2025/0093
Aktuelle Situation in der Kindertagesbetreuung in Darmstadt und weiteres Vorgehen nach Anpassung des Moduls D ab 1. Mai 2025
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Punkt 10: Aktuelle Situation in der Kindertagesbetreuung in Darmstadt und weiteres Vorgehen nach Anpassung des Moduls D ab 1. Mai 2025 (V-Nr. 2025/0093) Der Vorlage wird zugestimmt. Stimmenthaltung: UFFBASSE und Stadtv. Pingel
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Punkt 6: Aktuelle Situation in der Kindertagesbetreuung in Darmstadt und weiteres Vorgehen nach Anpassung des Moduls D ab 1. Mai 2025 (V-Nr. 2025/00963) Der Ausschuss empfiehlt der Stadtverordnetenversammlung, der Vorlage zuzustimmen. Stimmenthaltung: UFFBASSE
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Punkt 7: Aktuelle Situation in der Kindertagesbetreuung in Darmstadt und weiteres Vorgehen nach Anpassung des Moduls D ab 1. Mai 2025 (V-Nr. 2025/0093) Der Ausschuss für Soziales empfiehlt der Stadtverordnetenversammlung, der Vorlage zu-zustimmen. Stimmenthaltung: Fraktion UFFBASSE
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- 2 -
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
26.03.2025
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat II an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Dezernat I
Amt: Jugendamt
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
I 10.1
II 51 JHA
Stvv
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2025/0093
Magistratsbeschluss -Nr.
117
Internetfähig
Produkt-Nr.:
Kostenstelle: Investitionsnummer:
Kostenträger: Sachkonto:
Betreff: Aktuelle Situation in der Kindertagesbetreuung in Darmstadt und weiteres Vorgehen
nach Anpassung des Moduls D ab 1. Mai 2025
Vorlage vom: 18.03.2025
Beschlussvorschlag :
1. Der vorliegende Verfahrensvorschlag unter Gliederungspunkt 4. im Begründungstext zur
Beendigung der befristeten Maßnahme der Reduktion des Modul D stadtweit wird
beschlossen.
2. Das Jugendamt wird beauftragt, die Kindertagesstätten in städtischer Trägerschaft über
die vorhandenen Beratungs - und Unterstützungsr essourcen in den jeweiligen
Sozialräumen und Möglichkeiten zum Ausbau der Kooperationen zu informieren.
3. Das Amt für Interne Dienste wird beauftragt, die Beratung und Begleitung der
Auszubildenden und der Berufseinsteiger*innen auszubauen.
- 3 -
4. Die über das Programm „Starke Teams, starke Kitas“ befristet eingerichtete Stelle einer
Verwaltungskraft im Jugendamt zur Entlastung der Leitungskräfte in Kitas städtischer
Trägerschaft soll weiterhin für den Förderzeitraum fortgesetzt werden. Da die hessi sche
Landesregierung beschlossen hat, dass das Programm „Starke Teams, starke Kitas“
angepasst und fortgesetzt wird , wird das Jugendamt beauftragt, die notwendigen Anträge
im Rahmen des Förderprogramms des Landes Hessen einzureichen.
5. Die bestehenden ämte rübergreifenden Bemühungen zur Gewinnung und Haltung von
Fachkräften für Kitas in städtischer Trägerschaft werden intensiviert.
Anlagen:
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
Zusätzlich für alle Vorlagen aus dem Bereich des Hochbaus anzugeben:
Klimarelevanz des Vorhabens:
Auswirkungen auf Stadtklima: ja nein
Auswirkungen auf THG -Emissionen: gering1) mittel/groß 2)
Beteiligung Amt f. Klimaschutz & Klimaanpassung: ja nein
Zusätzlich bei Beschlüssen zur Baufreigabe:
Wurden Optimierungspotentiale ausgeschöpft? ja nein
Falls nein, Kompensationsmaßnahmen festgelegt? ja nein
1) bis 10 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente (CO2e) pro Jahr, 2) über 10 Tonnen CO2e pro Jahr.
Beschluss des Magistrats vom 26.03.2025
Der Vorlage wird zugestimmt.
- 4 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 18.03.2025
In nahezu allen Kindertageseinrichtungen in Darmstadt wurde vom 1.11.2024 bis
30.04.2025 das Betreuungsmodul D, das bis zu 50 Betreuungsstunden pro Woche vorsieht
auf bis zu 45 Stunden pro Woche reduziert. Diese Maßnahme h atte zum Ziel, das Kita -
System zu stabilisieren und eine bessere Planbarkeit bei der Betreuung der Kinder zu
ermöglichen.
Hintergrund für die befristete Maßnahme war, dass es im Vorfeld immer wieder zu
unterschiedlichen Einschränkungen im Kitabetrieb in Darmstadt kam, stadtweit und
trägerübergreifend. Diese Einschränkungen zeigten sich durch kurzfristige Schließungen an
einzelnen Tagen oder reduzierten Betreuungszeiten von unterschiedlicher Dauer.
Die Maßnahme war das Ergebnis intensiver Gespräche in de r Kita-Trägerkonferenz .
Vorangegangen war ein e zweimonatige Auswertung der Nutzung der Früh - und Spätdienste in
den Monaten Mai und Juni 2024 in allen Kitas in Darmstadt. Die Auswertung hat deutlich
gemacht, dass die Früh - und Spätdienste unterschiedlich s tark gebucht werden, in der Regel
aber gering ausgelastet sind. Um den tatsächlichen Betreuungsbedarf der Familien besser
abzudecken und den aktuellen Herausforderungen aufgrund des Fachkraftmangels zu
begegnen, wurde die Maßnahme der Reduktion des Modul D zur Erprobung eingeführt.
Hintergrund war auch die nahende Winterzeit, in der von erhöhten Krankenständen
ausgegangen werden kann.
Die Öffnungszeiten der Kitas wurden während der Zeit der Reduktion des Moduls D unter
Berücksichtigung der Bedarfe der Elte rnschaft, der Fachkräftesituation in den jeweiligen
Teams und der somit vorhandenen Kapazitäten festgelegt. Die Elternbeiräte wurden an
diesem Prozess beteiligt.
Bereits mit der Einführung der zeitlich befristeten Maßnahme wurde angekündigt, dass die
Maßnahme ausgewertet und ein Feedback aller Beteiligten eingeholt wird, um für die Zeit ab
1. Mai 2025 weitere Entscheidungen treffen zu können.
1. Hintergründe für die Maßnahme und zur aktuellen Situation:
Die Platzzahlen in der Kindertagesbetreuung in Darmstadt haben sich in den letzten 10
Jahren stark erhöht, insbesondere im U3 -Bereich.
Die Platzzahlen im Bereich der Kinder unter drei Jahren in Kitas in städtischer Trägerschaft
hat sich von 2015 bis 2024 von 236 Plätze auf 349 Plätze erhöht, was einer prozentualen
Erhöhung von 47,88 % entspricht (hierbei ist die Kindertagespflege nicht berücksichtigt).
Die Platzzahlen im Bereich der Kinder über 3 Jahren in Kitas in städtischer Trägerschaft hat
sich von 2015 bis 2024 von 1.419 Plätze auf 1.846 Plätze erhöht. Dies entspricht einer
prozentualen Erhöhung um 29,88%. Die Zahl der Kitas in städtischer Trägerschaft hat sich
auf 31 erhöht. Zwei weitere Kitas in städtischer Trägerschaft sind in der Planung bzw. im
Bau (Kita Ludwigshöhviertel Nord und Kita Havelstraße). Auch ist zu bemerken, dass die
neuen Einrichtungen größer ausgerichtet sind als früher.
Die Anzahl der pädagogischen Kräfte in den Kitas in städtischer Trägerschaft hat sich in den
letzten zehn Ja hren um rund 75 % erhöht , bedingt durch den quantitativen Ausbau sowie
durch die qualitative Weiterentwicklung der gesetzlichen Grundlagen im SGB VIII, HKJGB und
KiFöG.
- 5 -
Im Jahr 2015 verfügten die Kitas in städtischer Trägerschaft über 269,65 Vollzeitäquiv alente
(VZÄ) gemäß Stellenplan inklusive Personal für Einzelintegrationsmaßnahmen in Höhe von
8,00 VZÄ. Die Zahl wuchs bis zum Jahr 2024 auf 478,79 VZÄ im Stellenplan in klusive 19,50
VZÄ Personal für Einzelintegrationsmaßnahmen und 18,00 VZÄ Sprachfachkräf te, was einer
durchschnittlichen Steigerung des Personalkörpers in den Kitas pro Jahr von ca. 6,585 %
entspricht. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass es sich um Stellen im Stellenplan handelt,
nicht alle dieser Stellen sind real besetzt.
Jenseits des Aus baus an Räumen, Plätzen und Personal hat sich die Situation der Kinder in
Bezug auf die individuellen Unterstützungsbedarfe verändert, die Kitas als Bildungsorte sind
gefordert, steigenden Bedarfen gerecht zu werden.
Der Anteil an Kindern mit besonderen F örderbedarfen in der Kita steigt (Sprache, Kognition,
Motorik, Sozial etc.), was direkte Auswirkungen auf die Anforderungen an die pädagogische
Bildungsarbeit und die hierfür notwendigen quantitativen und qualitativen
Personalressourcen hat. Die Kitas als Ort der frühkindlichen Bildung sind gefordert, die
Anforderungen an alltagssprachliche Bildung, Inklusion, Teilhabe, Medienkompetenz,
Startchancen in Schule und somit die Herstellung von Bildungsgerechtigkeit zu
gewährleisten.
Deutlich zeigt sich dies am Beispiel der steigenden Zahl der Kinder in Darmstadt, die einen
Vorlaufkurs in der Schule besuchen. Diese Zahl hat im Schuljahr 2022/23 mit 471 Kindern in
Darmstadt einen neuen Höchststand erreicht, sie lag im Schuljahr 2017/18 noch bei 347
Kindern.1
Der bundesweite Fachkraftmangel in der Kindertagesbetreuung stellt eine große
Herausforderung für alle Träger dar.
Im Verhältnis zum seitherigen Soll (410,41 VZÄ) sind bei den Kitas in städtischer
Trägerschaft 54,41 VZÄ unbesetzt, was einem Delta von 13,26 % der Soll-Besetzung
entspricht (Stichtag 14.03.2025). Mehr als jede 10. Stelle ist beim städtischen Träger
unbesetzt. Die Gesamtzahl der unbesetzten Stellen in Kitas in städtischer Trägerschaft
variiert und liegt im Durchschnitt zwischen 45 und 60 VZÄ.
Die unbesetzten Stellen bringen Mehrbedarfe und Belastungssituationen für die bestehenden
Teams. Die Erhebung zur psychischen Belastungssituation am Arbeitsplatz hat im Jahr 2021
stattgefunden und für die Kitas in städtischer Trägerschaft ergeben, dass die psychischen
Belastungslagen signifikant erhöht sind. Entsprechende Maßnahmen wurden eingeleitet,
lösen aber die grundsätzliche Belastungslage nicht auf.
2. Fachkraftmangel in der Kindertagesbetreuung, kommunale Maßnahmen und
Perspektiven:
In Darmstadt sin d trägerübergreifend zahlreiche Fachkraftstellen vakant. Die Träger
unternehmen erhebliche Anstrengungen, um den Erhalt der bestehenden Teams
sicherzustellen, Überlastungen durch regelmäßige Überstunden zu vermeiden und die
Arbeitsbelastung der Fachkräfte nicht weiter zu steigern.
Bundesweite Erhebungen verdeutlichen, dass eine strukturelle Verbesserung der
Arbeitsbedingungen in Kindertageseinrichtungen erforderlich ist, um eine langfristig stabile
und verlässliche Betreuungsqualität zu gewährleisten. Aktu elle Studien weisen darauf hin,
1 Quelle: Datenfortschreibung 2022 des 1. Bildungsberichts der Wissenschaftsstadt
Darmstadt
- 6 -
dass derzeit bundesweit ein Defizit von etwa 125.000 Fachkräften im Bereich der
frühkindlichen Bildung und Betreuung besteht. 2
In der Stadtverwaltung Darmstadt wurde bereits eine Vielzahl an Maßnahmen zur
Verbesserung der Personalsituation in den Kitas in städtischer Trägerschaft ergriffen. Zur
Personalgewinnung erfolgt eine Dauerausschreibung über die verschiedenen Kanäle der
Wissenschaftsstadt Darmstadt, außerdem wurde ein Akquise -Video produziert und in den
sozialen Medien veröffentlicht sowie eine Fachkraftkampagne im Jahr 2023 mit dem Titel
„Ihre Zukunft beginnt mit Dir.“ umgesetzt. Die Kampagne bestand aus Bannern auf dem
Heinerfest, aus digitalen Bannern auf dem Schlossgrabenfest, Plakaten, Fahrgast -TV im
öffentlichen Nahverkehr, Bus -Beklebung, Großflächenplakaten und Anzeigen.
Zur nachhaltigen Personalentwicklung und -bindung stehen verschiedene kontinuierliche
Maßnahmen zur Verfügung. Für Praxisanleitungen werden spezifische
Fortbildungsprogramme angeboten, die eine gezielte Qualifizierung sicherstellen. Zudem gibt
es ein breites Spektrum an Weiterbildungsangeboten für die Teams, während die
Unterstützung durch die Fachabteilung Kinderbetreuung weiter ausgebaut wurde.
Die Fachberatung für Kindertageseinrichtungen in städtischer Trägerschaft adressiert gezielt
fachliche Bedarfe und bietet individuelle Beratung und Unterstützung an. Darüber hinaus hat
die Entscheidung der Stadt, das Sprachkita -Programm nachhaltig zu verstetigen, maßgeblich
zur langfristigen Bindung von Fachkräften beigetragen. Dass die Landesregierung eine
Verlängerung der Zuschüsse bis einschließlich 2026 zugesagt hat, ist positiv.
Zur gezielten Unterstützung der Kitaleitungen in ihrer Führungsrolle und zur kon tinuierlichen
Weiterqualifizierung im Bereich der Personalführung werden fortlaufend spezialisierte
Angebote bereitgestellt. Seit 2021 besteht die Fortbildungsreihe „Leitungsqualifikation“, die
auf einem eigens entwickelten Curriculum basiert und erfolgrei ch verstetigt wurde.
Ergänzend wurde 2023 die „Führungswerkstatt“ etabliert, die speziell für Absolvent*innen
der Leitungsqualifikation konzipiert ist. Beide Formate sind darauf ausgerichtet,
Leitungsteams in ihrer professionellen Entwicklung und Führungsk ompetenz nachhaltig zu
stärken.
Zusätzlich steht den Kitaleitungen eine kontinuierliche Beratung und Unterstützung durch die
Fachabteilung Kinderbetreuung insbesondere bei Fragen der Personalführung sowie die
Personalstelle im Jugendamt zur Verfügung. Die se strukturierten Maßnahmen tragen
maßgeblich zur Qualifizierung, Professionalisierung und langfristigen Stabilisierung der
Leitungsstrukturen in den Kindertageseinrichtungen bei.
Die Abteilung Kinderbetreuung hat ein Verfahren zum On - und Offboarding ent wickelt,
aufbauend auf dem vorhandenen städtischen Rahmen. Dieser Prozess gibt
Handlungssicherheit und Transparenz. Neue Kitaleitungen werden im Rahmen der
Einarbeitung eng von der Abteilung Kinderbetreuung mit Gesprächsangeboten und
Hospitationen begleite t. Jede Person, die aus einer Kita in städtischer Trägerschaft
ausscheidet, erhält durch die Fachabteilung ein Gesprächsangebot.
Eine Steigerung der Attraktivität der Ausbildung erfolgt für die städtischen Kitas durch eine
engmaschigere Begleitung der Au szubildenden seit rund 1,5 Jahren. Außerdem existiert eine
gute Kooperation mit allen Fachschulen, die kontinuierlich gepflegt wird. Die Fachabteilung
2 Quelle: Kita Bericht 2024 des Paritätischen Gesamtverbandes
- 7 -
wirkt an Fachbeiräten mit. Außerdem wurde ein dualer Studienplatz im Oktober 2024 neu
eingerichtet. Die M öglichkeit des Quereinstiegs wird weiter ausgebaut. Die Bereitschaft zur
Ausbildung ist in den Kitas in städtischer Trägerschaft, trotz der vorhandener
Herausforderungen, weiter hoch. Für die praxisintegrierte vergütete Ausbildung (PivA) stehen
in 2025 insgesamt 37 Plätze zur Verfügung, davon sind derzeit 15 Plätze besetzt. Im August
2025 werden weitere PivA -Plätze belegt.
Parallel dazu werden Maßnahmen zur Entlastung der pädagogischen Fachkräfte intensiv
vorangetrieben. Insbesondere die Übertragung nicht -pädagogischer Aufgaben auf
entsprechend geschultes Personal wird regelmäßig überprüft und weiterentwickelt. Der
zunehmende administrative Aufwand in den Kitas stellt eine Herausforderung dar,
insbesondere vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels.
Viele dieser Tätigkeiten werden von pädagogischen Mitarbeitenden übernommen, deren
eigentliche Expertise im Bildungsbereich liegt oder von Kolleg*innen mit anderen beruflichen
Hintergründen. Eine gezielte Entlastung durch administra tive Unterstützungskräfte ist daher
essenziell, um die Fachkräfte auf ihre Kernaufgaben in der frühkindlichen Bildung zu
fokussieren und langfristig die Qualität der Betreuung sicherzustellen.
Insgesamt sind derzeit 5 Personen als Zusatzkräfte und 36 als Fachkräfte zur Mitarbeit in
den Kitas in städtischer Trägerschaft beschäftigt.
Die Bezahlung der Fachkräfte in Darmstädter Kitas erfolgt nach der EG S 8b , die Bezahlung
der Leitungskräfte in den Kitas hängt von der Größe der Einrichtung ab.
Aufgrund des bundesweiten Fachkraftmangels und trotz diverser Maßnahmen zur
Personalgewinnung und -haltung, die eingeleitet wurden, gelingt es nicht, den
Fachkraftmangel in Darmstadt wesentlich zu reduzieren.
3. Feedback zur Maßnahme Reduktion Modul D:
Aus den Rückme ldungen der Eltern von den teilnehmenden Trägern vom Februar 2025 wird
deutlich, dass die Maßnahme für die Eltern als schwierig und eher negativ erlebt wird.
Negativ wird insbesondere zurückgemeldet, dass der Stress und die Belastung auf Seiten der
Familien gestiegen sei, dass keine Anpassung der Entgelte für das Modul D erfolgt seien,
dass die Familien weniger flexibel die Betreuung nutzen könnten und dass som it die
Vereinbarkeit von Familie und Beruf schwieriger geworden sei.
Die Eltern melden positiv zurück, dass sie eine Entlastung der Fachkräfte wahrnehmen
würden, die Betreuung verlässlicher sei, die Kinder mehr Zeit mit der Familie verbringen
würden und die Qualität der Betreuung durch mehr Personal in den Kitas verbessert sei.
Die Rückmeldungen aus der Elternschaft machen deutlich, dass die negative Sicht auf die
Maßnahme überwiegt und die Familien sich als hoch belastet und gestresst wahrnehmen.
Aus den Rückmeldungen der Kitateams in den Kitas in städtischer Trägerschaft wird
deutlich, dass die Maßnahme insgesamt positiv wahrgenommen wird und zu einer positiven
Entwicklung geführt hat. Insbesondere konnte mit dem Konzept der Personaleinsatzplanung
in den Kitas in städtischer Trägerschaft die Planung und Handlungsfähigkeit der
- 8 -
Führungskräfte verbessert werden, sodass personelle Engpässe frühzeitiger und gezielter
aufgefangen werden konnten.
In der Zeit der Reduzierung kam es selten zu einer Unterschrei tung des
Mindestpersonalbedarfs (§ 25b HKJGB). Dadurch war es den Fachkräften möglich, ihren
originären Aufgaben nachzugehen, anstatt wiederholt kurzfristige Ausfälle kompensieren zu
müssen. Dies trug zu einer Entlastung des Teams und einer höheren pädagog ischen Qualität
in den Einrichtungen bei.
Negative Rückmeldungen zur Maßnahme bezogen sich insbesondere auf die Überstunden,
die aufgrund zu spät abholender Eltern gemacht werden mussten, dass keine Veränderung
der Personalsituation eingetreten sei und au f den Unmut der Familien, mit dem die
Kitateams konfrontiert werden.
Häufig wurde positiv zurückgemeldet, dass die Teamsitzungen und Vorbereitungszeiten
besser gewährleistet werden konnten, weniger Mehrarbeit und Überstunden angefallen seien,
es mehr Planungssicherheit für die Eltern gegeben habe und es zu einer Entlastung der
Mitarbeiten und mehr Zufriedenheit im Team gekommen sei.
Die positiven Rückmeldungen zu der Maßnahme überwiegen bei den Kitateams deutlich.
4. Weiteres Vorgehen ab 1. Mai 2025
Eine Fortsetzung der befristeten Maßnahme der Reduktion des Modul D stadtweit ist,
aufgrund der unterschiedlichen Wirkungen und Rückmeldungen, nicht vorgesehen. Vielmehr
werden die Rückmeldungen der Eltern und Teams gehört und die Signale bestmöglich
aufgegriffen.
Aus den Rückmeldungen wurde deutlich, dass die Bildungsarbeit nur gering verbessert, aber
die Fachkräfte gut entlastet werden konnten. Die Eltern benötigen verlässliche und möglichst
flexible Betreuungsmöglichkeiten. Die Kürzung des Modul D hat kla re Vorteile für die
Organisation der Kita und das Personal, aber sie bringt auch Herausforderungen für Kinder
und berufstätige Eltern mit sich.
Gleichzeitig bleibt der Fachkraftmangel als gravierendes strukturelles Problem für den
Betrieb der Kitas besteh en, dieser wird durch die befristete Maßnahme nicht reduziert.
Daher ist es notwendig, zum einen die gesellschaftspolitische Debatte für eine zukunftsfähige
Kitalandschaft weiter zu führen und zu konkreten, nachhaltigen Unterstützungsmaßnahmen
für den Kitabetrieb zu kommen, um diese wichtige soziale Infrastruktur für die Kinder
aufrecht erhalten zu können. Zum anderen muss eine Auseinandersetzung mit den
Veränderungen der Lebenswirklichkeiten von Familien erfolgen.
Um das flexible Angebot in den Betreuung szeiten möglichst erhalten bzw. wiederherstellen
zu können, soll ab dem 1. Mai 2025 zu den einrichtungsbezogenen Instrumenten bei
Unterschreitung des Mindestpersonalbedarfs zurückgekehrt werden.
Wenn z.B. aufgrund von Personalmangel eine längerfristige R eduzierung des
Betreuungsumfangs in einer Kita erforderlich wird, ist es zwingend notwendig, die
zuständigen Fachaufsichten sowohl in den Reduzierungsprozess als auch in die Rückkehr
zum Normalbetrieb einzubeziehen.
- 9 -
Ein zentraler Bestandteil dieses Prozesses ist die Meldung gemäß § 47 SGB VIII. Dieser
Paragraf verpflichtet Träger von Kindertageseinrichtungen, erhebliche Beeinträchtigungen
des Betriebs oder Gefährdungen des Kindeswohls unverzüglich an die zuständige
Aufsichtsbehörde zu melden. Eine so lche Meldung ist erforderlich, wenn der Personalmangel
dazu führt, dass der Mindeststandard der Betreuung nicht mehr gewährleistet werden kann
oder wenn die Einschränkungen wesentliche Auswirkungen auf die Betreuungssituation der
Kinder haben. Die Aufgaben des Trägers zur Abgabe einer Meldung gemäß § 47 SGB VIII
besteht darin, die Fachaufsicht frühzeitig zu informieren, um gemeinsam Lösungen zur
Sicherstellung der Betreuung zu erarbeiten. Außerdem muss eine Transparenz des Trägers
gegenüber der Fachaufsicht gewährleistet werden, sodass die Aufsichtsbehörde die
Auswirkungen auf die Qualität der Betreuung einschätzen kann. Außerdem sollen präventive
Maßnahmen ermöglicht werden, um einer weiteren Verschlechterung der
Betreuungssituation entgegenzuwirken. Mit di eser Meldung wird auch die rechtliche
Absicherung des Trägers gewährleistet, indem dokumentiert wird, dass Maßnahmen im
Einklang mit den gesetzlichen Anforderungen getroffen wurden.
Die Fachaufsicht übernimmt in diesem Prozess eine entscheidende Rolle, in dem sie die
Situation bewertet, Handlungsoptionen aufzeigt und bei der Umsetzung von Lösungen
unterstützt. Ebenso ist sie in die Planung und Steuerung der Rückkehr zum Normalbetrieb
einzubeziehen, um eine schrittweise und gut organisierte Wiederaufnahme de s regulären
Betriebs sicherzustellen.
Durch die Einhaltung dieser Meldepflicht und die enge Abstimmung mit der Fachaufsicht
wird sichergestellt, dass die Qualität der Betreuung trotz temporärer Einschränkungen so
weit wie möglich aufrechterhalten bleibt u nd sowohl pädagogische als auch rechtliche
Standards gewahrt werden.
In der Kommunikation ist es sehr wichtig, dass die Familien stets gut durch die
Einrichtungsleitung informiert sind und es eine enge Abstimmung zwischen dem jeweiligen
Elternbeirat und d er Kitaleitung gibt. Alle Träger sind eigenverantwortlich zuständig, ihre
Kitaleitungen ggfs. entsprechend zu schulen und die entsprechenden Abläufe bei einer
Unterschreitung des Mindestpersonalbedarfs dem Elternbeirat und nach außen zu
kommunizieren.
Um die positive strukturelle Veränderung für die Kitateams anlassbezogen nutzen zu können,
wird die Maßnahme in einen trägerspezifischen „Werkzeugkoffer“ eingefügt. Der
Werkzeugkoffer soll den Kitaträgern Möglichkeiten eröffnen, die bestehen, um bei hohen
Belastungen in Kitas aufgrund von chronischen Personalausfällen in Kitas den Betrieb
möglichst stabilisieren zu können. Dass die Maßnahme für die Kitateams positive
Entlastungseffekte bringt, ist aufgrund der Rückmeldungen der Kitateams nachvollziehbar.
Da die Auslastung der Betreuungszeiten in den Kindertagesstätten zu Beginn und am Ende
des Tages unterschiedlich stark erfolgt, ist es notwendig, einrichtungsbezogen zu prüfen,
welche Öffnungszeiten je Standort und Sozialraum benötigt werden, um die Bedarfe nach
Flexibilität der Eltern und Vereinbarkeit von Familie und Beruf bestmöglich zu gewährleisten.
Dies ist in Verbindung zu stellen mit der Frage einer effizienten Personalsteuerung.
Parallel zu den einrichtungsbezogenen Maßnahmenplänen bei Unterschreit ungen des
Mindestpersonalbedarfs sind die Aktivitäten zur Fachkraftakquise, Fachkraftbindung und die
Weiterqualifizierung von Quereinsteiger*innen zu verstärken.
- 10 -
Außerdem ist im Weiteren der Fokus auf die kurzfristigen und mittelfristigen
Verbesserungsmö glichkeiten der Arbeitsbedingungen in den Kitas zu legen.
Dies betrifft:
• Den Erhalt und Ausbau der Stelle Verwaltungskraft Kitas zur Entlastung der Kita -
Leitungen von nicht pädagogischen Aufgaben.
• Die Einführung digitaler Lösungen zur Optimierung der Ve rwaltungsprozesse der
Kitas.
• Die regelmäßige Information zu Möglichkeiten der Nutzung von Beratungs - und
Unterstützungsressourcen im jeweiligen Sozialraum und der Aufbau neuer/engerer
Kooperationen
• Der Ausbau einer Beratung und Begleitung während und nach der Ausbildung durch
das Amt für Interne Dienste (beispielswiese durch Mentoring -Programm, strukturierte
Karriereplanung, alternative Arbeitszeitmodelle etc.)
Angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels wird der größtmögliche Nutzen derzeit durch
eine ausgewogene Lösung erzielt, die sowohl Entlastungen für die Kitateams schafft, als auch
eine hohe Flexibilität in der Betreuung für Eltern gewährleistet. Entscheidend sind in diesem
Zusammenhang die Fortführung und Intensivierung des Dialogs zwischen Eltern ,
Elternbeiräten, Kitateams und Trägern. Da sich der Fachkräftemangel voraussichtlich weiter
verschärfen wird und die Anforderungen an die Betreuung konstant hoch bleiben, muss
dieser Austausch sicherstellen, dass geeignete Maßnahmen zur Stabilisierung des
Kitabetriebs identifiziert, konkretisiert und umgesetzt werden. Oberstes Ziel ist es, allen
Kindern den Zugang zu frühkindlicher Bildung und Betreuung zu sichern.
Das weitere Vorgehen wurde in Abstimmung mit dem Hauptelternbeirat (HEB) sowie der Kita -
Trägerkonferenz besprochen und als sinnvoll empfohlen.
Um die Gesamtsituation der Kinderbetreuung in Darmstadt nachhaltig zu verbessern, ist ein
umfassender Weiterentwicklungsprozess erforderlich. Dieser muss über Personalthemen
hinausgehen und verstärkt die Bedarfe von Eltern und Kindern sowie die spezifischen
Anforderungen der Sozialräume in den Blick nehmen. Nur durch eine ganzheitliche Strategie
lassen sich langfristige Lösungen für eine stabile und zukunftsfähige frühkindliche Bildungs -
und Betreuungslan dschaft entwickeln. Dazu bedarf es dringend der finanziellen
Unterstützung von Bund und Land.
Die bestehenden ämterübergreifenden Bemühungen zur Gewinnung und Haltung von
Fachkräften für Kitas in städtischer Trägerschaft werden intensiviert . Dies beinhaltet eine
Vielzahl von Maßnahmen, unter anderem die Personalakquise von ausländischen
Fachkräften, die Präsentation der Wissenschaftsstadt Darmstadt auf Ausbildungsmessen, die
Vorstellung des Berufsbildes in Schulen im Rahmen von Berufsorienti erungstagen, Werbung
auf Social Media durch Videos und Posts.
In den politischen Gremien wird weiterhin zum Thema kontinuierlich informiert und beraten
werden.
Darmstadt, den 18.03.2025
Dezernat I Dezernat II
Hanno Benz Barbara Akdeniz
Oberbürgermeister Bürgermeisterin
2025/0093
25840 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
26.03.2025
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat II an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Dezernat I
Amt: Jugendamt
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2025/0093
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.:
Kostenstelle: Investitionsnummer:
Kostenträger: Sachkonto:
Betreff: Aktuelle Situation in der Kindertagesbetreuung in Darmstadt und weiteres Vorgehen
nach Anpassung des Moduls D ab 1. Mai 2025
Vorlage vom: 18.03.2025
Beschlussvorschlag :
1. Der vorliegende Verfahrensvorschlag unter Gliederungspunkt 4. im Begründungstext zur
Beendigung der befristeten Maßnahme der Reduktion des Modul D stadtweit wird
beschlossen.
2. Das Jugendamt wird beauftragt, die Kindertagesstätten in städtischer Trägerschaft über
die vorhandenen Beratungs - und Unterstützungsr essourcen in den jeweiligen
Sozialräumen und Möglichkeiten zum Ausbau der Kooperationen zu informieren.
3. Das Amt für Interne Dienste w ird beauftragt, die Beratung und Begleitung der
Auszubildenden und der Berufseinsteiger*innen auszubauen.
- 2 -
4. Die über das Programm „Starke Teams, starke Kitas“ befristet eingerichtete Stelle einer
Verwaltungskraft im Jugendamt zur Entlastung der Leitungskräfte in Kitas städtischer
Trägerschaft soll weiterhin für den Förderzeitraum fortgesetzt werden. Da die hessische
Landesregierung beschlossen hat, dass das Programm „Starke Teams, starke Kitas“
angepasst und fortgesetzt wird , wird das Jugendamt beauftragt, die notwendigen Anträge
im Rahmen des Förderprogramms des Landes Hessen einzureichen.
5. Die bestehenden ämterübe rgreifenden Bemühungen zur Gewinnung und Haltung von
Fachkräften für Kitas in städtischer Trägerschaft werden intensiviert.
Anlagen:
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
Zusätzlich für alle Vorlagen aus dem Bereich des Hochbaus anzugeben:
Klimarelevanz des Vorhabens:
Auswirkungen auf Stadtklima: ja nein
Auswirkungen auf THG -Emissionen: gering1) mittel/groß 2)
Beteiligung Amt f. Klimaschutz & Klimaanpassung: ja nein
Zusätzlich bei Beschlüssen zur Baufreigabe:
Wurden Optimierungspotentiale ausgeschöpft? ja nein
Falls nein, Kompensationsmaßnahmen festgelegt? ja nein
1) bis 10 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente (CO2e) pro Jahr, 2) über 10 Tonnen CO2e pro Jahr.
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 18.03.2025
In nahezu allen Kindertageseinrichtungen in Darmstadt wurde vom 1.11.2024 bis
30.04.2025 das Betreuungsmodul D, das bis zu 50 Betreuungsstunden pro Woche vorsieht
auf bis zu 45 Stunden pro Woche reduziert. Diese Maßnahme hatte zum Ziel, das Kita -
System zu stabilisie ren und eine bessere Planbarkeit bei der Betreuung der Kinder zu
ermöglichen.
Hintergrund für die befristete Maßnahme war, dass es im Vorfeld immer wieder zu
unterschiedlichen Einschränkungen im Kitabetrieb in Darmstadt kam, stadtweit und
trägerübergreif end. Diese Einschränkungen zeigten sich durch kurzfristige Schließungen an
einzelnen Tagen oder reduzierten Betreuungszeiten von unterschiedlicher Dauer.
Die Maßnahme war das Ergebnis intensiver Gespräche in der Kita -Trägerkonferenz .
Vorangegangen war ei ne zweimonatige Auswertung der Nutzung der Früh - und Spätdienste in
den Monaten Mai und Juni 2024 in allen Kitas in Darmstadt. Die Auswertung hat deutlich
gemacht, dass die Früh - und Spätdienste unterschiedlich stark gebucht werden, in der Regel
aber gering ausgelastet sind. Um den tatsächlichen Betreuungsbedarf der Familien besser
abzudecken und den aktuellen Herausforderungen aufgrund des Fachkraftmangels zu
begegnen, wurde die Maßnahme der Reduktion des Modul D zur Erprobung eingeführt.
Hintergrund war a uch die nahende Winterzeit, in der von erhöhten Krankenständen
ausgegangen werden kann.
Die Öffnungszeiten der Kitas wurden während der Zeit der Reduktion des Moduls D unter
Berücksichtigung der Bedarfe der Elternschaft, der Fachkräftesituation in den jew eiligen
Teams und der somit vorhandenen Kapazitäten festgelegt. Die Elternbeiräte wurden an
diesem Prozess beteiligt.
Bereits mit der Einführung der zeitlich befristeten Maßnahme wurde angekündigt, dass die
Maßnahme ausgewertet und ein Feedback aller Bet eiligten eingeholt wird, um für die Zeit ab
1. Mai 2025 weitere Entscheidungen treffen zu können.
1. Hintergründe für die Maßnahme und zur aktuellen Situation:
Die Platzzahlen in der Kindertagesbetreuung in Darmstadt haben sich in den letzten 10
Jahren stark erhöht, insbesondere im U3 -Bereich.
Die Platzzahlen im Bereich der Kinder unter drei Jahren in Kitas in städtischer Trägerschaft
hat sich von 2015 bis 2024 von 236 Plätze auf 349 Plätze erhöht, was einer prozentualen
Erhöhung von 47,88 % entspricht (hierbei ist die Kindertagespflege nicht berücksichtigt).
Die Platzzahlen im Bereich der Kinder über 3 Jahren in Kitas in städtischer Trägerschaft hat
sich von 2015 bis 2024 von 1.419 Plätze auf 1.846 Plätze erhöht. Dies entspricht einer
prozentualen Erhöhung um 29,88%. Die Zahl der Kitas in städtischer Trägerschaft hat sich
auf 31 erhöht. Zwei weitere Kitas in städtischer Trägerschaft sind in der Planung bzw. im
Bau (Kita Ludwigshöhviertel Nord und Kita Havelstraße). Auch ist zu bemerken, dass die
neuen Einrichtungen größer ausgerichtet sind als früher.
Die Anzahl der pädagogischen Kräfte in den Kitas in städtischer Trägerschaft hat sich in den
letzten zehn Jahren um rund 75 % erhöht , bedingt durch den quantitativen Ausbau sowie
durch die qualitative Weiterentwicklung der gesetzlichen Grundlagen im SGB VIII, HKJGB
und KiFöG.
Im Jahr 2015 verfügten die Kitas in städtischer Träger schaft über 269,65 Vollzeitäquivalente
(VZÄ) gemäß Stellenplan inklusive Personal für Einzelintegrationsmaßnahmen in Höhe von
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8,00 VZÄ. Die Zahl wuchs bis zum Jahr 2024 auf 478,79 VZÄ im Stellenplan in klusive 19,50
VZÄ Personal für Einzelintegrationsmaßnah men und 18,00 VZÄ Sprachfachkräfte, was einer
durchschnittlichen Steigerung des Personalkörpers in den Kitas pro Jahr von ca. 6,585 %
entspricht. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass es sich um Stellen im Stellenplan handelt,
nicht alle dieser Stellen sind real besetzt.
Jenseits des Ausbaus an Räumen, Plätzen und Personal hat sich die Situation der Kinder in
Bezug auf die individuellen Unterstützungsbedarfe verändert, die Kitas als Bildungsorte sind
gefordert, steigenden Bedarfen gerecht zu werden.
Der Anteil an Kindern mit besonderen Förderbedarfen in der Kita steigt (Sprache, Kognition,
Motorik, Sozial etc.), was direkte Auswirkungen auf die Anforderungen an die pädagogische
Bildungsarbeit und die hierfür notwendigen quantitativen und qualitativen
Personalressourcen hat. Die Kitas als Ort der frühkindlichen Bildung sind gefordert, die
Anforderungen an alltagssprachliche Bildung, Inklusion, Teilhabe, Medienkompetenz,
Startchancen in Schule und somit die Herstellung von Bildungsgerechtigkeit zu
gewährleisten.
Deutlich zeigt sich dies am Beispiel der steigenden Zahl der Kinder in Darmstadt, die einen
Vorlaufkurs in der Schule besuchen. Diese Zahl hat im Schuljahr 2022/23 mit 471 Kindern in
Darmstadt einen neuen Höchststand erreicht, sie lag im Schuljahr 2017 /18 noch bei 347
Kindern.1
Der bundesweite Fachkraftmangel in der Kindertagesbetreuung stellt eine große
Herausforderung für alle Träger dar.
Im Verhältnis zum seitherigen Soll (410,41 VZÄ) sind bei den Kitas in städtischer
Trägerschaft 54,41 VZÄ unbes etzt, was einem Delta von 13,26 % der Soll -Besetzung
entspricht (Stichtag 14.03.2025). Mehr als jede 10. Stelle ist beim städtischen Träger
unbesetzt. Die Gesamtzahl der unbesetzten Stellen in Kitas in städtischer Trägerschaft
variiert und liegt im Durchsc hnitt zwischen 45 und 60 VZÄ.
Die unbesetzten Stellen bringen Mehrbedarfe und Belastungssituationen für die bestehenden
Teams. Die Erhebung zur psychischen Belastungssituation am Arbeitsplatz hat im Jahr 2021
stattgefunden und für die Kitas in städtischer Trägerschaft ergeben, dass die psychischen
Belastungslagen signifikant erhöht sind. Entsprechende Maßnahmen wurden eingeleitet,
lösen aber die grundsätzliche Belastungslage nicht auf.
2. Fachkraftmangel in der Kindertagesbetreuung, kommunale Maßnahmen und
Perspektiven:
In Darmstadt sind trägerübergreifend zahlreiche Fachkraftstellen vakant. Die Träger
unternehmen erhebliche Anstrengungen, um den Erhalt der bestehenden Teams
sicherzustellen, Überlastungen durch regelmäßige Überstunden zu verme iden und die
Arbeitsbelastung der Fachkräfte nicht weiter zu steigern.
Bundesweite Erhebungen verdeutlichen, dass eine strukturelle Verbesserung der
Arbeitsbedingungen in Kindertageseinrichtungen erforderlich ist, um eine langfristig stabile
und verlässliche Betreuungsqualität zu gewährleisten. Aktuelle Studien weisen darauf hin,
dass derzeit bundesweit ein Defizit von etwa 125.000 Fachkräften im Bereich der
frühkindlichen Bildung und Betreuung besteht. 2
1 Quelle: Datenfortschreibung 2022 des 1. Bildungsberichts der Wissenschaftsstadt
Darmstadt
2 Quelle: Kita Bericht 2024 des Paritätischen Gesamtverbandes
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In der Stadtverwaltung Darmstadt wurde bereits ein e Vielzahl an Maßnahmen zur
Verbesserung der Personalsituation in den Kitas in städtischer Trägerschaft ergriffen. Zur
Personalgewinnung erfolgt eine Dauerausschreibung über die verschiedenen Kanäle der
Wissenschaftsstadt Darmstadt, außerdem wurde ein Akqu ise-Video produziert und in den
sozialen Medien veröffentlicht sowie eine Fachkraftkampagne im Jahr 2023 mit dem Titel
„Ihre Zukunft beginnt mit Dir.“ umgesetzt. Die Kampagne bestand aus Bannern auf dem
Heinerfest, aus digitalen Bannern auf dem Schlossgrab enfest, Plakaten, Fahrgast -TV im
öffentlichen Nahverkehr, Bus -Beklebung, Großflächenplakaten und Anzeigen.
Zur nachhaltigen Personalentwicklung und -bindung stehen verschiedene kontinuierliche
Maßnahmen zur Verfügung. Für Praxisanleitungen werden spezifische
Fortbildungsprogramme angeboten, die eine gezielte Qualifizierung sicherstellen. Zudem gibt
es ein breites Spektrum an Weiterbildungsangeboten für die Teams, während die
Unterstützung durch die Fachabteilung Kinderbetre uung weiter ausgebaut wurde.
Die Fachberatung für Kindertageseinrichtungen in städtischer Trägerschaft adressiert gezielt
fachliche Bedarfe und bietet individuelle Beratung und Unterstützung an. Darüber hinaus hat
die Entscheidung der Stadt, das Sprachkit a-Programm nachhaltig zu verstetigen, maßgeblich
zur langfristigen Bindung von Fachkräften beigetragen. Dass die Landesregierung eine
Verlängerung der Zuschüsse bis einschließlich 2026 zugesagt hat, ist positiv.
Zur gezielten Unterstützung der Kitaleitung en in ihrer Führungsrolle und zur kontinuierlichen
Weiterqualifizierung im Bereich der Personalführung werden fortlaufend spezialisierte
Angebote bereitgestellt. Seit 2021 besteht die Fortbildungsreihe „Leitungsqualifikation“, die
auf einem eigens entwicke lten Curriculum basiert und erfolgreich verstetigt wurde.
Ergänzend wurde 2023 die „Führungswerkstatt“ etabliert, die speziell für Absolvent*innen
der Leitungsqualifikation konzipiert ist. Beide Formate sind darauf ausgerichtet,
Leitungsteams in ihrer prof essionellen Entwicklung und Führungskompetenz nachhaltig zu
stärken.
Zusätzlich steht den Kitaleitungen eine kontinuierliche Beratung und Unterstützung durch die
Fachabteilung Kinderbetreuung insbesondere bei Fragen der Personalführung sowie die
Personalstelle im Jugendamt zur Verfügung. Diese strukturierten Maßnahmen tragen
maßgeblich zur Qualifizierung, Professionalisierung und langfristigen Stabilisierung der
Leitungsstrukturen in den Kindertageseinrichtungen bei.
Die Abteilung Kinderbetreuung hat ein Verfahren zum On - und Offboarding entwickelt,
aufbauend auf dem vorhandenen städtischen Rahmen. Dieser Prozess gibt
Handlungssicherheit und Transparenz. Neue Kitaleitungen werden im Rahmen der
Einarbeitung eng von der Abteilung Kinderbetreuung mit Gespräch sangeboten und
Hospitationen begleitet. Jede Person, die aus einer Kita in städtischer Trägerschaft
ausscheidet, erhält durch die Fachabteilung ein Gesprächsangebot.
Eine Steigerung der Attraktivität der Ausbildung erfolgt für die städtischen Kitas durch eine
engmaschigere Begleitung der Auszubildenden seit rund 1,5 Jahren. Außerdem existiert eine
gute Kooperation mit allen Fachschulen, die kontinuierlich gepflegt wird. Die Fachabteilung
wirkt an Fachbeiräten mit. Außerdem wurde ein dualer Studienplatz im Oktober 2024 neu
eingerichtet. Die Möglichkeit des Quereinstiegs wird weiter ausgebaut. Die Bereitschaft zur
Ausbildung ist in den Kitas in städtischer Trägerschaft , trotz der vorhandene r
Herausforderungen , weiter hoch. Für die praxisintegrierte vergütete Ausbildung (PivA) stehen
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in 2025 insgesamt 37 Plätze zur Verfügung , davon sind derzeit 15 Plätze besetzt. Im August
2025 werden weitere PivA -Plätze belegt.
Parallel dazu werden Maßnahmen zur Entlastung der pädagogischen Fachkräfte intensiv
vorangetrieben. Insbesondere die Übertragung nicht -pädagogischer Aufgaben auf
entsprechend geschultes Personal wird regelmäßig überprüft und weiterentwickelt. Der
zunehmende administrative Aufwand in den Kitas stellt eine Herausforderung dar,
insbesondere vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels.
Viele dieser Tätigkeiten werden von pädagogischen Mitarbeitenden übernommen, deren
eigentliche Expertise im Bildungsbereich liegt oder von Kolleg*innen mit anderen beruflichen
Hintergründen. Eine gezielte Entlastung durch administrative Unterstützungskräfte ist daher
essenziell, um die Fachkräfte auf ihre Kernaufgaben in der frühkindlichen Bildung zu
fokussieren und langfristig die Qualität der Betreuung sicherzustellen.
Insgesamt sind derzeit 5 Personen als Zusatzkräfte und 36 als Fachkräfte zur Mitarbeit in
den Kitas in städtischer Trägerschaft beschäftigt .
Die Bezahlung der Fachkräfte in Darmstädter Kitas erfolgt nach der EG S 8b , die Bezahlung
der Leitungskräfte in den Kitas hän gt von der Größe der Einrichtung ab.
Aufgrund des bundesweiten Fachkraftmangels und trotz diverser Maßnahmen zur
Personalgewinnung und -haltung, die eingeleitet wurden, gelingt es nicht, den
Fachkraftmangel in Darmstadt wesentlich zu reduzieren.
3. Feedback zur Maßnahme Reduktion Modul D:
Aus den Rückmeldungen der Eltern von den teilnehmenden Trägern vom Februar 2025 wird
deutlich, dass die Maßnahme für die Eltern als schwierig und eher negativ erlebt wird.
Negativ wird insbesondere zurückgemeldet, dass der Stress und die Belastung auf Seiten der
Familien gestiegen sei, dass keine Anpassung der Entgelte für das Modul D erfolgt seien,
dass die Familien weniger flexibel die Betreuung nutzen könnten und dass som it die
Vereinbarkeit von Familie und Beruf schwieriger geworden sei.
Die Eltern melden positiv zurück, dass sie eine Entlastung der Fachkräfte wahrnehmen
würden, die Betreuung verlässlicher sei, die Kinder mehr Zeit mit der Familie verbringen
würden und die Qualität der Betreuung durch mehr Personal in den Kitas verbessert sei.
Die Rückmeldungen aus der Elternschaft machen deutlich, dass die negative Sicht auf die
Maßnahme überwiegt und die Familien sich als hoch belastet und gestresst wahrnehmen.
Aus den Rückmeldungen der Kitateams in den Kitas in städtischer Trägerschaft wird
deutlich, dass die Maßnahme insgesamt positiv wahrgenommen wird und zu einer positiven
Entwicklung geführt hat. Insbesondere konnte mit dem Konzept der Personaleinsatzplanung
in den Kitas in städtischer Trägerschaft die Planung und Handlungsfähigkeit der
Führungskräfte verbessert werden, sodass personelle Engpässe frühzeitiger und gezielter
aufgefangen werden konnten.
In der Zeit der Reduzierung kam es selten zu einer Untersc hreitung des
Mindestpersonalbedarfs (§ 25b HKJGB). Dadurch war es den Fachkräften möglich, ihren
originären Aufgaben nachzugehen, anstatt wiederholt kurzfristige Ausfälle kompensieren zu
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müssen. Dies trug zu einer Entlastung des Teams und einer höheren päd agogischen Qualität
in den Einrichtungen bei.
Negative Rückmeldungen zur Maßnahme bezogen sich insbesondere auf die Überstunden,
die aufgrund zu spät abholender Eltern gemacht werden mussten, dass keine Veränderung
der Personalsituation eingetreten sei un d auf den Unmut der Familien, mit dem die
Kitateams konfrontiert werden.
Häufig wurde positiv zurückgemeldet, dass die Teamsitzungen und Vorbereitungszeiten
besser gewährleistet werden konnten, weniger Mehrarbeit und Überstunden angefallen seien,
es mehr Planungssicherheit für die Eltern gegeben habe und es zu einer Entlastung der
Mitarbeiten und mehr Zufriedenheit im Team gekommen sei.
Die positiven Rückmeldungen zu der Maßnahme überwiegen bei den Kitateams deutlich.
4. Weiteres Vorgehen ab 1. Mai 2025
Eine Fortsetzung der befristeten Maßnahme der Reduktion des Modul D stadtweit ist,
aufgrund der unterschiedlichen Wirkungen und Rückmeldungen, nicht vorgesehen. Vielmehr
werden die Rückmeldungen der Eltern und Teams gehört und die Signale bestmöglich
aufgegriffen.
Aus den Rückmeldungen wurde deutlich, dass die Bildungsarbeit nur gering verbessert, aber
die Fachkräfte gut entlastet werden konnten. Die Eltern benötigen verlässliche und möglichst
flexible Betreuungsmöglichkeiten. Die Kürzung des Modul D hat klare Vorteile für die
Organisation der Kita und das Personal, aber sie bringt auch Herausforderungen für Kinder
und berufstätige Eltern mit sich.
Gleichzeitig bleibt der Fachkraftmangel als gravierendes strukturelles Problem für den
Betrieb der Kitas be stehen, dieser wird durch die befristete Maßnahme nicht reduziert.
Daher ist es notwendig, zum einen die gesellschaftspolitische Debatte für eine zukunftsfähige
Kitalandschaft weiter zu führen und zu konkreten, nachhaltigen Unterstützungsmaßnahmen
für den Kitabetrieb zu kommen, um diese wichtige soziale Infrastruktur für die Kinder
aufrecht erhalten zu können. Zum anderen muss eine Auseinandersetzung mit den
Veränderungen der Lebenswirklichkeiten von Familien erfolgen.
Um das flexible Angebot in den Betre uungszeiten möglichst erhalten bzw. wiederherstellen
zu können, soll ab dem 1. Mai 2025 zu den einrichtungsbezogenen Instrumenten bei
Unterschreitung des Mindestpersonalbedarfs zurückgekehrt werden.
Wenn z.B. aufgrund von Personalmangel eine längerfristi ge Reduzierung des
Betreuungsumfangs in einer Kita erforderlich wird, ist es zwingend notwendig, die
zuständigen Fachaufsichten sowohl in den Reduzierungsprozess als auch in die Rückkehr
zum Normalbetrieb einzubeziehen.
Ein zentraler Bestandteil dieses Prozesses ist die Meldung gemäß § 47 SGB VIII. Dieser
Paragraf verpflichtet Träger von Kindertageseinrichtungen, erhebliche Beeinträchtigungen
des Betriebs oder Gefährdungen des Kindeswohls unverzüglich an die zuständige
Aufsichtsbehörde zu melden. Eine solche Meldung ist erforderlich, wenn der Personalmangel
dazu führt, dass der Mindeststandard der Betreuung nicht mehr gewährleistet werden kann
oder wenn die Einschränkungen wesentliche Auswirkungen auf die Betreuungssituati on der
Kinder haben. Die Aufgaben des Trägers zur Abgabe einer Meldung gemäß § 47 SGB VIII
besteht darin, die Fachaufsicht frühzeitig zu informieren, um gemeinsam Lösungen zur
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Sicherstellung der Betreuung zu erarbeiten. Außerdem muss eine Transparenz des T rägers
gegenüber der Fachaufsicht gewährleistet werden, sodass die Aufsichtsbehörde die
Auswirkungen auf die Qualität der Betreuung einschätzen kann. Außerdem sollen präventive
Maßnahmen ermöglicht werden, um einer weiteren Verschlechterung der
Betreuungssituation entgegenzuwirken. Mit dieser Meldung wird auch die rechtliche
Absicherung des Trägers gewährleistet, indem dokumentiert wird, dass Maßnahmen im
Einklang mit den gesetzlichen Anforderungen getroffen wurden.
Die Fachaufsicht übernimmt in diesem Pro zess eine entscheidende Rolle, indem sie die
Situation bewertet, Handlungsoptionen aufzeigt und bei der Umsetzung von Lösungen
unterstützt. Ebenso ist sie in die Planung und Steuerung der Rückkehr zum Normalbetrieb
einzubeziehen, um eine schrittweise und g ut organisierte Wiederaufnahme des regulären
Betriebs sicherzustellen.
Durch die Einhaltung dieser Meldepflicht und die enge Abstimmung mit der Fachaufsicht
wird sichergestellt, dass die Qualität der Betreuung trotz temporärer Einschränkungen so
weit wie möglich aufrechterhalten bleibt und sowohl pädagogische als auch rechtliche
Standards gewahrt werden.
In der Kommunikation ist es sehr wichtig, dass die Familien stets gut durch die
Einrichtungsleitung informiert sind und es eine enge Abstimmung zwischen dem jeweiligen
Elternbeirat und der Kitaleitung gibt. Alle Träger sind eigenverantwortlich zuständig, ihre
Kitaleitungen ggfs. entsprechend zu schulen und die entsprechenden Abläufe bei einer
Unterschreitung des Mindestpersonalbedarfs dem Elternbeirat und nach außen zu
kommunizieren.
Um die positive strukturelle Veränderung für die Kitateams anlassbezogen nutzen zu können,
wird die Maßnahme in einen trägerspezifischen „Werkzeugkoffer“ eingefügt. Der
Werkzeugkoffer soll den Kitaträgern Möglichkeiten eröffn en, die bestehen, um bei hohen
Belastungen in Kitas aufgrund von chronischen Personalausfällen in Kitas den Betrieb
möglichst stabilisieren zu können. Dass die Maßnahme für die Kitateams positive
Entlastungseffekte bringt, ist aufgrund der Rückmeldungen de r Kitateams nachvollziehbar.
Da die Auslastung der Betreuungszeiten in den Kindertagesstätten zu Beginn und am Ende
des Tages unterschiedlich stark erfolgt, ist es notwendig, einrichtungsbezogen zu prüfen,
welche Öffnungszeiten je Standort und Sozialraum benötigt werden, um die Bedarfe nach
Flexibilität der Eltern und Vereinbarkeit von Familie und Beruf bestmöglich zu gewährleisten.
Dies ist in Verbindung zu stellen mit der Frage einer effizienten Personalsteuerung.
Parallel zu den einrichtungsbezogenen Maßnahmenplänen bei Unterschreitungen des
Mindestpersonalbedarfs sind die Aktivitäten zur Fachkraftakquise, Fachkraftbindung und die
Weiterqualifizierung von Quereinsteiger*innen zu verstärken.
Außerdem ist im Weiteren der Fokus auf die kurzfristigen un d mittelfristigen
Verbesserungsmöglichkeiten der Arbeitsbedingungen in den Kitas zu legen.
Dies betrifft:
• Den Erhalt und Ausbau der Stelle Verwaltungskraft Kitas zur Entlastung der Kita -
Leitungen von nicht pädagogischen Aufgaben.
• Die Einführung digitale r Lösungen zur Optimierung der Verwaltungsprozesse der
Kitas.
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• Die regelmäßige Information zu Möglichkeiten der Nutzung von Beratungs- und
Unterstützungsressourcen im jeweiligen Sozialraum und der Aufbau neuer/engerer
Kooperationen
• Der Ausbau einer Beratun g und Begleitung während und nach der Ausbildung durch
das Amt für Interne Dienste (beispielswiese durch Mentoring-Programm, strukturierte
Karriereplanung, alternative Arbeitszeitmodelle etc.)
Angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels wird der größtmög liche Nutzen derzeit durch
eine ausgewogene Lösung erzielt, die sowohl Entlastungen für die Kitateams schafft, als auch
eine hohe Flexibilität in der Betreuung für Eltern gewährleistet. Entscheidend sind in diesem
Zusammenhang die Fortführung und Intensivi erung des Dialogs zwischen Eltern,
Elternbeiräten, Kitateams und Trägern. Da sich der Fachkräftemangel voraussichtlich weiter
verschärfen wird und die Anforderungen an die Betreuung konstant hoch bleiben, muss
dieser Austausch sicherstellen, dass geeignete Maßnahmen zur Stabilisierung des
Kitabetriebs identifiziert, konkretisiert und umgesetzt werden. Oberstes Ziel ist es, allen
Kindern den Zugang zu frühkindlicher Bildung und Betreuung zu sichern.
Das weitere Vorgehen wurde in Abstimmung mit dem Hauptelte rnbeirat (HEB) sowie der Kita -
Trägerkonferenz besprochen und als sinnvoll empfohlen .
Um die Gesamtsituation der Kinderbetreuung in Darmstadt nachhaltig zu verbessern, ist ein
umfassender Weiterentwicklungsprozess erforderlich. Dieser muss über Personalthe men
hinausgehen und verstärkt die Bedarfe von Eltern und Kindern sowie die spezifischen
Anforderungen der Sozialräume in den Blick nehmen. Nur durch eine ganzheitliche Strategie
lassen sich langfristige Lösungen für eine stabile und zukunftsfähige frühkind liche Bildungs -
und Betreuungslandschaft entwickeln. Dazu bedarf es dringend der finanziellen
Unterstützung von Bund und Land.
Die bestehenden ämterübergreifenden Bemühungen zur Gewinnung und Haltung von
Fachkräften für Kitas in städtischer Trägerschaft werden intensiviert . Dies beinhaltet eine
Vielzahl von Maßnahmen, unter anderem die Personalakquise von ausländischen
Fachkräften, die Präsentation der Wissenschaftsstadt Darmstadt auf Ausbildungsmessen, die
Vorstellung des Berufsbildes in Sch ulen im Rahmen von Berufsorientierungstagen, Werbung
auf Social Media durch Videos und Posts.
In den politischen Gremien wird weiterhin zum Thema kontinuierlich informiert und beraten
werden.
Darmstadt, den 18.03.2025
Dezernat I Dezernat II
Hanno Benz Barbara Akdeniz
Oberbürgermeister Bürgermeisterin
Beratungsverlauf (4)
Orte (1)
- Havelstraße
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Details
- Vorlagen-Nr.
- 2025/0093
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 18.03.2025
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00