A-R/0016/2023
Münsters Wasserversorgung der Zukunft sicher und umweltsensibel gestalten
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A-R-0016-2023-CDU-Münsters Wasserversorgung der Zukunft sicher und umweltsensibel gestalten
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Antrag an den Rat Nr. A-R/0016/2023 RATSANTRAG Münster, 24. April 2023 Münsters Wasserversorgung der Zukunft sicher und umweltsensibel gestalten Der Rat der Stadt Münster beschließt: 1. Münsters künftige Strategie zur Wasserversorgung umfasst neben der Pflichtaufgabe Trink- und Löschwasserversorgung auch aktuelle Aspekte der Umweltsensibilität. Die Auswirkungen der zunehmend trockenen Sommer werden beim nächsten Wasserversorgungskonzept sowie in folgenden Konzepten mitberücksichtigt. Damit kommt die Stadt Münster ihrer Selbstverpflichtung nach, ihre künftige Entwicklung so umweltbewusst und klimaresilient wie möglich zu gestalten. 2. Münster betreibt im Einzugsbereich der beiden Wasser-Gewinnungsgebiete Hornheide und Haskenau künftig ein intensives Grundwasser-Monitoring und regelmäßige Umweltuntersuchungen – auch über die gesetzlichen Vorschriften hinaus. Ziel ist es, auf diese Weise einen möglichen förderbedingten Trockenstress an der dortigen Flora und Fauna rechtzeitig zu erkennen, diesem zu begegnen und so unwiederbringliche Schäden am Baum- und Waldbestand zu verhindern. 3. Im Falle noch größerer Schäden durch trockene Sommer müssen Wasserverbrauch und Bevölkerungswachstum auf den Prüfstand. Die Stadt Münster entwickelt deshalb hierfür rechtzeitig wirksame Szenarien und Prognosen und passt im Extremfall die entsprechenden Parameter an. 4. Inhaltliche und finanzielle Verantwortlichkeiten sind unter den beteiligten Akteuren (Stadt Münster, Stadtwerke Münster) zu klären. Abstimmungen mit den Genehmigungsbehörden sind vorzunehmen. Begründung: Wasser ist eine der essenziellen Ressourcen für Mensch und Natur. Die Verfügbarkeit von sauberem Wasser ist limitierend für das Wachstum von Städten. Seit 2016 sind die Städte und Gemeinden in NRW dazu verpflichtet, ein Konzept zur Trink- und Löschwasserversorgung vorzulegen. Münsters erstes Konzept wurde zum 1. Januar 2018 verabschiedet (V/1089/2017), eine Neuauflage ist alle sechs Jahre (also für 2024) verpflichtend. Der Rat der Stadt Münster hat 2018 im DIPOL-Konzept beschlossen, Münsters Wasserversorgung künftig von vier auf zwei Standorte zu konzentrieren. Die Wasserwerke Hohe Ward und Hornheide sollen ausgebaut, die Wasserwerke Geist und Kinderhaus hingegen stillgelegt werden. Um die wachsende Bevölkerung Münsters auch künftig mit frischem und sauberem Wasser versorgen zu können, soll die Wassergewinnung an den verbleibenden Standorten erhöht und technisch optimiert werden. Das aus den natürlichen Kiessandzügen entnommene Wasser soll durch Verrieseln von Wasser aus dem Dortmund- Ems-Kanal in der Nähe des Entnahmegebietes wieder aufgefüllt werden. Zudem bezieht Münster auch über den Versorger Gelsenwasser Trinkwasser. Die Bevölkerungsprognose sagt für Münster im Jahr 2030 etwa 334.000 Einwohner voraus, im Jahr 2040 sollen es schon 357.000 Einwohner sein. Um diesen wachsenden Trinkwasser- Bedarf decken zu können, haben die Stadtwerke Münster im Januar 2023 bei der Bez. Reg. beantragt, die Wasserfördermenge in Hornheide von derzeit 3,1 Mio. auf 4,1 Mio. Kubikmeter pro Jahr (= von 450 Kubikmeter/ Std. auf 750 Kubikmeter/ Std.) zu erhöhen. Beide Wasserwerke werden derzeit ausgebaut und auch bzgl. der Qualität der Trinkwassergewinnung ertüchtigt. Eine gesonderte Umweltverträglichkeitsprüfung ist für die Genehmigung einer höheren Fördermenge rechtlich nicht erforderlich, weil es sich nicht um einen Neuantrag, sondern um eine Erhöhung eines bereits erteilten Wasser-Förderrechtes handelt. Die eingereichten Gutachten für Hornheide basieren auf Grundwasserdaten des Umweltbundesamtes (2008). Diese gehen davon aus, dass es im Winter in NRW künftig mehr regnen wird, sodass übers Jahr gesehen die trockeneren Sommer bzgl. der Grundwassermenge zu kompensieren seien. Noch nicht im Detail berücksichtigt sind jedoch mögliche Auswirkungen der seit 2018 immer trockener werdenden Sommer auf die Vegetation im Einzugsgebiet der Wasserwerke. Die Stadt Münster ist rechtlich nicht dazu verpflichtet, diese globalen und lokalen klimatischen Veränderungen in ihre Wassergewinnungsstrategie mit einzupreisen. Gerade Bäume/ Wälder sind unentbehrlich für eine intakte Umwelt und eine möglichst gute CO2 Bilanz unserer Stadt. Deshalb sollte alles getan werden, um zusätzlichen Trockenstress für sie zu vermeiden. Das gelingt am besten durch ein intensives Grundwasser- und Umwelt- Monitoring im weiten Umfeld des Wassergewinnungs-Areals. Sollte sich herausstellen, dass eine erhöhte Wassergewinnung in Verbindung mit trockenen Sommern die Vegetation dort doch zu schädigen droht, sollten rechtzeitig Szenarien entwickelt werden, um unwiderrufliche Schäden zu verhüten. Das könnten beispielsweise kurzfristige technische Maßnahmen sowie Strategien zum Wassersparen der Bürgerinnen und Bürger sein. Mittel- und langfristig müsste in einem solchen Fall auch das prognostizierte Bevölkerungswachstum in den Blick genommen werden. Denn Wasser ist eine der essenziellen Ressourcen für Mensch und Natur. Eine verantwortungsbewusste und vorausschauende Stadtentwicklung muss dem Rechnung tragen. Gez. Stefan Weber und Fraktion
Beratungsverlauf (1)
Orte (2)
- Hohe Ward
- Kinderhaus
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Details
- Aktenzeichen
- A-R/0016/2023
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 25.04.2023
- Erstellt
- 25.04.2023 17:19