Abfallwirtschaftskonzept der Stadt Köln
Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss 0529/2018 vom 20.08.2018
Stand: Am 22.11.2018 im Rat ungeändert beschlossen.
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Anlage AWK_2018
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1 Abfallwirtschaftskonzept 2018 – 2027 der Stadt Köln Herausgeber: Stadt Köln – Die Oberbürgermeisterin gemäß Ratsbeschluss vom xx.xx.2018 2 Vorwort Liebe Kölnerinnen und liebe Kölner, vor fast genau 30 Jahren w urde in Köln das erste Abfallwirtschaftskonzept vom Rat der Stadt Köln verabschiedet. Damals wurden die Weichen in Richtung Kreislaufwir t- schaft gestellt. Seitdem hat sich die Abfall- und Entsorgungswirtschaft mehr und mehr zu einer Kreislaufwirtschaft entwickelt. Mit dem drohenden Deponierungsverbot für Hausmüll ab dem Jahr 2005 wurden in Köln neue Abfallbehandlungs - und Verwertungs anlagen ge baut. Heute verfügt Köln über eine der modernsten Restmüllverwertungs anlagen sowie über weitere Anlagen zur Aufbereitung von Abfällen . Die gesetzlichen Vorgaben haben sich über die Jahre deutlich verändert . A us dem Abfallgesetz wurde das Kreislaufwirtschaftsgesetz mit einer neuen fünfstufigen Abfallhierarchie, bei der die Abfallvermeidung und die Vo r- bereitung zur Wiederverwendung noch vor dem Recycling stehen. Köln hat über die letzten Jahre sowohl zum Ausbau der Abfallvermeidung sowie der Abfalltrennung und -verwertung einen großen Beitrag geleistet. Unter andere m i m Rahmen der Kampagne „Aktiv für Köln“ wurde eine Vielzahl von Aktionen und Maß- nahmen umgesetzt, bei denen die Bürgerinnen und Bürger eingeladen und aufgefordert wurden, sich aktiv am Umweltschutz der Stadt zu beteiligen. Beispiele für Maßna h- men im Bereich Abfallvermeidung sind die AWB Tauschbörse, Informationen zum Umgang mit Lebensmittelabfällen oder die Aktionen im Rahmen der jährlich stattfi n- denden Europäischen Woche der Abfallvermeidung. Auch bei der Abfalltrennung wurden die Angebote an die Bürger verbessert. So wurde die Gelbe Tonne zur Wertstofftonne aufgewertet, der Anschluss an die Biotonne stark ausgebaut und weitere Sammelmöglichkeiten für Elektrokleingeräte geschaffen. Wic h- tig ist hierbei auch, dass die Kölnerinnen und Kölner zu den Themen Abfallverme i- dung und Recycling sensibilisiert und informiert werden. Dies leisten unter anderem geschulte Fachkräfte der AWB und der AVG Köln im Dialog mit Schul- und Kinder- gartengruppen, Vereinen und interessierten Kölner Bürgerinnen und Bürgern. Wir ruhen uns jedoch nicht auf dem Erreichten aus, sondern gehen den eingeschlage- nen Weg weiter . Hierbei ist Nachhaltigkeit der Maßstab. Die kommunale Abfallwir t- schaft strebt somit gleichzeitig sowohl ökologische, soziale als auch ökonomische Zielsetzungen an. Konkret bedeutet dies insbesondere, dass Köln anstrebt, über bürgernahe- und service- orientierte Dienstleistungen deutlich mehr Abfälle zu vermeiden bzw. umweltgerecht zu verwerten und hierbei die Grundsätze der Gebührenstabilität und Wirtschaftlichkeit einzuhalten. Um eine nachhaltige Verbesserung zu erreichen, wird ferner Wert auf eine verstärkte Partizipation der Kölner Bürgerinnen und Bürger zur dauerhaften Ve r- besserung der Abfalltrennung, eines sparsamen Umgangs mit Ressourcen und eine Verbesserung der Stadtsauberkeit hinterlegt. Hierbei werden relevante Initiativen u n- 3 terstützt und Möglichkeiten der Digitalisierung genutzt. Ein wichtiger Baustein ist bei- spielsweise der weitere Ausbau der Bioabfallsammlung in Köln. Neben der weiteren Verdichtung der Sammlung wird zukünftig auch weiter an der Verwertung der Bioa b- fallmengen gearbeitet. Aus Bioabfall lässt sich nicht nur ein guter Kompost herstellen, er ist auch ein guter Energielieferant. Deshalb wird auch der Bioabfall ab 2019 vor der Kompostierung in einer neuen Vergärungsanlage zusätzlich energetisch verwertet. Das vorliegende Abfallwirtschaftskonzept zeigt, da ss wir auf einem guten Weg sind , die ambitionierten Ziele zu erreichen und auch die zukünftigen Herausforderungen, die an die Kölner A bfallwirtschaft gestellt werden, zu meistern. Gemeinsam mit Ihnen möchten wir diesen Weg weiter gehen. Ihr Dr. Harald Rau Beigeordneter Soziales, Integration und Umwelt 4 Inhaltsverzeichnis 1. Einführung ..................................................................................................... 6 2. Rechtliche Rahmenbedingungen ................................................................. 7 2.1 Europäisches Recht ................................................................................ 7 2.2 Bundesrecht ........................................................................................... 7 2.3 Abfallrecht von Nordrhein-Westfalen ................................................... 9 2.4 Kölner Abfallrecht ............................................................................... 10 3. Das Kölner Entsorgungsgebiet .................................................................. 12 3.1 Geographische Lage ............................................................................ 12 3.2 Einwohner- und Bebauungsstruktur .................................................... 12 3.3 Gewerbestruktur .................................................................................. 13 4. Organisationsstruktur der Abfallwirtschaft in Köln .............................. 14 4.1 Stadt Köln als öffentlich rechtlicher Entsorgungsträger ..................... 14 4.2 AWB Köln als abfallwirtschaftlicher Dienstleister ............................. 14 4.3 AVG Köln als Anlagenbetreiber ......................................................... 15 5. Die Entsorgungsinfrastruktur ................................................................... 17 5.1 Entsorgungs- und Verwertungsanlagen ............................................... 17 5.2 Entsorgungsleistungen im Holsystem ................................................. 24 5.3 Entsorgungsleistungen im Bringsystem .............................................. 27 5.4 Beratung und Kommunikation ............................................................ 29 5.5 Die Kölner Infrastruktur für Siedlungsabfälle im Überblick .............. 34 6. Ziele der kommunalen Abfallwirtschaft in Köln ..................................... 36 6.1 Ökologie .............................................................................................. 36 6.2 Soziales ................................................................................................ 37 6.3 Ökonomie ............................................................................................ 38 7. Mengenentwicklung und Zusammensetzung der Stoffströme ............... 39 7.1 Entwicklung der Abfallströme ............................................................ 39 5 7.2 Hausmüllanalyse .................................................................................. 40 7.3 Gemischte Siedlungsabfälle ................................................................ 41 7.4 Infrastrukturabfälle .............................................................................. 42 7.5 Biogene Abfälle ................................................................................... 43 7.6 Getrennt erfasste Wertstoffe ................................................................ 44 7.7 Gesamtübersicht der Sammelmengen ................................................. 46 8. Umgesetzte Maßnahmen seit 2012 ............................................................ 48 8.1 Abfallvermeidung ................................................................................ 48 8.2 Abfalltrennung und -verwertung ......................................................... 50 8.3 Beratung und Kommunikation ............................................................ 52 8.4 Infrastruktur ......................................................................................... 54 9. Förderung der Abfallvermeidung und Verwertung ................................ 57 9.1 Abfallvermeidung ................................................................................ 57 9.2 Abfalltrennung und -verwertung ......................................................... 59 9.3 Beratung und Kommunikation ............................................................ 61 9.4 Infrastruktur ......................................................................................... 62 10. Entsorgungssicherheit ................................................................................ 67 10.1 Entwicklungen in Köln ........................................................................ 67 10.2 Stoffstromprognosen und Zielwerte .................................................... 69 10.3 Bewertung der Entsorgungssicherheit ................................................. 70 11. Resümee und Ausblick................................................................................ 71 6 1. Einführung Die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger (örE) sind gemäß § 21 Kreislaufwirt- schaftsgesetz (KrWG) verpflichtet, in regelmäßigen Abständen Abfallwirtschaftskon- zepte (AWK) über die Verwertung und die Beseitigung der in ihre m Gebiet anfalle n- den und ihnen zu überlassenden Abfälle zu erstellen. Das AWK soll über den Stand der Entwicklung der öffentlichen Abfallwirtschaft informieren und zudem als internes Planungsinstrument dienen. Die (Mindest-) Anforderungen an die kommunalen AWK sind in Nordrhein-Westfalen (NRW) in § 5a des Landesabfallgesetzes (LAbfG) festgeschri eben. In Köln wurde be- reits 1988 das erste Abfallwirtschaftskonzept veröffentlicht. Das nun aktuell vorli e- gende Abfallwirtschaftskonzept der Stadt Köln folgt auf das AWK gemäß Ratsbe- schluss vom 15.05.2012 und ist somit der fünfte offizielle Bericht zum Stand der En t- sorgungswirtschaft in Köln. Über Veränderungen seit 2012 wurde im Rahmen von drei Statusberichten informiert. Zur Erstellung des AWK bedient sich die Stadt Köln der Abfallwirtschaftsbetriebe Köln (AWB) sowie der Abfallentsorgungs- und Verwe r- tungsgesellschaft Köln (AVG). In dem aktuellen AWK werden zunächst die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Siedlungsabfallwirtschaft in Köln beschrieben (Kapitel 2). Es wird nachfolgend das Entsorgungsgebiet (Kapitel 3), die Organisation der Siedlungsabfallentsorgung (Kapi- tel 4) sowie der Status quo der Kölner Entsorgungsinfrastruktur (Kapitel 5) dargestellt. In Kapitel 6 werden die Ziele der kommunalen Abfallwirtschaft erläutert. Im A n- schluss daran werden Mengenentwicklung und Zusammensetzung der in dem Entso r- gungsgebiet anfallenden und dem kommunalen Entsorgungsträger zu überlassenen Abfällen aufgezeigt (Kapitel 7). Dara ufhin werden die seit dem letzten Abfallwir t- schaftskonzept 2012 unternommenen (Kapitel 8) sowie anschließend die geplanten Maßnahmen zur Abfallvermeidung und Ab fallverwertung der überlassungspflichtigen Abfälle (Kapitel 9) vorgestellt. Auf Basis der vorliegenden Daten, Vorgaben und Ziele werden die zukünftigen Kölner Abfallmengen prognostiziert und die zehnjährige Ent- sorgungssicherheit für die Abfälle im Kölner Entsorgungsgebiet nachgewiesen (Kapi- tel 10). Abschließend wird ein Resümee gezogen und ein Ausbl ick gegeben (Kapitel 11). 7 2. Rechtliche Rahmenbedingungen Die rechtlichen Rahmenbedingungen bilden die Grundlage für die Entwicklung der Siedlungsabfallwirtschaft in Köln. Im Folgenden wird die europäische, bundesdeu t- sche, nordrhein-westfälische sowie kommunale Rechtssituation vorgestellt. 2.1 Europäisches Recht Um innerhalb der Europäischen Gemeinschaft eine möglichst einheitliche Gesetzg e- bung bzw. Entsorgungsstandards zu gewährleisten, werden vo m europäischen Parl a- ment entsprechende Abfallrahmenrichtlinien erlassen, die von den Mitgliedsstaaten in nationales Recht umgesetzt werden müssen. Besondere Bedeutung hat in diesem Zusammenhang die aktuelle Abfallrahmenrichtl i- nie (AbfRRL) vom 12. Dezember 2014, in der die Europäische Union höhere Anforde- rungen an die Mitgliedsländer in Bezug auf den Ausbau der Mülltrennung und des A b- fallrecyclings stellt. Unter anderem wurde über die A bfRRL eine neue Abfallhiera r- chie verankert, in der die (1) Vermeidung, (2) die Wiederverwendung u nd (3) das stoffliche Recycling von Abfällen als höherwertig definiert werden, als deren (4) ene r- getische Verwertung und Verfüllung oder (5) Beseitigung. Die Anforderungen der E u- ropäischen Union gehen jedoch darüber hinaus. Das Ziel ist es, zu einer echten Kreis- laufwirtschaft im Sinne von Circular Economy (zu Deutsch Kreislaufwirtschaft) zu kommen. Hierbei wird der gesamte Produktionszyklus einer Ware in den Fo kus ge- nommen mit dem Ziel einen sparsamen und umweltfreun dlichen Umgang mit Re s- sourcen auf allen Wertschöpfungsstufen zu erreichen. In der Kreislaufwirtschaft wird angestrebt, Kapital immer wieder zu nutzen und zu erneuern – unabhängig davon, ob es sich um finanzielle, menschliche, soziale oder natürliche Ressourcen handelt. Dies soll zu einem effizie nten Strom von Waren und Dienstleistungen führen. Die Idee der Circular Economy geht somit weit über die bloße Ressourcenschonung und das Recyc- ling hinaus. 2.2 Bundesrecht Die Abfallentsorgung wurde erstmals 1972 vom Bund gesetzlich geregelt. Das dam a- lige Ab fallbeseitigungsgesetz wurde 1986 durch das Abfallgesetz abgelöst, welches zum Kernziel die (schadlose) Beseitigung von Abfällen hatte. Seit dieser Zeit entw i- ckelt sich die Abfallwirtschaft in Deutschland konsequent hin zu einer Kreislauf - und Ressourcenwirtschaft. Wichtige Etappen in dieser Entwicklung waren u. a. die Einfü h- rung einer „Produktverantwortung von Hersteller und Vertreiber“ 1991 (Verpackung s- verordnung – VerpackV), das Verbot der Ablagerung unbehandelter Siedlungsabfälle 1993 (Technische Anleitung Siedlungsabfall – TASi), die Novellierung des Kreislau f- wirtschaftsgesetzes 2012 (KrWG) sowie weiterer Verordnungen und Gesetze für ei n- zelne Stoffströme (z. B. Altölverordnung, Altautoverordnung, Altholzverordnung, Bat- teriegesetz, Elektroaltgerätegesetz , etc.) . Die Schonung von natürlichen Ressourcen 8 und die umweltverträgliche Beseitigung von Abfällen werden damit gesichert. Nach dem KrWG ist neben der fünfstufigen Abfallhierarchie (siehe Abbildung 1) auch vor- gegeben, dass alle im haushaltsnahen Bereich anfallenden Wertstoffe, wie Altpapier, Metall, Glas, Kunststoffe und Bioabfälle, separat gesammelt werden. Weiterhin soll eine bundesweit e Recyclingquote von 65 % für Siedlungsabfälle bis 2020 erreicht werden. Abbildung 1: Die fünfstufige Abfallhierarchie Im Jahr 20 17 wurde das Verpackungsgesetz verabschiedet und löst damit die Verp a- ckungsverordnung ab. Hauptziel des Gesetzes ist es, wesentlich mehr Verpackungsab- fälle aus privaten Haushalten zu recyceln. Die Hersteller werden außerdem stärker da- zu angehalten, ökologisch vorteilhafte und recyclingfähige Verpackungen zu verwe n- den. Die Einzelhändler stehen nach dem Gesetz u. a. in der Pflicht, am Regal zu kenn- zeichnen, wo Mehrweg - oder Einweggetränke stehen. Für die dualen Systeme gelten ab 2019 bzw. 2021 höhere Recyclingquoten (siehe Tabelle 1). Verpackungen aus Recyclingquote ab 01.01.2019 Recyclingquote ab 01.01.2021 Glas, Aluminium und FE-Metallen 80 Masseprozent 90 Masseprozent Papier, Pappe, Kartonagen 85 Masseprozent 90 Masseprozent Getränkekartonverpackungen 75 Masseprozent 80 Masseprozent anderen Verbunden 55 Masseprozent 70 Masseprozent Kunststoffen 58,5 Masseprozent 63 Masseprozent Tabelle 1: Neue Recyclingquoten für Verpackungen 9 Weiterhin ist im Jahr 20 17 die novellierte Gewerbeabfall verordnung (GewAbfV) in Kraft getreten. Damit gilt auch für Gewerbebetriebe eine strikte Abfalltrennung und die fünfstufige Abfallhierarchie. Für gewerbliche Abfallerzeuger sind neben der Ve r- pflichtung zur Getrenntsammlung auch bestimmte Dokumentationspflichten einzuha l- ten. Ziel des Gesetzgebers ist es , auch im Gewerbebereich die stoffliche Verwertung im Sinne der Abfallhierarchie zu fördern . Dazu müssen alle Abfallerzeuger ihre anfa l- lenden gewerblichen Siedlungsabfälle (Papier, Pappe, Karton, Glas, Kunststoffe, M e- talle, Holz, Textilien und Bioabfälle) sowie bestimmte Bau- und Abbruchabfälle g e- trennt sammeln und befördern. Nicht getrennt gehaltene Abfälle müssen einer Vorb e- handlungs- oder Aufbereitungsanlage zugeführt werden. Dies ist entsprechend zu d o- kumentieren und auf Verlangen der zuständigen Behörde vorzulegen. Verwertungsseitig hat auch die angepasste Düngeverordnung einen erheblichen Ei n- fluss auf die Entsorgung von Bioabfällen , da diese die Einbringung von Nitrat in den Boden neu regelt. Dies dient in erster Linie dem Schutz des Grundwassers vor zu h o- hen Nitrat-Belastungen. Somit erhöht das neue Düngerecht die Anforderungen an die Aufbringung v on Komposten auf landwirtschaftl ichen Flächen. Die novellierte Dü n- gemittelverordnung verschärft auch die Anforderungen der Komposte hinsichtlich der Fremdstoffgehalte. 2.3 Abfallrecht von Nordrhein-Westfalen Im Zentrum des aktuellen Abfallwirtschaftsplans NRW (2015) steht die Umsetzung einer regionalen Entsor gungsautarkie. Das bedeutet, dass Siedlungsabfälle, die in Nordrhein-Westfalen anfallen, im Land selbst (Grundsatz der Autarkie) und möglichst in der Nähe ihres Entstehungsortes zu entsorgen sind. Abfalltransporte über weite En t- fernungen sollen auf diese W eise vermieden und Abfälle sollen möglichst ortsnah en t- sorgt werden. Mit dem Abfallwirtschaftsplan werden die Abf allströme der öffentlich- rechtlichen Entsorgungsträger in NRW neu festgelegt. Es erfolgt eine Zuordnung in drei Entsorgungsregionen bei der Res tmüllverbrennung. Köln wird der Region I zug e- ordnet zusammen mit den kreisfreien Städten Düsseldorf, Krefeld, Leverkusen und Mönchengladbach und den Kreisen Euskirchen, Heinsberg, Kleve, Viersen und Wesel, dem Rhein-Kreis Neuss, de m Rhein-Erft-Kreis sowie das Gebiet des Bergischen A b- fallverbandes, der Rheinischen Entsorgungskooperation (Stadt Bonn, Rhein -Sieg- Kreis) und dem Zweckverband Entsorgungsregion West (Stadt Aachen, Städte Region Aachen, Kreis Düren). Weiterhin enthält der Abfallwirtschaftsplan anspruchsvolle Vorgaben zur Abfallve r- meidung und Wiederverwendung sowie zum Recycling. Mit dem Abfallwirtschaft s- plan sollen deutliche Impulse für eine noch stärkere Nutzung von Siedlungsabfällen als Rohstoffquelle gegeben werden. In NRW fallen in den priva ten Haushalten rund acht Millionen Tonnen Abfälle im Jahr an. Mehr als die Hälfte hiervon sind Bio- und Grün-, Papier-, Kunststoff - und Glasabfälle. Relevante Potenziale zur Steigerung der Recyclingquote bestehen vor allem im Bereich der Bio - und Grünabfälle. Bei der Bio- abfallverwertung soll vor allem das energetische Potenzial der Bioabfälle in Form von Biogas intensiver genutzt werden. 10 Abbildung 2: Entsorgungsregionen NRW aus dem AWP NRW, Teilplan Siedlungsabfälle (2015) Auch die aktuelle Landesregierung NRW, die seit 2017 im Amt ist, hat in ihrem Koali- tionspapier festgelegt , den effizienten Umgang mit Ressourcen weiter auszubauen. Auf diesem Weg gilt, es zukünftig Abfälle zu vermeiden und dort, wo dies nicht mö g- lich ist, erfolgreich stofflich zu verwerten. Gemeinsam mit der nordrhein - westfälischen Umwelt- und Kreislaufwirtschaft sollen Anreize entwickelt werden, die bereits beim Produktdesign den Kreislaufgedanken einbinden. Des Weiteren möchte sie die immer stärkere Nutzu ng von Abfall als Rohstoffressource weiterhin unterstü t- zen und zugleich die Gebührenbelastung für die Entsorgung begrenzen. Vor diesem Hintergrund soll das Landesabfallgesetz überarbeitet und die Zielsetzungen sollen z u- kunftsgerecht ausgerichtet werden. Insbesondere die Dreiteilung des Landes in Entso r- gungsregionen soll unter ordnungspolitischen Gesichtspunkten einer kritischen Pr ü- fung unterzogen werden. Dabei soll eine eins zu eins -Umsetzung von bundes- und eu- roparechtlichen Vorgaben der Maßstab sein. 2.4 Kölner Abfallrecht Entsprechend § 9 des Landesabfallgesetzes NRW regeln die öffentlich -rechtlichen Entsorgungsträger die Abfallentsorgung durch Satzung. In der kommunalen Abfallsa t- zung werden verschiedene Regelungen zur Abfallentsorgung festgelegt. U. a. wird der Anschluss- und Benutzungszwang an die öffentliche Abfallentsorgung geregelt, die 11 Trennpflichten für Wertstoffe, das Entsorgungsangebot und die Leerungsintervalle werden beschrieben und insbesondere werden die Gebühren für die erbrachten Lei s- tungen dargestellt. Köln hat eine Abfallsatzung sowie eine Straßenreinigungssatzung mit den entsprechenden Gebührensatzungen. Die Satzungen werden jährlich übera r- beitet und vom Rat der Stadt Köln verabschiedet. 12 3. Das Kölner Entsorgungsgebiet 3.1 Geographische Lage Die kreisfreie Stadt Köln liegt süd -westlich in Nordrhein-Westfalen im Regierungsbe- zirk Köln. Mit 1.084.795 Einwohnern (Stand 31.12.2017) ist Köln die größte Stadt des Bundeslandes sowie hinter Berlin, Hamburg und München die viertgrößte Stadt Deutschlands. Das Stadtgebiet verfügt über eine Fläche von 405,2 km ² (28 km in nord- südlicher und 27 km in west -östlicher Richtung). Die durchschnittliche Einwohne r- dichte beträgt rund 2.500 Einwohner pro Quadratkilometer. Köln ist in neun Stadtb e- zirke unterteilt, die insgesamt über 86 Stadtteile verfügen. 3.2 Einwohner- und Bebauungsstruktur In den Stadtbezirken wohnen – mit Ausnahme von Chorweiler – jeweils über 100.000 Menschen. Abbildung 3: Die Gliederung des Kölner Stadtgebietes, Stand 31.12.2017 13 Das Kölner Stadtgebiet besteht aus unterschiedlichen Bebauungs- und Bevölkerungs- strukturen. Laut dem Amt für Stadtentwicklung und Statistik gibt es rund 137.511 Wohngebäude in Köln, davon sind 81 .878 Ein- und Zweifamilienhäuser. Die Zah l der Haushalte beträgt rund 561.071 . Somit leben durchschnittlich 1, 88 Personen in einem Haushalt; rund die Hälfte der Haushalte ( über 282.000) sind Single -Haushalte. Köln zieht zudem jährlich zahlreiche Besucher an. Im Jahr 20 17 gab es rund 3, 6 Millionen Gäste mit 6,2 Millionen Übernachtungen in der Stadt. Dies sind durchschnittlich rund 10.000 Gäste pro Tag. 3.3 Gewerbestruktur Die Wirtschaft in Köln ist stark von Dienstleistungen geprägt. Rund 8 7 % (2017) der in Köln arbeitenden, sozialversicherungspflichtig Beschäftigen, sind in diesem Sektor angestellt. Vor allem Gesundheitseinrichtungen, Handel, Banken und Versicherungen, Medieneinrichtungen, IT -Unternehmen sowie Forschung und Entwicklung sind in Köln präsent. Die hier angesiede lten anspruchsvollen Arbeitsplätze erzielen eine hohe Wertschöpfung, die überwiegend von qualifizierten Beschäftigten erbracht wird. Der Produktionssektor, in dem rund 80.500 Sozialversicherungspflichtige (201 7) beschäf- tigt sind, ist stark geprägt von der Nahrungsmittel-, der Automobil- sowie der Chemie- branche. 14 4. Organisationsstruktur der Abfallwirtschaft in Köln 4.1 Stadt Köln als öffentlich rechtlicher Entsorgungsträger Die Abfallentsorgung der Stadt Köln als öffentliche Einrichtung erfolgt auf der Grun d- lage der Kölner Abfallsatzung und weiterer gesetzlicher Maßgaben (KrWG, LAbfG u. a.). Als öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger (örE) ist die Stadt (neben der Straße n- reinigung) grundsätzlich für die Abfallentsorgung in Köln zuständig. Dies umfasst die folgenden Aufgaben, die in der Abfallsatzung hinterlegt sind: Bereitstellen, Überlassen, Sammeln, Einsammeln, Befördern, Behandeln, Lagern von Abfällen und Ablagern von Abfällen zur Beseitigung und Verwertung (aus privaten Haushalten) Beratung über Möglichke iten der Vermeidung, Verwertung und Beseitigung von Abfällen (Abfallberatung) Aufstellen, Unterhaltung und Entleerung von Straßenpapierkörben und Entsorgung der Inhalte Einsammlung und Entsorgung von verbotswidrigen Abfallablagerungen von den der Allgemeinheit zugänglichen Grundstücken im Gemeindegebiet Aufstellen, Unterhaltung, Entleerung von Altkleiderbehältern und Verwertung der Inhalte Alle Abfälle aus privaten Haushaltungen unterliegen der Überlassungspflicht gege n- über dem örE und werden durch den Ans chluss- und Benutzungszwang der Abfallsa t- zung (§ 5) über die von der Stadt Köln zur Verfügung gestellten Sammelbehältnisse und Entsorgungsstrukturen erfasst und entsorgt. Soweit die Stadt Köln Dritten oder privaten Entsorgungsträgern Pflichten zur Verwertung und Beseitigung übertragen hat, besteht keine Überlassungspflicht gegenüber der Stadt Köln. Ist jedoch nur das Sa m- meln, Einsammeln und Befördern von Abfällen durch die Stadt Köln ausgeschlossen, sind die Abfälle zu einer von der Stadt Köln zur Verfügung gestellten Abfallentso r- gungsanlage zu befördern. Eine detaillierte Auflistung („Positivliste“) der der Stadt zu überlassender Abfälle mit vollständigen Bezeichnungen und Abfallschlüsselnummern, ist in der Anlage 1 der Kölner Abfallsatzung aufgeführt. Von der Abfallentsorgung durch die Stadt Köln ausgeschlossen sind Abfälle, für die durch eine Rechtsverordnung die Rücknahme - oder Rückgabepflicht an den örE au f- gehoben wurde sowie durch die Stadt genehmigte gemeinnützige bzw. gewerbliche Sammlungen. 4.2 AWB Köln als abfallwirtschaftlicher Dienstleister Der örE hat das Recht, Dritte mit der Erfüllung seiner Pflichten zu beauftragen. Mit einem Teil der Aufgaben, insbesondere mit der Durchführung der abfallwirtschaftl i- chen Logistikaufgaben und weiterer Dienstleistu ngen, wurde die Abfallwirtschaftsb e- 15 triebe Köln GmbH (AWB) beauftragt. Die Gesellschaft wurde im Jahr 2001 gegründet und gehört zum Kölner Stadtwerkekonzern. Der schwerpunktmäßige Aufgabenbereich sind satzungsgemäße Entsorgungs - und Reinigungsleistungen. Hi erzu zählen die B e- reitstellung der Abfallinfrastruktur (z. B. Restmüll- und Wertstoffbehälter), die Samm- lung und der Transport der zu überlassen den Abfälle sowie die Säuberung und der Winterdienst von Straßen, Gehwegen, Plätzen, Brücken, Tunneln, Unterführ ungen und Grünflächen. Darüber hinaus werden privatwirtschaftlich durch die AWB abfallwir t- schaftliche Dienstleistungen für unterschiedliche Kundengruppen erbracht. Die AWB unterhält drei Betriebshöfe. Abbildung 4: Betriebshof Maarweg (Hauptverwaltung, Stadtreinigung, Abfallwirtschaft, Werkstatt sowie Müllumladestation mit Anbindung an das Schienennetz) 4.3 AVG Köln als Anlagenbetreiber Die AVG Abfallentsorgungs - und Verwertungsgesellschaft Köln mbH (AVG) wurde 1992 durch den Rat der Stadt Köln vor dem Hintergrund der Diskussion um eine m o- derne, zukunftsgerichtete Abfallwirtschaft in der Dommetropole gegründet. Zur dama- ligen Zeit stand lediglich die Deponie Vereinigte Ville zur Beseitigung des Kölner A b- falls zur Verfügung, allerdings mit knapper werdenden Ablagerungsflächen. Als mehrheitlich kommunales Unternehmen mit privater Beteiligung hatte die AVG zunächst die Aufgabe , die im Abfallwirtschaftskonzept der Stadt Köln vorgesehene Infrastruktur von Verwertungs- und Entsorgungsanlagen zu realisieren. Dazu gründete die AVG in den Anfangsjahren gemeinsam mit privaten Entsorgungsunternehmen G e- sellschaften zur Sortierung und Verwertung von Baumisch - und Gewerbeabfällen s o- wie zur Kompostierung von biogenen Abfällen. 16 Die AVG stellt heute mit ihren Tochtergesellschaften die folgenden Entsorgungsanl a- gen zur Verfügung: Baustellenabfall- und Gewerbeabfallsortieranlagen Sperrmüllaufbereitungs- und Sortieranlagen Altholzverwertungsanlage Kompostierungsanlage Restmüllverbrennungsanlage (RMVA), siehe Abbildung 5 Deponie Vereinigte Ville mit Rostasche- und Konditionierungsanlage Annahmestelle für Abfälle aus künstlichen Mineralfasern (KMF) und Asbest In der Abbildung auf Seite 34 werden die aufgeführten Anlagen in einer Karte darge- stellt. Abbildung 5: RMVA Köln mit Anbindung an die Schiene 17 5. Die Entsorgungsinfrastruktur 5.1 Entsorgungs- und Verwertungsanlagen Baustellenabfall- und Gewerbeabfallsortieranlagen An den Standorten in Köln -Niehl und Köln-Heumar betreibt die AVG Ressourcen GmbH als zentrale Vertriebsgesellschaft der AVG -Gruppe die beiden Gewerbeabfall - und Baustellenabfallsortieranlagen. Die beiden als Entsorgungsfachbetrieb zertifizie r- ten Sortieranlagen haben die Aufgaben: einen möglichst großen Anteil der in Köln anfallenden Baumischabfälle zu erfa s- sen, aufzubereiten und einer Verwertung zuzuführen ; hierfür werden die angeli e- ferten Baumischabfälle in inerte und nicht inerte Wertstoffe sowie in Rest stoffe ge- trennt, einen möglichst großen A nteil der in Köln anfallenden Gewerbeabfälle aus den Bereichen Handwerk, Industrie und Handel zu erfassen, aufzubereiten und einer Verwertung zu zuführen; n eben der manuellen Sortierung werden auch automat i- sche Nah-Infrarot (NIR) Sortiergeräte verwendet , um auf diese Weise Gewerbeab- fälle sortenrein zu trennen und mit einer hohen Verwertungsquote zu entsorgen, Sperrmüll aufzubereiten; aus dem Gemisch werden insbesondere Eisen - und Nicht- Eisen Metalle sowie Holz aussortiert und verwertet ; die dabei angestrebte Verwer- tungsquote von etwa 50 % konnte bislang stets übertroffen werden, zu verbrennende Reste der Gewerbeabfälle so aufzubereiten, dass sie in der RMVA Köln problemlos energetisch verwertet werden können. Abbildungen 6 und 7: Vorbehandlungsanlage RMVA und Sperrmüllaufbereitungsanlage Köln-Niehl Die genehmigte Anlagenkapazität am Standort Köln-Niehl beträgt Halle 1 (Sortierung und Vorbehandlung von Gewerbeabfällen): 169.500 t/a Halle 2 (Sperrmüllaufbereitung und Vorbehandlung für RMVA): 170.000 t/a Außerdem befinden sich an den Standorten Köln-Niehl und Köln-Heumar Recycling- höfe an dem privatwirtschaftlich diverse Abfälle angenommen werden . Seit Januar 2017 ist in Köln-Niehl auch die Annahme von Kleinmengen Asbest möglich. 18 Abbildungen 8 und 9: Recyclinghof der AVG in Köln-Niehl Die genehmigte Kapazität am Standort Köln-Heumar beträgt insgesamt bis zu 370.000 t pro Jahr. In der Sortieranlage werden jährlich ca. 50.000 t/a behandelt. Weitere Me n- gen werden an diesem Standort konditioniert und umgeschlagen. Darüber hinaus we r- den Dämmstoffe (KMF) angenommen. Sortierreste der Anlagen werden per Bahn über die Müllumladestation (MUS) an die RMVA geliefert. Abbildungen 10 und 11: Baustellenabfall- und Gewerbeabfallsortieranlagen in Köln-Heumar Altholzverwertungsanlage Die AVG Ressourcen betreibt am Standort Köln-Niehl außerdem eine Altholzverwe r- tungsanlage, in der Altholz sortiert, von Störstoffen befreit und zerkleinert wird. Die Kapazität der Anlage beträgt aktuell 80.000 t/a. Die Altholzmengen werden überwi e- gend stofflich (z. B. Spanplattenindustrie) als a uch energetisch (Biomassekraftwerke) verwertet. Zur weiteren Optimierung der Altholzverwertung und zur Modernisierung der Anlage wurde ein Genehmigungsantrag zur Erweiterung auf 140.000 t/a gestellt. 19 Abbildungen 12 und 13: Altholzverwertungsanlage (Standort Köln-Niehl) und Holz-Hackschnitzel Kompostierungsanlage Köln-Niehl Die Kompostierungsanlage Köln-Niehl (KA-Niehl) hat im Oktober 1995 ihren Betrieb aufgenommen und wird seither von der AVG Kompostierung GmbH betrieben. Au f- gabe der als Entsorgungsfachbetrieb zertifizierten Anlage ist es, aus organischen A b- fällen vermarktungsfähige Komposte zu erzeugen. Die Anliefermengen stammen aus den Bioabfalltonnen der privaten Haushalte (angeliefert dur ch die AWB), Gewerbebe- trieben (z. B. Garten - und Landschaftsbau) sowie aus Gärten, Parks und Friedhöfen vom Grünflächenamt der Stadt Köln. Abbildungen 14 und 15: Anlieferungsbereich und Kompostierung In der Anlage können je nach Anforderung Komposte unterschiedlicher Qualitäten erzeugt werden. Die Kompostierung erfolgt in einem sogenannten Mehrstrangkompo s- tierungsverfahren, wobei der mikrobiologische Abbauprozess (Rotteprozess) durch eine gezielte Luft- und Feuchtigkeitszufuhr zu den Mieten unterstützt wird. Die Abluft der vollständig eingehausten Kompostierungsanlage wird über ein Wäschersystem sowie zwei Biofilter gereinigt. Holziges Material wird in der Anlage durch Zerkleine- rung zu s ogenanntem Schreddergut für Biomassekraftwerke sowie für Rekultivieru n- gen aufbereitet. Die genehmigte Kapazität der KA -Niehl beträgt aktuell jährlich 109.000 t. Bedingt durch die historische Genehmigungsentwicklung ist diese aufgeteilt in 62.000 t Komposti erungsleistung, 18.000 t S chredderleistung zur Herstellung von Erstschreddergut und 29.000 t wahlweise Kompostierungs- oder Schredderleistung. 20 Abbildungen 16 und 17: Kompostierungsanlage, Standort Köln-Niehl Der Kompost wird im Schwerpunkt in der Landwirtschaft und in der Rekultivierung eingesetzt. Vermarktet werden durch die AVG Kompostierung neben Komposten und Erstschreddergut auch Kompostpflanzerde, Substratkompost und Rindenmulch. Alle Produkte sind RAL -gütegesichert und werden kontinuierlich auf ihre Qualität hin überwacht. Vor dem Hintergrund des reformierten Düngemittelrechts im Jahr 20 17 und um die Vermarktungswege weiter zu optimieren, hat die AVG Kompostierung die Kompost-Feinabsiebung optimiert. Restmüllverbrennungsanlage Köln Die als Entsorgungsfachbetrieb zertifizie rte Restmüllverbrennungsanlage (RMVA) wurde Ende 1997 in Betrieb genommen. Unter anderem wird hier seit 1998 der gesam- te Kölner Hausmüll entsorgt. Dieser wird sowohl über die Straße als auch über die Schiene zur RMVA transportiert, wobei die Anlieferung des Hausmülls nur dort per LKW erfolgen soll, wo dies aus Gründen der Anlagennähe geboten ist (z. B. im Um- kreis der RMVA). Abbildungen 17 und 18: Blick auf das AVG-Betriebsgelände in Köln-Niehl mit Schienenanschluss 21 Neben dem Kölner Hausmüll werden in der Anlage stofflich nichtverwertbare Reste aus der Gewerbe - und Baumischabfallsortierung, Reste aus der Kompostierung sowie ergänzende Drittmengen angenommen. Die Anlage überschreitet deutlich die in der EU-Abfallrahmenrichtlinie (AbfRR) festgesetzten Energieeffizienzkriterien (R1). Die genehmigte jährliche Verbrennungsmenge der RMVA beträgt seit 2007 bis zu maximal 780.000 t pro Jahr. Da die thermische Leistung der Anlage begrenzt ist, ist die tatsächliche Behandlungska pazität vom Heizwert abhängig. In den letzten Jahren konnte die Auslastung der Anlage kontinuierlich gewährleistet werden. Die bei der Verbrennung des Abfalls freigesetzte Energie wird als Strom und / oder Dampf genutzt. In der Kraftwärmekoppelungseinheit der Anlage wird so viel Energie erzeugt, dass nicht nur die Anlagen auf dem AVG -Gelände hiermit versorgt werden können. Je nach Betriebszustand werden vielmehr 75 bis 80 % der erzeugten Gesa m- tenergieproduktion in das öffentliche Energienetz abgegeben. Dies sorgt dafür, dass Kraftwerksleistung eingespart wird, Primär -Energieträger wie Kohle, Öl oder Erdgas geschont und Kohlendioxydemissionen insgesamt gesenkt werden. Im Jahr 2017 wu r- de die RMVA um ein e zweite Turbine ergänzt, so dass nun auch dann Strom erzeugt werden kann, wenn die Bestandsturbine in Revision genommen werden muss. Abbildungen 19 und 20: Restmüllbunker und Leitwarte der RMVA Die freigesetzten Abgase werden über eine fünfstufige Abgasreinigung gereinigt, die seit ihrer Inbetriebnahme sehr effektiv und hoch wirksam arbeitet. Die Abgaswerte bleiben aufgrund der Reinigungsanlage deutlich unter den gesetzlich geforderten Grenzwerten der 17. Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV, siehe Tabelle 2) sowie den deutlich strengeren Auflagen des Genehmigungsbescheides der Bezirk s- regierung. Auch eine Verschärfung der aktuellen Grenzwerte, die derzeit wieder disku- tiert wird, wäre für die RMVA Köln unproblematisch. Die RMVA zählt zu den effiz i- entesten und umweltfreundlichsten Müllverbrennungsanlagen Deutschlands und auch weltweit. 22 Emission Grenzwert nach 17. BImSchV RMVA-Wert Anteil am Grenz- wert in Prozent Kohlenmonoxid 50 mg/m³ 2,1 mg/m³ 4,2 % Gesamtkohlenstoff 10 mg/m³ 0,1 mg/m³ 1,0 % Chlorwasserstoff 10 mg/m³ 0,4 mg/m³ 4,0 % Schwefeldioxid 50 mg/m³ 0,4 mg/m³ 0,8 % Stickstoffdioxid 150 mg/m³ 40,4 mg/m³ 26,9 % Ammoniak 10 mg/m³ 0,2 mg/m³ 2,0 % Staub 5 mg/m³ 0,1 mg/m³ 2,0 % Fluorwasserstoff 1 mg/m³ nicht nachweisbar Cadmium/Thallium 0,05 mg/m³ nicht nachweisbar Quecksilber 0,03 mg/m³ nicht nachweisbar Summe Metalle: (Anti- mon, Arsen, Blei, Chrom, Kobalt, Kupfer, Mangan, Nickel, Vanadium, Zinn u. deren Verbindungen) 0,5mg/Nm³ < 0,0070 < 1,4 % Summe Arsen, Cadmium, Kobalt, Chrom, Ben- zo(a)pyren (Summe) 0,05 mg/m³ 0,0015 mg/m³ < 3,0 % Schwermetalle (Summe) 0,5 mg/m³ < 0,0015 mg/m³ < 0,26 % Dioxine/Furane* 0,1 ng/m³ < 0,003 ng/ m³ < 3,0 % * Werte in Nanogramm Tabelle 2: Emissionswerte der RMVA (01.01.2017 – 31.12.2017) Deponie Vereinigte Ville Zum 01.01.1998 wurde die AVG mit dem Betrieb, der Rekultivierung sowie der Durchführung der erforderlichen Investitionsmaßnahmen der seit 1970 für die Entso r- gung von Abfällen genutzten Deponie Vereinigte Ville (Deponie V.V.) beauftragt. Mit der Übernahme der Betriebsführung hat die AVG die kontinuierliche Beschickung der Deponie V.V. sicherge stellt. Die Aufgaben der AVG enden mit der Schlussabnahme der Rekultivierung des letzten Bauabschnittes durch die zuständige Behörde. Die a n- schließende Nachsorgephase obliegt der Stadt Köln. 23 Abbildungen 21 und 22: Luftbild der Deponie und aktueller Ablagerungsbereich Kölner Hausmüll wird seit Inbetriebnahme der RMVA nicht mehr auf der Deponie abgelagert. Auch die Ablagerung von anderen organischen Abfällen findet seit dem 31.05.2005 nicht mehr statt. Stattdessen werden mineralische Abfälle der Deponi e- klasse II abgelagert. Laut Abfallwirtschaftsplan für den Regierungsbezirk Köln ist die Deponie V.V. als sogenannte Langzeitdeponie linksrheinisch vorgesehen. Auf der Deponie wird Gas erfasst und einer Verwertung zugeführt. Zur Verstromung des Gases hat die AVG 2009 auf der Deponie V.V. ein Blockheizkraftwerk (BHKW) mit drei Motoren installiert. Der gewonnene Strom wird in das öffentl iche Netz ei n- speist und ein Teil der überschüssigen Wärme wird zudem zur Beheizung des B e- triebshofes genutzt. Die Deponie V.V. verfügt zudem über eine moderne Sickerwa s- serreinigungsanlage mit einer jährlichen Kapazität von bis zu rund 200.000 m³. Diese besteht aus zwei parallel betriebenen biologischen Reinigungseinheiten und einer a d- sorptiven Stufe. Das so vorgereinigte Sickerwasser wird einem, in der Nähe gelegenen Klärwerk zugeleitet und nach nochmaliger Behandlung unter Einhaltung aller Gren z- werte in einen Vorfluter eingeleitet. Um den sich verändernden Qualitäten des Sicke r- wassers gerecht zu werden, wird zudem aktuell noch eine Umkehrosmoseanlage ei n- gesetzt. Diese Anlage wird durch eine weitere biologische Reinigungsstufe ersetzt, mit deren Bau Ende 2017 begonnen wurde. Abbildungen 23 und 24: Blockheizkraftwerke und Sickerwasseraufbereitung 24 Eng verbunden mit dem Betrieb der Restmüllverbrennungsanlage ist der Betrieb der Rostascheaufbereitungs- und Abfallkonditionierungsanlage (RAKA). Seit dem Jahr 2010 wird die stationäre Rostascheaufbereitungs- und Konditionierungsanlage auf dem Gelände der Deponie V.V. betrieben. Die Anlage, die im Auftrag der AVG durch die Mineralstoff-Aufbereitung und -Verwertungs GmbH (MAV) betrieben wird, dient auch der dauerhaften Sicherung von Mengenströmen für die Deponie V.V. Abbildungen 25, 26 und 27: Rostascheaufbereitungsanlage und Abfallkonditionierungsanlage Die aus dem Verbrennungsprozess anfallende Rostasche ist im Straßen - und Wegebau einsetzbar. Bevor die Rostasche eingesetzt werden kann, muss sie in der Rostasche - Aufbereitungsanlage reifen und stabilisiert werden. Vorhandene Metallreste werden aussortiert, während n icht verwertbare Rostasche auf der Deponie V.V. abgelagert wird. 5.2 Entsorgungsleistungen im Holsystem Mit der Durchführung der abfallwirtschaftlichen Log istikaufgaben und weiterer Dienstleistungen wurde die Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH ( AWB) beauftragt. Im Bereich der Abfall entsorgung werden verschiedene Entsorgungs- und Serviceleis- tungen angeboten. Sammlung über Abfallgefäße Restmüll, Altpapier, Wertstoffe und Bioabfälle werden in Köln haushaltsnah über A b- fallgefäße gesammelt . Die Sammlung von Restmüll erfolgt wöchentlich, Papier und Wertstoffe werden 2 -wöchentlich gesammelt . B ei Bioabfällen erfolgt die Sammlung wöchentlich während der Vegetationsphase von März bis November und 14-tägig im Winter (Dezember bis Februar). Pro Woche leert die AWB mehr als 400.000 Behälter in Köln (siehe Tabelle 3). Restmüll Bioabfall Altpapier Wertstoffe Durchschnittliche Leerungszahlen 2017 183.795/ Wo 80.626/ Wo 75.896/ Wo. 71.595/ Wo Tabelle 3: Leerungszahlen im Holsystem (Voll- oder Teilservice) pro Woche, gerundet 25 Beim Service im Holsystem wird zwischen Voll - und Teilservice unterschieden. Die Service-Art ist im Stadtgebiet aus logistischen Gründen vorgegeben. In Teil -Service- Gebieten kann gegen Aufpreis zum Wahl -Voll-Service gewechselt werden. Aufgrund von beengten Platzverhältnissen stehen zum Beispiel im Bereich Innenstadt viele B e- hälter in Kellern oder Hinterhöfen. Insgesamt gibt es in Köln rund 6.500 Kellerstan d- plätze, die im Vollservice entsorgt werden. Dies ist eine Besonderheit in Köln und eine besondere körperliche Herausforderung für die Müllwerker. Je nach Abfallart stehen unterschiedliche Größen zur Verfügung. Das Angebot, be i- spielsweise für Restmüll reicht von der virtuellen 30 -Liter-Tonne bis hin zum 5 - Kubikmeter-Umleerbehälter. Insgesamt gibt es für die Entsorgung des Restmülls 14 unterschiedliche Behältergrößen, um alle Konstellationen und Bedürfnisse abzudecken (siehe Tabelle 4). Darüber hinaus gibt es 3 m³ und 5 m³ Umleer- und Unterflurbehälter für größe re Wohneinheiten, neue Wohnanlagen oder gewerbliche Anfallstellen . Auf Wunsch werden die Behälter durch die AWB kostenpflichtig gereinigt. Volumen Restmüll gebührenpflichtig Papier kostenfrei Wertstoffe kostenfrei Bioabfall kostenfrei 30 l* 60 l 70 l ** 80 l ** ** 110 l ** 120 l ** 180 l 240 l 500 l 660 l 770 l 1.100 l 3.000 l 5.000 l 3.000 l UFB*** 5.000 l UFB*** * 30 l = 60 l Tonne, zur Hälfte befüllba r für Einpersonenhaushalte, ** maximal es Volumen für Kelle r- standorte, *** UFB = Unterflurbehälter Tabelle 4: Angebotene Behältergrößen in Köln 26 Für Restmüll besteht ein Anschluss - und Benutzungszwang, so dass alle Grundstücke an die kommunale Restmüllentsorgung angeschlossen werden müssen. Mit diesem kostenpflichtigen Restmüllanschluss erhalten die Bürgerinnen und Bürger zu den z u- sätzlichen abfallwirtschaftlichen Leistungen, wie der Entsorgung von Bioabfällen und Grünschnitt oder Sperrmüll. Dem Bedarf entsprechend kann der Kunde unter Einhaltung von Mindestvorgaben der Stadt auch die Beh ältergröße der Restmülltonne wählen. Der Mindestbehältermaßstab nach § 8 der Abfallsatzung soll zum einen sicher stellen, dass de n Bürgerinnen und Bürgern ein ausreichendes Volumen zur Verfügung steht, um so f alsch entsorgte A b- fälle (Fehlwürfe in anderen Systemen, Littering im öffentlichen Straßenland, etc.) zu beschränken. Zum anderen soll der Behältermaßstab einen finanziellen Anreiz zur Mülltrennung bieten. Die Bemessungsgrundlage , die ein unabhängiges Insti tut regel- mäßig überprüft, unterscheidet zwischen privaten Haushalten und Gewerbebetrieben. Bei privaten Haushaltungen richte n sich Anzahl, Art und Größe der erforderlichen Restabfallbehälter nach der Anzahl der Bewohner/ -innen. Je Person und Woche ist grundsätzlich ein Behältervolumen von 35 l erforderlich. Um die Anreize zur separ a- ten Sammlung von Wertstoffen zu erhöhen, kann das Behältervolumen bei gleichzeit i- ger Nutzung einer Biotonne, einer Altpapier und/ oder einer Wertstofftonne auf 20 l pro Person re duziert werden. Bei ausschließlicher Nutzung einer Biotonne (bzw. bei Eigenkompostierung) ist ein Mindestvolumen von 30 l ausreichend. Bei Gewerbebetrieben richten sich die Mindestbehältervolumen für Restmüll nach e i- nem differenzierten, branchenspezifischen Maßstab. Die in Tabelle 5 dargestellten Normen für Gewerbebetriebe wurden auf Basis der Kölner Gegebenheiten gutachter- lich ermittelt, erstmalig 2011 in der Satzung aufgenommen und gewährleisten den An- schluss an die kommunale Entsorgung für Abfälle zur Beseitigung . Diese Verfahrens- weise stellt nunmehr sicher, dass jedes Grundstück in Köln an die öffentliche A b- fallentsorgung angeschlossen ist und die Kosten für die Abfallentsorgung gerecht ve r- teilt werden. Gewerbe/ Branche Einheit Mindestvolumen pro Einheit Beherbergungsbetriebe (z. B. Hotels, Pensionen, Jugend- herbergen) Bett 3,0 l / Wo. Gaststätten (Schank und Speisewirtschaften) Mitarbeiter 30,0 l / Wo Industriebetriebe/ Handwerksbetriebe/ Sonstiges Gewerbe Mitarbeiter 8,0 l / Wo Krankenhäuser und Pflegeheime Bett 14,5 l / Wo Lebensmittelgroß- und Einzelhandel Mitarbeiter 22,5 l / Wo Sonstiger Einzel- und Großhandel Mitarbeiter 7,0 l / Wo Verwaltungen (z. B. öffentl. und private Verwaltungen, Geld- institute, Versicherungen, Verbände und sonstige Dienstleis- tungen, Rechtsanwalts- und Notariatskanzleien, Freiberufler) Mitarbeiter 4,5 l / Wo Schulen Schüler, Stu- dent, Kind 1,5 l / Wo Tabelle 5: Mindestvolumen für die Restmülltonne im Gewerbe, in Liter pro Woche (l/Wo) 27 Unterflursysteme Mittlerweile werden Unterflursysteme für Restmüll, Papier oder Wertstoffe bei vielen Neubauprojekten von Mehrfamilienhäusern , im Gewerbe oder Siedlungen installiert. Unterflursysteme sind optisch sehr ansprechend, beanspruchen eine geringe Stellfläche im Verhältnis zu Abfallbehälte rn und sind behindertengerecht. Auch im öffentlichen Straßenland sowie in Grünanlagen werden Unterflurbehälter eingesetzt. Abbildungen 28 und 29: Station mit Unterflurbehältern und Leerung Unterflurbehälter Sammlung nach Terminvergabe Auf Wunsch und nach entsprechender Anmeldung werden Sperrmüll, Elektrogroßge- räte sowie Grünschnitt von der AWB vor dem Grundstück der Bürgerinnen und Bü r- ger abgeholt. Bei der Sammlung von Elektrogroßgeräten werden hierbei auch Kleing e- räte mitgenommen. Darü ber hinaus gibt es weitere Service -Angebote wie den Flex - Service oder den Herausstellservice zur Entsorgung von Sperrmüll und Elektroaltgerä- ten. Die Anmeldung kann persönlich, telefonisch oder online über die AWB App bzw. die AWB Webseite erfolgen. In der Regel beträgt die Vorlaufzeit max. 14 Tage. An- ders als in anderen Städten besteht bei dem Abholservice für Sperrmüll und Elektro- großgeräten keine Begrenzung zur Häufigkeit der Inanspruchnahme. Einschränkungen bestehen lediglich bei der Abholmenge, d ie kostenfrei pro Anfahrt mitgenommen wird. Bei Grünschnitt werden zwei kostenfreie Frühjahrs - und Herbstsammlungen a n- geboten. 5.3 Entsorgungsleistungen im Bringsystem Neben den beschriebenen Entsorgungsleistungen im Holsystem, werden weitere Mö g- lichkeiten zur Sammlung im Bringsystem durch die Stadt Köln angeboten. Stationäre Sammlungen Im Bringsystem stehen den Kölner Bürgern verschiedene Sammel - und Annahmestel- len für unterschiedliche Abfallarten zur Verfügung. Sperrige Abfälle aus Haushaltu n- 28 gen und dem Kleingewerbe können an den zwei Wertstoff -Centern in Köln-Ossendorf und Köln-Gremberghoven abgegeben werden. Neben sperrigen Abfällen werden in s- besondere Elektro - und Elektronik -Altgeräte, Grünschnitt, Metallschrott, Papier und Pappe sowie Schadstoffe angenommen. Abbildungen 30 und 31: Wertstoff-Center in Köln-Gremberghoven und Köln-Ossendorf Darüber hinaus können auch am Wertstoffhof der Stadt Köln, dem Umwelt zentrum Köln-West, verschiedene Wertstoffe in haushaltsüblichen Mengen, wie beispielsweise Kartonagen, Metalle, Elektrokleingeräte sowie Möbel, Kleidung, Haushaltswaren und Fahrräder abgegeben werden. Auch auf den Betriebshöfen der AWB sowie bei den meisten Bezirksämtern der Stadt Köln stehen Sammelbehälter, für Energiesparlampen, Elektrokleingeräte, Batterien und CD/DVDs bereit. Mobile Schadstoff-Sammlung Für Problemabfälle stehen neben den stationären Sammelstellen auf den Wertstoff - Centern auch zwei Schadstoffmobile zur Verfügung. Sie sind im gesamten Stadtgebiet im Einsatz. An über 100 Haltepunkten pro Monat können die Kölner Bürgerinnen und Bürger Schadstoffe, Elektrokleingeräte, CDs/ DVDs, Batterien und Energiesparlampen kostenlos abgeben. Informationen hierzu sind u. a. online sowie in einer separaten Schadstoffbroschüre zu finden. Sammlung über Depotcontainer und Unterflurcontainer Sowohl Altglas als auch Altkleider werden in Köln über Depotcontai ner gesammelt. Für die Sammlung von Altkleidern stehen neben den karitativen Sammlungen rund 500 Container im öffentlichen Straßenland bereit. Für Altglas bestehen rund 1.000 Standplätze. Hier erfolgt eine Trennung nach den Farben weiß, braun und grün. Wei te- re Farbvarianten (blau oder rot) werden zusammen mit Grünglas entsorgt. Um Syner- gieeffekte bei der Reinigung zu nutzen und de n Bürgerinnen und Bürgern die Entsor- gungswege zu verkürzen, stehen Altkleider - und Glas-Container oftmals direkt nebe n- 29 einander. An ausgewählten Standorten erfolgt die Sammlung von Glas auch über U n- terflurcontainer oder attraktive Altglassäulen. Abbildungen 32 und 33: Altkleidercontainer und Altglas Container Abbildungen 34 und 35: Säulen und Unterflurbehälter für Altglas 5.4 Beratung und Kommunikation Die Beratung und Kommunikation nimmt einen wichtigen Stellenwert für die Stadt Köln ein. Die folgenden Kanäle werden hierfür im Bereich der kommunalen Abfal l- wirtschaft genutzt. Abfall- und Wertstoffkalender Der Abfall- und Wertstoffkalender ist in Köln das Hauptinformationsmedium rund um die Themen Abfallwirtschaft, Wertstofftrennung und Stadtreinigung. E inmal im Jahr erhalten alle Kölner Haushalte und Gewerbebetriebe die informative Lektüre koste n- frei per Postwurfsendung zugestellt. Der Abfall - und Wertstoffkalender informiert über die Angebote der Stadt Köln und Leistungen der AWB und der AVG Köln. 30 Telefonische Beratung Das Service -Center der AWB ist Anlaufpunkt für verschiedene Fragen rund um die Abfallentsorgung und die Stadtreinigung in Köln. Jährlich werden hier ca . 2 30.000 Kundengespräche geführt und rund 120 .000 E-Mails beantwortet. Das Telefon is t da- bei weiterhin der bevorzugte Kontaktkanal. Die Anliegen der Kunden betreffen vor allem die Abholung von Sperrmüll und Elektroaltgeräten, die Leerung der Abfallb e- hälter und Meldungen von „wilden“ Müllablagerungen. Online Angebote Die Webseiten der AWB als auch der AVG bieten den Kölner Bürgerinnen und Bü r- gern rund um die Uhr die wichtigsten Informationen über die Kölner Abfallwirtschaft. Auf der Webseite der AWB sind relevante Informationen zur Abfall - und Ressou r- cenwirtschaft, Stadtreinigung sowie dem Winterdienst zu finden. Im Jahr 2017 wurde über 900.000 mal auf die AWB Webseite ( www.awbkoeln.de) zugegriffen. Wichtige Funktionen für die Kunden sind zum Beispiel die Suche nach Entsorgungsmöglichke i- ten (Müll ABC), die Anzeige eines individuellen Abfuhrkalenders und die Informati o- nen zu den Wertstoff -Centern. Neben der Internetseite als solche sind auch die E-Mail sowie das Web -Formular als Kontaktkanal immer wichtiger. Auf der Webseite der AVG (www.avgkoeln.de) sind Daten und Fakten über die Aufgaben der AVG und Ihrer Tochtergesellschaften AVG Kompostierung, AVG Ressourcen und AVG Service zusammengefasst. Zudem werden die Anlagen der Gesellschaften zur stofflichen und thermischen Verwertung wie auch zur Deponierung präsentiert. Abbildungen 36 und 37: Webseiten der AWB und der AVG Daneben können Bürgerinn en und Bürger ihr Anliegen beispielsweise zu abfallbezo- genen Themen auf der Seite „ https://sags-uns.stadt-koeln.de“ kommunizieren. So wer- den über die Webseite auch Meldungen zu wildem Müll getätigt, die dann anschli e- ßend durch die AWB bearbeitet werden. Außerdem k ann zum Beispiel auf Probleme mit Altglas - und Altkleidercontainern oder a uf Schrottfahrräder im Straßenland hi n- 31 gewiesen werden. Allein durch die AWB wurden im Jahr 2017 über 3.500 Meldungen bearbeitet. Abbildungen 38 und 39: Die „Sag’s uns“-Webseite der Stadt Köln Online sind auch Informationen zu den öffentlichen Toiletten (www.toiletten.koeln) sowie zu karitativen Kleiderkammern und zu den Altkleidercontainern der Stadt (www.altkleider-koeln.de) zu finden. Neben der Vermittlung von allgemeinen Info r- mationen werden hier insbesondere Informationen zu Standorten dargestellt. Abbildungen 40 und 41: Toiletten- und Altkleider Webseiten von Stadt Köln und AWB Soziale Medien Um auch die Kölnerinnen und Kölner ansprechen zu können, die über die klassischen Informationskanäle wie Print, Rundfunk und Internet nicht (mehr) erreichbar sind, hat sich die AVG 2017 entschlossen, auch die sozialen Netzwerke zu nutzen. Seit Oktober 2017 ist sie auf Facebook, Instagram, Twitter, Google+, Vimeo und YouTube vertr e- ten. Durch regelmäßige Posts erhalten die Nutzer einen guten Einblick in abfallwir t- schaftliche Themen, aktuelle Entwicklungen in den Abfallmärkten und in die Arbeit der AVG. Auch die AWB ist in den sozialen Medien, z. B. über einen eigenen You - Tube Kanal, vertreten. Abfallwirtschaftliche Themen werden darüber hinaus auf dem Facebook Kanal der Stadt Köln veröffentlicht. 32 AWB App Für Smartphone-Besitzer bietet die kostenlose AWB App die wichtigsten Informatio- nen über die richtige Entsorgung von Abfällen und Wertstoffen sowie über das Thema Sauberkeit in Köln. Rund 6 2.000 Personen nutzen die App für Android und iPhone aktiv (Stand: 12. 2017). Herzstück der App ist die Erinnerungsfunktion der Abfuhrter- mine und der virtuelle Abfallkalender . Außerdem können zum Beispiel Abholtermine für Sperrmüll, Elektro -Altgeräte und Grünschnitt vereinba rt oder über ein Müll-ABC die richtige Entsorgungsmöglichkeit gesucht werden. Mit Hilfe der Adresssuche kön- nen z. B. die nächsten Hundekottütenspender, Weihnachtsbaumsammelplätze, die Standorte des Schadstoff mobils, die Standorte der Kleiderkammern sowie der Altklei- der-Container der Stadt Köln und die Standorte der öffentl ichen Toiletten in Köln an- gezeigt werden . Außerdem bietet die App die Möglichkeit, „wilde Müllkippen “ zu melden und Gegenstände, die zu schade zum Wegwerfen sind , können in die Tausch- börse eingestellt werden. Abbildung 42, 43 und 44: Die AWB App, hier für das iPhone Persönliche Beratung Die persönliche Beratung der Kunden erfolgt auf unterschiedlichen Ebenen. Bei allen Fragen zur Abfalltrennung und Abfallentsorgung stehen Berater zur Verfügung. Um über die vielen Themen der Abfallwirtschaft zu informieren , werden sowohl auf dem Gelände der RMVA als auch auf dem Betriebshof Maarweg Führungen angeb o- ten. Diese richten sich an interessierte Bürgerinnen und Bürger, Vereinsgruppen, Kita - und Schulgruppen. Bei der AWB wurden in 2017 über 550 Beratungen und Aktionen und mehr als 270 Betriebshofführungen mit ca. 20.000 Kindern und 7.750 Erwachse- nen durchgeführt. Die AVG bietet darüber hinaus allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, sich umfassend über die Kölner Abfallwirtschaft zu info r- mieren. Mit ihrem multi medialen Ansatz (Print, Film, persönlicher Vortrag, Soziale Medien, Internet, Führungen) erreicht sie jährlich viele tausend Interessierte. Zwischen 33 4.500 und 5000 Kinder und Erwachsene besuchen die AVG Jahr für Jahr und erleben hautnah die praktische Arbe it mit dem Abfall. Im Rahmen ihrer Öffentlichkeitsarbeit hält sie zudem regelmäßigen Kontakt zu den Bürgervereinen wie auch den Multiplik a- toren in ihrem unmittelbaren Umfeld. Im Rahmen der Kampagne „Saubere Stadt“ leistet die AWB Präventivarbeit durch die Teilnahme an Veranstaltungen unterschiedlichster Art mit einem Info - und Beratungs- stand. Das Projekt ist bei Vereinen, Institutionen und in der Stadtgesellschaft bekannt, es gibt eine hohe Nachfrage. In der Beratung ist die Abfallvermeidung ein S chwer- punktthema. 2017 wurden 3.864 Erwachsene und 3.891 Kinder im Rahmen von 140 Aktionen beraten. Interessensgemeinschaften werden gezielt auch über den Vertrieb der AWB angesprochen. Eine wichtige Aufgabe sehen die Stadt Köln, die AWB und die AVG weiterhin in der abfallwirtschaftlichen Bildung und Erziehung. Im Rahmen der täglichen Arbeit berät das pädagogische Team der AWB bereits Vorschulkinder in Tageseinrichtungen zu den Themen Wertstoffsammlung und Sauberkeit und bietet Fortbildungen für Erzieh e- rinnen und Erzieher an . Um abfallwirtschaftliche Themen noch präsenter zu machen, führt das Team die pädagogische Arbeit in Kölner Schulen weiter. Die AVG hat zum Ziel die Umweltpädagogik und Umweltbildung zu bündeln, um gezielt und eff ektiv Lehrer, Schüler und eine interessierte Öffentlichkeit zu erreichen und anzusprechen. Das gemeinsam von AWB und AVG erarbeitete Lehrerfortbildungskonzept bietet hier die passenden Ansätze. Das inhaltlich aufeinander abgestimmte Konzept der Abfal l- vermeidung und Abfallverwertun g vermittelt Schülern und Erwachsenen so einen ganzheitlichen Eindruck vom Aufgabenspektrum beider Gesellschaften. Den Herausforderungen an die Entsorgung in einer wachsenden und „enger“ werde n- den Stadt wie Köln widmet sich bei der AWB das Team der Standortberatung. Hier sind Bauherren, Architekten, Planer und Stadtentwickler an der richtigen Adresse. T e- lefonisch oder vor Ort erhalten sie Informationen zur idealen Gestaltung und unfal l- freien Erreichbarkeit von Müllgefäß -Standplätzen - was sogar die Zufahrtsstraßen um- fassen kann. Für Themen der Stadtreinigung in den Veedeln, z. B. mit der Leerung von Straßenpapierkörben oder der Beseitigung von Laubhaufen und illegalen Müllkippen sind die Gruppenleiter der Stadtreinigung Ansprechpartner. Sie stehen tel efonisch und persönlich für Anliegen der Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung. Mülldetektive sind im Dienste der Stadtsauberkeit unterwegs und ermittelten an Pro b- lemstellen, wie verschmutzte n Containerstandorten, Plätzen und stark frequentierten Straßenzügen. Ziel ist die Suche nach den Verursachern von wilden Müllkippen, w o- bei allerdings die Präventivarbeit gegen die illegale Ablagerung im Vordergrund steht. Mit gezielten Aktionen wird kompetent informiert und sensibilisiert, um so zur Ve r- besserung des Kölner Stadtbildes beizutragen. Weiterhin setzt die AWB seit 2011 sogenannte „Grill-Scouts“ ein, die an Schönwetter- Wochenenden von Mai bis Oktober in den Grünanlagen und Parks beratend unterwegs sind. Hintergrund ist die immer stärkere Verlagerung der Frei zeitaktivitäten in den öffentlichen Raum , insbesondere in die Grünanlagen . Pro Jahr erfolgen über 5 0.000 34 Kontakte in verschiedenen Parks . Darüber hinaus werden sogenannte „After -Grill- Büggel“ zur ordnungsgemäßen Entsorgung der Feierhinterlassenschaften verteilt. 5.5 Die Kölner Infrastruktur für Siedlungsabfälle im Überblick Die kommunalen Entsorgungseinrichtungen für Köln sind in Abbildung 45 abgebildet. Tabelle 6 gibt einen Überblick, wie die einzelnen Abfallarten in Köln gesammelt, b e- handelt und verwertet bzw. entsorgt werden. Abbildung 45: Übersicht über die kommunalen Entsorgungseinrichtungen im Kölner Stadtgebiet Legende 1 AWB Hauptverwaltung Maarweg, 2 AWB Betriebshof Gießener Str., 3 AWB Betriebshof Alteburger Str., 4 Wertstoff-Center Ossendorf, 5 Wertstoff-Center Gremberghoven, 6 Wertstoffhof der Stadt Köln, 7 AVG Ressourcen Standort Heumar, 8 AVG Ressourcen Standort Niehl, 9 RMVA Köln, 10 Kompostierungsanlage, 11 Deponie Vereinigte Ville 35 Tabelle 6: Übersicht der kommunalen Kölner Sammel- und Entsorgungswege Abfallart Sammlung Behandlung Verwertung Gemischte Siedlungsabfälle Restmüll Holsystem AWB Thermische Behandlung RMVA Sperrmüll Hol-/ Bringsystem AWB, (Littering) Sortierung; Thermische/ Stoffliche Behandlung Altholzaufbereitung, Ver- wertungsanlagen, RMVA Schadstoffe Bringsystem AWB; Asbest (Kleinmengen) Bringsystem AVG Thermische Behandlung Asbest: Deponierung AVG Ressourcen, Dritt- anlagen, RMVA Infrastrukturabfälle Gemischte Sied- lungsabfälle z. B. Abfälle aus Papier- körben: manuelle Erfas- sung durch AWB Thermische Behandlung AVG Ressourcen, RMVA Straßenkehricht Maschinelle Erfassung AWB Thermische Behandlung AVG-Ressourcen, RMVA Abfälle der StEB Abwasserklärung StEB Thermische Behandlung, z.T. landwirtsch. Verwert. Diverse Verwertungs- anlagen Mineralische Ab- fälle (Mineralik) Von Friedhöfen und Parkanlagen Stoffliche Verwertung Drittanlagen Biogene Abfälle Bioabfall Holsystem AWB Stoffliche Verwertung Kompostierung Niehl Grünabfälle Hol-/ Bringsystem u. a. AWB; div. Ämter Stoffliche Verwertung Kompostierung Niehl, div. Verwertungsanlagen Getrennt gesammelte Wertstoffe Altpapier Hol-/ Bringsystem AWB Sortierung in verschiede- nen Anlagen Papieraufbereitungs- anlagen/ Papierindustrie Altkleider Bringsystem, AWB und div. karitative und ge- werbliche Firmen Sortierung Wiederverwen- dung; Stoffliche Verwer- tung; Recycling Diverse Sortieranlagen Elektroaltgeräte Hol-/ Bringsystem AWB Wiederverwendung, stoff- liche Verwertung Elektro-Altgeräte-Register (EAR), Eigenvermarktung der Gruppen 1 und 5 Altholz Bringsystem AVG- Ressourcen und AWB Wiederverwendung; Stoff- liche Verwertung, energe- tische Behandlung u. a. Altholzaufbereitung; Spanplattenindustrie, Bio- masse-Kraftwerk Metalle Bringsystem u. a. AWB Stoffliche Verwertung, AVG Ressourcen Diverse Kölner Verwer- tungsanlagen Wertstofftonne Holsystem, AWB im Auftrag duale Systeme (aktuell) und Stadt Sortierung; Stoffliche Verwertung Duale Systeme/ Diverse Verwertungsanlagen Kunststoffe und CDs Bringsystem AWB Aufbereitung; Stoffliche Verwertung u. a. AVG Ressourcen Glas Bringsystem (aktuell) Remondis im Auftrag der Duales System Sortierung; Stoffliche Verwertung Glashütten/ Glasindustrie Bauschutt (Kleinmengen) Bringsystem AWB (kos- tenpflichtig) Stoffliche Verwertung Verschiedene Recycling- anlagen / Drittanalgen 36 6. Ziele der kommunalen Abfallwirtschaft in Köln Grundsätzliches Ziel der kommunalen Abfallwirtschaft in Köln ist die Gewährleistung der Entsorgungssicherheit. Daneben gelten weitere ökologische (6.1), soziale (6.2) und ökonomische (6.3) Ziele und Grundsätze für die kommunale Abfallwirtschaft, die nachfolgend dargestellt werden. Basierend auf dem gültigen Rechtsrahmen wurden diese Zielsetzungen und Prinzipien durch ambi tionierte Vorgaben der Stadt Köln e r- weitert. Im Wesentlichen werden hierbei die bereits im Jahr 2012 formulierten Zielset- zungen fortgeführt. Abbildung 46: Die Hauptziele der kommunalen Abfallwirtschaft in Köln 6.1 Ökologie Primäres Ziel der Abfallentsorgung ist nach § 1 Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) die Förderung der Kreislaufwirtschaft zur Schonung der natürlichen Ressourcen und die Sicherung der umweltverträglichen Beseitigung von Abfällen. Den rechtlichen Vorgaben ent sprechend wird in Köln das Ziel verfolgt , die Abfallentsorgung „or d- nungsgemäß“ und „schadlos“ zu erbringen (§ 7 Abs. 3 KrWG). Hierbei sollen mög- lichst die Grundsätze der fünfstufigen Abfallhierarchie (Vermeidung – Wiederverwen- dung – Recycling – sonstige Ve rwertung – Beseitigung) eingehalten werden. Die Vermeidung und die (Vorbereitung zur) Wiederverwendung von Abfällen stehen s o- mit an erster Stelle. A nfallende Abfälle sollen möglichst in den Produktkreislauf z u- rückgeführt werden. Hierbei sind separate Samml ungen von Wertstoffen aus - bzw. aufzubauen und das Verwertungspotential größtmöglich auszuschöpfen. Hierbei ist auch die Qualität der gesammelten Wertstoffe wichtig, so dass das Verwe r- tungspotential der gesammelten Stoffströme ausgeschöpft werden kann. Ohne RAL - Gütesiegel beispielsweise ist eine Vermarkung beim Kompost kaum möglich. Aber auch bei anderen Abfallfraktionen wie Altpapier werden die Anforderungen auf Sa u- 37 berkeit, Störstoffanteile und Feuchtegrad immer größer. Reststoffe, die keiner stoffl i- chen Verwertung zugeführt werden können, sollen in Köln hochwertig energetisch verwertet werden. Zum einen wird die Abtrennung und Aufbereitung bestimmter Sto f- fe unter Berücksichtigung von wirtschaftlichen und ökologischen Aspekten angestrebt. Zum anderen soll durch eine optimale Auslastung der RMVA und die heizwertorie n- tierte Zusammenstellung des Inputs u. a. eine Maximierung der Stromausbeute erzielt werden. Neben dem Ressourcenschutz ist auch der aktive Klimaschutz von besonderer Bede u- tung für Köln . Die Abfallwirtschaft in Köln soll durch Optimierung der Sammlungs - und Verwertungswege sowie der eingesetzten Technologien zur Erreichung dieser Zielsetzung beitragen. Ein Ziel ist beispielsweise die Minimierung von Transportstr e- cken, die u. a. durch den Eins atz von Umladestationen sowie die möglichst regionale bzw. ortsnahe Verwertung der Abfälle (Prinzip der Entsorgungsautarkie und Nähe) umgesetzt wird. Neben Transportstrecken sollen auch die umweltkritischen Emissi o- nen aus dem Transport, z. B. durch den Ein satz von Fahrzeugen mit Schadstoffklassen nach neustem Stand der Technik, reduziert werden. Auch die Mengen und die Schäd- lichkeit der Reststoffe aus der Behandlung und der Verwertung von Abfällen sollen durch möglichst hohe Umweltstandards der Entsorgungsanlagen reduziert werden. 6.2 Soziales Das Ziel der Stadt Köln ist es ferner, den Menschen in Köln einen attraktiven Wir t- schafts-, Arbeits- und Lebensraum zu bieten. Die kommunale Abfallwirtschaft unter- stützt diese Bestrebung durch ein ansprechendes Stadtbild sowie eine hohe Se r- vicequalität bei der Erbringung von abfallwirtschaftlichen Dienstleistungen . Für die Bürgerinnen und Bürger und die Gesellschaft als Ganze soll demnach ein zusätzlicher Nutzen erbracht werden – zusammengefasst als Citizen Value. Ein hohes Maß an Sauberkeit wird als entscheidender Faktor für die Wahrnehmung des Stadtbildes und somit als Wettbewerbsfaktor begriffen und entsprechend ang e- strebt. Hierzu sollen z. B. eine attraktive und komfortable Abfallinfrastruktur und Stadtmöblierung (z. B. Straßenpapierkörbe, Unterflurbehälter) auf Grundlage der Vo r- gaben der Stadt Köln sowie eine wirkungsvolle Organisation der Reinigung, Grü n- pflege und Abfallbeseitigung beitragen. Die Sauberkeit der Stadt wird als gemei n- schaftliche Aufgabe verstanden, i n der alle Akteure durch abfallwirtschaftliche Bi l- dungskonzepte und das Aufzeigen von präventiven Maßnahmen im Bereich der U m- weltvorsorge zu eigenverantwortlichen Handeln angeleitet werden. Hierzu werden bei- spielsweise Partizipationsmodelle wie Wirtschafts förderung 4.0, „Starke Veedel – Starkes Köln“ oder Immobilien- und Standortgemeinschaften aktiv begleitet. Bei der Erbringung der abfallwirtschaftlichen Leistungen wird eine hohe Beratungs- und Servicequalität sowie ein angemessenes Preis -/ Leistungsverhä ltnis angestrebt. Darüber hinaus soll die Leistungserbringung möglichst verlässlich und transparent e r- folgen. Sowohl die angebotenen Leistungen als auch die grundsätzliche Ausrichtung der Abfallwirtschaftspolitik orientieren sich stets an den Bedürfnissen und Wünschen 38 der Bürgerinnen und Bürger. Die Bürgerinnen und Bürger sollen weiterhin über U m- weltbildung und Partizipation einbezogen werden , um ihren Beitrag bei der Verme i- dung und umweltgerechten Entsorgung von Abfällen zu leisten. Das Projekt „Aktiv für Köln“ ist ein passendes Beispiel dafür, wie diese Umsetzung erfolgt. Die kommunale Abfallwirtschaft übernimmt weiterhin Verantwortung in der Schaf- fung und Sicherung von sozial - und umweltverträgliche n Arbeitsplätzen. Die gesel l- schaftliche Verantwortung der Abfallwirtschaft soll darüber hinaus durch die Unte r- stützung von sozialen Projekten im Raum Köln, verstärkt mit abfallwirtschaftlichem Bezug, wahrgenommen werden. 6.3 Ökonomie Ein zentrales wirtschaftliches Ziel in Köln ist die Stärkung des Selbstverwaltung s- rechts der Kommune für den Bereich der Abfallpolitik. Die abfallwirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entsorgungsaufgaben müssen auch zukünftig durch die Kommune im Rahmen der Daseinsvorsorge erfüllt werden, um so dauerhaft eine flächendeckende Entsorgungs- und Anlagensicherheit für die Stadt Köln gewährleisten zu können. Die kommunale Abfallwirtschaft unterliegt den allgemeinen Grundsätzen der Wir t- schaftlichkeit und Sparsamkeit. Gebührengerechtigkeit ist hierbei eine Handlungsma- xime. 39 7. Mengenentwicklung und Zusammensetzung der Stoffströme 7.1 Entwicklung der Abfallströme In Köln wurden in 2017 rund 550 kg kommunale Siedlungsabfälle pro Einwohner und Jahr erfasst. Über die letzten Jahre fand hierbei eine Verlagerung von den gemischten Abfällen hin zu den getrennt gesammelten Abfällen statt. Die Menge an gemischten Siedlungsabfällen, zu denen Restmüll, Sperrmüll und Schad stoffe gehören, konnte seit 2012 um 13 % auf 271 kg pro Einwohner reduziert werden. Gleichzeitig wurde im gleichen Zeitraum die Me nge an biogenen Abfällen sowie der getrennt gesammelten Wertstoffe deutlich gesteigert. Bei den Bio- und Grünabfällen wurden in 2017 rund 69 kg pro Einwohner gesammelt und somit 8 % mehr als noch in 2012 . Bei den getrennt gesammelten Wertstoffen, wozu z. B . Altpapier, Altkleider, Glas oder Kunststoffe g e- hören, betrug die Steigerungsrate sogar 14 % auf nunmehr 121 kg pro Einwohner. Bei den Infrastrukturabfällen werden Mengen aus dem Straßenland (z. B. Straßenkehricht, Abfälle aus Straßenpapierkörben) sowie a us der Abwasserbehandlung zusammeng e- fasst. Die Menge der Infrastrukturabfälle schwankt relativ konstant um die 90 kg pro Einwohner Abbildung 47: Übersicht über die Entwicklung der Abfallströme in kg pro Einwohner und Jahr 0 50 100 150 200 250 300 350 2012 2013 2014 2015 2016 2017 Kg/ EW* Jahr Gemischte Siedlungsabfälle Infrastrukturabfälle Biogene Abfälle Getrennt gesammelte Wertstoffe 40 Nachfolgend werden Informationen zu r Zusammensetzung und Mengenentwicklung sowie Sammel- und Entsorgungswege für die Gemischten Siedlungsabfälle (7.3), die Infrastrukturabfälle (7.4), die Biogenen Abfälle (7.5) sowie die weiteren getrennt g e- sammelten Wertstoffe (7.6.) gegeben. Vorab wird die allgemeine Entwicklung bei der Getrenntsammlung in Köln anhand der Ergebnisse einer Hausmüllanalyse aus 2015 / 2016 (7.2) aufgezeigt. Unter 7.7 werden in einer Tabelle die Mengen der einzelnen Stoffströme dargestellt. 7.2 Hausmüllanalyse Hausmüllanalysen werden in Köln in regelmäßigen Abständen durch ein unabhängiges Institut auf Basis wissenschaftlicher Maßstäbe durchgeführt. Zum einen dienen diese dazu Dichtewerte der einzelnen Behältergrößen als Grundlage für die Gebührensat- zung zu analysieren und d en Mindestbehältermaßstab zu überprüfen. Zum anderen werden hierüber mögliche abfallwirtschaftliche Maßnahmen abgeleitet. Bei der letzten Analyse aus 2015/ 2016 wurde n der aktuell in Köln gültige Maßstab (siehe 5.2) bestätigt und bei den Dichtewerten wurden leichte Verschiebungen festg e- stellt. Für die Abfalltrennung in Köln konnte eine sehr positive Entwicklung aufg e- zeigt werden. Im Vergleich zur vorherigen Analyse 2007/ 2008 wurde ein zum Teil erheblicher Rückgang der Wertstoffanteile in den Kölner Restmülltonne n festgestellt. Insbesondere bei den Bioabfällen ( -15 kg pro Einwohner und Jahr), bei den Kunststof- fen, Verbunden und Metallen (- 6 kg) und dem Altpapier (- 4 kg) konnte eine deutliche Verbesserung erreicht werden. Dies zeigt, dass die umgesetzten Maßnahmen, unter anderem im Rahmen von „Aktiv für Köln “, zu Erfolgen geführt haben. Gleichzeitig verbleiben jedoch immer noch Wertstoffe in den Restmülltonnen. Hiervon erreichen nach wie vor die biogenen Abfälle mit rund 36 % bzw. rund 70 kg pro Einwohner und Jahr den höchsten Anteil. Auch bei Kunststoffen, Verbunden und Metallen (10 %), Altpapier (9 %) und Glas (7 %) sind noch größere Potenziale im Restmüll vorhanden. Abbildung 48: Zusammensetzung des Restmülls nach Hausmüllanalyse 2015/ 2016 36% 30% 10% 9% 8% 7% Biogene Abfälle Restmüll Kunststoffe/ Verbunde/ Metalle Altpapier Sonst. Getrennterfassungssyst. Glas 41 Vergleicht man das Trennverhalten der Kölner Bürger innen und Bürger mit anderen Großstädten, so liegt Köln beim Bioabfall im oberen Bereich. Bei Altpapier, Glas, Me- tallen, Kunststoffen und Verbunden liegen die Kölner Sammelmengen in vergleichb a- rer Höhe mit den in anderen Großstädten. Von den jeweiligen Fraktionen lassen s ich jedoch nicht sämtliche Anteile abschöpfen. Die noch abschöpfbaren Wertstoffe wur- den aufgrund von Erfahrungs - und Vergleichswerten durch ein unabhängiges Institut berechnet. Insgesamt, so die Ergebnisse, lassen sich mit maximalen Anstrengungen im Status quo noch 44 kg an Wertstoffen pro Einwohner und Jahr separat erfassen. Dies entspricht rund 22 % der derzeit durchschnittlich anfallenden Restmüllmenge in Höhe von 196 kg. Die aus den Ergebnissen der Hausmüllanalyse abgeleiteten Maßnahmen werden in Kapitel 9 beschrieben. 7.3 Gemischte Siedlungsabfälle Restmüll Die Menge an Restmüll ist in den letzten fünf Jahren kontinuierlich zurückgegangen auf knapp über 249.000 t im Jahr 2017 (- 9 % seit 2012). Der Restmüll, der aus Haus- haltungen sowie miterfassten Anfallstellen des Kleingewerbes stammt, wird vollstän- dig in die RMVA Köln verbracht. Die Anlieferung erfolgt weit überwiegend über Schienentransporte und zum T eil direkt über die Müllfahrzeuge . Aus dem Stoffstrom werden in der RMVA zunächst über einen Magnetabscheider eisenhaltige Metalle au s- sortiert, die einer stofflichen Verwertung zugeführt werden. Der Hausmüll wird d a- raufhin gemeinsam mit anderen Abfällen (Reste aus der Sortierung von Gewerbeabfäl- len, Baumischabfällen, nicht verwertbarer Sperrmüll) in den vier Verbrennungslinien entsorgt. Nach der Verbrennung der Abfälle verbleiben jedoch Reststoffe. Die Rostasche wird in der Rostascheaufbereitungs- und Abfallkonditionierungsanlage (RAKA) auf dem Gelände der Deponie Vereinigte Ville zu im Straßen - und Wegebau oder in Deponiebaumaßnahmen verwendbarem Material aufbereitet. Sperrmüll Bei den Wertstoff-Centern erfolgt neben Metallen seit 2013 auch eine getrennte Erfas- sung und Verwertung von Altholz und Kunststoffen aus dem Sperrmüll. Insofern hat sich die Menge an gemischt gesammeltem Sperrmüll in d ieser Zeit um ein Drittel auf 44.130 Mg im Jahr 20 17 reduziert. Der Sperrmüll wird bei der AVG Ressourcen au f- bereitet und verwertet. Bei den verwertbaren Bestandteilen des Sperrmülls handelt es sich in erster Linie um Altholz und Metallanteile. Die hergestellten Biomassen werden zur stofflichen Verwertung in die Holzwerkstoffindustrie oder zur energetischen Ve r- wertung in verschiedene Biomassekraftwerke geliefert. Die Altmetalle gelangen in entsprechende Verwertungsbetriebe. Im August 2015 ist eine neue Sperrmüllaufberei- 42 tungsanlage in Betrieb genommen worden. Die Verwertungsquote des Sperrmüllgemi- sches einschließlich der getrennt erfassten Bestandteile liegt aktuell bei rund 51 %. Schadstoffe Schadstoffe oder Problemabfälle aus Haushaltungen sind Abfälle, die umweltschädl i- che Stoffe wie beispielsweise Schwermetalle oder Lösemittel enthalten. Batterien, alte Farben und Lacke, Pflanzenschutz -, Schädlingsbekämpfungs- und Lösemittel, Queck- silber sowie Chemikalien. Bestimmte Stoffe, z. B. Munition, Sprengstoff und Feue r- werkskörper, sind von der Annahme ausgeschlossen. Grundsätzlich werden Schadsto f- fe nur in haushaltsüb lichen Mengen unentgeltlich an den Wertstoff -Centern und Schadstoffmobilen angenommen. Unabhängig davon haben Betriebe, die weniger als 2.000 kg schadstoffhaltige Abfälle im Jahr produzieren, die Möglichkeit, bis zu 500 kg am Tag an der Annahmestelle für Gewerbeschadstoffe auf dem Wertstoff -Center in Köln-Ossendorf entgeltlich zu entsorgen. 2017 wurden knapp 766 t Schadstoffe g e- sammelt, wovon ca. 727 t (95 %) über die Wertstoff-Center und rund 39t (5 %) an den Schadstoffmobilen erfasst wurden. Dieser Wert ist über die letzten Jahre relativ ko n- stant. 7.4 Infrastrukturabfälle Straßenkehricht und sonstige gemischte Siedlungsabfälle Bei Straßenkehricht handelt es sich um Abfälle, die maschinell durch eine Kehrm a- schine erfasst werden. Dieser Stoffstrom besteht überwiegend aus Mineralik, wie Ste i- nen, Split und Granulat. Je nach Jahreszeit ist die Menge auch mit Blüten und Laub durchsetzt. Insbesondere nach Festen und Veranstaltungen, wie beispielsweise Karn e- val, sind weitere Abfälle, z. B. Verpackungen, im Sammelgemisch vorhanden. Im Jahr 2017 fielen 5.525 t Straßenkehricht in Köln an. Dieser Wert ist, je nach saisonalen B e- dingungen, stark schwankend. Zu den sonstigen gemischten Siedlungsabfällen gehören hauptsächli ch die Inhalte aus den Straßenpapierkörben, der manuell erfasste Straßenkehricht und nicht verwertbare Abfälle aus wilden Müllablagerungen (10 .219 t in 2017). Autoreifen, Elektroaltgeräte oder Altmetalle werden möglichst einer Getrenntsammlung zugeführt. Weiterhin wer- den hier auch Abfäll e bedingt durch Hochwasser (28 t) sowie a uf Friedhöfen gesam- melte Restabfälle (633 t) bilanziert. Die zunehmende Nutzung des öffentli chen Raums führt zu einer Steigerung d ieser Abfallmenge über die letzten Jahre. Durch sais onale Einflüsse ist die Menge jedoch stark schwankend. Aktuell werden Straßenkehricht und die hier aufgeführten sonstigen gemischten Siedlungsabfälle der RMVA Köln zuge- führt. Weiterhin werden bei den Infrastrukturabfällen noch Boden und Steine aus Friedhöfen aufgeführt , deren stoffliche Verwertung in Drittanlagen erfolgt. 2017 be- trug die Menge an Mineralik über 5.200 t. 43 Abfälle der Stadtentwässerungsbetriebe Die Stadtentwässerungsbetriebe Köln (StEB) sind eine Anstalt öffentlichen Rechts (AöR) und somit ein Unternehmen der Stadt Köln. Die StEB nehmen eine Vielzahl von wasserwirtschaftlichen Aufgaben wahr , Kernaufgabe ist dabei die Abwasserbese i- tigung. Seit 2004 trägt die StEB außerdem die Verantwortung für bauliche Maßna h- men des konstruktiven sowie vorbe ugenden Hochwasserschutzes. Im Jahr 20 17 kam zu dem 2010 übernommenen Bereich der fließenden Gewässer noch die Hoheit der Kölner Parkweiher dazu. Eine weitere Aufgabe der StEB ist die regelmäßige Rein i- gung der 97.000 Abläufe der Kölner Straßen. Bis auf die Trinkwasserbewirtschaftung und -versorgung liegen somit die meisten wasserwirtschaftlichen Aufgaben der Stadt Köln in ihrer Hand. Die StEB kümmern sich unter anderem um die Entsorgung der Abfälle aus der Kana l- reinigung sowie der Schlämme aus der Abwasser reinigung. Bei den Klärschlämmen findet zunächst eine Entwässerung des Materials statt bevor es mitverbrannt wird. Die Gesamtmenge von ca. 75.000 t (2017) wurde landwirtschaftlich und thermisch verwer- tet. Seit 2017 wird die landwirtschaftliche Verwertung nicht mehr genutzt. Die G e- samtmenge an Klärschlämmen steigt seit 2012 wieder leicht an. Die Abfälle aus der Kanalreinigung dagegen sind über die vergangen Jahre rückläufig und l agen im Jahr 2017 bei rund 1.370 t. 7.5 Biogene Abfälle Bioabfälle aus der Biotonne Der Anschlussgrad der Biotonne und damit ver bunden die Sammelmengen an Bio ab- fällen haben in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen. Wie die Hausmüllan a- lyse 2015/ 2016 gezeigt hat, ist jedoch auch weiterhin ein großes Poten zial an biog e- nen Abfällen in der Restmülltonne vorhanden. Hierbei handelt es sich i nsbesondere um Küchenabfälle. Grundsätzlich dürfen in der Biotonne alle pflanzlichen, kompo s- tierbaren Abfälle, die in Haushalt und Garten anfallen, entsorgt werden. 2017 wurde mit 39.820 t nochmal deutlich mehr Abfall über die Biotonne gesammelt. Die Bioab- fälle aus der Biotonne werden der Kompostierungsanlage Köln -Niehl zugeführt. Die Kompostierung erfolgt in einem sogenannten Mehrstrangkompostierungsverfahren, wobei der mikrobiologische Abba uprozess (Rotteprozess) durch eine gezielte Luft - und Feuchtigkeitszufuhr zu den Kompost-Mieten unterstützt wird. Die Abluft der vol l- ständig eingehausten Anlage wird über ein Wäschersystem sowie zwei Biofilter gere i- nigt. Der hergestellte Kompost wird vorra ngig in der Landwirtschaft, in der Rekult i- vierung und im Garten- und Landschaftsbau vermarktet. Grünschnitt Kompostierbare Grünabfälle können an den Wertstoff -Centern der AWB und den Re- cyclinghöfen der AVG Ressourcen in Köln -Niehl und Köln -Heumar angeliefert wer- 44 den. An den Recyclinghöfen der AVG Ressourcen liefern neben der Stadt Köln (Amt für Land schaftspflege und Grünflächen ) auch Garten - und Landschaftsbaubetriebe sowie Containerdienste Grünschnitt aus dem Kölner Stadtgebiet an. Auch b ei den Grünpflegemaßnahmen der verschiedenen städtischen Ämter fallen erhebliche Me n- gen an Grünschnitt an. Zum Teil wird das Material vor Ort geschreddert und verbleibt in den Grünanlagen , so dass hier die Mengenangaben fehlen. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, bis zu drei Kubikmeter (gebündelt oder in Papiersäcken verpackt) zwe i- mal im Jahr im Frühjahr und im Herbst durch die AWB kostenlos nach Anmeldung abholen zu lassen. Weihnachtsbäume werden separat nach Neujahr ebenfalls kostenlos abgeholt. Dabei werden jährlich bis zu 300.000 Weihnachtsbäume eingesammelt. Wei- tere Dienstleistungen, wie die Laubentsorgung und die Entsorgung von speziellen Grünabfällen (z. B. Baumstümpfe, Wurzelwerk und Baumstämme) bieten die AWB und die AVG Ressourcen kostenpflichtig an. In der Bilanz werden neben den Grünabfallmengen der Kölner Friedhöfe und Grünan- lagen auch alle Grünabfälle aus privaten Haushaltungen und Grundstücken aus dem Kölner Stadtgebiet erfasst. 2017 betrug die Gesamtmenge aller entsorgten Grünabfälle in Köln über 33.000 t. Die Grünabfälle werden in der Kompostierungsanlage Köln - Niehl von Störstoffen befreit und dann ges chreddert. Ein Teilstrom dieses Materials wird den Bioabfällen als sogenann tes Strukturmaterial zugegeben . Ziel dieser Ma ß- nahme ist es, eine möglichst lockere Schüttung zu gewährleisten, damit ausreichend Luft durch die aufgesetzten Mieten gesaugt und so der Kompostierungsprozess b e- günstigt werden kann. Ein weiterer Teilstrom kann als sogenanntes Ersts chreddergut im Bereich der Rekultivierung eingesetzt werden. Verbleibendes Material findet se i- nen Einsatz in Biomassekraftwerken. 7.6 Getrennt erfasste Wertstoffe Altpapier Wertstoffe aus Papier, Pappe und Kartonagen (PPK) sind eine wichtige Rohstoffquelle für die Papierindustrie. Durch den Einsatz von Altpap ier im Gegensatz zu Frischfasern kann die Umwelt nachhaltig entlastet werden. Neben der Sammlung über die Papier- tonne wird Altpapier auch an den Wertstoff -Centern der AWB angenommen. Die Sammelmenge an PPK in Köln lag 2017 bei rund 63.400 t. Auch bei leichtem Rüc k- gang der Menge, kann dies als Erfolg gewertet werden, denn durch die Digitalisierung, zum Beispiel im Mediensektor, fällt weniger Altpapier in Deutschland an. Durch die Zunahme an Bestellungen über das Internet nimmt die Menge an Ver sandkartonagen zu. Dies hat einen erheblichen Einfluss auf die Zusammensetzung und d as Volumen des Materials. 45 Wertstofftonne Wertstoffe aus Kunsts toff, Metall oder Verbundstoff werden in Köln seit 2014 über die Wertstofftonne erfasst. In Abstimmung zwis chen Stadt Köln und dem Dualen Sys- tem Deutschland wurde hierfür die Gelbe Tonne zur Wertstofftonne erweitert. Auf- grund der Zunahme des Verbrauchs an Verpackungen, allen voran Kunststoffe , neh- men die Sammelmengen in der Wertstofftonne kontinuierlich zu. Die Gelbe Tonne bzw. Wertstofftonne wird seit 2010 durch die AWB abgefahren. 2017 lag die gesa m- melte Menge der Wertst offtonne bei 26.958 t, was einem Zuwachs von über 6.3 00 t bzw. 30 % seit 2010 entspricht. Weiterhin organisiert die AWB die Verwertung des städtischen Anteils (16,85 %, ca. 4.500 t) an Wertstoffen über einen Sortierpartner, der im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung ermittelt wurde. Die Stadt Köln legt besonderen Wert darauf, dass die aussortierten Fraktionen möglichst hochwertig, das bedeutet stofflich, verwertet werden. Altholz, Metall, Kunststoffe und CDs Seit 2012/ 2013 werden auf beiden Wertstoff -Centern die Abfallfraktionen Holz, groß- teilige Hartkunststoffe und Metalle getrennt erfasst. Zuvor wurden alle Fraktionen g e- meinsam mit den übrigen Sperrmüll entsorgt. Durch die getrennte Sammlung können so sortenreine Fraktionen gesammelt und weiter aufbereitet werden. Auch CDs werden auf den Wertstoff-Centern sowie den Betriebshöfen der AWB separat gesammelt. Das Holz (10.350 t in 2017) wird durch die AVG Ressourcen aufbereitet und zur stoffl i- chen Verwertung in die Holzwerkstoffindustrie oder zur energetischen Verwertung in verschiedene Biomassekraftwerke eingesetzt. Die Altmetalle (2.378 t in 2017), Kunst- stoffe und CDs (ca. 260 t) werden über Drittbetriebe verwertet. Altkleider Über verschiedene karitative Sammlungen sowie kommunale Altkleidercontainer wer- den Altkleider, Textilien und Schuhe in Köln gesammelt. 2017 lag die Sammelmenge der Altkleider aus den städt ischen Containern bei rund 3.500 t. Dieser Wert stieg über die letzten Jahre kontinuierlich an. Im Gegensatz zu früheren Jahren wechseln die Ko l- lektionen in den Geschäften deutlich schneller , was sich auf die Menge, aber auch auf die Qualität des Materials auswirkt. Die Ver wertung der Sammelmenge erfolgt über einen Sortier- und Verwertungspartner, der über eine europaweite Ausschreibung e r- mittelt wurde. Elektroaltgeräte Seit April 2006 werden Elektroaltgeräte (EAG) bundesweit getrennt erfasst und ve r- wertet. Mit der Novellierung des Elektroaltgerätegesetzes (ElektroG) im Oktober 2015 wurden die Anzahl der Sammelgruppen auf sechs erhöht und auch die Sammelquoten neu definiert. Danach sollen gemessen an den in Verkehr gebrachten Neugeräten 45 % ab 2016 und 65 % ab 2018 an Altgeräten erfasst werden. Neben den kommunalen 46 Sammlungen werden rein gewerblich genutzte Elektrogeräte über die Hersteller bzw. private Entsorgungsunternehmen erfasst. Der Handel mit einer Verkaufsfläche von über 400 m² ist zudem verpflichtet , Elektrogeräte kostenfrei zurückzunehmen . Dies gilt allgemein für Elektrokleingeräte als auch für Großgeräte beim Kauf eines gleic h- wertigen Neugerätes. In Köln werden Elektro -Altgeräte aus privaten Haushalten über verschiedene Sammelstellen getrennt erfasst . 2017 lag die Sammelmenge in Köln durch die AWB bei rund 6.530 t. Die Sammelmengen des Handels sind hierbei nicht berücksichtigt. Die Entsorgung erfolgt für die Gruppen 1 (Haushaltsgroßgeräte) und 5 (Haushaltskleingeräte) in Eigenregie über einen Sortier - und Verwertungspartner. Für die Gruppe 2 (Kühlgeräte), Gruppe 3 (Monitore), Gruppe 4 (Lampen) und Gruppe 6 (Photovoltaikmodule) erfolgt die Verwertung zentral über das Elektro -Altgeräte- Register (EAR). Glas Bereits vor der Einführung des Dualen System Deutschland wurde in vielen Städten Behälterglas getrennt gesammelt, so auch in Köln. Mit der Einführung der farblichen Trennung des Altglases in den 90 -iger Jahren sind auch die Sammelmengen kontin u- ierlich gestiegen. Seit einigen Jahren wird die Glasflasche jedoch immer stärker durch die Kunststoffflasche verdrängt, was sich in den Sammelmengen wiederspiegelt. Im Jahr 2017 wurden 17 .840 t Glas gesammelt. Seit dem Austausch des Behältersystems in der Stadt Köln konnte durch Optimierung der Logistik (Ausstattung der Standorte mit zusätzlichen Behältervolumen und Anpassung der Abfuhrrhythmen) die Glasme n- ge wieder leicht gesteigert werden. 7.7 Gesamtübersicht der Sammelmengen Nachfolgend werden in Tabelle 8 für die Jahre 2012 bis 2017 die Sammelmengen der Siedlungsabfälle in Köln dargestellt. Pro Einwohner ging in diesem Zeitraum die A b- fallmenge um 3 % auf 550 kg, verstärkt insbesondere bei den gemischten Abfällen, zurück. Dies sowie die deutliche Ausweitung der getrennten Sammlung spiegeln sich auch in der Verwertungsquo te wieder. Die Quote lag in 2017 bei 58,1 % und hat sich seit 2012 kontinuierlich erhöht (siehe Tabelle 7). 2012 2013 2014 2015 2016 2017 Verwertungsquote* 55,9 % 56,3 % 57,3 % 57,4 % 57,5 % 58,1% Tabelle 7 Entwicklung der Verwertungsquote in % * Hinweise zur Berechnung der Verwertungsquote: Eine bundesweit einheitliche Berechnungsgrundlage existiert aktuell nicht. Bei der Berechnung der Quote wurde die Vorgabe des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zu Grunde gelegt. Insofern wurde die Quote aus dem Verhältnis von Gesamtmenge des Siedlungsabfalls zu der Menge, die nach getrennter Sammlung bei Recycling- oder Kompostieranlagen angeliefert wird (Input), gebildet. Für Köln werden demnach Restmüll, Sperrmüll und Schadstoffe bei der Berechnung abgezogen. Dieser Ansatz berücksichtigt nicht den Output, d. h. die Mengen, die nach einer Behandlung nicht recycelt werden konnten. 47 Fraktion ASN 2012 2013 2014 2015 2016 2017 Gemischte Siedlungsabfälle Restmüll 200301 260.814 254.396 253.225 250.114 252.270 249.135 Sperrmüll 200307 62.465 46.070 43.917 43.248 42.512 44.130 Schadstoffe diverse 718 738 748 743 729 766 Infrastrukturabfälle Straßenkehricht 200303 6.162 4.843 3.886 5.322 5.427 5.525 Sonstige gem. Siedlungsabfälle 200301 u.a. 9.293 10.492 8.942 9.673 9.815 10.219 Abfälle aus der Kanalreinigung 200306 1.944 1.597 1.868 1.764 1.616 1.370 Schlämme aus Wasserklärung 190805 73.764 75.354 74.815 77.726 77.678 74.952 Boden & Steine (Mineralik Friedhö- fe) 200202 0 587 2.444 4.115 3.172 5.247 Biogene Abfälle Bioabfall 200201 33.193 33.350 38.591 37.007 39.409 39.819 Grünabfälle 200201 9.174 9.491 11.291 9.871 10.467 9.419 Grünabfälle aus Kölner Stadtge- biet 200201 24.010 26.207 29.279 22.171 22.743 24.743 Getrennt gesammelte Wertstoffe Altpapier 200101 62.882 62.969 62.728 61.849 62.156 63.396 Altkleider 200111 0 143 1.881 2.975 3.247 3.546 E-Schrott diverse 6.191 5.997 6.305 6.519 6.464 6.529 Altholz 200138 571 10.671 10.590 9.999 9.629 10.350 Metalle 200140 2.090 2.121 2.176 2.210 2.309 2.378 Wertstofftonne 150106 22.055 22.812 25.017 25.951 26.664 26.958 Kunststoffe 200139 72 84 115 162 188 259 Glas 150107 17.082 17.005 17.338 17.439 18.475 17.840 Summe 592.480 584.927 595.156 588.858 594.970 596.581 Kg pro Einwohner 567 560 565 551 550 550 Tabelle 8: Übersicht über die Entwicklung der Abfallströme 2012 – 2017 in t bzw. kg pro Einwohner *ASN = Abfallschlüsselnummer 48 8. Umgesetzte Maßnahmen seit 2012 Seit der Veröffentlichung des letzten Abfallwirtschaftsko nzepts der Stadt Köln im Jahr 2012 wurde seitens Stadt Köln, AWB sowie AVG daran gearbeitet, die dort festgele g- ten, ambitionierten Zielsetzungen zu erreichen. Ein Schwerpunkt bei der Umsetzung lag hierbei auf der Ausweitung von Maßnahmen, mehr Abfälle zu vermeiden, wiede r- zuverwenden oder zu verwerten. Anlass für die umgesetzten Maßnahmen waren u. a. die Ergebnisse der Hausmüllanalyse aus dem Jahr 2012. Die Analyse konnte aufzeigen welche Potenziale an Wertstoffen noch im Restabfall vorhanden sind. Um diese Ma ß- nahmen unter einem Dach zu verbinden, hat die AWB ein Programm mit dem Titel „Aktiv für Köln“ initiiert. Inhalt dieses Programms ist die Überprüfung und mit Blick auf die Bedürfnisse der Kunden, die weitere Optimierung bzw. Erweiterung der bish e- rigen Kölner Wertstoffsammelsysteme sowie die Stärkung der Bemühungen bei der Vermeidung von Abfällen. Im Rahmen des Programms wurden Budget und Personal durch die AWB bereitgestellt, um Pilot- projekte und konkrete Kommunikationsma ßnahmen umsetzen zu können. Die lachende Weltkugel, Logo des Programms, findet sich somit auf einer Vielzahl der nachfolgend beschri e- benen Maßnahmen wieder. Nachfolgend werden die seit 2012 umgesetzten Maßnahmen in den Bereichen Abfallvermeidung (8.1), Abfallverwertung (8.2), Beratung und Kommunikation (8.3) sowie Infrastruktur (8.4) vorgestellt. 8.1 Abfallvermeidung Zahlreiche Maßnahmen belegen, dass neben der Abfalltrennung auch die Abfallver- meidung immer wieder im Fokus der Bemühungen stand. Neben konkreten Aktionen zeigen dies auch die umgesetzten Maßnahmen bei der Beratung und Kommunikation (8.3). Europäische Abfallvermeidungswoche Seit 2012 nimmt die AWB mit verschiedenen Schwerpunkten bei der jährlich stattfin- denden Europäischen Woche der Abfallvermeidung (EWAV) teil. Unter dem Motto „Der beste Abfall ist der, der gar nicht erst entsteht“ wurde 2009 auf Initiative der E u- ropäischen Kommission die Europäische Woche zur Abfallvermeidung ins Leben g e- rufen. Während der Woche wird im Rahmen von verschiedenen Aktionen in ganz E u- ropa gezeigt, wie Abfallvermeidung gelebt werden kann und wie Menschen hierfür sensibilisiert werden können. Die AWB hat sich z. B. mit Themen wie „Abfallarmes Einkaufen“, „Verschwendung von Lebensmittel n“, „ Nutzen statt Besitzen“ oder „Vermeidung von Verpackungsabfällen“ beteiligt. In die Aktionen wurden auch r e- 49 gelmäßig die Auszubildenden der AWB einbezogen , um diese für das Thema Abfal l- vermeidung zu sensibilisieren. Tipps zur Abfallvermeidung Nützliche Tipps zur Vermeidung von Abfällen zu Hause, im Büro oder beim Einkauf werden unter anderem auf der AWB Webseite präsentiert. Auf der Seite befinde n sich auch die eigens erstell te AWB Re(st)zepte -Broschüre sowie verschiedene Flyer mit Hinweisen zur Abfallvermeidung . Alle Informationen stehen zum koste nlosen Down- load zur Verfügung. Außerdem werden die Informationen an die Bürgerinnen und Bürger an den Beratungsständen verteilt oder per Postwurfsendung gezielt zugestellt. Online Tauschbörse Nach dem Motto „Zum Wegwerfen zu schade“ hat die AWB weiterhin eine kostenlose Online Tauschbörse für die Kölner Bürgerinnen und Bürger eingerichtet (www.awbkoeln.de/tauschboerse). Über das Portal können gut erhaltene Gegenstände, zum Beispiel Möbel oder Bücher , getauscht bzw. verschenkt werden. Jeder Nutzer kann auf diese Weise einen aktiven Beitrag zur Abfallvermeidung leisten und so die Umwelt schonen. Um die Bekanntheit und damit die Nutzung der Ta uschbörse zu e r- höhen, hat die AWB über die Zeit diverse Kommunikationsmaßnahmen umgesetzt. Initiative Coffee to go Täglich fallen mehr als 180.000 Einwegbecher für Heißgetränke in Köln an. Viele d a- von landen in den Straßenpapierkörben oder irgendwo in der Landschaft. Nach einer durchschnittlichen Nutzungsdauer von 15 Minuten werden sie zu Abfall. Um dieser Verschwendung von Ressourcen und dem täglichen Müllberg entgegen zu wirken, wurde ein Expertenkreis aus Teilnehmern der Stadt Köln, der IHK , der AWB und der Wirtschaft gegründet. Hier werden Strategien und Handlungskonzepte entwickelt, um den Müllberg zu verringern und auf Mehrwegsysteme umzustellen. Im Jahr 2017 wur- de das Thema partizipativ beleuchtet und ein gemeinsames Vorgehen abgestimmt. Hierbei wurde zunächst eine Zielgruppenanalyse umgesetzt , um die Nutzer besser zu verstehen und sie so gezielter ansprechen zu können. Weiterhin wurde ein Pilotversuch in dem Backshop des Stadthauses in Deutz initiiert. Die Beschäftigten und Besucher des Stadthause s haben die Möglichkeit , einen Mehrwegbecher käuflich zu erwerben oder ihren eigenen Becher befüllen zu lassen. Die Stadtverwaltung möchte hiermit bereits zu einem frühen Zeitpunkt des Prozesses Vorbildfunktion übernehmen. Dane- ben wurde als erster Schritt eines Kommunikationskonzepts eine Webseite konzipiert, über die sowohl Ausgabestellen als auch Konsu menten von Heißgetränken to go se n- sibilisiert und informiert werden. Kernstück der Webseite ist eine Kartenfunktion, über die die Nutzer Ausgabestellen find en können, die Mehrwegbecher für Heißgetränke ausgeben bzw. befüllen. Hierbei werden die in Köln bereits aktiven Mehrwegsysteme mit Zustimmung der Unternehmen in der Karte eingebunden. 50 8.2 Abfalltrennung und -verwertung Ausweitung der Biosammlung Eine möglichst umfängliche und ökologisch sinnvolle Getrenntsammlung von biog e- nen Abfällen in Köln für alle Zielgruppen zu realisieren, wurde über die letzten Jahre als einer der wesentlichen Schwerpunkte verfolgt. 2013 wurde der Annahmekatalog in der Kompostierungsanlage Niehl um gekochte Küchenabfälle aus privaten Haushalten erweitert. Weiterhin fanden über den Zeitraum verschiedene Maßnahmen zur Bewe r- bung der Biotonne statt. Unter anderem wurden in einer zweijährigen Kampagne g e- zielt Hauseigentümer ohne Bioto nnenanschluss angesprochen. Begleitet wurde dies mit einer intensiven Bioabfallberatung im Rahmen von Standaktionen in den jeweil i- gen Stadtbezirken. Auch in der Wohnungswirtschaft wurde verstärkt für die Biotonne geworben. Über die Bemühungen konnte die An schlussquote an die Biotonne von knapp 45 % im Jahr 2012 auf fast 60 % Ende 2017 erhöht werden. Abbildung 49: Beratungstand der AWB Getrennte Sammlung kompostierbarer Friedhofsabfälle Das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen hat unter der Federführung der AWB im Jahr 20 13 flächendeckend die Abfalltrennung auf den städtischen Kölner Friedh ö- fen eingeführt. Zu diesem Zweck wurden annähernd 1.000 Behälter für kompostierb a- re Abfälle auf den Friedhöfen aufgestellt. Antrieb für dieses Abfallkonzept ist die B e- strebung, Abfälle als Rohstoffe wieder im Stoffkreislauf wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll einzusetzen. Im Jahr 20 17 konnten ca. 64% der Friedhofsabfälle einer Ko m- postierung zugeführt und damit der Restmüllanteil deutlich reduziert werden. Weite r- hin konnten durch die Maßnahmen die Optik auf den Friedhöfen verbessert und die Entsorgungskosten gesenkt werden. Etablierung der stadtweiten Altkleidersammlung Die Sammlung und Verwertun g von Altkleidern, Textilien und Schuhen ist nicht nur ein weiterer wichtiger Schritt, um die Ziele des AWKs und die Vorgaben des Krei s- 51 laufwirtschaftsgesetzes zu erreichen, sondern dient insbesondere dazu , bedürftige Menschen mit Kleidung zu versorgen. Den n rund zwei Drittel der Menschheit ist auf Secondhand Kleidung angewiesen. Neben der Abgabe der Altkleider bei den Kölner Kleiderkammern und Hilfsorganisationen stehen auch kommunale Altkleidercontainer im Stadtgebiet seit 2014 zur Verfügung. Über das gesamte Kölner Stadtgebiet verte i- len sich zwischenzeitlich über 500 Altklei dercontainer der Stadt K öln. Hiermit ve r- folgt die Stadt im Wesentlichen vier Ziele. Erstens sollen gemeinnützige Altkleide r- sammlungen und Kleiderkammern in Köln vor illegalen Sammlu ngen geschützt we r- den. Zweitens soll durch den Abzug der illegalen Container aus dem öffentlichen Str a- ßenland das Stadtbild verschönert werden. Drittens soll über die kommunale Sam m- lung die Verwertung von Altkleidern gefördert und somit die Restmüllmenge w eiter reduziert werden. Schließlich soll en die erzielten Erlöse dem Gebührenhaushalt zu Gute kommen. Wertstofftonne Wie bereits an verschiedenen Stellen des AWK beschrieben, wurde in 2014 die Wer t- stofftonne in Köln eingeführt. Das Sammelsystem wird durch die Bürgerinnen und Bürger rege genutzt und ist in Köln zwischenzeitlich etabliert. Ausbau der Elektroaltgerätesammlung Seit 2006 bietet die AWB verschiedene Hol - und Bringsysteme zur Sammlung und Erfassung von Altgeräten an. Um die Sammlung kundenorientiert zu optimieren und Sammelmengen zu steigern, wurden seit 2013 weitere Maßnahmen im Rahmen von „Aktiv für Köln “ initiiert. 40 Kölner Schulen wurden mit Sammelboxen für Elektr o- kleingeräte ausgestattet und die Schülerinnen und Schüler über die Sammelmöglich- keit informiert. Weiterhin wurden die sogenannten E -Tonnen bei Wohnungsgesel l- schaften sowie öffentli chen Einrichtungen aufgestellt und der Handel angesprochen, freiwillige Sammelstellen einzurichten. Neu ist außerdem, dass Kleingeräte bei ein em Abholauftrag von einem Elektrogroßgerät kostenfrei bereitgestellt werden können. Aufgrund der Vorgaben des im Oktober 2015 novellierten ElektroG werden nun auch Photovoltaik-Module und Nachtspeicherheizgeräte durch die AWB an den Wertstoff - Centern angenommen. Weiterhin hat die AWB Maßnahmen unternommen , um das Problem der Beraubung bzw. des Diebstahls von zur Abholung bereitgestellten Elekt- rogroßgeräten entgegenzuwirken. Se it 2014 werden Warnaufkleber versandt, die vo n den Bürgerinnen und Bürgern auf den Altgeräten aufgebracht werden sollen. Ausbau der getrennten Sammlung an den Wertstoff-Centern Die Sammelstellen, die früher den Namen Abfall -Center trugen, sind zu wahren „Wertstoff-Centern“ geworden. Hier werden unter anderem Grünschnitt, Metalle, P a- pier, Kartonagen sowie alle Sammelgruppen von Elektroaltgeräten in separaten Behäl- tern gesammelt und anschließend einer Verwertung zugeführt. Sukzessive wurde über 52 die letzten Jahre die Anzahl der separat gesammelten Stoffe ausgebaut. So werden bei- spielsweise Bauschutt (kostenpflichtig), Holz, Hartkunststoffe, Altkleider sowie Leichtverpackungen separat an den Wertstoff-Centern angenommen und anschließend einer Verwertung zugeführt . Aufgrund steigender Kundenanfragen werden seit 2017 bei der Schadstoffsamml ung auch Feuerlöscher angenommen. Um den Bürgerinnen und Bürgern die Orientierung vor Ort auf den Wertstoff -Centern zu erleichtern, wurde insbesondere die Beschilderung neugestaltet. Dies soll auch dazu beitragen, dass Wert- stoffe richtig entsorgt und somit die Fehlwürfe minimiert werden. Abbildung 50 und 51: Das neue Farbleitsystem auf dem Wertstoff-Center in Köln-Gremberghoven Annahme von Kleinmengen Asbest Seit 2017 nehmen die AVG Ressourcen am Recyclinghof in Köln-Niehl Kleinmengen asbesthaltiger Abfälle unentgeltlich an. Mit dem Bekanntheitsgrad wächst auch die Zahl der Anlieferungen. Im Jahr 2017 wurden insgesamt 3,8 t asbesthaltige Abfälle angeliefert. 8.3 Beratung und Kommunikation Um die Bürgerinnen und Bürger für einen bewussten Umgang mit Abfällen zu sensibi- lisieren und sich aktiv am Umwelt - und Ressourcenschutz zu beteiligen, werden ver- schiedene Medien und Maßnahmen zur Aufklärung genutzt. Abfall- und Wertstoffkalender Die Broschüre rund um die Abfallentsorgung und Stadtsauberkeit wurde in den ve r- gangenen Jahren inhaltlich und gestalterisch optimiert. Die Themen Abfallvermeidung sowie Abfall trennung wurden deutlich ausgeweitet . In logischer Konsequenz nennt sich der Abfallkalender jetzt „Abfall- und Wertstoffkalender“. Verbesserungen erfuh- 53 ren a ußerdem die Lesbarkeit und Übersichtlichkeit der Broschüre, um schneller den passenden Entsorgungsweg zu finden. Standaktionen Die persönliche Beratung vor Ort, zu den verschiedenen Abfallthemen, wurde deutlich ausgeweitet. Rund um die Biotonne fand en beispielsweise in 2017 insgesamt 228 Standaktionen auf Wochenmärkten, in Baumärkten, Einkaufszentren und bei Objekten der Wohnungswirtschaft mit über 6.500 Informationsgesprächen statt. Im Rahmen der Standaktionen „AWB-Sprechstunde in den Bezirken“ erhalten interessierte Bürgeri n- nen und Bürger neben der Beratung Werbemittel z. B. nachhaltige und wiederve r- wendbare Einkaufstaschen aus 100 % recyceltem Material oder den „kleinen Tren n- helfer“ mit Informationen zur Mülltrennung. Internet- und App-Angebote Sowohl AWB als auch AVG haben ihre Webauftritte deutlich optimiert. Auch inhal t- lich wurden die Seiten überarbeitet und so den Kundenwünschen entsprochen. Be i- spielsweise hat die AWB das Müll ABC, das hilft , den richtigen Entsorgungsweg fi n- den zu können, überarbeitet. Um den neuen Anforderungen der jungen Generation g e- recht zu werden, wurden neue Kontakt - und Kommunikationskanäle durch AWB und AVG erschlossen. Die AWB bietet eine App für Smartphone Nutzer an, die beispiel s- weise an das Herausstellen der Tonnen erinnert. Sowohl AVG als auch AWB engagi e- ren sich außerdem zunehmend stärker im Bereich Social Media. Erklärvideos Neben klassischen Flyern wurden zum Beispiel im Jahr 2015 sogenannte Erklärvideos konzipiert, die auf einfache und sympathische Art zeigen, wie die getrennte Sammlung von Abfällen für die vier Fraktionen Papier, Wertstoffe, Bio und Restmüll in Köln funktioniert ( www.awbkoeln.de/richtig-trennen). Um diese Videos der Öffentlichkeit bekannt zu machen, erfolgte eine begleitende Aufklärungskampagne in verschiedenen Kölner Medien wie Radio Köln, Köln TV und auf den In foscreens in den KVB - Haltestellen sowie online auf YouTube, auf der Internetseite www.koeln.de und auf www.radiokoeln.de. Multivision e.V. „REdUSE“ Das bundesweite Projekt „REdUSE“ behandelt u. a. die Themen Ressourcenschutz, Abfallvermeidung sowie Recycling und geht über eine Laufzeit von ca. drei Jahren. Die AWB beteiligt sich aktiv an dem Projekt . Durch eine Multivisionsshow und eine sich anschließende Diskussion werden die Sc hüler für die Themen sensibilisiert und zur aktiven Mitarbeit angeregt. In Köln fanden 2016 und 2017 Veranstaltungen für Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren in zwei weiterführenden Schulen statt. 54 Gestaltung der Abfallbehälter Die Gestaltung der Abfallbehälter wurde optimiert, so dass Mülltrennung noch einfa- cher wird. Alle neuen Abfallbehälter haben ein einheitliches Design mit Logo, Tel e- fonnummer und Abfuhrtag. Zudem wird mit aufgedruckten Piktogrammen dargestellt, welche Abfälle in die jeweilige Tonne gehören. Abbildungen 52, 53, 54 und 55: Neugestaltung der Sammelbehälter Umweltpass Der Umweltpass ist ein Instrument zur Darstellung und zum Vergleich der Abfallsitua- tion in Wohnanlagen. Er wurde eingeführt, um Optimierungspotentiale aufzuzeigen und erste Ansätze eines Abfallmanagements abzuleiten. Er dient der gezielten Ko m- munikation mit den Mietern, um das Trennverhalten und die Abfallsituation zu verbes- sern und das Umweltbewusstsein zu schärfen. Abbildung 56: Umweltpass für die Wohnungswirtschaft 8.4 Infrastruktur Gestaltungshandbuch der Stadt Köln Das Stadtraummanagement der Stadt Köln hat Mitte 2017 ein neues Gestaltungshan d- buch für den öffentlichen Raum vorgelegt, das im Dezember 2017 im Rat besch lossen wurde ( https://ratsinformation.stadt-koeln.de/getfile.asp?id=618414&type=do&). 55 Hiermit wird das Ziel verfolgt, einen schnellen und umfassenden Überblick zu den Anforderungen an die Gestaltung, Sauberkeit und Instandhaltung im öffentlichen Raum zu gewähren. Die vielen unterschiedlich gestalteten Plätze u nd Orte im Kölner Stadtgebiet sollen durch eine gleichmäßige Grundgestaltung in den allgemeinen ö f- fentlichen Räumen wieder miteinander verbunden werden. Dies soll sich auch bei der Stadtmöblierung und im Besonderen auch bei den Abfallbehältern wiederspiege ln. Die Verantwortlichkeit für alle öffentlichen Abfallbehälter liegt bei der AWB . Bei der Be- schaffung von neuen Elementen der Stadtmöblierung stellt das Gestaltungshandbuch für die AWB die wesentliche Maßgabe. Im Gestaltungshandbuch werden zudem wich- tige Grundregeln zur Art und Weise der Aufstellung, zur Reinigung und zur Reparatur der Behälter festgehalten. Damit wird die Qualität des öffentlichen Raumes im Laufe der Zeit kontinuierlich erhöht. Papierkörbe Auch im Bereich der Stadtreinigung wurden versch iedene Maßnahmen durchgeführt, die dazu beitragen, dass in Köln die Lebensqualität weiter verbessert wird. Die Papie r- korbdichte im öffentlichen Straßenland und in Grünanlagen wurde ausgebaut und in diesem Zusammenhang auch zusätzliche Hundekottütenspende r installiert. Von 2014 bis 2017 wurden die Anzahl der Papierkörbe im öffentlichen Straßenland und den Grünanlagen insgesamt um über 1.000 Papierkörbe und mehr als 400 Hundekottüte n- spender erhöht. Mit Stand Dezember 2017 stehen 14.185 Papierkörbe im öffentli chen Straßenland, davon 816 Papierkörbe mit Hundekottütenspender (HKTS). In den Grü n- anlagen und Parks stehen nochmals 7.127 Papierkörbe mit 62 0 HKTS. In Summe ergibt dies deutlich über 21.300 Papierkörbe für Köln. Abbildungen 57, 58 und 59: Papierkorb Colonia und das eingesetzte Modell in Grünanlagen Pilotversuch Pfandringe Pfandring, Pfandlaterne, Pfandkiste oder Pfandregal sind Beispiele, wie in verschiede- nen Städten Bedürftigen Pfandgebinde im öffentlichen Raum bereitgestellt werden. Im Rahmen eines Pilotversuchs wurde für Köln untersucht, welchen Einfluss diese Sys- teme auf die Stadtsauberkeit sowie auf die Abfallmenge der Papierkörbe im öffentli- chen Raum haben . Mit der Analyse wurde ein unabhängiges Institut beauftragt. Die 56 Ergebnisse wurden im Fachausschuss präsentiert ( https://ratsinformation.stadt- koeln.de/getfile.asp?id=544166&type=do&). Die Analysen haben gezeigt, dass sich aktuell (auch ohne Pfandsammelsysteme) nur noch geringe Mengen an bepfandeten Gebinden im Papierko rbmüll befinden. Beide Pfandsam melsysteme (Pfandring und Pfandlaterne) führen zu einer geringfügig weiteren, aber nicht signifikanten Abschö p- fung bepfandeter Gebinde aus dem Papierkorb müll. Bezüglich der Sauberkeit hat sich an den Standorten von Papierkörben mit Pfand ringen eine leicht höhere Verschmu t- zung gezeigt (Flüssigkeiten, Zigaretten, Kaugummis,). Weiterhin hat die Analyse g e- zeigt, dass sich durch die Montage der Pfandringe an d en Papierkörben die Handlings- zeit bei der Papierkorbleerung um ca. 30 % erhöht. Aufgrund dieser Ergebnisse wurde der Pilotversuch beendet und die Pfandringe demontiert. Austausch der Glascontainer Um wirksame Maßnahmen zum Lärmschutz umzusetzen und gleichzeitig das Stad t- bild zu verbessern, wurden die alten Depotcontainer durch den Auftragnehmer der d u- alen Systeme f lächendeckend ausgetauscht. Standorten mit besonderer Bedeutung er- hielten zudem moderne, optisch ansprechende Glassäulen und Unterflurcontainer. 57 9. Förderung der Abfallvermeidung und Verwertung Vor dem Hintergrund der dargestellten Zielsetzungen soll die Vermeidung und Ve r- wertung von Abfällen in Köln weiter gefördert werden. Hierfür werden in den näch s- ten Jahren die folgenden Maßnahmen umgesetzt bzw. vorab geprüft. Diese betreffen die Themen Abfallvermeidung (9.1), Abfallverwertung (9.2), Beratung und Kommu- nikation (9.3) sowie Infrastruktur (9.4). 9.1 Abfallvermeidung Die Stadt Köln sieht sich zum nachhaltigen Handeln verpflichtet. Um die Ziele einer echten Kreislaufwirtschaft im Sinne von Circular Economy zu erreichen , bedarf es weiterer Anstrengungen und wesentliche Änderungen des Verbrauchs - und Konsum- verhaltens. Repair Cafe´s oder Second-Hand-Läden in Köln sind ein guter Ansatz . Sinnvolle Aktionen und Initiativen, die sich für Abfallvermeidung in Köln einsetzen, sollen zukünftig noch zielgerichteter bei der Ausübung ihrer Tätigkeit unterstützt we r- den. So sollen beispielsweise die Kommunikationskanäle der Stadt und AWB genutzt werden, um auf diese Unternehmungen sowie auf nützliche Tipps für mehr Abfallve r- meidung hinzuweisen. Über gezielte Kommunikationsmaß nahmen sollen die Kölner Konsumenten sensibilisiert und informiert werden, so dass weniger Abfall entsteht. Nachfolgend werden exemplarisch erste Überlegungen von Maßnahmen dargestellt. Diese sowie weitere Ansätze werden im Rahmen eines Abfallvermeidungs leitfadens für Köln bewertet und konkret geplant. Lebensmittelverschwendung In Deutschland wird jedes achte Lebensmittel nach Informationen der Bundesregi e- rung weggeworfen. Das sind elf Millionen Tonnen Lebensmittel jedes Jahr. Deutsc h- land hat sich mit den Vereinten Nationen das Ziel gesetzt, diese Menge bis 2030 auf die Hälfte zu reduzieren. Initiativen wie www.lebensmittelwertschaetzen.de oder www.foodsharing.de tragen hierzu bei. Neben Aufklärungsarbeit werden verschiedene Aktionen organisiert , um einen verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln zu fördern. Auch andere Initiati ven, wie der Ernährungsrat Köln leisten hierbei in Köln einen wichtigen Beitrag. Auch die Stadt Köln möchte hier weitere sinnvolle Maßnah- men gezielt umsetzen und fördern. Verpackungen Über die letzten Jahr e ist die Menge der Verpackungen kontinuierlich gestiegen. In den Supermarktregalen finden sich Produkte, die mehrfach verpackt werden , um a t- traktiv für den Konsumenten zu sein. Gegenbewegungen gibt es in den sogenannten „Unverpackt Läden“, die Produkte ohne Verpackungen anbieten. Aber auch in anderen Supermärkten und auf Wochenmärkten versucht man Lösungen zu entwickeln, um die 58 Menge an Verpackungen zu reduzieren. So bieten viele Einzelhändler bereits keine kostenlosen Plastiktüten mehr an. Diese Initiativ en sollen in Köln weiter gefördert werden. Eine besondere Verpackung ist die „to go“ Verpackung. I mmer mehr wird unterwegs konsumiert. Dieses veränderte Verhalten hat einen verstärkten Einfluss auf die Menge der Abfälle in den Straßenpapierkörben sowie auf der Straße. Erste Schritte wurden im Bereich Coffee to go umgesetzt, diese werden in Zukunft fortgeführt und ausgeweitet , um auf diese Weise nachhaltig Einwegbecher einzudämmen und Mehrwegsysteme zu fördern. Dies erfolgt insbesondere durch gezielte Sen sibilisierungs- und Kommunika- tionsmaßnahmen. Die Stadt Köln wird hierbei als Vorbild fungieren und wo sinnvoll und möglich, stadtintern Mehrweg-Gebote umsetzen. Sich bei dem Thema jedoch nur auf Heißgetränke to go zu konzentrieren , wird der Problematik nic ht gerecht. Auch andere Getränke und Speisen werden unterwegs oder bei Veranstaltungen konsumiert und deren Einwegverpackungen nach nur kurzer Nutzung entsorgt. Die Stadt möchte dazu beitragen, nachhaltige Lösungen zu fördern. Abfallvermeidung im Gewerbe Auch Gewerbebetriebe können Abfälle reduzieren. Neben der konsequenten Umset- zung der Gewerbeabfallverordnung werden die Unternehmen zielgerichtet informiert , wie sie ihre Abfallmengen weiter reduzieren können. Möglichkeiten stellen hierbei Maßnahmen der Öf fentlichkeitsarbeit und Beratung, freiwillige Selbstverpflichtungen oder die Herausgabe von Handlungsleitfäden bzw. Best Practice Beispielen dar. Nutzung statt Eigentum, Reparaturen und Second-Hand Ein gute r Weg zur Abfallvermeidung stellen Lösungen dar, die nicht d as Eigentum sondern die Nutzung von Produkten in den Vordergrund stellen. Neben Leih angeboten für Autos und Fahrräder tragen auch solche für Mehrweggeschirr oder Werkzeuge d a- zu bei, Ressourcen zu schonen . Auch Reparatur- und Second Hand -Angebote tragen dazu bei, dass Produkte länger genutzt und so Ressourcen eingespart werden. Beispie- le hierfür sind die Repair Cafés oder die Gebrauchtwarenkaufhäuser in den Veedeln . Vor diesem Hintergrund soll ein digitaler Wegweiser umgesetzt werden, der über eine Karte Möglichkeiten anzeigt , Gegenstände zu leihen, zu tauschen, zu reparieren, zu spenden oder Second Hand zu erwerben. Auf diesem Portal können zusätzlich weitere relevante Informationen zu Initiativen und Aktionen vermittelt werden. Kommunikationsmaßnahmen Weitere Maßnahmen betreffen die Nutzung von verschiedenen Kommunikationsmit- teln, um Bürgerinnen und Bürger n die Wichtigkeit des Themas Abfallvermeidung n ä- her zu bringen. Diese werden unter 9.3 dargestellt. 59 9.2 Abfalltrennung und -verwertung Um weitere Wertstoffe aus der derzeitigen Restmüllfraktion zu separieren bzw. g e- trennt zu erfassen, sind verschiedene Maßnahmen notwendig. Zunächst ist es wichtig , den Kölner Bürgerinnen und Bürgern weiterhin bedarfsgerechte und kundenfreundl i- che Entsorgungssysteme zur Verfügung zu stellen , um Abfälle leichter zu trennen . Geplante Anpassungen, u. a. auf Basis der Ergebnisse der Hausmüllanalys e 2015 / 2016 (siehe 7.2) werden nachfolgend für die einzelnen Stoffströme vorgestellt. Restmüll Zur Überprüfung der ordnungsgemäßen Gebührenverteilung werden in regelmäßigen Abständen abfallwirtschaftliche Kenndaten wie Füllgrad und Behälterinhaltsgewichte untersucht. Hierbei ist zu prüfen , ob der Mindestbehältermaßstab reduziert werden kann, um so weitere Anreize für mehr Mülltrennung zu geben. Auch bei der RMVA ist eine weitere Separierung des Stoffstroms ggf. zukünftig sinnvoll. Aus dem Res t- müllstrom werden bereits seit Inbetriebnahme der RMVA FE -Metalle ausgeschleust und der Wiederverwertung zugeführt. Außerdem hat die AVG geprüft, ob auch Kunst- stoffabfälle aussortiert werden könn en. Grundsätzlich wäre eine Ausschleusung def i- nierter Kunststoffarten (z. B. PP, PE oder HDPE) durch Umbau in der Vorschaltanlage und Einsatz von NIR -Technik (Nahinfrarot) technisch möglich. Eine Realisierung e i- ner solchen Einrichtun g würde aber voraussetzen, dass ein Markt und ein positiver Marktwert für diese Stoffe besteht, um eine solche Maßnahme auch wirtschaftlich u m- setzen zu können. Die zukünftige Marktentwicklung bleibt abzuwarten. Straßenabfälle Mengen aus wilden Müllablagerungen (Littering) werden heute zu einem überwiege n- den Teil in der RMVA entsorgt. Verwertbare Fraktionen, wie Metalle und E -Schrott, werden bereits heute möglichst separiert. Ziel ist es jedoch , die Erfassung und somit die Verwertung weiter zu op timieren. Hierfür werden betriebliche Optimierungen durch die AWB umgesetzt. Auch die Straßenpapierkorbabfälle werden heute in der RMVA entsorgt. Zukünftig soll die Sammelmenge bei der AVG Ressourcen sortiert und nach Fraktion en verwertet werden. Hierfür s ind ebenfalls logistische Optimierun- gen von Seiten der AWB notwendig, so dass beispielsweise Abfälle nicht mit Laub vermischt werden. Hi ntergrund ist, dass Nahinfrarotgeräte in der Sortieranlage nicht zwischen Zellstoff aus Papier und Zellstoff aus Laub differenzieren können, so dass es zu einer Vermischung dieser beiden Fraktionen kommt. Bei Straßenkehricht ist eben- falls eine weitere Verwertung grundsätzlich möglich. Je nach Jahreszeit ist jedoch die Zusammensetzung des Materials sehr unterschiedlich . Während im Winter ein großer Anteil Mineralik im Stoffgemisch ist, ist in der Herbstzeit insbesondere Laub im Str a- ßenkehricht vor handen. Insofern sind diese Fraktionen logistisch durch die AWB zu steuern, um eine stoffliche Verwertung, dort wo es sinnvoll erscheint, umsetzen zu 60 können. Je nach Zusammensetzung soll der Stoffstrom in der Anlage der AVG Re s- sourcen in Köln-Heumar bzw. in Köln-Niehl behandelt werden. Bioabfall In Köln sind bereits 59,4 % der Grundstücke an die Biotonne angeschlossen . Mit den aktuellen Sammelmengen können die sehr ambitionierten Vorgaben des Landes und des Bundes im Bereich der Biosammlung noch nicht ganz erreicht werden. Die Stadt möchte weiter daran arbeiten , die Biosammlung in Köln auszuweiten. Insbesondere viele Gartenbesitzer verfügen bereits über eine Biotonne, nutzen diese jedoch zu einem überwiegenden Teil nur für ihre Grünabfälle . Wichtig ist es nun , das zeigen auch die Ergebnisse der Hausmüllanalyse, die Bürgerinnen und Bürger vom Trennen ihrer K ü- chen- und Lebensmittelabfälle zu überzeugen. Deshalb ist die Biotonne weiterhin ein Schwerpunkt in der Bürgerberatung und der Kommunikation. Die umgesetzten Maß- nahmen haben auch zum Ziel , eine weiterhin hohe Input -Qualität der Bioabfälle zu gewährleisten, um den Anfo rderungen des Düngemittelrechts zu genügen. Hierfür werden weitere Aufklärungs- und Informationskampagnen, die kostenfreie Ausgabe von Vorsortiergefäßen, Zusatzleerung en/ -Behälter, die Öffnung der Biotonne für kompostierbare Papiersäcke zur Vorsammlung sowie die Ausweitung von Kontrollen vor Ort und die Umrüstung der Kompostierungsanlage weiter geprüft. Altpapier, Wertstofftonne und Altkleidersammlung Nach wie vor wird ein nicht unerheblicher Teil an Altpapier (9 % laut Hausmüllanaly- se) sowie Kunststoffe, Metalle und Verbunde (10 %) über die Restmülltonne entsorgt. Altpapier ist ein wichtiger Rohstoff. Über vertriebliche Maßnahmen soll die A n- schlussquote an die Papiertonne weiter erhöh t und zusätzliche Mengen aus dem Klein- gewerbe generiert werden. Das System der gemeinsamen Wertstofferfassung von Stadt und dualen Systemen über die Wertstofftonne soll möglichst, im Rahmen des im Jahr 2017 novellierten Verpackungsgesetztes (VerpackG) , fortgeführt werden. Um die Qualität des Materials sicherzustellen , werden geeignete Kontrollmechanismen umg e- setzt. Auch das etablierte System der Altkleidersammlung wird weitergeführt. Elektroaltgeräte Durch die zunehmende Digitalisierung ist zu erwarten, dass die Menge an Elektroal t- geräten weiter steigt. Um hier für d ie Bürgerinnen und Bürger komfortable Sammel- systeme für Kleingeräte bereitzustellen, werden kommunale E -Schrott-Behälter der AWB bei der Wohnungswirtschaft und in öffentlichen Verwaltungen aufgestellt. We i- terhin werden zusätzliche Behälter an den Kölner Bildungseinrichtungen, d. h. Schulen und Hochschuleinrichtungen aufgestellt. Über Interessensgemeinschaften werden G e- schäfte gesucht, die eine freiwillige Sammelstelle für Elektrokleingeräte anbieten. Die Sammelbehälter werden von der AWB zur Verfügung gestellt . Die Kommunikation 61 und Öffentlichkeitsarbeit wird bei dem Thema deutlich ausgeweitet und auf diese Weise beispielsweise die Abgabemöglichkeiten bekannter gemacht. Schadstoffe Für die Entsorgung der Schadstoffe werden neben der Sammlung an den Wertstoff- Centern, weiterhin mobile Sammlungen über Schadstoffmobile genutzt. Dieses System wird in den nächsten Jahren weiter optimiert (Standorte, Kommunikation, etc.) Baustellen- und Gewerbeabfälle Auch im Bereich der Gewerbeabfälle wird die Stadt weiterhin ihren Beitrag zur U m- setzung der gesetzlichen Vorgaben leisten. Dies betrifft insbesondere die Umsetzung der Gewerbeabfallverordnung sowie des Verpackungsgesetzes, so dass Abfälle mö g- lichst stofflich verwertet werden. 9.3 Beratung und Kommunikation Um die Bürgerinnen und Bürger von der Wichtigkeit der Abfall vermeidung und - trennung zu überzeugen, bedarf es weiterhin umfassender Informations- und Sensibili- sierungsmaßnahmen. Information und Aufklärung soll zielgruppenspezifisch unter zu Hilfenahme geeigneter Kommunikationsmedien erfolgen. Der appellative und partiz i- pative Ansatz, der aktuell verfolgt wird, soll beibehalten werden. N egativen Effekten, die sich aus der verstärkten Ausrichtung auf Abfallvermeidung und –verwertung erge- ben könnten, ist bestmöglich entgegen zu wirken. Hierzu sind vielfältige Maßnahmen und eine gute Vernetzung relevanter Akteure notwendig. Sensibilisierung Im Sinne der Stadtsauberkeit ist es wichtig, dass nicht durch fehlgeleitete Anreize zur Abfallvermeidung Abfälle in den öff entlichen Raum verlagert werden und beispiel s- weise in den Straßenpapierkörben oder als Littering wieder auftauchen. Zudem ist n e- ben der Sammelmenge bei der Abfalltrennung auch die Qualität der gesammelten Wertstoffe von großer Bedeutung. Zur stofflichen Ve rwertung ist eine gute Separi e- rung an der Anfallstelle eine wichtige Maßnahme. Aber auch bei gemischt gesamme l- ten Wertstofffraktionen ist eine Vermeidung von Fehlwürfen wichtig für die spätere Recyclingfähigkeit. Insofern gilt es, direkt bei den Bürgerinnen und Bürger anzusetzen und ein Bewusstsein für Sauberkeit und Mülltrennung zu schaffen. Multiplikatoren In Ergänzung zu den zah lreichen, hier aufgeführten Aktivitäten der AWB sind weiter- gehende Möglichkeiten der Übernahme von Verantwortung zu prüfen. Ein möglicher Ansatz hierzu ist die Ausbildung der Stadtteilkümmerer in abfallwirtschaftlichen Fr a- 62 gestellungen sowie der gezielte Aufbau von Veedelsmanagern. Insbesondere in sozi a- len Hotspots können diese Multiplikatoren abfallwirtschaftliche Problemstelle n frü h- zeitig erkennen und auf Lösungen hinwirken. Partizipation Die Einbindung der Bürger innen und Bürger ist ein wichtiger Bestandteil für eine e r- folgreiche Abfallwirtschaft. Als Beispiel für die Umsetzung dient „Chorweiler macht’s vor“, das in 2017 in Zusammenarbeit mit dem Bezirksrathaus, den Wohnungsbauu n- ternehmen, der AWB und weiteren Akteuren abgestimmt wurde und in 2018 umg e- setzt wird. Das Ziel des Projekts ist es u. a. , das Trennverhalten der Bürgerinnen und Bürger zu verbessern und so mehr Werts toffe über die Papier - und Wertstoffbehälter einer Verwertung zuzuführen. Durch die Beteiligung verschiedener Gruppen aus Ki n- dergärten sowie Jugend- und Senioreneinrichtungen soll das Bewusstsein für die U m- welt - insbesondere bei den Themen Sauberkeit, Ent sorgung und Verwertung - ge- schärft werden. Zur Förderung des Engagements von Kölner Bürgerinnen und Bürger werden Initiat i- ven systematisch unterstützt, die Abfalltrennung, den sparsamen Umgang mit Re s- sourcen sowie eine Verbesserung der Stadtsauberkeit ermö glichen. (s. auch 6.2). Hie r- bei werden Möglichkeiten der Digitalisierung zur Steigerung der Eigenverantwortung und Hilfe zur Selbsthilfe zielgerichtet eingesetzt. Kontrolle der Umsetzung Vor Ort ist weiterhin darauf hinzuwirken, dass die Grundsätze des K reislaufwirt- schaftsgesetzes Anwendung finden. Dies wird durch die Umsetzung des Mindestbehäl- termaßstabs unterstützt. Um Fehlwürfe zu minimieren , werden zudem gezielt Tonnen vor der Abfuhr kontrolliert und auf Korrekturen hingewirkt. 9.4 Infrastruktur Öffentliche Abfallbehälter Die Stadt Köln legt Wert darauf, dass die öffentlichen Abfallbehälter sich bedarfsge- recht am Nutzerverhalten der Bürger innen und Bürger orientieren. Da Köln in den nächsten Jahren weiter wächst, wird dies eine weitere Steigerung der öffentlichen B e- hälter erfordern. Die zusätzlichen Standorte für die Straßenpapierkörbe, Papierkörbe in Grünanlagen, Unterflurbehälter n sowie Altkleidercontainern werden zwischen Stadt Köln und AWB bzw. bei den Glascontainern zwischen Stadt Köln und dua len Syste- men abgestimmt. Hierbei sollen auch die Eingliederung in den Stadtraum sowie die Vermeidung von wilden Müllablagerungen besonders berücksichtigt werden. 63 Neuer AWB Betriebshof Durch die geplante Erweiterung der Fachhochschule in Deutz muss der bisherige Be- triebshof Gießener Str., zuständig für die Sauberkeit im rechtsrheinischen Köln, in die Christian-Sünner-Str. verlegt werden. Bis Mitte 2020 muss der komplette Umzug stattgefunden haben. Die Vergabe des Bauvorhabens erfolgt im Jahr 2018. Baubeginn des neuen Betriebshofes ist für Anfang 2019 vorgesehen. Die geplante Bauzeit beträgt etwa 1,5 Jahre. Der Betriebshof wird hierbei nach den Stand der Technik und den b e- trieblichen Erfahrungen der AWB unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspe k- ten wie z. B. Photovoltaik, Fernwärme geplant. Damit werden die gesetzlichen Anfo r- derungen des Energie -Einsparungsgesetztes deutlich unterschritten. Auch wird der zukünftige Einsatz einer Elektromobilität der AWB in der Planung berücksichtigt. Damit wird ein weiterer Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz geleistet. Drittes Wertstoff-Center Die Konzentration auf zwei Wertstoff-Center (WSC), führt für die Kölner Bürgerinnen und Bürger zu längeren Anfahrtswegen und Wartezeiten vor den WSC. Die Auswe i- tung der g etrennt zu sammelnden Fraktionen zur Verwertung und die neustrukturierte Sortierung der E-Schrott-Gruppen haben trotz Anpassungen der Öffnungszeiten in den letzten Jahren zudem längere Aufenthaltszeiten auf den WSC zur Folge. Im Rahmen einer repräsentative n Kundenzufriedenheitsanalyse der privaten Haushalte von Mai 2017 wurde die Entfernung zum WSC als kritisch bewertet. Insbesondere in den zen t- ralen Stadtbezirken Innenstadt, Mülheim, Rodenkirchen und Lindenthal sind die Z u- friedenheitswerte mit der Entfernu ng zum nächsten Wertstoff -Center deutlich geringer als im Norden und Süden der Stadt. Neben d iesen Anforderungen werden auch die Abfall- und Wertstoffmengen in Köln in den nächsten Jahren weiter wachsen. In 201 7 wurden über 50.000 t Abfälle über die beiden Wertstoff-Center erfasst. Diese Mengen werden insbesondere aufgrund der Bevölkerungsentwi cklung weiter zunehmen. Bis 2027 wird die Anzahl der Einwohner um weitere 100.000 P ersonen auf 1,15 Mio. Einwohnern ansteigen. Dies lässt eine Mengensteigerung von etwa 10 % erwarten. Um eine Annahme und Verwertung für die Mengen aus dem Bringsystem für alle Abfall - und Wertstofffraktionen zu sichern, sind frühzeitig geeignete Maßnahmen vorzuneh- men. Anforderungen an Fahrzeuge Der Anstieg des Verkehrsaufkommens führt zu Feinstaubbelastungen und insbesond e- re in den Wintermonaten zu r Überschreitung der Grenzwerte für NOx. Ziel der AWB ist es, weiter Emissionen zu reduzieren. Veränderungen durch Digitalisierung Auch Städte und die kommunale Abfallwirtschaft stehen vor den Herausforderungen der Digitalisierung. Mit Blick darauf sind die Möglichkeiten zur Vernetzung und E r- 64 leichterung von Kommunikation zu nutzen. Das Gesetz zur Förderung der elektron i- schen Verwaltung (E-Government-Gesetz, kurz EGovG) liefert den entsprechend en Handlungsrahmen. Restmüllverbrennungsanlage Die Realisierung einer Kunststoffabscheidung in der Vorschaltanlage der RMVA setzt entsprechende Marktentwicklung en für diese Kunststoffe voraus . Es ist ferner vorge- sehen, aus der RMVA zusätzlich Wärme auszukoppeln, um die zu realisierende Ve r- gärungsanlage einschließlich der Biogasaufbereitungsanlage hiermit zu versorgen. Neubau Vergärungsanlage Den Vorgaben des Landesabfallwirtschaftsplanes folgend , soll in Köln ein Teil der Bioabfälle kaskadisch genutzt werden. Diese Abfälle werden daher zunächst einer Vergärung zugeführt , um Methan zu erzeugen, das nach anschließender Aufbereitung in das Erdgasnetz eingespeist wird. Im Anschluss an die Vergärung werden die Gärreste der Kompostierungsanlage zugeführt und dort zu Kompost verarbeitet. Hierzu errichtet die AVG auf einem Nachbargrundstück der Kompostierungsanlage eine Vergärungsanlage mit zunächst einer Kapazität von 20.000 t./a bestehend aus ei- nem Fermenter, einem sogenannten Abklingbecken und einer Biogasaufbereitungsan- lage, die das erzeugte Gas zu einspeisefähigem Biomethan aufbereitet. Das Gas wird anschließend über eine Biogas -Einspeisestation, die von der Rheini- schen Netztgesellschaft( RNG) errichtet wird , in das örtliche Erdgasnetz eingespeist. Die unmittelbare Nähe zur Kompostierungsanlage bietet de n Vorteil, dass vorhandene Aufbereitungskomponenten in der Annahme - und Aufbereitungshalle der Komposti e- rungsanlage genutzt werden können . Die Anlagenkomponenten sind so vordimensi o- niert, dass zu einem s päteren Zeitpunkt auch ein zweiter Fermenter installiert und d a- mit die Vergärungsleistung erhöht werden könnte. Dies setzt allerdings voraus, dass über den gesamten Jahresverlauf hinweg , eine ausreichende Menge Bioabfälle zur Verfügung steht. Hier bleibt die Entwicklung der Bioabfallsammlung abzuwarten. Mit dem Bau der Anlage wurde im November 2017 begonnen. Die Inbetriebnahme ist im 1. Halbjahr 2019 vorgesehen. Wie die Kompostierungsanlage soll auch die Verg ä- rungsanlage von der AVG Kompostierung betrieben werden. Deponie Vereinigte Ville Die Deponie Vereinigte Ville befindet sich im Rhein -Erft-Kreis und wird von der AVG seit 1998 im Auftrag der Stadt Köln erfolgreich betrieben. Unmittelbar angre n- 65 zend befinden sich zwei weitere von Dritten betriebene Deponien. Die Deponie Verei- nigte Ville stellt die Entsorgungssicherheit für mineralische Abfälle als DK II -Deponie für Köln und die Region sicher. Da sich die Deponievolumina landesweit verringern, ist die Schaffung neuen Deponievolumens zur Gewährleistung der Entsorgungssicher- heit angezeigt. Daher beabsichtigen alle drei Deponiebetreiber am Standort, die Dep o- nien zu erhöhen, so neues Deponievolumen zu generieren und eine insgesamt aufe i- nander abgestimmte Oberfläche zu gestalten. Eine entsprechende Realisierung e rfor- dert für die AVG voraussichtlich den Bau einer Zwischenabdichtung zum bisherigen Deponiekörper. Mit der vorgesehenen Erhöhung wird für Köln und die Region , Ent- sorgungssicherheit für mineralische Abfälle, vorzugsweise der Deponieklasse II, für die nächsten 30 bis 40 Jahre geschaffen. Es ist beabsichtigt, im Jahr 2018 das erforderliche Planfeststellungsverfahren einzule i- ten. Die notwendigen Abstimmungsprozesse mit den politischen Gremien sowie im Rahmen der Bürgerbeteiligung werden rechtzeitig vorgenommen. Da die Deponie seit den 70-iger Jahren bis 2005 als Hausmülldeponie genutzt wurde und dort in diesem Zeitraum organische Abfälle abgelagert wurden, entsteht neben Deponiegas auch o r- ganisch belastetes Sickerwasser, das gereinigt wird. Das Deponiegas wird erfasst und in einem BHKW auf der Deponie zur Erzeugung von Strom und Wärme genutzt. Das Sickerwasser wird in einer biologischen und einer adsorptiven Stufe gereinigt. Zur weiteren Optimierung der Reinigung wird die Sickerwasserreinigungsanlage im J ahr 2018 um eine weitere biologische Stufe ergänzt. Phosphor-Recycling Der Deutsche Bundestag hat am 29.06.2017 die „Verordnung über die Neuordnung der Klärschlammverwertung“ verabschiedet. Die Verordnung beendet langfristig die bodenbezogene Verwertung v on Klärschlämmen aus großen Kläranlagen und regelt den Einstieg in ein umfassendes Phosphor -Recycling, damit dieser nicht zu substitui e- rende Nährstoff dem Stoffkreislauf erhalten bleibt. Der Gesetzgeber legt hierzu Fristen von 15 Jahren für die Betreiber v on Kläranlagen mit mehr als 50.000 Einwohnerwe r- ten (EW) bzw. 12 Jahre für Anlagen mit mehr als 100.000 EW fest. Ein Phosphorr e- cycling kann entweder auf der Kläranlage erfolgen oder aus der Asche. Jedoch werden bisher bei der Rückholung aus dem Nassschlamm (auf der Kläranlage) bislang keine hohen Recyclingquoten erreicht. Vor dem Hintergrund, dass Verfahren zur Phosphorrückgewinnung aktuell noch in Forschungsvorhaben entwickelt und erprobt werden, eine großtechnische Umsetzung jedoch allenfalls vereinzelt er folgt ist, kann alternativ zunächst auch eine Langzeitl a- gerung der phosphorhaltigen Asche aus der Klärschlammverbrennung erfolgen. Der überwiegende Anteil der Klärschlämme im Rheinland wird in den Braunkohlevered e- lungswerken der RWE Power AG ortsnah mitver brannt. Durch den Wegfall der b o- denbezogenen Verwertung von Klärschlamm könnten zukünftig entsprechende Ve r- brennungskapazitäten möglicherweise fehlen. Ebenfalls ist unsicher, ob die Klä r- schlammmitverbrennung auch langfristig gesichert ist (Ausstieg aus der Braunkohle- verstromung). Deshalb setzen sich einige Betreiber heute mit Alternativen zur derze i- 66 tigen Klärschlamm mitverbrennung, insbesondere de m Bau eigener Monoklä r- schlammverbrennungsanlagen (MKVA) auseinande r, damit auch mittel - und langfris- tig eine wirtschaftliche und sichere Klärschlammverwertung gewährleistet ist. Zur Realisierung einer Anlage mit ausreichend großen und damit wirtschaftlichen K a- pazitäten haben mehrere Wasserverbände unter Beteiligung der StEB Köln gemeinsam eine Studie zur Erarbeitung eines Konzeptes für eine mittel - und langfristige Klä r- schlammverwertung ihres gesamten Klärschlammes in Auftrag gegeben. Mit dieser Machbarkeitsstudie wurden neben Standorten in Düren und Weisweiler auch Standorte der RheinEnergie AG und der AVG mbH in Köl n untersucht, die grundsätzlich ebe n- falls für eine Monoklärschlammverbrennung geeignet sind. Derzeit erfolgt eine Pr ü- fung der rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen zur Realisierung e i- ner solchen Monoklärschlammverbrennungsanlage. 67 10. Entsorgungssicherheit Der öffentlich -rechtliche Entsorgungsträger ist verpflichtet , eine 10 -jährige Entso r- gungssicherheit für sein Entsorgungsgebiet zu gewährleisten. Anlagentechnisch ist die Stadt Köln gut aufgestellt. Neben der RMVA gibt es verschiedene Sortier- und Aufbe- reitungsanlagen sowie die Kompostierungsanlage mit geplanter vorgeschalteter Verg ä- rungsanlage ab 201 9. Auf Basis der absehbaren Entwicklungen (10.1) werden z u- nächst die Mengen der Hauptabfallströme in Köln prognostiziert (10.2) und dann hin- sichtlich der Entsorgungssicherheit bewertet (10.3). 10.1 Entwicklungen in Köln Bevölkerungsentwicklung Laut verschiedener Prognosen und Berechnungen wird die Kölner Bevölkerung weiter ansteigen1. Danach wird die Zahl der Einwohner bis zum Jahr 2026 um rund 100.000 Personen auf etwa 1,15 Mio. Einwohner anwachsen. Parallel dazu wächst die Zahl der Haushalte um rund 30.000 auf rund 584.000 . In dieser Zeit nimmt die Zahl Single - Haushalte zu und die durchschnittliche Haushaltsgröße ab. Auch die demographische Entwicklung macht nicht vor Köln halt, so dass der Anteil älterer Menschen zunimmt. Neben den Einwohnern nimmt auch die Zahl der Touristen und Pendler in Köln zu. Der Kölner Dom als Weltkulturerb e, steigende Zahlen an Messebesuchern, zune h- mende Veranstaltungen wie Karneval, Kölner Lichter, CSD u. a. locken immer mehr Besucher in die Stadt. Insgesamt bedeuten mehr Menschen auch mehr Abfall. Verhalten und Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger Neben den reinen Daten sind weitere Entwicklungen bereits heute absehbar. Unter anderem hat sich das Freizeitverhalten der Menschen verändert. Der Aufenthalt im Freien, verbunden mit Feiern, Partys und Grillen in Parks und Grünflächen, nimmt deutlich zu. Dies führt insbesondere zu einer Steigerung der Abfälle im öffentlichen Straßenland, von Kehricht sowie von Abfällen aus Straßenpapierkörben. An den Brennpunkten sind größere Entsorgungskapazitäten erforderlich Auch das Konsu m- verhalten verändert sich. Bestellungen per Internet („on demand“) und Lebensmittel to go führen zu einem Anstieg des Verpackungsmaterials. Demgegenüber entsteht in b e- stimmten Gruppen ein stärkeres Umweltbewusstsein („shared economy“). Steigender Konsum korreliert mit der wirtschaftliche n Entwicklung und Kaufkraft. Die zune h- mende Digitalisierung und Nutzung digitaler Med ien führt zu einer Veränderung der Abfallströme, z. B. bei m Altpapier. Die Bürgerinnen und Bürger sind zunehmend a n- spruchsvoller hinsichtlich der Erwartungen an die Leistungserbringung. 1 vgl. u. a. Kleinräumige Bevölkerungsprognose, Kölner Statistische Nachrichten 1/2016 68 Weitere Entwicklungen Neben den hohen Anforderungen der Bürgerinnen und Bürger , haben auch die A b- nehmer (Landwirtschaft, Spanplattenindustrie, Kunststoff -Aufbereiter) sehr hohe E r- wartungen an Qualitäten der Fraktionen. Dies wird beeinflusst von öffentlichen Debat- ten und den r echtlichen Anforderungen. Einflüsse auf die weitere Entwicklung der Abfallmengen haben auch die immer kürzere Nutzungsdauer von elektronischen Ger ä- ten und Kleidung. Übersicht der Einflussfaktoren Eine Übersicht der bewerteten Einflussfaktoren auf die Sammelmenge wird nachfol- gend dargestellt. Allgemeine Einflüsse auf Mengenentwicklung Einfluss Bevölkerungsentwicklung - Wachstum Einwohner (+ 100.000 EW auf 1.150.000 EW bis 2026) - Wachstum Haushalte (+ 75.400 HH auf 626.400 HH bis 2040) - Hohe Zahl Single Haushalte; durchschnittliche Haushaltsgrößen nehmen ab - Demographische Entwicklung: Anteil von älteren Menschen nimmt zu - Zunahme Touristen, Besucher, Wachsende Zahl Bürger mit Migrationshintergrund Kundenverhalten und -erwartungen - Konsum nimmt zu und korreliert mit der wirtschaftlichen Entwicklung und Kaufkraft - Verändertes Freizeitverhalten (Mediteranisierung) - Stärkere Nutzung der digitalen Medien (Digitalisierung) - Stärkeres Umweltbewusstsein in bestimmten Gruppen; "shared economy" - Verändertes Konsumverhalten (Bestellungen übers Internet), Leistungen "on demand" Weitere Entwicklungen - Umgesetzte Maßnahmen zur Abfallvermeidung - Durchschnittliche Nutzungsdauer Produkte nimmt ab, insb. bei Elektronikgeräten, Altkleidern, … - Rechtliche Anforderungen verändern sich zum Teil (Verpackungsgesetz, ggf. Wertstoffgesetz, Düngemittelverordnung, ElektroG, ...) / Tabelle 9: Übersicht der Einflussfaktoren 69 10.2 Stoffstromprognosen und Zielwerte Auf Basis der vorgestellten Entwicklungen wurden nachfolgend die Prognosen bzw. Zielwerte der kommunalen Abfälle bis 2027 dargestellt. Während die Sammelmenge pro Einwohner nach Prognose um 8 kg pro Jahr zurückgeht, kann d ie Recyclingquote von aktuell 58 % auf 59 % gesteigert werden. Abfallart ASN 2017 2027 % Gemischte Siedlungsabfälle Restmüll 200301 249.135 253.500 2% Sperrmüll 200307 44.130 44.900 2% Schadstoffe diverse 766 800 4% Infrastrukturabfälle Straßenkehricht 200303 5.525 5.900 7% Sonstige gemischte Siedlungsabfälle 200301 u.a. 10.219 11.000 8% Abfälle aus der Kanalreinigung 200306 1.370 1.500 9% Schlämme aus der Abwasserreinigung 190805 74.952 81.800 9% Boden und Steine (Mineralik Friedhöfe) 200202 5.247 5.300 1% Biogene Abfälle Bioabfall 200201 39.819 47.700 20% Grünabfälle 200201 9.419 9.400 0% Grünabfälle aus dem Kölner Stadtgebiet 200201 24.743 25.000 1% Getrennt gesammelte Wertstoffe Altpapier 200101 63.396 63.600 0% Altkleider 200111 3.546 4.200 18% E-Schrott diverse 6.529 7.500 15% Altholz 200138 10.350 11.000 6% Metalle 200140 2.378 2.400 1% Wertstofftonne 150106 26.958 28.300 5% Kunststoffe 200139 259 300 16% Glas 150107 17.840 18.300 3% Gesamt in t 596.581 622.400 4% Einwohner 1.084.795 1.150.000 6% Kg pro Einwohner und Jahr 550 541 -2% Tabelle 10: Prognose der Hauptabfallströme 2017 – 2027 in t, gerundet 70 10.3 Bewertung der Entsorgungssicherheit Mit den von der AVG und ihren Tochtergesellschaften betriebenen Anlagen ist die Entsorgungssicherheit für Köln gewährleistet. Die Sortieranlagen für Gewerbeabfälle und Baustellenabfälle verfügen über ausre i- chende Kapazitäten und nehm en die anfallenden Abfälle seit mehr als 20 Jahren auf. Die Kompostierungsanlage ergänzt um die Vergärungsanlage ist mit ihrer Kapaz i- tät in der Lage, auch steigende städtische Bioabfallmengen aufzunehmen. Heute verarbeitete Drittmengen würden dann reduziert. Die Restmüllverbrennungsanlage (RMVA) gewährleistet die Entsorgungssicherheit seit 20 Jahren und ist in der Lage, selbst steigende Abfallmengen aufzunehmen. Die Deponie Vereinigte Ville verfügt aktuell noch über ausreichendes Deponiev o- lumen, um die Entsorgungssicherheit für die Stadt Köln darzustellen. Angesichts der aber auch regionalen Funktion der Deponie, die auch für ihren wirtschaftlichen Betrieb erforderlich ist, ist eine weitere Entwicklung der Deponie möglichst zei t- nah angezeigt. 71 11. Resümee und Ausblick Das vorliegende AWK hat gezeigt, dass sich die kommunale Abfallwirtschaft in Köln bereits über die letzten Jahre umfassend weiterentwickelt hat. Diverse Maßnahmen in den Bereichen Abfallvermeidung, Abfallverwertung, Kommunikation und Beratung sowie Infrastruktur haben dazu beigetragen, dass die gesteckten Zielsetzungen größ- tenteils erreicht wurden. Die Wertstoffsammelsysteme wurden ausgebaut, die Verwe r- tungsquote wurde verbessert und in vielen Bereichen wurden die Qualität und der Se r- vice bei den abfallwirtschaftlichen Leistungen für die Bürgerinnen und Bürger ausg e- baut. Auf Basis der veränderten Rahmenbedingungen sowie der weiterhin ambitionierten Zielvorgaben werden in dem vorliegenden Abfallwirtschaftskonzept neue Umset- zungspläne und -überlegungen vorgestellt, die dazu beitra gen, dass die kommunale Abfallwirtschaft in Köln noch nachhaltiger und kundenfreundlicher agiert. Hierbei wurde neben den Möglichkeiten durch Digitalisierung eine verstärkte Partizipation der Kölner Bürgerinnen und Bürger zur dauerhaften Verbesserung der Abfalltrennung, eines sparsamen Umgangs mit Ressourcen hinterlegt. Ferner wurden konkrete Maßnahmen im Bereich Abfallvermeidung, d er Ba u einer Vergärungsanlage mit der Ausweitung der Bioabfallsammlung sowie die Notwendig- keit zur Einrichtung eines dritten Wertstoff-Centers im Kölner Süd-Westen aufgezeigt. Das AWK verdeutlicht, dass eine 10-jährige Entsorgungssicherheit gewährleistet ist. Der aktuelle Stand der Umsetzung wird in regelmäßigen Abständen in Sachstandsb e- richten zum AWK erfasst und bewertet sowie in Abfallwirtschaftsbilanzen dargestellt. Das nächste Abfallwirtschaftskonzept ist für 2023 geplant. -
Beschlussvorlage Rat
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle V/V-6 Vorlagen-Nummer 0529/2018 Freigabedatum 20.08.2018 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Abfallwirtschaftskonzept der Stadt Köln Beschlussorgan Rat Gremium Datum Beschluss: Der Rat der Stadt Köln beschließt das Abfallwirtschaftskonzept der Stadt Köln in der beigefügten Fassung. Ausschuss für Umwelt und Grün 18.09.2018 Rat 27.09.2018 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Begründung Die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger sind gemäß § 21 Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) ver- pflichtet, in regelmäßigen Abständen Abfallwirtschaftskonzepte über die Verwertung und die Beseiti- gung der im ihrem Gebiet anfallenden und ihnen zu überlassenden Abfälle zu erstellen. Das AWK soll über den Stand der Entwicklung der öffentlichen Abfallwirtschaft informieren und zudem als internes Planungsinstrument dienen. Ziel ist es weiterhin Abfälle zu vermeiden und möglichst viele Abfälle zur Verwertung zu erfassen und einer sinnvollen Verwertung zu zuführen. Die konkreten Vermeidungs- und Verwertungsmaßnahmen sind in Kapitel 9 ausführlich dargestellt. Das AWK ist kein statisches Instrument, sondern soll kontinuierlich weiterentwickelt werden. Hierzu erhält der Betriebsausschuss zukünftig einen jährlichen Sachstandsbericht. Der gesetzlich geforderte Nachweis der 10jährigen Entsorgungssicherheit ist durch die Verwertungs- und Entsorgungsanlagen der AVG gewährleistet.
Beratungsverlauf
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20.11.2018
Ausschuss Klima, Umwelt und Grün
TOP 4.1, Vorberatung (Fachausschuss). Ergebnis: ungeändert empfohlen
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