2013/0040
Protokoll 4. Sitzung Gestaltungsbeirat
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Magistratsvorlage Eingang Magistrats- geschäftsstelle: 15.02.2013 an den Magistrat zur Kenntnis zur Beschlussfassung Beteiligt vor Magistratsbeschlussfassung: Dezernat III an die Stadtverordnetenversammlung OBW zur Befassung zur Kenntnis zur Beschlussfassung zur abschließenden Beschluss- fassung Fachausschuss Amt: Stadtplanungsamt Behandlung in öffentl. Sitzung Ja Nein OBW bei abschl. Beschlussfassung Magistrat Ja Nein Internetfähig Verteiler: Vorlage-Nr. 2013/0040 Magistratsbeschluss-Nr. Produkt-Nr.: Kostenstelle: Investitionsnummer: Kostenträger: Sachkonto: Betreff: Protokoll 4. Sitzung Gestaltungsbeirat Vorlage vom: 28.01.2013 Beschlussvorschlag: Das Protokoll der 4. Sitzung des Gestaltungsbeirates wird zur Kenntnis genommen. Anlagen: Protokoll 4. Sitzung Gestaltungsbeirat Datenschutzrelevante Anlage: Folgekosten: Ja Nein - 2 - Beschluss des Magistrats vom - 3 - Begründung zur Magistratsvorlage vom 28.01.2013 Im Dezember 2011 hat der Magistrat bzw. die Stadtverordnetenversammlung die Einrichtung eines Gestaltungsbeirates beschlossen (Vorl.-Nr. 2011/ 0491). Die 3. Sitzung des Gestaltungsbeirates fiel aus. Die 4. Sitzung fand am 16.11.2012 statt. An der Sitzung nahmen die Mitglieder des Beirates, die zuständige Dezernentin, Vertreterinnen und Vertreter der politischen Parteien, Vertreterinnen und Vertreter der Verwaltung sowie die Geschäftsstelle teil. Im öffentlichen Teil waren interessierte Bürgerinnen und Bürger anwesend, ebenso waren die Verbände vertreten. Zunächst berichtete die Verwaltung über den Sachstand der vorgestellten Projekte der vergangenen Sitzung. Die eingeladenen Bauherrinnen und Bauherren bzw. ihre beauftragten Architekten oder Architektinnen stellten dann ihre Projekte dem Gremium und der Öffentlichkeit vor. Im Anschluss wurden in einem nicht-öffentlichen Sitzungsteil die vorgestellten Vorhaben intern, aber mit der Bauherrschaft und den von diesen beauftragten Architektinnen und Architekten, diskutiert und besprochen. Der Stellungnahme des Beirates zu den vorgestellten Projekten ist im anliegenden Protokoll ersichtlich. Das Protokoll wird im Internet veröffentlicht. Die Dezernentin III Brigitte Lindscheid Stadträtin Darmstadt, den 31.01.2013 61.1.0 mi Nst. 2590
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Sitzungstag: 16.11.2012
Beginn: 11.00 Uhr
Ende: 18.00 Uhr
Ort: Saal Aurum, Darmstadtium, Schlossgraben 1
Teilnehmer:
Mitglieder des Prof. Dipl.-Ing. Christa Reicher
Gestaltungsbeirats Prof. Dipl.-Ing. Rolf Westerheide
Dipl.-Ing. Ulrike Kirchner
Dipl.-Ing. Susanne Wartzeck
Dipl.-Ing. Cornelia Zuschke
Magistrat Brigitte Lindscheid, Stadträtin
Verwaltung Jochen Krehbiehl, Referent Dez. III
Ingrid Leist, Kulturamt, Abt. Denkmalschutz
Wolfgang Langner, Kulturamt, Abt. Denkmalschutz
B e r n d N e u b e r t, Bauaufsichtsamt
Jutta Köhler, Bauaufsichtsamt
Annette Laute, Stadtplanungsamt (tw.)
Angela Eichenauer, Stadtplanungsamt
Christoph Beck, Stadtplanungsamt (tw.)
Eberhard Röck, NH ProjektStadt
Tina Klytta, Stadtplanungsamt
Stefanie Michels, Stadtplanungsamt
Politik Hildegard Förster-Heldmann, Bündnis 90/ Grüne
Ctirad Kotoucek, CDU
Horst Härter, SPD
Georg Hang, Uffbasse
Daniel Bauer, Uwiga
Martina Hübscher-Paul, Die Linke
Entschuldigt Jochen Partsch, Oberbürgermeister
Projekt Jagdschloss Ulrich Bollwerk , Bilfinger Corporate Real Estate
Kranichstein Management GmbH
Hans Rittmannsperger, Architekt
Projekt Pankratiusstraße Mathias Jöckel, Jöckel Projektentwicklung GmbH
Projekt Stolzehaus Jan-Dirk Müller-Seidler, Architekt,
Neckarstraße IHT Planungsgesellschaft GmbH
Lorenz Stolze, Fr Ing. Stolze GmbH Co KG
Projekt C&A Jörg Preckel, Architekt,
Ludwigsplatz Pfeiffer Ellermann Preckel GmbH
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Nicht-öffentlicher Teil (11.00 Uhr – 13.30 Uhr)
Ortsbesichtigung:
Ortsbesichtigung Pankratiusstraße, Rheinstraße und Ludwigsplatz
Frau Eichenauer (Stadtplanungsamt), Herr Röck (NH ProjektStadt) und Herr Beck
(Stadtplanungsamt) erläutern während des Rundgangs die stadträumliche Einbindung
der Standorte.
Öffentlicher Teil (13.30 Uhr – 15.40 Uhr) :
Diskussion der Projekte im nicht-öffentlichen Teil (15.45 Uhr – 17.45 Uhr)
Kurze Mitteilung über den Stand der Projekte aus der 1. Sitzung
vorgestellt durch Jochen Krehbiehl, Dezernat III
Neubau Wohngebäude Robert-Schneider-Straße 12
Folgende Überarbeitungen wurden vorgenommen:
Das Abknicken des Gebäudes wurde formal bearbeitet. Es gibt eine deutliche architek-
tonische Fuge, die sich in der Fassade abzeichnet; der Eingang und das Treppenhaus
bilden das Gelenk.
Die Dachgauben sind geringfügig überarbeitet worden.
Die Länge der Tiefgarage und die Zuwegung zum hinten liegenden Doppelhaus konn-
ten aufgrund technisch baulicher Zwänge nicht geändert werden. Durch eine Mauer
entlang der Straße und einem Metallzaun im Bereich der Tiefgaragenzufahrt soll eine
bessere räumliche Einfügung in den öffentlichen Straßenraum erreicht werden.
Neubau Hörsaalgebäude h_da
Der Anregung des Gestaltungsbeirats folgend wird der Vorentwurf zum Bebauungsplan
einen Rahmenplanähnlichen Charakter haben. Der städtebauliche Plan wird selbstver-
ständlich - wie auch vom Gestaltungsbeirat gefordert - durch eine qualifizierte Grün-
raumplanung ergänzt werden.
Ein qualifiziertes Landschaftsplanungsbüro ist beauftragt.
Es besteht Einigkeit zwischen Stadt und h_da, dass die Planung in enger Abstimmung
zwischen Hochschule und Stadt Darmstadt erarbeitet werden soll. Dazu haben bereits
mehrere Abstimmungsgespräche zwischen Stadtplanungsamt und Hochschule Darm-
stadt stattgefunden.
Wesentliches Element ist dabei die Erhaltung der Struktur des Verlegerviertels und die
Erhaltung und Weiterentwicklung der Freiraum- und Grünflächenqualitäten im Ge-
samtgebiet „Verlegerviertel“ sowie im Bereich des Hochschulcampus.
Der enge Zeitrahmen für das Hörsaalgebäude lässt eine parallele Bearbeitung der
Bauantrags- und Genehmigungsplanung mit der Bearbeitung des städtebaulichen und
landschaftsplanerischen Konzepts für das Gesamtareal nicht zu, zumal hierfür eine
umfangreiche Bestandsaufnahme erstellt werden muss.
Eine Verzögerung des Projektes wäre in Hinblick auf die Dringlichkeit nicht vertretbar
gewesen. Das erforderliche bauplanungsrechtliche Instrumentarium zur Erzwingung
einer Umplanung ist überdies nicht vorhanden.
Seit 22.10.2012 liegt für den Neubau des Hörsaalgebäudes eine Baugenehmigung vor.
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Die Hochschule hat auf Grundlage der Baugenehmigung mit der Baumaßnahme be-
gonnen.
Die äußere Anmutung des Gebäudes wurde verschiedentlich zwischen Stadtplanungs-
amt und h_da erörtert. Letztlich erschien die genehmigte Lösung in Hinblick auf die
unterschiedlichen Anforderungen als angemessen. In der Sitzung des Gestaltungsbei-
rats nicht vorgetragen, aber von der h_da überzeugend vorgebracht, war dabei zum
einen das Argument, dass die im Obergeschoss geplante Streckmetallfassade zugleich
den erforderlichen Sonnenschutz im oberen Teil der zentralen Halle übernimmt. Zum
anderen hat die h_da in den Abstimmungsgesprächen darauf hingewiesen, dass die
Streckmetallfassade ein je nach Tageslichteinfall unterschiedliches und damit auch
recht lebendiges Bild ergibt. Kommunikatives Element ist die zwischen den Hörsälen
platzierte Eingangshalle, die konsequent in der Erdgeschosszone über die gesamte
Breite verglast ist. Das Gebäude weist damit in diesem Bereich die vom Beirat ge-
wünschte Transparenz auf.
Vorstellung der neuen Projekte
1. Projekt: Erweiterung des Hotels Jagdschloss Kranichstein
Präsentation durch Hans Rittmannsperger, Rittmannsperger Architekten, Darmstadt
Projektstatus: Konzeptstudie, Bauvoranfrage zur Klärung der Genehmigungsfähigkeit
nach § 35 (4) Abs. 6 eingereicht
Projektbeschreibung
Die Stiftung Hess. Jägerhof beabsichtigt als Eigentümerin zusammen mit Bilfinger &
Berger die Instandsetzung des vor ca. 15 Jahren sanierten Schlosses sowie die Erwei-
terung des damit verbundenen Hotelbetriebes. Das Schloss beinhaltet ein Museum
(Jagd- und kulturhistorische Sammlung) und ein Hotel. Zum Areal und zur Stiftungs-
aufgabe gehört auch das Zeughaus, das ebenfalls Hotelräume beherbergt als auch das
„bioversum Kranichstein – Museum biologischer Vielfalt“.
Das Hotel bietet zurzeit 14 Zimmer im Hauptgebäude und 15 Zimmer im Zeughaus;
es fehlen Gästezimmer, Küchen-, Lager- und Personalräume.
Die geplante Hotelerweiterung ist in Form eines separaten Gästehauses vorgesehen.
Dieses soll nördlich des Jagdschlosses als Ersatzbau an Stelle einer vorhandenen Re-
mise, gegenüber dem Kavaliershaus entstehen und 20 Zimmer aufnehmen.
Inzwischen wurden intensive Vorgespräche mit der Denkmalpflege, dem Umweltamt
und der Stadtplanung seitens des Architekten und der Bauherrschaft über die Stellung
der Gebäude sowie Umfang und Gestaltung geführt.
Die Ergebnisse wurden immer wieder mittels eines Einsatzmodells überprüft.
Stellungnahme des Beirats
Der Gestaltungsbeirat begrüßt den neuen Vorschlag zur Erweiterung des Jagdschlos-
ses Kranichstein. Die Auflagen aus der ersten Beratung sind in die Überplanung einge-
flossen. Der Architekt Herr Rittmannsperger hat mit dem neuen Entwurf nachvollzieh-
bar auf die Kritik der Ausrichtung und Stellung der 2 neuen Baukörper zur Hotelerwei-
terung reagiert und deutlichen Bezug zur Geometrie und Orientierung des prägenden
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Jagdschlosses genommen.
Mit der L-förmigen Erweiterung gelingt dem Architekten ein schlüssiges Ensemble,
das die Orientierung in den Park ebenso, wie die Bildung eines neuen Ensembles zwi-
schen Kavaliersbau, Küche und Jagdschloss mit gut proportioniertem Wegeraum er-
möglicht. Die neuen Baukörper sind mit Satteldach ausgebildet. Der Architekt hat
damit zwar die Anregungen des Gestaltungsbeirates aufgenommen, sollte sich aber in
der architektonischen Ausformulierung stärker eigenständig zu verhalten. Der Gestal-
tungsbeirat betont, dass ein einfühlsamer, maßstäblicher aber selbstbewusster Ges-
taltungsausdruck durchaus gut dazu geeignet ist, die Besonderheit der vorhandenen
Schlossanlage zu betonen. Die Erschließung der Erweiterungsgebäude erscheint sinn-
voll und ist mit dem Eingang an der Schnittstelle der beiden neuen Gebäudeteile in
direktem Gegenüber zum Kavaliersbau gut gewählt.
Der Beirat sieht bei dem vorgelegen Entwurf die Belange des Denkmalschutzes nicht
beeinträchtigt, da die Empfindlichkeit des prägenden Jagdschlosses weder durch die
städtebauliche Anordnung noch durch die architektonische Detailausbildung gestört
wird.
Der Beirat empfiehlt, die weitere Durcharbeitung der Dachlandschaft anhand ver-
schiedener Studien zu überprüfen und dies mit der Stadtverwaltung abzusprechen.
Der bisherige Prozess, die bedeutende Anlage des Jagdschlosses als hochwertiges
architektonisches Ensemble zu gestalten, verlangt eine maßgeschneiderte und eigen-
ständige Lösung.
2. Projekt: Pankratiusstraße 14-18
Präsentation durch Herrn Mathias Jöckel, Jöckel Projektentwicklung GmbH
Darmstadt
Projektstatus: Bauantrag in Vorbereitung
Projektbeschreibung
Neubau eines Gebäudes mit Kindertagesstätte, Jugendcafé, Jugendzentrum, sowie
Studentenwohnungen
Grundstück und Nutzung:
Das Grundstück Pankratiusstraße 14-18 mit einer Größe von ca. 1770 qm befindet
sich im Eigentum der Stadt Darmstadt. Auf dem Grundstück befinden sich mehrere
ältere und sanierungsbedürftige Gebäude. Im Haupthaus befindet sich ein vom SKA –
sozialkritischer Arbeitskreis - betriebenes Jugendzentrum. Vorbehaltlich der Zustim-
mung der Stadtverordnetenversammlung soll das Grundstück vom Investor erworben
werden und darauf ein Gebäude mit Räumlichkeiten für eine Kindertagesstätte ( 5
Gruppen) entstehen, die an die Stadt Darmstadt bzw. den SKA als Jugendcafe, Ju-
gendzentrum sowie Büroräume vermietet werden. Diese Räume befinden sich in EG
und OG1. In Teilen des OG1 sowie in OG2 und DG sollen ca. 18 Mietwohnungen bzw.
Studenten-WG’s entstehen. Unterhalb des Grundstücks befinden sich die Stellplätze in
einer Tiefgarage.
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Lage und Umfeld
Das Grundstück liegt im Martinsviertel in städtebaulich sehr heterogener Umgebung.
Die umliegende Bebauung setzt sich zusammen aus Bauten der Technischen Universi-
tät, Wohnungsbauten der 60er bis 80er-Jahre sowie einem Fachwerkgebäude im Nor-
den. Eine einheitliche Fassadengestaltung und Maßstäblichkeit der umliegenden Be-
bauung ist nicht gegeben.
Gebäudeentwurf
Der Gebäudeentwurf schließt die Blockecke nach Nord-Osten ab.
In der Höhenentwicklung vermittelt das Gebäude zwischen der zweigeschossigen
Nachbarbebauung im Westen und den drei- bis viergeschossigen Wohngebäuden nörd-
lich und östlich. Die Dachform orientiert sich mit einem steilen Satteldach an der um-
liegenden Struktur; gleiches gilt für die Fassadengestaltung als Putzfassade. Das Erd-
geschoss mit Jugendcafé und Kindergarten wird gestalterisch hervorgehoben.
Stellungnahme Beirat
Das zu bebauende Grundstück liegt im Martinsviertel, zwischen solitären Institutsbau-
ten der Universität und mehrgeschossiger Wohnbebauung. Auf dem Grundstück selber
befinden sich noch Wohngebäude als Blockrand sowie eine alte Scheune. Die Umge-
bung ist sehr heterogen, das Grundstück bildet dabei eine Nahtstelle unterschiedlicher
Bauepochen, Baustile und Nutzungen.
Der Bauherr plant auf dem, sich noch im städt. Besitz befindlichen Eckgrundstück
unterschiedliche Nutzungen – wie Jugendräume, -café, Kindertagesstätte bis zum
Studentenwohnen (18 Wohnungen) unterzubringen. Die auf dem Grundstück vorhan-
dene Bebauung soll zum Teil abgerissen werden.
Der vorgestellte Entwurf sieht eine geschlossene 3-4 geschossige Eckbebauung als
Blockrandbebauung sowie eine Tiefgarage über die komplette Fläche vor.
Der Gestaltungsbeirat hebt hervor, dass der Ansatz, an diesem Standort unterschied-
liche Nutzungen wie Jugendräume, -café, Kindertagesstätte und Studentenwohnen
unterzubringen sehr begrüßenswert ist. Die vielen Nutzungen auf dem zur Verfügung
stehenden Eckgrundstück in einem von unterschiedlichen Baustilen geprägten, städ-
tebaulichen Gefüge sinnvoll zu verbinden, ist eine anspruchsvolle und schwierige Auf-
gabe.
In der Diskussion wird die bisher definierte Vorgabe einer Blockrandbebauung kritisch
und kontrovers diskutiert. Das Grundstück stellt eine Nahtstelle zwischen der vorhan-
denen kleinteiligen Blockrandstruktur mit Wohnnutzung und den Großarchitekturen
der Universität (Mathemath. Institut) dar. Unmittelbare und eindeutige Bezüge und
Anknüpfungspunkte sind nicht gegeben.
Am vorgestellten Entwurf werden in der Diskussion sowohl die geschlossene Block-
randbebauung als auch die Fassadengestaltung (Erdgeschoss-/Sockelausbildung, Ab-
lesbarkeit der Nutzungen) und die Erfordernis der Gebäudeabbrüche kritisch hinter-
fragt. Insbesondere die Eckausbildung, das Zusammentreffen der beiden Blöcke kann
nicht überzeugen. Der entstehende, für die Kindertagesstätte vorgesehene Freiraum
benötigt Raumbildung und Schatten spendende Bäume.
Es wird empfohlen, hier noch mal - in Alternativen zur geschlossen Blockrandbebau-
ung - andere städtebauliche Lösungen zu denken und zu prüfen. Dabei sollte stärker
der Gelenk-Charakter dieses Ortes als Nahtstelle zwischen unterschiedlichen Struktu-
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ren herausgearbeitet werden. Als zu prüfende städtebauliche Alternative wird die Dif-
ferenzierung der Blockbebauung in Einzelbaukörper angeregt. Damit könnte auch eine
bessere Lösung für die Ecke gefunden werden. In den städtebaulichen Alternativen
sind auch die entstehende Freiflächenqualität sowie die Beziehungen in das Umge-
bungsquartier zu prüfen.
Im Hinblick auf die unterschiedlichen Nutzungen empfiehlt der Gestaltungsbeirat, auf
jeden Fall für die Ablesbarkeit von Funktion und Nutzung in der Architektur zu sorgen.
Die gestalterische Ausprägung der Fassadengliederung sollte einfach, ruhig und klar
sein. Die Erdgeschossnutzung mit Funktionen wie Jugendcafé, Kindertagesstätte etc.
sollte in der Fassadengestaltung Ausdruck finden.
3. Projekt: Stolzehaus, Neckarstraße, Neubau Studierendenwohnheim
Präsentation durch Herrn Jan-Dirk Müller-Seidler, IHT Planungsgesellschaft GmbH
Darmstadt
Projektstatus: Bauantrag in Vorbereitung
Projektbeschreibung
Grundstück und Zahlen
Die Liegenschaft befindet sich in der Gemarkung Darmstadt, Stadtmitte in der Ne-
ckarstraße, Flurstück 530/2.
Das Grundstück zählt zum Sanierungsgebiet Mollerstadt; das Kernstadtgebiet sowie
das denkmalgeschützte Ensemble um den Kennedyplatz schließen unmittelbar an das
Planungsgrundstück an.
Bauherr und Grundstückseigentümer ist die Firma Ing. Friedrich Stolze GmbH & Co
KG, vertreten durch Herrn Lorenz Stolze.
Geplant ist der Bau eines Studentenwohnheims mit 214 Einzelappartements mit je-
weils zugehöriger Nasszelle und Pantryküche.
Gebäude
Auf dem Grundstück sollen zwei parallele Riegel (5-geschossig + Staffel an der Ne-
ckarstraße bzw. 4-geschossig + Staffel im rückwärtigen Grundstücksbereich) entste-
hen, die über einen gemeinsamen Hof und einen Steg miteinander verbunden sind.
Beide Baukörper sowie der Innenhof sind unterkellert. In der gemeinsamen Tiefgarage
sind 50 PKW-STP vorgesehen; dies entspricht einem Stellplatzschlüssel von 4 zu 1.
Die oberirdische BGF beträgt ca. 9.800 m² zuzüglich 2.350 m² im Untergeschoss.
Der Baubeginn ist für Februar/ März 2013 geplant. Die Fertigstellung soll zum Winter-
semester 2014/15 erfolgen.
Neben der Tiefgarage sind im Untergeschoss Technikräume, Lager- und Abstellflächen
sowie zwei Fahrradkeller mit mietbaren Fahrradboxen untergebracht.
Eine natürliche Belüftung der Tiefgarage kann durch den Innenhof gewährleistet wer-
den.
Die Zufahrt in die Tiefgarage und der fußläufige Zugang in die Wohnanlage erfolgen
über die Neckarstraße. Der Zutritt ist nur mit Berechtigung (Schließsystem) oder nach
Einlass über Summer möglich. Eine witterungsbeständige Briefkasten- und Klingelan-
lage wird im vorderen Bereich des Durchgangs zum Innenhof installiert.
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Insgesamt befinden sich im Erdgeschoss 27 Einzelappartements. Dazu kommen stu-
dentische Sondernutzungen wie ein Scoutbüro, eine Waschbar, ein Fitnessraum und
eine Learning- und TV-Lounge. Diese sind entlang der Neckarstraße angeordnet.
Alle Wohneinheiten sowie die Sondernutzungsflächen des EGs werden barrierefrei
ausgeführt.
Die Freiflächen im Innenhof werden vorwiegend versickerungsoffen mit Rasengitter-
steinen oder Kunststoffrasenwaben ausgestattet, um möglichst viel Grünfläche zu
schaffen. Neben Pflanzbeeten bieten ein separater Grillplatz sowie ein zentrales Sport-
feld Gelegenheit für die gemeinsame Freizeitgestaltung.
Fassade
Zur Neckarstraße hin ist eine Fassade als WDVS vorgesehen. Die Verschattung der
Fenster erfolgt über transluzente Schiebeläden aus Aluminium; diese sind mechanisch
zu bedienen. Die metallische Füllung steht farblich im Kontrast zur Putzfassade.
Die „Parkposition“ der Schiebeläden wird zurückgesetzt. Eine farbliche Hinterlegung
gliedert die Fassade optisch in Quadrate, ähnlich der unmittelbar anschließenden Ne-
ckarstraße 8. Dies versteht sich als Neuinterpretation der ehemaligen Lochfassade.
Nachhaltigkeit/ Energieeffizienz
Aus Gründen der Nachhaltigkeit werden alle für die Statik nicht relevanten Bereiche in
flexibler Leichtbauweise erstellt, sowohl in den Appartements als auch in den Gemein-
schaftsbereichen. Eine spätere Umnutzung bzw. ein möglicher partieller Rückbau soll
gewährleistet bleiben.
Neben der Innenhof- und extensiven Dachbegrünung zur Verbesserung des Mikrokli-
mas wird mit dem Neubau der Energieeffizienzhaus-Standart KfW-40 angestrebt.
Zur Erreichung des Energieeffizienzhaus-Standards Kfw-40 ist die Installation eines
Blockheizkraftwerks entweder in Verbindung mit einer Pelletanlage oder einem Gas-
brennwertkessel vorgesehen. Zudem kommt eine kontrollierte Lüftungsanlage zum
Einsatz, die je nach Heizungstechnik teilweise oder komplett mit einer Wärmerückge-
winnungsanlage versehen wird.
Anstelle eines ehemaligen Möbelhauses, das abgerissen wird, soll entlang der Neckar-
straße ein Studierendenwohnheim errichtet werden. Dieses soll im Quartierinneren
durch einen zweiten Block ergänzt werden. Das Grundstück liegt im Sanierungsgebiet
Mollerstadt, im Kernstadtbereich. Geplant ist der Bau eines Studierendenwohnheimes
mit 214 Einzelapartments auf 9.800 m² BGF, mit 100 %iger Unterbebauung durch
eine Tiefgarage. Die Errichtung der Tiefgarage erfolgt zu dem Zweck, dass die im
Quartierinneren verbleibenden Freiflächen nicht durch Stellplätze verbaut werden (50
Stellplätze & 222 Fahrrad-Safes).
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Stellungnahme des Beirats
Im Hinblick darauf, dass in Darmstadt ein eklatanter Mangel an Studierendenwohnun-
gen und Wohnraum zu verzeichnen ist, wird das Wohnen an dieser kernstädtischen
Stelle ausdrücklich begrüßt. Ebenso ist positiv hervorzuheben, dass die Errichtung
einer Tiefgarage die oberirdischen Freiflächen zu Zwecken von Gemeinschaftseinrich-
tungen und Treffpunkten verfügbar macht.
Die Bebauung entlang der Neckarstraße ist in ihrer vorgeschlagenen Form nachvoll-
ziehbar und fügt sich schlüssig in den Gesamtkontext der großen prägenden Gebäude-
typen ein. Wünschenswert wäre eine Bauform mit oder ohne Staffel, jedoch in ruhigem
und klarem Duktus.
Der Gestaltungsbeirat merkt an, dass im Hinblick auf die innere Weiterverdichtung das
Grundstück übernutzt ist. Sinnvoll wäre es, die Baumasse im Inneren zurück zu neh-
men oder sie in eine offene Bauweise aufzugliedern. Die Mollerstadt ist ein Sanie-
rungsgebiet und setzt auf die hohe Innenraumqualität der Quartiere. Mit einer inneren
Auflockerung würde das vorgeschlagene Erschließungssystem optimiert werden kön-
nen und eine größere Ausgewogenheit – zwischen Erschließungsflächen und wirklichen
Freiflächen – entstehen. Insbesondere die „Durchtunnelung“ der Gebäude, vor allem
des hinteren Gebäudes, erscheint problematisch.
Das zwischen die beiden Gebäudekörper geschaltete Nottreppenhaus mit frei schwe-
benden Stegen, muss überarbeitet werden. Es ist weder als 2. Rettungsweg geeignet,
noch im Sinne einer 2. Erschließung komfortabel. Darüber hinaus stört es den verblei-
benden Innenraum zwischen beiden Gebäuden erheblich. Der Gestaltungsbeirat emp-
fiehlt, die Erschließung je Gebäude zu lösen. Dabei fällt auf, dass das hintere Gebäude
über keinen Aufzug verfügt und somit die behindertengerechte Erschließung über alle
Geschosse nicht gewährleistet ist. Dieses ist nachzuarbeiten. Die innere Erschlie-
ßungsqualität der Baukörper mit Treppenhaus, Mittelgang und daran angeschlosse-
nen Apartments ist wenig kommunikativ. Darüber können auch die funktionell gebun-
denen Gemeinschaftsräume im Erdgeschoss nicht hinweghelfen. Eine Auflockerung
des Erschließungssystems und der Grundrisse mit – pro Etage verfügbaren Gemein-
schaftsbereichen – wäre wünschenswert. Damit würde sich auch die Wohnqualität er-
heblich verbessern.
Die vorgeschlagene Fassade des Gebäudes ist insofern schlüssig, als sie als Lochfas-
sade auf das Wohnen unmittelbar reagiert. Fragwürdig jedoch ist das Spiel mit den
Fassadenelementen, welches als wenig nachhaltig, eher modisch, empfunden wird.
Insofern sollte die Fassade überarbeitet werden.
Insgesamt empfiehlt der Beirat, die Nachbar- und Umgebungsbebauung des künftigen
Gebäudes noch einmal tiefgreifend zu analysieren und dadurch ggf. für den an der
Straße befindlichen Baukörper Potenziale zu heben und diese zu entwickeln.
Das Stadtplanungsamt wird im Hinblick auf die Empfehlungen und die vorgetragenen
Belange des Investors eine zeitnahe Diskussion mit dem Investor führen, um die o. g.
Belage auszutarieren und einer abschließenden Lösung zuzuführen.
Das überarbeitete Konzept ist dem Gestaltungsbeirat nochmals vorzustellen.
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4. Projekt: Fassade C & A, Ludwigsplatz
Präsentation durch Jörg Preckel, Pfeiffer Ellermann Preckel GmbH, Münster
Projektstatus: Bauantrag in Vorbereitung
Projektbeschreibung
Bei dem Projekt handelt es sich um die Neugestaltung und energetische Ertüchtigung
der Fassade des bestehenden C&A Geschäftshauses am Ludwigsplatz 7 in Darmstadt.
Es ist vorgesehen, das vorhandene Vordach, die Betonfassadenelemente, die Natur-
steinbekleidungen, sowie die Fenster und Schaufenster vom EG bis 2. OG zu demon-
tieren und eine neue Außenhaut aus großzügig verglasten Flächen im EG und 1. OG
und geschlossenen Wandflächen aus Verblendmauerwerk zu gestalten. Hierbei wird
der Eingang um ca. 2,0 m verlegt und der bisherigen, unaxial ausgerichteten Fassade
eine „neue Mitte“ gegeben.
Im 2. OG wird das vorhandene Raster des Gebäudes aufgenommen und als Lochfas-
sade mit einem „stehenden Fensterformat“ ausgebildet.
Für die geschlossenen Wandflächen ist ein langformatiges, grau-beige helles Klinker-
mauerwerk im wilden Verband mit Kerndämmung und einer farblich angepassten Ver-
fugung geplant. Die Glasflächen im EG und 1. OG sind als Pfosten-Riegelkonstruktion
vorgesehen, die im EG die vorhandene Bauflucht der benachbarten Gebäude aufnimmt
und im 1. OG. als „Erkerkonstruktion“, ca. 25 cm vor den massiven Wandflächen her-
vorsteht.
Die Pendeltüranlage des Zugangs zu den Verkaufsflächen, sowie die Türen des seitli-
chen Treppenhauses werden aus einer Aluminiumkonstruktion mit Glasfüllung erstellt.
Stellungnahme Beirat
Für das Kaufhaus C&A wird eine energetische Sanierung der Fassade vorgestellt, wel-
che im laufenden Betrieb, Anfang des Jahres 2013 umgesetzt werden soll.
Sehr positiv wird dabei der zurückhaltende Umgang mit Werbung auf der neuen Fas-
sade empfunden. Der Gestaltungsbeirat sieht hierin eine Vorbildfunktion für die Wir-
kung des Kaufhauses auf den Ludwigsplatz.
Die terminlichen und baulichen Zwänge einer Fassadensanierung im laufenden Betrieb
stellen eine Herausforderung dar. Dennoch sollten zwei Aspekte des vorgestellten
Entwurfes überarbeitet und mit der Stadt Darmstadt diskutiert werden:
Dies ist zum einen die neue symmetrische Anordnung des Eingangs, die mit der aktu-
ellen Platzgestaltung und Bepflanzung nicht harmoniert. Hier sind insbesondere die
genauen Positionen der beiden Bäume neben dem geplanten Eingang zu überprüfen
und die Planung gegebenenfalls darauf anzupassen.
Zum anderen wird die vorgeschlagene Materialität der Fassade als beige/graue Klin-
kerfassade in Frage gestellt. Dieses Material erscheint im Kontext der umgebenden
Bebauung eher fremd. Hier sollte nach einer Alternative gesucht werden und die vom
Planer angebotene Bemusterung erfolgen.
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Fazit zum Tag/ Organisatorisches
Der Beirat möchte im Vorfeld der Sitzung über die Änderung der Vorhaben der voran-
gegangenen Sitzung informiert werden, um sich eine Meinung bilden und in der Sit-
zung Stellung beziehen zu können.
Die Vorsitzende schlägt vor, einen genauen Zeitplan als Struktur für die Sitzung zu
erstellen.
Die auswärtigen Mitglieder des Beirates werden morgens eine Stunde früher (10.00
Uhr) zur Vorbesprechung mit der Geschäftsstelle/ dem Stadtplanungsamt anreisen.
Zeitpuffer und Zeit für die Diskussion und internen Besprechungen bzw. kurze Rück-
sprachen sollen großzügiger eingeplant werden.
Als weitere Termine für die nachfolgenden Sitzungen des Gestaltungsbeirats sind fol-
gende Termine festgelegt worden:
Fr, 01.03.2013 11.00 – 17.00 Uhr
Fr, 07.06.2013 11.00 – 17.00 Uhr
Fr, 20.09.2013 11.00 – 17.00 Uhr
Endgültige Zeiten können der Einladung zur Sitzung entnommen werden.
………………………………………………………….
gez. S. Michels
Geschäftsstelle Gestaltungsbeirat Darmstadt
Stadtplanungsamt
Darmstadt, 15.01.2012
………………………………………………………….
gez. Prof. Dipl.-Ing. Christa Reicher
Vorsitzende Gestaltungsbeirat
Dortmund/ Aachen, 28.01.2013
Beratungsverlauf (1)
Orte (6)
- Neckarstraße
- Rheinstraße
- Pankratiusstraße 14
- Schlossgraben 1
- Ludwigsplatz 7
- Robert-Schneider-Straße 12
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Details
- Vorlagen-Nr.
- 2013/0040
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 28.01.2013
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00