A-R/0072/2018
Gedenken an die verfolgten Homosexuellen sowie den Internationalen Tag gegen Homophobie (IDAHOT) in der Stadtgesellschaft sichtbarer machen
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
a-r-0072-2018-Tag gegen Homophobie
2925 Zeichen
Antrag an den Rat Nr.: A-R/0072/2018
Münster, den 27.11.2018
Ratsantrag der Ratsgruppe Piraten/ÖDP
Gedenken an die verfolgten Homosexuellen sowie den Internationalen Tag gegen
Homophobie (IDAHOT) in der Stadtgesellschaft sichtbarer machen
Der Rat möge beschließen:
Der Verwaltung wird gebeten,
1. zu prüfen und zu berichten,
a) ob und wie es möglich ist, an die Namen der wäh rend der NS-Zeit verschleppten
und getöteten homosexuellen Münsteranerinnen und M ünsteraner auf einer
Gedenktafel zu erinnern,
b) ob und wie es möglich ist, den nach §§ 175, 175 a StGB strafrechtlich belangten
Homosexuellen namentlich zu gedenken,
c) welche Kosten für die Gedenktafel und für die z uvor notwendige Forschung, um
die Verfolgung von homosexuellen Frauen und Männer n umfassend und historisch
richtig darzustellen, anfallen.
2. Zu prüfen und berichten, wie der „Internationale Tag gegen Homophobie“ (IDAHOT) in
der Stadtgesellschaft verankert werden kann.
Begründung:
Die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus haben bislang in der Gedenkkultur der
Stadt Münster wenig Beachtung gefunden. Mit einer zentralen Gedenktafel in der Stadt
soll das Gedenken an diese, auch nach dem Ende des Nationalsozialismus noch vielfach
Verfolgungen und Diskriminierungen ausgesetzte Opfergruppe, einen würdigen Ort finden.
Auch in der Bundesrepublik Deutschland wurden über 20 Jahre lang zehntausende
Männer in der Bundesrepublik noch nach dem Paragraphen 175 verhaftet, verurteilt und
eingesperrt.
Der Internationale Tag gegen Homophobie am 17. Mai eines jeden Jahres sollte zukünftig
stärker in die Stadtgesellschaft wirken. Der IDAHOT bietet die Gelegenheit, sowohl an die
Homosexuellenverfolgung während der NS-Zeit zu erinnern, als auch auf die in extremen
Randbereichen der deutschen Bevölkerung wieder sichtbar werdenden Homophobie
hinzuweisen.
Fast täglich liest man selbst im vermeintlich aufgeklärtem Deutschland von Übergriffen auf
LGBTTIQ-Menschen und -Paaren. Ganz abgesehen davon, dass in 77 Ländern der Welt
Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung verfolgt werden und in einigen davon sogar
ihr Leben verloren haben.
Mit einem Gedenken an die verfolgten Homosexuellen wird auch gemahnt, dass sich die
Geschichte nicht wiederholen darf. Gerade in Zeiten, wo Rechtspopulisten unsere
Demokratie angreifen und die Erfolge bei der Gleichstellungen der queeren Community
rückgängig machen wollen, dürfen wir nicht einfach still danebenstehen, sondern müssen
rechtzeitig aufwachen und ganz besonders auch deutliche Zeichen setzen.
Gerade in Münster, die Stadt, in der am 29. April 1972 die erste Schwulen-Demo in
Deutschland überhaupt stattfand, stünde eine angemessene Form des Gedenkens gut zu
Gesicht. Denn da ist Münster nicht der Vorreiter, wie die Stadt es 1972 war.
Gez.
Johannes Schmanck
Franz Pohlmann
Beratungsverlauf (1)
Details
- Aktenzeichen
- A-R/0072/2018
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 28.11.2018
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37