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A-R/0073/2020

Autofreie Altstadt als Ziel - Schrittweise Realisierung bis 2025 - umfassende Beteiligung von Anwohner*innen, Geschäftsleuten, Beschäftigten, Kund*innen und Besucher*innen - für mehr Aufenthalts- und Lebensqualität im Stadtzentrum und für Klimaschutz

Antrag an den Rat 19.08.2020

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Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 26.08.2020, TOP 66.31

a-r-0073-2020-Autofreie Altstadt als Ziel - Schrittweise Realisierung bis 2025

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a-r-0073-2020-Autofreie Altstadt als Ziel - Schrittweise Realisierung bis 2025

4480 Zeichen

Antrag an den Rat A-R/0073/2020 
 
 
 
 
 
18. August 2020 
Ratsantrag 
Autofreie Altstadt als Ziel - Schrittweise Realisierung bis 2025 - umfassende 
Beteiligung von Anwohner*innen, Geschäftsleuten, Beschäftigten, Kund*innen 
und Besucher*innen - für mehr Aufenthalts- und Lebensqualität im Stadtzentrum 
und für Klimaschutz in Münster  
 
 
Der Rat möge beschließen: 
 
1. Um einen Verkehrskollaps in der Altstadt zu vermeiden und die Belastung mit 
Luftschadstoffen zu verringern, um die Aufenthaltsqualität für in der Altstadt 
Wohnende und Arbeitende zu verbessern, um Einzelhandel und 
Dienstleistungen zu fördern und um die Attraktivität für Besucher*innen und 
Kund*innen zu erhalten, muss die Altstadt schrittweise vom Autoverkehr befreit 
werden.   
 
2. Ziel ist es, die autofreie Altstadt innerhalb des Promenadenrings bis zum Jahr 
2025 zu realisieren.  
 
3. Wesentliche Bestandteile des Konzeptes sind:  
 
 der Erhalt der Zufahrt in die Altstadt für Liefer -, Handwerks - und 
Dienstleistungsverkehr und für Anwohner,  
 Parkplätze für Menschen mit Behinderung, 
 die Schaffung von besonderen Anlieferzonen für Gewerbe, 
 die Umnutzung frei werdende r Parkflächen für Fußgänger *innen und 
Radfahrer*innen, sowie als Grün - und Freiflächen und für 
Außengastronomie 
 mehr Grünzeiten für Fußgänger*innen und Radverkehr, 
 schrittweise barrierefreie Gestaltung des öffentlichen Raums. 
   
4. Die Verwaltung plant den Weg zu einer autofreien Altstadt in folgenden 
Schritten.  
 
a. Verringerung und die Vermeidung von motorisiertem 
Durchgangsverkehr  
b. Platz schaffen, um die Nutzung von Fuß-, Rad- und öffentlichem 
Verkehr attraktiver zu gestalten.  
c. Parkhäuser werden angemessen bepreist und sukzessive zu 
Quartiersgaragen umgewandelt.  
 
Hierbei gilt es auch die Belange von mobilitäts- und kognitiv 
beeinträchtigten Menschen mit einzubeziehen.

5. Wesentliche Grundlagen des Konzeptes sind die klimapolitischen 
Entscheidungen, Beschlüsse und Konzepte aus den zurückliegenden Jahren, 
insbes. die Ausrufung des Klimanotstandes, die Global nachhaltige Kommune 
und das Radfahrkonzept 2025, die eine deutliche Reduzierung des 
motorisierten Individualverke hrs und die Stärkung des Radverkehrs und des 
ÖPNV vorsehen. 
 
6. Der Weg in eine autofreie Altstadt wird mit einem umfassenden 
Beteiligungsprozess verbunden, der Anwohner*innen, Geschäftsleute und 
deren Verbände, Beschäftigte sowie Kund*innen und Besucher*inne n 
fortlaufend beteiligt und sicherstellt, dass ihre Belange von Beginn an 
einbezogen und berücksichtigt werden.  
  
7. Erfahrungen mit der Schaffung autofreier Zentren  in anderen europäischen 
Städten werden berücksichtigt, öffentlich vorgestellt und ausgewert et. Hierzu 
sind auch Online - Beteiligungsmöglichkeiten und die sozialen Netzwerke zu 
nutzen.   
 
8. Geprüft wird die Einrichtung eines Beirats bestehend aus den o.g. 
Beteiligtengruppen, der den Beteiligungsprozess gemeinsam mit der 
Verwaltung steuert. 
 
Begründung: 
 
Die nachhaltige Attraktivität von Innenstädten hängt maßgeblich von ihrer 
Aufenthaltsqualität, ihren Wegebeziehungen und ihrem Klima ab.  
 
Ein zunehmend nachteiliger Effekt ist die überbordende Präsenz des ruhenden und 
fahrenden motorisierten Individualverkehrs.  
 
Immer größere Fahrzeuge verdecken den Zugang zu Geschäften, Gaststätten, 
beanspruchen innerstädtischen Raum, der für mehr Aufenthaltsqualität, 
Kommunikation und entspanntes Flanieren genutzt werden kann. 
 
Klimaschutz, Emissionsschutz und der Wunsch nach umweltfreundlicher Mobilität 
sind gesellschaftliche Entwicklungen, die ein Umdenken erforderlich machen, 
weshalb Münster Global nachhaltige Kommune geworden ist und den Klimanotstand 
ausgerufen hat.   
 
Sind vor nicht einmal zwei Dekaden noch PKW-Parkhäuser für auswärtige 
Kund*innen gebaut worden, setzt heute der Online-Handel dem stationären 
Einzelhandel zu. Dieser Entwicklung soll auch mit dem Konzept der autofreien 
Altstadt begegnet werden. Hierzu gibt es gute Beispiele aus anderen Städten, die 
dem Einzelhandel gutgetan haben. 
 
Erforderlich für das Gelingen ist eine breite Akzeptanz und Partizipation der 
Beteiligten, die eingeladen werden, um die gemeinsame Entwicklung zu gestalten.

Hierfür ist ein differenziertes Konzept zu entwickeln, das den unterschiedlichen 
Interessen Rechnung trägt und diese einbezieht. Erfahrungen aus anderen 
europäischen Städten sind ausdrücklich einzubeziehen. 
 
 
gez. Carsten Peters 
und Fraktion

Beratungsverlauf (1)

26.08.2020 Rat
TOP 66.31 Antrag Entscheidung

Beschluss: verwiesen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
A-R/0073/2020
Typ
Antrag an den Rat
Datum
19.08.2020
Erstellt
06.10.2020 14:37