2025/0270
Integrierter Klimaanpassungsplan der Wissenschaftsstadt Darmstadt
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2025/0270
8592 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
18.09.2025
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat III an die Stadtverordne tenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Amt: Amt für
Klimaschutz und
Klimaanpassung
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2025/0270
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.:
Kostenstelle: Investitionsnummer:
Kostenträger: Sachkonto:
Betreff: Integrierter Klimaanpassungsplan der Wissenschaftsstadt Darmstadt
Vorlage vom: 12.09.2025
Beschlussvorschlag :
1. Dem vorliegenden Integrierten Klimaanpassungsplan der Wissenschaftsstadt Darmstadt
wird zugestimmt. Die hierin aufgeführten Maßnahmen sollen in den kommenden Jahren in
den jeweiligen Zuständigkeitsbereichen umgesetzt werden, ein prozessbegleitendes
Monitoring wird entwickelt.
2. Weitere Beschlüsse zur Umsetzung von Einzelmaßnahmen des Integrierten
Klimaanpassungsplans der Wissenschaftsstadt Darmstadt werden durch die zuständigen
Fachämter zu gegebener Zeit vorgelegt.
Anlagen: Integrierter Klimaanpassungsplan der Wissenschaftsstadt Darmstadt (wird nur
digital zur Verfügung gestellt)
- 2 -
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
Zusätzlich für alle Vorlagen aus dem Bereich des Hochbaus anzugeben:
Klimarelevanz des Vorhabens:
Auswirkungen auf Stadtklima: ja nein
Auswirkungen auf THG -Emissionen: gering1) mittel/groß 2)
Beteiligung Amt f. Klimaschutz & Klimaanpassung: ja nein
Zusätzlich bei Beschlüssen zur Baufreigabe:
Wurden Optimierungspotentiale ausgeschöpft? ja nein
Falls nein, Kompensationsmaßnahmen festgelegt? ja nein
1) bis 10 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente (CO2e) pro Jahr, 2) über 10 Tonnen CO2e pro Jahr.
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 12.09.2025
1. Hintergrund
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt ist bereits heute stark von den Auswirkungen der
Klimaerwärmung betroffen. Die Klimakrise zeigt sich in Darmstadt u.a. durch das vermehrte
Auftreten von Hitze mit negativen Folgen für die Stadtnatur, die umgebenden Wälder und die
menschliche Gesundheit, Starkniederschlägen mit lokalen Überflutungen und hieraus
resultierenden Schäden an Infrastruktur, Gebäuden und im schlimmsten anzunehmenden Fall
auch Personen sowie ausgeprägter Trockenheit bis hin zu Dürre.
Neben dem essentiellen Klimaschutz auf globaler wie lokaler Ebene hat die Klimaa npassung
eine hohe Priorität im städtischen Handeln. Um den Folgen der Klimakrise besser
entgegentreten zu können, wurde in einem 2-jährigen Prozess ein integrierter
Klimaanpassungsplan unter Mitwirkung zahlreicher Ämter und Verwaltungsstellen sowie der
Bürgerschaft erstellt. Das Projekt „DAS-A.1: Klimaanpassung für Darmstadt“ wurde über die
Richtlinie zur Förderung von Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels
(DAS-Förderschwerpunkt A1) anteilsfinanziert. Die 90 %-ige Finanzierung betrug 202.745,34 €
und umfasste eine 2-jährige Personalstelle und Sachkosten zur Erstellung des Plans sowie zur
Beteiligung und Öffentlichkeitsarbeit.
Politischer Hintergrund ist das Klimaanpassungsgesetz (KAnG, 07/2024) welches erstmals
einen bundesweiten Rechtsrahmen für die Klimaanpassung setzt. Mit der Einführung des
Berücksichtigungsgebots (§ 8) für Träger öffentlicher Aufgaben sind Kommunen (und weitere
Akteure) ab dem Jahr 2025 verpflichtet, in ihren Planungen und Entscheidungen
Klimaanpassungsbelange zu berücksichtigen. Zudem sieht das Gesetz die bundesweite und
flächendeckende Erstellung von Klimaanpassungskonzepten auf Landes- und kommunaler
Ebene vor.
Die Beteiligung an der Erarbeitung des Integrierten Klimaanpassungsplans für die
Wissenschaftsstadt Darmstadt umfasste städtische Ämter, Verwaltungsstellen und
Eigenbetriebe sowie die Bürgerschaft, Vereine, Initiativen, wissenschaftliche Einrichtungen
sowie den Klimaschutz- und Naturschutzbeirat. Federführend wurde der Plan durch das Amt
für Klimaschutz und Klimaanpassung entwickelt.
Der Integrierte Klimaanpassungsplan für die Wissenschaftsstadt Darmstadt umfasst eine
ausführliche Betroffenheitsanalyse zur Beschreibung des Stadtklimas und der bereits
eingetretenen und zu erwartenden Klimaveränderungen. Hierzu wurden in Zusammenarbeit mit
dem Deutschen Wetterdienst und dem externen Dienstleister ThiNK hochauflösende
Klimaanalysen und Messkampagnen durchgeführt. Diese geben Auskünfte zum städtischen
Wärmeinseleffekt sowie zu Veränderungen wichtiger Klimaparameter, wie der Lufttemperatur,
Oberflächentemperatur und der Luftfeuchte sowie zu klimarelevanten Kenntagen, wie bspw.
Hitzetage und Tropennächte. Die Auswertungen zeigen eine deutliche Überwärmung des
Stadtgebietes von im Mittel 2° C im Vergleich zum Umland, teils aber auch
Temperaturabweichungen bis zu 10 °C zwischen Stadtzentrum und Stadtperipherie. Die
Messungen und Prognosen weisen zudem einen deutlichen Anstieg der Lufttemperatur, einen
Anstieg der Hitzetage und Tropennächte sowie eine deutliche Zunahme der Intensität, Dauer
und Häufigkeit von Hitzewellen auf.
Aus dieser umfänglichen Stadtklimaanalyse wurden im Nachgang 20 übergeordnete
Maßnahmen zur Klimaanpassung entwickelt. Sie umfassen die Themenbereiche
„Schwammstadt“, „blau-grüne Infrastrukturen“, „naturbasierte Lösungen“ sowie
„klimaangepasstes Bauen“ und sollen die Klimaresilienz der Wissenschaftsstadt Darmstadt
(nachhaltig) verbessern.
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Die Maßnahmen sind in unterschiedlichen „Flughöhen“ ausgearbeitet und bilden
zukunftsorientierte städtische Leitbilder wie das Schwammstadtprinzip ab, gehen gleichzeitig
aber auch in die Tiefe (z.B. konkreter Aufbau eines Starkregenfrühalarmsystems). Zentrale
Maßnahmen sind bspw. die Schaffung wasseroptimierter Verkehrsräume, dezentrale
Entsiegelungen sowie die Ausweitung des Stadtgrüns mittels Neupflanzungen von
Stadtbäumen in wasseroptimierten Baumscheiben. Zudem listet der Plan weitere
Anpassungsmaßnahmen wie den Erhalt, die Vernetzung sowie die Optimierung des Stadtgrüns,
die Anlage neuer Grünflächen, Staudenbeete oder Gebäudebegrünungen auf. Ziel ist ein
nachhaltiges und ressourcenschonendes Wassermanagement unter der breiten Nutzung von
Regen- und Brauchwasser sowie die Renaturierung von Fließ- und Stillgewässern. Die Strategie
führt weiterhin Maßnahmen zum klimaangepassten Planen und Bauen im Gebäudebereich auf.
Der Integrierte Klimaanpassungsplan der Wissenschaftsstadt Darmstadt adressiert neben der
städtischen Politik und Verwaltung auch die Bürgerschaft sowie hiesige Unternehmen und zeigt
potentielle Maßnahmen zur Verbesserung der Klimaresilienz für Unternehmensstan dorte und
das Wohnumfeld auf.
Im Zuge der Ausarbeitung des Plans wurden Beteiligungsformate durchgeführt. Die hierbei
entstandenen stadtteilspezifischen Maßnahmenvorschläge aus der Bürgerschaft werden im
Plan beleuchtet und sind in die Ausarbeitung des Maßnahmenkatalogs eingeflossen. Darüber
hinaus entstand so eine „Heatmap“ mit Hinweisen und Ideen aus den Stadtteilen für die
Gesamtstadt.
2. Kosten
Investitionsmittel für die spätere Umsetzung der Maßnahmen sind durch die zuständigen
Ämter, Verwaltungsstellen und Eigenbetrieben zu etatisieren. Es ist geplant, weitere
Fördermittel (z.B. DAS-Förderschwerpunkt A3, Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz
(ANK) sowie weiterer Förderprogramme auf Bundes- und Landeseite einzuwerben. Die für die
Umsetzung anfallenden Kosten sind aktuell nicht zu beziffern. Die im Plan aufgezeigten
Maßnahmen wurden im Voraus bereits auf Ihre finanzielle Tragbarkeit und Synergieef fekte hin
überprüft. Für die Umsetzung der einzelnen Maßnahmen folgen zu gegebener Zeit einzelne
Beschlussvorlagen der jeweils zuständigen Ämter, Verwaltungsstellen und Eigenbetriebe.
3. Zeitrahmen
Nach Beschlussfassung wird der Integrierte Klimaanpassungsplan für die Wissenschaftsstadt
Darmstadt veröffentlicht. Der vorliegende Plan stellt ein „lebendiges“ Dokument dar, welcher
als Grundlage zur zukünftigen Weiterentwicklung dient. Die Maßnahmen sollen sukzessive
umgesetzt werden und sind unterteilt in kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen. Ein
Monitoring sowie die Evaluation der Maßnahmen erfolgt prozessbegleitend.
Dezernat III
Michael Kolmer
Stadtrat
Beratungsverlauf (4)
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2025/0270
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 12.09.2025
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00