V/0243/2010
Interfraktioneller Antrag an den Rat A-R/0023/2008 "Münster als Stadt des Friedens weiter profilieren". Konkretisierte Verfahrensempfehlungen
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Anlage 2
2041 Zeichen
Antrag an den Rat Nr. A-R/0023/2008
CDU-Fraktion im Rat der Stadt Münster
SPD-Fraktion im Rat der Stadt Münster
Bündnis 90/Die Grünen/GAL- Fraktion im Rat der Stadt Münster
FDP-Fraktion im Rat der Stadt Münster
UWG-MS/ödp Fraktion im Rat der Stadt Münster
21. April 2008
Interfraktioneller Antrag
“Münster als Stadt des Friedens weiter profilieren„
Der Rat möge beschließen:
Als Stadt des Westfälischen Friedens ist Münster weltweit bekannt und wird mit der Neu-
ordnung Europas auf dem Prinzip von Toleranz durch Dialog wahrgenommen.
In Münster gibt es eine Vielzahl von Gruppen und In itiativen, die sich intensiv und sehr
unterschiedlich mit den Themen „Friedliches Zusammenleben der Kulturen“, „Friedenssi-
cherung“, Konfliktforschung und –lösung“ und „Humanitäre Hilfe“ beschäftigen und für ei-
ne rege Auseinandersetzung in der Stadtgesellschaft sorgen. Die im Herbst durchgeführ-
te Veranstaltungsreihe zum Westfälischen Frieden wa r viel beachtet und Teil einer Neu-
ausrichtung und verstärkten Akzentuierung der Stadt Münster.
Um das Profil Münsters als Stadt des Friedens weite r zu stärken, wird die Verwaltung –
in Übereinstimmung mit dem Ausländerbeirat und dem Friedensforum Münster - beauf-
tragt zu prüfen, welche Maßnahmen und Veranstaltungen diesem Ziel dienen und dazu
• einen Bericht über die bisherigen Aktivitäten der Stadt und der Zivilgesellschaft zu
erstellen;
• falls möglich, diese Aktivitäten zu bündeln, z. B. durch einen gemeinsamen Inter-
netauftritt;
• Perspektiven zu entwickeln und aufzuzeigen, wie ei ne Profilschärfung konzeptio-
nell erreicht werden kann;
• Perspektiven aufzuzeigen, wie die bestehenden Frie densgruppen koordiniert in
diesen Prozess eingebunden werden können.
CDU-Fraktion im Rat der Stadt Münster
SPD-Fraktion im Rat der Stadt Münster
Bündnis 90/Die Grünen/GAL- Fraktion im Rat der Stadt Münster
FDP-Fraktion im Rat der Stadt Münster
UWG-MS/ödp Fraktion im Rat der Stadt Münster
RH Ali Atalan Die Linke
Anlage 1
4851 Zeichen
V/0504/2008 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt des Rates und des Oberbürgermeisters Betrifft Interfraktioneller Antrag an den Rat Nr. A-R/0023/2008 "Münster als Stadt des Friedens weiter profilieren" Beratungsfolge 18.06.2008 Hauptausschuss Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Der Hauptausschuss nimmt zustimmend zur Kenntnis , dass die Verwaltung das Grundan- liegen des Antrages inhaltlich aufgreifen und mit d en in diesem Themenfeld tätigen Akteu- ren kooperativ umsetzen wird. 2. Dazu wird die Verwaltung beauftragt, 2.1 in einem ersten Schritt ein perspektivisches Zi elgespräch mit den Initiatoren des Antrages, insbesondere dem Vorsitzenden des Ausländerbeirates und dem Sprecher des Friedensfo- rums Münster, mit dem Ziel zu führen, einen konkret en Vorschlag zur inhaltlichen Aufarbei- tung des Antrages und zur Entwicklung eines Verfahr ensvorschlages zur weiteren Umset- zung des Antrages abzustimmen. 2.2 dem Hauptausschuss sodann einen auf der Basis d er Abstimmungsgespräche entwickelten weitergehenden Verfahrensvorschlag zur Bearbeitung des Antrages zur Beschlussfassung vorzulegen. II. Kosten/Folgekosten Es wird zur Kenntnis genommen, dass durch den o.g. Beschlussvorschlag keine Kosten und keine Folgekosten entstehen. Begründung: Die Zielsetzung des Antrags, „Münster als Stadt des Friedens“ weiter zu profilieren, ist unstreitig erstrebenswert. Daher wird die Verwaltung das Grund anliegen des Antrages inhaltlich aufgreifen und mit den in diesem Themenfeld tätigen Akteuren kooperativ umsetzen. Vorlagen-Nr.: V/0504/2008 Auskunft erteilt: Herr Kupferschmidt Ruf: 492 60 40 E-Mail: Kupferschmidt@stadt-muenster.de Datum: 02.06.2008 Öffentliche Beschluss vorlage - 2 - V/0504/2008 Im Integrierten Stadtentwicklungs- und Stadtmarketi ngprozess und erneut im Rahmen des Ersten Münsteraner Zukunftsgespräches ist die Bedeutung de s Westfälischen Friedens für die Stadtiden- tität und das Stadtprofil Münsters hervorgehoben ge worden. Der Rat hat daher im Rahmen der Beratung der Vorlage „Erstes Münsteraner Zukunftsge spräch (08.09.2006) "Münster - Mit Wissen erfolgreich im Standortwettbewerb" - Ergebnisse und Konsequenzen“ am 13.06.2007 die Verwal- tung beauftragt, das Thema „Westfälischer Friede“ in einer offenen Programmatik zukunftsgerich- tet und auf aktuelle politische Situationen bezogen mit den Hochschulen und weiteren wichtigen Partnern in der Stadt für eine Profilierung Münsters in Europa aufzubereiten und zu entwickeln. Darüber hinaus gibt es in der Stadt Münster es eine Vielzahl unterschiedlicher Akteure, die sich seit langem auf verschiedenste Art und Weise mit de m Thema „Frieden“ auseinandersetzen. Auch Rat und Verwaltung initiieren, erarbeiten, koordini eren und unterstützen seit langem entsprechen- de Konzepte, Projekte, Veranstaltungen und Veranstaltungsreihen. Münster sieht sich dabei selbst als eine Stadt des Friedens und der Vermittlung. Wie die bisheri- gen Aktivitäten zeigen, ist „Frieden“ kein statischer Zustand, sondern ein dauerhafter Prozess mit dem fortwährenden Bemühen um den Ausgleich von Inte ressen, nicht nur in der Stadtgesellschaft, sondern auch weit darüber hinaus. Das besondere Eng agement zeigt sich dabei nicht nur in vielen und bedeutenden Veranstaltungen – beispielsweise im Jubiläumsjahr des Westfälischen Friedens 1998 -, sondern gerade auch in der regelmäßigen Arb eit vieler Initiativen, Gruppen, Kirchenge- meinden und sonstiger Akteure, die sich für den Frieden einsetzen. Auf diesen Grundlagen ist eine weitere Profilierung zweifelsfrei wünschenswert und ausbaufähig. Die vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten machen e s allerdings notwendig, in einem ersten per- spektivischen Zielgespräch eine richtungweisende Ab stimmung vorzunehmen und zu erörtern, auf welcher Basis der bisherigen Aktivitäten und Festle gungen die weitere Profilierung aufgebaut wer- den soll. Wegen der Vielschichtigkeit des Antrags und auch we gen seiner Langfristwirkung ist es unabding- bar, die Umsetzung von Beginn an kooperativ abzusti mmen. Die Verwaltung beabsichtigt daher, die Initiatoren des Antrags in dessen Umsetzung ein zubinden und gemeinsam eine richtungwei- sende Perspektive zu erarbeiten. Es ist vorgesehen, sich dabei zunächst intensiv mit der Komple- xität des Themas und des Antragsumfangs auseinander zusetzen. Für die Umsetzung des Antrags ist eine langfristige Perspektive vorzusehen. Das Ergebnis der Abstimmung mit den Initiatoren und den daraus erwachsenden vertieften Verfah- rensvorschlag wird die Verwaltung dem Hauptausschus s im III. Quartal 2008 zur Entscheidung vorlegen. gez. Dr. Tillmann Anlagen: Antrag A-R/0023/2008 „Münster als Stadt des Friedens weiter profilieren“
Beschlussvorlage
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V/0243/2010 DER OBERBÜRGERMEISTER Sozialamt Betrifft Interfraktioneller Antrag an den Rat A-R/0023/2008 "Münster als Stadt des Friedens weiter profilieren". Konkretisierte Verfahrensempfehlungen Beratungsfolge 26.05.2010 Integrationsrat Vorberatung 09.06.2010 Hauptausschuss Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Der Hauptausschuss nimmt die in der Begründung dargestellte Skizze des zu bearbeitenden Themenfelds sowie die Ergebnisse der Abstimmungsgespräche zur Kenntnis und beauftragt die Verwaltung, die Konstituierung des Arbeitskreises Friedenskultur Münster nach Maßgabe der in der Begründung skizzierten Eckpunkte vorzubereiten. 2. Mit Vorlage der Empfehlungen durch den Arbeitskreis Friedenskultur Münster ist der Antrag A- R/0023/2008 (Anlage 2) erledigt. II. Kosten/Folgekosten Es wird zur Kenntnis genommen, dass durch den o. g. Beschlussvorschlag keine Kosten und keine Folgekosten entstehen. Begründung: 1. Antrags- und Beschlusslage Mit ihrem gemeinsamen Antrag A-R/0023/2008 vom 21.04.2008 (Interfraktioneller Antrag an den Rat Nr. A-R/0023/2008 "Münster als Stadt des Friedens weiter profilieren", Anlage 2) ha- ben die Fraktionen von CDU, SPD, FDP, Bündnis 90/Die Grünen/GAL und UWG-MS/ödp so- wie das Einzelmitglied im Rat angeregt, die Verwaltung mit der Prüfung zu beauftragen, wel- che Maßnahmen und Veranstaltungen Beiträge leisten, das Profil Münsters als Stadt des Friedens weiter zu stärken; der Antrag stützt sich auf einen ihm vorangegangenen Meinungs- und Gedankenaustausch zwischen den Fraktionen, dem Friedensforum und dem Ausländer- beirat. Konkret schlägt der Antrag vor, Vorlagen-Nr.: V/0243/2010 Auskunft erteilt: Herr Treutler Ruf: 492 50 26 E-Mail: Treutler@stadt-muenster.de Datum: 08.03.2010 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0243/2010 einen Bericht über die bisherigen Aktivitäten der Stadt und der Zivilgesellschaft zu erstel- len; falls möglich, diese Aktivitäten zu bündeln, z. B. durch einen gemeinsamen Internetauftritt; Perspektiven zu entwickeln und aufzuzeigen, wie eine Profilschärfung konzeptionell er- reicht werden kann; Perspektiven aufzuzeigen, wie die bestehenden Friedensgruppen koordiniert in diesen Prozess eingebunden werden können. Am 18.06.2008 hat der Hauptausschuss die Verwaltung zunächst beauftragt, sich mit den Initiatoren des Antrags, insbesondere dem Vorsitzenden des damaligen Ausländerbeirates und dem Sprecher des Friedensforums Münster mit dem Ziel auszutauschen, einen konkreten Vorschlag zur inhaltlichen Aufarbeitung des Antrags und zur Entwicklung eines Verfahrens- vorschlages zur weiteren Umsetzung des Antrags abzustimmen. Daraufhin soll die Verwaltung dem Hauptausschuss einen auf der Basis der Abstimmungsgespräche entwickelten weiterge- henden Verfahrensvorschlag zur Bearbeitung des Antrags zur Beschlussfassung vorzulegen (Vorlage V/0504/2008 [Anlage 1]). Dem Auftrag kommt diese Vorlage nach. 2. Kommunaler Aufgabenkontext Das Themenfeld Frieden ist im städtischen Aufgabenzusammenhang kein unbestelltes Ter- rain. So greifen beispielsweise die im Rahmen des ‚Integrierten Stadtentwicklungs- und Stadtmarketingprozesses (ISM)’ entwickelten und vom Rat am 26.05.2004 (Vorlage Nr. 118/2004 mit Ergänzungsvorlage) beschlossenen Leitorientierungen und Ziele in ihrer Präam- bel mit der Rubrik „(Wir sind eine Stadt mit) hohem Verantwortungsbewusstsein für friedenssi- cherndes und humanitäres Handeln“ auf für Münsters Stadtidentität und -profil konstitutive Elemente zurück: auf den Westfälischen Frieden, auf Dialog als Prinzip konfliktfreien Han- delns, auf die Förderung des Geistes des Friedens und der Toleranz mit dem Ziel, Kriege zu vermeiden oder beizulegen. Das Erste Münsteraner Zukunftsgespräch hat insbesondere die Bedeutung des Westfälischen Friedens als Orientierungsgröße für Münsters Zukunftsentwick- lung deutlich werden lassen; auf der Grundlage dieser Beiträge hat der Rat die Verwaltung am 13.06.2007 u. a. beauftragt, das Markenthema „Westfälischer Friede“ als Teil der Konzertier- ten Aktion Wissenschaftsstadt Münster mit geeigneten Partnern aus der Stadt weiterzuentwi- ckeln, mit dem Ziel überregionaler Positionierung und Profilierung (Beschlussziffer 5 zur Vor- lage V/0113/2007: Erstes Münsteraner Zukunftsgespräch [08.09.2006] „Münster - Mit Wissen erfolgreich im Standortwettbewerb“ - Ergebnisse und Konsequenzen). Die Zieldefinition für die künftige Erinnerungspraxis an den Westfälischen Frieden folgt in die- sem Zusammenhang nicht einer rückwärtigen, allein auf das Ereignis reduzierten Betrachtung, unbeschadet der generellen Würdigung des historischen Ereignisses und seiner Wirkungsge- schichte, sondern vorwiegend mit Bezug auf Gegenwart und Zukunft: Im Mittelpunkt soll die Besonderheit des Friedensschlusses in Münster stehen, sein Zustandekommen durch Dialog und Verhandeln anstelle von Waffengewalt, als ein beispielgebendes Modell für die Lösung von Gegenwarts- und Zukunftsproblemen. Damit kennzeichnet die Leitvorstellung „Münster - Kompetenz für Friedenssicherung, Krisenprävention und Konfliktlösung durch Dialog“ eine auf Gegenwart und Zukunft weisende offene Programmatik mit unmittelbarem Bezug auf 1648, die der Positionierung der Stadt Münster in der regionalen und nationalen wie der europäi- schen und globalen Städtelandschaft dienen kann (s. Ziffer 5 der Begründung und Anlage 6 zur Vorlage V/0113/2007). Auf der Grundlage des Ratsbeschlusses vom 13.06.2007 zur Vorlage V/0113/2007 (Be- schlussziffer 5) hat sich ein Arbeitskreis ‚Westfälischer Frieden im Rahmen der Konzertierten Aktion Wissenschaft’ gebildet, an dem Pers onen aus Wissenschaft, Gesellschaft und Politik teilnehmen. Sie sollen die Profilierung inhaltlich vorantreiben, geeignete Projekte entwickeln und wissenschaftliche Tagungen, wenn möglich, mit den Aktivitäten der Stadt zu verbinden suchen. In diesem Zusammenhang erarbeitet der Arbeitskreis neue Projekte mit großer Aus- strahlungskraft (u. a. das Netzwerk „Humanitäre Hilfe“, an dem Einrichtungen der Fachhoch- - 3 - V/0243/2010 schule, der Universität, Hilfsorganisationen, m ilitärische Dienste, münsterschen Schulen und Kultureinrichtungen sowie andere Akteure beteiligt sind, außerdem durch die Gestaltung der jährlichen Dialoge zum Frieden und durch zahlreiche Einzelaktivitäten im Feld Stadtöffentlich- keit und Wissenschaft). Zusammengefasst lässt sich die bisher erschlossene inhaltliche Perspektive städtischer Aktivi- täten zur Profilierung mit der Thematik Frieden, auf der Basis der oben skizzierten Leitvorstel- lung, mit den beiden folgenden Profilzielen kennzeichnen: Münster - Kompetenz für Friedenssicherung und Krisenprävention sowie Münster - Kompetenz in Dialog, Mediation und Moderation. Neben diesen Profilierungsüberlegungen und -entscheidungen artikulieren friedenspolitische Gruppen und Initiativen in jüngerer Zeit den Wunsch nach Koordination (eigener und anderer) lokaler Aktivitäten im Themenbereich Frieden, außerdem nach einer Kontakt- und Anlaufstelle für Institutionen und Gruppen, die sich mit Frieden befassen, sowie nach einer geeigneten öf- fentlichen Präsentation aller jener Aktivitäten. Die zum größeren Teil unter dem informellen Dach des Friedensforums Münster zusammenarbeitenden Gruppen und Initiativen bearbeiten überwiegend selbstorganisationsförmig zumeist jeweils Ausschnitte eines thematisch insge- samt breiten und nicht ausdrücklich begrenzten Aktivitätenfelds unter dem begrifflichen Dach „Frieden“; Frieden wird vor diesem Hintergrund ausdrücklich als Querschnittsthema begriffen. Die Vermittlungsbemühungen der Initiatoren aus den Reihen des Friedensforums mündeten in den oben angesprochenen interfraktionellen Antrag. 3. Ergebnisse der Vorgespräche Nach einem ausführlicheren Sondierungsgespräc h zwischen mehreren Vertretern des Frie- densforums und der Verwaltung Anfang März 2009, außerdem weiteren Vorgesprächen ge- meinsam mit dem Vorsitzenden des Ausländerbeirates sowie dem Sprecher des Friedensfo- rums Münster konnten die bis dahin entwickelten Überlegungen in einem interfraktionellen Gespräch am 15.01.2010 im Ergebnis einvernehmlich konkretisiert werden. 3.1 Formaler Rahmen für die Bearbeitung der Vorschläge des Antrags: Arbeitskreis Frie- denskultur Münster Die Einzelanliegen des Antrags sollen von Vertreterinnen und Vertretern der friedenspoliti- schen Gruppen und Initiativen gemeinsam mit Politik und Verwaltung (projektförmig) bearbei- tet werden. In dem Zusammenhang wird ein Arbeitskreis Friedenskultur Münster eingerichtet, der innerhalb von etwa 1 ½ Jahren die Einzelaspekte des Antrags aufbereitet, um auf dieser Grundlage Empfehlungen für einen friedenspolitischen Handlungsrahmen im Hinblick auf die Vorschläge des Antrags zu entwickeln. Diese Empfehlungen, die dem Rat möglichst bis Ende 2011 vorgelegt werden sollen, sollen insbesondere auch Vorschläge enthalten, in welchem organisatorischen Rahmen und ggf. mit welchen erforderlichen Ressourcen die Arbeitsergeb- nisse umgesetzt werden könnten. Mit Blick auf seine Arbeitsfähigkeit auf der einen und auf eine angemessen breite Berücksich- tigung der friedenspolitischen Gruppen und Initiativen auf der anderen Seite sollen in dem Facharbeitskreis insgesamt max. 30 Vertreterinnen und Vertreter sowie ggf. Stellvertreterin- nen und Stellvertreter • der im Rat vertretenen Fraktionen (jeweils ein/e von jeder Fraktion benannte/r Vertreter/in, desgleichen der Ratsgruppe und das Einzelmitglied) sowie des Integrationsrates (Vorsit- zende/r), • der friedenspolitischen Gruppen und Initiativen (acht Vertreter/innen, die der Förderverein Friedensinitiativen in Münster/Friedensforum Münster benennt), • der christlichen Kirchen und der in Münster vertretenen Weltreligionen (sieben Personen werden von der Verwaltung im Einvernehmen mit dem Friedensforum Münster angespro- chen und benannt), - 4 - V/0243/2010 • aus Bildung und Wissenschaft (vier Personen werden von der Verwaltung im Einverneh- men mit dem Friedensforum Münster angesprochen und benannt) sowie • der Verwaltung mitwirken. Die Moderation des Arbeitskreises werden ein Vertreter und eine Vertreterin des Friedensfo- rums Münster wahrnehmen. Entscheidungen und Vereinbarungen werden einvernehmlich ge- troffen. Sachkundige Gäste werden je nach thematischem Zusammenhang punktuell hinzuge- zogen. Darüber hinaus kann der Arbeitskreis im Einzelfall einvernehmlich entscheiden, weitere Personen auf Dauer hinzuzuziehen, soweit seine Aufgabenstellung der Erweiterung nicht ent- gegensteht. Die Verwaltung wird für einen kontinuierlichen Austausch mit dem Arbeitskreis ‚Westfälischer Frieden im Rahmen der Konzertierten Aktion Wissenschaft’ sorgen. 3.2 Zu den Aufgaben des Arbeitskreises Die oben skizzierte programmatische Profilierungsrichtung auf der Grundlage des Ratsbe- schlusses vom 13.06.2007, die bisherigen und vorgesehenen Aktivitäten unter Federführung bzw. auf Initiative des Arbeitskreises ‚Westfälischer Frieden im Rahmen der Konzertierten Ak- tion Wissenschaft’ sind Teil des thematischen Bezugsrahmens, vor dessen Hintergrund die Einzelanliegen des interfraktionellen Ratsantrags zu bearbeiten sein werden. Eine vorgegebe- ne thematische Eingrenzung innerhalb der Aufgabenstellung, die sich aus dem interfraktionel- len Antrag ergibt, wäre angesichts der Breite der von den friedenspolitischen Gruppen und Ini- tiativen bearbeiteten Themen sowie der Pluralität ihrer Perspektiven und ihres Herangehens gleichwohl nicht sachgerecht. Diese Konkre tisierung muss der Arbeitskreis Friedenskultur Münster, in Beachtung des Querschnittscharakters der Friedensthematik, selbst treffen. Der Arbeitskreis Friedenskultur Münster soll sich seine Aufgaben wie folgt erschließen: 1. Verständigung auf einen Friedensbegriff, Klärung der für das Projekt relevanten Dimensi- onen, des lokalen Bezugs und thematische Eingrenzung 2. vor dem Hintergrund des verabredeten Friedensbegriffs: Überblick über die (Frieden betreffenden) Ziele und Aktivitäten insbesondere der friedenspolitischen Gruppen und Ini- tiativen sowie des vormaligen Ausländerbeirats/des Integrationsrats 3. Erläuterung der Profilierungsziele auf der Grundlage des Ratsbeschlusses vom 13.06.2007, Vorstellung der bisherigen und geplanter Aktivitäten (u. a. jener auf Initiative des Arbeitskreises ‚Westfälischer Frieden im Rahmen der Konzertierten Aktion Wissen- schaft’) 4. Konkretisierung und Vertiefung: Frieden nach Handlungsfeldern/Lebensbereichen (mit Unterstützung sachkundiger Gäste z. B. Friedenspädagogik, Gewaltprävention, Förde- rung/Stärkung von Zivilcourage, interreligiöser Dialog, Erinnerungsarbeit/lokale Geschich- te im Feld Frieden und Konflikt, Förderung der zivilen Konfliktbearbeitung, Münstersches Friedensengagement in anderen Ländern u. a.) 5. Berichtskonzept: Bisherige Aktivitäten der Stadt und zivilgesellschaftlicher Organisationen und Gruppen/Initiativen 6. Erarbeiten kommunalpolitischer Handlungsansätze (Empfehlungen) für eine weitere Pro- filschärfung Münsters als Stadt des Fri edens (Frieden als Querschnittsaufgabe), inkl. Möglichkeiten, die betreffenden Aktivitäten unterschiedlicher Institutionen und Gruppen sichtbar zu machen 7. Koordinations- und Beratungsbedarfe für die künftige Friedensarbeit, alternative organisa- torische Rahmen und ggf. Ressourcenbedarf für die Umsetzung der Handlungsempfeh- lungen Mit der Vorlage seiner Empfehlungen, die die Verwaltung in einer Vorlage für den Rat aufbe- reiten wird, wird die Tätigkeit des Arbeitskreises Friedenskultur Münster beendet sein. - 5 - V/0243/2010 4. Empfehlung Die Beteiligung friedenspolitischer Initiativen und Gruppen am Diskurs über die weitere Profil- entwicklung im thematischen Bezugsrahmen Frieden, die Einbeziehung ihrer Aktivitäten, Vor- stellungen und Ideen kann die dargestellten städtischen Profilziele stützen, konkretisieren, ih- nen zusätzliche Substanz geben und zu ihrer Akzeptanz beitragen, möglicherweise auch er- gänzen. Der unter Ziffer 3.1 vorgestellte Rahmen bietet darüber hinaus die Möglichkeit, die Einzelpunkte des interfraktionellen Antrags fundiert zu bearbeiten - im Dialog. Die Verwaltung empfiehlt, den Arbeitskreis Friedenskultur Münster mit der skizzierten Aufga- benstellung und Zusammensetzung vor der Sommerpause 2010 einzurichten. Der Hauptaus- schuss erhält voraussichtlich im 2. Quartal 2011 einen Zwischenbericht, den zuvor der Integra- tionsrat beraten wird. Den Abschlussbericht wird die Verwaltung Ende 2011 dem Rat vorlegen, nach Vorberatung in Integrationsrat und Hauptausschuss. gez. Markus Lewe Anlagen: Vorlage V/0504/2008 Antrag A-R/0023/2008 „Münster als Stadt des Friedens weiter profilieren“
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungDetails
- Vorlagen-Nr.
- V/0243/2010
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 08.04.2010
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37