V/0451/2024
Selbstbestimmt und diskriminierungsfrei in unserer Stadt leben können – ein „Aktionsplan LSBTIQ*" für Münster - Zwischenbericht
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
Berichtsvorlage
3176 Zeichen
V/0451/2024 V/0451/2024 Öffentliche Berichtsvorlage Betrifft Selbstbestimmt und diskriminierungsfrei in unserer Stadt leben können – ein „Aktionsplan LSBTIQ*" für Münster - Zwischenbericht Beratungsfolge 24.09.2024 Ausschuss für Gleichstellung Bericht 09.10.2024 Hauptausschuss Bericht 09.10.2024 Rat Bericht Bericht: Der Ratsantrag A-R/0005/2022 „Selbstbestimmt und diskriminierungsfrei in unserer Stadt leben kön- nen – ein „Aktionsplan LSBTIQ*“ für Münster“ wurde in der Ratssitzung vom 09.02.2022 an den Hauptausschuss verwiesen. Nachdem der Haushaltsantrag im Ausschuss für Gleichstellung am 17. 11.2022 mehrheitlich be- schlossen wurde, sind mit dem Ratsbeschluss zum Haushaltsplan 2023 die personellen und finanziel- len Voraussetzungen geschaffen worden, um ein kommunales Handlungskonzept in Form eines Akti- onsplans LSBTIQ* zu erarbeiten (vgl. auch Berichtsvorlage V/0548/2022). Dem Amt für Gleichstellung wurde für die Erarbeitung des Aktionsplans eine 50% Stelle für die Dauer von zwei Jahren zur Verfügung gestellt. Im August 2023 konnte die Stelle besetzt und mit der Ent- wicklung des Aktionsplans begonnen werden. Unter Berücksichtigung der personellen und finanziel- len Ressourcen wurden folgende Arbeitsphasen zur Entwicklung des Aktionsplans erarbeitet. Arbeitsphase 1: Koordination und Planung August 2023 - November 2023 Arbeitsphase 2: Bedarfsermittlung November 2023 - Juni 2024 Arbeitsphase 3: Auswertung der erhobenen Daten ab Mai 2024 Arbeitsphase 3: Ziel- und Maßnahmenentwicklung September 2024 - Frühjahr 2025 Arbeitsphase 4: Verschriftlichung des Aktionsplans LSBTIQ* ab Frühjahr 2025 Die erste Arbeitsphase der Koordination und Planung wurde im November 202 3 mit der partizipativ gestalteten Auftaktveranstaltung „Was brauchen wir für ein LSBTIQ* freundlicheres Münster? Aktionsplan LSBTIQ* für die Stadt Münster“ abgeschlossen. Gleichzeitig war die Auftaktveranstal- tung der St artschuss für die Phase der Bedarfsermittlung, die aus fünf verschiedenen Bausteinen bestand und mit Hilfe derer über 750 Daten erhoben werden konnten. Amt für Gleichstellung 02.09.2024 Ihr/e Ansprechpartner/in: Frau Nigulis Telefon: 492-1709 Nigulis@stadt-muenster.de - 2 - V/0451/2024 Baustein 1: Veranstaltungen mit Beteiligungscharakter Baustein 2: Arbeitsgruppen Baustein 3: Interviews Baustein 4: Quantitative Fragebogenerhebung Baustein 5: Qualitative Erhebungen Im Rahmen der Beteiligungsveranstaltung „Fokus-Werkstatt Aktionsplan LSBTIQ*“ am 5. Juni 2024 wurden erste Zwischene rgebnisse der Bedarfsermittlung präsentiert. Darüber hinaus wurden erste Schritte in der Ziel - und Maßnahmenentwicklung diskutiert. Derzeit erfolgt die weitere Auswer- tung bisheriger Zwischenergebnisse und Daten. Ab September 2024 wird in Arbeitsgruppen die Ziel- und Maßnahmenbildung aufgenommen. In der Anlage finden Sie einen detaillierten Zwischenbericht zu den bisherigen Arbeitsprozessen des Aktionsplans LSBTIQ*. gez. Markus Lewe Anlagen: Zwischenbericht zum „Aktionsplan LSBTIQ*- selbstbestimmt und diskriminierungsfrei in unserer Stadt leben können.
Zwischenbericht Aktionsplan LSBTIQ
42331 Zeichen
Selbstbestimmt und diskriminierungsfrei
in unserer Stadt leben können
Amt für Gleichstellung
Zwischenbericht
zum Aktionsplan LSBTIQ*
Inhalt
Der Ratsantrag A-R/0005/2022 ...................................................................................... ....... 2
Aktionspläne auf Landes- und Bundesebene ..................................................................... 2
Arbeitsphasen zur Erarbeitung des Aktionsplans LSBTIQ* für Münster ............................. 3
Arbeitsphase 1: Koordination und Planung August 2023 - November 2023 ........................... 4
Arbeitsphase 2: Bedarfsermittlung November 2023- Juni 2024 ............................................. 5
Baustein 1: Veranstaltungen mit Beteiligungscharakter ..................................................... 5
Baustein 2: Arbeitsgruppen .................................................................................... ............ 6
Baustein 3: Interviews ......................................................................................... ............... 7
Baustein 4: Quantitative Fragebogenerhebung .................................................................. 7
Fragebogendesign und Methode .................................................................................... 8
Zugang zur Teilnahme und Erhebungsphase ................................................................. 8
Rückläufe und auswertbarer Datensatz .......................................................................... 9
Bildung von Untergruppen ........................................................................................ ...... 9
Auswertung der Freitextfelder................................................................................... .....10
Baustein 5: Qualitative Erhebungen: .................................................................................10
Sicherheit(s)gefühl von FLINTA* und Queers im öffentlichen Raum.“ ............................10
Markierungen auf der Karte .................................................................................... .......12
Ausblick ................................................................................................ .........................12
„Queer Vision“ Bedarfserhebung auf dem CSD ................................................................13
Zwischenergebnisse in den Handlungsfeldern und Querschnittsthemen ...........................13
Begonnene Prozesse ........................................................................................... .........14
Arbeitsphase 3: Ziel- und Maßnahmenentwicklung September 2024 - Frühjahr 2025 ..........15
Arbeitsphase 4: Verfassen des Abschlussberichts zum Aktionsplan LSBTIQ* ab Frühjahr 2025
..................................................................................................... ........................................16
Anhang ................................................................................................. ................................16
Ergebnisdiagramme Fragebogen A ............................................................................... ...22
Ergebnisse aus der Rubrik Diskriminierungserfahrungen ..............................................22
Ergebnisse Rubrik: Strafanzeige und queersensible Pflege ..........................................24
2
Der Ratsantrag A-R/0005/2022
Der Ratsantrag A-R/0005/2022 „Selbstbestimmt und diskriminierungsfrei in unserer Stadt
leben können – ein „Aktionsplan LSBTIQ*“ für Münster“ wurde in der Ratssitzung vom
09.02.2022 an den Hauptausschuss verwiesen.
Nachdem der Haushaltsantrag des Ausschusses für Gleichstellung im Ratsbeschluss zum
Haushaltsplan 2023 am 17.11.2022 mehrheitlich angenommen wurde, wurden die personellen
und finanziellen Voraussetzungen geschaffen, um ein kommunales Handlungskonzept in
Form eines Aktionsplans LSBTIQ* zu erarbeiten.
Zum o. g. Ratsantrag wurde im Amt für Gleichstellung eine Berichtsvorlage (V/0548/2022)
erstellt, die folgende Punkte enthält:
I) Die Verwaltung wird beauftragt, in einem partizipativen Prozess einen Aktionsplan zur
Sichtbarkeit und Akzeptanz von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt in Münster zu
erarbeiten. Dieses kommunale Handlungskonzept soll zum Abbau von Diskriminierung von
lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen (LSBTIQ*)
beitragen sowie die Berücksichtigung der besonderen Bedarfe von LSBTIQ*-Menschen in
Politik und Verwaltung stärken.
1. Der Aktionsplan soll anhand ausgewählter Handlungsfelder konkrete Ziele formulieren
und Maßnahmen nennen, wie Teilhabe und Zugänge, Sichtbarkeit und
Repräsentation von LSBTIQ*-Menschen gesteigert werden können sowie für
LSBTIQ*-Menschen und deren besonderen Lebenssituationen sensibilisiert werden
kann.
2. Der Aktionsplan soll allen die Handlungsfelder betreffenden politischen Gremien zum
Beschluss vorgelegt werden und dort einer regelmäßigen Überprüfung und
Fortschreibung der Ziele und Maßnahmen unterliegen.
II) Die Verwaltung wird beauftragt, sich um einen Beitritt Münsters in das Rainbow Cities
Network zu bemühen1.
Dem Amt für Gleichstellung wurde für die Erarbeitung des Aktionsplans eine 50% Stelle für die
Dauer von zwei Jahren zur Verfügung gestellt. Im August 2023 konnte die Stelle besetzt und
mit der Entwicklung des Aktionsplans begonnen werden.
Aktionspläne auf Landes- und Bundesebene
Aktionspläne werden auf den unterschiedlichen Ebenen (Bund, Land, Kommune) eingesetzt
um die Lebensbedingungen für LSBTIQ* zu verbessern.
Das Land Nordrhein-Westfalen hat 2012 als erstes Bundesland einen Aktionsplan zur
Förderung der Gleichstellung und Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans* und
Inter* verabschiedet. 2015 erfolgte eine Fortschreibung unter dem Titel „Impulse 2020 - für
queeres Leben in NRW“.
2022 wurde auf Bundesebene mit „Queer leben“ ein Aktionsplan v erabschiedet. Dieser
formuliert Empfehlungen für Maßnahmen und gliedert sich dabei in folgende sechs
1 Für den Beitritt zum Rainbow Cities Network wurde eine eigene Ratsvorlage V/0419/2024 erstellt, so
dass im Zwischenbericht zum LSBTIQ* Aktionsplan nicht weiter auf diesen Punkt eingegangen wird.
3
Handlungsfelder: rechtliche Anerkennung, Teilhabe, Sicherheit, Gesundheit, S tärkung von
Beratungs- und Communitystrukturen und Internationales.
In 12 Städten in NRW gibt es derzeit Sachbearbeiter*innen für den Themenbereich LSBTIQ*
in den Stadtverwaltungen. Weitere sind in Planung. Nicht in allen Städten wird analog ein
Aktionsplan entwickelt, da in der Regel zunächst die internen Verwaltungsabl äufe im
Vordergrund stehen.
In der Berichtsvorlage V/0548/2022 erfolgte bereits eine ausführliche Darstellung ander er
Aktionspläne in NRW. Für diesen Bericht werden daher nur drei ausgewählte Städte in der
jeweiligen Aufstellung vorgestellt.
Bielefeld (344.313 Einwohner*innen).
Im Jahr 2017 wurde der Aktionsplan „Gleichstellung von LSBTI* in Bielefeld“ veröf fentlicht.
Ausgestattet wurde der Aktionsplan mit einem Finanzvolumen von jährlich 98.000 € für
strukturelle Trägerförderung und Projektförderung. Darüber hinaus wurde eine 50% Stelle zur
Koordinierung eingerichtet, die mittlerweile auf eine Vollzeitstelle aufgestockt wurde.
Essen (583,109 Einwohner*innen)
Der Rat der Stadt Essen hat bereits 1999 das bundesweit erste Handlungsprogramm
gleichgeschlechtliche Lebensweisen verabschiedet. Im April 2024 wurde die dritte Auflage des
Handlungskonzepts geschlechtliche und sexuelle Vielfalt veröffentlicht. Hierfür standen 15.000
€ zur Verfügung. Die Koordination des Handlungskonzeptes erfolgt durch eine Vollzeitkraft.
Dortmund (587.010 Einwohner*innen)
In Dortmund wurden für die Erstellung des Aktionsplans sowie für die Umsetzung erster
Maßnahmen 200.000 € zur Verfügung gestellt. Mit diesem Budget konnte für die Erstellung
des Aktionsplans eine Agentur beauftragt werden, mit der gemeinsam u.a. eine B efragung
entwickelt werden konnte. Der Aktionsplan befindet sich in der Endphase.
Auch wenn sich die finanzielle Ausstattung der einzelnen Aktionspläne / Handlungsprogramme
unterscheiden, so haben Sie eins gemeinsam: Es braucht personelle Ressourcen, um das
Thema voranzutreiben und ihm ein Gesicht zu verleihen.
Arbeitsphasen zur Erarbeitung des Aktionsplans LSBTIQ* für Münster
Unter Berücksichtigung der personellen und finanziellen Ressourcen (0,5 VZÄ sowie 15 000
€ für zwei Jahre) wurden folgende Arbeitsphasen zur Erarbeitung des Aktionsplans LSBTIQ*
für Münster entwickelt:
Arbeitsphase 1: Koordination und Planung August 2023 - November 2023
Arbeitsphase 2: Bedarfsermittlung November 2023 - Juni 2024
Arbeitsphase 3: Auswertung der erhobenen Daten ab Mai 2024
Arbeitsphase 3: Ziel- und Maßnahmenentwicklung September 2024 - Frühjahr 2025
Arbeitsphase 4: Verschriftlichung des Aktionsplans LSBTIQ* ab Frühjahr 2025
4
Arbeitsphase 1: Koordination und Planung August 2023 - November
2023
In der ersten Arbeitsphase des Aktionsplans stand zunächst das Kennenlernen der berei ts
verankerten LSBTIQ*-Strukturen im Vordergrund. Dabei wurde u. a. geprüft, welche
Anknüpfungspunkte es zu den Maßnahmen des „Arbeitsplan s zur Gleichstellung und
Gleichberechtigung von Menschen aller geschlechtlichen Identitäten“ geben könnte. Des
Weiteren fand die Teilnahme an bestehenden Netzwerken statt, um mit den Akteur *innen im
Bereich LSBTIQ* in Kontakt zu treten und einen Eindruck von den bereits etabli erten
Netzwerken und Arbeitskreisen zu erhalten. Darüber hinaus erfolgte der Einstieg in das
landes- und bundesweite Netzwerk der Sachbearbeiter*innen für LSBTIQ*-Themen. Auf diese
Weise konnte ein Austausch über die Stadt Münster hinaus stattfinden.
Die Planungsphase beinhaltete außerdem die Reflexion und Überarbeitung der Strukt ur des
Aktionsplans, welcher ursprünglich mit sieben Handlungsfeldern konzipiert war ( siehe
V/0548/2022). Es wurden fünf Handlungsfelder definiert, indem Themen zusammen gefasst
wurden. Dies geschah insbesondere unter der Prämisse der Ressourcenbündelung im
Hinblick auf die Besetzung der Arbeitsgruppen. Die Ausgestaltung der Handl ungsfelder
erfolgte entlang biografischer Parameter sowie an Hand von Orten und Institutionen, in denen
sich Diskriminierungen von LSBTIQ* Personen manifestieren.
Neben den Handlungsfeldern wurden vier Querschnittsthemen definiert:
Gewaltschutz / Antidiskriminierung
Gesundheit
Migration
Inklusion
Grundlage hierfür waren die in der Berichtsvorlage V/0548/2022 genannten Aspekte, die
ebenso wie die Handlungsfelder eine Verdichtung erfuhren und auf die genannten
Querschnittsthemen komprimiert wurden. Hintergrund war auch hier, Ressourcen zu bündeln.
Durch die Implementierung von Querschnittsthemen sollte eine intersektionale Perspe ktive
5
gewährleistet werden. Für die soziale Praxis zur Erarbeitung des Aktionsplans bedeutete dies
die Einrichtung einer Arbeitsgruppe Intersektionalität. Nähere Informationen zu den einzelnen
Arbeitsgruppen finden sich weiter unten im Zwischenbericht.
Die Handlungsfelder
Familie und Kinder
Jugend, Schule und
Freizeit
Ausbildung und
Erwerbsleben
Sport, Kultur und Freizeit
wurden zu den drei Arbeitsgruppen
„Familie, Kinder und
Jugendliche“, „Erwerbsleben
und Freizeit“ und
„Selbstbestimmtes Älterwerden
und Pflege“ zusammengefasst.
Ein weiterer zentraler Arbeitsschritt
war die Entwicklung verschiedener
Bausteine zur partizipativen
Bedarfsermittlung. Um möglichst
viele Menschen zu ihren
Bedürfnissen befragen zu können,
wurden unterschiedliche Formate
entwickelt. Daraus entstanden fünf
Bausteine:
Baustein 1: Veranstaltungen mit Beteiligungscharakter
Baustein 2: Arbeitsgruppen
Baustein 3: Interviews
Baustein 4: Quantitative Fragebogenerhebung
Baustein 5: Qualitative Erhebungen
In Rahmen dieser Bausteine konnten über 750 Daten erfasst werden.
Arbeitsphase 2: Bedarfsermittlung November 2023- Juni 2024
Nach der Planung und Koordination begann die Bedarfsermittlung, den Auftakt machte dafür
eine erste Veranstaltung mit Beteiligungscharakter.
Baustein 1: Veranstaltungen mit Beteiligungscharakter
Der erste Baustein umfasst zwei Großveranstaltungen mit Beteiligungscharakter:
Auftaktveranstaltung
Fokus-Werkstatt
Beide Formate stellten jeweils den Übergang in eine neue Arbeitsphase des Aktionsplans dar.
Die Auftaktveranstaltung bereitete die Bedarfsermittlung vor, die Fokus-Werkstat t die
Erarbeitung der möglichen Maßnahmen des Aktionsplans. Da es zunächst um die
6
Bedarfsermittlung ging, wird es im Folgenden um die Auftaktveranstal tung gehen.
Informationen zur Fokus-Werkstatt folgen im weiteren Verlauf des Zwischenberichtes.
Zu der Auftaktveranstaltung „ Was brauchen Wir für ein LSBTIQ* freundlicheres Münster?
Aktionsplan LSBTIQ* für die Stadt Münster“ war folgender Personenkreis eingeladen:
Träger/Institutionen mit Fachexpertise
Verwaltung
Politik
Polizei und Staatsanwaltschaft
interessierte queere Menschen
Eine Beteiligung folgender Ämter fand statt: 23, 32, 36, 40, 50, 51, 52, 53, 59, MM, und
Stabstelle Arbeitssicherheit.
Um einen möglichst sicheren Rahmen für Teilnehmende aus der LSBTIQ* Community mit
Diskriminierungs- und Gewalterfahrungen in ihrer Biographie zu gewährleisten, wurde
entschieden, zu der Veranstaltung mit expliziter Einladung und Anmeldung zu arbeiten.
Inhalt der Veranstaltung war zunächst die Vorstellung der Struktur des Aktionsplans sowie der
weiteren Arbeitsschritte. Im Anschluss daran erfolgte das interaktive Bete iligungsformat der
Veranstaltung, das neben Diskussionen auch der Vernetzung untereinander diente. Am Ende
der Veranstaltung konnte ein erster Überblick über bereits bestehende Strukturen und Bedarfe
gesammelt werden.
Für die Co-Ausarbeitung der Moderation sowie die hauptverantwortliche Durchführung, konnte
eine externe Moderatorin von der Fachhochschule Münster (Fachbereich Sozialwesen;
Referat Weiterbildung) gewonnen werden. Teil der Auftaktveranstaltung war auch die Bildung
der Arbeitsgruppen. Nach der Auftaktveranstaltung erfolgte der Übergang zum zweiten
Baustein der Bedarfsermittlung.
Baustein 2: Arbeitsgruppen
Nach der Konstituierung der Arbeitsgruppen wurden Termine für die folgenden Mon ate
festgelegt. Die Arbeitsgruppen setzten sich jeweils aus Trägern/Institutionen mit Fachexpertise
und Vertreter*innen der Stadtverwaltung zusammen. Die Staatsanwaltschaft wurde durch
Gesprächstermine mit dem Amt für Gleichstellung einbezogen. Da die Stelle der
Ansprechperson für queere Menschen bei der Polizei Münster im Verlauf der
Arbeitsgruppenprozesse vakant wurde, konnte keine Beteiligung stattfinden. Im August 2025
fand ein erster Austausch mit den neuen Ansprechpersonen der Polizei statt.
Politiker*innen aus dem Rat und dem Ausschuss für Gleichstellung als Auftraggeber*in nen
des Aktionsplans wurden im Rahmen der Beteiligungsformate Auftaktveranstaltung und
Fokus-Werkstatt in den Prozess einbezogen. Im Hinblick auf die Teilnehmenden ist
insbesondere das Engagement der freien Träger mit Fachexpertise im LSBTIQ* -Bereich
hervorzuheben. Trotz teilweise sehr knapper Ressourcen fand eine sehr intensive und
engagierte Beteiligung statt. Auch das Zusammenspiel zwischen Expert*innen und solche n,
die sich mit LSBTIQ* verbünden, erwies sich als sehr fruchtbar. Dadurch, dass es auch Fragen
und Rückmeldungen von Menschen außerhalb der queeren Community gab, konnten
Leerstellen benannt werden. Auch die Teilnahme von Vertreter*innen der Stadtverwaltung mit
teilweise jahrzehntelanger Erfahrung erwies sich als sehr wertvoll, da es so zu vielen Impulsen
kam, wie innerhalb der Strukturen der Stadtverwaltung lsbtiq*-freundli che Veränderungen
möglich gemacht werden können.
Die Arbeitsgruppen "Familie, Jugendliche und Kinder", "Erwerbsleben und Freizeit" und
"Intersektionalität" trafen sich im Zeitraum Dezember 2023 bis Mai 2024 jeweils zweimal. Die
7
Arbeitsgruppe „ Selbstbestimmtes Älterwerden und Pflege“ tagte einmal. Im September
2024 werden sich die Arbeitsgruppen im Zuge der Ziel- und Maßnahmenentwicklung erneut
treffen. Zwischenergebnisse aus den AGs finden Sie zusammengefasst in den Tabellen unter
der Überschrift Zwischenergebnisse aus den Handlungsfeldern.
Baustein 3: Interviews
Im Vorfeld und im Rahmen der Auftaktveranstaltung wurde schnell deutlich, dass das
Handlungsfeld „Selbstbestimmtes Älterwerden und Pflege“ wenig Resonanz und Beteiligung
erfährt. Insbesondere der Zugang zur Zielgruppe erwies sich als schwierig. Auf Ebene der
Fachkräfte fand sich ein sehr engagierter und gleichzeitig recht übersichtliche r Kreis für die
Arbeitsgruppe zusammen.
Um dennoch ein Bild von der Lebenswelt und den Bedarfen älterer LSBTIQ* Personen in
Münster zu erhalten, wurden qualitative Interviews geplant. Durch die bestehende Vernetzung
innerhalb der Stadtverwaltung und einem Input des Amts für Gleichstellung im Rahm en der
städtischen Konferenz „Alter und Pflege“ ergab sich eine Kooperation mit der Fachhochschule
Münster. Studierende des Studiengangs Public Health setzten das Thema queere Pfl ege als
Schwerpunkt ihres Seminars und erarbeiteten einen Leitfaden für qualitativ e Interviews. Da
auch hier die Resonanz sehr zurückhaltend war, kam im Rahmen des Seminars nur ei n
Interview zustande. Mit Hilfe des zur Verfügung gestellten Interviewle itfadens, konnten zwei
weitere Interviews im Amt für Gleichstellung geführt werden. Darüber hinaus wurden Fra gen
zum Thema selbstbestimmtes Älterwerden und Pflege in die stadtweite Befragung der queeren
Community integriert. Auch diese Zwischenergebnisse sind gesammelt in den Tabellen
Zwischenergebnisse aus den Handlungsfeldern zu finden.
Baustein 4: Quantitative Fragebogenerhebung
Es gibt nach wie vor erhebliche Lücken bei der sinnvollen statistischen Erfassung von
queeren Personen und ihren Bedarfen in Deutschland. Auch wenn in den letzten Jahren
immer mehr Studien insbesondere zu expliziten Handlungsfeldern in Deutschland publiziert
wurden, so decken groß angelegte Bevölkerungsgesundheits- und demografische
Erhebungen bislang die Themen sexuelle, geschlechtliche und körperliche Vielfalt nicht
umfassend ab. Meist müssen Zahlen aus europäischen Studien herangezogen und auf
Deutschland angewandt werden. Um Zahlen für die Stadt Münster zu generieren und
vorrangig, um den Anspruch der Partizipation zu erfüllen, wurde für die Bedarfserhebung der
Baustein der quantitativen Erhebung gewählt.
Diese enthält zwei Fragebögen:
Fragebogen A mit der Zielgruppe der queeren Community
Fragebogen B für Angehörige von trans* und inter* Kindern.
Unterstützung bei der Erarbeitung des Fragebogens fand sich im Stadtplanungsamt, das
seinerseits auf eine Expertise in der Durchführung von Befragungen in Münster zurückgreifen
kann. Der Erarbeitungszeitraum der Fragebögen ersteckte sich von Dezember 2023 bis April
2024. Beide wurden im März online veröffentlicht und konnten sechs Wochen ab gerufen
werden.
Im Zuge der Fragebogengestaltung wurden Kooperationspartner*innen kontaktiert und
eingeladen, Inputs für die Fragengestaltung zu geben. So konnten Fragen mit der LSBTIQ*
Beauftragten der Staatsanwaltschaft Münster besprochen werden und ein kleiner
Fragenkatalog von den Nachtbürgermeister*innen der Stadt Münster in den Fr agebogen
aufgenommen werden. In einem Einzelgespräch mit dem Träger Livas e. V wurden dar über
hinaus die Fragen aus dem Handlungsfeld Familie und Kinder reflektiert und entsprechend
8
angepasst. In den zu diesem Zeitpunkt bereits parallel verlaufenden Arbei tsgruppen wurden
ebenfalls Impulse für die Erstellung des Fragebogens gegeben. Auch innerhalb des Amtes für
Gleichstellung fanden mehrere Feedbackschleifen statt.
Ein analoger Pretest fand im Netzwerk „sexuelle und geschlechtliche Vielfalt“ statt, bei
welchem zwölf Kooperationspartner*innen wertvolles Feedback gaben. Nach einer
anschließenden Überarbeitung fanden digitale und inhaltliche Pretests durch die Zielgruppe
sowie zahlreiche technische Pretests durch das Stadtplanungsamt statt. Die seh r positive
Zusammenarbeit mit dem Stadtplanungsamt ist an dieser Stelle besonders hervorzuheben, da
durch das Engagement und die Arbeitskraft die finale Umsetzung der Fragebögen erst möglich
wurde.
Fragebogendesign und Methode
Um Aussagen über eine größere Gruppe queerer Menschen treffen zu können, wurde eine
quantitative Befragung mit dem Instrument des teilstandardisierten digi talen Fragebogens
gewählt. Die Teilstandardisierung erklärt sich durch das Fragedesign, das einem Mix ed-
Methods-Ansatz folgt, indem Ja- und Nein-Fragen, Skalierungsfragen und offene Fra gen in
Form von Freitextfeldern verwendet wurden. Letztere dienten dazu, Bedürfnisse abzubil den,
die sich nicht in den Fragen widerspiegelten. Durch diesen qualitativen Teil des Fragebogens
konnten individuelle Stimmen sichtbar und auswertbar gemacht werden.
Im vorliegenden Zwischenbericht wird auf Zitate verzichtet, um die zugesagte Anonymi tät zu
wahren. Beide Fragebögen lagen in deutscher und englischer Sprache vor. Die digitale Form
wurde gewählt, um ein Höchstmaß an Anonymität zu gewährleisten und mögliche
Befangenheiten bei der Beantwortung zu vermeiden. Darüber hinaus wurde durch die
Möglichkeit, den Fragebogen jederzeit abrufen zu können, der niedrigschwel lige Zugang
unterstützt. Die Fragen wurden entlang der Handlungsfelder und Querschnittsthemen
entwickelt.
Fragebogen A enthielt insgesamt 78 Fragen, die jeweils mit Filterungen unterlegt waren, so
dass die Teilnehmenden nicht mit allen Fragen konfrontiert wurden, sondern entsprechen d
ihrer Antworten zu den Fragen geleitet wurden, die ihrer Lebenswelt entsprachen.
Fragebogen B umfasste 23 Fragen, da es sich hier um einen kleineren Personenkreis
handelte und die Themen sich insbesondere in dem Handlungsfeld Familie und Kinder
bewegten.
Zugang zur Teilnahme und Erhebungsphase
Um möglichst viele Menschen zu erreichen, wurden folgende Maßnahmen getroffen:
Versand von ca. 1.000 Flyern an Kooperationspartner*innen und öffentliche
Anlaufstellen
Plakataushänge an Begegnungsorten in der Innenstadt
Pressemitteilung am 18.03. durch die Stadt Münster
Zeitungsartikel in der WN
Social Media Post auf der Instagram Seite der Stadt Münster
Repost von Netzwerkpartner*innen und Verbreitung über deren Netzwerke
220 Plakate in Bussen (Sponsoring durch die Stadtwerke), um Menschen in i hrem
Alltag zu erreichen, die nicht in Vereinen organisiert sind.
9
Rückläufe und auswertbarer Datensatz
Zum Ende der Befragungsphase für den Fragebogen A konnten 802 Aufrufe erreicht
werden. Im Fragebogen B konnte ein Rücklauf von 71 Teilnehmenden verzeichnet werden.
Insgesamt wurden beide Fragebögen also 873 x abgerufen. Im ersten Schritt der
Datenbearbeitung fand nun die Bereinigung des Datensatzes statt, indem dieser gesichtet
wurde.
Bildung von Untergruppen
Der nächste Arbeitsschritt bestand in der Bildung von Untergruppen.
Im Fragebogen A wurden am Ende des Fragebogens soziodemografische Daten wie Alter,
Geschlechtsidentität und sexuelle Orientierung abgefragt. Da es innerhalb von LSBTIQ* eine
Vielzahl von Identifikationen gibt, wurden im Folgenden die beiden Subgruppen gebildet:
LSB* 403 Personen
TI* 184 Personen
Sonstige 120 Personen
Durch die Trennung von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt werden die unterschiedlichen
Themen, die die jeweiligen Lebenswelten mit sich bringen, sichtbar gemacht. Eine
trennscharfe Selbstzuordnung fand bei den Teilnehmenden nicht durchgängig statt, da eine
Identifikation mit beiden Untergruppen möglich ist. Personen, die sich beiden U ntergruppen
zugeordnet haben (160), wurden der Gruppe TI* zugeordnet, um die Sichtbarkeit der Daten
zum Thema geschlechtliche Vielfalt zu erhalten.
Unter dem Label "Sonstige" wurden die Fragebögen zusammengefasst, bei denen k eine
Angaben zur eigenen Verortung gemacht wurden. Da in dieser Untergruppe ansonsten
wichtige weitere Angaben und damit Daten generiert wurden, sollen diese für die Auswertung
nicht verloren gehen. Bei Aussagen, bei denen ein Gruppenvergleich zwischen TI* und LSB*
vorgenommen werden soll, werden die Sonstigen ausgeschlossen.
Bei Gesamtaussagen über die queere Community werden sie einbezogen.
Im Fragebogen B ergaben sich folgende Subgruppen:
Angehörige von trans* Kindern: 24 Personen
Angehörige von inter* Kindern: 10 Personen
In diesem Zwischenbericht finden sich die Auswertungen der Freitextfelder, innerhalb der
Tabellen zu den Zwischenergebnissen der Handlungsfelder. Ein kleiner Auszug an
Anzahl und Gründe der ausgeschlossenen Fragebögen
Fragebogen A Fragebogen B
86 <10% Beantwortung
6 ≠ Zielgruppe
2 wegen offensichtlich falscher u.
queerfeindlicher Aussagen
1 aufgrund identischer Antworten
und Kommentare
12 <10% Beantwortung
24 ≠ Zielgruppe
1 wegen offensichtlicher falscher
Antworten mit queerfeindlichen
Aussagen
707 auswertbare Datensätze 34 auswertbare Datensätze
10
Ergebnisdiagrammen findet sich im Anhang des Zwischenberichts. Die Aufbereit ung beider
Fragebögen in Form von Diagrammen erfolgen mit dem Abschlussbericht voraussichtlich im
Sommer 2025.
Auswertung der Freitextfelder
Ein weiterer Arbeitsschritt bestand in der Sichtung der Freitextfelder. So wurden bis zum
aktuellen Zeitpunkt alle Freitextfelder beider Fragebögen gesichtet und thematisch geclustert,
um zu analysieren, welche Themenschwerpunkte vermehrt auftreten. Bei der Sichtung der
Freitextfelder wurden Bedarfe und konkrete Maßnahmenideen herausgefiltert, um diese in die
Tabellen zu den Zwischenergebnissen aus den Handlungsfeldern einzupflegen.
Die Teilnahme an den Freitextfelder im Fragebogen A verteilte sich wie folgt:
Nutzung der Freifelder in den Fragebögen
Fragebogen A Fragebogen B
11 Freifelder mit insgesamt 748
Kommentaren
pro Feld Ø. 68 Kommentare
Somit nutzen Ø. 9,6% der
Teilnehmenden die Freifelder.
Die zwei meistgenutzten Felder sind:
„Grund, keine Strafanzeige zu
stellen
“ 193 Kommentare (27,3% der
Teilnehmenden)
„Sport, Kultur, Freizeit und
Sichtbarkeit von LSBTIQ* im
Stadtbild“ 110 Kommentare (15,6%
der Teilnehmenden
6 Freifelder mit insgesamt 40
Kommentaren
pro Feld Ø. 7 Kommentare
somit nutzen Ø.20,6% der
Teilnehmenden die Freifelder
Die zwei meistgenutzten Felder sind:
„Was sind Ihre Ideen, um mehr
Sichtbarkeit von LSBTIQ* im
Stadtbild zu schaffen?“ mit 15
Kommentaren (44,2% der
Teilnehmenden)
„Möchten Sie uns noch etwas
mitteilen?“ mit 12 Kommentaren
(35,3% der Teilnehmenden)
Baustein 5: Qualitative Erhebungen:
Der fünfte und letzte Baustein der Bedarfsermittlungsphase besteht aus zwei
unterschiedlichen Formaten:
„Sicherheit(s)gefühl von FLINTA* und Queers im öffentlichen Raum.“
„Queer Vision“ Bedarfserhebung auf dem CSD
Sicherheit(s)gefühl von FLINTA* und Queers im öffentlichen Raum.“
Bei der Erhebung mit dem Fokus auf den öffentlichen Raum, wurde mit Unterst ützung von
zwei Studentinnen der Sozialen Arbeit und Geographie eine Mapping-Strategie entwickelt, mit
deren Hilfe die Themen „Angstraum“ und „sicherer Raum“ erhoben und glei chzeitig eine
Sichtbarkeit für bereits bestehende queere Angebote geschaffen werden sollte. Letzt eres
gelang durch die Integration des vom Amt für Gleichstellung und dem Katasteramt e rstellten
„Queer Guides“. Die Erhebung fand in Form einer Metaplanwand statt, auf welcher folgende
Punkte vertreten waren:
Definition von Angsträumen und sichereren Räumen
Münsterkarte mit integriertem Queer Guide
rote und grüne Punkte zum Markieren von Angsträumen und sichereren Räumen
11
Freifeld mit der Überschrift „Was braucht es, um dich im öffentlichen Raum sicher zu
fühlen?“
Zettel mit der Frage nach eigener Definition von Angsträumen und siche reren Räumen,
sowie eine Box für den anonymen Einwurf
Es wurden mehrere Träger mit Expertise im Bereich LSBTIQ* angefragt, ob in deren
Räumlichkeiten die Metaplanwände stehen könnten. Da auch Daten für den Aktionsplan
Istanbul Konvention gesammelt werden sollten, wurden auch Beratungsstellen für Frauen
adressiert. Schlussendlich konnte die Metaplanwand in dem Zeitraum von drei Wochen im
April 2024 in folgenden Räumlichkeiten stehen: Trans*-Inter*-Münster e. V., Track LSBTIQ*
Jugendzentrum und Beratungsstelle VSE, Frauen helfen Frauen e. V., Fachst elle für
Sexualität und Gesundheit Aidshilfe e. V.
12
Mit diesem Baustein wurde ein bewusst anonymes und niedrigschwelliges Format gewählt.
Aussagen über die Anzahl der Teilnehmenden sind daher nicht möglich. Es wurden ca.104
Punkte geklebt. Darüber hinaus wurden 14 Wortbeiträge in dem anonymen Briefkasten
abgegeben.
Markierungen auf der Karte
Im folgenden Abschnitt werden die Punkte aufgelistet, bei denen es zu sogenannten
Clusterbildungen gekommen ist. Aufgeführt werden alle Punkte, die von mehr als einmal
gesetzt wurden.
Hier ein Auszug von einzeln bepunkteten Orten, die auch als sicherer empfunden werden:
Cactus Junges Theater, Promenade, Botanischer Garten, Schlossgarten, Schloss, F24, Café
Malik, ULB, Aaseeterrassen, Institut für Politikwissenschaften, Baracke, Süd park und
Hansaring.
Beim Thema Angsträume kam es vermehrt zu vereinzelten Markierungen. Eini ge konnten
hierbei nicht klar zugeordnet werden.
Als Angsträume wurden folgende Orte einzeln markiert. LWL-Klinik und U niversitätsklinikum,
Hafenstraße, Rathaus / Stadthaus 1, Stadtbücherei, Aaseekugeln, Polizeipräsidium,
Klostergarten, Wasserschutzpolizei, Stadtbad Mitte und Ost, Franzisk us-Hospital, Mauritz
Friedhof und Bauhaus.
Bei der Auswertung der Markierungen wird beachtet, dass einzelne Punkte mögliche rweise
auf subjektive Einzelerfahrungen zurückzuführen sind und nicht zwingend auf Phänomene
schließen lassen, die eine größere Gruppe betreffen.
Ausblick
Im Rahmen der Auswertung der Ergebnisse fand bereits ein Austausch mit der
Nachtbürgermeisterin der Stadt Münster statt, bei dem es insbesondere um mö gliche
Synergieeffekte mit dem Aktionsplan LSBTIQ* und der Istanbul-Konvention ging. Für die
Zukunft sind hier folgende Verknüpfungen angedacht:
Vernetzung und Verknüpfung bei den Planungen zu einem Meta-Awareness Konzept
der Stadt Münster
Sicherere Räume (Safer Space) Angsträume
Warendorfer Straße: Cinema
& Kurbelkiste
2 Punkte Friesenring:
Polizeipräsidium
2 Punkte
Hammer Straße: T-I-MS. e. V 3 Punkte Am Hawerkamp:
Clubs
3 Punkte
Schaumburgstr.:
Livas e.V, FSG Aidshilfe e. V
3 Punkte Windthorstraße 3 Punkte
Friedrich-Wilhelm-Weber-
Straße: LWL-Klinik
3 Punkte Engelschanze 2 Punkte
Am Hawerkamp: KCM 3 Punkte Hbf. Vor- und
Rückseite
Ca. 12 Punkte
Boelckeweg: Gazo 4 Punkte
Aegidimarkt: SpecOps 4 Punkte
Herwarthstraße: Leo16 ca. 10 Punkte
13
Umsetzung von Maßnahmen in beiden Aktionsplänen
Teilnahme an regelmäßig Austauschen zum Thema öffentlicher Raum
Neben der Zusammenarbeit mit den Nachtbürgermeister*innen ist perspektivisch die
Kontaktaufnahme mit den Sachbearbeiter*innen des INSEKs („integriertes städ tebauliches
Entwicklungskonzept Münster Innenstadt 2023“) aus dem Dezernat für Pla nung, Bau und
Wirtschaft vorgesehen. Bei der INSEK Erarbeitung hatte bereits eine Beteili gung des Amtes
für Gleichstellung stattgefunden, perspektivisch soll geprüft werden, ob und wie die Ergebnisse
der vorliegenden Erhebung in die im INSEK beschlossene Maßnahme „4.59. Erstellung
„Konzept gegen Angsträume“ einfließen können und auf welche Weise Synergieeffekte
zwischen dem INSEK und den Aktionsplänen LSBTIQ* und Istanbul-Konvention denkbar sind.
„Queer Vision“ Bedarfserhebung auf dem CSD
Das zweite Format des
Bausteins „qualitative
Erhebung“ wurde entwickelt,
nachdem sich bei der
Auswertung der
soziodemografischen Daten
des Fragebogens
herausstellte, dass
insbesondere die Gruppe der
Jugendlichen
unterrepräsentiert war.
Gepaart mit mehrfachen
Rückmeldungen einer
zunehmenden Queerfeindlichkeit im schulischen Kontext von Seiten der freien Träger in
Münster sowie von Mitarbeiter*innen des bundesweiten LSBTIQ*-Netzwerkes, soll bei dem
Format der Fokus auf jugendliche Lebenswelten und die Themen Schule und Freizeit gelegt
werden. Die Befragung ist für den CSD in Münster am 24.08.2024 geplant. Die Ergebnisse
werden im Abschlussbericht vorgestellt.
Zwischenergebnisse in den Handlungsfeldern und Querschnittsthemen
Die Bedarfe aus den einzelnen Bausteinen wurden in den Tabellen im Anhang
zusammengefasst und entsprechend ihrer Herkunft gekennzeichnet.
In allen Handlungsfeldern wurde sowohl in den AGs als auch den Fragebögen auf ein e
steigende Queerfeindlichkeit hingewiesen. Ebenfalls auf beiden Ebenen wurde die Forderung
nach dem Erhalt von Schutzräumen (Gazo, Paul-Gerhardt-Haus) und der Bedarf nach mehr
finanziellen Ressourcen für den Auf- und Ausbau von Angeboten geäußert. Als weiterer
wichtiger Punkt wurde das Empowerment der queeren Community u. a. durch den Ausba u
von Selbstorganisationen angesehen. Durch die Vernetzung von Akteur*innen untereinander
soll Diversitätssensibilität vorangetrieben werden, welche langfristig dem Abbau von
Diskriminierungen dienen soll. Wie die auf den nächsten Seiten folgende Tabellen zeigen, zog
sich auch das Thema „Fortbildungen für Fachkräfte“ durch alle Handlungsfelder, da auf dieser
Ebene queere Menschen häufig Ausgrenzungserfahrungen machen. In allen Arbei tsgruppen
kristallisierte sich heraus, dass LSBTIQ*-freundliche Strukturen meist von einzelne n
interessierten und / oder queeren Personen vorangetrieben und somit nicht von allen getragen
werden. Durch die strukturelle Verankerung von queerfreundlichen Haltungen und
14
Handlungen z. B. in Leitbilder oder Konzepte der jeweiligen Organisatione n können
Ermessensspielräume vermieden und eine flächendeckende Gleichstellung unabhängig von
sexueller oder geschlechtlicher Identität angestrebt werden. Ein weiteres Thema, das sowohl
im Fragebogen als auch in den Arbeitsgruppen genannt wurde, ist der Bedarf an k onkreten
Ansprechpersonen für die Koordination queerer Angebote in Münster und eine Meldestelle für
Queerfeindlichkeit.
Die Bearbeitung der Querschnittsthemen hat innerhalb der Handlungsfelder stattgefunden. Die
Arbeitsgruppe Intersektionalität traf sich vor den Terminen der anderen AG s und besprach
eine Checkliste, die im Arbeitsprozess aller Arbeitsgruppen im Hintergrund mitlau fen sollte.
Hierbei wurden u. a. diese Punkte festgehalten:
mit den Menschen reden nicht über sie
Welche Zugänge gibt es für die unterschiedlichen Zielgruppen?
Muss die „Komm-Struktur“ in Frage gestellt werden? Ist diese sinnvoll & zielführend?
Welche Alternativen / Ergänzungen gibt bei Angebotsstrukturen? (Öff nungszeiten,
Anfahrtswege, Barrierefreiheit)
Bei den Themen Inklusion, Migration und Gesundheit wurde insbesondere auf die m ögliche
Verschränkung und die damit verbundenen Herausforderungen hingewiesen, die
insbesondere die Barrierefreiheit adressieren. Auch der Schutz von LSBTIQ* mit
Fluchthintergrund und die sichere Unterbringung in Flüchtlingsunterkünften wurden
hervorgehoben. Bei der „Fokus-Werkstatt Aktionsplan LSBTIQ*“ wurde das Thema Zugang für
mehrfach marginalisierte Personengruppen nochmals fokussiert. Hier ein Auszug der
ergänzten Punkte:
Community-Leader als „Gatekeeper” identifizieren
Alle Beratungsstellen, Netzwerke, Hilfsstrukturen und Ämter stellen eine Verbindung
zur Community her.
Barrierearme/-freie und partizipative Veranstaltungen
Als Gäste in bestehende Strukturen gehen und informieren.
Begonnene Prozesse
Während des ersten Jahres der Erarbeitung des Aktionsplans LSBTIQ* konnten bereit s
Fortschritte in Bezug auf den Abbau von Diskriminierungen von LSBTIQ* Personen erzielt
werden. Dazu zählen u. a. folgende:
Im Handlungsfeld „selbstbestimmtes Älterwerden und Pflege“ konnte Kontakt
zum Netzwerk „Starke Pflege“ hergestellt werden. Inhalte aus dem Aktionsplan werden
so durch eine*n Multiplikator*in in das Netzwerk gespielt. Der Queer Guide wurde auf
der Internetseite des Sozialamtes in die Rubrik „Senioren und Seniorinnen“
aufgenommen.
Durch die Implementierung des Queer Guides in den Fragebogen und die Erhebung
zur Sicherheit im öffentlichen Raum konnte die Sichtbarkeit erhöht werden. Mi t Hilfe
der stetigen Vernetzung mir Akteur*innen konnten darüber hinaus neue Angebote in
den Queer Guide aufgenommen werden.
Es gab Verknüpfungen mit dem „ Arbeitsplan zur Gleichstellung und
Gleichberechtigung von Menschen aller geschlechtlichen Identitäten“ (2020-2023),
indem das Netzwerk sexuelle und geschlechtliche Vielfalt als wichtiger Resonanzraum
bei der Fragebogenentwicklung genutzt wurde, Formulare der Stadt Münster in Bezug
auf die Geschlechtseinträge angepasst wurden, mehr Sichtbarkeit von LSBTIQ*
Lebenswelten im Stadtbild erreicht wurde und Fortbildungsangebote für städtische
Mitarbeitende zu LSBTIQ* Themen etabliert wurden.
15
Im Bereich Gewaltschutz und Antidiskriminierung konnte ein Gespräch mit
Vertreter*innen der queeren Szene und der LSBTIQ*-Ansprechperson der
Staatsanwaltschaft stattfinden Des Weiteren fand im August 2024 ein Gespräch mit
den neuen Ansprechpersonen für die queere Community bei der Polizei statt. In
diesem Rahmen konnten die erhobenen Daten des Fragebogens vorgestellt und
diskutiert werden.
Darüber hinaus fanden mehrere Gespräche zum Thema Synergieeffekte des
Aktionsplans LSBTIQ* und der Istanbul-Konvention statt. Zum Thema
Gewaltschutz im Kontext häuslicher Gewalt wurde festgestellt, dass es den
Gewaltberatungsstellen meist an Queer-Expertise mangelt und den queeren
Beratungsstellen an Gewaltschutzkompetenz. Um diese beiden Pole zu verbinden, soll
es im Oktober im Rahmen des Netzwerks sexuelle und geschlechtliche Vielfalt einen
ersten Aufschlag geben, indem ein Input zum Thema „Anti-Gewaltarbeit für LSBTIQ*
Personen“ geplant ist. Neben dem Input sollen bei der Veranstaltung Gewaltschutz-
und Queerexpert*innen miteinander vernetzt werden. Eine Weiterentwicklung der
Beratungsangebote für LSBTIQ* Personen, die Gewalt erfahren haben, soll im Kontext
der Maßnahmen beider Aktionspläne erfolgen.
Beim Thema Freizeit und Sport hat das Amt für Gleichstellung an der Arbeitsgruppe
„TiN* und Frauenschwimmen“ teilgenommen. Nach zwei Pilotphasen besteht der
Wunsch der Teilnehmenden an einem Ausbau und der Verstetigung des Projektes.
Im Handlungsfeld „Erwerbsleben und Freizeit“ konnten die eigenen Formate der
Stadt Münster sichtbarer gemacht werden, indem Flyer für den Stammtisch „LSBTIQ*“
vom Personal- und Organisationsamt auf Jobmessen verteilt wurden und in der Juni-
Ausgabe der Mitarbeitendenzeitschrift „Forum Intern“ ein Artikel zum Thema „Was
bedeutet ein queerfreundliches Klima am Arbeitsplatz?“ erschien. Im November 2024
wird in Kooperation mit der Landesstelle „Unternehmen Vielfalt“ eine Veranstaltung
zum Thema „Diversitymanagement in Unternehmen“ mit dem Schwerpunkt sexu elle
und geschlechtliche Vielfalt stattfinden. Eingeladen sind alle Organisati onen und
Unternehmen, die Interesse haben, queerfreundlicher zu arbeiten.
Der Aspekt der Sichtbarkeit von LSBTIQ* spielt im Rahmen des Aktionsplans eine
zentrale Rolle. Durch die Bewerbung der stadtweiten Umfrage, wurden viele Menschen
und Medien aufmerksam. So fanden z. B. Interviews zum Thema Aktionsplan LSBTIQ*
mit dem Magazin „draußen“ und dem Studierenden-Radio „Q“ statt.
Arbeitsphase 3: Ziel- und Maßnahmenentwicklung September 2024 -
Frühjahr 2025
Die dritte Arbeitsphase wurde im Juni 2024 mit der Fokus-Werkstatt zum Aktionsplan LSBTIQ*
eröffnet. Im Rahmen der Beteiligungsveranstaltung wurden Zwischenergebnisse präsentiert
und der Fokus auf einzelne identifizierte Bedarfe gelegt, um in diesem Rahmen mögliche
Maßnahmen zu diskutieren. Die Ergebnisse sind bereits in die Tabellen der
Zwischenergebnisse eingeflossen. Parallel zur Entwicklung von Zielen und Maßnahmen
erfolgt weiterhin die Auswertung der Datensätze, die eine wichtige Grundlage für die
Erarbeitung der Maßnahmen darstellen. Ab September 2024 wird es weitere
Arbeitsgruppentreffen geben, in denen die Maßnahmen konkretisiert werden. Um all e
Dezernate und Ämter nachhaltig einzubinden, werden im Winter 2024 und Frühjahr 2025
verwaltungsinterne Abstimmungsgespräche stattfinden.
Auf Grundlage der bisher gesammelten Bedarfe sowie Impulse für die Ziel- und
Maßnahmenentwicklung zeichnen sich aktuell in folgenden Handlungsfelder potenziell e
Maßnahmen ab:
16
Weitere intensive und koordinierte Vernetzungsarbeit aller zivilgesellschaftlichen
Akteur*innen,
Auf- und Ausbau von- Fortbildungsangeboten für Fachkräfte,
Sichtbarkeitskampagnen z. B. Vielfalts-Botschafter*innen für Münster,
Ausbau von Beratungsangeboten und die Etablierung einer Meldestelle
Queerfeindlichkeit
Arbeitsphase 4: Verfassen des Abschlussberichts zum Aktionsplan
LSBTIQ* ab Frühjahr 2025
Die letzte Arbeitsphase mündet in einer Beschlussvorlage, die den politischen Gremi en vor
den Sommerferien 2025 vorgelegt wird. Diese umfasst die Dokumentation der Arbeitsphasen,
die nach dem Zwischenbericht erfolgen werden und eine Übersicht über Maßnahmen als eine
Empfehlung für die Beratung in den politischen Gremien.
Anhang
Auf den nächsten Seiten finden sich Tabellen mit den erhobenen Daten aus den Bausteinen
Interviews, Arbeitsgruppen, quantitative Fragebogenerhebung und Veranstaltungen mi t
Beteiligungscharakter. Es handelt sich bei den Impulsen und potenziellen Maßnahmen explizit
um Zwischenergebnisse und nicht um bereits beschlossene Maßnahmen. Die Tabellen dienen
als Grundlagen für den Arbeitsprozess der Ziel- und Maßnahmenbildung. Im Anschluss an die
Tabellen, folgt ein kleiner Auszug aus Ergebnisdiagrammen des Fragebogen A.
17
18
19
20
21
22
Ergebnisdiagramme Fragebogen A
Ergebnisse aus der Rubrik Diskriminierungserfahrungen
23
24
Ergebnisse Rubrik: Strafanzeige und queersensible Pflege
Anlage A
1562 Zeichen
Anlage A zur V/0451/2024 Kurzüberblick Zwischenbericht zum Aktionsplan LSBTIQ*, Auftrag aus dem AGL (zum Ratsantrag A- R/0005/2022). Gesamtübersicht der Arbeitsschritte und Bericht über die Zwischenergebnisse der Arbeitsschritte von August 2023 bis Juni 2024. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Mit der Vorlage wird das Ziel verfolgt, einen Überblick über die Zwischenergebnisse der Erarbei- tung des Aktionsplans LSBTIQ* zu geben. Die Erstellung des Aktionsplans ist in vier Phasen auf- geteilt. Die Planungsphase ist bereits abgeschlossen, die Bedarfsermittlung wurde im Juni 2024 beendet. Nach der Maßnahmenentwicklung im Winter 2024 / Frühjahr 2025, soll der Aktionsplan im Sommer 2025 fertiggestellt und dem AGL vorgelegt werden. Finanzierung Produktgruppe: 01 04 Gleichstellung aller Geschlechter Auswirkungen auf den Ergebnisplan x Ja Nein Auswirkungen auf den Finanzplan x Ja Nein Im beschlossenen (Nachtrags-)Haushaltsplan 2024 enthalten? x Ja Nein teilw. Im Entwurf des (Nachtrags-)Haushaltsplan 2025 enthalten? x Ja Nein teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? x Ja Nein Bereits veranschlagt? Ja x Nein Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig x vollständig freiwillig Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Das Ziel der Umsetzung des Aktionsplans LSBTIQ* entspricht den Zielen der Produktgruppe 01 04 –Gleichstellung aller Geschlechter.
Beratungsverlauf (3)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (12)
- Hafenstraße
- Warendorfer Straße
- Hammer Straße
- Schaumburgstraße
- Herwarthstraße
- Hansaring
- Friesenring
- Boelckeweg
- Am Hawerkamp
- Friedrich-Wilhelm-Weber-Straße
- Schlossgarten
- Promenade
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- V/0451/2024
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 28.08.2024
- Erstellt
- 22.07.2024 12:48