A-R/0073/2020
Autofreie Altstadt als Ziel - Schrittweise Realisierung bis 2025 - umfassende Beteiligung von Anwohner*innen, Geschäftsleuten, Beschäftigten, Kund*innen und Besucher*innen - für mehr Aufenthalts- und Lebensqualität im Stadtzentrum und für Klimaschutz
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a-r-0073-2020-Autofreie Altstadt als Ziel - Schrittweise Realisierung bis 2025
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Antrag an den Rat A-R/0073/2020 18. August 2020 Ratsantrag Autofreie Altstadt als Ziel - Schrittweise Realisierung bis 2025 - umfassende Beteiligung von Anwohner*innen, Geschäftsleuten, Beschäftigten, Kund*innen und Besucher*innen - für mehr Aufenthalts- und Lebensqualität im Stadtzentrum und für Klimaschutz in Münster Der Rat möge beschließen: 1. Um einen Verkehrskollaps in der Altstadt zu vermeiden und die Belastung mit Luftschadstoffen zu verringern, um die Aufenthaltsqualität für in der Altstadt Wohnende und Arbeitende zu verbessern, um Einzelhandel und Dienstleistungen zu fördern und um die Attraktivität für Besucher*innen und Kund*innen zu erhalten, muss die Altstadt schrittweise vom Autoverkehr befreit werden. 2. Ziel ist es, die autofreie Altstadt innerhalb des Promenadenrings bis zum Jahr 2025 zu realisieren. 3. Wesentliche Bestandteile des Konzeptes sind: der Erhalt der Zufahrt in die Altstadt für Liefer -, Handwerks - und Dienstleistungsverkehr und für Anwohner, Parkplätze für Menschen mit Behinderung, die Schaffung von besonderen Anlieferzonen für Gewerbe, die Umnutzung frei werdende r Parkflächen für Fußgänger *innen und Radfahrer*innen, sowie als Grün - und Freiflächen und für Außengastronomie mehr Grünzeiten für Fußgänger*innen und Radverkehr, schrittweise barrierefreie Gestaltung des öffentlichen Raums. 4. Die Verwaltung plant den Weg zu einer autofreien Altstadt in folgenden Schritten. a. Verringerung und die Vermeidung von motorisiertem Durchgangsverkehr b. Platz schaffen, um die Nutzung von Fuß-, Rad- und öffentlichem Verkehr attraktiver zu gestalten. c. Parkhäuser werden angemessen bepreist und sukzessive zu Quartiersgaragen umgewandelt. Hierbei gilt es auch die Belange von mobilitäts- und kognitiv beeinträchtigten Menschen mit einzubeziehen. 5. Wesentliche Grundlagen des Konzeptes sind die klimapolitischen Entscheidungen, Beschlüsse und Konzepte aus den zurückliegenden Jahren, insbes. die Ausrufung des Klimanotstandes, die Global nachhaltige Kommune und das Radfahrkonzept 2025, die eine deutliche Reduzierung des motorisierten Individualverke hrs und die Stärkung des Radverkehrs und des ÖPNV vorsehen. 6. Der Weg in eine autofreie Altstadt wird mit einem umfassenden Beteiligungsprozess verbunden, der Anwohner*innen, Geschäftsleute und deren Verbände, Beschäftigte sowie Kund*innen und Besucher*inne n fortlaufend beteiligt und sicherstellt, dass ihre Belange von Beginn an einbezogen und berücksichtigt werden. 7. Erfahrungen mit der Schaffung autofreier Zentren in anderen europäischen Städten werden berücksichtigt, öffentlich vorgestellt und ausgewert et. Hierzu sind auch Online - Beteiligungsmöglichkeiten und die sozialen Netzwerke zu nutzen. 8. Geprüft wird die Einrichtung eines Beirats bestehend aus den o.g. Beteiligtengruppen, der den Beteiligungsprozess gemeinsam mit der Verwaltung steuert. Begründung: Die nachhaltige Attraktivität von Innenstädten hängt maßgeblich von ihrer Aufenthaltsqualität, ihren Wegebeziehungen und ihrem Klima ab. Ein zunehmend nachteiliger Effekt ist die überbordende Präsenz des ruhenden und fahrenden motorisierten Individualverkehrs. Immer größere Fahrzeuge verdecken den Zugang zu Geschäften, Gaststätten, beanspruchen innerstädtischen Raum, der für mehr Aufenthaltsqualität, Kommunikation und entspanntes Flanieren genutzt werden kann. Klimaschutz, Emissionsschutz und der Wunsch nach umweltfreundlicher Mobilität sind gesellschaftliche Entwicklungen, die ein Umdenken erforderlich machen, weshalb Münster Global nachhaltige Kommune geworden ist und den Klimanotstand ausgerufen hat. Sind vor nicht einmal zwei Dekaden noch PKW-Parkhäuser für auswärtige Kund*innen gebaut worden, setzt heute der Online-Handel dem stationären Einzelhandel zu. Dieser Entwicklung soll auch mit dem Konzept der autofreien Altstadt begegnet werden. Hierzu gibt es gute Beispiele aus anderen Städten, die dem Einzelhandel gutgetan haben. Erforderlich für das Gelingen ist eine breite Akzeptanz und Partizipation der Beteiligten, die eingeladen werden, um die gemeinsame Entwicklung zu gestalten. Hierfür ist ein differenziertes Konzept zu entwickeln, das den unterschiedlichen Interessen Rechnung trägt und diese einbezieht. Erfahrungen aus anderen europäischen Städten sind ausdrücklich einzubeziehen. gez. Carsten Peters und Fraktion
Beratungsverlauf (1)
Details
- Aktenzeichen
- A-R/0073/2020
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 19.08.2020
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37