übergang über die Von-Vincke-Straße mitte ls einer intelli- genten Ampelschaltung und einer klaren Zonierung de r Verkehrsflä- chen. Der zentrale Bereich auf Höhe des Lackmuseums erfährt als großes Scharnier zwischen Grünring und Stadtstruktu r eine tiefgrei- fende Veränderung: Der Kreuzungsbereich mit der Promenade wird als Aufmerksamkeits- raum für alle Verkehrsteilnehmer neu geordnet. Zur verbesserten Orientierung werden durch punktuelles Auslichten d er Bestandsve- getation Blickachsen geschaffen. Ein durchgehender Bodenbelag betont die großzügigen Bewegungs- und Aufenthaltsfl ächen, die ei- nen nun konfliktfreien Übergang zwischen der Nord-S üd- und der Ost-West-Achse ermöglichen. Der Museumsvorplatz wir d mit Klein- steinpflaster neu gefasst und mit Sitzgelegenheiten aufgewertet. Abschnitt C: Einfach weit: Die Verbreiterung des Bürgersteigs auf der Südseite entspannt die Fußgängerdichte zu Spitzenze iten. Der Bo- denbelag aus Großpflaster aus dem Abschnitt C wird entlang des Harsewinkelplatzes in die Windthorststraße weiterge führt und macht eine klare Zonierung der Flächen ablesbar. Der Brun nen im Bestand wird zugunsten von Außengastronomieflächen entfernt und der Platzeingang auf diese Weise geöffnet. Die Erweiter ung der Grünflä- che rund um die Kirschensäule lässt eine neue Aufen thaltsqualität entstehen. Kunst im Stadtraum: Einfach Münster: Als besondere Beziehungsob- jekte zwischen den beiden Polen der Windhorststraße , dem Prinzi- palmarkt und dem Hauptbahnhof, schaffen großflächig e Spiegel des Künstlers Thomas Schönauer eine Illusion: im 10° -Wi nkel geneigt schweben sie über den Abschnitten A und D und weite n den Raum optisch auf. Im Zusammenspiel mit den weiteren Kunstwerken an de r Windhorst- straße entsteht ein Entrée zum Stadtraum, das dem A nspruch an einen hochwertigen, vielfältigen und charakterstark en Stadtraum ge- recht wird. Juryentscheidung: Die konzeptionelle Stärke der Arbeit liegt in ihrem Ansatz, den Ent- wurf zur Neugestaltung der Windthorststraße aus gru ndlegenden Fragen der Stadtentwicklung abzuleiten: der Notwend igkeit etwa, Städte durch mehr Grün gegen Überhitzung zu schütze n, Frischluft- schneisen zu schaffen, Stadt und Landschaft gemeins am als Le- bensraum zu betrachten. In der Praxis bleibt der En wurf jedoch weit hinter dem gesetzten Anspruch zurück. Der Erhalt der Baumreihe in Abschnitt A der Windtho rststraße und die Gestaltung des Harsewinkelplatzes als Rasenfläc he sind die ein- zigen Grünmaßnahmen von Belang. Auch steht die stad tplanerisch eher schwach motivierte Anlage eines "großen Scharniers", einer fast 80 mal 40 Meter großen Fläche aus Betonplatten im Ü bergang zur Promenade, der auch einige historische Bäume sowie die historische Parklage des Museums für Lackkunst zum Opfer fallen würden, im Widerspruch zum Grünthema, ohne einen urbanen Gegen wert oder eine verkehrstechnische Verbesserung zu bieten. Am Harsewinkel- platz hingegen wäre wohl eine belagsorientierte, be spielbare Gestal- tung die bessere Lösung gewesen. Der Arbeit mangelt es erheblich an Ortsbezogenheit. Die durchgän- gige Natursteinpflasterung der Straße nach dem Beispiel des Prinzi- palmarktes ist weder historisch noch funktional noc h gestalterisch angemessen. Elemente wie eine flache Wasserrinne, d ie allerdings nur bei Starkregen kurzzeitig Wasser führen würde, überzeugen als Leitorientierung nicht. Die verkehrliche Lösung erscheint zu radikal. Ein v ollständiger Weg- fall des Fahrradverkehrs in Abschnitt A wird politi sch nicht durchsetz- bar sein und ist auch stadtplanerisch nicht gewollt. Fischer Landschaftsarchitektur, Bonn Erläuterungen zum Entwurf Gelebte Verbindung: Die Windthorststraße Münster stellt keinen klas- sischen, einheitlichen Straßenzug dar. Sie besteht vielmehr aus ver- schiedenen Segmenten in der historischen Kernstadt, der Promena- de und der Stadterweiterung zum Bahnhof. Es ist die wichtige Wege- führung zwischen dem Bahnhof und der Innenstadt, so wie die mar- kanten Gebäude und Grünanlagen auf der Wegestrecke, welche ihr die besondere Bedeutung geben. Der Entwurf nimmt di ese städte- bauliche Konstellation auf und setzt diese in Form einer verbinden- den Gesamtgestaltung um. Hierzu bedient sich der En twurf weniger prägnanter Elemente um eine Klammer zu setzen, welc he verbindet und dem Straßenzug eine besondere Identität vermittelt. Klammer: Wie ein roter Teppich entrollt sich der Bodenbelag zwi- schen Bahnhof und Ludgeristraße. Ein einladender Be lag aus Natur- stein schafft eine wertige Atmosphäre und verleiht den einzelnen Ab- schnitten der Windthorststraße eine besondere Ident ität. Durch die feine Unterteilung in regelmäßigen Pflaster in der Kernstadt und ei- nen großzügigen Plattenbelag im Bahnhofsquartier reagiert der Belag auf die Umgebung. Einer Klammer gleich umfassen die Flächen den Verkehrsraum und binden ihn in das Gesamtgefüge ein . Angrenzen- de Aufweitungen und Plätze werden durch den Belag a ngeschlossen und aufgewertet. Episodenband: Eingelegt in den Bodenbelag laufen zwei breite, pa- rallele Steinbänder durch die Windthorststraße. Ent lang der mittigen Straße umklammern sie das eingelegte Straßenprofil. In den Fuß- gängerbereichen wird jeweils ein mittelläufiges Pla ttenband fortge- führt. Es erzählt Geschichten und Episoden aus den angrenz enden Quar- tieren und Gebäuden. Mittels literarischen Texten, übermittelten Re- densarten, Bildern und Multimedia Codes werden Betr achtern und Flanierenden Informationen und Eigenheiten des Standortes übermit- telt. Dies kann die prominenten Stationen, wie die Stadtbefestigung, St. Raphaels Klinik oder den Harsewinkelplatz betre ffen, aber auch Geschichten aus dem historischen Hotel Continental oder alt einge- sessenen Geschäften oder Bewohnern. Hier erweitert sich die lineare Verbindung zu einem mehrdimensionalen Verknüpfungse lement der Geschichte und der Gegenwart, der lokalen Plätze und Bewohner. Stadtbäume: Die Bäume spielen bei der Raumbildung und Wahr- nehmung des Straßenraumes eine wesentliche Bedeutun g. Im Be- reich der Innenstadt akzentuieren die bestehenden, punktuell gesetz- ten Bestandsbäume unterschiedliche Raumfolgen. Der Grünzug der Promenade und der Engelenschanzen verwandelt die Wi ndthorst- straße zu einer Parkstraße. Der grüne Charakter der Promenade findet im Anschlu ss an den Bahnhof seine Fortsetzung. In versetzter Anordnung zum linearen Band positionierte Amberbäume geben der Straße eine grüne Akzen- tuierung. Ihre schmale, lockere Wuchsform schafft e in vertikales Element ohne wichtige Blickbeziehungen zu unterbind en oder sich störend in den Vordergrund zu spielen. Die versetzt e Stellung bietet eine optische Bremse und schafft störungsfreie Zwis chenräume für Gastronomie und Geschäfte. Harsewinkelplatz: Mit seinen markanten Großbäumen, der eingezo- genen Lage und den prägnanten Gebäuden bildet der H arsewinkel- platz einen speziellen Ort auf der innerstädtischen Verbindung. Seine bestehende Pflasterung prägt den Platz. Wenige Eing riffe erweitern das Flair und die Nutzung des Platzes. Der bestehen de Handwer- kerbrunnen wird in einer großen bespielbaren Wasser fläche erwei- tert. Fontänen und Wasserfeld laden Kinder zum Spie len ein und Besucher zum Verweilen. Ergänzend werden zwei Holzd ecks um die zentralen Bestandsbäume positioniert welche als Lounge und Spiels- kulpturen neue Aktivitätspunkte anbieten. Verkehrskonzept: Das Verkehrskonzept beachtet die vorgegebene Trennung der Verkehrsarten. Für den Bereich der Win dhorststraße schlagen wir einen verkehrsberuhigten Geschäftsbere ich mit Tempo 20 vor. Hierzu wird der Fahrverkehr durch ein 2cm Flachbord in Form des Episodenbandes vom Fußgängerverkehr getrennt. M it der gerin- gen Höhe wird die Trennung klar angezeigt, gleichwo hl erlaubt sie Fußgängern, Gehbeeinträchtigten, Kinderwagen und Fahrrädern eine leichte Querung. Sie ist ferner noch tastbar für Se heingeschränkte. Die bestehenden geordneten Querungen werden beibeha lten, da sie den Verkehr beruhigen und Besuchern Sicherheit beim kreuzen der Straße geben. Der Fahrradverkehr wird parallel zum motorisierten Verkehr auf der Straße geführt. Im Bereich der Fußgängerzone Harsew inkelplatz trennen Poller den MIV und lässt Fahrradfahrer durc h, welche hier seitlich angeordnete Stellplätze vorfinden. Im Bereich der Kreuzung Engelenschanze / Windthorststraße werden die Querungsinseln großzügig erweitert um die Queru ng zu erleich- tern, als auch die südliche Anbindung zu optimieren . Die Fahrradfah- rer mit Fahrziel Osten und Süden werden durch Begün stigung an der Ampel über die Engelstraße abgeführt. Die Zufahrt zur Fußgängerzo- ne Windhorststraße dient nur noch dem Anliegerverke hr und nicht mehr primär dem Durchgangsverkehr. Die versetzte Ba umstellung bildet hierzu die optische Einbremsung. Fahrradabstellanlagen in der Windthorststraße dienen vorrangig dem Besuchsverkehr. Sie sind in kleinen Gruppierungen d ezentral ange- ordnet um kurze Wege zu ermöglichen. Umsteigeabstel lanlagen sind außerhalb der Fußgängerzone angeordnet. Die Zuwegun g zur Fahr- radgarage Bahnhof ist freigestellt und durch das Zu gangsband prä- sent in den Vordergrund gestellt. Material: Bei der Entwicklung nachhaltiger Stadtqualität komm t dem Belag eine entscheidende Bedeutung zu. Mit der Verw endung eines robusten Natursteins sieht der Entwurf eine nachhaltige Investition für die Zukunft vor. Die Wahl fällt auf changierende Gr aubrauntöne aus beständigem Granit. Im Bereich der Innenstadt wird das Material als regelmäßiges Reihenpflaster verwendet. Format und M ischung füh- ren die historischen Pflasterbeläge fort. Durch die bearbeitete Ober- fläche und die regelmäßige Verlegung wird jedoch de utlich gemacht, dass es sich hier um eine Fortentwicklung handelt. Oberfläche und enge Fugen erlauben ein erschütterungsfreies bewege n von Mobili- tätseingeschränkten und Fahrrädern. Ein großzügiger Plattenbelag, reduziert auf einen G rauton, unter- streicht den Wechsel von der historischen Innenstadt zur Vorstadt um den Bahnhof. Gleichzeitig nimmt der Belag Bezug auf die umgeben- den Betonplattenbeläge der Nebenstraßen. Das leitende Episodenband wird aus anthraziten Basaltplatten herge- stellt. Die einzelnen Erzählungen sind durch eingef räste Buchstaben, Bildern oder ähnliches in den Formsteinen vorgesehe n. Integriert in die Bänderung sind punktuelle Entwässerungspunkte. Zusätzlich kann ein Blindenleitsystem eingefräst werden. Fahrbahnen sind mit einem eingefärbten Asphalt pass end zur Pflas- terung ausgeführt. Diese widerstandsfähigen Flächen bieten eine kostengünstige Langlebigkeit in Kombination mit ein er markanten Flächenteilung und deutlich geringeren Rollwiderstä nden, sowie Re- duzierung des Geräuschniveaus. Die Pflasterflächen werden in ungebundener Bauweise entsprechend der Belastungsklasse 3.2 nach RStO2012 ausgebaut, w as auch eine Andienung mit Großfahrzeugen erlaubt. Asphaltfläche n sind in der Belastungsklasse 10 mit einer 12cm Asphaltdecke auf 14cm Asphalt- tragschicht ausgeführt. Die Neugestaltung der Windt horststraße bie- tet grundsätzlich die Möglichkeit, für ähnliche Sta dtzugänge einen Materialstandard zu setzen. Ausstattung und Licht: Die Ausstattung ist zeitlos und dauerhaft. Sitz- ringe, Poller, Radständer und Abfallbehälter bilden eine „Gestaltfami- lie“ und werden aus Stahl gefertigt. Sitzbereiche sind aus hochfesten HPL Platten vorgesehen. Diese sind so gefertigt das s sie sowohl an- genehmes Sitzen ermöglichen als auch das Anschließen von Fahrrä- dern verhindert wird. Durch die Verwendung von Wandleuchten wird eine gan z besondere Lichtatmosphäre geschaffen. Die Beleuchtungselement e bleiben tagsüber im Hintergrund des Straßenbildes und beleu chten nachts besonders die Gehwege deutlich. Es verleiht dem öff entlichen Raum einen ganz speziellen Auftritt. Durch die Wandmonta ge werden stö- rende Einbauten im öffentlichen Raum verhindert. Juryentscheidung: Der Entwurf kann zunächst durch seinen subtilen Umg ang mit dem Bestand für sich einnehmen und bietet, auch in verk ehrlicher Hin- sicht, ein insgesamt schlüssiges Konzept. Sowohl di e vorgeschla- gene Aufteilung des Straßenraums wie auch die Mater ialwahl und der vorgesehene Formatwechsel des Belags von der hi storischen Altstadt zur Stadterweiterung südlich des heutigen Promenaden- rings überzeugen. Das vorgeschlagene Episodenband – in Fuß- gängerbereichen mittig geführt, in befahrenen Bereichen zu beiden Seiten der Fahrbahn – ist eine gelungene Orientieru ng im Straßen- raum, könnte straßenbegleitend jedoch leicht unter Wert als Kan- tenstein oder Rinnstein fungieren und dadurch seine gestalterische Bedeutung einbüßen. Zudem bliebe das Episodenband, lediglich in der Windthorststraße eingesetzt, als singuläres Motiv in der Altstadt unterhalb seiner Möglichkeiten. Die vorgeschlagene inhaltliche Ausgestaltung des Bandes mit Informationen zu den e inzelnen Straßenabschnitten oder anliegenden Gebäuden erscheint obsolet: Die Stadt erzählt sich selbst und benötigt keinen m itlaufenden Kommentar. Das Lichtkonzept mit Wandleuchten in den Abschnitte n A und C ist eine interessante, atmosphärisch starke Lösung. Zu kritisieren ist die versetzte Baumstellung in Abschnitt A, die zufä llig wirkt und kei- nen ordnenden Eingriff in die komplexe Funktionalit ät dieses Ab- schnitts bedeuten würde. Die vorgeschlagenen Bäume mit ihren lichten, hohen Kronen erlauben zwar Blickbeziehunge n in Richtung Innenstadt und auf historische Fassaden, vermögen i n diesem pro- minenten ersten Abschnitt jedoch keinen grüngestalt erischen Ak- zent zu setzen. Überhaupt gilt, dass der Entwurf in seiner eleganten Zurückhaltung gegenüber dem Bestand in erster Linie marginale Verbesserungen bereithält, aber keinen raumübergreifenden Gestal- tungswillen erkennen lässt. Am Harsewinkeplatz offenbart sich wiederum das Pote nzial des Entwurfs. Der Brunnen wird nicht nur erhalten, sond ern zu einer Kinderspielfläche erweitert, die Holzdecks unter de n Bäumen sind eine diskussionswürdige Option im Umgang mit den Ni veauunter- schieden. Die Gestaltung verspricht eine hohe Aufenthaltsqualität. LohausCarl Landschaftsarchitektur, Hannover Erläuterungen zum Entwurf Aufgabe: Im Zusammenhang mit der bevorstehenden Aufwertung des Bahnhofsvorplatzes besteht der Wunsch der Stadt Münster, die Windhorststraße als Hauptverbbindung zwischen dem B ahnhof und der Einkaufsstadt aufzuwerten und attraktiver zu gestalten. Die heterogene Gestaltung der jetzigen Abschnitte s oll in eine ein- heitliche Gestaltung münden, zudem als Leitsystem i m Sinne eines barrierefreien Ausbaus dienen. Für die „wilden Radstellplätze“ sollen Lösungsansät ze für ein Ord- nungsprinzip aufgezeigt werden. Idee: Der Eingang vom Bahnhof in die Windthorststraße erh ält eine deutliche Zeichenhaftigkeit mit hohem Aufforderungs charakter. Ob- wohl die Abschnitte der Windthorststraße extrem unt erschiedlich in ihrer Ausprägung sind, soll über eine Vereinheitlic hung in der Mate- rialität der Bodenbeläge und der Leitlinien ein spü rbarer Zusammen- hang hergestellt werden. Von der Farbigkeit der Bod enbeläge orien- tieren wir uns an den vorherrschenden Farben der an grenzenden Bebauung besonders aber an den historischen Häusern mit ihren Ziegelfassaden und beigefarbenen Sandstein Fenster- und Türenlei- bungen. Der Straßenraum soll eine aufgeräumte Selbs tverständlich- keit ausstrahlen. Die einzelne Straßenabschnitte der Windthorststraße lassen sich wie folgt beschreiben: Abschnitt A Zwischen Bahnhofstraße und Von-Vincke-Straße: Mittig in die Windthorststraße gestellte hoch aufgeastete und geschnittene Baum- kronen markieren den Eingang in die Innenstadt. Sie besetzen einen Funktionstreifen, der Fahrradstellplätze, Außengastronomie, Sitzbän- ke und Abfallbehälter aufnimmt. Ein Immergrüner Hec kenkubus auf der Baumscheibe der Bäume gliedert den Funktionsstr eifen auf an- genehme Weise und schützt zugleich den Baumstamm vo r Beschä- digungen und „wildem“ Fahrradparken. Rechts und links des Streifens befinden sich je ein e Flaniermeile, eine Freihaltezone für die Anlieferung und Feuerweh r und das schnelle Fortkommen der Innenstadtbesucher. Gebäudebegleitend und den Funktionsstreifen rahmend ist ein kon- trastierender, dunkler Belag vorgesehen. Er dient als visuelle Leitlinie für sehbehinderte und zugleich als taktile Leitlini e für Blinde. Diese Streifen könnten analog zur teilweise bereits in de n Straßenabschnit- ten vorkommenden dunkelbraun-grauen Grauwacke in Gr auwacke selbst oder aber auch in einen dunkleren braunen Kl inker hergestellt sein. Der übrige Belag ist als beige farbender Betonwerkstein angedacht. Auf Mastleuchten haben wir zugunsten einer Hängebel euchtung ver- zichtet. Zum einen werden somit die Verkehrsflächen nicht ve rstellt zum an- deren wird den „Wildparkern“ (Radfahrer) eine Anbin demöglichkeit entzogen. Die Spannseile werden unmittelbar unter d er Baumkrone geführt, sodass jeweils im Wechsel die Flaniermeile n und zudem auch der Bereich unmittelbar unter den Bäumen beleu chtet werden können. Eine besondere Lichtatmosphäre entsteht. Das System der Leitlinien wird auf den Bahnhofvorpl atz geführt und kann somit mit dem Bahnhof verbunden werden. Die Zufahrt zum Fahrradparkhaus wird deutlich geken nzeichnet und verhindert somit Nutzungskonflikte. Südlich der vorhandenen Radstation wird ein kleiner Baumhain auf der aufgeweiteten Verkehrsfläche vorgeschlagen. Es entsteht eine angenehme Proportion des Raumes. Unter den Bäumen s elbst sind nochmals weitere Stellplätze für Fahrräder vorgesehen. Abschnitt B Zwischen Von-Vincke-Straße und Promenadenring: Ergänzend zur nördlichen Querung der Von-Vincken-Straße schlagen wir eine südli- che Querung mit mittiger Fußgänger-Aufstellfläche ü ber die Engel- schanze vor. Ließe sich aus verkehrlichen Gründen die Rechtsabbi egerspur in der Windhoststraße entfernen (unser beratender Verkehrsplaner hat dies für realistisch eingeschätzt) so hätte man eine gro ßzügige Querung mit unmittelbaren und geradlinigen Anschluss an die Promenade. Aber auch unter Beibehaltung der Abbiegespur wäre e ine fußläufige Verbindung möglich, wenn man den hier vorhanden Pfl anzkörper leicht in seiner Breite reduzierte. Auch in diesem Abschnitt wird das Prinzip der Leitl inien beibehalten und trägt zu einer besseren Orientierung bei. Die Windthorststraße wird bodenbündig mit den angre nzenden Geh- flächen ausgebildet. Jedoch aufgrund des Verkehrsau fkommens nicht mit Betonwerkstein sondern mit einem durchgef ärbten Ortbeton befestigt. Im Bereich der Promenade wird im Geh- und Fahrbahnb ereich ein übergroßes „Aufmerksamkeitsfeld“ in dunkler Farbe bzw. Grauwacke hergestellt. Allen Verkehrsteilnehmern wird hier ei ne erhöhte Auf- merksamkeit abverlangt. Zudem wird dieser Bereich g roßzügig aus- geleuchtet um möglichen Nutzungskonflikten vorzubeugen. Südlich des Museums für Lackkunst wird die Gartenma uer zur Sitz- mauer. Die Beleuchtung der Verkehrsfläche erfolgt in diese m Abschnitt über Mastleuchten mit einer leistungsstärkeren Bestückun g als im Ab- schnitt A. Der Leuchtkopf wird in Form einer Produk tfamilie an den Leuchtkopf der Hängeleuchte angelehnt. Die Leuchte selbst wird in den äußeren Leitstreifen integriert und stellt somit keine Behinderung für Blinde dar. Abschnitt C Zwischen Promenadenring und Harsewinkelplatz: Die Straße wird hier auf zulässiges Minimalmaß reduziert, um mehr F läche für Fuß- gänger und Radfahrer zu genieren. Die kontrastieren den Leitstreifen werden wie in den ersten beiden Abschnitten beibeha lten. Auch in diesem engeren Straßenprofil wird auf Hängeleuchten zurückgegrif- fen, der Leuchtpunkt mittig über der Straße platziert. Abschnitt D Zwischen Harsewinkelplatz und Ludgeristraße: Der Harsewinkelplatz stellt einen Knotenpunkt und Verteilerplatz dar. Seine mit Altbaumbe- stand geprägte Erscheinung wird erhalten. Jedoch we rden die Bäu- me vorsichtig aufgeastet, um die Raumkanten besser zu erfahren und unterschiedliche Blickbeziehungen zu ermögliche n. Die Hoch- beete würden wir gerne in ihrer Ausdehnung reduzier en ohne die Bäume selbst zu gefährden und mit unterschiedlich b reiten Sitzkan- ten aus Weißbeton einfassen. Die Erscheinung des Pl atzes wird of- fener luftiger, die Wegebeziehungen klarer und zum Teil (bes. im nördlichen Bereich) erst ermöglicht. Die PKW-Stellplätze werden auf 3 Behindertenstellpl ätze reduziert. Die Fahrradstellplätze werden so angeordnet, dass sie nicht mehr der Hauptblickfang sind sondern eher unterordnen und ke ine Barriere mehr darstellen. Die Bauminseln werden mit Leitlinien eingefasst und in der vorhandenen Grauwacke gepflastert. Im Kontra st mit dem hel- len Betonwerksteinbelag entstehen ganz beiläufig We geführungen in die angrenzenden Straßen wie Harsewinkelgasse, Wind thorststraße und Stubengasse. Die Beleuchtung erfolgt über Mastleuchten wie in Abschnitt B, jedoch fassadenbegleitend (sie könnten aber auch als Wandl euchte ausge- bildet werden). Die Mitte des Platzes wird über Leu chten innerhalb der farblich abgesetzten Inseln ausgeleuchtet. Harsewinkelgasse und der Abschnitt Windthorststraße bis Ludge- ristraße erhalten wiederum Hängeleuchten mit mittig er Ausleuchtung und weitere Fahrradabstellmöglichkeiten, zumindest in der Windthorststraße. Die vorhandenen „Kirschen“ verbleiben an ihrem Platz werden jedoch in die breite Sitzkante mit integriert. Juryentscheidung: Der Entwurf überzeugt durch eine Vielfalt sehr soli der, gut durch- dachter Vorschläge und durch seine präzise Detailli erung. Die Ver- fasser haben zu den unterschiedlichsten gestalteris chen Aspekten des Straßenraums sehr konkrete Überlegungen angeste llt und zu guten planerischen Ergebnissen geführt. Als einzigem Büro gelingt den Verfassern im Abschni tt A ein reprä- sentativer Auftakt und zu20gleich eine überzeugende Lösung zur funktionalen Neuordnung des Straßenraums. Die Anordnung eines Funktionsbands in der Straßenmi tte – mit neu- en, hochkronigen Bäumen, Möglichkeiten für Außengas tronomie, aber auch Fahrradstellplätzen – sowie relativ schma ler Fußgänger- bereiche zu beiden Seiten könnte in dieser Form fun ktionieren, die Verkehrssituation entschärfen und den Kunden besseren Zugang zu den Geschäften ermöglichen. Die neuen Hängeleuchten mit drei Lichtpunkten im Querschnitt würden eine stimmungsvo lle Lichtsitua- tion erzeugen. Besonders hervorzuheben ist die sorg fältige Ausfor- mulierung einer barrierefreien Gestaltung des Straß enraum mit ak- zentuierten Farbkontrasten als Leitlelementen. Die Materialwahl selbst scheint in der dargestellte n und beschriebe- nen Farbigkeit noch nicht optimal. Auch die geschni ttenen Baumkro- nen im Abschnitt A dürften aufgrund des hohen Pflegeaufwands nur wenig Chancen auf Realisierung haben. Sie sind als Mittel zur Raumbildung an dieser Stelle zudem nicht nötig und wirken etwas angestrengt. Die Baumstandorte am Harsewinkelplatz werden zu Hochbeeten mit Sitzmöglichkeiten umgestaltet, die Neugestaltung di eses Platzes verspricht hohe Aufenthaltsqualität. Die angedeutet e Shared-Space- Lösung im Bereich des Promenadenrings wird aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens nicht funktionieren, die vorgesc hlagenen ein- gefärbten Ortbetonflächen wären im Bedarfsfall nich t reparatur- freundlich.
Beratungsverlauf (3)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: mehrheitlich beschlossen
Zur SitzungBeschluss: mehrheitlich beschlossen
Zur SitzungOrte (14)
- Bahnhofstraße
- Windthorststraße
- Von-Vincke-Straße
- Ludgeristraße
- Herwarthstraße
- Klosterstraße
- Harsewinkelgasse
- Engelstraße
- Stubengasse
- Achtermannstraße
- Engelenschanze
- Prinzipalmarkt
- Promenade
- Hofstraße
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- V/0435/2016
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 19.05.2016
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37