Beantwortung einer schriftlichen Anfrage der Fraktionen Bündnis 90/Die Grünen, CDU und Volt aus der Sitzung des Gesundheitsausschusses vom 11.06.2024 (AN/0883/2024) betreffend "Schwangerschaftsabbrüche in Köln - Aktuelle Versorgungslage"
Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss) 2538/2024 vom 28.08.2024
Stand: Am 10.09.2024 im Gesundheitsausschuss beraten. Ergebnis: Kenntnis genommen.
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Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
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Dezernat, Dienststelle V/53 Vorlagen-Nummer 28.08.2024 2538/2024 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Gesundheitsausschuss 10.09.2024 Beantwortung einer schriftlichen Anfrage der Fraktionen Bündnis 90/Die Grünen, CDU und Volt aus der Sitzung des Gesundheitsausschusses vom 11.06.2024 (AN/0883/2024) betreffend "Schwangerschaftsabbrüche in Köln - Aktuelle Versorgungslage" Mit der Anfrage AN/0883/2024 bitten die Fraktionen Bündnis 90/Die Grünen, CDU und Volt um die Beantwortung der folgenden Fragen: 1. Wie stellt sich die aktuelle Situation bzgl. der Versorgungslage bei Schwangerschafts- abbrüchen in Köln dar? 2. Welche und wie viele Möglichkeiten der Durchführung von Schwangerschaftsabbrü- chen gab es im Jahr 2023 (im Vergleich zu 2015, 2021 und 2022)? Wir bitten darum, diese Daten nach den durchführenden Kliniken und Praxen aufzuschlüsseln. 3. Zu 2. und 3.: Wie lange sind im Mittel die jeweiligen Wartezeiten von der Anfrage bis zur Wahrnehmung der Maßnahme? 4. Wie viele Anbieter von Beratungsangeboten, die eine Beratungsbescheinigung aus- stellen, gibt es und wie ausgelastet sind diese? 5. Wie entwickelte sich die Anzahl der Schwangerschaftsabbrüche in den letzten Jahren und kann daraus eine Prognose für zukünftige Bedarfe abgeleitet werden? Die Verwaltung teilt dazu folgendes mit: Zu 1. Wie stellt sich die aktuelle Situation bzgl. der Versorgungslage bei Schwangerschafts- abbrüchen in Köln dar? Insgesamt zeigt sich für Köln nach Kenntnisstand des Gesundheitsamts folgende Lage zur Möglichkeit der Durchführung eines Schwangerschaftsabbruchs nach der Beratungsregelung: 2 Einrichtungen ge- samt Köln 2024 Operativer Schwanger- schaftsabbruch (SAB) Medikamentöser Schwangerschaftsab- bruch (SAB) Aborteinlei- tung mit Nachküret- tage Praxen 22 9 21 Klini- ken 3 3 1 Tabelle 1 Es gibt insgesamt 25 Einrichtungen in Köln, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen. Hiervon sind 22 gynäkologische Praxen und 3 Kliniken (Aufteilung nach medikamentös und operativ s. Tabelle 1). Ein medikamentöser Schwangerschaftsabbruch kann bis zur 8+6 Schwangerschaftswoche (SSW) durchgeführt werden. Dieser wird in Köln von 21 Einrichtungen angeboten, hier gab es bisher keine Rückmeldungen über einen Versorgungsengpass. Von den insgesamt acht Kliniken mit gynäkologischen Fachabteilungen in Köln, führen vier generell keine Schwangerschaftsabbrüche durch (kirchlicher Träger). An einer weiteren Klinik werden nur in absoluten Ausnahmefällen Schwangerschaftsabbrüche nach der Beratungsre- gelung (§§ 5 und 6 Schwangerschaftskonfliktgesetz, §§218a Absatz 1) durchgeführt. In dieser Klinik werden auf Grund des Leistungsspektrums insbesondere Abbrüche nach medizinischer oder kriminologischer Indikation durchgeführt (§§ 218a Absatz 2). Zwei Kliniken in Köln hatten bei einer Befragung 2021 angegeben, operative Schwanger- schaftsabbrüche bis zur 12+6 SSW durchzuführen. Dies stellte sich im Jahr 2023 in der Praxis anders dar. Aus den Beratungsstellen gab es die Rückmeldung, dass eine Klinik auf telefoni- sche Nachfrage angab, keine Abbrüche mehr durchzuführen. In der zweiten Klinik bekämen die Patient*innen einen Termin in 4 Wochen angeboten, was der Situation nicht gerecht wird, da den Patient*innen diese Zeit nicht bleibt. Seit Anfang 2024 führt eine weitere Klinik opera- tive Schwangerschaftsabbrüche bis zu 12+6 SSW durch. Die meisten Praxen/Einrichtungen haben nur einen oder korrekterweise einen halben Operati- onstag in der Woche oder nur alle 2 Wochen mit begrenzten Kapazitäten. Hinzu kommt, dass Kliniken, Praxen und Einrichtungen in Köln auch die überregionale Versorgung (Rhein-Sieg- Kreis, Rhein-Erft-Kreis, Rheinisch-Bergischer-Kreis bis hin in die Eifel) sicherstellen und nicht nur das Stadtgebiet Köln und seine Einwohner*innen versorgen. Zu 2. Welche und wie viele Möglichkeiten der Durchführung von Schwangerschaftsabbrü- chen gab es im Jahr 2023 (im Vergleich zu 2015, 2021 und 2022)? Wir bitten darum, diese Daten nach den durchführenden Kliniken und Praxen aufzuschlüsseln. Dem Gesundheitsamt liegen nur Daten* zu den Jahren 2015, 2021 und 2023 vor. Die Daten stammen aus einer Abfrage des Arbeitskreises Schwanger- und Alleinerziehend an die abbrechenden Einrichtungen: Einrichtungen gesamt Köln Angebot Operativer Schwan- gerschaftsabbruch (SAB) Angebot Medika- mentöser Schwan- gerschaftsabbruch (SAB) Aborteinleitung mit Nachküret- tage 2015 25 17 15 2021 21 10 17 1 2023 19 7 18 1 2024 27 12 22 1 *Datenerhebung durch die Schwangerenberatungsstellen in Köln im Wechsel. Datenauswer- tung durch Pro Familia Köln Innenstadt. 3 Zu 3. Zu 2. und 3.: Wie lange sind im Mittel die jeweiligen Wartezeiten von der Anfrage bis zur Wahrnehmung der Maßnahme? Hierzu gibt es keine Daten, da die Frauen in der Regel den Termin mit der Praxis/Klinik eigen- ständig vereinbaren. In Einzelfällen helfen die Beratungsstellen bei der Vermittlung. Zu 4. Wie viele Anbieter von Beratungsangeboten, die eine Beratungsbescheinigung ausstel- len, gibt es und wie ausgelastet sind diese? Es gibt insgesamt fünf Schwangerenberatungsstellen in Köln, die Beratungsbescheinigungen ausstellen. An der Anzahl der abgewiesenen Klient*innen, kann man die hohe Auslastung der Beratungsstellen ablesen. 2021 2022 2023 Anzahl abgewiesene Kli- ent*innen in Kölner Schwangerenberatungs- stellen / Schwanger- schaftskonfliktberatung (§5/6 Schwangerschafts- konflikt) 341 289 475 Zu 5. Wie entwickelte sich die Anzahl der Schwangerschaftsabbrüche in den letzten Jahren und kann daraus eine Prognose für zukünftige Bedarfe abgeleitet werden? Grundsätzlich ist es sehr schwierig, die Versorgungssituation bzgl. der Möglichkeiten der Durchführung eines Schwangerschaftsabbruches in Köln darzustellen, da es keine Zahlen zur Anzahl der durchgeführten Eingriffe in Köln gibt. Es gibt nur eine Auswertung der Anzahl der durchgeführten Schwangerschaftsabbrüche auf Bundes- und Landesebene. Kommunale Zah- len gibt es hierzu nicht. In den Jahren 2022 und 2023 zeigt sich in NRW ein Anstieg der Schwangerschaftsabbrüche. Zusammengenommen mit der Steigerung der Zahl der Einwohnenden (Regierungsbezirk Köln 4 + 75.000) sieht das Land NRW (Ministerium) einen Anstieg des Bedarfs an Beratungsangebo- ten. Ab 2026 werden daher dem Regierungsbezirk Köln 12,9 VZÄ über die Landesfinanzie- rung zugesetzt (notwendige 20% Restfinanzierung durch Beratungsstelle). Gez. Dr. Rau
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