2014/0421
Antrag zur UNESCO-Welterbenominierung der Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt
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Anlage zur Magistratsvorlage 2014/0421 vom 28.10.2014
Bedarfsplan 2015-2020 zur Mittelbereitstellung Welterbe-Verfahren „Künstlerkolonie
Mathildenhöhe Darmstadt“ (Schätzung der Beträge nach derzeitigem Kenntnisstand)
2015
Welterbeworkshop (Advisory Board) – 2x jährlich
Reisekosten/Hotelkosten/Tagungskosten
Abendessen
Pressekonferenz
Gesamtkosten 2 x 7.500,00 € 15.000,00
Gutachten und Studien
Forschungsauftrag (Vergleichbare Stätten) 30.000,00
Tourismusstudie 30.000,00
Städtebaulicher Rahmenplan 60.000,00
Verkehrsgutachten 18.000,00
Parkpflegewerk 40.000,00
4 Koordinierungsrunden
Honorar Moderator 5.600,00
Öffentlichkeitsarbeit
Entwicklung Website (lt. Angebot) 19.195,00
bei der Kostenstelle Welterbe sind 2014 und 2015
je 10.000,00 eingeplant
Weiterentwicklung Website: 2.810,00
Entwicklung Newsletter (Konfiguration,Gestaltung/Umsetzung)
Schulungen Content Management System
2 Informationsveranstaltungen für die Öffentlichkeit 2.000,00
4 Öffentliche Vorträge von Fachexperten 4.000,00
Projektkosten Welterbepädagogik 2.000,00
Entwicklung LOGO Welterbe (inkl. Umsetzungsvorschläge) 6.000,00
Externe Dienstleistungen (AG Mathildenhöhe): 20.000,00
Beauftragung von Freiberuflern zur Mitwirkung an der
wissenschaftlichen Bearbeitung des Bestandes und
an der Erarbeitung des Nominierungsdossiers
AG Mathildenhöhe: N. Heiss, Renate Charlotte Hoffmann,
Christiane Geelhaar und Mona Sauer je 5.000 Euro
Die benötigten Mittel für 2015 sind bei der Kostenstelle
Welterbe angemeldet.
Summe 2015
254.605,00
2016
Welterbeworkshop (Advisory Board) – 2x 7.500 € 15.000,00
4 Koordinierungsrunden
Honorar Moderator (inklusive Vor- und Nachbereitung) 5.600,00
Öffentlichkeitsarbeit
2 Informationsveranstaltungen für die Öffentlichkeit 2.000,00
4 Öffentliche Vorträge von Fachexperten 4.000,00
2
Projektkosten Welterbepädagogik 2.000,00
ICOMOS-Tagung (200 Personen, 2,5 Tage, ca. 18.04.2016)
Tagungskosten Darmstadtium: Miete/Organisation/
Durchführung) lt Angebot 12.000,00
Reisekosten/Übernachtung/Bewirtung Referenten 5.000,00
Exkursion (Fachführungen) 1.000,00
Empfang der Stadt mit öffentlichem Vortrag
für Bürgerinnen und Bürger 3.000,00
Tagungsunterlagen (Layout und Druck
von Flyern/Plakaten/Tagungsmappen) 3.000,00
Drucklegung der Tagung (Redaktion/Nachbereitung,
Layout, Bildrechte, evtl. Übersetzung/Druck) 20.000,00
./. Einnahmen Tagungsgebühr 60,00 €
bei 180 Teilnehmern - 10.800,00 33.200,00
Externe Dienstleistungen (AG Mathildenhöhe): 20.000,00
Leistungen wie 2015
Summe 2016 81.800,00
2017
Welterbeworkshop (Advisory Board) – 2x jährlich 15.000,00
4 Koordinierungsrunden
Honorar Moderator 5.600,00
Öffentlichkeitsarbeit
2 Informationsveranstaltungen für die Öffentlichkeit 2.000,00
4 Öffentliche Vorträge von Fachexperten 4.000,00
Projektkosten Welterbepädagogik 2.000,00
Externe Dienstleistungen (AG Mathildenhöhe): 20.000,00
Leistungen wie 2015
Summe 2017 48.600,00
2018
Welterbeworkshop (Advisory Board) (1x) 7.500,00
2 Koordinierungsrunden
Honorar Moderator 2.800,00
Fertigstellung Nominierungsdossier-
Managementplan-Reader
Redaktion/Übersetzungen/Bildrechte/Layout/Druck 100.000,00
3
Öffentlichkeitsarbeit
Welterbe-Bewerbungsfilm (inkl. Urheberrechte) 25.000,00
1 Informationsveranstaltung für die Öffentlichkeit 1.000,00
Projektkosten Welterbepädagogik 2.000,00
Externe Dienstleistungen (AG Mathildenhöhe): 20.000,00
Leistungen wie 2015
Summe 2018 158.300,00
2019
Gutachterverfahren ICOMOS 15.000,00
Reise- und Übernachtungskosten, evtl. Dolmetscher
Kosten für Stellungnahmen von Experten
Übersetzungen
Summe 2019
Kosten 2015 254.605,00
Kosten 2016 81.800,00
Kosten 2017 48.600,00
Kosten 2018 158.300,00
Kosten 2019 15.000,00
Kosten 2020 -
Sachkosten gesamt 2015-2020 558.305,00
Mittelbedarf 2015:
abz. bereits eingeplanter bzw. angemeldeter Mittel von 40.000,00 = 214.605,00
Aufgestellt: Projektleitung Entwicklung Mathildenhöhe/Koordinator Mathildenhöhe/Stabsstelle Welterbe
Hessen – 11.11.2014
2014/0421
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Magistratsvorlage
Eingang Magistrats-
geschäftsstelle:
30.10.2014
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat I Kulturamt
Dezernat IV
Dezernat III
an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss-
fassung Fachausschuss
Amt: Dezernat I
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Ja
Nein
Internetfähig
Verteiler:
Vorlage-Nr. 2014/0421
Magistratsbeschluss-Nr.
Produkt-Nr.:
Kostenstelle: 712-001-1001 Investitionsnummer:
Kostenträger: 5230-12 Sachkonto:
Betreff: Antrag zur UNESCO-Welterbenominierung der Künstlerkolonie Mathildenhöhe
Darmstadt
Vorlage vom: 28.10.2014
Beschlussvorschlag :
1. Der Magistrat nimmt die Aufnahme der Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt in die
deutsche Vorschlagsliste zur Nominierung für die UNESCO-Welterbeliste, die Erläuterungen zu
Bedeutung und Nutzen des Welterbetitels sowie die Bewertung des von der
Kultusministerkonferenz eingesetzten Fachbeirats zur Kenntnis.
2. Der Magistrat beschließt die Fortführung der UNESCO-Welterbenominierung der
Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt.
3. Der Magistrat stimmt der institutsübergreifenden Koordinierung und Organisation des
Nominierungsverfahrens zu.
4. Für Aufwendungen zur Durchführung von Gremiensitzungen und Veranstaltungen, für
Forschungsaufträge und Gutachten sowie den zusätzlichen Personalbedarf zur Umsetzung der
institutsübergreifenden Koordinierung und Organisation des Welterbeverfahrens sind die Kosten
- 2 -
zu ermitteln.
5. Die unter Punkt 4. ermittelten Kosten werden in einer gesonderten Magistratsvorlage zur
Beschlussfassung vorgelegt.
Anlagen: Antrag Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt Tentativliste
Antrag Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt Bewertung Fachbe
Antrag Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt Managementstrukturen
Antrag Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt Institutsübergreifende
Koordinierung
Kostenschätzung_2015-2020
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
Beschluss des Magistrats vom
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Begründung zur Magistratsvorlage vom 28.10.14
Mit der positiven Entscheidung der Kultusministerkonferenz vom 12.06.2014, den Antrag
Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt in die deutsche Tentativliste (Anlage 1) zur
Nominierung für die UNESCO Welterbeliste aufzunehmen, hat Darmstadt eine große Chance
Welterbestätte zu werden.
Erläuterungen zu Bedeutung und Nutzen des Welterbetitels für die Kommune und die
Bürgerschaft
Bedeutung und Nutzen des Welterbetitels für die Kommune oder die Bürgerinnen und Bürger
ergeben sich einerseits aus Verpflichtungen „für“ und positive Auswirkungen „durch“ eine
Welterbestätte.
Selbstauferlegte Verpflichtung
Die Antragssteller gehen mit der Auszeichnung „Welterbe“ eine langfristige Selbstverpflichtung
ein, um den Erhalt der Stätte nach Artikel fünf der Welterbekonvention garantieren zu können.
Seit 2005 gehört daher ein so genannter Managementplan zu den verbindlichen
Antragsunterlagen. Seine zentrale Aufgabe ist es, das wertvolle, einmalige Kulturgut erfassen,
erhalten, schützen und angemessen präsentieren zu können. In ihm sind geltende Bundes- und
Landesgesetzgebungen sowie bereits bestehende und künftige Planungen der
unterschiedlichen Institutionen und Fachabteilungen zu einer gemeinsamen Zielsetzung zu
bündeln, die einen verantwortungsvollen Umgang mit der Stätte dokumentiert. Dies kann
positive Auswirkungen auf stadtplanerische Entwicklungen einer Kommune haben.
Nachhaltiger Welterbetourismus
Die Welterbestätten zählen zu den besonderen kulturtouristischen Destinationen in
Deutschland. Aber nicht nur die Welterbestätten an sich profitieren vom Welterbetourismus.
Sie verfügen über einen enormen Ausstrahlungsfaktor und tragen zur Identitätsbildung und
Identitätsstiftung bei. Wegen des besonders hohen Besucher- und Nutzungsdrucks, der auf
Welterbestätten lastet, können gerade hier neue Konzepte der Werbung, der Nutzung und der
Netzwerkbildung entwickelt und evaluiert werden. Welterbestätten sind also gleichsam „High-
End-Produkte“ eines nachhaltigen Tourismus. Kerngedanke ist vor allem auch ein behutsamer
und hochqualifizierter Tourismus in denkmalverträglichem Ausmaß.
Finanzierung in Zukunftsinvestitionen
Es existieren Förderprogramme auf nationaler Ebene, die den Welterbestätten seit 2009
zugutekommen. Im Zuge des Konjunkturpakets 1 wandte sich das Bundesministerium für
Verkehr, Bau und Stadtentwicklung mit zwei Projektaufrufen (2009 und 2010) an die
Bundesländer und Kommunen, um „dringend notwendige Investitionen in den Erhalt der
historischen Stätten von Weltrang [zu ermöglichen ].“ Durch dieses in zwei Tranchen aufgelegte
Programm stehen den deutschen Welterbestätten für die Jahre 2009 bis 2014 insgesamt 220
Millionen Euro Bundesmittel für die Weiterentwicklung und Pflege der deutschen UNESCO-
Welterbestätten zur Verfügung. Eine Neuauflage für die Folgejahre ist vorgesehen.
Bei der Realisierung war von Anfang an eine anteilige Finanzierung geplant; somit waren die
Kommunen in der Regel mit mindestens 33 Prozent, sowie die Länder bei Objekten im
Landeseigentum mit mindestens 50 Prozent Komplementärfinanzierung beteiligt. Die vier vor
2009 eingetragenen Welterbestätten Hessens profitieren beispielsweise von diesem
Investitionsprogramm. Bis 2014 fließen somit 15,5 Millionen Euro Bundes- und 13,5 Millionen
Euro Landesmittel des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst in vielfältige
Projekte und Vorhaben zur Weiterentwicklung und Erhaltung der Stätten.
Im Sommer 2014 wurde außerdem das Bundesprogramm „Nationale Projekte des
Städtebaus“ mit einem Volumen von 50 Millionen Euro als Investitionsprogramm für investive
sowie konzeptionelle Projekte mit besonderer nationaler bzw. internationaler
Wahrnehmbarkeit, mit sehr hoher fachlicher Qualität, mit überdurchschnittlichem
Investitionsvolumen in fünf Jahresraten 2014 bis 2018 für Kommunen aufgelegt. Förderfähig
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sind Denkmalensembles von nationalem Rang, wie z.B. UNESCO-Welterbestätten, und
bauliche Kulturgüter mit außergewöhnlichem Wert einschließlich Maßnahmen in deren Umfeld.
Alles in allem hat der Titel Welterbe vielfältige positive Effekte für die betreffende Kommune,
materielle wie immaterielle . In aller Regel identifizieren sich nämlich Bürgerinnen und Bürger
in hohem Maße mit „ihrer Welterbestätte“ und sie sind bereit, sich dafür bürgerschaftlich zu
engagieren.
Bewertung des Antrags Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt
In seiner Bewertung hat der von der Kultusministerkonferenz eingesetzte Fachbeirat (Anlage 2)
die wesentlichen inhaltlichen Voraussetzungen zur Erfüllung der Kriterien bescheinigt und
erkennt das Potential zum außergewöhnlichen universellen Wert des Ensembles
Künstlerkolonie Mathildenhöhe als wichtiger Schnittpunkt der Künste und der Architektur auf
dem Weg in die Moderne des 20. Jahrhunderts und als hervorragendes Beispiel eines
architektonischen Ensembles an. Es wird festgestellt, dass die Integrität und Authentizität trotz
geringfügiger Beeinträchtigungen durch Eingriffe in die Substanz (Haus Olbrich) gegeben ist.
Besonders positiv hervorgehoben werden das Management (Anlage 3) und die gesellschaftliche
Einbindung (Community Involvement).
Wichtiges Kriterium für die Entscheidung war auch die Erfüllung des „Filling the Gaps“, das
heißt identifizierte typologische und/oder thematischen Lücken der Welterbeliste mit der
Nominierung der vorgeschlagenen Stätten zu stärken. Der Antrag Künstlerkolonie
Mathildenhöhe Darmstadt wurde dem thematischen Schwerpunkt „Modernes Erbe“
zugeordnet. Welterbestätten der Moderne des 20. Jahrhunderts sind auf der Welterbeliste noch
immer schwach vertreten, obwohl sie vielfach herausragende historische und künstlerische
Zeugnisse der globalen Menschheitsentwicklung auf dem Weg in die hochtechnisierte
Massengesellschaft darstellen.
Die Kultusministerkonferenz folgte der vom Fachbeirat vorgeschlagen Reihenfolge für die
Nominierung der sieben ausgewählten Anträge zur Einschreibung in die Welterbeliste ab 2016.
Der Antrag Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt wurde auf Platz 4 gesetzt und soll im
Jahr 2019 beim UNESCO-Welterbezentrum in Paris eingereicht werden. Der Fachbeirat stellt in
diesem Zusammenhang fest, dass der Antrag gut entwickelt sei.
Verfahren zur Nominierung
Nominierungen für die Welterbeliste erfolgen durch die Vertragsstaaten der
Welterbekonvention. Das Land Hessen ist Antragsteller für die Nominierung der
Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt. Zuständige Länderbehörde ist das Hessische
Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK). Der Antrag ist mit dem Präsidenten des
Landesamtes für Denkmalpflege Hessen als Welterbebeauftragten des Landes Hessen
abzustimmen.
Vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst werden die Antragsunterlagen an die
Kultusministerkonferenz weitergeleitet. Von dort werden sie über das Auswärtige Amt und die
Ständige Vertretung Deutschlands bei der UNESCO dem UNESCO-Welterbezentrum in Paris
übergeben.
Stand des Verfahrens
Überarbeitung des Formblattes 2a für die Tentativliste
Das Formular des Antrags (Tentative List Submission Format) muss zur Fortschreibung der
Tentativliste für das UNESCO-Welterbe überarbeitet werden und in englischer Sprache über
das HMWK bis zum 01. Dezember 2014 beim Sekretariat der Kultusministerkonferenz
eingegangen sein, um an das UNESCO-Welterbezentrum in Paris weitergeleitet zu werden.
Zeitplan Antragsunterlagen
Die Endfassung der Antragsunterlagen in Englisch (Nominierungsdossier, Managementplan,
ggf. Reader mit Erläuterungen und Anlagen) sollte im Frühjahr/Sommer 2018 fertiggestellt
sein, um die freiwillige Vorprüfung der Antragsunterlagen durch das Welterbezentrum (Stichtag
30. September 2018) durchführen zu lassen.
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Der Termin zur definitiven Einreichung (nach derzeitigem Stand!) der kompletten
Antragsunterlagen im Welterbesekretariat ist der 1. Februar 2019 . Danach wird ein Gutachten
durch die ICOMOS erstellt. Eine Entscheidung durch das Welterbekomitee wäre dann im
Juni/Juli 2020 zu erwarten.
Kernstück des Antrags ist das Nominierungsdossier , das nach den „Richtlinien für die
Durchführung zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt“ der UNESCO aufgebaut und
summarisch abgearbeitet werden muss. Es orientiert sich an den Inhalten des Antrags zur
Aufnahme in die Tentativliste.
Der Managementplan für die zukünftige Welterbestätte ist ebenfalls verpflichtend und ist nach
dem sogenannten Leitfaden zu erstellen.
Organisation des Verfahrens
Der Welterbebeauftragte des Landes, Prof. Dr. Gerd Weiß, hat eine Organisationsstruktur zur
institutsübergreifenden Koordinierung (Anlage 4) empfohlen.
In einem ersten organisatorischen Schritt soll die Berufung von Experten für einen
Welterbeworkshop erfolgen.
Welterbeworkshop (Advisory Board)
Das Advisory Board ist für das Verfahren beratend tätig und schlägt darüber hinaus Gutachten
und Forschungsaufträge zu bestimmten Themen vor. Mitglieder sind 10-12 nationale und
internationale Experten, die sich mit dem Denkmalschutz und dem Welterbeverfahren bzw. in
der Mathildenhöheforschung sehr gut auskennen. Das Gremium tagt zweimal jährlich.
Gesetzte Mitglieder:
Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen (Welterbebeauftragter)
Die Beauftragte der Kultusministerkonferenz für das UNESCO-Welterbe, Frau Dr. Birgitta
Ringbeck (Auswärtiges Amt)
Oberbürgermeister Jochen Partsch schlägt folgende Experten in Abstimmung mit der
Magistratskommission Mathildenhöhe vor:
Prof. Dr. Werner Durth, Technische Universität Darmstadt
Prof. Dr. Gerd Weiß (nach dem Ende seiner Amtszeit als derzeitiger Welterbebeauftragter des
Landes Hessen)
Prof. Dr. Jörg Haspel, Landeskonservator von Berlin und Präsident der ICOMOS Deutschland
Prof. Dr. Regina Stephan, Hochschule Mainz
Als weitere Experten werden in Abstimmung mit dem Welterbebeauftragten angefragt:
Prof. Dr. Berthold Burkhard, Sprecher der Monitoring-Gruppe der ICOMOS Deutschland
Prof. Dr. Werner Oechslin (Schweiz)
Dr. Eva-Maria Höhle, Präsidentin Europa Nostra Austria
Ein Vertreter des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst und Fachexperten aus
städtischen Ämtern sollen noch hinzugezogen werden.
Weitere Mitglieder können in Abstimmung mit dem Welterbebeauftragten des Landes Hessen
noch benannt werden.
In der Regel werden Forschungsaufträge (Gutachten für wissenschaftliche Untersuchungen
beispielsweise zu vergleichbaren Stätten und Entwicklungen) und eine Tourismusstudie vom
Advisory Board empfohlen.
Kosten: ein halbjähriger Forschungsauftrag kostet ca. 30.000 €, eine Tourismusstudie kostet
ebenfalls ca. 30.000 €.
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Es fallen außerdem Kosten für Sitzungen des Gremiums an: Vergütung von Reisekosten/
Übernahme von Hotelkosten und Tagungskosten durch die Stadt. Honorare werden nicht
gezahlt.
Als weitere Gremien sollen eingesetzt werden:
Lenkungsstab (tagt ein- bis zweimal jährlich)
= Gremium zur Entscheidungsfreigabe
Mitglieder:
HMWK (Staatsminister oder Vertreter)
Wissenschaftsstadt Darmstadt (Oberbürgermeister und Baudezernentin)
Koordinierungsrunde (tagt vierteljährlich)
Aufgabe: Koordination unterschiedlicher Interessen/Austausch mit der Stabsstelle Welterbe
Hessen (Landesamt für Denkmalpflege).
Die Runde wird eröffnet durch einen Auftaktworkshop des Oberbürgermeisters.
Federführung: Projektleitung Entwicklung Mathildenhöhe
Mitwirkung eines Moderators an der Durchführung der Veranstaltungen
Teilnehmer:
HMWK
Wissenschaftsstadt Darmstadt:
Dezernat I: (Dr. Inge Lorenz, Prof. Dr. Ludger Hünnekens)
Dezernat III: Teilnehmer werden noch benannt
Nikolaus Heiss, Koordinator Mathildenhöhe
Privateigentümer von Gebäuden (die zum zukünftigen Welterbe gehören)
Vertreter der Hochschule DA und der Institute auf der Mathildenhöhe
BDA
Darmstädter Architektursommer e.V.
Bürgerschaftliche Interessensgruppen / Bürgerinitiativen/ Bewohner Mathildenhöhe
Fördervereine Mathildenhöhe
Forum Welterbe Mathildenhöhe
Kosten: Veranstaltungskosten, u.a. evtl. Beauftragung eines Moderators, Bewirtungskosten,
evtl. Raumkosten
Arbeitsgemeinschaft Welterbe der Stadt Darmstadt (monatliche Sitzungen)
Fachliche Ebene (Städtische Ämter und Dienststellen), Vorbereitung aller Antragsunterlagen
(Nominierungsdossier, Managementplan etc.)
Leitung: Dr. Jennifer Verhoeven, Stabsstelle Welterbe Hessen
Teilnehmer:
Projektleitung Entwicklung Mathildenhöhe
Koordinator Mathildenhöhe
Stadtplanungsamt
Denkmalpflege
Verkehrsplanung
Vermessungsamt
EB Immobilienmanagement/EB Kulturinstitute als Eigentümer von Gebäuden
Grünflächenamt
Institut Mathildenhöhe
Darmstadt Marketing GmbH
Kosten: Es handelt sich um stadtinterne Arbeitssitzungen. Es fallen keine Kosten an.
Öffentlichkeitsarbeit
Der Welterbebeauftragte des Landes schlägt im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit eine
ICOMOS-Tagung in Darmstadt im Jahr 2016 vor, um den Antrag national und international
bekannt zu machen. Die Tagung dient dazu, die Forschungslage und neue Erkenntnisse zur
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Künstlerkolonie Mathildenhöhe zu erörtern. Die Tagung sollte auf 200 Teilnehmer ausgerichtet
sein. Als Tagungsort empfiehlt sich das Darmstadtium.
Kosten: Sämtliche Kosten zur Organisation, Durchführung und v.a. auch Nachbereitung
(Publikation) der Tagung.
Zur Unterstützung der Öffentlichkeitsarbeit für den Antrag wird die Website
www.kuenstlerkolonie-mathildenhoehe.de eingerichtet. Sie integriert die bereits seit 2010
aufgebaute Datenbank zur Bestandsaufnahme der Gebäude und Objekte der Mathildenhöhe
und ermöglicht die Veröffentlichung der dort eingearbeiteten Daten, Texte und Abbildungen als
Grundlage der Mathildenhöheforschung, die für den Antrag verpflichtend ist. Die Website wird
die zentrale Anlaufstelle für die vielschichtigen Zielgruppen und als Portal auch die
bestehenden Onlineangebote Dritter bündeln. Neben den Informationen zu den Objekten und
ihrer Historie werden auch aktuelle Informationen zu Veranstaltungen und Führungen, Park-
und Übernachtungsmöglichkeiten geboten. Neben einer themenspezifischen
Navigationsstruktur sollen die Besucher auch über eine Kartendarstellung der Mathildenhöhe
in das Onlineangebot einsteigen. Für die Besucher, die die Mathildenhöhe mit dem
Smartphone erkunden, wird der Zugang über QR-Codes und eine Geolokalisierung möglich.
Zusätzlicher Personalaufwand
Für die Bewirtschaftung des Welterbe-Etats, die Organisation und Begleitung der Gremien/der
Tagung wird zusätzliches qualifiziertes Personal benötigt. Wegen der internationalen
Teilnehmer muss die Korrespondenz und Durchführung auch in englischer Sprache erfolgen.
Weitere Kosten
Neben den Kosten für die Gremiensitzungen, Forschungsaufträge und eine internationale
Tagung fallen vor allem Kosten für das Layout von Dossier/Managementplan/Reader sowie für
Redaktionsarbeiten, Übersetzungen in englischer Sprache und Bildrechte an. Das hierfür
eingesetzte Personal muss das Welterbeverfahren sehr gut kennen.
Auch für das Gutachterverfahren durch ICOMOS fallen weitere Kosten an: Reise- und
Übernachtungskosten, evtl. Dolmetscher, kurzfristige Stellungnahmen auf Rückfragen (in
Englisch).
Empfohlen wird auch die Erstellung eines 3-4-minütigen Welterbe-Bewerbungsfilms zur
Präsentation.
Kostenermittlung und Bereitstellung der Haushaltsmittel
Zur Ermittlung der Kosten und der Bereitstellung der Haushaltsmittel ist ein Bedarfsplan für
den Zeitraum 2015 bis 2020 zu erstellen. Für das Haushaltsjahr 2015 wird im Rahmen der
Haushaltsberatungen über die notwendigen Mittel entschieden.
Darmstadt, 29. Oktober 2014
I/Lo
Dezernent I Dezernentin III Dezernent IV
Jochen Partsch Cornelia Zuschke André Schellenbe rg
Oberbürgermeister Stadtbaurätin Stadtkämmerer
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IEEN TENTATIVE LIST SUBMISSION FORMAT STATE PARTY: Germany DATE OF SUBMISSION: 11. Juli 2012 Submission prepared by: Name: Jochen Partsch, Oberbürgermeister E-mail: oberbuergermeister@darmstadt.de Address: Luisenplatz 5, 64283 Darmstadt Fax: +49 6151-13-2205 Institution: Wissenschaftsstadt Darmstadt Telephone: +49 6151-13-2201 - 2204 NAME OF PROPERTY: Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt State, Province or Region: Hessen, Darmstadt Latitude and Longitude, or UTM coordinates: 49°52'39'' North, 8°40'07'' East DESCRIPTION Der kunstsinnige Großherzog Ernst Ludwig gründete 1899 zur Förderung des hessischen Kunstgewerbes eine Künstlerkolonie, der im Laufe ihres 16-jährigen Bestehens 23 Künstler angehörten. Die im Osten der Stadt gelegene Anlage entwickelte sich unter dem Wiener Sezessionisten Joseph Maria Olbrich zu einem innovativen und experimentellen Zentrum auf allen Gebieten freier und angewandter Kunst. Weitere herausragende Künstler waren Peter Behrens, Hans Christiansen, Albin Müller und Bernhard Hoetger. Von hier aus gab es durch die programmatische Auseinandersetzung mit den Themen „Wohnen“ und „Arbeiten“ entscheidende Impulse für die Entwicklung der Architektur des frühen 20. Jahrhunderts. Vom Haus bis zum Garten, vom Mobiliar bis zum Geschirr inszenierten die Künstler begehbare Lebenswelten als ästhetische Gesamtkunstwerke. Im Zuge von vier Ausstellungen zwischen 1901 und 1914 entstand auf der Mathildenhöhe eine Reihe zukunftsweisender Bauten, eingebettet in eine Parkanlage mit Skulpturen, Brunnen und Gartenpavillons. Die erste Ausstellung „Ein Dokument Deutscher Kunst“ (1901) konzipierte Olbrich als leitender Architekt und Künstler. Der Fokus lag auf acht ganzheitlich gestalteten und voll eingerichteten Wohnhäusern, die sich in einer städtebaulich klaren Anordnung um das zentrale Ateliergebäude, das Ernst-Ludwig-Haus, gruppierten. Zur zweiten Ausstellung (1904) entwarf Olbrich neben ephemeren Ausstellungspavillons mit der „Dreihäusergruppe“ künstlerisch gestaltete bürgerliche Eigenheime als Musterhäuser. Der augenfälligste Gebäudekomplex der Mathildenhöhe ist der von Olbrich entworfene Hochzeitsturm mit den Ausstellungshallen, der 1908 im Rahmen der “Hessischen Landesausstellung für freie und angewandte Kunst“ entstand. Die unter der Leitung von Albin Müller durchgeführte Ausstellung zeigte u.a. auch eine Mustersiedlung mit sechs vollständig eingerichteten Kleinsiedlungshäusern, von denen drei nach dem Ausstellungsende in der Nähe wieder aufgebaut wurden. Mit der Ausgestaltung des Platanenhains zu einem Skulpturenpark durch Bernhard Hoetger im Zuge der letzten Ausstellung (1914) erhielt die Künstlerkolonie Mathildenhöhe eine starke freikünstlerische Ausprägung. Die drei- bis viergeschossige Mietshausgruppe Albin Müllers gab der Mathildenhöhe ihren nordöstlichen Abschluss. JUSTIFICATION FOR OUTSTANDING UNIVERSAL VALUE Präambel Die Künstlerkolonie Mathildenhöhe ist mit ihren Bauwerken, Gartenanlagen und Kunstwerken ein einmaliges Ensemble experimentellen Schaffens, das den architektonisch-künstlerischen Aufbruch im Geist der internationalen Reformbewegung am Beginn des 20. Jahrhunderts auf einzigartige Weise dokumentiert. Criteria met [see Paragraph 77 ofthe Operational Guidelines]: (i) (Gi) x iii) ren) x | m | dx | Gi) | Gi) ar) | &9 Kriterium (ii): Die Künstlerkolonie Mathildenhöhe ist ein entscheidender Schnittpunkt in der Entwicklung hin zur Moderne der Architektur. Die in Reaktion auf die Folgen der Industrialisierung entstandene Bewegung der Arts & Crafts Künstler wurde von Großherzog Ernst Ludwig bewusst aufgegriffen, um Ideen der reformorientierten Lebensgestaltung auf hohem künstlerischen Niveau mit experimenteller Architektur und innovativem Design auf der Mathildenhöhe Gestalt zu verleihen. Diese hier in einer Kontinuität von vier Ausstellungen geschaffenen und während der Ausstellung begehbaren Gesamtkunstwerke stellten exemplarisch Modelle des Bauens und der Raumkunst in einer Weise dar, die maßgeblichen Einfluss auf die weitere Entwicklung der Architektur und Gestaltung ausüben konnten. Kriterium (iv): Mit dem von 23 Künstlerpersönlichkeiten aus den unterschiedlichsten Berufen geschaffene Ensemble auf der Mathildenhöhe entstand eine Gruppe von Bauwerken im Verbund mit gestalteten Gärten und Skulpturen, Innenarchitektur und Design, das im Verlauf von 16 Jahren die kulturellen Ereignisse und Entwicklungen der Zeit im Beginn des 20. Jahrhunderts in einmaliger Vielfalt zum Ausdruck bringt. Kriterium (vi): Der Bestand der Künstlerkolonie Mathildenhöhe wird bestimmt durch den von der Wiener Sezession geprägten Architekten Joseph Maria Olbrich einerseits und den teils am Pariser und Münchner Jugendstil orientierten, teils von den Gedanken der Lebensreform beeinflussten Bildhauern, Grafikern und Designern wie z. B. Peter Behrens, Hans Christiansen und Bernhard Hoetger andererseits und spiegelt die Ereignisse und Ideen des beginnenden 20. Jahrhunderts in außergewöhnlich facettenreicher Weise wider. Die Künstlerkolonie wurde damit auch zur Bühne für innovative Inszenierungen des an der Lebensreform orientierten neuen Theaters, Tanzes und von Festen mit effektvoll gestalteten Illuminationen. Sie ist ein Ensemble, das diese Phase der künstlerischen und kulturellen Entwicklungen um 1900 und ihre Wirkung auf die Moderne in einmaliger Weise repräsentiert. Statement of authenticity and/or Statement of integrity Statement of authenticity Die Künstlerkolonie Mathildenhöhe, bestehend aus Gebäuden, Skulpturen und Gärten, ist in ihren wesentlichen Teilen in Form und Gestaltung authentisch. Material und Substanz sind trotz Kriegseinwirkungen zum überwiegenden Teil original erhalten. Gebrauch und Funktion der Gebäude und Gärten entsprechen ihrer ursprünglichen Zweckbestimmung. Die Stätte bildet mit den Ausstellungshallen, dem Museum Künstlerkolonie und weiteren Kulturinstitutionen auch in der Gegenwart den kulturellen Mittelpunkt Darmstadts. Das Ensemble ist in seinem Gesamtzusammenhang ungestört und kann durch seine Lage auch heute unverändert seine dominante gestalterische Kraft im Stadtgebiet entfalten. Die Ideenwelt der Künstler lässt sich am erhaltenen Bestand gut ablesen und ist vor allem im Museum Künstlerkolonie mit einer Sammlung von Ausstattungsgegenständen der beteiligten Künstler umfassend dokumentiert. Statement of integrity Das im Laufe von 16 Jahren entstandene und für die Einschreibung in die Tentativliste vorgeschlagene Ensemble Künstlerkolonie Mathildenhöhe umfasst im Sinne der Richtlinien der UNESCO alle Elemente, die notwendig sind, um ihren außergewöhnlichen universellen Wert zum Ausdruck zu bringen. Sie ist von angemessener Größe, um die Merkmale und Prozesse wiederzugeben, die ihre Bedeutung ausmachen. Das vorgeschlagene Gut wird kompetent gepflegt und ist auch nicht von negativen Entwicklungen bedroht. Comparison with other similar properties Mit dem Ziel, Kunst und Leben zusammen zu führen wurden auf der Mathildenhöhe 1901 mit der Verbindung von Architektur, bildender Kunst und Kunsthandwerk das moderne Haus mit Garten, allem Interieur und seiner Gebrauchsgegenstände als Gesamtkunstwerk zur Schau gestellt. Dieses Ereignis wird heute als erste Internationale Bauausstellung gewertet. Mit der Einheit von Wohnhaus, Raumkunst und Ausstellungsbauten wurde das Ausstellungswesen auf beeindruckend konsequente Weise innovativ inszeniert. Das alle Lebensbereiche umfassende Programm, gestaltet von 23 Künstlern in einer Kontinuität von 16 Jahren (1899-1914) räumte auch dem Kunsthandwerk und Design eine maßgebende Rolle ein. Die Künstlerkolonie Mathildenhöhe spiegelt damit den Geist der Lebensreform zu Beginn des 20. Jahrhunderts in einzigartiger Vielfalt wider. Indem sich die Künstlerkolonie solch einem umfassenden lebensgestaltenden Anspruch unterwarf, agierte diese wesentlich weitgefasster, als es einzelne Architekten wie Antoni Gaudi in Barcelona (WHL, 1984), Victor Horta mit den Jugendstilbauten (WHL, 2000) und Josef Hoffmann mit dem Palais Stoclet (WHL, 2009), beide in Brüssel, mit ihren Bauwerken leisten konnten. Das schon 1901 international beachtete Ensemble der Künstlerkolonie stellt zugleich einen entscheidenden Schnittpunkt in der Entwicklung der Architektur dar. Beginnend mit einem noch vom Ornament geleiteten Bauentwurf der ersten Jahre wurde zunehmend mit modernen Materialien wie Klinkerstein und Beton experimentiert. Auch der Kubus als Bauform mit einer funktional gegliederten Fensterordnung weist auf eine neue Architektur hin. Führende Architekten der 1920er Jahre wie Peter Behrens und Erich Mendelsohn nehmen die von den Bauten der Künstlerkolonie ausgehenden Impulse auf, wie sie in der Stuttgarter Weißenhofsiedlung und schließlich in der Weißen Stadt in Tel Aviv (WHL, 2003) weiterentwickelt ihren Ausdruck gefunden haben. Das vom hessischen Großherzog erklärte Ziel der wirtschaftlichen Förderung des Handwerks und der Baukunst bereitete maßgeblich den Boden für die Entwicklung des Neuen Bauens, mit der Gründung zunächst des Deutschen Werkbundes (Gründungsmitglieder u.a. Behrens und Olbrich) und dann des Bauhauses, welches durch die Bauwerke in Weimar und Dessau (WHL, 2008) bis heute Maßstäbe setzt. Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt Darmstadt Artists’ Colony Mathildenhöhe Comparison with other similar properties (Text des Antrags vom Juli 2012) Mit dem Ziel, Kunst und Leben zusammen zu führen wurden auf der Mathildenhöhe 1901 mit der Verbindung von Architektur, bildender Kunst und Kunsthandwerk das moderne Haus mit Garten, allem Interieur und seiner Gebrauchsgegenstände als Gesamtkunstwerk zur Schau gestellt. Dieses Ereignis wird heute als erste Internationale Bauausstellung gewertet. Mit der Einheit von Wohnhaus, Raumkunst und Ausstellungsbauten wurde das Ausstellungswesen auf beeindruckend konsequente Weise innovativ inszeniert. Das alle Lebensbereiche umfassende Programm, gestaltet von 23 Künstlern in einer Kontinuität von 16 Jahren (1899- 1914) räumte auch dem Kunsthandwerk und Design eine maßgebende Rolle ein. Die Künstlerkolonie Mathildenhöhe spiegelt damit den Geist der Lebensreform zu Beginn des 20. Jahrhunderts in einzigartiger Vielfalt wider. Indem sich die Künstlerkolonie solch einem umfassenden lebensgestaltenden Anspruch unterwarf, agierte diese wesentlich weitgefasster, als es einzelne Architekten wie Antoni Gaudi in Barcelona (WHL, 1984), Victor Horta mit den Jugendstilbauten (WHL, 2000) und Josef Hoffmann mit dem Palais Stoclet (WHL, 2009), beide in Brüssel, mit ihren Bauwerken leisten konnten. Das schon 1901 international beachtete Ensemble der Künstlerkolonie stellt zugleich einen entscheidenden Schnittpunkt in der Entwicklung der Architektur dar. Beginnend mit einem noch vom Ornament geleiteten Bauentwurf der ersten Jahre wurde zunehmend mit modernen Materialien wie Klinkerstein und Beton experimentiert. Auch der Kubus als Bauform mit einer funktional gegliederten Fensterordnung weist auf eine neue Architektur hin. Führende Architekten der 1920er Jahre wie Peter Behrens und Erich Mendelsohn nehmen die von den Bauten der Künstlerkolonie ausgehenden Impulse auf, wie sie in der Stuttgarter Weißenhofsiedlung und schließlich in der Weißen Stadt in Tel Aviv (WHL, 2003) weiterentwickelt ihren Ausdruck gefunden haben. Das vom hessischen Großherzog erklärte Ziel der wirtschaftlichen Förderung des Handwerks und der Baukunst bereitete maßgeblich den Boden für die Entwicklung des Neuen Bauens, mit der Gründung zunächst des Deutschen Werkbundes (Gründungsmitglieder u.a. Behrens und Olbrich) und dann des Bauhauses, welches durch die Bauwerke in Weimar und Dessau (WHL, 2008) bis heute Maßstäbe setzt. Überarbeitung und Ergänzungen zum Vergleich gemäß dem Wunsch des Fachbeirats (Schreiben der Kulturstiftung der Länder vom 24.07.2013) "Der Fachbeirat wünscht eine Überarbeitung der Vergleichsanalyse. In dieser sollen andere Stätten Erwähnung finden, wo zeitliche, typologische oder geo-kulturelle Bezüge hergestellt werden können. Diese können sich auf bereits in der Welterbeliste eingetragene Stätten beziehen, auf Güter von den Tentativlisten anderer Vertragsstaaten oder auf andere potentielle Stätten, die noch nicht identifiziert wurden. Dabei sollte geklärt werden, welche anderen „idealen Gemeinschaften" in Kolchose oder Kibbuz untersucht wurden. Gibt es andere Beispiele in anderen Kulturkreisen? Worin könnte die Verbindung zur „Arts and Crafts"-Bewegung und zu William Morris liegen?" Die Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe wurde durch den für Innovationen aufgeschlossenen Großherzog Ernst Ludwig ins Leben gerufen und ermöglicht. Angeregt durch das englische Vorbild beauftragte er zunächst die Arts & Crafts Künstler Mackay Hugh Baillie Scott und Charles Robert Ashbee zur Ausgestaltung seiner Räume im eigenen Palais. Diese Einflüsse der modernen Kunstbewegung in England, ausgehend von den Protagonisten John Ruskin und William Morris, wurden in der Ausstellung 1901 „Ein Dokument Deutscher Kunst“ weiterentwickelt. Auch wurde für einen im selben Jahr vom Darmstädter Verleger Alexander Koch ausgeschriebenen Wettbewerb für das „Haus eines Kunstfreundes“ der Entwurf Charles Rennie Mackintosh‘s als der beste empfunden — das Haus wurde jedoch erst in den 1990er Jahren in Glasgow gebaut. Die Studienfreunde Josef Hoffmann und Joseph Maria Olbrich arbeiteten in Wien für Otto Wagner, einem der Wegbereiter moderner Architektur. Wie wichtig die Verknüpfung von Architektur und Raumkunst für diese Architekten war, zeigt die Gründung der Wiener Werkstätten 1903 unter Leitung von Josef Hoffmann. Mit seinem Sezessionsgebäude — hier waren die Möbelentwürfe Mackintosh’s zu sehen - wurde Joseph Maria Olbrich international bekannt und nach Darmstadt berufen. Als bedeutendstes Mitglied der Künstlerkolonie konnte er auf geniale Weise seine in Wien entworfene Vision einer „ ... ganzen Anlage ... bis ins letzte Detail“ verwirklichen. Der Mäzen und Visionär Ernst Ludwig zielte auf eine politisch unabhängige und von wirtschaftlichen Zwängen befreite Kreativität, die ein experimentelles künstlerisches Arbeiten förderte. Mit der Verbindung von Kunst und Handwerk nach dem Vorbild der englischen Arts & Crafts Künstler strebte der Initiator zugleich einen Aufschwung handwerklicher Produktion im eigenen Land an. Eine Verbindung von künstlerisch gestaltetem Handwerk und kommerzieller Vermarktung mit der Unterstützung eines Mäzens lässt sich auch in dem Künstlerdorf Abramcevo/Russland beobachten, das die Ideale der Russischen Avantgarde mit Bezug auf die traditionelle Volkskunst in Werkstätten, Theaterspielen und einer eigenständigen Architektursprache künstlerisch umsetzte. Diese um 1900 bis nach Moskau agierende Kolonie ist heute ein musealer Ort. Der 1901 gegründete Standort Mathildenhöhe hingegen wird nach wie vor als kulturelles Zentrum der Stadt genutzt. Das Ausstellungswesen setzt sich auch nach dem Ersten Weltkrieg bis in die heutigen Tage fort. Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden die international diskutierten „Darmstädter Gespräche“ statt, die u.a. zur Errichtung der sogenannten Meisterbauten (u.a. Max Taut und Otto Bartning) führten und wegweisend für Konzepte des Wiederaufbaus sein sollten. Auch nahmen die bis heute regelmäßig stattfindenden „Internationalen Ferienkurse“ für experimentelle Musik (mit Gästen wie Stockhausen, John Cage und Nam June Paik) auf der Mathildenhöhe ihren Anfang. Vergleichbar mit dem Bestreben, ein Zentrum für die Erneuerung in der Kunst zu schaffen, ist die Berufung Henry van de Veldes nach Weimar als künstlerischen Berater für Industrie und Kunsthandwerk unter Großherzog Wilhelm Ernst von Sachsen. Auch Karl Ernst Osthaus versuchte in Hagen ein Zentrum der Kunst der Moderne zu etablieren und bedachte u.a. Peter Behrens mit mehreren Aufträgen. In beiden Standorten konnten diese Projekte jedoch nicht in solcher Konsequenz umgesetzt werden, wie es in Darmstadt der Fall war. Das vom hessischen Großherzog erklärte Programm eines von der repräsentativen Ästhetik des Deutschen Kaiserhauses unabhängigen Gestaltungswillens ermöglichte damit die Weiterentwicklung der Paradigmen der Moderne. In der Künstlerkolonie in Darmstadt wurde nicht nur die Organisation künstlerischer Arbeit gelebt, wie sie z. B. von van de Veldes Haus Bloemenwerf (1895) in Uccle bei Brüssel repräsentiert wird, sondern die Gestaltung aller Bereiche des Lebens künstlerisch inszeniert, mit dem Ziel Kunst und Leben zusammen zu führen. Die Gedanken der Lebensreform wurden exemplarisch in Architektur, Raumgestaltung und Gartenkunst umgesetzt. Damit rückte man nicht nur das moderne Künstlerhaus, sondern ganz allgemein das Wohnhaus und das Ausstellungshaus ins Zentrum der dort inszenierten Gesamtkunstwerke. Dieses Ereignis wird heute als erste „Internationale Bauausstellung“ (IBA) gewertet und gab Impulse für die in Folge bis ins 21. Jahrhundert hinein geplanten Architekturausstellungen. In den Ausstellungen 1901 -1914 auf der Mathildenhöhe wurde nicht nur eine reformorientierte Lebensauffassung sichtbar gemacht. Es wurde der umfassende Anspruch erhoben, das Leben des Menschen durch die Kunst zu beeinflussen. Mit dem Ziel der Gestaltung aller Bereiche des Lebens wurden auch der Tanz, das Theater und die Festkultur erneuert. Damit agierte die Künstlerkolonie in Darmstadt sehr viel weitgefasster, als z.B. die an der Lebensreform orientierte Vegetarierkolonie „Monte Verita“ bei Ascona, die im Sinne einer idealen Lebensgemeinschaft das Leben in Abgrenzung zum Alltag in den Städten gestaltete. Die Mitglieder der Künstlerkolonie in Darmstadt bildeten keine auf ein gemeinsames Ziel eingeschworene „ideale Gemeinschaft“ wie es Kolchosen oder Kibbuzim anstrebten. Sie wurden von ihrem Auftraggeber nach Darmstadt berufen. Es entstand auch keine Siedlungsgemeinschaft nach dem Vorbild der von Ebenezer Howard ins Leben gerufenen Gartenstadtbewegung, wie sie erstmals in Deutschland mit der Gartenstadt Hellerau bei Dresden ab 1909 und der Krupp-Siedlung Margarethenhöhe in Essen ab 1910 verwirklicht wurden. Anders auch als in den vor 1900 gegründeten Künstlerkolonien wie z. B. Tuusla/Finnland, Äsgärdstrand/Norwegen, Hiddensee oder Worpswede, stand für die Künstler auf der Mathildenhöhe nicht die Naturerfahrung zur Erneuerung der Malerei im Vordergrund. Dieser Vergleich führt einige Beispiele in Bezug auf die Künstlerkolonie Mathildenhöhe auf, eine detailliertere Analyse mit den genannten und weiteren Kunstzentren wird im Rahmen der Antragstellung in einer umfassenderen Untersuchung vorgenommen.
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ENTWURF Aufträge Austausch Beratung Austausch Austausch Austausch u. Beratung Beratung u. | Gutachten Institutionsübergreifende Koordinierung
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Antrag Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt Managementstrukturen 1 Managementstrukturen (Stand 30.09.2013) Antrag Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt Managementstrukturen 2 Eigentumsverhältnisse • Wissenschaftsstadt Darmstadt: Ausstellungsgebäude, Hochzeitsturm, Ernst-Ludwig-Haus, Haus Olbrich, Haus Deiters, Großes Haus Glückert, Oberhessisches Haus • Land Hessen (Nutzung Hochschule Darmstadt): Ateliergebäude Öffentliche Gebäude • Wissenschaftsstadt Darmstadt: Parkgelände mit allen Objekten Park Mathildenhöhe • Private Eigentümer: Haus Behrens, Kleines Haus Glückert, Haus Habich, Haus Keller, Haus Sutter, Dreihäusergruppe Wohngebäude Antrag Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt Managementstrukturen 3 Organisation: Aufgaben und Zuständigkeiten Kulturdezernent •Antragsteller Stabsstelle Entwicklung Mathildenhöhe •Steuerung aller Prozesse •Administrative und inhaltliche Begleitung des Antrags •Strategieentwicklung •Beteiligungsverfahren •Konfliktmanagement •Öffentlichkeitsarbeit •Mitarbeit in städtischen Netzwerken •Geschäftsstelle Magistrats- kommission Mathildenhöhe Koordinator Mathildenhöhe •Rahmenkonzeption •Ausarbeitung des Antrags •Koordinierung aller Maßnahmen •Begleitung Monitoring •Informationstransfer •Fundraising/ Sponsoring •Abstimmung mit dem Welterbebeauftragten des Landes Hessen, Landesamt für Denkmalpflege Hessen Kulturamt - Abteilung Denkmalschutz und Denkmalpflege •Beteiligung an allen Vorhaben und Projekten •Betreuung aller denkmalpflegerischen Maßnahmen an öffentlichen und privaten Objekten •Werkverträge mit drei Wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen zur Bearbeitung des Bestandes und zur Ausarbeitung des Antrags Institut Mathildenhöhe •Wissenschaftliche Betreuung der Kunstwerke •Konservatorische Betreuung der Kunstwerke •Ausstellungsprojekte zu den Künstlern, zur Kultur- und Kunstgeschichte und zur Gegenwart der Mathildenhöhe Antrag Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt Managementstrukturen 4 Schutzinstrumente • Das Nominierungsgebiet steht seit 1986 unter Denkmalschutz Gewährleistung des Denkmalschutzes • Aufstellung eines Bebauungsplans zur Erhaltung und gezielten Weiterentwicklung der Bau- und Gebietsstruktur unter besonderer Berücksichtigung der Ziele der Denkmalpflege 2013: Bauleitplanverfahren 027 Mathildenhöhe Süd Antrag Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt Managementstrukturen 5 Planungs- und Handlungsgrundlagen • Beschluss des Magistrats vom 31.10.2007: Schaffung des Aufgabengebietes "Koordinator Mathildenhöhe" • Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 29.01.2008: Entwicklung einer Gesamtkonzeption zur weiteren Erhaltung, Entwicklung und Sanierung der Mathildenhöhe sowie Prüfung einer Anmeldung der Künstlerkolonie Mathildenhöhe zum UNESCO Welterbe • Beschluss des Magistrats vom 13.06.2012/Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 21.06. 2012: Anmeldung der Künstlerkolonie Mathildenhöhe zur Aufnahme in die deutsche Tentativliste des UNESCO Welterbes Beschlüsse der städtischen Gremien • 2006 Symposium Forum Entwicklung Mathildenhöhe • 2010/2011 Bürgerforen Museum Sander und die Gesamtkonzeption Mathildenhöhe • 2013 Einrichtung einer Magistratskommission Mathildenhöhe zur Begleitung des Antrags und zur Erhöhung der Partizipation der Stadtgesellschaft an der Weiterentwicklung Mathildenhöhe Foren der öffentlichen Diskussion Antrag Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt Managementstrukturen 6 • 2008-2013 Investitionsprogramm Mathildenhöhe (30 Einzelmaßnahmen) • 2011/12 Sanierung Hochzeitsturm (Statik und restauratorische Maßnahmen) • 2012 Verkehrsmaßnahme: Parkregelung zum Schutz der Mosaike auf den Gehwegen • 2012-2014 Konservierung des Skulpturenprogramms von Bernhard Hoetger im Platanenhain • 2013-2015 Energetische Sanierung Ausstellungsgebäude • In Planung: 2014 Vorbereitung städtebaulicher Wettbewerb Osthang Mathildenhöhe • In Planung: 2014 Weiterentwicklung des Nutzungskonzeptes • In Planung: 2016 Sanierung Großes Haus Glückert (Restaurierung und technische Modernisierung) • In Planung: 2018 Sanierung Haus Olbrich (Restaurierung und technische Modernisierung) Maßnahmenkatalog Antrag Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt Managementstrukturen 7 • 2008 Beginn der wissenschaftlichen Bestandsaufnahme • 2008 Aufbau einer Datenbank für den Bestand (Zielsetzung Baupflegekatalog, Parkpflegewerk) • 2012 Materialien zur Künstlerkolonie Darmstadt Bestandsaufnahme • 2008 Rahmenkonzeption Mathildenhöhe (Leitidee, Geschichte, Erhaltung, Weiterentwicklung) Rahmenplan • Ausstellungsprojekte und Publikationen des Instituts Mathildenhöhe • Grundlegende Dokumentation zur Bauforschung in drei Bänden. Christiane Geelhaar: Mathildenhöhe Darmstadt. 100 Jahre Planen und Bauen für die Stadtkrone 1999/2000/2004 Wissenschaft und Forschung Antrag Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt Managementstrukturen 8 Vermittlung • Dauerausstellung und Sonderausstellungen im Ausstellungsgebäude und im Museum Künstlerkolonie mit Rahmenprogrammen und Führungen • Führungen zur Mathildenhöhe (Rundgänge und thematische Führungen) durch die Wissenschaftsstadt Darmstadt Marketing GmbH Museums- und Führungsprogramm • Presseveröffentlichungen in Zusammenarbeit mit der Pressestelle der Wissenschaftsstadt Darmstadt • Publikationen zur Mathildenhöhe (Rundgänge, Maßnahmen) • Internetseite auf der Homepage der Wissenschaftsstadt Darmstadt • 2012: Drei Informationsveranstaltungen zur Antragstellung • 2012: Ausstellung in der Hessischen Landesvertretung in Berlin • In Planung: 2014 Dokumentation zur Konservierung des Skulpturenprogramms von Bernhard Hoetger im Platanenhain • In Planung: 2014 Internet-Homepage „Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt" Maßnahmen zur Öffentlichkeitsarbeit • 2013 Start des ersten Schulprojekts des „Forums Welterbe Mathildenhöhe“ zum Thema Welterbe und Mathildenhöhe Darmstadt Bildung und Information Antrag Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt Managementstrukturen 9 Nachhaltige Nutzung Darmstadt, 30. September 2013 •Ausstellungsgebäude (Ausstellungshaus des Instituts Mathildenhöhe) •Museum Künstlerkolonie im Ernst -Ludwig-Haus (Institut Mathildenhöhe) •Hochzeitsturm (Institut Mathildenhöhe, Standesamt, Förderverein Hochzeitsturm) •Oberhessisches Haus (Institut Mathildenhöhe, Institut für Neue Musik und Musikerziehung) •Haus Olbrich (Deutsches Polen-Institut) •Haus Deiters (Deutsches Polen-Institut) •Großes Haus Glückert (Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung/Deutscher Literaturfonds e.V.) •Park Mathildenhöhe (öffentliches Parkgelände, kulturelle Nutzung) Kulturelle/Bürgerschaftliche Nutzung •Erarbeitung einer inhaltlichen Gesamtkonzeption für die Mathildenhöhe •Begleitung durch die Magistratskommission Mathildenhöhe Weiterentwicklung Nutzungskonzept •Magistratskommission Mathildenhöhe •Förderkreis Hochzeitsturm e.V. •Freunde der Mathildenhöhe e.V. •Forum Welterbe Mathildenhöhe •S.O.S. Mathildenhöhe Bürgerschaftliche Beteiligung
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Aufnahme des Antrags Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt in die deutsche Tentativliste zur Nominierung für die UNESCO-Welterbeliste Bewertung des von der Kultusministerkonferenz eingesetzten Fachbeirates Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt Der Antrag Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt schlägt ein Ensemble bestehend aus zwei großen Ausstellungsgebäuden samt Hochzeitsturm, einem Platanenhain mit Garten- pavillons und Skulpturengarten sowie mehreren Meisterhäusern aus der Zeit von 1899 bis 1914 zur Aufnahme in die deutsche Tentativliste vor. Die Mathildenhöhe wirkte als Schnittpunkt und Conclusio mehrerer Reformansätze: Großherzog Ernst Ludwig selbst führte aufgrund seiner dynastischen Beziehung zu England die englische Arts-and-Crafts- Bewegung ein; er berief Künstler aus anderen Kunstzentren, wie beispielsweise Joseph Maria Olbrich aus Wien, Peter Behrens aus München und Bernhard Hoetger aus Paris. Insgesamt arbeiteten bis zu 23 Künstlerpersönlichkeiten in den 16 Jahren des Bestehens und Wirkens dieser Künstlerkolonie. Mit Landesausstellungen wurde ab 1901 versucht, neue Modelle von Gesamtkunstwerken mit experimenteller Architektur, neuer Raumkunst und zukunftsweisendem Design entstehen zu lassen, die in inszenierten Wohnhäusern prä- sentiert wurden. So entstanden in Darmstadt in höchst verdichteter Konzentration innova- tive, echte Wegbereiter der Moderne. Der Fachbeirat erkennt das Potential zum OUV des Ensembles und die Verwendung der Kriterien (ii) als wichtiger Schnittpunkt in der-Entwicklung der Künste und der Architektur auf dem Weg in die Moderne des 20. Jahrhunderts und (iv) als hervorragendes Beispiel eines architektonischen Ensembles an. Die Mathildenhöhe hat in besonderer Weise die Wende vom Jugendstil zur Moderne eingeleitet. Die Landesausstellungen und die voll ein- gerichteten Wohn-Meisterhäuser waren inszenierte neue Lebenswelten und stellten bei- spiellose Neuerungen dar, die vielfach beachtet wurden. Mit dem Kleinen Glückert-Haus (1901), dem Haus Behrens (1901) oder dem zweiten Ausstellungsgebäude von Olbrich (1905 bis 1908) wurde kubische Körperlichkeit mit linearer Tiefenflächigkeit als Leitge- danke der späteren klassischen Moderne in die Architektur eingeführt. Die Integrität und Authentizität sind trotz geringfügiger Beeinträchtigungen durch Eingriffe in die Substanz (wie beispielsweise dem Umbau der Obergeschosse des Hauses Olbrich) gegeben. Beson- ders positiv hervorzuheben ist das Management. und das Community Involvement. Darüber hinaus kann die Mathildenhöhe die Stätten der Moderne auf der Welterbeliste sinnvoll er- gänzen. Der Fachbeirat empfiehlt der Kultusministerkonferenz, das Ensemble Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt auf die deutsche Tentativliste zu setzen. in: Abschlussbericht. Empfehlungen des Fachbeirates an die Kultusministerkonferenz zur Fortschreibung der deutschen Tentativliste für das UNESCO-Welterbe. April 2014
Beratungsverlauf (5)
Orte (1)
- Luisenplatz 5
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Details
- Vorlagen-Nr.
- 2014/0421
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 28.10.2014
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00