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AN/0032/2025

Netto Null Versiegelung

Die Linke. Antrag nach § 3 14.01.2025

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Nächste Beratung: Ausschuss Klima, Umwelt und Grün, Sitzung am 12.06.2025, TOP 2.2

Linke Antrag nach § 3

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Linke Antrag nach § 3

9193 Zeichen

Die Linke.-Fraktion · Postfach 103564 · 50475 Köln  
 
Frau Oberbürgermeisterin  
Henriette Reker  
 
Vorsitzende des Ausschusses  
Klima, Umwelt und Grün  
Frau Denise Abé 
 
 
Rathaus, Spanischer Bau  
 50667 Köln 
Postanschrift:  
Postfach 103564 · 50475 Köln  
Tel: 0221/221 -27840 · Fax: 0221/221-27841  
E-mail: DieLinke@stadt-koeln.de 
Fraktionsvorstand  
 
 
Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 14.01.2025 
AN/0032/2025 
Antrag gem. § 3 der Geschäftsordnung des Rates 
Gremium Datum der Sitzung 
Ausschuss Klima, Umwelt und Grün 30.01.2025 
 
Netto Null Versiegelung 
Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,  
sehr geehrte Frau Ausschussvorsitzende,  
 
Die Linke Fraktion im Rat der Stadt Köln bittet Sie, den anhängenden Antrag auf die 
Tagesordnung der nächsten Sitzung des Ausschusses Klima, Umwelt und Grün am 30.01.2025 
zu setzen 
 
 
Beschluss: 
 
Der Ausschuss Klima, Umwelt und Grün beauftragt die Verwaltung: 
 
• jährlich den Versiegelungsgrad, die jeweilig neu hinzugekommene entsiegelte und neu 
hinzugekommene versiegelte Fläche (in m²) nach einzelnen Stadtteilen und in Summe 
aufzulisten und in geeigneter Weise öffentlich zu machen. Die Listen sollen im Laufe der Zeit 
mindestens jeweils die letzten 5 Jahre abbilden, 
 
• dass spätestens ab 2035 der „Flächenverbrauch“ endet und Köln in eine Flächen-
Kreislaufwirtschaft eintritt, die den Netto-Flächenverbrauch auf null m²/Tag beschränkt, die 
sogenannte Netto-Null-Versiegelung, 
 
• ein Konzept zu erarbeiten, um schrittweise und mit Zwischenzielen bis 2035 den Netto-
Flächenverbrauch auf null zu senken. 
 
• Industrie-, Gewerbe- und Wohnbrachflächen in ein kommunales Brachflächenkataster mit dem 
Ziel aufzunehmen, die Eigentümer zu verpflichten, in einem vorgegebenen Zeitraum die 
Flächen zu bebauen oder zu renaturieren.

Begründung: 
 
Hitzestau und mangelnde Versickerung von Niederschlagswasser sind gerade in Großstädten wie Köln 
zunehmend ein Problem. Folgen der Versiegelung sind erhöhte Lufttemperaturen im Vergleich zu 
naturbelassenen Räumen. Regenwasser kann nicht oder nur erschwert im Boden versickern. 
Kanalsysteme sind bei Starkregen überlastet, was zu Überschwemmungen führt. Die Lebensgrundlage 
für die heimische Tierwelt wird durch Versiegelung stark eingeschränkt. Die Hitzeentwicklung birgt 
gesundheitlichen Risiken und führt zu vorzeitigen Todesfällen. 
Die Deutsche Umwelthilfe hat vor Kurzem einen Hitze-Check veröffentlicht, in dem deutsche Städte 
mit mehr als 50.000 Einwohner*innen untersucht wurden hinsichtlich der Flächenversiegelung und 
Grünausstattung, basierend auf neuen Daten der Potsdamer Luftbild Umwelt Planung GmbH. Darin 
schneidet Köln vergleichsweise schlecht ab. 
 
In Anbetracht eines Anstiegs der Siedlungs- und Verkehrsfläche (Flächenneuinanspruchnahme) um 
die Jahrtausendwende von über 120 Hektar pro Tag in Deutschland hat der Bundestag beschlossen, 
die Neuinanspruchnahme bis zum Jahr 2030 auf unter 30 Hektar zu begrenzen und strebt bis 2050 
eine Flächenkreislaufwirtschaft an, also eine Veränderung der Siedlungs- und Verkehrsfläche auf 
„Netto-Null“. Siehe hierzu den Transformationsbericht der Bundesregierung zum Bereich Nachhaltiges 
Bauen und Verkehrswende Aktuell werden in Deutschland immer noch ca. 55 ha täglich versiegelt. Die 
weitere Versiegelung Deutschlands zu beenden und der Natur „ausreichend“ Raum zu lassen, um CO2 
zu absorbieren, zu kühlen, die Biodiversität zu ermöglichen ist richtig, kommt aber zu spät. Eine Stadt 
wie Köln, die sich im Klimanotstand befindet, die mit all den negativen Folgen der Versiegelung zu 
kämpfen hat, muss das Problem zügig angehen. 
 
Dass mehr Grün und weniger Asphalt und Beton einen erheblichen Beitrag leistet, um die 
Bewohner*innen Kölns vor den Folgen des Klimawandels zu schützen, der Aufheizung der Stadt 
entgegenwirkt und damit das Wohlbefinden erheblich steigert, ist eine Binsenweisheit. Auch jetzt 
schon wird dem im Baugesetzbuch bei der Aufstellung der Bebauungsplänen Rechnung getragen: 
„(2) Mit Grund und Boden soll sparsam und schonend umgegangen werden; dabei sind zur 
Verringerung der zusätzlichen Inanspruchnahme von Flächen für bauliche Nutzungen die 
Möglichkeiten der Entwicklung der Gemeinde insbesondere durch Wiedernutzbarmachung von 
Flächen, Nachverdichtung und andere Maßnahmen zur Innenentwicklung zu nutzen sowie 
Bodenversiegelungen auf das notwendige Maß zu begrenzen. Landwirtschaftlich, als Wald oder für 
Wohnzwecke genutzte Flächen sollen nur im notwendigen Umfang umgenutzt werden. […] Die 
Notwendigkeit der Umwandlung landwirtschaftlich oder als Wald genutzter Flächen soll begründet 
werden; dabei sollen Ermittlungen zu den Möglichkeiten der Innenentwicklung zugrunde gelegt 
werden, zu denen insbesondere Brachflächen, Gebäudeleerstand, Baulücken und andere 
Nachverdichtungsmöglichkeiten zählen können.“ 
 
Dies alles scheinen leider nicht mehr, als gut gemeinte Appelle zu sein, die den „Flächenfraß“ nicht 
wirklich aufhalten. 
Bei einer Neuversiegelung Deutschlands von zurzeit ca. 55 ha pro Tag, wird in nur zwei Jahren eine 
Fläche so groß wie Köln versiegelt. Das ist unvorstellbar und kein verantwortlicher Umgang mit der 
Natur. 
, 
In Köln herrscht Wohnungsmangel dem begegnet werden muss. Müssen aber immer gleich neue 
Häuser gebaut werden? 
Die einen leben in zu kleinen Wohnungen, die anderen in zu großen. Viele sind mit ihrer 
Wohnsituation unzufrieden. Aber auf dem Kölner Wohnungsmarkt bewegt sich fast nichts. Wie kann 
ein solcher Markt belebt werden? Einige Beispiele: 
• Einrichten einer öffentlichen Plattform, um die unterschiedlichen Wünsche und Bedürfnisse zu 
erfassen, 
• Einrichtung einer Wohnungsvermittlungsstelle, ähnlich der Arbeitsagentur, 
• Umzugshilfe und finanzielle Unterstützung älterer Menschen die von einer großen in eine 
kleine Wohnung ziehen. 
• Unterstützung beim Umbau von Ein- in Mehrfamilienhäusern,

• Eine Mietpreisbremse die dafür sorgt, dass nicht höhere Quadratmeterpreise durch den 
Wohnungswechsel zu zahlen sind. 
 
Wenn gebaut wird, muss künftig mehr Wohnraum je versiegelter Fläche entstehen. 
Köln hat den „Köln-Katalog Typologien für kompakte, nachhaltige und lebenswerte Quartiere“ 
entwickelt, der auf flächenschonendes Bauen abzielt. 
Darin heißt es u.a.: 
„Mit zusammen fast 30% nehmen die Einfamilien- und Doppelhäuser flächenmäßig den größten Anteil 
an der Wohnsiedlungsfläche ein. Gleichzeitig verzeichnet diese Typologie den niedrigsten Anteil an 
Nutzungsmischung sowie die geringste Bevölkerungsdichte pro Hektar, was auf einen hohen 
Flächenverbrauch schließen lässt.“ 
Diese Feststellung muss Konsequenzen haben. Kein Neubau mehr von Einfamilien- und 
Doppelhäusern in Köln. 
 
Wir müssen anders bauen. Das gilt auch für gewerbliche und industrielle Bauten. Es werden keine 
ebenerdigen Parkplätze mehr eingerichtet, sondern – wenn nicht vermeidbar - Parkhäuser. Zwingende 
Anbindung an den ÖPNV. Keine Flachbauten, wie wir sie z.B. noch bei vielen Discountern oder 
Autohäusern kennen. Hier ist im wahrsten Sinne des Wortes nach oben noch Luft. 
 
Wir brauchen eine konsequentere Innenentwicklung mit Lückenschließungen, Aufstockungen, 
Umwidmung von leerstehenden Büroflächen und die Wiedernutzung brachgefallener Flächen und 
Gebäude. Was wir nicht brauchen ist eine Nachverdichtung in bereits sehr dicht bebauten Quartieren, 
die vorhandene Hitzeinseln verstärken oder neue erzeugen. Hier braucht es vor allem Entsiegelungen. 
Was wir uns in Zukunft nicht mehr leisten können, ist versiegelte Flächen, wie z.B. das alte KHD-
Gelände in Köln Mülheim über Jahrzehnte keiner neuen Nutzung zuzuführen. So mit Flächen 
umzugehen ist Verschwendung. 
 
Netto-Null-Versiegelung und Bauen müssen kein Widerspruch sein. Wenn auf der einen Seite Fläche 
durch Neubauten versiegelt wird, muss auf der anderen Seite gleich viel Fläche entsiegelt werden. 
 
Ist die Verkehrswende mehr ist als eine Antriebswende, liegt darin großes Potential, Flächen für die 
Öffentlichkeit zurückzugewinnen und zu entsiegeln. Zurzeit steigt die Anzahl der PKW in Köln, bzw. 
verharrt auf hohem Niveau. Die einzelnen Autos werden immer größer und 95% der Zeit stehen sie 
nutzlos herum. Sie parken am Wohnort, an Arbeitsplatz und beim Einkaufen. Pendeln Menschen mit 
PKWs in Köln ein, dann parken auch diese hier. Autos benötigen große Mengen an versiegelter Fläche 
nur durch Parken. 
Durch eine Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs, ein schneller Ausbau des ÖPNVs, gute 
Fuß- und Radwege und ein erweitertes Angebot von Carsharing, bieten sich Möglichkeiten 
freigewordenen Flächen zur entsiegeln und zu begrünen. 
Siehe hierzu auch: Weniger Parkplätze, Mehr Freiraum, Besserer Verkehr von Agora Köln 
 
Mit autofreien Siedlungen und Änderung der Stellplatzsatzung sind Flächen vor Versiegelung zu 
bewahren. 
 
Die Umsetzung der Netto-Null-Versiegelung ist nicht einfach. Das weiß auch 
die Landesregierung von Baden-Württemberg, die im Mai 2021 in ihrem Koalitionsvertrag eine Netto-
Null-Versiegelung bis 2035 beschlossen hat. 
 
Aber es ist machbar, sinnvoll und notwendig. 
 
gez. gez. 
Michael Weisenstein Uschi Röhrig 
Fraktionsgeschäftsführer Umweltpolitische Sprecherin

Beratungsverlauf (1)

12.06.2025 Ausschuss Klima, Umwelt und Grün
TOP 2.2 Antrag / Anfrage Entscheidung

Beschluss: endgültig abgelehnt

Zur Sitzung

Orte (1)

  • Markt

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Details

Aktenzeichen
AN/0032/2025
Typ
Die Linke. Antrag nach § 3
Datum
14.01.2025
Erstellt
14.01.2025 09:43