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0529/2018

Abfallwirtschaftskonzept der Stadt Köln

Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss 20.08.2018

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Anlage AWK_2018

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Beschlussvorlage Rat

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Anlage AWK_2018

145209 Zeichen

1 
 
 
 
 
Abfallwirtschaftskonzept  
2018 – 2027 der Stadt Köln 
 
 
 
 
Herausgeber: Stadt Köln – Die Oberbürgermeisterin 
gemäß Ratsbeschluss vom xx.xx.2018

2 
 
 
Vorwort  
 
Liebe Kölnerinnen und liebe Kölner, 
 
vor fast genau 30 Jahren w urde in Köln das erste Abfallwirtschaftskonzept vom Rat 
der Stadt Köln verabschiedet. Damals wurden die Weichen in Richtung Kreislaufwir t-
schaft gestellt. Seitdem hat sich die Abfall- und Entsorgungswirtschaft mehr und mehr 
zu einer Kreislaufwirtschaft entwickelt. 
Mit dem drohenden Deponierungsverbot für Hausmüll ab dem Jahr 2005 wurden in 
Köln neue Abfallbehandlungs - und Verwertungs anlagen ge baut. Heute  verfügt Köln 
über eine der modernsten Restmüllverwertungs anlagen sowie über weitere Anlagen 
zur Aufbereitung von Abfällen . Die gesetzlichen Vorgaben haben sich über die Jahre 
deutlich verändert . A us dem Abfallgesetz wurde das Kreislaufwirtschaftsgesetz mit 
einer neuen fünfstufigen Abfallhierarchie, bei der die Abfallvermeidung und die Vo r-
bereitung zur Wiederverwendung noch vor dem Recycling stehen.  
Köln hat über  die letzten Jahre sowohl zum Ausbau der Abfallvermeidung sowie der 
Abfalltrennung und -verwertung einen großen Beitrag geleistet. Unter andere m i m 
Rahmen der Kampagne „Aktiv für Köln“ wurde eine Vielzahl von Aktionen und Maß-
nahmen umgesetzt, bei denen die Bürgerinnen und Bürger eingeladen und aufgefordert 
wurden, sich aktiv am Umweltschutz der Stadt zu beteiligen. Beispiele für Maßna h-
men im Bereich Abfallvermeidung sind die AWB Tauschbörse, Informationen zum 
Umgang mit Lebensmittelabfällen oder die Aktionen im Rahmen der jährlich stattfi n-
denden Europäischen Woche der Abfallvermeidung.  
Auch bei der Abfalltrennung wurden die Angebote an die Bürger verbessert. So wurde 
die Gelbe Tonne zur Wertstofftonne aufgewertet, der Anschluss an die Biotonne stark 
ausgebaut und weitere Sammelmöglichkeiten für Elektrokleingeräte geschaffen. Wic h-
tig ist hierbei auch, dass die Kölnerinnen und Kölner zu den Themen Abfallverme i-
dung und Recycling sensibilisiert und informiert werden. Dies leisten  unter anderem  
geschulte Fachkräfte der AWB und der AVG Köln im Dialog mit Schul- und Kinder-
gartengruppen, Vereinen und interessierten Kölner Bürgerinnen und Bürgern.  
Wir ruhen uns jedoch nicht auf dem Erreichten aus, sondern gehen den eingeschlage-
nen Weg weiter . Hierbei ist Nachhaltigkeit der Maßstab. Die kommunale Abfallwir t-
schaft strebt somit gleichzeitig sowohl ökologische, soziale als auch ökonomische 
Zielsetzungen an.  
Konkret bedeutet dies insbesondere, dass Köln anstrebt, über bürgernahe- und service-
orientierte Dienstleistungen deutlich mehr Abfälle zu vermeiden bzw. umweltgerecht 
zu verwerten und hierbei die Grundsätze der  Gebührenstabilität und Wirtschaftlichkeit 
einzuhalten. Um eine nachhaltige Verbesserung zu erreichen, wird  ferner Wert auf 
eine verstärkte Partizipation der Kölner Bürgerinnen und Bürger zur dauerhaften Ve r-
besserung der Abfalltrennung, eines sparsamen Umgangs mit Ressourcen und eine 
Verbesserung der Stadtsauberkeit hinterlegt. Hierbei werden relevante Initiativen u n-

3 
 
 
terstützt und Möglichkeiten der Digitalisierung genutzt.  Ein wichtiger Baustein ist bei-
spielsweise der weitere Ausbau der Bioabfallsammlung in Köln. Neben der weiteren 
Verdichtung der Sammlung wird zukünftig auch weiter an der Verwertung der Bioa b-
fallmengen gearbeitet. Aus Bioabfall lässt sich nicht nur ein guter Kompost herstellen, 
er ist auch ein guter Energielieferant. Deshalb wird auch der Bioabfall ab 2019 vor der 
Kompostierung in einer neuen Vergärungsanlage zusätzlich energetisch verwertet.  
Das vorliegende Abfallwirtschaftskonzept zeigt, da ss wir auf einem guten Weg sind , 
die ambitionierten Ziele zu erreichen und auch die zukünftigen Herausforderungen, die 
an die Kölner A bfallwirtschaft gestellt werden, zu meistern.  Gemeinsam mit Ihnen 
möchten wir diesen Weg weiter gehen. 
 
 
Ihr Dr. Harald Rau 
Beigeordneter Soziales, Integration und Umwelt

4 
 
 
Inhaltsverzeichnis 
 
1. Einführung ..................................................................................................... 6 
2. Rechtliche Rahmenbedingungen ................................................................. 7 
2.1 Europäisches Recht ................................................................................ 7 
2.2 Bundesrecht ........................................................................................... 7 
2.3 Abfallrecht von Nordrhein-Westfalen ................................................... 9 
2.4 Kölner Abfallrecht ............................................................................... 10 
3. Das Kölner Entsorgungsgebiet .................................................................. 12 
3.1 Geographische Lage ............................................................................ 12 
3.2 Einwohner- und Bebauungsstruktur .................................................... 12 
3.3 Gewerbestruktur .................................................................................. 13 
4. Organisationsstruktur der Abfallwirtschaft in Köln .............................. 14 
4.1 Stadt Köln als öffentlich rechtlicher Entsorgungsträger ..................... 14 
4.2 AWB Köln als abfallwirtschaftlicher Dienstleister ............................. 14 
4.3 AVG Köln als Anlagenbetreiber ......................................................... 15 
5. Die Entsorgungsinfrastruktur ................................................................... 17 
5.1 Entsorgungs- und Verwertungsanlagen ............................................... 17 
5.2 Entsorgungsleistungen im Holsystem ................................................. 24 
5.3 Entsorgungsleistungen im Bringsystem .............................................. 27 
5.4 Beratung und Kommunikation ............................................................ 29 
5.5 Die Kölner Infrastruktur für Siedlungsabfälle im Überblick .............. 34 
6. Ziele der kommunalen Abfallwirtschaft in Köln ..................................... 36 
6.1 Ökologie .............................................................................................. 36 
6.2 Soziales ................................................................................................ 37 
6.3 Ökonomie ............................................................................................ 38 
7. Mengenentwicklung und Zusammensetzung der Stoffströme ............... 39 
7.1 Entwicklung der Abfallströme ............................................................ 39

5 
 
 
7.2 Hausmüllanalyse .................................................................................. 40 
7.3 Gemischte Siedlungsabfälle ................................................................ 41 
7.4 Infrastrukturabfälle .............................................................................. 42 
7.5 Biogene Abfälle ................................................................................... 43 
7.6 Getrennt erfasste Wertstoffe ................................................................ 44 
7.7 Gesamtübersicht der Sammelmengen ................................................. 46 
8. Umgesetzte Maßnahmen seit 2012 ............................................................ 48 
8.1 Abfallvermeidung ................................................................................ 48 
8.2 Abfalltrennung und -verwertung ......................................................... 50 
8.3 Beratung und Kommunikation ............................................................ 52 
8.4 Infrastruktur ......................................................................................... 54 
9. Förderung der Abfallvermeidung und Verwertung ................................ 57 
9.1 Abfallvermeidung ................................................................................ 57 
9.2 Abfalltrennung und -verwertung ......................................................... 59 
9.3 Beratung und Kommunikation ............................................................ 61 
9.4 Infrastruktur ......................................................................................... 62 
10. Entsorgungssicherheit ................................................................................ 67 
10.1 Entwicklungen in Köln ........................................................................ 67 
10.2 Stoffstromprognosen und Zielwerte .................................................... 69 
10.3 Bewertung der Entsorgungssicherheit ................................................. 70 
11. Resümee und Ausblick................................................................................ 71

6 
 
 
1. Einführung 
 
Die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger (örE) sind gemäß § 21 Kreislaufwirt-
schaftsgesetz (KrWG) verpflichtet, in regelmäßigen Abständen Abfallwirtschaftskon-
zepte (AWK) über die Verwertung und die Beseitigung der in ihre m Gebiet anfalle n-
den und ihnen zu überlassenden Abfälle zu erstellen. Das AWK soll über den Stand 
der Entwicklung der öffentlichen Abfallwirtschaft informieren und zudem als internes 
Planungsinstrument dienen.  
Die (Mindest-) Anforderungen an die kommunalen AWK sind in Nordrhein-Westfalen 
(NRW) in § 5a des Landesabfallgesetzes (LAbfG) festgeschri eben. In Köln wurde be-
reits 1988 das erste Abfallwirtschaftskonzept veröffentlicht. Das nun aktuell vorli e-
gende Abfallwirtschaftskonzept der Stadt Köln folgt auf das AWK  gemäß Ratsbe-
schluss vom 15.05.2012 und ist somit der fünfte offizielle Bericht zum Stand der En t-
sorgungswirtschaft in Köln. Über Veränderungen seit 2012 wurde im Rahmen von drei 
Statusberichten informiert. Zur Erstellung des AWK bedient sich die Stadt Köln der 
Abfallwirtschaftsbetriebe Köln (AWB) sowie der Abfallentsorgungs- und Verwe r-
tungsgesellschaft Köln (AVG).  
In dem aktuellen AWK werden zunächst die rechtlichen Rahmenbedingungen für die 
Siedlungsabfallwirtschaft in Köln beschrieben (Kapitel 2). Es wird nachfolgend  das 
Entsorgungsgebiet (Kapitel 3), die Organisation der Siedlungsabfallentsorgung  (Kapi-
tel 4) sowie der Status quo der Kölner Entsorgungsinfrastruktur (Kapitel 5) dargestellt. 
In Kapitel 6  werden die Ziele der kommunalen Abfallwirtschaft erläutert. Im A n-
schluss daran werden Mengenentwicklung und Zusammensetzung der in dem Entso r-
gungsgebiet anfallenden und dem kommunalen Entsorgungsträger zu überlassenen 
Abfällen aufgezeigt (Kapitel 7). Dara ufhin werden die seit dem letzten Abfallwir t-
schaftskonzept 2012 unternommenen (Kapitel 8)  sowie anschließend die  geplanten 
Maßnahmen zur Abfallvermeidung und Ab fallverwertung der überlassungspflichtigen 
Abfälle (Kapitel 9) vorgestellt. Auf Basis der vorliegenden Daten, Vorgaben und Ziele 
werden die zukünftigen Kölner Abfallmengen prognostiziert und die zehnjährige Ent-
sorgungssicherheit für die Abfälle im Kölner Entsorgungsgebiet nachgewiesen (Kapi-
tel 10). Abschließend wird ein Resümee gezogen und ein Ausbl ick gegeben (Kapitel 
11).

7 
 
 
2. Rechtliche Rahmenbedingungen  
 
Die rechtlichen Rahmenbedingungen bilden die Grundlage für die Entwicklung der 
Siedlungsabfallwirtschaft in Köln. Im Folgenden wird die europäische, bundesdeu t-
sche, nordrhein-westfälische sowie kommunale Rechtssituation vorgestellt.  
 
2.1 Europäisches Recht 
Um innerhalb der Europäischen Gemeinschaft eine möglichst einheitliche Gesetzg e-
bung bzw. Entsorgungsstandards zu gewährleisten, werden vo m europäischen Parl a-
ment entsprechende Abfallrahmenrichtlinien erlassen, die von den Mitgliedsstaaten in 
nationales Recht umgesetzt werden müssen. 
Besondere Bedeutung hat in diesem Zusammenhang die aktuelle Abfallrahmenrichtl i-
nie (AbfRRL) vom 12. Dezember 2014, in der die Europäische Union höhere Anforde-
rungen an die Mitgliedsländer in Bezug auf den Ausbau der Mülltrennung und des A b-
fallrecyclings stellt. Unter anderem wurde über die A bfRRL eine neue Abfallhiera r-
chie verankert, in der die (1) Vermeidung, (2) die Wiederverwendung u nd (3) das 
stoffliche Recycling von Abfällen als höherwertig definiert werden, als deren (4) ene r-
getische Verwertung und Verfüllung oder (5) Beseitigung. Die Anforderungen der E u-
ropäischen Union gehen jedoch darüber hinaus. Das Ziel ist es, zu einer echten  Kreis-
laufwirtschaft im Sinne von Circular Economy (zu Deutsch Kreislaufwirtschaft) zu 
kommen. Hierbei wird der  gesamte Produktionszyklus einer Ware in den Fo kus ge-
nommen mit dem  Ziel einen sparsamen  und umweltfreun dlichen Umgang  mit Re s-
sourcen auf allen Wertschöpfungsstufen zu erreichen. In der Kreislaufwirtschaft wird 
angestrebt, Kapital immer wieder zu nutzen und zu erneuern – unabhängig davon, ob 
es sich um finanzielle, menschliche, soziale oder natürliche Ressourcen handelt. Dies 
soll zu einem effizie nten Strom von Waren und Dienstleistungen  führen. Die Idee der 
Circular Economy geht somit weit über die bloße Ressourcenschonung und das Recyc-
ling hinaus.  
 
2.2 Bundesrecht 
Die Abfallentsorgung wurde erstmals 1972 vom Bund gesetzlich geregelt. Das dam a-
lige Ab fallbeseitigungsgesetz wurde 1986 durch das Abfallgesetz abgelöst, welches 
zum Kernziel die (schadlose) Beseitigung von Abfällen hatte. Seit dieser Zeit entw i-
ckelt sich die Abfallwirtschaft in Deutschland konsequent hin zu einer Kreislauf - und 
Ressourcenwirtschaft. Wichtige Etappen in dieser Entwicklung waren u. a. die Einfü h-
rung einer „Produktverantwortung von Hersteller und Vertreiber“ 1991 (Verpackung s-
verordnung – VerpackV), das Verbot der Ablagerung unbehandelter Siedlungsabfälle 
1993 (Technische Anleitung Siedlungsabfall – TASi), die Novellierung des Kreislau f-
wirtschaftsgesetzes 2012 (KrWG) sowie weiterer Verordnungen und Gesetze für ei n-
zelne Stoffströme (z. B. Altölverordnung, Altautoverordnung, Altholzverordnung, Bat-
teriegesetz, Elektroaltgerätegesetz , etc.) . Die Schonung von natürlichen Ressourcen

8 
 
 
und die umweltverträgliche Beseitigung von Abfällen  werden damit gesichert.  Nach 
dem KrWG ist neben der fünfstufigen Abfallhierarchie (siehe Abbildung 1) auch vor-
gegeben, dass alle im haushaltsnahen Bereich anfallenden Wertstoffe, wie Altpapier, 
Metall, Glas, Kunststoffe und Bioabfälle, separat gesammelt werden. Weiterhin soll 
eine bundesweit e Recyclingquote von 65 % für Siedlungsabfälle bis 2020 erreicht 
werden.  
 
 
Abbildung 1: Die fünfstufige Abfallhierarchie 
 
Im Jahr 20 17 wurde das Verpackungsgesetz verabschiedet und löst damit die Verp a-
ckungsverordnung ab. Hauptziel des Gesetzes ist es, wesentlich mehr Verpackungsab-
fälle aus privaten Haushalten zu recyceln. Die Hersteller werden außerdem stärker da-
zu angehalten, ökologisch vorteilhafte und recyclingfähige Verpackungen zu verwe n-
den. Die Einzelhändler stehen nach dem Gesetz u. a. in der Pflicht, am Regal zu kenn-
zeichnen, wo Mehrweg - oder Einweggetränke stehen. Für die dualen Systeme gelten 
ab 2019 bzw. 2021 höhere Recyclingquoten (siehe Tabelle 1). 
 
Verpackungen aus Recyclingquote ab 
01.01.2019 
Recyclingquote ab 
01.01.2021 
Glas, Aluminium und FE-Metallen 80 Masseprozent 90 Masseprozent 
Papier, Pappe, Kartonagen  85 Masseprozent 90 Masseprozent 
Getränkekartonverpackungen 75 Masseprozent 80 Masseprozent 
anderen Verbunden 55 Masseprozent 70 Masseprozent 
Kunststoffen 58,5 Masseprozent 63 Masseprozent 
Tabelle 1: Neue Recyclingquoten für Verpackungen

9 
 
 
Weiterhin ist im Jahr 20 17 die novellierte Gewerbeabfall verordnung (GewAbfV) in 
Kraft getreten. Damit gilt auch für Gewerbebetriebe eine strikte Abfalltrennung und 
die fünfstufige Abfallhierarchie. Für gewerbliche Abfallerzeuger sind neben der Ve r-
pflichtung zur Getrenntsammlung auch bestimmte Dokumentationspflichten einzuha l-
ten. Ziel des Gesetzgebers ist es , auch im Gewerbebereich  die stoffliche Verwertung 
im Sinne der Abfallhierarchie zu fördern . Dazu müssen alle Abfallerzeuger ihre anfa l-
lenden gewerblichen Siedlungsabfälle (Papier, Pappe, Karton, Glas, Kunststoffe, M e-
talle, Holz, Textilien und Bioabfälle) sowie bestimmte Bau- und Abbruchabfälle g e-
trennt sammeln und befördern. Nicht getrennt gehaltene Abfälle müssen einer Vorb e-
handlungs- oder Aufbereitungsanlage zugeführt werden. Dies ist entsprechend zu d o-
kumentieren und auf Verlangen der zuständigen Behörde vorzulegen. 
Verwertungsseitig hat auch die angepasste Düngeverordnung einen erheblichen Ei n-
fluss auf die Entsorgung von Bioabfällen , da diese die Einbringung von Nitrat in den 
Boden neu regelt. Dies dient in erster Linie dem Schutz des Grundwassers vor zu h o-
hen Nitrat-Belastungen. Somit erhöht das  neue Düngerecht die Anforderungen an die  
Aufbringung v on Komposten auf landwirtschaftl ichen Flächen. Die novellierte Dü n-
gemittelverordnung verschärft auch die Anforderungen der Komposte hinsichtlich der 
Fremdstoffgehalte. 
 
2.3 Abfallrecht von Nordrhein-Westfalen 
Im Zentrum des aktuellen Abfallwirtschaftsplans  NRW (2015) steht die Umsetzung 
einer regionalen Entsor gungsautarkie. Das bedeutet, dass Siedlungsabfälle, die in 
Nordrhein-Westfalen anfallen, im Land selbst (Grundsatz der Autarkie) und möglichst 
in der Nähe ihres Entstehungsortes zu entsorgen sind. Abfalltransporte über weite En t-
fernungen sollen auf diese W eise vermieden und Abfälle sollen möglichst ortsnah en t-
sorgt werden. Mit dem Abfallwirtschaftsplan werden die Abf allströme der öffentlich-
rechtlichen Entsorgungsträger in NRW neu festgelegt.  Es erfolgt eine Zuordnung in 
drei Entsorgungsregionen bei der Res tmüllverbrennung. Köln wird der Region I zug e-
ordnet zusammen mit den kreisfreien Städten Düsseldorf, Krefeld, Leverkusen und 
Mönchengladbach und den Kreisen Euskirchen, Heinsberg, Kleve, Viersen und Wesel, 
dem Rhein-Kreis Neuss, de m Rhein-Erft-Kreis sowie das Gebiet des Bergischen A b-
fallverbandes, der Rheinischen Entsorgungskooperation (Stadt Bonn, Rhein -Sieg-
Kreis) und dem Zweckverband Entsorgungsregion West (Stadt Aachen, Städte Region 
Aachen, Kreis Düren). 
Weiterhin enthält der Abfallwirtschaftsplan anspruchsvolle Vorgaben zur Abfallve r-
meidung und Wiederverwendung sowie zum Recycling. Mit dem Abfallwirtschaft s-
plan sollen deutliche Impulse für eine noch stärkere Nutzung von Siedlungsabfällen 
als Rohstoffquelle gegeben werden. In NRW fallen in den priva ten Haushalten rund 
acht Millionen Tonnen Abfälle im Jahr an. Mehr als die Hälfte  hiervon sind Bio- und 
Grün-, Papier-, Kunststoff - und Glasabfälle. Relevante Potenziale zur Steigerung der 
Recyclingquote bestehen vor allem im Bereich der Bio - und Grünabfälle. Bei der Bio-
abfallverwertung soll vor allem das energetische Potenzial der Bioabfälle in Form von 
Biogas intensiver genutzt werden.

10 
 
 
 
Abbildung 2: Entsorgungsregionen NRW aus dem AWP NRW, Teilplan Siedlungsabfälle (2015) 
 
Auch die aktuelle Landesregierung NRW, die seit 2017 im Amt ist, hat in ihrem Koali-
tionspapier festgelegt , den effizienten Umgang mit Ressourcen weiter auszubauen. 
Auf diesem Weg gilt, es zukünftig Abfälle zu vermeiden und dort, wo dies nicht mö g-
lich ist, erfolgreich stofflich zu verwerten. Gemeinsam mit der nordrhein -
westfälischen Umwelt- und Kreislaufwirtschaft sollen Anreize entwickelt werden, die 
bereits beim Produktdesign den Kreislaufgedanken einbinden. Des Weiteren möchte 
sie die immer stärkere Nutzu ng von Abfall als Rohstoffressource weiterhin unterstü t-
zen und zugleich die Gebührenbelastung für die Entsorgung begrenzen. Vor diesem 
Hintergrund soll das Landesabfallgesetz überarbeitet und die Zielsetzungen sollen z u-
kunftsgerecht ausgerichtet werden. Insbesondere die Dreiteilung des Landes in Entso r-
gungsregionen soll unter ordnungspolitischen Gesichtspunkten einer kritischen Pr ü-
fung unterzogen werden. Dabei soll eine eins zu eins -Umsetzung von bundes- und eu-
roparechtlichen Vorgaben der Maßstab sein.  
 
2.4 Kölner Abfallrecht 
Entsprechend §  9 des Landesabfallgesetzes NRW regeln die öffentlich -rechtlichen 
Entsorgungsträger die Abfallentsorgung durch Satzung. In der kommunalen Abfallsa t-
zung werden verschiedene Regelungen zur Abfallentsorgung festgelegt. U.  a. wird der 
Anschluss- und Benutzungszwang an die öffentliche Abfallentsorgung geregelt, die

11 
 
 
Trennpflichten für Wertstoffe, das Entsorgungsangebot und die Leerungsintervalle 
werden beschrieben und insbesondere werden die Gebühren für die erbrachten Lei s-
tungen dargestellt. Köln hat eine Abfallsatzung sowie eine Straßenreinigungssatzung 
mit den entsprechenden Gebührensatzungen. Die Satzungen werden jährlich übera r-
beitet und vom Rat der Stadt Köln verabschiedet.

12 
 
 
3. Das Kölner Entsorgungsgebiet 
 
3.1 Geographische Lage  
Die kreisfreie Stadt Köln liegt süd -westlich in Nordrhein-Westfalen im Regierungsbe-
zirk Köln. Mit 1.084.795 Einwohnern (Stand 31.12.2017) ist Köln die größte Stadt des 
Bundeslandes sowie hinter Berlin, Hamburg und München die viertgrößte Stadt 
Deutschlands. Das Stadtgebiet verfügt über eine Fläche von 405,2 km ² (28 km in nord-
südlicher und 27  km in west -östlicher Richtung). Die durchschnittliche Einwohne r-
dichte beträgt rund 2.500 Einwohner pro Quadratkilometer. Köln ist in neun Stadtb e-
zirke unterteilt, die insgesamt über 86 Stadtteile verfügen. 
 
3.2 Einwohner- und Bebauungsstruktur  
In den Stadtbezirken wohnen – mit Ausnahme von Chorweiler – jeweils über 100.000 
Menschen. 
 
 
Abbildung 3: Die Gliederung des Kölner Stadtgebietes, Stand 31.12.2017

13 
 
 
Das Kölner Stadtgebiet besteht aus unterschiedlichen Bebauungs- und Bevölkerungs-
strukturen. Laut dem Amt für Stadtentwicklung und Statistik gibt es rund 137.511  
Wohngebäude in Köln, davon sind 81 .878 Ein- und Zweifamilienhäuser. Die Zah l der 
Haushalte beträgt rund 561.071 . Somit leben durchschnittlich 1, 88 Personen in einem 
Haushalt; rund die Hälfte der Haushalte ( über 282.000) sind Single -Haushalte. Köln 
zieht zudem jährlich zahlreiche Besucher an. Im Jahr 20 17 gab es rund 3, 6 Millionen 
Gäste mit 6,2 Millionen Übernachtungen in der Stadt. Dies sind durchschnittlich rund 
10.000 Gäste pro Tag.  
 
3.3 Gewerbestruktur 
Die Wirtschaft in Köln ist stark von Dienstleistungen geprägt. Rund 8 7 % (2017) der 
in Köln arbeitenden, sozialversicherungspflichtig Beschäftigen, sind in diesem Sektor 
angestellt. Vor allem Gesundheitseinrichtungen, Handel, Banken und Versicherungen, 
Medieneinrichtungen, IT -Unternehmen sowie Forschung und Entwicklung sind in 
Köln präsent. Die hier angesiede lten anspruchsvollen Arbeitsplätze erzielen eine hohe 
Wertschöpfung, die überwiegend von qualifizierten Beschäftigten erbracht wird. Der 
Produktionssektor, in dem rund 80.500  Sozialversicherungspflichtige (201 7) beschäf-
tigt sind, ist stark geprägt von der Nahrungsmittel-, der Automobil- sowie der Chemie-
branche.

14 
 
 
4. Organisationsstruktur der Abfallwirtschaft in Köln  
 
4.1 Stadt Köln als öffentlich rechtlicher Entsorgungsträger 
Die Abfallentsorgung der Stadt Köln als öffentliche Einrichtung erfolgt auf der Grun d-
lage der Kölner Abfallsatzung und weiterer gesetzlicher Maßgaben (KrWG,  LAbfG u. 
a.). Als öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger (örE) ist die Stadt (neben der Straße n-
reinigung) grundsätzlich für die Abfallentsorgung in Köln zuständig. Dies umfasst die 
folgenden Aufgaben, die in der Abfallsatzung hinterlegt sind:  
 Bereitstellen, Überlassen, Sammeln, Einsammeln, Befördern, Behandeln, Lagern 
von Abfällen und Ablagern von Abfällen zur Beseitigung  und Verwertung (aus 
privaten Haushalten) 
 Beratung über Möglichke iten der Vermeidung, Verwertung und Beseitigung von 
Abfällen (Abfallberatung) 
 Aufstellen, Unterhaltung und Entleerung von Straßenpapierkörben und Entsorgung 
der Inhalte 
 Einsammlung und Entsorgung von verbotswidrigen Abfallablagerungen von den 
der Allgemeinheit zugänglichen Grundstücken im Gemeindegebiet 
 Aufstellen, Unterhaltung, Entleerung von Altkleiderbehältern und Verwertung der 
Inhalte 
 
Alle Abfälle aus privaten Haushaltungen unterliegen der Überlassungspflicht gege n-
über dem örE und werden durch den Ans chluss- und Benutzungszwang der Abfallsa t-
zung (§ 5) über die von der Stadt Köln zur Verfügung gestellten Sammelbehältnisse 
und Entsorgungsstrukturen erfasst und entsorgt. Soweit die Stadt Köln Dritten oder 
privaten Entsorgungsträgern Pflichten zur Verwertung und Beseitigung übertragen hat, 
besteht keine Überlassungspflicht gegenüber der Stadt Köln. Ist jedoch nur das Sa m-
meln, Einsammeln und Befördern von Abfällen durch die Stadt Köln ausgeschlossen, 
sind die Abfälle zu einer von der Stadt Köln zur Verfügung  gestellten Abfallentso r-
gungsanlage zu befördern. Eine detaillierte Auflistung („Positivliste“) der der Stadt zu 
überlassender Abfälle mit vollständigen Bezeichnungen und Abfallschlüsselnummern, 
ist in der Anlage 1 der Kölner Abfallsatzung aufgeführt. 
Von der Abfallentsorgung durch die Stadt Köln ausgeschlossen sind Abfälle, für die 
durch eine Rechtsverordnung die Rücknahme - oder Rückgabepflicht an den örE au f-
gehoben wurde sowie durch die Stadt genehmigte gemeinnützige bzw. gewerbliche 
Sammlungen.  
 
4.2 AWB Köln als abfallwirtschaftlicher Dienstleister 
Der örE hat das Recht, Dritte mit der Erfüllung seiner Pflichten zu beauftragen. Mit 
einem Teil der Aufgaben, insbesondere mit der Durchführung der abfallwirtschaftl i-
chen Logistikaufgaben und weiterer Dienstleistu ngen, wurde die Abfallwirtschaftsb e-

15 
 
 
triebe Köln GmbH (AWB) beauftragt. Die Gesellschaft wurde im Jahr 2001 gegründet 
und gehört zum Kölner Stadtwerkekonzern. Der schwerpunktmäßige Aufgabenbereich 
sind satzungsgemäße Entsorgungs - und Reinigungsleistungen. Hi erzu zählen die B e-
reitstellung der Abfallinfrastruktur (z. B. Restmüll- und Wertstoffbehälter), die Samm-
lung und der Transport der zu überlassen den Abfälle sowie die Säuberung und der 
Winterdienst von Straßen, Gehwegen, Plätzen, Brücken, Tunneln, Unterführ ungen und 
Grünflächen. Darüber hinaus werden privatwirtschaftlich durch die AWB abfallwir t-
schaftliche Dienstleistungen für unterschiedliche Kundengruppen erbracht. Die AWB 
unterhält drei Betriebshöfe. 
 
 
Abbildung 4: Betriebshof Maarweg (Hauptverwaltung, Stadtreinigung, Abfallwirtschaft, Werkstatt 
sowie Müllumladestation mit Anbindung an das Schienennetz) 
 
4.3 AVG Köln als Anlagenbetreiber 
Die AVG Abfallentsorgungs - und Verwertungsgesellschaft Köln mbH (AVG)  wurde 
1992 durch den Rat der Stadt Köln vor dem Hintergrund der Diskussion um eine m o-
derne, zukunftsgerichtete Abfallwirtschaft in der Dommetropole gegründet. Zur dama-
ligen Zeit stand lediglich die Deponie Vereinigte Ville zur Beseitigung des Kölner A b-
falls zur Verfügung, allerdings mit knapper werdenden Ablagerungsflächen. 
Als mehrheitlich kommunales Unternehmen mit privater Beteiligung hatte die AVG 
zunächst die Aufgabe , die im Abfallwirtschaftskonzept der Stadt Köln vorgesehene 
Infrastruktur von Verwertungs- und Entsorgungsanlagen zu realisieren. Dazu gründete 
die AVG in den Anfangsjahren gemeinsam mit privaten Entsorgungsunternehmen G e-
sellschaften zur Sortierung und Verwertung von Baumisch - und Gewerbeabfällen s o-
wie zur Kompostierung von biogenen Abfällen.

16 
 
 
Die AVG stellt heute mit ihren Tochtergesellschaften die folgenden Entsorgungsanl a-
gen zur Verfügung: 
 Baustellenabfall- und Gewerbeabfallsortieranlagen 
 Sperrmüllaufbereitungs- und Sortieranlagen 
 Altholzverwertungsanlage  
 Kompostierungsanlage  
 Restmüllverbrennungsanlage (RMVA), siehe Abbildung 5 
 Deponie Vereinigte Ville mit Rostasche- und Konditionierungsanlage  
 Annahmestelle für Abfälle aus künstlichen Mineralfasern (KMF) und Asbest  
 
In der Abbildung auf Seite 34 werden die aufgeführten Anlagen in einer Karte darge-
stellt.  
 
 
Abbildung 5: RMVA Köln mit Anbindung an die Schiene

17 
 
 
5. Die Entsorgungsinfrastruktur 
 
5.1 Entsorgungs- und Verwertungsanlagen  
Baustellenabfall- und Gewerbeabfallsortieranlagen 
An den Standorten in Köln -Niehl und Köln-Heumar betreibt die AVG Ressourcen 
GmbH als zentrale Vertriebsgesellschaft der AVG -Gruppe die beiden Gewerbeabfall - 
und Baustellenabfallsortieranlagen. Die beiden als Entsorgungsfachbetrieb zertifizie r-
ten Sortieranlagen haben die Aufgaben: 
 einen möglichst großen Anteil der in Köln anfallenden Baumischabfälle zu erfa s-
sen, aufzubereiten und einer Verwertung zuzuführen ; hierfür werden die angeli e-
ferten Baumischabfälle in inerte und nicht inerte Wertstoffe sowie in Rest stoffe ge-
trennt, 
 einen möglichst großen A nteil der in Köln anfallenden Gewerbeabfälle aus den 
Bereichen Handwerk, Industrie und Handel zu erfassen, aufzubereiten und einer 
Verwertung zu zuführen; n eben der manuellen Sortierung werden auch automat i-
sche Nah-Infrarot (NIR) Sortiergeräte verwendet , um auf diese Weise Gewerbeab-
fälle sortenrein zu trennen und mit einer hohen Verwertungsquote zu entsorgen,  
 Sperrmüll aufzubereiten; aus dem Gemisch werden insbesondere Eisen - und Nicht-
Eisen Metalle sowie Holz aussortiert und verwertet ; die dabei angestrebte Verwer-
tungsquote von etwa 50 % konnte bislang stets übertroffen werden, 
 zu verbrennende Reste der Gewerbeabfälle so aufzubereiten, dass sie in der RMVA 
Köln problemlos energetisch verwertet werden können. 
 
    
Abbildungen 6 und 7: Vorbehandlungsanlage RMVA und Sperrmüllaufbereitungsanlage Köln-Niehl 
 
Die genehmigte Anlagenkapazität am Standort Köln-Niehl beträgt  
 Halle 1 (Sortierung und Vorbehandlung von Gewerbeabfällen): 169.500 t/a 
 Halle 2 (Sperrmüllaufbereitung und Vorbehandlung für RMVA): 170.000 t/a 
Außerdem befinden sich an den Standorten Köln-Niehl und Köln-Heumar Recycling-
höfe an dem privatwirtschaftlich diverse Abfälle angenommen werden . Seit Januar 
2017 ist in Köln-Niehl auch die Annahme von Kleinmengen Asbest möglich.

18 
 
 
 
Abbildungen 8 und 9: Recyclinghof der AVG in Köln-Niehl 
 
Die genehmigte Kapazität am Standort Köln-Heumar beträgt insgesamt bis zu 370.000 
t pro Jahr. In der Sortieranlage werden jährlich ca. 50.000 t/a behandelt. Weitere Me n-
gen werden an diesem Standort konditioniert und umgeschlagen. Darüber hinaus we r-
den Dämmstoffe (KMF) angenommen. Sortierreste der Anlagen werden per Bahn über 
die Müllumladestation (MUS) an die RMVA geliefert.  
 
    
Abbildungen 10 und 11: Baustellenabfall- und Gewerbeabfallsortieranlagen in Köln-Heumar 
 
Altholzverwertungsanlage 
Die AVG Ressourcen betreibt am Standort Köln-Niehl außerdem eine Altholzverwe r-
tungsanlage, in der Altholz sortiert, von Störstoffen befreit und zerkleinert wird. Die 
Kapazität der Anlage beträgt aktuell 80.000 t/a. Die Altholzmengen werden überwi e-
gend stofflich (z. B. Spanplattenindustrie) als a uch energetisch (Biomassekraftwerke)  
verwertet. Zur weiteren Optimierung der Altholzverwertung und zur Modernisierung 
der Anlage wurde ein Genehmigungsantrag zur Erweiterung auf 140.000 t/a gestellt.

19 
 
 
      
Abbildungen 12 und 13: Altholzverwertungsanlage (Standort Köln-Niehl) und Holz-Hackschnitzel 
 
Kompostierungsanlage Köln-Niehl 
Die Kompostierungsanlage Köln-Niehl (KA-Niehl) hat im Oktober 1995 ihren Betrieb 
aufgenommen und wird seither von der AVG  Kompostierung GmbH betrieben. Au f-
gabe der als Entsorgungsfachbetrieb zertifizierten Anlage ist es, aus organischen A b-
fällen vermarktungsfähige Komposte zu erzeugen. Die Anliefermengen stammen aus 
den Bioabfalltonnen der privaten Haushalte (angeliefert dur ch die AWB), Gewerbebe-
trieben (z. B. Garten - und Landschaftsbau) sowie aus Gärten, Parks und Friedhöfen  
vom Grünflächenamt der Stadt Köln. 
 
    
Abbildungen 14 und 15: Anlieferungsbereich und Kompostierung 
 
In der Anlage können je nach Anforderung Komposte unterschiedlicher Qualitäten 
erzeugt werden. Die Kompostierung erfolgt in einem sogenannten Mehrstrangkompo s-
tierungsverfahren, wobei der mikrobiologische Abbauprozess (Rotteprozess) durch 
eine gezielte Luft- und Feuchtigkeitszufuhr zu den Mieten unterstützt wird. Die Abluft 
der vollständig eingehausten Kompostierungsanlage wird über ein Wäschersystem 
sowie zwei Biofilter gereinigt.  Holziges Material wird in der Anlage  durch Zerkleine-
rung zu s ogenanntem Schreddergut für Biomassekraftwerke sowie für Rekultivieru n-
gen aufbereitet. Die genehmigte Kapazität der KA -Niehl beträgt aktuell jährlich 
109.000 t. Bedingt durch die historische Genehmigungsentwicklung ist diese aufgeteilt 
in 62.000 t Komposti erungsleistung, 18.000 t S chredderleistung zur Herstellung von 
Erstschreddergut und 29.000 t wahlweise Kompostierungs- oder Schredderleistung.

20 
 
 
    
Abbildungen 16 und 17: Kompostierungsanlage, Standort Köln-Niehl 
 
Der Kompost wird im Schwerpunkt in der Landwirtschaft und in der Rekultivierung 
eingesetzt. Vermarktet werden durch die AVG Kompostierung neben Komposten und 
Erstschreddergut auch Kompostpflanzerde, Substratkompost und Rindenmulch. Alle 
Produkte sind RAL -gütegesichert und werden kontinuierlich auf ihre Qualität hin 
überwacht. Vor dem Hintergrund des reformierten  Düngemittelrechts im Jahr 20 17 
und um die Vermarktungswege weiter zu optimieren, hat die AVG Kompostierung die 
Kompost-Feinabsiebung optimiert. 
  
Restmüllverbrennungsanlage Köln 
Die als Entsorgungsfachbetrieb zertifizie rte Restmüllverbrennungsanlage  (RMVA) 
wurde Ende 1997 in Betrieb genommen. Unter anderem wird hier seit 1998 der gesam-
te Kölner Hausmüll entsorgt. Dieser wird sowohl über die Straße als auch über die 
Schiene zur RMVA transportiert, wobei die Anlieferung des Hausmülls nur dort per 
LKW erfolgen soll, wo dies aus Gründen der Anlagennähe geboten ist (z. B. im Um-
kreis der RMVA).  
 
  
Abbildungen 17 und 18: Blick auf das AVG-Betriebsgelände in Köln-Niehl mit Schienenanschluss

21 
 
 
Neben dem Kölner Hausmüll werden in der Anlage stofflich nichtverwertbare Reste 
aus der Gewerbe - und Baumischabfallsortierung, Reste aus der Kompostierung sowie 
ergänzende Drittmengen angenommen. Die Anlage überschreitet deutlich die in der 
EU-Abfallrahmenrichtlinie (AbfRR) festgesetzten Energieeffizienzkriterien (R1). 
Die genehmigte jährliche Verbrennungsmenge der RMVA beträgt seit 2007 bis zu 
maximal 780.000 t pro Jahr. Da die thermische Leistung der Anlage begrenzt ist, ist 
die tatsächliche Behandlungska pazität vom Heizwert  abhängig. In den letzten Jahren 
konnte die Auslastung der Anlage kontinuierlich gewährleistet werden.  
Die bei der Verbrennung des Abfalls freigesetzte Energie wird als Strom und  / oder 
Dampf genutzt. In der Kraftwärmekoppelungseinheit  der Anlage wird so viel Energie 
erzeugt, dass nicht nur die Anlagen auf dem AVG -Gelände hiermit versorgt werden 
können. Je nach Betriebszustand werden vielmehr 75 bis 80 % der erzeugten Gesa m-
tenergieproduktion in das öffentliche Energienetz abgegeben. Dies sorgt dafür, dass 
Kraftwerksleistung eingespart wird, Primär -Energieträger wie Kohle, Öl oder Erdgas 
geschont und Kohlendioxydemissionen insgesamt gesenkt werden. Im Jahr 2017 wu r-
de die RMVA um ein e zweite Turbine ergänzt, so dass nun auch dann Strom erzeugt 
werden kann, wenn die Bestandsturbine in Revision genommen werden muss. 
 
  
Abbildungen 19 und 20: Restmüllbunker und Leitwarte der RMVA 
 
Die freigesetzten Abgase werden über eine fünfstufige Abgasreinigung gereinigt, die 
seit ihrer Inbetriebnahme sehr effektiv und hoch wirksam arbeitet. Die Abgaswerte 
bleiben aufgrund der Reinigungsanlage deutlich unter den gesetzlich geforderten 
Grenzwerten der 17. Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV, siehe Tabelle 
2) sowie den deutlich strengeren Auflagen des Genehmigungsbescheides der Bezirk s-
regierung. Auch eine Verschärfung der aktuellen Grenzwerte, die derzeit wieder disku-
tiert wird, wäre für die RMVA Köln unproblematisch.  Die RMVA zählt zu den effiz i-
entesten und umweltfreundlichsten Müllverbrennungsanlagen Deutschlands und auch 
weltweit.

22 
 
 
Emission Grenzwert nach 
17. BImSchV RMVA-Wert Anteil am Grenz-
wert in Prozent 
Kohlenmonoxid 50 mg/m³ 2,1 mg/m³ 4,2 % 
Gesamtkohlenstoff 10 mg/m³ 0,1 mg/m³ 1,0 % 
Chlorwasserstoff 10 mg/m³ 0,4 mg/m³ 4,0 % 
Schwefeldioxid 50 mg/m³ 0,4 mg/m³ 0,8 % 
Stickstoffdioxid 150 mg/m³ 40,4 mg/m³ 26,9 % 
Ammoniak 10 mg/m³ 0,2 mg/m³ 2,0 % 
Staub 5 mg/m³ 0,1 mg/m³ 2,0 % 
Fluorwasserstoff 1 mg/m³ nicht nachweisbar  
Cadmium/Thallium 0,05 mg/m³ nicht nachweisbar  
Quecksilber 0,03 mg/m³ nicht nachweisbar  
Summe Metalle: (Anti-
mon, Arsen, Blei, Chrom, 
Kobalt, Kupfer, Mangan, 
Nickel, Vanadium, Zinn 
u. deren Verbindungen) 
0,5mg/Nm³ < 0,0070 < 1,4 % 
Summe Arsen, Cadmium, 
Kobalt, Chrom, Ben-
zo(a)pyren (Summe) 
0,05 mg/m³ 0,0015 mg/m³ < 3,0 % 
Schwermetalle (Summe) 0,5 mg/m³ < 0,0015 mg/m³ < 0,26 % 
Dioxine/Furane* 0,1 ng/m³ < 0,003 ng/ m³ < 3,0 % 
* Werte in Nanogramm 
Tabelle 2: Emissionswerte der RMVA (01.01.2017 – 31.12.2017) 
 
Deponie Vereinigte Ville 
Zum 01.01.1998 wurde die AVG mit dem Betrieb, der Rekultivierung sowie der 
Durchführung der erforderlichen Investitionsmaßnahmen der seit 1970 für die Entso r-
gung von Abfällen genutzten Deponie Vereinigte Ville (Deponie V.V.) beauftragt. Mit 
der Übernahme der Betriebsführung hat die AVG die kontinuierliche Beschickung der 
Deponie V.V. sicherge stellt. Die Aufgaben der AVG enden mit der Schlussabnahme 
der Rekultivierung des letzten Bauabschnittes durch die zuständige Behörde. Die a n-
schließende Nachsorgephase obliegt der Stadt Köln.

23 
 
 
   
Abbildungen 21 und 22: Luftbild der Deponie  und aktueller Ablagerungsbereich 
Kölner Hausmüll wird seit Inbetriebnahme der RMVA nicht mehr auf der Deponie 
abgelagert. Auch die Ablagerung von anderen organischen Abfällen findet seit dem 
31.05.2005 nicht mehr statt. Stattdessen werden mineralische Abfälle der Deponi e-
klasse II abgelagert. Laut Abfallwirtschaftsplan für den Regierungsbezirk Köln ist die 
Deponie V.V. als sogenannte Langzeitdeponie linksrheinisch vorgesehen.  
Auf der Deponie wird Gas erfasst und einer Verwertung zugeführt. Zur Verstromung 
des Gases hat die AVG 2009 auf der Deponie V.V. ein Blockheizkraftwerk (BHKW) 
mit drei Motoren installiert. Der gewonnene Strom wird in das öffentl iche Netz ei n-
speist und ein Teil der überschüssigen Wärme wird zudem zur Beheizung des B e-
triebshofes genutzt. Die Deponie V.V. verfügt zudem über eine moderne Sickerwa s-
serreinigungsanlage mit einer jährlichen Kapazität von bis zu rund 200.000 m³. Diese 
besteht aus zwei parallel betriebenen biologischen Reinigungseinheiten und einer a d-
sorptiven Stufe. Das so vorgereinigte Sickerwasser wird einem, in der Nähe gelegenen 
Klärwerk zugeleitet und nach nochmaliger Behandlung unter Einhaltung aller Gren z-
werte in einen Vorfluter eingeleitet. Um den sich verändernden Qualitäten des Sicke r-
wassers gerecht zu werden, wird zudem aktuell noch eine Umkehrosmoseanlage ei n-
gesetzt. Diese Anlage wird durch eine weitere biologische Reinigungsstufe ersetzt, mit 
deren Bau Ende 2017 begonnen wurde.  
 
   
Abbildungen 23 und 24: Blockheizkraftwerke und Sickerwasseraufbereitung

24 
 
 
Eng verbunden mit dem Betrieb der Restmüllverbrennungsanlage ist der Betrieb der 
Rostascheaufbereitungs- und Abfallkonditionierungsanlage  (RAKA). Seit dem Jahr 
2010 wird die stationäre Rostascheaufbereitungs- und Konditionierungsanlage auf dem 
Gelände der Deponie V.V. betrieben. Die Anlage, die im Auftrag der AVG durch die 
Mineralstoff-Aufbereitung und -Verwertungs GmbH (MAV) betrieben wird, dient 
auch der dauerhaften Sicherung von Mengenströmen für die Deponie V.V. 
     
Abbildungen 25, 26 und 27: Rostascheaufbereitungsanlage und Abfallkonditionierungsanlage  
 
Die aus dem Verbrennungsprozess anfallende Rostasche ist im Straßen - und Wegebau 
einsetzbar. Bevor die Rostasche eingesetzt werden kann, muss sie in der Rostasche -
Aufbereitungsanlage reifen und stabilisiert werden. Vorhandene Metallreste werden 
aussortiert, während n icht verwertbare Rostasche auf der Deponie V.V. abgelagert  
wird.  
 
5.2 Entsorgungsleistungen im Holsystem 
Mit der Durchführung der abfallwirtschaftlichen Log istikaufgaben und weiterer 
Dienstleistungen wurde die Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH ( AWB) beauftragt. 
Im Bereich der Abfall entsorgung werden verschiedene Entsorgungs- und Serviceleis-
tungen angeboten.  
 
Sammlung über Abfallgefäße 
Restmüll, Altpapier, Wertstoffe und Bioabfälle werden in Köln haushaltsnah über A b-
fallgefäße gesammelt . Die Sammlung von Restmüll erfolgt wöchentlich, Papier und 
Wertstoffe werden 2 -wöchentlich gesammelt . B ei Bioabfällen erfolgt die Sammlung 
wöchentlich während der Vegetationsphase von März bis November  und 14-tägig im 
Winter (Dezember bis Februar). Pro Woche leert die AWB mehr als 400.000 Behälter 
in Köln (siehe Tabelle 3).  
 
 Restmüll Bioabfall Altpapier Wertstoffe 
Durchschnittliche  
Leerungszahlen 2017 183.795/ Wo 80.626/ Wo 75.896/ Wo. 71.595/ Wo 
Tabelle 3: Leerungszahlen im Holsystem (Voll- oder Teilservice) pro Woche, gerundet

25 
 
 
Beim Service im Holsystem wird zwischen Voll - und Teilservice unterschieden. Die 
Service-Art ist im Stadtgebiet aus logistischen Gründen vorgegeben. In Teil -Service-
Gebieten kann gegen Aufpreis zum Wahl -Voll-Service gewechselt werden. Aufgrund 
von beengten Platzverhältnissen stehen zum Beispiel im Bereich Innenstadt viele B e-
hälter in Kellern oder Hinterhöfen. Insgesamt gibt es in Köln rund 6.500 Kellerstan d-
plätze, die im Vollservice entsorgt werden. Dies ist eine Besonderheit in Köln und eine 
besondere körperliche Herausforderung für die Müllwerker.  
Je nach Abfallart stehen unterschiedliche Größen zur Verfügung. Das Angebot, be i-
spielsweise für Restmüll reicht von der virtuellen 30 -Liter-Tonne bis hin zum 5 -
Kubikmeter-Umleerbehälter. Insgesamt gibt es für die Entsorgung des Restmülls 14 
unterschiedliche Behältergrößen, um alle Konstellationen und Bedürfnisse abzudecken 
(siehe Tabelle 4). Darüber hinaus gibt es 3 m³ und 5 m³ Umleer- und Unterflurbehälter 
für größe re Wohneinheiten, neue Wohnanlagen  oder gewerbliche Anfallstellen . Auf 
Wunsch werden die Behälter durch die AWB kostenpflichtig gereinigt. 
 
Volumen Restmüll  
gebührenpflichtig 
Papier 
kostenfrei 
Wertstoffe 
kostenfrei 
Bioabfall 
kostenfrei 
30 l*     
60 l     
70 l  **    
80 l  **  ** 
110 l  **    
120 l   **  
180 l     
240 l     
500 l     
660 l     
770 l     
1.100 l     
3.000 l     
5.000 l     
3.000 l UFB***     
5.000 l UFB***     
* 30 l = 60 l Tonne, zur Hälfte befüllba r für Einpersonenhaushalte,  ** maximal es Volumen  für Kelle r-
standorte, *** UFB = Unterflurbehälter 
Tabelle 4: Angebotene Behältergrößen in Köln

26 
 
 
Für Restmüll besteht ein Anschluss - und Benutzungszwang, so dass alle Grundstücke 
an die kommunale Restmüllentsorgung angeschlossen werden müssen.  Mit diesem 
kostenpflichtigen Restmüllanschluss erhalten die Bürgerinnen und Bürger zu den z u-
sätzlichen abfallwirtschaftlichen Leistungen, wie der Entsorgung von Bioabfällen und 
Grünschnitt oder Sperrmüll. 
Dem Bedarf entsprechend kann der Kunde unter Einhaltung von Mindestvorgaben der 
Stadt auch die Beh ältergröße der Restmülltonne wählen. Der Mindestbehältermaßstab 
nach § 8 der Abfallsatzung  soll zum einen sicher stellen, dass de n Bürgerinnen und 
Bürgern ein ausreichendes Volumen  zur Verfügung steht, um so f alsch entsorgte A b-
fälle (Fehlwürfe in anderen Systemen, Littering im öffentlichen Straßenland, etc.) zu 
beschränken. Zum anderen soll der Behältermaßstab einen finanziellen Anreiz zur 
Mülltrennung bieten. Die Bemessungsgrundlage , die ein unabhängiges Insti tut regel-
mäßig überprüft, unterscheidet zwischen privaten Haushalten und Gewerbebetrieben. 
Bei privaten Haushaltungen richte n sich Anzahl, Art und Größe der erforderlichen 
Restabfallbehälter nach der Anzahl der Bewohner/ -innen. Je Person und Woche ist 
grundsätzlich ein Behältervolumen von 35 l erforderlich. Um die Anreize zur separ a-
ten Sammlung von Wertstoffen zu erhöhen, kann das Behältervolumen bei gleichzeit i-
ger Nutzung einer Biotonne, einer Altpapier und/ oder einer Wertstofftonne auf 20 l 
pro Person re duziert werden. Bei ausschließlicher Nutzung einer Biotonne (bzw. bei 
Eigenkompostierung) ist ein Mindestvolumen von 30 l ausreichend.  
Bei Gewerbebetrieben richten sich die Mindestbehältervolumen für Restmüll nach e i-
nem differenzierten, branchenspezifischen Maßstab. Die in Tabelle 5 dargestellten 
Normen für Gewerbebetriebe wurden auf Basis der Kölner Gegebenheiten gutachter-
lich ermittelt, erstmalig 2011 in der Satzung aufgenommen und gewährleisten den An-
schluss an die kommunale Entsorgung für Abfälle zur Beseitigung . Diese Verfahrens-
weise stellt nunmehr sicher, dass jedes Grundstück in Köln an die öffentliche A b-
fallentsorgung angeschlossen ist und die Kosten für die Abfallentsorgung gerecht ve r-
teilt werden. 
Gewerbe/ Branche Einheit Mindestvolumen 
pro Einheit  
Beherbergungsbetriebe (z. B. Hotels, Pensionen, Jugend-
herbergen) Bett 3,0 l / Wo. 
Gaststätten (Schank und Speisewirtschaften) Mitarbeiter 30,0 l / Wo 
Industriebetriebe/ Handwerksbetriebe/ Sonstiges Gewerbe Mitarbeiter 8,0 l / Wo 
Krankenhäuser und Pflegeheime Bett 14,5 l / Wo 
Lebensmittelgroß- und Einzelhandel Mitarbeiter 22,5 l / Wo 
Sonstiger Einzel- und Großhandel Mitarbeiter 7,0 l / Wo 
Verwaltungen (z. B. öffentl. und private Verwaltungen, Geld-
institute, Versicherungen, Verbände und sonstige Dienstleis-
tungen, Rechtsanwalts- und Notariatskanzleien, Freiberufler) 
Mitarbeiter 4,5 l / Wo 
Schulen Schüler, Stu-
dent, Kind 1,5 l / Wo 
Tabelle 5: Mindestvolumen für die Restmülltonne im Gewerbe, in Liter pro Woche (l/Wo)

27 
 
 
Unterflursysteme 
Mittlerweile werden Unterflursysteme für Restmüll, Papier oder Wertstoffe  bei vielen 
Neubauprojekten von Mehrfamilienhäusern , im Gewerbe  oder Siedlungen installiert. 
Unterflursysteme sind optisch sehr ansprechend, beanspruchen eine geringe Stellfläche 
im Verhältnis zu Abfallbehälte rn und sind behindertengerecht.  Auch im öffentlichen 
Straßenland sowie in Grünanlagen werden Unterflurbehälter eingesetzt. 
 
    
Abbildungen 28 und 29: Station mit Unterflurbehältern und Leerung Unterflurbehälter 
 
Sammlung nach Terminvergabe 
Auf Wunsch und nach entsprechender Anmeldung werden Sperrmüll, Elektrogroßge-
räte sowie Grünschnitt von der AWB vor dem Grundstück der Bürgerinnen und Bü r-
ger abgeholt. Bei der Sammlung von Elektrogroßgeräten werden hierbei auch Kleing e-
räte mitgenommen. Darü ber hinaus gibt es weitere Service -Angebote wie den Flex -
Service oder den Herausstellservice zur Entsorgung von Sperrmüll und Elektroaltgerä-
ten. Die Anmeldung kann persönlich, telefonisch oder online über die AWB App bzw. 
die AWB Webseite  erfolgen. In der Regel beträgt die Vorlaufzeit max. 14 Tage. An-
ders als in anderen Städten besteht bei dem Abholservice für Sperrmüll und Elektro-
großgeräten keine Begrenzung zur Häufigkeit der Inanspruchnahme.  Einschränkungen 
bestehen lediglich bei der Abholmenge, d ie kostenfrei pro Anfahrt mitgenommen 
wird. Bei Grünschnitt werden zwei kostenfreie Frühjahrs - und Herbstsammlungen a n-
geboten.  
 
5.3 Entsorgungsleistungen im Bringsystem 
Neben den beschriebenen Entsorgungsleistungen im Holsystem, werden weitere Mö g-
lichkeiten zur Sammlung im Bringsystem durch die Stadt Köln angeboten. 
 
Stationäre Sammlungen 
Im Bringsystem stehen den Kölner Bürgern verschiedene Sammel - und Annahmestel-
len für unterschiedliche Abfallarten zur Verfügung. Sperrige Abfälle aus Haushaltu n-

28 
 
 
gen und dem Kleingewerbe können an den zwei Wertstoff -Centern in Köln-Ossendorf 
und Köln-Gremberghoven abgegeben werden. Neben sperrigen Abfällen werden in s-
besondere Elektro - und Elektronik -Altgeräte, Grünschnitt, Metallschrott, Papier und 
Pappe sowie Schadstoffe angenommen.  
 
Abbildungen 30 und 31: Wertstoff-Center in Köln-Gremberghoven und Köln-Ossendorf  
 
Darüber hinaus können auch am Wertstoffhof der Stadt Köln,  dem Umwelt zentrum 
Köln-West, verschiedene Wertstoffe in haushaltsüblichen Mengen, wie beispielsweise 
Kartonagen, Metalle, Elektrokleingeräte sowie Möbel, Kleidung, Haushaltswaren und 
Fahrräder abgegeben werden.  Auch auf den Betriebshöfen der AWB sowie bei den 
meisten Bezirksämtern der Stadt Köln stehen Sammelbehälter, für Energiesparlampen, 
Elektrokleingeräte, Batterien und CD/DVDs bereit. 
 
Mobile Schadstoff-Sammlung 
Für Problemabfälle stehen neben den stationären Sammelstellen auf den Wertstoff -
Centern auch zwei Schadstoffmobile zur Verfügung. Sie sind im gesamten Stadtgebiet 
im Einsatz. An über 100 Haltepunkten pro Monat können die Kölner Bürgerinnen und 
Bürger Schadstoffe, Elektrokleingeräte, CDs/ DVDs, Batterien und Energiesparlampen 
kostenlos abgeben. Informationen hierzu sind u.  a. online sowie in einer separaten 
Schadstoffbroschüre zu finden. 
 
Sammlung über Depotcontainer und Unterflurcontainer 
Sowohl Altglas als auch Altkleider werden in Köln über Depotcontai ner gesammelt. 
Für die Sammlung von Altkleidern stehen neben den karitativen Sammlungen rund 
500 Container im öffentlichen Straßenland bereit. Für Altglas bestehen rund 1.000 
Standplätze. Hier erfolgt eine Trennung nach den Farben weiß, braun und grün. Wei te-
re Farbvarianten (blau oder rot) werden zusammen mit Grünglas entsorgt.  Um Syner-
gieeffekte bei der Reinigung zu nutzen und de n Bürgerinnen und Bürgern  die Entsor-
gungswege zu verkürzen, stehen Altkleider - und Glas-Container oftmals direkt nebe n-

29 
 
 
einander. An ausgewählten Standorten erfolgt die Sammlung von Glas auch über U n-
terflurcontainer oder attraktive Altglassäulen.  
 
 
Abbildungen 32 und 33: Altkleidercontainer und Altglas Container 
 
      
Abbildungen 34 und 35: Säulen und Unterflurbehälter für Altglas 
 
5.4 Beratung und Kommunikation 
Die Beratung und Kommunikation nimmt einen wichtigen Stellenwert für die Stadt 
Köln ein. Die folgenden Kanäle werden hierfür im Bereich der kommunalen Abfal l-
wirtschaft genutzt. 
 
Abfall- und Wertstoffkalender  
Der Abfall- und Wertstoffkalender ist in Köln das Hauptinformationsmedium rund um 
die Themen Abfallwirtschaft, Wertstofftrennung und Stadtreinigung. E inmal im Jahr 
erhalten alle Kölner Haushalte und Gewerbebetriebe die informative Lektüre koste n-
frei per Postwurfsendung zugestellt. Der Abfall - und Wertstoffkalender informiert 
über die Angebote der Stadt Köln und Leistungen der AWB und der AVG Köln.

30 
 
 
Telefonische Beratung 
Das Service -Center der AWB ist Anlaufpunkt für verschiedene Fragen rund um die 
Abfallentsorgung und die Stadtreinigung in Köln. Jährlich werden hier ca . 2 30.000 
Kundengespräche geführt und rund 120 .000 E-Mails beantwortet. Das Telefon is t da-
bei weiterhin der bevorzugte Kontaktkanal. Die Anliegen der Kunden betreffen vor 
allem die Abholung von Sperrmüll und Elektroaltgeräten, die Leerung der Abfallb e-
hälter und Meldungen von „wilden“ Müllablagerungen. 
 
Online Angebote 
Die Webseiten der AWB als auch der AVG bieten den Kölner Bürgerinnen und Bü r-
gern rund um die Uhr die wichtigsten Informationen über die Kölner Abfallwirtschaft. 
Auf der Webseite der AWB sind relevante Informationen zur Abfall - und Ressou r-
cenwirtschaft, Stadtreinigung sowie dem Winterdienst zu finden. Im Jahr 2017  wurde 
über 900.000 mal auf die AWB Webseite ( www.awbkoeln.de) zugegriffen. Wichtige 
Funktionen für die Kunden sind zum Beispiel die Suche nach Entsorgungsmöglichke i-
ten (Müll ABC), die Anzeige eines individuellen Abfuhrkalenders und die Informati o-
nen zu den Wertstoff -Centern. Neben der Internetseite als solche sind auch die E-Mail 
sowie das Web -Formular als Kontaktkanal immer wichtiger.  Auf der Webseite der 
AVG (www.avgkoeln.de) sind  Daten und Fakten über die Aufgaben der AVG und 
Ihrer Tochtergesellschaften AVG Kompostierung, AVG Ressourcen und AVG Service 
zusammengefasst. Zudem werden die Anlagen der Gesellschaften zur stofflichen und 
thermischen Verwertung wie auch zur Deponierung präsentiert. 
 
     
Abbildungen 36 und 37: Webseiten der AWB und der AVG  
 
Daneben können Bürgerinn en und Bürger  ihr Anliegen beispielsweise zu abfallbezo-
genen Themen auf der Seite „ https://sags-uns.stadt-koeln.de“ kommunizieren. So wer-
den über die Webseite auch Meldungen zu wildem Müll getätigt, die dann anschli e-
ßend durch die AWB  bearbeitet werden. Außerdem k ann zum Beispiel auf Probleme 
mit Altglas - und Altkleidercontainern oder a uf Schrottfahrräder im Straßenland hi n-

31 
 
 
gewiesen werden. Allein durch die AWB wurden im Jahr 2017  über 3.500 Meldungen 
bearbeitet. 
 
      
Abbildungen 38 und 39: Die „Sag’s uns“-Webseite der Stadt Köln 
 
Online sind auch Informationen zu den öffentlichen Toiletten (www.toiletten.koeln) 
sowie zu karitativen Kleiderkammern und zu den Altkleidercontainern der Stadt 
(www.altkleider-koeln.de) zu finden.  Neben der Vermittlung von allgemeinen Info r-
mationen werden hier insbesondere Informationen zu Standorten dargestellt.  
 
       
Abbildungen 40 und 41: Toiletten- und Altkleider Webseiten von Stadt Köln und AWB 
 
Soziale Medien 
Um auch die Kölnerinnen und Kölner ansprechen zu können, die über die klassischen 
Informationskanäle wie Print, Rundfunk und Internet nicht (mehr) erreichbar sind, hat 
sich die AVG 2017 entschlossen, auch die sozialen Netzwerke zu nutzen. Seit Oktober 
2017 ist sie auf Facebook, Instagram, Twitter, Google+, Vimeo und YouTube vertr e-
ten. Durch regelmäßige Posts erhalten die Nutzer einen guten Einblick in abfallwir t-
schaftliche Themen, aktuelle Entwicklungen in den Abfallmärkten und in die Arbeit 
der AVG. Auch die AWB ist in den sozialen Medien, z. B. über einen eigenen You -
Tube Kanal, vertreten. Abfallwirtschaftliche Themen werden darüber hinaus auf dem 
Facebook Kanal der Stadt Köln veröffentlicht.

32 
 
 
AWB App 
Für Smartphone-Besitzer bietet die kostenlose AWB App die wichtigsten Informatio-
nen über die richtige Entsorgung von Abfällen  und Wertstoffen sowie über das Thema 
Sauberkeit in Köln.  Rund 6 2.000 Personen nutzen die App für Android und iPhone 
aktiv (Stand: 12. 2017). Herzstück der App ist die Erinnerungsfunktion der Abfuhrter-
mine und der virtuelle Abfallkalender . Außerdem können zum Beispiel Abholtermine 
für Sperrmüll, Elektro -Altgeräte und Grünschnitt vereinba rt oder über ein Müll-ABC 
die richtige Entsorgungsmöglichkeit gesucht  werden. Mit Hilfe der Adresssuche kön-
nen z. B. die nächsten Hundekottütenspender, Weihnachtsbaumsammelplätze, die 
Standorte des Schadstoff mobils, die Standorte der Kleiderkammern sowie der Altklei-
der-Container der Stadt Köln und die Standorte der öffentl ichen Toiletten in Köln an-
gezeigt werden . Außerdem bietet die App die Möglichkeit, „wilde Müllkippen “ zu 
melden und Gegenstände, die zu schade zum Wegwerfen sind , können in die Tausch-
börse eingestellt werden.  
 
                                 
Abbildung 42, 43 und 44: Die AWB App, hier für das iPhone 
 
Persönliche Beratung 
Die persönliche Beratung der Kunden erfolgt auf unterschiedlichen Ebenen. Bei allen 
Fragen zur Abfalltrennung und Abfallentsorgung stehen Berater zur Verfügung.  
Um über die vielen Themen der Abfallwirtschaft zu informieren , werden sowohl auf 
dem Gelände der RMVA als auch auf dem Betriebshof Maarweg Führungen angeb o-
ten. Diese richten sich an interessierte Bürgerinnen und Bürger, Vereinsgruppen, Kita - 
und Schulgruppen. Bei der AWB wurden in 2017  über 550 Beratungen und Aktionen 
und mehr als  270 Betriebshofführungen mit ca. 20.000 Kindern und 7.750 Erwachse-
nen durchgeführt. Die AVG bietet darüber hinaus allen interessierten Bürgerinnen und 
Bürgern die Möglichkeit, sich umfassend über die Kölner Abfallwirtschaft zu info r-
mieren. Mit ihrem multi medialen Ansatz (Print, Film, persönlicher Vortrag, Soziale 
Medien, Internet, Führungen) erreicht sie jährlich viele tausend Interessierte. Zwischen

33 
 
 
4.500 und 5000 Kinder und Erwachsene besuchen die AVG Jahr für Jahr und erleben 
hautnah die praktische Arbe it mit dem Abfall. Im Rahmen ihrer Öffentlichkeitsarbeit 
hält sie zudem regelmäßigen Kontakt zu den Bürgervereinen wie auch den Multiplik a-
toren in ihrem unmittelbaren Umfeld.  
Im Rahmen der Kampagne „Saubere Stadt“ leistet die AWB Präventivarbeit  durch die 
Teilnahme an Veranstaltungen unterschiedlichster Art mit einem Info - und Beratungs-
stand. Das Projekt ist bei Vereinen, Institutionen und in der Stadtgesellschaft bekannt, 
es gibt eine hohe Nachfrage. In der Beratung ist die Abfallvermeidung ein S chwer-
punktthema. 2017 wurden 3.864 Erwachsene und 3.891 Kinder im Rahmen von 140 
Aktionen beraten. Interessensgemeinschaften werden gezielt auch über den Vertrieb 
der AWB angesprochen. 
Eine wichtige Aufgabe sehen die Stadt Köln, die AWB und die AVG weiterhin in der 
abfallwirtschaftlichen Bildung und Erziehung. Im Rahmen der täglichen Arbeit berät 
das pädagogische Team der  AWB bereits Vorschulkinder in Tageseinrichtungen zu 
den Themen Wertstoffsammlung und Sauberkeit  und bietet Fortbildungen für Erzieh e-
rinnen und Erzieher an . Um abfallwirtschaftliche Themen noch präsenter zu machen, 
führt das Team die pädagogische Arbeit in Kölner Schulen weiter. Die AVG hat zum 
Ziel die Umweltpädagogik und Umweltbildung zu bündeln, um gezielt und eff ektiv 
Lehrer, Schüler und  eine interessierte Öffentlichkeit zu erreichen und anzusprechen. 
Das gemeinsam von AWB und AVG erarbeitete Lehrerfortbildungskonzept bietet hier 
die passenden Ansätze. Das inhaltlich aufeinander abgestimmte Konzept der Abfal l-
vermeidung und Abfallverwertun g vermittelt Schülern und  Erwachsenen so einen 
ganzheitlichen Eindruck vom Aufgabenspektrum beider Gesellschaften. 
Den Herausforderungen an die Entsorgung in einer wachsenden und „enger“ werde n-
den Stadt wie Köln widmet sich bei der AWB das Team der Standortberatung. Hier 
sind Bauherren, Architekten, Planer und Stadtentwickler an der richtigen Adresse. T e-
lefonisch oder vor Ort erhalten sie Informationen zur idealen Gestaltung und unfal l-
freien Erreichbarkeit von Müllgefäß -Standplätzen - was sogar die Zufahrtsstraßen um-
fassen kann. Für Themen der Stadtreinigung in den Veedeln, z. B. mit der Leerung von 
Straßenpapierkörben oder der Beseitigung von Laubhaufen und illegalen Müllkippen 
sind die Gruppenleiter der Stadtreinigung Ansprechpartner. Sie stehen tel efonisch und 
persönlich für Anliegen der Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung.  
Mülldetektive sind im Dienste der Stadtsauberkeit unterwegs und ermittelten an Pro b-
lemstellen, wie verschmutzte n Containerstandorten, Plätzen und stark frequentierten 
Straßenzügen. Ziel ist die Suche nach den Verursachern von wilden Müllkippen, w o-
bei allerdings die Präventivarbeit gegen die illegale Ablagerung im Vordergrund steht. 
Mit gezielten Aktionen wird kompetent informiert und sensibilisiert, um so zur Ve r-
besserung des Kölner Stadtbildes beizutragen.  
Weiterhin setzt die AWB seit 2011 sogenannte „Grill-Scouts“ ein, die an Schönwetter-
Wochenenden von Mai bis Oktober in den Grünanlagen und Parks beratend unterwegs 
sind. Hintergrund ist die immer stärkere Verlagerung der Frei zeitaktivitäten in den 
öffentlichen Raum , insbesondere in die Grünanlagen . Pro Jahr erfolgen über 5 0.000

34 
 
 
Kontakte in verschiedenen Parks . Darüber  hinaus werden  sogenannte „After -Grill-
Büggel“ zur ordnungsgemäßen Entsorgung der Feierhinterlassenschaften verteilt.  
 
5.5 Die Kölner Infrastruktur für Siedlungsabfälle im Überblick  
Die kommunalen Entsorgungseinrichtungen für Köln sind in Abbildung 45 abgebildet. 
Tabelle 6 gibt einen Überblick, wie die einzelnen Abfallarten in Köln gesammelt, b e-
handelt und verwertet bzw. entsorgt werden. 
 
 
Abbildung 45: Übersicht über die kommunalen Entsorgungseinrichtungen im Kölner Stadtgebiet 
 
  
Legende  
1 AWB Hauptverwaltung Maarweg, 2 AWB Betriebshof Gießener Str., 3 AWB Betriebshof Alteburger Str., 
4 Wertstoff-Center Ossendorf, 5 Wertstoff-Center Gremberghoven, 6 Wertstoffhof der Stadt Köln, 7 AVG 
Ressourcen Standort Heumar, 8 AVG Ressourcen Standort Niehl, 9 RMVA Köln, 10 Kompostierungsanlage, 
11 Deponie Vereinigte Ville

35 
 
 
Tabelle 6: Übersicht der kommunalen Kölner Sammel- und Entsorgungswege 
  
Abfallart Sammlung Behandlung Verwertung 
Gemischte Siedlungsabfälle 
Restmüll Holsystem AWB  Thermische Behandlung RMVA 
Sperrmüll Hol-/ Bringsystem  
AWB, (Littering)  
Sortierung; Thermische/ 
Stoffliche Behandlung 
Altholzaufbereitung, Ver-
wertungsanlagen, RMVA  
Schadstoffe  Bringsystem AWB; 
Asbest (Kleinmengen) 
Bringsystem AVG 
Thermische Behandlung 
Asbest: Deponierung 
AVG Ressourcen, Dritt-
anlagen, RMVA 
Infrastrukturabfälle 
Gemischte Sied-
lungsabfälle 
z. B. Abfälle aus Papier-
körben: manuelle Erfas-
sung durch AWB  
Thermische Behandlung AVG Ressourcen, RMVA 
Straßenkehricht  Maschinelle Erfassung 
AWB  
Thermische Behandlung AVG-Ressourcen, RMVA 
Abfälle der StEB Abwasserklärung StEB  Thermische Behandlung, 
z.T. landwirtsch. Verwert. 
Diverse Verwertungs-
anlagen 
Mineralische Ab-
fälle (Mineralik) 
Von Friedhöfen und 
Parkanlagen 
Stoffliche Verwertung Drittanlagen 
Biogene Abfälle 
Bioabfall Holsystem AWB  Stoffliche Verwertung Kompostierung Niehl  
Grünabfälle Hol-/ Bringsystem u. a. 
AWB; div. Ämter 
Stoffliche Verwertung Kompostierung Niehl, div. 
Verwertungsanlagen 
Getrennt gesammelte Wertstoffe 
Altpapier Hol-/ Bringsystem AWB  Sortierung in verschiede-
nen Anlagen 
Papieraufbereitungs-
anlagen/ Papierindustrie  
Altkleider Bringsystem, AWB und 
div. karitative und ge-
werbliche Firmen 
Sortierung Wiederverwen-
dung; Stoffliche Verwer-
tung; Recycling 
Diverse Sortieranlagen  
Elektroaltgeräte Hol-/ Bringsystem  AWB  Wiederverwendung, stoff-
liche Verwertung  
Elektro-Altgeräte-Register 
(EAR), Eigenvermarktung 
der Gruppen 1 und  5 
Altholz Bringsystem AVG-
Ressourcen und AWB  
Wiederverwendung; Stoff-
liche Verwertung, energe-
tische Behandlung 
u. a. Altholzaufbereitung; 
Spanplattenindustrie, Bio-
masse-Kraftwerk 
Metalle Bringsystem u. a. AWB  Stoffliche Verwertung, 
AVG Ressourcen 
Diverse Kölner Verwer-
tungsanlagen  
Wertstofftonne Holsystem, AWB im 
Auftrag duale Systeme 
(aktuell) und Stadt 
Sortierung; Stoffliche 
Verwertung   
Duale Systeme/ Diverse 
Verwertungsanlagen 
Kunststoffe und 
CDs 
Bringsystem AWB Aufbereitung; Stoffliche 
Verwertung 
u. a. AVG Ressourcen 
Glas Bringsystem (aktuell) 
Remondis im Auftrag der 
Duales System 
Sortierung; Stoffliche 
Verwertung 
Glashütten/ Glasindustrie 
Bauschutt 
(Kleinmengen) 
Bringsystem AWB (kos-
tenpflichtig) 
Stoffliche Verwertung Verschiedene Recycling-
anlagen / Drittanalgen

36 
 
 
6. Ziele der kommunalen Abfallwirtschaft in Köln 
 
Grundsätzliches Ziel der kommunalen Abfallwirtschaft in Köln ist die Gewährleistung 
der Entsorgungssicherheit. Daneben gelten weitere ökologische (6.1), soziale (6.2) und 
ökonomische (6.3) Ziele und Grundsätze für die kommunale Abfallwirtschaft, die 
nachfolgend dargestellt werden. Basierend auf dem gültigen Rechtsrahmen wurden 
diese Zielsetzungen und Prinzipien durch ambi tionierte Vorgaben der Stadt Köln e r-
weitert. Im Wesentlichen werden hierbei die bereits im Jahr 2012 formulierten Zielset-
zungen fortgeführt.  
 
 
 
Abbildung 46: Die Hauptziele der kommunalen Abfallwirtschaft in Köln 
 
6.1 Ökologie 
Primäres Ziel der Abfallentsorgung ist nach § 1 Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) 
die Förderung der Kreislaufwirtschaft zur Schonung der natürlichen Ressourcen und 
die Sicherung der umweltverträglichen Beseitigung von Abfällen. Den rechtlichen 
Vorgaben ent sprechend wird in Köln das Ziel verfolgt , die Abfallentsorgung „or d-
nungsgemäß“ und „schadlos“ zu erbringen (§ 7 Abs. 3  KrWG). Hierbei sollen mög-
lichst die Grundsätze der fünfstufigen Abfallhierarchie (Vermeidung – Wiederverwen-
dung – Recycling – sonstige Ve rwertung – Beseitigung) eingehalten werden. Die 
Vermeidung und die (Vorbereitung zur) Wiederverwendung von Abfällen stehen s o-
mit an erster Stelle. A nfallende Abfälle sollen möglichst in den Produktkreislauf z u-
rückgeführt werden. Hierbei sind separate Samml ungen von Wertstoffen aus - bzw. 
aufzubauen und das Verwertungspotential größtmöglich auszuschöpfen.  
Hierbei ist auch die Qualität der gesammelten Wertstoffe wichtig, so dass das Verwe r-
tungspotential der gesammelten Stoffströme ausgeschöpft werden kann. Ohne RAL -
Gütesiegel beispielsweise ist eine Vermarkung beim Kompost kaum möglich. Aber 
auch bei anderen Abfallfraktionen wie Altpapier werden die Anforderungen auf Sa u-

37 
 
 
berkeit, Störstoffanteile und Feuchtegrad immer größer. Reststoffe, die keiner stoffl i-
chen Verwertung zugeführt werden können, sollen in Köln hochwertig energetisch 
verwertet werden. Zum einen wird die Abtrennung und Aufbereitung bestimmter Sto f-
fe unter Berücksichtigung von wirtschaftlichen und ökologischen Aspekten angestrebt. 
Zum anderen soll durch eine optimale Auslastung der RMVA und die heizwertorie n-
tierte Zusammenstellung des Inputs u. a. eine Maximierung der Stromausbeute erzielt 
werden.  
Neben dem Ressourcenschutz ist auch der aktive Klimaschutz  von besonderer Bede u-
tung für Köln . Die Abfallwirtschaft in Köln soll durch Optimierung der Sammlungs - 
und Verwertungswege sowie der eingesetzten Technologien zur Erreichung dieser 
Zielsetzung beitragen. Ein Ziel ist beispielsweise die Minimierung von Transportstr e-
cken, die u. a. durch den Eins atz von Umladestationen sowie die möglichst regionale 
bzw. ortsnahe Verwertung der Abfälle (Prinzip der Entsorgungsautarkie und Nähe) 
umgesetzt wird. Neben Transportstrecken sollen auch die umweltkritischen Emissi o-
nen aus dem Transport, z. B. durch den Ein satz von Fahrzeugen mit Schadstoffklassen 
nach neustem Stand der Technik, reduziert werden. Auch die Mengen und die Schäd-
lichkeit der Reststoffe aus der Behandlung und der Verwertung von Abfällen sollen 
durch möglichst hohe Umweltstandards der Entsorgungsanlagen reduziert werden. 
 
6.2 Soziales 
Das Ziel der Stadt Köln ist es  ferner, den Menschen in Köln einen attraktiven Wir t-
schafts-, Arbeits- und Lebensraum zu bieten. Die kommunale Abfallwirtschaft unter-
stützt diese Bestrebung  durch ein ansprechendes Stadtbild sowie eine hohe Se r-
vicequalität bei der Erbringung von abfallwirtschaftlichen Dienstleistungen . Für die 
Bürgerinnen und Bürger und die Gesellschaft als Ganze soll demnach ein zusätzlicher 
Nutzen erbracht werden – zusammengefasst als Citizen Value.  
Ein hohes Maß an Sauberkeit wird als entscheidender Faktor für die Wahrnehmung 
des Stadtbildes und somit als Wettbewerbsfaktor begriffen und entsprechend ang e-
strebt. Hierzu sollen z. B. eine attraktive und komfortable Abfallinfrastruktur und 
Stadtmöblierung (z. B. Straßenpapierkörbe, Unterflurbehälter) auf Grundlage der Vo r-
gaben der Stadt Köln sowie eine wirkungsvolle Organisation der Reinigung, Grü n-
pflege und Abfallbeseitigung beitragen. Die Sauberkeit der Stadt wird als gemei n-
schaftliche Aufgabe verstanden, i n der alle Akteure durch abfallwirtschaftliche Bi l-
dungskonzepte und das Aufzeigen von präventiven Maßnahmen im Bereich der U m-
weltvorsorge zu eigenverantwortlichen Handeln angeleitet werden. Hierzu werden bei-
spielsweise Partizipationsmodelle wie Wirtschafts förderung 4.0, „Starke Veedel – 
Starkes Köln“ oder Immobilien-  und Standortgemeinschaften aktiv begleitet. 
Bei der Erbringung der abfallwirtschaftlichen Leistungen wird eine hohe Beratungs- 
und Servicequalität sowie ein angemessenes Preis -/ Leistungsverhä ltnis angestrebt. 
Darüber hinaus soll die Leistungserbringung möglichst verlässlich und transparent e r-
folgen. Sowohl die angebotenen Leistungen als auch die grundsätzliche Ausrichtung 
der Abfallwirtschaftspolitik orientieren sich stets an den Bedürfnissen und Wünschen

38 
 
 
der Bürgerinnen und Bürger.  Die Bürgerinnen und Bürger sollen weiterhin über U m-
weltbildung und Partizipation einbezogen werden , um ihren Beitrag bei der Verme i-
dung und umweltgerechten Entsorgung von Abfällen zu leisten. Das Projekt „Aktiv für 
Köln“ ist ein passendes Beispiel dafür, wie diese Umsetzung erfolgt. 
Die kommunale Abfallwirtschaft übernimmt weiterhin Verantwortung in der  Schaf-
fung und Sicherung von sozial - und umweltverträgliche n Arbeitsplätzen. Die gesel l-
schaftliche Verantwortung der  Abfallwirtschaft soll darüber hinaus durch die Unte r-
stützung von sozialen Projekten im Raum Köln, verstärkt mit abfallwirtschaftlichem 
Bezug, wahrgenommen werden. 
 
6.3 Ökonomie 
Ein zentrales wirtschaftliches Ziel in Köln ist die Stärkung des Selbstverwaltung s-
rechts der Kommune für den Bereich der Abfallpolitik. Die abfallwirtschaftlichen und 
gesellschaftlichen Entsorgungsaufgaben müssen auch zukünftig durch die Kommune 
im Rahmen der Daseinsvorsorge erfüllt werden, um so dauerhaft eine flächendeckende 
Entsorgungs- und Anlagensicherheit für die Stadt Köln gewährleisten zu können. 
Die kommunale Abfallwirtschaft unterliegt den allgemeinen Grundsätzen der Wir t-
schaftlichkeit und Sparsamkeit. Gebührengerechtigkeit ist hierbei eine Handlungsma-
xime.

39 
 
 
7. Mengenentwicklung und Zusammensetzung der Stoffströme 
 
7.1 Entwicklung der Abfallströme  
In Köln wurden in 2017 rund 550 kg kommunale Siedlungsabfälle pro Einwohner und 
Jahr erfasst. Über die letzten Jahre fand hierbei eine Verlagerung von den gemischten 
Abfällen hin zu den getrennt gesammelten Abfällen statt. Die Menge an gemischten 
Siedlungsabfällen, zu denen Restmüll, Sperrmüll und Schad stoffe gehören, konnte seit 
2012 um 13 % auf 271  kg pro Einwohner reduziert werden. Gleichzeitig wurde im 
gleichen Zeitraum die Me nge an biogenen Abfällen sowie der getrennt gesammelten 
Wertstoffe deutlich gesteigert. Bei den Bio- und Grünabfällen wurden in 2017 rund 69  
kg pro Einwohner gesammelt und somit 8 % mehr als noch in 2012 . Bei den getrennt 
gesammelten Wertstoffen, wozu z. B . Altpapier, Altkleider, Glas oder Kunststoffe g e-
hören, betrug die Steigerungsrate sogar 14 % auf nunmehr 121  kg pro Einwohner. Bei 
den Infrastrukturabfällen werden Mengen aus dem Straßenland (z. B. Straßenkehricht, 
Abfälle aus Straßenpapierkörben) sowie a us der Abwasserbehandlung zusammeng e-
fasst. Die Menge der Infrastrukturabfälle schwankt relativ konstant um die 90 kg pro 
Einwohner 
 
 
 
Abbildung 47: Übersicht über die Entwicklung der Abfallströme in kg pro Einwohner und Jahr 
 
0
50
100
150
200
250
300
350
2012 2013 2014 2015 2016 2017
Kg/ EW* Jahr 
Gemischte Siedlungsabfälle Infrastrukturabfälle
Biogene Abfälle Getrennt gesammelte Wertstoffe

40 
 
 
Nachfolgend werden Informationen zu r Zusammensetzung und Mengenentwicklung 
sowie Sammel- und Entsorgungswege für die Gemischten Siedlungsabfälle (7.3), die 
Infrastrukturabfälle (7.4), die Biogenen Abfälle (7.5) sowie die weiteren getrennt g e-
sammelten Wertstoffe (7.6.) gegeben. Vorab wird die allgemeine Entwicklung bei der 
Getrenntsammlung in Köln anhand der  Ergebnisse einer Hausmüllanalyse aus 2015 / 
2016 (7.2)  aufgezeigt. Unter 7.7 werden in einer Tabelle die Mengen der einzelnen 
Stoffströme dargestellt.  
 
7.2 Hausmüllanalyse 
Hausmüllanalysen werden in Köln in regelmäßigen Abständen durch ein unabhängiges 
Institut auf Basis wissenschaftlicher Maßstäbe durchgeführt. Zum einen dienen diese 
dazu Dichtewerte der einzelnen Behältergrößen als Grundlage für die Gebührensat-
zung zu analysieren und d en Mindestbehältermaßstab zu überprüfen. Zum anderen 
werden hierüber mögliche abfallwirtschaftliche Maßnahmen abgeleitet. 
Bei der letzten Analyse aus 2015/ 2016 wurde n der aktuell in Köln gültige Maßstab 
(siehe 5.2) bestätigt und bei den Dichtewerten wurden leichte Verschiebungen festg e-
stellt. Für die Abfalltrennung in Köln konnte eine sehr positive Entwicklung aufg e-
zeigt werden. Im Vergleich zur vorherigen Analyse 2007/  2008 wurde ein zum Teil 
erheblicher Rückgang der Wertstoffanteile in den Kölner Restmülltonne n festgestellt. 
Insbesondere bei den Bioabfällen ( -15 kg pro Einwohner und Jahr), bei den Kunststof-
fen, Verbunden und Metallen (- 6 kg) und dem Altpapier (- 4 kg) konnte eine deutliche 
Verbesserung erreicht werden. Dies zeigt, dass die umgesetzten Maßnahmen, unter 
anderem im Rahmen von „Aktiv für Köln “, zu Erfolgen geführt haben. Gleichzeitig 
verbleiben jedoch  immer noch Wertstoffe in den Restmülltonnen. Hiervon erreichen 
nach wie vor die biogenen Abfälle mit rund 36 % bzw. rund 70 kg pro Einwohner und 
Jahr den höchsten Anteil.  Auch bei Kunststoffen, Verbunden und Metallen (10 %), 
Altpapier (9 %) und Glas (7 %) sind noch größere Potenziale im Restmüll vorhanden.  
 
 
Abbildung 48: Zusammensetzung des Restmülls nach Hausmüllanalyse 2015/ 2016 
36% 
30% 
10% 
9% 
8% 
7% Biogene Abfälle
Restmüll
Kunststoffe/ Verbunde/ Metalle
Altpapier
Sonst. Getrennterfassungssyst.
Glas

41 
 
 
 
Vergleicht man das Trennverhalten der Kölner Bürger innen und Bürger  mit anderen 
Großstädten, so liegt Köln beim Bioabfall im oberen Bereich. Bei Altpapier, Glas, Me-
tallen, Kunststoffen und Verbunden liegen die Kölner Sammelmengen in vergleichb a-
rer Höhe mit  den in anderen Großstädten. Von den jeweiligen Fraktionen lassen s ich 
jedoch nicht sämtliche Anteile abschöpfen. Die noch abschöpfbaren Wertstoffe wur-
den aufgrund von Erfahrungs - und Vergleichswerten durch ein unabhängiges Institut 
berechnet. Insgesamt, so die Ergebnisse, lassen sich mit maximalen Anstrengungen im 
Status quo noch 44 kg an Wertstoffen pro Einwohner und Jahr separat erfassen. Dies 
entspricht rund 22 % der derzeit durchschnittlich anfallenden Restmüllmenge in Höhe 
von 196 kg.  Die aus den Ergebnissen der  Hausmüllanalyse abgeleiteten Maßnahmen 
werden in Kapitel 9 beschrieben. 
 
7.3 Gemischte Siedlungsabfälle 
 
Restmüll 
Die Menge an Restmüll  ist in den letzten fünf Jahren kontinuierlich zurückgegangen 
auf knapp über 249.000 t im Jahr 2017 (- 9 % seit 2012). Der Restmüll, der aus Haus-
haltungen sowie miterfassten Anfallstellen des Kleingewerbes stammt,  wird vollstän-
dig in die RMVA Köln verbracht.  Die Anlieferung erfolgt weit überwiegend über 
Schienentransporte und zum T eil direkt über die Müllfahrzeuge . Aus dem Stoffstrom 
werden in der RMVA zunächst über einen Magnetabscheider eisenhaltige Metalle au s-
sortiert, die einer stofflichen Verwertung zugeführt werden. Der Hausmüll wird d a-
raufhin gemeinsam mit anderen Abfällen (Reste aus der Sortierung von Gewerbeabfäl-
len, Baumischabfällen, nicht verwertbarer Sperrmüll) in den vier Verbrennungslinien 
entsorgt. Nach der Verbrennung der Abfälle verbleiben jedoch Reststoffe. Die 
Rostasche wird in der Rostascheaufbereitungs- und Abfallkonditionierungsanlage 
(RAKA) auf dem Gelände der Deponie Vereinigte Ville zu im Straßen - und Wegebau 
oder in Deponiebaumaßnahmen verwendbarem Material aufbereitet. 
 
Sperrmüll 
Bei den Wertstoff-Centern erfolgt neben Metallen seit 2013 auch eine getrennte Erfas-
sung und Verwertung von Altholz  und Kunststoffen aus dem Sperrmüll. Insofern hat 
sich die Menge an gemischt gesammeltem Sperrmüll in d ieser Zeit um ein Drittel auf 
44.130 Mg im Jahr 20 17 reduziert. Der Sperrmüll wird bei der AVG Ressourcen au f-
bereitet und verwertet. Bei den verwertbaren Bestandteilen des Sperrmülls handelt es 
sich in erster Linie um Altholz und Metallanteile. Die hergestellten Biomassen werden 
zur stofflichen Verwertung in die Holzwerkstoffindustrie oder zur energetischen Ve r-
wertung in verschiedene Biomassekraftwerke geliefert. Die Altmetalle gelangen in 
entsprechende Verwertungsbetriebe. Im August 2015 ist eine neue  Sperrmüllaufberei-

42 
 
 
tungsanlage in Betrieb genommen worden. Die Verwertungsquote des Sperrmüllgemi-
sches einschließlich der getrennt erfassten Bestandteile liegt aktuell bei rund 51 %.  
Schadstoffe 
Schadstoffe oder Problemabfälle aus Haushaltungen sind Abfälle, die umweltschädl i-
che Stoffe wie beispielsweise Schwermetalle oder Lösemittel enthalten. Batterien, alte 
Farben und Lacke, Pflanzenschutz -, Schädlingsbekämpfungs- und Lösemittel, Queck-
silber sowie Chemikalien. Bestimmte Stoffe, z. B. Munition, Sprengstoff und Feue r-
werkskörper, sind von der Annahme ausgeschlossen. Grundsätzlich werden Schadsto f-
fe nur in haushaltsüb lichen Mengen unentgeltlich an den Wertstoff -Centern und 
Schadstoffmobilen angenommen. Unabhängig davon haben Betriebe, die weniger als 
2.000 kg schadstoffhaltige Abfälle im Jahr produzieren, die Möglichkeit, bis zu 500 kg 
am Tag an der Annahmestelle für Gewerbeschadstoffe auf dem Wertstoff -Center in 
Köln-Ossendorf entgeltlich zu entsorgen. 2017 wurden knapp 766  t Schadstoffe g e-
sammelt, wovon ca. 727 t (95 %) über die Wertstoff-Center und rund 39t (5 %) an den 
Schadstoffmobilen erfasst wurden. Dieser Wert ist über die letzten Jahre relativ ko n-
stant.  
 
7.4 Infrastrukturabfälle 
 
Straßenkehricht und sonstige gemischte Siedlungsabfälle  
Bei Straßenkehricht handelt es sich um Abfälle, die maschinell  durch eine Kehrm a-
schine erfasst werden. Dieser Stoffstrom besteht überwiegend aus Mineralik, wie Ste i-
nen, Split und Granulat. Je nach Jahreszeit ist die Menge auch mit Blüten und Laub 
durchsetzt. Insbesondere nach Festen und Veranstaltungen, wie beispielsweise Karn e-
val, sind weitere Abfälle, z. B. Verpackungen, im Sammelgemisch vorhanden. Im Jahr 
2017 fielen 5.525 t Straßenkehricht in Köln an. Dieser Wert ist, je nach saisonalen B e-
dingungen, stark schwankend. 
Zu den sonstigen gemischten Siedlungsabfällen gehören hauptsächli ch die Inhalte aus 
den Straßenpapierkörben, der manuell  erfasste Straßenkehricht und nicht verwertbare 
Abfälle aus wilden Müllablagerungen (10 .219 t in 2017). Autoreifen, Elektroaltgeräte 
oder Altmetalle werden möglichst einer Getrenntsammlung zugeführt. Weiterhin wer-
den hier auch Abfäll e bedingt durch Hochwasser (28  t) sowie a uf Friedhöfen gesam-
melte Restabfälle (633 t) bilanziert. Die zunehmende Nutzung des öffentli chen Raums 
führt zu einer Steigerung d ieser Abfallmenge über die letzten Jahre. Durch sais onale 
Einflüsse ist die Menge jedoch stark schwankend. Aktuell werden  Straßenkehricht und 
die hier aufgeführten sonstigen gemischten Siedlungsabfälle  der RMVA Köln zuge-
führt. Weiterhin werden bei den Infrastrukturabfällen noch Boden und Steine aus 
Friedhöfen aufgeführt , deren stoffliche Verwertung in Drittanlagen  erfolgt. 2017 be-
trug die Menge an Mineralik über 5.200 t.

43 
 
 
Abfälle der Stadtentwässerungsbetriebe 
Die Stadtentwässerungsbetriebe Köln (StEB) sind eine Anstalt öffentlichen Rechts 
(AöR) und somit  ein Unternehmen der Stadt Köln. Die StEB nehmen eine Vielzahl 
von wasserwirtschaftlichen Aufgaben wahr , Kernaufgabe ist dabei die Abwasserbese i-
tigung. Seit 2004 trägt die StEB außerdem die Verantwortung für bauliche Maßna h-
men des konstruktiven sowie vorbe ugenden Hochwasserschutzes. Im Jahr 20 17 kam 
zu dem 2010 übernommenen Bereich der fließenden Gewässer noch die Hoheit der 
Kölner Parkweiher dazu. Eine weitere Aufgabe der StEB ist die regelmäßige Rein i-
gung der 97.000 Abläufe der Kölner Straßen. Bis auf die  Trinkwasserbewirtschaftung 
und -versorgung liegen somit die meisten wasserwirtschaftlichen Aufgaben der Stadt 
Köln in ihrer Hand.  
Die StEB kümmern sich unter anderem um die Entsorgung der Abfälle aus der Kana l-
reinigung sowie der Schlämme aus der Abwasser reinigung. Bei den Klärschlämmen 
findet zunächst eine Entwässerung des Materials statt bevor es mitverbrannt wird. Die 
Gesamtmenge von ca. 75.000 t (2017) wurde landwirtschaftlich und thermisch verwer-
tet. Seit 2017 wird die landwirtschaftliche Verwertung nicht mehr genutzt. Die G e-
samtmenge an Klärschlämmen steigt seit 2012 wieder leicht an. Die Abfälle aus der 
Kanalreinigung dagegen sind über die vergangen Jahre rückläufig und l agen im Jahr 
2017 bei rund 1.370 t.  
 
7.5 Biogene Abfälle 
 
Bioabfälle aus der Biotonne 
Der Anschlussgrad der Biotonne und damit ver bunden die Sammelmengen an Bio ab-
fällen haben in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen. Wie die Hausmüllan a-
lyse 2015/ 2016 gezeigt hat, ist jedoch auch weiterhin ein großes Poten zial an biog e-
nen Abfällen in der Restmülltonne  vorhanden. Hierbei handelt es sich i nsbesondere 
um Küchenabfälle. Grundsätzlich dürfen in der Biotonne alle pflanzlichen, kompo s-
tierbaren Abfälle, die in Haushalt und Garten  anfallen, entsorgt werden. 2017 wurde 
mit 39.820 t nochmal deutlich mehr Abfall über die Biotonne gesammelt. Die Bioab-
fälle aus der Biotonne werden der Kompostierungsanlage Köln -Niehl zugeführt. Die 
Kompostierung erfolgt in einem sogenannten Mehrstrangkompostierungsverfahren, 
wobei der mikrobiologische Abba uprozess (Rotteprozess) durch eine gezielte Luft - 
und Feuchtigkeitszufuhr zu den Kompost-Mieten unterstützt wird. Die Abluft der vol l-
ständig eingehausten Anlage wird über ein Wäschersystem sowie zwei Biofilter gere i-
nigt. Der hergestellte Kompost wird vorra ngig in der Landwirtschaft, in der Rekult i-
vierung und im Garten- und Landschaftsbau vermarktet. 
 
Grünschnitt  
Kompostierbare Grünabfälle können an den Wertstoff -Centern der AWB und den Re-
cyclinghöfen der AVG Ressourcen in Köln -Niehl und Köln -Heumar angeliefert wer-

44 
 
 
den. An den Recyclinghöfen der AVG  Ressourcen liefern neben der Stadt Köln (Amt 
für Land schaftspflege und Grünflächen ) auch Garten - und Landschaftsbaubetriebe 
sowie Containerdienste Grünschnitt aus dem Kölner Stadtgebiet an.  Auch b ei den 
Grünpflegemaßnahmen der verschiedenen städtischen Ämter fallen erhebliche Me n-
gen an Grünschnitt an. Zum Teil wird das Material vor Ort geschreddert und verbleibt 
in den Grünanlagen , so dass hier die Mengenangaben fehlen.  Zusätzlich gibt es die 
Möglichkeit, bis zu drei Kubikmeter (gebündelt oder in Papiersäcken verpackt) zwe i-
mal im Jahr im Frühjahr und im Herbst durch die AWB kostenlos nach Anmeldung 
abholen zu lassen. Weihnachtsbäume werden separat nach Neujahr ebenfalls kostenlos 
abgeholt. Dabei werden jährlich bis zu 300.000 Weihnachtsbäume eingesammelt. Wei-
tere Dienstleistungen, wie die Laubentsorgung und die Entsorgung von speziellen 
Grünabfällen (z. B. Baumstümpfe, Wurzelwerk und Baumstämme) bieten die AWB 
und die AVG Ressourcen kostenpflichtig an.  
In der Bilanz werden neben den Grünabfallmengen der Kölner Friedhöfe und Grünan-
lagen auch alle Grünabfälle aus privaten Haushaltungen und Grundstücken aus dem 
Kölner Stadtgebiet erfasst. 2017 betrug die Gesamtmenge aller entsorgten Grünabfälle 
in Köln über 33.000 t. Die Grünabfälle werden in der Kompostierungsanlage Köln -
Niehl von Störstoffen befreit und dann ges chreddert. Ein Teilstrom dieses Materials  
wird den Bioabfällen als sogenann tes Strukturmaterial zugegeben . Ziel dieser Ma ß-
nahme ist es, eine möglichst  lockere Schüttung zu gewährleisten, damit ausreichend 
Luft durch die aufgesetzten Mieten gesaugt und so der Kompostierungsprozess b e-
günstigt werden kann.  Ein weiterer Teilstrom kann als sogenanntes Ersts chreddergut 
im Bereich der Rekultivierung eingesetzt  werden. Verbleibendes Material findet se i-
nen Einsatz in Biomassekraftwerken. 
 
7.6 Getrennt erfasste Wertstoffe 
 
Altpapier 
Wertstoffe aus Papier, Pappe und Kartonagen (PPK) sind eine wichtige Rohstoffquelle 
für die Papierindustrie. Durch den Einsatz von Altpap ier im Gegensatz zu Frischfasern 
kann die Umwelt nachhaltig entlastet werden. Neben der Sammlung über die Papier-
tonne wird Altpapier auch an den Wertstoff -Centern der AWB angenommen. Die 
Sammelmenge an PPK in Köln lag 2017 bei rund 63.400 t. Auch bei leichtem Rüc k-
gang der Menge, kann dies als Erfolg gewertet werden, denn durch die Digitalisierung, 
zum Beispiel im Mediensektor, fällt weniger Altpapier in Deutschland an. Durch die 
Zunahme an Bestellungen über das Internet nimmt die Menge an Ver sandkartonagen 
zu. Dies hat einen erheblichen Einfluss auf die Zusammensetzung und d as Volumen 
des Materials.

45 
 
 
Wertstofftonne 
Wertstoffe aus Kunsts toff, Metall oder Verbundstoff werden in Köln seit 2014 über 
die Wertstofftonne erfasst. In Abstimmung zwis chen Stadt Köln und dem Dualen Sys-
tem Deutschland wurde hierfür die Gelbe Tonne zur Wertstofftonne erweitert. Auf-
grund der Zunahme des Verbrauchs an Verpackungen, allen voran Kunststoffe , neh-
men die Sammelmengen in der Wertstofftonne kontinuierlich zu. Die  Gelbe Tonne  
bzw. Wertstofftonne wird seit 2010 durch die AWB abgefahren.  2017 lag die gesa m-
melte Menge der Wertst offtonne bei 26.958  t, was einem Zuwachs von über 6.3 00 t 
bzw. 30 % seit 2010  entspricht. Weiterhin organisiert die AWB die Verwertung des 
städtischen Anteils (16,85 %, ca. 4.500 t) an Wertstoffen über einen Sortierpartner, der 
im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung ermittelt wurde. Die Stadt  Köln legt 
besonderen Wert darauf, dass die aussortierten Fraktionen möglichst hochwertig, das 
bedeutet stofflich, verwertet werden.  
 
Altholz, Metall, Kunststoffe und CDs 
Seit 2012/ 2013 werden auf beiden Wertstoff -Centern die Abfallfraktionen Holz, groß-
teilige Hartkunststoffe und Metalle getrennt erfasst. Zuvor wurden alle Fraktionen g e-
meinsam mit den übrigen Sperrmüll entsorgt. Durch die getrennte Sammlung können 
so sortenreine Fraktionen gesammelt und weiter aufbereitet werden. Auch CDs werden 
auf den Wertstoff-Centern sowie den Betriebshöfen der AWB separat gesammelt. Das 
Holz (10.350 t in 2017) wird durch die AVG  Ressourcen aufbereitet und zur stoffl i-
chen Verwertung in die Holzwerkstoffindustrie oder zur energetischen Verwertung in 
verschiedene Biomassekraftwerke eingesetzt. Die Altmetalle (2.378 t in 2017), Kunst-
stoffe und CDs (ca. 260 t) werden über Drittbetriebe verwertet.  
 
Altkleider 
Über verschiedene karitative Sammlungen sowie kommunale Altkleidercontainer wer-
den Altkleider, Textilien und Schuhe in Köln gesammelt. 2017  lag die Sammelmenge 
der Altkleider aus den städt ischen Containern bei rund 3.500 t. Dieser Wert stieg über 
die letzten Jahre kontinuierlich an. Im Gegensatz zu früheren Jahren wechseln die Ko l-
lektionen in den Geschäften deutlich schneller , was sich auf die Menge, aber auch auf 
die Qualität des Materials auswirkt.  Die Ver wertung der Sammelmenge erfolgt über 
einen Sortier- und Verwertungspartner, der über eine europaweite Ausschreibung e r-
mittelt wurde. 
 
Elektroaltgeräte 
Seit April 2006 werden Elektroaltgeräte (EAG) bundesweit getrennt erfasst und ve r-
wertet. Mit der Novellierung des Elektroaltgerätegesetzes (ElektroG) im Oktober 2015 
wurden die Anzahl der Sammelgruppen auf sechs erhöht und auch die Sammelquoten 
neu definiert. Danach sollen gemessen an den in Verkehr gebrachten Neugeräten 45 % 
ab 2016 und 65 % ab 2018 an Altgeräten erfasst werden. Neben den kommunalen

46 
 
 
Sammlungen werden rein gewerblich genutzte Elektrogeräte über die Hersteller bzw. 
private Entsorgungsunternehmen erfasst. Der Handel mit einer Verkaufsfläche von 
über 400 m² ist zudem verpflichtet , Elektrogeräte kostenfrei zurückzunehmen . Dies 
gilt allgemein für Elektrokleingeräte als auch für Großgeräte beim Kauf eines gleic h-
wertigen Neugerätes. In Köln werden Elektro -Altgeräte aus privaten Haushalten über 
verschiedene Sammelstellen getrennt erfasst . 2017 lag die Sammelmenge in Köln 
durch die AWB bei rund 6.530 t. Die Sammelmengen des Handels sind hierbei nicht 
berücksichtigt. Die Entsorgung erfolgt für die Gruppen 1 (Haushaltsgroßgeräte) und 5 
(Haushaltskleingeräte) in Eigenregie über einen Sortier - und Verwertungspartner. Für 
die Gruppe 2 (Kühlgeräte), Gruppe 3 (Monitore), Gruppe 4 (Lampen) und Gruppe 6 
(Photovoltaikmodule) erfolgt die Verwertung zentral über das Elektro -Altgeräte-
Register (EAR). 
 
Glas 
Bereits vor der Einführung des Dualen System Deutschland wurde in vielen Städten 
Behälterglas getrennt gesammelt, so auch in Köln. Mit der Einführung der farblichen 
Trennung des Altglases in den 90 -iger Jahren sind auch die Sammelmengen kontin u-
ierlich gestiegen. Seit einigen Jahren wird die Glasflasche jedoch immer stärker durch 
die Kunststoffflasche verdrängt, was sich in den Sammelmengen wiederspiegelt.  Im 
Jahr 2017 wurden 17 .840 t Glas gesammelt. Seit dem Austausch des Behältersystems 
in der Stadt Köln konnte durch Optimierung der Logistik (Ausstattung der Standorte 
mit zusätzlichen Behältervolumen und Anpassung der Abfuhrrhythmen) die Glasme n-
ge wieder leicht gesteigert werden. 
 
7.7 Gesamtübersicht der Sammelmengen 
Nachfolgend werden in Tabelle 8 für die Jahre 2012 bis 2017  die Sammelmengen der 
Siedlungsabfälle in Köln dargestellt. Pro Einwohner ging in diesem Zeitraum die A b-
fallmenge um 3  % auf 550 kg, verstärkt insbesondere bei den gemischten Abfällen, 
zurück. Dies sowie die deutliche Ausweitung der getrennten Sammlung spiegeln sich  
auch in der Verwertungsquo te wieder. Die Quote lag in 2017 bei 58,1 % und hat sich 
seit 2012 kontinuierlich erhöht (siehe Tabelle 7).  
 
 2012 2013 2014 2015 2016 2017 
Verwertungsquote* 55,9 % 56,3 % 57,3 % 57,4 % 57,5 % 58,1% 
Tabelle 7 Entwicklung der Verwertungsquote in %  
* Hinweise zur Berechnung der Verwertungsquote: Eine bundesweit einheitliche Berechnungsgrundlage existiert 
aktuell nicht. Bei der Berechnung der Quote wurde die Vorgabe des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zu 
Grunde gelegt. Insofern wurde die Quote aus dem Verhältnis von Gesamtmenge des Siedlungsabfalls zu der 
Menge, die nach getrennter Sammlung bei Recycling- oder Kompostieranlagen angeliefert wird (Input), gebildet. 
Für Köln werden demnach Restmüll, Sperrmüll und Schadstoffe  bei der Berechnung abgezogen.  Dieser Ansatz 
berücksichtigt nicht den Output, d. h. die Mengen, die nach einer Behandlung nicht recycelt werden konnten.

47 
 
 
 
Fraktion ASN 2012 2013 2014 2015 2016 2017 
Gemischte Siedlungsabfälle 
Restmüll 200301 260.814 254.396 253.225 250.114 252.270 249.135 
Sperrmüll 200307 62.465 46.070 43.917 43.248 42.512 44.130 
Schadstoffe diverse 718 738 748 743 729 766 
Infrastrukturabfälle 
Straßenkehricht 200303 6.162 4.843 3.886 5.322 5.427 5.525 
Sonstige gem. 
Siedlungsabfälle 
200301 
u.a. 9.293 10.492 8.942 9.673 9.815 10.219 
Abfälle aus der 
Kanalreinigung 200306 1.944 1.597 1.868 1.764 1.616 1.370 
Schlämme aus 
Wasserklärung 190805 73.764 75.354 74.815 77.726 77.678 74.952 
Boden & Steine 
(Mineralik Friedhö-
fe) 
200202 0 587 2.444 4.115 3.172 5.247 
Biogene Abfälle 
Bioabfall 200201 33.193 33.350 38.591 37.007 39.409 39.819 
Grünabfälle 200201 9.174 9.491 11.291 9.871 10.467 9.419 
Grünabfälle aus 
Kölner Stadtge-
biet 
200201 24.010 26.207 29.279 22.171 22.743 24.743 
Getrennt gesammelte Wertstoffe 
Altpapier 200101 62.882 62.969 62.728 61.849 62.156 63.396 
Altkleider 200111 0 143 1.881 2.975 3.247 3.546 
E-Schrott diverse 6.191 5.997 6.305 6.519 6.464 6.529 
Altholz 200138 571 10.671 10.590 9.999 9.629 10.350 
Metalle 200140 2.090 2.121 2.176 2.210 2.309 2.378 
Wertstofftonne 150106 22.055 22.812 25.017 25.951 26.664 26.958 
Kunststoffe 200139 72 84 115 162 188 259 
Glas 150107 17.082 17.005 17.338 17.439 18.475 17.840 
Summe 592.480 584.927 595.156 588.858 594.970 596.581 
Kg pro Einwohner 567 560 565 551 550 550 
Tabelle 8: Übersicht über die Entwicklung der Abfallströme 2012 – 2017 in t bzw. kg pro Einwohner 
*ASN = Abfallschlüsselnummer

48 
 
 
8. Umgesetzte Maßnahmen seit 2012 
 
Seit der Veröffentlichung des letzten Abfallwirtschaftsko nzepts der Stadt Köln im Jahr 
2012 wurde seitens Stadt Köln, AWB sowie AVG daran gearbeitet, die dort festgele g-
ten, ambitionierten Zielsetzungen zu erreichen. Ein Schwerpunkt bei der Umsetzung 
lag hierbei auf der Ausweitung von Maßnahmen, mehr Abfälle zu vermeiden, wiede r-
zuverwenden oder zu verwerten. Anlass für die umgesetzten Maßnahmen waren u. a. 
die Ergebnisse der Hausmüllanalyse aus dem Jahr 2012. Die Analyse konnte aufzeigen 
welche Potenziale an Wertstoffen noch im Restabfall vorhanden sind. Um diese Ma ß-
nahmen unter einem Dach zu verbinden, hat die AWB ein Programm mit dem Titel 
„Aktiv für Köln“ initiiert. Inhalt dieses Programms ist die Überprüfung und mit Blick 
auf die Bedürfnisse der Kunden, die weitere Optimierung bzw. Erweiterung der bish e-
rigen Kölner Wertstoffsammelsysteme  sowie die Stärkung der Bemühungen bei der 
Vermeidung von Abfällen. Im Rahmen des Programms wurden 
Budget und Personal durch die AWB bereitgestellt, um Pilot-
projekte und konkrete Kommunikationsma ßnahmen umsetzen 
zu können. Die lachende Weltkugel, Logo des Programms, 
findet sich somit auf einer Vielzahl der nachfolgend beschri e-
benen Maßnahmen wieder.  
Nachfolgend werden die seit 2012 umgesetzten  Maßnahmen in 
den Bereichen Abfallvermeidung (8.1), Abfallverwertung 
(8.2), Beratung und Kommunikation (8.3) sowie Infrastruktur 
(8.4) vorgestellt.  
 
8.1 Abfallvermeidung 
Zahlreiche Maßnahmen belegen, dass neben der Abfalltrennung auch die Abfallver-
meidung immer wieder im Fokus der Bemühungen stand. Neben konkreten Aktionen 
zeigen dies auch die umgesetzten Maßnahmen bei der Beratung und Kommunikation 
(8.3).  
 
Europäische Abfallvermeidungswoche 
Seit 2012 nimmt die AWB mit verschiedenen Schwerpunkten bei der jährlich stattfin-
denden Europäischen Woche der Abfallvermeidung (EWAV) teil. Unter dem Motto 
„Der beste Abfall ist der, der gar nicht erst entsteht“ wurde 2009 auf Initiative der E u-
ropäischen Kommission die Europäische Woche zur Abfallvermeidung ins Leben g e-
rufen. Während der Woche wird im Rahmen von verschiedenen Aktionen in ganz E u-
ropa gezeigt, wie Abfallvermeidung gelebt werden kann und wie Menschen hierfür 
sensibilisiert werden können.  Die AWB hat sich z. B. mit Themen wie „Abfallarmes 
Einkaufen“, „Verschwendung von Lebensmittel n“, „ Nutzen statt Besitzen“ oder 
„Vermeidung von Verpackungsabfällen“ beteiligt. In die Aktionen wurden auch r e-

49 
 
 
gelmäßig die Auszubildenden der AWB einbezogen , um diese für das Thema Abfal l-
vermeidung zu sensibilisieren.  
 
Tipps zur Abfallvermeidung 
Nützliche Tipps zur Vermeidung von Abfällen zu Hause, im Büro oder beim Einkauf 
werden unter anderem auf der AWB Webseite präsentiert. Auf der Seite befinde n sich 
auch die eigens erstell te AWB Re(st)zepte -Broschüre sowie verschiedene Flyer mit 
Hinweisen zur Abfallvermeidung . Alle Informationen stehen zum koste nlosen Down-
load zur Verfügung.  Außerdem werden die Informationen an die Bürgerinnen und 
Bürger an den Beratungsständen verteilt oder per Postwurfsendung gezielt zugestellt. 
 
Online Tauschbörse 
Nach dem Motto „Zum Wegwerfen zu schade“ hat die AWB weiterhin eine kostenlose 
Online Tauschbörse für die Kölner Bürgerinnen und Bürger eingerichtet  
(www.awbkoeln.de/tauschboerse). Über das Portal können gut erhaltene Gegenstände,  
zum Beispiel Möbel oder Bücher , getauscht bzw. verschenkt werden. Jeder Nutzer 
kann auf diese Weise einen aktiven Beitrag zur Abfallvermeidung leisten und so die 
Umwelt schonen. Um die Bekanntheit und damit die Nutzung der Ta uschbörse zu e r-
höhen, hat die AWB über die Zeit diverse Kommunikationsmaßnahmen umgesetzt.  
 
Initiative Coffee to go 
Täglich fallen mehr als 180.000 Einwegbecher für Heißgetränke in Köln an. Viele d a-
von landen in den Straßenpapierkörben oder irgendwo in der Landschaft. Nach einer 
durchschnittlichen Nutzungsdauer von 15 Minuten werden sie zu Abfall. Um dieser 
Verschwendung von Ressourcen und dem täglichen Müllberg entgegen zu wirken, 
wurde ein Expertenkreis aus Teilnehmern der Stadt Köln, der IHK , der AWB und der 
Wirtschaft gegründet. Hier werden Strategien und Handlungskonzepte entwickelt, um 
den Müllberg zu verringern und auf Mehrwegsysteme umzustellen.  Im Jahr 2017 wur-
de das Thema partizipativ beleuchtet und ein gemeinsames Vorgehen abgestimmt. 
Hierbei wurde zunächst eine Zielgruppenanalyse umgesetzt , um die Nutzer besser zu 
verstehen und sie so gezielter ansprechen zu können. Weiterhin wurde ein Pilotversuch 
in dem Backshop des Stadthauses in Deutz  initiiert. Die Beschäftigten und Besucher 
des Stadthause s haben die Möglichkeit , einen Mehrwegbecher käuflich zu erwerben 
oder ihren eigenen Becher befüllen zu lassen. Die Stadtverwaltung möchte hiermit 
bereits zu einem frühen Zeitpunkt des Prozesses  Vorbildfunktion übernehmen. Dane-
ben wurde als erster Schritt eines Kommunikationskonzepts eine Webseite konzipiert, 
über die sowohl Ausgabestellen als auch Konsu menten von Heißgetränken to go se n-
sibilisiert und informiert werden. Kernstück der Webseite ist eine Kartenfunktion, über 
die die Nutzer Ausgabestellen find en können, die Mehrwegbecher für Heißgetränke 
ausgeben bzw. befüllen.  Hierbei werden die in Köln bereits aktiven Mehrwegsysteme 
mit Zustimmung der Unternehmen in der Karte eingebunden.

50 
 
 
8.2 Abfalltrennung und -verwertung 
 
Ausweitung der Biosammlung 
Eine möglichst umfängliche und ökologisch sinnvolle Getrenntsammlung von biog e-
nen Abfällen in Köln für alle Zielgruppen zu realisieren, wurde über die letzten Jahre 
als einer der wesentlichen Schwerpunkte verfolgt. 2013 wurde der Annahmekatalog in 
der Kompostierungsanlage Niehl um gekochte Küchenabfälle aus privaten Haushalten 
erweitert. Weiterhin fanden über den Zeitraum verschiedene Maßnahmen zur Bewe r-
bung der Biotonne statt. Unter anderem wurden in einer zweijährigen Kampagne g e-
zielt Hauseigentümer ohne Bioto nnenanschluss angesprochen. Begleitet wurde dies 
mit einer intensiven Bioabfallberatung im Rahmen von Standaktionen in den jeweil i-
gen Stadtbezirken. Auch in der Wohnungswirtschaft wurde verstärkt für die Biotonne 
geworben. Über die Bemühungen konnte die An schlussquote an die Biotonne von 
knapp 45 % im Jahr 2012 auf fast 60 % Ende 2017 erhöht werden. 
 
 
Abbildung 49: Beratungstand der AWB 
 
Getrennte Sammlung kompostierbarer Friedhofsabfälle 
Das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen hat unter der Federführung der AWB 
im Jahr 20 13 flächendeckend die Abfalltrennung auf den städtischen Kölner Friedh ö-
fen eingeführt. Zu diesem Zweck wurden annähernd 1.000 Behälter für kompostierb a-
re Abfälle auf den Friedhöfen aufgestellt. Antrieb für dieses Abfallkonzept ist die B e-
strebung, Abfälle als Rohstoffe wieder im Stoffkreislauf wirtschaftlich und ökologisch 
sinnvoll einzusetzen. Im Jahr 20 17 konnten ca. 64% der Friedhofsabfälle einer Ko m-
postierung zugeführt und damit der Restmüllanteil deutlich reduziert werden. Weite r-
hin konnten durch die Maßnahmen die Optik auf den Friedhöfen verbessert und die 
Entsorgungskosten gesenkt werden.  
 
Etablierung der stadtweiten Altkleidersammlung 
Die Sammlung und Verwertun g von Altkleidern, Textilien und Schuhen ist nicht nur 
ein weiterer wichtiger Schritt, um die Ziele des AWKs und die Vorgaben des Krei s-

51 
 
 
laufwirtschaftsgesetzes zu erreichen, sondern dient insbesondere dazu , bedürftige 
Menschen mit Kleidung zu versorgen. Den n rund zwei Drittel der Menschheit ist auf 
Secondhand Kleidung angewiesen. Neben der Abgabe der Altkleider  bei den Kölner 
Kleiderkammern und Hilfsorganisationen stehen auch kommunale Altkleidercontainer 
im Stadtgebiet seit 2014 zur Verfügung. Über das gesamte Kölner Stadtgebiet verte i-
len sich zwischenzeitlich über 500 Altklei dercontainer der Stadt K öln. Hiermit ve r-
folgt die Stadt im Wesentlichen vier Ziele. Erstens sollen gemeinnützige Altkleide r-
sammlungen und Kleiderkammern in Köln  vor illegalen Sammlu ngen geschützt we r-
den. Zweitens soll durch den Abzug der illegalen Container aus dem öffentlichen Str a-
ßenland das Stadtbild verschönert werden. Drittens soll über die kommunale Sam m-
lung die Verwertung von Altkleidern gefördert und somit die Restmüllmenge w eiter 
reduziert werden. Schließlich soll en die  erzielten Erlöse  dem Gebührenhaushalt zu 
Gute kommen. 
 
Wertstofftonne  
Wie bereits an verschiedenen Stellen des AWK beschrieben, wurde in 2014 die Wer t-
stofftonne in Köln eingeführt. Das Sammelsystem wird durch  die Bürgerinnen und 
Bürger rege genutzt und ist in Köln zwischenzeitlich etabliert.  
 
Ausbau der Elektroaltgerätesammlung 
Seit 2006 bietet die AWB verschiedene Hol - und Bringsysteme zur Sammlung und 
Erfassung von Altgeräten an. Um die Sammlung kundenorientiert zu optimieren und 
Sammelmengen zu steigern, wurden seit 2013 weitere Maßnahmen im Rahmen von 
„Aktiv für Köln “ initiiert. 40 Kölner Schulen wurden mit Sammelboxen für Elektr o-
kleingeräte ausgestattet und die Schülerinnen und Schüler über die  Sammelmöglich-
keit informiert. Weiterhin wurden die sogenannten E -Tonnen bei Wohnungsgesel l-
schaften sowie öffentli chen Einrichtungen aufgestellt und der Handel angesprochen, 
freiwillige Sammelstellen einzurichten.  Neu ist außerdem, dass  Kleingeräte bei ein em 
Abholauftrag von einem Elektrogroßgerät kostenfrei bereitgestellt werden  können. 
Aufgrund der Vorgaben des im Oktober 2015 novellierten ElektroG werden nun auch  
Photovoltaik-Module und Nachtspeicherheizgeräte durch die AWB an den Wertstoff -
Centern angenommen. Weiterhin hat die AWB Maßnahmen unternommen , um das 
Problem der Beraubung bzw. des Diebstahls von zur Abholung bereitgestellten Elekt-
rogroßgeräten entgegenzuwirken. Se it 2014 werden Warnaufkleber versandt, die vo n 
den Bürgerinnen und Bürgern auf den Altgeräten aufgebracht werden sollen.  
 
Ausbau der getrennten Sammlung an den Wertstoff-Centern  
Die Sammelstellen, die früher den Namen Abfall -Center trugen, sind zu wahren 
„Wertstoff-Centern“ geworden. Hier werden unter anderem Grünschnitt, Metalle, P a-
pier, Kartonagen sowie alle Sammelgruppen von Elektroaltgeräten in separaten Behäl-
tern gesammelt und anschließend einer Verwertung zugeführt. Sukzessive wurde über

52 
 
 
die letzten Jahre die Anzahl der separat gesammelten Stoffe ausgebaut. So werden bei-
spielsweise Bauschutt  (kostenpflichtig), Holz, Hartkunststoffe, Altkleider sowie 
Leichtverpackungen separat an den Wertstoff-Centern angenommen und anschließend 
einer Verwertung zugeführt . Aufgrund steigender Kundenanfragen werden seit 2017 
bei der Schadstoffsamml ung auch Feuerlöscher angenommen.  Um den Bürgerinnen 
und Bürgern die Orientierung vor Ort auf den Wertstoff -Centern zu erleichtern, wurde 
insbesondere die Beschilderung neugestaltet. Dies soll auch dazu beitragen, dass Wert-
stoffe richtig entsorgt und somit die Fehlwürfe minimiert werden. 
 
   
Abbildung 50 und 51: Das neue Farbleitsystem auf dem Wertstoff-Center in Köln-Gremberghoven  
 
Annahme von Kleinmengen Asbest 
Seit 2017 nehmen die AVG Ressourcen am Recyclinghof in Köln-Niehl Kleinmengen 
asbesthaltiger Abfälle unentgeltlich an. Mit dem Bekanntheitsgrad wächst auch die 
Zahl der Anlieferungen. Im Jahr 2017 wurden insgesamt 3,8 t asbesthaltige Abfälle 
angeliefert. 
 
8.3 Beratung und Kommunikation 
Um die Bürgerinnen und Bürger für einen bewussten Umgang mit Abfällen zu sensibi-
lisieren und sich aktiv am Umwelt - und Ressourcenschutz zu beteiligen,  werden ver-
schiedene Medien und Maßnahmen zur Aufklärung genutzt.  
 
Abfall- und Wertstoffkalender 
Die Broschüre rund um die Abfallentsorgung und Stadtsauberkeit wurde in den ve r-
gangenen Jahren inhaltlich und gestalterisch optimiert. Die Themen Abfallvermeidung 
sowie Abfall trennung wurden deutlich ausgeweitet . In logischer Konsequenz nennt 
sich der Abfallkalender jetzt „Abfall- und Wertstoffkalender“. Verbesserungen erfuh-

53 
 
 
ren a ußerdem die Lesbarkeit und Übersichtlichkeit der Broschüre, um schneller den 
passenden Entsorgungsweg zu finden. 
 
Standaktionen 
Die persönliche Beratung vor Ort, zu den verschiedenen Abfallthemen, wurde deutlich 
ausgeweitet. Rund um die Biotonne fand en beispielsweise in 2017 insgesamt 228  
Standaktionen auf Wochenmärkten, in Baumärkten, Einkaufszentren und bei Objekten 
der Wohnungswirtschaft mit über 6.500 Informationsgesprächen statt. Im Rahmen der 
Standaktionen „AWB-Sprechstunde in den Bezirken“  erhalten interessierte Bürgeri n-
nen und Bürger neben der Beratung Werbemittel  z. B. nachhaltige und wiederve r-
wendbare Einkaufstaschen aus 100 % recyceltem Material oder den „kleinen Tren n-
helfer“ mit Informationen zur Mülltrennung.  
 
Internet- und App-Angebote 
Sowohl AWB als auch AVG haben ihre Webauftritte deutlich optimiert. Auch inhal t-
lich wurden die Seiten überarbeitet und so den Kundenwünschen entsprochen. Be i-
spielsweise hat die AWB das Müll ABC, das hilft , den richtigen Entsorgungsweg fi n-
den zu können, überarbeitet. Um den neuen Anforderungen der jungen Generation g e-
recht zu werden, wurden neue Kontakt - und Kommunikationskanäle durch AWB und 
AVG erschlossen. Die AWB bietet eine App für Smartphone Nutzer an, die beispiel s-
weise an das Herausstellen der Tonnen erinnert. Sowohl AVG als auch AWB engagi e-
ren sich außerdem zunehmend stärker im Bereich Social Media.  
 
Erklärvideos 
Neben klassischen Flyern wurden zum Beispiel im Jahr 2015 sogenannte Erklärvideos 
konzipiert, die auf einfache und sympathische Art zeigen, wie die getrennte Sammlung 
von Abfällen für die vier Fraktionen Papier, Wertstoffe, Bio und Restmüll in Köln 
funktioniert ( www.awbkoeln.de/richtig-trennen). Um diese Videos der Öffentlichkeit 
bekannt zu machen, erfolgte eine begleitende Aufklärungskampagne in verschiedenen 
Kölner Medien wie Radio Köln, Köln  TV und auf den In foscreens in den KVB -
Haltestellen sowie online auf YouTube, auf der Internetseite www.koeln.de und auf 
www.radiokoeln.de.  
 
Multivision e.V. „REdUSE“ 
Das bundesweite Projekt  „REdUSE“ behandelt u.  a. die Themen Ressourcenschutz,  
Abfallvermeidung sowie Recycling und geht über eine Laufzeit von ca. drei  Jahren. 
Die AWB beteiligt sich aktiv an dem Projekt . Durch eine Multivisionsshow und eine 
sich anschließende Diskussion  werden die Sc hüler für die Themen sensibilisiert und 
zur aktiven Mitarbeit  angeregt. In Köln fanden 2016 und 2017 Veranstaltungen für 
Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren in zwei weiterführenden Schulen statt.

54 
 
 
 
Gestaltung der Abfallbehälter 
Die Gestaltung der Abfallbehälter wurde optimiert, so dass Mülltrennung noch einfa-
cher wird. Alle neuen Abfallbehälter haben ein einheitliches Design mit Logo, Tel e-
fonnummer und Abfuhrtag. Zudem wird mit aufgedruckten Piktogrammen dargestellt, 
welche Abfälle in die jeweilige Tonne gehören. 
 
    
Abbildungen 52, 53, 54 und 55: Neugestaltung der Sammelbehälter 
 
Umweltpass 
Der Umweltpass ist ein Instrument zur Darstellung und zum Vergleich der Abfallsitua-
tion in Wohnanlagen. Er wurde eingeführt, um Optimierungspotentiale aufzuzeigen 
und erste Ansätze eines Abfallmanagements  abzuleiten. Er dient der gezielten Ko m-
munikation mit den Mietern, um das Trennverhalten und die Abfallsituation zu verbes-
sern und das Umweltbewusstsein zu schärfen. 
 
 
 
 
 
 
 
Abbildung 56: Umweltpass für die Wohnungswirtschaft 
 
8.4 Infrastruktur 
 
Gestaltungshandbuch der Stadt Köln  
Das Stadtraummanagement der Stadt Köln hat Mitte 2017 ein neues Gestaltungshan d-
buch für den öffentlichen  Raum vorgelegt, das im Dezember 2017 im Rat besch lossen 
wurde ( https://ratsinformation.stadt-koeln.de/getfile.asp?id=618414&type=do&).

55 
 
 
Hiermit wird das Ziel verfolgt, einen schnellen und umfassenden Überblick zu den 
Anforderungen an die Gestaltung, Sauberkeit und Instandhaltung im öffentlichen 
Raum zu gewähren. Die vielen unterschiedlich gestalteten Plätze u nd Orte im Kölner 
Stadtgebiet sollen durch eine gleichmäßige Grundgestaltung in den allgemeinen ö f-
fentlichen Räumen wieder miteinander verbunden werden. Dies soll sich auch bei der 
Stadtmöblierung und im Besonderen auch bei den Abfallbehältern wiederspiege ln. Die 
Verantwortlichkeit für alle öffentlichen Abfallbehälter liegt bei der AWB . Bei der Be-
schaffung von neuen Elementen der Stadtmöblierung stellt das Gestaltungshandbuch 
für die AWB die wesentliche Maßgabe. Im Gestaltungshandbuch werden zudem wich-
tige Grundregeln zur Art und Weise der Aufstellung, zur Reinigung und zur Reparatur 
der Behälter festgehalten. Damit wird die Qualität des öffentlichen Raumes im Laufe 
der Zeit kontinuierlich erhöht. 
 
Papierkörbe 
Auch im Bereich der Stadtreinigung wurden versch iedene Maßnahmen durchgeführt, 
die dazu beitragen, dass in Köln die Lebensqualität weiter verbessert wird. Die Papie r-
korbdichte im öffentlichen Straßenland und in Grünanlagen wurde ausgebaut und in 
diesem Zusammenhang auch zusätzliche Hundekottütenspende r installiert. Von 2014 
bis 2017  wurden die Anzahl der Papierkörbe im öffentlichen Straßenland und den 
Grünanlagen insgesamt um über 1.000 Papierkörbe und mehr als 400 Hundekottüte n-
spender erhöht. Mit Stand Dezember 2017 stehen  14.185 Papierkörbe im öffentli chen 
Straßenland, davon 816 Papierkörbe mit Hundekottütenspender (HKTS). In den Grü n-
anlagen und Parks stehen nochmals 7.127 Papierkörbe mit 62 0 HKTS. In Summe 
ergibt dies deutlich über 21.300 Papierkörbe für Köln. 
 
     
Abbildungen 57, 58 und 59: Papierkorb Colonia und das eingesetzte Modell in Grünanlagen 
 
Pilotversuch Pfandringe 
Pfandring, Pfandlaterne, Pfandkiste oder Pfandregal sind Beispiele, wie in verschiede-
nen Städten Bedürftigen Pfandgebinde im öffentlichen Raum bereitgestellt werden. Im 
Rahmen eines Pilotversuchs wurde für Köln untersucht, welchen Einfluss diese Sys-
teme auf die Stadtsauberkeit sowie auf die Abfallmenge der Papierkörbe im öffentli-
chen Raum haben . Mit der Analyse wurde ein unabhängiges Institut  beauftragt. Die

56 
 
 
Ergebnisse wurden im Fachausschuss präsentiert ( https://ratsinformation.stadt-
koeln.de/getfile.asp?id=544166&type=do&). Die Analysen haben gezeigt, dass sich 
aktuell (auch ohne Pfandsammelsysteme) nur noch geringe Mengen an bepfandeten 
Gebinden im Papierko rbmüll befinden. Beide Pfandsam melsysteme (Pfandring und 
Pfandlaterne) führen zu einer geringfügig weiteren, aber nicht signifikanten Abschö p-
fung bepfandeter Gebinde aus dem Papierkorb müll. Bezüglich der Sauberkeit hat sich 
an den Standorten von Papierkörben mit Pfand ringen eine leicht höhere Verschmu t-
zung gezeigt (Flüssigkeiten, Zigaretten, Kaugummis,). Weiterhin hat die Analyse g e-
zeigt, dass sich durch die Montage der Pfandringe an d en Papierkörben die Handlings-
zeit bei der Papierkorbleerung um ca. 30 % erhöht.  Aufgrund dieser Ergebnisse wurde 
der Pilotversuch beendet und die Pfandringe demontiert. 
 
Austausch der Glascontainer 
Um wirksame Maßnahmen zum Lärmschutz umzusetzen und gleichzeitig das Stad t-
bild zu verbessern, wurden die alten Depotcontainer durch den Auftragnehmer der d u-
alen Systeme f lächendeckend ausgetauscht. Standorten mit besonderer Bedeutung er-
hielten zudem moderne, optisch ansprechende Glassäulen und Unterflurcontainer.

57 
 
 
9. Förderung der Abfallvermeidung und Verwertung 
 
Vor dem Hintergrund der dargestellten Zielsetzungen soll die Vermeidung und Ve r-
wertung von Abfällen in Köln weiter gefördert werden. Hierfür werden in den näch s-
ten Jahren die folgenden Maßnahmen umgesetzt bzw. vorab geprüft. Diese betreffen 
die Themen Abfallvermeidung (9.1), Abfallverwertung (9.2),  Beratung und  Kommu-
nikation (9.3) sowie Infrastruktur (9.4). 
 
9.1 Abfallvermeidung  
Die Stadt Köln sieht sich zum nachhaltigen Handeln verpflichtet. Um die Ziele einer 
echten Kreislaufwirtschaft im Sinne von Circular Economy  zu erreichen , bedarf es 
weiterer Anstrengungen und wesentliche Änderungen des Verbrauchs - und Konsum-
verhaltens. Repair Cafe´s oder Second-Hand-Läden in Köln sind ein guter Ansatz . 
Sinnvolle Aktionen und Initiativen, die sich für Abfallvermeidung in Köln einsetzen, 
sollen zukünftig noch zielgerichteter bei der Ausübung ihrer Tätigkeit unterstützt we r-
den. So sollen beispielsweise die Kommunikationskanäle der Stadt und AWB genutzt 
werden, um auf diese Unternehmungen sowie auf nützliche Tipps für mehr Abfallve r-
meidung hinzuweisen. Über gezielte Kommunikationsmaß nahmen sollen die Kölner 
Konsumenten sensibilisiert und informiert werden, so dass weniger Abfall entsteht. 
Nachfolgend werden exemplarisch erste Überlegungen von Maßnahmen dargestellt. 
Diese sowie weitere Ansätze werden im Rahmen eines Abfallvermeidungs leitfadens 
für Köln bewertet und konkret geplant. 
 
Lebensmittelverschwendung 
In Deutschland wird jedes achte Lebensmittel nach Informationen der Bundesregi e-
rung weggeworfen. Das sind elf Millionen Tonnen Lebensmittel jedes Jahr. Deutsc h-
land hat sich mit den Vereinten Nationen das Ziel gesetzt, diese Menge bis 2030 auf 
die Hälfte zu reduzieren. Initiativen wie  www.lebensmittelwertschaetzen.de oder 
www.foodsharing.de tragen hierzu bei. Neben Aufklärungsarbeit werden verschiedene 
Aktionen organisiert , um einen verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln zu 
fördern. Auch andere Initiati ven, wie der Ernährungsrat Köln leisten hierbei in Köln 
einen wichtigen Beitrag.  Auch die Stadt Köln möchte hier weitere sinnvolle Maßnah-
men gezielt umsetzen und fördern. 
 
Verpackungen 
Über die letzten Jahr e ist die Menge der Verpackungen kontinuierlich gestiegen. In 
den Supermarktregalen finden sich Produkte, die mehrfach verpackt werden , um a t-
traktiv für den Konsumenten zu sein. Gegenbewegungen gibt es in den sogenannten 
„Unverpackt Läden“, die Produkte ohne Verpackungen anbieten. Aber auch in anderen 
Supermärkten und auf Wochenmärkten versucht man Lösungen zu entwickeln, um die

58 
 
 
Menge an Verpackungen zu reduzieren.  So bieten viele Einzelhändler bereits keine 
kostenlosen Plastiktüten mehr an.  Diese Initiativ en sollen in Köln weiter gefördert 
werden.  
Eine besondere Verpackung ist die „to go“ Verpackung. I mmer mehr wird unterwegs 
konsumiert. Dieses veränderte Verhalten hat einen verstärkten Einfluss auf die Menge 
der Abfälle in den Straßenpapierkörben sowie auf der Straße. Erste Schritte wurden im 
Bereich Coffee to go umgesetzt, diese werden in Zukunft fortgeführt und ausgeweitet , 
um auf diese Weise nachhaltig Einwegbecher einzudämmen und Mehrwegsysteme zu 
fördern. Dies erfolgt insbesondere durch gezielte Sen sibilisierungs- und Kommunika-
tionsmaßnahmen. Die Stadt Köln wird hierbei als Vorbild fungieren und wo sinnvoll 
und möglich, stadtintern Mehrweg-Gebote umsetzen. Sich bei dem Thema jedoch nur 
auf Heißgetränke to go zu konzentrieren , wird der Problematik nic ht gerecht. Auch 
andere Getränke und Speisen werden unterwegs oder bei Veranstaltungen konsumiert 
und deren Einwegverpackungen nach nur kurzer Nutzung entsorgt. Die Stadt möchte 
dazu beitragen, nachhaltige Lösungen zu fördern. 
 
Abfallvermeidung im Gewerbe 
Auch Gewerbebetriebe können Abfälle reduzieren. Neben der konsequenten Umset-
zung der Gewerbeabfallverordnung werden die Unternehmen zielgerichtet informiert , 
wie sie ihre  Abfallmengen weiter reduzieren können.  Möglichkeiten stellen hierbei 
Maßnahmen der Öf fentlichkeitsarbeit und Beratung, freiwillige Selbstverpflichtungen 
oder die Herausgabe von Handlungsleitfäden bzw. Best Practice Beispielen dar. 
 
Nutzung statt Eigentum, Reparaturen und Second-Hand 
Ein gute r Weg zur Abfallvermeidung stellen Lösungen dar, die nicht d as Eigentum  
sondern die Nutzung von Produkten in den Vordergrund stellen. Neben Leih angeboten 
für Autos und Fahrräder tragen auch solche für Mehrweggeschirr oder Werkzeuge d a-
zu bei, Ressourcen zu schonen . Auch Reparatur- und Second Hand -Angebote tragen 
dazu bei, dass Produkte länger genutzt und so Ressourcen eingespart werden.  Beispie-
le hierfür sind die Repair Cafés oder die Gebrauchtwarenkaufhäuser  in den Veedeln . 
Vor diesem Hintergrund soll ein digitaler Wegweiser umgesetzt werden, der über eine 
Karte Möglichkeiten anzeigt , Gegenstände zu leihen, zu tauschen, zu reparieren, zu 
spenden oder Second Hand zu erwerben. Auf diesem Portal können zusätzlich weitere 
relevante Informationen zu Initiativen und Aktionen vermittelt werden. 
 
Kommunikationsmaßnahmen 
Weitere Maßnahmen betreffen die Nutzung von verschiedenen Kommunikationsmit-
teln, um Bürgerinnen und Bürger n die Wichtigkeit des Themas Abfallvermeidung n ä-
her zu bringen. Diese werden unter 9.3 dargestellt.

59 
 
 
 
9.2 Abfalltrennung und -verwertung 
Um weitere Wertstoffe aus der derzeitigen Restmüllfraktion zu separieren bzw. g e-
trennt zu erfassen, sind verschiedene Maßnahmen notwendig. Zunächst ist es wichtig , 
den Kölner Bürgerinnen und Bürgern weiterhin bedarfsgerechte und kundenfreundl i-
che Entsorgungssysteme zur Verfügung zu stellen , um Abfälle leichter zu trennen . 
Geplante Anpassungen, u. a. auf Basis der Ergebnisse der Hausmüllanalys e 2015 / 
2016 (siehe 7.2) werden nachfolgend für die einzelnen Stoffströme vorgestellt.  
 
Restmüll 
Zur Überprüfung der ordnungsgemäßen Gebührenverteilung werden in regelmäßigen 
Abständen abfallwirtschaftliche Kenndaten wie Füllgrad und Behälterinhaltsgewichte 
untersucht. Hierbei ist zu prüfen , ob der Mindestbehältermaßstab reduziert werden 
kann, um so weitere Anreize für mehr Mülltrennung zu geben. Auch bei der RMVA ist 
eine weitere Separierung des Stoffstroms  ggf. zukünftig sinnvoll.  Aus dem Res t-
müllstrom werden bereits seit Inbetriebnahme der RMVA FE -Metalle ausgeschleust 
und der Wiederverwertung zugeführt. Außerdem hat die AVG geprüft, ob auch Kunst-
stoffabfälle aussortiert werden könn en. Grundsätzlich wäre eine Ausschleusung def i-
nierter Kunststoffarten (z. B. PP, PE oder HDPE) durch Umbau in der Vorschaltanlage 
und Einsatz von NIR -Technik (Nahinfrarot) technisch möglich. Eine Realisierung e i-
ner solchen Einrichtun g würde aber voraussetzen, dass ein Markt und ein positiver 
Marktwert für diese Stoffe besteht, um eine solche Maßnahme auch wirtschaftlich u m-
setzen zu können. Die zukünftige Marktentwicklung bleibt abzuwarten. 
 
Straßenabfälle 
Mengen aus wilden Müllablagerungen (Littering) werden heute zu einem überwiege n-
den Teil in der RMVA entsorgt. Verwertbare Fraktionen, wie Metalle und E -Schrott, 
werden bereits heute möglichst separiert. Ziel ist es jedoch , die Erfassung und somit 
die Verwertung weiter zu op timieren. Hierfür werden betriebliche Optimierungen 
durch die AWB umgesetzt.  Auch die Straßenpapierkorbabfälle werden heute in der 
RMVA entsorgt. Zukünftig soll die Sammelmenge bei der AVG Ressourcen sortiert 
und nach Fraktion en verwertet werden. Hierfür s ind ebenfalls logistische Optimierun-
gen von Seiten der AWB notwendig, so dass beispielsweise Abfälle nicht mit Laub 
vermischt werden. Hi ntergrund ist, dass Nahinfrarotgeräte in der Sortieranlage nicht 
zwischen Zellstoff aus Papier und Zellstoff aus Laub differenzieren können, so dass es 
zu einer Vermischung dieser beiden Fraktionen kommt. Bei Straßenkehricht ist eben-
falls eine weitere Verwertung grundsätzlich möglich. Je nach Jahreszeit ist jedoch die 
Zusammensetzung des Materials sehr unterschiedlich . Während im Winter ein großer 
Anteil Mineralik im Stoffgemisch ist, ist in der Herbstzeit insbesondere Laub im Str a-
ßenkehricht vor handen. Insofern sind diese Fraktionen logistisch durch die AWB zu 
steuern, um eine stoffliche Verwertung, dort wo es sinnvoll erscheint, umsetzen zu

60 
 
 
können. Je nach Zusammensetzung soll der Stoffstrom in der Anlage der AVG Re s-
sourcen in Köln-Heumar bzw. in Köln-Niehl behandelt werden.  
 
Bioabfall  
In Köln sind bereits 59,4 % der Grundstücke an die Biotonne angeschlossen . Mit den 
aktuellen Sammelmengen können die sehr ambitionierten Vorgaben des Landes und 
des Bundes im Bereich der Biosammlung noch nicht ganz erreicht werden. Die Stadt 
möchte weiter daran arbeiten , die Biosammlung in Köln auszuweiten.  Insbesondere 
viele Gartenbesitzer verfügen bereits über eine Biotonne, nutzen diese jedoch zu einem 
überwiegenden Teil nur für ihre Grünabfälle . Wichtig ist es nun , das zeigen auch die 
Ergebnisse der Hausmüllanalyse,  die Bürgerinnen und Bürger  vom Trennen ihrer K ü-
chen- und Lebensmittelabfälle zu überzeugen.  Deshalb ist die Biotonne weiterhin ein 
Schwerpunkt in der Bürgerberatung und der Kommunikation. Die umgesetzten Maß-
nahmen haben auch zum Ziel , eine weiterhin hohe Input -Qualität der Bioabfälle zu 
gewährleisten, um den Anfo rderungen des Düngemittelrechts zu genügen. Hierfür 
werden weitere Aufklärungs- und Informationskampagnen, die kostenfreie Ausgabe 
von Vorsortiergefäßen, Zusatzleerung en/ -Behälter, die Öffnung der Biotonne für 
kompostierbare Papiersäcke zur Vorsammlung sowie die Ausweitung von Kontrollen 
vor Ort und die Umrüstung der Kompostierungsanlage weiter geprüft.  
 
Altpapier, Wertstofftonne und Altkleidersammlung 
Nach wie vor wird ein nicht unerheblicher Teil an Altpapier (9 % laut Hausmüllanaly-
se) sowie Kunststoffe, Metalle und Verbunde (10 %) über die Restmülltonne entsorgt. 
Altpapier ist ein wichtiger Rohstoff. Über vertriebliche Maßnahmen soll die A n-
schlussquote an die Papiertonne weiter erhöh t und zusätzliche Mengen aus dem Klein-
gewerbe generiert werden. Das System der gemeinsamen Wertstofferfassung von Stadt 
und dualen Systemen über die Wertstofftonne soll möglichst, im Rahmen des im Jahr 
2017 novellierten Verpackungsgesetztes (VerpackG) , fortgeführt  werden. Um die 
Qualität des Materials sicherzustellen , werden geeignete Kontrollmechanismen umg e-
setzt. Auch das etablierte System der Altkleidersammlung wird weitergeführt. 
 
Elektroaltgeräte 
Durch die zunehmende Digitalisierung ist zu erwarten, dass die Menge an Elektroal t-
geräten weiter steigt. Um hier für d ie Bürgerinnen und Bürger komfortable Sammel-
systeme für Kleingeräte bereitzustellen, werden kommunale E -Schrott-Behälter der 
AWB bei der Wohnungswirtschaft und in öffentlichen Verwaltungen aufgestellt. We i-
terhin werden zusätzliche Behälter an den Kölner Bildungseinrichtungen, d. h. Schulen 
und Hochschuleinrichtungen aufgestellt. Über Interessensgemeinschaften werden G e-
schäfte gesucht, die eine freiwillige Sammelstelle für Elektrokleingeräte  anbieten. Die 
Sammelbehälter werden von der AWB zur Verfügung gestellt . Die Kommunikation

61 
 
 
und Öffentlichkeitsarbeit wird bei  dem Thema deutlich ausgeweitet  und auf diese 
Weise beispielsweise die Abgabemöglichkeiten bekannter gemacht.  
 
Schadstoffe  
Für die Entsorgung der Schadstoffe werden neben der Sammlung an den Wertstoff-
Centern, weiterhin mobile Sammlungen über Schadstoffmobile genutzt. Dieses System 
wird in den nächsten Jahren weiter optimiert (Standorte, Kommunikation, etc.) 
 
Baustellen- und Gewerbeabfälle 
Auch im Bereich der Gewerbeabfälle wird die Stadt weiterhin ihren Beitrag zur U m-
setzung der gesetzlichen Vorgaben leisten. Dies betrifft insbesondere die Umsetzung 
der Gewerbeabfallverordnung sowie des Verpackungsgesetzes, so dass Abfälle mö g-
lichst stofflich verwertet werden. 
 
9.3 Beratung und Kommunikation 
Um die Bürgerinnen und Bürger  von der Wichtigkeit der Abfall vermeidung und -
trennung zu überzeugen, bedarf es weiterhin umfassender Informations- und Sensibili-
sierungsmaßnahmen. Information und Aufklärung soll zielgruppenspezifisch unter zu 
Hilfenahme geeigneter Kommunikationsmedien erfolgen. Der appellative und partiz i-
pative Ansatz, der aktuell verfolgt wird, soll beibehalten werden. N egativen Effekten, 
die sich aus der verstärkten Ausrichtung auf Abfallvermeidung und –verwertung erge-
ben könnten, ist bestmöglich entgegen zu wirken. Hierzu sind vielfältige Maßnahmen 
und eine gute Vernetzung relevanter Akteure notwendig. 
 
Sensibilisierung 
Im Sinne der Stadtsauberkeit ist es wichtig, dass nicht durch fehlgeleitete Anreize zur 
Abfallvermeidung Abfälle in den öff entlichen Raum verlagert werden und beispiel s-
weise in den Straßenpapierkörben oder als Littering wieder auftauchen. Zudem ist n e-
ben der Sammelmenge bei der Abfalltrennung auch die Qualität der gesammelten 
Wertstoffe von großer Bedeutung. Zur stofflichen Ve rwertung ist eine gute Separi e-
rung an der Anfallstelle eine wichtige Maßnahme. Aber auch bei gemischt gesamme l-
ten Wertstofffraktionen ist eine Vermeidung von Fehlwürfen wichtig für die spätere 
Recyclingfähigkeit. Insofern gilt es, direkt bei den Bürgerinnen und Bürger anzusetzen 
und ein Bewusstsein für Sauberkeit und Mülltrennung zu schaffen.  
 
Multiplikatoren  
In Ergänzung zu den zah lreichen, hier aufgeführten Aktivitäten der AWB sind weiter-
gehende Möglichkeiten der Übernahme von Verantwortung zu prüfen. Ein möglicher 
Ansatz hierzu ist die Ausbildung der Stadtteilkümmerer in abfallwirtschaftlichen Fr a-

62 
 
 
gestellungen sowie der gezielte Aufbau von Veedelsmanagern. Insbesondere in sozi a-
len Hotspots können diese Multiplikatoren abfallwirtschaftliche Problemstelle n frü h-
zeitig erkennen und auf Lösungen hinwirken.  
 
Partizipation  
Die Einbindung der Bürger innen und Bürger  ist ein wichtiger Bestandteil für eine e r-
folgreiche Abfallwirtschaft. Als Beispiel für die Umsetzung dient „Chorweiler macht’s 
vor“, das in 2017 in  Zusammenarbeit mit dem Bezirksrathaus, den Wohnungsbauu n-
ternehmen, der AWB und weiteren Akteuren abgestimmt wurde und in 2018 umg e-
setzt wird. Das Ziel des Projekts ist es u. a. , das Trennverhalten der Bürgerinnen und 
Bürger zu verbessern und so mehr Werts toffe über die Papier - und Wertstoffbehälter 
einer Verwertung zuzuführen. Durch die Beteiligung verschiedener Gruppen aus Ki n-
dergärten sowie Jugend- und Senioreneinrichtungen soll das Bewusstsein für die U m-
welt - insbesondere bei den Themen Sauberkeit, Ent sorgung und Verwertung - ge-
schärft werden. 
Zur Förderung des Engagements  von Kölner Bürgerinnen und Bürger werden Initiat i-
ven systematisch unterstützt, die Abfalltrennung, den sparsamen Umgang mit Re s-
sourcen sowie eine Verbesserung der Stadtsauberkeit ermö glichen. (s. auch 6.2). Hie r-
bei werden Möglichkeiten der Digitalisierung zur Steigerung der Eigenverantwortung 
und Hilfe zur Selbsthilfe zielgerichtet eingesetzt.  
 
Kontrolle der Umsetzung 
Vor Ort ist weiterhin darauf hinzuwirken, dass die Grundsätze des K reislaufwirt-
schaftsgesetzes Anwendung finden. Dies wird durch die Umsetzung des Mindestbehäl-
termaßstabs unterstützt. Um Fehlwürfe zu minimieren , werden zudem gezielt Tonnen 
vor der Abfuhr kontrolliert und auf Korrekturen hingewirkt. 
 
9.4 Infrastruktur 
 
Öffentliche Abfallbehälter 
Die Stadt Köln legt Wert darauf, dass die öffentlichen Abfallbehälter sich bedarfsge-
recht am Nutzerverhalten der Bürger innen und Bürger  orientieren. Da Köln in den 
nächsten Jahren weiter wächst, wird dies eine weitere Steigerung der öffentlichen B e-
hälter erfordern. Die zusätzlichen Standorte für die Straßenpapierkörbe, Papierkörbe in 
Grünanlagen, Unterflurbehälter n sowie Altkleidercontainern werden zwischen Stadt 
Köln und AWB bzw. bei den Glascontainern zwischen Stadt Köln und dua len Syste-
men abgestimmt. Hierbei sollen auch die Eingliederung in den Stadtraum sowie die 
Vermeidung von wilden Müllablagerungen besonders berücksichtigt werden.

63 
 
 
Neuer AWB Betriebshof 
Durch die geplante Erweiterung der Fachhochschule in Deutz muss der bisherige Be-
triebshof Gießener Str., zuständig für die Sauberkeit im rechtsrheinischen Köln, in die 
Christian-Sünner-Str. verlegt werden. Bis Mitte 2020 muss der komplette Umzug 
stattgefunden haben. Die Vergabe des Bauvorhabens erfolgt im Jahr 2018. Baubeginn 
des neuen Betriebshofes ist für Anfang 2019 vorgesehen. Die geplante Bauzeit beträgt 
etwa 1,5 Jahre. Der Betriebshof wird hierbei nach den Stand der Technik und den b e-
trieblichen Erfahrungen der AWB unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspe k-
ten wie z. B. Photovoltaik, Fernwärme geplant. Damit werden die gesetzlichen Anfo r-
derungen des Energie -Einsparungsgesetztes deutlich unterschritten. Auch wird der 
zukünftige Einsatz einer Elektromobilität der AWB in der Planung berücksichtigt. 
Damit wird ein weiterer Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz geleistet. 
 
Drittes Wertstoff-Center 
Die Konzentration auf zwei Wertstoff-Center (WSC), führt für die Kölner Bürgerinnen 
und Bürger zu längeren Anfahrtswegen und Wartezeiten vor den WSC. Die Auswe i-
tung der g etrennt zu sammelnden Fraktionen zur Verwertung und die neustrukturierte 
Sortierung der E-Schrott-Gruppen haben trotz Anpassungen der Öffnungszeiten in den 
letzten Jahren zudem längere Aufenthaltszeiten auf den WSC zur Folge. Im Rahmen 
einer repräsentative n Kundenzufriedenheitsanalyse der privaten Haushalte von Mai 
2017 wurde die Entfernung zum WSC als kritisch bewertet. Insbesondere in den zen t-
ralen Stadtbezirken Innenstadt, Mülheim, Rodenkirchen und Lindenthal sind die Z u-
friedenheitswerte mit der Entfernu ng zum nächsten Wertstoff -Center deutlich geringer 
als im Norden und Süden der Stadt. Neben d iesen Anforderungen werden auch die 
Abfall- und Wertstoffmengen in Köln in den nächsten Jahren weiter wachsen. In 201 7 
wurden über 50.000 t Abfälle über die beiden  Wertstoff-Center erfasst. Diese Mengen  
werden insbesondere aufgrund der Bevölkerungsentwi cklung weiter zunehmen. Bis 
2027 wird die Anzahl der Einwohner um weitere 100.000 P ersonen auf 1,15 Mio. 
Einwohnern ansteigen. Dies lässt eine Mengensteigerung von etwa 10 % erwarten. Um 
eine Annahme und Verwertung für die Mengen aus dem Bringsystem für alle Abfall - 
und Wertstofffraktionen zu sichern, sind frühzeitig geeignete Maßnahmen vorzuneh-
men. 
 
Anforderungen an Fahrzeuge 
Der Anstieg des Verkehrsaufkommens führt zu Feinstaubbelastungen und insbesond e-
re in den Wintermonaten zu r Überschreitung der Grenzwerte für NOx. Ziel der AWB 
ist es, weiter Emissionen zu reduzieren. 
 
Veränderungen durch Digitalisierung 
Auch Städte und die kommunale Abfallwirtschaft stehen vor den Herausforderungen 
der Digitalisierung. Mit Blick darauf sind die Möglichkeiten zur Vernetzung und E r-

64 
 
 
leichterung von Kommunikation zu nutzen. Das Gesetz zur Förderung der elektron i-
schen Verwaltung  (E-Government-Gesetz, kurz  EGovG) liefert den entsprechend en 
Handlungsrahmen. 
 
Restmüllverbrennungsanlage  
Die Realisierung einer Kunststoffabscheidung in der Vorschaltanlage der RMVA setzt 
entsprechende Marktentwicklung en für diese Kunststoffe voraus . Es ist ferner vorge-
sehen, aus der RMVA zusätzlich Wärme auszukoppeln, um die zu realisierende Ve r-
gärungsanlage einschließlich der Biogasaufbereitungsanlage hiermit zu versorgen.  
 
Neubau Vergärungsanlage  
Den Vorgaben des Landesabfallwirtschaftsplanes folgend , soll in Köln ein Teil der 
Bioabfälle kaskadisch genutzt werden. 
 Diese Abfälle werden daher zunächst einer Vergärung zugeführt , um Methan zu 
erzeugen, das nach anschließender Aufbereitung in das Erdgasnetz eingespeist 
wird. 
 Im Anschluss an die Vergärung werden die Gärreste der Kompostierungsanlage 
zugeführt und dort zu Kompost verarbeitet. 
 
Hierzu errichtet die AVG auf einem Nachbargrundstück der Kompostierungsanlage 
eine Vergärungsanlage mit zunächst einer Kapazität von 20.000 t./a bestehend aus  ei-
nem Fermenter, einem sogenannten Abklingbecken und  einer Biogasaufbereitungsan-
lage, die das erzeugte Gas zu einspeisefähigem Biomethan aufbereitet.  
Das Gas wird  anschließend über eine Biogas -Einspeisestation, die von der  Rheini-
schen Netztgesellschaft( RNG) errichtet wird , in das örtliche Erdgasnetz eingespeist.  
Die unmittelbare Nähe zur Kompostierungsanlage bietet de n Vorteil, dass vorhandene 
Aufbereitungskomponenten in der Annahme - und Aufbereitungshalle der Komposti e-
rungsanlage genutzt werden können . Die Anlagenkomponenten sind so vordimensi o-
niert, dass zu einem s päteren Zeitpunkt auch ein zweiter Fermenter installiert und d a-
mit die Vergärungsleistung erhöht werden könnte. Dies setzt allerdings voraus, dass 
über den gesamten Jahresverlauf hinweg , eine ausreichende Menge Bioabfälle zur 
Verfügung steht. Hier bleibt die Entwicklung der Bioabfallsammlung abzuwarten.  Mit 
dem Bau der Anlage wurde im November 2017 begonnen. Die Inbetriebnahme ist im 
1. Halbjahr 2019 vorgesehen. Wie die Kompostierungsanlage soll auch die Verg ä-
rungsanlage von der AVG Kompostierung betrieben werden. 
 
Deponie Vereinigte Ville 
Die Deponie  Vereinigte Ville befindet sich im Rhein -Erft-Kreis und wird von der 
AVG seit 1998 im Auftrag der Stadt Köln erfolgreich betrieben. Unmittelbar angre n-

65 
 
 
zend befinden sich zwei weitere von Dritten betriebene Deponien. Die Deponie Verei-
nigte Ville stellt die Entsorgungssicherheit für mineralische Abfälle als DK II -Deponie 
für Köln und die Region sicher. Da sich die Deponievolumina landesweit verringern, 
ist die Schaffung neuen Deponievolumens zur Gewährleistung der Entsorgungssicher-
heit angezeigt. Daher beabsichtigen alle drei Deponiebetreiber am Standort, die Dep o-
nien zu erhöhen, so neues Deponievolumen zu generieren und eine insgesamt aufe i-
nander abgestimmte Oberfläche zu gestalten. Eine entsprechende Realisierung e rfor-
dert für die AVG voraussichtlich den Bau einer Zwischenabdichtung zum bisherigen 
Deponiekörper. Mit der vorgesehenen Erhöhung wird für Köln und die Region , Ent-
sorgungssicherheit für mineralische Abfälle, vorzugsweise der Deponieklasse II, für 
die nächsten 30 bis 40 Jahre geschaffen.  
Es ist beabsichtigt, im Jahr 2018 das erforderliche Planfeststellungsverfahren einzule i-
ten. Die notwendigen Abstimmungsprozesse mit den politischen Gremien sowie im 
Rahmen der Bürgerbeteiligung werden rechtzeitig vorgenommen. Da die Deponie seit 
den 70-iger Jahren bis 2005 als Hausmülldeponie genutzt wurde und dort in diesem 
Zeitraum organische Abfälle abgelagert wurden, entsteht neben Deponiegas auch o r-
ganisch belastetes Sickerwasser, das gereinigt wird.  Das Deponiegas wird erfasst und 
in einem BHKW auf der Deponie zur Erzeugung von Strom und Wärme genutzt.  Das 
Sickerwasser wird in einer biologischen und einer adsorptiven Stufe gereinigt. Zur 
weiteren Optimierung der Reinigung wird die Sickerwasserreinigungsanlage im J ahr 
2018 um eine weitere biologische Stufe ergänzt. 
 
Phosphor-Recycling 
Der Deutsche Bundestag hat am 29.06.2017 die „Verordnung über die Neuordnung 
der Klärschlammverwertung“ verabschiedet. Die Verordnung beendet langfristig die 
bodenbezogene Verwertung v on Klärschlämmen aus großen Kläranlagen und regelt 
den Einstieg in ein umfassendes Phosphor -Recycling, damit dieser nicht zu substitui e-
rende Nährstoff dem Stoffkreislauf erhalten bleibt. Der Gesetzgeber legt hierzu Fristen 
von 15 Jahren für die Betreiber v on Kläranlagen mit mehr als 50.000 Einwohnerwe r-
ten (EW) bzw. 12 Jahre für Anlagen mit mehr als 100.000 EW fest. Ein Phosphorr e-
cycling kann entweder auf der Kläranlage erfolgen oder aus der Asche. Jedoch werden 
bisher bei der Rückholung aus dem Nassschlamm (auf der Kläranlage) bislang keine 
hohen Recyclingquoten erreicht. 
Vor dem Hintergrund, dass Verfahren zur Phosphorrückgewinnung aktuell noch in 
Forschungsvorhaben entwickelt und erprobt werden, eine großtechnische Umsetzung 
jedoch allenfalls vereinzelt er folgt ist, kann alternativ zunächst auch eine Langzeitl a-
gerung der phosphorhaltigen Asche aus der Klärschlammverbrennung erfolgen.  Der 
überwiegende Anteil der Klärschlämme im Rheinland wird in den Braunkohlevered e-
lungswerken der RWE Power AG ortsnah mitver brannt. Durch den Wegfall der b o-
denbezogenen Verwertung von Klärschlamm könnten zukünftig entsprechende Ve r-
brennungskapazitäten möglicherweise fehlen.  Ebenfalls ist unsicher, ob die Klä r-
schlammmitverbrennung auch langfristig gesichert ist (Ausstieg aus der  Braunkohle-
verstromung). Deshalb setzen sich einige Betreiber heute mit Alternativen zur derze i-

66 
 
 
tigen Klärschlamm mitverbrennung, insbesondere de m Bau eigener Monoklä r-
schlammverbrennungsanlagen (MKVA) auseinande r, damit auch mittel - und langfris-
tig eine wirtschaftliche und sichere Klärschlammverwertung gewährleistet ist. 
Zur Realisierung einer Anlage mit ausreichend großen und damit wirtschaftlichen K a-
pazitäten haben mehrere Wasserverbände unter Beteiligung der StEB Köln gemeinsam 
eine Studie zur Erarbeitung eines Konzeptes für eine mittel - und langfristige Klä r-
schlammverwertung ihres gesamten Klärschlammes in Auftrag gegeben. Mit dieser 
Machbarkeitsstudie wurden neben Standorten in Düren und Weisweiler auch Standorte 
der RheinEnergie AG und der AVG mbH in Köl n untersucht, die grundsätzlich ebe n-
falls für eine Monoklärschlammverbrennung geeignet sind. Derzeit erfolgt eine Pr ü-
fung der rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen zur Realisierung e i-
ner solchen Monoklärschlammverbrennungsanlage.

67 
 
 
10.  Entsorgungssicherheit 
 
Der öffentlich -rechtliche Entsorgungsträger ist verpflichtet , eine 10 -jährige Entso r-
gungssicherheit für sein Entsorgungsgebiet zu gewährleisten. Anlagentechnisch ist die 
Stadt Köln gut aufgestellt. Neben der RMVA gibt es verschiedene  Sortier- und Aufbe-
reitungsanlagen sowie die Kompostierungsanlage mit geplanter vorgeschalteter Verg ä-
rungsanlage ab 201 9. Auf Basis der absehbaren Entwicklungen (10.1) werden z u-
nächst die Mengen der Hauptabfallströme in Köln prognostiziert (10.2) und dann hin-
sichtlich der Entsorgungssicherheit bewertet (10.3). 
 
10.1 Entwicklungen in Köln 
 
Bevölkerungsentwicklung 
Laut verschiedener Prognosen und Berechnungen  wird die Kölner Bevölkerung weiter 
ansteigen1. Danach wird die Zahl der Einwohner bis zum Jahr 2026 um rund 100.000 
Personen auf etwa 1,15 Mio. Einwohner anwachsen. Parallel dazu wächst die Zahl der 
Haushalte um rund 30.000 auf rund 584.000 . In dieser Zeit nimmt die Zahl Single -
Haushalte zu und die durchschnittliche Haushaltsgröße ab. Auch die demographische 
Entwicklung macht nicht vor Köln halt, so dass der Anteil älterer Menschen zunimmt. 
Neben den Einwohnern nimmt auch die Zahl der Touristen und Pendler in Köln zu. 
Der Kölner Dom als Weltkulturerb e, steigende Zahlen an Messebesuchern, zune h-
mende Veranstaltungen wie Karneval, Kölner Lichter, CSD u. a. locken immer mehr 
Besucher in die Stadt. Insgesamt bedeuten mehr Menschen auch mehr Abfall.  
 
Verhalten und Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger  
Neben den reinen Daten sind weitere Entwicklungen bereits heute absehbar. Unter 
anderem hat sich das Freizeitverhalten der Menschen verändert. Der Aufenthalt im 
Freien, verbunden mit Feiern, Partys und Grillen in Parks und Grünflächen, nimmt 
deutlich zu. Dies führt insbesondere zu einer Steigerung der Abfälle im öffentlichen 
Straßenland, von Kehricht sowie von Abfällen aus Straßenpapierkörben. An den 
Brennpunkten sind größere Entsorgungskapazitäten  erforderlich Auch das Konsu m-
verhalten verändert sich. Bestellungen per Internet („on demand“) und Lebensmittel to 
go führen zu einem Anstieg des Verpackungsmaterials. Demgegenüber entsteht in b e-
stimmten Gruppen ein stärkeres Umweltbewusstsein („shared economy“). Steigender 
Konsum korreliert mit der wirtschaftliche n Entwicklung und Kaufkraft. Die zune h-
mende Digitalisierung und Nutzung digitaler Med ien führt zu einer Veränderung der 
Abfallströme, z. B. bei m Altpapier. Die Bürgerinnen und Bürger sind zunehmend a n-
spruchsvoller hinsichtlich der Erwartungen an die Leistungserbringung.  
                                              
1 vgl. u. a. Kleinräumige Bevölkerungsprognose, Kölner Statistische Nachrichten 1/2016

68 
 
 
Weitere Entwicklungen 
Neben den hohen Anforderungen der Bürgerinnen und Bürger , haben auch die A b-
nehmer (Landwirtschaft, Spanplattenindustrie, Kunststoff -Aufbereiter) sehr hohe E r-
wartungen an Qualitäten der Fraktionen. Dies wird beeinflusst von öffentlichen Debat-
ten und den r echtlichen Anforderungen. Einflüsse auf die weitere Entwicklung der 
Abfallmengen haben auch die immer kürzere Nutzungsdauer von elektronischen Ger ä-
ten und Kleidung. 
 
Übersicht der Einflussfaktoren 
Eine Übersicht der bewerteten Einflussfaktoren auf die Sammelmenge wird nachfol-
gend dargestellt. 
 
Allgemeine Einflüsse auf Mengenentwicklung  Einfluss 
Bevölkerungsentwicklung  
- Wachstum Einwohner  (+ 100.000 EW auf 1.150.000 EW bis 2026)  
- Wachstum Haushalte (+ 75.400 HH auf 626.400 HH bis 2040) 
- Hohe Zahl Single Haushalte; durchschnittliche Haushaltsgrößen nehmen ab  
- Demographische Entwicklung: Anteil von älteren Menschen nimmt zu 
- Zunahme Touristen, Besucher, Wachsende Zahl Bürger mit Migrationshintergrund 
Kundenverhalten und -erwartungen   
- Konsum nimmt zu und korreliert mit der wirtschaftlichen Entwicklung und Kaufkraft 
- Verändertes Freizeitverhalten (Mediteranisierung) 
- Stärkere Nutzung der digitalen Medien (Digitalisierung) 
- Stärkeres Umweltbewusstsein in bestimmten Gruppen; "shared economy" 
- Verändertes Konsumverhalten (Bestellungen übers Internet), Leistungen "on demand"  
Weitere Entwicklungen   
- Umgesetzte Maßnahmen zur Abfallvermeidung 
- Durchschnittliche Nutzungsdauer Produkte nimmt ab, insb. bei Elektronikgeräten, Altkleidern, … 
- Rechtliche Anforderungen verändern sich zum Teil (Verpackungsgesetz, ggf. Wertstoffgesetz, 
Düngemittelverordnung, ElektroG, ...) 
/ 
Tabelle 9: Übersicht der Einflussfaktoren

69 
 
 
10.2 Stoffstromprognosen und Zielwerte 
 
Auf Basis der vorgestellten Entwicklungen wurden nachfolgend die Prognosen bzw. 
Zielwerte der kommunalen Abfälle  bis 2027 dargestellt. Während die Sammelmenge 
pro Einwohner nach Prognose um 8 kg pro Jahr zurückgeht, kann d ie Recyclingquote 
von aktuell 58 % auf 59 % gesteigert werden.  
 
Abfallart ASN 2017 2027 % 
Gemischte Siedlungsabfälle 
Restmüll  200301 249.135 253.500 2% 
Sperrmüll 200307 44.130 44.900 2% 
Schadstoffe diverse 766 800 4% 
Infrastrukturabfälle 
Straßenkehricht 200303 5.525 5.900 7% 
Sonstige gemischte Siedlungsabfälle  200301 u.a. 10.219 11.000 8% 
Abfälle aus der Kanalreinigung 200306 1.370 1.500 9% 
Schlämme aus der Abwasserreinigung 190805 74.952 81.800 9% 
Boden und Steine (Mineralik Friedhöfe) 200202 5.247 5.300 1% 
Biogene Abfälle 
Bioabfall  200201 39.819 47.700 20% 
Grünabfälle 200201 9.419 9.400 0% 
Grünabfälle aus dem Kölner Stadtgebiet 200201 24.743 25.000 1% 
Getrennt gesammelte Wertstoffe 
Altpapier 200101 63.396 63.600 0% 
Altkleider 200111 3.546 4.200 18% 
E-Schrott diverse 6.529 7.500 15% 
Altholz 200138 10.350 11.000 6% 
Metalle 200140 2.378 2.400 1% 
Wertstofftonne 150106 26.958 28.300 5% 
Kunststoffe  200139 259 300 16% 
Glas 150107 17.840 18.300 3% 
Gesamt in t   596.581 622.400 4% 
Einwohner   1.084.795 1.150.000 6% 
Kg pro Einwohner und Jahr   550 541 -2% 
     
Tabelle 10: Prognose der Hauptabfallströme 2017 – 2027 in t, gerundet

70 
 
 
10.3 Bewertung der Entsorgungssicherheit 
Mit den von der AVG und ihren Tochtergesellschaften betriebenen Anlagen ist die 
Entsorgungssicherheit für Köln gewährleistet.  
 Die Sortieranlagen für Gewerbeabfälle und Baustellenabfälle verfügen über ausre i-
chende Kapazitäten und nehm en die anfallenden Abfälle seit mehr als 20 Jahren 
auf.  
 Die Kompostierungsanlage ergänzt um die Vergärungsanlage ist mit ihrer Kapaz i-
tät in der Lage, auch steigende städtische Bioabfallmengen aufzunehmen. Heute 
verarbeitete Drittmengen würden dann reduziert. 
 Die Restmüllverbrennungsanlage (RMVA) gewährleistet die Entsorgungssicherheit 
seit 20 Jahren und ist in der Lage, selbst steigende Abfallmengen aufzunehmen. 
 Die Deponie Vereinigte Ville verfügt aktuell noch über ausreichendes Deponiev o-
lumen, um die Entsorgungssicherheit für die Stadt Köln darzustellen. Angesichts 
der aber auch regionalen Funktion der Deponie, die auch für ihren wirtschaftlichen 
Betrieb erforderlich ist, ist eine weitere Entwicklung der Deponie möglichst zei t-
nah angezeigt.

71 
 
 
11. Resümee und Ausblick 
Das vorliegende AWK hat gezeigt, dass sich die kommunale Abfallwirtschaft in Köln 
bereits über die letzten Jahre umfassend weiterentwickelt hat. Diverse Maßnahmen in 
den Bereichen Abfallvermeidung, Abfallverwertung, Kommunikation und Beratung 
sowie Infrastruktur haben dazu beigetragen, dass die gesteckten Zielsetzungen größ-
tenteils erreicht wurden. Die Wertstoffsammelsysteme wurden ausgebaut, die Verwe r-
tungsquote wurde verbessert und in vielen Bereichen wurden die Qualität und der Se r-
vice bei den abfallwirtschaftlichen Leistungen für die Bürgerinnen und Bürger ausg e-
baut. 
Auf Basis der veränderten Rahmenbedingungen sowie der weiterhin ambitionierten 
Zielvorgaben werden in dem vorliegenden Abfallwirtschaftskonzept neue Umset-
zungspläne und -überlegungen vorgestellt, die dazu beitra gen, dass die kommunale 
Abfallwirtschaft in Köln noch nachhaltiger und kundenfreundlicher agiert. Hierbei 
wurde neben den Möglichkeiten durch Digitalisierung eine verstärkte Partizipation der 
Kölner Bürgerinnen und Bürger zur dauerhaften Verbesserung der  Abfalltrennung, 
eines sparsamen Umgangs mit Ressourcen hinterlegt.  
Ferner wurden konkrete Maßnahmen im Bereich Abfallvermeidung, d er Ba u einer 
Vergärungsanlage mit der Ausweitung der Bioabfallsammlung  sowie die Notwendig-
keit zur Einrichtung eines dritten Wertstoff-Centers im Kölner Süd-Westen aufgezeigt.  
Das AWK verdeutlicht, dass eine 10-jährige Entsorgungssicherheit gewährleistet ist.  
Der aktuelle Stand der Umsetzung wird in regelmäßigen Abständen in Sachstandsb e-
richten zum AWK erfasst und bewertet sowie in Abfallwirtschaftsbilanzen dargestellt.  
Das nächste Abfallwirtschaftskonzept ist für 2023 geplant.

Beschlussvorlage Rat

1493 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle 
V/V-6 
 
Vorlagen-Nummer 
 0529/2018 
Freigabedatum 
20.08.2018  
Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung 
Betreff 
Abfallwirtschaftskonzept der Stadt Köln 
Beschlussorgan 
Rat 
Gremium Datum 
 
Beschluss: 
Der Rat der Stadt Köln beschließt das Abfallwirtschaftskonzept der Stadt Köln in der beigefügten 
Fassung. 
 
Ausschuss für Umwelt und Grün 18.09.2018 
Rat 27.09.2018

2 
Haushaltsmäßige Auswirkungen 
 Nein 
 
Begründung 
Die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger sind gemäß § 21 Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) ver-
pflichtet, in regelmäßigen Abständen Abfallwirtschaftskonzepte über die Verwertung und die Beseiti-
gung der im ihrem Gebiet anfallenden und ihnen zu überlassenden Abfälle zu erstellen. Das AWK soll 
über den Stand der Entwicklung der öffentlichen Abfallwirtschaft informieren und zudem als internes 
Planungsinstrument dienen. 
 
Ziel ist es weiterhin Abfälle zu vermeiden und möglichst viele Abfälle zur Verwertung zu erfassen und 
einer sinnvollen Verwertung zu zuführen. Die konkreten Vermeidungs- und Verwertungsmaßnahmen 
sind in Kapitel 9 ausführlich dargestellt.  
 
Das AWK ist kein statisches Instrument, sondern soll kontinuierlich weiterentwickelt werden. Hierzu 
erhält der Betriebsausschuss zukünftig einen jährlichen Sachstandsbericht. 
 
Der gesetzlich geforderte Nachweis der 10jährigen Entsorgungssicherheit ist durch die Verwertungs- 
und Entsorgungsanlagen der AVG gewährleistet.

Beratungsverlauf (2)

20.11.2018 Ausschuss Klima, Umwelt und Grün
TOP 4.1 Vorberatung (Fachausschuss) Entscheidung

Beschluss: ungeändert empfohlen

Zur Sitzung
22.11.2018 Rat
TOP 10.1 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: ungeändert beschlossen

Zur Sitzung

Orte (6)

  • Gießener Straße
  • Christian-Sünner-Straße
  • Maarweg
  • Remondis
  • Im Garten
  • Markt

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Details

Aktenzeichen
0529/2018
Typ
Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss
Datum
20.08.2018
Erstellt
18.02.2018 09:49