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2014/0421

Antrag zur UNESCO-Welterbenominierung der Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt

Magistratsvorlage 28.10.2014

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4677 Zeichen

1 
 
Anlage zur Magistratsvorlage 2014/0421 vom 28.10.2014 
 
 
Bedarfsplan 2015-2020 zur Mittelbereitstellung Welterbe-Verfahren „Künstlerkolonie 
Mathildenhöhe Darmstadt“  (Schätzung der Beträge nach derzeitigem Kenntnisstand) 
 
 
2015 
Welterbeworkshop (Advisory Board) – 2x jährlich 
Reisekosten/Hotelkosten/Tagungskosten 
Abendessen 
Pressekonferenz  
Gesamtkosten 2 x 7.500,00 €        15.000,00 
 
Gutachten und Studien 
Forschungsauftrag (Vergleichbare Stätten)      30.000,00 
Tourismusstudie         30.000,00 
Städtebaulicher Rahmenplan        60.000,00 
Verkehrsgutachten         18.000,00  
Parkpflegewerk         40.000,00  
 
4 Koordinierungsrunden 
Honorar Moderator           5.600,00 
       
Öffentlichkeitsarbeit 
Entwicklung Website (lt. Angebot)      19.195,00 
bei der Kostenstelle Welterbe sind 2014 und 2015 
 je 10.000,00 eingeplant 
 
Weiterentwicklung Website:        2.810,00 
Entwicklung Newsletter (Konfiguration,Gestaltung/Umsetzung) 
Schulungen Content Management System 
 
2 Informationsveranstaltungen für die Öffentlichkeit     2.000,00 
4 Öffentliche Vorträge von Fachexperten      4.000,00 
Projektkosten Welterbepädagogik       2.000,00 
Entwicklung LOGO Welterbe (inkl. Umsetzungsvorschläge)        6.000,00    
 
Externe Dienstleistungen  (AG Mathildenhöhe):             20.000,00 
Beauftragung von Freiberuflern zur Mitwirkung an der 
wissenschaftlichen Bearbeitung des Bestandes und   
an der Erarbeitung des Nominierungsdossiers  
AG Mathildenhöhe: N. Heiss, Renate Charlotte Hoffmann,  
Christiane Geelhaar und Mona Sauer je 5.000 Euro                     
Die benötigten Mittel für 2015 sind  bei der Kostenstelle  
Welterbe angemeldet. 
 
Summe 2015
                254.605,00 
 
 
2016 
Welterbeworkshop (Advisory Board) – 2x 7.500 €            15.000,00 
 
4 Koordinierungsrunden           
Honorar Moderator (inklusive Vor- und Nachbereitung)   5.600,00 
 
Öffentlichkeitsarbeit 
2 Informationsveranstaltungen für die Öffentlichkeit     2.000,00 
4 Öffentliche Vorträge von Fachexperten      4.000,00

2 
 
Projektkosten Welterbepädagogik       2.000,00 
 
 
 
ICOMOS-Tagung (200 Personen, 2,5 Tage, ca. 18.04.2016) 
Tagungskosten Darmstadtium:  Miete/Organisation/ 
Durchführung) lt Angebot      12.000,00 
 
Reisekosten/Übernachtung/Bewirtung Referenten    5.000,00 
Exkursion (Fachführungen)       1.000,00 
 
Empfang der Stadt mit öffentlichem Vortrag 
für Bürgerinnen und Bürger       3.000,00 
 
Tagungsunterlagen (Layout und Druck 
von Flyern/Plakaten/Tagungsmappen)     3.000,00 
 
Drucklegung der Tagung (Redaktion/Nachbereitung, 
Layout, Bildrechte, evtl. Übersetzung/Druck)   20.000,00 
 
./.  Einnahmen Tagungsgebühr 60,00 €  
      bei 180 Teilnehmern    - 10.800,00                33.200,00   
 
 
Externe Dienstleistungen (AG Mathildenhöhe):             20.000,00 
Leistungen wie  2015 
 
Summe 2016                  81.800,00 
 
 
2017 
Welterbeworkshop (Advisory Board) – 2x jährlich             15.000,00 
 
4 Koordinierungsrunden 
Honorar Moderator         5.600,00 
 
Öffentlichkeitsarbeit 
2 Informationsveranstaltungen für die Öffentlichkeit     2.000,00 
4 Öffentliche Vorträge von Fachexperten      4.000,00 
Projektkosten Welterbepädagogik       2.000,00 
 
Externe Dienstleistungen (AG Mathildenhöhe):             20.000,00 
Leistungen wie  2015 
 
 
Summe 2017                  48.600,00 
 
 
2018 
Welterbeworkshop (Advisory Board)  (1x)     7.500,00 
 
2 Koordinierungsrunden 
Honorar Moderator        2.800,00 
 
Fertigstellung Nominierungsdossier- 
Managementplan-Reader 
Redaktion/Übersetzungen/Bildrechte/Layout/Druck          100.000,00

3 
 
Öffentlichkeitsarbeit 
Welterbe-Bewerbungsfilm (inkl. Urheberrechte)             25.000,00 
1 Informationsveranstaltung für die Öffentlichkeit               1.000,00 
Projektkosten Welterbepädagogik       2.000,00 
 
Externe Dienstleistungen (AG Mathildenhöhe):             20.000,00 
Leistungen wie  2015 
 
Summe 2018                 158.300,00  
 
 
2019 
Gutachterverfahren ICOMOS                15.000,00 
Reise- und Übernachtungskosten, evtl. Dolmetscher 
Kosten für Stellungnahmen von Experten 
Übersetzungen 
 
Summe 2019 
 
Kosten 2015                          254.605,00 
Kosten 2016                  81.800,00 
Kosten 2017                 48.600,00 
Kosten 2018                158.300,00 
Kosten 2019                   15.000,00 
Kosten 2020            - 
Sachkosten gesamt 2015-2020            558.305,00 
 
 
Mittelbedarf  2015: 
abz. bereits eingeplanter bzw. angemeldeter Mittel von 40.000,00 =   214.605,00 
 
 
Aufgestellt: Projektleitung Entwicklung Mathildenhöhe/Koordinator Mathildenhöhe/Stabsstelle Welterbe 
Hessen – 11.11.2014

2014/0421

18225 Zeichen

Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats- 
geschäftsstelle: 
30.10.2014 
an den Magistrat 
 
  zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
 
Beteiligt vor  
Magistratsbeschlussfassung:  
Dezernat I Kulturamt 
Dezernat IV 
Dezernat III 
an die Stadtverordnetenversammlung 
 
  OBW zur Befassung 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
   zur abschließenden Beschluss- 
       fassung Fachausschuss 
 
Amt: Dezernat I 
Behandlung in  
öffentl. Sitzung 
Ja 
 
Nein 
 
 OBW bei abschl. 
Beschlussfassung Magistrat 
 
 
 
Ja 
 
Nein  
Internetfähig     
Verteiler: 
 
 
 
Vorlage-Nr. 2014/0421 
 
Magistratsbeschluss-Nr. 
  
 
Produkt-Nr.:        
Kostenstelle:  712-001-1001 Investitionsnummer:        
Kostenträger:  5230-12 Sachkonto:        
 
Betreff: Antrag zur UNESCO-Welterbenominierung der Künstlerkolonie Mathildenhöhe 
Darmstadt 
 
Vorlage vom: 28.10.2014 
 
Beschlussvorschlag : 
 
1.  Der Magistrat nimmt die Aufnahme der Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt in die 
deutsche Vorschlagsliste zur Nominierung für die UNESCO-Welterbeliste, die Erläuterungen zu 
Bedeutung und Nutzen des Welterbetitels sowie die Bewertung des von der 
Kultusministerkonferenz eingesetzten Fachbeirats zur Kenntnis. 
 
2.  Der Magistrat beschließt die Fortführung der UNESCO-Welterbenominierung der 
Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt.  
 
3.  Der Magistrat stimmt der institutsübergreifenden Koordinierung und Organisation des 
Nominierungsverfahrens zu. 
 
4.  Für Aufwendungen zur Durchführung von Gremiensitzungen und Veranstaltungen, für 
Forschungsaufträge und Gutachten sowie den zusätzlichen Personalbedarf zur Umsetzung der 
institutsübergreifenden Koordinierung und Organisation des Welterbeverfahrens sind die Kosten

- 2 - 
zu ermitteln.  
 
5.  Die unter Punkt 4. ermittelten Kosten werden in einer gesonderten Magistratsvorlage zur 
Beschlussfassung vorgelegt. 
 
 
 
Anlagen: Antrag Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt Tentativliste 
Antrag Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt Bewertung Fachbe 
Antrag Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt Managementstrukturen 
Antrag Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt Institutsübergreifende 
Koordinierung 
Kostenschätzung_2015-2020 
 
Datenschutzrelevante Anlage:  
 
Folgekosten:    Ja    Nein 
 
Beschluss des Magistrats vom

- 3 - 
 
Begründung zur Magistratsvorlage vom 28.10.14 
 
 
Mit der positiven Entscheidung der Kultusministerkonferenz vom 12.06.2014, den Antrag 
Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt in die deutsche Tentativliste  (Anlage 1) zur 
Nominierung für die UNESCO Welterbeliste aufzunehmen, hat Darmstadt eine große Chance 
Welterbestätte zu werden.  
 
Erläuterungen zu Bedeutung und Nutzen des Welterbetitels für die Kommune und die 
Bürgerschaft  
Bedeutung und Nutzen des Welterbetitels für die Kommune oder  die Bürgerinnen und Bürger 
ergeben sich einerseits aus Verpflichtungen „für“ und positive Auswirkungen „durch“ eine 
Welterbestätte. 
Selbstauferlegte Verpflichtung 
Die Antragssteller gehen mit der Auszeichnung „Welterbe“ eine langfristige Selbstverpflichtung 
ein, um den Erhalt der Stätte nach Artikel fünf der Welterbekonvention garantieren zu können. 
Seit 2005 gehört daher ein so genannter Managementplan zu den verbindlichen 
Antragsunterlagen. Seine zentrale Aufgabe ist es, das wertvolle, einmalige Kulturgut erfassen, 
erhalten, schützen und angemessen präsentieren zu können. In ihm sind geltende Bundes- und 
Landesgesetzgebungen sowie bereits bestehende und künftige Planungen der 
unterschiedlichen Institutionen und Fachabteilungen zu einer gemeinsamen Zielsetzung zu 
bündeln, die einen verantwortungsvollen Umgang mit der Stätte dokumentiert. Dies kann 
positive Auswirkungen auf stadtplanerische Entwicklungen einer Kommune haben.  
Nachhaltiger Welterbetourismus 
Die Welterbestätten zählen zu den besonderen kulturtouristischen Destinationen in 
Deutschland. Aber nicht nur die Welterbestätten an sich profitieren vom Welterbetourismus. 
Sie verfügen über einen enormen Ausstrahlungsfaktor und tragen zur Identitätsbildung und  
Identitätsstiftung bei. Wegen des besonders hohen Besucher- und Nutzungsdrucks, der auf 
Welterbestätten lastet, können gerade hier neue Konzepte der Werbung, der Nutzung und der 
Netzwerkbildung entwickelt und evaluiert werden. Welterbestätten sind also gleichsam „High-
End-Produkte“ eines nachhaltigen Tourismus. Kerngedanke ist vor allem auch ein behutsamer 
und hochqualifizierter Tourismus in denkmalverträglichem Ausmaß. 
 
Finanzierung in Zukunftsinvestitionen 
Es existieren Förderprogramme auf nationaler Ebene, die den Welterbestätten seit 2009 
zugutekommen. Im Zuge des Konjunkturpakets 1 wandte sich das Bundesministerium für 
Verkehr, Bau und Stadtentwicklung mit zwei Projektaufrufen (2009 und 2010) an die 
Bundesländer und Kommunen, um „dringend notwendige Investitionen in den Erhalt der 
historischen Stätten von Weltrang [zu ermöglichen ].“ Durch dieses in zwei Tranchen aufgelegte 
Programm stehen den deutschen Welterbestätten für die Jahre 2009 bis 2014 insgesamt 220 
Millionen Euro Bundesmittel für die Weiterentwicklung und Pflege der deutschen UNESCO-
Welterbestätten zur Verfügung. Eine Neuauflage für die Folgejahre ist vorgesehen. 
 
Bei der Realisierung war von Anfang an eine anteilige Finanzierung geplant; somit waren die 
Kommunen in der Regel mit mindestens 33 Prozent, sowie die Länder bei Objekten im 
Landeseigentum mit mindestens 50 Prozent Komplementärfinanzierung beteiligt. Die vier vor 
2009 eingetragenen Welterbestätten Hessens profitieren beispielsweise von diesem 
Investitionsprogramm. Bis 2014 fließen somit 15,5 Millionen Euro Bundes- und 13,5 Millionen 
Euro Landesmittel des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst in vielfältige 
Projekte und Vorhaben zur Weiterentwicklung und Erhaltung der Stätten.  
Im Sommer 2014 wurde außerdem das Bundesprogramm „Nationale Projekte des 
Städtebaus“ mit einem Volumen von 50 Millionen Euro als Investitionsprogramm für investive 
sowie konzeptionelle Projekte mit besonderer nationaler bzw. internationaler 
Wahrnehmbarkeit, mit sehr hoher fachlicher Qualität, mit überdurchschnittlichem 
Investitionsvolumen in fünf Jahresraten 2014 bis 2018 für Kommunen aufgelegt. Förderfähig

- 4 - 
sind Denkmalensembles von nationalem Rang, wie z.B. UNESCO-Welterbestätten,  und 
bauliche Kulturgüter mit außergewöhnlichem Wert einschließlich Maßnahmen in deren Umfeld. 
 
Alles in allem hat der Titel Welterbe vielfältige positive Effekte für die betreffende Kommune, 
materielle wie immaterielle . In aller Regel identifizieren sich nämlich Bürgerinnen und Bürger 
in hohem Maße mit „ihrer Welterbestätte“ und sie sind bereit, sich dafür bürgerschaftlich zu 
engagieren. 
 
Bewertung des Antrags Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt 
 
In seiner Bewertung hat der von der Kultusministerkonferenz eingesetzte Fachbeirat (Anlage 2) 
die wesentlichen inhaltlichen Voraussetzungen zur Erfüllung der Kriterien bescheinigt und  
erkennt das Potential zum außergewöhnlichen universellen Wert des Ensembles 
Künstlerkolonie Mathildenhöhe als wichtiger Schnittpunkt der Künste und der Architektur auf 
dem Weg in die Moderne des 20. Jahrhunderts und als hervorragendes Beispiel eines 
architektonischen Ensembles an. Es wird festgestellt, dass die Integrität und Authentizität trotz 
geringfügiger Beeinträchtigungen durch Eingriffe in die Substanz (Haus Olbrich) gegeben ist. 
Besonders positiv hervorgehoben werden das Management (Anlage 3) und die gesellschaftliche 
Einbindung (Community Involvement). 
 
Wichtiges Kriterium für die Entscheidung war auch die Erfüllung des „Filling the Gaps“, das 
heißt identifizierte typologische und/oder thematischen Lücken der Welterbeliste  mit der 
Nominierung der vorgeschlagenen Stätten zu stärken. Der Antrag Künstlerkolonie 
Mathildenhöhe Darmstadt wurde dem thematischen Schwerpunkt „Modernes Erbe“ 
zugeordnet. Welterbestätten der Moderne des 20. Jahrhunderts sind auf der Welterbeliste noch 
immer schwach vertreten, obwohl sie vielfach herausragende historische und künstlerische 
Zeugnisse der globalen Menschheitsentwicklung auf dem Weg in die hochtechnisierte 
Massengesellschaft darstellen. 
 
Die Kultusministerkonferenz folgte der vom Fachbeirat vorgeschlagen Reihenfolge für die 
Nominierung der sieben ausgewählten Anträge zur Einschreibung in die Welterbeliste ab 2016. 
Der Antrag Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt wurde auf Platz 4 gesetzt und soll im 
Jahr 2019 beim UNESCO-Welterbezentrum in Paris eingereicht werden. Der Fachbeirat stellt in 
diesem Zusammenhang fest, dass der Antrag gut entwickelt sei. 
 
Verfahren zur Nominierung 
 
Nominierungen für die Welterbeliste erfolgen durch die Vertragsstaaten der 
Welterbekonvention. Das Land Hessen ist Antragsteller für die Nominierung der 
Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt. Zuständige Länderbehörde ist das Hessische 
Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK). Der Antrag ist mit dem Präsidenten des 
Landesamtes für Denkmalpflege Hessen als Welterbebeauftragten des Landes Hessen 
abzustimmen.  
 
Vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst werden die Antragsunterlagen an die 
Kultusministerkonferenz weitergeleitet. Von dort werden sie über das Auswärtige Amt und die 
Ständige Vertretung Deutschlands bei der UNESCO dem UNESCO-Welterbezentrum in Paris 
übergeben. 
 
Stand des Verfahrens 
 
 
Überarbeitung des Formblattes 2a für die  Tentativliste 
Das Formular des Antrags (Tentative List Submission Format) muss zur Fortschreibung der 
Tentativliste für das UNESCO-Welterbe überarbeitet werden und in englischer Sprache über 
das HMWK bis zum 01. Dezember 2014  beim Sekretariat der Kultusministerkonferenz 
eingegangen sein, um an das UNESCO-Welterbezentrum in Paris weitergeleitet zu werden. 
 
Zeitplan Antragsunterlagen 
 
Die Endfassung der Antragsunterlagen in Englisch (Nominierungsdossier, Managementplan, 
ggf. Reader mit Erläuterungen und Anlagen) sollte im Frühjahr/Sommer 2018 fertiggestellt 
sein, um die freiwillige Vorprüfung der Antragsunterlagen durch das Welterbezentrum (Stichtag 
30. September 2018) durchführen zu lassen.

- 5 - 
 
Der Termin zur definitiven Einreichung (nach derzeitigem Stand!)  der kompletten 
Antragsunterlagen im Welterbesekretariat ist der 1. Februar 2019 . Danach wird ein Gutachten 
durch die ICOMOS erstellt. Eine Entscheidung durch das Welterbekomitee wäre dann im 
Juni/Juli 2020  zu erwarten. 
 
Kernstück des Antrags ist das Nominierungsdossier , das nach den „Richtlinien für die 
Durchführung zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt“ der UNESCO aufgebaut und 
summarisch abgearbeitet werden muss. Es orientiert sich an den Inhalten des Antrags zur 
Aufnahme in die Tentativliste. 
 
Der Managementplan  für die zukünftige Welterbestätte ist ebenfalls verpflichtend und ist nach 
dem sogenannten Leitfaden zu erstellen.  
 
Organisation des Verfahrens 
 
Der Welterbebeauftragte des Landes, Prof. Dr. Gerd Weiß, hat eine Organisationsstruktur zur 
institutsübergreifenden Koordinierung  (Anlage 4) empfohlen.  
 
In einem ersten organisatorischen Schritt soll die Berufung von Experten für einen 
Welterbeworkshop erfolgen.  
 
Welterbeworkshop (Advisory Board) 
 
Das Advisory Board ist für das Verfahren beratend tätig und schlägt darüber hinaus Gutachten 
und Forschungsaufträge zu bestimmten Themen vor. Mitglieder sind 10-12 nationale und 
internationale Experten, die sich mit dem Denkmalschutz und dem Welterbeverfahren bzw. in 
der Mathildenhöheforschung sehr gut auskennen. Das Gremium tagt zweimal jährlich. 
 
Gesetzte Mitglieder: 
Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen (Welterbebeauftragter) 
Die Beauftragte der Kultusministerkonferenz für das UNESCO-Welterbe, Frau Dr. Birgitta 
Ringbeck (Auswärtiges Amt) 
 
Oberbürgermeister Jochen Partsch schlägt folgende Experten in Abstimmung mit der 
Magistratskommission Mathildenhöhe vor: 
 
Prof. Dr. Werner Durth, Technische Universität Darmstadt 
Prof. Dr. Gerd Weiß (nach dem Ende seiner Amtszeit als derzeitiger Welterbebeauftragter des 
Landes Hessen) 
Prof. Dr. Jörg Haspel, Landeskonservator von Berlin und Präsident der ICOMOS Deutschland 
Prof. Dr. Regina Stephan, Hochschule Mainz 
 
Als weitere Experten werden in Abstimmung mit dem Welterbebeauftragten angefragt: 
Prof. Dr. Berthold Burkhard, Sprecher der Monitoring-Gruppe der ICOMOS Deutschland 
Prof. Dr. Werner Oechslin (Schweiz) 
Dr. Eva-Maria Höhle, Präsidentin Europa Nostra Austria 
 
Ein Vertreter des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst und Fachexperten aus 
städtischen Ämtern sollen noch hinzugezogen werden. 
 
Weitere Mitglieder können in Abstimmung mit dem Welterbebeauftragten des Landes Hessen 
noch benannt werden. 
 
In der Regel werden Forschungsaufträge (Gutachten für wissenschaftliche Untersuchungen 
beispielsweise zu vergleichbaren Stätten und Entwicklungen) und eine Tourismusstudie vom 
Advisory Board empfohlen. 
 
Kosten: ein halbjähriger Forschungsauftrag kostet ca. 30.000 €, eine Tourismusstudie kostet 
ebenfalls ca. 30.000 €.

- 6 - 
Es fallen außerdem Kosten für Sitzungen des Gremiums an: Vergütung von Reisekosten/ 
Übernahme von Hotelkosten und Tagungskosten durch die Stadt. Honorare werden nicht 
gezahlt.  
 
Als weitere Gremien sollen eingesetzt werden: 
 
Lenkungsstab (tagt ein- bis zweimal jährlich)
 
= Gremium zur Entscheidungsfreigabe  
Mitglieder: 
HMWK (Staatsminister oder Vertreter) 
Wissenschaftsstadt Darmstadt (Oberbürgermeister und Baudezernentin) 
 
Koordinierungsrunde (tagt vierteljährlich)
 
Aufgabe: Koordination unterschiedlicher Interessen/Austausch mit der Stabsstelle Welterbe 
Hessen (Landesamt für Denkmalpflege). 
 
Die Runde wird eröffnet durch einen Auftaktworkshop des Oberbürgermeisters. 
 
Federführung: Projektleitung Entwicklung Mathildenhöhe 
Mitwirkung eines Moderators an der Durchführung der Veranstaltungen  
 
Teilnehmer: 
HMWK 
Wissenschaftsstadt Darmstadt:  
Dezernat I: (Dr. Inge Lorenz, Prof. Dr. Ludger Hünnekens) 
Dezernat III: Teilnehmer werden noch benannt 
Nikolaus Heiss, Koordinator Mathildenhöhe 
Privateigentümer von Gebäuden (die zum zukünftigen Welterbe gehören) 
Vertreter der Hochschule DA und der Institute auf der Mathildenhöhe 
BDA 
Darmstädter Architektursommer e.V. 
Bürgerschaftliche Interessensgruppen / Bürgerinitiativen/ Bewohner Mathildenhöhe 
Fördervereine Mathildenhöhe 
Forum Welterbe Mathildenhöhe 
 
Kosten: Veranstaltungskosten, u.a. evtl. Beauftragung eines Moderators, Bewirtungskosten, 
evtl. Raumkosten 
 
Arbeitsgemeinschaft Welterbe der Stadt Darmstadt (monatliche Sitzungen) 
 
Fachliche Ebene (Städtische Ämter und Dienststellen), Vorbereitung aller Antragsunterlagen 
(Nominierungsdossier, Managementplan etc.) 
Leitung: Dr. Jennifer Verhoeven, Stabsstelle Welterbe Hessen 
Teilnehmer: 
Projektleitung Entwicklung Mathildenhöhe 
Koordinator Mathildenhöhe 
Stadtplanungsamt 
Denkmalpflege 
Verkehrsplanung 
Vermessungsamt 
EB Immobilienmanagement/EB Kulturinstitute als Eigentümer von Gebäuden 
Grünflächenamt 
Institut Mathildenhöhe 
Darmstadt Marketing GmbH 
 
Kosten: Es handelt sich um stadtinterne Arbeitssitzungen. Es fallen keine Kosten an. 
 
Öffentlichkeitsarbeit 
 
Der Welterbebeauftragte des Landes schlägt im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit eine 
ICOMOS-Tagung in Darmstadt im Jahr 2016  vor, um den Antrag national und international 
bekannt zu machen. Die Tagung dient dazu, die Forschungslage und neue Erkenntnisse zur

- 7 - 
Künstlerkolonie Mathildenhöhe zu erörtern. Die Tagung sollte auf 200 Teilnehmer ausgerichtet 
sein. Als Tagungsort empfiehlt sich das Darmstadtium. 
Kosten: Sämtliche Kosten zur Organisation, Durchführung und v.a. auch Nachbereitung 
(Publikation) der Tagung. 
 
Zur Unterstützung der Öffentlichkeitsarbeit für den Antrag wird die Website 
www.kuenstlerkolonie-mathildenhoehe.de   eingerichtet. Sie integriert die bereits seit 2010 
aufgebaute Datenbank zur Bestandsaufnahme der Gebäude und Objekte der Mathildenhöhe 
und ermöglicht die Veröffentlichung der dort eingearbeiteten Daten, Texte und Abbildungen als 
Grundlage der Mathildenhöheforschung, die für den Antrag verpflichtend ist. Die Website wird 
die zentrale Anlaufstelle für die vielschichtigen Zielgruppen und als Portal auch die 
bestehenden Onlineangebote Dritter bündeln. Neben den Informationen zu den Objekten und 
ihrer Historie werden auch aktuelle Informationen zu Veranstaltungen und Führungen, Park- 
und Übernachtungsmöglichkeiten geboten. Neben einer themenspezifischen 
Navigationsstruktur sollen die Besucher auch über eine Kartendarstellung der Mathildenhöhe 
in das Onlineangebot einsteigen. Für die Besucher, die die Mathildenhöhe mit dem 
Smartphone erkunden, wird der Zugang über QR-Codes und eine Geolokalisierung möglich. 
 
Zusätzlicher Personalaufwand 
 
Für die Bewirtschaftung des Welterbe-Etats, die Organisation und Begleitung der Gremien/der 
Tagung wird zusätzliches qualifiziertes Personal benötigt. Wegen der internationalen 
Teilnehmer muss die Korrespondenz und Durchführung auch in englischer Sprache erfolgen. 
 
Weitere Kosten 
 
Neben den Kosten für die Gremiensitzungen, Forschungsaufträge und eine internationale 
Tagung fallen vor allem Kosten für das Layout von Dossier/Managementplan/Reader sowie für 
Redaktionsarbeiten, Übersetzungen in englischer Sprache und Bildrechte an. Das hierfür 
eingesetzte Personal muss das Welterbeverfahren sehr gut kennen. 
 
Auch für das Gutachterverfahren durch ICOMOS fallen weitere Kosten an: Reise- und 
Übernachtungskosten, evtl. Dolmetscher, kurzfristige Stellungnahmen auf Rückfragen (in 
Englisch).  
 
Empfohlen wird auch die Erstellung eines 3-4-minütigen Welterbe-Bewerbungsfilms zur 
Präsentation.  
 
Kostenermittlung und Bereitstellung der Haushaltsmittel 
 
Zur Ermittlung der Kosten und der Bereitstellung der Haushaltsmittel ist ein Bedarfsplan für 
den Zeitraum 2015 bis 2020 zu erstellen. Für das Haushaltsjahr 2015 wird im Rahmen der 
Haushaltsberatungen über die notwendigen Mittel entschieden. 
 
Darmstadt, 29. Oktober 2014 
I/Lo 
 
 
 
 
Dezernent I   Dezernentin III    Dezernent IV 
 
 
 
 
Jochen Partsch  Cornelia Zuschke   André Schellenbe rg 
Oberbürgermeister  Stadtbaurätin    Stadtkämmerer

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18564 Zeichen

IEEN TENTATIVE LIST SUBMISSION FORMAT

STATE PARTY: Germany DATE OF SUBMISSION: 11. Juli 2012

Submission prepared by:

Name: Jochen Partsch, Oberbürgermeister E-mail: oberbuergermeister@darmstadt.de
Address: Luisenplatz 5, 64283 Darmstadt Fax: +49 6151-13-2205
Institution: Wissenschaftsstadt Darmstadt Telephone: +49 6151-13-2201 - 2204

NAME OF PROPERTY: Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt

State, Province or Region: Hessen, Darmstadt

Latitude and Longitude, or UTM coordinates: 49°52'39'' North, 8°40'07'' East

DESCRIPTION

Der kunstsinnige Großherzog Ernst Ludwig gründete 1899 zur Förderung des hessischen
Kunstgewerbes eine Künstlerkolonie, der im Laufe ihres 16-jährigen Bestehens 23 Künstler angehörten.
Die im Osten der Stadt gelegene Anlage entwickelte sich unter dem Wiener Sezessionisten Joseph
Maria Olbrich zu einem innovativen und experimentellen Zentrum auf allen Gebieten freier und
angewandter Kunst. Weitere herausragende Künstler waren Peter Behrens, Hans Christiansen, Albin
Müller und Bernhard Hoetger. Von hier aus gab es durch die programmatische Auseinandersetzung mit
den Themen „Wohnen“ und „Arbeiten“ entscheidende Impulse für die Entwicklung der Architektur des
frühen 20. Jahrhunderts. Vom Haus bis zum Garten, vom Mobiliar bis zum Geschirr inszenierten die
Künstler begehbare Lebenswelten als ästhetische Gesamtkunstwerke. Im Zuge von vier Ausstellungen
zwischen 1901 und 1914 entstand auf der Mathildenhöhe eine Reihe zukunftsweisender Bauten,
eingebettet in eine Parkanlage mit Skulpturen, Brunnen und Gartenpavillons.

Die erste Ausstellung „Ein Dokument Deutscher Kunst“ (1901) konzipierte Olbrich als leitender
Architekt und Künstler. Der Fokus lag auf acht ganzheitlich gestalteten und voll eingerichteten
Wohnhäusern, die sich in einer städtebaulich klaren Anordnung um das zentrale Ateliergebäude, das
Ernst-Ludwig-Haus, gruppierten.

Zur zweiten Ausstellung (1904) entwarf Olbrich neben ephemeren Ausstellungspavillons mit der
„Dreihäusergruppe“ künstlerisch gestaltete bürgerliche Eigenheime als Musterhäuser.

Der augenfälligste Gebäudekomplex der Mathildenhöhe ist der von Olbrich entworfene Hochzeitsturm
mit den Ausstellungshallen, der 1908 im Rahmen der “Hessischen Landesausstellung für freie und
angewandte Kunst“ entstand. Die unter der Leitung von Albin Müller durchgeführte Ausstellung zeigte
u.a. auch eine Mustersiedlung mit sechs vollständig eingerichteten Kleinsiedlungshäusern, von denen
drei nach dem Ausstellungsende in der Nähe wieder aufgebaut wurden.

Mit der Ausgestaltung des Platanenhains zu einem Skulpturenpark durch Bernhard Hoetger im Zuge der
letzten Ausstellung (1914) erhielt die Künstlerkolonie Mathildenhöhe eine starke freikünstlerische
Ausprägung. Die drei- bis viergeschossige Mietshausgruppe Albin Müllers gab der Mathildenhöhe
ihren nordöstlichen Abschluss.

JUSTIFICATION FOR OUTSTANDING UNIVERSAL VALUE

Präambel

Die Künstlerkolonie Mathildenhöhe ist mit ihren Bauwerken, Gartenanlagen und Kunstwerken ein
einmaliges Ensemble experimentellen Schaffens, das den architektonisch-künstlerischen Aufbruch im Geist
der internationalen Reformbewegung am Beginn des 20. Jahrhunderts auf einzigartige Weise dokumentiert.

Criteria met [see Paragraph 77 ofthe Operational Guidelines]:
(i) (Gi) x iii) ren) x | m | dx | Gi) | Gi) ar) | &9

Kriterium (ii): Die Künstlerkolonie Mathildenhöhe ist ein entscheidender Schnittpunkt in der
Entwicklung hin zur Moderne der Architektur. Die in Reaktion auf die Folgen der Industrialisierung
entstandene Bewegung der Arts & Crafts Künstler wurde von Großherzog Ernst Ludwig bewusst
aufgegriffen, um Ideen der reformorientierten Lebensgestaltung auf hohem künstlerischen Niveau mit
experimenteller Architektur und innovativem Design auf der Mathildenhöhe Gestalt zu verleihen. Diese
hier in einer Kontinuität von vier Ausstellungen geschaffenen und während der Ausstellung begehbaren
Gesamtkunstwerke stellten exemplarisch Modelle des Bauens und der Raumkunst in einer Weise dar,
die maßgeblichen Einfluss auf die weitere Entwicklung der Architektur und Gestaltung ausüben
konnten.

Kriterium (iv): Mit dem von 23 Künstlerpersönlichkeiten aus den unterschiedlichsten Berufen
geschaffene Ensemble auf der Mathildenhöhe entstand eine Gruppe von Bauwerken im Verbund mit
gestalteten Gärten und Skulpturen, Innenarchitektur und Design, das im Verlauf von 16 Jahren die
kulturellen Ereignisse und Entwicklungen der Zeit im Beginn des 20. Jahrhunderts in einmaliger
Vielfalt zum Ausdruck bringt.

Kriterium (vi): Der Bestand der Künstlerkolonie Mathildenhöhe wird bestimmt durch den von der
Wiener Sezession geprägten Architekten Joseph Maria Olbrich einerseits und den teils am Pariser und
Münchner Jugendstil orientierten, teils von den Gedanken der Lebensreform beeinflussten Bildhauern,
Grafikern und Designern wie z. B. Peter Behrens, Hans Christiansen und Bernhard Hoetger andererseits
und spiegelt die Ereignisse und Ideen des beginnenden 20. Jahrhunderts in außergewöhnlich
facettenreicher Weise wider. Die Künstlerkolonie wurde damit auch zur Bühne für innovative
Inszenierungen des an der Lebensreform orientierten neuen Theaters, Tanzes und von Festen mit
effektvoll gestalteten Illuminationen. Sie ist ein Ensemble, das diese Phase der künstlerischen und
kulturellen Entwicklungen um 1900 und ihre Wirkung auf die Moderne in einmaliger Weise
repräsentiert.

Statement of authenticity and/or Statement of integrity

Statement of authenticity

Die Künstlerkolonie Mathildenhöhe, bestehend aus Gebäuden, Skulpturen und Gärten, ist in ihren
wesentlichen Teilen in Form und Gestaltung authentisch. Material und Substanz sind trotz
Kriegseinwirkungen zum überwiegenden Teil original erhalten. Gebrauch und Funktion der Gebäude
und Gärten entsprechen ihrer ursprünglichen Zweckbestimmung. Die Stätte bildet mit den
Ausstellungshallen, dem Museum Künstlerkolonie und weiteren Kulturinstitutionen auch in der
Gegenwart den kulturellen Mittelpunkt Darmstadts. Das Ensemble ist in seinem Gesamtzusammenhang
ungestört und kann durch seine Lage auch heute unverändert seine dominante gestalterische Kraft im
Stadtgebiet entfalten. Die Ideenwelt der Künstler lässt sich am erhaltenen Bestand gut ablesen und ist
vor allem im Museum Künstlerkolonie mit einer Sammlung von Ausstattungsgegenständen der
beteiligten Künstler umfassend dokumentiert.

Statement of integrity

Das im Laufe von 16 Jahren entstandene und für die Einschreibung in die Tentativliste vorgeschlagene
Ensemble Künstlerkolonie Mathildenhöhe umfasst im Sinne der Richtlinien der UNESCO alle
Elemente, die notwendig sind, um ihren außergewöhnlichen universellen Wert zum Ausdruck zu
bringen. Sie ist von angemessener Größe, um die Merkmale und Prozesse wiederzugeben, die ihre
Bedeutung ausmachen. Das vorgeschlagene Gut wird kompetent gepflegt und ist auch nicht von
negativen Entwicklungen bedroht.

Comparison with other similar properties

Mit dem Ziel, Kunst und Leben zusammen zu führen wurden auf der Mathildenhöhe 1901 mit der
Verbindung von Architektur, bildender Kunst und Kunsthandwerk das moderne Haus mit Garten, allem
Interieur und seiner Gebrauchsgegenstände als Gesamtkunstwerk zur Schau gestellt. Dieses Ereignis
wird heute als erste Internationale Bauausstellung gewertet. Mit der Einheit von Wohnhaus, Raumkunst
und Ausstellungsbauten wurde das Ausstellungswesen auf beeindruckend konsequente Weise innovativ
inszeniert. Das alle Lebensbereiche umfassende Programm, gestaltet von 23 Künstlern in einer
Kontinuität von 16 Jahren (1899-1914) räumte auch dem Kunsthandwerk und Design eine maßgebende
Rolle ein. Die Künstlerkolonie Mathildenhöhe spiegelt damit den Geist der Lebensreform zu Beginn
des 20. Jahrhunderts in einzigartiger Vielfalt wider. Indem sich die Künstlerkolonie solch einem
umfassenden lebensgestaltenden Anspruch unterwarf, agierte diese wesentlich weitgefasster, als es
einzelne Architekten wie Antoni Gaudi in Barcelona (WHL, 1984), Victor Horta mit den
Jugendstilbauten (WHL, 2000) und Josef Hoffmann mit dem Palais Stoclet (WHL, 2009), beide in
Brüssel, mit ihren Bauwerken leisten konnten.

Das schon 1901 international beachtete Ensemble der Künstlerkolonie stellt zugleich einen
entscheidenden Schnittpunkt in der Entwicklung der Architektur dar. Beginnend mit einem noch vom
Ornament geleiteten Bauentwurf der ersten Jahre wurde zunehmend mit modernen Materialien wie
Klinkerstein und Beton experimentiert. Auch der Kubus als Bauform mit einer funktional gegliederten
Fensterordnung weist auf eine neue Architektur hin. Führende Architekten der 1920er Jahre wie Peter
Behrens und Erich Mendelsohn nehmen die von den Bauten der Künstlerkolonie ausgehenden Impulse
auf, wie sie in der Stuttgarter Weißenhofsiedlung und schließlich in der Weißen Stadt in Tel Aviv
(WHL, 2003) weiterentwickelt ihren Ausdruck gefunden haben. Das vom hessischen Großherzog
erklärte Ziel der wirtschaftlichen Förderung des Handwerks und der Baukunst bereitete maßgeblich den
Boden für die Entwicklung des Neuen Bauens, mit der Gründung zunächst des Deutschen Werkbundes
(Gründungsmitglieder u.a. Behrens und Olbrich) und dann des Bauhauses, welches durch die Bauwerke
in Weimar und Dessau (WHL, 2008) bis heute Maßstäbe setzt.

Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt
Darmstadt Artists’ Colony Mathildenhöhe

Comparison with other similar properties
(Text des Antrags vom Juli 2012)

Mit dem Ziel, Kunst und Leben zusammen zu führen wurden auf der Mathildenhöhe 1901 mit
der Verbindung von Architektur, bildender Kunst und Kunsthandwerk das moderne Haus mit
Garten, allem Interieur und seiner Gebrauchsgegenstände als Gesamtkunstwerk zur Schau
gestellt. Dieses Ereignis wird heute als erste Internationale Bauausstellung gewertet. Mit der
Einheit von Wohnhaus, Raumkunst und Ausstellungsbauten wurde das Ausstellungswesen
auf beeindruckend konsequente Weise innovativ inszeniert. Das alle Lebensbereiche
umfassende Programm, gestaltet von 23 Künstlern in einer Kontinuität von 16 Jahren (1899-
1914) räumte auch dem Kunsthandwerk und Design eine maßgebende Rolle ein. Die
Künstlerkolonie Mathildenhöhe spiegelt damit den Geist der Lebensreform zu Beginn des 20.
Jahrhunderts in einzigartiger Vielfalt wider. Indem sich die Künstlerkolonie solch einem
umfassenden lebensgestaltenden Anspruch unterwarf, agierte diese wesentlich weitgefasster,
als es einzelne Architekten wie Antoni Gaudi in Barcelona (WHL, 1984), Victor Horta mit
den Jugendstilbauten (WHL, 2000) und Josef Hoffmann mit dem Palais Stoclet (WHL, 2009),
beide in Brüssel, mit ihren Bauwerken leisten konnten.

Das schon 1901 international beachtete Ensemble der Künstlerkolonie stellt zugleich einen
entscheidenden Schnittpunkt in der Entwicklung der Architektur dar. Beginnend mit einem
noch vom Ornament geleiteten Bauentwurf der ersten Jahre wurde zunehmend mit modernen
Materialien wie Klinkerstein und Beton experimentiert. Auch der Kubus als Bauform mit
einer funktional gegliederten Fensterordnung weist auf eine neue Architektur hin. Führende
Architekten der 1920er Jahre wie Peter Behrens und Erich Mendelsohn nehmen die von den
Bauten der Künstlerkolonie ausgehenden Impulse auf, wie sie in der Stuttgarter
Weißenhofsiedlung und schließlich in der Weißen Stadt in Tel Aviv (WHL, 2003)
weiterentwickelt ihren Ausdruck gefunden haben. Das vom hessischen Großherzog erklärte
Ziel der wirtschaftlichen Förderung des Handwerks und der Baukunst bereitete maßgeblich
den Boden für die Entwicklung des Neuen Bauens, mit der Gründung zunächst des Deutschen
Werkbundes (Gründungsmitglieder u.a. Behrens und Olbrich) und dann des Bauhauses,
welches durch die Bauwerke in Weimar und Dessau (WHL, 2008) bis heute Maßstäbe setzt.

Überarbeitung und Ergänzungen zum Vergleich gemäß dem Wunsch des Fachbeirats
(Schreiben der Kulturstiftung der Länder vom 24.07.2013)

"Der Fachbeirat wünscht eine Überarbeitung der Vergleichsanalyse. In dieser sollen andere Stätten
Erwähnung finden, wo zeitliche, typologische oder geo-kulturelle Bezüge hergestellt werden können.
Diese können sich auf bereits in der Welterbeliste eingetragene Stätten beziehen, auf Güter von den
Tentativlisten anderer Vertragsstaaten oder auf andere potentielle Stätten, die noch nicht identifiziert
wurden.

Dabei sollte geklärt werden, welche anderen „idealen Gemeinschaften" in Kolchose oder Kibbuz
untersucht wurden. Gibt es andere Beispiele in anderen Kulturkreisen? Worin könnte die Verbindung
zur „Arts and Crafts"-Bewegung und zu William Morris liegen?"

Die Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe wurde durch den für Innovationen
aufgeschlossenen Großherzog Ernst Ludwig ins Leben gerufen und ermöglicht. Angeregt
durch das englische Vorbild beauftragte er zunächst die Arts & Crafts Künstler Mackay Hugh
Baillie Scott und Charles Robert Ashbee zur Ausgestaltung seiner Räume im eigenen Palais.

Diese Einflüsse der modernen Kunstbewegung in England, ausgehend von den Protagonisten
John Ruskin und William Morris, wurden in der Ausstellung 1901 „Ein Dokument Deutscher
Kunst“ weiterentwickelt. Auch wurde für einen im selben Jahr vom Darmstädter Verleger
Alexander Koch ausgeschriebenen Wettbewerb für das „Haus eines Kunstfreundes“ der
Entwurf Charles Rennie Mackintosh‘s als der beste empfunden — das Haus wurde jedoch erst
in den 1990er Jahren in Glasgow gebaut.

Die Studienfreunde Josef Hoffmann und Joseph Maria Olbrich arbeiteten in Wien für Otto
Wagner, einem der Wegbereiter moderner Architektur. Wie wichtig die Verknüpfung von
Architektur und Raumkunst für diese Architekten war, zeigt die Gründung der Wiener
Werkstätten 1903 unter Leitung von Josef Hoffmann. Mit seinem Sezessionsgebäude — hier
waren die Möbelentwürfe Mackintosh’s zu sehen - wurde Joseph Maria Olbrich international
bekannt und nach Darmstadt berufen. Als bedeutendstes Mitglied der Künstlerkolonie konnte
er auf geniale Weise seine in Wien entworfene Vision einer „ ... ganzen Anlage ... bis ins
letzte Detail“ verwirklichen.

Der Mäzen und Visionär Ernst Ludwig zielte auf eine politisch unabhängige und von
wirtschaftlichen Zwängen befreite Kreativität, die ein experimentelles künstlerisches Arbeiten
förderte. Mit der Verbindung von Kunst und Handwerk nach dem Vorbild der englischen Arts
& Crafts Künstler strebte der Initiator zugleich einen Aufschwung handwerklicher Produktion
im eigenen Land an. Eine Verbindung von künstlerisch gestaltetem Handwerk und
kommerzieller Vermarktung mit der Unterstützung eines Mäzens lässt sich auch in dem
Künstlerdorf Abramcevo/Russland beobachten, das die Ideale der Russischen Avantgarde mit
Bezug auf die traditionelle Volkskunst in Werkstätten, Theaterspielen und einer
eigenständigen Architektursprache künstlerisch umsetzte. Diese um 1900 bis nach Moskau
agierende Kolonie ist heute ein musealer Ort. Der 1901 gegründete Standort Mathildenhöhe
hingegen wird nach wie vor als kulturelles Zentrum der Stadt genutzt. Das Ausstellungswesen
setzt sich auch nach dem Ersten Weltkrieg bis in die heutigen Tage fort. Nach dem Zweiten
Weltkrieg fanden die international diskutierten „Darmstädter Gespräche“ statt, die u.a. zur
Errichtung der sogenannten Meisterbauten (u.a. Max Taut und Otto Bartning) führten und
wegweisend für Konzepte des Wiederaufbaus sein sollten. Auch nahmen die bis heute
regelmäßig stattfindenden „Internationalen Ferienkurse“ für experimentelle Musik (mit
Gästen wie Stockhausen, John Cage und Nam June Paik) auf der Mathildenhöhe ihren
Anfang.

Vergleichbar mit dem Bestreben, ein Zentrum für die Erneuerung in der Kunst zu schaffen, ist
die Berufung Henry van de Veldes nach Weimar als künstlerischen Berater für Industrie und
Kunsthandwerk unter Großherzog Wilhelm Ernst von Sachsen. Auch Karl Ernst Osthaus
versuchte in Hagen ein Zentrum der Kunst der Moderne zu etablieren und bedachte u.a. Peter
Behrens mit mehreren Aufträgen. In beiden Standorten konnten diese Projekte jedoch nicht in
solcher Konsequenz umgesetzt werden, wie es in Darmstadt der Fall war. Das vom hessischen
Großherzog erklärte Programm eines von der repräsentativen Ästhetik des Deutschen
Kaiserhauses unabhängigen Gestaltungswillens ermöglichte damit die Weiterentwicklung der
Paradigmen der Moderne.

In der Künstlerkolonie in Darmstadt wurde nicht nur die Organisation künstlerischer Arbeit
gelebt, wie sie z. B. von van de Veldes Haus Bloemenwerf (1895) in Uccle bei Brüssel
repräsentiert wird, sondern die Gestaltung aller Bereiche des Lebens künstlerisch inszeniert,
mit dem Ziel Kunst und Leben zusammen zu führen. Die Gedanken der Lebensreform wurden
exemplarisch in Architektur, Raumgestaltung und Gartenkunst umgesetzt. Damit rückte man

nicht nur das moderne Künstlerhaus, sondern ganz allgemein das Wohnhaus und das
Ausstellungshaus ins Zentrum der dort inszenierten Gesamtkunstwerke. Dieses Ereignis wird
heute als erste „Internationale Bauausstellung“ (IBA) gewertet und gab Impulse für die in
Folge bis ins 21. Jahrhundert hinein geplanten Architekturausstellungen.

In den Ausstellungen 1901 -1914 auf der Mathildenhöhe wurde nicht nur eine
reformorientierte Lebensauffassung sichtbar gemacht. Es wurde der umfassende Anspruch
erhoben, das Leben des Menschen durch die Kunst zu beeinflussen. Mit dem Ziel der
Gestaltung aller Bereiche des Lebens wurden auch der Tanz, das Theater und die Festkultur
erneuert. Damit agierte die Künstlerkolonie in Darmstadt sehr viel weitgefasster, als z.B. die
an der Lebensreform orientierte Vegetarierkolonie „Monte Verita“ bei Ascona, die im Sinne
einer idealen Lebensgemeinschaft das Leben in Abgrenzung zum Alltag in den Städten
gestaltete. Die Mitglieder der Künstlerkolonie in Darmstadt bildeten keine auf ein
gemeinsames Ziel eingeschworene „ideale Gemeinschaft“ wie es Kolchosen oder Kibbuzim
anstrebten. Sie wurden von ihrem Auftraggeber nach Darmstadt berufen. Es entstand auch
keine Siedlungsgemeinschaft nach dem Vorbild der von Ebenezer Howard ins Leben
gerufenen Gartenstadtbewegung, wie sie erstmals in Deutschland mit der Gartenstadt Hellerau
bei Dresden ab 1909 und der Krupp-Siedlung Margarethenhöhe in Essen ab 1910 verwirklicht
wurden. Anders auch als in den vor 1900 gegründeten Künstlerkolonien wie z. B.
Tuusla/Finnland, Äsgärdstrand/Norwegen, Hiddensee oder Worpswede, stand für die Künstler
auf der Mathildenhöhe nicht die Naturerfahrung zur Erneuerung der Malerei im Vordergrund.

Dieser Vergleich führt einige Beispiele in Bezug auf die Künstlerkolonie Mathildenhöhe auf,
eine detailliertere Analyse mit den genannten und weiteren Kunstzentren wird im Rahmen der
Antragstellung in einer umfassenderen Untersuchung vorgenommen.

anlage 4

150 Zeichen

ENTWURF

Aufträge

Austausch

Beratung

Austausch

Austausch
Austausch u.

Beratung

Beratung u.

| Gutachten

Institutionsübergreifende Koordinierung

anlage 3

7246 Zeichen

Antrag Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt  
Managementstrukturen 
1 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Managementstrukturen (Stand 30.09.2013)

Antrag Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt  
Managementstrukturen 
2 
 
 
Eigentumsverhältnisse  
 
 
 
 
 
 
• Wissenschaftsstadt Darmstadt: Ausstellungsgebäude, Hochzeitsturm, Ernst-Ludwig-Haus, Haus Olbrich, 
Haus Deiters, Großes Haus Glückert, Oberhessisches Haus 
• Land Hessen (Nutzung Hochschule Darmstadt):  Ateliergebäude 
Öffentliche Gebäude 
• Wissenschaftsstadt Darmstadt: Parkgelände mit allen Objekten 
Park Mathildenhöhe 
• Private Eigentümer: Haus Behrens, Kleines Haus Glückert, Haus Habich, Haus Keller, Haus Sutter, 
Dreihäusergruppe 
Wohngebäude

Antrag Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt  
Managementstrukturen 
3 
 
 
Organisation: Aufgaben und Zuständigkeiten 
 
   
  
 
 
 
Kulturdezernent 
•Antragsteller 
 Stabsstelle 
Entwicklung 
Mathildenhöhe 
•Steuerung aller 
Prozesse 
•Administrative und 
inhaltliche Begleitung 
des Antrags 
•Strategieentwicklung 
•Beteiligungsverfahren 
•Konfliktmanagement 
•Öffentlichkeitsarbeit 
•Mitarbeit in 
städtischen 
Netzwerken 
•Geschäftsstelle 
Magistrats-
kommission 
Mathildenhöhe 
 
Koordinator 
Mathildenhöhe 
•Rahmenkonzeption 
•Ausarbeitung des 
Antrags 
•Koordinierung aller 
Maßnahmen 
•Begleitung Monitoring 
•Informationstransfer 
•Fundraising/ 
Sponsoring 
•Abstimmung mit dem 
Welterbebeauftragten 
des Landes Hessen, 
Landesamt für 
Denkmalpflege Hessen 
Kulturamt - Abteilung 
Denkmalschutz und 
Denkmalpflege 
•Beteiligung an allen  
Vorhaben und 
Projekten  
•Betreuung aller 
denkmalpflegerischen 
Maßnahmen an 
öffentlichen und 
privaten Objekten 
•Werkverträge mit drei 
Wissenschaftlichen 
Mitarbeiterinnen zur 
Bearbeitung des 
Bestandes und zur 
Ausarbeitung des 
Antrags 
Institut Mathildenhöhe 
•Wissenschaftliche 
Betreuung der 
Kunstwerke 
•Konservatorische 
Betreuung der 
Kunstwerke 
•Ausstellungsprojekte 
zu den Künstlern, zur 
Kultur- und 
Kunstgeschichte und 
zur Gegenwart der 
Mathildenhöhe

Antrag Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt  
Managementstrukturen 
4 
 
 
 
Schutzinstrumente 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
• Das Nominierungsgebiet steht seit 1986 unter Denkmalschutz 
Gewährleistung des Denkmalschutzes 
• Aufstellung eines Bebauungsplans zur Erhaltung und gezielten Weiterentwicklung der Bau- und Gebietsstruktur 
unter besonderer Berücksichtigung der Ziele der Denkmalpflege 
2013: Bauleitplanverfahren 027 Mathildenhöhe Süd

Antrag Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt  
Managementstrukturen 
5 
 
 
 
Planungs- und Handlungsgrundlagen 
 
 
 
 
• Beschluss des Magistrats vom 31.10.2007: Schaffung des Aufgabengebietes "Koordinator 
Mathildenhöhe" 
• Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 29.01.2008: Entwicklung einer Gesamtkonzeption zur 
weiteren Erhaltung, Entwicklung und Sanierung  der Mathildenhöhe sowie Prüfung einer Anmeldung 
der Künstlerkolonie Mathildenhöhe zum UNESCO Welterbe 
• Beschluss des Magistrats vom 13.06.2012/Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 21.06. 
2012: Anmeldung der Künstlerkolonie Mathildenhöhe zur Aufnahme in die deutsche Tentativliste des 
UNESCO Welterbes 
Beschlüsse der städtischen Gremien 
• 2006 Symposium Forum Entwicklung Mathildenhöhe 
• 2010/2011 Bürgerforen Museum Sander und die Gesamtkonzeption Mathildenhöhe 
• 2013 Einrichtung einer Magistratskommission Mathildenhöhe zur Begleitung des Antrags und zur 
Erhöhung der Partizipation der Stadtgesellschaft an der Weiterentwicklung Mathildenhöhe 
Foren der öffentlichen Diskussion

Antrag Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt  
Managementstrukturen 
6 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
• 2008-2013 Investitionsprogramm Mathildenhöhe (30 Einzelmaßnahmen) 
• 2011/12 Sanierung Hochzeitsturm (Statik und restauratorische Maßnahmen) 
• 2012 Verkehrsmaßnahme: Parkregelung zum Schutz der Mosaike auf den Gehwegen 
• 2012-2014 Konservierung des Skulpturenprogramms von Bernhard Hoetger im Platanenhain 
• 2013-2015 Energetische Sanierung Ausstellungsgebäude 
• In Planung: 2014 Vorbereitung städtebaulicher Wettbewerb Osthang Mathildenhöhe 
• In Planung: 2014 Weiterentwicklung des Nutzungskonzeptes 
• In Planung: 2016 Sanierung Großes Haus Glückert (Restaurierung und technische Modernisierung) 
• In Planung: 2018 Sanierung Haus Olbrich (Restaurierung und technische Modernisierung) 
Maßnahmenkatalog

Antrag Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt  
Managementstrukturen 
7 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
• 2008 Beginn der wissenschaftlichen Bestandsaufnahme 
• 2008 Aufbau einer Datenbank für den Bestand (Zielsetzung Baupflegekatalog, Parkpflegewerk) 
• 2012 Materialien zur Künstlerkolonie Darmstadt 
Bestandsaufnahme 
• 2008 Rahmenkonzeption Mathildenhöhe (Leitidee, Geschichte, Erhaltung, Weiterentwicklung) 
Rahmenplan 
• Ausstellungsprojekte und Publikationen des Instituts Mathildenhöhe 
• Grundlegende Dokumentation zur Bauforschung in drei Bänden. Christiane Geelhaar:  
Mathildenhöhe Darmstadt. 100 Jahre Planen und Bauen für die Stadtkrone 1999/2000/2004 
Wissenschaft und Forschung

Antrag Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt  
Managementstrukturen 
8 
 
 
Vermittlung 
 
 
• Dauerausstellung und Sonderausstellungen im Ausstellungsgebäude und im Museum Künstlerkolonie 
mit Rahmenprogrammen und Führungen 
• Führungen zur Mathildenhöhe (Rundgänge und thematische Führungen) durch die Wissenschaftsstadt 
Darmstadt Marketing GmbH 
Museums- und Führungsprogramm 
• Presseveröffentlichungen in Zusammenarbeit mit der Pressestelle der Wissenschaftsstadt Darmstadt 
• Publikationen zur Mathildenhöhe (Rundgänge, Maßnahmen) 
• Internetseite auf der Homepage der Wissenschaftsstadt Darmstadt 
• 2012:  Drei Informationsveranstaltungen zur Antragstellung 
• 2012:  Ausstellung in der Hessischen Landesvertretung in Berlin 
• In Planung: 2014 Dokumentation zur Konservierung des Skulpturenprogramms von Bernhard Hoetger 
im Platanenhain 
• In Planung: 2014 Internet-Homepage „Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt" 
Maßnahmen zur Öffentlichkeitsarbeit 
• 2013 Start des ersten Schulprojekts des „Forums Welterbe Mathildenhöhe“ zum Thema Welterbe und 
Mathildenhöhe Darmstadt   
Bildung und Information

Antrag Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt  
Managementstrukturen 
9 
 
 
Nachhaltige Nutzung 
 
Darmstadt, 30. September 2013 
•Ausstellungsgebäude (Ausstellungshaus des Instituts Mathildenhöhe) 
•Museum Künstlerkolonie im Ernst -Ludwig-Haus (Institut Mathildenhöhe) 
•Hochzeitsturm (Institut Mathildenhöhe, Standesamt, Förderverein Hochzeitsturm) 
•Oberhessisches Haus (Institut Mathildenhöhe, Institut für Neue Musik und Musikerziehung) 
•Haus Olbrich (Deutsches Polen-Institut) 
•Haus Deiters (Deutsches Polen-Institut) 
•Großes Haus Glückert (Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung/Deutscher Literaturfonds e.V.) 
•Park Mathildenhöhe (öffentliches Parkgelände, kulturelle Nutzung) 
Kulturelle/Bürgerschaftliche Nutzung 
•Erarbeitung einer inhaltlichen Gesamtkonzeption für die Mathildenhöhe 
•Begleitung durch die Magistratskommission Mathildenhöhe 
Weiterentwicklung Nutzungskonzept 
•Magistratskommission Mathildenhöhe 
•Förderkreis Hochzeitsturm e.V. 
•Freunde der Mathildenhöhe e.V. 
•Forum Welterbe Mathildenhöhe 
•S.O.S. Mathildenhöhe 
Bürgerschaftliche Beteiligung

anlage 2

2930 Zeichen

Aufnahme des Antrags Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt in die deutsche
Tentativliste zur Nominierung für die UNESCO-Welterbeliste

Bewertung des von der Kultusministerkonferenz eingesetzten Fachbeirates

Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt

Der Antrag Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt schlägt ein Ensemble bestehend aus
zwei großen Ausstellungsgebäuden samt Hochzeitsturm, einem Platanenhain mit Garten-
pavillons und Skulpturengarten sowie mehreren Meisterhäusern aus der Zeit von 1899 bis
1914 zur Aufnahme in die deutsche Tentativliste vor. Die Mathildenhöhe wirkte als
Schnittpunkt und Conclusio mehrerer Reformansätze: Großherzog Ernst Ludwig selbst
führte aufgrund seiner dynastischen Beziehung zu England die englische Arts-and-Crafts-
Bewegung ein; er berief Künstler aus anderen Kunstzentren, wie beispielsweise Joseph
Maria Olbrich aus Wien, Peter Behrens aus München und Bernhard Hoetger aus Paris.
Insgesamt arbeiteten bis zu 23 Künstlerpersönlichkeiten in den 16 Jahren des Bestehens
und Wirkens dieser Künstlerkolonie. Mit Landesausstellungen wurde ab 1901 versucht,
neue Modelle von Gesamtkunstwerken mit experimenteller Architektur, neuer Raumkunst
und zukunftsweisendem Design entstehen zu lassen, die in inszenierten Wohnhäusern prä-
sentiert wurden. So entstanden in Darmstadt in höchst verdichteter Konzentration innova-
tive, echte Wegbereiter der Moderne.

Der Fachbeirat erkennt das Potential zum OUV des Ensembles und die Verwendung der
Kriterien (ii) als wichtiger Schnittpunkt in der-Entwicklung der Künste und der Architektur
auf dem Weg in die Moderne des 20. Jahrhunderts und (iv) als hervorragendes Beispiel
eines architektonischen Ensembles an. Die Mathildenhöhe hat in besonderer Weise die
Wende vom Jugendstil zur Moderne eingeleitet. Die Landesausstellungen und die voll ein-
gerichteten Wohn-Meisterhäuser waren inszenierte neue Lebenswelten und stellten bei-
spiellose Neuerungen dar, die vielfach beachtet wurden. Mit dem Kleinen Glückert-Haus
(1901), dem Haus Behrens (1901) oder dem zweiten Ausstellungsgebäude von Olbrich
(1905 bis 1908) wurde kubische Körperlichkeit mit linearer Tiefenflächigkeit als Leitge-
danke der späteren klassischen Moderne in die Architektur eingeführt. Die Integrität und
Authentizität sind trotz geringfügiger Beeinträchtigungen durch Eingriffe in die Substanz
(wie beispielsweise dem Umbau der Obergeschosse des Hauses Olbrich) gegeben. Beson-
ders positiv hervorzuheben ist das Management. und das Community Involvement. Darüber
hinaus kann die Mathildenhöhe die Stätten der Moderne auf der Welterbeliste sinnvoll er-
gänzen.

Der Fachbeirat empfiehlt der Kultusministerkonferenz, das Ensemble Künstlerkolonie
Mathildenhöhe Darmstadt auf die deutsche Tentativliste zu setzen.

in: Abschlussbericht. Empfehlungen des Fachbeirates an die Kultusministerkonferenz zur
Fortschreibung der deutschen Tentativliste für das UNESCO-Welterbe. April 2014

Beratungsverlauf (5)

TOP 494
TOP 35
TOP 16
TOP 73
TOP 9

Orte (1)

  • Luisenplatz 5

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Vorlagen-Nr.
2014/0421
Typ
Magistratsvorlage
Datum
28.10.2014
Erstellt
29.09.2026 00:00