2020/0134
Stadtwirtschaftsstrategie 2025
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anlage 3
8094 Zeichen
- 2 -
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats-
geschäftsstelle:
19.05.2020
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat I an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss-
fassung Fachausschuss
Amt: Rechtsamt -
Stadtwirtschaftskoordina
tion
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
I 308
Stvv
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2020/0134
Magistratsbeschluss-Nr.
136
Internetfähig
Produkt-Nr.:
Kostenstelle: Investitionsnummer:
Kostenträger: Sachkonto:
Betreff: Stadtwirtschaftsstrategie 2025
Vorlage vom: 18.05.2020
Beschlussvorschlag:
Die Stadtverordnetenversammlung stimmt dem öffentlichen Teil der Stadtwirtschaftsstrategie 2025
der Wissenschaftsstadt Darmstadt zu.
Die Stadtverordnetenversammlung nimmt den nicht -öffentlichen Teil der Stadtwirtschaftsstrategie
2025 der Wissenschaftsstadt Darmstadt zur Kenntnis.
Den Beteiligungen, an denen die Wissenschaftsstadt Darmstadt unmittelbar oder mittelbar mit
50% der Anteil e oder weniger beteiligt ist, werden die geschäftsfeldübergreifenden Ziele zur
Anwendung empfohlen.
- 3 -
Anlagen: A Stadtwirtschaftsstrategie 2025 - Öffentlich
B-Stadtwirtschaftsstrategie 2025-nicht-öffentlich
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
Beschluss des Magistrats vom 27.05.2020
Der Vorlage wird zugestimmt.
- 4 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 18.05.2020
Im Jahr 2009 hat die HEAG im Auftrag der Wissenschaftsstadt Darmstadt die erste
Stadtwirtschaftsstrategie in Hessen und eine der ersten in Deutschland erarbeitet. Diese
Strategie wurde im Jahr 2015 überarbeitet und den städtischen Gremien vorgelegt, vgl.
Beschluss des Magistrats vom 04.03.2015 und der Stadtverordnetenversammlung vom
07.05.2015 zu Vorlage Nr. 2015/0066.
Aufbauend auf dieser Fassung hat das Beteiligungsmanagement im Hinblick auf die aktuelle
strategische Ausrichtung und die Interessen der Stadt die Stadtwirtschaftsstrategie erneut
grundlegend überarbeitet und ergänzt. Hierzu wurden unter anderem gemeinsam mit
Unternehmen der Stadtwirtschaft Wettbewerbs- und Marktanalysen durchgeführt und
entsprechende Handlungsoptionen in die Stadtwirtschaftsstrategie 2025 eingearbeitet.
Erstmals konnte auch die Stadt- und Kreissparkasse Darmstadt in die Stadtwirtschaftsstrategie
einbezogen werden.
Die Stadtwirtschaftsstrategie 2025 der Wissenschaftsstadt Darmstadt wurde in enger
Abstimmung mit den Fachdezernenten, den Geschäftsleitungen der maßgeblichen
Beteiligungen sowie einem Lenkungskreis, bestehend aus dem Oberbürgermeister als
Beteiligungsdezernenten, dem Kämmerer, dem Stadtwirtschaftskoordinator sowie jeweils einer
Vertreterin oder einem Vertreter der Fraktionen in der Stadtverordnetenversammlung
entwickelt. Sie ersetzt die bisherige Stadtwirtschaftsstrategie, greift die in der
Stadtwirtschaftsstrategie 2020 beschlossenen Ziele und Maßnahmen auf, entwickelt diese
weiter und formuliert neue Ziele. Damit definiert die Stadtwirtschaftsstrategie die strategischen
Ziele der Stadt für ihre Beteiligungen bis 2025.
Anregungen von Personalvertretungen und Kundenbeiräten sind in die Strategieformulierung
eingeflossen.
In der Stadtwirtschaftsstrategie werden die städtischen Ziele und Maßnahmen definiert, die für
die unmittelbaren und mittelbaren Mehrheitsbeteiligungen der Wissenschaftsstadt Darmstadt
in privater oder öffentlicher Rechtsform sowie deren Eigenbetriebe gelten sollen. Der
Stadtkonzern mit 130 Unternehmen zum 31.12.2019 bietet mehr als 8.000 Menschen einen
Arbeitsplatz und erwirtschaftete in Summe eine Gesamtleistung von ca. 2.500 Mio. Euro bei
einer Bilanzsumme von ca. 4.600 Mio. Euro.
Zur Systematisierung des Portfolios sind die Beteiligungen der Wissenschaftsstadt Darmstadt
in die Geschäftsfelder
1. Energie & Wasser,
2. Immobilien,
3. Mobilität,
4. Gesundheit & Teilhabe,
5. Kultur & Freizeit,
6. Digitalisierung & Telekommunikation,
7. Entsorgung & Abwasser sowie
8. Strategie, Finanzen & Innovationen
gegliedert.
- 5 -
Durch die Stadtwirtschaftsstrategie werden auch Querschnittsfunktionen mit aufgegriffen, die
eine Schnittstelle zwischen städtischen Ämtern und Beteiligungen bilden. Beispiele sind die
übergreifenden Tätigkeitsfelder des Sportamts der Wissenschaftsstadt Darmstadt und des
Eigenbetriebs Bäder, des Kulturamts und des Eigenbetriebs Kulturinstitute sowie des Amts für
Wirtschaft und Stadtentwicklung und der Wissenschaftsstadt Darmstadt Marketing GmbH.
Die Stadtwirtschaftsstrategie 2025 der Wissenschaftsstadt Darmstadt basiert sowohl auf den
Beschlüssen der Wissenschaftsstadt Darmstadt, wie beispielsweise dem Klimaschutzkonzept
und den Strategien und Zielen der Beteiligungen.
Die Stadtwirtschaftsstrategie 2025 ist neben dem Darmstädter Beteiligungskodex und den
Darmstädter Compliance-Leitlinien ein bewährtes Instrument des Beteiligungsmanagements.
Die Stadtwirtschaftsstrategie gliedert sich in einen öffentlichen und einen nicht-öffentlichen
Teil. In dem öffentlichen Teil sind die geschäftsfeldübergreifenden Ziele der Stadtwirtschaft
und die Erwartungen der Wissenschaftsstadt Darmstadt an die einzelnen Geschäftsfelder und
die Unternehmen formuliert.
Aus Gründen der Wahrung von Geschäftsgeheimnissen sind in dem nicht-öffentlichen zweiten
Teil die unternehmensspezifischen Ziele und Maßnahmen definiert.
Die Stadtwirtschaftsstrategie unterscheidet folgende Elemente.
Leistungsbezogene Elemente:
Sicherstellung von Kernleistungen der Daseinsvorsorge für die Wissenschaftsstadt
Darmstadt, ihrer Bürgerschaft sowie Unternehmen,
effiziente und qualitativ angemessene Leistungserbringung,
Fokussierung der Leistungserstellung auf Kernleistungen,
selektiver Ausbau der Geschäftsfelder.
Unternehmensbezogene Elemente:
Stärkung der Positionierung der Wissenschaftsstadt Darmstadt,
Ethische Leitplanken bei der Entwicklung Darmstadts zur Digitalstadt
Steigerung der Wertschöpfung in Stadt und Region sowie Förderung der sozialen
Verantwortung,
Sicherung und Schaffung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen,
aktiver Beitrag zu Umweltschutz und Nachhaltigkeit,
angemessene Ergebnisse nach Steuern,
städtische Erwartungen je Geschäftsfeld und für ausgewählte Unternehmen des
Stadtkonzerns.
Im Sinne der Gleichberechtigung wurde auf eine geschlechtergerechte Sprache geachtet.
Im Anschluss an die Befassung der städtischen Gremien sollen die in der
Stadtwirtschaftsstrategie für die einzelnen Unternehmen bzw. Geschäftsfelder formulierten
Ziele und Maßnahmen umgesetzt werden. Die kommunalen Vertreter in den Aufsichtsgremien
der Unternehmen der Stadtwirtschaft wirken darauf hin, dass die Stadtwirtschaftsstrategie
entsprechend angewendet und umgesetzt wird. Für die Eigenbetriebe trägt der Magistrat
Sorge, dass die Stadtwirtschaftsstrategie umgesetzt wird.
Nach Verabschiedung der Stadtwirtschaftsstrategie sind zur Verankerung der Ziele und zur
Zielkontrolle bei den Unternehmen der Stadtwirtschaft geeignete Instrumente zu nutzen. Dies
können z. B. Zielvereinbarungen mit den Unternehmensleitungen sein, deren Einhaltung durch
die Aufsichtsgremien zu überwachen ist. Dafür sind die Zielvereinbarungen mit den
verantwortlichen Geschäftsleitungen sämtlicher Beteiligungen entsprechend anzupassen oder
neu zu formulieren.
Die HEAG wird regelmäßig über den Stand der Umsetzung berichten.
Eine Fortentwicklung und Anpassung der Strategie wird zukünftig bei Bedarf, spätestens aber
alle fünf Jahre unter Federführung des Beteiligungsmanagements in Abstimmung mit den
Verantwortlichen auf Stadt- und Unternehmensseite vorgenommen. Die Ergebnisse dieses
Prozesses werden den städtischen Gremien zur Entscheidung vorgelegt.
Darmstadt, den 18.05.2020
Dezernat I
Jochen Partsch
Oberbürgermeister
anlage 5
154 Zeichen
Punkt 11: Stadtwirtschaftsstrategie 2025 (V-Nr. 2020/0134) Der Vorlage wird zugestimmt. Stimmenthaltungen: AfD und Stadtv. Sigmund (fraktionslos)
anlage 4
157 Zeichen
Punkt 14: Stadtwirtschaftsstrategie 2025 (V-Nr. 2020/0134) Der Ausschuss empfiehlt der Stadtverordnetenversammlung einstimmig, der Vorlage zuzustimmen.
2020/0134
8041 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
19.05.2020
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat I an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Amt: Rechtsamt -
Stadtwirtschaftskoordina
tion
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2020/0134
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.:
Kostenstelle: Investitionsnummer:
Kostenträger: Sachkonto:
Betreff: Stadtwirtschaftsstrategie 2025
Vorlage vom: 18.05.2020
Beschlussvorschlag :
Die Stadtverordnetenversammlung stimmt dem öffentlichen Teil der Stadtwirtschaftsstrategie 2025
der Wissenschaftsstadt Darmstadt zu.
Die Stadtverordnetenversammlung nimmt den nicht -öffentlichen Teil der Stadtwirtschaftsstrategie
2025 der Wissenschaftsstadt Darmstadt zur Kenntnis.
Den Beteiligungen, an denen die Wissenschaftsstadt Darmstadt unmittelbar oder mittelbar mit
50% der Anteil e oder weniger beteiligt ist, werden die geschäftsfeldübergreifenden Ziele zur
Anwendung empfohlen.
- 2 -
Anlagen: A Stadtwirtschaftsstrategie 2025 - Öffentlich
B-Stadtwirtschaftsstrategie 2025 -nicht-öffentlich
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 18.05.2020
Im Jahr 2009 hat die HEAG im Auftrag der Wissenschaftsstadt Darmstadt die erste
Stadtwirtschaftsstrategie in Hessen und eine der ersten in Deutschland erarbeitet. Diese Strategie
wurde im Jahr 2015 überarbeitet und den städtischen Gremien vorgelegt, vgl. Beschluss des
Magistrats vom 04.03.2015 und der Stadtverordnetenversammlung vom 07.05.2015 zu Vorlage Nr.
2015/0066.
Aufbauend auf dieser Fassung hat das Beteiligungsmanagement im Hinblick auf die aktuelle
strategische Ausrichtung und die Interessen der Stadt die Stadtwirtschaftsstrategie erneut
grundlegend überarbeitet und ergänzt. Hierzu wurden unter anderem gemeinsam mit Unternehmen
der Stadtwirtschaft Wettbewerbs- und Marktanalysen durchgeführt und entsprechende
Handlungsoptionen in die Stadtwirtschaftsstrategie 2025 eingearbeitet. Erstmals konnte auch die
Stadt- und Kreissparkasse Darmstadt in die Stadtwirtschaftsstrategie einbezogen werden.
Die Stadtwirtschaftsstrategie 2025 der Wissenschaftsstadt Darmstadt wurde in enger Abstimmung
mit den Fachdezernenten, den Geschäftsleitungen der maßgeblichen Beteiligungen sowie einem
Lenkungskreis, bestehend aus dem Oberbürgermeister als Beteiligungsdezernenten, dem Kämmerer,
dem Stadtwirtschaftskoordinator sowie jeweils einer Vertreterin oder einem Vertreter der Fraktionen
in der Stadtverordnetenversammlung entwickelt. Sie ersetzt die bisherige Stadtwirtschaftsstrategie,
greift die in der Stadtwirtschaftsstrategie 2020 beschlossenen Ziele und Maßnahmen auf, entwickelt
diese weiter und formuliert neue Ziele. Damit definiert die Stadtwirtschaftsstrategie die strategischen
Ziele der Stadt für ihre Beteiligungen bis 2025.
Anregungen von Personalvertretungen und Kundenbeiräten sind in die Strategieformulierung
eingeflossen.
In der Stadtwirtschaftsstrategie werden die städtischen Ziele und Maßnahmen definiert, die für die
unmittelbaren und mittelbaren Mehrheitsbeteiligungen der Wissenschaftsstadt Darmstadt in privater
oder öffentlicher Rechtsform sowie deren Eigenbetriebe gelten sollen. Der Stadtkonzern mit 130
Unternehmen zum 31.12.2019 bietet mehr als 8.000 Menschen einen Arbeitsplatz und
erwirtschaftete in Summe eine Gesamtleistung von ca. 2.500 Mio. Euro bei einer Bilanzsumme von
ca. 4.600 Mio. Euro.
Zur Systematisierung des Portfolios sind die Beteiligungen der Wissenschaftsstadt Darmstadt in die
Geschäftsfelder
1. Energie & Wasser,
2. Immobilien,
3. Mobilität,
4. Gesundheit & Teilhabe,
5. Kultur & Freizeit,
6. Digitalisierung & Telekommunikation,
7. Entsorgung & Abwasser sowie
8. Strategie, Finanzen & Innovationen
gegliedert.
- 4 -
Durch die Stadtwirtschaftsstrategie werden auch Querschnittsfunktionen mit aufgegriffen, die eine
Schnittstelle zwischen städtischen Ämtern und Beteiligungen bilden. Beispiele sind die
übergreifenden Tätigkeitsfelder des Sportamts der Wissenschaftsstadt Darmstadt und des
Eigenbetriebs Bäder, des Kulturamts und des Eigenbetriebs Kulturinstitute sowie des Amts für
Wirtschaft und Stadtentwicklung und der Wissenschaftsstadt Darmstadt Marketing GmbH.
Die Stadtwirtschaftsstrategie 2025 der Wissenschaftsstadt Darmstadt basiert sowohl auf den
Beschlüssen der Wissenschaftsstadt Darmstadt, wie beispielsweise dem Klimaschutzkonzept und
den Strategien und Zielen der Beteiligungen.
Die Stadtwirtschaftsstrategie 2025 ist neben dem Darmstädter Beteiligungskodex und den
Darmstädter Compliance-Leitlinien ein bewährtes Instrument des Beteiligungsmanagements.
Die Stadtwirtschaftsstrategie gliedert sich in einen öffentlichen und einen nicht-öffentlichen Teil. In
dem öffentlichen Teil sind die geschäftsfeldübergreifenden Ziele der Stadtwirtschaft und die
Erwartungen der Wissenschaftsstadt Darmstadt an die einzelnen Geschäftsfelder und die
Unternehmen formuliert.
Aus Gründen der Wahrung von Geschäftsgeheimnissen sind in dem nicht-öffentlichen zweiten Teil die
unternehmensspezifischen Ziele und Maßnahmen definiert.
Die Stadtwirtschaftsstrategie unterscheidet folgende Elemente.
Leistungsbezogene Elemente:
Sicherstellung von Kernleistungen der Daseinsvorsorge für die Wissenschaftsstadt Darmstadt,
ihrer Bürgerschaft sowie Unternehmen,
effiziente und qualitativ angemessene Leistungserbringung,
Fokussierung der Leistungserstellung auf Kernleistungen,
selektiver Ausbau der Geschäftsfelder.
Unternehmensbezogene Elemente:
Stärkung der Positionierung der Wissenschaftsstadt Darmstadt,
Ethische Leitplanken bei der Entwicklung Darmstadts zur Digitalstadt
Steigerung der Wertschöpfung in Stadt und Region sowie Förderung der sozialen
Verantwortung,
Sicherung und Schaffung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen,
aktiver Beitrag zu Umweltschutz und Nachhaltigkeit,
angemessene Ergebnisse nach Steuern,
städtische Erwartungen je Geschäftsfeld und für ausgewählte Unternehmen des
Stadtkonzerns.
Im Sinne der Gleichberechtigung wurde auf eine geschlechtergerechte Sprache geachtet.
- 5 -
Im Anschluss an die Befassung der städtischen Gremien sollen die in der Stadtwirtschaftsstrategie
für die einzelnen Unternehmen bzw. Geschäftsfelder formulierten Ziele und Maßnahmen umgesetzt
werden. Die kommunalen Vertreter in den Aufsichtsgremien der Unternehmen der Stadtwirtschaft
wirken darauf hin, dass die Stadtwirtschaftsstrategie entsprechend angewendet und umgesetzt wird.
Für die Eigenbetriebe trägt der Magistrat Sorge, dass die Stadtwirtschaftsstrategie umgesetzt wird.
Nach Verabschiedung der Stadtwirtschaftsstrategie sind zur Verankerung der Ziele und zur
Zielkontrolle bei den Unternehmen der Stadtwirtschaft geeignete Instrumente zu nutzen. Dies
können z. B. Zielvereinbarungen mit den Unternehmensleitungen sein, deren Einhaltung durch die
Aufsichtsgremien zu überwachen ist. Dafür sind die Zielvereinbarungen mit den verantwortlichen
Geschäftsleitungen sämtlicher Beteiligungen entsprechend anzupassen oder neu zu formulieren.
Die HEAG wird regelmäßig über den Stand der Umsetzung berichten.
Eine Fortentwicklung und Anpassung der Strategie wird zukünftig bei Bedarf, spätestens aber alle
fünf Jahre unter Federführung des Beteiligungsmanagements in Abstimmung mit den
Verantwortlichen auf Stadt- und Unternehmensseite vorgenommen. Die Ergebnisse dieses Prozesses
werden den städtischen Gremien zur Entscheidung vorgelegt.
Darmstadt, den 18.05.2020
Dezernat I
Jochen Partsch
Oberbürgermeister
anlage 1
158330 Zeichen
Stadtwirtschaftsstrategie 2025 der Wissenschaftsstadt Darmstadt Geschäftsfeldübergreifende Ziele und Erwartungen an die Geschäftsfelder und die Unternehmen Bildnachweise Titelseite: © Thomas Manok Rückseite: © Thomas Manok Stadtwirtschaftsstrategie 2025 I INHALTSVERZEICHNIS 1 PRÄAMBEL ...................................................................................................... 1 2 LEITBILD DER STADTWIRTSCHAFT ........................................................................... 3 3 GESCHÄFTSFELDÜBERGREIFENDE ZIELE .................................................................... 5 3.1 Sicherstellung von Kernleistungen der Daseinsvorsorge für die Wissenschaftsstadt Darmstadt, ihre Bürgerschaft sowie Unternehmen ......................... 5 3.2 Effiziente und qualitativ angemessene Leistungserbringung .......................................... 8 3.3 Fokussierung der Leistungserstellung auf Kernleistungen ............................................ 10 3.3.1 Arrondierung von Leistungen zwischen der Wissenschaftsstadt Darmstadt und ihren Beteiligungen ........................................................................................ 11 3.3.2 Kooperation und Bündelung von Leistungen in der Stadtwirtschaft .................. 11 3.3.3 Interkommunale Zusammenarbeit ....................................................................... 12 3.4 Selektiver Ausbau der Geschäftsfelder ........................................................................... 12 3.5 Stärkung der Positionierung der Wissenschaftsstadt Darmstadt ................................... 13 3.6 Ethische Leitplanken bei der Entwicklung Darmstadts zur Digitalstadt ........................ 15 3.7 Steigerung der Wertschöpfung in Stadt und Region sowie Förderung der sozialen Verantwortung ................................................................................................................. 16 3.7.1 Wertschöpfung in Stadt und Region ..................................................................... 16 3.7.2 Förderung der sozialen Verantwortung ................................................................ 18 3.8 Sicherung und Schaffung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen ................................... 18 3.9 Aktiver Beitrag zu Umweltschutz und Nachhaltigkeit .................................................... 20 3.10 Angemessene Ergebnisse nach Steuern ......................................................................... 21 4 STÄDTISCHE ERWARTUNGEN AN DIE GESCHÄFTSFELDER UND DIE UNTERNEHMEN ............. 24 4.1 Geschäftsfeld Energie & Wasser ...................................................................................... 29 4.1.1 Erwartungen an die ENTEGA AG ............................................................................ 30 4.2 Geschäftsfeld Immobilien ................................................................................................ 32 4.2.1 Erwartungen an die bauverein AG ........................................................................ 33 4.2.2 Erwartungen an den Eigenbetrieb Immobilienmanagement der Wissenschaftsstadt Darmstadt (IDA) ..................................................................... 34 4.2.3 Erwartungen an die Institut Wohnen und Umwelt GmbH (IWU) ........................ 36 4.2.4 Erwartungen an die Wissenschafts- und Kongresszentrum Darmstadt GmbH & Co. KG ....................................................................................................... 37 4.2.5 Erwartungen an die Darmstädter Stadtentwicklungs GmbH & Co. KG (DSE) ...... 39 4.2.6 Erwartungen an die Darmstädter Sportstätten GmbH & Co. KG (DSG) ............... 40 4.3 Geschäftsfeld Mobilität .................................................................................................... 42 II Stadtwirtschaftsstrategie 2025 4.3.1 Erwartungen an die HEAG mobilo GmbH .............................................................. 43 4.3.2 Erwartungen an die Darmstadt-Dieburger Nahverkehrsorganisation (DADINA) ................................................................................................................ 45 4.4 Geschäftsfeld Gesundheit & Teilhabe ............................................................................. 46 4.4.1 Erwartungen an die Klinikum Darmstadt GmbH .................................................. 46 4.4.2 Erwartungen an den Eigenbetrieb Darmstädter Werkstätten und Wohneinrichtungen ............................................................................................... 48 4.4.3 Erwartungen an den Verwaltungsverband für das Gesundheitsamt der Stadt Darmstadt und des Landkreises Darmstadt-Dieburg .................................. 49 4.5 Geschäftsfeld Kultur & Freizeit ........................................................................................ 51 4.5.1 Erwartungen an den Eigenbetrieb Kulturinstitute der Wissenschaftsstadt Darmstadt ............................................................................................................... 53 4.5.2 Erwartungen an die Centralstation Veranstaltungs-GmbH .................................. 54 4.5.3 Erwartungen an die Wissenschaftsstadt Darmstadt Marketing GmbH ............... 55 4.5.4 Erwartungen an den Eigenbetrieb Bäder der Stadt Darmstadt ........................... 57 4.6 Geschäftsfeld Digitalisierung & Telekommunikation ..................................................... 59 4.6.1 Erwartungen an die ENTEGA Medianet GmbH ...................................................... 60 4.6.2 Erwartungen an die COUNT+CARE GmbH & Co. KG ............................................... 61 4.6.3 Erwartungen an die Digitalstadt Darmstadt GmbH .............................................. 62 4.7 Geschäftsfeld Entsorgung & Abwasser ............................................................................ 64 4.7.1 Erwartungen an den Eigenbetrieb für kommunale Aufgaben und Dienstleistungen Darmstadt (EAD) ....................................................................... 65 4.7.2 Erwartungen an den Zweckverband Abfallverwertung Südhessen (ZAS) .......... 67 4.8 Geschäftsfeld Strategie, Finanzen & Innovationen ........................................................ 69 4.8.1 Erwartungen an die HEAG Holding AG – Beteiligungsmanagement der Wissenschaftsstadt Darmstadt (HEAG) ................................................................. 69 4.8.2 Erwartungen an die Technologie- und Gründerzentrum Verwaltungs-GmbH (HUB 31) ................................................................................................................. 71 Stadtwirtschaftsstrategie 2025 III ABBILDUNGSVERZEICHNIS Abbildung 1: Beteiligungsübersicht der Wissenschaftsstadt Darmstadt zum 31.12.2019 ................. 1 Abbildung 2: Zuordnung der wesentlichen Unternehmen in die Geschäftsfelder .............................. 2 Abbildung 3: Leitbild der Stadtwirtschaft .............................................................................................. 3 Abbildung 4: Zielpyramide ..................................................................................................................... 5 Abbildung 5: Regionale und überregionale Leistungserbringung der Stadtwirtschaft ....................... 7 Abbildung 6: Voraussetzungen und Vorteile zur Arrondierung von Leistungen ................................ 11 Abbildung 7: Wertschöpfungsnetzwerk ............................................................................................... 11 Abbildung 8: Schnittmengen der interkommunalen Zusammenarbeit ............................................. 12 Abbildung 9: Zielwachstum der Stadtwirtschaft ................................................................................. 13 Abbildung 10: Claims der Wissenschaftsstadt Darmstadt .................................................................. 14 Abbildung 11: Regionale Wertschöpfung der Darmstädter Stadtwirtschaft ...................................... 17 Abbildung 12: Beschäftigte je Geschäftsfeld in der Stadtwirtschaft 2018 ........................................ 18 Abbildung 13: Nachhaltigkeitsdreieck ................................................................................................. 20 Abbildung 14: Modal Split (Anteil der Verkehrsmittel an allen Wegen) ........................................... 21 Abbildung 15: Ertragskategorien zur Ermittlung der Stadtrendite ..................................................... 22 Abbildung 16: Zielpyramide ................................................................................................................. 24 Abbildung 17: Strategiematrix zur Ergebniserwartung/Handlungsnotwendigkeit ........................... 25 Abbildung 18: Ergebniserwartung an die ENTEGA AG ........................................................................ 31 Abbildung 19: Ergebniserwartung an die bauverein AG .................................................................... 34 Abbildung 20: Ergebniserwartung an den Eigenbetrieb IDA .............................................................. 36 Abbildung 21: Ergebniserwartung an die Institut Wohnen und Umwelt GmbH ............................... 37 Abbildung 22: Ergebniserwartung an die die Wissenschafts- und Kongresszentrum Darmstadt GmbH & Co. KG ............................................................................................................. 38 Abbildung 23: Ergebniserwartung an die DSE ..................................................................................... 40 Abbildung 24: Ergebniserwartung an die DSG .................................................................................... 41 Abbildung 25: Strukturen des ÖPNV in Hessen ................................................................................... 42 Abbildung 26: Ergebniserwartung an die HEAG mobilo GmbH .......................................................... 44 Abbildung 27: Ergebniserwartung an die DADINA .............................................................................. 45 Abbildung 28: Ergebniserwartung an die Klinikum Darmstadt GmbH ............................................... 47 Abbildung 29: Ergebniserwartung an den Eigenbetrieb Darmstädter Werkstätten und Wohneinrichtungen ...................................................................................................... 48 Abbildung 30: Ergebniserwartung an das Gesundheitsamt ............................................................... 50 Abbildung 31: Ergebniserwartung an den Eigenbetrieb Kulturinstitute ............................................ 53 Abbildung 32: Ergebniserwartung an die Centralstation Veranstaltungs-GmbH............................... 55 Abbildung 33: Ergebniserwartung an die Wissenschaftsstadt Darmstadt Marketing GmbH ............ 57 Abbildung 34: Ergebniserwartung an den Eigenbetrieb Bäder .......................................................... 58 Abbildung 35: Ergebniserwartung an die ENTEGA Medianet GmbH .................................................. 61 Abbildung 36: Ergebniserwartung an die COUNT+CARE GmbH & Co. KG ........................................... 62 Abbildung 37: Ergebniserwartung an die Digitalstadt Darmstadt GmbH .......................................... 63 Abbildung 38: Ergebniserwartung an den EAD ................................................................................... 67 Abbildung 39: Ergebniserwartung an den ZAS .................................................................................... 68 Abbildung 40: Ergebniserwartung an die HEAG .................................................................................. 71 Abbildung 41: Ergebniserwartung an die Technologie- und Gründerzentrum Verwaltungs-GmbH 72 IV Stadtwirtschaftsstrategie 2025 ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS B.A.U.M. Bundesdeutscher Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management e.V. BgA Betrieb gewerblicher Art BSOHAS Bulletin of the School of Oriental and African Studies CEEP European Centre of Enterprises with Public Participation and of Enterprises of General Economic Interest CO2 Kohlenstoffdioxid CSR Corporate Social Responsibility DVGW Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. EnEV Energieeinsparverordnung EU Europäische Union EuGH Europäischer Gerichtshof HGO Hessische Gemeindeordnung ISO International Organization for Standardization IT Informationstechnik LoRaWAN Long Range Wide Area Network MRE Multi-Resistente Erreger NOX Stickoxide OHSAS Occupational Health- and Safety Assessment Series ÖPNV Öffentlicher Personennahverkehr ROCE Return on Capital Employed SDGs Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen SOX Schwefeloxide TK Telekommunikation TÜV Technischer Überwachungs-Verein UN Vereinte Nationen UNESCO Organisation der Vereinten Nation en für Bildung, Wissenschaft und Kultur WHG Wasserhaushaltsgesetz WHO Weltgesundheitsorganisation Stadtwirtschaftsstrategie 2025 1 1 PRÄAMBEL Die Stadtverordnetenversammlung der Wissensch aftsstadt Darmstadt hat im Mai 2007 die Übertragung des Beteiligungsmanagements für alle mittelbaren un d unmittelbaren Beteiligungen der Wissenschaftsstadt Darmstadt auf die HEAG beschlossen. Mit der Namensänderung in HEAG Holding AG – Beteiligungsmanagement der Wissenschaftsstadt Darmstadt (HEAG) wurde dies unterstrichen. Der Beteiligungsdezernent und di e Stadtwirtschaftskoordination sind weitere integrale Bestandteile des Beteiligungsmanagements. Die erste Stadtwirtschaftsstrategie der Wissenschaftsstadt Darmstadt wurde im Jahr 2009 durch die Stadtverordnetenversammlung beschlossen, war die erste ihrer Art in Hessen und eine der ersten in Deutschland. Im Jahr 2015 wurde die erste Überarbeitung beschlossen. Die nun vorliegende Stadtwirtschaf tsstrategie ersetzt die bisherige, greift die beschlossenen Ziele und Maßnahmen auf und entwickelt diese weiter. Sie legt die strategischen Ziele bis 2025 fest. Maßnahmen zur Umsetzung der in der Stadtwirtschaftsstrategie festgelegten Ziele sind in den Ka- piteln zu den Geschäftsfeldern und den Unternehmen aufgeführt. Das Beteiligungsportfolio der Wissenschaftsstadt Darmstadt zum 31.12.2019 stellt sich wie folgt dar: Abbildung 1: Beteiligungsübersicht der Wissenschaftsstadt Darmstadt zum 31.12.2019 Der Stadtkonzern bietet aktuell mehr als 8.000 Me nschen einen Arbeitsplatz und erwirtschaftete 2018 in Summe eine Gesamtleistung von 2.449 Mio. EUR bei einer Bilanzsumme von 4.684 Mio. EUR. 2 Stadtwirtschaftsstrategie 2025 Zur Systematisierung des Portfolios sind die Beteiligungen der Wissenschaftsstadt Darmstadt in fol- gende Geschäftsfelder gegliedert: − Energie & Wasser − Immobilien − Mobilität − Gesundheit & Teilhabe − Kultur & Freizeit − Digitalisierung & Telekommunikation − Entsorgung & Abwasser − Strategie, Finanzen & Innovationen Abbildung 2: Zuordnung der wesentlichen Unternehmen in die Geschäftsfelder In der Stadtwirtschaftsstrategie werden die städti schen Ziele definiert, die für alle unmittelbaren und mittelbaren Mehrheitsbeteiligungen der Wisse nschaftsstadt Darmstadt gelten sollen. Den Un- ternehmen der Stadtwirtschaft, an denen die Wi ssenschaftsstadt Darmstadt zu weniger als 50 % beteiligt ist, wird die Stadtwirtschaftsstrategie zur Anwendung empfohlen. Stadtwirtschaftsstrategie 2025 3 2 LEITBILD DER STADTWIRTSCHAFT Die Ziele und Strategien der Wissenschaftsstadt Darmstadt mit ihren Beteiligungen bilden die Grundlage für die vorliegende Stadtwirtschaftsstra tegie. Zudem finden die Haushaltssituation und die Vorgaben, die sich beispielsweise aus der Hessischen Gemeindeordnung (HGO) und Verfügun- gen der Aufsichtsbehörde ergeben, Berücksichtigung. In einem interaktiven Prozess zwischen Politik, Stadtwirtschaftskoordination und den Geschäftslei- tungen der maßgeblichen Beteiligungen wurde folgendes Leitbild abgestimmt: Abbildung 3: Leitbild der Stadtwirtschaft Aus diesem Leitbild sind Ziele für die nächsten Jahre entwickelt bzw. weiterentwickelt worden, die zum einen die zu erbringenden Leistungen und zum anderen den Markt, das Umfeld und die Un- ternehmensorganisation der Beteiligungen berücksichtigen. Die Stadtwirtschaftsstrategie beinhaltet daher folgende Elemente. Leistungsbezogene Elemente: − Sicherstellung von Kernleistungen der Da seinsvorsorge für die Wissenschaftsstadt Darmstadt, ihre Bürger*innen sowie Unternehmen − effiziente und qualitativ angemessene Leistungserbringung − Fokussierung der Leistungserstellung auf Kernleistungen − selektiver Ausbau der Geschäftsfelder 4 Stadtwirtschaftsstrategie 2025 Unternehmensbezogene Elemente: − Stärkung der Positionierung der Wissenschaftsstadt Darmstadt − Ethische Leitplanken bei der Entwicklung Darmstadts zur Digitalstadt − Steigerung bzw. Erhalt der Wertschöpfung in Stadt und Region sowie Sicherung der sozialen Stabilität − Sicherung und Schaffung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen − aktiver Beitrag zu Umweltschutz und Nachhaltigkeit − angemessene Ergebnisse nach Steuern − relevante Kernziele je Geschäftsfeld und für ausgewählte Unternehmen des Stadtkonzerns Stadtwirtschaftsstrategie 2025 5 3 GESCHÄFTSFELDÜBERGREIFENDE ZIELE Nach der Formulierung des Leitbi lds der Stadtwirtschaft werden in diesem Kapitel die geschäfts- feldübergreifenden Ziele der Stadtwirtschaft formuliert. Abbildung 4: Zielpyramide 3.1 Sicherstellung von Kernleistungen der Daseinsvorsorge für die Wissenschafts- stadt Darmstadt, ihre Bürgerschaft sowie Unternehmen Leitfrage: Welche Kernleistungen der Daseinsvorsorge sollen durch die städtischen Beteiligungen erbracht werden? Die Beteiligungen der Wissenschaftsstadt Darmstadt erbringen Tag für Tag alle wesentlichen Leis- tungen der Daseinsvorsorge für die Stadt und die Region. Mit den zur Verfügung gestellten Leistun- gen sowie den Investitionen, welche die Beteiligungen in die Verbesserung und die Weiterentwick- lung ihrer Angebote stecken, bilden sie einerse its das infrastrukturelle Fundament für das Zusam- menleben in Stadt und Region, andererseits sorgen sie dafür, dass Darmstadt bereit ist für die Her- ausforderungen der Zukunft. Als Daseinsvorsorge werden die Tätigkeiten in der Region verstanden, die durch Stadt, Eigengesell- schaften, Beteiligungsunternehmen oder beauftragte Dritte erbracht werden, um wirtschafts-, so- zial-, umwelt- und kulturpolitische Ziele im öffentlichen Interesse für die Bürger*innen und die Un- ternehmen vor Ort zu erbringen. Unter öffentlich em Interesse wird das Angebot von Infrastruktur und/oder Dienstleistungen verstanden, das zur Sicherung des Standorts Darmstadt beiträgt, die Grundversorgung und Zukunftsvorsorge erbringt od er zur Erfüllung von fachspezifischen Zielen 6 Stadtwirtschaftsstrategie 2025 dient. Dabei sind gerade auch die Chancen für zu künftige Generationen zu wahren. Die verfolgten Ziele sowie das notwendige Angebot an Infrastruktur und Dienstleistungen unterliegen einem ste- tigen Wandel. Herausforderung (und Chancen) wie z.B. die Digitalisierung erfordern stetige Anpas- sungen. Eine Leistungserbringung durch die Stadt oder di e Stadtwirtschaft erfolgt immer dann, wenn kein Dritter diese Leistung anbieten will (z.B. bei Marktversagen) und wenn eine besondere Bedeutung in der städtischen Einflussnahme sowie ein hochprofitables Geschäft gesehen werden. Letztere, u.a. überregional erbrachten Leistungen sichern Da seinsvorsorge nachhaltig , da lokal erbrachte Leistungen der Daseinsvorsorge häufig nur mit geringen Ergebnisbeiträgen oder Verlusten realisiert werden können. Ein Beispiel hierfür ist die Teilfi nanzierung des ÖPNV durch andere Leistungen im HEAG-Konzern, wie z.B. den regionalen und überregionalen Energievertrieb der ENTEGA. Als deutschlandweit anerkannte Zukunftsstadt und di gitales Herz der Metrop olregion Rhein-Main- Neckar erfreut sich die Wissenschaftsstadt Darmstadt großer Beliebtheit, was sich vor allem in stark steigenden Einwohner*innen-, St udenten*innen- und Arbeitsplatzzahlen ausdrückt. Dadurch steht die Stadt bereits jetzt, aber vor allem in den kommenden Jahren und Jahrzehnten vor großen infra- strukturellen Herausforderungen, z.B. in den Bereichen Wohnen und Verkehr. Diesen Herausforde- rungen kann nur durch erhebliche Investitionen begegnet werden, möchte man die Zukunftsfähig- keit der Stadt nicht gefährden. Die kommunale n Unternehmen werden, gemäß ihren Möglichkei- ten, ihren Teil dazu beitragen. Dies wird die Weiterentwicklung bestehender und die Entwicklung neuer, ggf. bislang noch nicht vom Begriff der Daseinsvorsorge umfassten, Angebote und Geschäfts- modelle erfordern. Die Umsetzung durch kommunale Unternehmen sichert der Wissenschaftsstadt Darmstadt die Einflussnahme auf Vielfalt und Gestaltung des Angebots, garantiert ein Maximum an gesellschaftlicher Teilhabe an den Leistungen der Daseinsvorsorge und sorgt dafür, dass die erwirt- schaftete Wertschöpfung in Stadt und Region blei bt. Eine wesentliche Voraussetzung dafür ist die „Good Governance“, also die Einbettung privatwirtschaftlicher Elemente in feste Regeln und effek- tive Aufsichtsstrukturen. Der Klimawandel ist das größte Marktversagen a ller Zeiten. Für die Wissenschaftsstadt Darmstadt und die kommunalen Beteiligungen greift daher die aktuelle Definition der Daseinsvorsorge gemäß HGO zu kurz. Die Beschränkungen der HGO führen darüber hinaus zu einer Benachteiligung der hessischen Kommunen gegenüber denen in anderen Bundesländern. Die Wissenschaftsstadt Darm- stadt wird sich daher für die Lockerung der Regelungen des § 121 einsetzen. Stadtwirtschaftsstrategie 2025 7 Die Stadtwirtschaft erbringt ihre Leistungen nich t nur in Darmstadt und der Region, sondern auch überregional: Abbildung 5: Regionale und überregionale Leistungserbringung der Stadtwirtschaft Die Positionierung der Stadt zu ihren Aufgaben und ihren damit verbunde nen Beteiligungen wird periodisch überprüft. Dazu gehört auch die Validi erung, insbesondere von überregionalen Leistun- gen, inwieweit diese in der gegenwärtigen Form weiter erbracht, verändert oder aufgegeben wer- den können. Ziel ist es, den eingeschlagenen Weg der Bereinig ung des heutigen Beteilig ungsportfolios in den nächsten Jahren fortzuführen. Dabei werden insb esondere überregionale Beteiligungen überprüft. Die HEAG verantwortet den Prozess der Überprüfung des Portfolios in Abstimmung mit dem Betei- ligungsdezernenten und koordiniert die Verkaufstransaktionen, soweit der direkte Anteilsbesitz be- troffen ist. Beim Verkauf indirekter Beteiligungen koordiniert sie die Einholung der Zustimmung der städtischen Gremien. Beteiligungen der Stadt sind beizubehalten, wenn folgende Kriterien erfüllt sind: 1. Die Beteiligung passt zur Stadtwirtschaftsstrategie. 2. Die Profitabilität der Gesellschaft ist im Drittvergleich angemessen. 3. Die wesentlichen Risiken der Beteiligung sind bestimmt, beherrschbar und stehen in ange- messenem Verhältnis zu den Vorteilen und Chancen. Der Beteiligungsdezernent und der Stadtwirtschaftskoordinato r überprüfen zusammen mit der HEAG regelmäßig, wie die Beteiligungsstruktur der direkten städtischen Beteiligungen weiterzuent- wickeln ist. Hierzu gehören auch Anteils- und Unternehmensveräußerungen. Die Struktur der nach- gelagerten Beteiligungen wird gemeinsam mi t den jeweiligen Spar tenobergesellschaften 8 Stadtwirtschaftsstrategie 2025 weiterentwickelt. Hierbei sind die aktuellen Bedingungen und das Marktumfeld für Unternehmens- transaktionen zu berücksichtigen. Bei der Beteiligung an Unternehmen ist darauf zu achten, dass der kommunale Einfluss gesichert ist. Darüber hinaus ist dieser bei bestehenden Beteiligungen ohne ausreichenden kommunalen Ein- fluss zu stärken. Hierzu sind ggf. neue Aufsicht sgremien einzurichten. Die Vorgaben der HGO sind zu beachten. Mögliche Beeinträchtigungen der Privatwirtschaft sind zu vermeiden. Die Prüfung der Vorgaben aus der HGO ist auch bei Satzungsänderungen (insbesondere bei Ände- rungen des Unternehmenszwecks), bei Untern ehmensanteilskäufen oder bei Neugründungen durchzuführen. 3.2 Effiziente und qualitativ angemessene Leistungserbringung Leitfragen: Welche Leistungen haben Effizienzpotenziale? Wo bestehen Ansatzpunkte für den Ausbau der Leistungsqualität? Die Leistungen der Beteiligungsunternehmen der Wissenschaftsstadt Darmstadt sind zu angemes- senen Preisen und in einer angemessenen Qualität zu erbringen. Die Qualität ist, soweit wirtschaft- lich vertretbar, stetig zu verbessern. Die Regelungen zu Compliance, insbesondere zur Vermeidung von Korruption, sind zu formulieren und zu beachten. Die Unternehmen im Stadtkonzern überprüfen, op timieren und dokumentieren ihre Leistungspro- zesse wiederkehrend. Ziel ist es, einen wettbe werbsfähigen und zumind est dem Standard ver- gleichbarer Unternehmen entsprechenden Leistungsprozess zu erreichen. Die erarbeiteten Prozessmodelle werden mit an deren Unternehmen verglichen. Das Beteiligungs- management unterstützt dabei bei Bedarf. Maßnahmen für die Effizienzverbesserung sind zu identifizieren, zu validieren und auszuschöpfen. Diese können beispielsweise sein: − Flexibilisierung von Arbeitszeiten, − Einführung von modernen Arbeitszeitmodellen, − Nutzung von Verbundpotenzialen im Bereich der Gemeinkosten oder Beschaffung, sofern der wirtschaftliche Nutzen für alle gegeben ist. Für den professionellen Marktauftritt der Unter nehmen lassen sich neben Auszeichnungen auch Zertifikate, Mitgliedschaften, Selbstverpflichtungen und Gütesiegel nutzen. Beispiele hierfür können sein: Umwelt: − ISO 14001 (Umweltmanagement) − ISO 50001 (Energiemanagement) − Ok-power − Deutscher Nachhaltigkeitskodex − TÜV Rheinland certified: 100 % Renewable Energy, Regular Surveillance − Green Globe Stadtwirtschaftsstrategie 2025 9 − B.A.U.M. Bundesdeutscher Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management e.V. − EURHO-GR® Verantwortungsbewusstes Wohnen (European CSR framework for public and social housing providers) − BSOHAS Qualität: − ISO 9001 (Qualitätsmanagement) − ServiceQualität Deutschland − Deutschlands Beste − Deutschlands kundenorientierteste Dienstleister − Datenschutz ISO 27001 und ISO 18028 Personal: − Audit „Beruf und Familie“ − Charta der Vielfalt − Erfolgsfaktor Familie − TOP JOB − Fahrradfreundlicher Betrieb − OHSAS 180001 (Arbeitssicherheits- und Gesundheitsschutzmanagement) − ISO 9001 Soziales/Engagement: − CEEP-CSR Label (Promoting Corporate Social Responsibility) − Beca Balances European Conservation Approach (I CT Services for resource saving in social housing) − Seniorenfreundlicher Betrieb − AGP Arbeitsgemeinschaft Partnerschaft in der Wirtschaft − charity-label.com „we care” Geschäftsfeldspezifisch: − FOCUS-MONEY „Fairster Stromanbieter“ − DKG Krebsgesellschaft Zertifiziertes Gynäkologisches Krebszentrum − Tourist Information − Fairpflichtet Nachhaltigkeitskodex der Veranstaltungswirtschaft − Fachbetrieb nach § 19 l WHG − DVGW Fachunternehmen nach FW 601 − Digital Champions Award Neben der kontinuierlichen Leistungs- und Quali tätsverbesserung steigern die Unternehmen der Stadtwirtschaft Kund*innen- bzw. Bürger*innennähe, beispielsweise durch: − Kund*innenbefragungen − angepasste Servicezeiten − bessere telefonische Erreichbarkeit − schnellere Reaktionszeiten 10 Stadtwirtschaftsstrategie 2025 − Prüfung der Ausweitung von Kund*innenbei räten zur engeren Kund*innenbindung und Wahrung der Kund*inneninteressen − Unterstützung von Veranstaltungen in Darmstadt und in der Region 3.3 Fokussierung der Leistungserstellung auf Kernleistungen Leitfrage: Welche Leistungen können, bezogen auf die Stadtwirtschaft, gebündelt werden? Viele Leistungen werden von mehreren Einheiten erbracht. Diese werden an einer Stelle fokussiert. Ziel ist es, die Möglichkeiten der Realisieru ng von Synergien der Aufgabenbündelung und -koordination zu verbessern. Hierfür sind folgende Handlungsmöglichkeiten zu nutzen: a) Zwischen der Wissenschaftsstadt Darmstadt und den Beteiligungen ist die Arrondierung von Leistungen zu überprüfen und fortzuentwickeln (3.3.1). b) Die Beteiligungen der Wissenschaftsstadt Darmstadt prüfen und nutzen ihre Kooperations- und Bündelungspotenziale untereinander (3.3.2). c) Die interkommunale Zusammenarbeit mit an deren Kommunen und Landkreisen wird aus- gebaut (3.3.3). Die HEAG intensiviert, koordiniert und begleitet diese Aufgaben. Dies kann beispielsweise erfolgen durch: − aktives Anstoßen relevanter Themen − Einrichtung von Foren zur internen Kommunikation für relevante Geschäfts- bzw. Aufgaben- felder − projektbezogene Unterstützung Stadtwirtschaftsstrategie 2025 11 3.3.1 Arrondierung von Leistungen zwischen der Wissenschaftsstadt Darmstadt und ihren Beteiligungen Um bei der Arrondierung von Leistungen zwisch en der Wissenschaftsstadt Darmstadt und den Be- teiligungen mögliche Vorteile generieren zu können, müssen be stimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Diese und mögliche Vorteile sind jeweils in der nachstehenden Übersicht aufgezeigt: Voraussetzungen Mögliche Vorteile − Ähnlichkeit der Tätigkeiten, Prozesse und/ oder Leistungen − Beibehaltung der Tarifzuordnungen − Angemessene steuerliche Auswirkungen − Angemessene weitere Transaktionskosten − Berücksichtigung von Unternehmens- strategien − Operative Synergien zwischen Stadt und Unternehmen − Geringe Kosten bei der Erstellung von Leis- tungen der Daseinsversorgung − Weitere Vorteile wie z.B. Schnittstellenre- duktion des Leistungsprogramms Abbildung 6: Voraussetzungen und Vorteile zur Arrondierung von Leistungen Weitere Potenziale werden insbesondere im Ra hmen der geschäftsfeldspezifischen Kommunikati- onsforen identifiziert. 3.3.2 Kooperation und Bündelung von Leistungen in der Stadtwirtschaft Zur Kooperation und Bündelung von Leistungen wird die Zusammenarbeit der Unternehmen weiter intensiviert. Dazu sind Möglichkeiten zum gemeinsamen Eink auf mit Unternehmen der gleichen Branche aus Darmstadt und anderen Kommunen auf- bzw. auszub auen (z.B. bereits erfolgt beim Einkaufsver- bund Klinikum). Hierzu werden die bereits bewährten regelmäßigen Abstimmungsrunden einzelner Fachbereiche der Stadtwirtschaft auf weitere Fachbereiche wie beispielsweise den Vertrieb ausge- weitet. Ein gemeinsames systematisches Innovationsmanagement wird angestrebt. Anhand eines Wertschöpfungsnetz werks werden Potenziale für Kooperationen und Bündelungen von Leistungen identifiziert und soweit möglic h umgesetzt. Dabei erfolgt eine umfassende Wirt- schaftlichkeitsberechnung. Abbildung 7: Wertschöpfungsnetzwerk 12 Stadtwirtschaftsstrategie 2025 Ein Ziel für die Unternehmen ist die Bevorzugung des Bezugs von Leistungen aus der Stadtwirtschaft (Insourcing zu marktüblichen Preisen), z.B. über Rahmenverträge zwischen ENTEGA und bauverein AG, Klinikum, EAD, IDA. 3.3.3 Interkommunale Zusammenarbeit Die gute Zusammenarbeit mit dem Landkreis und angrenzenden Kommunen wird, bezogen auf die Unternehmen, weiter ausgebaut und intensiviert. Hierzu werden die Möglichkeiten mit dem Land- kreis Darmstadt-Dieburg, den weiteren angren zenden Landkreisen sowie den einzelnen Kommu- nen geprüft und vorangetrieben. Abbildung 8: Schnittmengen der interkommunalen Zusammenarbeit 3.4 Selektiver Ausbau der Geschäftsfelder Leitfrage: In welchen Bereichen lässt sich das Neuges chäft von Unternehmen der Stadtwirtschaft ausbauen? Jede Beteiligung überprüft ihre Leistungen und Leistungsbereiche regelmäßig und baut sie, soweit wirtschaftlich sinnvoll, aus. Wachstumsziele werden dabei mit den Möglichkeiten für Kooperationen abgestimmt. Dies kann auch die gemeinsame Teilnahme an Ausschreibungen beinhalten. Die HEAG bietet hierzu bei Bedarf Unterstützung an. Bei den zusätzlichen Leistungen kann es sich au ch um digitale Lösungen handeln. Diese sollen wertvoll für die Bürger*innen sowie für Wirtschaft und Wissenschaft sein. Sie sollen einen sicheren und nachvollziehbaren Umgang mit Daten bieten. Zi el sind digitale und vernetzte Angebote und Dienstleistungen, die einen Mehrwert für die gesamte Stadtgemeinschaft darstellen. Stadtwirtschaftsstrategie 2025 13 Abbildung 9: Zielwachstum der Stadtwirtschaft Wachstumsziele sind von den Unternehmen zu formulieren. Dabei sind lokale, regionale und über- regionale Möglichkeiten zu prüfen. Die Unternehmen können mit vorhandenen Produkten (Marktdurchdringung) oder dem Erschließen neuer Märkte wachsen. Der Schwerpunkt soll auf der Marktdurchdringung liegen. Für abgrenzbare Teilbereiche mit eigenständigem Profil können eigenständige Unternehmen ge- gründet werden. 3.5 Stärkung der Positionierung der Wissenschaftsstadt Darmstadt Leitfrage: Welche Möglichkeiten sollen zur Verbesserung der Attraktivität des Standorts (und der Infrastruktur) genutzt werden? Die Unternehmen identifizieren sich mit den St andortvorteilen der Wissenschaftsstadt Darmstadt auch im Rahmen ihrer Öffentlichkeitsarbeit. Alle Akteur*innen der Stadtwirtschaft transportieren die Stadt, ihre Marke sowie ihre wesentlichen Qualitäten und Stärken. Die Einheiten der Stadtwirtschaft schaffen Freiräume für Inventionen und Innovationen und unter- stützen aktiv kreative Prozesse in der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Die Beteiligungen des Stadtkonzern s orientieren sich in ihrem Pr oduktmarketing, soweit möglich und sinnvoll, am Auftritt der Wissenschaftsstad t Darmstadt. Dabei werden die durch den Marke- tingbeirat formulierten Leitlinien der Wissensch aftsstadt Darmstadt umgesetzt und die zur Bewer- bung der Stadt genutzten „Darmstadt ist…“-Claims mit Leben gefüllt. 14 Stadtwirtschaftsstrategie 2025 Abbildung 10: Claims der Wissenschaftsstadt Darmstadt Darmstadt ist…Wissenschaft“: Die Beteiligungen werden für die Leistungserbringung und den Vertrieb ihrer Leistungen Koopera- tionen mit (möglichst lokalen) Hochschulen und Forschungseinrichtungen nutzen und intensivie- ren. Dazu zählen insbesondere TU Darmstadt, Hochschule Darmstadt, Evangelische Hochschule Darmstadt, Wilhelm Büchner Hochschule, Fraunhofer-Institute und IWU. Dabei werden sie ihre Leistungen um innovative Elemente unter Berücksichtigung der Marktmöglichkeiten ergänzen, um dem Selbstverständnis der Wissenschaftsstadt Darmstadt gerecht zu werden. Förderprogramme von Land, Bund und EU werden gemeinsam mit den wissenschaftlichen Einrich- tungen genutzt. Ziel ist auch die Weiterentwicklung der nachhaltig en Positionierung Darmstadts als Wissenschafts- stadt. „Darmstadt ist…Kultur“: Die Attraktivität der Wissenschaftsstadt Darmstadt wird auch für den Tourismus weiter gesteigert. Dabei wird auch das Porträt Darmstadts als Stadt des Jugendstils durch die Unternehmen bewor- ben. Die Unternehmen werden den Kulturstandort Darmstadt und die Bewerbung zum UNESCO Welterbe aktiv unterstützen. „Darmstadt ist…Leben“: Die Einheiten der Stadtwirtschaft leisten einen kontinuierlichen Beitrag für ein Mehr an Lebens- qualität für die Bürger*innen in der Stadt. Hierzu zählt auch die durch die Beteiligungen vorgehal- tene Infrastruktur der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Diese wird kommuniziert und beworben. Dazu gehört eine nachhaltige Sicht, die Investitions- und Instandhaltungsstaus unter Beachtung der Möglichkeiten und Vorgaben vermeidet bzw. kontinuierlich im Rahmen der Wirtschaftlichkeit abbaut. Die Unternehmen leisten weiterhin ihren Beitrag zur − Weiterentwicklung der Stadt als attraktiver Wohn- und Arbeitsstandort − Positionierung der Stadt als attraktiver Einkaufsstandort − Positionierung der Stadt als internationaler Bildungsstandort − Positionierung der Stadt als Digital- und Zukunftsstadt Um die genannten Ziele zur Positionierung der Wissenschaftsstadt Darmstadt zu unterstützen, prä- sentiert sich jedes Unternehmen mit Kund*innenk ontakt mit einem zeitgemäßen Öffentlichkeits- auftritt: − Präsenz im Internet und in sozialen Medien − Ansprechende Publikationen − Nutzung von Bildsprache und Storytelling − Fallweise mehrsprachige Kund*innenansprache Stadtwirtschaftsstrategie 2025 15 3.6 Ethische Leitplanken bei der Entwicklung Darmstadts zur Digitalstadt Die Unternehmen werden die Chancen, die sich au s der Digitalisierung ergeben, nutzen und das Projekt Digitalstadt aktiv unterstützen. Daraus ergeben sich fünf Kernziele: − Wertvoll für uns − Zukunftsgerichtet − Sicher − Nachhaltig − Partizipativ Die digitalen Technologien werden zum Nutzen de r Menschen in allen Bereichen städtischen Le- bens, entsprechend den Bedürfnissen der Bürgerschaft und der von den Projekten Betroffenen ent- wickelt und eingesetzt. Um dies zu sichern und möglichen Gefährdungen der Stadtgesellschaft ins- gesamt sowie einzelner Bürger*innen durch die Di gitalisierung zu begegnen, werden dem Einsatz und der Ausgestaltung digitaler Technologien durch die folgenden ethischen Leitplanken ein orien- tierender und begrenzender Rahmen gesetzt. Die Arbeitsgruppe Ethik des von der Stadtveror dnetenversammlung berufenen Ethik- und Techno- logiebeirats hat diese Leitplanken erarbeitet. Sie gelten für das Handeln der Digitalstadt Darmstadt GmbH, der weiteren städtischen Beteiligungen, so wie der städtischen Verwaltung. Der Ethik- und Technologiebeirat unterstützt hierbei die Digitalstadt Darmstadt insbesondere in der Verantwortung als Modellstadt. 1. Gemeinwohlverpflichtung Der Digitalisierungsprozess muss dem Gemeinwohl verpflichtet sein. Ziel der digitalen Umgestal- tung muss stets eine soziale und/oder ökologische Verbesserung der kommunalen Daseinsvor- sorge und anderer städtischer Leistungen sein. Dies soll so wirtschaftlich und effizient wie möglich erfolgen. 2. Demokratische Kontrolle Zielsetzung, Entwicklung, Durchführung und Nutzung von Digitalisierungsprojekten müssen gemäß den bestehenden Regelungen der parlamentarisch kontrollierten Selbstverwaltung unterliegen. Dies gilt auch für Gesellschaften mit Beteiligungen der Stadt. Es dürfen keine neuen Machtstruktu- ren entstehen, die sich demokratischer Kontrolle entziehen und eine Gefahr für die Grundrechte, die Sicherheit und Privatsphäre der Einzelnen darstellen. 3. Verantwortung und Transparenz Die Verantwortung demokratisch gewählter Gremien für Entscheidungen der Stadt muss erhalten bleiben. Automatisierte Verfahren dürfen diese nicht ersetzen. Die Kriterien automatisierter Ver- waltungsentscheidungen sind offenzulegen. Bei Kommunikationen der Stadt mit Bürger*innen ist von vornherein klarzustellen, wenn eine Maschine eingesetzt wird. 4. Diskriminierungs- und barrierefreier Zugang zu Dienstleistungen Die Zugänglichkeit und Nutzbarkeit von analogen Dienstleistungen oder entsprechender analoger Hilfsangebote müssen erhalten bleiben, um die gesellschaftliche Teilhabe aller Gruppen der Stadt- bevölkerung zu ermöglichen. 16 Stadtwirtschaftsstrategie 2025 5. Souveränität von Stadt und Bürgerschaft Die öffentliche Hand und die Bürgerschaft müssen digitale Infrastrukturen, Plattformen und grundlegende Dienste souverän entwickeln, betreiben und nutzen können. Abhängigkeiten von Produkten und Firmen sind zu vermeiden. 6. Datenschutz Darmstadt will Vorreiter im Datenschutz sein. Bei der Erhebung, Verarbeitung und Veröffentli- chung von Daten ist von Anfang an der Datenschutz zu berücksichtigen. Personenbezogene Daten dürfen so wenig wie möglich erfasst und weitergegeben werden. Personenbezogene Daten dür- fen nicht verkauft werden. Geben die Stadt oder städtische Gesellschaften Daten an Dritte weiter, ist deren verantwortungsvoller Umgang mit den Daten durch entsprechende Nutzungsvereinba- rungen zu regeln. 7. Veröffentlichung von Daten Nicht-personenbezogene Daten, die für die Öffentlichkeit von demokratisch beschlossenem und legitimiertem Interesse sind, müssen ihr in nutzerfreundlicher Form zugänglich gemacht und zur Verfügung gestellt werden. 8. Technikfolgenabschätzung und Nachhaltigkeit Bei allen Digitalisierungsprojekten sind von Anfang an die Folgen für die ökologische Nachhaltig- keit, für die Gewährleistung von Information und Kommunikation, für die Mobilität, für die Ge- sundheit, für den sozialen Ausgleich sowie für die Gestaltung der Arbeit zu untersuchen und zu bewerten. Alle Digitalisierungsprojekte sollen heutigen und künftigen Generationen gleicherma- ßen Entwicklungschancen bieten. 9. Gewährleistung der Infrastruktursicherheit Bei allen Digitalstadtprojekten ist die Verletzlichkeit der Systeme zur Daseinsvorsorge zu beachten und ihre Funktionssicherheit zu gewährleisten (Cybersicherheit). 3.7 Steigerung der Wertschöpfung in Stadt und Region sowie Förderung der sozia- len Verantwortung Leitfragen: Welches Potenzial besteht für lokale oder regionale Beschaffung von Leistungen, die derzeit außerhalb der Region bezogen werden? Welchen Beitrag leisten die Unternehmen zur Sicherung der sozialen Stabilität in der Region? 3.7.1 Wertschöpfung in Stadt und Region Die Beteiligungen sichern die lokale und regional e Wertschöpfung nachhaltig und steigern diese soweit möglich. Die Unternehmen beziehen ihre Leistungen (soweit rechtlich zulässig sowie wirtschaftlich und fach- lich vertretbar) von lokalen Anbieter*innen am Standort Darmstadt oder aus der Region. Neben den monetären Bewertungskriterien sind di e Unternehmen angehalten, auch auf eine so- zial-ökologische Vergabe zu achten. Stadtwirtschaftsstrategie 2025 17 Bei regelmäßig wiederkehrenden großen Beschaff ungen wird auf die Eröffnung von Zweigstellen von Unternehmen am Standort Wissenschaftsstadt Darmstadt hingewirkt. Die lokale und regionale Wertschöpfung setzt sich zusammen aus: − Personalaufwand − Aufwand für bezogene Leistungen − sonstige betriebliche Aufwendungen und Konzessionsabgaben − Investitionen − Steuern − Dividendenzahlungen Dabei stellt sich die lokale und regionale Wertsc höpfung der Darmstädter Stadtwirtschaft im Zeit- raum 2012–2017 (rd. 4,4 Mrd. EUR) wie folgt dar:1 Abbildung 11: Regionale Wertschöpfung der Darmstädter Stadtwirtschaft 1 Quelle: Nachhaltigkeitsbericht der Darmstädter Stadtwirtschaft 18 Stadtwirtschaftsstrategie 2025 3.7.2 Förderung der sozialen Verantwortung Die Unternehmen der Stadtwirtschaft tragen durch die Produkte der Daseinsvorsorge aktiv zur so- zialen Stabilität in der Wissenschaftsstadt Darmstadt bei. Die Unternehmen unterstützen die Themen Frauenförderung, Gender-Gerechtigkeit sowie die Ver- einbarkeit von Familie und Beruf. Die Beteiligungen nehmen ihre gesellschaftliche Verantwortung lokal und regional im Rahmen ihrer Möglichkeiten wahr. Sie unterstützen das öffentliche Leben, insbesondere in den Bereichen Bildung und Wissenschaft, Sport, Kultur und Soziales. Si e unterstützen das bürgerschaftliche Engagement der Beschäftigten. Die Unternehmen handeln bei der Auswahl von Beschäftigten und im Kontakt mit Kund*innen dis- kriminierungsfrei und berücksichtigen die Belange verschiedener Ethnien, benachteiligter Gruppen und Menschen mit Behinderung aktiv. Die Untern ehmen orientieren sich diesbezüglich an der Charta der Vielfalt. Die Ansprache und die Intens ivierung der (Re-)Integration von Kund*innen des Jobcenters in den ersten Arbeitsmarkt wird weiter intensiviert. 3.8 Sicherung und Schaffung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen Leitfragen: Wie kann die Beschäftigung in den Unternehme n nachhaltig gesichert oder ausgebaut werden? Wo besteht Handlungsbedarf bei Aus- und Weiterbildung? Die Wissenschaftsstadt nimmt ihre soziale Verantwortung im Stadtkonzern wahr. Die Unterneh- men der Stadtwirtschaft sind verantwortungsvolle Arbeitgeber. Hierzu gehören wettbewerbsfä- hige Löhne und Gehälter, Vermeidung betriebsbedingter Kündigungen und die Minimierung von Leiharbeitsverhältnissen. Wettbewerbsfähige Löhne und Gehälter gehen mit tarifvertraglichen Re- gelungen einhergehen. Tarifflucht ist nicht zulässig. Auf sachgrundlose Befristungen wird nach Möglichkeit verzichtet. Abbildung 12: Beschäftigte je Geschäftsfeld in der Stadtwirtschaft 20182 2 Quelle: Beteiligungsbericht Geschäftsjahr 2018 Stadtwirtschaftsstrategie 2025 19 Der fortlaufende Wandel sowohl innerhalb der Unternehmen als auch im Marktumfeld und die sich daraus ergebenden neuen Anforderungen und Ziele werden von den Führungskräften in den Betei- ligungen aktiv an alle Beschäftigten vermittelt . Ein wettbewerbsorientiertes und unternehmeri- sches Handeln dieser ist zu fördern. Dies setzt wettbewerbsfähige Unternehmen voraus. Die Unternehmen bauen ihre Leistungen, soweit wirtschaftlich sinnvoll, aus. Die Personalpolitik im Stadtkonzern orientiert si ch am Grundsatz „Fördern und Fordern“. Mit den Personalvertretungen wird seitens der Geschäft sleitungen eine vertrauensvolle Zusammenarbeit angestrebt. Alle Unternehmen sollten Aus- und Weiterbildung auf Basis einer jährlich zu erstellenden Bedarfs- analyse anbieten. Die Beteiligung von Frauen in Fach- und Führungspositionen sowie in Aufsichtsgremien wird weiter gefördert. Auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf steht weiter im Fokus. Die Attraktivität der Unternehmen der Stadtwirtschaft als Arbeitgebe r wird weiter gesteigert. Ziel ist die aktive Unterstützung von frauenbezogenen Weiterbildungsangeboten und die Förderung von Frauennetzwerken. Bei der Schaffung neuer Stellen werden die Unte rnehmen auch darauf achten, dass so weit wie möglich auch Stellen für nicht oder gering qualifizierte Menschen geschaffen werden. Die Angebote von Kinderbetreuung und Kurzzeit kinderbetreuung (Fluggiland) sowie das Angebot zur Ad-hoc-Kurzzeitpflege werden weiter fortgeführt. Die Unternehmen der Stadtwirtsch aft wirken bei der Integration geflüchteter Menschen mit. So wird z.B. eine Erhöhung der diesbezüglich ange botenen Praktikumsplätze über alle Unternehmen hinweg angestrebt. Die Unternehmen sind angehalten, dafür Sorge zu tragen, dass von ihnen beauftragten Unterneh- men alle geforderten Standards einhalten. 20 Stadtwirtschaftsstrategie 2025 3.9 Aktiver Beitrag zu Umweltschutz und Nachhaltigkeit Leitfrage: Wo bestehen Potenziale zum weiteren Schutz der Umwelt? Die Nachhaltigkeit in den Unternehmen der Stadtwirtschaft wird weiter gestärkt und ausgebaut. Die Beteiligungen des Stadtkonze rns werden, unter Berücksichtigu ng von wirtschaftlichen Aspek- ten, auch die Umwelt- und Klimaschutzziele der Wissenschaftsstadt Darmstadt fördern und unter- stützen. Dabei werden auch digitale Lösungen genutzt. Abbildung 13: Nachhaltigkeitsdreieck Wesentliches Ziel der Stadtwirtschaft ist die Reduktion der CO2-Emissionen. Daneben wird auch die Minderung von weiteren Emissionen, wie z.B. SOX, NOX, Feinstaub und Lärm sowie von Flächenver- brauch angestrebt. Außerdem ist die Gebäudeeffizi enz, möglichst auch über die aktuell gültige Energieeinsparverordnung (EnEV) hinaus, zu opti mieren. Ausdrücklich begrüßt werden innovative Ideen zur Emissionsreduktion mit geschäftsfeldadäquaten Maßnahmen. Dabei ist die Wirtschaftlich- keit in angemessenem Zeitraum zu berücksichtigen. Die Unternehmen fördern im Rahmen ihrer Aufgab enstellung und Möglichkeiten die Effizienz der Energienutzung und den bewussten Umgang mit Ressourcen; sowohl in den eigenen betrieblichen Abläufen als auch in der Kommunikation mit ihre n Kund*innen, der Darmstädter Bürgerschaft und Unternehmen der Region. Hierzu sollen Strom und Gas über die ENTEGA klimaneutral bezogen wer- den. Die Ziele für nachhaltige Entwicklung (engl. Sust ainable Development Goals, SDGs) werden aktiv verfolgt. Die Unternehmen der Stadtwirtschaft wirken bei der Umsetzung der Maßnahmen aus dem Luftrein- halteplan des Landes Hessen mit. Hierzu zählen: − Ausbau ÖPNV − Unterstützung Radverkehr − Ausbau E-Mobilität − Parkraumbewirtschaftung und Verkehrsmanagement Stadtwirtschaftsstrategie 2025 21 Der Modal Split bezogen auf ÖPNV und Fahrrad wird weiter verbessert. Abbildung 14: Modal Split (Anteil der Verkehrsmittel an allen Wegen)3 Darüber hinaus werden ökologisch sinnvolle Mobi litätsketten verstärkt. Hierzu gehören u.a. der Ausbau von Carsharing und On-demand Ridesharing-Angebote. 3.10 Angemessene Ergebnisse nach Steuern Leitfragen: Welches Ergebnis wird als angemessen angesehen? Welche (steuerlichen) Optimierungspotenziale sollen ausgeschöpft werden? Die Beteiligungen im Stadtkonzern nutzen ihre Möglichkeiten zu r Effizienzverbesserung und zum Wachstum. Es wird ein angemessenes Jahresergebnis erwartet. Als angemessen wird definiert: 1. Eine höhere Rendite auf das eingesetzte Eigenkapital inkl. Rücklagen im Vergleich zu einer risikolosen Alternativanlage, so weit soziale, infrastrukturelle, regulatorische oder gebüh- ren-/haushaltsrechtliche Vorgaben eine Renditebegrenzung nicht vorgeben. 3 Quelle: Nahverkehrsplan für die Wissenschaftsstadt Darmstadt und den Landkreis Darmstadt‐Dieburg 2019 - 2024; Abweichung von 100 % aufgrund von Rundungsdifferenzen 22 Stadtwirtschaftsstrategie 2025 2. Eine nachhaltige Entwicklung des zu erwart enden Jahresüberschusses unter Berücksichti- gung der aktuellen Marktbedingungen. 3. Bei Dauerverlustbetrieben findet der Kosten deckungsgrad eines vergleichbaren, durch- schnittlich gut geführten Unternehmens Anwendung. Sämtliche Steueroptimierungspotenziale in Verbindung mit der Real isierung operativer Synergien werden im Sinne der Stadt durch die HEAG und die städtischen Beteiligungen genutzt. Die Möglichkeiten der Verschmelzung von Gesellschaften oder die Verlagerung innerhalb der Stadt- wirtschaft unter andere Beteilig ungen werden geprüft und, soweit wirtschaftlich sinnvoll, umge- setzt. Dies kann auch zu Veräußerungen von betr iebs- und nicht betriebsnotwendigem Vermögen führen. Damit werden, neben Kostensynergien und weiteren Bündelungsvorteilen, auch die fach- bezogene Steuerung, Begleitung und Aufsicht inne rhalb des jeweiligen Geschäftsfelds berücksich- tigt. Gründe für Veränderungen in der Beteiligungsstruktur können insbesondere in der Ähnlichkeit der Tätigkeit, einer identischen oder zu vereinheitlichenden Gesellschafterstruktur liegen. Dabei sollen die steuerlichen Auswirkungen angemessen und weitere Transaktionskosten möglichst gering sein. Das von der HEAG angebotene Cash-Management zur Nutzung besserer Konditionen für Geldanla- gen und Kreditaufnahmen wird ausgebaut. Dabei unterstützt die HEAG die Beteiligungen bei Finan- zierungsthemen und Ratings für die Kreditaufnahme. Zur Messung der Angemessenheit der Leistungserbringung wird, neben Renditekennzahlen (Kos- tendeckungsgrad und ROCE), eine Kennzahl genutzt, welche Mehrwerte für die Wissenschaftsstadt Darmstadt und ihre Bürger*innen berücksichtigt. Die Ertragskategorien aus dem nachfolgenden Modell aus der Wohnungswirtschaft dienen als Grundlage für die Bewertung der Stadtrendite. Abbildung 15: Ertragskategorien zur Ermittlung der Stadtrendite Stadtwirtschaftsstrategie 2025 23 Mit der Stadtrendite werden die Leistungen, insbesondere von kommunalen Unternehmen, be- wertet. Nicht das wirtschaftliche Ergebnis steht allein im Fokus, sondern die Verbesserung von Le- bensqualität und Lebenszufriedenheit der Bewohner*innen in den Wohnquartieren und in der Stadt insgesamt. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt kann dabei eigene Finanzausgaben sparen und zusätzliche Einnahmen, z.B. in Form höherer Steuereinnahmen, generieren. Beispielsweise sollen preiswerte Wohnungen genauso wie hochpreisige, sehr gut ausgestattete Immobilien, ein Bestandteil des Portfolios sein. Im Zusammenspiel verbessern sich damit das mittelbare Steuer- aufkommen und damit auch die Stadtrendite. 24 Stadtwirtschaftsstrategie 2025 4 STÄDTISCHE ERWARTUNGEN AN DIE GESCHÄFTSFELDER UND DIE UNTERNEHMEN Nach der Formulierung der allgemeinen geschäft sfeldübergreifenden Ziele werden im folgenden Kapitel die geschäftsfeld- und un ternehmensspezifischen Erwartungen an die Stadtwirtschaft dar- gestellt. (Anm.: die (Ergebnis-)Erwartungen an Geschä ftsfelder und Unternehmen wurden vor Be- ginn der COVID-19-Pandemie formuliert.) Diese umfassen die Hauptstoßrichtungen je Geschäftsfeld, die wesentlichen Erwartungen an das Geschäftsfel d, an die Unternehmen in den Geschäftsfeldern und an die Ergebnisentwicklung der Unternehmen in den Geschäftsfeldern. Abbildung 16: Zielpyramide Im Stadtkonzern wird eine Vielzahl von Leistungen erbracht. Diese wirken sich unterschiedlich auf die Ergebnissituation der Unternehmen bzw. der Ge schäftsfelder aus und führen zu unterschiedli- chen Ergebniserwartungen an das Geschäftsfeld. In Abhängigkeit der Aufwandssenkungs- und/oder Ertragssteigerungspotenziale lassen sich für die Unternehmen bzw. für die Geschäftsfelder unterschiedliche Handlungsnotwendigkeiten ableiten. Unter Ergebniserwartung wird die erwartete Profitabilität der jeweiligen Unternehmen verstanden (siehe Abbildung 17). Ist die Ergebniserwartung für ein Unternehmen positiv, erfolgt die Eintragung in die oberen Quadranten (positiv), ist die Ergebniserwartung für ein Unternehmen negativ, erfolgt die Eintragung in die unteren Quadranten (negativ) der Matrix. Aus dem aktuell eingeschätzten Potenzial für Verbesserungen im Ergebnis des entsprechenden Un- ternehmens durch Aufwandssenkung und/oder Er tragssteigerung wird di e Handlungsnotwendig- keit abgeleitet. Je höher das zukünftige Aufwandssenkungs- und/oder Ertragssteigerungspotenzial eingeschätzt wird, umso weiter rechts wird das Unternehmen auf der X-Achse positioniert. Insgesamt lassen sich auf diese Weise vier Ziele formulieren. Weist ein Unternehmen eine hohe Handlungsnotwendigkeit auf, kann es Aufwandssenkungs- und/oder Ertragssteigerungspotenziale nutzen, um den Zuschussbedarf zu minimieren (bei negativer Ergebniserwartung) bzw. sein Ergeb- nis zu verbessern (bei positiver Ergebniserwa rtung). Werden weniger Aufwandssenkungs- und/ oder Ertragssteigerungspotenziale gesehen, soll der aktuelle Zu schussbedarf konstant gehalten Stadtwirtschaftsstrategie 2025 25 werden (bei negativer Ergebniserwartung) bzw. das aktuelle Ergebnis gesichert werden (bei posi- tiver Ergebniserwartung). Folgende Matrix zeigt die Positionierung der Un ternehmen des Stadtkonzerns in Bezug auf Ergeb- niserwartung und Handlungsnotwendigkeit (una bhängig von Größe bzw. Umsatz der Unterneh- men): Abbildung 17: Strategiematrix zur Ergebniserwartung/Handlungsnotwendigkeit Die Geschäftsfelder haben, unter Berücksichtigung ihrer Positionierung in der Matrix, folgende stra- tegische Hauptstoßrichtungen: Geschäftsfeld Energie & Wasser: Ziel der ENTEGA und ihrer Töchter ist es, der zukunftsfähigste Energieversorger und -dienstleister in Deutschland zu bleiben. Der eingeschlagene We g des Ausbaus von nachhaltiger Eigenerzeugung und Dienstleistungen unter Berück sichtigung von Klima-, Umwelt-, Effizienz- und Wirtschaftlich- keitsaspekten, der vorrangige Ausbau des region alen Vertriebs sowie die Ausschöpfung von Kos- tensenkungspotenzialen wird konsequent fortge setzt. Darüber hinaus werden neue Geschäftsmo- delle genutzt, die eng mit den bisherigen Geschäftsmodellen zusammenhängen. Diese berücksich- tigen neben nachhaltigen auch soziale und ökologische Aspekte. 26 Stadtwirtschaftsstrategie 2025 Geschäftsfeld Immobilien: Die Unternehmen des Geschäftsfelds entwickeln das Immobilienvermögen werthaltig und kund*in- nenorientiert weiter. Die Einheiten innerhalb des Geschäftsfeldes kooperieren in Zukunft noch stär- ker. Die bauverein AG und ihre Töchter bieten auch zukünftig ein breit gefächertes Angebot an Wohn-, Gewerbe- und sonstigen Nutzflächen an. Die Unternehmen sind angehalten, eine verantwortungs- volle Mietpreisgestaltung zu be treiben. Bezahlbarer Wohnraum wird dabei erhalten und geschaf- fen. Neben dem preisgebundenen Wohnraum wird auch weiterhin Wohnraum für geringe und mitt- lere Einkommen angeboten. Städtebauliche Projektentwicklungen für die Wissenschaftsstadt Darmstadt werden zusätzlich wahr- genommen. Das Bauträgergeschäft wird gemäß den Marktchancen und Stadtentwicklungserforder- nissen wieder neu aufgenommen. Dabei sind mö gliche Risiken zu minimieren. Die Nachverdich- tungspotenziale sowie die Entwic klung von Konversionsflächen we rden in Abstimmung mit der Stadt realisiert. Die Aufgaben des Eigenbetrieb s Immobilienmanagement der Wissenschaftsstadt Darmstadt (IDA) sind die Bereitstellung, die Unterhaltung und der Betrieb von Gebäuden und Räu- men sowie die Bestandsqualifizierung für die städtischen Organisationseinheiten. Im Geschäftsfeld Immobilien werden die großen städtischen Neubauprojekte sowie die Potenziale aus dem Flächen- management durch die Darmstädter Stadtentwicklungs GmbH & Co. KG (DSE) verantwortet. Die Darmstädter Sportstätten GmbH & Co. KG (DSG) optimiert die Bewirtschaftung großer kommu- naler Sportstätten und weiterer Sportinfrastruktur in der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Außerdem steht die DSG Vereinen mit eigener Sportinfrastruktur beratend zur Seite. Das Wissenschafts- und Kongresszentrum Darmstadt (WKD) bleibt als der Veranstaltungsort für wis- senschaftliche Kongresse in den Schwerpunktbra nchen der Engineering Re gion Darmstadt Rhein- Main-Neckar sowie für Großveranstaltungen etabliert. Geschäftsfeld Mobilität: Die Unternehmen des Geschäftsfelds Mobilität erbringen Leistungen des ÖPNV für die Wissen- schaftsstadt Darmstadt und die Region, gekoppelt an einen klaren Leistungsauftrag und mit „Best- practice“-Kosten. Zukünftig wird die geschäftsfeldinterne Zusammenarbeit intensiviert. Außerdem wird ein Ausbau des ÖPNV-Anteils am Gesamtverk ehr angestrebt, um einen wesentlichen Beitrag für eine zuverlässige, nachhaltige und klimafreundliche Verkehrserbringung zu leisten. Die Umstel- lung auf Elektromobilität wird dabei forciert. Im Bereich der Linienplanun g werden aktiv Modelle wie Rufsammeltaxis, On-demand-Services und an dere innovative Themen eingeführt. Die Unter- nehmen unterstützen aktiv Mobilitätskonzepte der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Das Leistungsan- gebot wird von einer singulären Betrachtung de s ÖPNV mit Bussen und Straßenbahnen auf eine gesamthafte Betrachtung aller Mobilitätsthemen erweitert. Hierzu zählen insbesondere Parkraum- management und -bewirtschaftung, Park/Bike + Ri de, Carsharing, Mobilitätsberatung sowie das Denken in Mobilitätsketten. Private Parkierungsanlagen werden unter dem Dach der HEAG gemein- sam mit der Wissenschaftsstadt Darmstadt (re-) kommunalisiert. Die einzelnen Unternehmen prü- fen Angebote wie Jobticket, Jobrad oder Firmenpoolfahrzeuge. Stadtwirtschaftsstrategie 2025 27 Geschäftsfeld Gesundheit & Teilhabe: Im Geschäftsfeld Gesundheit & Teilhabe erbringen die Unternehmen vor allem Krankenhausleistun- gen der Maximalversorgung. Dane ben umfasst das Geschäftsfeld Leistungen der Altenhilfe und - pflege, den Betrieb von Werkstätten und Wohneinrichtungen für Menschen mit besonderen Bedürf- nissen und Pflichtleistungen des öffentlichen Gesundheitsdienstes. Für die Krankenhausleistungen ist die Weiterentw icklung von Organisation und Prozessen fortzu- setzen. Das Angebot von medizinischen Leistungen, Leistungen der Altenpflege sowie der Werkstätten und Wohneinrichtungen ist auszubauen. Geschäftsfeld Kultur & Freizeit: Die Beteiligungen des Geschäftsfelds erbringen ih re Leistungen zu ange messenen Preisen. Dabei sind die kulturelle Vielfalt und das Freizeitangebot zu erhalten und nach Möglichkeit weiter auszu- bauen. Der Zuschussbedarf wird sowohl durch die Optimierung der Auslastung als auch durch die Ausschöpfung weiterer Einnahmemöglichkeiten un d die Reduzierung von Betriebsaufwendungen minimiert. Darüber hinaus sind alle vertretbaren Möglichkeiten für Spenden und Sponsoring zu nut- zen. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt Marketing GmbH entwickelt und koordiniert die nationale und internationale Image- und Pr ofilbildung der Wissenschaftsstadt Darmstadt als Kunst- und Kul- turstadt, organisiert Veranstaltungen und bietet ein breites Tourismusangebot an. Dieses wird wei- ter ausgebaut. Für den Eigenbetrieb Kulturinstitute der Wissenschaftsstadt Darmstadt ist die Bewerbung zum Welt- erbe zentrales Thema. Nach dem Erhalt der Auszeichnung ist die Umsetzung der bestehenden Kon- zepte sowie die aktive Vermarktung des Welterbes eine vorrangige Aufgabe. Alle Unternehmen der Stadtwirtschaft unterstützen den Eigenbetrieb aktiv bei diesem zentralen Thema. Die Sanierung der bestehenden Bäder ist unter Überprüfung und Beibehaltung der bestehenden Bäderlandschaft voranzutreiben. Geschäftsfeld Digitalisierung & Telekommunikation: Die Digitalstadt Darmstadt GmbH ist das Leitunte rnehmen für die Digitalisierung im Rahmen des Projekts Digitalstadt Darmstadt und darüber hina us. Die Digitalstadt Darmstadt GmbH übernimmt dabei die zentrale Schnittstellenkoordination mi t allen Beteiligten (insbesondere Wissenschafts- stadt Darmstadt, Land Hessen, Stadtwirtschaft, lokale Unternehmen wie z.B. Deutsche Telekom AG, Software AG und ekom21). Die ENTEGA Medianet GmbH fokussiert sich au f die Vermarktung der Leitungskapazitäten. Der Ausbau von Breitbandkapazitäten, deren Betrieb un d Vermarktung im regionalen Umfeld wird, in enger Kooperation mit Städten, Gemeinden und Landkreisen, angestrebt, um so die Positionierung als regional bedeutendes Kommunikationsunternehmen zu stärken. Dabei arbeitet zusammen mit der ENTEGA an Bündelungsprodukten. Die COUNT+CARE GmbH & Co. KG erbringt abwicklungsorientierte Dienstleistungen sowie Dienstleis- tungen im Bereich der Datenverarbeitung. 28 Stadtwirtschaftsstrategie 2025 Geschäftsfeld Entsorgung & Abwasser: Es werden weiterhin Entsorgungs-, Abwasser- und weitere Leistungen zu angemessenen Konditio- nen und mit modernen Methoden erbracht. Hauptziele sind die Müllvermeidung und die Erhöhung der Recyclingquote. Die Möglichkeiten strategischen Wachstums sind zu nutzen. Die Möglichkeiten für die Stärkung der regionalen Zusammenarbeit sollen weiter genutzt werden. Die Reinigungsqualität des Abwassers wird durch die Inbetriebnahme der vierten Reinigungsstufe verbessert. Anfallender Monokl ärschlamm wird innerhalb des Zweckverbands Abfallverwertung Südhessen (ZAS) energieeffizient verwertet. Geschäftsfeld Strategie, Finanzen & Innovationen: Die HEAG ist aktives Beteiligungsmanagement, Dienstleister sowie wichtigster Berater der Wissen- schaftsstadt Darmstadt und ihrer Be teiligungen. Durch sie wird die Eigentümerfunktion der Stadt sichergestellt und durch ihre ak tive Berichterstattung Transparen z über alle kommunalen Beteili- gungen gewährleistet. Durch das Angebot weiterer „Shared Services“ ve rbessert die HEAG die Zusammenarbeit in der Stadtwirtschaft. Die HEAG ist die interne Untern ehmensberatung der Stadtwirtschaft. Sie wird die Umsetzung der Stadtwirtschaftsstrategie vorantreiben. Das HUB31 (die Technologie- und Gründerzentrum Verwaltungs-GmbH) biet et Coworking-Flächen und Büros für technologieorientierte Start-ups aus Wissenschaft und Wirtschaft. Darüber hinaus wer- den Netzwerkveranstaltungen und Werkstattflächen angeboten. Die Stadt- und Kreis-Sparkasse Darmstadt bietet ein umfassendes Angebot für die kreditwirtschaft- liche Versorgung von Bürger*innen sowie von Unte rnehmen in Südhessen an. Im Rahmen der Re- gularien wird ein verstärktes Engagement im Be reich der Gründungsfinanzierung von innovativen Start-ups angestrebt. Stadtwirtschaftsstrategie 2025 29 4.1 Geschäftsfeld Energie & Wasser Schwerpunkt Das Geschäftsfeld Energie & Wasser wird durch die ENTEGA AG und ihre Töchter repräsentiert. Erwartungen an das Geschäftsfeld Energie & Wasser Die Unternehmen des Geschäftsfelds leisten eine n wichtigen Beitrag zur Versorgung der Bevölke- rung mit Strom, Gas, Wärme und Wasser. Zur Sicherung der Netzinfrastruktur werden angemessene Investitionen in den Werterhalt dieser vorgenommen. Die größten Chancen für die Unternehmen des Geschäftsfelds werden im weiteren Ausbau der er- neuerbaren Energien, in der Energieeffizienz, in der Erschließung von Fernwärmepotenzialen sowie im Dienstleistungssektor rund um die intelligenten Energienetze der Zukunft gesehen, weshalb der Fokus der Geschäftstätigkeit auf deren Intensivierung gelegt wird. Die Unternehmen des Geschäftsfelds ermöglichen ihren Kund*innen eine moderne und klimascho- nende Form der Energieversorgung. Innerhalb der Energiewirtschaft werden die Leis tungen der Unternehmen des Geschäftsfelds als Innovationstreiber in Sachen Ressourcenschonung und Energieeffizienz gesehen. Die Unternehmen sollen effizien ter wirtschaften und neues Wach stum generieren. Dazu werden bestehende Ertragsquellen gesichert und neue im prosperierenden Wirtschaftsraum Rhein-Main- Neckar und darüber hinaus erschlossen. Neben de m lukrativen Engagement in erneuerbare Ener- gien liegt der Fokus auf dem vielversprechenden Feld der energienahen Dienstleistungen. Der Bau und Betrieb von Versorgungsnetzen und dezentralen Erzeugungsanlagen für Industrie und andere Energieversorger, innovative Contracting-Lösungen, energetische Erschließung und Revita- lisierung von Quartieren und Konversionsflächen, Baulandentwicklungen, Kooperationen mit Woh- nungsbaugesellschaften und Handwerkskammern zur energetischen Sanierung von Wohngebäuden sowie Aufbau von Energiemanag ementplattformen für Industrie und Gewerbe treiben die Unter- nehmen in diesem Zusammenhang weiter voran. Die Geschäftstätigkeit der Unternehmen des Geschä ftsfelds haben erhebliche positive volkswirt- schaftliche Effekte. Investitionen, Steuern, Abgaben sowie Löhne und Gehälter sorgen sowohl regi- onal als auch bundesweit für eine Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen. Soweit möglich, werden weiterhin regionale Anbieter als Vorlieferanten beauftragt. Die Region pro- fitiert dabei von der Auftragsvergabe an lokale und regionale Zulieferer. Dies gilt für große Indust- rieunternehmen genauso wie für kleine Handwerksbetriebe. Die hohe Trinkwasserqualität und die Versorgungssicherheit werden beibehalten. 30 Stadtwirtschaftsstrategie 2025 4.1.1 Erwartungen an die ENTEGA AG Die ENTEGA ist der wichtigste Energieanbieter in der Region und gehört zu den führenden Anbietern von Ökostrom und klimaneutralem Erdgas in Deut schland. Darüber hinaus ist der Konzern Wegbe- reiter einer modernen Nachhaltig keit in der deutschen Energiew irtschaft: ökologisch verantwor- tungsvoll, wirtschaftlich erfolgreich und weitblickend in der Entwicklung einer innovativen und zu- kunftsorientierten Energieversorgung. Die ENTEGA setzt hierfür auf eine regenerative Energieerzeu- gung aus Wind- und Solarkraft, betreibt zwei moderne Gaskraftwerke, zwei Müllheizkraftwerke und zwei Klärwerke. Die ENTEGA beschränkt sich nicht nur auf Energi e und Wasser, sondern entwickelt moderne Ener- giedienstleistungen auch in anderen technologi ebasierten Handlungsfeldern weiter. Mit neuen Ideen und Angeboten – der fortschreitenden Ener giewende und der Digitalisierung Rechnung tra- gend – ermöglicht die ENTEGA eine moderne Dasein svorsorge. Für die Öffentlichkeit sichtbar wird diese Transformation beispielsweise am Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge, um die E-Mobilität attraktiver zu gestalten. Daneben ist geplant im Stadtgebiet und in der Region Straßen- laternen mit Sensoren auszustatten, welche die Beleuchtung an das Tageslicht anpassen und Aus- fälle selbständig melden. Auch können über das LoRaWAN stadtweite Services genutzt werden. Im Netzgebiet der ENTEGA wird sukz essive der Smart Meter-Ausbau und somit die Etablierung eines Smart Grids vorangetrieben. Digitale Strom- un d Wasserzähler übermitteln dann Zählerdaten in Echtzeit an Anbieter und Kund*innen. Durch exzellente regionale Kooperationen wird erreicht, dass die ENTEGA der führende Energiever- sorger vor Ort bleibt, um die netzbezogene Konzessionsverträge in der Region zu sichern. Unternehmensintern bestimmen vor allem die Digitalisierung und die Erschließung von Wachstums- potenzialen wie z.B. Baulanderschließungen, den zukünftigen Weg der ENTEGA. Bei allen Maßnah- men sind Nachhaltigkeit und Verantwortung weit erhin die Grundlagen des Handelns. Der Fokus liegt dabei auf der Region, die ENTEGA leistet hier einen wesentlichen Beitrag für eine zukunftsfä- hige Lebenswelt. Als kommunal verankertes Unternehmen bietet die ENTEGA weiterhin ein breites Angebot an nach- haltigen Produkten und Dienstleistungen. Um die Kund*innen bei der Entscheidung für das richtige Produktangebot zu unterstützen, bleiben persönliche Beratungen und ein breites, individualisierba- res Lösungsportfolio weiter im Fokus. Dies be trifft Privatkund*innen wie Geschäftskund*innen gleichermaßen. Für beide Kund*innengruppen wird ein stetiger Zuwachs erwartet. Stadtwirtschaftsstrategie 2025 31 Ergebniserwartung Abbildung 18: Ergebniserwartung an die ENTEGA AG 32 Stadtwirtschaftsstrategie 2025 4.2 Geschäftsfeld Immobilien Schwerpunkt Die bauverein AG und ihre Töchter, der Eigenb etrieb Immobilienmanagement der Wissenschafts- stadt Darmstadt (IDA), die Darmstädter Stadtentwicklungs GmbH & Co. KG (DSE) sowie das Institut Wohnen und Umwelt (IWU) sind prägend für das Geschäftsfeld Immobilien. Hinzu kommen noch Gesellschaften, welche Flächen für Kultur- und Frei zeitveranstaltungen bereitstellen. Dies sind die Wissenschafts- und Kongresszentrum Darmstadt GmbH & Co. KG (WKD) und die Darmstädter Sport- stätten GmbH & Co. KG (DSG). Erwartungen an das Geschäftsfeld Immobilien Wohnraum ist in der Wissenschaftsstadt Darmstadt ein knappes Gut und muss möglichst preiswert bereitgestellt werden. Die bauverein AG leistet di es primär. Darüber hinaus entwickeln die Unter- nehmen des Geschäftsfelds zusammen mit anderen Unternehmen der Stadtwirtschaft Infrastruktur und stellen diese bereit, um die Wohnquartiere aufzuwerten. Die Unternehmen im Geschäftsfeld leisten wichtige Beiträge über rein monetäre Gesichtspunkte hinaus, d.h. sie stellen allen Schichten der Be völkerung Wohnraum zur Verfügung. Die Steuerung des Geschäftsfelds Immobilien wi rd daher zu einer Public-Value-Steuerung (im Sinne einer Stadt- rendite) weiterentwickelt. Die in den Unternehmen vorgehaltenen Immobilienpo rtfolios stellen einen erheblichen Wert dar. Dieser wird durch ein nachhaltiges Portfoliomanagement optimal genutzt. Der Betrieb von Parkhäusern und Parkierungsanlagen wird für eine optimale Bewirtschaftung im Sinne der Wissenschaftsstadt Darmstadt bei der bauverein AG und der HEAG gebündelt. Der Bereich Carsharing wird bei der HEAG book-n-drive Carsharing GmbH weiter ausgebaut. Dies soll in Abstim- mung mit der Stadt zu einer Verbesserung der gemeinsamen Nutzung von Fahrzeugen führen. Das Klimaschutzkonzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt ist umzusetzen. Dabei werden allen Ein- heiten der Stadtwirtschaft die Kompetenz des IWU nutzen. Die nachhaltige Entwicklung der Konversionsflächen ist von besonderer Bedeutung. Städtebauliche Ziele sowie die Möglichkeiten des wirtschaftlichen Erfolgs müssen ausgewogen berücksichtigt wer- den. Es wird ein ausgewogenes Verhältnis zwisch en den Ansprüchen aus st ädtebaulicher Sicht ei- nerseits und wirtschaftlichen Interessen andererse its geschaffen. Nur so kann die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum sichergestellt werden. Die DSG betreibt neben der Böllenfalltorhalle we itere Sportstätten und unterstützt die mit den Sportstätten verbundenen Vereine. Dabei ist die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Nutzer*innen zu berücksichtigen. Die DSE steuert in Abstimmung mit ihren Auftraggebern wesentliche Neubau- bzw. Großsanierungs- projekte. Die wesentlichen Ziele dabei sind die Einhaltung von Kosten- und Zeitrahmen. Darüber hinaus erfolgt eine transparente Berichterstattung in den relevanten Gremien. Stadtwirtschaftsstrategie 2025 33 4.2.1 Erwartungen an die bauverein AG Primäre Aufgabe der bauverein AG als städtische Tochter ist es, Wohnraum für breite Bevölkerungs- schichten zur Verfügung zu stellen – durch den Erhalt von Bestandswohnungen im bezahlbaren Segment ebenso wie durch die Schaffung neuen Wohnraums. Dieser muss zu großen Teilen durch Neubau entstehen. Die bauverein AG wird aber auch vermehrt auf Verdichtungsmaßnahmen und Aufstockungen zurückgreifen. Um den Bedarf an Wohnraum in der Wachstumsstadt Darmstadt auch langfristig decken zu können, strebt die bauverein AG in den kommenden Jahren eine Vergrößerung des Bestandes an. Geförder- ter Wohnraum macht dabei einen wichtigen Bestan dteil aus. Bei Neubauvorhaben werden 25 % des entstehenden Wohnraums für geringe Einkommen und 20 % für mittlere Einkommen errichtet. Mit den Neubauten in der Blütenallee, in der Rodgaustraße wie auch im Haardtring wurde diesbe- züglich in den vergangenen Jahren ein wichtiger Gr undstein gelegt. Einen weiteren Beitrag leistet die 2013 zwischen Stadt und bauverein AG abgeschl ossene Kooperationsvereinbarung, in der sich das Wohnungsunternehmen zur Schaffung von zirka 100 geförderten Wohnungen pro Jahr verpflich- tet. Die Kooperationsvereinbarung wird um weitere Bestandteile, z.B. abgesenkte Modernisierungs- umlagen oder begrenzte Mieterhöhungen, erweitert. Daneben wird es in den kommenden Jahren daru m gehen, den Anteil an barrierearmen, barriere- freien sowie seniorengerechten Wohnungen zu erhö hen. Die bauverein AG wird sich auch bei al- ternativen Wohnformen wie Wohnprojekten oder Mehrgenerationenwohnen engagieren. Beibehal- ten werden Aufgaben wie die Vermietung von Ge werbeflächen und die Bereitstellung von Woh- nungen/Wohnplätzen für studenti sches Wohnen. Im Hinblick auf die Entwicklung sogenannter Smart-Home-Technologien liegt ein Fokus zude m auf der Ausstattung von Wohnraum mit moder- nen Technologielösungen, soweit wirtschaftlich sinnvoll. Des Weiteren wird sich die bauverein AG künftig verstärkt der städtebaulichen Projektentwicklung widmen. Zu entwickelnde Flächen beziehungsweise Quartiere sind neben der Lincoln-Siedlung das Ludwigshöhviertel sowie weitere, noch im Besitz der Stadt befindliche Flächen, die es künftig für den Wohnungsbau zu erschließen gilt. Bei der Entwicklung dieser Flächen ist auf einen sozial nach- haltigen Wohnungsmix wie auch ei ne nachhaltige Infrastruktur, un ter Einbeziehung alternativer Mobilitätsangebote, zu achten. Dies gilt auch bei Quartieren, die nachverdichtet werden. Ziel ist es, Möglichkeiten für ein kostengünstiges und zügiges Bauen zu nutzen. Darüber hinaus wird es zu den künftigen Aufg aben des Unternehmens zählen, den sehr unter- schiedliche „Baualter“ umfassenden Bestand in einen zeitgemäßen Zustand zu versetzen und die Bestandsqualität sukzessive zu verbessern (strategisches Assetmanagement). Die bauverein AG wird das Klimaschutzkonzept der Stadt sozialverträglich umsetzen. Wichtige Bausteine sind hierbei Kooperationen mi t dem städtischen Energiedienstleister ENTEGA zur Sektorkopplung durch z.B. Mieterstrom, Contracting, Smart Metering oder E-Mobilität-Infrastruk- tur. Als moderner Immobiliendienstleister wird die ba uverein AG neue Produkte und Dienstleistungen für ihre Kund*innen entwickeln. Weitere Projekte zur Vernetzung der Nachbarschaft werden ange- stoßen und umgesetzt. Auch wird die bauverein AG ihre Kommunikation mit den Mieter*innen und das öffentliche Image weiter verbessern. Um die vielfältigen Aufgaben erfüllen zu könne n, wird die Ausschüttung auf 8 Mio. EUR für 2019 sowie 6 Mio. EUR in den Folgejahren begrenzt. 34 Stadtwirtschaftsstrategie 2025 Ergebniserwartung Abbildung 19: Ergebniserwartung an die bauverein AG 4.2.2 Erwartungen an den Eigenbetrieb Immobilienmanagement der Wissenschaftsstadt Darmstadt (IDA) Der Eigenbetrieb IDA ist für den Bau, die Sani erung und Bewirtschaftung der kommunalen Immo- bilien und Liegenschaften verantwortlich. Dies si nd insbesondere Gebäude von Schulen, sozialen Einrichtungen, Kultur- und Sporteinrichtungen, Ki nder- und Jugendeinrichtungen, Verwaltungsein- heiten, Feuerwehren sowie Grundstücke. Diese Gebäude prägen das Stadtbild und werden sachge- recht bewirtschaftet. IDA ist Dienstleister für die Wissenschaftsstadt Darmstadt. Dabei stehen Servicegedanken, Qualität und Sicherheit stets im Vordergrund. Zur Weiterentwicklung des Eigenbetriebs wird im Jahr 2020 ein Leitbild entwickelt, welches Aussa- gen zu − Kund*innenerwartungen − Beschäftigteninteressen − finanziellen Rahmenbedingungen − Umweltbedingungen − Umsetzung/Projektberichte mit Projektständen beinhaltet. Der Eigenbetrieb übernimmt die Bauherren- oder Projektsteuerungsfunktionen für die städtischen Hochbauinvestitionen, die nicht von der DSE begleitet werden. Große strategische Bauprojekte wer- den grundsätzlich von der DSE verantwortet. Dazu gehören z.B. Aufgaben des Neubaus, der Pla- nung, Vergabe und Ausführung von Sanierun gs-, Erweiterungs-, Modernisierungs- oder Stadtwirtschaftsstrategie 2025 35 Abrissmaßnahmen bis hin zur Flächenrekultivierun g. Das Grundstücksflächenmanagement wird in Abstimmung mit den städtischen Ämtern weiter entwickelt werden. Sinnvolle Kooperationsmög- lichkeiten sind zu nutzen. Der Eigenbetrieb führt unternehmerisch orientierte Entscheidungen durch. Das Immobilienmanagement der Wissenschaftsstadt Darmstadt folgt der Maßgabe, die Versorgung der städtischen Organisationseinheiten mit Gebä uden und zugehörigen Leistungen entsprechend des jeweiligen Bedarfs der Nutzer *innen, kund*innenorientiert unter Anrechnung der jeweiligen Vollkosten durchzuführen. Die Ziele sind, Kostentransparenz bei der Flächenbereitstellung und -be- wirtschaftung zu schaffen und den für die Erledi gung städtischer Aufgaben notwendigen Immobi- lienbestand wirtschaftlich zu optimieren, wertsich ernd zu entwickeln, die Betriebskosten zu mini- mieren und Synergien zu heben. Hierzu gehört insbesondere die Weiterentwicklung des Mieter*in- nen-Vermieter*innen-Modells. Mit dem Mieter*innen-Vermieter*innen-Modell hat der Eigenbetrieb IDA die Eigentümerrechte für die städtischen I mmobilien übernommen. Das bedeutet, IDA hat die Verantwortung für die − Bereitstellung − Substanzerhaltung − Instandhaltung − Bewirtschaftung − Kostenerfassung − Verkehrssicherungspflicht − Einhaltung des Wirtschaftsplans Vorteilhaft bei dem Mieter*innen- Vermieter*innen-Modell ist, dass alle flächenbezogenen Anfor- derungen direkt zwischen dem Eigenbetrieb und den Nutzerämtern wie in einem realen Mieter*in- nen-Vermieter*innen-Verhältnis geregelt werden können. Dadurch werden die Nutzer*innen von fachfremden Tätigkeiten (Gebäudereinigung, Hausmeister*innendienste etc.) entlastet und können sich auf ihre spezifischen Tätigkeiten konzentrieren. Im Sinne der Nachhaltigkeit wird das Energiem anagement durch IDA ausgebaut. Bei Vergabe von Leistungen werden sozial-ökologische Gesichtspunkte mitberücksichtigt. Zuschüsse der Wissenschaftsstadt Darmstadt sollen nicht mehr erforderlich werden. 36 Stadtwirtschaftsstrategie 2025 Ergebniserwartung Abbildung 20: Ergebniserwartung an den Eigenbetrieb IDA 4.2.3 Erwartungen an die Institut Wohnen und Umwelt GmbH (IWU) Die Wissenschaftsstadt Darmstadt erwartet von der Institut Wohnen und Umwelt GmbH (IWU) durch ihre grundlagen- und anwendungs orientierte Forschung und die daraus gewonnenen Ergebnisse einen Beitrag zur Positionierung von Darmstadt als Wissenschaftsstadt. Satzungsgemäß untersucht die Gesellschaft durch wissenschaftliche Forschung und Beratung in in- terdisziplinärer Zusammenarbeit die gegenwärtigen und zukünftigen Formen des Wohnens und un- terbreitet Forschungsergebnisse und Reformvorschläge für Politik, Stadtgesellschaft und Wirtschaft. Die Forschungsergebnisse werden sowohl in wissenschaftlichen Publikationen als auch durch Bei- träge für die interessierte Fach-Öffentlichkeit, d. h. unterschiedlichen Stakeholdern, einer Vielzahl von Menschen zugänglich gemacht. Der Wissenstran sfer und die Öffentlichkeitsarbeit wird durch inter- und transdisziplinäre Projektarbeit befördert. Die Ergebnisse und gewonnenen Erkenntnisse werden die Entscheidungsträger*innen dabei unter- stützen, auf eine nachhaltige Verbesserung der Lebensverhältnisse hinzuwirken. Weiteres Forschungsfeld ist die Minderung der Energieverbräuche und die effiziente, wirtschaftliche und sozialverträgliche Nutzung von Energie. Die Wirkung auf die innerstädtische Umwelt sowie die damit verbundenen Auswirkungen werden erforscht. Das IWU wird weiterhin richtungsw eisend für Innovationen in sein en Forschungsfeldern sein und das Profil durch besondere und anwendungsorientierte Arbeiten stärken. Das Forschungsprogramm wird satzungsgemäß von dem Institut erarbeitet und von dem Aufsichtsrat zur Kenntnis genommen. Das IWU arbeitet in nationalen und europäischen Förderprojekten. Die eigenen Kernkompetenzen werden durch stab ile Kooperationen mit Forschungspartner*innen ergänzt; hierzu gehören die Kooperationen mit der der TU Darmstadt und der Hochschule Darmstadt. Stadtwirtschaftsstrategie 2025 37 Das IWU wird durch das Land Hessen und die Wissenschaftsstadt Darmstadt gemeinsam finanziert. Hierbei wird die Miete i.H.v. rd. 245 TEUR durc h die Wissenschaftsstadt Darmstadt getragen. Die weiteren Verluste werden durch das Land Hessen gedeckt. Die Drittmittelprojekte erlauben die Be- arbeitung von aktuellen Forschungs- und Politikthemen. Eine Verstärkung wird angestrebt. Ergebniserwartung Abbildung 21: Ergebniserwartung an die Institut Wohnen und Umwelt GmbH 4.2.4 Erwartungen an die Wissenschafts- und Kongresszentrum Darmstadt GmbH & Co. KG Darmstadt ist als international anerkannter Stan dort von Universitäten, Wissenschafts- und For- schungseinrichtungen sowie Industriebetrieben schon seit vielen Jahrzehnten mit der Wissenschaft eng verbunden. Im Jahr 1997 wurde Darmstadt de r Titel Wissenschaftsstadt verliehen. Mit dem Wissenschafts- und Kongresszentrum (WKD) ist 200 7 ein Veranstaltungsort errichtet worden, der vor allem den innovativen Kräften aus Wissenschaft und Wirtschaft als Treffpunkt und Ort des Aus- tauschs dient. Als eines der modernsten Kongresszentren in Deutschland bietet es Veranstaltungsflächen für Kon- gresse, Messen, Seminare, kulturelle Veranstaltungen sowie eine bürgerschaftliche Nutzung. Auf einer Gesamtfläche von 18.000 m² ergeben si ch zahlreiche Möglichkeiten, die vielfältigen Räume für Veranstaltungen zu kombinieren und zu konfigurieren. Multifunktionalität ist eine der großen Stärken des WKD. Die insgesamt 26 vermie tbaren Räume werden national wie auch inter- national am Veranstaltungsmarkt platziert und damit die Wissenschaftsstadt Darmstadt gestärkt. Das WKD wird die inzwischen erreichte Technologieführerschaft weiter festigen. Mit der Nutzung von 100 % Ökostrom vermeidet das Kongresszentrum jährlich rund 1.500 Tonnen CO2 und leistet somit einen wichtigen Beit rag zum Klimaschutz. Das vorhandene 38 Stadtwirtschaftsstrategie 2025 Nachhaltigkeitskonzept des WKD, bestehend aus dem vielschichtigen Zusammenspiel architektoni- scher und technischer Maßnahmen, wird weiter konsequent umgesetzt. Dieses Konzept berücksich- tigt regenerative Energieträger wie Fotovoltaik, Erdwärme und Biomasse sowie die Nutzung von Regenwasser und Wärmerückgewinnu ng. Es wird weiterhin eine na chhaltige Positionierung des WKD erwartet. Das WKD bündelt in Abstimmung mit seiner Tochtergesellschaft, der Centralstation Veranstaltungs- GmbH, das städtische Portfolio an Veranstaltungsst ätten. Hierbei wird angestrebt, die Auslastung insbesondere der fünf städtisc hen Bürgerhäuser (Orangerie, Ju stus-Liebig-Haus, Bürgermeister- Pohl-Haus, Ernst-Ludwig-Saal und Zum Goldnen Löwen) zu intensivie ren. Gleichzeitig werden die bestehenden Kostenstrukturen überprüft und optimiert. Durch die Übertragung der fünf Bürgerhäu- ser wird eine zentrale Buchungsplattform mit einheitlichen Schnittstellen verwendet. Das WKD wird von seiner Ertragskraft so aufgestellt sein, dass mindestens ein ausgeglichenes ope- ratives Ergebnis erwirtschaftet wird. Der Zuschussbedarf, begrenzt auf Zins und Tilgung, für das WKD entwickelt sich in den nächsten Jahren weiter rückläufig. Für das Jahr 2020 ist ein monetärer Zu- schuss von 3,075 Mio. EUR angedacht. Dieser wird in den kommenden Jahren sukzessive weiter reduziert, ohne hierbei die Investitionsspielräu me für Reparaturen sowie Ersatz- und Neuanschaf- fungen zu beeinträchtigen. Ergebniserwartung Abbildung 22: Ergebniserwartung an die die Wissenschafts- und Kongresszentrum Darmstadt GmbH & Co. KG Stadtwirtschaftsstrategie 2025 39 4.2.5 Erwartungen an die Darmstädter Stadtentwicklungs GmbH & Co. KG (DSE) Die Stadtverordnetenversammlung der Wissenschaftsstadt Darmstadt hat am 30.08.2018 die Neu- ausrichtung der Darmstädter Stadtentwicklungs GmbH & Co. KG (DSE) und gleichzeitig die Übertra- gung des Projektmanagements der baulichen Großprojekte auf die DSE beschlossen. Die DSE reali- siert die komplexen Bauprojekte der Wissenschaft sstadt Darmstadt durch ein professionelles Pro- jektmanagement. Sie tritt hierbei als Dienstleisterin für die Stadt auf. Sie steuert und leitet die Bauprojekte von der Entwicklung der Projektidee bis zur Übergabe an Eigentümer*in und Betrei- ber*in. Als 100%ige Tochter der Wissenschaftsstadt Darmst adt übernimmt die DSE möglichst umfängliche Bauherrenaufgaben von den Fachämtern und Eige nbetrieben der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Von den kommunalen Bauaufgaben managt die DSE in 2019 z.B. das Berufsschulzentrum Nord, das Nordbad, Schule und Kindertagesstätte auf Lincoln, Heinrich-Hoffmann-Schule und Kita und steuert die Sanierung des Ausstellungsgebäudes und der städtischen Künstlerhäuser auf der Mathildenhöhe sowie den Neubau des Besucher*innenzentrums an gleicher Stelle. Das Volumen dieser in Bau oder Planung befindlichen Projekte umfasst ca. 280 Mio. EUR. Die DSE entwickelt Flächen und Bauten für die Berufsfeuerwehr und Freiwilligen Feuerwehre n und bezieht hierbei die Kooperationsmöglich- keit mit dem Landkreis für eine gemeinsame Leitst elle mit ein. Bis 2025 wird die Grundschule im neuen Ludwigshöhviertel durch die DSE realisiert. Damit sind aktuell Projekte für mehr als 100 Mio. EUR in der Entwicklungsphase. Die dabei entstehenden Gebäude werden das Stadtbild oder das zugehörige Quartier entscheidend prägen. Es sind Stadtbausteine von hoher gestalterischer und identitätsstiftender Qualität zu reali- sieren, die dennoch wirtschaftlich errichtet und betrieben werden können. Klimaneutrale Gebäude mit geringem spezifischem Nutzenergiebedarf un d die Versorgung mit erneuerbaren Energien kennzeichnen zukünftige Neubauten. Es gilt das Klimaschutzkonzept der Wissenschaftsstadt Darm- stadt. Die DSE berichtet transparent über die betreuten Projekte. Kommunale Projektentwicklung und die Optimierun g des städtischen Fläche nportfolios stehen in einem direkten Abhängigkeitsverhältnis. Die DSE berät die Wissenschaftsstadt Darmstadt zu ihrem Flächen- und Gebäudebestand, erwirbt gegebenenfalls für die Stadt Potenzialflächen und erschließt diese. Die DSE generiert durch Zusammenarbeit mit Dritten Synergien im Bereich Entwickeln, Finanzieren und Bauen. Die Gesellschaft erarbeitet Möglichkeiten von Sy nergien für die Verbesserung von Effizienz und Leistungsfähigkeit der internen Abläufe. Bis 2018 hatte die DSE negative Jahresergebnisse. Durch die Umstrukturierung und das Verlagern des Aufgabenbereichs wird für 2019 und die Folgejahre ein leicht positives Ergebnis im Bereich des Projektmanagements erwartet. Zuschüsse der Wissenschaftsstadt Darmstadt werden, über die Ab- geltung der Projektentwicklungskosten hinaus, für die Zukunft nicht erforderlich sein. 40 Stadtwirtschaftsstrategie 2025 Ergebniserwartung Abbildung 23: Ergebniserwartung an die DSE 4.2.6 Erwartungen an die Darmstädter Sportstätten GmbH & Co. KG (DSG) Sporthallen und -anlagen dienen im Rahmen de r kommunalen Daseinsvorsorge insbesondere den Bedürfnissen des Schul- und Vereinssports. Gleichzeitig sichern sie die freie und eigenverantwortli- che Tätigkeit der Sportorganisationen und ermögl ichen breiten Bevölkerungsschichten eine ihren Interessen und Fähigkeiten angemessene sportliche Betätigung. Die DSG unterhält und betreibt die von ihr verantworteten Sportanlagen. Zur Unterhaltung und Be- trieb der Sportanlagen zählen folgende Teilbereiche − Flächenbewirtschaftung (z.B. Belegung, Reinigung), − kaufmännische Bewirtschaftung (z.B. Verträge, Vermietungen), − technische Bewirtschaftung (z.B. Instandhaltung, Betriebsführung) Die Bewirtschaftung in den genannten Teilbereichen wird zu einer langfristigen Wert- und Nutzen- erhaltung führen. Die Sportanlagen werden - sofern bauartbedingt zulässig - für alternative Nutzungen zur Verfügung stehen. Schulen und Vereine wird die Möglichkei t gegeben, Wettkämpfe und sonstige Veranstal- tungen auszurichten. Die DSG erhebt Nutzungsentgelte, die einen an gemessenen Kostendeckungsbeitrag ermöglichen. Bei kommerziellen Veranstaltungen sind marktgerechte Preise zu erheben. Die Übertagung von weiteren Sportanlagen von IDA auf die DSG wird geprüft werden. Der Zuschussbedarf ist konstant zu halten. Stadtwirtschaftsstrategie 2025 41 Ergebniserwartung Abbildung 24: Ergebniserwartung an die DSG 42 Stadtwirtschaftsstrategie 2025 4.3 Geschäftsfeld Mobilität Schwerpunkt Das Geschäftsfeld Mobilität wird schwerpunktmäßig durch den integr ierten Mobilitätsdienstleister HEAG mobilo GmbH (HEAG mobilo) mit seinen Tochterunternehmen sowie durch die Darmstadt- Dieburger Nahverkehrsorganisation (DADINA) repräsentiert. Hinzu kommen Beteiligungen der Wis- senschaftsstadt Darmstadt am Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) und an der IVM GmbH. Die Strukturen und Aufgaben des regionalen ÖPNV stellen sich wie folgt dar: Abbildung 25: Strukturen des ÖPNV in Hessen Erwartungen an das Geschäftsfeld Mobilität Die Unternehmen des Geschäftsfelds leisten einen wichtigen Beitrag zur Daseinsvorsorge durch die Bereitstellung einer angemessenen ÖPNV-Infrastruktur. Der Ausbau des ÖPNV-Anteils am Gesamtverkehr wird angestrebt, um weiterhin einen wesentli- chen Beitrag für einen nachhaltigen und klimafreundlichen Verkehr zu gewährleisten. Die Fahrgäste sollen die ÖPNV-Infrastruktur gerne und intensiv nutzen. Mit einem klimafreundlichen ÖPNV wird die Verk ehrswende unterstützt und ein wichtiger Beitrag zur Luftreinhaltung geleistet werden. Die Unternehmen sind angehalten, alle Ziele und Maßnahmen aus dem Luftreinhalteplan aktiv zu unterstützen und umzusetzen. Generell wird ein verlässlicher ÖPNV angestrebt , welcher durch Pünktlichkeit überzeugt. Durch schnelle Verbindungen werden Alternativen zum Individualverkehr geschaffen. Ein leistungsstarker ÖPNV sichert auch kommunale Arbeitsplätz e in der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Die Stadtwirtschaftsstrategie 2025 43 Unternehmen des Geschäftsfelds prüfen in eine m gemeinsamen Projekt, wie die wirtschaftliche Lage des ÖPNV aus Sicht der Wissenschaftsstadt Darmstadt verbessert werden kann. Die Verkehrsträgerleistungen Straßenbahn und Bus sind gemäß Nahverkehrsplan und dessen Fort- entwicklung durch die HEAG mobilo bzw. deren To chterunternehmen zu erbringen. Genauere ver- tragliche Vereinbarungen zwischen den Aufgabenträgern und der HEAG mobilo zur Leistungserbrin- gung im Straßenbahnbereich werden angestreb t. Zur Entscheidungsunterstützung und Erhöhung der Transparenz müssen Nahverkehrsp läne zwingend finanziell quan tifiziert sein. Ebenso werden das regionale Mobilitäts- und Verkehrskonzept sowie das kommunale Mobilitätsmanagement wei- terentwickelt. Kurzfristig ist die Erweiterung der Straßenbahn in die Region zu prüfen bzw. die Schaffung der Vo- raussetzungen für ein solches Vorhaben. Es wird eine klare Schnittstellenabgrenzung zw ischen der Wissenschaftsstadt Darmstadt, HEAG mobilo und DADINA angestrebt. Es ist zu prüf en, ob durch eine einheitliche Zuordnung der Aufgabenträgerfunktion (auch für die Stadtverkehre) Synergieeffekte erzielt und Doppelstrukturen vermieden bzw. – soweit möglic h – abgebaut werden können. Mögliche Einsparungen durch Auflösung von Doppelstrukturen sind zu realisieren. Neben der Weiterentwicklung des ÖPNV wird die In termodalität weiter gestärkt werden. Hierzu zählen Angebote wie die Weiterentwicklung der HEAG mobilo-App mit Zahlungsfunktion, On- demand-Verkehre, die Stärkung von Carsharing- Angeboten und eine neue App für intermodale Mobilitätsangebote. Zur Stärkung des ÖPNV wird die Erhöhung der Zuscheidung der Fahrgeldeinnahmen aus dem RMV- Einnahmeaufteilungsverfahren angestrebt. Es werden weiterhin Fördermittel für die Wissenschaftsstadt Darmstadt, z.B. von Land, Bund und EU für den Ausbau des ÖPNV genutzt. 4.3.1 Erwartungen an die HEAG mobilo GmbH Die HEAG mobilo ist der integrierte Mobilitätsdienstleister für die Wissenschaftsstadt Darmstadt und die Region. Die Kund*innen profitieren von den an gebotenen Produkten Infrastruktur, Nahverkehr Straßenbahn, Nahverkehr Bus, Verkehrsmanagement sowie dem Vertrieb von Tickets. Die Leistungserstellung erfolgt in einer guten Qua lität und zu den Kosten eines gut geführten Un- ternehmens4. Bei Neubeschaffungen von Bussen und Straßenbahnen werden WLAN-Lösungen integriert sein. Als integrierter Mobilitätsdienstleister sind die Verkehrsleistungen Straßenbahn und Bus gemäß Nahverkehrsplan durch die HEAG mobilo zu erbr ingen. Der Dienstleistungsauftrag der Wissen- schaftsstadt Darmstadt zur Leistu ngserbringung im Straßenbahnber eich ist von der HEAG mobilo 4 Der EuGH stellte im Urteil Altmark Trans vom 24. Juli 2003 (Rs C-280/00) einen Maßstab für beihilfefreie ausgleichsfähige Kosten im ÖPNV auf. Der Maßstab sind die Kosten, die ein durchschnittliches, gut geführtes Unternehmen, das so angemessen mit Transportmitteln ausgestattet ist, dass es den gestellten gemein- wirtschaftlichen Anforderungen genügen kann, bei der Erfüllung der betreffenden Verpflichtungen hätte. Entsprechende Erlöse sind zu berücksichtigen. Die Leistungserstellung erfolgt in gleichbleibend kompetenter und bester Qualität für die Fahrgäste und zu Kosten eines gut geführten Unternehmens. 44 Stadtwirtschaftsstrategie 2025 umzusetzen. Die in der Zuständigkeit der Aufgab enträger liegenden Verkehrsleistungen der HEAG mobiBus GmbH & Co. KG (HEAG mobiBus) sind gemäß dem abgeschlossenen Verkehrsvertrag zu erbringen. Die Straßenbahnkonzessionen werden durch eine Direktvergabe der Wissenschaftsstadt Darmstadt gesichert. Die HEAG mobilo wird ihren mehr als 50 Mio. Fahrgästen pro Jahr jeden Tag aufs Neue zeigen, wie wichtig ihr die Kund*innen sind. Sie arbeitet daher kontinuierlich an der Verbesserung der Kund*in- nenzufriedenheit. Zentrale Ziele für die HEAG mobilo sind angemessene Kosten (d.h. Erbringung der Leistungen min- destens wie bei vergleichbaren gut geführten Unternehmen), die Erhöhung der Kund*innenzahl sowie Verbesserungen in den Bereichen Pünktlichkeit, Sauberkeit und Freundlichkeit Mögliche Kooperationen zur Verbesserung dieser Ziele werden geprüft. Der Zuschussbedarf wird sich in den nächsten Jahr en konstant bzw. rückläufig entwickeln. Im Be- reich des Busbetriebs zwischen DADINA und HEAG mobilo wird der Zuschussbedarf durch den ab- geschlossenen Verkehrsvertrag reduziert. Ergebniserwartung Abbildung 26: Ergebniserwartung an die HEAG mobilo GmbH Stadtwirtschaftsstrategie 2025 45 4.3.2 Erwartungen an die Darmstadt-Dieburger Nahverkehrsorganisation (DADINA) Die DADINA als gemeinsamer Zweckverband der Wissenschaftsstadt Darmstadt und des Landkreises Darmstadt-Dieburg ist seit Jahren ein Beispiel für die gute interkommunale Zusammenarbeit auf regionaler Ebene. Die DADINA ist insbesondere auf der Fachebene die Schnittstelle für die Wissenschaftsstadt Darm- stadt und den Landkreis Darmstadt-Dieburg zum Rh ein-Main-Verkehrsverbund (RMV). In dieser Funktion führt sie auch das lokale Einnahmenaufteilungsverfahren durch und leitet die Einnahmen an die Verkehrsunternehmen weiter. In der Zukunft wird die Positionierung der Wissenschaftsstadt Darmstadt gegenüber dem RMV deutlich gestärkt werden müssen. Die weiteren Produkte der DADINA sind die Erstellung des Nahverkehrsplans, die Messung der Nah- verkehrsqualität, Marketing und Vertrieb, das Mobilitätsmanagement sowie das Management und die Vergabe von Verkehrsleistungen. Die DADINA wird weiterhin im Auftrag der Wissenschaftsstadt Darmstadt und des Landkreises einen ebenso attraktiven wie wirtschaftlich sinnvollen öffentlichen Nahverkehr organisieren. Sie koordiniert die Weiterentwicklung des Nahverke hrsplans. Ziel ist ein integriertes und abge- stimmtes Gesamtsystem von lokalen und regionalen Bahn-, Straßenbahn- und Buslinien sowie er- gänzenden Bedarfsverkehren. Es müssen strukturelle Änderungen aufgezeigt un d Kosten gesenkt werden. Sollten keine struktu- rellen Änderungen erfolgen, sind die Kosten der DADINA anderweitig signifikant zu senken. Die Umlage an die DADINA beinhaltet die Kosten für die Verwaltung und die beauftragten Leistun- gen der DADINA. Ergebniserwartung Abbildung 27: Ergebniserwartung an die DADINA 46 Stadtwirtschaftsstrategie 2025 4.4 Geschäftsfeld Gesundheit & Teilhabe Schwerpunkt Die Leistungen des Geschäftsfelds Gesundheit & Teilhabe werden schwerpunktmäßig von der Klinikum Darmstadt GmbH und ihren Beteilig ungen, dem Eigenbetrieb Werkstätten und Wohneinrichtungen sowie dem Zweckverband Gesundheitsamt erbracht. Erwartungen an das Geschäftsfeld Gesundheit & Teilhabe Lokal und regional sind verlässl iche und innovative Gesundheitsd ienstleistungen unverzichtbarer Bestandteil einer modernen Daseinsvorsorge. Auf der Basis eines steigenden Gesundheitsbewusstseins und dem medizinischen Fortschritt bildet das Geschäftsfeld umfangreiche Angebote der medizinischen Versorgung ab. Diese werden zukünf- tig erweitert. Für die künftige Ausgestaltung des Gesundheitssekt ors ist es wichtig, dass die Unternehmen des Geschäftsfelds die Erwartungen der Bürger*innen bezüglich Gesundheit, Prävention und medizini- scher Versorgungsleistungen erfragen und in ihrer Leistungserbringung berücksichtigen. Die Unternehmen im Geschäftsfeld leisten ihren Beitrag dazu, dass in einer älter werdenden Ge- sellschaft den Bürger*innen die Möglichkeit eröffnet wird, ihre körperliche und geistige Fitness zu erhalten oder zu verbessern. Dabei sind die Un ternehmen aufgefordert, Pr odukte und Dienstleis- tungen für ein individuelles Gesundheitsmanagement anzubieten, welche die Bedürfnisse der Men- schen möglichst gut befriedigen. Darüber hinaus werden, neben der klassischen Schulmedizin, komplementäre Behandlungsformen angeboten (z.B. Akkupunktur und Selbsthilfegruppen). Die Unternehmen des Geschäftsfelds erbringen An gebote, die sich zur Behandlung der modernen Zivilisationskrankheiten eignen. Die Unternehmen werden eine sektorenübergreifende Gesundheitsplattform schaffen, die den Bür- ger*innen eine Übersicht über die Gesundheitsd ienstleistungen der Wissenschaftsstadt Darmstadt und ihrer Unternehmen bietet. Diesbezüglich we rden verstärkt modern e Kommunikationstechno- logien genutzt. 4.4.1 Erwartungen an die Klinikum Darmstadt GmbH Die Klinikum Darmstadt GmbH ist das Krankenhaus der Maximalversorgung in Südhessen. Geschäftsführung und Führungskräfte des Kliniku ms werden gemeinsam mit allen Beschäftigten einheitliche Ziele für das Gesamtunternehmen verfolgen. Oberste Priorität ist hierbei die umfassende Ve rsorgung der Patient*innen auf hohem medizini- schem Niveau. Das Klinikum wird daran arbeiten, me dizinische Qualität und Ökonomie in Einklang zu bringen, denn dies ist eine wesentliche Vora ussetzung für das Verbleiben in kommunaler Trä- gerschaft. Stadtwirtschaftsstrategie 2025 47 Die Patient*innen stehen im Zentrum des Handelns. Ihre Sicherheit, ihr Wohl und ihre Zufriedenheit sind die höchsten Ziele des Klinikums. Eine dem Menschen zugewandte, respektvolle Grundhaltung gehört zum Selbstverständnis des Klinikums. Die Patient*innen werden aktiv in den Behandlungs- prozess eingebunden werden. Durch die enge Zusammenarbeit der 21 Fachkliniken und Institute, hervorragend qualifizierte Be- schäftigte und neueste medizinische Technik werden Diagnostik, Therapie und Hygiene auf hohem Niveau garantiert. Das Klinikum le gt Wert auf eine hohe fachliche und menschliche Qualifikation sowie auf eine ausgeprägte Leistungsbereitschaft als Grundlage für die Qualität der Arbeit. Die Be- schäftigten werden berufsgruppenübergreifend und interdisziplinär tätig sein. Auch vor und nach dem stationären Aufenthalt stehen den Patient*innen Beratungs- und Schu- lungsangebote zur Verfügung. Das Klinikum versteht sich als Dienstleister und verinnerlicht, dass die Zufriedenheit der Patient*in- nen heute und in Zukunft der entscheidende Erfolgsfaktor ist. Besondere Bedeutung für das Klinikum hat die ko llegiale und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Ärzt*innen im niedergelassenen Bereich und mit anderen Partner*innen im Gesundheitswesen haben. Diese sektorenübergreifende Vernetzung fö rdert die optimale Beha ndlung der Patient*in- nen. Das Klinikum geht verantwortlich mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen um und handelt nachhaltig wirtschaftlich, um so die Zukunftsfähigkeit des Klinikums zu sichern. Qualität, Ökonomie und Ökologie werden nicht als Gegensätze, sond ern als miteinander zu vereinbarende Herausfor- derungen verstanden. Der Businessplan ist die Leitlinie des Handelns des Klinikums in den nächsten Jahren. Ergebniserwartung Abbildung 28: Ergebniserwartung an die Klinikum Darmstadt GmbH 48 Stadtwirtschaftsstrategie 2025 4.4.2 Erwartungen an den Eigenbetrieb Darmstädter Werkstätten und Wohneinrichtungen Der Eigenbetrieb Darmstädter Werkstätten und Wohneinrichtungen wurde im Jahr 1968 gegründet. Er unterstützt und fördert Menschen mit besonder en Bedürfnissen und verfolgt einen ganzheitli- chen Ansatz, der von Respekt, Toleranz und Professionalität geprägt ist. Die Darmstädter Werkstätten und Wohneinrichtungen sind ein wichtiges Bi ndeglied im Netz der Versorgung von Menschen mit besonderen Bedürf nissen in Darmstadt und der Region. Die dafür notwendigen Angebote und Kompetenzen werden ge stärkt. Dabei ist der Eigenbetrieb in die Um- setzung des Aktionsplanes der Wissenschaftsstad t Darmstadt zur Umsetzung der UN-Behinderten- rechtskonvention „Auf dem Weg zur inklusiven Stadt“ eingebunden. Als Stätte der beruflichen und sozialen Wiedereingliederung hilft er Menschen mit Behinderung bei der Teilhabe am Arbeitsleben und unterstützt sie bei der Bewältigung des Lebensalltags. Das integrative Konzept der Zusammenarbeit von Werkstätten mit ihren Arbeitsbereichen, den Be- rufsbildungsbereichen, der Tagesförderstätte und den Wohneinrichtungen zeichnet den Eigenbe- trieb aus und wird zum Vorteil der Menschen ausgeb aut. Ziel ist dabei stets die Integration in den ersten Arbeitsmarkt und die Integration in den So zialraum. Der Eigenbetrieb arbeitet mit externen Partner*innen in Projekten und Kooperationen an der Förderung einer inklusiven Stadtgesellschaft. Der Eigenbetrieb begleitet Menschen, um ihnen ein selbstbestimmtes und eigenverantwortlich ge- führtes Leben zu ermöglichen. Er orientiert sich an den spezifischen Bedürfnissen und Wünschen zur individuellen Lebensgestaltung der Beschäftigten bzw. der Bewohner*innen sowie den jeweils vorhandenen Kompetenzen und schafft die Möglichkeiten zu deren Weiterentwicklung. Die Darmstädter Werkstätten und Wohneinrichtungen bieten hierzu ein hohes Maß an Betreuungs- qualität an und schaffen die Voraussetzung für eine kontinuierliche Weiterentwicklung seiner Qua- litätsstandards. Dezentralisierungsmaßnahmen fü hren zu einem höheren Zuschussbedarf in den nächsten Jahren. Ergebniserwartung Abbildung 29: Ergebniserwartung an den Eigenbetrieb Darmstädter Werkstätten und Wohneinrichtungen Stadtwirtschaftsstrategie 2025 49 4.4.3 Erwartungen an den Verwaltungsverband für das Gesundheitsamt der Stadt Darmstadt und des Landkreises Darmstadt-Dieburg Bei dem Gesundheitsamt der Wissenschaftsstadt Darmstadt und des Landkreises Darmstadt-Dieburg handelt es sich um einen eigenständigen Zweckverband, dessen Gewährsträger die Wissenschafts- stadt Darmstadt und der Landkreis Darmstadt-Dieburg sind. Schwerpunkte des Gesundheitsamts sind die gesetzlichen Pflichtaufgaben wie z.B. Schuleingangs- untersuchungen, die Belehrungen über den Umga ng mit Lebensmitteln, die Bekämpfung anste- ckender Krankheiten, die Überwachung der Trinkwasserqualität und die Hilfen für psychisch kranke Menschen. Zu den weiteren Angeboten des Gesundheitsamts zählen die Amtsärztliche Sprechstunde mit Er- nährungs- und Impfberatung, die Beratungsdienste des Sozialpsychiatrischen Dienstes, die Tuber- kulose-Sprechstunde, die HIV-Beratung und die medizinische Beratung der Sexarbeiter*innen. Es wird geprüft, welche weiteren Aufgaben de r Gesundheitsförderung und welche Leistungsange- bote das Gesundheitsamt für die Bevölkerung anbieten kann. Dazu wird es über Möglichkeiten der Gesundheitsvorsorge beraten und informieren und nicht nur bei körperlichen, sondern auch bei seelischen und sozialen Problemen helfen. Die freiwillige Leistung, wie z.B. Schuluntersuchungen in den vierten Klassen, werden im heutigen Umfang beibehalten, um so präventiv tätig zu sein und Gefahrenpotenziale zu erkennen. Dabei wird es eine enge Abstimmung mit den zuständigen Jugendämtern geben, außerdem werden Kin- der- und Jugendpsychiatrische Sprechstunden angeboten. Mit dem vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration initiierten Projekt „KiSS“, wurde ein KinderSprachScreening entwickelt, mit- tels dem bereits im frühen Vorschulalter Sprachdefizite bei Kindern entdeckt und eine logopädische Behandlung bereits frühzeitig angestoßen werden kann. Dies wird ausgeweitet. Im Zusammenhang mit der Arbeitsgemeinschaft „MRE-Netzwerk Südhessen“ der Gesundheitsämter Darmstadt, Erbach, Groß-Gerau und Heppenheim wi rd die Information der Bevölkerung über MRE (MultiResistente Erreger) ausgeweitet. Weitere Potenziale der Zusammena rbeit der Gesundheits- ämter werden untersucht und gefördert. Das Gesundheitsamt wird in lokalen und überregionalen Netzwerken, z.B. in dem Projekt „Kommu- nale Gesundheitsinitiativen interkulturell“ und auf der Plattform der Bund eszentrale für gesund- heitliche Aufklärung, aktiv sein. Ziel ist, „die Menschen zu befähigen, größeren Einfluss auf die Erhaltung und die Verbesserung ihrer Gesundheit zu nehmen“ (Ottawa-Charta der WHO). Dies betrifft sowohl die eigene Gesundheit als auch die Gesundheitspolitik vor Ort. Da Erkrankung srisiken mit niedrigem sozialem Status und ge- ringerem Ausbildungstand steigen, wird geprüft, ob Einzelprojekte zur Primärprävention insbeson- dere zu den Schwerpunkten Familie, Kinder und Gesundheit, Migration und Gesundheit sowie die Schaffung von vernetzenden Gesundheitsstrukturen in Stadtteilen entwickelt werden. Das Gesundheitsamt wird initiieren, dass die Hosp iz- und Palliativarbeit der einzelnen damit be- fassten Institutionen stärker untereinander vernet zt sind und eine abgestimmte Versorgungsland- schaft gestaltet wird. 50 Stadtwirtschaftsstrategie 2025 Ergebniserwartung Abbildung 30: Ergebniserwartung an das Gesundheitsamt Stadtwirtschaftsstrategie 2025 51 4.5 Geschäftsfeld Kultur & Freizeit Eine weltoffene, tolerante und innovative Gesellsc haft ist ohne die zahlreichen Impulse, die sie durch Kunst und Kultur erhält, nur schwer vorstellbar. Die kulturelle Vielfalt in unserem Land beruht nicht nur auf vielfältigem ehrenamtlichem und pr ivatwirtschaftlichem Engagement, sondern auch auf der Kunst- und Kulturförderung in gemein samer Verantwortung von Bund, Ländern und Kom- munen. Sie nehmen diese in ihrer jeweils eigenen Zuständigkeit wahr. Neben den Ländern (40,3 %) und dem Bund (14,8 %) tragen die Städte und Gemeinden mit knapp 45 % den größten Anteil an den Kulturausgaben der öffentlichen Hand in Hö he von insgesamt rund 10,4 Milliarden EUR. Diese Finanzierung eines vielfältigen kulturellen Angebots aus öffentlichen Mitteln ist ein Bekenntnis zum hohen Stellenwert der Kultur in unserer Gesellsch aft und dient nicht zuletzt auch dem Schutz der im Grundgesetz verbrieften Freiheit der Kuns t. Diese Freiheit der Kunst wurde zudem am 28.10.2018 in die Hessische Verfassung unter Art. 26e mit aufgenommen, wonach: „die Kultur den Schutz und die Förderung des Staates, der Geme inden und Gemeindeverbände genießt“. Dieses Staatsziel setzt folglich Richtlinien für politisc hes Handeln und nimmt einen erhöhten Stellenwert im Rechtssystem ein. Da Hessen reich an kulturellem Erbe ist, verdient dieses Erbe einen besonde- ren rechtlichen Schutz. Die Bedeutung für die einzelnen Bürger*innen ist groß, denn Kultur stiftet gesellschaftliche Identität. Mit der Einführung eine s Staatsziels zum Schutz und zur Förderung der Kultur verpflichtet sich das Land Hessen noch stärker dem Schutz des ku lturellen Erbes und der Förderung seiner kulturellen Institutionen und Veranstaltungen. Schwerpunkt Die Leistungen des Geschäftsfelds Kultur & Frei zeit werden schwerpunktmäßig vom Eigenbetrieb Kulturinstitute der Wissenschaftsstadt Darmstadt, dem Eigenbetrieb Bäder, der Wissenschaftsstadt Darmstadt Marketing GmbH (Darmstadt Marketing) sowie der Centralstation Veranstaltungs-GmbH (Centralstation) erbracht. Erwartungen an das Geschäftsfeld Kultur & Freizeit Kultur und Freizeit sind für die Wissenschaftsstadt Darmstadt ein hohes Gut. Die Vielfalt an Kultur- und Freizeitangeboten ist weit überdurchschnittlic h im Vergleich zu anderen Großstädten und ein klarer Standort- und Wettbewerbsvorteil. Geme insam mit der Wissenschaftsstadt Darmstadt und den ansässigen Unternehmen, wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen sowie den verschiede- nen kulturellen Einrichtungen ist das Profil für Darmstadt als Wissenschaftsstadt weiter zu entwi- ckeln. Für die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Darmst adt sind die kulturelle Vielfalt und das breite Freizeitangebot von besonderer Bedeutung, da gut ausgebildete Fachkräfte sich nicht nur für ein Unternehmen entscheiden, sondern auch Faktoren wi e die Lebensqualität vor Ort in ihre Entschei- dung mit einbeziehen. Zum kulturellen Angebot der Wisse nschaftsstadt Darmstadt gehört u.a. das historische Ensemble Mathildenhöhe, das national und international bekannt ist und To urist*innen und Fachleute aus Deutschland und der Welt anzieh t. Mit der Bewerbung zur Aufnahm e in die UNESCO-Welterbeliste seit 2014 wurde die Attraktivität Darmstadts als Kulturstandort nochmals intensiviert. Die Erhaltung und Weiterentwicklung des Ensembles Mathildenhöhe wird eine zentrale Aufgabe bleiben. 52 Stadtwirtschaftsstrategie 2025 Neben dem Bau- und Parkbestand der ehemaligen Künstlerkolonie und den Ausstellungsaktivitäten des Instituts Mathildenhöhe werden dort die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung und ab 2020 das PEN-Zentrum erhalten und weiterentwickelt. Es ist eine Bündelung der kulturellen Stätten auf der Mathildenhöhe vorgesehen. Dazu dient u.a. auch der Neubau des Besucher*innenzentrums. Die Akademie für Tonkunst in Darmstadt ist eine der ältesten Musik-Ausbildungsstätten in Deutsch- land und wird ausgebaut werden. Die Berufsakademie wird mit neuen Kooperationen gestärkt. Mit der Weiterentwicklung der Musikschule wird insbes ondere eine Öffnung für benachteiligte Kinder erreicht. Die Volkshochschule (VHS) ist ein Instrument der Bildung und Weiterbildung. Sie und die Stadtbib- liothek ergänzen das kulturelle Angebot der Wissenschaftsstadt Darmstadt und bieten der Darmstädter Bürgerschaft ein breites Fortbildungs- und Literaturangebot. Die VHS wird das Kursan- gebot in den Bereichen Gesellschaft, Kultur, Beruf, Sprachen und Gesundheit ausweiten. Die Stadt- bibliothek wird ihr Onlineangebot ausbauen. Für beide Einrichtungen ist es angestrebt, sie in eigen- ständige Einheiten der Stadt zu überführen. Der Ruf der Centralstation als musikalische und literarische Kulturinstitution ist weit über Stadtgren- zen hinaus bekannt. Woche für Woche gastieren be deutende Künstler*innen aller Genres in der Darmstädter Centralstation. Das Internationale Musikinstitut, das Jazz-Institut, die Freie Theaterszene in ihrer Spielstätte Georg- Moller-Haus, das Literaturhaus mit seinen zahlreichen Kultureinrichtungen, der Darmstädter Kunst- verein mit seiner Kunsthalle, das Hessische Landesmuseum und das Hessische Staatstheater leisten ebenfalls wichtige kulturelle Beiträge und werden erhalten. Auch werden private kulturelle Einrichtungen wi e z.B. die Bessunger Knabenschule, das Hoff-Art Theater und die Künstlerhäuser in ihrer Arbeit weiter unterstützt. Es wird eine Atmosphäre geschaf- fen, so dass neue Angebote Dritter entstehen. In der Zukunft wird ein Kreativquartier „PaMo“ im Haus für Industriekultur unter Einbindung der lokalen Kulturszene aufgebaut. Ein strategisches Ziel ist, Institutionen, die zu r Kernmarke der Wissenschaftsstadt Darmstadt gehö- ren, zu halten bzw. nach Darmstadt zu verlager n. Hierzu zählen insbesondere das Designhaus und die Residenzfestspiele. Im Sinne der Tradition de s Gedenkens der Verfolgten des Nationalsozialis- mus wird ein Sinti und Roma-Museum neu errichtet werden. Die Freizeitangebote u.a. des Vivariums sowie die Darmstädter Märkte und Volksfeste werden noch stärker in Darmstadt und der Region beworben. Zum Erhalt des sportlich orientierten Freizeitwerts der Wissenschaftsstadt Darmstadt wird die vielse itige und ausgeprägte Bäderlandschaft in Darm- stadt erhalten bleiben und, soweit notwendig, er neuert werden. Dies gilt auch für alle anderen Immobilien der Stadt, die zur Sportnutzung vorgehalten werden. Darmstadt Marketing wird als Anbieterin des komm unalen Stadt- und Touristikmarketings die Un- ternehmen im Geschäftsfeld Kultur und Freizeit bei der Vermarktung ihrer Leistungen unterstützen. Im Besonderen wird die Gesellsc haft dafür Sorge tragen, dass Tren ds in der Kultur- und Freizeit- branche aktiv mitgestaltet werden. Die Unternehmen des Geschäftsfelds Kultur und Frei zeit werden ihre Leistungen weiterhin zu an- gemessenen Preisen anbieten. Zur Reduktion des Zuschussbedarfs werden weitere Einnahmemög- lichkeiten, im Besonderen durc h Spenden und Sponsoring, generi ert. Darüber hinaus wird durch den Ausbau von Leistungen und deren Qualität die Einnahmeseite gestärkt werden. Stadtwirtschaftsstrategie 2025 53 Zur Ausschöpfung von Synergien ist die Zusammenarbeit zwischen den Beteiligungen im Geschäfts- feld und darüber hinaus, wie z.B. mit dem Kulturamt sowie dem Kulturreferenten, zu intensivieren. 4.5.1 Erwartungen an den Eigenbetrieb Kulturinstitute der Wissenschaftsstadt Darmstadt Zur Erhaltung der kulturellen Vielfalt bei gleichze itiger Sicherung eines qu alitätsvollen Angebots bietet der Eigenbetrieb Kulturinstitute seine Leistungen zu angemessenen Preisen an. Der Eigenbe- trieb leistet weiterhin einen bedeutenden Beitrag für eine lebendige Kulturlandschaft in Darmstadt. In diesem Zuge wird die Übertragung von Aufgaben des Kulturamts an den Eigenbetrieb Kulturin- stitute geprüft. Damit wird die Verbesserung de r organisatorischen Verfahrensweisen, wie bei- spielsweise die klare Zuordnung von Verantwort ungsbereichen und Entscheidungskompetenzen, erreicht. In den nächsten fünf Jahren wird eine Neuorganisation der kommunalen kulturellen Einrichtungen mit einer damit einhergehenden neuen Aufgabenzu ordnung zur stringenten Führung geprüft. Zur Reduktion der Betriebsaufwendungen werden Kooperationen gefördert. Zur Weiterentwicklung der Kulturvermarktung wi rd die Zusammenarbeit mit Darmstadt Marketing ausgebaut. Ziel ist eine offensivere Vermarktung der kulturellen Vielfalt in Darmstadt. Der Eigenbetrieb Kulturinstitute überprüft die kulturellen Förderstrukturen, aktualisiert die seit 2013 in einer Verwaltungsvorschrift vorliegenden Förderrichtlinien und entwickelt diese weiter. Die Anerkennung des Ensembles Ma thildenhöhe als Welterbe wird für das Jahr 2020 angestrebt. Das Institut Mathildenhöhe hat hierfür bereits eine herausragende Leistung erbracht. Die Vermark- tung des Ensembles Mathildenhöhe wird weiter gestärkt. Der Eigenbetrieb Kulturinstitute der Wissenschaf tsstadt Darmstadt soll in den kommenden Jahren, ohne Berücksichtigung von Beteiligungserträgen (HEAG-Dividende) und Sondereffekten, ein Jahres- ergebnis von -10 Mio. EUR nicht unterschreiten. Ergebniserwartung Abbildung 31: Ergebniserwartung an den Eigenbetrieb Kulturinstitute 54 Stadtwirtschaftsstrategie 2025 4.5.2 Erwartungen an die Centralstation Veranstaltungs-GmbH Die Centralstation Veranstaltungs-GmbH bucht un d plant das vielschichtige Kulturprogramm der Centralstation und ist für deren Vermietung sowie für den Betrieb der fünf Darmstädter Bürgerhäu- ser (Justus-Liebig-Haus, Bürgermeister-Pohl-Hau s, Orangerie, Zum Goldnen Löwen und den Ernst- Ludwig-Saal) federführend verantwortlich. Aufgrund der Portfo lioerweiterung ist es zentral mög- lich, koordinativ den Buchungsmechanismus innerh alb der Stadtwirtschaft bezogen auf die insge- samt sieben Veranstaltungshäuser im gesamten Stadtgebiet aufe inander abzustimmen. Durch ein stadtteilübergreifendes Angebot zur Durchführung vo n privaten, kulturellen, vereinsbasierten und nicht zuletzt kommerziellen Veranstaltungen wird angestrebt, die jeweilige Auslastung der Bürger- häuser, aber auch der Centralstation und des WK D, auszuweiten. Zudem werden die bisherigen Kostenstrukturen strukturiert analysiert und syne rgetische Einspareffekte generiert, dies nicht zu- letzt durch gemeinsame Einkaufsstrategien und Prozessanpassungen. Die Wettbewerbssituation der Cent ralstation wird hierbei auf einem konstant hohen Niveau ver- bleiben. Hierbei steht die Centralstation für ein breit angelegtes Kulturprogramm, das mit Strategie und Bedacht geplant wird, um flexibel zu bleiben, sowie sich gesellschaftlichen Entwicklungen an- zupassen. Bedingt durch die Gemeinwohlaufgabe ist auch in den kommenden Jahren nur mit ausgeglichenen Ergebnissen zu rechnen, sofern die Kostensituatio n nicht weiter überproportional ansteigt und die Einnahmesituation nicht nur stabilisiert, sondern weiter ausgebaut werden kann. Die Centralstation ist darauf angewiesen, dass auch in Zukunft ein Ausgleichsbetrag von der Wissenschaftsstadt Darm- stadt in ausreichender Höhe zur Verfügung gestellt wird, um den Tagesbetrieb aufrecht zu erhalten. Bezüglich der Bürgerhäuser besteht ein unbefristeter Betriebsführungsvertrag. Dieser sieht vor, dass die unterjährigen Einnahmen mit den Ausgaben ve rrechnet werden. Zielsetzung hierbei ist, das Niveau der bisher benötigten Zuschusshöhe für di e fünf Bürgerhäuser signifikant zu reduzieren. Zudem gilt es, kontinuierlich den in den vergan genen Jahren aufgelaufenen Investitionsstau suk- zessive aufzulösen und damit mittelfristig die Attr aktivität der Bürgerhäuser wieder marktfähiger zu gestalten. Stadtwirtschaftsstrategie 2025 55 Ergebniserwartung Abbildung 32: Ergebniserwartung an die Centralstation Veranstaltungs-GmbH 4.5.3 Erwartungen an die Wissenschaftsstadt Darmstadt Marketing GmbH Die Wissenschaftsstadt Darmstadt Marketing GmbH (Darmstadt Marketing) entwickelt, implemen- tiert und koordiniert die lokale, regionale, nation ale und internationale Im age- und Profilbildung der Kultur- und Wissenschaftsstadt Darmstadt. Im Jahr 2018 wurden über 700.000 Übernachtungen – davon gut 30 % Anteil ausländischer Gäste – und rund 10,7 Mio. Tagestourist*innen ermittelt. Damit sind die Übernachtungen im Vergleich zu 2007 um rund 35 % gestiegen. Mit ca. 2.000 Stadt- und Erlebnisführungen im Jahr 2018 hat sich dere n Zahl im Vergleich zum Jahr 2007 nahezu ver- doppelt. In den Darmstädter Veranstaltungszentren finden jährlich über 7.000 Veranstaltungen mit über 600.000 Teilnehmer*innen statt. Seit der letzten Erhebung 2009 konnte die Anzahl der Veranstal- tungen um 25,6 % und die Anzahl der Teilnehmer*innen um 26,8 % gesteigert werden. Die Gesellschaft reagiert als Anbieter des kommu nalen Stadt- und Touristikmarketings auf diese Entwicklungen und bietet ihre Tätigkeiten zu angemessenen Preisen für Darmstadt und deren Be- sucher*innen an. Auch Trends in der Branche werden zeitnah aufgeg riffen, zum Beispiel mit digitalen Vermittlungs- angeboten wie Touren via Augmented Reality über die Mathildenhöhe und durch die ESOC (Euro- pean Space Operations Centre). Führungen für in ternationale Gäste durch die Stadt und die inter- nationalen Institutionen werden ausgeweitet. Die hohe Qualität wird beibehalten oder ausgebaut. Dabei unterstützen das aktuelle Tourismuskonze pt Mathildenhöhe und di e „Zwischenbilanz und Entwicklung des Stadtmarketings Darmstadt bis 2022“. Aufgrund dieser Analysen werden die tou- ristischen Angebote wie Führungen und Pauschalen kontinuierlich weiterentwickelt und die Auf- wertung und Serviceangebote der Events vorangebracht. 56 Stadtwirtschaftsstrategie 2025 Das Tourismus-Marketing als eine zentrale Aufgab e wird konsequent weiterentwickelt, dies auch vor dem Hintergrund des laufenden Antrags zum Welterbe. Gemeinsam mit allen Partner*innen wird zudem an der Zertifizierung zur nachhaltigen Destination gearbeitet. Im Bereich des Stadtmarketings wird die Wissensch aftsstadt Darmstadt regional und national ver- marktet. Die Steigerung der Attraktivität des Wochenmarktes und der verkaufsoffenen Sonntage sind wesentliche Bestandteile zum Erhalt einer innovativen und lebendig en Innenstadt. Darüber hinaus entwickelt Darmstadt Marketing gemeinsa m mit dem Handel Konzepte zur Unterstützung des lokalen Einzelhandels und zur Attraktivitätssteigerung der Innenstadt. Hierzu werden technische Möglichkeiten der Digitalisierung genutzt, so z.B. die Projekte „Digitales Schaufenster“ und „Darm- stadt im Herzen-App“. Neben der Neueinführung von Leistungsangeboten sind die vorhandenen auszubauen, um deren Attraktivität für die Kund*innen zu erhöhen. Im Rahmen bereits vorhan dener Angebote werden Ideen für mögliche neue Dienstleistungen generiert. Darüber hinaus wird auf neue Entwicklungen eing egangen. Dazu gehören das geplante Besucher- zentrum auf der Mathildenhöhe im Zuge der Welterbebewerbung und neue Tourismusangebote. Seit 2019 ist Darmstadt Marketing u.a. für den Be reich Messen und Märkte zuständig. Darmstadt Marketing unterstützt das Heinerfest, das Schlossg rabenfest sowie weitere kleinere Feste in den Stadtteilen und Quartieren. Die Messen werden ko nzeptionell überprüft und neu aufgestellt. Auch der Wochenmarkt wird gemeinsam mit den Mark tbeschicker*innen und den Darmstädter*innen- modifiziert und noch attraktiver gestaltet. Zur Steigerung der Attraktivität des Darmstädter Weihnachtsmarkts wird eine Befragung und Ana- lyse der Veranstaltung durchgeführt. Ziel ist die Entwicklung einer Strategie zur Integration des neu gestalteten Friedensplatzes und der Ausbau sowie die Verbesserung des Angebotes. Bestehende Kooperationen zu wissenschaftlichen Einrichtungen und branchenbezogenen Fachgrup- pen werden weiter ausgebaut. Insbesondere werden die unterschiedlichen Interessengruppen be- rücksichtigt und einbezogen. Es wird geprüft, ob weitere kommunale und regionale Kooperationen sowie Kooperationen mit Unternehmen der Stadtwir tschaft sinnvoll sind. Die bereits bestehende Zusammenarbeit mit den Unternehme n der Stadtwirtschaft und der Stadtverwaltung wird weiter intensiviert und durch den Ausbau des Bereiches Kommunikation und Medien gestärkt. Ziel ist, die Positionierung der Wissenschaftsstadt Darmstadt stark voranzutreiben. Stadtwirtschaftsstrategie 2025 57 Ergebniserwartung Abbildung 33: Ergebniserwartung an die Wissenschaftsstadt Darmstadt Marketing GmbH 4.5.4 Erwartungen an den Eigenbetrieb Bäder der Stadt Darmstadt Schwimmbäder stellen eines der wesentlichen Elemente kommunaler Daseinsvorsorge im Bereich des Sport-, Freizeit- und Gesundheitsangebots der Wissenschaftsstadt Darmstadt dar. Hierzu zählen neben dem Schwimmen als Freizeitaktivität auch die Aktivitäten in Schwimmvereinen, der Schul- schwimmunterricht sowie die zahlreichen zusätzlichen Angebote, die mit dem Bäderbetrieb in Ver- bindung stehen, wie beispielsweise Aquafitness und Sauna. Ein Ziel des Eigenbetriebs Bäder im Sinne der Dase insvorsorge ist, dass alle Kinder mit Abschluss der Grundschule schwimmen können. In diesem Sinne werden ausreichende Wasserflächen mit ausreichenden Schwimmzeiten vorgehalten. Der Eigenbetrieb betreibt die vorhandenen Bäderein- richtungen und erhält das vorliegende Angebotsspektrum für die Bevölkerung, Vereine und Schulen aufrecht. Die angebotene Qualität wird erhalten und weiter ausgebaut. Das Angebot an Zusatzleis- tungen (z.B. Aquafitness) wird, ggf. mithilfe privater Dritter, ausgebaut werden. Dazu wird ein Bä- derkonzept erarbeitet, dass zur Pr ofilbildung der einzelnen Bäder be iträgt und einen wirtschaftli- cheren Betrieb ermöglicht. Die einzelnen Bäder werden so gestärkt und positioniert, dass sie durch eine individuelle konzepti- onelle Ausrichtung unterschiedliche Zielgruppen ansprechen. Das neue Nordbad wird nach Fert igstellung 2021 einerseits als Schu l- und Vereinsbad die klassi- schen Aufgaben der kommunalen Da seinsvorsorge erfüllen, aber auch, in einem etwas größeren Umfang als das 2018 stillgelegte Bestandsbad, Ange bote für die Öffentlichkeit im Sinne eines Fa- milienbades bereitstellen. Nach der Wiedereröffnung des Nordbades ist das Trainingsbad zu schlie- ßen. 58 Stadtwirtschaftsstrategie 2025 Damit wird in der Bäderlandschaft Darmstadts eine Angebotslücke zwischen den bestehenden Sporthallenbädern und Freibädern mit ihrer über wiegend sportlichen Ausrichtung einerseits und dem Jugendstilbad mit dem Schwerpunkt Gesundheit und Wellness andererseits geschlossen. Modernisierungsbedarf besteht im Eberstädter Mühltalbad. Im Fokus steht die Modernisierung des Bades auch hinsichtlich des Einsatzes moderner, umweltfreundlicher Technologien mit dem Schwer- punkt als Familien- und Freizeitbad. Weiteres Ziel ist es, die Wirtschaftlichkeit des Eigenbetriebs zu verbessern. Dies bedeutet einerseits das Ausschöpfen der Einnahmepotenziale aus Eint rittsgeldern, Nutzungsentgelten und Kursgebüh- ren, andererseits die kostenbewusste Organisation der Betriebsabläufe unter besonderer Berück- sichtigung der Öffnungszeiten und Nutzungsfenster für unterschiedliche Nutzer*innen und Interes- sengruppen (z.B. Frauenschwimmen). Die Optimierung des Controllings ist ein Element des neuen Bäderkonzept. Parallel ist die Einführung eines Qualitätsmanagementsystems für Anforderungen an Hygiene und Sicherheit vorgesehen. Ein modernes Kassensystem wird zunächst im Nordbad in Betrieb genommen und im nächsten Schritt auf die weiteren Bäder übertragen. Dabei werden Möglichkeiten genutzt, die sich aus der Digitali- sierung (z.B. Apps) ergeben. Die Nutzung eines steuerlichen Querverbundes mit der ENTEGA wird bei bäderbezogenen Vorhaben geprüft. Eine wesentliche Rolle aus Sicht der Besucher*innen spielen gesundheitsorientierte Angebote. Ent- sprechend spezialisierte Angebote tragen auch zur Standortwerbun g und Tourismusförderung bei. Gesundheitsorientierte Angebote werden stärke r beworben. Kooperationen mit Unternehmen der Stadtwirtschaft – insbesondere zu gesundheitsbezogenen und lo kalen Angeboten – sind aufzu- bauen. Ergebniserwartung Abbildung 34: Ergebniserwartung an den Eigenbetrieb Bäder Stadtwirtschaftsstrategie 2025 59 4.6 Geschäftsfeld Digitalisierung & Telekommunikation Schwerpunkt Das Geschäftsfeld Digitalisierung & Telekommunika tion wird durch die ENTEGA Medianet GmbH (ENTEGA Medianet) und ihre Töchter, die COUNT+ CARE GmbH & Co. KG (COUNT+CARE) sowie die Digitalstadt Darmstadt GmbH repräsentiert. Erwartungen an das Geschäftsfeld Digitalisierung & Telekommunikation Das Geschäftsfeld umfasst alle Di enstleistungen rund um Hardware , Software, Telefonie, Internet und digitale Services. Der IT-Markt beschäftigt sich im Wesentlichen mit der Technik zur Verarbeitung von Informationen und Daten. Hier geht es um Computer, ihre Software, ihr Zubehör, ihre Einsatzgebiete und die damit verbundenen Dienst- und Beratungsleistungen. Das Thema der Digitalisierung wird eine der ze ntralen Herausforderung für die Unternehmen der Stadtwirtschaft und den Standort Darmstadt sein. Es wird viele Arbeits- und Lebensbereiche deutlich verändern. Der TK-Markt dreht sich um alles, was mit Tele fonieren und Datenübertragung über Kommunikati- onsnetze wie das Telefonnetz oder die Mobilfunknetze zu tun hat. Auch hier gibt es mit Endgeräten, Tarifen, Diensten, Anwendungsgebieten und unte rschiedlichen Service-Leistungen sehr unter- schiedliche Schwerpunkte. Zum Teil gelten für IT und TK dieselben technischen und marktorientierten Grundlagen. Andererseits unterscheiden sich diese Märkte allerdings auch in wesentlichen Aspekten. Die Unternehmen des Geschäftsfelds bauen ihre Wettbewerbsvorteile auf und aus. Dazu gehört unter anderem, das fachliche Know-how kontinuierlich auszubauen und zu festigen, um weiterhin einen stabilen und sicheren Betrieb für die Kund*innen zu gewährleisten. Darüber hinaus werden die Leistungen des Geschäftsfelds weiterhin möglichst vielen Unternehmen der Stadtwirtschaft zur Verfügung gestellt. Ziel ist es, im komm unalen Bereich zum präferierten Partner für IT- und TK-Leistungen aus einer Hand zu werden und so Kostenvo rteile für alle Gesell- schaften im Stadtkonzern zu schaffen. Die Leistungen des Geschäftsfelds kommen auch im Bereich der Kernverwaltung der Wissenschafts- stadt Darmstadt zum Einsatz, um möglichst viele Synergien nutzen zu können. Auch finden Themen wie eGovernment und eAkte im alltäglichen Einsatz verstärkt Anwendung. Kostenvorteile werden zum Nutzen aller Kund*inne n erzielt, indem – wo möglich – die Leistungen standardisiert werden. Dabei müssen die Leistungen vor allem in Hinblick auf Preis und Qualität für die Kund*innen transparent sein. Standardisierung umfasst gleichzeitig auch eine zielführende Sour- cing-Strategie; das heißt, es wird stets genau gepr üft, welche Leistungen selbst realisiert werden und welche Aufgaben nicht zu dem Kerngeschäft gehören und daher von spezialisierten Dienstleis- ter*innen übernommen werden können. Darüber hinaus werden sich die Gesellschaften aktiv mit den neuen Ansätzen aus der Digitalisierung auseinandersetzen. Hierzu gehört, die in Darmst adt vorhandene Infrastruktur des Glasfasernetzes und der Stadtmöblierung in Darmstadt beim Ausbau des 5G Mobilfunknetzes wie auch beim Ausbau des WLAN-Netzes zu nutzen. In diesem Zusammenhang kann auch im Fokus stehen, etwaige Lücken 60 Stadtwirtschaftsstrategie 2025 im lokalen Glasfasernetz zu schließen, um den Bürger*innen und auch dem Gewerbe schnelle und zukunftsfähige digitale Services anbieten zu können. Die Digitalstadt Darmstadt GmbH wird hier Treiber sein, wichtige Impulse setzen und neue Anwen- dungsmöglichkeiten für neue digitale Technologien (z.B. Künstliche Intelligenz) aufzeigen. Dabei richten sich die Leistungen des Geschäftsfelds immer an dem Leitmotiv „Kund*innennutzen“ aus. Dies bedingt, dass der Bedarf der Kund*innen verstanden wird und aktiv mit ihnen und für sie Lösungen entwickelt werden. Für Unternehmen jeder Branche und Größe bietet die Optimierung der Informations- und Telekom- munikationsprozesse ein enormes Potenzial zur Stei gerung von Effizienz, Effektivität und Wettbe- werbsfähigkeit. Dieser Optimierungsprozess wird durch eine angemessene, konsequente Ausrich- tung von Informations- und Telekommunikationst echnologie an den Erfordernissen der Geschäfts- abläufe erzielt und durch stetige Überprüfung langfristig gesichert. Dabei werden die Leitlinien des Ethik- und Technologiebeirats beachtet (vgl. 3.6 Ethische Leitplan- ken bei der Entwicklung Darmstadts zur Digitalstadt). 4.6.1 Erwartungen an die ENTEGA Medianet GmbH Aufgabe der ENTEGA Medianet ist die Bereitstel lung von Telekommunikationslösungen in Südhes- sen. Als Betreiberin von Glasfasernetzen in Darmstadt und der Region offeriert sie Daten-, Internet- und Sprachdienste für den Privat- und Businessber eich, Telefonanlagen jeder Größenordnung, so- wie ergänzende IT-Dienstleistungen für Geschä ftskund*innen – von Managed Services bis zu Hosting- und Rechenzentrumsdienstleistungen. Schnelle Bandbreiten und hohe Verfügbarkeit sind insbesondere für Geschäftskund*innen von essenzieller Bedeutung und haben daher hohe Priorität. Im Fokus des Aufgabengebiets steht derzeit der weit ere Ausbau der Infrastruktur. In erster Linie betrifft dies den Ausbau des Glasfasernetzes, um die Voraussetzungen für die Digitalisierung der Region zu und damit die Grundlage für neue Mobilfunktechnologien und Geschäftsmodelle zu schaf- fen. Für eine kosteneffiziente Umsetzung wird die ENTEGA Medianet in diesem Bereich analog der derzeitigen Kooperation mit der Deutschen Glas faser mit passenden Partnerunternehmen zusam- menarbeiten. Des Weiteren ist auch der Aufbau der Infrastruktur im Rahmen der Quartiersentwick- lung in Darmstadt in einer hohen Qualität zu gewährleisten. Gleiches gilt für den Betrieb und Ausbau des öffentlichen WLAN-Netzes in Darmstadt. In de r letzten Ausbaustufe wird das WLAN-Netz auch in allen Bussen und Straßenbahnen der HEAG mobilo angeboten und so für weitere Projekte (z.B. Informationsangebote von Stadt und Handel) genutzt. Darüber hinaus arbeitet die ENTEGA Medianet weiter daran, das bereits bestehende LoRaWAN-Netz auszubauen, das zukünftig die Grundlage für das Internet der Dinge darstellt. Stadtwirtschaftsstrategie 2025 61 Ergebniserwartung Abbildung 35: Ergebniserwartung an die ENTEGA Medianet GmbH 4.6.2 Erwartungen an die COUNT+CARE GmbH & Co. KG Die Energiebranche hat sich zu einem dynamischen Markt mit vielfältigen Chancen und Risiken für die verschiedenen Marktakteure entwickelt. Die COUNT+CARE begleitet als Energiemarktdienstleis- terin mit langjähriger Erfahrung in den Bereichen Zählen, Messen und Abrechnen sowie ausgepräg- tem Know-how hinsichtlich der zugrundeliegenden IT-Prozesse diesen Wandel. Sie bietet als Ener- giemarktdienstleisterin passgenauen Full-Servic e modular und aus einer Hand, individuell und gleichzeitig flexibel. Dazu gehört die Datenerfassung genauso wie ein Forderungsmanagement und unterstützende IT-Systeme. Dabei tritt sie als hoch effiziente „Shared-Services“-Dienstleisterin für geschäftskritische Kernaktivitäten auf. Darüber hina us bildet sie das Rückgrat der Digitalisierungs- maßnahmen im ENTEGA-Konzern. Die COUNT+CARE richtet ihr Service-Level anforder ungsgerecht aus, verschlankt Prozesse und har- monisiert bzw. standardisiert die IT-Infrastruktur. Zi el ist die effiziente Sicherstellung aller Dienst- leistungen. Die COUNT+CARE stellt qualitativ hoch wertige Produkte, Services und Lösungen bereit und setzt hierbei, ebenso wie bei Prozessen und im Management, auf hohe Qualität. Perspektivisch wird die COUNT+CARE das Abrechnungsgeschäft für durch die ENTEGA neu gewonnene Netzkonzes- sionen übernehmen. Sie wird Kooperationen gest alten mit dem Ziel, best mögliche IT-Ressourcen zu erschließen. 62 Stadtwirtschaftsstrategie 2025 Ergebniserwartung Abbildung 36: Ergebniserwartung an die COUNT+CARE GmbH & Co. KG 4.6.3 Erwartungen an die Digitalstadt Darmstadt GmbH Im Jahr 2017 wurde der Wissenschaftsstadt Darmstadt vom Branchenverband Bitkom der Titel „Di- gitalstadt“ verliehen. Damit ist die Zusicherung einer Vielzahl von innovativen Leistungen von Mit- gliedsunternehmen der Bitkom für die Stadtverwaltung und die Stadtwirtschaft verbunden. Die Di- gitalstadt Darmstadt GmbH übernimmt die zentrale Koordination mit den Beteiligten (Unternehmen der Bitkom, Wissenschaftsstadt Darmstadt, Land Hessen, Stadtwirtschaft, lokale Unternehmen und weitere). Sie wird über den Förderzeitraum weiter bestehen bleiben. Die zentralen Ziele und Maßnahmen der Digitalstadt Darmstadt gliedern sich in 14 Handlungsfelder (Mobilität, Energie, Umwelt, Verwaltung, Bildung, Kultur, Gesundheit, Gesellschaft, Sicherheit & Ka- tastrophenschutz, IT-Infrastruktur, Datenplattform, Industrie 4.0, Handel & Tourismus, Cybersicher- heit). In Summe sollen rd. 50 Einzelprojekte umge setzt werden, die in der detaillierten Strategie für die Digitalstadt Darmstadt hinterlegt sind (www.dabei.digitalstadt-darmstadt.de). Zur Sicherung und Ausbau des Wirtschafts- und Wissenschaftsstandorts ist eine moderne zukunfts- gerichtete Infrastruktur unumgänglich. Die Digita lstadt Darmstadt GmbH trägt für den Ausbau und Einführung neuer Technologien Sorge. So werden die Breitbandversorgung, WLAN und das LoRa- WAN konsequent ausgebaut. Nach einer Pilot- un d Testphase wird das 5G-Netz ebenfalls ausge- baut. Durch den Aufbau eines 5G-Testfelds wird die neue Mobilfunktechnologie im praxisnahen Einsatz erprobt und der Betrieb anderer Projekte unterstützt (z.B. teilautonome Straßenbahnen). Eine weitere zentrale Maßnahme ist der Aufbau einer zentralen, übergreifenden Datenplattform. Sie dient, unter Beachtung von Datensicherheit un d Vertraulichkeit, der Verknüpfung, Bündelung und Visualisierung von Informationen aus verschiedenen Projekten, die im Rahmen der Digitalstadt Strategie umgesetzt werden. Es wird die Erleichterung der Kommunikation zwischen Bürger*innen, Unternehmen und der Stadtverwaltung angestrebt. Stadtwirtschaftsstrategie 2025 63 Ergebniserwartung Abbildung 37: Ergebniserwartung an die Digitalstadt Darmstadt GmbH 64 Stadtwirtschaftsstrategie 2025 4.7 Geschäftsfeld Entsorgung & Abwasser Schwerpunkt Das Geschäftsfeld Entsorgung & Abwasser wird durch den städtischen Eigenbetrieb für kommunale Aufgaben und Dienstleistungen (EAD) und de ssen Tochtergesellschaften sowie durch den Zweckverband Abfallverwertung Südhessen (ZAS) ge prägt. Weitere Leistungen des Geschäftsfelds werden durch die Beteiligungsgesellschaften de r ENTEGA – Südwestdeutsche Rohrleitungsbau GmbH, MW-Mayer GmbH, Orgabo GmbH, OWAS Oden wälder Wasser- und Abwasser Service GmbH und durch die ENTEGA Abwasserreinigung GmbH & Co. KG – erbracht. Erwartungen an das Geschäftsfeld Entsorgung & Abwasser Die Unternehmen des Geschäftsfelds leisten einen wesentlichen Beitrag zur Daseinsvorsorge in Darmstadt. Sie bieten eine große Bandbreite vo n Umweltdienstleistungen, wie z.B. Müllverbren- nung und Klärschlammbeseitigung für Darmstadt und die Region an. Die Gesellschaften sorgen dafür, dass ihre Dienstleistungen weiterhin auf gleichbleibendem hohem Niveau angeboten werden – ob es um den Kanalbetrieb und damit verbunden um die umweltge- rechte Abwasser- und Klärschlammbeseitigung od er um die Abfallentsorgung und das Recycling von Wertstoffen bis hin zur thermischen Verwertung der Reststoffe geht. Die positiven Auswirkun- gen für die Region – von Investitionen über Steuern hin zu Abgaben sowie Löhnen und Gehältern – werden beibehalten. Die Region profitiert darüber hinaus auch von der Auftragsvergabe an lokale und regionale Zubringer. Soweit möglich, werden insbesondere regionale Anbieter als Vorlieferan- ten beauftragt. Die Unternehmen des Geschäftsfel ds unterstützen die Bürger*innen darin, verant- wortungsvoll mit den natürlichen Ressourcen umzugehen. Die Bundesrepublik hat die höchste Ab- fallquote pro Kopf innerhalb der EU, daher muss die konsequente Abfallvermeidung im Fokus ste- hen und durch geeignete kommunikative Maßnahmen unterstützt werden. Wertstoffe werden hier- bei im Sinne der Kreislaufwirtschaft genutzt und am Ende ihres Zyklus wieder in den Produktions- prozess zurückgeführt – beispielsweise durch die Verstromung von Wärmeenergie, die bei der Ver- brennung von nicht mehr recyclefähigen Abfallstoffen erzeugt werden kann. Damit leisten die Un- ternehmen ihren Beitrag dazu, den Anforderungen des Klima- und Umweltschutzes besser nachzu- kommen. Die Dienstleistungen erfüllen hierbei jeweils einen hohen Anspruch an ökonomischen, ökologischen und sozial nachhaltigen Kriterien. Deutschlandweit haben die Unternehmen der Entsorgungs- und Abwasserwirtschaft in der Vergan- genheit einen enormen Anteil an der Reduzierung der Treibhausgase geleistet und dazu beigetra- gen, dass Deutschland internationa l die höchsten Recyclingquoten erreicht. Die Einheiten des Ge- schäftsfelds werden die Ressourceneffizienz auch weiterhin verfolgen und vorantreiben. Eine der zentralen Stellschrauben in diesem Bereich stellt der Ausbau der getrennt en Wertstofferfassung dar. Darmstadt wird dabei eine Vorreiterrolle übernehmen. Dies zeigt sich bereits jetzt beispielhaft an der verbesserten Mülltrennung durch die Einführung der Wertstofftonne. In Zusammenarbeit mit lokalen und regionalen wi ssenschaftlichen Einrichtungen wird an der Um- setzung von Leuchtturmprojekten gearbeitet. Deren Signalwirkung wird u.a. dazu genutzt, das Profil der Wissenschaftsstadt Darmstadt als Wissenschaftsstadt und Technologiestandort zu schärfen, aber auch um die regionale Verbundenhe it zu stärken. Die hieraus resultierenden Netzwerkstrukturen werden genutzt, um die Entwicklungen der Ents orgungswirtschaft nicht nur mitzuverfolgen, son- dern auch entscheidend mit zu gestalten. Stadtwirtschaftsstrategie 2025 65 Die Gesellschaften des Geschäftsfelds werden weiterhin als Treiber von Wachstum und wirtschaft- licher sowie infrastruktureller Entwicklung. Dazu werden bestehende Ertragsquellen gesichert und neue erschlossen. Neben den klassischen Felder n der Entsorgungswirtschaft werden auch geeig- nete Querverbindungen zu den anderen Geschäftsfeldern genutzt. Die Unternehmen des Geschäftsfel des unterstützen aktiv wichtige Themen der Digitalstadt Darm- stadt. Hierzu werden u.a. der Bereich Smart Waste, insbesondere für Gewerbekund*innen, und pri- oritär Abfall-Unterflursysteme im öffentlichen Raum ausgebaut. Die Beteiligungsgesellschaften der ENTEGA – MW-Mayer GmbH sowie Orgabo GmbH – werden weiterhin Dienstleistungen im Bereich der Klärsc hlammbeseitigung erbringen. Die Kooperationen mit dem Eigenbetrieb für kommunale Aufgaben und Dienstleistungen (EAD) wird intensiviert. Die ENTEGA Abwasserreinigung GmbH & Co. KG ist für Darmstadt weiterhin langfristiger Partner für Abwasserreinigung und den Betrieb von Kläranlagen. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt ist für die Kreislaufwirtschaft verantwortlich. Ein wichtiges Ziel ist es, den lokal anfallenden Abfall zu vermindern, lokal einer Wiederverwertung zuzuführen bzw. den verbleibenden Rest lokal zu entsorgen. Die Erweiterung des Zentralklärwerks um eine vierte Reinigungsstufe wird ebenso geprüft, wie die Errichtung einer Mono-Klärschlammverbrennungsanlage (u.a. für das Ausfällen von Phosphor). Die vorhandene hohe Eigenerzeu gungsquote von Energie aus Abwä ssern wird beibehalten. Der Ausbau eines Angebots von Beratungsdienstleistun gen für Dritte zur Eigenerzeugung von Energie aus Abwässern wird geprüft. 4.7.1 Erwartungen an den Eigenbetrieb für kommunale Aufgaben und Dienstleistungen Darmstadt (EAD) Die künftige Entwicklung der gesamten Entsorgungsbranche wird maßgeblich durch die Gesetzge- bung beeinflusst. Innerhalb dieser Vorgaben wird der Eigenbetri eb als Anbieter der kommunalen Abfallentsorgung seine Tätigkeiten weiterhin zu angemessenen Konditionen und mit modernen Methoden für die Darmstädter Bürgerschaft erbringen. Die bislang vorgehaltene Qualität wird hier- bei weiterhin erhalten und noch weiter ausgebaut. Neben den rein hoheitlichen Betriebszweigen unte rhält der EAD auch Betr iebe gewerblicher Art (BgA). Für solche Engagements ist der Ergebnisbeitrag dieser Einheiten zu steigern. Bei langfristig absehbarer Unveränderlichkeit einer defizitären Ergebnissituation ist eine Abkehr von dem jeweili- gen Bereich zu erwägen. Der BgA Krematorium so wie der BgA Abfallwirtschaft und Reinigung lie- fern positive Ergebnisbeiträge. Im Gegensatz dazu wird eine Erweiterung der Produktpalette innerhalb des vorhandenen Leistungs- angebots angestrebt, wenn ein po sitiver Ergebnisbeitrag erwartet werden kann. Im Vordergrund steht hierbei die Entwicklung neuer Dienstleistungen. Des Weiteren werden die Vertriebsaktivitäten gesteigert. Zur Gewinnung neuer Kund*innen ist eine Beteiligung an Ausschreibungen zur Akquise von z.B. privaten Müllmengen erforderlich. Die gewonnen Neuaufträge bei Merck und GSI, dienen für die Positionierung am Markt als Referenzen. Die vorhandene sehr gute Bindung zur Darmstädte r Bürgerschaft wird beibehalten. Im Rahmen bereits vorhandener Tätigkeiten (z.B. Tag der o ffenen Tür) werden regelmäßige Befragungen von 66 Stadtwirtschaftsstrategie 2025 Kund*innen über die Leistungsqualität des EAD durchgeführt. Die Er gebnisse dienen zur Ableitung von Maßnahmen. Der EAD trägt dazu bei, dass Ab fälle vermieden werden und die Recyclingquote weiter ausgebaut wird (vgl. Kreislaufwirtschaftsgesetz). Zu diesen Themen wird die Interaktion zur Darmstädter Bürgerschaft erhöht werden. Die be stehenden Kooperationen mit wissenschaftlichen Einrichtungen und branchenbezogenen Fachgruppen werden weiter fortgeführt. Der EAD prüft, ob weitere Kooperationen mit Unternehmen der Ents orgungsbranche aus der Region sinnvoll sind. Darüber hinaus ist die Zusammenarbeit mit Unte rnehmen des Stadtkonzern s (insbesondere ZAS) und den Bereichen der Stadtverwaltung (z.B. Grünflächenamt) zu intensivieren Die Minimierung des anfallenden Restmülls in de r Wissenschaftsstadt Darmstadt ist ein zentrales Ziel für EAD. Im Bereich der Wiederverwertung wird die Recyclingquote verbessert. Zur Messung dieser Ziele berichtet der EAD Kennzahlen für Abfallvermeidung, Sortier- und Recyclingquote. Im Rahmen der Themen der Digitalstadt begleitet der EAD das Projekt „Smart Waste“ und setzt es um. Dabei werden die Großbehälter für Gewerbe- und Hausmüll mit Sensoren ausgestattet, um diese nur bei Bedarf abzuholen. Dies dient der Routenoptimierung der Entsorgungsfahrzeuge. Leer- fahrten können so vermieden werden, was die Reduktion von Lärm- und Umweltbelastung zur Folge hat. Um die Qualität des Essens, die tarifliche Bezahlung der Beschäftigten, die Einhaltung der Hygiene- vorschriften, die kindgerechte Speiseplangestaltung und eine gute Kooperation zwischen Schule, Jugendhilfeträger und Caterer sicherzustellen, wurde der Eigenbetrieb EAD bereits im Jahr 2015 mit dem Betrieb mehrerer Schulkantinen beauftragt. Der Versorgung mit gesundem Mittagessen durch den EAD an Schulen hat sich bewährt. Künftig wi rd der EAD der primäre Versorgungsdienstleister an allen Schulen und Kindertagesstätten sein. Bei dem Projekt Smart Home Technology für den Zoo Vivarium werden in einer Vielzahl von Gehe- gen, Aquarien und Terrarien Sensoren angebracht , die Tierpfleger*innen über eine App Werte wie Luftfeuchtigkeit und Temperatur übermitteln. Dies führt zu einer Arbeitserleichterung bei der Doku- mentation von Echtzeit-Informationen. Eine Gewinnerzielung der hoheitlichen Bereiche im Rahmen der gesetzlichen Normen/Grenzen so- wie eine Verbesserung des Ergebnisniveaus aus den gewerblichen Bereichen wird erwartet. Stadtwirtschaftsstrategie 2025 67 Ergebniserwartung Abbildung 38: Ergebniserwartung an den EAD 4.7.2 Erwartungen an den Zweckverband Abfallverwertung Südhessen (ZAS) Das Müllheizkraftwerk in Darmstadt wird durch die Mitglieder Wissenschaftsstadt Darmstadt, Land- kreis Darmstadt-Dieburg sowie Müllabfuhr Zweckverband Odenwald betrieben. Kooperationen lie- gen mit den Kreisen Groß-Gerau sowie Bergstraße vor. Der ZAS nimmt aus diesen genannten Ge- bieten Müllmengen entgegen, um diese thermisch zu verwerten. Der ZAS erfüllt hiermit, neben der unmittelbaren Daseinsvorsorge für Darmstadt, da rüber hinaus auch einen Versorgungsauftrag für die Region. Diese Aufgabe wird auch zukünftig durch den ZAS erbracht. Die bislang erbrachte Qua- lität wird erhalten und ausgebaut. Die Auslastung des ZAS wird beibehalten. Parallel dazu werden Ansätze identifiziert, die Verkehrs- belastung, die sich aus Mülltransporten ergibt, zu minimieren. Lösungsvorschläge werden mit allen Akteur*innen erarbeitet und umgesetzt. Ferner wird der ZAS gemeinsam mit seinen Partner*innen die Möglichkeiten für Zwischenlagerungen und für die Optimierung von Stoffströmen ausloten. Im Rahmen der üblichen Geschäftsentwicklung findet eine kontinuierliche Prüfung von möglichen Er- weiterungen der bestehenden Aufgabenfelder statt. Vor diesem Hintergrund wird die maßgebliche Herausforderung in der Sicherung der Auslastung des MHKW in Darmstadt liegen. Die betriebswirtschaftlichen Folgen für den ZAS aus einer Reduktion der Müllmengen und einem damit möglicherweise einhergehender Teil- bzw. Rückbau des Kraftwerks werden geprüft. 68 Stadtwirtschaftsstrategie 2025 Ergebniserwartung Abbildung 39: Ergebniserwartung an den ZAS Stadtwirtschaftsstrategie 2025 69 4.8 Geschäftsfeld Strategie, Finanzen & Innovationen Schwerpunkt Zu dem Geschäftsfeld Strategie, Finanzen & Innovationen gehören die HEAG Holding AG – Beteiligungsmanagement der Wi ssenschaftsstadt Darmstadt (H EAG), die Technologie- und Gründerzentrum Verwaltungs-GmbH (HUB 31) sowie die - und Kreis-Sparkasse Darmstadt (Sparkasse Darmstadt). Die dr ei Einheiten werden sich regelmäßig über gemeinsame Kooperationen und Verbundpotenziale abstim men. Dazu zählen z.B. die Förderung und Unterstützung von Gründer*innen und jung en Unternehmen, Versicherungen sowie Digitalisierungsprojekte. Die HEAG ist die Führungsgesellschaft des HEAG-K onzerns mit seinen sieben Tochterunternehmen ENTEGA AG, bauverein AG, HEAG mobilo GmbH, HEAG Kulturfreunde Darmstadt gGmbH, HEAG Versicherungsservice GmbH, HEAG book-n-drive Carsharing GmbH und System-tec Service GmbH. Darüber hinaus verantwortet die HEAG, in Abstim mung mit der Stadtwirtschaftskoordination, das Beteiligungsmanagement der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Das HUB 31 ist ein wichtiges Gründerzentrum in de r Rhein-Main-Neckar-Region. Es bietet jungen, innovativen Unternehmen die Möglichkeit der Vernetzung. Die Sparkasse Darmstadt ist erstmalig in die Stadtwirtschaftsstrategie einbezogen. Das Kreditinstitut erbringt im Rahmen des öffentlichen Zwecks die kreditwirtschaftliche Versorgung von Bürger*innen und Unternehmen mit einem zielgerichteten Produkt- und Dienstleistungsangebot. 4.8.1 Erwartungen an die HEAG Holding AG – Beteiligungsmanagement der Wissenschaftsstadt Darmstadt (HEAG) Die HEAG entwickelt gemeinsam mit der Stadtwir tschaftskoordination und den relevanten Unter- nehmen die Geschäftsfelder der Stadtwirtschaft strategisch weiter. Sie verzahnt Prozesse und rich- tet dabei alle Aktivitäten darauf aus, die Stadtrendite bzw. den Public Value zu steigern. Die Stadt- rendite umfasst dabei nicht nur monetäre Ziele, sondern auch den Nutzen für die Menschen in Darmstadt und der Region als Kund*innen der Stadtwirtschaft. Die HEAG realisiert dies im Auftrag der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Mit hohem Engagement ori- entiert sie sich stets an den Kund*innen, als Na chhaltigkeitskonzern leistet sie einen wichtigen Beitrag zur Daseinsvorsorge und zur Standortqualität. Sie bündelt weiterhin wirtschaftliches Poten- zial und vernetzt Unternehmen. Gemeinsam mit den Unternehmen der Stadtwirtschaft verfolgt sie das Ziel, eine zukunfts- und leistungsfähige Darmstädter Stadtwirtschaft zu gestalten. Damit betraut, kommunale Vorgaben in den Beteil igungen zu verankern, leitet und begleitet die HEAG zahlreiche Projekte aus der Stadtwirtschaftsst rategie. Hierzu zählen insbesondere auch Digi- talisierungsprojekte. Dies umfasst auch die Entwicklung von neuen Geschäftsmodellen. Die Kernaufgaben der HEAG sind dabei das Bete iligungsmanagement, die Betreuung städtischer Mandatsträger*innen in den Aufsichtsgremien so wie die Verbesserung der Transparenz. Darüber hinaus erarbeitet sie Stellungnahmen zu beteil igungsrelevanten Vorlagen für Magistrat und Stadt- verordnetenversammlung. 70 Stadtwirtschaftsstrategie 2025 Über Dokumentenmanagementsysteme ermöglicht die HEAG Verantwortlichen der Wissenschafts- stadt Darmstadt den Zugriff auf Informationen wie Satzungen, Geschäftsordnungen, Mitgliedschaf- ten in Aufsichtsgremien und Geschäftsleitungen der kommunalen Unternehmen. Die HEAG nimmt auch Querschnittsfunktionen wahr . Hierzu zählen u.a. das gemeinsam mit der Sparkasse angebotene Cash-Management für die Unternehmen der Stadtwirtschaft, Finanzbuchhal- tung, Personalabrechnung und weitere Dienstleistungen. Die HEAG bereitet gemeinsam mit der Kämmerei den Gesamtabschluss für die Wissenschaftsstadt Darmstadt vor. Die HEAG erstellt einmal jährlich den Beteiligungsbericht für die Wissenschaftsstadt Darmstadt. Der Beteiligungsbericht informiert über Unternehmen der Stadtwirtschaft, an denen die Stadt mittelbar oder unmittelbar mindestens 20 % der Anteile hält. Er gibt detailliert Auskunft über Anteilserwerbe, Veräußerungen und Neugründungen. In regelmäßigen Quartalsberichten informiert die HEAG den Magistrat der Wissenschaftsstadt Darm- stadt über die Entwicklung ausgewählter Beteiligun gen. Dabei wird über wirtschaftliche Lage und Risikolage der Beteiligungen berichtet. Der Magistrat erlangt so Ei nblick und kann auf dieser Basis frühzeitig auf die weitere Entwicklung der Unternehmen Einfluss nehmen. Auch der Darmstädter Beteiligungskodex erhöht die Transparenz in der Stadtwirtschaft. Er definiert unter anderem Standards für eine gute und vera ntwortungsvolle Unternehmensführung und -auf- sicht. Seit 2013 findet er bei den meisten städtischen Beteiligungen Anwendung. Die Entsprechens- erklärungen werden im Beteiligungsbericht aufgeführt. Als Beteiligungsmanagement hat die HEAG eine Vorbildfunktion, die si e konsequent wahrnimmt. Entsprechend setzt sich die HEAG auch für Nachhaltigkeit in der Stadtwirtschaft ein. Die HEAG wird weiterhin jährlich ein Stadtwirtsch aftsforum für die politisch Verantwortlichen aus Stadtverordnetenversammlung und Magistrat durchführen und aktuelle Projekte präsentieren. Das Ziel dieser regelmäßigen Veranstaltung ist die Förderung des gegenseitigen Austauschs zwischen Politik und Stadtwirtschaft sowie die Erhöhung der Transparenz. Alle zwei Jahre wird die HEAG weiterhin den Tag der Stadtwirtschaft durchführen, bei dem sich die Unternehmen der Stadtwirtschaft den Bürger*innen präsentieren. Die HEAG unterstützt – in Kooperation mit dem Amt für Wirtschaftsförderung der Wissenschaftsstadt Darmstadt und dem HUB 31 – Gründer*innen und stärkt die Gründungskultur in Darmstadt und der Region. Die HEAG setzt die 2018 begonnene Vereinsförderung fort. Stadtwirtschaftsstrategie 2025 71 Ergebniserwartung Abbildung 40: Ergebniserwartung an die HEAG 4.8.2 Erwartungen an die Technologie- und Gründerzentrum Verwaltungs-GmbH (HUB 31) Das HUB31 wurde im Dezember 2017 als gemeinsa mes Projekt der Wissenschaftsstadt Darmstadt und der Industrie- und Handelskammer Darmstadt Rhein-Main-Neckar (IHK) eröffnet. Die Erwartung der Wissenschaftsstadt Darmstadt – die sich mit de rjenigen der Mitgesellschafterin IHK deckt – an das HUB31 zielt darauf ab, lokale und regionale Unternehmensgründungen durch ein umfassendes Miet- und Leistungsangebot anzure gen und zu unterstützen. Ein Fokus liegt hierbei auf technolo- gieorientierten Gründungen und damit der Nutzung der Potenziale, welche sich insbesondere aus den Hochschulen und weiteren Forschungseinrichtu ngen vor Ort für den Wirtschaftsstandort erge- ben. Dies beinhaltet auch die Erwartung, dass du rch die Arbeit des HUB31 neue Arbeitsplätze ge- schaffen werden. Darüber hinaus wird das HUB31 als Knotenpunkt innerhalb der regionalen Start-up-Szene fungieren und durch fachbezogene Events und Veranstaltun gen wie etwa Hackathons und Netzwerktreffen seine Funktion als Treffpunkt für Gründer*innen und am Gründungsgeschehen Interessierte stärken. Dazu wird das HUB31 eine professionelle Infrastruktur für technologiebasierte Start-ups und Wachs- tumsunternehmen bereitstellen, indem innerhalb eines Zentrums in der Hilpertstraße 31 unter- schiedliche Nutzungsmöglichkeiten und Mietmode lle zur Verfügung stehen. Die Kombination von Büro-, Coworking-, Labor-, Lager-, Werkstatt- und Produktionsflächen sichert dem HUB31 eine Al- leinstellung gegenüber anderen Angeboten in de r Metropolregion, die durch das Angebot einer engen Betreuung der Mieter*innen seitens IHK, st ädtischer Wirtschaftsförderung und HEAG noch verstärkt wird. Ziel ist es, dass die Mieter*innen als Multiplika toren für das Zentrum wirken und das HUB31 als Leuchtturmprojekt für die Metropolregion Frankfurt-Rhein-Main-Neckar verstanden wird. 72 Stadtwirtschaftsstrategie 2025 Im HUB31 sind auch zwei gemeinnützige Verein e untergebracht: der Makerspace Darmstadt e.V. betreibt u.a. eine handwerkliche Werkstatt. Der Lab³ e.V. stellt naturwissenschaftliche und techni- sche Labormöglichkeiten zur Verfügung. Das HUB 31 ist allgemein zugänglich und wirkt, z.B. mit Dritten, an Aus- und Weiterbildungsprojekten für am Arbeitsmarkt Benachteiligte mit. Ergebniserwartung Abbildung 41: Ergebniserwartung an die Technologie- und Gründerzentrum Verwaltungs-GmbH Herausgeberin Wissenschaftsstadt Darmstadt Luisenplatz 5a 64283 Darmstadt www.darmstadt.de HEAG Holding AG – Beteiligungsmanagement der Wissenschaftsstadt Darmstadt (HEAG) Im Carree 1 64283 Darmstadt www.heag.de
Beratungsverlauf (3)
Orte (6)
- Blütenallee
- Rodgaustraße
- Hilpertstraße 31
- Haardtring
- Luisenplatz 5a
- Im Carree 1
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Details
- Vorlagen-Nr.
- 2020/0134
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 18.05.2020
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00