2025/0141
Finaler Schulentwicklungsplan Berufliche Schulen 2025 - 2030
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2025 - 2030
Schulentwicklungsplan Schulentwicklungsplan
Berufliche SchulenBerufliche Schulen
Schulentwicklungsplan
Berufliche Schulen
Verfasser:
Abteilung Schulentwicklungsplanung des Stadtschulamts,
in Zusammenarbeit mit dem
Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung,
Abteilung Statistik und Stadtforschung,
sowie der Gebit, Münster
Herausgeberin | Kontakt
Wissenschaftsstadt Darmstadt
Der Magistrat
Dezernat V für Digitalisierung und Bildung
Neues Rathaus Luisenplatz 5, 64283 Darmstadt
Stadtrat Holger Klötzner
Telefon: + 49 (0)6151 13 2301
E-Mail: dezernatV@darmstadt.de
Stadtschulamt
Stadthaus West, Mina-Rees-Straße 12, 64295 Darmstadt
E-Mail: schulamt@darmstadt.de
Internet: http://www.darmstadt.de/leben/bildung/schulen
Beratung
GEBIT Münster GmbH & Co. KG
Gesellschaft für Beratung sozialer Innovation
und Informationstechnologie
Correnstraße 80, 48149 Münster
Telefon: +49 (0)251 20 888 250
E-Mail: info@gebit-ms.de
Internet: http://www.gebit-ms.de
Gestaltung
Trouble.Shooter Media
Alle Rechte vorbehalten
© 2025 Wissenschaftsstadt Darmstadt
Inhalt
Vorwort 5
1. Einführung 6
1.1. Gesetzliche Grundlagen und Rahmenbedingungen 6
der Schulentwicklungsplanung in Hessen
1.2. Dialogisches Verfahren 8
1.3. Schulbesuche 9
1.4. Rahmenbedingungen Beruflicher Bildung 9
1.5. Entwicklung der Beruflichen Schulen und Prognose 10
1.6. Raumnutzungserhebung 12
2. Regionale Rahmenbedingungen Beruflicher Bildung 14
in der Wissenschaftsstadt Darmstadt
2.1 Bevölkerungsstruktur 14
2.2 Wirtschaftsstruktur und Arbeitsmarkt 18
2.3 Ausbildungsmarkt 27
2.4 Fachkräfteengpässe 35
3. Entwicklung der Beruflichen Schulen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt 39
3.1 Ausgangslage 39
3.2 Aktuelle Fachklassen- und Landesfachklassenstandorte 46
3.3 Übergang Schule - Beruf 49
3.4 Inklusion 51
4. Die Beruflichen Schulen in Trägerschaft der Wissenschaftsstadt Darmstadt 53
4.1 Lageplan aller Beruflichen Schulen 53
4.2 Entwicklungen am Berufsschulzentrum Nord 53
4.3 Friedrich-List-Schule 55
4.3.1 Bildungsgänge und Entwicklung Friedrich-List-Schule 56
4.3.2 Zusammensetzung Friedrich-List-Schule 61
4.3.3 Prognose Friedrich-List-Schule 66
4.3.4 Räumliche Situation Friedrich-List-Schule 68
4.3.5 Geplante Entwicklungsperspektiven Friedrich-List-Schule 68
4.4 Martin-Behaim-Schule 70
4.4.1 Bildungsgänge und Entwicklung Martin-Behaim-Schule 71
4.4.2 Zusammensetzung Martin-Behaim-Schule 75
4.4.3 Prognose Martin-Behaim-Schule 78
4.4.4 Räumliche Situation Martin-Behaim-Schule 80
4.4.5 Geplante Entwicklungsperspektiven Martin-Behaim-Schule 81
4.5 Heinrich-Emanuel-Merck-Schule 82
4.5.1 Bildungsgänge und Entwicklung Heinrich-Emanuel-Merck-Schule 83
4.5.2 Zusammensetzung Heinrich-Emanuel-Merck-Schule 87
4.5.3 Prognose Heinrich-Emanuel-Merck-Schule 91
4.5.4 Räumliche Situation Heinrich-Emanuel-Merck-Schule 92
4.5.5 Geplante Entwicklungsperspektiven Heinrich-Emanuel-Merck-Schule 93
4.6 Entwicklungen am Berufsschulzentrum Mitte 94
4.7 Peter-Behrens-Schule 96
4.7.1 Bildungsgänge und Entwicklung Peter-Behrens-Schule 97
4.7.2 Zusammensetzung Peter-Behrens-Schule 103
4.7.3 Prognose Peter-Behrens-Schule 107
4.7.4 Räumliche Situation Peter-Behrens-Schule 109
4.7.5 Geplante Entwicklungsperspektiven Peter-Behrens-Schule 113
4.8 Erasmus-Kittler-Schule 114
4.8.1 Bildungsgänge und Entwicklung Erasmus-Kittler-Schule 115
4.8.2 Zusammensetzung Erasmus-Kittler-Schule 119
4.8.3 Prognose Erasmus-Kittler-Schule 124
4.8.4 Räumliche Situation Erasmus-Kittler-Schule 126
4.8.5 Geplante Entwicklungsperspektiven Erasmus-Kittler-Schule 129
4.9 Alice-Eleonoren-Schule 130
4.9.1 Bildungsgänge und Entwicklung Alice-Eleonoren-Schule 131
4.9.2 Zusammensetzung Alice-Eleonoren-Schule 135
4.9.3 Prognose Alice-Eleonoren-Schule 138
4.9.4 Räumliche Situation Alice-Eleonoren-Schule 139
4.9.5 Geplante Entwicklungsperspektiven Alice-Eleonoren-Schule 147
5. Zusammenfassung und Fazit 148
5.1 Regionale Bedeutung 148
5.2 Entwicklung der Beruflichen Schulen 149
5.3 Veränderte Rahmenbedingungen durch die Kündigung der „Altkreisregelung“ 149
5.4 Unsicherheit der Prognose 150
5.5 Neue Herausforderungen für die Beruflichen Schulen 151
5.6 Zusammenfassung der schulorganisatorischen Maßnahmen nach §146 HSchG 152
6. Ausblick: Visionen Beruflicher Bildung für Darmstadt 155
6.1 Konsolidierung und inhaltliche Neuausrichtung der beruflichen Bildung 155
6.2 Sanierung des Berufsschulzentrums Mitte 158
6.3 Fachklassenstandorte und betreute Unterkunft 158
6.4 Stärkung und Ausbau des Beruflichen Gymnasiums 158
6.5 Europäische Ausrichtung und Internationalität 158
6.6 Engere Anbindung und Kooperation mit Schulen der Sekundarstufe I 159
6.7 Stärkung konsekutiver Fortbildungsstufen 159
Tabellen | Abbildungen 160
Tabellen 160
Abbildungen 161
Vorwort
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt hat als Schulträger die
Aufgabe, eine bedarfsgerechte Infrastruktur für ihre Schulen
zur Verfügung zu stellen. Anknüpfend an den bereits verabschie-
deten Schulentwicklungsplan für die Allgemeinbildenden Schulen
legen wir nun den Schulentwicklungsplan für die Beruflichen
Schulen vor. Dieser Plan analysiert die aktuellen Rahmenbedin-
gungen, Entwicklungsperspektiven sowie Herausforderungen
der Beruflichen Schulen und skizziert eine klare Vision für eine
auch in Zukunft qualitativ hochwertige berufliche Bildungsland-
schaft in der Wissenschaftsstadt Darmstadt.
Praxisnahe Berufliche Bildung ist kein Auslaufmodell –
im Gegenteil! Die Unternehmen suchen händeringend nach
qualifizierten Fachkräften. In diesem Zusammenhang werden
sich die Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen in den nächsten Jahren immer wieder verändern
(müssen). Damit dieser Wandel positiv unterstützt werden kann, braucht es berufliche Schulen
(Berufsschulen ebenso wie berufliche Vollzeitschulformen) mit einem attraktiven Bildungsangebot
und einer starken Anziehungskraft. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt setzt sich an die Spitze
des Wandels und wird in enger Zusammenarbeit mit den verschiedenen Stakeholdern
zukunftsfähige, berufsbildende Strukturen etablieren.
Hierzu soll die Berufliche Bildung in Darmstadt bis zum Jahr 2035 auf eine neue Grundlage
gestellt werden. Dies beinhaltet eine mit allen Beteiligten eng abgestimmte Reorganisation
der bestehenden Beruflichen Schulen sowie die Bildung thematischer Schwerpunkte, um der
gestiegenen Komplexität und Interdisziplinarität moderner Berufsbilder ein hochwertiges und
passendes Angebot entgegenzusetzen.
Um die „Vor-Ort-Trendwende“ in der Beruflichen Bildung einzuleiten und zu stabilisieren, wird
es zukünftig stärker um Schwerpunktbildungen in den Berufsschulzentren Darmstadts gehen
müssen; Berufsfelder bzw. Ausbildungsberufe der bisherigen Standorte können im Sinne der
Förderung interdisziplinärer Kompetenzentwicklung langfristig neu strukturiert und inhaltlich
ausgestaltet werden.
Die in dem vorliegenden Schulentwicklungsplan dargestellten Vorhaben und Maßnahmen-
planungen bilden den Status Quo der hiesigen Beruflichen Schulen ebenso ab wie die
zukunftsweisenden Vorstellungen zur Weiterentwicklung der Beruflichen Bildung in der
Wissenschaftsstadt Darmstadt.
Ganz herzlich möchte ich unseren beruflichen Schulen und allen Personen danken, die bei der
Entstehung des vorliegenden Plans zusammengearbeitet und sich bei den Sitzungen zur Schul-
entwicklung Darmstadts aktiv beteiligt haben.
Holger Klötzner, Stadtrat
Dezernent für Digitalisierung und Bildung
5
1. Einführung
Im März 2022 haben der Landkreis Darmstadt-Dieburg und die Wissenschaftsstadt Darmstadt
eine gemeinsame Schulentwicklungsplanung der Beruflichen Schulen auf den Weg gebracht.
Damit sollte ein Einstieg in die regionale Betrachtung der Beruflichen Bildung in Südhessen
vorgenommen werden.
Der Fokus liegt auf den Ergebnissen für die Wissenschaftsstadt Darmstadt. Da die Schulent-
wicklungsplanung gemeinsam mit dem Landkreis Darmstadt-Dieburg begonnen wurde und die
Entscheidungen des Landkreises im Hinblick auf die Berufliche Bildung auch Auswirkungen auf
die berufliche Schullandschaft in der Wissenschaftsstadt Darmstadt haben, werden hier jedoch
auch relevante Ergebnisse zur Beruflichen Schule im Landkreis Darmstadt-Dieburg dargestellt.
In dieser Einführung werden zunächst auf die gesetzlichen Grundlagen der Schulentwicklungs-
planung und die Rahmenbedingungen in Hessen eingegangen. Danach werden die verschiede -
nen Bausteine der Berufsschulentwicklungsplanung dargestellt.
1.1 Gesetzliche Grundlagen und Rahmenbedingungen
der Schulentwicklungsplanung in Hessen
Grundlage bildet das Hessische Schulgesetz, das die Schulträger in §145 zur Schulentwick-
lungsplanung verpflichtet:
(1) Die Schulträger stellen Schulentwicklungspläne für Ihr Gebiet auf. In den Plänen
werden der gegenwärtige und zukünftige Schulbedarf sowie die Schulstandorte ausge -
wiesen. Für den Schulort ist anzugeben, welche Bildungsangebote dort vorhanden sind
und für welche Einzugsbereiche sie gelten sollen. Schulen in freier Trägerschaft können
bei der Planung mit einbezogen werden, soweit ihre Träger damit einverstanden sind;
die regelmäßige Zahl ihrer Schülerinnen und Schüler ist bei der Prognose des Schulbe-
darfs zu berücksichtigen. ES sind auch die Bildungsbedürfnisse zu erfassen, die durch
Schulen im Gebiet des Schulträgers nicht sinnvoll befriedigt werden können. Die Schul-
entwicklungspläne müssen sowohl die langfristige Zielsetzung als auch die Durchfüh-
rungsmaßnahmen unter Angabe der Rangfolge ihrer Verwirklichung enthalten. Sie sind
mit den benachbarten Schulträgern und mit anderen Fachplanungen, insbesondere der
Jugendhilfeplanung abzustimmen.
(2) …. Auf der Grundlage einer regionalen Konzeption ist… festzulegen, welche Berufs-
felder, Berufsgruppen oder Ausbildungsberufe in den beruflichen Schulen jeweils erfasst
und welche Bildungsgänge angeboten werden (§43 Abs. 2).
(3) Die regionale Schulentwicklungsplanung soll ein möglichst vollständiges und wohn-
ortnahes Bildungsangebot sichern und gewährleisten, dass die personelle Ausstattung
der Schulen im Rahmen der Bedarfs- und Finanzplanung des Landes möglich ist.“
Relevant für die Schulentwicklungsplanung beruflicher Schulen ist zudem § 43 zur Zusammen-
fassung zu beruflichen Schulen. In Abs. 2 heißt es hier:
1 Hessisches Schulgesetz (HSchG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 30. Juni 2017 (GVBL S.150), zuletzt
geändert durch das Gesetz vom 7. Dezember 2022 (GCBL. S. 734).
6
(2) Der Schulträger beschließt nach Maßgabe der §§ 144 bis 146, welche Berufsfelder,
Berufsgruppen oder Ausbildungsberufe in den beruflichen Schulen jeweils erfasst und
welche Bildungsgänge angeboten werden. Die Gesamtkonferenz entscheidet im Rahmen
der personellen, räumlichen und sächlichen Möglichkeiten und dem Bedarf entspre-
chend, welche Fachrichtungen und Schwerpunkte (im Folgenden bezeichnet mit FR und
SP) der einzelnen Bildungsgänge eingerichtet werden. Sie trifft die Entscheidung auf der
Grundlage des Schulprogramms unter besonderer Berücksichtigung der überregionalen
Bedürfnisse mit Zustimmung des Schulträgers und des Hessischen Ministeriums für
Kultus, Bildung und Chancen.“
Des Weiteren gilt es die Vorgaben für die Bildung von Schulbezirken für Berufliche Schulen
nach dem Schulgesetz zu berücksichtigen. In §143, Abs. 2f. ist geregelt:
(2) Schulbezirk einer Berufsschule ist das Gebiet des Schulträgers. Ist dieser Träger
mehrerer Berufsschulen, hat er für jede von ihnen nach Ausbildungsberufen einen Schul-
bezirk durch Satzung zu bilden. Die Satzung ist bei Bedarf, spätestens aber jeweils nach
fünf Jahren auf die Zweckmäßigkeit der Schulorganisation zu überprüfen und erforderli-
chenfalls fortzuschreiben.
(3) Die Satzung bedarf der Zustimmung der Schulaufsichtsbehörde. Diese ist zu versa-
gen, wenn die Satzung mit einer zweckmäßigen Schulorganisation nicht vereinbar ist.
(4) Bilden mehrere Schulträger nach §140 einen Schulverband als Träger einer Berufs-
schule oder eines Teils von ihr oder schließen sie eine öffentlich-rechtliche Vereinba-
rung ab, so ist das Gebiet des Schulverbandes oder das durch den Geltungsbereich der
öffentlich-rechtlichen Vereinbarung erfasste Gebiet der Schulbezirk.
(5) Durch Rechtsverordnung können für einzelne Ausbildungsberufe die Gebiete mehre-
rer Schulträger im Benehmen mit ihnen zu einem Schulbezirk zusammengefasst werden,
wenn anders eine ordnungsgemäße, den Anforderungen der Ausbildung genügende orga-
nisatorische Gestaltung des Unterrichts nicht gewährleistet ist.
Während also außerhalb der dualen Berufsausbildung an den Berufsschulen für die
Schüler*innen freie Schulwahl besteht, gibt es für die Schüler*innen der Fachklassen klare
Zuständigkeiten, die sich an der Betriebsstätte der Auszubildenden orientieren. So sind Auszu-
bildende mit einer Betriebsstätte in Darmstadt an eine der Beruflichen Schulen in Darmstadt
verwiesen, sofern der entsprechende Ausbildungsberuf in Darmstadt angeboten wird. Zurzeit
greift noch eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung zwischen der Wissenschaftsstadt Darmstadt
und dem Landkreis Darmstadt-Dieburg, die die Beschulung von Auszubildenden mit Betriebs-
stätte im sogenannten Altkreis an den Beruflichen Schulen in Darmstadt festlegt. Damit war
der Landkreis Darmstadt-Dieburg bisher in zwei Schulbezirke aufgeteilt, wovon der östliche
Teil der Landrat-Gruber-Schule und der westliche Teil den verschiedenen Schulen der Wissen-
schaftsstadt Darmstadt zugeteilt war. Dies ist historisch gewachsen, da die Kommunen des
Landkreises Darmstadt-Dieburg vor der Gebietsreform in den 1970er Jahren hauptsächlich den
beiden Kreisen Darmstadt und Dieburg zugeordnet waren. 2023 wurden knapp 1.800 Aus-
zubildende mit Betriebsstätte im Landkreis Darmstadt-Dieburg unterrichtet. Für etwas mehr
als 700 dieser Schüler*innen gibt es entsprechende Fachklassen auch an der Landrat-Gruber-
Schule in Dieburg.
7
Der Landkreis Darmstadt-Dieburg hat diese öffentlich-rechtliche Vereinbarung mit Wirkung
zum Schuljahr 2026/27 jedoch aufgekündigt. Welche Folgen dies für die Beruflichen Schulen
in Darmstadt hat, gilt es nicht zuletzt in diesem Schulentwicklungsplan genauer zu betrachten,
zumal ab 2026 mit dem Verlust einer erheblichen Anzahl von Schüler*innen zu rechnen ist.
Die Fachklassen der dualen Ausbildung stehen auch im Fokus des Projektes „Zukunftsfähige
Berufsschule“, die das Hessische Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen 2021 ins
Leben gerufen hat. Das Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, die Qualität der Ausbildungsberufe
zu sichern und im Sinne aller Beteiligten – der Unternehmen wie der Auszubildenden – für
langfristige Planbarkeit zu sorgen.2 Hierzu sollen die Berufsschulstandorte in Hessen sukzes -
sive neu ausgerichtet werden. Mit einer Absenkung der Mindestklassengröße von bisher 15
Schüler*innen auf 12 im ersten, 9 im zweiten, 8 im dritten und 5 im vierten Aus-bildungsjahr
sollen Standorte gesichert werden. Sollte die Zahl der Schüler*innen unter diese Mindestgröße
absinken, sollen Auszubildende in regional gebündelten Fachklassen, in Landes- oder Bundes-
fachklassen zusammengefasst werden. Dabei sollen die Schulen in den Regionen jeweils
thematische Schwerpunkte entwickeln, um sowohl die Berufsschulstandorte zu sichern, als
auch den ländlichen Raum zu stärken.
Hierzu haben seit Dezember 2022 Gespräche mit den Beruflichen Schulen im Landkreis Darm -
stadt-Dieburg sowie der Wissenschaftsstadt Darmstadt stattgefunden. Im Mittelpunkt standen
dabei die Fachklassen, die an den einzelnen Schulen bereits 2021 nur mit einer geringen Zahl
von Schüler*innen vertreten waren. Welche Folgen das Projekt „Zukunftsfähige Berufsschule“
für die Beruflichen Schulen in Darmstadt hat, ist gegenwärtig jedoch noch nicht abzusehen.
1.2 Dialogisches Verfahren
Schulentwicklungsplanungsprozesse tangieren die Interessen verschiedener Akteur*innen und
erfordern gleichzeitig deren Expertise. Dies gilt besonders für Schulentwicklungsplanungen
Beruflicher Schulen und insbesondere bei der Beteiligung zweier Schulträger.
Aus diesem Grund wurde eine Begleitgruppe gebildet, in der neben Mitarbeiter*innen der
Schulverwaltungen der beiden Schulträger die Schulleitungen der einzelnen Beruflichen Schu-
len in der Stadt und im Landkreis, des Staatlichen Schulamtes, Vertreter*innen der Industrie-
und Handelskammer und der Handwerkskammer sowie der Bundesagentur für Arbeit vertreten
waren.
Insgesamt fanden vier Begleitgruppensitzungen statt, die abwechselnd im Zentrum Nord der
Wissenschaftsstadt Darmstadt und an der Landrat-Gruber-Schule in Dieburg tagte. Die Sitzun-
gen wurden von Mitarbeiterinnen der GEBIT Münster moderiert und dokumentiert.
Der Begleitgruppe wurde zunächst das Konzept vorgestellt und Zwischenergebnisse der Ist-
Bestandsanalyse sowie der Prognose vorgestellt. Gemeinsam haben die Teilnehmenden Ein-
flussfaktoren auf die Entwicklung Beruflicher Schulen sowie Kriterien für die Bewertung von
Doppelangeboten in Stadt und Landkreis sowie zu Fachklassen der Berufsschulen mit einer
geringen Anzahl von Schüler*innen entwickelt.
2 Hessen stärkt duale Ausbildung | kultus.hessen.de
8
1.3 Schulbesuche
An allen Beruflichen Schulen in Darmstadt und der Beruflichen Schule in Darmstadt Dieburg
fanden im Januar 2023 Schulbesuche statt. An diesen Begehungen und Gesprächen haben ne -
ben den Mitarbeiterinnen der GEBIT Münster Vertreter*innen der jeweiligen Schulleitung sowie
Vertreter*innen der Schulverwaltung des jeweiligen Schulträgers teilgenommen.
Ziel der Schulbesuche war es zum einen, sich ein konkretes Bild von den Räumlichkeiten und
ihrer Ausstattung zu machen. Zum anderen wurde jeweils ein ausführliches Leitfadeninterview
durchgeführt, in dem folgende Themen angesprochen wurden:
• Vergangene Entwicklung der Schule
• Rekrutierung von Schüler*innen
• Zusammensetzung der Schüler*innenschaft
• Beratung und individuelle Förderung
• (Räumliche) Ausstattung
• Kooperationen
• Einschätzung der zukünftigen Entwicklung und zukünftige Herausforderungen
Die Gespräche wurden von Mitarbeiterinnen der GEBIT Münster moderiert und dokumentiert.
Die Ergebnisse fließen in die Gesamtbetrachtung der einzelnen Beruflichen Schulen ein.
1.4 Rahmenbedingungen Beruflicher Bildung
Bevölkerungsstruktur und -entwicklung, Wirtschaftsstruktur, Arbeits- und Ausbildungsmarkt
stellen wichtige Rahmenbedingungen für die Entwicklung Beruflicher Schulen dar.
Die vergangene Entwicklung der Bevölkerung und die erwartete zukünftige Bevölkerungsent-
wicklung sind eine zentrale Grundlage der Prognose zukünftiger Schüler*innenzahlen. Der
zahlenmäßige Umfang der Nachwuchskohorten, die Entwicklung des Erwerbspersonenpotenzi -
als und die Entwicklung der älteren Bevölkerung nehmen auch Einfluss auf die wirtschaftliche
Leistungsfähigkeit. Gleichzeitig wirken sich konjunkturelle Schwankungen des Arbeitsmarktes
auch auf die Zahl der Auszubildenden und damit auf die Zahl der Schüler*innen in den Fach-
klassen der Berufsschulen aus. Veränderungen der Wirtschaftsstruktur verändern auch das
Angebot an Ausbildungsstellen und damit die Zusammensetzung der Schüler*innen der Be-
ruflichen Schulen. Aus diesem Grund war der regionale Arbeits- und Ausbildungsmarkt in die
Betrachtung einzubeziehen.
Grundlage für diese Analysen bilden Daten des Statistischen Landesamtes Hessen zur Bevölke-
rungsfortschreibung und Bevölkerungsvorausberechnung sowie Daten der Bundesagentur für
Arbeit zur Entwicklung und Struktur des Arbeits- und Ausbildungsmarktes. Die Ergebnisse der
Analysen zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt werden in Kapitel Regionale Rahmenbedingun-
gen Beruflicher Bildung in der Wissenschaftsstadt Darmstadt (S. 15 f.) dargestellt.
9
1.5 Entwicklung der Beruflichen Schulen und Prognose
Grundlage für die Fortschreibung der Schüler*innenzahl ist zunächst die vergangene Entwick-
lung der einzelnen Schulen. Hierfür haben die Schulträger entsprechende Daten für die Jahre
2012 bis 2022 zur Verfügung gestellt. Des Weiteren wird hier auf die Bevölkerungsfortschrei-
bung und Bevölkerungsvorausberechnung des Hessischen Statistischen Landesamtes für die
Wissenschaftsstadt Darmstadt sowie den Landkreis Darmstadt-Dieburg zurückgegriffen.
Zunächst wird die vergangene Entwicklung der Schüler*innenzahl an den einzelnen Beruflichen
Schulen in Trägerschaft der beiden Gebietskörperschaften nach Fachbereichen und Bildungs-
gängen sowie nach Unterrichtsumfang analysiert.
Grundlagen der Prognose sind die vergangene Entwicklung der Schüler*innenzahlen sowie die
Zahl der Jugendlichen und jungen Heranwachsenden im Alter von 16 bis unter 22 Jahren, die
die Kerngruppe der Beruflichen Schulen darstellen.
In einem ersten Schritt der Prognose wird ermittelt, wie hoch der Anteil der 16- bis unter
22-Jährigen ist, die sich in den 1. Jahrgängen Beruflichen Schulen in Trägerschaft der Wissen-
schaftsstadt Darmstadt befinden. Da in den Beruflichen Schulen in Trägerschaft der Stadt ein
hoher Anteil Schüler*innen mit Wohnort im Landkreis Darmstadt-Dieburg beschult wird (vgl.
Abbildung 31, S. 45), wird für die Prognose der Beruflichen Schulen in Darmstadt die Bevöl-
kerung in Darmstadt und im Landkreis Darmstadt-Dieburg zugrunde gelegt. Fortgeschrieben
wird ein dreijähriger Mittelwert (Abbildung 1).
Abbildung 1: Schritt I der Prognose
Fortschreibung
des Anteils der
16 bis unter 22-Jährigen im
1. Jahrgang der Beruflichen Schulen in städt.
Trägerschaft
(dreijähriger Mittelwert)
Schüler*innen im
1. Jahrgang der
Beruflichen Schulen
10
In einem zweiten Schritt der Fortschreibung geht es um die Verteilung der Schüler*innen im
1. Jahrgang auf die einzelnen Beruflichen Schulen in Trägerschaft der Wissenschaftsstadt
Darmstadt (Abbildung 2). Auch hier wird von einem dreijährigen Mittelwert ausgegangen.
Abbildung 2: Schritt II der Prognose
Nachdem die zukünftige Zahl der Schüler*innen im 1. Jahrgang sechs Beruflichen Schulen
in Trägerschaft der Wissenschaftsstadt Darmstadt auf diese Weise berechnet wurde, geht
es darum, zu ermitteln, wie sich diese Schüler*innenzahl auf die einzelnen Bildungsgänge
verteilt. Hierzu wird der Anteil des 1. Jahrgangs eines Bildungsgangs – z.B. der Klassen für
Friseur*innen – an allen Schüler*innen im 1. Jahrgang ermittelt (Abbildung 3). Fortgeschrieben
wird auch hier ein mehrjähriger Mittelwert.
Abbildung 3: Schritt III der Prognose
Fortschreibung
des Anteils der
Schüler*innen im 1. Jahrgang der einzelnen
Berufl. Schulen
(Mittelwert der letzten 3 Jahre)
Schüler*innen im
1. Jahrgang der einzelnen
Beruflichen Schulen
Schüler*innen im 1. Jahrgang
einer Beruflichen Schule insgesamt
Anteil Schüler*innen im
1. Jahrgang der einzelnen Bildungsgänge
(Mittelwert der letzten 3 Jahre)
11
In einem weiteren Schritt geht es darum, die zukünftige Gesamtzahl der Schüler*innen einer
Beruflichen Schule zu ermitteln. Hierzu werden die Durchgangsquoten3 zwischen den ein-
zelnen Jahrgängen eines Bildungsgangs in der Vergangenheit ermittelt und ein dreijähriger
Mittelwert fortgeschrieben. Zusammen mit der bereits ermittelten Zahl der Schüler*innen im
1. Jahrgang ergibt sich daraus die Gesamtzahl der Schüler*innen einer Beruflichen Schule.
Abbildung 4: Schritt IV der Prognose
1.6 Raumnutzungserhebung
Da im Zuge der Generalsanierung und Neustrukturierung des Zentrums Nord bereits mit den
drei dort angesiedelten Schulen Friedrich-List-Schule, Martin-Behaim-Schule und Heinrich-
Emanuel-Merck-Schule ein gemeinsames Raumprogramm entwickelt und umgesetzt wurde,
wurde für diese drei Schulen auf eine Raumerhebung verzichtet. Eine Raumnutzungserhebung
wurde jedoch an den übrigen drei Schulen des künftigen Zentrums Mitte, der Erasmus-Kittler-
Schule, der Peter-Behrens-Schule und der Alice-Eleonoren-Schule durchgeführt. Auf der Grund-
lage der vorhandenen Raumlisten konnten die Schulen angeben, wie die einzelnen Räume
genutzt werden. Dabei konnten auch Mehrfachnutzungen angegeben werden. Berücksichtigt
wurden hier neben Unterrichtsräumen auch Räume für Schüler*innen (z.B. Aufenthaltsräume
oder Selbstlernzentren), Verwaltungsräume (z.B. Büros sowie Besprechungs- und Beratungs-
räume) sowie Funktionsräume (z.B. Lehrmittel- und Serverräume).
3 Durchgangsquoten weisen das Verhältnis zwischen zwei Jahrgängen aus. Befinden sich beispielsweise 100
Schüler*innen im 1. Jahrgang und im darauffolgenden Jahr ebenfalls 100 Schüler*innen im 2. Jahrgang, liegt die
Durchgangsquote bei 100%. Befinden sich im darauffolgenden Jahr nur noch 50 Schüler*innen im 2. Jahrgang,
entspräche dies einer Durchgangsquote von 50%. Da gerade an Beruflichen Schulen bestimmten Bildungsgängen
und Fachrichtungen hohe Abbruchquoten zu verzeichnen sind, ist es wichtig, solche Durchgangsquoten bei der
Fortschreibung zu berücksichtigen. Auch eine mögliche Verkürzung der Ausbildung führt zu einer Veränderung von
Durchgangsquoten, die bei der Fortschreibung berücksichtigt werden muss.
Durchgangsquoten zwischen
den einzelnen Jahrgängen eines Bildungsgangs
(Mittelwert der letzten 3 Jahre)
Anzahl Schüler*innen
in den Jahrgängen 2-4
Anzahl Schü-ler*innen
im 1. Jahrgang
Anzahl Schüler*innen
in den Jahrgängen 2-4
12
Auf eine Raumbilanz wurde jedoch auch bei den drei Schulen des Zentrums Mitte verzich-
tet, da im Rahmen der geplanten Generalsanierung auch eine Neustrukturierung der Räume
vorgenommen und hierzu – analog zum Zentrum Nord – von den Schulen gemeinsam mit dem
Schulträger ein eigenes Raumprogramm entwickelt werden soll.
Bei der Konzepterstellung wird das Schulamt von einem externen Dienstleister unterstützt.
Inzwischen liegen Angebote zum öffentlichen Ausschreibungsverfahren „Prozessbegleitung
und Konzepterstellung Berufsschulzentrum Mitte“ vor. Auswertung und Beauftragung erfolgen
zeitnah.
13
2. Regionale Rahmenbedingungen Beruflicher
Bildung in der Wissenschaftsstadt Darmstadt
In diesem Kapitel wird zunächst die Entwicklung der Bevölkerung sowie die Entwicklung der
Wirtschaftsstruktur und des Arbeits- und Ausbildungsmarktes genauer betrachtet. Zum
Abschluss werden vorliegende Erkenntnisse zu bestehenden und zukünftig zu erwartenden
Fachkräfteengpässen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt vorgestellt.
2.1 Bevölkerungsstruktur
In der Wissenschaftsstadt Darmstadt lebten 2023 rund 165.000 Einwohner*innen, fast 13.000
mehr als 10 Jahre zuvor.4 Dies entspricht einem Bevölkerungswachstum von 8,5%. Das Be-
völkerungswachstum in Hessen insgesamt lag in diesem Zeitraum nur bei 4,9%. Nach den
Ergebnissen der Demographietypisierung 2020 der Bertelsmann Stiftung gehört Darmstadt
zu den „Großstädten und Hochschulstandorten mit heterogener sozioökonomischer Dynamik“
(Demographietyp 7), die u.a. durch ein überdurchschnittliches Bevölkerungswachstum gekenn-
zeichnet sind.5
Abbildung 5: Bevölkerung 2014 - 2023
4 Bevölkerungsfortschreibung auf der Basis des Zensus 2012.
5 Bertelsmann Stiftung (2020): Demografietypisierung 2020 – Typ 7: Großstädte und Hochschulstandorte mit hete -
rogener sozioökonomischer Dynamik. Gütersloh. https://www.wegweiser-kommune.de/documents/20125/132144/
Typ+7.pdf/0c94ae19-d800-f091-6b69-74d955bc08f0?t=1624448844898
151.879
155.353
157.437
158.254
159.207
159.878
159.174
159.631
162.243
164.792
0
50.000
100.000
150.000
200.000
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
2023
Anzahl
+ 8,5%
Quelle: Hessisches Statistisches
Landesamt
|
Berechnungen GEBIT Münster
14
2. Regionale Rahmenbedingungen Beruflicher
Bildung in der Wissenschaftsstadt Darmstadt
In diesem Kapitel wird zunächst die Entwicklung der Bevölkerung sowie die Entwicklung der
Wirtschaftsstruktur und des Arbeits- und Ausbildungsmarktes genauer betrachtet. Zum
Abschluss werden vorliegende Erkenntnisse zu bestehenden und zukünftig zu erwartenden
Fachkräfteengpässen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt vorgestellt.
2.1 Bevölkerungsstruktur
In der Wissenschaftsstadt Darmstadt lebten 2023 rund 165.000 Einwohner*innen, fast 13.000
mehr als 10 Jahre zuvor.4 Dies entspricht einem Bevölkerungswachstum von 8,5%. Das Be-
völkerungswachstum in Hessen insgesamt lag in diesem Zeitraum nur bei 4,9%. Nach den
Ergebnissen der Demographietypisierung 2020 der Bertelsmann Stiftung gehört Darmstadt
zu den „Großstädten und Hochschulstandorten mit heterogener sozioökonomischer Dynamik“
(Demographietyp 7), die u.a. durch ein überdurchschnittliches Bevölkerungswachstum gekenn-
zeichnet sind.5
Abbildung 5: Bevölkerung 2014 - 2023
Das Durchschnittsalter der Bevölkerung in der Wissenschaftsstadt Darmstadt lag 2023 bei
40,9 Jahren. Damit ist die Bevölkerung deutlich jünger als im Durchschnitt von Hessen. Hier
liegt das Durchschnittsalter bei 44 Jahren. Dies ist ein typisches Merkmal von Universitäts -
städten. Als Hochschulstandort kann Darmstadt eine hohe Bildungszuwanderung in den Alters -
gruppen der 18- bis 24-Jährigen verzeichnen. Gleichzeitig geht diese Bevölkerungszusammen-
setzung mit einem besonders hohen Anteil an Einpersonenhaushalten einher.
Die Alterszusammensetzung der Bevölkerung hat sich seit 2014 kaum verändert (Abbildung 6).
Unter 20-Jährige machen 2023 18,3% der Einwohner*innen aus, 64,2% gehören zur Alters-
gruppe der 20- bis unter 65-Jährigen und 17,5% zu den 65-Jährigen und Älteren.
Abbildung 6: Bevölkerung nach Altersgruppen 2014 und 2023
unter 20 Jahre
20 - unter 65 Jahre
64,5
65 Jahre und
älter
17,7
2014 17,7
unter 20 Jahre
18,3
20
-
unter 65
Jahre
64,2
65 Jahre und
älter
17, 5
2023
15
Nach der Bevölkerungsvorausberechnung des Hessischen Statistischen Landesamtes auf
der Basis der Bevölkerungsdaten von 2021 wird bis 2025 zwar ein weiteres Ansteigen der
Einwohner*innenzahl in Darmstadt erwartet, dieses fällt jedoch gering aus (Abbildung 7).
Danach sinkt die Zahl wieder leicht ab. Tatsächlich wurden für 2023 in diesem Modell jedoch
weniger Einwohner*innen prognostiziert als nach der Bevölkerungsfortschreibung auf der Basis
des Zensus 2012 tatsächlich in Darmstadt lebten. Insofern wird die Bevölkerungsentwicklung
in diesem Modell eher unterschätzt.
Abbildung 7: Bevölkerung 2014 - 2033
Abbildung 8 zeigt noch einmal die Alterszusammensetzung der Bevölkerung in Darmstadt im
Jahr 2023, hier im Vergleich zu 2033. Nach den Ergebnissen der Bevölkerungsvorausberech-
nung des Hessischen Statistischen Landesamtes wird der Anteil der unter 20-Jährigen und
insbesondere der Anteil der ab 65-Jährigen an der Bevölkerung ansteigen. Gleichzeitig wird
sich der Anteil der mittleren Altersgruppe verringern. Machte diese Altersgruppe 2023 noch
64,2% der Bevölkerung aus, wird 2033 nur noch ein Anteil von 60,0% erwartet. Dies steht für
eine Verringerung des zur Verfügung stehenden Erwerbspersonenpotenzials.
Abbildung 8: Bevölkerung nach Altersgruppen 2022 und 2032
64,2
151.879
155.353
157.437
158.254
159.207
159.878
159.174
159.631
162.243
162.265
162.356
162.395
162.356
162.247
162.108
161.931
161.745
161.541
161.320
161 085
0
50.000
100.000
150.000
200.000
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
2023
2024
2025
2026
2027
2028
2029
2030
2031
2032
2033
Anzahl
Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt
Bevölkerungs
-
fortschreibung
Bevölkerungsvorausberechnung
unter 20 Jahre
18,3
20
-
unter 65
Jahre
64,2
65 Jahre und
älter
17,5
2023
unter 20 Jahre
19,9
20
-
unter 65
Jahre
60,0
65 Jahre und
älter
20,1
2033
16
Wirft man einen Blick auf die Entwicklung der für die Beruflichen Schulen relevanten Alters-
gruppe der 16- bis unter 22-Jährigen, zeigt sich folgende Entwicklung (Abbildung 9): Bis 2018
ist ihre Zahl deutlich angestiegen, danach jedoch wieder gesunken. Ein deutlicher Einbruch
zeigt sich zwischen 2019 und 2020, was ein Effekt der Kontaktbeschränkungen unter Corona
sein dürfte, als viele Studierende die Stadt wieder verlassen haben, da auch an den Universitä-
ten nur noch online unterrichtet wurde. Insgesamt lebten in Darmstadt 2023 jedoch 14% mehr
Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 16 bis unter 22 Jahren als 2014.
Die Bevölkerungsvorausberechnung des Hessischen Statistischen Landesamtes auf der Basis
der Bevölkerungsdaten von 2021 geht bis 2025 von einer sinkenden Zahl der 16- bis unter
22-Jährigen aus.6 Danach steigt die Zahl jedoch sukzessive wieder an.
Abbildung 9: Bevölkerung im Alter von 16 bis unter 22 Jahren 2014 - 2033
9.966
10.713
11.318
11.434
11.488
11.288
10.604
10.646
10.837
11.357
10.231
10.151
10.289
10.378
10.511
10.442
10.583
10.684
10.820
10.895
0
3.000
6.000
9.000
12.000
15.000
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
2023
2024
2025
2026
2027
2028
2029
2030
2031
2032
2033
Anzahl
Bevölkerungsfortschreibung
Bevölkerungsvorausberechnung
Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt
6 Hierbei ist zu beachten, dass die erhöhte Zuwanderung im Jahr 2022 noch nicht in die Datengrundlage der
Bevölkerungsvorausberechnung des Hessischen Statistischen Landesamtes eingeht. Hier ist die kommende
Aktualisierung der Vorausberechnung abzuwarten.
17
2.2 Wirtschaftsstruktur und Arbeitsmarkt
Um sich ein Bild von der Wirtschaftsstruktur und -entwicklung in Darmstadt zu machen, werden
hier Daten zur Zahl der Betriebe7 wie zur Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten8
am Arbeitsort betrachtet.
Wie Abbildung 10 zeigt, hat die Zahl der Betriebe in der Wissenschaftsstadt Darmstadt seit
2014 zugenommen. 2022 waren knapp 5% mehr Betriebe in Darmstadt angesiedelt als 2014.
Bis 2023 ist ihre Zahl jedoch wieder zurückgegangen.
Abbildung 10: Anzahl Betriebe 2014 - 2022
4.583
4.655
4.689
4.740
4.725
4.741
4.712
4.736
4.802
4.675
0
1.000
2.000
3.000
4.000
5.000
6.000
7.000
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
2023
Anzahl
Quelle: Bundesagentur für Arbeit |
Berechnungen GEBIT Münster Münster
7 https://statistik.arbeitsagentur.de/DE/Navigation/Grundlagen/Statistik-erklaert/Beschaeftigung-Nav.html
„Ein Betrieb in diesem Sinne ist stets eine regional und wirtschaftsfachlich abgegrenzte Einheit, in der mindestens
ein sozialversicherungspflichtiges oder geringfügiges Beschäftigungsverhältnis besteht. Grundlage ist die Definition
des Beschäftigungsortes in § 9 SGB IV, des Beschäftigungsbetriebes nach § 18i SGB IV und des Arbeitgeberbegriffes
im SGB. In der Beschäftigungsstatistik kann ein eventueller Zusammenhang von Unternehmen und zugehörigen
Be-trieben oder Betriebsstätten nicht abgebildet werden. Deshalb wird in dieser Statistik auch nicht der Begriff
„Unternehmen“, sondern immer der des Betriebs, der Betriebsstätte oder des Beschäftigungsbetriebes verwendet.“
8 Damit werden Beamt*innen, aber auch Selbstständige nicht berücksichtigt, die ebenfalls zu den Erwerbstätigen
zählen. Daten zu diesen Gruppen liegen jedoch auf dieser Ebene nicht vor.
18
Abbildung 11 zeigt zunächst die Verteilung der Betriebe in Darmstadt nach Größenklassen. Die
große Mehrzahl der Betriebe hat demnach weniger als 10 Beschäftigte. Sie machen knapp drei
Viertel aller Betriebe aus. Hier arbeiten jedoch nur etwa 10% der sozialversicherungspflichtig
Beschäftigten. Ein Fünftel der Betriebe hat 10 bis unter 50 Mitarbeiter*innen, was etwa dem
Anteil der Beschäftigten entspricht, die in Betrieben dieser Größenordnung arbeiten. 5,5%
der Betriebe haben 50 bis unter 250 Mitarbeiter*innen. Hier arbeitet ein knappes Viertel der
Beschäftigten. Betriebe mit mehr als 250 und mehr Mitarbeiter*innen machen zwar nur 1,5%
aller Betriebe aus, hier arbeitet jedoch fast die Hälfte der sozialversicherungspflichtig Beschäf-
tigten in Darmstadt.
Abbildung 11: Anzahl der Betriebe mit sozialversicherungspflichtig Beschäftigten nach
Größenklasse 2023
unter 10 Beschäftigte
72,4
10
-
unter 50
Beschäftigte
20,6
50
-
unter 250
Beschäftigte
5,5
250 Beschäftigte
und mehr
1,5
Betriebe
unter 10
Beschäftigte
9,3
10
-
unter 50
Beschäftigte
18,2
50
-
unter 250
Beschäftigte
23,8
250 Beschäftigte
und mehr
48,7
Sozialversicherungspflichtig
Beschäftigte
Quelle: Bundesagentur für Arbeit | Berechnungen GEBIT Münster
19
Eine positive wirtschaftliche Entwicklung, die in der gestiegenen Zahl von Betrieben zum Aus-
druck kommt, zeigt sich auch, wenn man die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten
betrachtet (Abbildung 12). Am Arbeitsort Darmstadt hat ihre Zahl seit 2014 um 16,5% zugenom-
men, die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Wohnort sogar um 24,3%.
Abbildung 12: Anzahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigte
am Arbeits- und Wohnort 2014 - 2023
Wie Abbildung 12 bereits deutlich gemacht hat, arbeiten in Darmstadt mehr sozialversiche-
rungspflichtig Beschäftigte als in Darmstadt leben. Entsprechend gibt es einen Überschuss an
Einpendler*innen (Abbildung 13). Ihre Zahl hat seit 2014 um 16,3% zugenommen, was in etwa
dem Zuwachs an Arbeitsplätzen in der Stadt insgesamt entspricht. Deutlich stärker gewachsen
ist jedoch die Zahl derjenigen, die aus Darmstadt zur Arbeit auspendeln. Der Zuwachs liegt in
dieser Gruppe bei 31,8%. D.h., ein Großteil der nach Darmstadt zugezogenen sozialversiche-
rungspflichtig Beschäftigten hat keinen Arbeitsplatz in der Stadt.
Abbildung 13: Anzahl Ein- und Auspendler*innen 2014 - 2023
94.837
95.572
98.551
101.012
103.308
105.338
105.790
108.152
110.711
110.507
53.988
55.789
58.409
60.564
62.497
63.820
63.639
65.001
66.986
67.092
0
20.000
40.000
60.000
80.000
100.000
120.000
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
2023
Anzahl
+ 16,5%
Quelle: Bundesagentur für Arbeit |
Berechnungen GEBIT Münster
Arbeitsort
Wohnort
+ 24,3%
65.751
66.098
67.990
69.744
71.233
72.603
72.819
74.867
76.492
76.437
25.053
26.343
27.893
29.340
30.465
31.121
30.708
31.803
32.841
33.032
0
20.000
40.000
60.000
80.000
100.000
120.000
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
2023
Anzahl
+ 16,3%
Quelle: Bundesagentur für Arbeit |
Berechnungen GEBIT Münster
Einpendler*innen
Auspendler*innen
+ 31,8%
20
Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist dabei stärker angestiegen als die
Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter, es haben also mehr Menschen eine sozialversicherungs-
pflichtige Beschäftigung aufgenommen. Dies wird deutlich, wenn man den Anteil der sozial-
versicherungspflichtig Beschäftigten an der Bevölkerung im Alter von 15- bis unter 65 Jahren
berechnet (Abbildung 14). Waren 2014 noch 51,4% dieser Altersgruppe in sozialversicherungs-
pflichtiger Beschäftigung, stieg dieser Anteil bis 2023 auf 59,0%. Allerdings ist auch hier fest-
zustellen, dass diese Beschäftigtenquote von 2022 auf 2023 leicht zurückgegangen ist.
Abbildung 14: Anteil sozialversicherungspflichtig Beschäftigter am Wohnort
an der Bevölkerung im Alter von 15 bis unter 65 Jahren
51,4
51,7
53,5
55,3
56,7
57,7
58,0
59,2
59,9
59,0
30
40
50
60
70
80
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
2023
Prozent
21
Abbildung 15 zeigt das Qualifikationsniveau der Beschäftigten am Arbeitsort Darmstadt im
Vergleich zu Hessen insgesamt sowie im Vergleich zum Landkreis Darmstadt-Dieburg im Jahr
2021.9 Hierbei zeigen sich deutliche Unterschiede. In Darmstadt verfügte 2021 knapp die
Hälfte der Beschäftigten über eine abgeschlossene Berufsausbildung. In Hessen lag dieser
Anteil 2021 bei 61%, im Landkreis Darmstadt-Dieburg sogar bei fast zwei Drittel. Umgekehrt
sind Beschäftigte mit (Fach-)Hochschulreife am Arbeitsort Darmstadt überdurchschnittlich
vertreten. Sie stellen mehr als ein Drittel der Beschäftigten, im hessischen Durchschnitt jedoch
lediglich bei 22%, im Landkreis Darmstadt-Dieburg bei nur 16%. Damit ergibt sich für die
Stadt eine völlig andere Qualifikationsstruktur.
Abbildung 15: Sozialversicherungspflichtig und geringfügig Beschäftigte
am Arbeitsort nach Qualifikationsniveau 2021
9 Aktuellere Daten liegen hierzu nicht vor.
16,0
49,0
36,0
20,0
65,0
16,0
17,0
61,0
22,0
0
20
40
60
80
ohne Berufsausbildung
mit Berufsausbildung
mit (Fach)-
Hochschulabschluss
Prozent
Darmstadt
Landkreis Darmstadt-Dieburg
Hessen
Quelle: Hess. Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales
22
Abbildung 16 macht deutlich, dass der Zuwachs an Arbeitsplätzen in Darmstadt insbeson-
dere auf die Schaffung von Teilzeitarbeitsplätzen zurückgeht. Seit 2014 ist die Zahl der so-
zialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Teilzeit um mehr als ein Drittel gestiegen. Im
Vollzeitbereich liegt der Zuwachs bei 10,9%. Während die Zahl der sozialversicherungspflichtig
beschäftigten Frauen in Darmstadt in 10 Jahren um 18% gestiegen ist, liegt der Zuwachs in
der Gruppe der Männer nur bei 15,8%. Ein besonders deutlicher Anstieg zeigt sich bei den
ausländischen Beschäftigten. Ihre Zahl ist 2023 fast 80% höher als 10 Jahre zuvor. Die Zahl
der Beschäftigten mit akademischem Abschluss ist mit 56,8% ebenfalls stark angestiegen.
Die Zahl der Beschäftigten mit anerkanntem Berufsabschluss ist dagegen lediglich um 3,8%
gewachsen.
Abbildung 16: Prozentuale Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen
Beschäftigung am Arbeitsort 2014 – 2023 Darmstadt 10
10 Daten zum Stichtag 31. Dezember 2012 und 30. Juni 2022.
10,9
36,4
18,0
15,8
9,0
79,5
3,8
56,8
0
20
40
60
80
100
Vollzeit
T eilzeit
Frauen
Männer
Deutsche
Ausländer*-
innen
anerkann-
ter Berufs-
abschluss
akade-
mischer
Abschluss
Prozent
Quelle: Bundesagentur für Arbeit
|
Berechnungen GEBIT Münster
23
Ein Viertel der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze in Darmstadt findet sich 2023 im
produzierenden Gewerbe (Abbildung 17). Hierzu gehören die Bereiche verarbeitendes Gewerbe
(21,5%) sowie das Baugewerbe (2,8%). Fast drei Viertel der Arbeitsplätze sind im Dienstleis-
tungsbereich angesiedelt. In diesem Bereich haben Beschäftigte im Bereich Immobilien, frei-
berufliche wissenschaftliche und technische Dienstleistungen mit 12,9% den höchsten Anteil.
Der Bereich Information und Kommunikation ist mit 10,7% vertreten. Alle übrigen Kategorien
im Dienstleistungsbereich machen jeweils weniger als 10% aus. Im landwirtschaftlichen Sektor
arbeiten lediglich 0,1% der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten.
Abbildung 17: Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung am Arbeitsort
nach Wirtschaftsbereichen 2023
Verarbeitendes
Gewerbe
21,5
Baugewerb
e
…
Handel,
Instandhaltung,
Reparatur Kfz
8,5
Verkehr und
Lagerei
2,5
Gastgewerbe
2,4
Information u.
Kommunikation
10,7
Erbringung von Finanz
-
und
Versicherungs
-
dienstleistungen
1,9
Immobilien, freiberufl.,
wissenschaftl., techn.
Dienstleistungen
12,9
sonstige wirtschaftliche
Dienstleistungen
5,1
Öffentliche Verwaltung,
Verteidigung, Sozialver
-
sicherung, ext. Organis.
5,5
Erziehung
und Unterricht
8,3
Gesundheitswesen
5,9
Heime und
Sozialwesen
6,4
sonstige
Dienstleistungen,
Private Haushalte
4,2
Quelle: Bundesagentur für Arbeit
24
Betrachtet man die Entwicklung in den Sektoren im Zeitverlauf, zeigt sich, dass die Zahl der
Beschäftigten im produzierenden Gewerbe in den letzten 10 Jahren stärker zugenommen hat
als im Dienstleistungsbereich (Abbildung 18). Dies gilt hier insbesondere für das verarbeitende
Gewerbe. Im Baugewerbe wie im Dienstleistungsbereich liegt der Zuwachs der Beschäftigten
am Arbeitsort bei etwas über 11%.
Abbildung 18: Prozentuale Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen
Beschäftigung am Arbeitsort nach Wirtschaftszweigen
2014 - 2023
Insgesamt zeigt sich damit in Darmstadt eine positive Entwicklung der Beschäftigung, die
38,6
11,5
11,4
-10
0
10
20
30
40
50
Verarbeitendes Gewerbe
Baugewerbe
Dienstleistungsbereich
Prozent
Quelle: Bundesagentur für Arbeit |
Berechnungen GEBIT Münster
25
nicht allein auf den Bevölkerungszuwachs zurückgeführt werden kann. Sowohl am Arbeitsort
wie auch am Wohnort Darmstadt ist ein hoher Anteil Beschäftigter mit akademischen Ab -
schlüssen festzustellen. Gleichzeitig hat Darmstadt im Vergleich zum Hessischen Durchschnitt
wie auch im Vergleich zum Landkreis Darmstadt-Dieburg jedoch auch eine höhere Arbeitslo-
sigkeit zu verzeichnen, wie folgende Abbildung 19 zeigt. Auch dies kann als Kennzeichen von
Großstädten und Hochschulstandorten mit heterogener sozioökonomischer Dynamik gewertet
werden, in denen „eine ausgeprägte soziale Problemlage unter der Bevölkerung innerhalb der
Städte“ festgestellt wird.11
Abbildung 19: Arbeitslosenquoten 2014 – 2023 im interkommunalen Vergleich
11 Bertelsmann Stiftung (2020): Demografietypisierung 2020 – Typ 7: Großstädte und Hoch-schulstandorte mit hete -
rogener sozioökonomischer Dynamik. Gütersloh. https://www.wegweiser-kommune.de/documents/20125/132144/
Typ+7.pdf/0c94ae19-d800-f091-6b69-74d955bc08f0?t=1624448844898
6,7
6,4
6,1
5,9
5,2
5,0
6,2
5,8
5,1
5,4
4,8
4,7
4,5
4,7
4,5
4,3
5,0
4,6
4,3
4,7
0
2
4
6
8
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
2023
Prozent
Jahresdurchschnitt. Quelle: Bundesagentur für Arbeit
Hessen
Darmstadt
Landkreis
Darmstadt
Dieburg
26
2.3 Ausbildungsmarkt
Mit der Betrachtung des Ausbildungsmarktes wird das Potenzial für das wichtigste Segment
der beruflichen Schulen, nämlich die Fachklassen an den jeweiligen Berufsschulen, in den Blick
genommen. Diese Auszubildenden machen in den Beruflichen Schulen in Trägerschaft der
Wissenschaftsstadt Darmstadt die größte Gruppe aus.
Zunächst ist festzustellen, dass in Darmstadt deutlich mehr Auszubildende ihren Arbeitsort
haben als Auszubildende in Darmstadt leben (Abbildung 20).12 Da für den schulischen Teil der
Ausbildung die Betriebsstätte ausschlaggebend ist, ist die Zahl der Auszubildenden am Ar-
beitsort für die Entwicklung Beruflichen Schulen in Darmstadt besonders relevant. Ihre Zahl
ist im Zeitverlauf gesunken. Von 2014 bis 2023 ist ihre Zahl um etwas mehr als ein Fünftel
zurückgegangen (21,2%). Gleichzeitig ist die Zahl der Auszubildenden am Wohnort jedoch seit
2019 gestiegen und liegt 2023 um 10,4% höher als zehn Jahre zuvor.
Abbildung 20: Anzahl Auszubildende an Wohn- und Arbeitsort Darmstadt
12 Auszubildende mit Wohnsitz Darmstadt, die ihre Ausbildung in einem Ausbildungsbetrieb außerhalb der Stadt
absolvieren, sind in dieser Zahl nicht enthalten. Umgekehrt sind hier Auszubildende mitgezählt, die ihren Wohnsitz
nicht in der Stadt haben, jedoch hier ausgebildet werden. Die Zahl der Auszubildenden in Darmstadt entspricht auch
nicht der Zahl der Schüler*innen in den Fachklassen der Beruflichen Schulen in Darmstadt, da sie auch Fachklassen
in anderen Gebietskörperschaften besuchen können.
4.594
4.082
3.874
3.661
3.624
3.728
4.010
3.807
3.741
3.620
1.844
1.717
1.722
1.676
1.691
1.852
2.131
2.104
2.097
2.035
0
1.000
2.000
3.000
4.000
5.000
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
2023
Anzahl
Wohnort
Arbeitsort
-
21,2%
+ 10,4%
27
Abbildung 21 zeigt die Entwicklung der Zahl der Ausbildungsbewerber*innen und Ausbildungs-
stellen, die bei der Agentur für Arbeit in Darmstadt seit 2014 in den einzelnen Beratungsjahren
gemeldet waren.13 Zunächst ist festzustellen, dass die Zahl der Bewerber*innen und die Zahl
der Stellen nicht weit auseinanderliegen. 2023 waren 1.162 Ausbildungsbewerber*innen und
1.165 Ausbildungsstellen registriert. Die Zahl der Ausbildungsstellen schwankt im Zeitverlauf
leicht. 2023 waren 3,4% weniger Ausbildungsstellen in Darmstadt gemeldet als 10 Jahre zuvor.
Bei den Ausbildungsbewerber*innen ist ein deutlicher Rückgang seit 2019, dem Jahr vor der
Corona-Pandemie festzustellen. Von 2022 auf 2023 ist die Zahl zwar wieder etwas angestiegen
und liegt 8% höher als 2014.
Abbildung 21: Ausbildungsbewerber*innen und Ausbildungsstellen Darmstadt
13 Ein Beratungsjahr beginnt jeweils am 1. Oktober und endet am 30. September des Folgejahres.
1.076
1.176
1.145
1.122
1.247
1.220
1.107
1.024
1.035
1.162
1.206
1.091
1.132
1.103
1.319
1.229
1.157
1.122
1.194
1.165
0
300
600
900
1.200
1.500
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
2023
Anzahl
Ausbildungsbewerber*innen
Ausbildungsstellen
Quelle: Bundesagentur für Arbeit
28
Abbildung 22 weist aus, wie viele Bewerber*innen rechnerisch auf eine gemeldete Ausbil-
dungsstelle kommen. In Darmstadt wurden in der Vergangenheit teilweise mehr Ausbil-
dungsstellen registriert als Bewerber*innen aus der Stadt gemeldet waren. Teilweise liegt die
Bewerber*innen-Stellen-Relation unter 1. 2023 sind hier ebenso viele Stellen gemeldet wie
Bewerber*innen registriert sind. Im Landkreis Darmstadt-Dieburg sind bis 2021 deutlich mehr
Bewerber*innen als Stellen registriert. Seit 2022 liegt die Bewerber-Stellen-Relation nur noch
bei 1,1. Das gleiche Verhältnis ergibt sich, wenn man den Ausbildungsmarkt von Stadt und
Landkreis gemeinsam betrachtet.
Abbildung 22: Bewerber*innen-Stellen-Relation Darmstadt und
Landkreis Darmstadt-Dieburg
0,9
1,1
1,0
1,0
0,9
1,0
1,0
0,9
0,9
1,0
1,8
1,9
1,8
1,7
1,4
1,4
1,6
1,4
1,1
1,1
1,3
1,5
1,4
1,4
1,2
1,2
1,3
1,1
1,0
1,1
0,0
0,4
0,8
1,2
1,6
2,0
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
2023
Ausbildungsbewerber*innen pro
Ausbildungsstelle
Landkreis Darmstadt
-
Dieburg
Darmstadt
Gesamt
Quelle: Bundesagentur für Arbeit
29
Männer bewerben sich häufiger um eine Ausbildungsstelle als Frauen. Dies ist bundesweit
festzustellen und zeigt sich auch für Darmstadt. Abbildung 23 zeigt die Entwicklung der
Zahl weiblicher und männlicher Ausbildungsplatzsuchenden seit 2014. 2014 waren 44% der
Bewerber*innen weiblich, 2023 lag der Frauenanteil nur noch bei 37%. Während die Zahl der
Frauen, die sich um eine Ausbildungsstelle bewerben, im Zeitverlauf abgenommen hat, ist
die Zahl der männlichen Bewerber seit 2014 sogar gestiegen. Allerdings wurde bei beiden
Geschlechtern das Niveau vor der Corona-Pandemie nicht wieder erreicht.
Abbildung 23: Ausbildungsbewerber*innen Darmstadt
Quelle: Bundesagentur für Arbeit
473
502
493
474
474
446
385
375
411
431
603
674
652
648
773
774
722
649
623
731
0
200
400
600
800
1.000
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
2023
Anzahl
Männer
Frauen
30
Abbildung 24 zeigt die Verteilung der Schulabschlüsse in der Gruppe der
Ausbildungsbewerber*innen in Darmstadt im Beratungsjahr 2023 sowie die Schulabschlüs-
se von Auszubildenden mit neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen 202114 Mehr als ein
Viertel der Ausbildungsbewerber*innen verfügt demnach über einen Hauptschulabschluss, ein
Drittel über einen Realschulabschluss und 28,4% über die (Fach-)Hochschulreife.
Betrachtet man die Schulabschlüsse der Auszubildenden mit neu abgeschlossenem Aus-
bildungsvertrag, zeigt sich eine etwas andere Verteilung. Während hier der Sitz des Aus-
bildungsbetriebes Grundlage für die Zuordnung ist, war bei der obigen Betrachtung der
Ausbildungsbewerber*innen der Wohnort ausschlaggebend. Die beiden Gruppen sind also
nicht direkt miteinander zu vergleichen. Unter den Auszubildenden in Darmstädter Betrieben
zählen z.B. auch Personen mit Wohnsitz im Landkreis Darmstadt-Dieburg. Der Anteil der Aus-
zubildenden mit (Fach-)Hochschulabschluss ist in dieser Gruppe mit 40,4% deutlich höher als
unter den Ausbildungsbewerber*innen mit Wohnsitz in der Stadt, der Anteil der Auszubilden-
den mit Hauptschulabschluss mit einem Fünftel geringer als unter den Bewerber*innen.
Abbildung 24: Schulabschlüsse von Ausbildungsbewerber*innen 2023 und
Auszubildenden mit neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen 2021
ohne
Hauptschul
-
abschluss
1,8
Hauptschul
-
abschluss
27,5
Realschul
-
abschluss
32,8
(Fach
-
)Hoch
-
schulreife
28,4
ohne
Angabe
9,5
Quelle: Bundesagentur für Arbeit
Bewerber*innen
2023
ohne
Hauptschul
abschluss
1,2
Hauptschul
-
abschluss
20,4
Realschul
-
abschluss
36,7
(Fach
-
)Hoch
-
schulreife
40,4
Auszubildende
2021
Quelle: Bundesagentur für Arbeit
-
14 Aktuellere Daten hierzu liegen nicht vor
31
Damit ist eine Gruppe angesprochen, für die ein Übergang in Ausbildung ohnehin schwieriger
geworden ist. Wie die Auswertungen des Monitors Ausbildungschancen 202315 gezeigt haben,
gelingt Schulabgänger*innen ohne Abschluss der Übergang in Ausbildung ohnehin seltener
und ist im Zeitverlauf noch zurückgegangen (Abbildung 25). So wächst die Zahl der jungen
Menschen, die sich weder in Ausbildung, noch in Schule oder Arbeit befinden. Die Zahl der
sogenannten NEETS – Not in Employment, Education or Training – ist deutschlandweit von
492.000 Personen 2019 auf 630.000 Personen 2021 angestiegen.
Auch für die Gruppe der Schulabgänger*innen mit Hauptschulabschluss ist die Wahrscheinlich-
keit eines Übergangs insbesondere in eine duale Ausbildung im Zeitverlauf gesunken. Damit
kommt den Beruflichen Schulen zunehmende Bedeutung im Bereich der sozialen Integration
zu. Umgekehrt hat die Studie gezeigt, dass die Zahl der Schulabgänger*innen mit Studienbe-
rechtigung, die in eine duale oder schulische Ausbildung übergehen, im Zeitverlauf angestiegen
ist. Knapp die Hälfte von ihnen wechselt nach Erwerb des Abiturs in eine solche Ausbildung.
Abbildung 25: Übergangsquoten in duale und schulische Ausbildung
15 Dohmen, Dieter, Tamara Bayreuther, Matthias Sandor: Monitor Ausbildungschancen 2023. Bertelsmann Stiftung
https://www.bertelsmann-Stiftung.de/fileadmin/files/BSt/Publikationen/GrauePublikationen/
Gesamtbericht_Monitor_Ausbildungschancen2023_D.pdf
32
Auch wenn mehr Bewerber*innen vorhanden sind als Ausbildungsstellen, bedeutet dies nicht,
dass alle Stellen besetzt werden können bzw. alle Bewerber*innen eine Ausbildungsstelle
finden, da die Bewerber*innen bestimmte Berufswünsche mitbringen und Ausbildungsunter-
nehmen bestimmte Anforderungen an die Bewerber*innen richten, die nicht immer erfüllt
werden. Die Beruflichen Schulen stellen als Partner der dualen Ausbildung fest, dass es für die
Unternehmen zunehmend schwierig wird, ausreichend qualifizierte Bewerber*innen für die zu
besetzenden Ausbildungsstellen zu finden.
Abbildung 26 gibt die Zahl der Bewerber*innen in den 10 am häufigsten gewählten Ausbil-
dungsberufen in Darmstadt wieder. Hierbei bestehen deutliche Geschlechtsunterschiede. Nur
wenige Ausbildungsberufe tauchen sowohl in der Liste der Frauen als auch der der Männer
auf. Dazu gehören die Kaufleute für Büromanagement, die Kaufleute im Einzelhandel sowie
die Verkäufer*innen. Alle übrigen Berufe tauchen in der Liste des jeweils anderen Geschlechts
nicht auf. Bei Frauen steht an erster Stelle der Ausbildungsberuf der medizinischen Fachan-
gestellten, an zweiter Stelle die Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement. Bei Männern
führt der Fachinformatiker für Systemintegration, dicht gefolgt vom Kfz-Mechatroniker die Liste
an. Es folgen die Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement und zum Verkäufer. 43%
der männlichen Bewerber suchen einen Ausbildungsplatz der 10 am Häufigsten gewählten
Ausbildungsberufe. Bei den Frauen liegt dieser Anteil bei fast 60%. Die Berufswüsche von
Frauen konzentrieren sich damit auf ein kleineres Berufespektrum als die der Männer.
Abbildung 26: Anzahl Ausbildungsbewerber*innen in den 10 am häufigsten
gewählten Ausbildungsberufen Darmstadt 2023
31
31
31
37
43
44
52
56
66
90
0
20
40
60
80
100
Tischler*in
Elektroniker*in- Energie-/Gebäudetechnik
Friseur*in
Fachinformatiker*in-
Anwendungsentwicklung
Kfz-Mechatroniker*in - PKW-Technik
Fachinformatiker*in - Systemintegration
Kaufleute im Einzelhandel
Verkäufer*in
Medizinische*r Fachangestellte*r
Kaufleute - Büromanagement
Anzahl
Insgesamt
Quelle: Bundesagentur für Arbeit
33
11
11
11
12
16
22
23
25
54
63
0
10
20
30
40
50
60
70
80
Flechtwerkgestalter*in
Immobilienkaufleute
Pharmazeutisch-kaufmänn. Angestellte*r
Industriekaufleute
Friseur*in
Kaufleute im Einzelhandel
Verkäufer*in
Zahnmedizinische*r Fachangestellte*r
Kaufleute - Büromanagement
Medizinischer Fachangestellte*r
Anzahl
Frauen
Quelle: Bundesagentur für Arbeit
19
27
29
30
30
31
33
36
40
41
0
10
20
30
40
50
60
70
80
Fachlagerist*in
Tischler*in
Anlagenmech. - Sanitär-/Heiz.-Klimatech.
Fachinformatiker*in -
Anwendungsentwicklung
Kaufleute im Einzelhandel
Elektroniker*in- Energie-/Gebäudetechnik
Verkäufer*in
Kaufleute - Büromanagement
Kfz-Mechatroniker*in - PKW-Technik
Fachinformatiker*in - Systemintegration
Anzahl
Männer
Quelle: Bundesagentur für Arbeit
34
2.4 Fachkräfteengpässe
Angesichts eines bereits bestehenden und sich zukünftig verschärfenden Fachkräftemangels
kommt der beruflichen Ausbildung und damit den Beruflichen Schulen eine besondere Bedeu-
tung zu. Insbesondere die duale Ausbildung spielt hier eine wichtige Rolle.
Abbildung 27 zeigt zunächst die Entwicklung des Erwerbspersonenpotenzials in Darmstadt
seit 2012 und die Vorausberechnung bis 2032. Bis 2022 ist die Bevölkerung im Alter von 15
bis unter 65 Jahre in Darmstadt gewachsen, wird in Zukunft jedoch kleiner werden. Bis 2033
werden knapp 7% weniger Menschen im erwerbsfähigen Alter in Darmstadt erwartet als 2022.
Dies dürfte den bereits bestehenden Fachkräftemangel weiter verschärfen. Gleichzeitig wird
jedoch insgesamt ein Bevölkerungswachstum erwartet.
Abbildung 27: Bevölkerung im Alter von 15 bis unter 65 Jahre
104.954
107.817
109.138
109.460
110.171
110.523
109.683
109.739
111.774
111.011
110.604
110.074
109.500
108.853
108.029
107.143
106.327
105.563
104.851
104.206
0
30.000
60.000
90.000
120.000
150.000
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
2023
2024
2025
2026
2027
2028
2029
2030
2031
2032
2033
Anzahl
Bevölkerungsfortschreibung
Bevölkerungsvorausberechnung
Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt
35
Wie Abbildung 28 zeigt, ergibt sich in Darmstadt bis 2028 ein Defizit an Fachkräften in einer
Größenordnung von rund 4.900 Beschäftigten. Dies entspricht 4% der sozialversicherungs -
pflichtig und ausschließlich geringfügig Beschäftigten in Darmstadt 2021 und ist niedriger als
im hessischen Durchschnitt von 6%. Im Landkreis Darmstadt-Dieburg ist das Defizit mit 8%
der Beschäftigten doppelt so hoch wie in Darmstadt.
Differenziert man zwischen den verschiedenen Qualifikationsniveaus, ergibt sich für die Wissen-
schaftsstadt Darmstadt das größte Defizit bei Fachkräften mit (Fach-)Hochschulabschluss. Hier
wird für 2028 ein Defizit von 3.520 Fachkräften prognostiziert. Für Fachkräfte mit Berufsausbil-
dung ergibt sich ein Defizit von 1.820 Personen. Wenn es um Arbeitskräfte ohne Berufsausbil-
dung geht, wird für Darmstadt ein Überschuss erwartet. Im Vergleich dazu besteht im Landkreis
Darmstadt-Dieburg das größte Defizit im Hinblick auf Fachkräfte mit Berufsausbildung.
Abbildung 28: Fachkräfte bis 2028 Darmstadt und
Landkreis Darmstadt-Dieburg
Betrachtet man den prognostizierten Bevölkerungszuwachs der Stadt sowie die Wirtschafts -
struktur vor Ort, lassen sich für die Wissenschaftsstadt Darmstadt in bestimmten Berufsfel -
dern erhöhte Bedarfe an Ausbildungsplätzen identifizieren.
Darmstadt ist die viertgrößte Stadt in Hessen mit einem prognostizierten Wachstum auf rund
175.000 Einwohner bis zum Jahr 2035 (Quelle: Bevölkerungsprognose 2035 des Amts für
Wirtschaft und Stadtentwicklung der Wissenschaftsstadt Darmstadt, s. S. 22). Aufgrund dieses
Bevölkerungswachstums sind auch die Berufe in den sozialpädagogischen Arbeitsfeldern für
die zukünftige Stadtentwicklung von großer Bedeutung. Der Ausbau des Betreuungsangebots
für Kinder, der nicht zuletzt auch durch den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in den
Grundschulen steigen wird, bringt auch einen immer größeren Bedarf an pädagogischen Fach-
kräften mit sich. Deren Ausbildung zu sichern und das Angebot an Ausbildungsplätze auszu-
bauen ist daher einer der Schwerpunkte in der Weiterentwicklung der Berufsschullandschaft in
Darmstadt.
-
4.900
450
-
1.820
-
3.520
-
7.940
-
350
-
6.020
-
1.570
-10.000
-8.000
-6.000
-4.000
-2.000
0
2.000
Gesamt
ohne
Berufsausbildung
mit
Berufsausbildung
mit (Fach)-Hoch-
schulabschluss
Prozent
Darmstadt
Landkreis Darmstadt-Dieburg
Quelle: Hess. Ministerium für Arbeit,
Integration, Jugend und Soziales
36
Hessen ist zudem bekannt für seine große Dichte an Chemie- und Pharmakonzernen. Nicht
zuletzt befindet sich in Darmstadt – neben anderen Chemieunternehmen – die Konzernzentrale
der Firma Merck – mit ihrem größten Forschungs- und Produktionsstandort. Es kann davon
ausgegangen werden, dass das Ausbildungsplatzangebot hier nach wie vor auf einem hohen
Niveau bleiben wird und damit der Fachkräftebedarf in der Chemiebranche perspektivisch
gesichert werden kann.
Auch im Bereich der Informations- und Telekommunikationselektronik kann in Darmstadt
aufgrund der Vielzahl ansässiger IT- und Technologieunternehmen mit einem konstant hohen
Angebot an Ausbildungsplätzen gerechnet werden. Darmstadt ist Digitalstadt und auch in die-
ser Branche ein wichtiger Hochschulstandort. Einen Schwerpunkt für die Berufliche Bildung in
diesem Bereich zu setzen, gilt als unabdingbar, zumal davon ausgegangen werden kann, dass
die Ausbildungsnachfrage steigen wird.
Darüber hinaus wird die Wissenschafts- und Digitalstadt Darmstadt als großer Verwaltungs-
standort in Südhessen auch weiterhin eine große Zahl an Ausbildungsplätzen im Bereich der
Verwaltung anbieten und entsprechende Fachkräfte benötigen.
Perspektivisch kann noch erwähnt werden, dass es eine interessante Entwicklung hinsichtlich
der Erschließung neuer Gewerbeflächen gibt. Die Stadt Darmstadt hat mit der Stadt Weiter-
stadt eine gemeinsame Absichtserklärung zur Entwicklung eines großen interkommunalen
Gewerbegebiets zwischen der Autobahn A5 und dem Gehaborner Hof unterzeichnet. Lang -
fristig kann hier mit der Ansiedlung von verschiedenen Betrieben und nicht zuletzt mit einem
Zuwachs an Ausbildungsstätten für die Stadt Darmstadt und den Landkreis Darmstadt-Dieburg
gerechnet werden.
Das Hessische Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales hat für die Regionen
in Hessen Arbeitsmarkt- und Berufsprognosen bis zum Jahr 2030 veröffentlicht.16 Hierin wird
der zukünftige Fachkräftebedarf bzw. die zukünftige Fachkräftelücke für Darmstadt wie auch
für den Landkreis Darmstadt-Dieburg ausgewiesen. Bei der Prognose wurde sowohl der alters-
bedingte Ersatzbedarf als auch konjunkturbedingter Veränderungsbedarf berücksichtigt. Ein
Großteil des zukünftigen Bedarfs geht dabei auf Ersteres zurück. In den kommenden Jahren
wird ein Großteil der Babyboomer-Generation das Rentenalter erreichen und aus dem Erwerbs-
leben ausscheiden. Es wird davon ausgegangen, dass sich der hier festgestellte Fachkräfte -
mangel mindestens bis 2040 weiter verschärfen wird.
Die Studie des Instituts für Wirtschaft, Arbeit und Kultur der Goetheuniversität Frankfurt am
Main betrachtet auch die Ebene der Berufsgruppen (Tabelle 1). Hier zeigt sich für die Wissen-
schaftsstadt Darmstadt eine besonders hohe Fachkräftelücke Sozialberufen (Erziehung,
Sozialarbeit, Heilerziehungspflege, Gesundheits- und Krankenpflege sowie Altenpflege), im Be-
reich der IT-, Elektro-, Forschungs- und Entwicklungsberufe sowie in den Berufsgruppen Verwal-
tung und Unternehmensorganisation und -strategie. Es fehlen jedoch auch Arbeitskräfte in weite-
ren technischen Berufsfeldern. Überhänge ergeben sich dagegen im Bereich der Verkaufsberufe.
16 Hessisches Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales. Stabsstelle Fachkräftesicherung in Hessen
(Hrsg.) 2024: Arbeitsmarkt- und Berufsprognosen für Hessen und seine Regionen bis 2030. Regionaldossier Stadt
Darmstadt. Instituts für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK)der Goetheuniversität Frankfurt am Main
https://www.hessische-berufsprognosen.de/wp-content/uploads/2024/11/20241120_Stadt-Darmstadt_Regional -
dossier-final.pdf
37
Quelle: Hessisches Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales. Stabsstelle Fachkräftesicherung in
Hessen (Hrsg.) 2024: Arbeitsmarkt- und Berufsprognosen für Hessen und seine Regionen bis 2030. Regionaldossier
Stadt Darmstadt. Instituts für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK)der Goetheuniversität Frankfurt am
Main
Damit sind auch Berufe vom Fachkräftemangel betroffen, die in den Beruflichen Schulen der
Wissenschaftsstadt Darmstadt ausgebildet werden. Zur Fachkräftesicherung ist es daher wich -
tig, diese Ausbildungsgänge attraktiv zu halten.
Tabelle 1: Prognostizierte Defizite an Fachkräften nach Berufsgruppen in der
Wissenschaftsstadt Darmstadt
Tabelle 5: Zahl der fehlenden oder überschüssigen Fach- und Arbeitskräfte
in 16 ausgewählten Berufsgruppen in der Stadt DarmstadtA
Berufsgruppen B Beschäftigte 2023 C
Größe der Lücken und
Überhänge zwischen
2023 und 2030 D
Erziehung, Sozialarbeit, Heilerziehungspflege 5.157 -650
Informatik-, Informations- und
Kommunikationstechnologieberufe 7.114 -860
Gesundheits- und Krankenpflege,
Rettungsdienst und Geburtshilfe 3.812 -380
Altenpflege 1.096 -110
Verwaltung 4.457 -370
Technische Forschungs-, Entwicklungs-,
Konstruktions- und Produktionssteuerungsberufe 5.922 -430
Mechatronik-, Energie- und Elektroberufe 4.901 -320
Unternehmensorganisation und -strategie 9.390 -520
Chemie 4.089 -110
Lehrende und ausbildende Berufe 8.425 -180
Berufe in Finanzdienstleistungen,
Rechnungswesen und Steuerberatung 4.186 -90
Einkaufs-, Vertriebs- und Handelsberufe 4.147 -80
Lagerwirtschaft, Post und Zustellung,
Güterumschlag 3.881 -20
Büro und Sekretariat 8.456 -40
Maschinen- und Fahrzeugtechnikberufe 3.617 -10
Verkaufsberufe 5.587 +130
A Eine Übersicht der Prognosen und weiterer Daten zu allen Berufsgruppen, die in der Stadt Darmstadt im Jahr
2023 mehr als 1.000 Beschäftigte hatten, findet sich im Anhang dieses Dossiers.
B Die Bezeichnungen der Berufsgruppen sind hier und im Folgenden aus der Klassifikation der Berufe 2010 in der
überarbeiteten Fassung von 2020 der Bundesagentur für Arbeit übernommen.
C Beschäftigte bezeichnet die Summe der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und der ausschließlich
geringfügig Beschäftigten.
D Negative Werte (-) entsprechen einem Mangel an Fach- und Arbeitskräften in der jeweiligen Berufsgruppe,
während positive Werte (+) einem Überhang entsprechen.
38
3. Entwicklung der Beruflichen Schulen in der
Wissenschaftsstadt Darmstadt
In diesem Kapitel wird zunächst eine Gesamtbetrachtung der Landschaft der Beruflichen Schu -
len in der Wissenschaftsstadt Darmstadt vorgenommen.
3.1 Ausgangslage
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt ist Trägerin von sechs Beruflichen Schulen mit unterschiedli-
cher Ausrichtung (Tabelle 2). Alle sechs Schulen arbeiten als „Selbstständige Berufliche Schule“.
Tabelle 2: Berufliche Schulen in Trägerschaft der Wissenschaftsstadt Darmstadt
Berufliche Schule Berufsfelder
Alice-Eleonoren-Schule
Körperpflege
Gesundheit
Ernährung und Hauswirtschaft
Textiltechnik und Bekleidung
Sozialwesen
Erasmus-Kittler-Schule Metalltechnik
Fahrzeugtechnik
Peter-Behrens-Schule
Bautechnik
Holztechnik
Drucktechnik / Medien
Farbtechnik und Raumgestaltung
Chemie, Physik und Biologie
Ernährung und Hauswirtschaft
Martin-Behaim-Schule Wirtschaft und Verwaltung
Gesundheit
Friedrich-List-Schule
Wirtschaft und Verwaltung
Heinrich-Emanuel-Merck-Schule Elektrotechnik
Informationstechnik
39
Neben den Beruflichen Schulen in Trägerschaft der Stadt gibt es in Darmstadt Angebote Beruf-
licher Schulen in privater Trägerschaft. Größtenteils handelt es sich hier um Angebote in den
Bereichen Gesundheit, Pflege und Sozialwesen, aber auch im kaufmännischen Bereich.
Tabelle 3: Berufliche Schulen in privater Trägerschaft in Darmstadt
Berufliche Schule Träger Berufsfelder
Akademie für Pflege-
und Sozialberufe
Mission Leben im Verbund der Diakonie,
Darmstadt Sozialwesen
Fachschule für
Sozialwesen F+U Rhein-Main-Neckar gGmbH, Heidelberg
Sozialwesen
Pädagogische Akademie
Elisabethenstift
Pädagogische Akademie Elisabethenstift
gGmbH, Darmstadt Sozialwesen
ProGenius
Private Berufsschule
Gemeinnützige Institut für Berufsbildung
Dr. Engel GmbH (ifb), Ulm
Sozialwesen
Wirtschaft und
Verwaltung
40
Wie die folgende Abbildung 29 zeigt, ist die Zahl der Schüler*innen an den Beruflichen Schu-
len in der Wissenschaftsstadt Darmstadt seit 2012 zurückgegangen. 2023 wurden hier 2.068
Schüler*innen weniger unterrichtet als 12 Jahre zuvor. Dies entspricht einem Rückgang von
16,7%. Im Vergleich zu 2019 – vor der Corona-Pandemie – ist die Zahl der Schüler*innen
allein um 10,5% zurückgegangen. Dieser Rückgang betrifft vor allem die Beruflichen Schulen
in Trägerschaft der Stadt. Hier wurden 2023 2.122 weniger Schüler*innen unterrichtet, was
einem Rückgang um 19,5% entspricht. Im Vergleich zu 2019 wurden 2023 11,2% weniger
Schüler*innen an den Beruflichen Schulen in Trägerschaft der Stadt unterrichtet.
Bei den beruflichen Schulen in privater Trägerschaft zeigt sich dagegen eine andere Entwick-
lung. Hier ist die Zahl der Schüler*innen bis 2017 zunächst angewachsen. Danach ist ein
leichter Rückgang zu beobachten. 2023 wurden an den Beruflichen Schulen in privater Träger-
schaft aber immer noch 3,5% mehr Schüler*innen unterrichtet als 2012. Betrachtet man auch
hier die Entwicklung seit 2019, zeigt sich ein Rückgang um 6,3%.
Abbildung 29: Anzahl Schüler*innen an Beruflichen Schulen in der
Wissenschaftsstadt Darmstadt
10.872
10.876
10.750
10.694
10.676
10.415
10.147
9.858
9.337
9.119
8.847
8.750
1.548
1.561
1.701
1.735
1.719
1.797
1.731
1.709
1.747
1.666
1.470
1.602
12.420
12.437
12.451
12.429
12.395
12.212
11.878
11.567
11.084
10.785
10.317
10.352
0
3.000
6.000
9.000
12.000
15.000
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
2023
Anzahl
DA Gesamt
-
16,7%
Trägerschaft
DA
-
19,5%
Private Träger
-
schaft + 3.5%
41
Im Durchschnitt sind die Schüler*innen fast 20 Jahre alt, wenn sie in einen Bildungsgang einer
Beruflichen Schule in Darmstadt eintreten. Je nach Bildungsgang ist das Eintrittsalter jedoch
unterschiedlich (Abbildung 30). Am niedrigsten ist das Eintrittsalter in die Berufsfachschu-
len, in Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung und in das Berufliche Gymnasium. Hier sind die
Schüler*innen etwa 17 Jahre alt, wenn sie den jeweiligen Bildungsgang beginnen. Auszubilden-
de in den Fachklassen der Berufsschule beginnen hier im Durchschnitt von etwa 20 Jahren.
Deutlich älter sind die Schüler*innen der Fachschulen, insbesondere in den dortigen Bildungs-
gängen in Teilzeit. So liegt das Durchschnittsalter bei Eintritt in die Fachschule für Sozialwesen
in Teilzeit bei 40 Jahren.
Abbildung 30: Durchschnittliches Eintrittsalter in die Bildungsgänge
der Beruflichen Schulen Darmstadt 2023
0
5
10
15
20
25
30
35
40
45
16,9
19,5
16,4
16,4
19,4
18,6
16,8
18,0
20,2
17,7
21,2
23,6
40,1
23,5
26,1
24,9
Berufliches
Gymnasium
Berufsfachschule
mit
Berufsabschluss
Berufsfachschule
zum Übergang
in Ausbildung
Zweijährige
Berufsfachschule
Zweijährige
Höhere
Berufsfachschule
Bildungsgänge zur
Berufsvorbereitun
g (TZ)
Bildungsgänge zur
Berufsvorbereitun
g (VZ)
Seiteneinsteiger*-
innen
Berufsschule
T eilzeit
Fachoberschule
Form A
Fachoberschule
Form B
Fachschule für
Sozialwesen
teilintegriert
Fachschule für
Sozialwesen
TZ
Fachschule für
Sozialwesen
VZ
Zweijährige
Fachschule
TZ
Zweijährige
Fachschule
VZ
42
Betrachtet man die regionale Herkunft der Schüler*innen, die eine Berufliche Schule in Trä-
gerschaft der Wissenschaftsstadt Darmstadt besuchen, zeigt sich, dass ein Großteil der
Schüler*innen einpendelt (Abbildung 31). Lediglich ein Viertel der Schüler*innen hat einen
Wohnsitz in der Stadt. 41% kommen aus dem Landkreis Darmstadt-Dieburg, ein weiteres
knappes Viertel aus sonstigen Städten und Gemeinden in Südhessen. Schüler*innen aus weiter
entfernten Teilen von Hessen machen noch 8% aus. 3% stammen aus anderen Bundesländern.
Hierbei sind alle Bildungsgänge an den beruflichen Schulen berücksichtigt, also nicht nur die
Schüler*innen der Berufsschule, die sich in dualer Ausbildung befinden.
Abbildung 31: Wohnorte der Schüler*innen an Beruflichen Schulen
in Trägerschaft der Wissenschaftsstadt Darmstadt 2023
Ein anderes Bild ergibt sich, wenn man die Betriebsstätte der Auszubildenden in den Berufs-
schulen betrachtet (Abbildung 32). Fast die Hälfte der Auszubildenden hat demnach einen
Ausbildungsplatz in der Stadt Darmstadt, knapp ein Drittel im Landkreis Darmstadt-Dieburg,
größtenteils im sogenannten Altkreis. 15,6% entfallen auf Auszubildende mit Betriebsstätte in
den drei südhessischen Kreisen Bergstraße, Groß-Gerau und Odenwaldkreis.
Abbildung 32: Betriebsstätten der Schüler*innen in dualer Ausbildung
an Beruflichen Schulen in Trägerschaft der Wissenschaftsstadt Darmstadt 2023
Darmstadt
48,4
Altkreis LaDaDi
23,6
Übriger Landkreis
Darmstadt
-
Dieburg
7,3
Sonst. Südhessen
Bergstraße
Groß
-
Gerau
Odenwaldkreis
15,6
Sonst. Hessen
3,9
Andere
Bundesländer
1,2
N=5.801
Darmstadt
25,7
Landkreis
Darmstadt
-
Dieburg
40,9
Sonst. Südhessen
Bergstraße
Groß
-
Gerau
Odenwaldkreis
23,2
Sonst.
Hessen
7,6
Andere
Bundesländer
2,7
N=9.119
43
Männliche Schüler machen die Mehrheit an den Beruflichen Schulen in Trägerschaft der Wis-
senschaftsstadt Darmstadt aus (Abbildung 33); 60% der Schüler*innen sind männlich, 40%
weiblich. Bezüglich der Geschlechterverteilung bestehen große Unterschiede zwischen den
einzelnen Beruflichen Schulen (vgl. Einzelschulen).
Im Zeitverlauf zeigt sich, dass die Zahl der Schülerinnen deutlich stärker zurückgegangen ist
als die Zahl der Schüler. 2023 wurden an den Beruflichen Schulen in Trägerschaft der Wissen-
schaftsstadt Darmstadt 27% weniger Frauen und 14% weniger Männer unterrichtet als noch
2012.
Abbildung 33: Anzahl Schüler*innen an Beruflichen Schulen in Trägerschaft
der Wissenschaftsstadt Darmstadt nach Geschlecht
4.710
4.771
4.653
4.562
4.428
4.272
4.238
4.096
3.935
3.754
3.567
3.455
6.162
6.105
6.097
6.132
6.248
6.143
5.909
5.761
5.401
5.360
5.274
5.288
0
2.000
4.000
6.000
8.000
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
2023
Anzahl
Frauen
-
26,6%
Männer
-
14,2%
44
Wie Abbildung 34 zeigt, ist der Anteil der ausländischen Schüler*innen an den Beruflichen
Schulen in Trägerschaft der Wissenschaftsstadt Darmstadt seit 2012 angestiegen. 2022 lag er
mit 22% 7 Prozentpunkte höher als 12 Jahre zuvor. Betrachtet man die gesamte Gruppe der
Schüler*innen mit Migrationshintergrund – also Ausländer*innen wie auch Schüler*innen mit
mindestens einem Elternteil, das im Ausland geboren ist – ist ein noch stärkerer Anstieg zu
verzeichnen. Machte diese Gruppe 2013 noch ein knappes Viertel aus, liegt der Anteil 2023 bei
44%.17
Vergleicht man diese Zusammensetzung der Schüler*innenschaft an den Beruflichen Schulen
in Trägerschaft der Wissenschaftsstadt Darmstadt mit der Schüler*innenschaft aller Schulen
in Trägerschaft der Stadt, bezieht also die allgemeinbildenden Schulen mit ein, zeigen sich
nur kleine Unterschiede. So ist der Anteil der Schüler*innen mit Migrationshintergrund dort
mit 46% etwas höher, der Anteil der Ausländer*innen mit 19% etwas niedriger als an den Be-
ruflichen Schulen.
Abbildung 34: Anteil Schüler*innen an Beruflichen Schulen in Trägerschaft
der Wissenschaftsstadt Darmstadt nach Migrationshintergrund
23,3
25,7
26,7
30,6
32,7
36,1
38,0
39,2
39,9
41,9
44,2
14,6
14,5
15,6
16,3
18,8
19,6
19,7
20,7
20,0
19,9
20,7
22,1
0
10
20
30
40
50
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
2023
Anzahl
Migrationshintergrund
Ausländer*innen
17 Für 2012 liegen hierzu keine Daten vor.
45
3.2 Aktuelle Fachklassen- und Landesfachklassen-
standorte
Aktuell werden Fachklassen- und Landesfachklassenstandorte durch die „Verordnungen über
die Bildung von schulträgerübergreifenden Schulbezirken für Fachklassen der Berufsschu-
len“ vom 17.07.2018 (ABl. S. 695) geregelt.18 Sie soll durch eine Neuregelung im Rahmen des
Projektes „Zukunftsfähige Berufsschule“ abgelöst werden, dessen Umsetzung zum Schuljahr
2026/2027 startet.
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt befürwortet vollumfänglich den Erhalt der aktuell festgeleg-
ten Fachklassen- und Landesfachklassenstandorte. Durch die aktuell gültige Verordnung sind die
im Folgenden genannten Fachklassenstandorte an den jeweiligen Beruflichen Schulen festgelegt:
Alice-Eleonoren-Schule:
• Änderungsschneider*in
Bezirke: 28-32, G+F, bis 31.07.2019
• Maßschneider*in
Bezirke: 28-32, G+F, bis 31.07.2020
Erasmus-Kittler-Schule:
• Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker*in
Bezirke: 22 (Westteil), 28-32; G+F, bis 31.07.2020
• Kraftfahrzeugmechatroniker*in, SP Nutzfahrzeugtechnik
Bezirke: 29 (Altkreis DA), 30, 31, F
• Land- und Baumaschinenmechatroniker*in
Bezirke: 17-32; G+F, Blockunterricht
• Technischer Produktdesigner*in, FR Maschinen- und Anlagenkonstruktion
Bezirke: 27-32, F
• Technischer Systemplaner*in
Bezirke: 28-32, G, bis 31.07.2020
• Verfahrensmechaniker*in für Kunststoff- und Kautschuktechnik
Bezirke: 28-32, G+F1, bis 31.07.2019
Friedrich-List-Schule:
• Automobilkaufleute
Bezirke: 28-32, G+F
• Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen (auslaufend)
Bezirke: 28-32, G+F
• Fachkraft für Lagerlogistik
Bezirke: 29-32, G+F
• Fachlagerist*in
Bezirke: 29-32, G+F
18 Sechste Verordnung zur Änderung der Verordnung über die Bildung von schulträgerüber-greifenden Schulbezirken
für Fachklassen an Berufsschulen vom 17.07.2018, ABl. 8/18, S. 695 (gültig bis 31.12.2025)
46
• Justizfachangestellte*r
Bezirke: 28-32, G+F, bis 31.07.2020
• Kaufmann/-frau im Groß- und Außenhandel, FR Großhandel
Bezirke: 30, 32, G+F
• Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte/r
Bezirke: 28-32, G+F
Peter-Behrens-Schule:
• Ausbaufacharbeiter*in Fliesen-, Platten- und Mosaikarbeiten
Bezirke: 26-32, F, bis 31.07.2020
• Bäcker*in
Bezirke: 29, 30, G+F, bis 31.07.2020
• Bauzeichner*in
SP Architektur, SP Ingenieurbau
Bezirke: 28-32, G+F, bis 31.07.2020
• SP Tief-, Straßen- und Landschaftsbau
Bezirke: 28-32, G+F1, bis 31.07.2020
• Biologielaborant*in
Bezirke: 26-32, G+F
• Buchbinder*in
(gemeinsame Beschulung mit Medientechnolog*in Druckverarbeitung)
Bezirke: 19-23, F, bis 31.07.2020
Bezirke: 26-32, G+F, bis 31.07.2020
• Dachdecker*in, SP Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik und SP Reetdachtechnik
Bezirke: 28-32, G+F
• Fahrzeuglackierer*in
Bezirke: 28-32, F
• Fleischer*in
Bezirke: 25, 28-30, G+F, bis 31.07.2019
• Fliesen-, Platten und Mosaikleger*in
Bezirke: 26-32, F, bis 31.07.2020
• Hochbaufacharbeiter*in, SP Beton- und Stahlbetonarbeiten
Bezirke: 29, 30, 32, F, bis 31.07.2020
• Koch/Köchin
Bezirke: 28-30, G+F
• Maler*in/Lackierer*in, FR Gestaltung und Instandhaltung
Bezirke: 29 (Altkreis DA), 30, F / 32, F, bis 31.07.2020
• Maurer*in
Bezirke 29,30, 32, F, bis 31.07.2020
47
• Mediengestalter*in Digital und Print, FR Konzeption und Visualisierung
Bezirke: 28-32, G+F
• Raumausstatter*in
Bezirke: 28-32, G+F, bis 31.07.2020
• Tischler*in
Bezirke: 29, G+F, bis 31.07.2020 / 30, G+F
• Zimmerer*in
Bezirke: 29, 30, 32, F, bis 31.07.2020
Landesfachklassen:
• Fachkraft für Lebensmitteltechnik
Bezirk: 1, G+F, Blockunterricht
• Medientechnolog*in Siebdruck
Bezirk: 1, G+F, Blockunterricht, bis 31.07.2020
Martin-Behaim-Schule:
• Kaufmann/-frau für Spedition und Logistikdienstleistungen
Bezirke: 29-32, G+F
• Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzen
Bezirke: 28-32, G+F
• Medizinische*r Fachangestellte*r
Bezirke: 29,30, G+F
• Personaldienstleistungskaufmann/-frau
Bezirke: 28-32, G+F, Blockunterricht, bis 31.07.2020
• Pharmazeutisch-kaufmännische*r Angestellte*r
Bezirke: 28-32, G+F
• Tourismuskaufmann/-frau
Bezirke: 28-32, G+F, bis 31.07.2020
• Steuerfachangestellte*r
Bezirke: 29-31, G+F
Heinrich-Emanuel-Merck-Schule:
• Elektroniker, FR Energie- und Gebäudetechnik
Bezirke: 29 (Altkreis DA), 30, F
• Elektroniker*in für Geräte und System
Bezirke: 29-32, F, bis 31.07.2020
• Elektroniker*in für Betriebstechnik, FR Energie- und Gebäudetechnik
Bezirke: 29 (Altkreis DA), 30, F
48
3.3 Übergang Schule - Beruf
Ab dem Schuljahr 2026/27 wird an allen Beruflichen Schulen die Berufsfachschule zum Übergang
in Ausbildung (BÜA) eingeführt. Darin werden die Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung sowie die
Zweijährige Berufsfachschule (zum Mittleren Abschluß) aufgehen. Primäres Ziel der BÜA ist es,
Schüler*innen dabei zu fördern und zu unterstützen, bereits nach einem Schuljahr – mit Haupt-
schulabschluß – ein möglichst paßgenaues Ausbildungsverhältnis beginnen zu können. Das Ange-
bot richtet sich damit genau an die Gruppe junger Menschen, für die der Übergang in Ausbildung
besonders schwer ist. Ziel der Beruflichen Schulen ist es, den Schüler*innen in diesem Bereich
eine möglichst differenzierte und qualifizierte Berufsorientierung/-vorbereitung anzubieten.
In Darmstadt nehmen bereits seit dem Schuljahr 2021/2022 die Peter-Behrens-Schule sowie
die Erasmus-Kittler-Schule am Modellprojekt zu BÜA - in Kooperation - teil und bieten Einblicke
in ihre jeweiligen beruflichen Schwerpunkte der Fachrichtungen Wirtschaft und Technik. An der
Peter-Behrens-Schule sind dies Chemie-, Druck-, Farb-, Holztechnik und Ernährung/Gastronomie/
Hauswirtschaft; an der Erasmus-Kittler-Schule sind es Fahrzeug- und Metalltechnik. Mit der hes-
senweiten Einführung ab dem Schuljahr 2026/2027 wird BÜA auch am Berufsschulzentrum Nord
angeboten. In Kooperation aller drei Schulen können Schüler*innen dort zukünftig die beruflichen
Schwerpunkte der Fachrichtungen Wirtschaft, Technik sowie Gesundheit und Sozialwesen kennen-
lernen: Wirtschaft/Verwaltung (Büromanagement, Handel, Logistik), Elektro- und Informationstech-
nik, Medizinisch-technischer/Krankenpflegerischer Schwerpunkt. Die Alice-Eleonoren-Schule plant
in der Fachrichtung Gesundheit und Sozialwesen ein Konzept, welches auf das Tätigkeitsfeld eines
„Alltagsbetreuers/einer Alltagsbetreuerin“ vorbereiten könnte. Die jeweilige räumliche und sächli-
che Ausstattung ist an den einzelnen Schulen ausreichend vorhanden.
Das schulische Sprachförderprogramm Integration durch Anschluss und Abschluss (InteA) zielt
ebenfalls auf einen Einstieg in die Berufliche Bildung ab. Durch die Einrichtung von Intensivklassen
an Beruflichen Schulen werden Seiteneinsteiger*innen, die über keine oder geringe Deutschkennt-
nisse verfügen, auf den Einstieg in einen weiteren Bildungsgang – oder in eine Berufsausbildung
– vorbereitet. Da die Schüler*innenzahlen schwankend sind, besteht die Problematik einer genauen
Prognose. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt verfolgt das Ziel, die Beruflichen Schulen in ihrer Trä-
gerschaft bei der Einrichtung von InteA-Klassen mit einem entsprechenden Raumangebot (auch)
kurzfristig zu unterstützen. Die InteA-Klassen sollen möglichst gleichmäßig auf alle Beruflichen
Schulen in Darmstadt verteilt werden.
Auch das Konzept der Mittelstufenschule wird als zukunftsfähige Maßnahme zur mittel- und
langfristigen Stärkung der dualen Ausbildung gesehen, auch hier ist die zentrale Zielsetzung das
Gelingen des Übergangs von der Schule in eine Berufsausbildung. Die Genehmigung zur Umwand-
lung der Wilhelm-Leuschner-Schule, einer 4-zügigen ehemaligen Haupt- und Realschule, in eine
Mittelstufenschule liegt seitens des Hessischen Ministeriums für Kultus, Bildung und Chancen vor.
Seit dem Schuljahr 2024/25 ist die Wilhelm-Leuschner-Schule eine von fünf Mittelstufenschulen
in Südhessen. Berufsorientierung, Einbindung beruflicher Bildung sowie Förderung der Ausbil-
dungsreife sind wesentliche Bestandteile des Unterrichts. Die Bildungsstandards und Inhalte des
hessischen Kerncurriculums in der Unterrichtspraxis werden gezielt durch eine große Auswahl
49
berufsrelevanter Schwerpunkte erweitert. Ab Jahrgang 7 beginnt der berufsbezogene Unterricht.
Auch dieses Angebot erfolgt in Kooperation mit den Beruflichen Schulen in Trägerschaft der Stadt
Darmstadt. Alle sechs Beruflichen Schulen in Darmstadt haben eine Absichtserklärung zur Zusam-
menarbeit erteilt. Die weiterführenden Konzepte befinden sich in Vorbereitung.
Durch die Kooperation werden den Schüler*innen der Wilhelm-Leuschner-Schule Einblicke in die an
den jeweiligen Schulen vorhandenen Fachrichtungen und Schwerpunkte ermöglicht:
Erasmus-Kittler-Schule:
FR Technik, SP Fahrzeug- und Metalltechnik
Peter-Behrens-Schule:
FR Wirtschaft, SP Ernährung/Gastronomie/Hauswirtschaft
FR Technik, SP Bautechnik, Chemie/Physik/Biologie, Drucktechnik, Farbtechnik und Raumgestal-
tung, Holztechnik
Alice-Eleonoren-Schule:
FR Gesundheit und Sozialwesen, SP Körperpflege und Sozialpflegerischer/ Sozialpädagogischer SP
Friedrich-List-Schule:
FR Wirtschaft, SP Wirtschaft/Verwaltung (Büromanagement, Handel, Logistik)
Martin-Behaim-Schule:
FR Wirtschaft, SP Wirtschaft/Verwaltung (Büromanagement) sowie FR Gesundheit und Sozialwe-
sen, SP Medizinisch-technisch/Krankenpflegerisch
Heinrich-Emanuel-Merck-Schule:
FR Technik, SP Elektro- und Informationstechnik
Die Anzahl der Schüler*innen in den jeweiligen Schwerpunkten der Beruflichen Schulen kann
zum derzeitigen Zeitpunkt nicht aussagekräftig dargestellt werden. Dies hängt von der Wahl der
Schwerpunkte durch die Schüler*innen zum Schuljahr 2026/2027 ab.
Des Weiteren unterstützt die Wissenschaftsstadt Darmstadt seit mehreren Jahren junge Menschen
mit der OloV-Strategie beim Übergang in eine Ausbildung. OloV steht für „Optimierung der lokalen
Vermittlungsarbeit im Übergang Schule–Beruf“ und bietet individuelle Unterstützung und Beglei-
tung. Unter dem Dach der OloV-Region Darmstadt kooperieren alle relevanten Institutionen, die für
die Gestaltung dieses Übergangs verantwortlich sind. Übergeordnetes Ziel dieser Strategie ist, jun-
gen Menschen eine berufliche Zukunft zu ermöglichen und ortsansässige Betriebe bei der Gewin-
nung von Nachwuchskräften zu unterstützen. Die Koordination der Aktivitäten in der OloV-Region
Darmstadt liegt in den Händen der OloV-Koordination, angesiedelt bei der Kinder- und Jugendför-
derung des Jugendamtes der Wissenschaftsstadt Darmstadt.
50
19 https://www.aktion-mensch.de/dafuer-stehen-wir/was-ist-inklusion
3.4 Inklusion
„Inklusion bedeutet, dass jeder Mensch ganz natürlich dazu gehört. Oder anders: Inklusion ist, wenn alle
mitmachen dürfen.“ – so beschreibt die Aktion Mensch Inklusion.19 Da mit der Unterzeichnung
der UN-Behindertenrechtskonvention außer Frage steht, dass gleiche Chancen auf Bildung und
ein selbstbestimmtes Leben für alle Menschen zu realisieren sind, wird es auch für Unterneh-
men immer relevanter, die Potentiale von allen Arbeitskräften auszuschöpfen. Auch potentielle
Auszubildende sind eine wichtige Ressource der Fachkräftesicherung; entsprechende, inklusive
Ausbildungs- bzw. Arbeitsbedingungen sind daher unerlässlich.
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt wurde zum Schuljahr 2016/17 vom Hessischen Ministerium
für Kultus, Bildung und Chancen als eine von fünf Modellregionen zur Einführung regionaler
„Inklusiver Schulbündnisse (iSB)“ ausgewählt. Neben den Allgemeinbildenden Schulen sind
hier auch die Beruflichen Schulen vertreten. Übergänge im Bildungsweg, auch in die Berufliche
Schule, werden durch die inklusiven Schulbündnisse begleitet und somit eine durchgängige
inklusive Schulbiographie gefördert.
Für die Beruflichen Schulen stellt die Beantragung von iSB-Ressourcen, entsprechend der
jeweiligen Kooperationsvereinbarung, für spezielle Projekte eine gute Möglichkeit zum Erhalt
von Förder-Ressourcen dar. Hier gilt es, die Aufmerksamkeit der Beruflichen Schulen auf diese
Möglichkeiten zu richten und bei der Beantragung zu beraten.
Die Peter-Behrens-Schule kooperiert umfänglich und intensiv mit der Aumühle und den „Darm-
städter Werkstätten für Menschen mit Behinderung“. Der Unterricht findet zum Teil an der Pe-
ter-Behrens-Schule statt, zum Teil in den jeweils (dortigen) eigenen Werkstätten. Ebenso beste-
hen Kooperationen mit den Justizvollzugsanstalten Eberstadt und Weiterstadt. Ergänzend wird
anlaßbezogen und in Entsprechung der jeweiligen Anforderungen mit den jeweiligen Beruflichen
Schulen kooperiert, deren Schüler*innen an der Peter-Behrens-Schule in ein Vollzeitangebot der
Berufsfachschule zum Übergang in Ausbildung (BÜA) aufgenommen werden können. Während
diese Vollzeitangebote in BÜA aufgehen werden, soll das Teilzeitangebot der Bildungsgänge zur
Berufsvorbereitung für die Schüler*innen mit Förderschwerpunkt GE dort erhalten bleiben.
Die Friedrich-List-Schule arbeitet im Rahmen der Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung mit den
Schüler*innen, die Förderbedarf haben, in den Tätigkeitsfeldern des Berufsfeldes Wirtschaft
und Verwaltung berufsorientierend mit Praxisbezug. Geplant wird in diesem Zusammenhang
eine Kooperation mit den „Darmstädter Werkstätten für Menschen mit Behinderung“, vergleich-
bar zur Peter-Behrens-Schule.
Eine Kooperation aller Beruflichen Schulen besteht im übrigen mit der Ernst-Elias-Niebergall-
Schule, die als zuständiges Beratungs- und Förderzentrum ausgewiesen ist.
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt begreift die Verwirklichung eines inklusiven Bildungswesens
auch für die Beruflichen Schulen als zentrale Herausforderung und Aufgabe, die in folgenden
Schritten angegangen wird:
• Barrierefreiheit nach dem 3-Sinne-Prinzip aller Funktionsbereiche
• Ausbau von Kooperationen zu Förderschulen (bspw. Auslagerung einzelner BO-Klassen der
Christoph-Graupner-Schule an das Berufsschulzentrum Nord)
• Ausbau von Kooperationen zu anderen Einrichtungen (bspw. Darmstädter Werkstätten für
Menschen mit Behinderung und Darmstädter Werkstatt für berufliche Rehabilitation).
51
Die bauliche Ertüchtigung einer inklusiven Schulkultur findet bei allen aktuellen und geplanten
Schulbausanierungen und Schulerweiterungen der Wissenschaftsstadt Darmstadt Berücksich-
tigung; so auch bei den Beruflichen Schulen. Das Berufsschulzentrum Nord mit der Friedrich-
List-Schule, der Heinrich-Emanuel-Merck-Schule und der Martin-Behaim-Schule ist seit seiner
umfassenden Sanierung vollständig barrierefrei. Die Maßnahmen sind - wie im übrigen bei allen
Darmstädter Schulen - mit dem Behindertenbeauftragten der Stadt Darmstadt abgestimmt.
Die Peter-Behrens-Schule, die Erasmus-Kittler-Schule und die Alice-Eleonoren-Schulen sind
derzeit auf verschiedene Standorte innerhalb der Stadt verteilt. Perspektivisch sollen sie mit
ihren jeweiligen Außenstellen im neuen Berufsschulzentrum Mitte etabliert werden, das wieder-
um ebenfalls dem Anspruch einer umfassenden Barrierefreiheit entsprechen wird. Die notwen -
digen Sanierungsarbeiten sind seit Herbst 2024 begonnen worden; die Neubauplanungen in
Vorbereitung.
52
4. Die Beruflichen Schulen in Trägerschaft der
Wissenschaftsstadt Darmstadt
Im Folgenden wird die vergangene und erwartete zukünftige Entwicklung der einzelnen Be-
ruflichen Schulen in Trägerschaft der Wissenschaftsstadt Darmstadt dargestellt. Hierzu
werden jeweils die dort angesiedelten Bildungsgänge vorgestellt, die Zusammensetzung der
Schüler*innenschaft betrachtet und die räumliche Situation der jeweiligen Beruflichen Schule
dargestellt. Nach einer Prognose der zukünftigen Schüler*innenzahl wird jeweils auf die ge-
planten Entwicklungsperspektiven der einzelnen Schule eingegangen.
4.1 Lageplan aller Beruflichen Schulen
4.2 Entwicklungen am Berufsschulzentrum Nord
Das in den 1970er Jahren erbaute Berufsschulzentrum Nord sollte seinerzeit neue Räume für
die drei Beruflichen Schulen Friedrich-List-Schule, Martin-Behaim-Schule und Heinrich-Emanu-
el-Merck-Schule bieten. Der Gesamtkomplex wurde daher in drei gleichförmigen Riegeln konzi-
piert, die über die sogenannte Magistrale räumlich miteinander verbunden waren.
Das BSZN ist direkt am Bürgerpark gelegen und ein Teil des „Bildungscampus Bürgerpark“,
ein offener Campus, der sich aus sechs Schulen mit verschiedenen Schulformen zusammen -
setzt (Grundschule, Förderschulen, Integrierte Gesamtschule, Gymnasiale Oberstufe, Be -
rufliche Schulen). Die räumliche Nähe der Schulen fördert deren Vernetzung und somit die
Durchlässigkeit innerhalb des Bildungssystems; dadurch kann das Erreichen verschiedener
Bildungsabschlüsse über unterschiedliche Wege ermöglicht werden.
53
In den Jahren 2018 – 2024 wurde das BSZN neu strukturiert, umfassend saniert und moder-
nisiert. Die den Baumaßnahmen vorangegangenen Überlegungen stellten den Zentrumsgedan -
ken als konzeptionelles Leitbild in den Mittelpunkt. Die drei Beruflichen Schulen sollten auch in
der Nutzung zusammenwachsen, was durch die Zentralisierung von Funktionsräumen und die
gemeinschaftliche Nutzung z. B. von Lernlandschaften umgesetzt werden soll.
Verwaltungs- und Lehrerarbeitsräume sind nun zentral verortet, die Unterrichtsräume wurden in
Cluster mit Lehrerstützpunkten aufgeteilt. Die Beruflichen Schulen nutzen ein gemeinsames Raum-
und Stundenplanprogramm. Es konnten dadurch nicht nur räumliche Synergien geschaffen wer-
den, sondern auch die Zusammenarbeit der drei Schulen gefördert und weiter ausgebaut werden.
Bereits in den letzten Jahren sind verschiedene Kooperationen entstanden, die nunmehr intensi-
viert und weiterentwickelt werden können, z. B. der Verbund LIMES von Heinrich-Emanuel-Merck-
Schule und Friedrich-List-Schule zur gemeinsamen Ausbildung von Schüler*innen der IT-Berufe
oder das sogenannte BEST-Projekt, bei dem es um die Zusammenarbeit der Martin-Behaim-
Schule und der Friedrich-List-Schule geht, und zwar bei der Aufnahme, der Unterrichtsplanung
und der Beschulung der Kaufleute für Büromanagement im Verbund. Darüber hinaus wird ab
dem Schuljahr 2026/2027 die Schulform BÜA in Kooperation aller drei Schulen angeboten.
Parallel zur Sanierung wurde das Berufsschulzentrum Nord um den Neubau M2 mit Mensa
und Mediathek erweitert. Zwischen den Gebäuden ist ein gemeinsamer Außenbereich entstan -
den. Das Konzept eines öffentlichen Kiosks im Erdgeschoss des M2 beabsichtigt die Öffnung
des Gebäudes auch in den Bürgerpark hinein.
Bereits seit 2022 ist auch die Volkshochschule (vhs) mit einem breiten Bildungsangebot im
M2 vertreten. Das Abendgymnasium soll in der zweiten Jahreshälfte 2025 ebenfalls in das
Berufsschulzentrum Nord einziehen. VHS und alle Berufsbildenden Schulen Darmstadts sind
Verbundpartner im HESSENCAMPUS; sie verfolgen gemeinsam das Ziel, ihr Fachwissen und
ihre Kompetenzen zu bündeln und zu vernetzen, um Erwachsenen vielfältige Bildungszugänge
zu erleichtern und ihnen damit neue Bildungschancen zu eröffnen. In diesem Zusammenhang
ist auch die Agentur für Arbeit Darmstadt als Kooperationspartner beteiligt.
Gerade die jüngste Initiative „Bildungspunkt“ als Anlaufstelle für Berufliche Bildung, Beratung
und Qualifizierung im Gebäude M2 am BSZN bietet die regionale Chance zur Organisation all-
gemeiner und beruflicher Aus- und Weiterbildung sowie auch zur individuellen Nachqualifizie-
rung. In diesem Zusammenhang bietet der „Bildungspunkt“ auch Kooperationsmöglichkeiten
mit den Schulen für Erwachsene, wenn es beispielsweise um das Nachholen von Haupt- bzw.
Realschulabschluss zum Einstieg in eine berufliche Grundbildung geht.
Die Agentur für Arbeit Darmstadt, die IHK Darmstadt, die VHS Darmstadt, die Wissenschaftsstadt
Darmstadt und der HESSENCAMPUS Darmstadt bilden somit künftig eine Netzwerkpartnerschaft
des (beruflichen) lebenslangen Lernens im Berufsschulzentrum Nord. Diese neue Möglichkeit des
kooperativen Verbundes wird seitens der Berufsbildenden Schulen mittel- und langfristig konzep-
tionell und inhaltlich mitgestaltet werden – eine herausfordernde Entwicklungsperspektive.
Neben der Einbindung der Mittelstufenschule wären für die Zukunft des BSZN weitere Koope-
rationen mit Schulen des Bildungscampus Bürgerpark denkbar, z. B. mit der BO-Stufe der
Christoph-Graupner-Schule (Förderschule) oder auch mit der Bernhard-Adelung-Schule als
Integrierter Gesamtschule.
54
4.3 Friedrich-List-Schule
Selbstständige Berufliche Schule mit Schwerpunkt
Wirtschaft/Verwaltung
Friedrich-List-Schule | 6283
Alsfelder Straße 23, 64289 Darmstadt
06151 - 13 4897 00
www.fls-da.de
1795 Schülerinnen und Schüler
Schuljahr 2023/2024
1335 in Dualer Berufsausbildung
460 in Vollschulischen Bildungsgängen
74 % 26 %
55
4.3 Friedrich-List-Schule
Die Friedrich-List-Schule ist als Kaufmännische Berufs- und Berufsfachschule heute im Berufs-
schulzentrum Nord angesiedelt. Namensgeber ist der Wirtschaftstheoretiker des 19. Jahr-
hunderts, Vorkämpfer für den Deutschen Zollverein und das Eisenbahnwesen in Deutschland
Friedrich List.
Die Friedrich-List-Schule geht auf die städtische Handelsschule zurück, der 1939 dieser Name
zuerkannt wurde. 1948 wurde die Schule in eine kaufmännische Vollzeitschule – die frühere
Heinrich-Emanuel-Merck-Schule – und die Teilzeitberufsschule aufgeteilt. 1959 erfolgte auf-
grund stark gestiegener Schüler*innenzahlen eine Ausgliederung von „dienstleistungs- und um -
satzbetonten Ausbildungsberufen“ in die neu gegründete Martin-Behaim-Schule. „1962 wurde
der kaufmännischen Berufsschule II anlässlich des Einzuges in das renovierte Schulgebäude
in der Julius-Reiber-Straße der Name „Friedrich-List-Schule“ verliehen. Nach Fertigstellung des
zweiten Riegels im Berufsschulzentrum Nord erhielt die Friedrich-List-Schule zusammen mit
der Heinrich-Emanuel-Merck- Schule ab August 1979 ihren neuen Standort in der Alsfelder
Straße.“20 Ifolge der Grundsanierung des Berufsschulzentrums Nord musste die Friedrich-List-
Schule vorübergehend in der Hilpertstraße untergebracht werden. Zum Beginn des Schuljahres
2024/25 konnte die Schule wieder in das Berufsschulzentrum Nord zurückziehen.
4.3.1 Bildungsgänge und Entwicklung
Friedrich-List-Schule
An der Friedrich-List-Schule werden kaufmännische Berufsbilder in Bildungsgängen zur Berufs-
vorbereitung, der Zweijährigen Berufsfachschule und der Zweijährigen Höheren Berufsfach-
schule sowie in der Berufsschule ausgebildet (Tabelle 4). Seit 2022 sind hier auch Klassen mit
Seiteneinsteiger*innen angesiedelt.
Für sieben Ausbildungsberufe ist die Friedrich-List-Schule Fachklassenstandort für Südhessen
(FK SH).
Die Ausbildungsberufe Kaufleute für Digitalisierungsmanagement/IT-System-Management,
Fachinformatiker*in Fachrichtung Anwendungsentwicklung und Systemintegration sowie IT-
System-Elektroniker*in werden gemeinsam mit der benachbarten Heinrich-Emanuel-Merck-
Schule im Verbund LIMES angeboten. Die Ausbildung erfolgt seit 20 Jahren in Kooperation mit
der Nachbarschule, wobei der Unterricht im ersten und zweiten Ausbildungsjahr im Fachunter-
richt mit einer technischen Lehrkraft der Heinrich-Emanuel-Merck-Schule und einer kaufmän-
nischen Lehrkraft der Friedrich-List-Schule doppelt besetzt ist. Hierbei können Lernsituationen
geschaffen werden, die „gemeinsam von Auszubildenden im kaufmännischen und technischen
IT-Bereich bearbeitet werden“, die die Arbeitswelt simulieren. Dieses Beschulungskonzept ist
mit den jeweiligen Ausbildungsbetrieben entwickelt worden. Zwar kann die Heinrich-Emanuel-
Merck-Schule die Ausbildung der IT-Berufe alleine stemmen, damit gingen der Friedrich-List-
Schule jedoch anspruchsvolle Ausbildungsberufe verloren; außerdem bereichert dieses päda-
gogische Konzept die Qualität der einzelnen Ausbildung.
20 https://fls-da.de/geschichte/
56
Tabelle 4: Ausbildungsgänge an der Friedrich-List-Schule
Bildungsgang Fachrichtung / Ausbildungsberuf Vollzeit
Teilzeit
Dauer
in
Jahren
FK
Bildungsgänge zur
Berufsvorbereitung Wirtschaft und Verwaltung Vollzeit 1
Zweijährige Berufs-
fachschule Wirtschaft und Verwaltung Vollzeit 2
Zweijährige Höhere
Berufsfachschule
Bürowirtschaft
Fremdsprachensekretariat Vollzeit 2
Berufsschule
Kaufleute für Digitalisierungsmanage-
ment/ IT-System Management Teilzeit 3
Fachinformatiker*innen (Systemintegrati-
on/Anwendungsentwicklung) Teilzeit 3
Fachkräfte für Kurier-, Express- und Post-
dienstleistungen21 Teilzeit 3 FK
SH
Fachkräfte Lagerlogistik/Fachlagerist*in Teilzeit 3 FK
SH
Automobilkaufleute Teilzeit 3 FK
SH
Fachpraktiker*in Bürokommunikation Teilzeit 3
Kaufleute Büromanagement Teilzeit 3
Kaufleute Groß- und Außenhandel/Groß-
und Außenhandelsmanagement Teilzeit 3 FK
SH
Kaufleute Einzelhandel/Verkäufer*in Teilzeit 3/2
Rechtsanwalts-/Justiz-/
Notariatsfachangestellte*r Teilzeit 3 FK
SH
Justizfachangestellte*r Teilzeit 3 FK
SH
Verwaltungsfachangestellte*r
(Kirche/ Kommune/Land) Teilzeit 3 FK
SH
Seiteneinsteiger*innen
(InteA) Vollzeit 1 1
Des Weiteren bestehen an der Friedrich-List-Schule berufsbegleitende Zusatzangebote zum
Erwerb der Fachhochschulreife, des Mittleren Abschlusses sowie des Hauptschulabschlusses
in enger Anbindung an die duale Ausbildung:
• Das berufsbegleitende Zusatzangebot zur Erlangung der Fachhochschulreife richtet sich an
Auszubildende in Darmstadt sowie im Landkreis Darmstadt-Dieburg. Zusätzlich kann die
Fachhochschulreife an der Zweijährigen Höheren Berufsfachschule (Fachrichtungen Büro-
wirtschaft und Fremdsprachensekretariat) erworben werden.
• Ausbildungs- und berufsbegleitender Erwerb des Mittleren Abschlusses.
• In den Fachrichtungen Handel und Büromanagement der Bildungsgänge zur Berufsvorbe-
reitung kann der Hauptschulabschluss sowie das DSD 1 pro Sprachzertifikat Deutsch
neben beruflichen Basisqualifikationen erworben werden.
21 Zum 01.08.2024 aufgelöst.
57
82% der Schüler*innen der Friedrich-List-Schule besuchen die Berufsschule im Rahmen der
dualen Ausbildung (Abbildung 35). Die übrigen vier Bildungsgänge stellen jeweils weniger als
10% der Schüler*innen.
Abbildung 35: Anteil Schüler*innen nach Bildungsgängen der
Friedrich-List-Schule 2023
Abbildung 36 zeigt die Gesamtentwicklung der Schüler*innenzahl an der Friedrich-List-Schule
seit 2012. In diesem Zeitraum hat die Schule ein Fünftel der Schüler*innen verloren. Insgesamt
wurden 2023 463 Schüler*innen weniger an der Friedrich-List-Schule unterrichtet. In den Fach-
klassen der Berufsschule lag der Rückgang bei 21,5%.
Abbildung 36: Anzahl Schüler*innen der Friedrich-List-Schule
Berufsschule
82,5
Bildungsgänge zur
Berufsvorbereitung (VZ)
2,2
Zweijährige Berufs
-
fachschule
5,7
Zweijährige
Höhere Berufs
-
fachschule
…
Seiteneinsteiger*innen
5,1
2.258
2.212
2.256
2.199
2.170
2.162
2.136
2.097
1.984
1.876
1.821
1.795
956
918
897
910
927
980
894
869
784
733
824
773
1.887
1.863
1.886
1.819
1.733
1.738
1.809
1.770
1.663
1.541
1.431
1.481
703
685
655
658
621
685
689
665
536
534
551
593
0
500
1.000
1.500
2.000
2.500
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
2023
Duale
Ausbildung
-
21,5%
Gesamt
-
20,5%
1. Jahrgang
-
19,1%
Duale
Ausbildung
1. Jg.
–
15,6%
Anzahl
58
Tabelle 5 verdeutlicht noch einmal den Rückgang der Schüler*innen in der dualen Ausbildung
der Berufsschule. Die Berufsschule hat seit 2018 mehr als 300 Schüler*innen verloren. Die
Zahl der Schüler*innen in den vollschulischen Bildungsgängen ist gestiegen, was jedoch mit
der Einrichtung von InteA-Klassen für Seiteneinsteiger*innen 2022 begründet werden kann. In
allen übrigen vollschulischen Bildungsgängen ist die Schüler*innenzahl gesunken.
Tabelle 5: Schüler*innen in den Bildungsgängen der Friedrich-List-Schule
Friedrich-List-Schule
Anzahl Schüler*innen
Bildungsgang 2018 2019 2020 2021 2022 2023
Berufsschule 1.809 1.770 1.663 1.541 1.438 1.481
Vollschulische Bildungsgänge
gesamt 305 303 301 322 383 314
Bildungsgänge zur
Berufsvorbereitung 46 38 42 37 36 40
Zweijährige Berufsfachschule 117 115 115 153 136 103
Zweijährige Höhere Berufs-
fachschule 142 150 144 132 101 79
Seiteneinsteiger*innen – – – – 110 92
GESAMT 2.136 2.097 1.984 1.863 1.821 1.795
59
Tabelle 6 zeigt die Anzahl der Auszubildenden in den 17 Ausbildungsberufen, die an der Be-
rufsschule der Friedrich-List-Schule unterrichtet werden. Bei der Mehrzahl handelt es sich um
Ausbildungsberufe mit einer großen Anzahl von Auszubildenden. In nur wenigen Fachklassen
wird die Mindestklassenstärke nicht erreicht. 2021 wurden vom Hessischen Kultusministerium
zwei Ausbildungsberufe an der Friedrich-List-Schule wegen zu geringer Schüler*innenzahlen
beobachtet, die zwischenzeitlich ausgelaufen sind.22
Tabelle 6: Anzahl Schüler*innen der Berufsschule an der Friedrich-List-Schule
nach Ausbildungsberufen 2023
Friedrich-List-Schule
Ausbildungsberuf Anzahl
Schüler*innen
Verkäufer*in 221
Fachkraft für Lagerlogistik 208
Kaufleute im Einzelhandel 197
Kaufleute für Groß- und Außenhandelsmanagement -
FR: Großhandel 123
Kaufleute für Büromanagement 116
Fachlagerist*in 96
Fachinformatiker*in - Fachrichtung: Systemintegration 93
Automobilkaufleute 85
Verwaltungsfachangestellte*r -
Fachrichtung: Kommunalverwaltung 85
Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte*r 48
Justizfachangestellte*r 45
Verwaltungsfachangestellte*r - Fachrichtung: Landesverwaltung 37
Rechtsanwaltsfachangestellte*r 29
Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen 19
Fachinformatiker*in - Fachrichtung: Anwendungsentwicklung 19
Kaufleute für Digitalisierungsmanagement 19
Kaufleute für IT-System-Management 15
Fachpraktiker*in für Büromanagement 13
Verwaltungsfachangestellte*r -
Fachrichtung: Kirchenverwaltung 6
Kaufleute im Groß- und Außenhandel - FR: Großhandel *
Notarfachangestellte*r *
Gesamt 1.481
22 Hierzu gehören die Fachkräfte für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen sowie die Patentanwaltsfachange -
stellten.
60
4.3.2 Zusammensetzung Friedrich-List-Schule
An der Friedrich-List-Schule sind männliche Schüler*innen in der Mehrheit (Abbildung 37),
2023 machen sie knapp 60% aus. Ihr Anteil ist damit im Zeitverlauf leicht angestiegen, der
Frauenanteil leicht gesunken.
Abbildung 37: Frauen- und Männeranteil an der Friedrich-List-Schule
40,9
43,7
44,2
45,6
44,3
43,1
42,4
44,2
44,2
46,0
47,7
48,8
59,1
56,2
55,7
54,4
55,7
56,9
57,6
55,8
55,8
54,0
52,3
51,2
0
20
40
60
80
100
2023
2022
2021
2020
2019
2018
2017
2016
2015
2014
2013
2012
Frauen
Männer
Prozent
61
Wie Abbildung 38 zeigt, stellt sich das Geschlechterverhältnis in den verschiedenen Bildungs-
gängen unterschiedlich dar. Überdurchschnittlich hoch ist der Frauenanteil in der zweijährigen
Berufsfachschule sowie der höheren Berufsfachschule.
Abbildung 38: Frauen- und Männeranteil an der Friedrich-List-Schule
nach Bildungsgängen 2023
Der Anteil der Schüler*innen mit Migrationshintergrund lag an der Friedrich-List-Schule 2023
bei insgesamt 46% (Abbildung 39). Dazu gehören alle Schüler*innen, die im Ausland gebo-
ren sind, mindestens ein Elternteil haben, das im Ausland geboren ist und/oder zu Hause eine
andere Sprache als Deutsch sprechen. Hierbei bestehen Unterschiede zwischen den verschie-
denen Bildungsgängen. Unterrepräsentiert sind Schüler*innen mit Zuwanderungsgeschichte
in der Berufsschule. In den vollschulischen Bildungsgängen liegt der Anteil der Schüler*innen
mit Zuwanderungsgeschichte über dem Gesamtdurchschnitt. Am höchsten ist dieser Anteil
mit mehr als drei Viertel der Schüler*innen in den Bildungsgängen zur Berufsvorbereitung. Bei
Seiteneinsteiger*innen befinden sich ausschließlich Schüler*innen mit Zuwanderungsgeschichte.
Abbildung 39: Anteil Schüler*innen mit Migrationshintergrund an der
Friedrich-List-Schule nach Bildungsgängen 2023
35,9
51,9
57,3
35,0
39,7
40,9
64,1
48,1
42,7
65,0
60,3
59,1
0
20
40
60
80
100
Seiteneinsteiger*innen
Zweijährige Höhere Berufsfachschule
Zweijährige Berufsfachschule
Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung
Berufsschule
GESAMT
Frauen
Männer
Prozent
100,0
59,5
63,1
77,5
39,8
46,0
0
20
40
60
80
100
Seiteneinsteiger*innen
Zweijährige Höhere Berufsfachschule
Zweijährige Berufsfachschule
Bildungsgänge zur
Berufsvorbereitung
Berufsschule
GESAMT
Prozent
62
Etwa ein Viertel der Schüler*innen der Friedrich-List-Schule hat einen Wohnsitz in Darmstadt,
43,2% leben im Landkreis Darmstadt-Dieburg (Abbildung 40). Ein weiteres Viertel kommt aus
den drei südhessischen Landkreisen Bergstraße, Groß-Gerau oder dem Odenwaldkreis.
Abbildung 40: Anteil Schüler*innen nach Wohnort an der Friedrich-List-Schule 2023
Betrachtet man nur die Schüler*innen in der Berufsschule an der Friedrich-List-Schule, zeigt
sich, dass der Anteil der Darmstädter*innen hier noch einmal niedriger ist (Abbildung 41). Nur
etwas mehr als ein Viertel der Schüler*innen hat den Wohnsitz in Darmstadt. Die größte Grup -
pe bilden mit etwas mehr als 40% Auszubildende, die im Landkreis Darmstadt-Dieburg leben.
Auszubildende mit Wohnsitz in den drei weiteren südhessischen Kreisen machen knapp 30%
aus.
Abbildung 41: Anteil Schüler*innen in der Berufsschule nach Wohnort an der
Friedrich-List-Schule 2023
Darmstadt
24,2
Landkreis
Darmstadt
-
Dieburg
43,0
Sonst. Südhessen
Bergstraße
Groß
-
Gerau
Odenwaldkreis
25,3
Sonst.
Hessen
5,7
Andere
Bundesländer
1,7
N=1.795
Darmstadt
20,9
Landkreis
Darmstadt
-
Dieburg
41,1
Sonst. Südhessen
Bergstraße
Groß
-
Gerau
Odenwaldkreis
29,6
Sonst.
Hessen
6,5
Andere
Bundesländer
1,9
N=1.481
63
Ein ganz anderes Bild ergibt sich, wenn man die Betriebsstätte der Auszubildenden an
der Berufsschule der Friedrich-List-Schule betrachtet (Abbildung 42). Fast die Hälfte der
Schüler*innen hat demnach einen Ausbildungsplatz in Darmstadt. Etwas mehr als ein Drittel
wird im Landkreis Darmstadt-Dieburg ausgebildet, und zwar zum Großteil im sogenannten
Altkreis. Sie machen allein fast 30% der Auszubildenden aus. Auszubildende mit Betriebsstät-
te im sonstigen Südhessen – den Landkreisen Bergstraße, Groß-Gerau- und Odenwaldkreis –
machen 14% aus.
Abbildung 42: Anteil Schüler*innen in der Berufsschule an der Friedrich-List-Schule
nach Betriebsstätte 2023
Doppelangebote der Friedrich-List-Schule bestehen mit der Martin-Behaim-Schule23 sowie der
Landrat-Gruber-Schule in Dieburg (Tabelle 7). Kaufleute für Büromanagement werden an allen
drei Schulen unterrichtet, Kaufleute im Einzelhandel und Verkäufer*innen sowohl an Friedrich-
List-Schule als auch an der Landrat-Gruber-Schule in Dieburg. Die Größe dieser Fachklassen
liegt an allen drei Schulen deutlich über der Mindestklassenstärke.
Darmstadt
46,9
Altkreis LaDaDi
29,5
Übriger Landkreis
Darmstadt
-
Dieburg
8,2
Sonst. Südhessen
Bergstraße
Groß
-
Gerau
Odenwaldkreis
13,6
Sonst. Hessen
1,6
N=1.481
23 Die Aufteilung der Auszubildenden Kaufleute für Büromanagement ist zwischen den beiden Darmstädter Schulen
durch eine Neuordnung bzw. Zusammenführung der Ausbildungsberufe Fachangestellte für Bürokommunikation
(MBS), Kaufleute für Bürokommunikation (MBS) und Bürokaufleute (FLS) zum gemeinsamen Beruf Kaufleute für
Büromanagement entstanden. Bis zur Neuordnung wurden in den alten Ausbildungsberufen jeweils die Hälfte der
Auszubildenden an der MBS und die andere Hälfte an der FLS ausgebildet. Seit der Neuordnung werden die Aus -
zubildenden gemeinsam aufgenommen und auf die beiden Schulen verteilt. Diese Kooperation BEST (Behaim/List)
fördert aus Sicht der beiden Schulen ein Zusammenwachsen im Berufsschulzentrum Nord in Darmstadt.
64
Betrachtet man nur die drei Ausbildungsberufe, die auch an der Landrat-Gruber-Schule unter-
richtet werden, zeigt sich, dass insgesamt fast die Hälfte der Auszubildenden in den entspre-
chenden Klassen der Friedrich-List-Schule ihre Betriebsstätte im Landkreis haben (Tabelle 7).
Bei den Kaufleuten für Büromanagement sind es etwas mehr als ein Drittel, bei den Kaufleuten
im Einzelhandel 46% und bei den Verkäufer*innen sogar 53%. Mit Aufhebung der Altkreisrege-
lung können diese Schüler*innen nicht mehr an der Friedrich-List-Schule aufgenommen werden.
Trotz dieses zu erwartenden Verlustes an Auszubildenden ist aber davon auszugehen, dass
diese Ausbildungsberufe auch zukünftig an der Friedrich-List-Schule gehalten werden können.
Tabelle 7: Schüler*innen nach Ausbildungsberufen und Betriebsstätten an der Friedrich-List-
Schule im Doppelangebot mit der Landrat-Gruber-Schule 2023
Friedrich-List-Schule
Anzahl Schüler*innen
Anteil Land-
kreis Darm-
stadt-Dieburg Darmstadt
Landkreis
Darmstadt-
Dieburg Sonstige Gesamt
Kaufleute für Büromanagement 73 41 * 116 35,3
Kaufleute im Einzelhandel 99 92 6 197 46,2
Verkäufer*in 97 117 7 221 52,9
GESAMT 269 250 15 534 46,8
65
4.3.3 Prognose Friedrich-List-Schule
In Tabelle 8 sind die Annahmen zur Prognose der Schüler*innenzahl an der Friedrich-List-Schule
zusammengefasst.
Tabelle 8: Annahmen Prognose Friedrich-List-Schule
Friedrich-List-Schule
12,8% der Bevölkerung im Alter von 16 bis unter 22 Jahren in der Wissenschaftsstadt
Darmstadt und im Landkreis Darmstadt-Dieburg beginnen einen Bildungsgang an einer
Beruflichen Schule in Trägerschaft der Wissenschaftsstadt Darmstadt
21,3% hiervon beginnen einen Bildungsgang an der Friedrich-List-Schule.
Mit Kündigung der Altkreisregelung zum 1.8.2026 können ab diesem Zeitpunkt an der
Friedrich-List-Schule keine Auszubildenden zu
• Kaufleuten für Büromanagement
• Kaufleuten Einzelhandel sowie
• Verkäufer*innen
mit Betriebsstätte im Landkreis Darmstadt-Dieburg mehr aufgenommen werden.
Mit Aufkündigung der öffentlich-rechtlichen Vereinbarung zur Altkreisregelung ab 2026 können
Auszubildende mit Betriebsstätte im Landkreis Darmstadt-Dieburg nicht mehr aufgenommen
werden, wenn ein entsprechendes Angebot an der Landrat-Gruber-Schule besteht. Berück-
sichtigt man zunächst die bereits existierenden Doppelangebote in den Ausbildungsberufen
der Kaufleute für Büromanagement und im Einzelhandel sowie der Verkäufer*innen, geht
die Schüler*innenzahl ab 2026 bis 2028 sukzessive zurück und steigt danach entsprechend
der Bevölkerungsentwicklung wieder an (Abbildung 43). Maximal werden 2033 noch 1.713
Schüler*innen an der Friedrich-List-Schule erwartet, etwas weniger als 2023. Nach wie vor
wäre die Zahl der Auszubildenden in den drei von der Kündigung der Altkreisregelung betroffe-
nen Ausbildungsberufen jedoch ausreichend, um dieses Angebot an der Friedrich-List-Schule
zu halten.
Abbildung 43: Prognose Friedrich-List-Schule
2.136
2.097
1.984
1.876
1.821
1.795
1.751
1.738
1.672
1.620
1.599
1.613
1.635
1.662
1.691
1.713
1.000
1.400
1.800
2.200
2.600
2018
2019
2020
2021
2022
2023
2024
2025
2026
2027
2028
2029
2030
2031
2032
2033
Anzahl
66
Die Veränderungen infolge der Aufkündigung der Altkreisregelung betreffen nur die Berufs-
schule. Betrachtet man nur diese Bildungsgänge, ergibt sich folgendes Bild (Abbildung 44).
Werden an der Landrat-Gruber-Schule keine weiteren Ausbildungsberufe mehr angesiedelt, die
bereits an der Friedrich-List-Schule angeboten werden, ergeben sich bei Aufkündigung der Alt-
kreisregelung für die Berufsschule am Ende des Prognosezeitraums noch 1.334 Schüler*innen.
Abbildung 44: Prognose Berufsschule Friedrich-List-Schule
Für die vollschulischen Bildungsgänge an der Friedrich-List-Schule ergibt sich folgende Ent-
wicklung (Abbildung 45): hier steigt die Zahl der Schüler*innen entsprechend der demographi-
schen Entwicklung an. 2033 werden 379 Schüler*innen in diesen Bildungsgängen erwartet.
Abbildung 45: Prognose vollschulische Bildungsgänge Friedrich-List-Schule
Sollte es gelingen, die Perspektiven wie z. B. die Ansiedlung neuer Ausbildungsberufe, die
Konzentration der Ausbildung von Kaufleuten und Fachpraktiker*innen für Büromanagement
an der Friedrich-List-Schule sowie die Einrichtung von Fachklassenstandorten umzusetzen
(vgl. Kapitel 4.3.5 Geplante Entwicklungsperspektiven Friedrich-List-Schule, S. 68), könnte der
Verlust an Schüler*innen infolge der Aufkündigung der Altkreisregelung zumindest teilweise
kompensiert werden.
1.809
1.770
1.663
1.541
1.438
1.481
1.409
1.396
1.329
1.272
1.246
1.259
1.275
1.294
1.318
1.334
0
400
800
1.200
1.600
2.000
2018
2019
2020
2021
2022
2023
2024
2025
2026
2027
2028
2029
2030
2031
2032
2033
Anzahl
305
303
301
322
383
314
342
342
343
348
353
354
360
368
373
379
0
100
200
300
400
500
2018
2019
2020
2021
2022
2023
2024
2025
2026
2027
2028
2029
2030
2031
2032
2033
Anzahl
67
4.3.4 Räumliche Situation Friedrich-List-Schule
Während der Generalsanierung und Neustrukturierung des Berufsschulzentrums Nord war die
Friedrich-List-Schule in ein Interimsgebäude im Westen der Stadt ausgelagert. Zum Beginn des
Schuljahres 2024/25 ist die Schulgemeinde wieder in das sanierte Gebäude zurückgezogen.
Für die Neustrukturierung der Gebäude wurde gemeinsam mit den dort angesiedelten drei
Beruflichen Schulen (Friedrich-List-Schule, Heinrich-Emanuel-Merck-Schule und Martin-Behaim-
Schule) ein eigenes Raumprogramm entwickelt und umgesetzt. Dieses Konzept sieht eine ge-
meinsame Nutzung der Räume vor, die flexibel je nach Bedarf der einzelnen Schulen gebucht
und genutzt werden. Lernlandschaften sind Teil des Raumprogramms, das Lernfeldkonzept Be-
ruflicher Bildung kann nun beispielhaft umgesetzt werden. Durch die Neustrukturierung wurde
ein gemeinsames Sekretariat und auch ein gemeinsames Lehrkräftezimmer geschaffen. Die
Schaffung der neuen Mensa sowie der Mediathek gilt als Zugewinn. Die Ausstattung des neuen
Zentrums Nord kann prinzipiell als zukunftsweisend im berufspädagogischen Sinne bezeichnet
werden - inklusive eines neuen, hochmodernen Übungslagers für die Friedrich-List-Schule.
Durch die gemeinsame Nutzung von Räumen können vielfältige Möglichkeiten der Kooperatio-
nen entstehen, was wiederum zu Synergieeffekten im Berufsschulzentrum Nord führt.
Aufgrund des mit den Schulen gemeinsam entwickelten und umgesetzten Raumprogramms,
das den modernen Anforderungen der Beruflichen Bildung genügt, wurde im Rahmen der
Schulentwicklungsplanung keine Raumerhebung im Zentrum Nord vorgenommen.
4.3.5 Geplante Entwicklungsperspektiven
Friedrich-List-Schule
• Grundsätzlich wird der Erhalt der bereits festgelegten Fachklassenstandorte für die entspre-
chenden Ausbildungsberufe befürwortet. Für den Ausbildungsberuf „Automobilkaufmann/-
frau“ soll die Friedrich-List-Schule auch Fachklassenstandort für die Stadt und den Landkreis
Offenbach werden; ein entsprechender Antrag wird von der Schule gestellt.
• Der Ausbildungsberuf „Verwaltungsfachangestellte*r“ wird für das Einzugsgebiet Süd-
hessen (Landkreis Bergstraße, Odenwaldkreis und Landkreis Darmstadt-Dieburg) an der
Friedrich-List Schule angeboten; dort ist das erforderliche Fachpersonal vorhanden und es
besteht eine langjährige Kooperation mit dem hier ansässigen Verwaltungsseminar. Des-
halb wird für diesen Ausbildungsberuf die Friedrich-List-Schule als künftiger Fachklassens-
tandort favorisiert. Ein entsprechender Antrag wird gestellt.
• Mit Einführung der Berufsfachschule zum Übergang in Ausbildung (BÜA) zum Schuljahr
2026/27 werden im Rahmen der FR Wirtschaft die Schwerpunkte „Logistik, Handel und
Büromanagement“ angeboten. Die Umsetzung des Bildungsangebots in BÜA ist im Schulver-
bund mit der Martin-Behaim-Schule und der Heinrich-Emanuel-Merck-Schule vorgesehen.
• Ab dem Schuljahr 2024/25 besteht die Kooperation mit der Wilhelm-Leuschner-Schule als
Mittelstufenschule in der FR Wirtschaft, SP Wirtschaft und Verwaltung („Logistik, Handel
und Büromanagement“).
68
• Zur Stärkung des vollzeitschulischen Bildungsangebotes, aber besonders mit Blick auf eine
interessante Möglichkeit der beruflichen Weiterentwicklung, wird die Schule einen Antrag auf
Einrichtung der „Zweijährigen Fachschule, FR Betriebswirtschaft, SP Logistik“ stellen. Gera-
de dieser Schwerpunkt bietet eine inhaltlich-aufbauende Perspektive nach abgeschlossener
Ausbildung bzw. einschlägigen Berufserfahrungen in den affinen Ausbildungsberufen, die an
der Friedrich-List-Schule – und der Martin-Behaim-Schule – angeboten werden, so dass der
Fachschul-Schwerpunkt „Logistik“ gemeinsam im Schulverbund zu realisieren ist.
69
4.4 Martin-Behaim-Schule
Selbstständige Berufliche Schule mit Schwerpunkt
Wirtschaft/Verwaltung, Gesundheit
Martin-Behaim-Schule | 6284
Alsfelder Straße 23, 64289 Darmstadt
06151 13 4896 00
www.behaimschule.org
1729 Schülerinnen und Schüler
Schuljahr 2023/2024
1283 in Dualer Berufsausbildung
460 in Vollschulischen Bildungsgängen
74 % 26 %
70
Martin-Behaim-Schule | 6284
Alsfelder Straße 23, 64289 Darmstadt
06151 13 4896 00
www.behaimschule.org
4.4 Martin-Behaim-Schule
Die kaufmännische Berufsschule Darmstadt, die seit 1959 den Namen Martin-Behaim-Schule
trug, wurde 1962 aufgrund steigender Auszubildendenzahlen geteilt. Ein Teil verblieb in der
Mornewegstraße, der andere Teil erhielt anlässlich des Umzugs in die Julius-Reiber-Straße
den Namen Friedrich-List-Schule. Namensgeber der Schule ist der Seefahrer und Kosmograph
Martin Behaim, der im 15. Jahrhundert lebte. Die Schule ist 1976 in das Berufsschulzentrum
Nord eingezogen.
4.4.1 Bildungsgänge und Entwicklung
Martin-Behaim-Schule
An der Martin-Behaim-Schule werden - wie an der Friedrich-List-Schule - kaufmännische Be-
rufsbilder ausgebildet. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Fachbereich Gesundheit. Hier finden
sich Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung, die Zweijährige Höhere Berufsfachschule, die
Berufsschule, die Fachoberschule sowie die Fachschule in Teilzeit und Vollzeit (Tabelle 9).
Des Weiteren werden hier auch Klassen mit Seiteneinsteiger*innen unterrichtet.
Tabelle 9: Ausbildungsgänge an der Martin-Behaim-Schule
Bildungsgang Fachrichtung/Ausbildungsberuf Vollzeit
Teilzeit
Dauer
in Jah-
ren
FK
Bildungsgänge zur
Berufsvorbereitung Gesundheit Vollzeit 1
Zweijährige Höhere
Berufsfachschule Informationsverarbeitung – Wirtschaft Vollzeit 2
Berufsschule
Kaufleute für Büromanagement Teilzeit 3
Kaufleute für Versicherungen und
Finanzen Teilzeit 3 FK SH
Tourismuskaufleute Teilzeit 3 FK SH
Personaldienstleistungskaufleute Teilzeit 3 FK SH
Steuerfachangestellte*r Teilzeit 3 FK SH
Bankkaufleute Teilzeit 3
Industriekaufleute Teilzeit 3
Kaufleute für Spedition und Logistik-
dienstleistungen Teilzeit 3 FK SH
Zahnmedizinische*r Fachangestellte*r Teilzeit 3
Medizinische*r Fachangestellte*r Teilzeit 3 FK SH
Pharmazeutisch-kaufmännische*r
Angestellte*r Teilzeit 3 FK SH
Fachoberschule Form
A
Gesundheit Vollzeit 2
Wirtschaft:
• SP Wirtschaft und Verwaltung Vollzeit 2
• SP Wirtschaftsinformatik Vollzeit 2
71
Bildungsgang Fachrichtung/Ausbildungsberuf Vollzeit
Teilzeit
Dauer
in Jah-
ren
FK
Fachoberschule Form
B
Gesundheit Vollzeit 1
Wirtschaft:
• SP Wirtschaft und Verwaltung
Vollzeit 1
• SP Wirtschaftsinformatik Vollzeit 1
Zweijährige Fachschu-
le Teilzeit
Betriebswirtschaft:
• SP Controlling
Teilzeit 3-3,5
• SP Marketing Teilzeit 3-3,5
• SP Personalwirtschaft Teilzeit 3-3,5
• SP Touristik Teilzeit 3-3,5
Zweijährige Fachschu-
le Vollzeit
Betriebswirtschaft:
• SP Controlling
Vollzeit 2
• SP Marketing Vollzeit 2
• SP Personalwirtschaft Vollzeit 2
Vollzeit 1
Seiteneinsteiger*innen
(InteA) Vollzeit 1 1
Die größte Gruppe an Schüler*innen besucht die Berufsschule der Martin-Behaim-Schule
(Abbildung 46). Sie machen mehr als 70% der Schüler*innen aus. 16% der Schüler*innen
besuchen die Fachoberschule Form A. Die Schüler*innen aller übrigen Bildungsgänge machen
jeweils weniger als 5% aus, Seiteneinsteiger*innen 6%.
Abbildung 46: Anteil Schüler*innen nach Bildungsgängen an der
Martin-Behaim-Schule 2023
Berufsschule
71,6
Bildungsgänge zur
Berufsvorbereitung (VZ)
0,6
Fachoberchule
Form A
16,5
Fachoberschule
Form B
1,4
Zweijährige
Fachschule
T eilzeit
2,4
Zweijährige
Fachschule
Vollzeit
1,9
Seiten
-
einsteiger*
-
innen
5,7
N=1.729
72
Abbildung 47 zeigt die Gesamtentwicklung der Schüler*innenzahl an der Martin-Behaim-Schu-
le seit 2012. In diesem Zeitraum hat die Zahl der Schüler*innen um etwas mehr als ein Fünftel
abgenommen. In den Fachklassen der dualen Ausbildung in der Berufsschule liegt der Rück-
gang bei 13%. 2023 sind mehr als ein Drittel weniger Schüler*innen in einen Bildungsgang der
Martin-Behaim-Schule eingetreten. In der dualen Ausbildung liegt dieser Rückgang mit nur 6%
deutlich niedriger.
Abbildung 47: Anzahl Schüler*innen an der Martin-Behaim-Schule
Wie Tabelle 10 zeigt, ist insgesamt seit 2018 in allen Bildungsgängen ein Rückgang der
Schüler*innenzahl zu verzeichnen. Von 2022 auf 2023 ist jedoch die Zahl der Schüler*innen in
denn Fachklassen der Berufsschule wieder angestiegen. In den vollschulischen Bildungsgängen
ist jedoch weiterhin ein Rückgang zu verzeichnen. Lediglich die Zahl der Seiteneinsteiger*innen,
die seit 2022 an der Martin-Behaim-Schule unterrichtet werden, hat zugenommen.
Tabelle 10: Schüler*innen in den Bildungsgängen der Martin-Behaim-Schule
Martin-Behaim-Schule
Anzahl Schüler*innen
Bildungsgang 2018 2019 2020 2021 2022 2023
Berufsschule 1.322 1.332 1.224 1.202 1.159 1.238
Vollschulische Bildungsgänge
gesamt 663 557 527 518 515 491
Bildungsgänge zur
Berufsvorbereitung 43 52 29 25 15 11
Zweijährige Höhere
Berufsfachschule 23 20 23 25 10 –
Fachoberschule Form A 397 336 339 322 302 285
Fachoberschule Form B 37 39 40 44 19 24
Fachschule Vollzeit 34 34 30 28 28 32
Fachschule Teilzeit 93 76 66 74 76 41
Seiteneinsteiger*innen
(InteA) 36 – – – 65 98
GESAMT 1.985 1.889 1.751 1.720 1.674 1.729
2.204
2.315
2.254
2.245
2.192
2.091
1.985
1.889
1.751
1.720
1.674
1.729
1.024
974
895
961
944
973
822
760
654
723
678
653
1.419
1.442
1.407
1.361
1.322
1.311
1.322
1.332
1.224
1.202
1.159
1.238
532
488
478
463
463
489
491
471
389
435
417
501
0
500
1.000
1.500
2.000
2.500
3.000
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
2023
Anzahl
Duale
Ausbildung
-
12,8%
Gesamt
-
21,6%
1. Jahrgang
-
36,2%
Duale
Ausbildung
1. Jg.
-
5,8%
73
Tabelle 11 zeigt die Zahl der Auszubildenden in den 17 Ausbildungsberufen der Berufsschule
der Martin-Behaim-Schule 2023. Zum größten Teil handelt es sich hierbei um Ausbildungsbe-
rufe mit einer Zahl von Auszubildenden, die eine Klassenbildung in Mindestklassenstärke ohne
Weiteres ermöglichen. Lediglich der Ausbildungsberuf der Tourismuskaufleute stand 2021 auf
der Liste der „zu beobachtenden“ Fachklassen des Hessischen Kultusministeriums.
Tabelle 11: Anzahl Schüler*innen der Berufsschule an der Martin-Behaim-Schule
nach Ausbildungsberufen 2023
Martin-Behaim-Schule
Ausbildungsberuf Anzahl
Schüler*innen
Medizinische*r Fachangestellte*r 238
Kaufleute für Büromanagement 165
Industriekaufleute 160
Zahnmedizinische*r Fachangestellte*r (VO 2022) 141
Steuerfachangestellte*r 107
Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung 73
Steuerfachangestellte*r 70
Bankkaufleute 69
Pharmazeutisch-kaufmännischer Angestellte*r 67
Zahnmedizinische*r Fachangestellte*r 60
Kaufleute für Versicherungen und Finanzanlagen 50
Kaufleute für Versicherungen und Finanzen -
FR: Versicherung 27
Personaldienstleistungskaufmann/-frau *
Tourismuskaufleute
(Kaufmann für Privat- und Geschäftsreisen) 9
Kaufleute für Versicherungen und Finanzen -
FR: Finanzberatung *
Gesamt 1.238
74
4.4.2 Zusammensetzung Martin-Behaim-Schule
An der Martin-Behaim-Schule werden mehrheitlich Frauen unterrichtet (Abbildung 48). Sie ma-
chen etwa zwei Drittel der Schüler*innen aus. Im Zeitverlauf ist dieser Anteil relativ konstant.
Abbildung 48: Frauen- und Männeranteil an der Martin-Behaim-Schule
Wie Abbildung 49 zeigt, sind Frauen insbesondere in den Fachklassen der Berufsschule stark
vertreten. Hier machen sie fast drei Viertel der Schüler*innen aus. Umgekehrt stellen sie in der
Fachoberschule Form A nur knapp die Hälfte der Schüler*innen. In der Fachschule machen sie
jeweils etwas mehr als die Hälfe aus.
Abbildung 49: Frauen- und Männeranteil an der Martin-Behaim-Schule
nach Bildungsgängen 2023
66,2
67,5
68,3
68,2
66,5
66,0
64,5
60,5
63,3
65,2
66,8
66,3
33,8
32,4
31,7
31,8
33,5
34,0
35,5
39,5
36,7
34,8
33,2
33,7
0
20
40
60
80
100
2023
2022
2021
2020
2019
2018
2017
2016
2015
2014
2013
2012
Frauen
Männer
Prozent
66,7
56,1
53,1
66,7
49,1
72,9
66,2
33,3
43,9
46,9
33,3
50,9
27,1
33,8
0
20
40
60
80
100
Seiteneinsteiger*innen
Zweijährige Fachschule Teilzeit
Zweijährige Fachschule Vollzeit
Fachoberschule Form B
Fachoberschule Form A
Berufsschule
GESAMT
Frauen
Männer
Prozent
75
Der Anteil der Schüler*innen mit Migrationshintergrund lag an der Martin-Behaim-Schule 2023
bei 54%% (Abbildung 50). Dazu gehören alle Schüler*innen, die im Ausland geboren sind, min-
destens ein Elternteil haben, das im Ausland geboren ist und/oder zu Hause eine andere Spra-
che als Deutsch sprechen. Hierbei bestehen deutliche Unterschiede zwischen den verschiede -
nen Bildungsgängen. Unterrepräsentiert sind Schüler*innen mit Zuwanderungsgeschichte in
der Fachschule, aber auch in der Berufsschule. In der Fachoberschule Form A liegt der Anteil
mit mehr als zwei Drittel über dem Durchschnitt.
Abbildung 50: Anteil Schüler*innen mit Migrationshintergrund an der
Martin-Behaim-Schule nach Bildungsgängen 2023
Abbildung 51 gibt die Verteilung der Schüler*innen der Martin-Behaim-Schule nach Wohnor-
ten wieder. Etwas mehr als ein Viertel der Schüler*innen lebt demnach in Darmstadt, 46% im
Landkreis Darmstadt-Dieburg und 22% in den Landkreisen Bergstraße, Groß-Gerau oder dem
Odenwaldkreis.
Abbildung 51: Anteil Schüler*innen nach Wohnort an der Martin-Behaim-Schule 2023
100,0
26,8
43,8
58,3
68,8
47,5
53,9
0
20
40
60
80
100
Seiteneinsteiger*innen
Zweijährige Fachschule Teilzeit
Zweijährige Fachschule Vollzeit
Fachoberschule Form B
Fachoberschule Form A
Berufsschule
GESAMT
Prozent
Darmstadt
26,4
Landkreis
Darmstadt
-
Dieburg
45,6
Sonst. Südhessen
Bergstraße
Groß
-
Gerau
Odenwaldkreis
22,3
Sonst.
Hessen
Andere
Bundesländer
3,1
N=1.729
3,9
76
Eine ähnliche Verteilung der Wohnorte ergibt sich, wenn man nur die Gruppe der Auszubilden-
den in der Berufsschule an der Martin-Behaim-Schule betrachtet (Abbildung 52). Der Anteil der
Darmstädter*innen ist hier mit etwas niedriger, Schüler*innen aus den südhessischen Land-
kreisen Bergstraße, Groß-Gerau oder dem Odenwaldkreis sind dagegen mit in der Berufsschu -
le mit mehr als einem Viertel stärker vertreten als in der Schüler*innenschaft insgesamt.
Abbildung 52: Anteil Schüler*innen in der Berufsschule nach Wohnort an der Martin-Behaim-
Schule 2023
Betrachtet man die Betriebsstätte, zeigt sich, dass etwas mehr als die Hälfte der Auszubilden-
den an der Berufsschule der Martin-Behaim-Schule eine Betriebsstätte in Darmstadt hat. Ein
Drittel der Schüler*innen absolviert die Ausbildung im Landkreis Darmstadt-Dieburg, davon
23% im sogenannten Altkreis. Weitere 15% haben eine Ausbildungsstätte außerhalb von Stadt
oder dem Landkreis Darmstadt-Dieburg, vorwiegend in Südhessen.
Abbildung 53: Anteil Schüler*innen in der Berufsschule nach Betriebsstätte an der Martin-
Behaim-Schule 2023
Darmstadt
22,5
Landkreis
Darmstadt
-
Dieburg
45,1
Sonst. Südhessen
Bergstraße
Groß
-
Gerau
Odenwaldkreis
26,0
Sonst.
Hessen
4,4
Andere
Bundesländer
2,0
N=1.238
Darmstadt
51,9
Altkreis LaDaDi
22,6
Übriger Landkreis
Darmstadt
-
Dieburg
10,3
Südhessen
12,9
Sonstige
2,2
N=1.238
77
Fachklassen für Auszubildende zu Kaufleuten im Büromanagement werden in Darmstadt auch an
der Friedrich-List-Schule24 und im Landkreis Darmstadt-Dieburg auch an der Landrat-Gruber-Schu-
le unterrichtet Doppelangebote von Martin-Behaim-Schule und Landrat-Gruber-Schule bestehen
zudem in den Ausbildungsberufen Industriekaufleute und Bankkaufleute. In allen drei Berufen sind
die Schüler*innenzahlen an der Martin-Behaim-Schule deutlich über der Mindestklassenstärke.
Betrachtet man die drei Ausbildungsberufe, die auch an der Landrat-Gruber-Schule unterrich-
tet werden, zeigt sich, dass insgesamt ein Viertel der Auszubildenden in den entsprechenden
Fachklassen der Martin-Behaim-Schule ihre Betriebsstätte im Landkreis hat (Tabelle 12). Bei
den Kaufleuten für Büromanagement und den Industriekaufleuten liegt dieser Anteil bei knapp
30%, bei den Bankkaufleuten bei 7%. Mit Kündigung der öffentlich-rechtlichen Vereinbarung
ab 2026 könnten diese Schüler*innen nicht mehr an der Martin-Behaim-Schule aufgenommen
werden. Trotz dieses zu erwartenden Verlustes an Auszubildenden ist davon auszugehen, dass
diese Ausbildungsberufe auch zukünftig an der Martin-Behaim-Schule gehalten werden können.
Tabelle 12: Schüler*innen nach Ausbildungsberufen und Betriebsstätten an der Martin-
Behaim-Schule im Doppelangebot mit der Landrat-Gruber-Schule 2023
Martin-Behaim-Schule
Anzahl Schüler*innen Anteil
Landkreis
Darmstadt-
Dieburg
Darm-
stadt
Landkreis
Darmstadt-
Dieburg
Sonstige Gesamt
Kaufleute für Büromanagement 113 47 5 165 28,5
Industriekaufleute 109 47 4 160 29,4
Bankkaufleute 63 5 – 69 7,2
GESAMT 285 99 10 394 25,1
4.4.3 Prognose Martin-Behaim-Schule
In Tabelle 13 sind die Annahmen zur Prognose der Schüler*innenzahl an der Martin-Behaim-
Schule zusammengefasst.
Tabelle 13: Annahmen Prognose Martin-Behaim-Schule
Martin-Behaim-Schule
• 12,8% der Bevölkerung im Alter von 16 bis unter 22 Jahren in der Wissenschaftsstadt
Darmstadt und im Landkreis Darmstadt-Dieburg beginnen einen Bildungsgang an einer
Beruflichen Schule in Trägerschaft der Wissenschaftsstadt Darmstadt
• 20,2% hiervon beginnen einen Bildungsgang an der Martin-Behaim-Schule.
• Mit Kündigung der Altkreisregelung zum 1.8.2026 können ab diesem Zeitpunkt an der
Martin-Behaim-Schule keine Auszubildenden zu
• Kaufleuten für Büromanagement
• Industriekaufleuten sowie
• Bankkaufleuten
mit Betriebsstätte im Landkreis Darmstadt-Dieburg aufgenommen werden.
24 Martin-Behaim-Schule und Friedrich-List-Schule kooperieren in der Ausbildung der Kaufleute für Büromanagement
und haben hierzu das Projekt BEST (für Behaim und List) implementiert.
78
Mit Kündigung der Altkreisregelung ab 2026 werden Auszubildende in den bereits bestehenden
Doppelangeboten mit Betriebsstätte im Landkreis nicht mehr aufgenommen werden können.
Damit geht die Zahl der Schüler*innen von 2026 bis 2028 sukzessive leicht zurück (Abbildung
54). Danach steigt die Zahl entsprechend der Bevölkerungsentwicklung sukzessive wieder an.
Maximal werden dann 2033 noch 1.812 Schüler*innen an der Martin-Behaim-Schule erwartet.
Dies sind immer noch etwas mehr als 2023.
Abbildung 54: Prognose Martin-Behaim-Schule
Die Veränderungen infolge der Aufkündigung der Altkreisregelung betreffen nur die Berufs-
schule (Abbildung 55). Werden an der Landrat-Gruber-Schule keine weiteren Ausbildungsbe-
rufe angesiedelt, die auch an der Martin-Behaim-Schule angeboten werden, ergeben sich bei
Aufkündigung der Altkreisregelung für die Berufsschule am Ende des Prognosezeitraums noch
1.295 Schüler*innen. Dies wären etwas mehr als 2023.
Abbildung 55: Prognose Berufsschule Martin-Behaim-Schule
1.985
1.889
1.751
1.720
1.674
1.729
1.709
1.762
1.728
1.702
1.689
1.703
1.722
1.751
1.782
1.812
0
400
800
1.200
1.600
2.000
2.400
2018
2019
2020
2021
2022
2023
2024
2025
2026
2027
2028
2029
2030
2031
2032
2033
Anzahl
1.415
1.408
1.290
1.276
1.235
1.238
1.255
1.293
1.257
1.227
1.208
1.219
1.232
1.251
1.273
1.295
0
300
600
900
1.200
1.500
2018
2019
2020
2021
2022
2023
2024
2025
2026
2027
2028
2029
2030
2031
2032
2033
Anzahl
79
Für die vollschulischen Bildungsgänge an der Martin-Behaim-Schule ergibt sich folgende Ent-
wicklung (Abbildung 56).
Abbildung 56: Prognose vollschulische Bildungsgänge Martin-Behaim-Schule
4.4.4 Räumliche Situation Martin-Behaim-Schule
Die Martin-Behaim-Schule konnte bereits 2020 in die generalsanierten und neustrukturierten
Räume am Berufsschulzentrum Nord einziehen.
Für die Neustrukturierung der Gebäude wurde gemeinsam mit den dort angesiedelten drei
Beruflichen Schulen (Friedrich-List-Schule, Heinrich-Emanuel-Merck-Schule und Martin-Behaim-
Schule) ein eigenes Raumprogramm entwickelt und umgesetzt. Dieses Konzept sieht eine ge-
meinsame Nutzung der Räume vor, die flexibel je nach Bedarf der einzelnen Schulen gebucht
und genutzt werden. Lernlandschaften sind Teil des Raumprogramms, das Lernfeldkonzept Be-
ruflicher Bildung kann nun beispielhaft umgesetzt werden. Durch die Neustrukturierung wurde
ein gemeinsames Sekretariat und auch ein gemeinsames Lehrkräftezimmer geschaffen. Die
Schaffung der neuen Mensa sowie der Mediathek gilt als Zugewinn. Die Ausstattung des neuen
Zentrums Nord kann prinzipiell als zukunftsweisend im berufspädagogischen Sinne bezeichnet
werden. Durch die gemeinsame Nutzung von Räumen können vielfältige Möglichkeiten der Ko-
operationen entstehen, was wiederum zu Synergieeffekten im Berufsschulzentrum Nord führt.
Aufgrund des mit den Schulen gemeinsam entwickelten und umgesetzten Raumprogramms,
das den modernen Anforderungen der Beruflichen Bildung genügt, wurde im Rahmen der
Schulentwicklungsplanung keine Raumerhebung im Zentrum Nord vorgenommen.
557
527
518
515
491
454
469
471
475
481
484
490
500
509
517
0
100
200
300
400
500
600
2018
2019
2020
2021
2022
2023
2024
2025
2026
2027
2028
2029
2030
2031
2032
2033
Anzahl
80
4.4.5 Geplante Entwicklungsperspektiven
Martin-Behaim-Schule
• Grundsätzlich wird der Erhalt der bereits festgelegten Fachklassenstandorte für die ent-
sprechenden Ausbildungsberufe befürwortet.
• Für den Ausbildungsberuf „Zahnmedizinische*r Fachangestellte*r“ wird beantragt, Fach-
klassenstandort in Südhessen zu werden (Wissenschaftsstadt Darmstadt und Landkreis
Darmstadt-Dieburg).
• Mit der hessenweiten Einführung der Berufsfachschule zum Übergang in Ausbildung (BÜA)
zum Schuljahr 2026/27 wird dieser Bildungsgang als neue Vollzeitschulform beantragt. Die
Umsetzung des Bildungsangebots in BÜA ist im Schulverbund mit der Friedrich-List-Schule
und der Heinrich-Emanuel-Merck-Schule vorgesehen. Im Rahmen der FR Wirtschaft und
Verwaltung wird der SP Informationstechnik angeboten; in der FR Gesundheit und Sozial-
wesen der SP Medizinisch-technisch/Krankenpflegerisch.
• Ab dem Schuljahr 2024/25 besteht die Kooperation mit der Wilhelm-Leuschner-Schule
als Mittelstufenschule für die FR Wirtschaft sowie Gesundheit und Sozialwesen; in diesem
Zusammenhang werden die entsprechenden Schwerpunkte angeboten.
81
4.5 Heinrich-Emanuel-Merck-Schule
Selbstständige Berufliche Schule mit Schwerpunkt
Elektro- und Informationstechnik
Heinrich-Emanuel-Merck-Schule | 6285
Alsfelder Straße 23, 64289 Darmstadt
06151 13 4898 00
www.hems.de
1202 Schülerinnen und Schüler
Schuljahr 2023/2024
398 in Dualer Berufsausbildung
804 in Vollschulischen Bildungsgängen
33% 67 %
82
4.5 Heinrich-Emanuel-Merck-Schule
Die Heinrich-Emanuel-Merck-Schule wurde 1985 als Berufliche Schule für Elektrotechnik und
mit Beruflichem Gymnasium neu gegründet und im Berufsschulzentrum Nord angesiedelt.
Unter dem Dach der neuen Heinrich-Emanuel-Merck-Schule wurden das Berufliche Gymnasi-
um der alten Merck-Schule, die zu diesem Zeitpunkt aufgelöst wurde, die Fachoberschule, die
Berufsfachschule, die Technikerschule sowie die Teilzeit-Berufsschule der früheren Elektro-
Abteilung der Erasmus-Kittler-Schule zusammengefasst. Die Schule ist nach dem Gründer des
gleichnamigen Pharmakonzerns benannt.
4.5.1 Bildungsgänge und Entwicklung
Heinrich-Emanuel-Merck-Schule
Der Schwerpunkt der Angebote der Heinrich-Emanuel-Merck-Schule liegt im Bereich der
Elektro- und Informationstechnik. Sie ist die einzige Berufliche Schule in Trägerschaft der
Wissenschaftsstadt Darmstadt mit einem Beruflichen Gymnasium (Tabelle 14). Der Bildungs-
gang zur allgemeinen Hochschulreife kann hier in den Fachrichtungen Ernährung, Wirtschaft,
Gesundheit und Soziales (Schwerpunkt: Gesundheit) sowie Technik (Schwerpunkte: Praktische
Informatik und Elektrotechnik) absolviert werden. Des Weiteren sind an dieser Schule die Bil-
dungsgänge zur Berufsvorbereitung, die Zweijährige Berufsfachschule, die Zweijährige Höhere
Berufsfachschule, die Fachoberschule Form A und B, Fachrichtung Technik mit dem Schwer-
punkt Elektrotechnik, sowie die Zweijährige Fachschule angesiedelt. An der Berufsschule wer-
den Auszubildende im Bereich der Elektrotechnik und der Informatik unterrichtet.
Tabelle 14: Ausbildungsgänge an der Heinrich-Emanuel-Merck-Schule
Bildungsgang Fachrichtung/Ausbildungsberuf Vollzeit
Teilzeit
Dauer in
Jahren FK
Bildungsgänge zur
Berufsvorbereitung Elektrotechnik Vollzeit 1
Berufsschule Elektroniker*in FR Energie- und Gebäudetech-
nik
Elektroniker*in für Betriebstechnik
Elektroniker*in für Geräte und Systeme
Teilzeit 3,5 FK
SH
Industrieelektriker*in FR Betriebstechnik
Industrieelektriker*in FR Geräte und Systeme Teilzeit 2
Elektroanlagenmonteur*in Teilzeit 3
Fachinformatiker*in
• FR Anwendungsentwicklung
• FR Systemintegration
Teilzeit 3
• IT-System-Elektroniker*in Teilzeit 3
Fachoberschule
Form A FR Technik SP Elektrotechnik Vollzeit 2
Fachoberschule
Form B FR Technik SP Elektrotechnik Vollzeit 1
Zweijährige Berufs-
fachschule FR Technik SP Elektrotechnik Vollzeit 2
83
Bildungsgang Fachrichtung/Ausbildungsberuf Vollzeit
Teilzeit
Dauer in
Jahren FK
Zweijährige
Fachschule Teilzeit
Fachbereich Technik
• FR Elektrotechnik SP Informations-
und Kommunikationstechnik
• FR Informationstechnik SP
Computersystem- und Netzwerktechnik
Teilzeit 4
Zweijährige
Fachschule Vollzeit
Elektrotechnik:
• SP Informations- und Kommunikations-
technik
Vollzeit 2
Informationstechnik:
• SP Computersystem- und Netzwerk-
technik
Vollzeit 2
Zweijährige Höhere
Berufsfachschule FR Informationsverarbeitung - Technik Vollzeit 2
Berufliches
Gymnasium
FR Technik
• SP Praktische Informatik
• SP Elektrotechnik
Vollzeit 3
FR Ernährung Vollzeit 3
FR Gesundheit und Soziales
• SP Gesundheit Vollzeit 3
FR Wirtschaft Vollzeit 3
2023 besuchte die Hälfte der Schüler*innen eine Fachklasse der Berufsschule und ein Drittel
das Berufliche Gymnasium (Abbildung 57). Alle übrigen Bildungsgänge umfassen jeweils weni-
ger als 5% der Schüler*innen.
Abbildung 57: Anteil Schüler*innen nach Bildungsgängen an der
Heinrich-Emanuel-Merck-Schule 2023
Berufliches
Gymnasium
33,5
Zweijährige
Berufsfachschule
3,6
Zweijährige Höhere
Berufsfachschule
2,9
Berufsschule
49,9
Bildungsgänge zur
Berufsvorbereitung
(Vollzeit)
1,4
Fachoberchule Form A
4,6
Fachoberschule Form B
0,2
Zweijährige
Fachschule
T eilzeit
2,7
Zweijährige
Fachschule
Vollzeit
1,2
84
Abbildung 58 zeigt die Gesamtentwicklung der Schüler*innenzahl an der Heinrich-Emanuel-
Merck-Schule seit 2012. In diesem Zeitraum hat die Zahl der Schüler*innen um 8,8% abge-
nommen. Der Rückgang fällt damit deutlich geringer aus als an den anderen Beruflichen Schu-
len in Trägerschaft der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Unter der Corona-Pandemie ist hier
die Schüler*innenzahl zwar ebenfalls zunächst leicht zurückgegangen, hat sich jedoch wieder
erholt und lag 2023 kaum unter dem Niveau von 2019.
Zwar ist die Zahl der Schüler*innen, die in einen Bildungsgang der Heinrich-Emanuel-Merck-
Schule eintreten, im Zeitverlauf gesunken, dies gilt jedoch nicht für die Auszubildenden in der
Berufsschule. Ihre Zahl hat bis 2017 zugenommen, ist danach zwar wieder zurückgegangen,
liegt 2023 jedoch höher als noch 2012. Auch insgesamt ist die Zahl der Schüler*innen in dua-
ler Ausbildung an der Heinrich-Emanuel-Merck-Schule angestiegen.
Abbildung 58: Anzahl Schüler*innen an der Heinrich-Emanuel-Merck-Schule
Berufsschule und vollschulische Bildungsgänge halten sich an der Heinrich-Emanuel-Merck-
Schule in etwa die Waage. Im Zeitraum von 2018 bis 2023 ist die Zahl der Schüler* um insge-
samt um 7% zurückgegangen. Dies betrifft insbesondere die kleineren Bildungsgänge an der
Heinrich-Emanuel-Merck-Schule (Tabelle 15). An der Berufsschule liegt der Rückgang mit 4,9%
unter dem Durchschnitt, bei den vollschulischen Bildungsgängen mit 9,1% etwas darüber. Die
Zahl der Schüler*innen am Beruflichen Gymnasium ist in diesem Zeitraum sogar um 13,5%
gewachsen - bei gleichzeitiger Deckelung der Aufnahmezahl (400 Schüler*innen). Auch in der
Fachschule in Teilzeit hat die Zahl der Schüler*innen deutlich zugenommen.
1.318
1.326
1.302
1.250
1.304
1.359
1.294
1.210
1.173
1.196
1.203
1.202
521
522
515
537
568
605
526
455
434
457
462
448
555
556
536
498
544
619
631
639
572
579
578
600
128
153
130
165
190
210
178
190
151
161
179
176
0
250
500
750
1.000
1.250
1.500
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
2023
Anzahl
Duale
Ausbildung
+8,1%
Gesamt
-
8,8%
1. Jahrgang
-
14,0%
Duale
Ausbildung
1. Jg. +37,5%
85
Tabelle 15: Schüler*innen in den Bildungsgängen der Heinrich-Emanuel-Merck-Schule
Heinrich-Emanuel-Merck-Schule
Anzahl Schüler*innen
Bildungsgang 2018 2019 2020 2021 2022 2023
Berufsschule 631 639 572 579 578 600
Vollschulische Bildungsgänge
gesamt 663 571 601 617 625 602
Bildungsgänge zur Berufsvorberei -
tung 74 15 13 18 17 17
Berufliches Gymnasium 355 350 369 374 389 403
Zweijährige Berufsfachschule 72 80 71 67 66 43
Zweijährige Höhere
Berufsfachschule 32 29 38 39 39 35
Fachoberschule Form A 72 59 68 59 54 55
Fachoberschule Form B 6 0 6 5 3 2
Fachschule Vollzeit 35 22 21 25 27 14
Fachschule Teilzeit 17 16 15 30 30 33
Gesamt 1.294 1.210 1.173 1.196 1.203 1.202
Tabelle 16 gibt die Zahl der Schüler*innen in den acht Ausbildungsberufen an der Berufsschu-
le der Heinrich-Emanuel-Merck-Schule 2023 wieder. In fast allen Ausbildungsberufen ist eine
Klassenbildung in Mindestklassenstärke möglich. 2021 wurde lediglich der Ausbildungsbe-
ruf der Elektroanlagenmonteur*innen vom Hessischen Kultusministerium wegen zu geringer
Schüler*innenzahlen beobachtet.
Tabelle 16: Anzahl Schüler*innen der Berufsschule an der Heinrich-Emanuel-Merck-Schule
nach Ausbildungsberufen 2023
Heinrich-Emanuel-Merck-Schule
Ausbildungsberuf Anzahl Schüler*innen
Elektroniker*in für Betriebstechnik 184
Elektroniker*in-
FR: Energie- und Gebäudetechnik 173
Fachinformatiker*in -
Fachrichtung: Systemintegration 141
Fachinformatiker*in -
Fachrichtung: Anwendungsentwicklung 52
Elektroniker*in für Geräte und Systeme 38
IT-System-Elektroniker*in 8
Elektroanlagenmonteur*in *
Fachinformatiker*in - Fachrichtung: Digitale Vernetzung *
Gesamt 600
86
4.5.2 Zusammensetzung
Heinrich-Emanuel-Merck-Schule
Frauen sind an der Heinrich-Emanuel-Merck-Schule in der Minderheit (Abbildung 59). 2023 war ein
Fünftel der Schüler*innen weiblich. Im Vergleich zu 2012 ist der Frauenanteil leicht angestiegen.
Abbildung 59: Frauen- und Männeranteil an der Heinrich-Emanuel-Merck-Schule 2023
Wie Abbildung 60 zeigt, bestehen jedoch deutliche Unterschiede zwischen den verschiedenen
Bildungsgängen im Hinblick auf den Frauenanteil. Am Beruflichen Gymnasium machen Frauen
fast die Hälfte der Schüler*innen aus, in den übrigen Bildungsgängen liegt der Frauenanteil
zum Teil deutlich unter 5%.
Abbildung 60: Frauen- und Männeranteil an der Heinrich-Emanuel-Merck-Schule
nach Bildungsgängen 2023
20,0
18,6
18,1
17,9
15,9
19,2
17,5
17,4
17,3
16,9
16,2
15,3
80,0
81,4
81,9
82,1
84,1
80,8
82,5
82,6
82,7
83,1
83,8
84,7
0
20
40
60
80
100
2023
2022
2021
2020
2019
2018
2017
2016
2015
2014
2013
2012
Frauen
Männer
Prozent
7,1
6,7
48,1
20,0
97,0
92,9
98,2
93,3
97,1
95,3
51,9
80,0
0
20
40
60
80
100
Zweijährige Fachschule Teilzeit
Zweijährige Fachschule Vollzeit
Fachoberschule Form A
Berufsschule
Zweijährige Höhere Berufsfachschule
Zweijährige Berufsfachschule
Berufliches Gymnasium
GESAMT
Frauen
Männer
Prozent
87
Der Anteil der Schüler*innen mit Migrationshintergrund liegt an der Heinrich-Emanuel-Merck-
Schule 2023 bei insgesamt 41,6% (Abbildung 61). Dazu gehören alle Schüler*innen, die im
Ausland geboren sind, mindestens ein Elternteil haben, das im Ausland geboren ist und/oder
zu Hause eine andere Sprache als Deutsch sprechen. Hierbei bestehen deutliche Unterschiede
zwischen den verschiedenen Bildungsgängen. Unterrepräsentiert sind Schüler*innen mit Zu -
wanderungsgeschichte in der Berufsschule. Hier liegt der Anteil der Schüler*innen mit Migrati -
onshintergrund bei lediglich 31,5%. In der Fachschule ist der Anteil noch niedriger. Umgekehrt
machen Schüler*innen mit Zuwanderungsgeschichte in der Zweijährigen Berufsfachschule und
den Bildungsgängen zur Berufsvorbereitung mehr als 70% aus. Auch am Beruflichen Gym-
nasium und der zweijährigen Höheren Berufsfachschule sind sie mit einem Anteil von etwas
mehr als der Hälfte überrepräsentiert. Das gleiche gilt für die Fachoberschule Form A, an der
Schüler*innen mit Zuwanderungsgeschichte 60% ausmachen.
Abbildung 61: Anteil Schüler*innen mit Migrationshintergrund an der
Heinrich-Emanuel-Merck-Schule nach Bildungsgängen 2023
14,3
21,2
60,0
31,5
51,4
72,1
51,6
70,6
41,7
0
20
40
60
80
100
Zweijährige Fachschule Vollzeit
Zweijährige Fachschule Teilzeit
Fachoberschule Form A
Berufsschule
Zweijährige Höhere Berufsfachschule
Zweijährige Berufsfachschule
Berufliches Gymnasium
Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung
GESAMT
Prozent
88
Etwas mehr als ein Drittel der Schüler*innen der Heinrich-Emanuel-Merck-Schule hat ihren
Wohnsitz in Darmstadt, der Anteil der Schüler*innen aus dem Landkreis Darmstadt-Dieburg
liegt mit 38,4% nur wenig darüber. 15,1% kommen aus den übrigen Landkreisen Südhessens
(Abbildung 62).
Abbildung 62: Anteil Schüler*innen nach Wohnort an der
Heinrich-Emanuel-Merck-Schule 2023
Betrachtet man die Wohnorte der Auszubildenden in der Berufsschule, ergibt sich ein etwas
anderes Bild (Abbildung 63). Lediglich ein knappes Viertel dieser Schüler*innen hat einen
Wohnsitz in Darmstadt, ähnlich groß ist der Anteil der der Schüler*innen mit Wohnsitz in ei-
nem der Landkreise Bergstraße, Groß-Gerau oder dem Odenwaldkreis. Mehr als ein Drittel der
Auszubildenden lebt im Landkreis Darmstadt-Dieburg.
Abbildung 63: Anteil Schüler*innen in der Berufsschule nach Wohnort an der
Heinrich-Emanuel-Merck-Schule 2023
Darmstadt
34,4
Landkreis
Darmstadt
-
Dieburg
38,4
Sonst. Südhessen
Bergstraße
Groß
-
Gerau
Odenwaldkreis
15,1
Sonst.
Hessen
7,8
Andere
Bundesländer
4,2
N=1.202
Darmstadt
22,8
Landkreis
Darmstadt
-
Dieburg
35,8
Sonst. Südhessen
Bergstraße
Groß
-
Gerau
Odenwaldkreis
23,7
Sonst.
Hessen
11,5
Andere
Bundesländer
6,2
N=600
89
Betrachtet man die Betriebsstätte, zeigt sich, dass mehr als die Hälfte der Auszubildenden
in den Fachklassen der Heinrich-Emanuel-Merck-Schule eine Betriebsstätte in Darmstadt hat
(Abbildung 64). Ein knappes Viertel absolviert die Ausbildung im Landkreis Darmstadt-Dieburg,
zum Großteil im Altkreis. 9% hat eine Ausbildungsstätte in den anderen Kreisen in Südhessen
– Bergstraße, Groß-Gerau oder Odenwaldkreis und 12% in sonstigen Kreisen in Hessen oder
anderen Bundesländern.
Abbildung 64: Anteil Schüler*innen in der Berufsschule nach Betriebsstätte
an der Heinrich-Emanuel-Merck-Schule 2023
Doppelangebote mit anderen Beruflichen Schulen bestehen an der Heinrich-Emanuel-Merck-
Schule nicht. Jedoch erfolgt die Ausbildung der IT-Berufe (Fachinformatiker*in mit Fachrich-
tung Systemintegration und Fachrichtung Anwendungsentwicklung) im ersten und zweiten
Ausbildungsjahr in Kooperation mit der Friedrich-List-Schule.
Hierdurch werden Lernsituationen geschaffen, die gemeinsam von Auszubildenden im kauf-
männischen und technischen IT-Bereich bearbeitet werden. So können komplexe, zunehmend
hybride Aufgabenstellungen abgebildet, die auch in der Arbeitswelt in multifunktionalen Teams
bearbeitet werden. Dieses Beschulungskonzept ist gemeinsam mit den entsprechenden Ausbil-
dungsbetrieben entwickelt worden.
Darmstadt
56,2
Altkreis LaDaDi
20,0
Übriger Landkreis
Darmstadt
-
Dieburg
2,8
Sonst. Südhessen
Bergstraße
Groß
-
Gerau
Odenwaldkreis
9,0
Sonstige
12,0
N=600
90
4.5.3 Prognose Heinrich-Emanuel-Merck-Schule
In Tabelle 17 sind die Annahmen zur Prognose der Schüler*innenzahl an der Heinrich-Emanuel-
Merck-Schule zusammengefasst.
Tabelle 17: Annahmen Prognose Heinrich-Emanuel-Merck-Schule
Heinrich-Emanuel-Merck-Schule
• 12,8% der Bevölkerung im Alter von 16 bis unter 22 Jahren in der Wissenschaftsstadt
Darmstadt und im Landkreis Darmstadt-Dieburg beginnen einen Bildungsgang an einer
Beruflichen Schule in Trägerschaft der Wissenschaftsstadt Darmstadt
• 12,3% hiervon beginnen einen Bildungsgang an der Heinrich-Emanuel-Merck-Schule.
• Die Aufkündigung der öffentlich-rechtlichen Vereinbarung zur Altkreisregelung mit dem
Landkreis Darmstadt-Dieburg zum 1.8.2026 betrifft die Heinrich-Emanuel-Merck-Schule
nicht, da hier keine Doppelangebote mit der Landrat-Gruber-Schule bestehen.
Nach den Ergebnissen der Prognose bleibt die Schüler*innenzahl an der Heinrich-Emanuel-
Merck-Schule auch zukünftig relativ konstant (Abbildung 65). Entsprechend der Bevölkerungs-
entwicklung kann bis 2033 ein leichter Anstieg der Zahl der Schüler*innen erwartet werden.
Abbildung 65: Prognose Heinrich-Emanuel-Merck-Schule
1.294
1.210
1.173
1.196
1.203
1.202
1.205
1.182
1.177
1.185
1.197
1.208
1.225
1.244
1.267
1.284
0
400
800
1.200
1.600
2.000
2018
2019
2020
2021
2022
2023
2024
2025
2026
2027
2028
2029
2030
2031
2032
2033
Anzahl
91
Die folgende Abbildung 66 zeigt die prognostizierte Entwicklung der Berufsschule und der
vollschulischen Bildungsgänge an der Heinrich-Emanuel-Merck-Schule.
Abbildung 66: Prognose Berufsschule und vollschulische Bildungsgänge an der
Heinrich-Emanuel-Merck-Schule
Die Heinrich-Emanuel-Merck-Schule strebt zum einen die Einrichtung von Fachklassenstandor-
ten für verschiedene Berufe an, zum anderen eine Aufhebung der Aufnahmeobergrenze für das
Berufliche Gymnasiums (vgl. Kapitel 4.5.5 Geplante Entwicklungsperspektiven Heinrich-Emanuel-
Merck-Schule, S. 92). Hier sollen in Kooperation mit anderen Beruflichen Schulen in Darmstadt
neue Fachrichtungen angesiedelt werden. Sollten diese beiden Vorhaben umgesetzt werden,
könnten sowohl Teilzeit- wie Vollzeitbildungsgänge an der Heinrich-Emanuel-Merck-Schule zu-
künftig stärker wachsen als aufgrund der demographischen Entwicklung zu erwarten wäre.
4.5.4 Räumliche Situation
Heinrich-Emanuel-Merck-Schule
Die Heinrich-Emanuel-Merck-Schule konnte bereits 2022 in die generalsanierten und neustruk-
turierten Räume am Berufsschulzentrum Nord einziehen.
Für die Neustrukturierung der Gebäude wurde gemeinsam mit den dort angesiedelten drei
Schulen (Friedrich-List-Schule, Heinrich-Emanuel-Merck-Schule, Martin-Behaim-Schule) ein
eigenes Raumprogramm entwickelt und umgesetzt. Dieses Konzept sieht eine gemeinsame
Nutzung der Räume vor, die flexibel je nach Bedarf der einzelnen Schulen gebucht und ge-
nutzt werden können. Lernlandschaften sind Teil des Raumprogramms, das Lernfeldkonzept
Beruflicher Bildung kann künftig beispielhaft umgesetzt werden. Die Neustrukturierung sieht
ein gemeinsames Sekretariat sowie ein gemeinsames Lehrkräftezimmer der drei Beruflichen
Schulen vor. Neu geschaffen wurden eine Mensa sowie eine Mediathek, die allen drei Schulen
zur Verfügung steht.
Hervorzuheben ist die neue Ausstattung mit insgesamt 4 Werkstätten und 7 Laboren, die mit
modernsten Maschinen, Werkzeugen und Messvorrichtungen eingerichtet sind. Hinzu kommt
ein „Zentrum Erneuerbare Energien“, wodurch auch neue Ausbildungsinhalte in Bezug auf die
Energiewende im praktischen Unterricht umgesetzt werden können.
663
571
601
617
625
602
610
597
597
602
609
614
623
633
645
653
631
639
572
579
578
600
595
585
580
583
588
594
602
611
622
631
0
200
400
600
800
1.000
2018
2019
2020
2021
2022
2023
2024
2025
2026
2027
2028
2029
2030
2031
2032
2033
Anzahl
Berufsschule
Vollschulische
Bildungsgänge
92
Aufgrund des mit den Schulen gemeinsam entwickelten und umgesetzten Raumprogramms,
das den modernen Anforderungen der Beruflichen Bildung genügt, wurde im Rahmen der
Schulentwicklungsplanung keine Raumerhebung im Zentrum Nord vorgenommen.
4.5.5 Geplante Entwicklungsperspektiven
Heinrich-Emanuel-Merck-Schule
• Grundsätzlich wird der Erhalt der bereits festgelegten Fachklassenstandorte für die ent-
sprechenden Ausbildungsberufe befürwortet.
• Für den Ausbildungsberuf „Elektroniker*in für Geräte und Systeme“ soll die Heinrich-Ema-
nuel-Merck-Schule auch Fachklassenstandort für die Wissenschaftsstadt Darmstadt und
den Landkreis Offenbach werden; ein entsprechender Antrag wird von der Schule gestellt.
• Für den Ausbildungsberuf „Informations- und Telekommunikationssystemelektroniker*in“
wird die Schule Darmstadt als Fachklassenstandort für Südhessen beantragen (Wissen -
schaftsstadt Darmstadt und Landkreis Bergstraße).
• Das Bildungsangebot im Beruflichen Gymnasium soll erweitert werden. An erster Stelle
einer Erweiterung steht die FR Erziehungswissenschaften, und zwar in fachlicher Koopera -
tion mit der Alice-Eleonoren-Schule; die Antragstellung erfolgt über die Heinrich-Emanuel-
Merck-Schule.
Im Zusammenhang mit der Diskussion um den Mehrbedarf an Gymnasialzügen in der Wissen-
schaftsstadt Darmstadt (vgl. Schulentwicklungsplan für die weiterführenden Schulen) bietet
das Berufliche Gymnasium die gleichen Chancen einer gymnasialen Oberstufe wie die im
allgemeinbildenden Bereich (z.B. Bertolt-Brecht-Schule oder an einer IGS); allerdings mit dem
Angebot einer beruflichen Fachrichtung, was i.d.R. für die Schüler*innen einen interessanten
Bildungsweg eröffnet. Auch hier kann die Allgemeine Hochschulreife erreicht werden. Insofern
soll im Rahmen der mittel- und langfristigen Planungsvorhaben die Erweiterung des Beruf-
lichen Gymnasiums um die FR Technik, SP Bau- und Umwelttechnik sowie Gestaltungs- und
Medientechnik in den Fokus genommen werden. Im Zuge der Neugestaltung des Berufsschul-
zentrums Mitte als Bildungscampus wird darüber hinaus geprüft, ob dort ein eigener Standort
„Berufliches Gymnasium“ eingerichtet wird, also ein zweiter neben dem der Heinrich-Emanuel-
Merck-Schule im Berufsschulzentrum Nord. Dies würde dem erwähnten Mehrbedarf eines
gymnasialen Angebots (Oberstufe) in der Wissenschaftsstadt Darmstadt gerecht werden und
die inhaltliche Angebotspalette erweitern.
• Mit Einführung der Berufsfachschule zum Übergang in Ausbildung (BÜA) zum Schuljahr
2026/27 werden im Rahmen der FR Technik die Schwerpunkte „Elektrotechnik und Infor-
mationstechnik“ angeboten. Die Umsetzung des Bildungsangebots in BÜA ist im Schulver-
bund mit der Friedrich-List-Schule und der Martin-Behaim-Schule vorgesehen.
• Ab dem Schuljahr 2024/25 besteht die Kooperation mit der Wilhelm-Leuschner-Schule als
Mittelstufenschule für die FR Technik; in diesem Zusammenhang werden die Schwerpunkte
Elektrotechnik und Informationstechnik angeboten.
93
4.6 Entwicklungen am Berufsschulzentrum Mitte
Aktuell sind am Berufsschulzentrum Mitte in der Mornewegstraße die Erasmus-Kittler-Schule
und die Peter-Behrens-Schule verortet. Die Hauptgebäude der beiden Schulen wurden in den
1960er Jahren erbaut und stehen gemeinsam unter Ensembleschutz. In den letzten Jahrzehn-
ten folgte der Bau weiterer Werkstatthallen und des sogenannten Interimsbaus mit Unter-
richtsräumen. 2015 wurde als Bindeglied eine Werkhalle zwischen den beiden Hauptgebäuden
errichtet.
Das Berufsschulzentrum Mitte befindet sich in Nähe des Darmstädter Hauptbahnhofs, auf
einem Gebiet nördlich der Rheinstraße. Im Gegensatz zum Zentrum Nord stellt sich das Zen-
trum Mitte strukturell eher als Campus dar, der sich aus verschiedenen Bauten mit diversen
Funktionen zusammensetzt. Auf dem Gelände sind Frei- und Entwicklungsflächen vorhanden.
Eine städtebauliche Studie wurde von der Wissenschaftsstadt Darmstadt in Auftrag gegeben.
Angestrebt wird eine synergetische Nutzung dieser Flächen für die dort ansässigen Schulen.
Wie der in diesem Bericht verfassten Beschreibung zur räumlichen Situation entnommen wer-
den kann, sind beide Hauptgebäude sanierungsbedürftig. Auch die fachliche Ausstattung der
Räumlichkeiten muss dringend modernisiert werden, um die Qualität der Ausbildungen zu si-
chern und um auf die Veränderungen, die nicht zuletzt durch die Digitalisierung in den gewerb-
lich-technischen und handwerklichen Berufen stattgefunden haben, zu reagieren. Die Raumbe -
darfserhebung zeigt zudem, dass an beiden Schulen Unterrichtsräume und auch Fachräume
(z. B. Computer- und Medienräume, Labore und Werkstätten) fehlen. Die naturwissenschaftli-
chen Fachräume der Peter-Behrens-Schule befinden sich derzeit komplett an der Außenstelle
in der Martin-Buber-Straße. Dem gesamten Berufsschulzentrum Mitte fehlt es außerdem an
einer Sporthalle und an einem Aufenthaltsbereich für die Schüler*innen inkl. eines Bistros bzw.
einer Mensa. Ein zeitgemäßes pädagogisches Konzept (z. B. offene Formen der Lehr- und Lern-
gestaltung) kann aufgrund der veralteten Lernräume und des generellen Raummangels nicht
adäquat umgesetzt werden; es fehlen weitere Vorbereitungs- und Differenzierungsräume.
Nach den erfolgreichen Baumaßnahmen am Berufsschulzentrum Nord plant die Wissen-
schaftsstadt Darmstadt aktuell auch die Sanierung und Modernisierung des Berufsschulzen -
trums Mitte. Hier soll ebenfalls der Zentrumsgedanke maßgeblich sein für alle weiteren Pla-
nungsüberlegungen.
Im ersten Schritt findet seit Beginn des Schuljahres 2024/25 die Sanierung der Erasmus-Kitt-
ler-Schule statt; nachdem die Schulgemeinde in die Interimsgebäude in der Hilpertstraße und
am Paul-Gerhardt-Platz ausgelagert wurde, wird 2025 am Hauptgebäude mit der Schadstoffsa-
nierung und dem Rückbau des Obergeschosses begonnen. Nach dem Abriss der alten Werkhal -
le wird das Hauptgebäude um den sogenannten Südflügel erweitert. Diese Maßnahmen sollen
2028 abgeschlossen werden.
Parallel startet 2025 die Konzeptphase zur generellen Weiterentwicklung des Berufsschulzen-
trums Mitte (Neu-/Erweiterungsbauten). Das städtische Schulamt wird in Abstimmung mit
den Schulen und unterstützt durch ein externes Planungsbüro ein Konzept erarbeiten, das als
Grundlage für die bauliche Sanierung und Erweiterung des Standorts Mitte dient. In der soge-
nannten vorbereitenden Planungsphase 0 sollen alle Grundlagen ermittelt werden, die als Aus-
lobung für ein Vergabeverfahren der Planungsleistungen benötigt werden. Dies schließt eine
Bestandsanalyse mit ein sowie die räumliche und sachliche Bedarfsermittlung. Des Weiteren
wurden Prüfaufträge formuliert, die sich u.a. auf die Neustrukturierung der Ausbildungsgänge
94
an den Darmstädter Beruflichen Schulen beziehen. Ziel ist langfristig die Konsolidierung und
inhaltliche Neuausrichtung der beruflichen Bildung in beiden Berufsschulzentren, Mitte und
Nord. Durch eine Schwerpunktsetzung und Profilierung sollen diese nachhaltig gestärkt und
eine moderne Berufsschullandschaft in der Wissenschaftsstadt Darmstadt etabliert werden.
Als Vision entsteht durch Sanierung und Modernisierung der Bestandsgebäude sowie deren
städtebaulich durchdachten bauliche Ergänzungen bis zum Jahr 2035 am Standort Mitte ein
zweites Berufliches Schulzentrum, das eine gelungene Weiterentwicklung der traditionsreichen
Darmstädter Schulen abbildet. Analog zum BSZ Nord soll auch dieses Zentrum auf höchstem
technischem Niveau ausgestattet sein und ein zeitgemäßes, praxisorientiertes Lernen ermög -
lichen. Eine der Kernaufgabe wird sein, die Abteilungen Chemie, Biologie und Physik mitsamt
den Fachräumen an das Zentrum Mitte umzuziehen.
Das Berufsschulzentrum Mitte soll sich generell durch eine hohe Aufenthaltsqualität auszeich-
nen und von den Schüler*innen als Lern- und Lebensraum wahrgenommen werden, an dem sie
sich entwickeln und ihre beruflichen Fähigkeiten individuell entfalten können.
In der genannten Konzeptphase soll auch die Situation der Alice-Eleonoren-Schule beleuch-
tet werden, die als einzige der sechs Beruflichen Schulen aktuell weder am BSZ Nord noch
am BSZ Mitte vertreten ist. Die Alice-Eleonoren-Schule bildet an drei Standorten innerhalb
Darmstadts in Sozial- und Gesundheitsberufen sowie in den Berufsfeldern Körperpflege und
Textiltechnik/Bekleidung aus. Erste gemeinsame Überlegungen zur Zusammenarbeit der Alice-
Eleonoren-Schule, der Erasmus-Kittler-Schule und der Peter-Behrens-Schule in dem künftigen
Berufsschulzentrum Mitte haben bereits stattgefunden.
Perspektivisch soll der derzeitige Hauptstandort sowie die Außenstellen der Alice-Eleonoren-
Schule, als auch die aktuellen Außenstandorte der Erasmus-Kittler-Schule und der Peter-Beh-
rens-Schule sukzessive aufgegeben werden.
95
4.7 Peter-Behrens-Schule
Selbstständige Berufliche Schule mit Schwerpunkt
Bau/Holztechnik, Druck-/Medientechnik,
Farbtechnik/Raumgestaltung,
Ernährung/Hauswirtschaft, Naturwissenschaften
Peter-Behrens-Schule | 6281
Mornewegstraße 18, 64293 Darmstadt
(Hauptstelle)
Martin-Buber-Straße 32, 64287 Darmstadt
(Außenstelle)
06151 13 4858 11
www.peter-behrens-schule.de
1757 Schülerinnen und Schüler
Schuljahr 2023/2024
1340 in Dualer Berufsausbildung
417 in Vollschulischen Bildungsgängen
76 % 24 %
96
4.7 Peter-Behrens-Schule
Die Peter-Behrens-Schule wurde 1965 gegründet und ist aus der Gewerblichen Berufsschule
II hervorgegangen. Namensgeber ist der deutsche Architekt, Maler, Designer und Typograph
Peter Behrens, der als ein Pionier des modernen Industriedesigns gilt und um die Jahrhundert-
wende des 19. und 20. Jahrhunderts der Darmstädter Künstlerkolonie angehörte.
Die Peter-Behrens-Schule ist zusammen mit der Erasmus-Kittler-Schule an der Mornewegstra-
ße angesiedelt. Zusätzlich unterhält die Schule einen Außenstandort in der Martin-Buber-Stra-
ße, dort sind der Fachbereich Chemie, Physik, Biologie und die Bildungsgänge zur Berufsvor-
bereitung in Teilzeit untergebracht.
4.7.1 Bildungsgänge und Entwicklung
Peter-Behrens-Schule
Die Peter-Behrens-Schule bietet Bildungsgänge in verschiedenen Berufsfeldern an: Chemie/
Physik/Biologie, Bau- und Holztechnik, Druck- und Medientechnik, Farbtechnik und Raumge-
staltung sowie Ernährung und Hauswirtschaft. Hierzu gibt es Angebote in Bildungsgängen zur
Berufsvorbereitung, der Berufsfachschule zum Übergang in Ausbildung (BÜA), in der Berufs-
schule, der Fachoberschule und der Fachschule (Tabelle 18).
Im Bereich der Berufsschule ist die Peter-Behrens-Schule für viele Ausbildungsberufe Fachklas-
senstandort für Südhessen (FK SH). Für die Ausbildung der Fachkräfte für Lebensmitteltechnik
und Medientechnolog*in Siebdruck ist die Peter-Behrens-Schule Standort einer Landesfach-
klasse (FK L).
Tabelle 18: Ausbildungsgänge an der Peter-Behrens-Schule
Bildungsgang Fachrichtung/Ausbildungsberufe Vollzeit
Teilzeit
Dauer in
Jahren FK
Bildungsgänge zur
Berufsvorbereitung Werkstatt für Behinderte Teilzeit 2
Berufsfachschule zum
Übergang in
Ausbildung (BÜA)
Technik
Wirtschaft Vollzeit 2
Zweijährige Höhere
Berufsfachschule Chemietechnik Vollzeit 2
Berufsschule Ausbaufacharbeiter*in Fliesen-, Platten-
und Mosaikarbeiten Teilzeit 2 FK SH
Fliesen-, Platten- und Mosaikleger*in Teilzeit 3 FK SH
Bauzeichner*in (Architektur/Ingenieur-
bau/Tief- und Straßenbau) Teilzeit 3 FK SH
Dachdecker*in (Abdichtungs-/
Dachdeckungs-/Energietechnik
an Dach und Wand)
Teilzeit 3 FK SH
Hochbauarbeiter*in SP Maurerarbeiten Teilzeit 2 FK SH
97
Bildungsgang Fachrichtung/Ausbildungsberufe Vollzeit
Teilzeit
Dauer in
Jahren FK
Berufsschule Maurer*in Teilzeit 3 FK SH
Trockenbaumonteur*in Teilzeit Stufe 10
Rohrleitungsbauer*in Teilzeit Stufe 10
Tiefbaufacharbeiter*in
SP Straßenbauarbeiten Teilzeit Stufe 10
Straßenbauer*in Teilzeit Stufe 10
Kanalbauer*in Teilzeit Stufe 10
Zimmerer*in Teilzeit 3 FK SH
Tischler*in Teilzeit 3 FK SH
Biologielaborant*in Teilzeit 3,5 FK SH
Chemielaborant*in Teilzeit 3 FK SH
Chemikant*in Teilzeit 3,5 FK SH
Produktionsfachkraft Chemie Teilzeit 2 FK SH
Fahrzeuglackierer*in Teilzeit 3 FK SH
Maler*in und Lackierer*in Teilzeit 3
Raumausstatter*in (Boden/Licht, Sicht-
und Sonnenschutz/Polstern/Dekoration) Teilzeit 3 FK SH
Mediengestalter*in (Digital und Print,
Fachrichtung: Konzeptualisierung und
Visualisierung)
Teilzeit 3 FK SH
Medientechnolog*in (Buchbinder,
Druck, Druckverarbeitung, Siebdruck) Teilzeit 3
FK L
(Sieb-
druck)
Maschinen- und Anlagenführer*in
(Buchbindung/Lebensmittel) Teilzeit 3 FK SH
Fachkraft für Lebensmitteltechnik Teilzeit 3 FK L
Fleischer*in Teilzeit 3 FK SH
Bäcker*in Teilzeit 3 FK SH
98
Bildungsgang Fachrichtung/Ausbildungsberufe Vollzeit
Teilzeit
Dauer in
Jahren FK
Berufsschule Fachverkäufer*in im Lebensmittelhand-
werk (Bäckerei/Fleischerei) Teilzeit 3 FK SH
Konditor*in Teilzeit 3
Fachkraft für Gastronomie (Systemgas-
tronomie/Restaurantservice/Veranstal-
tungsgastronomie/Restaurant)
Teilzeit 3 FK SH
Fachkraft im Gastgewerbe/Hotelfach-
kraft Teilzeit 3 FK SH
Fachkraft Küche Teilzeit 2
Fachpraktiker*in Küche Teilzeit 3 FK SH
Koch/Köchin Teilzeit 3 FK SH
Fachoberschule Form A
Gestaltung
Technik:
• SP Bautechnik
• SP Medienproduktionstechnik
Wirtschaft:
SP Ernährung und Hauswirtschaft
Vollzeit 2
Fachoberschule Form B
Gestaltung
Technik:
• SP Bautechnik
• SP Medienproduktionstechnik
Wirtschaft
• SP Ernährung und Hauswirt-
schaft
Vollzeit 1
Zweijährige Fachschule
Wirtschaft
• SP Hotel- und Gaststättenge-
werbe
Teilzeit 4
Seiteneinsteiger*innen
(InteA) Vollzeit 1 1
99
Schüler*innen in der Berufsschule der Peter-Behrens-Schule stellen etwas mehr als drei Viertel
aller Schüler*innen (Abbildung 67). Die zweitgrößte Gruppe sind Schüler*innen der Fachober-
schule Form A, die 7,7% der Schüler*innen ausmachen. An dritter Stelle folgt die Berufsfach-
schule zum Übergang in den Beruf (BÜA) mit 6,5%. Der Anteil der Schüler*innen der übrigen
Bildungsgänge liegt jeweils unter 5%.
Abbildung 67: Anteil Schüler*innen nach Bildungsgängen an der
Peter-Behrens-Schule 2023
Abbildung 68 zeigt die Gesamtentwicklung der Schüler*innenzahl an der Peter-Behrens-Schule
seit 2012. Bis 2023 ist die Zahl der Schüler*innen um ein Viertel zurückgegangen. Dies ent-
spricht insgesamt fast 600 Schüler*innen. Auch in der dualen Ausbildung liegt der Rückgang
bei einem Viertel. Die Zahl der Schüler*innen, die in einen Bildungsgang der Peter-Behrens-
Schule eingetreten ist, ist um mehr als ein Drittel zurückgegangen. Die Zahl der neu aufge-
nommenen Auszubildenden sank um ein Fünftel.
Abbildung 68: Anzahl Schüler*innen an der Peter-Behrens-Schule
Berufsschule
76,3
Bildungsgänge zur
Berufsvorbereitung (TZ)
1,6
BÜA
6,5
Zweijährige
Fachschule (TZ)
2,8
Höhere
Berufsfachschule
2,1
Fach
-
oberschule
Form A
7,7
Fach
-
oberschule
Form B
1,0
Seitenein
-
steiger*innen
2,1
2.348
2.310
2.233
2.222
2.171
2.097
1.989
2.007
1.923
1.844
1.771
1.757
943
897
874
885
877
839
757
796
666
711
702
617
1.800
1.771
1.682
1.647
1.576
1.566
1.511
1.533
1.462
1.427
1.373
1.340
592
542
531
538
518
521
515
539
480
496
490
475
0
500
1.000
1.500
2.000
2.500
3.000
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
2023
Anzahl
Duale
Ausbildung
-
25,6%
Gesamt
-
25,2%
1. Jahrgang
-
34,6%
Duale
Ausbildung
1. Jg.
–
19,8%
100
Wie Tabelle 19 zeigt, ist in allen Bildungsgängen ein Rückgang der Schüler*innenzahl zu ver-
zeichnen. Die Zahl der Schüler*innen in der Berufsschule hat seit 2018 um 11% abgenommen,
in den vollschulischen Bildungsgängen sind es 13%. Besonders stark ist der Rückgang in der
Fachoberschule Form B und der zweijährigen Fachschule
Tabelle 19: Schüler*innen in den Bildungsgängen der Peter-Behrens-Schule
Peter-Behrens-Schule
Anzahl Schüler*innen
Bildungsgang 2018 2019 2020 2021 2022 2023
Berufsschule 1.511 1.533 1.462 1.427 1.373 1.340
Vollschulische Bildungsgänge
gesamt 478 474 461 417 399 417
Bildungsgänge zur
Berufsvorbereitung 34 36 25 28 20 28
Berufsfachschule zum Über-
gang in Ausbildung (BÜA) 140 151 167 138 124 114
Zweijährige höhere
Berufsfachschule 42 38 43 34 38 37
Fachoberschule Form A 151 157 150 141 139 135
Fachoberschule Form B 41 26 25 24 20 17
Zweijährige Fachschule 70 66 51 52 58 49
Seiteneinsteiger*innen – – – – – 37
GESAMT 1.989 2.007 1.923 1.844 1.771 1.757
In Tabelle 20 ist die Anzahl der Auszubildenden in den mehr als 50 Ausbildungsberufen an der
Peter-Behrens-Schule 2023 ausgewiesen. Hierbei zeigt sich, dass neben großen Ausbildungs-
berufen mit einer großen Zahl von Auszubildenden auch zahlreiche kleinere Ausbildungsberufe
mit nur wenigen Auszubildenden an der Peter-Behrens-Schule angesiedelt sind, in denen die
Mindestklassenstärke unterschritten wird. 2021 wurden von Seiten des Hessischen Kultusminis-
teriums 18 Ausbildungsberufe an der Erasmus-Kittler-Schule aufgeführt, die die Mindestklassen-
stärke unterschreiten, drei dieser Berufe werden 2023 nicht mehr an der Peter-Behrens-Schule
unterrichtet.25 Betroffen sind hierbei Ausbildungsberufe in den Bereichen Ernährung und Haus-
wirtschaft, Bautechnik, Drucktechnik sowie Farbtechnik und Raumausstattung. Lediglich Ausbil-
dungsberufe aus dem Berufsfeld Chemie/Physik/Biologie sind nicht betroffen.
Die Schule betrachtet auch die Ausbildungsberufe mit geringen Schüler*innenzahlen als Teil
des Schulprofils. Eine affine Beschulung wird ähnlicher Ausbildungsberufe wird bereits kon-
zeptionell umgesetzt, sodass zumindest in der Grundstufe eine Zuweisung von Lehrpersonal
gesichert ist. Zudem bestehen Bezüge zu den vollschulischen Bildungsgängen an der Schule.
25 Der Ausbildungsberuf zur Konditor*in, zur Fachpraktiker*in Küche (Beikoch) sowie zur Raumausstatter*in
– SP Polstern werden 2023 nicht mehr an der Erasmus-Kittler-Schule unterrichtet.
101
Tabelle 20: Anzahl Schüler*innen der Berufsschule an der Peter-Behrens-Schule
nach Ausbildungsberufen 2023
Peter-Behrens-Schule
Ausbildungsberuf Anzahl
Schüler*innen
Chemikant*in 108
Chemielaborant*in 102
Dachdecker*in - SP: Dachdeckungstechnik 95
Köchin/Koch 93
Hotelfachleute 74
Tischler*in 71
Maler und Lackierer*in - FR: Gestaltung und Instandhaltung 70
Fachkraft für Lebensmitteltechnik 69
Fahrzeuglackierer*in 68
Biologielaborant*in 48
Zimmerer*in 47
Mediengestalter*in Digital und Print
FR: Gestaltung und Technik (alte Verordnung) 39
Fachverkäufer*in im Lebensmittelhandwerk - SP: Bäckerei 32
Fachleute für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie 31
Fliesen-, Platten- und Mosaikleger*in 29
Produktionsfachkraft Chemie 29
Hotelfachleute 26
Maurer*in 25
Fleischer*in 23
Fachkraft Küche 22
Bauzeichner*in - SP: Ingenieurbau 20
Maschinen- u. Anlagenführer*in
SP: Lebensmitteltechnik 19
Bauzeichner*in - SP: Architektur 18
Bäcker*in 17
Medientechnolog*in Siebdruck 15
Raumausstatter*in - SP: Boden 15
Medientechnolog*in Druckverarbeitung 14
Fachleute für Systemgastronomie 12
Fachverkäufer*in im Lebensmittelhandwerk - SP: Fleischerei 9
Maschinen- u. Anlagenführer*in
SP: Druckweiter- u. Papierverarbeitung 9
Mediengestalter*in Digital und Print - FR Printmedien 9
Restaurantfachleute 9
Medientechnolog*in Druck 8
Fachkraft für Gastronomie SP: Restaurantservice 7
Fachkraft für Gastronomie SP: Systemgastronomie 6
Raumausstatter*in - SP: Raumdekoration 6
Tiefbaufacharbeiter*in - SP: Straßenbauarbeiten 6
102
Peter-Behrens-Schule
Ausbildungsberuf Anzahl
Schüler*innen
Bauzeichner*in - SP: Tief-, Straßen- und Landschaftsbau 4
Dachdecker*in - SP: Abdichtungstechnik 4
Fachkraft im Gastgewerbe 4
Mediengestalter*in Digital und Print - FR Digitalmedien 4
Bau- und Metallmaler*in *
Hochbaufacharbeiter*in - SP: Maurerarbeiten *
Mediengestalter*in Digital und Print - FR: Konzept. und Visual. *
Tiefbaufacharbeiter*in - SP: Kanalbauarbeiten *
Ausbaufacharbeiter*in -
SP: Fliesen-, Platten- und Mosaikarbeiten *
Buchbinder*in *
Rohrleitungsbauer*in *
Dachdecker*in - SP: Energietechnik an Dach und Wand *
Mediengestalter*in Digital und Print - FR Designkonzeption *
Mediengestalter*in Digital und Print - FR Projektmanagement *
Mediengestalter*in Digital und Print -
FR: Beratung und Planung *
Raumausstatter*in -
SP: Licht-, Sicht- und Sonnenschutzanlagen *
Straßenbauer*in *
Gesamt 1.370
4.7.2 Zusammensetzung Peter-Behrens-Schule
An der Peter-Behrens-Schule werden mehrheitlich Männer unterrichtet (Abbildung 69).
Der Frauenanteil lag 2023 bei etwa einem Drittel und ist seit 2012 leicht zurückgegangen.
32,7
33,1
33,1
34,6
35,6
36,3
35,3
36,4
38,1
38,6
39,0
38,6
67,3
66,8
66,9
65,4
64,4
63,7
64,7
63,6
61,9
61,4
61,0
61,4
0
20
40
60
80
100
2023
2022
2021
2020
2019
2018
2017
2016
2015
2014
2013
2012
Frauen
Männer
Prozent
103
Abbildung 69: Frauen- und Männeranteil an der Peter-Behrens-Schule
Abbildung 70 zeigt, dass die Geschlechterverteilung in den verschiedenen Bildungsgängen
unterschiedlich ist. Der höchste Frauenanteil findet sich an der Fachoberschule Form A, an
der sie mehr als die Hälfte der Schüler*innen ausmachen. Ebenfalls überdurchschnittlich ist
der Frauenanteil in der BÜA, der höheren Berufsfachschule und der zweijährigen Fachschule.
Der niedrigste Frauenanteil findet sich in den Bildungsgängen zur Berufsvorbereitung und der
Berufsschule mit jeweils 29%.
Abbildung 70: Frauen- und Männeranteil an der Peter-Behrens-Schule
nach Bildungsgängen 2023
2023 hatten 39% der Schüler*innen der Peter-Behrens-Schule einen Migrationshintergrund,
d.h. sie sind selbst im Ausland geboren, haben mindestens ein Elternteil, das im Ausland gebo-
ren ist und/oder sprechen zu Hause eine andere Sprache als Deutsch (Abbildung 71). Hierbei
bestehen Unterschiede zwischen den verschiedenen Bildungsgängen. Während an der BÜA
60% der Schüler*innen eine Zuwanderungsgeschichte hatte, ist es an der Zweijährigen Fach-
schule in Teilzeit lediglich ein Viertel.
Abbildung 71: Anteil Schüler*innen mit Migrationshintergrund an der
Peter-Behrens-Schule nach Bildungsgängen 2023
46,9
55,6
43,2
40,4
28,6
29,3
32,7
53,1
44,4
56,8
59,6
71,4
70,7
67,3
0
20
40
60
80
100
Zweijährige Fachschule Teilzeit
Fachoberschule Form A
Zweijährige Höhere Berufsfachschule
Berufsfachschule zum Übergang in
Ausbildung (BÜA)
Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung
(T eilzeit)
Berufsschule
GESAMT
Frauen
Männer
Prozent
100,0
24,5
40,0
43,2
60,5
35,7
36,0
38,9
0
20
40
60
80
100
Seiteneinsteiger*innen
Zweijährige Fachschule Teilzeit
Fachoberschule Form A
Zweijährige Höhere Berufsfachschule
Berufsfachschule zum Übergang in
Ausbildung (BÜA)
Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung
(T eilzeit)
Berufsschule
GESAMT
Prozent
104
2023 hatte etwas mehr als ein Fünftel der Schüler*innen der Peter-Behrens-Schule ihren Wohn-
sitz in Darmstadt und etwa ein Drittel im Landkreis Darmstadt-Dieburg (Abbildung 72). Ein
weiteres knappes Drittel lebt in den Landkreisen Bergstraße, Groß-Gerau oder dem Odenwald -
kreis und 10% kommen aus weiteren Teilen von Hessen.
Abbildung 72: Anteil Schüler*innen nach Wohnort an der Peter-Behrens-Schule 2023
Betrachtet man nur die Gruppe der Schüler*innen in der Berufsschule an der Peter-Behrens-
Schule, ergibt sich hinsichtlich des Wohnortes eine ähnliche Verteilung (Abbildung 73).
Abbildung 73: Anteil Schüler*innen in der Berufsschule nach Wohnort
an der Peter-Behrens-Schule 2023
Darmstadt
21,2
Landkreis
Darmstadt
-
Dieburg
32,6
Sonst. Südhessen
Bergstraße
Groß
-
Gerau
Odenwaldkreis
31,1
Sonst.
Hessen
10,4
Andere
Bundesländer
4,8
N=1.757
Darmstadt
19,0
Landkreis
Darmstadt
-
Dieburg
30,7
Sonst. Südhessen
Bergstraße
Groß
-
Gerau
Odenwaldkreis
34,9
Sonst.
Hessen
11,4
Andere
Bundesländer
4,0
N=1.340
105
Betrachtet man den Standort der Betriebsstätten der Auszubildenden an der Peter-Behrens-
Schule, ergibt sich eine andere Verteilung (Abbildung 74). Eine Mehrheit von 44,3% hatte
2023 eine Betriebsstätte in Darmstadt. Etwas mehr als ein Fünftel absolviert die Ausbildung
im Landkreis Darmstadt-Dieburg, größtenteils im Altkreis. Etwas mehr als ein Viertel hat die
Betriebsstätte in einem der drei Kreise in Südhessen.
Abbildung 74: Anteil Schüler*innen in der Berufsschule nach Betriebsstätte
an der Peter-Behrens-Schule 2023
An der Peter-Behrens-Schule gibt es lediglich einen Ausbildungsberuf, die auch an der Landrat-
Gruber-Schule unterrichtet wird. Hierbei handelt es sich um die Fachklassen für Maler- und
Lackierer*innen. 2023 wurden 70 Auszubildende an der Peter-Behrens-Schule in diesem Aus-
bildungsberuf unterrichtet. Hiervon hatten 44,3% ihre Betriebsstätte im Landkreis Darmstadt-
Dieburg. Mit Wegfall der Altkreisregelung ab 2026 wird die Peter-Behrens-Schule damit einen
Teil der Schüler*innen in diesem Ausbildungsberuf verlieren.
Tabelle 21: Schüler*innen nach Ausbildungsberuf und Betriebsstätten an der
Peter-Behrens-Schule im Doppelangebot mit der Landrat-Gruber-Schule 2023
Peter-Behrens-Schule
Anzahl Schüler*innen
Anteil
Landkreis
Darmstadt-
Dieburg Darmstadt
Landkreis
Darm-
stadt-
Dieburg Sonstige Gesamt
Maler*in und Lackierer*in –
FR Gestaltung und Instandhaltung 20 31 19 70 44,3
Darmstadt
44,3
Altkreis
LaDaDi
14,4
Übriger Landkreis
Darmstadt
-
Dieburg
8,0
Sonst.
Südhessen
Bergstraße
Groß
-
Gerau
Odenwaldkreis
27,2
Sonst. Hessen
5,0
Andere
Bundesländer
1,0
N=1.340
106
4.7.3 Prognose Peter-Behrens-Schule
In Tabelle 22 sind die Annahmen zur Prognose der Schüler*innenzahl an der Peter-Behrens-
Schule zusammengefasst.
Tabelle 22: Annahmen Prognose Peter-Behrens-Schule
Peter-Behrens-Schule
• 12,8% der Bevölkerung im Alter von 16 bis unter 22 Jahren in der Wissenschaftsstadt
Darmstadt und im Landkreis Darmstadt-Dieburg beginnen einen Bildungsgang an einer
Beruflichen Schule in Trägerschaft der Wissenschaftsstadt Darmstadt
• 20,1% hiervon beginnen einen Bildungsgang an der Peter-Behrens-Schule.
• Mit Kündigung der Altkreisregelung zum 1.8.2026 können ab diesem Zeitpunkt an der
Peter-Behrens-Schule keine Auszubildenden zum/zur Maler*in und Lackierer*in mit Be
triebsstätte im Landkreis Darmstadt-Dieburg mehr aufgenommen werden.
Wie Abbildung 75 zeigt, bliebe die Zahl der Schüler*innen an der Peter-Behrens-Schule relativ
konstant, auch wenn durch Aufkündigung der Altkreisregelung ab 2026 Auszubildende zur
Maler*in und Lackierer*in mit Betriebsstätte im Landkreis Darmstadt-Dieburg nicht mehr auf-
genommen werden können. Sie machen nur einen sehr kleinen Teil der Berufsschüler*innen an
der Peter-Behrens-Schule aus. Entsprechend der Bevölkerungsentwicklung steigt die Zahl der
Schüler*innen insgesamt bis 2033 auf etwas über 1.900.
Abbildung 75: Prognose Peter-Behrens-Schule
1.989
2.007
1.923
1.844
1.771
1.757
1.791
1.785
1.779
1.784
1.790
1.803
1.824
1.855
1.888
1.917
0
400
800
1.200
1.600
2.000
2.400
2.800
2018
2019
2020
2021
2022
2023
2024
2025
2026
2027
2028
2029
2030
2031
2032
2033
Anzahl
107
Differenziert man nach Berufsschule und vollschulischen Bildungsgängen, zeigt sich noch
einmal der hohe Stellenwert der dualen Ausbildung an der Peter-Behrens-Schule (Abbildung
76). Entsprechend der Bevölkerungsentwicklung würde die Zahl der Auszubildenden an der Be-
rufsschule bis 2033 auf über 1.400 steigen, die Zahl der Schüler*innen in den vollschulischen
Bildungsgängen auf über 500.
Abbildung 76: Prognose Berufsschule und vollschulische Bildungsgänge
Peter-Behrens-Schule
An der Berufsschule der der Peter-Behrens-Schule gibt es verschiedene Ausbildungsberufe
mit geringen Schüler*innenzahlen, die aufgrund dessen „unter Beobachtung“ des Hessischen
Ministeriums für Kultus, Bildung und Chancen stehen. 2021 betraf dies insgesamt 18 Ausbil-
dungsberufe mit insgesamt 228 Schüler*innen. Auch wenn die Schule davon ausgeht, dass
diese Klassen aufgrund von Affinitäten weiterhin zumindest in der Grundstufe und der Fach-
stufe 1 beschult werden können, stellt dies eine zentrale Unsicherheit der Prognose für diese
Schule dar. Sollten diese Fachklassen oder nur ein Teil davon im Rahmen des Landesprojekts
„Zukunftsfähige Berufsschule“ an einer Schule außerhalb von Darmstadt angesiedelt werden,
würde die Peter-Behrens-Schule Schüler*innen verlieren. Insofern ist die hier berechnete Prog-
nose eher als ein Best-Case-Szenario zu betrachten.
478
474
461
417
398
417
427
429
441
460
478
479
484
495
501
508
1.511
1.533
1.462
1.427
1.375
1.340
1.364
1.356
1.349
1.347
1.347
1.359
1.375
1.396
1.423
1.446
0
400
800
1.200
1.600
2.000
2018
2019
2020
2021
2022
2023
2024
2025
2026
2027
2028
2029
2030
2031
2032
2033
Anzahl
Berufsschule
Vollschulische Bildungsgänge
108
4.7.4 Räumliche Situation Peter-Behrens-Schule
Die Peter-Behrens-Schule hat zwei Standorte: der Hauptstandort befindet sich im Berufsschul-
zentrum Mitte an der Mornewegstraße, der Außenstandort in der Martin-Buber-Straße. Dort
sind das Berufsfeld Chemie/Physik/Biologie sowie die Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung
in Teilzeit untergebracht. Die Peter-Behrens-Schule teilt sich dieses Gebäude zurzeit noch mit
dem Abendgymnasium. Das Abendgymnasium zieht in der zweiten Jahreshälfte 2025 in das
Berufsschulzentrum Nord, sodass die vom Abendgymnasium genutzten Räume am Stand -
ort Martin-Buber-Straße künftig der Peter-Behrens-Schule zur Verfügung stehen. Mittel- bis
langfristig soll jedoch der gesamte Standort Martin-Buber-Straße aufgegeben werden und alle
Angebote der Peter-Behrens-Schule am Berufsschulzentrum Mitte angesiedelt werden.
Am Standort Mornewegstraße stehen der Peter-Behrens-Schule 29 Räume für den berufsüber-
greifenden Unterricht zur Verfügung (Tabelle 23). 6 dieser Unterrichtsräume befinden sich im
Interimsgebäude. Des Weiteren gibt es hier 4 Computerräume, 15 Werkstatträume sowie 10
Räume für den hauswirtschaftlichen Bereich. Differenzierungsräume wurden von der Schule
nicht ausgewiesen. Wie auch der Erasmus-Kittler-Schule steht auch der Peter-Behrens-Schule
keine Aula für Veranstaltungen zur Verfügung. Ebenso fehlt dem gesamten Zentrum Mitte eine
Sporthalle. Der Sportunterricht wird in verschiedenen Sporthallen im Stadtgebiet abgehalten.
Im neuen Werkstattgebäude kann der Lernfeldgedanke räumlich umgesetzt werden. Hier befin -
den sich Theorie- und Praxisräume in unmittelbarer Nähe zueinander. Allerdings muss ein Teil
des alten Werkstattgebäudes zum Zuschnitt für den Holzbereich genutzt werden. Hier müssen
bei einem zukünftigen Wegfall der alten Werkstattgebäude und dem Bau des neuen Südriegels
andere Lösungen gefunden werden.
Zum Aufenthalt der Schüler*innen der Peter-Behrens-Schule wie auch der Erasmus-Kittler-Schule
steht im Zentrum Mitte ein Raum zur gemeinsamen Nutzung zur Verfügung, in dem auch ein
Kiosk untergebracht ist. Ein Selbstlernzentrum steht für die Schüler*innen nicht zur Verfügung.
Als Hauptstandort ist die Peter-Behrens-Schule im Zentrum Mitte mit 2 Sekretariatsräumen so-
wie 8 Büros für die Schulleitung und weitere Leitungsfunktionen ausgestattet. Zudem stehen hier
2 Besprechungsräume, 3 Lehrkräftearbeitszimmer sowie 2 Lehrkräftezimmer zur Verfügung.
An verschiedenen Stellen des Schulgebäudes besteht Renovierungs- und Sanierungsbedarf.
109
Tabelle 23: Raumnutzung Peter-Behrens-Schule Mornewegstraße
Hauptnutzung
Peter-Behrens-Schule - Mornewegstraße
Art des
Raums Hauptnutzung Anzahl
Raumgröße in qm
Summe
Mittel-
wert
Mini-
mum
Maxi-
mum
Unterricht
Unterrichtsraum
– berufsübergreifender Unter -
richt
29 1.747,9 60,3 25,9 81,1
Fachraum Naturwissenschaften
reiner Computerfachraum 26 4 259,3 64,8 63,7 66,0
Musikraum
Kunstraum
Raum für fachpraktischen Unter -
richt
– Werkstatt
15 1691,7 112,8 10,6 300,0
Raum für fachpraktischen Unter -
richt
– Lehrküche27
6 431,9 72,0 41,0 97,4
Raum für fachpraktischen Unter -
richt
– zugehörige Räume zur Lehrkü-
che28
3 125,3 41,8 19,0 78,7
sonstiger Raum für fachprakti -
schen Unterricht 29 1 55,9 55,9 55,9 55,9
Vorbereitungs-, Sammlungs-
oder Maschinenraum
Differenzierungsraum
Aula / Forum
Schüler*
innenräume
Schüler*innenaufenthalt
Kiosk 2 168,4 84,2 16,1 152,2
SV-Raum30
Selbstlernzentrum /
Schüler*innenbücherei
sonst. Schüler*innenraum
Verwaltung
Sekretariat 2 64,8 32,4 27,3 37,5
Besprechungs-/ Beratungsraum 2 46,9 23,4 23,4 23,4
Lehrkräftearbeitsraum 3 63,3 21,1 17,2 24,4
Lehrkräftezimmer 2 83,9 41,9 28,9 54,9
Büro Schulleitung 4 114,4 28,6 24,5 40,2
Büro weitere Leitungsfunktionen 4 57,4 14,3 8,8 17,1
Büro Schulsozialarbeit 2 59,6 29,8 16,1 43,5
26 Ein Raum Fachraum der Druck- und Medientechnik.
27 Ein Raum Restaurant, ein Raum Metzgerei.
28 Ein Raum Thekenbereich des Restaurants.
29 Bäckerei.
30 Für die SV wird einer der Besprechungsräume genutzt.
110
Peter-Behrens-Schule - Mornewegstraße
Art des
Raums Hauptnutzung Anzahl
Raumgröße in qm
Summe
Mittel-
wert
Mini-
mum
Maxi-
mum
Funktionsräume
Kopierraum 1 25,3 25,3 25,3 25,3
Lehrmittelraum / Lagerraum 27 590,6 21,9 7,2 77,0
Serverraum
Sanitätsraum31
Hausmeister*in 1 26,9 26,9 26,9 26,9
sonst. Funktionsraum32 5 79,2 15,8 3,2 38,6
Der Standort in der Martin-Buber-Straße liegt ca. 8 Autominuten vom Hauptstandort entfernt.
Dort sind das Berufsfeld Chemie/Physik/Biologie und die Bildungsgänge zur Berufsvorbe -
reitung in Teilzeit für ihren Theorieunterricht untergebracht. Praktische Unterrichtsstunden
werden von dieser Gruppe am Hauptstandort wahrgenommen. Zusätzlich nutzt dieser Stand -
ort einzelne Räume im „Vereinsheim“, das sich in unmittelbarer Nähe befindet.33 Die Peter-
Behrens-Schule teilt sich das Gebäude zurzeit noch mit dem Abendgymnasium. Sobald das
Abendgymnasium ausgezogen ist, können die freiwerdende Lehrkräftezimmer von der Peter-
Behrens-Schule genutzt werden.
An diesem Standort stehen der Schule 18 Räume für den berufsübergreifenden Unterricht in
zwei Gebäudeteilen zur Verfügung (Tabelle 24). Ein Großteil der Klassenräume im Gebäudeteil
A sind dabei nach Aussage der Schule aufgrund der Raumgröße für maximal 16 Schüler*innen
nutzbar. Für die hier unterrichteten Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung wünscht sich die
Schule zusätzlich Ausweich- bzw. Differenzierungsräume, um diese Schüler*innen gezielt för-
dern zu können und ihnen Auszeiten zu ermöglichen.
Im Gebäudeteil B sind sowohl Räume für den berufsübergreifenden Unterricht als auch 7
naturwissenschaftliche Fachräume bzw. Labore sowie 2 Computerräume untergebracht. Einem
Teil der Klassenräume wie auch dem Lehrkräftezimmer in diesem Gebäudeteil fehlt dabei ein
zweiter baulicher Fluchtweg.
Auch der Außenstandort verfügt nicht über eine Sporthalle. Hier ist lediglich eine Gymnastik-
halle im Untergeschoß vorhanden.
Für den Aufenthalt der Schüler*innen steht zwar im Untergeschoß ein Aufenthaltsraum zur
Verfügung, dieser wird jedoch nicht mehr bewirtschaftet. Zudem wird der Raum als kaum
attraktiv für den Schüler*innenaufenthalt betrachtet. Auch auf dem kleinen Schulhof gibt es für
die Schüler*innen wenige Sitzgelegenheiten.
31 Die beiden Büros für die Schulsozialarbeit dienen auch als Sanitätsraum.
32 Verschiedene Depots (Lebensmittellager) und Heizraum
33 Diese Räume sind in der Raumerhebung nicht erfasst.
111
Ein Sekretariat steht nur am Hauptstandort an der Mornewegstraße zur Verfügung. Für die
Lehrkräfte stehen neben einem Lehrkräftearbeitsraum, der allerdings nicht mit Wlan ausge -
stattet sei, 4 kleinere Räume als Lehrkräftezimmer zur Verfügung. Bei Umzug des Abendgym -
nasiums soll dessen Lehrkräftezimmer übernommen werden. Des Weiteren bestehen hier 6
Büros für Lehrkräfte mit Leitungsfunktionen und 2 Büros für die Schulsozialarbeit.
Bei einer Umsiedlung an den Hauptstandort wird neben zusätzlichen Unterrichtsräumen für
den berufsübergreifenden Unterricht dort auch die Infrastruktur - insbesondere für den Be -
reich Chemie - geschaffen werden müssen. Dies erfordert u.a. die Einrichtung einer Neutrali -
sationsanlage zur Abwasserreinigung sowie ein/zwei Chemielager für feste und flüssige Stoffe,
die hohe Standards erfüllen müssten.
Tabelle 24: Raumnutzung Peter-Behrens-Schule Martin-Buber-Straße
Hauptnutzung
Peter-Behrens-Schule – Martin-Buber-Straße
Art des
Raums Hauptnutzung Anzahl
Raumgröße in qm
Summe
Mittel-
wert
Mini-
mum
Maxi-
mum
Unterricht
Unterrichtsraum
– berufsübergreifender Unterricht34 18 850,9 47,3 35,1 60,1
Fachraum Naturwissenschaften 7 465,5 66,5 58,5 67,8
reiner Computerfachraum35 2 98,2 49,1 38,1 60,1
Musikraum
Kunstraum
Raum für fachpraktischen Unterricht
– Werkstatt
Raum für fachpraktischen Unterricht
– Lehrküche
Raum für fachpraktischen Unterricht
– zugehörige Räume zur Lehrküche
sonstiger Raum für fachpraktischen
Unterricht
Vorbereitungs-, Sammlungs- oder
Maschinenraum
Differenzierungsraum
Aula / Forum
Schüler*-
innenräume
Schüler*innenaufenthalt
Kiosk 2 k.A. k.A. k.A. k.A.
SV-Raum
Selbstlernzentrum /
Schüler*innenbücherei 2 86,9 43,4 16,0 70,9
sonst. Schüler*innenraum
34 Für 2 Räume liegen keine Flächenangaben vor.
35 Ein Raum Fachraum der Druck- und Medientechnik
112
Peter-Behrens-Schule – Martin-Buber-Straße
Art des
Raums Hauptnutzung Anzahl
Raumgröße in qm
Summe
Mittel-
wert
Mini-
mum
Maxi-
mum
Verwaltung
Sekretariat
Besprechungs-/ Beratungsraum
Lehrkräftearbeitsraum 1 27,9 27,9 27,9 27,9
Lehrkräftezimmer36 4 66,3 22,1 10,3 37,1
Büro Schulleitung
Büro weitere Leitungsfunktionen 6 153,0 24,5 19,1 38,5
Büro Schulsozialarbeit 2 35,4 17,7 17,6 17,8
Funktionsräume
Kopierraum 1 18,6 18,6 18,6 18,6
Lehrmittelraum / Lagerraum37 10 315,6 52,6 17,2 96,4
Serverraum
Sanitätsraum
Hausmeister*in 2 20,3 10,2 10,1 10,2
sonst. Funktionsraum38 1 15,2 15,2 15,2 15,2
4.7.5 Geplante Entwicklungsperspektiven
Peter-Behrens-Schule
Erhalt der Landesfachklasse für den Ausbildungsberuf „Fachkraft für Lebensmitteltechnik“;
hier ist eine Ausbildungskooperation mit der Hochschule Geisenheim geplant, das heißt pa-
rallel zur berufsschulischen Ausbildung sollen Auszubildende die Hochschule besuchen, um
dann nach vier Jahren sowohl den Berufsabschluss als auch den Bachelor erreichen zu können
(Voraussetzung ist die individuelle Hochschulzugangsberechtigung!). Ein solches Kooperati-
onsmodell ist nicht zuletzt auch von großem Interesse für die betroffenen Ausbildungsbetriebe
(Maschinenhersteller), gerade im Hinblick auf die entsprechende Nachwuchssicherung.
Ab dem Schuljahr 2024/25 wird die Kooperation mit der Wilhelm-Leuschner-Schule als Mittel-
stufenschule für die an der Schule vorhandenen Berufsfelder geplant.
Die Erweiterung des Beruflichen Gymnasiums in Kooperation mit der Heinrich-Emanuel-Merck-
Schule wird langfristig vorgesehen für die FR Technik, Schwerpunkte Bau- und Umwelttechnik
sowie Gestaltungs- und Medientechnik. Die Erweiterung des Beruflichen Gymnasiums um die
genannten Fachrichtungen wird weiterhin in die künftigen Planungen einbezogen.
36 Ein Raum ohne Flächenangabe.
37 4 Räume ohne Flächenangabe.
38 Bikeschool (Möglichkeiten zur Fahrradreparatur).
113
4.8 Erasmus-Kittler-Schule
Selbstständige Berufliche Schule mit Schwerpunkt
Metall-/Fahrzeugtechnik,
Sanitär-/Heizungs-/Klimatechnik,
Gebäudetechnik
Erasmus-Kittler-Schule | 6282
Mornewegstraße 20, 64293 Darmstadt
(aktuell in Sanierung)
Hilpertstraße 31, 64295 Darmstadt
(Interims Haupstelle)
Paul Gerhardt Platz 5, 64293 Darmstadt
(Interims Außenstelle)
06151 13 4821 11
www.erasmus-kittler-schule.de
1273 Schülerinnen und Schüler
Schuljahr 2023/2024
1056 in Dualer Berufsausbildung
217 in Vollschulischen Bildungsgängen
83 % 17 %
114
4.8 Erasmus-Kittler-Schule
Die Erasmus-Kittler-Schule ist nach dem Elektrotechniker Erasmus Kittler benannt, der im 19.
Jahrhundert an der Technischen Hochschule Darmstadt das Institut für Elektrotechnik errichtet
hat. Die Schule entstand 1959 als Neubau in der Mornewegstraße. Sie umfasste damals alle Me-
tall- und Elektroberufe. 1986 wurde das Berufsfeld Elektrotechnik ausgegliedert und als Teilzeit-
berufsschule der Heinrich-Emanuel-Merck-Schule dem Berufsschulzentrum Nord zugeordnet.
Heute sind in der Erasmus-Kittler-Schule neben der Ausbildung in den traditionellen Metallbe-
rufen im Rahmen der Berufsschule weitere Vollzeitschulformen vorhanden.39
4.8.1 Bildungsgänge und Entwicklung
Erasmus-Kittler-Schule
Die Erasmus-Kittler-Schule bietet Bildungsgänge in Bereichen Metall- und Informationstechnik
in Bildungsgängen der Berufsfachschule zum Übergang in Ausbildung (BÜA), der Berufsschu-
le, der Fachoberschule sowie der Zweijährigen Fachschule an. Die folgende Tabelle 25 gibt
zunächst einen Überblick über die verschiedenen Ausbildungsgänge an der Erasmus-Kittler-
Schule. Für die Ausbildungsberufe Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker*in Fachrichtung
Karosserieinstandhaltungstechnik sowie Land- und Baumaschinenmechatroniker*in ist die
Erasmus-Kittler-Schule Fachklassenstandort in Südhessen.
Tabelle 25: Ausbildungsgänge an der Erasmus-Kittler-Schule
Bildungsgang Fachrichtung/Ausbildungsberufe
Vollzeit
Teilzeit
Dauer in
Jahren
FK
Berufsfachschule zum
Übergang in Ausbil-
dung (BÜA)
Technik Vollzeit 2
Berufsschule Anlagenmechaniker*in für Sanitär-,
Heizungs- und Klimatechnik Teilzeit 3,5
Fachkraft für Metalltechnik (Konstruktionstech-
nik/Montagetechnik/ Zerspanungstechnik) Teilzeit 2
Fachpraktiker*in für Metallbau Teilzeit 3,5
Metallbau FR Konstruktionstechnik Teilzeit 3,5
Feinwerkmechaniker*in SP Feinmechanik Teilzeit 3,5
Feinwerkmechaniker*in SP Maschinenbau Teilzeit 3,5
Industriemechaniker*in Teilzeit 3,5
Maschinen- und Anlagenführer*in SP: Metall
und Kunststofftechnik (Feinwerkmechanik/
Industriemechanik)
Teilzeit 2
Werkzeugmechaniker*in Teilzeit 3,5
Zerspannungsmechaniker*in Teilzeit 3,5
Konstruktionsmechaniker*in Teilzeit 3,5
Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker*in Teilzeit 3,5 FK
SH
39 https://www.erasmus-kittler-schule.de/geschichte-der-eks-2/
115
Bildungsgang Fachrichtung/Ausbildungsberufe
Vollzeit
Teilzeit
Dauer in
Jahren
FK
Kfz-Mechatroniker*in (Karosserietechnik/
Nutzfahrzeugtechnik/Pkw-Technik/System-
und Hochvolttechnik)
Teilzeit 3,5
Land- und Baumaschinenmechatroniker*in Teilzeit 3,5 FK
SH
Mechatroniker*in Teilzeit 3,5
Techn. Systemplaner*in Teilzeit 3,5
Techn. Produktdesigner*in Teilzeit 3,5
Kunststoff- und Kautschuktechnologe*in Teilzeit 3
Fachoberschule
Form A
Technik: SP Informationstechnik
Maschinenbau
Vollzeit 2
Fachoberschule
Form B
Technik: SP Informationstechnik
Maschinenbau
Vollzeit 1
Zweijährige Fachschule Maschinentechnik: SP Maschinenbau Teilzeit 4
Zweijährige Fachschule
Maschinentechnik:
SP Maschinenbau
SP Technische Betriebswirtschaft 40
Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik
Vollzeit 2
Abbildung 77 zeigt, dass die Schüler*innen in den Berufsschulklassen an der Erasmus-Kittler-
Schule die größte Gruppe darstellen. Sie machten 2023 83% der Schüler*innenschaft aus.
17% der Schüler*innen besuchten einen vollschulischen Bildungsgang an der Erasmus-Kittler-
Schule.
Abbildung 77: Anteil Schüler*innen nach Bildungsgängen an der
Erasmus-Kittler-Schule 2023
Berufsschule
T eilzeit
83,0
Berufsfachschule
zum Übergang in
Ausbildung
4,8
Zweijährige
Fachschule
T eilzeit
1,7
Zweijährige
Fachschule
Vollzeit
5,8
Fachoberschule
Form A
3,9
Fachoberschule
Form B
0,8
N=1.273
40 Bei der Technischen Betriebswirtschaft handelt es sich um eine Zusatzqualifikation, die ein halbes Jahr dauert.
Hierbei wird mit der Friedrich-List-Schule und der Heinrich-Emanuel-Merck-Schule kooperiert, die jeweils die entspre -
chenden Lehrkräfte abordnen. Der Bildungsgang wird nur angeboten, wenn genügend Bewerber*innen vorhanden
sind, daher nicht jedes Jahr.
116
Abbildung 78 zeigt die Gesamtentwicklung der Schüler*innenzahl an der Erasmus-Kittler-
Schule seit 2012. Wie deutlich wird, ist die Zahl der Schüler*innen in diesen 12 Jahren um
19,3% zurückgegangen. 2023 wurden 304 Schüler*innen weniger unterrichtet als 2012. Mit
der Corona-Pandemie hat ein deutlicher Einbruch der Anmeldungen stattgefunden. In den
Fachklassen der dualen Ausbildung wurde das Niveau der Anmeldungen von 2012 mittlerweile
wieder erreicht, insgesamt ist jedoch festzustellen, dass die Zahl der Schüler*innen, die in ei-
nen Bildungsgang der Erasmus-Kittler-Schule eintreten, seit 2019 um 16,5% abgenommen hat.
Abbildung 78: Anzahl Schüler*innen an der Erasmus-Kittler-Schule
Wie Tabelle 26 zeigt, ist die Zahl der Schüler*innen sowohl an der Berufsschule als auch in den
vollschulischen Bildungsgängen seit 2018 zurückgegangen ist.
Tabelle 26: Schüler*innen in den Bildungsgängen der Erasmus-Kittler-Schule
Erasmus-Kittler-Schule
Anzahl Schüler*innen
Bildungsgang 2018 2019 2020 2021 2022 2023
Berufsschule 1.193 1.177 1.130 1.095 1.062 1.056
Vollschulische
Bildungsgänge
gesamt
314 276 248 248 263 217
Berufsfachschule zum Über -
gang in Ausbildung (BÜA) 91 85 88 83 76 61
Zweijährige Fachschule Vollzeit 85 64 80 74 88 74
Zweijährige Fachschule Teilzeit 42 38 19 27 25 22
Fachoberschule Form A 71 64 53 51 63 50
Fachoberschule Form B 25 25 8 13 11 10
GESAMT 1.507 1.453 1.378 1.343 1.325 1.273
1.577
1.524
1.499
1.519
1.516
1.488
1.507
1.453
1.378
1.343
1.325
1.273
568
473
474
540
576
540
552
553
392
468
478
462
1.235
1.164
1.172
1.181
1.144
1.183
1.193
1.177
1.130
1.095
1.062
1.056
377
296
307
351
349
384
387
373
296
316
321
377
0
400
800
1.200
1.600
2.000
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
2023
Anzahl
Duale
Ausbildung
-
14,5%
Gesamt
-
19,3%
1. Jahrgang
-
18,7%
Duale
Ausbildung
1. Jg. +/
-
0%
117
Tabelle 27 gibt die Zahl der Auszubildenden in den einzelnen Ausbildungsberufen an der
Erasmus-Kittler-Schule 2023 wieder. Neben großen Ausbildungsberufen wie Anlagenmechanik
für Sanitär-, Heizung und Klimatechnik werden hier auch Berufe mit einer geringen Zahl von
Auszubildenden unterrichtet. 10 dieser Ausbildungsberufe standen daher 2021 „unter Beob-
achtung“ des Hessischen Kultusministeriums.
Tabelle 27: Anzahl Schüler*innen der Berufsschule an der Erasmus-Kittler-Schule
nach Ausbildungsberufen 2023
Erasmus-Kittler-Schule
Ausbildungsberuf
Anzahl
Schüler*innen
Anlagenmechaniker*in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik 195
Kraftfahrzeugmechatroniker*in -
SP: Personenkraftwagentechnik 171
Land- und Baumaschinenmechatroniker*in 140
Mechatroniker*in 130
Industriemechaniker*in 125
Kraftfahrzeugmechatroniker*in
SP: Nutzfahrzeugtechnik 35
Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker*in
FR: Karosserieinstandhaltungstechnik 34
Konstruktionsmechaniker*in 29
Metallbauer*in
FR: Konstruktionstechnik 22
Feinwerkmechaniker*in
SP: Feinmechanik 17
Verfahrensmechaniker*in für Kunststoff- und Kautschuktechnik
FR: Formteile 16
Technischer Produktdesigner*in -
FR: Maschinen- und Anlagenkonstruktion 15
Fachkraft für Metalltechnik
FR: Konstruktionstechnik 12
Kraftfahrzeugmechatroniker
SP: System- und Hochvolttechnik 11
Kunststoff- und Kautschuktechnologe*in
FR Formteile 10
Maschinen- und Anlagenführer*in
SP: Metall- und Kunststofftechnik 10
Feinwerkmechaniker*in
SP: Maschinenbau 9
Zerspanungsmechaniker*in 9
Verfahrensmechaniker*in für Kunststoff- und Kautschuktechnik
FR: Halbzeuge 8
Fachpraktiker*in für Metallbau 7
Kunststoff- und Kautschuktechnologe*in
FR Halbzeuge 7
118
Erasmus-Kittler-Schule
Ausbildungsberuf
Anzahl
Schüler*innen
Kunststoff- und Kautschuktechnologe*in
FR: Mehrschichtkautschukteile 6
Technischer Produktdesigner*in
FR: Produktgestaltung und -konstruktion 6
Technischer Systemplaner*in
FR: Versorgungs- und Ausrüstungstechnik 5
Fachkraft für Metalltechnik
FR: Montagetechnik 4
Maschinen- und Anlagenführer*in
SP: Metall- und Kunststofftechnik 4
Verfahrensmechaniker*in für Kunststoff- und Kautschuktechnik
FR: Mehrschichtkautschukteile 4
Fachkraft für Metalltechnik - FR: Zerspanungstechnik *
Kraftfahrzeugmechatroniker*in - SP: Karosserietechnik *
Werkzeugmechaniker*in *
Kunststoff- und Kautschuktechnologe - FR Bauteile *
Maschinen- und Anlagenführer*in
SP: Metall- und Kunststofftechnik *
Technischer Systemplaner*in - FR: Stahl- und Metallbautechnik *
Gesamt 1.056
4.8.2 Zusammensetzung Erasmus-Kittler-Schule
An der Erasmus-Kittler-Schule werden in der überwiegenden Mehrheit Männer unterrichtet
(Abbildung 79). Der Frauenanteil liegt im gesamten betrachteten Zeitraum unter 5%. 2023 ist
der Anteil von Frauen auf den niedrigsten Wert von 3,5% gesunken. Unterschiede zwischen
verschiedenen Bildungsgängen bestehen hier nicht.
Abbildung 79: Frauen- und Männeranteil an der Erasmus-Kittler-Schule
3,5
4,4
4,2
4,1
4,5
4,6
4,0
4,6
4,3
3,7
4,1
3,7
96,5
95,5
95,7
95,9
95,5
95,4
96,0
95,4
95,7
96,3
95,9
96,3
0,0
20,0
40,0
60,0
80,0
100,0
2023
2022
2021
2020
2019
2018
2017
2016
2015
2014
2013
2012
Frauen
Männer
Prozent
119
2023 hatte etwas mehr als ein Drittel der Schüler*innen der Erasmus-Kittler-Schule einen Mi-
grationshintergrund, d.h. sie sind selbst im Ausland geboren, haben mindestens ein Elternteil,
das im Ausland geboren ist und/oder sprechen zu Hause eine andere Sprache als Deutsch (Ab-
bildung 80). Hierbei bestehen deutliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Bildungs-
gängen. In den Fachklassen der Berufsschule entspricht der Anteil etwa Durchschnitt, an der
BÜA liegt der Anteil mit 70% deutlich darüber. Auch an der Fachoberschule Form A werden mit
fast der Hälfte überdurchschnittlich viele Schüler*innen mit Migrationshintergrund unterrich-
tet. An der zweijährigen Fachschule ist ihr Anteil jedoch unterdurchschnittlich.
Abbildung 80: Anteil Schüler*innen mit Migrationshintergrund an der
Erasmus-Kittler-Schule nach Bildungsgängen 2023
Abbildung 81 zeigt, dass nur etwa ein Fünftel der Schüler*innen der Erasmus-Kittler-Schule in
Darmstadt lebt. 40% haben ihren Wohnort im Landkreis Darmstadt-Dieburg und ein knappes
Viertel kommt aus den weiteren südhessischen Landkreisen Bergstraße, Groß-Gerau oder dem
Odenwaldkreis.
Abbildung 81: Anteil Schüler*innen nach Wohnort an der Erasmus-Kittler-Schule 2023
17,6
27,3
48,0
70,5
35,5
36,4
0
20
40
60
80
100
Zweijährige Fachschule Vollzeit
Zweijährige Fachschule Teilzeit
Fachoberschule Form A
Berufsfachschule zum Übergang
in Ausbildung
Berufsschule
GESAMT
Prozent
Darmstadt
20,7
Landkreis
Darmstadt
-
Dieburg
40,4
Sonst. Südhessen
Bergstraße
Groß
-
Gerau
Odenwaldkreis
22,9
Andere
Bundesländer
3,3
N=1.273
Sonst.
Hessen
12,8
120
Betrachtet man nur die Gruppe der Schüler*innen in der Berufsschule an der Erasmus-Kittler-
Schule, ergibt sich hinsichtlich des Wohnortes eine ähnliche Verteilung (Abbildung 82).
Abbildung 82: Anteil Schüler*innen in der Berufsschule nach Wohnort an der
Erasmus-Kittler-Schule 2023
Betrachtet man dagegen die Verteilung der Betriebsstätten der Schüler*innen in den Fach-
klassen der Erasmus-Kittler-Schule, zeigt sich eine andere Verteilung (Abbildung 83). Mit 45%
bilden Schüler*innen mit Betriebsstätte in Darmstadt die größte Gruppe. Auszubildende mit
Betriebsstätte im Landkreis Darmstadt-Dieburg machen etwas mehr als ein Drittel aus. Ein
Großteil von ihnen, 31%, hat dabei eine Betriebsstätte im Altkreis. Etwa jede*r achte Auszubil-
dende absolviert eine Ausbildung in einem der drei südhessischen Kreise Bergstraße, Groß-
Gerau oder dem Odenwaldkreis.
Abbildung 83: Anteil Schüler*innen in der Berufsschule nach Betriebsstätte an der Erasmus-
Kittler-Schule 2023
Darmstadt
18,1
Landkreis
Darmstadt
-
Dieburg
41,2
Sonst. Südhessen
Bergstraße
Groß
-
Gerau
Odenwaldkreis
23,5
Sonst.
Hessen
14,5
Andere
Bundesländer
2,7
N=1.056
Darmstadt
44,9
Altkreis
LaDaDi
30,9
Übriger Landkreis
Darmstadt
-
Dieburg
4,5
Sonst.
Südhessen
Bergstraße
Groß
-
Gerau
Odenwaldkreis
11,6
Sonst.
Hessen
8,0
Andere
Bundesländer
0,3
N=1.056
121
Verschiedene Ausbildungsberufe werden sowohl an der Berufsschule der Erasmus-Kittler-Schu-
le wie auch der Landrat-Gruber-Schule in Dieburg unterrichtet. Wie Tabelle 28 zeigt, gehören
dazu große Ausbildungsberufe wie die Anlagenmechanik für Sanitär, Heizungs- und Klima-
technik, Industriemechanik, Mechatronik und KFZ-Mechatronik Personenkraftwagentechnik.
Daneben betreffen die Doppelangebote auch kleinere Ausbildungsberufe im Bereich Metall wie
Werkzeug- oder Zerspanungsmechanik. Diese kleineren Ausbildungsberufe erfüllen auch die
abgesenkte Mindestklassengröße nicht. Dies gilt auch für weitere Ausbildungsberufe, die nur
an der Erasmus-Kittler-Schule unterrichtet werden.41
Tabelle 28: Doppelangebote Erasmus-Kittler-Schule und Landrat-Gruber-Schule 2023
Ausbildungsberuf
Anzahl
Schüler*innen
Anlagenmechaniker*in für Sanitär-, Heizungs- und
Klimatechnik 195
Kraftfahrzeugmechatroniker*in
SP: Personenkraftwagentechnik 171
Mechatroniker*in 130
Industriemechaniker*in 125
Kraftfahrzeugmechatroniker*in
SP Nutzfahrzeugtechnik 35
Metallbauer*in
FR Konstruktionstechnik 22
Feinwerkmechaniker*innen
SP Feinmechanik 17
Zerspanungsmechaniker*in 9
Werkzeugmechaniker*in *
Fachkraft Metalltechnik
FR Zerspanungstechnik *
Nach den Plänen des Landkreis Darmstadt-Dieburg sollen einige kleinere Ausbildungsberufe aus
dem Metallbereich an der Landrat-Gruber-Schule zukünftig aufgegeben werden, sodass Auszu-
bildende mit Betriebsstätte im Landkreis Darmstadt-Dieburg zukünftig an der Erasmus-Kittler-
Schule unterrichtet würden. Dazu gehören die Ausbildungsberufe zur Industriemechaniker*in,
zum/zur Feinmechaniker*in SP Feinmechanik, Zerspanungsmechaniker*in und die Fachkraft
Metalltechnik– FR Zerspanungstechnik. Da die Zahl der Auszubildenden an der Landrat-Gruber-
Schule in diesen Berufen sehr gering war, ist nicht davon auszugehen, dass sich die Zahl der
Schüler*innen an der Erasmus-Kittler-Schule damit erheblich erhöht. Auch an der Erasmus-Kitt-
ler-Schule sind diese Ausbildungsberufe nur gering vertreten Dies dürfte sich auch bei Hinzukom-
men von Schüler*innen aus dem Landkreis kaum verändern.
Auf der anderen Seite möchte der Landkreis Darmstadt-Dieburg die Ausbildungsberufe der
Anlagenmechanik für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Mechatronik, Kraftfahrzeugmecha-
tronik SP Personenkraftwagentechnik sowie Metallbauer*in FR Konstruktionstechnik an der
Landrat-Gruber-Schule stärken. Mit Aufhebung der Altkreisregelung würde die Erasmus-Kittler-
Schule damit Schüler*innen mit Betriebsstätte im Landkreis Darmstadt-Dieburg verlieren.
41 2021 zählten hierzu die Berufe der Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker*in in FR Karosserieinstandhaltung,
Technische Produktdesigner*in in FR Maschinen- und Anlagenkonstruktion sowie in Fachrichtung Stahl und Metall -
bautechnik sowie Verfahrensmechaniker*in für Kunststoff- und Kautschuktechnologie.
122
Die folgende Tabelle 29 zeigt die Anzahl der Schüler*innen in diesen Doppelangeboten nach
Betriebsstätte 2023. 47% der Auszubildenden in diesen fünf Berufen absolvieren demnach ihre
Ausbildung in einem Betrieb mit Sitz im Landkreis Darmstadt-Dieburg; im Ausbildungsberuf
der Anlagenmechaniker*in für Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik sind es sogar mehr als die
Hälfte. Um die Schülerzahlen in diesem Ausbildungsberuf verhältnismäßig auf die Beruflichen
Schulen in Dieburg und Darmstadt zu verteilen, beabsichtigen die Schulträger des Landkreis
Darmstadt- Dieburg und der Wissenschaftsstadt Darmstadt gemeinsam eine Vereinbarung zu
treffen. Demnach sollen Schüler*innen im Ausbildungsberuf Anlagenmechaniker*in für
Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik mit Betriebsstätte in Erzhausen, Griesheim und
Weiterstadt weiterhin von der Erasmus-Kittler-Schule in Darmstadt aufgenommen werden.
Tabelle 29: Schüler*innen nach Ausbildungsberufen und Betriebsstätte an der
Erasmus-Kittler-Schule im Doppelangebot mit der
Landrat-Gruber-Schule 2023
Erasmus-Kittler-Schule
Landkreis
Darmstadt-
Dieburg
Sonsti-
ge Gesamt
Anteil Landkreis
Darmstadt-
Dieburg
Anlagenmechaniker*in für Sanitär-,
Heizungs- und Klimatechnik 106 5 195 54,4
Kraftfahrzeugmechatroniker*in -
SP: Personenkraftwagentechnik 102 4 220 46,4
Mechatroniker*in 43 * 130 33,1
Metallbauer*in -
FR: Konstruktionstechnik 14 – 21 63,6
Werkzeugmechaniker*in * – * 100,0
GESAMT 268 11 569 47,1
123
4.8.3 Prognose Erasmus-Kittler-Schule
In Tabelle 30 sind die Annahmen zur Prognose der Schüler*innenzahl an der Erasmus-Kittler-
Schule zusammengefasst.
Tabelle 30: Annahmen Prognose Erasmus-Kittler-Schule
Erasmus-Kittler-Schule
• 12,8% der Bevölkerung im Alter von 16 bis unter 22 Jahren in der Wissenschaftsstadt
Darmstadt und im Landkreis Darmstadt-Dieburg beginnen einen Bildungsgang an einer
Beruflichen Schule in Trägerschaft der Wissenschaftsstadt Darmstadt.
• 13% hiervon beginnen einen Bildungsgang an der Erasmus-Kittler-Schule.
• Nach den Plänen des Landkreises werden folgende Fachklassen an der Landrat-Gruber-
Schule aufgegeben und die Schüler*innen zukünftig an der Erasmus-Kittler-Schule
unterrichtet:
• Fachkraft Metalltechnik - FR Zerspanungstechnik
• Feinwerkmechanik - SP Feinmechanik
• Feinwerkmechanik - SP Werkzeugbau
• Industriemechanik
• Zerspanungsmechanik
• Bei Aufkündigung der öffentlich-rechtlichen Vereinbarung zur Altkreisregelung werden ab
1.8.2026 Auszubildende der folgenden Berufe mit Betriebsstätte im Landkreis Darm
stadt-Dieburg nicht mehr an der Erasmus-Kittler-Schule unterrichtet:
• Anlagenmechaniker*in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik
• Kraftfahrzeugmechatroniker*in - SP: Personenkraftwagentechnik
• Mechatroniker*in
• Metallbauer*in - Fachrichtung: Konstruktionstechnik
• Werkzeugmechaniker*in
Wird die Altkreisregelung ab 2026 aufgehoben, wird die Erasmus-Kittler-Schule sukzes-
sive Schüler*innen verlieren, da im 1. Ausbildungsjahrgang der betroffenen Berufe keine
Schüler*innen mit Betriebsstätte im Landkreis Darmstadt-Dieburg mehr aufgenommen werden
könnten (Abbildung 84). Da dies an der Erasmus-Kittler-Schule größere Ausbildungsberufe
betrifft, ist an der Schule jährlich mit einem Verlust von bis zu 270 Schüler*innen weniger
zu rechnen. Gleichzeitig kämen Auszubildende hinzu, deren Ausbildungsberufe ab diesem
Zeitpunkt nicht mehr an der Landrat-Gruber-Schule angeboten werden. Da deren Zahl jedoch
gering ist, nimmt die Gesamtzahl der Schüler*innen an der Erasmus-Kittler-Schule sukzessi-
ve ab. Ab 2030, wenn alle Jahrgänge der betroffenen Ausbildungsberufe, in denen sich noch
Schüler*innen aus dem Landkreis befunden haben, durchlaufen sind, steigt die Zahl der Aus-
zubildenden entsprechend der Bevölkerungsentwicklung wieder leicht an. 2033 werden wieder
1.155 Schüler*innen erwartet.
124
Abbildung 84: Prognose Erasmus-Kittler-Schule
Aufgeschlüsselt nach Berufsschule und vollschulischen Bildungsgängen wird der Rückgang der
Schüler*innenzahl infolge der Aufhebung der Altkreisregelung noch einmal deutlicher (Abbil-
dung 85). 2029 werden 261 Auszubildende weniger an der Erasmus-Kittler-Schule erwartet als
2025. Danach steigt die Zahl entsprechend der Bevölkerungsentwicklung wieder leicht an. Bei
den vollschulischen Bildungsgängen, die nicht von der Altkreisregelung betroffen sind, ergibt
sich dagegen ein leichter Anstieg der Schüler*innenzahl aufgrund der demographischen Ent-
wicklung.
Abbildung 85: Prognose Berufsschule und vollschulische Bildungsgänge
Erasmus-Kittler-Schule
Sollte es gelingen, wie geplant drei neue Ausbildungsberufe an der Erasmus-Kittler-Schule
anzusiedeln (vgl. Kapitel 4.8.5 Geplante Entwicklungsperspektiven Erasmus-Kittler-Schule, S.
125), könnte der Verlust an Schüler*innen infolge der Aufkündigung der Altkreisregelung zu-
mindest zum Teil zu kompensiert werden.
1.507
1.453
1.378
1.343
1.325
1.273
1.324
1.342
1.288
1.191
1.142
1.090
1.104
1.122
1.141
1.155
0
400
800
1.200
1.600
2.000
2018
2019
2020
2021
2022
2023
2024
2025
2026
2027
2028
2029
2030
2031
2032
2033
Anzahl
314
276
248
248
263
217
229
235
245
238
244
244
248
252
258
259
1.193
1.177
1.130
1.095
1.062
1.056
1.095
1.107
1.043
953
898
846
856
870
883
896
0
300
600
900
1.200
1.500
2018
2019
2020
2021
2022
2023
2024
2025
2026
2027
2028
2029
2030
2031
2032
2033
Anzahl
Berufsschule
Vollschulische Bildungsgänge
125
4.8.4 Räumliche Situation Erasmus-Kittler-Schule
Die Erasmus-Kittler-Schule ist Teil des Berufsschulzentrums Mitte an der Mornewegstraße. Auf
diesem Gelände befindet sich auch die Peter-Behrens-Schule. Das Werkstattgebäude und das
sogenannte „Interimsgebäude“ werden von beiden Schulen genutzt.
Der Erasmus-Kittler-Schule standen zum Zeitpunkt der Raumbestandserhebung im Berufs-
schulzentrum Mitte 37 Unterrichtsräume für den berufsübergreifenden Unterricht, 9 Fachräu-
me, davon 7 Computerräume sowie 17 Werkstätten zur Verfügung (Tabelle 31). Als Differen-
zierungsräume wurden 3 Räume in Hauptnutzung angegeben. Aus Sicht der Schule fehlten
in den Bestandsgebäuden 3 Unterrichtsäume für den berufsübergreifenden Unterricht, 2
Computerräume, 9 Lager-, Medien- und Vorbereitungsräume sowie 2 Labore oder Hallen.
Zum Aufenthalt der Schüler*innen der Erasmus-Kittler-Schule wie auch der Peter-Behrens-
Schule steht ein Raum zur gemeinsamen Nutzung zur Verfügung, in dem auch ein Kiosk unter-
gebracht ist. Nach Aussagen der Schule verbringen die Schüler*innen ihre Pausen daher meist
in den Unterrichtsräumen.
Die Beratungsangebote, die größtenteils im Bereich der Peter-Behrens-Schule angesiedelt sind,
stehen beiden Schulen zur Verfügung. An der Erasmus-Kittler-Schule stehen 2 Räume für die
Schulsozialarbeit zur Verfügung.
Am Berufsschulzentrum Mitte steht keine Aula für Veranstaltungen zur Verfügung. Ebenso
fehlt dem gesamten Zentrum Mitte eine Sporthalle. Der Sportunterricht wird in verschiedenen
Sporthallen im Stadtgebiet abgehalten.
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt hat 2024 mit der Kernsanierung des Hauptgebäudes und
dem Abriss der alten Werkhalle der Erasmus-Kittler-Schule begonnen. Die Maßnahme umfasst
außerdem die Erweiterung des Südflügels. Hier werden vor allem allgemeine Unterrichtsräume
entstehen. Im Hauptgebäude werden insbesondere die Fachräume auf den neuesten Stand der
Technik gebracht. Zudem ermöglicht der Abriss und Neuaufbau des obersten Geschosses die
Raumstrukturen für individualisiertes und selbstorganisiertes Lernen anzupassen und Aufent-
haltsbereiche für Schüler*innen zu schaffen. Dieses Prinzip ist auch im Untergeschoss konzep -
tionell berücksichtigt.
Der Sanierungsbeginn machte eine Auslagerung der Schule erforderlich: seit den Herbstferien
des Schuljahres 2024/2025 befindet sich die Schule nun am Interimsstandort in der Hilpert-
straße, der mit einem Großteil der Unterrichtsräume sowie der Verwaltungsräume bis zum
Abschluss der Bauphase als neue Hauptstelle fungiert. Als Außenstelle stehen in der ehemali-
gen Lessingschule am Paul-Gerhardt-Platz, etwa 10 Minuten mit dem Auto entfernt, insgesamt
vier Unterrichtsräumen sowie Projekträume der Fachschule zur Verfügung. Am eigentlichen
Standort in der Mornewegstraße wird der Unterricht im Werkstattgebäude in Verbindung mit
dem Interimsgebäude und den Containeranlagen fortgesetzt.
Bei der anstehenden Sanierung und Erweiterung der Erasmus-Kittler-Schule sind umfassende
Maßnahmen der Barrierefreiheit bereits in die Planung eingeflossen, wie beispielsweise der
Bau eines neuen Aufzugs im Bereich des Südflügels um auch die Klassenräume im Unterge-
schoss barrierefrei zu erschließen.
126
Tabelle 31: Raumnutzung Erasmus-Kittler-Schule Hauptnutzung
Erasmus-Kittler-Schule
Art
des
Raums Hauptnutzung Anzahl
Raumgröße in qm
Summe
Mittel-
wert
Mini-
mum
Maxi-
mum
Unterricht
Unterrichtsraum
– berufsübergreifender
Unterricht42
37 2.525,5 68,3 22,0 97,7
Fachraum Naturwissenschaften 2 149,4 74,7 73,2 76,2
reiner Computerfachraum 7 525,2 75,0 65,0 84,1
Musikraum
Kunstraum
Raum für fachpraktischen
Unterricht
– Werkstatt
17 1.663,2 97,8 56,4 185,8
Raum für fachpraktischen
Unterricht
– Lehrküche
Raum für fachpraktischen
Unterricht
– zugehörige Räume zur Lehrkü-
che
sonstiger Raum für fachprakti-
schen Unterricht43 1 69,7 69,7 69,7 69,7
Vorbereitungs-, Sammlungs- oder
Maschinenraum 11 388,1 35,3 17,5 123,3
Differenzierungsraum 3 42,5 14,2 10,2 16,2
Aula / Forum
Schüler*-
innenräume
Schüler*innenaufenthalt44
Kiosk
SV-Raum
Selbstlernzentrum/
Schüler*innenbücherei
sonst. Schüler*innenraum
Verwaltung
Sekretariat 1 55,8 55,8 55,8 55,8
Besprechungs-/ Beratungsraum
Lehrkräftearbeitsraum45
7 189,1 27,0 15,8 37,5
Lehrkräftezimmer 7 189,1 27,0 15,8 37,5
Büro Schulleitung 2 72,5 36,2 28,5 44,0
Büro weitere Leitungsfunktionen 4 93,3 23,3 19,5 27,4
Büro Schulsozialarbeit 1 26,8 26,8 26,8 26,8
42 2 rund 70 m² große Räume lassen sich miteinander verbinden.
43 Laborraum Elektrotechnik
44 Gemeinsame Nutzung mit der Peter-Behrens-Schule, siehe dort.
45 Ein Raum Nebenraum-/Aufsichtsraum innerhalb der Werkstatt („Meisterbude“)
127
Erasmus-Kittler-Schule
Art
des
Raums Hauptnutzung Anzahl
Raumgröße in qm
Summe
Mittel-
wert
Mini-
mum
Maxi-
mum
Funktionsräume
Kopierraum
Lehrmittelraum / Lagerraum 1 50,4 50,4 50,4 50,4
Serverraum 1 10,4 10,4 10,4 10,4
Sanitätsraum 1 9,8 9,8 9,8 9,8
Hausmeister*in 2 44,8 22,4 21,8 23,0
sonst. Funktionsraum46 2 50,5 25,3 9,8 40,7
Es bestehen folgende Raumbedarfe:
• Flexibel nutzbarer Räume, um auch Differenzierung innerhalb eines Unterrichtsraums zu
ermöglichen.
• Zurzeit müssen die Wagen, LKWs, Traktoren oder andere landwirtschaftliche Geräte, die
für die Ausbildung zur Kfz-Mechatronik benötigt werden, zwischen den Werkstattgebäuden
geparkt werden. Teilweise sind die Geräte auch zu hoch, um in die Werkstatt gefahren zu
werden und müssen draußen bearbeitet werden. Hierfür ist eine überdachte Halle erforder-
lich.
• Da beiden Schulen – der Erasmus-Kittler-Schule wie der Peter-Behrens-Schule - eine Men-
sa wie auch eine Aula bzw. ein Veranstaltungsraum fehlen, ist dies einer der wichtigsten
genannten Raumbedarfe.
• Weder die Erasmus-Kittler-Schule noch die Peter-Behrens-Schule verfügen über eine Sport-
halle. Um den Sportunterricht ohne große Wegezeiten zu gewährleisten, ist eine Sporthalle
auf dem Gelände des neuen Zentrums Mitte in einzuplanen.
• Da aktuell die Lehrmittel und Anschauungsmaterialien teilweise in Schränken in den Klas-
senräumen untergebracht werden müssen, sind mehr Vorbereitungsräume erforderlich.
Renovierungs- bzw. Sanierungsbedarfe sieht die Schule im Hinblick auf die Flure sowie im Hin-
blick auf Klassenräume im Keller mit offenen Installationen an der Decke des Ganges. Teilweise
dringe Wasser ein.
46 Raum Schul-IT und Papierlager.
128
4.8.5 Geplante Entwicklungsperspektiven
Erasmus-Kittler-Schule
• Grundsätzliche Bemerkungen: Die Sparten der Erasmus-Kittler-Schule Metalltechnik, Kraft-
fahrzeugtechnik sowie Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sind im Kontext von Industrie
4.0 und neuer Antriebstechnologien sowie mit Blick auf erneuerbare Energien und nicht zu-
letzt auf Nachhaltigkeit zukunftsweisend. Die zunehmende Automatisierung und fortschrei-
tende Digitalisierung in Industrie und Handwerk führen zu einem wachsenden Bedarf an
Fachkräften, die für den Bau, die Wartung und Instandhaltung moderner Maschinen quali-
fiziert sein müssen – insbesondere in der Metalltechnik. Ein weiterer, wachsender Bereich
in der Metalltechnik ist die additive Fertigung (3D-Druck), die zunehmend an Bedeutung
gewinnt.
Die Fahrzeugentwicklung hat sich mit den neuen Antriebstechnologien, von Fahrrädern und
E-Bikes bis hin zu Lkw und Nutzfahrzeugen, teils grundlegend gewandelt. Dies erfordert
eine steigende Anzahl an Fachkräften, die auf diese modernen Antriebssysteme spezia-
lisiert sind. Auch in der Gebäudetechnik wird der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften
weiter steigen, da energieeffiziente Sanierungen, der Bau und Betrieb von Gebäuden unter
Berücksichtigung erneuerbarer Energien und nachhaltiger Technologien immer wichtiger
werden, insbesondere in der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik.
Diese Entwicklungen unterstreichen das große Zukunftspotenzial der genannten Berufsfel
der und heben die Bedeutung des berufsschulischen Bildungsangebotes an der Erasmus-
Kittler-Schule in der Wissenschaftsstadt Darmstadt hervor – für die Fachkräfte von morgen.
• Der Erhalt als Fachklassenstandort für die nachfolgend genannten Ausbildungsberufe wird
deshalb unabdingbar – auch wenn vorübergehend in einigen Ausbildungsberufen nur eine
geringe Nachfrage in der Region Südhessen besteht: Feinwerkmechaniker, Konstruktions-
mechaniker, Metallbauer, Technischer Produktdesigner, Technischer Systemplaner, Werk-
zeugmechaniker und Zerspanungsmechaniker. Die personellen Fachkompetenzen sowie
die erforderliche Ausstattung für eine qualitativ hochwertige Ausbildung sind an der Schule
gegeben.
• Ab dem Schuljahr 2024/25 besteht die Kooperation mit der Wilhelm-Leuschner-Schule als
Mittelstufenschule für die Berufsfelder Metall- und Fahrzeugtechnik.
129
4.9 Alice-Eleonoren-Schule
Selbstständige Berufliche Schule mit Schwerpunkt
Sozialpädagogik/-pflege, Körperpflege,
Textiltechnik/Bekleidung
Alice-Eleonoren-Schule | 6280
Kapellplatz 2, 64283 Darmstadt
(Hauptstelle)
Martinstraße 140, 64285 Darmstadt
(Außenstelle)
Heinrichstaße 78, 64283 Darmstadt
(Außenstelle)
06151 13 4804 00
www.alice-eleonoren-schule.de
994 Schülerinnen und Schüler
Schuljahr 2023/2024
83 in Dualer Berufsausbildung
911 in Vollschulischen Bildungsgängen
8 % 92 %
130
4.9 Alice-Eleonoren-Schule
„Die Alice-Eleonoren-Schule ist die älteste Berufliche Schule Hessens. Sie ist mehr als 145
Jahre alt und steht in engem Zusammenhang mit der Entwicklung von Frauenberufen. Tradi-
tionell war das die Ausbildung in den Berufsfeldern Textiltechnik und Bekleidung, Ernährung
und Hauswirtschaft sowie im Berufsfeld Körperpflege, die es den Frauen ermöglichten, ihren
Broterwerb ähnlich wie Männer zu gestalten und damit gesellschaftlich unabhängig zu sein.“47
Heute liegt der Ausbildungsschwerpunkt im sozialpädagogischen und sozialpflegerischen
Bereich. Seit 2019 ist die Alice-Eleonoren-Schule selbstständige Berufliche Schule.
Die Alice-Eleonoren-Schule ist an drei verschiedenen Standorten untergebracht. Der Haupts-
tandort befindet sich am Kapellplatz. Hier sind die meisten Unterrichts- und Verwaltungsräume
angesiedelt. Daneben nutzt die Alice-Eleonoren-Schule einzelne Räume im Alten Pädagog und
hat Außenstellen in der Martinstraße und in der Heinrichstraße.
4.9.1 Bildungsgänge und Entwicklung
Alice-Eleonoren-Schule
An der Alice-Eleonoren-Schule werden die Berufsfelder Körperpflege, Ernährung und Hauswirt-
schaft, Textiltechnik und Bekleidung sowie Gesundheit und Sozialwesen in Bildungsgängen zur
Berufsvorbereitung, an der Zweijährigen Berufsfachschule, als vollschulische Berufsausbildung
an der Mehrjährigen Berufsfachschule mit Berufsabschluss sowie der Zweijährigen Höheren
Berufsfachschule, der Fachoberschule sowie der Fachschule unterrichtet. Des Weiteren werden
hier Schüler*innen in der dualen Ausbildung an der Berufsschule sowie Seiteneinsteiger*innen
beschult. Die folgende Tabelle 32 gibt zunächst einen Überblick über die verschiedenen Ausbil-
dungsgänge an der Alice-Eleonoren-Schule (Stand 2022).
Tabelle 32: Ausbildungsgänge an der Alice-Eleonoren-Schule
Bildungsgang Fachrichtung/Ausbildungsberuf
Vollzeit
Teilzeit
Dauer in
Jahren
Bildungsgänge zur
Berufsvorbereitung
Ernährung und Hauswirtschaft
Körperpflege
Pflege integriert (PfIn)
Vollzeit 1
Mehrjährige Berufsfachschule
mit Berufsabschluss
Textiltechnik und Bekleidung:
Maßschneider*in Vollzeit 3
Zweijährige Berufsfachschule Med.-technisch/krankenpflegerisch
Sozialpflegerisch/sozialpädagogisch
Vollzeit 2
Zweijährige Höhere
Berufsfachschule
Sozialpädagogik
Sozialpflege
Vollzeit 2
Berufsschule Fachpraktiker*in Hauswirtschaft Teilzeit 3
Friseur*in Teilzeit 3
Änderungsschneider*in
Maßschneider*in Damen
Maßschneider*in Herren
Textil- u. Modeschneider*in
Teilzeit 3
Fachoberschule Form A
Sozialwesen
Technik:
SP Textiltechnik und Bekleidung
Vollzeit 2
47 https://alice-eleonoren-schule.de/ueber-die-alice-eleonoren-schule/
131
Bildungsgang Fachrichtung/Ausbildungsberuf
Vollzeit
Teilzeit
Dauer in
Jahren
Fachoberschule Form B
Sozialwesen
Technik: SP Textiltechnik und
Bekleidung
Vollzeit 1
Fachschule für Sozialwesen SP Sozialpädagogik (PivA) Vollzeit 3
SP Sozialpädagogik Teilzeit 4
Sozialpädagogik
Heilerziehungspflege
Vollzeit 3
Seiteneinsteiger*innen (InteA) Vollzeit 2
Abbildung 86 zeigt den Anteil der Schüler*innen in den einzelnen Bildungsgängen im Schul-
jahr 2023/24. Schüler*innen in dualer Ausbildung in der Berufsschule machen an der Alice-
Eleonoren-Schule weniger als 10% aus, mehr als 90% der Schüler*innen besuchen einen
vollschulischen Bildungsgang. Etwa ein Drittel werden an einem der Bildungsgänge an der
Fachschule für Sozialwesen (Voll-/Teilzeit oder PivA als praxisintegrierte vergütete Ausbildung)
unterrichtet. Schüler*innen der Fachoberschule (Form A und B) machen knapp ein Fünftel
der Schüler*innenschaft aus, auf die höhere Berufsfachschule entfallen 15%. Schüler*innen
der zweijährigen Berufsfachschule sowie Seiteneinsteiger*innen machen jeweils etwa 8% aus.
Schüler*innen in Bildungsgängen zur Berufsvorbereitung stellen einen Anteil von weniger als 5%.
Abbildung 86: Anteil Schüler*innen nach Bildungsgängen an der Alice-Eleonoren-Schule 2023
Abbildung 87 zeigt die Gesamtentwicklung der Schüler*innenzahl an der Alice-Eleonoren-
Berufs
-
schule
8,4
Berufsfachschule mit
Berufsabschluss
5,1
Zweijährige
Berufs
-
fachschule
7,8
Höhere
Berufsfach
-
schule
15,0
Bildungsgänge zur
Berufsvorbereitung
(VZ)
3,9
Seiten
-
einsteiger*innen
8,4
Fachoberschule
Form A
16,9
Fachoberschule
Form B
1,8
Fachschule für
Sozialwesen
(PivA)
8,6
Fachschule
Sozialwesen
(TZ)
10,1
Fachschule
Sozialwesen
(VZ)
14,1
132
Schule seit 2012. Wie deutlich wird, ist die Zahl der Schüler*innen bis 2016 angestiegen und
danach zurückgegangen. Im Vergleich zu 2016, dem Jahr mit der höchsten Schüler*innenzahl,
werden 2023 329 Schüler*innen weniger unterrichtet. Im Vergleich zu 2012 hat die
Schüler*innenzahl um 14,8% abgenommen. Zieht man einen Vergleich mit dem Jahr 2019,
also dem Jahr vor der Corona-Pandemie, liegt der Rückgang der Schüler*innenzahl sogar bei
17,3%. Wie die Abbildung ebenfalls deutlich macht, ist die Schüler*innenzahl in den Fachklas-
sen der dualen Ausbildung besonders stark vom Rückgang betroffen. Ihre Zahl hat sich seit
2012 insgesamt fast halbiert, im 1. Jahrgang ist ihre Zahl um ein Drittel gesunken.
Abbildung 87: Anzahl Schüler*innen an der Alice-Eleonoren-Schule 2012 – 2023
1.167
1.189
1.206
1.259
1.323
1.218
1.236
1.202
1.128
1.140
1.053
994
534
605
509
573
610
568
577
601
526
550
490
487
156
127
136
124
122
114
127
128
107
92
72
83
56
54
11
41
46
44
42
50
36
26
28
37
0
250
500
750
1.000
1.250
1.500
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
2023
Anzahl
Duale
Ausbildung
-
46,8%
Gesamt
-
14,8%
1. Jahrgang
-
8,8%
Duale
Ausbildung
1. Jg.
-
33,9%
133
Wie Tabelle 33 zeigt, haben sich die verschiedenen Bildungsgänge an der Alice-Eleonoren-Schule
unterschiedlich entwickelt. Deutlich zurückgegangen ist die Zahl der Schüler*innen insbesondere
an der Berufsschule. 2023 wurde hier ein Drittel weniger Schüler*innen unterrichtet als 2018.
An der Fachschule für Sozialwesen liegt der Rückgang bei mehr als einem Viertel. Von 2022 auf
2023 ist die Schüler*innenzahl hier um ein Fünftel gesunken. Die Fachoberschule hat in die-
sem Zeitraum ein Fünftel ihrer Schüler*innen verloren. Mit Ausnahme der InteA-Klassen ist die
Schüler*innenzahl an allen Bildungsgängen der Alice-Eleonoren-Schule zurückgegangen.
Tabelle 33: Schüler*innen in den Bildungsgängen der Alice-Eleonoren-Schule
Alice-Eleonoren-Schule
Anzahl Schüler*innen
Bildungsgang 2018 2019 2020 2021 2022 2023
Berufsschule 127 128 107 92 72 83
Vollschulische Bildungsgänge
gesamt 1.108 1.074 1.021 1.048 981 911
Mehrjährige Berufsfachschule
mit Berufsabschluss 58 56 60 58 49 51
Zweijährige Berufsfachschule 91 87 88 108 94 78
Zweijährige Höhere Berufs-
fachschule 177 173 178 193 150 149
Berufsvorbereitung 42 41 35 28 23 39
Fachoberschule Form A 188 151 140 135 152 168
Fachoberschule Form B 32 33 25 22 23 18
Fachschule Sozialwesen 442 438 430 418 410 325
Seiteneinsteiger*innen (InteA) 78 95 65 86 80 83
GESAMT 1.235 1.202 1.128 1.140 1.053 994
Innerhalb der Berufsschule erreichen lediglich die Fachklassen für Friseur*innen die erforderli-
che Mindestklassenstärke (Tabelle 34).
Bei der Ausbildung zum/zur Fachpraktiker*in Hauswirtschaft handelt es sich um eines der wenigen
inklusiven Ausbildungsangebote in Darmstadt, die einen Übergang auf den ersten Arbeitsmarkt
ermöglichen; dies entspricht dem Gedanken der Teilhabe und einer inklusiven Gesellschaft.
Die Ausbildung zum/zur Maßschneider*jn erfolgt in Kooperation mit der mehrjährigen Berufs-
fachschule mit Berufsabschluss.
Tabelle 34: Anzahl Schüler*innen der Berufsschule an der Alice-Eleonoren-Schule nach
Ausbildungsberufen 2023
Alice-Eleonoren-Schule
Ausbildungsberuf Anzahl Schüler*innen
Friseur*in 73
Fachpraktiker*in Hauswirtschaft 7
Maßschneider*in SP Damen 3
Gesamt 83
134
4.9.2 Zusammensetzung Alice-Eleonoren-Schule
Wie die folgende Abbildung 88 zeigt, werden an der Alice-Eleonoren-Schule vorwiegend Frauen
unterrichtet. Sie stellen 2023 knapp drei Viertel der Schüler*innenschaft. Im Zeitverlauf hat
der Anteil der Männer allerdings zugenommen. Er lag 2023 12 Prozentpunkte höher als 2012.
Abbildung 88: Frauen- und Männeranteil an der Alice-Eleonoren-Schule
Abbildung 89 zeigt, dass die Geschlechterverteilung in den verschiedenen Bildungsgängen
unterschiedlich ist. In der Gruppe der Seiteneinsteiger*innen sind Männer mit 84% in der
Mehrheit, in allen anderen Bildungsgängen dominieren Frauen. Der höchste Frauenanteil mit
94% findet sich in der Fachschule für Sozialwesen in Teilzeit. An der Berufsschule und in den
Bildungsgängen zur Berufsvorbereitung sind es 86%.
Abbildung 89: Frauen- und Männeranteil an der Alice-Eleonoren-Schule
nach Bildungsgängen 2023
72,0
73,3
76,1
80,1
78,1
78,1
79,6
79,7
82,7
83,7
83,3
84,1
28,0
26,6
23,9
19,9
21,9
21,9
20,4
20,3
17,3
16,3
16,7
15,9
0,0
20,0
40,0
60,0
80,0
100,0
2023
2022
2021
2020
2019
2018
2017
2016
2015
2014
2013
2012
Frauen
Männer
Prozent
72,9
94,0
74,3
61,1
75,6
15,7
71,8
75,6
59,0
85,5
85,5
72,0
27,1
6,0
25,7
38,9
24,4
84,3
28,2
24,4
41,0
14,5
14,5
28,0
0,0
20,0
40,0
60,0
80,0
100,0
Fachschule für Sozialwesen (PivA)
Fachschule für Sozialwesen Teilzeit
Fachschule für Sozialwesen Vollzeit
Fachoberschule Form B
Fachoberschule Form A
Seiteneinsteiger*innen
Zweijährige Höhere Berufsfachschule
Zweijährige Berufsfachschule
Mehrjährige BFS mit Berufsabschluss
Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung
Berufsschule
GESAMT
Frauen
Männer
Prozent
135
2023 haten 46% der Schüler*innen der Alice-Eleonoren-Schule einen Migrationshintergrund, d.h.
sie sind selbst im Ausland geboren, haben mindestens ein Elternteil, das im Ausland geboren
ist und/oder sprechen zu Hause eine andere Sprache als Deutsch. Wie Abbildung 90 zeigt, ist
dieser Anteil je nach Bildungsgang unterschiedlich hoch. An der Fachschule für Sozialwesen in
Teilzeit macht die Gruppe der Schüler*innen mit Migrationshintergrund lediglich ein Viertel aus,
in den Bildungsgängen zur Berufsvorbereitung liegt der Anteil dagegen bei über drei Viertel.
Abbildung 90: Anteil Schüler*innen mit Migrationshintergrund
an der Alice-Eleonoren-Schule nach Bildungsgängen 2023
Betrachtet man den Wohnort der Schüler*innen der Alice-Eleonoren-Schule insgesamt, zeigt
sich, dass 44% im Landkreis Darmstadt-Dieburg leben (Abbildung 91), ein knappes Drittel hat
den Wohnsitz in Darmstadt. Schüler*innen mit einem Wohnort im sonstigen Südhessen ma-
chen ein knappes Fünftel der Schüler*innen aus.
Abbildung 91: Anteil Schüler*innen nach Wohnort an der Alice-Eleonoren-Schule 2023
30,6
28,0
25,0
55,6
52,4
100,0
42,3
37,6
41,2
76,9
62,7
46,5
0
20
40
60
80
100
Fachschule für Sozialwesen (PivA)
Fachschule für Sozialwesen Teilzeit
Fachschule für Sozialwesen Vollzeit
Fachoberschule Form B
Fachoberschule Form A
Seiteneinsteiger*innen
Zweijährige Höhere Berufsfachschule
Zweijährige Berufsfachschule
Mehrjährige BFS mit Berufsabschluss
Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung
Berufsschule
GESAMT
Prozent
Darmstadt
30,4
Landkreis
Darmstadt
-
Dieburg
44,3
Sonst. Südhessen
Bergstraße
Groß
-
Gerau
Odenwaldkreis
18,1
Sonst.
Hessen
5,9
Andere
Bundesländer
1,3
N=994
136
Betrachtet man nur die Gruppe der Berufsschüler*innen an der Alice-Eleonoren-Schule, zeigt
sich eine etwas andere Verteilung (Abbildung 92). Der Anteil der Auszubildenden mit Wohnsitz
im Landkreis Darmstadt-Dieburg ist mit 48% etwas höher als bei der Schüler*innenschaft
insgesamt. Auszubildende aus dem sonstigen Südhessen sind mit einem Anteil von 13% etwas
weniger vertreten.
Abbildung 92: Anteil Schüler*innen in der Berufsschule nach Wohnort
an der Alice-Eleonoren-Schule 2023
Richtet man die Aufmerksamkeit auf die Verteilung der Betriebsstätten der Auszubildenden an
der Berufsschule, liegt der Anteil der Ausbildenden mit Betriebsstätte in Darmstadt insgesamt
bei mehr als drei Viertel (Abbildung 93). Aus dem Altkreis kommen 17% der Auszubildenden.
Eine ähnliche Verteilung ergibt sich, wenn man nur die Klassen der Friseur*innen betrachtet,
für die auch an der Landrat-Gruber-Schule in Dieburg ein Angebot existiert.
Abbildung 93: Anteil Schüler*innen in der Berufsschule nach Betriebsstätte an der
Alice-Eleonoren-Schule 2023
Darmstadt
32,5
Landkreis
Darmstadt
-
Dieburg
48,2
Sonst. Südhessen
Bergstraße
Groß
-
Gerau
Odenwaldkreis
13,3
Sonst.
Hessen
6,0
N=83
Darmstadt
77,0
Altkreis
LaDaDi
17,2
Sonstige
5,7
Gesamt
N=83
Darmstadt
78,1
Altkreis
LaDaDi
19,2
Sonstige
2,7
Doppelangebot
LGS
N=73
137
An der Berufsschule der Alice-Eleonoren-Schule werden ebenso wie an der Landrat-Gruber-
Schule in Dieburg Friseur*innen im Rahmen der dualen Ausbildung unterrichtet. Dies soll nach
den Plänen des Landkreis Darmstadt-Dieburg auch weiterhin der Fall sein. Mit Aufhebung
der Altkreisregelung ab 2026 werden damit zukünftig Auszubildende mit Betriebsstätte im
Landkreis an der Landrat-Gruber-Schule unterrichtet. Dies wird an der Alice-Eleonoren-Schule
jedoch nur zu einem geringen Rückgang der Schüler*innenzahl führen, sodass der Standort
für diesen Ausbildungsberuf auch zukünftig erhalten werden kann. Zudem strebt die Schule an,
Fachklassenstandort für Südhessen zu werden.
4.9.3 Prognose Alice-Eleonoren-Schule
Für die Prognose der Schüler*innenzahl der Alice-Eleonoren-Schule wurde von folgenden An-
nahmen ausgegangen (Tabelle 35):
Tabelle 35: Annahmen Prognose Alice-Eleonoren-Schule
Alice-Eleonoren-Schule
• 12,8% der Bevölkerung im Alter von 16 bis unter 22 Jahren in der Wissenschaftsstadt
Darmstadt und im Landkreis Darmstadt-Dieburg beginnen einen Bildungsgang an einer
Beruflichen Schule in Trägerschaft der Wissenschaftsstadt Darmstadt.
• 13% hiervon beginnen einen Bildungsgang an der Alice-Eleonoren-Schule.
• Mit Aufkündigung der öffentlich-rechtlichen Vereinbarung zur Altkreisregelung werden ab
1.8.2026 Auszubildende zum/zur Friseur*in mit Betriebsstätte im Landkreis Darmstadt-
Dieburg nicht mehr an der Alice-Eleonoren-Schule aufgenommen werden.
Entsprechend der erwarteten Bevölkerungsentwicklung nimmt die Zahl der Schüler*innen
an der Alice-Eleonoren-Schule zukünftig leicht zu (Abbildung 94). Da die Berufsschu-
le der Alice-Eleonoren-Schule nur klein ist und lediglich die Ausbildung zur Friseur*in von
der Aufhebung der Altkreisregelung betroffen ist, hat dies nur geringe Auswirkungen auf
die Gesamtschüler*innenzahl an der Alice-Eleonoren-Schule. Maximal werden 2033 1.105
Schüler*innen an der Alice-Eleonoren-Schule erwartet.
Abbildung 94: Prognose Alice-Eleonoren-Schule
1.236
1.202
1.128
1.140
1.053
994
1.036
993
991
1.019
1.032
1.038
1.054
1.074
1.094
1.105
800
900
1.000
1.100
1.200
1.300
1.400
2018
2019
2020
2021
2022
2023
2024
2025
2026
2027
2028
2029
2030
2031
2032
2033
Anzahl
138
Aufgeschlüsselt nach vollschulischen Bildungsgängen und Berufsschule ergibt sich folgen-
des Bild (Abbildung 95). Aufgrund der Aufhebung der Altkreisregelung geht die Zahl der
Schüler*innen an der Berufsschule der Alice-Eleonoren-Schule noch weiter zurück. In den voll-
schulischen Bildungsfängen steigt die Schüler*innenzahl entsprechend der demographischen
Entwicklung.
Abbildung 95: Prognose Teilzeit- und Vollzeitbildungsgänge
Alice-Eleonoren-Schule
Angesichts der angedachten Veränderungen der Alice-Eleonoren-Schule (vgl. Kapitel 4.9.5
Geplante Entwicklungsperspektiven Alice-Eleonoren-Schule, S. 142) ist diese Prognose, die
vom gegenwärtigen Angebot an Bildungsgängen und der demographischen Entwicklung der
relevanten Altersgruppen ausgeht, mit zahlreichen Unsicherheiten behaftet. Auf die Darstel-
lung einer Prognose der einzelnen Schulformen an der Alice-Eleonoren-Schule wird daher an
dieser Stelle verzichtet. Durch die Einführung der BÜA und die Kooperation mit der Mittel-
stufenschule ab 2026, der angedachten Ansiedlung eines weiteren Ausbildungsberufes sowie
des Programm „Pflege Integriert“ (PfIn) könnte die Zahl der Schüler*innen über das hier
prognostizierte Maß hinausgehen. Sollte es gelingen, Fachklassenstandort für den Ausbil-
dungsberuf der Friseur*innen in Südhessen zu werden, würde der Teilzeitbereich noch einmal
leicht anwachsen. Potenzial besteht auch im Hinblick auf die Fachschule für Sozialwesen, in
der die Ausbildung zum/zur Erzieher*in angeboten wird. Angesichts der hohen Nachfrage nach
Erzieher*innen und Heilerziehungspfleger*innen, sowohl im Rahmen der Kindertagesbetreuung
als auch im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Eingliederungshilfe, wäre eine Erwei-
terung des Angebots machbar.
4.9.4 Räumliche Situation Alice-Eleonoren-Schule
Die Alice-Eleonoren-Schule ist an drei verschiedenen Standorten untergebracht. Der Haupts-
tandort befindet sich am Kapellplatz. Hier sind die meisten Unterrichts- und Verwaltungsräume
angesiedelt. Am Kapellplatz werden zudem einzelne Räume im Alten Pädagog genutzt. Dane-
ben hat die Alice-Eleonoren-Schulen einen Standort in der Martinstraße und einen weiteren in
der Heinrichstraße.
1.109
1.074
1.021
1.048
981
911
956
914
924
953
971
976
991
1.010
1.029
1.039
127
128
107
92
72
83
80
79
67
66
61
62
63
64
65
66
0
300
600
900
1.200
1.500
2018
2019
2020
2021
2022
2023
2024
2025
2026
2027
2028
2029
2030
2031
2032
2033
Anzahl
Berufsschule
Vollschulische Bildungsgänge
139
Am Standort Kapellplatz nutzt die Schule insgesamt 34 Unterrichtsräume, größtenteils
handelt es sich hierbei um Räume für den berufsübergreifenden Unterricht (Tabelle 36).
Für die Schüler*innen stehen hier außerhalb des Unterrichts lediglich zwei Aufenthaltsräume
zur Verfügung. Im Bereich der Verwaltung sind hier insgesamt 9 teilweise sehr kleine Büros
untergebracht. Des Weiteren stehen hier ein Lehrkräftezimmer, ein Raum für das Sekretariat
sowie ein Besprechungsraum zur Verfügung.
Tabelle 36: Raumnutzung Alice-Eleonoren-Schule Kapellplatz Hauptnutzung
Alice-Eleonoren-Schule – Kapellplatz
Art
des
Raums Hauptnutzung Anzahl
Raumgröße in qm
Summe
Mittel-
wert
Mini-
mum
Maxi-
mum
Unterricht
Unterrichtsraum
– berufsübergreifender Unterricht 20 1.338 66,9 37,7 168,7
Fachraum Naturwissenschaften 1 75,2 75,2 75,2 75,2
reiner Computerfachraum 1 58,4 58,4 58,4 58,4
Musikraum
Kunstraum
Raum für fachpraktischen Unterricht
– Werkstatt 1 46,3 46,3 30,2 62,5
Raum für fachpraktischen Unterricht
– Lehrküche 2 145,6 72,8 72,8 72,8
Raum für fachpraktischen Unterricht
– zugehörige Räume zur Lehrküche48 3
sonstiger Raum für fachpraktischen
Unterricht49 3 98,7 32,9 30,4 36,8
Vorbereitungs-, Sammlungs- oder
Maschinenraum 3 29,6 9,9 4,1 14,1
Differenzierungsraum
Aula / Forum 1 147,4 147,4 147,4 147,4
Schüler*-
innenräume
Schüler*innenaufenthalt 2 114,8 57,4 56,9 58,0
Kiosk
SV-Raum
Selbstlernzentrum/
Schüler*innenbücherei
sonst. Schüler*innenraum
Verwaltung
Sekretariat 1 24,5 24,5 24,5 24,5
Besprechungs-/ Beratungsraum 1 19,5 19,5 19,5 19,5
Lehrkräftearbeitsraum 1 19,5 19,5 19,5 19,5
Lehrkräftezimmer50 1 23,1 23,1 4,6 58,1
Büro Schulleitung 2 50,8 25,4 13,1 37,7
Büro weitere Leitungsfunktionen 3 48,6 9,7 4,1 13,3
Büro Schulsozialarbeit 2 15,5 7,7 4,7 10,8
48 2 Räume Umkleideräume, für die keine m²-Angaben vorlagen.
49 Bewegungsraum, Fachpraxisraum Kosmetik, Fachpraxisraum Friseure, Fachpraxisraum Wäschepflege, Kranken-
pflegeraum Praxis.
50 Lehrkräftezimmer, Teeküche und Garderobe.
140
Alice-Eleonoren-Schule – Kapellplatz
Art
des
Raums Hauptnutzung Anzahl
Raumgröße in qm
Summe
Mittel-
wert
Mini-
mum
Maxi-
mum
Funktionsräume
Kopierraum
Lehrmittelraum / Lagerraum51 20 413,8 13,8 4,0 83,7
Serverraum 1 12,3 12,3 12,3 12,3
Sanitätsraum 1 9,0 9,0 9,0 9,0
Hausmeister*in 1 17,6 17,6 17,6 17,6
sonst. Funktionsraum52
Im Alten Pädagog, in unmittelbarerer Nähe zum Kapellplatz, nutzt die Alice-Eleonoren-Schule
aktuell 4 Räume (Tabelle 37). Die übrigen Räume sind von der Stadt Darmstadt anderweitig
vermietet. Die Schule hat hier die Werkstätten für den fachpraktischen Unterricht im Bereich
Textil untergebracht. Räume, die dem Aufenthalt der Schüler*innen dienen oder sonstige
Verwaltungsräume sind hier nicht vorhanden. Für Lehrkräfte steht 1 Lehrkräftearbeitsraum zur
Verfügung. Auch Funktionsräume werden in diesem Gebäude nicht genutzt.
Tabelle 37: Raumnutzung Alice-Eleonoren-Schule Altes Pädagog Hauptnutzung
Alice-Eleonoren-Schule – Altes Pädagog
Art des
Raums Hauptnutzung Anzahl
Raumgröße in qm
Summe
Mittel-
wert
Mini-
mum
Maxi-
mum
Unterricht
Unterrichtsraum
– berufsübergreifender Unterricht
Fachraum Naturwissenschaften
reiner Computerfachraum
Musikraum
Kunstraum
Raum für fachpraktischen Unterricht
– Werkstatt 3 153,9 51,3 32,8 82,4
Raum für fachpraktischen
Unterricht
– Lehrküche
Raum für fachpraktischen
Unterricht
– zugehörige Räume zur Lehrküche
Sonstiger Raum für fachpraktischen
Unterricht53
Vorbereitungs-, Sammlungs- oder
Maschinenraum
Differenzierungsraum
Aula / Forum54
51 Für einen Lagerraum im Keller am Standort Kapellplatz lagen keine m²-Angaben vor.
52 Ein Raum Putzmittelraum, ein Raum Vorraum/Zubereitungsraum Kiosk. Der Kiosk wird jedoch als solcher nicht
(mehr) genutzt.
53 Gymnastikhalle nicht vorhanden.
54 Die Aula wird auch für Gruppenarbeiten und Gesamtkonferenzen genutzt.
141
Alice-Eleonoren-Schule – Altes Pädagog
Art des
Raums Hauptnutzung Anzahl
Raumgröße in qm
Summe
Mittel-
wert
Mini-
mum
Maxi-
mum
Schüler
innenräume
Schüler*innenaufenthalt
Kiosk
SV-Raum
Selbstlernzentrum/
Schüler*innenbücherei
sonst. Schüler*innenraum
Verwaltung
Sekretariat
Besprechungs-/ Beratungsraum
Lehrkräftearbeitsraum 2 39,5 19,8 19,8 19,8
Lehrkräftezimmer
Büro Schulleitung
Büro weitere Leitungsfunktionen
Büro Schulsozialarbeit
Funktionsräume
Kopierraum
Lehrmittelraum / Lagerraum
Serverraum
Sanitätsraum
Hausmeister*in
sonst. Funktionsraum55
55 Teeküche.
142
Am Standort Martinstraße, an der die Fachschule für Sozialwesen untergebracht ist, werden
insgesamt 19 Räume für den Unterricht genutzt, bei 12 von ihnen handelt es sich um Räume
für den berufsübergreifenden Unterricht (Tabelle 38). Für die Schüler*innen stehen hier 5 Räu-
me für die Einzel- und Gruppenarbeit zur Verfügung. Explizit für Aufenthalt von Schüler*innen
sind hier keine Räume ausgewiesen. Im Bereich der Verwaltung stehen der Schule hier 1
Büroraum, 1 Sekretariatsraum, ein Lehrkräfteraum mit kleiner Bibliothek sowie ein kleiner
Besprechungsraum zur Verfügung.
Tabelle 38: Raumnutzung Alice-Eleonoren-Schule Martinstraße Hauptnutzung
Alice-Eleonoren-Schule – Martinstraße
Art des
Raums Hauptnutzung Anzahl
Raumgröße in qm
Summe
Mittel-
wert
Mini-
mum
Maxi-
mum
Unterricht
Unterrichtsraum
– berufsübergreifender Unterricht 12 678,0 56,5 20,0 88,6
Fachraum Naturwissenschaften
reiner Computerfachraum 1 68,8 68,8 68,8 68,8
Musikraum 1 62,9 62,9 62,9 62,9
Kunstraum 1 34,3 34,3 34,3 34,3
Raum für fachpraktischen
Unterricht
– Werkstatt
1 91,8 91,8 91,8 91,8
Raum für fachpraktischen
Unterricht
– Lehrküche
Raum für fachpraktischen
Unterricht
– zugehörige Räume zur Lehrküche
sonstiger Raum für
fachpraktischen Unterricht56 1
Vorbereitungs-, Sammlungs- oder
Maschinenraum 1 12,8 12,8 12,8 12,8
Differenzierungsraum
Aula / Forum57 1 213,1 213,1 213,1 213,1
Schüler*-
innenräume
Schüler*innenaufenthalt
Kiosk
SV-Raum
Selbstlernzentrum/
Schüler*innenbücherei (ehem.
Hausmeisterwohnug)
1 81,8 16,4 11,4 20,2
sonst. Schüler*innenraum
56 Gymnastikhalle. Hierzu liegen keine Angaben zur Fläche vor.
57 Die Aula wird auch für Gruppenarbeiten und Gesamtkonferenzen genutzt.
143
Alice-Eleonoren-Schule – Martinstraße
Art des
Raums Hauptnutzung Anzahl
Raumgröße in qm
Summe
Mittel-
wert
Mini-
mum
Maxi-
mum
Verwaltung
Sekretariat 1 26,1 26,1 26,1 26,1
Besprechungs-/ Beratungsraum 1 14,0 14,0 14,0 14,0
Lehrkräftearbeitsraum
Lehrkräftezimmer58 2 49,7 24,9 10,2 39,5
Büro Schulleitung 1 30
Büro weitere Leitungsfunktionen 1 35,2 35,2 35,2 35,2
Büro Schulsozialarbeit 1 8,0 8,0 8,0 8,0
Funktionsräume
Kopierraum
Lehrmittelraum / Lagerraum
Serverraum 1 20,6 20,6 20,6 20,6
Sanitätsraum
Hausmeister*in 1 41,6 41,6 41,6 41,6
sonst. Funktionsraum59 1 11,6 11,6 11,6 11,6
58 Lehrkräftezimmer und Bibliothek.
59 Teeküche.
14 4
Zum Beginn des Schuljahres 2024/25 ist der Bereich Heilerziehungspflege und Sozialassis-
tenz der Alice-Eleonoren-Schule in das ehemalige Gebäude der Heinrich-Hoffmann-Schule in
der Heinrichstraße 78 eingezogen. Das renovierte zweigeschossige Gebäude steht der Schule
als alleinigem Nutzer zur Verfügung. Das Gebäude ist von einem großzügigen Außenbereich
umgeben und verfügt auch über eine eigene kleine Turnhalle. Insgesamt gibt es hier 10 Unter-
richtsräume (Tabelle 39). Für den Aufenthalt der Schüler*innen steht die Aula im Erdgeschoß
des Gebäudes zur Verfügung. Für die Lehrkräfte gibt es am Standort 3 Aufenthalts-/Bespre-
chungsräume. 1 Raum im Obergeschoß wird als Bücherei mit Selbstlernzentrum genutzt. Des
Weiteren gibt es 1 Besprechungsraum für die Schulsozialarbeit sowie 2 Büroräume für die
Fachbereichsleitung.
Tabelle 39: Raumnutzung Alice-Eleonoren-Schule Heinrichstraße
Hauptnutzung
Alice-Eleonoren-Schule – Heinrichstraße
Art des
Raums Hauptnutzung Anzahl
Raumgröße in qm
Summe
Mittel-
wert
Mini-
mum
Maxi-
mum
Unterricht
Unterrichtsraum
– berufsübergreifender Unterricht 7 476 68 64 72
Fachraum Naturwissenschaften
reiner Computerfachraum 1 37,5 37,5 37,5 37,5
Gymnastikhalle 1 120
Kunstraum 1 48 48 48 48
Raum für fachpraktischen Unter-
richt
– Werkstatt
Raum für fachpraktischen Unter-
richt
– Lehrküche
Raum für fachpraktischen Unter-
richt
– zugehörige Räume zur Lehrkü-
che
sonstiger Raum für fachprakti-
schen Unterricht60 1 64 64 64 64
Vorbereitungs-, Sammlungs- oder
Maschinenraum
Differenzierungsraum
Aula / Forum 1 142 142 142 142
Schüler*-
innenräume
Schüler*innenaufenthalt
Kiosk
SV-Raum 1 15 15 15 15
Selbstlernzentrum / Bücherei 1 29 29 29 29
sonst. Schüler*innenraum
60 Krankenpflegeraum Praxis.
145
Alice-Eleonoren-Schule – Heinrichstraße
Art des
Raums Hauptnutzung Anzahl
Raumgröße in qm
Summe
Mittel-
wert
Mini-
mum
Maxi-
mum
Verwaltung
Sekretariat
Besprechungs-/ Beratungsraum
Lehrkräftearbeitsraum 1 16
Lehrkräftezimmer 1 23
Büro Fachbereichsleitung 1 30 30 30 30
Büro weitere Leitungsfunktionen 1 17 17 17 17
Büro Schulsozialarbeit 1 15 15 15 15
Funktionsräume
Kopierraum 1 9 9 9 9
Lehrmittelraum / Lagerraum
Serverraum 1 9 9 9 9
Sanitätsraum 1 5,4
Hausmeister*in 1 10 10 10 10
sonst. Funktionsraum
Die Aufteilung der Räume auf verschiedene Standorte stellt die Schule vor verschiedene Her-
ausforderungen. Zum einen sind zwischen dem Hauptstandort am Kapellplatz und dem Stand-
ort Martinstraße etwa 2 km zurückzulegen. Hier ergeben sich für Schüler*innen wie Lehrkräfte
Wegezeiten. Legt man die Strecke zu Fuß zurück, müssen mehr als 20 Minuten eingeplant
werden. Zum anderen ist die Schule durch Aufteilung auf verschiedene Standorte in ihrer
pädagogischen Weiterentwicklung eingeschränkt. Eine räumliche Umsetzung von Clusterstruk-
turen ist aufgrund der Aufteilung kaum möglich. Aus Sicht der Schule fehlen zudem Räume
für die Beratung von Schüler*innen, Differenzierungsräume, Flächen zum Selbstlernen der
Schüler*innen sowie Räume für flexiblen Lernfeldunterricht. Häufig seien Theorie- und Praxis-
räume zu weit voneinander entfernt.
146
4.9.5 Geplante Entwicklungsperspektiven
Alice-Eleonoren-Schule
• Seit dem Schuljahr 2024/25 wird das Programm „Pflege in Hessen integriert“ (PFIN) an
der Alice-Eleonoren-Schule angeboten.61 Es handelt sich um eine integrierte Bildungsmaß-
nahme zur Berufsvorbereitung mit dem Ziel „Erwerb des Hauptschulabschlusses“ und
Ausbildung zur Altenpflegehelferin bzw. zum Altenpflegehelfer in Teilzeit in Kooperation mit
der Altenpflegeschule „Mission Leben“. Für den Erwerb praktischer Erfahrungen der Auszu-
bildenden sind entsprechende Pflegeeinrichtungen eingebunden.
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt verfolgt das Ausbildungsmodell mit großem Interesse,
insbesondere unter dem Aspekt des zunehmenden Fachkräftebedarfs in diesem Arbeits -
feld.
• Die Erweiterung des Ausbildungsangebots an der Fachschule für Sozialwesen (Ausbildung
zur Erzieherin/zum Erzieher und Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin/zum Heilerzie-
hungspfleger) ist dringend notwendig – insbesondere angesichts des mittel- und langfristi -
gen gesellschaftlichen Bedarfs an qualitativ gut ausgebildeten pädagogischen Fachkräften,
sowohl im Rahmen der Kindertagesbetreuung der betreuenden Grundschule (Rechtsan -
spruch), als auch im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Eingliederungshilfe.
Die entsprechende Nachfrage ist vorhanden; auch die Raumkapazitäten für eine solche
Angebotserweiterung sind gegeben.
• Die Kooperation mit dem Beruflichen Gymnasium der Heinrich-Emanuel-Merck-Schule in
der FR Ernährung hat sich bewährt; eine Erweiterung des Bildungsangebots um den SP
Erziehungswissenschaften in der FR Gesundheit und Soziales wird mit Blick auf den wach-
senden Arbeitsmarkt bzw. Fachkräftebedarf im Bereich der Sozialen Arbeit befürwortet.
Die notwendige Antragstellung erfolgt seitens der BG-Standortschule, der Heinrich-Emanu -
el-Merck-Schule, in Kooperation mit der fachlich zuständigen Alice-Eleonoren-Schule zum
nächstmöglichen Termin.
• Nach Umwandlung der Zweijährigen Berufsfachschule in die „Berufsfachschule zum Über-
gang in Ausbildung (BÜA)“ – mit Beginn des Schuljahres 2026/27 – plant und entwickelt
die Alice-Eleonoren-Schule im Rahmen dieses vollschulischen Angebotes, unter anderem in
der FR Gesundheit und Soziales ein Konzept, welches auf das Tätigkeitsfeld eines „Alltags-
betreuers/einer Alltagsbetreuerin“ vorbereiten könnte. Damit wird ein künftig wachsender,
gesellschaftlicher Bedarf in den Blick genommen, der nicht zuletzt auch den zunehmenden
multikulturellen Anforderungen des zu betreuenden Klientels gerecht werden soll.
• Ab dem Schuljahr 2024/25 besteht die Kooperation mit der Wilhelm-Leuschner-Schule als
Mittelstufenschule in der FR Gesundheit und Soziales, SP Körperpflege und Sozialpflege-
risch/Sozialpädagogisch, sowie in der FR Technik, SP Textiltechnik und Bekleidung.
61 https://hlfgp.hessen.de/pflegefachberufe/altenpflegehilfe-in-teilzeit
147
5. Zusammenfassung und Fazit
Berufliche Schulen erfüllen wichtige ökonomische und soziale Funktionen. Ihre Bildungsan-
gebote tragen dazu bei, den Fachkräftebedarf der Wirtschaft zu decken und bieten der nach -
wachsenden Generation ein auswahlfähiges Ausbildungsangebot. Damit leisten sie auch einen
wichtigen Beitrag zur sozialen Integration. Diese Aufgaben können die Beruflichen Schulen
jedoch nicht alleine erfüllen. Hier bedarf es des Zusammenwirkens aller relevanten Akteure:
der Wirtschaft mit ihrem Angebot an Ausbildungsplätzen, der allgemeinbildenden Schulen
mit ihren Angeboten zur Berufsorientierung, des Schulträgers, der mit der räumlichen und
technischen Ausstattung der Beruflichen Schulen eine wichtige Grundlage für eine qualifizierte
Ausbildung sicherstellt und durch Maßnahmen der Wirtschaftsförderung die wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen vor Ort mitgestaltet. Nicht zuletzt ist die Berufliche Bildungslandschaft
in die jeweilige Region eingebettet, die über die Schulträgerschaft hinausgeht. Der Diskurs und
die Zusammenarbeit zwischen allen Schulträgern in Südhessen sind daher aus Sicht der Wis-
senschaftsstadt Darmstadt unabdingbar.
5.1 Regionale Bedeutung
Das Angebot der Beruflichen Schulen in Trägerschaft der Wissenschaftsstadt Darmstadt hat
Bedeutung über die Stadt hinaus. Hier werden nicht nur Schüler*innen unterrichtet, die in der
Stadt leben, sondern auch aus den angrenzenden Landkreisen in Südhessen, insbesondere aus
dem Landkreis Darmstadt-Dieburg einpendeln. Tatsächlich machen Schüler*innen mit Wohnort
in Darmstadt lediglich etwa ein Viertel aller Schüler*innen aus, Schüler*innen mit Wohnort im
Landkreis Darmstadt-Dieburg fast 40%. Ein weiteres Viertel kommt aus den südhessischen
Landkreisen Groß-Gerau, Bergstraße und Odenwaldkreis. Darmstadt ist damit ein wichtiges
Berufsbildungszentrum für die nachwachsende Generation in der Region, insbesondere in den
Bereichen Sozialpädagogik, Verwaltung, Chemie sowie Informations- und Telekommunikations-
elektronik.
Ähnliches gilt auch für die ausbildenden Betriebe in der Region. Nur knapp die Hälfte der
Auszubildenden, die den schulischen Teil ihrer Ausbildung an einer der Berufsschulen in Trä-
gerschaft der Wissenschaftsstadt Darmstadt absolvieren, hat ihre Betriebsstätte auch in der
Stadt. Knapp 30% absolvieren ihre Ausbildung in einem Betrieb im Landkreis Darmstadt-Die-
burg, knapp ein Fünftel in den anderen südhessischen Landkreisen. Darmstadt leistet damit
einen wichtigen Beitrag für die Sicherung des Fachkräftebedarfs in der Region.
Auch vor dem Hintergrund dieser regionalen Bedeutung hat die Wissenschaftsstadt Darmstadt
in den vergangenen Jahren hohe Investitionen in die berufliche Bildungslandschaft der Stadt
vorgenommen. Mit der Generalsanierung und Neustrukturierung des Berufsschulzentrums
Nord wurde ein Zentrum beruflicher Bildung geschaffen, das modern ausgestattet ist und den
pädagogischen Anforderungen einer praxis- wie zukunftsorientierten Berufsbildung entspricht.
Die Entwicklung des Berufsschulzentrums Mitte soll die Qualität der dort angesiedelten Beruf-
lichen Schulen weiter verbessern.
14 8
5.2 Entwicklung der Beruflichen Schulen
Die Zahl der Schüler*innen an den Beruflichen Schulen in Trägerschaft der Wissenschafts -
stadt Darmstadt ist von 2012 bis 2022 um 17% zurückgegangen. Damit ist Darmstadt vom
Rückgang der Schüler*innenzahlen an Beruflichen Schulen stärker betroffen als im hessischen
Durchschnitt. Einem zunehmenden Fachkräftebedarf steht demnach auch in Darmstadt eine
sinkende Zahl von Auszubildenden gegenüber.
Die sechs Beruflichen Schulen in Trägerschaft der Stadt sind von dieser Entwicklung unter-
schiedlich betroffen. Während die Peter-Behrens-Schule und die Martin-Behaim-Schule seit
2012 etwa ein Viertel der Schüler*innen verloren haben, haben Alice-Eleonoren-Schule und
Heinrich-Emanuel-Merck-Schule weniger als 10% der Schüler*innen eingebüßt. In der Erasmus-
Kittler-Schule und der Friedrich-List-Schule entspricht der Rückgang etwa dem Durchschnitt.
5.3 Veränderte Rahmenbedingungen durch die
Kündigung der „Altkreisregelung“
Durch die Kündigung der „Ergänzung der öffentlich-rechtlichen Vereinbarung über die Schul-
bezirksgrenzen zur Schülerlenkung an beruflichen Schulen“ zum 31.07.2026 durch den Land-
kreis Darmstadt-Dieburg zum Schuljahr 2026/27 haben sich die Rahmenbedingungen für die
Beruflichen Schulen in Trägerschaft der Wissenschaftsstadt Darmstadt deutlich verändern; sie
werden zukünftig weitere Schüler*innen verlieren. Von der Aufhebung der Altkreisregelung sind
die sechs Beruflichen Schulen in Darmstadt unterschiedlich betroffen. Während die Heinrich-
Emanuel-Merck-Schule keinerlei Doppelangebote mit der Landrat-Gruber-Schule vorhält und an
der Alice-Eleonoren-Schule und der Peter-Behrens-Schule jeweils lediglich ein Ausbildungsberuf
betroffen ist, haben die Erasmus-Kittler-Schule, die Friedrich-List-Schule und die Martin-Be-
haim-Schule mit teilweise erheblichen Einbußen zu rechnen, wenn ab 2026 keine Auszubilden-
den mit Betriebsstätte im Landkreis Darmstadt-Dieburg mehr aufgenommen werden können,
da ein entsprechendes Angebot an der Landrat-Gruber-Schule vorgehalten wird.
Für zahlreiche Auszubildende wird dies längere Schulwege bedeuten, da die öffentlichen
Verkehrsverbindungen für viele Auszubildenden - vor allem aus dem westlichen Altkreis - über
Darmstadt führen. Zudem werden gewachsene Netzwerke und Kooperationsstrukturen zwi -
schen Ausbildungsbetrieben und Beruflichen Schulen verlorengehen. Beides könnte dazu
beitragen, die duale Ausbildung in der Region weiter zu schwächen.
Im Zusammenhang mit der Aufhebung der „Altkreisregelung“ sei auch noch auf die Frage ver-
wiesen, wie Ausbildungsbetriebe künftig auf die Neuregelung zu den Wegezeiten ihrer Auszubil-
denden reagieren werden. Denn nach der aktuellen Fassung des Berufsbildungsgesetzes 2024
zählen die Wegezeiten zwischen Berufsschule und Ausbildungsstätte, neben der Berufsschulun-
terrichtszeit (einschließlich Pausen), ausdrücklich zur Arbeitszeit (s. BBiG - §15 Abs. 2). Es ist
nicht auszuschließen, dass die Betriebe ihre Ausbildungsbereitschaft hinterfragen könnten, wenn
die Berufsschulwege ihrer Auszubildenden unverhältnismäßig viel Zeit in Anspruch nehmen.
Sofern die „Altkreisregelung“ – wenn auch nur für bestimmte Ausbildungsberufe – zwischen
der Wissenschaftsstadt Darmstadt und dem Landkreis Darmstadt-Dieburg neu definiert wer -
den sollte, ist die Neufassung einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung erforderlich.
149
5.4 Unsicherheit der Prognose
Geht man alleine von der demographischen Entwicklung aus, ist ab 2026 mit einem An-
wachsen der für die Beruflichen Schulen relevanten Altersgruppen in der Region zu rechnen.
Damit könnte auch die Zahl der Schüler*innen an den Beruflichen Schulen in der Wissen-
schaftsstadt Darmstadt wieder leicht ansteigen. So kann an dieser Stelle erwähnt werden,
dass die Schüler*innenzahl im laufenden Schuljahr 2024/2025 insgesamt bereits um 171
Schüler*innen im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist. Eine Fortschreibung des Status quo
bedeutet, dass davon ausgegangen wird, dass auch künftig ein ebenso hoher Anteil an jungen
Menschen in eine Berufliche Schule eintreten wird wie im Durchschnitt der vergangenen Jahre.
Steigt dieser Anteil wieder an oder kommt es durch vermehrte Zuwanderung zu einer höheren
Zahl von jungen Menschen, könnte dies zu einem Anstieg der Schüler*innenzahlen führen.
Sinkt allerdings dieser Anteil – und die jungen Menschen schlagen andere Berufsbildungswege
ein als den über die Berufliche Schule – würde die Zahl der Schüler*innen weiter sinken.
Bei der Fortschreibung musste zudem von einem konstanten Angebot an Bildungsgängen an den
Beruflichen Schulen ausgegangen werden. Wie die Betrachtung der einzelnen Schulen gezeigt
hat, sind hier jedoch Veränderungen geplant. Neue Ausbildungsberufe sollen angesiedelt werden,
Fachklassenstandorte erhalten und neue in einzelnen Ausbildungsangeboten angestrebt werden.
Ebenso sollen Fachrichtungen in vollschulischen Bildungsgängen erweitert werden. Dadurch
könnten zurzeit minderfrequente Angebote evtl. zukünftig wegfallen. Eine solche Veränderung
des Angebots kann auch die Nachfrage der jungen Menschen verändern. Die Auswirkungen die-
ser Veränderungen auf das Bildungsverhalten sind jedoch kaum zu quantifizieren, zumal gegen-
wärtig noch offen ist, inwieweit diese Pläne auch umgesetzt werden können.
Die Prognose zukünftiger Schüler*innenzahlen ist in Darmstadt zudem mit besonderen Un -
sicherheiten behaftet. Zum einen ist zurzeit nicht absehbar, ob die Pläne des Landkreises
Darmstadt-Dieburg für den Ausbau der Landrat-Gruber-Schule tatsächlich umgesetzt werden.
Zum anderen sind die Auswirkungen des Projekts „Zukunftsfähige Berufsschule“ des Landes
Hessen zurzeit für Darmstadt nicht absehbar. Das Land hat sich zum Ziel gesetzt, insbesonde-
re bei rückläufigen Schüler*innenzahlen die duale Ausbildung in allen Regionen zu stärken, um
alle hessischen Berufsschulstandorte zu sichern. Neue Standortfestlegungen können „einer
Konzentration der Beschulung von Auszubildenden in den großen Ballungsräumen“ entgegen-
wirken und den ländlichen Raum stärken.62 Darmstadt kann dabei als Ballungsraum gesehen
werden, sodass neue Standortfestlegungen dazu führen können, dass Darmstadt für bestimm -
te Ausbildungsberufe den Status „Fachklassenstandort“ verliert oder nicht erhält. Es bleibt
allerdings festzustellen, dass Darmstadt im Landesentwicklungsplan Hessen 2020 als „Ober-
zentrum im hochverdichteten Raum“ festgelegt ist, womit der Stadt eine zentrale Bedeutung in
der Region zugesprochen wird, die entsprechend auch zu fördern ist. Im Zusammenhang mit
der künftigen Umsetzung des Projektes „Zukunftsfähige Berufsschule“ und der damit einher -
gehenden Bildung regionaler und/oder landesweiter Schulzentren ist es wichtig, dass eine ko-
ordinierte und abgestimmte Zusammenarbeit mit den umliegenden Schulträgern in Südhessen
und der Wissenschaftsstadt Darmstadt erfolgt.
62 https://starweb.hessen.de/cache/DRS/20/6/10876.pdf
https://landesplanung.hessen.de/landesplanung/landesentwicklungsplan-lep
150
5.5 Neue Herausforderungen für die Beruflichen
Schulen
Hinzu kommen weitere, kaum quantifizierbare Einflussfaktoren auf die Entwicklung der Be-
ruflichen Schulen. Dazu gehört die wirtschaftliche Entwicklung in der Region, ein verändertes
Anforderungsprofil von Fachkräften z.B. im Kontext von Digitalisierung und Energiewende.
Technische Entwicklungen und wirtschaftlicher Strukturwandel führen zu einer zunehmenden
Interdisziplinarität. Auf der einen Seite entstehen neue Berufsbilder und neuen Anforderungen
an die Fachkräfte, auf der anderen Seite führt dies aber auch dazu, dass andere Berufsbil-
der weniger nachgefragt werden. Welche Auswirkungen diese Entwicklungen auf die Zahl der
Schüler*innen an Beruflichen Schulen haben wird, ist kaum quantifizierbar. Für die Beruflichen
Schulen bringt dies die Herausforderung mit sich, ihr Angebot in enger Vernetzung mit Kam-
mern und Wirtschaft stetig weiterzuentwickeln, um weiterhin attraktive Berufsbildungsangebo -
te machen zu können.
Auf Seiten der nachwachsenden Generation ist seit Jahren eine abnehmende Ausbildungs-
neigung, insbesondere bei Frauen zu beobachten. Ob sich dieser Trend fortsetzt, kann heute
kaum abgeschätzt werden. Auf der anderen Seite führt die Tendenz zu höheren Bildungsab-
schlüssen auch zu einem Anstieg der Schüler*innenzahlen im Vollzeitbereich.
Gleichzeitig verweist die zunehmende Zahl junger Menschen in Deutschland, die sich weder
in Ausbildung, noch in Schule oder Arbeit befinden63 auf die Funktion der Sicherung sozialer
Integration, der Berufliche Schulen in besonderer Weise verpflichtet sind. Es ist eine ihrer Auf-
gaben, Zugangs-, Teilhabe- und Realisierungschancen zu gewährleisten und dazu beizutragen,
„dass Benachteiligungen z.B. aufgrund sozialer Herkunft vermieden bzw. kompensiert werden
und die Teilhabe in Bildung und Beschäftigung reibungslos gelingt.“64 Angesichts dieser Anfor-
derungen gilt es, gerade für benachteiligte junge Menschen ein attraktives Bildungsangebot zu
machen, das eine Integration in den Arbeitsmarkt bestmöglich unterstützt. Diese pädagogi -
schen und didaktischen Herausforderungen müssen die weiterverfolgen. Der Schulträger kann
die Schulen hierin höchstens indirekt unterstützen.
Eine immer wieder genannte Herausforderung ist die Zusammensetzung der
Schüler*innenschaft. An den Beruflichen Schulen werden Schüler*innen ganz unterschied -
licher Herkunft und mit unterschiedlichem Leistungsniveaus gemeinsam unterrichtet. Das
aktuelle Deutsche Schulbarometer65 zeigt, dass das Verhalten und die Heterogenität der
Schüler*innenschaft gegenwärtig eine der größten Herausforderungen für die Lehrkräfte gera -
de an Beruflichen Schulen darstellt. Die vorhandenen Beratungs- und Unterstützungsangebote
werden daher von den Schulen als besonders wichtig erachtet.
63 NEETS: Not in Employment, Education or TrainingDohmen, Dieter, Tamara Bayreuther, Matthias Sandor: Monitor
Ausbildungschancen 2023. Bertelsmann Stiftung
https://www.bertelsmann-Stiftung.de/fileadmin/files/BSt/Publikationen/GrauePublikationen/Gesamtbericht_Moni -
tor_Ausbildungschancen2023_D.pdf
64 Euler, Dieter (2022): Die Rolle des Berufskollegs im nordrhein-westfälischen Bildungssystem. Leistungspotenziale,
Herausforderungen und Ansätze zur Weiterentwicklung. Unter besonderer Berücksichtigung des Ruhrgebiets, S.12.
65 Robert Bosch Stiftung (2024). Deutsches Schulbarometer: Befragung Lehrkräfte. Ergebnisse zur aktuellen Lage an
allgemein- und berufsbildenden Schulen. Robert Bosch Stiftung.
https://www.bosch-stiftung.de/de/projekt/das-deutsche-schulbarometer/lehrkraefte
151
5.6 Zusammenfassung der schulorganisatorischen
Maßnahmen nach §146 HSchG
Die sechs Beruflichen Schulen in Trägerschaft der Stadt haben angesichts der alten und neuen
Herausforderungen bereits eine Weiterentwicklung ihrer Bildungsangebote angedacht. Neben
der Ansiedlung neuer Ausbildungsberufe gehört dazu auch die Bewerbung um Fachklassen-
standorte. Bereits in der Vergangenheit haben sich einzelne Berufliche Schulen als Landes-
fachklassenstandort beworben. Diese Bewerbungen wurden jedoch aufgrund fehlender Un -
terkunftsmöglichkeiten bisher abschlägig beschieden. Die Schaffung betreuter Unterkünfte in
Darmstadt ist daher für die Schulen von zentraler Bedeutung.
Weitere Perspektiven sehen die verstärkte Kooperation der Beruflichen Schulen untereinander
vor. Insbesondere in eine Ausweitung des Angebots des Beruflichen Gymnasiums möchten sich
die verschiedenen Fachbereiche der einzelnen Beruflichen Schulen einbringen. Bereits beste-
hende Kooperationen insbesondere innerhalb des neustrukturierten Berufsschulzentrums Nord
sollen weiter ausgebaut werden. Hierzu sehen die Schulen sehr gute Voraussetzungen.
Folgende Durchführungsmaßnahmen werden - unter Angabe der Rangfolge – seitens des
Schulträgers beantragt:
Friedrich-List-Schule
Vollschulische Bildungsgänge:
• Einrichtung der Zweijährigen Fachschule, Fachrichtung Betriebswirtschaft, Schwerpunkt
Logistik zum Schuljahr 2026/2027.
• Umwandlung der Zweijährigen Berufsfachschule in die „Zweijährige Berufsfachschule zum
Übergang in Ausbildung (BÜA)“, die zum Schuljahr 2026/2027 im Schulverbund mit den
beiden anderen Schulen des Berufsschulzentrums Nord umgesetzt werden soll.
Berufsschule:
• Grundsätzlicher Erhalt des Fachklassenstandortes für die in der Verordnung vom
17.07.2018, ABl. S. 695 festgelegten Ausbildungsberufe.
• Erweiterung des Fachklassenstandortes für den Ausbildungsberuf „Automobilkaufmann/-
frau“ auch für die Stadt und den Landkreis Offenbach.
• Neuer Fachklassenstandort für den Ausbildungsberuf „Verwaltungsfachangestellte*r“ für
die Wissenschaftsstadt Darmstadt, die Landkreise Darmstadt-Dieburg, Bergstraße und den
Odenwaldkreis.
Heinrich-Emanuel-Merck-Schule
Vollschulische Bildungsgänge:
• Erweiterung des Beruflichen Gymnasiums um die „Fachrichtung Erziehungswissenschaf-
ten“ zum Schuljahr 2026/2027 in fachlicher Kooperation mit der Alice-Eleonoren-Schule.
• Umwandlung der Zweijährigen Berufsfachschule in die „Zweijährige Berufsfachschule zum
Übergang in Ausbildung (BÜA)“, die zum Schuljahr 2026/2027 im Schulverbund mit den
beiden anderen Schulen des Berufsschulzentrums Nord umgesetzt werden soll.
152
Berufsschule:
• Grundsätzlicher Erhalt des Fachklassenstandortes für die in der Verordnung vom
17.07.2018, ABl. S. 695 festgelegten Ausbildungsberufe.
• Neuer Fachklassenstandort für die Ausbildungsberufe
• „Elektroniker*in für Geräte und Systeme“ (Wissenschaftsstadt Darmstadt und Landkreis
Offenbach)
• „Informations- und Telekommunikationssystemelektroniker*in“ (Wissenschaftsstadt Darm-
stadt und Landkreis Bergstraße).
Martin-Behaim-Schule
Vollschulische Bildungsgänge:
• Einrichtung der „Zweijährigen Berufsfachschule zum Übergang in Ausbildung (BÜA)“; die
zum Schuljahr 2026/2027 im Schulverbund mit den beiden anderen Schulen des Berufs-
schulzentrums Nord umgesetzt werden soll.
Berufsschule:
• Grundsätzlicher Erhalt des Fachklassenstandortes für die in der Verordnung vom
17.07.2018, ABl. S. 695 festgelegten Ausbildungsberufe.
• Neuer Fachklassenstandort für den Ausbildungsberuf „Zahnmedizinische*r
Fachangestellte*r“ (Wissenschaftsstadt Darmstadt und Landkreis Darmstadt-Dieburg).
Erasmus-Kittler-Schule
Berufsschule:
• Grundsätzlicher Erhalt des Fachklassenstandortes für die in der Verordnung vom
17.07.2018, ABl. S. 695 festgelegten Ausbildungsberufe.
Peter-Behrens-Schule
Berufsschule:
• Grundsätzlicher Erhalt des Fachklassenstandortes für die in der Verordnung vom 17.07.2018,
ABl. S. 695 festgelegten Ausbildungsberufe sowie für die beiden Landesfachklassen.
Alice-Eleonoren-Schule
Vollschulische Bildungsgänge:
• Erweiterung des Ausbildungsangebots an der Fachschule für Sozialwesen (Ausbildung
zum/zur Erzieher*in und zum/zur Heilerziehungspfleger*in) ist dringend notwendig – ins-
besondere angesichts des mittel- und langfristigen gesellschaftlichen Bedarfs an qualitativ
gut ausgebildeten pädagogischen Fachkräften.
• Fachliche Kooperation nach Erweiterung des Beruflichen Gymnasiums an der Heinrich-
Emanuel-Merck-Schule um die Fachrichtung Erziehungswissenschaften.
153
Berufsschule:
• Grundsätzlicher Erhalt des Fachklassenstandortes für die in der Verordnung vom
17.07.2018, ABl. S. 695 festgelegten Ausbildungsberufe.
Darüber hinausgehende weitere Planungsmaßnahmen:
Die Abstimmungen mit den jeweils betroffenen Schulträgern zu den geplanten schulträgerüber-
greifenden Fachklassenstandorten sind hinsichtlich der zu treffenden öffentlich-rechtlichen
Vereinbarungen in Vorbereitung.
Hinsichtlich der bereits vorhandenen sowie der geplanten Landesfachklassenstandorte steht
derzeit die hiesige Jugendherberge als Unterbringungsmöglichkeit zur Verfügung; der Bau
eines eigenen Wohnheimes bzw. die Nutzung freier / freiwerdender städtischer Liegenschaften
wird geprüft.
Mittel- und langfristig sind nach entsprechender Prüfung folgende Weiterentwicklungen – ins-
besondere bezogen auf das Berufliche Gymnasium an der Heinrich-Emanuel-Merck-Schule –
geplant:
• Prüfung der Einrichtung der FR Wirtschaft „bilingual“ im Beruflichen Gymnasium;
• Erweiterung des Beruflichen Gymnasiums um die FR Technik, Schwerpunkt Bautechnik in
fachlicher Kooperation mit der Peter-Behrens-Schule;
• Erweiterung des Beruflichen Gymnasiums um die FR Technik, Schwerpunkt Umwelttechnik
in fachlicher Kooperation mit der Peter-Behrens-Schule;
• Erweiterung des Beruflichen Gymnasiums um die FR Technik, Schwerpunkt Gestaltungs-
und Medientechnik in fachlicher Kooperation mit der Peter-Behrens-Schule.
Die „Satzung über die Bildung von Schulbezirken für die Berufsschulen der Wissenschaftsstadt
Darmstadt“ aus dem Jahr 1996 soll nach dem In-Kraft-Treten der neuen Verordnung im Rah-
men der Umsetzung „Zukunftsfähige Berufsschule“ entsprechend neu formuliert werden.
Im Zuge dessen werden auch die beiden Doppelangebote bezüglich der Ausbildungsberufe
„Fachinformatiker/-in, FR Anwendungsentwicklung und FR Systemintegration“ und „Kauffrau
oder Kaufmann für Büromanagement“ – aktuell jeweils noch bei den Angaben zur Heinrich-
Emanuel-Merck-Schule, Friedrich-List-Schule sowie zur Martin-Behaim-Schule aufgeführt – wie
folgt neu geregelt:
Standort des Ausbildungsberufs „Fachinformatiker/-in, FR Anwendungsentwicklung und FR
Systemintegration“ wird künftig die Heinrich-Emanuel-Merck-Schule sein; der Ausbildungsbe-
ruf „Kauffrau oder Kaufmann für Büromanagement“ wird künftig ausschließlich am Standort
Friedrich-List-Schule angeboten.
154
6. Ausblick: Visionen Beruflicher Bildung
für Darmstadt
Ziel ist es, die Berufliche Bildung bis zum Jahr 2035 auf eine neue Grundlage zu stellen. Die hier
geplanten Maßnahmen beziehen sich im Wesentlichen auf die folgenden Punkte des Konzepts:
„Berufliche Bildung DA-2035 – Politische Vision einer modernen Berufsschullandschaft in Darmstadt“
6.1 Konsolidierung und inhaltliche Neuausrichtung
der beruflichen Bildung
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt hat von 2018 – 2024 am Berufsschulzentrum Nord um-
fassende Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen vorgenommen. Die nun anstehenden
Sanierungs- und Baumaßnahmen am Berufsschulzentrum Mitte machen eine grundlegende
organisatorische und inhaltliche Auseinandersetzung mit der beruflichen Bildung in Darmstadt
erforderlich, insbesondere mit Blick auf die längerfristigen Zukunftsperspektiven der Berufli -
chen Bildung in Darmstadt.
Die Berufsbilder der Zukunft sind deutlich interdisziplinärer als heute, was auf die steigende
Komplexität der Produkte und Dienstleistungen zurückzuführen ist und auch auf die IT-Kompe-
tenzen, die inzwischen in allen Berufsbildern benötigt werden.
Ziel ist daher die Konsolidierung und inhaltliche Neuausrichtung der beiden Darmstädter Be-
rufsschulzentren unter dem Aspekt von Synergien und der Qualitätssicherung von Ausbildungs-
gängen. Die Zukunft liegt in einer Berufsschullandschaft, die klare Schwerpunkte hat, durch
Kooperation flexibel neue Berufsbilder einrichten kann und individuelle Spezialisierungen
ermöglicht. In Darmstadt bieten sich aufgrund der bestehenden Rahmenbedingungen und der
wirtschaftlichen Anforderungen folgende vier Schwerpunkte an:
• IT- und Elektroberufe
• Kaufmännische Berufe
• Gewerblich-technische Berufe
• Sozial- und Gesundheitsberufe
Konzeptionell erscheint die gleichmäßige Verteilung der Schwerpunkte auf die beiden Zentren
sinnvoll – im Folgenden werden zwei mögliche Varianten der Zuordnung vorgestellt.
155
„Variante A“ beschreibt dabei ein Verteilungs-Szenario, das die höchsten Synergieeffekte aufweist:
• Zentrum für IT, Elektro- und gewerblich-technische Berufe Darmstadt (Zentrum Mitte)
• Zentrum für kaufmännische, Sozial- und Gesundheitsberufe (Zentrum Nord)
In der Folge kann beispielsweise der Bereich „Elektrotechnik/IT“ der Heinrich-Emanuel-Merck-
Schule an das Zentrum Mitte verlagert um die Angebote von Erasmus-Kittler-Schule und Peter-
Behrens-Schule zu ergänzen. Die Sozial- und Gesundheitsberufe der Alice-Eleonoren-Schule
würden gemeinsam mit den Gesundheitsberufen der Martin-Behaim-Schule diesen neuen
Schwerpunkt am Berufsschulzentrum Nord gestalten.
„Variante B“ orientiert sich hingegen an der bereits bestehenden Verteilung:
• Zentrum für IT, Elektro- und kaufmännische Berufe Darmstadt (Zentrum Nord)
• Zentrum für gewerblich-technische, Sozial- und Gesundheitsberufe (Zentrum Mitte)
Die „Fachoberschule Gesundheit“ der Martin-Behaim-Schule sowie alle medizinischen Aus-
bildungsgänge der Schule können gemeinsam mit den Sozial- und Gesundheitsberufen der
Alice-Eleonoren-Schulen am Zentrum Mitte verortet werden. Einzelne Ausbildungsgänge der
Erasmus-Kittler-Schule und der Peter-Behrens-Schule werden dann bei dieser Variante am Zen-
trum Nord angesiedelt.
Die Verteilung der Schwerpunkte auf die beiden Zentren muss im weiteren Planungsverlauf
umfassend geprüft werden, sowohl inhaltlich, als auch räumlich. Ausbildungsgänge, die klar
einem Schwerpunkt zuzuordnen sind, die aktuell aber an verschiedenen Standorten angeboten
werden, müssten der Logik nach an einem der beiden Zentren zusammengeführt werden. Was
dies hinsichtlich der Schüler*innenzahlen der einzelnen Schulen bedeutet (Stichwort Min-
destgröße) und auch hinsichtlich der Gesamtschüler*innenzahlen an den beiden Zentren ist
ebenfalls zu prüfen. In diesem Zusammenhang muss auch eine organisatorische Zusammen-
führung beruflicher Schulen in den Blick genommen werden, sodass zum Beispiel aus derzeit
sechs Einheiten durchaus auch langfristig vier entstehen können. Hinsichtlich der räumlichen
Auslastung, aber auch mit Blick auf die inhaltlichen Angebote der Zentren sind sowohl die
Schüler*innenzahlen als auch die berufsbezogenen Zusammenhänge in den Vollschulischen
Ausbildungsgängen denen in der Berufsschule gegenüber zu stellen.
156
Für die Konzepterstellung, die als Grundlage für die bauliche Sanierung und Erweiterung des
Berufsschulzentrums Mitte dienen soll und die für das Jahr 2025 angesetzt ist, sind im Einzel-
nen folgende Prüfaufträge formuliert worden:
Thema Schwerpunktbildung:
Ermittlung sinnvoller Schwerpunkte (z.B. „gewerblich-technische Berufe, IT-Berufe“ oder
„Wirtschaft und Verwaltung, Elektrotechnik“ oder „Erneuerbare Energien, Digitalisierung“) inkl.
Prüfung verschiedener, in Frage kommender Begrifflichkeiten/Schwerpunktbezeichnungen.
Thema Neustrukturierung:
Prüfung einer Neustrukturierung der Ausbildungsgänge im Hinblick auf die o.g. Schwerpunkt-
bildung an den beiden Berufsschulzentren Mitte und Nord unter Berücksichtigung der vorhan-
denen räumlichen Kapazitäten sowie der Ausstattung der Räume am bereits fertiggestellten
BSZ Nord.
Thema Schüler*innenzahlen:
Prüfung der Schüler*innenzahlen an den beiden Zentren Mitte und Nord je nach Verteilungs-
szenario. Duale Ausbildung / Vollschulische Bildungsgänge sind jeweils separat zu betrachten,
auch in deren inhaltlicher Abhängigkeit.
Thema Funktionsschema Berufsschulzentrum Mitte:
Prüfung, welche Funktionsbereiche zur gemeinsamen Nutzung geeignet sind und somit zentra-
lisiert werden könnten.
Thema weitere Nutzer:
Beispielsweise Prüfung der Integration von Räumen für die Darmstädter Werkstätten am Zent-
rum Mitte. Welche weiteren Nutzer wären denkbar?
Thema Dependancen:
Prüfung der Idee von Dependancen des jeweils anderen Berufsschulzentrums inklusive der
Bedarfsanalyse hinsichtlich Räumlichkeiten und Ausstattung.
Thema Interimsstandorte/Außenstellen:
Prüfung der sukzessiven Schließung aller Außenstellen und Interimsstandorte und deren zeitli-
cher und organisatorischer Abhängigkeiten untereinander.
Thema Landesfachklassenstandort:
Umfang und Anforderungen an ein Wohnangebot für Auszubildende („Azubi-Werk“) als Alterna-
tive zur Kontingentlösung in der Jugendherberge Darmstadt sind ebenfalls zu prüfen. Prüfung
von Nutzungsmöglichkeiten städtischer Liegenschaften.
Thema ÖPNV:
Prüfung der Anbindung beider Berufsschulzentren miteinander über den ÖPNV sowie Klärung
der Nutzung des Parkhauses in der Mornewegstraße.
157
6.2 Sanierung des Berufsschulzentrums Mitte
Die Sanierung und Erweiterung des Zentrums Mitte hat für den Schulträger eine hohe Priorität,
vor allem im Hinblick auf die Zusammenführung der Standorte von Alice-Eleonoren-Schule und
Peter-Behrens-Schule. Im Sinne der Attraktivitätssteigerung sind die zentralen Standorte mit
ihrer guten Erreichbarkeit per ÖPNV die beste Wahl. Die derzeitigen Außenstandorte der Beruf-
lichen Schulen sollen auf lange Sicht sukzessive aufgegeben werden.
Langfristig strebt die Wissenschaftsstadt Darmstadt eine Schwerpunktbildung an den beiden
Zentren Mitte und Nord an (vgl. 6.1 Konsolidierung und inhaltliche Neuausrichtung der beruf-
lichen Bildung). Um interdisziplinäre Berufsbilder optimal schulisch abbilden zu können und
um die Kooperationen zwischen den Zentren zu erleichtern und Wege kurz zu halten, soll die
Einrichtung von Dependancen am jeweils anderen Zentrum geprüft werden.
6.3 Fachklassenstandorte und betreute Unterkunft
Die Bildung von Fachklassenstandorten auf Landes- oder Regionalebene soll hochwertige
Bildungsangebote für Ausbildungsberufe sichern, die aufgrund der Nachfrage nicht mehr
oder noch nicht in jedem Schulträgerbezirk angeboten werden können. Durch die stärkere
Zentralisierung entstehen jedoch auch längere Fahrtwege, welche auf viele Auszubildende
abschreckend wirken. Um die Frequenz der Fahrten möglichst kurz zu halten, wird in einigen
Ausbildungsgängen auf Blockunterricht gesetzt, was wiederum eine betreute Unterkunft für die
Auszubildenden notwendig machen wird.
Um die Bewerbung der Schulen um Fachklassenstandorte zu unterstützen und damit die
Attraktivität des Berufsschulstandorts Darmstadt zu steigern, beabsichtigt die Wissenschafts -
stadt Darmstadt die Bereitstellung einer möglichst skalierbaren betreuten Unterkunft wie bei-
spielsweise eine Kontingentlösung in der ortsansässigen Jugendherberge zu schaffen. Alterna -
tiv wird auch die Nutzung von städtischen Liegenschaften geprüft.
6.4 Stärkung und Ausbau des Beruflichen
Gymnasiums
Um in Darmstadt individuelle und passgenaue Bildungswege zu ermöglichen, soll das Beruf-
liche Gymnasium als Alternative zur klassischen, allgemeinbildenden gymnasialen Oberstufe
erweitert werden. Hierzu sollen in Kooperation der sechs Beruflichen Schulen schrittweise
weitere Fachrichtungen eingerichtet werden. Eine Bedarfsanalyse ist geplant. Vorschläge
hierzu liegen von den Schulen bereits vor. Personelle wie räumliche Voraussetzungen sind
in den beiden Berufsschulzentren vorhanden. Über die bisher bestehende Deckelung der
Schüler*innenzahl im Beruflichen Gymnasium muss daher neu verhandelt werden.
Schulträger und Berufliche Schulen werden eine Kampagne entwerfen, um das Berufliche
Gymnasium als Bildungsangebot in Darmstadt zu stärken.
6.5 Europäische Ausrichtung und Internationalität
Angesichts der europäischen Ausrichtung der Wirtschaft sind interkulturelle Kompetenzen der
nachwachsenden Generation von essenzieller Bedeutung. Der Schulträger und die Beruflichen
Schulen möchten daher europäische und internationale Austauschprogramme wie Erasmus+
sowie den Erwerb interkultureller Kompetenzen weiter ausbauen. Hierzu werden entsprechen-
de Beratungsangebote entwickelt.
158
6.6 Engere Anbindung und Kooperation mit Schulen
der Sekundarstufe I
Um die Berufsorientierung an allen Schulen der Sekundarstufe I weiter zu verbessern, strebt
der Schulträger zusammen mit den Beruflichen Schulen eine enge Anbindung und Kooperati-
on mit diesen Schulen an. Neben der bereits geplanten Vernetzung mit der Mittelstufenschule
Wilhelm-Leuschner-Schule, die bereits konzeptionell eine enge Kooperation mit Beruflichen
Schulen vorsieht, soll auch die Zusammenarbeit mit den anderen abgebenden Schulen, ins-
besondere auch mit Gymnasien gestärkt werden, um die Angebote der Beruflichen Schulen
bekannter zu machen und den Schüler*innen eine breitere Berufsorientierung anzubieten.
6.7 Stärkung konsekutiver Fortbildungsstufen
Für Personen mit bestehenden Ausbildungsabschlüssen sind die neuen konsekutiven Fort-
bildungsstufen, die mit der Änderung des Berufsbildungsgesetzes 2020 eingeführt wurden,
von hohem Interesse. Hierdurch werden Abschlüsse, die bisher als “geprüfte Fachwirte” oder
“geprüfte Meister” bezeichnet wurden, in eine neue Terminologie überführt (einheitliche Ab-
schlussbezeichnungen) und inhaltlich überarbeitet worden. Dadurch soll die Gleichwertigkeit
von beruflicher und akademischer Bildung zum Ausdruck gebracht und zugleich die Praxisnä-
he der Berufe unterstrichen werden. Für viele junge Menschen wird dies eine ernstzunehmende
Alternative zum Hochschulstudium sein. Für die beruflichen Schulen kann die bisherige
Zielgruppe für höherwertige, berufsbezogene Qualifizierungen auf diese Weise erweitert wer -
den. Die Möglichkeiten, die sich für die Beruflichen Schulen daraus ergeben, sollen in Abspra-
che mit den Kammern und Innungen geprüft werden.
159
Tabellen | Abbildungen
Tabellen
Tabelle 1: Prognostizierte Defizite an Fachkräften nach Berufsgruppen in der
Wissenschaftsstadt Darmstadt 38
Tabelle 2: Berufliche Schulen in Trägerschaft der Wissenschaftsstadt Darmstadt 39
Tabelle 3: Berufliche Schulen in privater Trägerschaft in Darmstadt 40
Tabelle 4: Ausbildungsgänge an der Friedrich-List-Schule 57
Tabelle 5: Schüler*innen in den Bildungsgängen der Friedrich-List-Schule 59
Tabelle 6: Anzahl Schüler*innen der Berufsschule an der Friedrich-List-Schule nach
Ausbildungsberufen 2023 60
Tabelle 7: Schüler*innen nach Ausbildungsberufen und Betriebsstätten an der
Friedrich-List-Schule im Doppelangebot mit der Landrat-Gruber-Schule 2023 65
Tabelle 8: Annahmen Prognose Friedrich-List-Schule 66
Tabelle 9: Ausbildungsgänge an der Martin-Behaim-Schule 71
Tabelle 10: Schüler*innen in den Bildungsgängen der Martin-Behaim-Schule 73
Tabelle 11: Anzahl Schüler*innen der Berufsschule an der Martin-Behaim-Schule
nach Ausbildungsberufen 2023 74
Tabelle 12: Schüler*innen nach Ausbildungsberufen und Betriebsstätten an der
Martin-Behaim-Schule im Doppelangebot mit der Landrat-Gruber-Schule 2023 78
Tabelle 13: Annahmen Prognose Martin-Behaim-Schule 78
Tabelle 14: Ausbildungsgänge an der Heinrich-Emanuel-Merck-Schule 83
Tabelle 15: Schüler*innen in den Bildungsgängen der Heinrich-Emanuel-Merck-Schule 86
Tabelle 16: Anzahl Schüler*innen der Berufsschule an der
Heinrich-Emanuel-Merck-Schule nach Ausbildungsberufen 2023 86
Tabelle 17: Annahmen Prognose Heinrich-Emanuel-Merck-Schule 91
Tabelle 18: Ausbildungsgänge an der Peter-Behrens-Schule 97
Tabelle 19: Schüler*innen in den Bildungsgängen der Peter-Behrens-Schule 101
Tabelle 20: Anzahl Schüler*innen der Berufsschule an der Peter-Behrens-Schule
nach Ausbildungsberufen 2023 102
Tabelle 21: Schüler*innen nach Ausbildungsberuf und Betriebsstätten an der
Peter-Behrens-Schule im Doppelangebot mit der Landrat-Gruber-Schule 2023 106
Tabelle 22: Annahmen Prognose Peter-Behrens-Schule 107
Tabelle 23: Raumnutzung Peter-Behrens-Schule Mornewegstraße Hauptnutzung 110
Tabelle 24: Raumnutzung Peter-Behrens-Schule Martin-Buber-Straße Hauptnutzung 112
Tabelle 25: Ausbildungsgänge an der Erasmus-Kittler-Schule 115
Tabelle 26: Schüler*innen in den Bildungsgängen der Erasmus-Kittler-Schule 117
Tabelle 27: Anzahl Schüler*innen der Berufsschule an der Erasmus-Kittler-Schule
nach Ausbildungsberufen 2023 118
Tabelle 28: Doppelangebote Erasmus-Kittler-Schule und Landrat-Gruber-Schule 2023 122
Tabelle 29: Schüler*innen nach Ausbildungsberufen und Betriebsstätte an der
Erasmus-Kittler-Schule im Doppelangebot mit der Landrat-Gruber-Schule 2023 123
Tabelle 30: Annahmen Prognose Erasmus-Kittler-Schule 124
Tabelle 31: Raumnutzung Erasmus-Kittler-Schule Hauptnutzung 127
Tabelle 32: Ausbildungsgänge an der Alice-Eleonoren-Schule 131
Tabelle 33: Schüler*innen in den Bildungsgängen der Alice-Eleonoren-Schule 134
Tabelle 34: Anzahl Schüler*innen der Berufsschule an der Alice-Eleonoren-Schule
nach Ausbildungsberufen 2023 134
Tabelle 35: Annahmen Prognose Alice-Eleonoren-Schule 138
Tabelle 36: Raumnutzung Alice-Eleonoren-Schule Kapellplatz Hauptnutzung 140
160
Tabelle 37: Raumnutzung Alice-Eleonoren-Schule Altes Pädagog Hauptnutzung 141
Tabelle 38: Raumnutzung Alice-Eleonoren-Schule Martinstraße Hauptnutzung 143
Tabelle 39: Raumnutzung Alice-Eleonoren-Schule Heinrichstraße Hauptnutzung 145
Abbildungen
Abbildung 1: Schritt I der Prognose 10
Abbildung 2: Schritt II der Prognose 11
Abbildung 3: Schritt III der Prognose 11
Abbildung 4: Schritt IV der Prognose 12
Abbildung 5: Bevölkerung 2014 - 2023 14
Abbildung 6: Bevölkerung nach Altersgruppen 2014 und 2023 15
Abbildung 7: Bevölkerung 2014 - 2033 16
Abbildung 8: Bevölkerung nach Altersgruppen 2022 und 2032 16
Abbildung 9: Bevölkerung im Alter von 16 bis unter 22 Jahren 2014 - 2033 17
Abbildung 10: Anzahl Betriebe 2014 - 2022 18
Abbildung 11: Anzahl der Betriebe mit sozialversicherungspflichtig Beschäftigten
nach Größenklasse 2023 19
Abbildung 12: Anzahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeits- und
Wohnort 2014 - 2023 20
Abbildung 13: Anzahl Ein- und Auspendler*innen 2014 - 2023 20
Abbildung 14: Anteil sozialversicherungspflichtig Beschäftigter am Wohnort
an der Bevölkerung im Alter von 15 bis unter 65 Jahren 21
Abbildung 15: Sozialversicherungspflichtig und geringfügig Beschäftigte
am Arbeitsort nach Qualifikationsniveau 2021 22
Abbildung 16: Prozentuale Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen
Beschäftigung am Arbeitsort 2014 – 2023 Darmstadt 23
Abbildung 17: Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung am Arbeitsort
nach Wirtschaftsbereichen 2023 24
Abbildung 18: Prozentuale Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen
Beschäftigung am Arbeitsort nach Wirtschaftszweigen 2014 bis 2023 25
Abbildung 19: Arbeitslosenquoten 2014 – 2023 im interkommunalen Vergleich 26
Abbildung 20: Anzahl Auszubildende an Wohn- und Arbeitsort Darmstadt 27
Abbildung 21: Ausbildungsbewerber*innen und Ausbildungsstellen Darmstadt 28
Abbildung 22: Bewerber*innen-Stellen-Relation Darmstadt und
Landkreis Darmstadt-Dieburg 29
Abbildung 23: Ausbildungsbewerber*innen Darmstadt 30
Abbildung 24: Schulabschlüsse von Ausbildungsbewerber*innen 2023 und
Auszubildenden mit neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen 2021 31
Abbildung 25: Übergangsquoten in duale und schulische Ausbildung 32
Abbildung 26: Anzahl Ausbildungsbewerber*innen in den 10 am häufigsten
gewählten Ausbildungsberufen Darmstadt 2023 33
Abbildung 27: Bevölkerung im Alter von 15 bis unter 65 Jahre 35
Abbildung 28: Fachkräfte bis 2028 Darmstadt und Landkreis Darmstadt-Dieburg 36
Abbildung 29: Anzahl Schüler*innen an Beruflichen Schulen in der 41
Abbildung 30: Durchschnittliches Eintrittsalter in die Bildungsgänge
der Beruflichen Schulen Darmstadt 2023 42
Abbildung 31: Wohnorte der Schüler*innen an Beruflichen Schulen
in Trägerschaft der Wissenschaftsstadt Darmstadt 2023 43
161
Abbildung 32: Betriebsstätten der Schüler*innen in dualer Ausbildung an Beruflichen
Schulen in Trägerschaft der Wissenschaftsstadt Darmstadt 2023 43
Abbildung 33: Anzahl Schüler*innen an Beruflichen Schulen in Trägerschaft
der Wissenschaftsstadt Darmstadt nach Geschlecht 44
Abbildung 34: Anteil Schüler*innen an Beruflichen Schulen in Trägerschaft
der Wissenschaftsstadt Darmstadt nach Migrationshintergrund 45
Abbildung 35: Anteil Schüler*innen nach Bildungsgängen der Friedrich-List-Schule 2023 58
Abbildung 36: Anzahl Schüler*innen der Friedrich-List-Schule 58
Abbildung 37: Frauen- und Männeranteil an der Friedrich-List-Schule 61
Abbildung 38: Frauen- und Männeranteil an der Friedrich-List-Schule
nach Bildungsgängen 2023 62
Abbildung 39: Anteil Schüler*innen mit Migrationshintergrund an der
Friedrich-List-Schule nach Bildungsgängen 2023 62
Abbildung 40: Anteil Schüler*innen nach Wohnort an der Friedrich-List-Schule 2023 63
Abbildung 41: Anteil Schüler*innen in der Berufsschule nach Wohnort an der
Friedrich-List-Schule 2023 63
Abbildung 42: Anteil Schüler*innen in der Berufsschule an der Friedrich-List-Schule
nach Betriebsstätte 2023 64
Abbildung 43: Prognose Friedrich-List-Schule 66
Abbildung 44: Prognose Berufsschule Friedrich-List-Schule 67
Abbildung 45: Prognose vollschulische Bildungsgänge Friedrich-List-Schule 67
Abbildung 46: Anteil Schüler*innen nach Bildungsgängen an der
Martin-Behaim-Schule 2023 72
Abbildung 47: Anzahl Schüler*innen an der Martin-Behaim-Schule 73
Abbildung 48: Frauen- und Männeranteil an der Martin-Behaim-Schule 75
Abbildung 49: Frauen- und Männeranteil an der Martin-Behaim-Schule
nach Bildungsgängen 2023 75
Abbildung 50: Anteil Schüler*innen mit Migrationshintergrund an der
Martin-Behaim-Schule nach Bildungsgängen 2023 76
Abbildung 51: Anteil Schüler*innen nach Wohnort an der Martin-Behaim-Schule 2023 76
Abbildung 52: Anteil Schüler*innen in der Berufsschule nach Wohnort an der
Martin-Behaim-Schule 2023 77
Abbildung 53: Anteil Schüler*innen in der Berufsschule nach Betriebsstätte
an der Martin-Behaim-Schule 2023 77
Abbildung 54: Prognose Martin-Behaim-Schule 79
Abbildung 55: Prognose Berufsschule Martin-Behaim-Schule 79
Abbildung 56: Prognose vollschulische Bildungsgänge Martin-Behaim-Schule 80
Abbildung 57: Anteil Schüler*innen nach Bildungsgängen an der
Heinrich-Emanuel-Merck-Schule 2023 84
Abbildung 58: Anzahl Schüler*innen an der Heinrich-Emanuel-Merck-Schule 85
Abbildung 59: Frauen- und Männeranteil an der Heinrich-Emanuel-Merck-Schule 2023 87
Abbildung 60: Frauen- und Männeranteil an der Heinrich-Emanuel-Merck-Schule
nach Bildungsgängen 2023 87
Abbildung 61: Anteil Schüler*innen mit Migrationshintergrund an der
Heinrich-Emanuel-Merck-Schule nach Bildungsgängen 2023 88
Abbildung 62: Anteil Schüler*innen nach Wohnort an der
Heinrich-Emanuel-Merck-Schule 2023 89
Abbildung 63: Anteil Schüler*innen in der Berufsschule nach Wohnort an der
Heinrich-Emanuel-Merck-Schule 2023 89
162
Abbildung 64: Anteil Schüler*innen in der Berufsschule nach Betriebsstätte
an der Heinrich-Emanuel-Merck-Schule 2023 90
Abbildung 65: Prognose Heinrich-Emanuel-Merck-Schule 91
Abbildung 66: Prognose Berufsschule und vollschulische Bildungsgänge an der
Heinrich-Emanuel-Merck-Schule 92
Abbildung 67: Anteil Schüler*innen nach Bildungsgängen an der
Peter-Behrens-Schule 2023 100
Abbildung 68: Anzahl Schüler*innen an der Peter-Behrens-Schule 100
Abbildung 69: Frauen- und Männeranteil an der Peter-Behrens-Schule 103
Abbildung 70: Frauen- und Männeranteil an der Peter-Behrens-Schule
nach Bildungsgängen 2023 104
Abbildung 71: Anteil Schüler*innen mit Migrationshintergrund an der
Peter-Behrens-Schule nach Bildungsgängen 2023 104
Abbildung 72: Anteil Schüler*innen nach Wohnort an der Peter-Behrens-Schule 2023 105
Abbildung 73: Anteil Schüler*innen in der Berufsschule nach Wohnort
an der Peter-Behrens-Schule 2023 105
Abbildung 74: Anteil Schüler*innen in der Berufsschule nach Betriebsstätte
an der Peter-Behrens-Schule 2023 106
Abbildung 75: Prognose Peter-Behrens-Schule 107
Abbildung 76: Prognose Berufsschule und vollschulische Bildungsgänge
Peter-Behrens-Schule 108
Abbildung 77: Anteil Schüler*innen nach Bildungsgängen an der
Erasmus-Kittler-Schule 2023 116
Abbildung 78: Anzahl Schüler*innen an der Erasmus-Kittler-Schule 117
Abbildung 79: Frauen- und Männeranteil an der Erasmus-Kittler-Schule 119
Abbildung 80: Anteil Schüler*innen mit Migrationshintergrund an der
Erasmus-Kittler-Schule nach Bildungsgängen 2023 120
Abbildung 81: Anteil Schüler*innen nach Wohnort an der Erasmus-Kittler-Schule 2023 120
Abbildung 82: Anteil Schüler*innen in der Berufsschule nach Wohnort an der
Erasmus-Kittler-Schule 2023 121
Abbildung 83: Anteil Schüler*innen in der Berufsschule nach Betriebsstätte
an der Erasmus-Kittler-Schule 2023 121
Abbildung 84: Prognose Erasmus-Kittler-Schule 125
Abbildung 85: Prognose Berufsschule und vollschulische Bildungsgänge
Erasmus-Kittler-Schule 125
Abbildung 86: Anteil Schüler*innen nach Bildungsgängen an der
Alice-Eleonoren-Schule 2023 132
Abbildung 87: Anzahl Schüler*innen an der Alice-Eleonoren-Schule 2012 – 2023 133
Abbildung 88: Frauen- und Männeranteil an der Alice-Eleonoren-Schule 135
Abbildung 89: Frauen- und Männeranteil an der Alice-Eleonoren-Schule
nach Bildungsgängen 2023 135
Abbildung 90: Anteil Schüler*innen mit Migrationshintergrund an der
Alice-Eleonoren-Schule nach Bildungsgängen 2023 136
Abbildung 91: Anteil Schüler*innen nach Wohnort an der Alice-Eleonoren-Schule 2023 136
Abbildung 92: Anteil Schüler*innen in der Berufsschule nach Wohnort
an der Alice-Eleonoren-Schule 2023 137
Abbildung 93: Anteil Schüler*innen in der Berufsschule nach Betriebsstätte
an der Alice-Eleonoren-Schule 2023 137
Abbildung 94: Prognose Alice-Eleonoren-Schule 138
Abbildung 95: Prognose Teilzeit- und Vollzeitbildungsgänge Alice-Eleonoren-Schule 139
163
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Herausgeberin | Kontakt
Wissenschaftsstadt Darmstadt
Der Magistrat
Dezernat V für Digitalisierung und Bildung
Neues Rathaus Luisenplatz 5, 64283 Darmstadt
Stadtrat Holger Klötzner
Telefon: + 49 (0)6151 13 2301
E-Mail: dezernatV@darmstadt.de
anlage 4
132 Zeichen
Punkt 9: Finaler Schulentwicklungsplan Berufliche Schulen 2025 - 2030 (V-Nr. 2025/0141) Der Vorlage wird einstimmig zugestimmt.
2025/0141
2527 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
06.05.2025
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat V an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Amt: Schulamt
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2025/0141
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.:
Kostenstelle: Investitionsnummer:
Kostenträger: Sachkonto:
Betreff: Finaler Schulentwicklungsplan Berufliche Schulen 2025 - 2030
Vorlage vom: 02.05.2025
Beschlussvorschlag :
Die beiliegende finale Fassung des Schulentwicklungsplans Berufliche Schulen 2025 - 2030 wird
zur Kenntnis genommen und die umgehende Einreichung im Hessischen Ministerium für Kultus,
Bildung und Chancen beschlossen.
Anlagen: 250502_Stadt -Darmstadt-Berufsschulentwicklungsplan -2025-2030
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
- 2 -
Zusätzlich für alle Vorlagen aus dem Bereich des Hochbaus anzugeben:
Klimarelevanz des Vorhabens:
Auswirkungen auf Stadtklima: ja nein
Auswirkungen auf THG -Emissionen: gering1) mittel/groß 2)
Beteiligung Amt f. Klimaschutz & Klimaanpassung: ja nein
Zusätzlich bei Beschlüssen zur Baufreigabe:
Wurden Optimierungspotentiale ausgeschöpft? ja nein
Falls nein, Kompensationsmaßnahmen festgelegt? ja nein
1) bis 10 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente (CO2e) pro Jahr, 2) über 10 Tonnen CO2e pro Jahr.
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 02.05.2025
Der Magistrat der Wissenschaftsstadt Darmstadt hat in seiner Sitzung vom 19.02.2025 den
Entwurf des Schulentwicklungsplans Beruflichen Schulen zur Kenntnis genommen und der
Durchführung eines öffentlichen Beteiligungsverfahrens zugestimmt.
Das Beteiligungsverfahren hat vom 24.02. – 13.03.2025 stattgefunden. Die im Zuge dessen
beim städtischen Schulamt eingegangen Rückmeldungen erforderten keine umfassenden
Änderungen. Der Bericht liegt somit in seiner finalen Fassung vor und kann auf dem Dienstweg
über das Staatlichen Schulamt beim Hessischen Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen
eingereicht werden.
Darmstadt, 02.05.2025
SEP -40- spa/zi
Dezernat V
Holger Klötzner
Stadtrat
anlage 2
2589 Zeichen
- 2 -
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
06.05.2025
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat V an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Amt: Schulamt
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
V 40
Stvv
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2025/0141
Magistratsbeschluss -Nr.
186
Internetfähig
Produkt-Nr.:
Kostenstelle: Investitionsnummer:
Kostenträger: Sachkonto:
Betreff: Finaler Schulentwicklungsplan Berufliche Schulen 2025 - 2030
Vorlage vom: 02.05.2025
Beschlussvorschlag :
Die beiliegende finale Fassung des Schulentwicklungsplans Berufliche Schulen 2025 - 2030 wird
zur Kenntnis genommen und die umgehende Einreichung im Hessischen Ministerium für Kultus,
Bildung und Chancen beschlossen.
Anlagen: 250502_Stadt -Darmstadt-Berufsschulentwicklungsplan -2025-2030
Datenschutzrelevante Anlage:
- 3 -
Folgekosten: Ja Nein
Zusätzlich für alle Vorlagen aus dem Bereich des Hochbaus anzugeben:
Klimarelevanz des Vorhabens:
Auswirkungen auf Stadtklima: ja nein
Auswirkungen auf THG -Emissionen: gering1) mittel/groß 2)
Beteiligung Amt f. Klimaschutz & Klimaanpassung: ja nein
Zusätzlich bei Beschlüssen zur Baufreigabe:
Wurden Optimierungspotentiale ausgeschöpft? ja nein
Falls nein, Kompensationsmaßnahmen festgelegt? ja nein
1) bis 10 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente (CO2e) pro Jahr, 2) über 10 Tonnen CO2e pro Jahr.
Beschluss des Magistrats vom 21.05.2025
Der Vorlage wird zugestimmt.
Begründung zur Magistratsvorlage vom 02.05.2025
Der Magistrat der Wissenschaftsstadt Darmstadt hat in seiner Sitzung vom 19.02.2025 den
Entwurf des Schulentwicklungsplans Beruflichen Schulen zur Kenntnis genommen und der
Durchführung eines öffentlichen Beteiligungsverfahrens zugestimmt.
Das Beteiligungsverfahren hat vom 24.02. – 13.03.2025 stattgefunden. Die im Zuge dessen
beim städtischen Schulamt eingegangen Rückmeldungen erforderten keine umfassenden
Änderungen. Der Bericht liegt somit in seiner finalen Fassung vor und kann auf dem Dienstweg
über das Staatlichen Schulamt beim Hessischen Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen
eingereicht werden.
Darmstadt, 02.05.2025
SEP -40- spa/zi
Dezernat V
Holger Klötzner
Stadtrat
anlage 3
204 Zeichen
Punkt 17: Finaler Schulentwicklungsplan Berufliche Schulen 2025 - 2030 (V-Nr. 2025/0141) Der Haupt- und Finanzausschuss empfiehlt der Stadtverordnetenversammlung einstimmig, der Vorlage zuzustimmen.
Beratungsverlauf (4)
Orte (12)
- Mina-Rees-Straße 12
- Alsfelder Straße 23
- Julius-Reiber-Straße
- Hilpertstraße 31
- Mornewegstraße 18
- Rheinstraße
- Martin-Buber-Straße 32
- Martinstraße 140
- Heinrichstraße 78
- Paul-Gerhardt-Platz 5
- Kapellplatz 2
- Luisenplatz 5
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2025/0141
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 02.05.2025
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00