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A-R/0027/2022

Transportwege als Kraftwerke nutzen- Solarradweg auf einer Musterstrecke erproben

Antrag an den Rat 10.05.2022

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a-r-0027-2022-CDU-Musterstrecke für Solarradweg

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a-r-0027-2022-CDU-Musterstrecke für Solarradweg

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Antrag an den Rat Nr. A-R/0027/2022 
 
 
 
 Münster, 10. Mai 2022 
RATSANTRAG 
 
 
Transportwege als Kraftwerke nutzen- Solarradweg auf einer 
Musterstrecke erproben 
 
Der Rat der Stadt Münster beschließt: 
 
1. Die Verwaltung wird beauftragt, eine Musterstrecke für einen Solarradweg an einem 
geeigneten Standort in Münster zu identifizieren und zu realisieren. Vor der 
Entscheidung wird sowohl ein Solartunnel als auch eine Strecke aus Solarzellen auf 
dem Untergrund nach dem niederländischen Vorbild geprüft, um somit die Vor- und 
Nachteile beider Modelle zu ermitteln. 
 
2. Bei dem Standortvorschlag werden relevante Belange wie Nutzungsvorteile, 
Streckenverlauf, Sonneneinstrahlung, Sicherheitsaspekte als eine Grundlage für eine 
Streckenbestimmung berücksichtigt. 
 
3. Für die Finanzierung der Maßnahme werden mögliche verfügbare Fördermittel 
beantragt.  
 
4. Signifikante empirische Erfahrungswerte vergleichbarer Solarradwege sind bei der 
Realisierung zu berücksichtigen. 
 
 
Begründung: 
 
Photovoltaik ist zu einer Stütze der Produktion von erneuerbaren Energien geworden. 
Zunehmend werden aber die möglichen und wirtschaftlich sinnvollen Standorte knapp. Im 
urbanen Raum waren sie schon immer begrenzt. Inzwischen entstehen nebeneinander 
verschiedene Nutzungskonzepte von Balkon-PV-Modulen über Solarfassaden bis hin zu 
Solarwegen. 
Fotovoltaik-Erzeugung an und auf den Straßen hat viel Potential. Ziel des vorliegenden 
Vorschlags ist es, auf einer Teilstrecke des Radweges die Technologie zu testen, um die 
Unterstützung für erneuerbare Energiegewinnung, sicheres Radfahren und 
Flächeneinsparung gleichzeitig zu erreichen. Gerade vor dem Hintergrund knapper 
werdender Aufstellorte für gängige Solarprodukte ist die Nutzung eines bislang 
brachliegenden Ortes wie versiegelten, öffentlichen Flächen folgerichtig. 
Ein Fahrradweg, der Strom erzeugen kann, ist deshalb von Vorteil, weil auf diese Weise die 
Naturflächen für die Stromerzeugung eingespart werden: Anstatt Fahrradwege und 
Solarpanels auf unterschiedlichen Flächen einzeln zu verbauen funktionieren Solarradwege 
nach dem Zwei-in-Eins-Prinzip. So könnte in Zukunft deutlich mehr Ladwirtschafts- und 
Naturfläche unberührt bleiben. 
 
Neben der effizienten Doppelnutzung von Flächen kann der so erzeugte Solarstrom vielfältig 
genutzt werden: Der auf der Fläche produzierte, saubere Strom kann vor Ort für z.B. eine E-
Ladestation, die Bodenbeleuchtung und für die Stromversorgung der Laternen genutzt 
werden. Bei einem angenommenem CO2-Ausstoß von ca. 525 Gramm pro Kilowattstunde in 
Deutschland würde der erzeugte Solarstrom zu einer Einsparung von 15.75 t CO2/ Jahr

führen. Bei einer erwarteten Lebensdauer von 25 Jahren könnten knapp 400 Tonnen CO2 
eingespart werden.  
 
An mehreren Orten werden inzwischen Solarradwege getestet. Dabei kommen zwei 
unterschiedliche Modelle zum Einsatz. In den Niederlanden werden Solarradwege seit 2014 
gebaut und getestet. Die dortigen Erfahrungen sind positiv. Im niederländischen 
Maartensdijk, in der Provinz Utrecht, wurde ein 330 m langer Radweg eröffnet, bei dem das 
Sonnenlicht durch eine spezielle lichtdurchlässige und rutschfeste Kunststoff-Oberfläche die 
unter dem Weg verlegten Sonnenkollektoren erreicht. Auf der Strecke entsteht so viel 
Energie, dass dabei 40 Haushalte versorgt werden und die Straßenbeleuchtung entlang des 
Radweges sichergestellt wird. 
In der Schweiz soll ein anderes Modell zum Einsatz kommen. Die Solarpaneele sollen über 
bestehenden Radwegen in einer Art Solartunnel gebaut werden. Den Solartunnel hat ein 
Osnabrücker Architekt in Zusammenarbeit mit einem Münsteraner Start-up entwickelt. Der 
Solartunnel schützt Fahrradfahrer vor Wind und Regen, mit den Solarmodulen wird Strom für 
die Beleuchtung bei Nacht und zur Versorgung von Haushalten erzeugt. Der Tunnel erstreckt 
sich mit einer Membran über den Radweg. Da die Membran auf der sonnenabgewandten 
Seite durchsichtig ist, kann tagsüber genug Licht einfallen und die Radfahrer fühlen sich 
nicht wie in einem Tunnel. Bei Dunkelheit springen die Deckenlampen an und leuchten den 
Radweg aus. Die tragende Struktur des Bauwerks besteht aus einem Bogengerüst, das sich 
mit wenig Aufwand im Boden verankern lassen soll. Die Bauweise mit den Bögen ist 
materialsparend und lässt sich flexibel an verschiedene Wegbreiten und Kurven anpassen. 
Neue Technologien lassen sich nur selten ohne Rückschläge zur Marktreife entwickeln. Das 
Potenzial für die großflächige Anwendung von Solarstraßen scheint jedoch enorm zu sein. 
Inzwischen kann bei der Konzipierung auf bereits vorliegende empirische Erfahrungen 
zurückgegriffen werden. Die Hersteller arbeiten an Antworten, um den nächsten Einsatzort 
der Solartechnik für die Stromgewinnung nutzbar zu machen. Münster kann dieser Ort 
werden. 
 
Beispiele für Solarrouten:

Beratungsverlauf (1)

18.05.2022 Rat
TOP 38.8 Antrag Entscheidung

Beschluss: verwiesen

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Details

Aktenzeichen
A-R/0027/2022
Typ
Antrag an den Rat
Datum
10.05.2022
Erstellt
10.05.2022 15:38