AN/0716/2026
Awareness-Konzept
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Gem. Antrag nach § 3 (Rat)
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Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Kölner Rat SPD-Fraktion im Rat der Stadt Köln Fraktion Die LINKE im Rat der Stadt Köln An die Vorsitzende des Ausschusses für die Gleichstellung von Frauen und Männern Frau Jasna Ibrić An den Oberbürgermeister Torsten Burmester Eingang beim Amt des Oberbürgermeisters: 28.04.2026 AN/0716/2026 Antrag gem. § 3 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern 11.05.2026 Awareness-Konzept Sehr geehrte Frau Ibrić, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, die Antragstellenden bitten Sie folgenden Antrag auf die Tagesordnung des Ausschusses für die Gleichstellung von Frauen und Männern am 11.05.2026 aufzunehmen: Beschluss: Der Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern beschließt: 1. Die Verwaltung entwickelt ein Awareness -Konzept für kommerzielle und nicht -kom- merzielle Veranstaltungen im öffentlichen Raum mit angemessenen Schutzmaßnah- men für alle Menschen – insbesondere für Frauen, Mädchen, genderqueere Men- schen, Menschen mit einer Behinderung sowie Personen mit Rassismus- und anderen Diskriminierungserfahrungen. Das Konzept soll veranstaltungsspezifische Maßnah- men sowie Mindestanforderungen enthalten, die künftig als verbindliche Genehmi- gungsvoraussetzung aufgenommen werden. 2. Das Konzept umfasst auch präventive Maßnahmen zur Ansprache potenzieller Tä- ter*innen und Mitwisser*innen, um z. B. Übergriffe und Diskriminierung bereits im Vor- feld zu verhindern. Das Konzept berücksichtigt außerdem alle Beteiligten – sowohl Be- sucher*innen der Veranstaltung als auch sämtliches Personal. 3. Im Rahmen der Konzeptentwicklung prüft die Verwaltung, inwiefern Schulungen für eingesetzte private Sicherheits- und Ordnungskräfte im Umgang mit vulnerablen Grup- pen sinnvoll und umsetzbar sind. 4. Für die Entwicklung des Konzepts stehen der Verwaltung 15.000 Euro (Produktgruppe - 2 - 0111 - Sonstige Innere Verwaltung - im Haushaltsplan 2025/2026) zur Verfügung, um externe Expertise im Bereich Awareness einzubinden. Im Entwicklungsprozess sollen außerdem relevante Verbände und Veranstalter*innen partizipativ eingebunden wer- den. Die Verwaltung wird gebeten, das Konzept bis Ende 2027 unter Federführung des Amtes für Gleichstellung von Frauen und Männern zu entwickeln – in enger Zusammenarbeit mit rele- vanten Dienststellen, der Zivilgesellschaft, der Polizei sowie einschlägigen Expert*innen. Das fertige Konzept wird dem Rat zur Beschlussfassung und dem Ausschuss für Gleichstellung von Frauen und Männern, dem Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration sowie dem Ausschuss Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen/Vergabe/Internationales zur Kennt- nis vorgelegt. Begründung: Veranstaltungen im öffentlichen Raum sind Orte des gesellschaftlichen Zusammenkommens und der Vielfalt. Gleichzeitig kommt es immer wieder zu diskriminierendem, antisemitischem oder übergriffigem Verhalten – insbesondere gegenüber FLINTA*, queeren Menschen und anderen vulnerablen Gruppen. Mit diesem Antrag beauftragt der Ausschuss die Verwaltung, verbindliche Richtlinien zu entwickeln, auf deren Grundlage Veranstalter*innen ein eigenes Awareness-Konzept für ihre Veranstaltung aufstellen müssen. So entsteht kein Einheitskon- zept, sondern ein flexibler, veranstaltungsspezifischer Rahmen mit klaren Mindestanforde- rungen. Das Konzept berücksichtigt insbesondere auch die Mehrsprachigkeit von Informati- onsmaterialien und Hinweisen, um alle Beteiligten barrierefrei zu erreichen. Rechtlich sind öffentliche Stellen durch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) und das Grundge- setz zum aktiven Schutz vor Diskriminierung verpflichtet – verbindliche Awareness-Anforde- rungen bei der Veranstaltungsvergabe sind ein konkretes Instrument, dieser Verpflichtung nachzukommen. Gleichzeitig sind einmalige Maßnahmen nicht ausreichend: Verbindliche Richtlinien verankern Awareness strukturell im Veranstaltungswesen – nachhaltig und unab- hängig von Einzelpersonen oder politischen Konjunkturen. Sie sind damit keine Zusatzleis- tung, sondern gelebte Gleichstellungspolitik – sie schützen Betroffene, stärken solidarisches Handeln und fördern eine Kultur des Hinschauens statt des Wegschauens. Köln hat die Chance, eine Vorreiterinnenrolle einzunehmen und verbindliche Kriterien in die Veranstal- tungsvergabe zu integrieren. Was heute Pionierarbeit ist, wird morgen selbstverständlicher Standard – für alle, die in unserer Stadt leben und feiern. Mit freundlichen Grüßen gez. Lino Hammer gez. Pascal Pütz GRÜNE-Fraktionsgeschäftsführer SPD- Fraktionsgeschäftsführer gez. Hans Günter Bell Linke-Fraktionsgeschäftsführer
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- AN/0716/2026
- Typ
- Gem. Antrag nach § 3 (Rat)
- Datum
- 28.04.2026
- Erstellt
- 28.04.2026 10:26